Paris, Köln, Istanbul: CAPTIVE MINDS

Mind-ControlWer die Polizeiberichte und andere Schilderungen (so sie denn wahr sind) über das Verhalten der Täter in Köln (und anderen Städten) analysiert, kommt unweigerlich zur Schlussfolgerung: diese Leute standen unter Drogen.

Dass an Sylvester viel Alkohol getrunken wird, ist ja nichts neues, doch Alkohol löst andere Verhaltenseffekte aus, als „aufregende“ Drogen wie Amphetamine. Dazu eine kurze Erläuterung:

Vergleich zwischen Alkohol und Amphetaminen („speed“):

addiction alcoholALKOHOL: sedierende, dämpfende, Wirkung (depressant) auf die elektrische Signalübertragung im Gehirn; stimmungsaufhellend (Freisetzung von Endorphinen, Erhöhung des Serotoninspiegels); stressreduzierend; verminderte Reaktion auf negative Reize; wer ausreichend „betrunken“ ist, wird auf den neuronalen Kommunikations-Status eines Kleinkindes reduziert (öfter lachen, lauter reden, nur der Moment zählt, undeutliche Sprache, eingeschränkte mentale Funktionen):

AMPHETAMINE: anregende Wirkung (stimulant), wirken über Rezeptoren im Gehirn (daher schneller als Alkohol); bewirken eine Überflutung des Gehirns mit körpereigenen Neurotransmittern (Dopamin und Noradrenalin); „Alarm“: Körper stellt sich auf (fight or flight) „Flucht oder Kampf“ Reaktion ein: schnellerer Herzschlag, höherer Blutdruck, Schweißausbruch; gesteigerte Erregbarkeit, Handeln ohne Nachdenken; übersteigerte Sexualität/Libido, kleiner Reiz löst hohe Erregung aus; können auch Halluzinationen auslösen (Stimmen hören, Dinge sehen, die gar nicht da sind)

captagon KSAEs ist bekannt, dass seit Jahren im Nahen Osten (in den arabischen Golf-Staaten, vor allem in Saudi Arabien) eine besondere Form von Amphetaminen importiert bzw. konsumiert wird. Diese werden auch tonnenweise für die Horden von „IS“ & Co. produziert und von den Kämpfern eingenommen. (Siehe weiter unten) Dabei handelt es sich um Tabletten, die ursprünglich von der westlichen Pharmaindustrie unter dem Namen Captagon® produziert wurden. (Die gefälschten Tabletten enthalten meistens kein Fenethyllin, sondern bereits die „fertigen“ Amphetamine)

1  WAS  IST  CAPTAGON  UND  WIE  WIRKT  ES?

Der Wirkstoff in den Tabletten heißt Fenethyllin und wird im Körper (über Leberenzyme) zu Amphetamin und Theophyllin (wörtlich: „Göttliche Nahrung“, gleiche Wirkstoffklasse wie Koffein oder Theobromin im Kakao) abgebaut, wobei Amphetamin dominiert.

Psychische Wirkung der Amphetamine: (dazu gehören)

  • (Stark) erhöhte Aggressivität
  • erhöhtes Selbstbewusstsein bis hin zur Euphorie
  • erhöhte Risikobereitschaft
  • Narzissmus
  • Größenwahn

Wäre das nicht eine logische Erklärung (und passende Beschreibung) für das abnorme Verhalten der „Migranten“ auf dem Hauptbahnhof?

  • Würde sich sonst eine (ohnehin schon sehr unter Druck stehende, angefeindete) Minderheit so verhalten? In Gegenwart der Polizei? (siehe dazu den letzten Beitrag). Die Polizisten mit Flaschen attackieren, Frauen, (auch Polizistinnen in Zivil (!) „in die Hose fassen“?
  • Würde sie riskieren, verhaftet und abgeschoben zu werden für ein paar Handys und Geldbörsen? Das ist doch völlig absurd. Kein Mensch, der „bei Verstand“ ist verhält sich so.

Meine These dazu ist: diese Männer wurden (im Rahme einer PSYOP) genauso als politische „Waffen“ (oder Werkzeuge) benutzt, wie die aggressiven, gesteuerten Mobs auf dem Maidan in Kiew, mit dem die legitime Opposition in der Ukraine überrollt wurde. (Bzw. in extremer Form auch die „Terroristen“ in Paris, Syrien, Irak, usw.)

Nur diesmal waren sie auf sexuelle Gewalt programmiert, was auch das Auffinden eines seltsamen „Zettels“ mit sexuell anstößigen Sprachsplittern nahelegt. Und wer war bitte der „Amerikaner“, der festgenommen wurde? Das würde mich sehr interessieren.

Der psychische Effekt dieser Droge ist phänomenal und wie ein „Jahrhundert-Jackpot im Lotto“ für die dunkle Abteilung des Militärs und der Geheimdienste, (vor allem der CIA: „Vorhersage, Steuerung und Kontrolle des menschlichen Verhaltens) die sich schon lange steuerbare, menschliche Werkzeuge wünschen, die ohne moralische Hemmungen für jede, noch so widerliche Tat eingesetzt werden können (und sich dabei „super“ fühlen.

Ich weiß, das klingt wie ein billiger Science-Fiction-Thriller- ist aber ein Albtraum, der leider wahr ist.

2  DIE  PERFEKTE  TERROR-DROGE

Jean-Pol TassinSchauen wir uns an, was ein führender Neurobiologe über Captagon gesagt hat: Jean-Pol Tassin, emeritierter Direktor des Nationalen Medizinischen Forschungsinstituts in Frankreich INSERM. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Effekten illegaler Rauschmittel (wie Amphetamine, Opiate, Kokain, etc.) und legaler Drogen wie Alkohol.

(Auszüge aus dem englischen Interview; Hervorhebungen von mir)

In der Zusammenfassung der Aussagen von Professor Tassin wird der (unheimliche) Nagel auf den Kopf getroffen:

„Captagon […] unterbindet jede Form von Empathie (Mitgefühl). Mit anderen Worten: es ist die ideale Droge für die Umsetzung unmenschlicher Aktionen“

Zu Beginn wird festgestellt, dass einem der angeblichen „islamistischen Terroristen“, der 39 Menschen auf einem Strand in Tunesien umgebracht hat, auch diese Droge verabreicht wurde. Das wurde durch die Autopsie bewiesen.

Captagon 2Auch das Verhalten der Täter am 13.November in Paris („wie Zombies“, „gelassen“ Menschen ermordet) kann den Effekten von Captagon zugeordnet werden.

Tassin erklärt zunächst wozu Captagon ursprünglich hergestellt wurde (es hatte also einen medizinischen Nutzen, z.B. bei Bronchial- und Hustenerkrankungen). Dann entdeckte man seine Eigenschaft als „Stimulans“ für das Nervensystem und auch für sportliche Leistungen (also eine Form von „Doping“). Wegen der schädlichen Nebeneffekte (Herzinfarkt, Depression, Sucht, Demenz, Psychosen) wurde es in den meisten westeuropäischen Ländern in den 1980er Jahren verboten.

Frage: Wir hören viel über diese Droge im Moment. Besonders, dass sie jede Form von Mitgefühl verhindert (gegenüber den Opfern von IS)?

Antwort: Ja, das ist einer der Effekte (Folge des Verlustes der Selbstregulierung neurobiologischer Systeme). Das bedeutet, das sogenannte „Belohnungssystem“ im Gehirn, das uns (durch Ausschüttung bestimmter Botenstoffe (Neurotransmitter) bewusst macht, in welchem mentalen und körperlichen Zustand wir uns befinden, (ob etwas „genug“ ist, oder nicht) meldet immer „voll“. Es sagt unserem Gehirn, das alles perfekt ist, es gibt keine Angst, keine Schmerzen, keinen Hunger, keine Müdigkeit, kein Problem. Es suggeriert dem Benutzer der Droge, „alles ist super“, auch wenn alles falsch läuft.

Das bedeutet, dass auch der Tod (dein eigener oder das Sterben anderer Menschen) keine Rolle mehr spielt. Die grundlegendsten (moralischen) Hemmungen und der Selbsterhaltungstrieb SIND AUSSER KRAFT GESETZT.

Ein Gefühl der Unbesiegbarkeit, des grenzenlosen Selbstvertrauens setzt ein. Es gibt keine Schmerzen, keine Angst vor dem Tod mehr. DIE AKTIONEN WERDEN AUSGEFÜHRT ALS OB DIE PERSON DARAUF VOR-PROGAMMIERT WÄRE.

Frage: Verlieren die Benutzer jedes Bewusstsein über die Schwere ihrer Taten?

Antwort: Absolut. Aber das ist keine Entschuldigung denn während der Planung der Angriffe sind sie ja bei Verstand.

Frage: Verlieren die Benutzer ihren freien Willen? Ändert die Droge die Sinneswahrnehmung (Sehen, Hören, Fühlen, etc.)

Antwort: Ja, durch Captagon VERLIEREN SIE IHREN FREIEN WILLEN solange die Droge wirkt. (!) Nicht die Sinneswahrnehmung wird manipuliert, sondern die moralische Urteilsfähigkeit.

Frage: Warum brauchen diese „fanatisierten, einer Gehirnwäsche unterzogenen Djihadisten“ eine Droge um ihre Taten auszuführen?

Antwort: Weil sie, trotz allem „wie wir alle“ sind. Sie müssen ALLE SOZIALEN NORMEN DURCHBRECHEN (damit sie als „Terroristen“ funktionieren). Ein Busfahrer, der 15 Monate mit einem der Terroristen zusammengearbeitet hat, sagte mir „Er war der beste Mensch, den man sich vorstellen kann“. Alle Nachbarn der „Terroristen“ sagen etwas Ähnliches: sie waren unauffällig höflich, etc.

Kommentar: Diese Aussagen erhärten die (gut untermauerte) These, dass der ganze „islamistische Terror“ ein Stück absurdes Polit-Theater ist. (Siehe dazu auch „Die Terror-Illusion“ und die kritischen Analysen der Vorfälle in Paris, die garantiert das Resultat einer „Verschwörung“ sind, das wird immer klarer …)

3 KÜNSTLICHE „ISLAMISTEN“: DIE  UNMENSCHLICHEN  KILLER

Während die meisten westlichen Propaganda-Medien den Eindruck vermitteln, die „geistige Nahrung“ der Djihadisten (IS, Al Kaida, Boku Haram & Co.) sei der heilige Koran, ist die wirkliche Antriebskraft für das brutales Verhalten sicher nicht die Religion: Ihr Bewusstsein in Wirklichkeit von ganz anderen „berauschenden“ Substanzen erfüllt: Amphetaminen.

CNN captagon syrian rebelsEs gibt mehrere Presseberichte über den Einsatz einer „Monster-Droge“ bei IS, Al Kaida und anderen Terrorbanden, die (nicht nur) in Syrien losgelassen wurden. Die größte Nachfrage nach speziellen Amphetamin-Tabletten kommt aber auch laut Reuters seit Jahren aus dem gottlosen Saudi Arabien (was keine große Überraschung ist) und ist seit dem Krieg in Syrien noch gestiegen.

Kombiniert mit Haschisch ist die Wirkung besonders verheerend: wie schon oben erwähnt – die Männer fühlen sich fantastisch, unbesiegbar, spüren keine Schmerzen und haben keinerlei Mitgefühl für andere.

Dadurch werden sie zu Monstern gemacht: sie können die grausamsten Taten begehen und dabei lachen (sie fühlen sich immer „gut“ dabei).

Der Horror geht aber noch weiter: in der Hochburg von IS, der Stadt Raqqa wurde die Monsterdroge auch an die Bevölkerung verteilt (ohne deren Wissen, z.B. in Form von Süßigkeiten), wodurch sogar Kinder an einem ekelhaften Mob-Mord von drei syrischen Soldaten teilnahmen, die von hunderten zu Tode getrampelt wurden.

faux Djihadis with CaptagonIm syrischen Staatsfernsehen wird regelmäßig berichtet, dass die syrische Armee in den Quartieren der eingeschleusten „Rebellen“ große Mengen dieser Amphetamin-Tabletten findet.

Das Video unten (BBC Englisch / Arabisch) über die Wirkung von Captagon sowie die illegale Herstellung und Verteilung über den Libanon, in dem auch gezeigt wird, wie raffiniert die Tabletten geschmuggelt werden (versteckt in Papiertüchern, Shampoo-Flaschen, sogar in Gemüse …). Ein Millionengeschäft, mit dem die Terrorbanden auch finanziert werden (dieses Modell hat schon „Tradition“ bei der CIA seit „Air America“ Zeiten).

Der Journalistin gelang es sogar, einen arabischen „Geschäftsmann“ zu interviewen, der mehrere solche Captagon-Fabriken in Syrien besaß. Er sagt, sein bester Abnehmer sei Saudi Arabien und „die Wahrheit ist, die Saudis sind der größte Beschützer und Exporteur von Terrorismus in der Region“. (Was wir ja wissen, die deutsche Bundesregierung aber nicht stört …!) Saudi Arabien, das kürzlich etwa 50 Menschen den Kopf abgeschlagen hat, ist ja derzeit auch „Vorsitzender des Menschenrechts-Ausschusses“ der UN! (You can’t make this stuff up!)

Er habe herausgefunden, dass die inszenierte Gewalt in Syrien „nicht wirklich eine Revolution (des Volkes) war, sondern Teil einer Verschwörung gegen Syrien und seine Bevölkerung“. (Auch das ist nicht neu, wird aber von den Schafsmedien ignoriert.)

Captagon wapoAuf die Frage, warum die angeblich religiösen Kämpfer solche Drogen nehmen (was natürlich laut Koran verboten ist), antwortet er, die meisten hätten keine Ahnung, was sie da einnehmen. Sie glauben es sei nur eine Art Medizin oder ein „Energizer“. (Unter den Kämpfern sind aber auch viele Berufs-Verbrecher und Söldner, denen die Religion am Arsch vorbeigeht)

In einem Video der BBC über diese Droge sind folgende Aussagen ehemaliger „Kämpfer“ in Syrien zu hören:

  • Sie gaben uns Drogen, halluzinogene Pillen, durch die wir in den Kampf zogen [wie Roboter]. Es war uns egal, ob wir leben oder sterben.”
  • „Ich habe mich gefühlt, als ob mir die Welt gehört, als ob ich mächtiger bin als alle anderen. Ein sehr schönes Gefühl.“
  • „Ich hatte überhaupt keine Angst mehr.“
  • „Du kannst nicht mehr schlafen, nicht einmal deine Augen zumachen, das kannst du vergessen. Und egal was du dagegen nimmst, nichts kann diesen Zustand beenden.“

4  ZURÜCK  NACH  KÖLN:  DER  POLITISCHE  FALLOUT

Das Verhalten der „völlig enthemmten, aggressiven“ Migranten auf dem Kölner Bahnhof hat schwerwiegende Konsequenzen:

  • Psychologisches Trauma für die betroffenen Frauen und (weniger gravierend) auch die Polizeibeamten
  • (Teilweiser) Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Fähigkeit der Behörden, für Sicherheit zu sorgen
  • Vertrauensschaden bei der Polizei gegenüber ihren Vorgesetzten bzw. Politikern; Schuld- oder Versagensgefühle, weil sie die Übergriffe nicht verhindern konnte bzw. deren Amoralität sie überraschte und schockierte;
  • Politische Reaktionen: die Polizei wird zum „Sündenbock“ gemacht; „Anlassgesetzgebung“: Verschärfte Überwachung öffentlicher Plätze und verschärftes Straf- und Asylrecht;
  • Pressereaktionen: Suche nach „Schuldigen“ statt Suche nach den Hintergründen (in einem größeren, politischen Kontext)

Mein Verdacht, dass hier absichtlich durch eine von außen, (mit Hilfe deutscher „Sympathisanten“ organisierte) PSYOP das innenpolitische Klima in Deutschland destabilisiert werden soll, wird durch diesen Spiegel-Artikel erhärtet (und auch von Willy Wimmer angedeutet)

Die Geschehnisse in Deutschland und insbesondere die in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof spielen in den USA dieser Tage eine bemerkenswert große Rolle. […] im Fernsehen gibt es Bilder von Pegida-Demonstrationen, und die Zeitungen sind voll von Berichten der Berliner Korrespondenten.“

Das Pendel schlägt um“, schreibt die „Los Angeles Times“ über die Lage in Deutschland. Von einem „Test“ für die Kanzlerin schreibt der „New Yorker“, aus Sicht der „Huffington Post“ droht das Vertrauen der Deutschen in den Kurs Angela Merkels „zu erodieren“. Und der TV-Sender CNN hält seine Zuschauer seit Tagen darüber auf dem Laufenden, wie viele Flüchtlinge inzwischen wegen der Kölner Vorfälle ins Visier der Behörden geraten sind.

[…] Schneller als in Deutschland selbst, so scheint es, werden in den USA die Kölner Ereignisse mit der Flüchtlingspolitik verknüpft. Besonders dramatisch las sich am Wochenende ein Meinungsstück, das die „New York Times“ zwar nicht auf der eigenen Kommentarseite, aber unter den Gastbeiträgen veröffentlichte. Unter der Überschrift „Deutschland auf der Kippe“ rechnete der Autor Ross Douthat [der Ersatz der NYT für den äußerst rechten „NeoCon“ Bill Kristol] mit der Kanzlerin und der deutschen Flüchtlingspolitik ab.“

[…] um eine politische Gewalt wie in den Dreißigerjahren zu verhindern …(!) (aus Douthat Kolumne in der New York Times) muss Deutschland anscheinend „umsteuern“ … offensichtlich nach „rechts“

5   DIE WICHTIGSTE FRAGE: WAS SOLL DAMIT ERREICHT WERDEN?

Welche Ziele wollen die Urheber der Chaos-Inszenierung auf dem Kölner Bahnhofsplatz erreichen und wird es noch mehr solche „Vorfälle“ geben? Darüber kann man nur spekulieren, doch wer sich mit den „Color Revolutions“, dem „Arabischen Frühling“, etc. (alles Theater) und den dahinter liegenden Strategien beschäftigt hat, kommt erst einmal zu folgendem Ergebnis:

  • Polarisierung des politischen Klimas in Deutschland (bis hin zur Volksverhetzung)
  • Dämonisierung von arabischen Migranten bzw. Muslimen (die neuen „Juden“, wie in den  1930er Jahren?!)
  • Akzeptanz von mehr Überwachung und Militarisierung der Polizei
  • Umlenkung von Frustration und Wut der Bevölkerung auf ein neues Zielobjekt („Migranten/Flüchtlinge“)

Trotz flächendeckender Propaganda durch die „Schafsmedien“ lassen sich die Deutschen (dank alternativen Medien im Internet und guter Bildung) nicht so leicht „verarschen“ wie (durchschnittliche) Amerikaner oder „befreite“ Osteuropäer (die wachen auch langsam auf).

TTIP DemoDas sieht man z.B. an der Mega-Demo gegen TTIP (bitte nicht als „Freihandelsabkommen“ bezeichnen, schon das Wort ist eine Manipulation des Denkens), am Widerstand gegen transgene Lebensmittel, gegen die Beteiligung Deutschlands an Kriegen, gegen die Tyrannei der EZB, perfides „Retten“ von Großbanken, Solidarität mit Griechenland, usw.

Der „Feind“ des Volkes und der Demokratie in Deutschland sind also der Machtwahn der USA / NATO / EU und ihrer angeschlossenen „zivilen“ Netzwerke – nicht zu vergessen, die zionistische Denkpolizei – die uns belügen, manipulieren und ausnutzen, um ihre krankhaften Ziele zu verwirklichen.

refugees not welcomeWie schon der Soziologe Harold Lasswell erkannte, besteht die Kunst des Herrschens (in einer Scheindemokratie) auch darin, den „Volkszorn“ in die richtigen Bahnen zu lenken. Statt Protesten gegen diktatorische Wirtschafts- und Finanzpolitik, gegen soziale Ungerechtigkeit, gegen NATO-Kriege und (selbst-inszeniertes) Terror-Theater sollen sich die Demos doch bitte gegen Sündenböcke richten, die gleichzeitig auch noch andere geopolitischen Zwecke haben (die Spur führt nach Tel Aviv).

Der eigentliche Gegenstand des „Volkszorns“ (durchaus begründet und auch notwendig, damit sich etwas ändert), soll also in den Hintergrund treten (aus Sicht der Betroffenen: von ihnen selbst ablenken) und eine Angst-Stimmung erzeugt werden, die Unbehagen und Aggression schürt (gegen die „Falschen“).

Stattdessen sollen sich an der Nase herumgeführte „Wutbürger“ über die sozialen Manipulations-Netzwerke (Leute, wann kriegt ihr das endlich mit???) zu Aufmärschen gegen den neuen Feind – den „Migranten / Flüchtling / Moslem“ zusammenrotten, das neue konstruierte „Objekt der Animosität“. Lasswell nannte das die „Diversion der Wut“.

Ein schönes Beispiel für dafür verwendete (subtile) Taktiken findet man hier:

Der männliche Muslim als potentieller Sex-Attentäter

In diesem – auf den ersten Blick harmlos wirkenden – Interview, versucht die Süddeutsche anscheinend den soziologischen Hintergrund im Kontext der Kölner Ereignisse zu untersuchen. Dabei geht es vordergründig darum, die „Rollenbilder von Muslimen aufzubrechen“, die – so die eingebaute Suggestion – für die sexuellen Übergriffe in Köln verantwortlich seien.

Doch das die Vorfälle in Köln in keiner Weise aufgeklärt sind, ist es irreführend und manipulativ, den Eindruck zu erwecken, das inakzeptable Verhalten der Männer sei auf ihre Religion (Islam) bzw. ihre Kultur (arabisch) zurückzuführen.

„Wenn Frauen ohne Kopftuch als Huren gelten“

Sätze wie diese im Kontext der Kölner „Exzesse“ (Mansour) zu zitieren, ist natürlich eine sehr subtile Form der Manipulation: die unbewiesene Grundannahme (Islam+ Araber = gefährlich, sexuell aggressiv) wird damit natürlich verstärkt. Und wer könnte daran ein Interesse haben? Dass alle „Araber“ als potentielle Verbrecher oder „Terroristen“ angesehen werden?

Ahmad Mansour wird als „Therapeut“ vorgestellt (der was therapieren will? Erziehung zum Macho?). Er ist ein israelischer Palästinenser (der also nicht unter Besatzung lebt, sondern die israelische Staatsbürgerschaft hat) und deshalb insofern eine Ausnahmeerscheinung, weil die „Arabushim“ (israelisches Schimpfwort für Palästinenser) in Israel wie Menschen dritter Klasse behandelt und ohne Ende diskriminiert werden. Dass er trotzdem „Karriere gemacht“ hat und häufig in den Medien auftritt, lässt auf eine „hidden agenda“ schließen. (Wieviele „aufmuckende“ Palästinenser kommen bei uns zu Wort? Mit fällt da keiner ein)

Es gäbe ein „weit verbreitetes Islam-Verständnis, das patriarchales und sexistisches Denken unterstützt“ sagt Mansour.

(Das gibt es auch in der katholischen Kirche …)

Mansour ist u.a. Programm-Direktor der EFD (European Foundation for Democracy) in Brüssel, die sich nach eigenen Angaben gegen „Radikalisierung, Unterdrückung im Rahmen des Begriffes von „Familienehre“ und Antisemitismus in der deutschen Muslim-Gemeinschaft engagiert und für religiöse Toleranz, Freiheit und andere „Werte der Aufklärung“ einsetzt.

TOO GOOD TO BE TRUE

Wie fast alle „Stiftungen“, deren Namen schon die ach so edlen Absichten betonen, ist dieser Verein aber nicht das, was er zu sein vorgibt. Die Präsidentin des EFD hat enge Verbindungen zu amerikanischen „Institutionen, die ideologisch bei den kriegsgeilen „Neocons“ und somit den „Freunden (des „im rechtsfreien Raum agierenden“) Israels“ einzuordnen sind.

Der EFD ist eigentlich nichts anderes, als der europäische Ableger des amerikanischen (zionistischen)Think-Tanks „Foundation for the Defense of Democracies“ (FDD) die von einer kritischen Website (siehe Link) so beschrieben wird:

  • „Gegründet als Folge von „911“ mit dem Ziel, den „War on Terror“ im Nahen Osten und eine aggressive, pro-israelische Politik in Washington durchzusetzen.
  • Gibt an, demokratische Länder gegen den „radikalen Islam“ verteidigen zu wollen
  • Ist die Nachfolge-Organisation von EMET, einer Initiative die 2001 gegründet wurde, um Unterstützung für die israelische (brutale) Reaktion auf die Intifada zu generieren und der öffentlichen Empörung gegen israelische Gewalt entgegenzutreten

EDF nimmt häufig an Konferenzen und „Events“ in Europa teil, die eine aggressivere „Sicherheitspolitik“ (nicht nur im Nahen Osten) befürworten. Z.B. 2007 in Prag („Konferenz für Demokratie und Sicherheit“, gesponsert vom zionistischen Adelson Institut in Jerusalem), im Zentrum ein Vortrag von George W. Bush (!)…)

Hinter all dem Gelaber über Demokratie, Sicherheit, Toleranz steht natürlich das genaue Gegenteil: man tarnt hegemoniale, heimtückische, rassistische Politik mit diesen positiv besetzten Begriffen. Es werden ständig Menschenrechtsverletzungen im Iran an den Pranger gestellt (und als Gefahr für Europa präsentiert, was völlig absurd ist), aber die dokumentierte Aberkennung der Menschlichkeit gegenüber den Palästinensern, die unter brutaler, israelischer Besatzung leben müssen, ist nie ein Thema bei den EFD-Aktivitäten. Wie hier richtig konstatiert wird, „sind die Positionen des EFD auffallend deckungsgleich mit jener der Pro-Israel-Lobby …“

FAZIT: hinter einer pseudo-wissenschaftlichen, pro-demokratischen Fassade verbirgt sich die wirkliche Aufgabe: Stimmungsmache und Hetze gegen die „Achse des Widerstandes“ (Iran, Hisbollah, Syrien und „militante Palästinenser“, die sich gegen den Imperialismus wehrt) in Europa und Etablierung des Feindbildes „Islam“ in den Köpfen.

Doch nach vielen Umfragen sieht eine klare Mehrheit der Deutschen in den USA und in Israel eine viel größere Bedrohung von Frieden und Sicherheit als im Iran oder im „islamistischen Terror“ [ein künstliches Produkt dieser beiden Länder + Saudi Arabien u. Türkei].

Deshalb „Ereignisse“ wie in Paris und jetzt auch in Deutschland (und Istanbul!)  – das muss sich ändern!

Der gefährliche, sex-besessene „Muslim/Araber“ einerseits und die (selbst gezüchteten) „islamistischen Terroristen“ andererseits, sollen die Deutschen endlich davon überzeugen, dass sie nicht gegen israelische Brutalität, amerikanischen Machtwahn, sondern gegen „Migranten“ und „gefährliche“ Muslime demonstrieren sollen!

Das haben sie ja jetzt schon weitgehend geschafft …

 

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WIKI AT WAR: Wenn Wörter zu Waffen werden

arundhati-royKen FM hat kürzlich ein interessantes Video veröffentlicht, in dem ein engagierter Biologie-Lehrer zeigt, wie bei Wikipedia Einträge manipuliert werden, wenn es um politisch brisante Themen wie „911“ geht. Am Beispiel von Dr. Daniele Ganser wird deutlich, wie der Ruf eines brillianten Wissenschaftlers beschädigt werden soll, um seine Glaubwürdigkeit zu unterminieren.

Als Historiker muss Ganser akribisch Fakten recherchieren, bevor er sich zu politischen Themen und Ereignissen äußert und natürlich in seinen Büchern immer genaue Quellen angeben, also seine Erkentnisse belegen. Mit seinem Buch über „Gladio“ hat er bereits in gewissen Kreisen für Irritationen gesorgt und seine mutige „911“-Forschung macht ihn umso mehr (aber zu Unrecht) zur Zielscheibe für Diffamierung und Ausgrenzung.

Eine faire Diskussion wird aber vermieden, denn dann müssten Gansers Argumente widerlegt und unangenehme Fragen beantwortet werden. Also bleibt nur ein Ausweg: die semantische Kampfansage, mit der die Seriosität seiner Forschung in ein schiefes Licht gestellt werden soll.

Rhetorische Kunstgriffe zur Manipulation einer Debatte sind zwar nichts Neues (das kannten schon die alten Griechen), doch leider wird die Kunst der Rede bzw. die Fähigkeit, sprachliche Tricks zu durchschauen, heute nicht mehr in Schulen unterrichtet. Man darf davon ausgehen, dass ein politisches Kalkül dahintersteht, denn wenn die Bürger mehrheitlich erkennen, wie sie durch die Sprache manipuliert werden, wäre es sehr viel schwerer die „Herde“ zu kontrollieren (und die Journaille könnte „einpacken“).

Der effektivste, sprachliche Kampfbegriff in diesem Kontext ist natürlich „Verschwörungstheorie“ (oder „Verschwörungstheoretiker“), der auch im Wikipedia-Eintrag zu Ganser vorkommt:

Er greift Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auf und stellt sie als von Historikern zu prüfende Erklärungsansätze dar.“

Das klingt doch eigentlich ziemlich harmlos …. oder?

Ganser wehrt sich gegen diese Etikettierung durch Wikipedia (warum bzw. welche negativen, psychologischen Effekte der Begriff auslöst, wird unten erläutert) und viele andere User haben wiederholt versucht, dieses „Un-Wort“ durch eine neutrale Formulierung zu ersetzen. Doch „Administratoren“ von Wikipedia haben jedesmal die Änderungen entfernt und als unzulässig deklassiert.

Das erstaunt niemanden, der weiss, dass wir uns in einem Informationskrieg befinden und ein Medium wie Wikipedia natürlich nicht verschont bleibt. Trotzdem sollte Wikipedia nicht pauschal verurteilt werden, was auch im Video betont wird. Es gibt vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich sehr gute Beiträge. Aber zurück zum Kernthema:

1 DIE „VERSCHWÖRUNGSTHEORIE“ ALS POLITISCHE WAFFE

(„Verschwörungstheorie“ oder – theoretiker wird im folgen mit VT abgekürzt)

Was ist denn überhaupt eine VT? Dazu findet man in Wörterbüchern u.a. folgende Definitionen:

  • Eine Theorie, die ein Ereignis als Resultat eines geheimen Planes mächtiger Leute erklärt
  • Eine erklärende Hypothese, die andere Personen oder bestimmte Gruppen beschuldigt, ein Verbrechen oder eine unmoralische Tat im Geheimen geplant bzw. ausgeführt zu haben.

1 angletonIch persönlich finde das Wort „Verschwörung“ ziemlich altmodisch und nicht mehr zeitgemäß. Auch „Komplott“ klingt im dritten Jahrtausend ziemlich seltsam. Um welche Art von geheim geplanten Aktivitäten – als Teil eines Systems- es hier (im außenpolitischen Kontext) geht, hat die amerikanische Regierung ja schon 1947 (das Jahr, in dem die CIA gegründet wurde) festgelegt:

Mit NSC 4-A wurde die CIA ermächtigt, auch in Friedenszeiten „psychologische Kriegsführung“ zu betreiben. Am 18. Juni 1948, wurde diese durch NSC 10/2 ersetzt und der Handlungsspielraum der CIA für „geheime Aktionen“ (Verbrechen im Ausland) erweitert. Einzige Bedingung war, dass sie so durchgeführt werden, dass die Veranwortung der US Regierung (dafür) gegenüber „nicht autorisierten Personen“ verborgen bleibt und, falls aufgedeckt, von dieser „glaubhaft bestritten“ werden kann.

Hier die Liste der erlaubten, geheimen Aktivitäten im Originalton:

propaganda; political action; economic warfare, including sabotage, anti-sabotage, demolition; preventive direct action, , and evacuation measures; subversion against hostile states or groups, including assistance to underground resistance movements, guerrillas and refugee liberations [sic] groups, and support of indigenous anti-Communist elements, deception plans and operations …”

Dass die CIA auch (illegal) im eigenen Land „verdeckte“, widerwärtige und demokratiefeindliche Operationen durchgeführt hat, ist ja auch längst bewiesen, z.B. Operation Mockingbird, MKULTRA, Artichoke, etc. Auch das FBI war nicht untätig …

(Der Einwurf, selbst die abgebrühtesten amerikanischen Geheim-Akteure würden doch ihren eigenen Landsleuten nichts antun (911 VT) ist deshalb nicht stichhältig …)

Arglistige Täuschung der Öffentlichkeit, geheime Planung und Ausführung, keinerlei Schuldgefühle und absolute Skrupellosgkeit kennzeichnen diese politischen „Verschwörungen“.

Konspiration Soz des VerschwörungsdenkensKonspiration: Soziologie des V-Denkens

Die Wissens-Soziologie kann sich dem Thema VT – spätestens seit 911 – natürlich nicht entziehen, doch die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen dazu sind eigentlich inakzeptabel, weil ihr negativer „bias“ (ihre Voreingenommenheit) nicht zu übersehen ist.

Wie z.B. Andreas Anton feststellt, erfolgt diese Art der Forschung auf der Prämisse, dass VT eine Form des „illegitimen Wissens“ darstellen und (immer) einen „fiktiven Charakter“ haben. Mit anderen Worten es handelt sich – in dieser Darstellung – um unwahre, absurde Behauptungen, wobei „unbewiesen“ (nur hier) allem Anschein nach mit „unwahr“ gleichgesetzt wird.

(Dass es im Wesen geheimer Operationen liegt, nur schwer beweisbar zu sein, ist anscheinend kein Thema.)

  • Daraus ergibt sich, dass die bloße Verwendung des Begriffes Verschwörungstheorieeine reflexartige Distanzierung vom Inhalt (dessen spontane, unreflektierte Ablehnung) bewirkt.
  • Die Suggestion ist enorm: die unbequemen Sichtweisen sollen als irrational, abwegig und „extrem“ wahrgenommen werden, und zwar ohne faire Überprüfung der Argumente.

Die Motive und Gründe, die zur Entstehung und Verbreitung von VT beitragen, werden hauptsächlich in der „krankhaften“ Interpretation ihrer Anhänger verortet und nicht in historisch belegten „Verschwörungen“ (Geheimdienstoperationen) bzw. im suspekten Verhalten von Regierungen und anderen Machtapparaten, die durchaus (rational) ein tiefes Misstrauen rechtfertigen.

Anton spricht von einer “Pathologisierenden Beurteilung (sozial-psychologisch u. gesellschaftspolitisch). D.h. die Klassifizierung von VT als „abnormal“ reduziert die Zweifler und Kritiker der offiziellen Darstellung zu „Spinnern“, die dann auch noch als „gefährlich“ bezeichnet werden, weil sie angeblich einen „Nährboden für Extremismus“ liefern und „den Diskurs vergiften“.

Die angebotenen, „wissenschaftlichen“ Erklärungen zu Ursachen für die VT und deren Verbreitung werden immer in einem negativen Kontext dargestellt und meistens auf „Persönlichkeitsdefizite“ ihrer Anhänger reduziert, Z.B.:

verweltlichter Aberglauben“; Misstrauen, Angst, Ohnmacht, geringes Selbstwert-Gefühl; „Paranoia-Haltung“, „pathogene Störung der Eltern-Kind Beziehung“ (!); politische Entfremdung; „wahnhafte Verfolgung“ usw.

Den kritischen Denkern und Zweiflern (eigentlich Säulen der Demokratie) werden eine „kognitive Inferiorität ihres verschwörungstheoretischen Denkens unterstellt und „epistemische Naivität“, die dazu führen, dass primitive Erklärungsmodelle für komplexe Ereignisse konstruiert werden.

Klartext: ihr seid zu doof, um die Realität zu erkennen und zu bewältigen …und flüchtet euch in eine simple, schwarz-weiße Fantasiewelt, die von geheimen Organisationen beherrscht wird.

Nach Anton haben wir es hier also mit einer „Trias der Mangelhaftigkeit“ zu tun: VT seien demnach

UNWAHR – KRANKHAFT – GEFÄHRLICH

Hier findet also ein Kampf um die Definitionsmacht über „Wirklichkeit“ statt; Dass VT immer fiktiv (also Unsinn) sind, ist ja keine bewiesene Tatsache, sondern eine „diskursive Zuschreibung“, eine Behauptung, die nur durch Konditionierung des Publikums und der Journalisten aufrecht erhalten wird.

Die ketzerischen VT sind – politisch betrachtet – eine „Bedrohung“ für die offizielle Darstellung (hier am Beispiel 911), die als „orthodoxes Wissen“ akzeptiert wird. Mit anderen Worten, die Version der US-Regierung ist keinesfalls glaubwürdiger als die VT (ganz im Gegenteil), doch dieser „gesellschaftlich anerkannte Verschwörungsnarrativ der US-Regierungdarf / soll nicht angezweifelt werden.

Warum denn nicht? Die Antwort liegt auf der Hand (siehe dazu auch „Empörungsmanagement“ von Rainer Mausfeld)

„Verschwörungstheorie“ ist deshalb (so Anton) ein delegitimierendes, stigmatisierendes Synonym für alternative Deutungen und – was am wichtigsten ist – eine effektive Immunisierung gegen Kritik.

Die 911-Zweifler werden – wie Häretiker (Ketzer) von der katholischen Kirche – als Anhänger und Verbreiter einer „Irrlehre“ behandelt, weil sie die als „richtig“ zu geltende Darstellung ins Wanken bringen, die Autorität (Deutungshoheit) dahinter gefährden.

Hier werden Denkverbote exekutiert, weil die Leute nicht merken, wie sie manipuliert werden, wie ihr Verhalten gesteuert wird. Jeder, der diesen Begriff benutzt und nicht hinterfragt, macht sich zum Komplizen dieser hinterhältigen Zensur (vor allem die Journalisten).

censorshipDer Begriff VT wird als politische Waffe eingesetzt, aber von Wissenschaftlern übernommen, die seinen „abwertenden, sozialen Zuschreibungen“ damit „die Aura der Wissenschaftlichkeit“ verleihen, konstatiert Anton völlig richtig.

Man kann es auch plakativer ausdrücken: „Verschwörungstheorie“ hat die gleiche psychologische Wirkung wie der „Judenstern“ („Achtung, Jude!“) im Dritten Reich: Menschen werden durch Einordnung in eine bestimmte (durch Manipulation als negativ wahrgenommene, verachtete) Kategorie ausgegrenzt, zur „Gefahr“ stilisiert: diese Leute sind nicht vertrauenswürdig, mit denen will ein „anständiger“ Mensch nichts zu tun haben .. sie sind anders als wir, haben „extreme“ Ansichten … usw.

DUBITO ERGO COGITO; COGITO ERGO SUM

 (Ich zweifle, daher denke ich; ich denke, daher bin ich; René Descartes (1596-1650)

In seiner Magisterarbeit hat ein Student der Soziologie sich (2004) auch dem Thema VT gewidmet. Schon in der Einleitung wird festgestellt, dass trotz „Hochkonjunktur“ der VT kaum wissenschaftliche Forschung darüber vorhanden sei. Das habe verschiedene Gründe, wie etwa dass

  • der „fragwürdige Charakterder VT die Reputation der Wissenschaftler (die sich damit befassen) gefährden könnte (!)
  • das Thema „wegen seiner Unseriosität und Vulgarität“ und dem „niedrigen, intellektuellen Niveau der VT“ als „unter ihrer Würde“ betrachtet werde (!)

conspiracy Theory against dissidentsWenn ein Sozial-Wissenschaftler sich von solchen Stigma-Etiketten abschrecken lässt, frage ich mich, wer hier „kognitiv“ minderbemittelt ist …

One can hurl no greater insult at a colleague than by describing his position as the result of a conspiracy theory (!)

Nur der häufige Hinweis, dass auch der Holocaust im Dritten Reich als Folge solcher VT („jüdische Weltverschwörung) angesehen wird, lässt das Thema dann doch noch als „gesellschaftlich relevantes“ Phänomen erscheinen, das auch soziologisch aufgeklärt werden müsse.

Welche politische Funktion haben Verschwörungstheorien „von oben“?

  • Ablenkungs- und „Sündenbock“-Funktion: Entlastung für die Regierung oder Gruppe, deren Ideologie für die schädlichen Konsequenzen verantwortlich ist, Umlenkung von Frustration und Wut des Volkes auf konstruierte „Feinde“, die als Urheber der Probleme präsentiert werden: „Juden“ … „Kommunisten“ … „radikale Islamisten“ ….“Ausländer“ ….
  • Einsatz als Herrschaftsinstrument durch Autoritäten: Legitimation für repressive und kriminelle Maßnahmen, „Sondergesetze“, „Interventionen“ in andere Ländern, etc. die als notwendiger Schutz vor diesen bedrohlichen Verschwörungen dargestellt werden (von Hitler über den „Kalten Krieg“ bis 911 – NDAA, Syrien, etc.…)

Interessant ist, dass wenn VT als Propagandainstrument von Machthabern eingesetzt werden, dieses Verhalten von Wissenschaftlern anscheinend als rational (wenn auch unmoralisch) akzeptiert wird, aber die vermutete Verschwörung „von unten“ (aus dem Volk), immer als „verrückt“ und irrational dargestellt wird. So ist die Rede von „der übertriebenen Art der Behauptungen“, von „übertriebenem Misstrauen gegenüber politischen Institutionen“, von „politischer Paranoia“, usw.

conspiracy 1Man konstruiert sogar eine eigene „Verschwörungsmentalität“, um die Denkweisen der Zweifler und Kritiker (VT) abzuwerten und unterstellt eine „besondere Charakterstruktur“, die „autoritär“ sei und „das konspirative Denken begünstige“.

Der Autor schreibt, dass „die Existenz von realen Verschwörungen zwar nicht geleugnet werden könne“ (weil es historische Beweise dafür gibt), dass er jedoch „größte Zweifel“ bezüglich der VT habe (konkret bei 911) und das, obwohl er an einer anderen Stelle einräumt, dass die stigmatisierende Wirkung des Etiketts VT „zu einer automatischen Negierung des Wahrheitsgehaltes“ führe.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die Logik auf der Strecke bleibt:

Was zu beweisen wäre (die Unwahrheit der als VT deklarierten, alternativen Ansichten und Erklärungsmodelle, z.B. für „911“ ) wird von diesen Leuten (unbewusst?) als Prämisse für ihre negativen Denkmuster „axiomatisch“ vorausgesetzt und was sie den VT unterstellen – confirmation bias – also die Neigung zum Ausblenden von Informationen, die im Widerspruch zum eigenen Standpunkt stehen, zur Bewältigung von kognitiver Dissonanz – gilt natürlich auch für sie selbst (für uns alle). Dass darauf die „Fehlerhaftigkeit“ der Betrachtungsweise der VT aufgebaut wird, ist also wenig überzeugend.

Den VT werden u.a. folgende Fehlleistungen vorgeworfen:

Ihre Annahmen seien nicht „korrekturfähig“, sie würden sich gegen andere Sichtweisen abschotten, seien unfähig zur Selbstreflexion, es handle sich um einen „Glauben“ an VT, man brauche keine Beweise usw.

Dasselbe könnte man auch der anderen Seite vorwerfen …

4 impossible flight BS

Wo sind denn die Beweise für die Darstellung der amerikanischen Regierung zu 911?

Das Verbrechen wurde nie kriminalistisch (im rechtstaatlichen Sinn) untersucht, sondern als „kriegerischer Akt“ deklariert, damit das US-Militär darauf „reagieren“ konnte.

Binnen kürzester Zeit wurden die „Täter identifiziert“ (sie hinterließen netterweise Pässe, Reisetaschen, Testamente u.a. Hinweise) und da sie ja selbst dabei umkamen, gab es auch keinen Untersuchungs- bzw. Strafprozess. Stattdessen illegale Bombenangriffe auf Afghanistan und Irak und „Ermächtigungsgesetze“, die den Rechtsstaat außer Kraft setzen …

Als Erklärung für das Totalversagen der Geheimdienste und Ermittlungsbehörden zur Verhinderung von „911“ (CIA, FBI, DOJ, etc.) wird quasi „Shit happens“ angeführt.

Für das unglaubliche „Versagen“ der militärischen Luftüberwachung NORAD gibt es bis heute keine vernünftige Erklärung, außer der logischen Schlussfolgerung, dass es ein „Inside-Job“ war. Dass Bin Laden von Afghanistan aus dafür sorgen konnte, die Kampfjets der USAF zu „neutralisieren“, ist so absurd, dass alleine dieser Punkt den Verdacht einer „Verschwörung“ rechtfertigt.

BBC OBL guilt 911Als Beispiel für die „Ignoranz der VT gegenüber Gegenbeweisen“ wird in der Magisterarbeit u.a. das „Bekennervideo von Osama Bin Laden“ angeführt.

Was soll das denn sein?

Die Echtheit dieses Videos wurde nie von einer unabhängigen Stelle verifiziert. Die Bild- und Tonqualität ist miserabel, es gibt berechtigte Zweifel, ob überhaupt Bin Laden darauf zu sehen ist und die Übersetzung (vom Pentagon beauftragt) wurde nach Recherchen von Monitor so „hingebogen“, dass ein Bezug zu 911 konstruiert werden konnte.

Die MONITOR-Recherchen stellten die Beweiskraft der vom Pentagon verbreiteten und von den meisten westlichen Medien übernommenen Version in Frage: „Die amerikanischen Übersetzer, die die Bänder abgehört haben und transkribiert haben, haben offensichtlich an vielen Stellen Dinge hineingeschrieben, die sie hören wollten, die aber so – auch nach mehrmaligem Anhören – nicht zu hören sind„, sagte Professor Rotter dem Politikmagazin.“

Im Video unten wird Rotter (englisch) so zitiert:

Viele Stellen sind völlig unverständlich und jene, die man versteht (akustisch) wurden aus dem Zusammenhang gerissen, sodass man sie nicht als Beweismittel verwenden kann.

Die durchaus logische Hypothese, dass Teile des US-Militärs selbst in die Planung von 911 verwickelt waren (eben wegen „Versagen“ der Luftabwehr und dem grotesken „Angriff auf das Pentagon“) wurde ja bis heute nicht widerlegt. Daher ist alleine die Veröffentlichung eines „Bin Laden Videos“ durch eine Behörde, die selbst tatverdächtig ist, als äußerst fragwürdig anzusehen. Dass Bin Laden selbst ein CIA „asset“ war, der als Gallionsfigur für den „Jihad“ in Afghanistan (gegen die Sowjetunion) eingesetzt wurde, ist mittlerweile bekannt, wodurch das „Bekennervideo“ als Beweismittel endgültig disqualifiziert wird.

modterus

(Wie war das noch mit dem Confirmation bias?)

 

 

ICH  SEHE  WAS,  WAS  DU  NICHT  SIEHST

Die Verteilung der „Protokolle von Zion“ im Dritten Reich wird von Soziologen verständlicherweise als „konspiratorische Geschichtsfälschung“ der Nazis bezeichnet, doch das „Verschwinden-Lassen“ wirklicher, unangenehmer historischer Fakten (siehe z.B. Mausfeld – USA für den Tod von mehr als 20 Mio. Menschen weltweit nach 1945 verantwortlich, who cares? Oder auch „Nakba“ und die brutale, israelische bald 50-jährige Besatzung in Palästina) durch die Medien wird in der ganzen Magisterarbeit (und wohl auch in den Quellen) mit keinem Wort erwähnt.

screenshot14Dass solche fiesen Methoden der Manipulation (des öffentlichen Diskurses) wie sie Mausfeld skizziert, natürlich das Misstrauen und damit VT schüren, liegt auf der Hand. Daran ist nichts Irrationales, im Gegenteil.

Die offizielle Darstellung zu „911“ ist so lächerlich, so voller Widersprüche, lässt viele Fragen unbeantwortet und wirft neue auf (seit 14 Jahren!), dass jeder selbst-denkende Mensch sie anzweifeln muss.

Die Ursache für VT im „gestörten“ Erkenntnisvermögen, unzulänglichem „psycho-sozialen Krisenmanagement“ und in „Persönlichkeitsdefiziten“ der Zweifler zu suchen, ist keine seriöse wissenschaftliche Analyse, sondern eine Schande für eine „Wissensgesellschaft“.

Die als „paranoide Umdeutung der Realität“ diffamierten, völlig gerechtfertigten Zweifel an der offiziellen Version der Ereignisse von 911, sind das Resultat des kriminellen Verhaltens der US-Regierung, ihrer Geheimdienste und der historischen Präzedenzfälle die als false flag, PSYOPS, covert operations, usw. bekannt geworden sind und ja auch z.T. von Herrn Ganser angeführt werden. (vom Gulf of Tonkin bis zur Brutkastenlüge, der „Fata Maidana“, etc.)

2 POLITIK UND VERSCHWÖRUNG: Business as usual

In der soziologischen „Forschung“ zu Verschwörungstheorien findet man auch Anmerkungen zur „Weltanschauung der VT“ Darin wird z. B kritisiert, dass bei ihnen die „Dominanz des Kausalitätsgedankens“ festgestellt wurde. Was heißt das? „Sie beschreiben Ereignisse, als wären sie das Resultat von Absichten“ – really? Schon mal etwas von Machiavelli gehört? Oder von den o.a. besonderen Befugnissen der CIA, dem „Office of Special Plans“?

Auch der Cui Bono? Ansatz werde von 911-Zweiflern „überstrapaziert“ (wer von einem Verbrechen profitiert, muss deswegen nicht automatisch der Täter sein …). Stimmt, aber wenn man dann noch die Frage – Wer hatte Motiv, Gelegenheit und die organisatorischen Mittel dazu? Und die Macht zur Steuerung der Medien? (BBC „meldet Einsturz“ von WTC 7 bevor er stattfindet …die anderen Medien ignorieren ihn völlig) – verbindet, wird klar, dass Bin Laden und seine „40 Räuber“ dem politischen „Täterprofil“ nicht einmal nahekommen.

Die VT reduzieren angeblich komplexe Beziehungen zu „binären Gegensätzen“ (Dualismus): gut – böse, für – gegen; Eine „emotionale, dogmatische Darstellungsweise“ sei typisch und vorherrschend für VT …

Moment mal: Wer sagte „You are either with us or against us? … undLet us never tolerate outrageous conspiracy theories …!

Das war doch Bush jun., der Verfechter-in-chief der „gesellschaftlich anerkannten“ V-Theorie zu 911 …

Dann wird auch noch die von VT „unterstellte Existenz einer verborgenen Realität“ (Okkultismus) kritisiert, die also zwischen „Schein“ und „Sein“ unterscheidet und der Politik misstrauisch gegenübersteht.

Der Verfasser will anhand dieser und anderer diagnostizierter Makel die „Fehlerhaftigkeit der VT im Umgang mit der Beobachtung der Realität beweisen“, sollte aber bei sich selber anfangen, denn seine politische Naivität verhindert offenbar die Erkenntnis, dass in der politischen Realität (die durch massive Manipulation der Wahrnehmung und systematische Täuschung gekennzeichnet ist) „Verschwörungen“ zur Routine geworden sind.

Sie heißen bloß anders, wurden von ihren Urhebern „rationalisiert“ und in „moralisch desinfizierte“ Sprache gekleidet (strategic information / perception management / psyops / irregular warfare/ special ops / counter-terrorism, etc.

Wie schon erwähnt, das Wort „Verschwörung“ ist uralt und kann den „modernen“ politischen Verhältnissen kaum gerecht werden. Hier geht es prinzipiell darum, zu verhindern, dass die Bevölkerung über die wahren Absichten und Ziele der Machthaber informiert wird. Diese Erkenntnis ist nicht die irrationale Folge „konspirativen Denkens“, sondern der Fähigkeit zu „sapere aude“.

Bernays manipulate opinionsEdward Bernays schrieb schon 1928 von der „bewussten und intelligenten Manipulation der […] Massen“, die in unserer Gesellschaft notwendig sei, damit die Illusion der Demokratie aufrechterhalten werden kann.

Die „unsichtbare Regierung“ seien Organisationen, die im Verborgenen tätig sind, aber die wahre Macht im Staat ausüben, während die an der Nase herumgeführte „Herde“ glaubt, sie habe tatsächlich etwas zu entscheiden. (Bernays hat auch die Frauen zum (giftigen) Rauchen verleitet, in dem er Zigaretten als „torches of freedom“ bezeichnete …daher auch „free trade“, „free market“, usw.)

Sein Buch „Propaganda“ hat Kultstatus bei allen PR-Agenturen und Organisationen, die die gewünschten Meinungen bzw. Zustimmung zu bereits gefallenen Entscheidungen der Mächtigen im Volk „herstellen“ sollen (z.B. Akzeptanz von kriegerischen und verdeckten Interventionen, die völkerrechtswidrig und kriminell sind, wie in Jugoslawien, Kosovo, Irak, Libyen, Syrien, etc. aber auch von TTIP, EZB, EU, NATO, usw.)

Professor Mausfeld von der Uni Kiel hat ja in seinem Vortrag dargelegt, wie diese Mechanismen funktionieren:  Fakten als Meinungen deklariern / Fragmentierung der Information (Sinn-Zusammenhang geht verloren) / De-kontextualisierung bzw. Re-Kontextualisierung (was man ja auch bei den VT macht)

Hier ein Bild aus seinem Vortrag zum Thema „Täuschung“ (Deception):

APA 1science of deceptionAm 17./ 18.Julifand der The Science of Deception workshop der APA und RAND Corporation (Think Tank des Pentagons) in Arlington (Va.) mit großzügiger, finanzieller Unterstützung der CIA statt.

Eine Gelegenheit, Menschen zusammenzubringen, für die (einerseits) das Verstehen und die Anwendung von Täuschung im Rahmen der nationalen Sicherheit wichtig sind, und die (andererseits) die Phänomene und Mechanismen der Irreführung untersuchen.

Hier trafen sich etwa 40 Leute – Psychologen, Neurologen, etc. und Vertreter von CIA, FBI und DoD mit Interesse an geheimdienstlichen Operationen …

911: AND THE  TRUTH  WILL  SET  YOU  FREE ….

Wenn also manche Soziologen allen Ernstes behaupten, die „VT“ leiden an „einem übermäßigen Misstrauen gegen Verlautbarungen der US-Regierung (das sei das wesentliche, konspirative Element für 911) und staatlichen Behörden wie FBI und CIA, dann kann man nur den Kopf schütteln und sich fragen, wer hier an „kognitiver Inferiorität“ leidet.

MLK greatest purveyor of violenceWährend Mausfeld anprangert, dass die außenpolitischen „Interventionen“ der USA den Tod von mehr als 20 Millionen Menschen verschuldet haben, und MLK die USA zu Recht als „größten Exporteur der Gewalt in der heutigen Welt bezeichnete, (was noch immer gültig ist) formuliert der frischgebackene Magister der Soziologie das so (Hervorhebung von mir):

Die „historisch zu beobachtende US-Außenpolitik (bestehend aus) unrechtmäßigen Eingriffen in die Politik anderer Länder fungiert als „welcome structure“ für die konspiratorische Sichtweisen zu 911 …“

Klartext: die lange Liste der Verbrechen der USA rechtfertigen die Annahme einer „Verschwörung“ bzw. Täuschung bei 911 durchaus …

Die Geheimhaltung (von Informationen zu 911) der US-Regierung beschreibt er so:

Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von Sach-Hinweisen, die die herkömmliche Sichtweise untermauern würde“

Die Frage:

Welche logischen Gründe könnte die US-Regierung haben, solche „Beweise“ nicht zu veröffentlichen?

stellt er nicht, denn darauf gibt es nur eine Antwort: die Veröffentlichung der unterdrückten Informationen würde die offizielle Version nicht untermauern, sondern noch mehr in Frage stellen … z.B. Flugschreiber, Voice Recorder, Videos vom Pentagon, etc.

Die Tatsache, dass die offizielle Darstellung von 911 natürlich auch eine – unbewiesene -VT ist, die allerdings „von den Leitmedien, anderen Deutungsinstanzen und einer Mehrheit der Bevölkerung anerkannt wird“, wird generell tunlichst verschwiegen.

Der Grund, warum die VT (hier am Beispiel 911) als so „outlandish“ angesehen werden, liegt nicht an der übersteigerten, „paranoiden“ Fantasie ihrer Vertreter, sondern daran, dass die wirkliche Rolle der Supermacht USA (als aggressiver und destruktiver Machtfaktor – wie auch das „kleine“, arme Israel) auf dieser Welt dem „Tagesschau“-Konsumenten stets verborgen bleibt.

Darin besteht eben die permanente Täuschung der „Zuschauer“, die dann einfach nicht glauben können, dass dieses „Symbol für Freiheit und Demokratie“, dass uns „von den Nazis befreit hat“ (auch eine Täuschung) zu solcher Arglist, zu solch ungeheuerlichen Verbrechen fähig ist (siehe wieder einmal Harold Pinter, den Mausfeld ja auch zitiert).

Der Verfasser der Magisterarbeit über VT konzediert zwar, dass die „meist linken“ VT im Sinne einer Aufklärung aktiv seien und „Antworten auf offene Fragen suchten, die die US-Regierung bis heute schuldig blieb aber er ortet auch „Amerika-Feindlichkeit“ als Motiv z.B. bei „VT“ Mathias Bröckers, der die massive Unterstützung der NSDAP durch amerikanisches Kapital sarkastisch auf den Punkt bringt: „ohne US-Hilfe für Hitler … hätte Deutschland wahrscheinlich gar nicht befreit werden müssen. (Genau)

Das seien „revisionistische Äußerungen“ behauptet der Autor und merkt nicht, dass er als „Soziologe“ die perfide Wirkung dieser Stigma-Etiketten (auf ihn selbst) nicht durchschaut …

Er selbst kritisiert zwar an einer Stelle den Spiegel (911-Was wirklich geschah, 3.12.2001) sei „eher eine Erzählung als eine Dokumentationund der Leser muss sich auf die Richtigkeit der Spiegel-Annahmen verlassen“ wegen geheimnisvoller Vorenthaltung prozessualen Wissens“ (Quellen nicht angegeben); die Andeutung von Andreas von Bülow, auch Spiegel-Redakteure könnten für Geheimdienste tätig sein, weist er als „völlig absurd zurück und nennt das „Aussagen und Sachverhalte werden manipuliert“.

Bernstein CIA infiltration & control mediaVon Bülow (u.a.) hätten „das Feindbild der Geheimdienste entdeckt“, weil man daraus (als Buchautor) Profit schlagen könne, so die Diagnose. Dass dieser aufgrund seiner ehemaligen Funktion in einem Kontrollausschuss des Bundestages über Geheimdienste sehr viel mehr Wissen (und Lebenserfahrung) vorrätig hat, als der Student der Soziologie und Carl Bernstein schon in den 1970er Jahren über die Unterwanderung der Printmedien durch die CIA geschrieben hat (siehe auch Mockingbird), wird ebenso ignoriert, damit die behauptete „Irrationalität“ der VT aufrechterhalten werden kann.

Dass mehrere Millionen Menschen 2003 gegen den Irakkrieg demonstrierten, was aber die Kriegstreiber nicht interessierte, wird in der Magisterarbeit unter „Ermöglichungsrahmen“ für VT registriert. Daraus entstandene „Wut und Hassgefühle auf Amerika“ passten nach Einschätzung des Autors in das „virulente Deutungsmuster des Anti-Amerikanismus“. Schon wieder ein Stigma-Wort für Dissidenten. Noch dazu eines aus dem stalinistischen Vokabular, wie Noam Chomsky mehrfach feststellte:

In totalitarian societies, the usage is standard. In the former Soviet Union, for example, dissidents were condemned as “anti-Soviet” or “anti-Russian.” Where a democratic culture prevails, the usage would be regarded as comical. If people who criticize Irish government policies were condemned as “anti-Irish,” I suppose people would collapse in ridicule in the streets of Dublin. At least they should.”

GWOT is BOGUS MeacherDer Hinweis vieler „VT“ (911-Zweifler), die Belege zu Operation Northwoods (mittlerweile in den staatlichen US-Archiven einsehbar), zeigten doch, dass inszenierter Terror, den man anderen in die Schuhe schiebt, schon in den 1960er Jahren vom US-Militär geplant wurde (ohne Skrupel, auch gegen die eigene Bevölkerung), was die Plausibilität für ein ähnliches Szenario zu 911 erhöht, wird vom Autor damit zurückgewiesen, „dass dieser Plan von JFK vehement abgelehnt wurde“. Diesen Umstand würden die VT einfach übergehen.

Dass diese Ablehnung Kennedys (u.a.) zu seiner Ermordung (natürlich nicht durch Oswald) beigetragen haben könnte, wird aber vom „Soziologen“ ignoriert, denn das wäre ja auch eine „Verschwörungstheorie“ und damit will er nichts zu tun haben … Stattdessen hält er an seinem Tunnelblick fest: Northwoods fungiert „als Blaupause für die konspirative Sichtweise ..“

Der Autor kritisiert zwar die Rolle der Presse nach 911, so z.B.

Die Medien beteiligten sich nicht an der Aufarbeitung der Hintergründe“ – doch die Gründe dafür werden auf unglaublich naive Weise verharmlost – denn „sie vertrauten den polizeilichen Ermittlungsbehörden“ (!)

Die VT wurden zunächst weitgehend ignoriert bzw.als fragwürdig und lächerlich hingestellt, was den Eindruck einer Verschwörung nur begünstigen konnte. Als die 911 „Truther“ drei Jahre später immer noch da waren, änderte die Presse ihre Taktik und griff die VT jetzt an. Diese „konfrontierende Berichterstattung“ in den Medien sei aber legitim, weil die VT – nach seiner Diagnose – eine „Gefahr für die Gesellschaft“ seien. (!)

Insofern kamen die Medien, wenn auch spät, als ein der Aufklärung verpflichtetes Organ, ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nach, der Verbreitung irrationaler VT Einhalt zu gebieten.“

Das hätte Goebbels nicht besser formulieren können… der Geist des „Heiligen Officiums“  lebt in Soziologie-Studenten des dritten Jahrtausends weiter …. Da wird einem Angst und Bange …

Fazit: Wir brauchen mehr „Gansers“  und „Ken Jebsens“ auf dieser Welt ….. intelligent, sympathisch, integer, mutig … damit wir nicht  verzweifeln …

 

 

 

 

OUT OF CONTROL: Airbus Crash und Piloten-Rufmord

 

 

(Hinweis: Den dritten Teil der ATOM-Serie gibt es später)

germanwings-candle14 Jahre nach „911“ müssten wir eigentlich dafür gewappnet sein, wenn uns wieder Märchen rund um „Selbstmord-attentäter“ aufgetischt werden, um seltsame Vorgänge in einem Flugzeug zu erklären, die zum Tod von vielen Menschen geführt haben.

Wenn man die Bücher ehemaliger CIA-Agenten gelesen hat, erkennt man gewisse Muster, die in den Medien auftauchen und auf eine „Cover-Story“ hinweisen. Ich weiß nicht, was in diesem Flugzeug wirklich passiert ist, aber ich halte die „Selbstmord“-Geschichte für absurd und möchte zur Einstimmung Arthur Schopenhauer zitieren:

„Ja, es gibt keine noch so absurde Meinung, die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten, sobald man es dahin gebracht hat, sie zu überreden, dass solche allgemein angenommen sei. […] denn hatte die Meinung erst eine gute Anzahl Stimmen für sich erreicht, so schrieben die Nachfolgenden dies dem zu, dass sie solche nur durch die Triftigkeit ihrer Gründe hätte erlangen können. Die noch Übrigen waren jetzt genötigt gelten zu lassen, was allgemein galt, um nicht für unruhige und renitente Köpfe zu gelten, die sich gegen allgemeingültige Meinungen auflehnten und naseweise Burschen, die klüger sein wollten als alle Welt.

Jetzt wurde die Zustimmung zur Pflicht. Nunmehr müssen die wenigen, welche zu urteilen fähig sind, schweigen, und die da reden dürfen, sind solche, welche völlig unfähig, eine eigene Meinungen und eignes Urteil zu haben, das bloße Echo fremder Meinungen sind. … Kurzum, Denken können sehr wenige, aber Meinungen wollen alle haben: was bleibt da anderes übrig, als dass sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Anderen übernehmen?

(Gewidmet allen „Verschwörungstheoretikern“, die nach 911 zu „renitenten Köpfen“ wurden, die sich das Denken nicht verbieten lassen)

WAS SOLLEN WIR GLAUBEN?

Andread LThese: Der „Suicide-Pilot“ war seit Jahren psychisch krank und hatte Selbstmordgedanken.

Reality Check: Keiner der ursprünglich interviewten Freunde, Kollegen, Nachbarn, etc. kann das bestätigen. Er litt angeblich an „Depressionen“, aber weder sein Dienstgeber (German Wings / Lufthansa) noch seine Kollegen haben irgendetwas davon bemerkt.

Gewünschte Schlussfolgerung aus der (unbewiesenen) These: wegen der „Depressionen“ wollte sich der Pilot umbringen und hat dazu ein Flugzeug mit 150 Menschen an Bord absichtlich in den französischen Alpen zerschellen lassen.

Reality Check: Selbst der ermittelnde Staatsanwalt in Frankreich sagte, man habe nach Abhören des CVR (mehr dazu siehe unten) kein Motiv für die (unterstellte) Tat finden können. Auch bei der Hausdurchsuchung wurde kein Hinweis für ein Motiv gefunden. (Deshalb muss eines konstruiert werden ….)

Neuste PR-Version des konstruierten Motivs: wegen seiner „psychosomatischen Beschwerden“ wäre er bald flugunfähig gewesen, und hätte seine Pilotenkarriere begraben müssen; da hat er sich lieber gleich „selbst begraben“ (und 142 fremde Menschen mit ihm).

Ist die „Depression“ der erste Schritt auf dem Weg zum Massenmörder?

Da ist natürlich völliger Blödsinn …aber der „islamistische Hintergrund“ kann ja in diesem Fall nicht als Erklärungsmuster zum Einsatz kommen.

WARUM SOLLEN WIR DAS GLAUBEN?

Nach einem Flugzeugabsturz ist die erste Frage immer – wie konnte das passieren? Zur Aufklärung der Umstände, die zur Katastrophe geführt haben, müssen monatelange Untersuchungen durchgeführt werden: die Auswertung von CVR (Cockpit Voice Recorder oder Stimmenrecorder) und FDR (Flight Data Recorder oder Flugschreiber)) sind dazu unumgänglich und natürlich auch die forensischen Befunde über den Zustand und die Lage der Wrackteile, die Radardaten, Augenzeugenberichte, Wartungsdaten, usw.

Wenn aber schon nach zwei Tagen eine „Antwort“ darauf präsentiert wird, wer der Schuldige ist, müssen alle Alarmglocken läuten – soll heißen, hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Dieses Muster – sehr schnelle Präsentation der (angeblich) verantwortlichen Täter in den Medien – kennen wir ja seit 911 bestens und auch kürzlich bei „Charlie Hebdo“ in Paris fiel diese schnelle „Lösung“ (Identifikation der toten „Täter“) auf.

Wenn sich die ganze Medienmeute auf eine Person (ein Motiv) konzentriert (angefeuert von einem Staatsanwalt in Frankreich und „Enthüllungen“ der NYT), kann man in Zeiten wie diesen davon ausgehen, dass damit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gesteuert werden soll.

Jede andere Erklärung soll erst gar nicht in Erwägung gezogen werden und das Bequeme dabei ist: Tote können nichts mehr erzählen

WODURCH SOLLEN WIR DAS GLAUBEN?

N.B. NIEMAND (DER NOCH LEBT) HAT GESEHEN, WAS IN DER FLUGKABINE WIRKLICH PASSIERTE.

cvr 2Es gibt bisher nur eine nicht-menschliche „Quelle“ für die behauptete Schuld des Co-Piloten: den CVR. Doch was dort wirklich zu hören ist, wissen wir nicht, weil es nicht veröffentlicht wurde. Was in den Medien verbreitet wurde, geht zurück auf die Aussagen des Leiters der französischen Ermittlungsbehörde BEA zum Absturz des A 320 bzw. den Staatsanwalt in Marseille.

Annahmen bzw. Interpretationen der Staatsanwaltschaft:

  • Der Captain hat nach Erreichen der Reiseflughöhe die Flugkabine verlassen. Warum, wissen wir nicht.
  • Er kann aber nicht mehr zurück in den Cockpit, weil ihm der Co-Pilot den Zutritt verweigert.
  • Die Cockpit-Tür kann von innen so verriegelt werden, dass niemand mehr hineinkommt.
  • Der Co-Pilot hat vor, die Maschine zum Absturz zu bringen und nutzt die Abwesenheit des Kapitäns aus, um seinen Plan auszuführen.
  • Er ist für den Rest des Fluges alleine im Cockpit.

Worauf stützen sich diese Annahmen?

  • Man hört Geräusche, die als „Zurückschieben des Sitzes“ und „Schließen der Tür“ interpretiert werden
  • Der Kapitän übergibt das Kommando an den Co-Piloten.
  • Man hört, wie der Captain über das Interphon den Co-Piloten anruft, um wieder reinzukommen
  • Man hört später ein Hämmern gegen die Cockpit-Tür, als ob sie jemand mit Gewalt aufbrechen wollte.
  • Der Co-Pilot spricht kein einziges Wort mehr, nachdem der Pilot rausgegangen war.
  • Man hört „ruhige Atemgeräusche“ bis zum Aufprall (der Co-Pilot war also am Leben).

N.B. Es wurde kein Zeitfenster für diese „Geräusche“ bekanntgegeben. Wir wissen nicht, ob das wirklich alles ist, was aufgezeichnet wurde. Wir wissen nicht, ob der CVR manipuliert wurde. (Nach MH 370, MH 17 etc. muss alles hinterfragt werden)

Wie Peter Haisenko im Interview mit Ken FM betont, sind die (uns präsentierten) Geräusche wenig schlüssig (der „Täter“ sagt kein einziges Wort) und auch die Interpretation durch den Staatsanwalt (woher weiß man, welchen Knopf der Co-Pilot betätigt hat, wenn man nichts sieht?) ist 95% Spekulation, solange der FDR nicht gefunden wurde. Erst dann lassen sich die technischen Vorgänge während des Fluges beweiskräftig überprüfen und die Flug-Historie kann simuliert werden.

1 THE FRENCH CONNECTION

Um die Informationen direkt von der Quelle zu erhalten, habe ich mein altes Schul-Französisch aufpoliert und die Aussagen im O-Ton überprüft. Der ermittelnde Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin hat folgendes gesagt:

 

„Bis heute wurde der zweite Flugschreiber (FDR) nicht gefunden, nur eine „Blackbox“.

[Sehr seltsam, denn beide befinden sich im gleichen Teil des Flugzeugs]

Während der ersten 20 Minuten haben sich die Piloten ganz normal in einer Art und Weise unterhalten, die man als heiter und höflich bezeichnen könnte. Wie zwei normale Piloten während eines Fluges, nichts war abnormal.

Dann hört man den Captain das Briefing für den Landeanflug in Düsseldorf vorbereiten [20 min nach dem Start?], wobei die Antworten des Co-Piloten trocken (lakonisch) erscheinen. Danach hört man, wie er den Co-Piloten ersucht, das Kommando zu übernehmen. Man hört das Geräusch eines Stuhles, der nach hinten geschoben wird und das Geräusch einer Tür, die sich schließt. (Wenn man das Cockpit verlässt, blockiert die Tür automatisch.)

Man kann wohl annehmen, dass er weggeht um ein menschliches Bedürfnis zu erfüllen. In diesem Moment ist der Co-Pilot ganz allein am Ruder und betätigt den Schalter des Flight Monitoring Systems, mit dem man den Sinkflug einleitet [woher weiß er das?]. Ich wiederhole, das passierte, als er ganz alleine im Cockpit war.

Diese Handlung, die Flughöhe so zu verändern kann nur absichtlich gewesen sein. (Er wiederholt den Satz).

Man hört dann mehrere Appelle, die Tür zum Cockpit zu öffnen (über das Interphone) aber es kommt keine Antwort. Man hört Schläge gegen die Tür, aber keine Reaktion aus dem Cockpit. Man hört in dem Moment Atemgeräusche im Cockpit, die bis zum Aufschlag hörbar sind. Das bedeutet, er war am Leben. [könnte aber bewusstlos gewesen sein]

Man hört dann die Funksprüche des Control-Towers in Marseille. Doch es gibt keine Reaktion des Co-Piloten. Die Fluglotsen fragen, warum das Mayday-Signal nicht in den Transponder eingegeben wird (7700), doch es gibt keine Antwort. Das heißt, dieses Flugzeug wurde nun mit Priorität von der Flugkontrolle behandelt, die auch andere Flugzeugführer bat, zu versuchen, mit Flug 4U9525 Kontakt aufzunehmen. Aber auch das blieb erfolglos.

[Frage – müssten dann nicht Abfangjäger aufsteigen, da ja ein Hijacking möglich ist? Anschlag auf Kernkraftwerke in Frankreich, etc.? Dafür gibt es doch Protokolle der Luftabwehr …Warum erfährt man darüber nichts?]

Dann hört man Alarmtöne, weil das Flugzeug sich zu nahe am Boden befindet. In diesem Moment hört man mehrere, schwere Schläge, als ob man die gepanzerte Tür aufbrechen wollte.

Bei der Flugkontrolle sind keine Notfall-Meldungen vom Typ MAYDAY eingegangen und auch keine Antworten auf ihre Anfragen.

Die Interpretation, die für uns am wahrscheinlichsten erscheint, ist, dass der Co-Pilot absichtlich die Cockpit-Tür nicht geöffnet hat (also dem Captain den Zutritt verweigerte) und den Schalthebel bediente, mit dem der Sinkflug eingeleitet wird. Ich erinnere daran, dass in den letzten acht Minuten, die Flughöhe von 10-12.000 m auf 2.000 m reduziert wurde, das muss absichtlich passiert sein.

Der Grund, warum plötzlich der Sinkflug eingeleitet wurde ist uns völlig unbekannt, doch man kann es als Willensäußerung zur Zerstörung des Flugzeuges ansehen

Antworten auf Fragen der Journalisten:

  • Wir haben versucht, die Situation des Co-Piloten zu verstehen. Dieser hat jedoch kein einziges Wort gesprochen, nachdem der Captain die Pilotenkabine verlassen hatte.
  • Ich erwähnte nicht das Wort „Suizid“ (Selbstmord), denn ich weiß darüber nichts. Ich kann nichts sagen, außer dass er es zugelassen hat, dass das Flugzeug in den Sinkflug ging. Er hatte keinen Grund, den Fluglotsen vom Tower (in Marseille) Antworten zu verweigern.
  • Den Opfern wurde erst im letzten Moment klar was passierte. Die Schreie hört man erst im letzten Augenblick, unmittelbar vor dem Aufprall. Das Flugzeug wurde durch den Autopilot gesteuert … der Sinkflug begann in der Nähe von Toulon.
  • Es gibt keinerlei Hinweis auf einen terroristischen Anschlag.

DIE  SPEKULATIONSLAWINE  BEGINNT ZU ROLLEN

A 320 flightdeckJean-Claude Troadec, ehemaliger Chef der BEA bis 2014 (und eine französische Pilotin) wurden zu den Spekulationen über den „Selbstmord-Attentäter“ in einem TV-Interview befragt, die ja zuerst durch einen Artikel der New York Times angeheizt wurden.

Er sagte dazu: „Die BEA bezweifelt, ob diese Interpretation in diesem NYT-Artikel richtig ist. Wir kennen zum derzeitigen Zeitpunkt nicht die Gründe für das Verhalten des Flugzeuges und den Sinkflug.

Pilotin: Wir bewegen uns immer noch im Bereich der Spekulation … wir wissen nicht, in welchem Moment das wirklich passiert ist (Zeitangaben beim CVR wurden nicht veröffentlicht).

Frage: Hatte der [ausgesperrte] Pilot die Möglichkeit mit der Bodenstation Kontakt aufzunehmen, um zu erklären, was passierte?                                                                                     

Troadec: Es gibt keine Kommunikationsmöglichkeit mit dem Boden in der Passagierkabine. Einerseits, weil es kein Funkgerät gibt (nur im Cockpit) und andererseits, weil die Mobiltelefone in dieser Höhe nicht funktionieren.

FAZIT: Erst wenn die anderen Flugdaten ausgewertet sind, können seriöse Schlüsse gezogen werden. Die vorschnelle, spekulative Interpretation der Geräusche im Cockpit dient der Stimmungsmache und manipulativen Meinungsbildung und bewirkt eine Vorverurteilung des Co-Piloten, die völlig inakzeptabel ist.

(Es gibt noch eine ganz andere Erklärung dafür, warum der Co-Pilot nichts gesagt hat (nichts sagen konnte?) und warum der Airbus A 320 in steilem Sinkflug abstürzte – mehr darüber in Teil 2)

Meine Frage:

Da das Flugzeug erst 30 Minuten unterwegs war (von ca. 110 Minuten Flugzeit), müsste ja erst ein Drittel des Treibstoffs verbraucht worden sein. Hätte es dann nicht beim Absturz eine gewaltige Explosion geben müssen?

2 DIE MEDIEN-KAMPAGNE

They report actually nothing but only rumours and speculation.

Auch die französische Pilotenvereinigung (SNPL) ist empört über das Verhalten der BEA und will wegen Verletzung der Vertraulichkeitsregeln Klage einbringen: Dazu Eric Derivry:

„Um 17 Uhr, am Mittwoch, hatte die BEA in einer Pressekonferenz noch verkündet, man könne noch nichts über den Unfallhergang sagen und nur wenige Stunden später, bringt die NYT – auf der anderen Seite des Atlantiks – sehr detaillierte Informationen, die am nächsten Tag vom Generalstaatsanwalt der Republik bestätigt wurden“

Die New York Times war also die erste Zeitung, in der die Story verbreitet wurde, dass der Co-Pilot den Captain nicht mehr ins Cockpit gelassen hat. Die anonyme Quelle wurde darin so zitiert:

“The guy outside is knocking lightly on the door, and there is no answer. And then he hits the door stronger, and no answer. There is never an answer.”

Doch wie wir später noch genauer sehen werden, ist diese Beschreibung realitätsfremd, denn erstens klopft niemand an eine gepanzerte Tür (schon gar nicht der Pilot) und zweitens gibt es einen genauen Ablauf dafür, wie man in diesem Sicherheitssystem wieder Einlass bekommt.

Cockpit door el controlDie von BILD (der „Blöd-Zeitung“ wie es im alten Hamburger Tatort immer so schön hieß) verbreitete, sehr aufwühlende Story vom Flugkapitän, der später versucht habe, mit der Feuer-Axt die Cockpit-Tür zu zertrümmern, ist relativ „fakten-frei“, wenn man genau hinsieht:

  1. Es gibt keine Axt mehr in der Passagier-Kabine (wegen „Terrorgefahr“) nur im Cockpit
  2. Nach 911 wurde wegen der Terror-Hysterie aus der Cockpit-Tür ein gepanzertes, kugelsicheres Monstrum aus Stahl; ein Zutritts-Hindernis, das man garantiert nicht mit einem Beil überwinden kann …was ein Flugkapitän natürlich auch weiß …
  3. Was hätte es für einen Sinn, so kurz vor dem Aufprall, noch zu versuchen, die Tür aufzubrechen? Man hätte den Absturz nicht mehr verhindern können.

FAZIT: Es handelt sich hier ganz offensichtlich um „story placement“, also ganz bewusst – in manipulativer Absicht – an die Medien lancierte Geschichten, die verhindern sollen, dass die Leute über andere Erklärungen nachdenken (stattdessen einen emotionalen Short-Cut nehmen, der zum „Selbstmord-Killer-Pilot“ führt.

“There was to be only one story, one man (mentally deranged) wanted to die and destroy innocent lives … a simple, unquestionable narrative…”

2.1 DEPRESSION:  DIE  POST-MORTEM  DIAGNOSE ALS KONSTRUIERTES  MOTIV

dummy pilotNach einem Flugzeugunglück mit so vielen Toten muss die Schuldfrage geklärt werden. In diesem Fall wurde in Windeseile der Eindruck vermittelt, dass der Co-Pilot den Airbus absichtlich abstürzen ließ.

Prämisse 1: Co-Pilot ist schuld (stützt sich auf voreilige Interpretation der Stimmenrecorder-Auswertung wie oben ausgeführt).

Die Frage nach dem Motiv ist besonders wichtig, denn damit wird eine Erklärung für eine unfassbare Tat geliefert.

Prämisse II (und gleichzeitig Schlussfolgerung aus Prämisse I: Co-Pilot war psychisch schwer krank und daher unfähig, seinen Beruf auszuüben.

WELCHE ÜBERPRÜFBAREN, STICHFESTEN BEWEISE GIBT ES FÜR DIESE ANNAHMEN?

Keine – außer Presseberichten, die sich auf anonyme Quellen berufen, die wiederum nur „Hören-Sagen“ widergeben. Außerdem ist erkennbar, dass die Journalisten regelrecht mit Informationen „gefüttert“ werden, die die Story vom „gestörten“, selbstmörderischen Co-Piloten als glaubwürdig erscheinen lassen.

post mortem diagnosisIn vorderster Reihe finden wir natürlich die Springer-Presse, aber auch die „seriösen“ Zeitungen wie die FAZ (siehe dazu Ulfkotte), Süddeutsche, Spiegel u.a. Ich nehme als Beispiel Die Welt, die ihr (von anonymen Ermittlern) zugespielte „Informationen“ präsentiert, mit dem die Krankheiten des 27-jährigen Co-Piloten posthum diagnostiziert werden: Er litt an einem

starken subjektiven Überlastungssyndrom“ und war schwer depressiv: Das geht aus persönlichen Aufzeichnungen hervor, die der Pilot abgelegt und gesammelt hat.“

Dann zeigt uns die Aufzeichnungen, nennt den Namen des Arztes oder hört auf, in einem laufenden Verfahren Spekulationen über die Schuld anzuheizen.

Martin Lutz, der „investigative Reporter“ spricht dann auch von „psychosomatischen Erkrankungen“ (die man Andreas L. auch noch unterschiebt), dann wird noch suggeriert, er habe wohl zu viel „Stress“ gehabt, weil er „über einen längeren Zeitraum“ offenbar zu viele „negative Gefühle“ hatte.

Der „Echo-/Verstärker-Effekt“ der hier produziert wird, ist nicht zu übersehen: ein Fließbandjournalist beruft sich auf den anderen Fließbandjournalist … denn sie werden ja alle aus den gleichen Quellen gefüttert (zwei dominante Presseagenturen).

Es reicht nicht, den Verstorbenen als „depressiv“ (und implizit als unberechenbar) hinzustellen, jetzt hatte er auch noch Probleme mit den Augen (lt. NYT und BILD, zwei beliebten Presseorganen von „Nachrichtendiensten“ wie CIA oder BND). Aber jetzt kommt es noch besser: ein Ermittler vermutet, auch diese Sehprobleme könnten psychosomatische Ursachen haben.

WAS SOLLEN WIR DENKEN?

Der Mann muss ja ein „psychosomatisches“ Wrack gewesen sein, eine Art „tickende Zeitbombe“, die am 24. März explodiert ist. Und so ein „Zombie“ durfte bei der Lufthansa / German Wings fliegen, ein Skandal.

Interessant ist auch, dass man lt. diesem Artikel die sterblichen Überreste des Co-Piloten nicht gefunden hat. Wie praktisch, denn ansonsten hätte vielleicht eine Obduktion zeigen können, ob er Anti-Depressiva genommen hatte oder nicht.

FDR CVREbenso fällt auf, dass der Flugschreiber (FDR) nicht gefunden wurde (obwohl er sich am gleichen Ort befindet, wie der CVR). Es gab aber schon Berichte, wonach der FDR gefunden wurde, aber die Speicherchips fehlten …

Why on Earth was he allowed to fly? / Madman in cockpit / Killer pilot suffered from depression

(Beschämende Schlagzeilen der britischen Yellow-Press über Andreas L.)

Daily Mail mad pilot insinuationDas permanente Presse-Innuendo beschränkt sich jetzt nicht mehr auf schwammige medizinische Diagnosen sondern wird nun auch auf Aussagen aus dem Bekanntenkreis ausgeweitet, wo psychologische Mechanismen wie selektive Wahrnehmung (confirmation bias) und Priming zum Tragen kommen. Wenn man den Leuten eingehämmert hat, dass der Mann „psychisch krank“ und gefährlich war, wird sein Verhalten (jetzt) nur mehr aus dieser verzerrten Perspektive bewertet bzw. gedeutet (framing).

„Er war fasziniert von den Alpen, ja sogar besessen – Heisst was? Dass er dort sterben wollte?

So verrät BILD seinen (bescheuerten) Lesern, dass laut Aussagen einer Ex-Freundin (die natürlich auch anonym bleibt) von Andreas L. er „die Tat bereits 2014 angedeutet“ haben soll. Was er wirklich gesagt hat, werden wir nie erfahren, doch selbst Worte wie, „etwas tun, dass man ihn in Erinnerung behalten werde“ ist jetzt plötzlich ein Beweis für einen 150-fachen Mord?

Die FAZberichtet“ (suggeriert), Andreas L. litt an Burnout und Depressionen. Woher sie das weiß? Von der Mutter einer Schulfreundin des „Täters“.

Wir haben hier also ein doppeltes „Hören-Sagen“: die Tochter erzählt ihrer Mutter, was Andreas angeblich zu ihr sagte. Monate später gibt die Mutter wieder, was die Tochter ihr damals gesagt hatte. Was soll das gewesen sein?

Er habe während seines Pilotentrainings eine Auszeit genommen so die FAZ.

Das bestätigte ja auch ein Sprecher der Lufthansa. Doch warum er die Ausbildung unterbrochen hatte, wissen wir nicht. Dass es „offenbar“ wegen „Burnout, Depression“ gewesen sei, ist eine Mutmaßung der Mutter und es ist nicht klar, ob diese Einschätzung vor oder nach dem Absturz erfolgte. (diagnostisches Framing ist sehr effektiv)

Er habe ganz normal gewirkt“ als ihn die Tochter das letzte Mal gesehen hatte, sagte die Mutter und das könne nicht geplant gewesen sein.

Andreas-Lubitz running compErstens ist „Burnout“ keine echte medizinische Diagnose und zweitens wäre das kein Grund, ein Flugzeug mit 150 Menschen in den Abgrund zu steuern. Schon gar nicht, wenn er 2009 stattfand. Menschen, die an Depressionen leiden, sind vielleicht eine Gefahr für sich selbst, aber nicht für andere. Depressive Menschen ziehen sich zurück, sie werden antriebslos und gehen nicht joggen, wo ja bekanntlich Endorphine bzw. Dopamin ausgeschüttet werden.

Aus einem amerikanischen Internet-Forum für Piloten und Flug-Enthusiasten:

German pilots are not only well trained, but are very decent persons (by selection) who love their job and their life. It’s like a buddy, a person you would trust immediately when you see him/her and talk to him/her. Standards in Germany a rather high. Especially in case of Lufthansa and its partners. They have certain criteria. It’s not just „we need pilots so we just chose everyone who has a valid licence“ (some small airlines in certain other countries of the globe do so…).

Ein junger Mann, der schon als Junge davon träumte, einmal Linienpilot zu werden und ein begeisterter „Flieger“ war, treibt keinen Airbus in die französischen Alpen. Das ist völlig unglaubwürdig und wird auch durch die ersten, veröffentlichten Aussagen untermauert:

Johannes Rossbach (23), Nachbar, sah Andreas öfter beim Joggen.

„Er sah gesund aus, ging regelmäßig joggen. Er war höflich, grüßte immer. Ich kann nicht glauben, dass jemand wie er sich und 149 Leute umbringt. Das muss unbedingt untersucht und bewiesen werden, bevor wir das glauben können.“

Peter Rücker: (Freund und Kollege im Fliegerclub)

Er hatte viele Freunde, war kein Einzelgänger … war ein ganz normaler, junger Mann. Ich bin sprachlos, das ist unerklärlich. Ich kenne Andreas, das ist unvorstellbar für mich. Er war sehr glücklich darüber, dass er für Germanwings fliegen konnte. Und es ging ihm gut. Er war sehr begeistert von seiner Arbeit und ich kann mich nicht daran erinnern, dass etwas nicht in Ordnung war.

Er war zufrieden und glücklich. Er hatte seinen Traum wahrgemacht: vom Amateurpilot zum Profi. Er hatte keine Probleme. Ich glaube nicht, dass er zu so etwas fähig wäre.“

Klaus Radke (Chef des Fliegerclubs): Er war ein ganz normaler Typ. Ich kannte ihn als sehr netten, lustigen und höflichen jungen Mann. Ich verstehe nicht, wie jemand solche Schlussfolgerungen ziehen kann, bevor die Untersuchung abgeschlossen ist (bezogen auf die Interpretation des Staatsanwaltes)

Spohr (Lufthansa):Er war flugtauglich ohne jegliche Einschränkungen“.

Die Schlagzeile

Germanwings pilots refuse to fly as it’s revealed doomed jet was grounded over faults just 24 hours before fatal Alps crash

Ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie die Skandal-Presse arbeitet.

So wird darin suggeriert, dass etliche Piloten von Germanwings sich weigerten zu fliegen, weil sie nach dem Absturz in Südfrankreich kein Vertrauen mehr in die Sicherheit der Maschinen hatte. Doch einige Absätze weiter unten wird die wahre Ursache für die „not fit to fly“ Meldung genannt:

Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit erklärte:

Es hat nichts mit Sicherheit zu tun. Das ist eine so große emotionale Belastung für Kollegen, die die Verstorbenen kannten, dass es besser ist, wenn sie nicht im Cockpit sitzen.

Noch weiter unten im Artikel ist die Meldung vergraben, dass es sich umden ersten tödlichen Unfall in der Geschichte von Germanwings handeltund dass ein britischer Sicherheitsexperte, der selbst die A 320 geführt hat, dieses Flugzeug als „unglaublich zuverlässig“ bezeichnet.

Bemerkenswert ist aber ein Satz: Segolène Royal (ehemaliger Kandidatin für die Präsidentenwahl) sprach von einer „entscheidenden Minute“ als die Piloten sich nett unterhielten und dann plötzlich der Funk-Kontakt abgebrochen ist …(also genau dann, als angeblich der Captain die Kabine verließ und damit das Unglück seinen Lauf nahm …

Fortsetzung folgt:

  • Wie funktioniert die Cockpit-Tür wirklich?
  • Ungereimtheiten zum zeitlichen Ablauf des Fluges (wann vom Radar verschwunden, wann begann Sinkflug, etc.)
  • Was ist FBW, ECAM und flight-envelope-protection?
  • Wer kontrolliert den Airbus, der Pilot oder die Computer?


Piloten-Stimmen aus dem Internet …

German-operated A320s do not crash in the cruise

There was nothing left of the plane … The pilot also confirmed that debris was found upstream from the crash site – which he said confirmed the fact that the piece of fuselage had „been detached from the aircraft before impact“. … the aircraft’s computers had been upgraded to the latest software standard … they either didn’t have (full) control of the airplane or they were unconscious

Just two days left, no analyzed DFDR data, but they already assume pilot-suicide only based on CVR recording. Something is wrong here in my humble point of view. Especially considering the times we are living in…

 

JE SUIS IMBÉCILE: Charlie dirigiert die Massen …

(Der „Gladio“ Artikel wird auf den nächsten Beitrag verschoben)

Rob Tornoe cartoon CH

Too Good To Be True:

10 Gründe, warum die Medien-Story nicht plausibel ist …

Die offizielle Story über die Vorgänge in Paris rund um „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt in Porte de Vincennes , die zum Tod von 17 Menschen geführt haben (sollen), gerät immer mehr ins Wanken. Während die Schafsherde der Medien und Zuschauer ihre Denkfähigkeit von einer inszenierten Welle der Solidarität und des Mitgefühls wegspülen lässt, versucht eine kleine Minderheit kritischer Mitmenschen der Wahrheit auf die Spur zu kommen. In Zeiten des „universellen Betruges“ (Orwell) keine leichte Aufgabe …

1  TOTALVERSAGEN DER „TERROR-PRÄVENTION“

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, ist das gleiche Muster erkennbar wie bei „911“:

Trotz gigantischer Ausgaben für „nationale Sicherheit“, einem umfassenden Überwachungssystem und enger Zusammenarbeit der Geheimdienste konnte dieser Anschlag nicht verhindert werden. Und das, obwohl einer der Brüder bei den „Anti-Terror“-Fahndern seit Jahren bestens bekannt und inhaftiert war. Die vermeintliche „Inkompetenz“ dient aber in Wahrheit nur die Verschleierung der Tatsache, dass diese Anschläge stattfinden sollten, um ein bestimmtes politisches Ziel zu erreichen, wobei die der Welt vorgeführten „Täter“ natürlich nicht die Drahtzieher des Verbrechens sind.

2  UNGLAUBWÜRDIGE  IDENTIFIZIERUNG  DER TÄTER

France Newspaper AttackNach der abscheulichen Tat gelingt es denselben fahrlässigen Behörden aber in Windeseile, nicht nur die Täter zu identifizieren, sondern sie auch gleich noch zur Strecke zu bringen. Dies ist natürlich notwendig, damit die Beschuldigten nicht mehr zu Wort kommen und das Komplott bzw. die „PSYOP“ entlarven können.

Nachdem sich die Täter völlig vermummt haben, um unerkannt zu bleiben, waren sie aber dumm genug, auf der Flucht einen Ausweis (und Fingerabdrücke) zurückzulassen, der den Fahndern die Arbeit gewaltig erleichterte. Ein ähnliches Märchen wurde ja schon bei „911“ getestet (Pass übersteht Höllenfeuer und Pulverisierung des WTC) und von den Massen und ihren Medien akzeptiert.

3 UNGLAUBWÜRDIGE  SCHILDERUNG DES  TATHERGANGS

Eine Angestellte von Charlie-Hebdo, Corrine Rey, (die ins Büro zurückkehrte, nachdem sie ihr Kind abgeholt hatte) soll dazu gezwungen worden sein, den Sicherheitscode am Eingang einzutippen. Sie soll auch Zeugin der Schießerei geworden sein, während sie sich unter einem Schreibtisch versteckte.

Doch wo waren die Polizisten, die seit 2011 vor dem Bürogebäude von Charlie Hebdo stationiert waren? Wenn sie nicht dort waren oder verletzt / tot am Boden lagen, warum hätte sich Madame Rey dann dem Gebäude genähert? Jeder normale Mensch hätte angesichts der bedrohlichen Situation sofort das Weite gesucht, um sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu holen. Anders gefragt: War es nicht ein unglaublicher Zufall, dass die Pseudo-Islamisten genau in dem Moment auftauchten, als „Cora“ quasi schon vor der Tür stand?

Nach Angaben von Le Monde sagte ein Mitarbeiter von Charlie Hebdo, die Täter mussten Insiderinformationen gehabt haben, weil sonst nie so viele Leute im Büro anwesend waren.

Im zweiten Stock angekommen, gingen die Killer direkt in die Redaktionsräume und eröffneten das Feuer auf die versammelten Journalisten, einen Gast und auch Brigadier Brinsolaro (SDLP), der ja für Chefredakteur Charbonnier Personenschutz leisten sollte. Wieso hat er nicht geschossen und woher wussten die Täter, wann die Redaktionsbesprechung war?

Franck BrinsolaroBrinsolaro ist auch deshalb äußerst interessant, weil er nach Angaben seiner Kollegen als Personenschützer auch im Ausland tätig war (z.B. in Kambodscha und Indonesien – zwei ehemalige französische Kolonien) und auch in „territoires hostiles“ wie Bosnien (Sarajewo) und Afghanistan als Bodyguard gearbeitet hat, also in Ländern, wo der NATO-Terror viele tausend Opfer gefordert hat, für die keine Trauer- und Solidaritätskundgebungen stattfinden.

Offizielle Darstellung: Als gegen 11:30 mehrere Anrufe von Anwohnern bei der Polizei eingingen, dass mit automatischen Waffen geschossen werde, versammelten sich mehrere Polizeieinheiten vor Ort. In der Allée Verte kam es dann zu einer Konfrontation zwischen der Kriminalpolizei und den Terroristen, ein heftiger Schusswechsel folgte, wobei das Polizeifahrzeug angeblich durchlöchert wurde, doch niemand wurde verletzt und die Killer konnten nach einem weiteren Duell mit einer anderen Polizeieinheit entkommen. Auf der Place du Colonel Fabien stießen sie mit einem VW Touran zusammen und ließen den Citroën schließlich in der Rue Sadi Lecointe im 19. Bezirk stehen. Sie setzten die Flucht dann mit einem gestohlenen Renault Clio fort, nachdem sie dessen Fahrer mit Gewalt vertrieben hatten (so genanntes „car-jacking“). Dann verlor sich ihre Spur …

special forces hunting for TS Charlie HebdoWie konnten zwei bewaffnete Männer sich gegen ein solch massives Polizeiaufgebot durchsetzen? Wie konnten sie Straßensperren und Ringfahndung entgehen, während einer Generalmobilmachung der Sicherheitskräfte?

Das ergibt alles keinen Sinn und warum dann auch noch Aufmerksamkeit auf sich ziehen, indem man eine Tankstelle überfällt und sich später mit einer Geisel verschanzt?

So verhalten sich Kriminelle in Actionfilmen, aber nicht militärisch ausgebildete Kommandos, die politische Anschläge ausführen. Niemand hatte die Gesichter der beiden Täter gesehen, sie hätten also einfach Masken und Kampfanzug ablegen, die Waffen verstecken, sich eventuell verkleiden und in der Millionenstadt Paris untertauchen können.

Eine ähnliche Show haben wir ja auch beim Boston Marathon gesehen, wo uns auch zwei Brüder als „Patsies“ vorgeführt wurden. Dzokhar soll ja noch leben, kann aber wohl nicht mehr sprechen (oder nicht mehr klar denken?).      

4  ERSCHIESSEN OHNE BLUT

Laut Angaben der Pariser Polizei kam es im Boulevard Richard Lenoir zu einem neuerlichen Schusswechsel mit dem Killerkommando, wobei der 41-jährige Polizist Ahmed Merabet schwer verletzt wurde. Er soll nach Angaben der Agentur Reuters jener Polizist sein, der in dem brutalen „Kopfschuss-Video“ zu sehen ist.

Doch das weltweit verbreitete Video, indem scheinbar die brutale Ermordung eines Polizisten auf der Straße gezeigt wird, ist eine Illusion.

fake headshotBallistik-Experten und Kriegsveteranen, die sich die Bilder in Zeitlupe angesehen haben, sind sich einig, dass keine scharfe Munition verwendet wurde, weshalb auch kein Rückstoß, kein Blut, ja nicht einmal eine Wunde zu sehen ist.

shot-fired-and-dust-cloud VTSie wissen, ein Kopfschuss mit einer AK-47 aus nächster Nähe hätte furchtbare Folgen: der Kopf würde förmlich „explodieren“, es würde also Blut, Gehirn und Gewebe austreten, verursacht durch die hohe Geschwindigkeit des Projektils, Nichts davon ist zu sehen, nur zwei weiße Wölkchen.

Was mir noch auffiel, ist, dass der Polizist im Video nicht Merabet sein kann, weil er eine sehr helle Hautfarbe hat, während Merabet ja aufgrund seiner Abstammung aus Algerien viel dunkler ist.

5  VIDEOS FÜR  STIMMUNGSMACHE & „INFORMATION-DOMINANCE“

Zuerst muss man sich fragen, wie es möglich war, diese Videos zu produzieren. Normale Menschen neigen dazu, verängstigt zu sein, wenn vor ihrem Haus Schüsse fallen und vermummte Killer-Kommandos auftauchen. Man geht sozusagen psychologisch „in Deckung“. Doch in diesem Fall war man geistesgegenwärtig genug, nicht die Fassung zu verlieren und stattdessen einen eiskalten „Mord“ zu filmen (wenn man die offizielle Story glaubt).

Auch die sofortige Überschwemmung der Medien mit hunderten Fotos (die vor allem das gigantische Polizeiaufgebot zeigen und Terror-Angst schüren) ist verdächtig und deutet auf eine konzertierte Propagandaaktion hin.

Dann gibt es noch Leute, die demonstrieren wollen, dass das Video (der französischen TV-Sender France24 zeigte einen Clip mit dem „Allahukbar“-Ruf, der die vermummten Täter als arabische Terroristen brandmarken soll) kein ungeschnittenes Rohmaterial ist, sondern manipuliert wurde: die Polizisten wurden an geeigneter Stelle herausgeschnitten und die Terroristen eingefügt:

3 policemenZuerst sieht man drei Polizisten (dunkel angezogen mit weißer Schrift auf dem Rücken) auf der Straße, die sich auf die Kreuzung zu bewegen, wo der schwarze Citroen (das Auto der Täter) später zum Stehen kommt.

In der nächsten Szene sind die Polizisten plötzlich verschwunden, während die Kamera sich wieder auf das Dach des Gebäudes richtet, wo sich mehrere Männer aufhalten (davon einer mit einer schusssicheren Weste). Dann tauchen (in weniger als einer Sekunde) die zwei “Killer“ auf und rufen „Allah ukbar“ (nicht Allah u akbar, wie echte Muslime es tun).

shooters appear policemen disappearVon der Polizei ist jetzt nichts mehr zu sehen, deshalb gibt es auch keinen Schusswechsel und keine verletzten Polizisten. Als die Killer auftauchen, duckt sich der Mann auf dem Dach, genau in diesem Moment (des Kameraschwenks) werden die „Killer“ ins Bild eingefügt. (Machen Sie sich hier selbst ein Bild, ob diese Interpretation richtig ist)

6  THE ISRAEL CONNECTION

Wie es der zionistische Zufall wollte, befand sich Amchai Stein, der stellvertretende Direktor des israelischen Fersehsenders IBA Channel 1, genau zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“ des „Terrors“ und hat als erster Fotos der Schießerei bzw. von Szenen nach der Tat im Internet veröffentlicht, die die offizielle Version untermauern sollen:

Amchai Stein twitter 1

Und was finden wir hier?   אני שארלי

Laut dieser jüdischen Internetseite bedeuten diese Zeichen:

Ich bin Charlieauf Hebräisch.

Das ist ja eher wenig spannend, doch dann das:           

             אני ישראל

Für Leute, die nicht hebräisch sprechen wie ich, auf den ersten Blick das Gleiche, doch wenn man genau hinsieht, sind es dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge (die ersten vier Zeichen). Und was bedeutet das?

Ich bin Israel auf Hebräisch.

Die Verfasser dieses Beitrags weisen dann auch noch darauf hin, dass diese Spiegelung für Studenten der Torah eine große Bedeutung habe, weil [sie quasi als versteckte Bedeutung die Botschaft enthalte] „diejenigen, die Charlie angegriffen haben, die gleichen sind, die auch Israel angegriffen haben“ was sie dann mit dem Ausruf -das stimmt ja auch! – untermauern.

Für nicht-religiöse Studenten des Zionismus und der Politik des zionistischen Staates Israel hat diese kleine „Perle“ der Information aber eine ganz andere Bedeutung, weil sie sie in einem völlig anderen Kontext sehen: es könnte eine Art „talmudischer“ Hinweis darauf sein, dass der israelische Staat hinter den Anschlägen steckt und sich auch noch damit brüstet – was niemand wundern würde, der sich für Geopolitik interessiert …

Das „Geiseldrama“ im koscheren Supermarkt (das nach Darstellung einiger Internetseiten, die von ehemaligen Angehörigen militärischer „Spezialkräfte“ betrieben werden, eine „false flag“ Aktion des Mossad war) hätte man vielleicht als realistisch akzeptieren können, wenn nicht die absurde Verbindung zu den Palästinensern konstruiert worden wäre.

1 UN resistance against occupation is lawfulIhr unbeugsamer Widerstand gegen einen selbstgerechten Schurkenstaat, der sie seit fast 7 Jahrzehnten enteignet, demütigt, quält und ermordet, es aber nicht schafft, sie als kollektive Gemeinschaft zu brechen. (Siehe dazu meine zahlreichen Artikel über Israel bzw. Palästina), soll durch diese Farce entehrt und kriminalisiert werden.

Europe on the fence proPalDer Massenmörder Netanyahu fürchtet, dass die Stimmung in Europa in naher Zukunft „kippen“ könnte, also die Politik nicht mehr bloß scheinheilige Lippenbekenntnisse und „Empörung“ von sich gibt, sondern Palästina wirklich unterstützt.

Erhielt Frankreich diesen brutalen „Denkzettel“, weil es gewagt hat, sich gleich dreimal  für die Palästinenser einzusetzen? Dieser  ätzende, vor Selbstgerechtigkeit triefende  Artikel legt diese Schlussfolgerung nahe:

And France certainly has been at the forefront of pro-Palestinian activism, especially in recent weeks. 

On Dec. 2, the French parliament voted overwhelmingly to demand that the French government immediately recognize the “State of Palestine.Not after negotiations. Not with Israel’s agreement. Just do it right away, whether the Israelis like it or not. And the vote wasn’t even close—339 in favor, 151 against.

Four weeks later, the Palestinian Authority presented a resolution to the United Nations Security Council, setting a timetable for Israel to unilaterally withdraw from all of Judea, Samaria, [Westjordanland] and most of Jerusalem.

[Dieses Ende der brutalen Besatzung ist Bereits seit 1967 ,UNSC-Resolution 242 ff. überfällig, wurde aber von Israel  ignoriert und durch ständige, weitere Enteignungen noch verhöhnt  – siehe Jeff Halper -„Nishul“)

That is, back to the pre-1967 armistice lines that Abba Eban said would make Israel so vulnerable that it would set the stage for another Holocaust. [völlig absurd- crying and shooting again ..]

In the meantime, there was more pro-Palestinian news from France. The city council of Aubervilliers, which is a suburb of Paris, voted to grant honorary citizenship to Marwan Barghouti, a Palestinian terrorist leader who is currently service five consecutive sentences of life imprisonment for carrying out a series of terrorist attacks in Israel.

[Who started and never ended the terror? Israel – see Ilan Pappe]

France’s national government was not responsible for the decision of Aubervilliers to honor a mass murderer. But when combined with the French parliament’s vote on Palestinian statehood, and the French government’s vote at the U.N., one would think that this French bear-hug of the Palestinians would impress the Islamists. The massacre of journalists in Paris by killers shouting the jihadist call of “Allahu Akhbar” indicates that perhaps the linkage that Kerry imagines is nothing more than that—imaginary.“

7 WIDERSPRÜCHE & UNGEREIMTHEITEN

Zeugen (darunter auch Polizisten) sagten aus, wie gelassen die Mörder waren und erwähnten ihre große Treffsicherheit beim Schießen: sie trafen demnach „ihre Ziele mit einem Schuss, anstatt einfach wild herumzuballern.

Amchai stein twitter 3Dann zeigt man uns ein Polizeifahrzeug mit einer durchlöcherten Windschutzscheibe (gezählte 11 Einschüsse, laut Reuters waren es aber sogar 30 abgegebene Schüsse) und trotzdem wird – während der intensiven Schusswechsel – kein Polizist (und kein „Terrorist“) verletzt oder getötet? Wer soll das glauben?

(Das manipulierte Video liefert ein viel bessere Erklärung dafür: die Schießerei hat so nie stattgefunden …)

Laut AFP, der französischen Presseagentur, beschrieb ein Augenzeuge den Anschlag auf Charlie Hebdo „wie eine Szene aus einem Film“.

Ich sah, wie sie abhauten und Schüsse abfeuerten. Sie trugen Masken. Diese Jungs meinten es ernst. Zuerst dachte ich, es seien Spezialeinheiten der Drogenfahnung oder sowas in der Art.“

AFP witness special forces hint(Bild: AFP Report, übersetzt ins Englische von msm)

In der ersten Story, die in den Medien verbreitet wurde, war ja immer von drei Terroristen die Rede.

Am Mittwoch erzählten zwei Terrorbekämpfer dem amerikanischen Fernsehsender NBC, einer der Täter sei getötet worden und zwei befänden sich im Polizeigewahrsam. Wurden diese „Informationen“ schon vorher verteilt und erwiesen sich dann als „voreilig“, weil das Szenario notgedrungen kurzfristig geändert wurde?

Auf allen Bildern und Videos sind nur zwei Männer zu sehen. Der dritte „Verdächtige“ musste ausfallen, weil er ein 100%iges Alibi für die Tatzeit hatte. Um diesen faux pas auszubügeln, wurde der „patsy“ Coulibaly aus dem Al Kaida-Zylinder gezogen und als dritter Verschwörer präsentiert, der sich für seine verbrecherische Aktion „extra“ einen koscheren Supermarkt ausgesucht hatte, um den unterdrückten Palästinensern Tribut zu erweisen.

Es gibt nur eine Partei, die ein massives Interesse daran hat, den legitimen Widerstand der Palästinenser mit dem synthetischen Terror des Westens in Verbindung zu bringen: die israelische Regierung. (Siehe Pkt. 6)

8 „TERRORISTEN“ ALS BÖSARTIGE & GROTESKE KARIKATUR DES ISLAMS

Die krampfhaften Bemühungen (der wahren „Terror-Förderer“) mithilfe der Medien, dem Publikum einzuhämmern, dass es sich hier um „fanatische Islamisten“ handelt, sind kabarettreif:

  • Die “Verdächtigen” müssen stets – am besten vor und nach der Tat lautstark „Allah u akbar!“ rufen, damit haben sie sich in den Augen der verblödeten Zuschauer ja bereits als arabische Terroristen ausgewiesen. Dass diese akustische Visitenkarte nur Tarnung sein könnte, darf nicht in Erwägung gezogen werden.
  • Um ganz sicher zu gehen, dass die Verbrecher in die richtige Kategorie von Bösewichten eingeordnet werden, ist die Mitgliedschaft bei den diversen Regionalorganisationen von „Al Kaida“ laut und deutlich zu verkünden. Eine noch bessere Wirkung wird natürlich (zusätzlich) mit schwarzen Fahnen und anderen „Terror“-Requisiten erzielt.

isis mercenaries(Die PR-Auftritte von „ISIS“, IS oder welches Akronym gerade genehm ist, sind derartig lächerlich, dass man sich fragen muss, wieso die Leute auf so etwas reinfallen;)

  • Zum Vergleich – wie sich echte, politische Kampfeinheiten benehmen, bei denen der Islam zwar eine wichtige Rolle spielt, aber natürlich nicht das eigentliche Motiv für die Gewalt ist, sondern die Verbrechen Israels und der USA (samt Vasallen) kann man sich die libanesische Hisbollah anschauen (die eine soziale Bewegung, eine gewählte Partei und eine Kampftruppe unter ihrem Dach vereint).
  • Dass es sich bei den vom Westen fabrizierten „Terror-Milizen“ überwiegend um indoktrinierte Idioten, Verbrecher und brutalisierte Söldner handelt, die als mörderische Werkzeuge der Außenpolitik missbraucht werden (Gladio 2.0), sollte mittlerweile jedem intelligenten Beobachter klar sein.
  • Der neueste, theatralische Islamisten-Gag ist aber der ausgestreckte Zeigefinger. Wie z.B. Journalisten der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ uns einreden wollen, ist das eine Art geheimer Code für „radikale Islamisten“ und prompt hat man ihn auch in Paris „entdeckt“ (auf einem extrem unscharfen Bild).

PARIS-fingerDass diese zur Schau gestellte, groteske Form von „Religiosität“ aber mit dem Verhalten echter Muslime unvereinbar ist, wird nicht diskutiert. Und selbst die echten „Gotteskrieger“ (fanatische Salafisten bzw. Takfiris, die auch nur als Werkzeuge der Geo-Politik benutzt werden), würden sich nicht so benehmen, wie z.B. Thierry Meyssan konstatiert:

„Sie hätten auf jeden Fall die Archive des Magazins zerstört, weil es die „Pflicht“ dieser Gotteskrieger sei, alle Objekte zu zerstören, die nach ihrer Meinung „Gott beleidigen“ (oder seinen Propheten) und die „Feinde Gottes“ zu bestrafen. Sie wären auch nicht sofort wieder geflohen (um der Polizei zu entgehen), sondern hätten ihre „Mission“ erfüllt, auch wenn sie dabei selbst umgekommen wären.

Dass sie einem verwundeten Polizisten eiskalt in den Kopf geschossen haben ist auch ein klares Indiz dafür, dass dieser Mord nichts mit der „Vergeltung“ für die Beleidigung des Propheten zu tun hatte und schon gar nichts mit dem vulgären Humor des Magazins Charlie Hebdo. [Inzwischen wissen wir ja, dass die Exekution so nie stattfand]

Thierry Meyssan ist überzeugt davon, dass dieses Attentat die Kluft zwischen französischen Muslimen und Nicht-Muslimen vertiefen soll, wobei auch ein Bürgerkriegsszenario ins Auge gefasst wird. Man kann nur hoffen, dass er nicht recht hat ….“

Abgerundet wird die „Shocking Terror Picture Show“ dann durch Aufritte von selbsternannten „Terror-Experten“, deren Qualifikation für diesen Titel von niemand hinterfragt wird. Wie Glen Greenwald in diesem Interview feststellt, sind sie allesamt Scharlatane, die ein persönliches Interesse daran haben, den „Terror-Scare“ aufzublasen, weil sie ja schließlich davon profitieren. Hier ein kleines Beispiel daraus:

Steve EMERSON (der sich selbst als „eine der führenden Autoritätenfür islamistische Netzwerke bezeichnet) erklärt zunächst, dass es „in ganz Europa “No-Go” Zonen gäbe, wo sich kein Christ mehr hin wagen würde. Orte (in Frankreich, England, Schweden, Deutschland) wo die Regierung quasi nicht mehr souverän sei, wo Scharia-Gerichte eingerichtet seien, wo die „Muslim-Dichte“ sehr hoch sei, wo selbst die Polizei nicht mehr auftaucht, wo es schon einen Staat im Staate gebe –

Daraufhin die Moderatorin “Weißt du was, Steve das klingt für mich schon nach einem Kalifat …“

EMERSON weiter: „Ja, das klingt wirklich so ..und in England sind es nicht nur „No-Go“-Zonen; es gibt dort ganze Städte, wie Birmingham, die völlig „moslemisch“ sind, wo Nicht-Muslime einfach nicht mehr hingehen …“

Diese Aussagen führten zu großer Empörung in Großbritannien, weil sie völlig unwahr sind, worauf sich Emerson in einer Sendung der BBC entschuldigte und seine verlogenen Behauptungen damit erklärte, er habe sich „auf unkorrekte Recherchen verlassen und es sei „völlig verantwortungslos“ gewesen, die ihm zugespielten Informationen nicht überprüft zu haben. (Was für unsere Journaille ja der Normalzustand ist …)

Dass Prime Minister Cameron diesen Unsinn mit dem Satz „the man is a complete idiot“ kommentierte, trifft die Sache nicht ganz, denn diese Leute verfolgen natürlich eine politische Agenda: die Volksverblödung bzw. subtile Form der Volksverhetzung.

8 DAS (BFM) INTERVIEW  MIT  CHERIF KOUACHI

Dass uns hier absurdes Theater vorgespielt wird, lässt sich auch durch das angebliche Telefon-Interview demonstrieren, das Cherif Kouachi mit einem französischen Fernsehsender geführt haben soll, von dem nur Bruchteile veröffentlicht wurden:

Kouachi: (Anfang fehlt) … wir sagen Euch, dass wir die die Verteidiger des Propheten sind, …dass ich, Cherif Kouachi, von Al Kaida im Jemen geschickt wurde …ich ging dorthin und es war Anwar Al-Awlaki, der mich finanziert hat.

[Anmerkung: Wieso wird Al-Awlaki extra erwähnt? Niemand hat ihn danach gefragt. Für die US-Regierung ist diese Aussage aber politisch äußerst nützlich. Für Hintergrund dazu siehe Jeremy Scahill.

Wie konnten die Brüder in den Jemen und wieder zurück fliegen, wenn sie auf der „No-Fly-List“ der US-Anti-Terror-behörden waren und Cherif schon 2005 verhaftet und 2008 wegen Kontaktaufnahme zu einer terroristischen Vereinigung – im Irak – verurteilt wurde? Warum hat man ihn nicht schon früher dazu verhört bzw. überwacht?]

BFM: Und wie lange ist das her?

Kouachi: Es war bevor er getötet wurde.

Abdulrahman[Anmerkung: Anwar Al Awlaki, ein Imam und amerikanischer Staatsbürger, wurde im September 2011 durch amerikanische Dronen (sein 16-jähriger Sohn zwei Wochen später) im Jemen ermordet. Obwohl ihm seit 2008 umfangreiche Unterstützung für „Al Kaida“ (zuerst als „Inspiration“ dann „operativ“) vorgeworfen wurde, hat man nie Anklage gegen ihn erhoben, sondern ihn einfach umgebracht. Tote können eben nichts mehr erzählen ….was nicht ins Bild passt.]

BFM: Ihr seid also erst vor kurzem nach Frankreich zurückgekommen?

Kouachi: Nein, schon vor langer Zeit …. ich kenne den Geheimdienst, da brauchst du dir keine Gedanken machen. Ich weiß genau, wie ich vorgehen muss, um erfolgreich zu sein ….

(Anmerkung: die Sätze sind nicht kohärent, nicht stimmig …als ob Teile fehlen würden)

BFM Und sind da nur Sie und Ihr Bruder? Gibt es Leute hinter Euch?

Kouachi: Das geht dich nichts an.

BFM: Habt ihr vor, noch mehr Menschen zu töten, im Namen Allahs?

Kouachi: Töten – wen denn?

BFM: Ich stelle ja nur die Frage.

Kouachi: Haben wir Zivilisten getötet in den zwei Tagen, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Ihr habt Journalisten getötet.

Kouachi: Sind Zivilisten gestorben, in den zwei Tagen wo ihr uns gesucht habt? Oder Menschen während der zwei Tage, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Warte, warte Cherif – habt ihr an diesem Vormittag getötet?

Kouachi: Wir sind keine Mörder. Wir sind die Verteidiger des Propheten, wir töten keine Frauen. Wir töten niemand. Wir verteidigen den Propheten. Wir sind nicht wie ihr (Stimme wird zum ersten Mal emotional): Ihr seid es, die Kinder töten in Syrien, im Irak und in Afghanistan. Nicht wir. Wir haben einen Ehrenkodex im Islam.

Aber ihr habt doch gerade Rache geübt .. ihr habt 12 Menschen getötet …

Kouachi: …(bruchstückhaft, Anfang fehlt ) …ja, weil wir Rache geübt haben. Wie du es gesagt hast, wir haben uns gerächt.

Kommentar:

  • Ich finde dieses „Gespräch“ äußerst seltsam und es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass hier Frage und Antworten nicht unbedingt zusammengehören (also aus Einzelteilen „zusammengebaut“ wurden).
  • Woher weiß ich überhaupt, dass diese Stimme wirklich Cherif gehört?
  • Woher weiß ich, wann dieses „Gespräch“ stattgefunden hat?
  • Wer telefoniert seelenruhig mit der Presse, wenn sich vor der Tür die geballte Staatsgewalt versammelt hat?
  • Das Verhalten der beiden „Islamisten“ ist nicht schlüssig: Zuerst treten sie wie Profikiller des Militärs auf, tarnen sich, entkommen der Pariser Polizei (trotz massiver Präsenz), nehmen Geiseln (was mit der Verteidigung des Propheten garantiert nichts zu tun hat) um schließlich im Kugelhagel als „Märtyrer“ zu sterben?

(Der Link zum Original-Interview wurde mittlerweile von YouTube entfernt, aber der britische Guardian hat noch ein Audio zum Nachhören mit englischen Untertiteln)           i

9 THE BIG LIE: Charlie Hebdo als Ikone der Pressefreiheit

holy trinity a la charlie hebdoDie Zeitung war nicht die furchtlose Verfechterin von Meinungs- u. Pressefreiheit, als die sie uns jetzt präsentiert wird. Die Cartoons waren oft äußerst vulgär, pornographisch – religiöse Verunglimpfung kombiniert mit Sex und Gewalt – und deshalb beleidigend für religiöse Menschen; besonders für Muslime, weil im Islam die bildliche Darstellung von Gott und Propheten verboten ist.

Viel wichtiger ist aber: In einer Zeit, wo hunderttausende Muslime durch westliche Kriege und Terroraktionen getötet, vertrieben oder gefoltert werden, solche diffamierenden, kränkenden Zeichnungen zu veröffentlichen, ist keine journalistische Heldentat, sondern dumm, bösartig und verantwortungslos. (bête et méchant, exactement)

Im Jahr 2000 wurde die Journalistin Mona Chollet entlassen, weil sie gegen einen Artikel protestierte, in dem die Palästinenser pauschal diffamiert wurden.

affaire siné2008 wurde der Veteran-Cartoonist Maurice Siné gefeuert, weil er als „anti-semitisch“ denunziert wurde. Der Grund? Er hatte eine Karikatur von Jean Sarkozys Hochzeit (dem Sohn des Präsidenten) mit Jessica Seboun-Darty gezeichnet, einer Jüdin, die ein großes Vermögen erbt, und das Gerücht, Jean sei deshalb zum jüdischen Glauben übergetreten, mit dem Text kommentiert: „Dieser Kleine wird es noch weit bringen“.

Sofort wurden die jüdischen “Anti-Diffamierungs”-Lobbyisten aktiv, die ihm „jüdische Stereotype“ und „Aufstachelung zum Rassenhass“ vorwarfen und Siné musste gehen. Auf jüdischen Webseiten wurden sogar dazu aufgerufen, ihn umzubringen. Wo war damals die Verteidigung der Pressefreiheit? Nicht umsonst wird in Frankreich diese zionistische Inquisition als „la police de la pensée“ bezeichnet.

Bernard-Henry Lévy, der französische Ober-Zionist mit Super-Ego schrieb damals in Le Monde:

Immer wieder hat Siné die Grenze zwischen Humor und Beleidigung überschritten, zwischen Karikatur und Hass.“

Für Araber/Muslime gibt es diese Grenze offenbar nicht.

10   „SWARMING“: DIE VOR-FABRIZIERTE PR-KAMPAGNE

Wir erinnern uns noch an die #BringBackOurGirls (Kenia) oder Boys (in Israel) PR-Kampagnen, wo der Zweck der Emotionalisierung bzw. Konditionierung der Massen durch „social media“ ersichtlich wurde: einerseits Stimmungsmache gegen die bösen Islam-Terroristen, andererseits wirkungslose Zur-Schaustellung einer „feel-good“ Solidarität als „social event“) statt echtem politischen Engagement, das die politischen Macht-Verhältnisse ändern will.

je suis Charlie logoWenn (innerhalb einer Stunde nach Bekanntwerden des Anschlages, ein PR-Slogan wie  „JeSuisCharlie“ sich blitzartig und massenhaft verbreitet, ist Misstrauen angebracht. Warum? Weil diese gesteuerten „Schwärme“ davon ablenken, die wahren Hintergründe des Verbrechens zu analysieren. Hier werden ehrenwerte menschliche Gefühle wie Empathie, Solidarität und moralische Empörung instrumentalisiert und in den Medien verstärkt, während kritisches Nachdenken über die vielen Ungereimtheiten der offiziellen Story und den geopolitischen Kontext behindert wird.

helric fedou(Der – zweite – „Selbstmord“ eines Kriminalkommissars in Limoges, der nach Presseberichten an einem Report über die Anschläge in Paris gearbeitet hat, gibt neue Rätsel auf .. .könnte allerdings auch ein Ablenkungsmanöver sein ..)

 

Fortsetzung folgt…

Anne Will: Dummheit, Stolz & Vorurteil

blood pool from attack on playground in Gaza

Blutlache nach Angriff auf einen Spielplatz in Gaza zum Eid-Fest

The question of the morality of Israel’s action depends, in the first instance, on the question, couldn’t Israel be doing something to prevent this disaster that is playing out now, in terms of the destruction of human life? Couldn’t they have done something that did not require that cost? And the answer is, sure, they could have ended the occupation.“

Rabbi Henry Siegman (mehr zu ihm weiter unten)

Vorgestern hat sich Anne Will mit vier Gästen über den „blutigen Nahostkonflikt“ unterhalten und dabei klar demonstriert, dass eine seriöse Debatte über die wahren Absichten Israels im deutschen Fernsehen nicht erwünscht ist. Schon in der Einleitung auf der Homepage gibt es klare Hinweise darauf, dass hier die „pro-israelische“ Haltung eingenommen wird:

Laut palästinensischen Angaben sind  mehr als 1100 Menschen getötet und mehr als 6500 verletzt worden. Auf israelischer Seite sind Armee-Angaben zufolge bislang mehr als 50 Soldaten und Zivilisten getötet worden.“

Diese Formulierung „50 Soldaten und Zivilisten“ ist bewusst vage und irreführend, denn hier wird nicht konkretisiert, wie viele Opfer wirklich Soldaten bzw. Zivilisten sind. Nach letzten Meldungen wurden 56 IDF-Soldaten getötet, aber nur 2-3 israelische Zivilisten (und auch das glaube ich erst, wenn Beweise dafür vorgelegt werden). Die Gefahr durch die Raketen wird also propagandistisch übertrieben (Augenzeugen, die in Israel waren, bestätigen das).

Der NDR bzw. die Produktionsfirma von Anne Will versucht also bereits hier die Zuschauer / Leser zu manipulieren, weil die hohe Zahl ermordeter Zivilisten in Gaza ja ein zentraler Kritikpunkt ist. Doch der Tod von Soldaten einer brutalen Besatzungsmacht, die Menschen wie in einem Käfig gefangen hält und sie aller Rechte beraubt, ist moralisch nicht vergleichbar mit dem Tod von hunderten Menschen, die im Zuge der Sippenhaftung für die „Raketen“ aus Gaza (den Widerstand gegen die Besatzung) bestraft werden

arrests east jerusalemDa der Horror der Besatzung aber nie im deutschen Fernsehen gezeigt wird, gelingt es Israel immer wieder den Eindruck zu erwecken, man müsse sich immer nur gegen die bösen Araber „wehren“, die – nur aus Fanatismus – aus heiterem Himmel Raketen nach Israel schießen. Das ist eine absurde Charade, die wir seit Jahren ertragen müssen und für die unsere Journalisten mitverantwortlich sind.

Die Frage, ob Israel mit seiner massiven Gewalt gegen ein dicht besiedeltes Elendsghetto noch den „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ wahrt, kann für jeden, der nicht blind ist oder zionistisch indoktriniert wurde nur mit Nein beantwortet werden. Wie Gideon Levy richtig betonte, handelt es sich um einen Konflikt zwischen einer Fliege und einem Elefanten – ich würde sagen, statt dem Elefanten nehmen wir einen Tyrannosaurus, das passt besser …

DIE  MENSCHLICHEN  SCHUTZSCHILDE

Hätte Frau Will auch nur die geringste Ahnung davon, was Israel wirklich will und mit welchen Methoden es seine kriminellen Ziele verfolgt, wäre die ganze, verlogene „Schutzschild“-Debatte ganz anders verlaufen. Im krassen Gegensatz zu ihr haben Journalisten von Format das Thema so dargestellt, dass erkennbar wird, wozu Israel die „Schutzschild“-Vorwürfe benutzt: für Propagandazwecke natürlich, zur Dämonisierung des Gegners (Hamas) und um die eigene Aggression zu rechtfertigen.

Hamas among civiliansIm Guardian z.B. schreibt Harriet Sherwood u.a folgendes:

Diese Beschuldigung wird ständig von Politikern und Medienkommentatoren vorgebracht … und .. als Echo in Debatten mehrfach wiederholt, doch der Vorwurf wird kategorisch von Hamas und anderen Leuten in Gaza bestritten. Die IDF veröffentlichte am Mittwoch Karten, die Hamas-Stellungen in der Nähe von Schulen, Moscheen und Wohnhäusern zeigen sollen, ein Video, indem angeblich Kämpfer einen Rettungswagen als Fluchtfahrzeug benutzen und behauptet, das Al Wafa Krankenhaus in Gaza-Stadt sei „wiederholt von Hamas und Islamischer Jihad Kämpfern als Kommandozentrale benutzt worden, zum Abfeuern von Raketen und damit Terroristen auf Soldaten schießen konnten“.

Diesen Teil der Story hätte Frau Will sicher gerne übernommen, doch was dann folgt, lässt sie bequemerweise unter den Tisch fallen:

Doch der Krankenhausdirektor hat die israelische Behauptung zurückgewiesen. Das Spittal sei weder von Hamas noch anderen Kämpfern für militärische Zwecke missbraucht worden. Er sagte konkret: „Israel hat unser Krankenhaus auf der Basis falscher Behauptungen als legitimes Ziel deklariert. Sie zielen auf medizinische Einrichtungen, die Kranken, die Verletzten und unsere Kinder im gesamten Gazastreifen. Die Botschaft lautet: Ihr seid nirgends mehr sicher.“

Harriet Sherwood erwähnt auch, dass die UN in einer Schule – erstmals – zwar Waffen gefunden hat – und das auch sofort meldete. Sie vergisst jedoch zu erklären, dass diese Schule LEER war, also nicht mehr als Schule benutzt wurde wodurch der Vorwurf der Schutzschilde keine Gültigkeit hat (abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wer diese Raketen dort abgelegt hat …)

Die Behauptung der IDF, das Massaker in Shujaijya sei ebenfalls Hamas anzulasten, weil diese verhindert habe, dass viele Anwohner fliehen konnten (nachdem sie von der IDF gewarnt wurden), wird von der Autorin entkräftet. Sie schreibt dazu:

Diese Behauptungen wurden nicht von unabhängigen Reportern bestätigt. Auslandsjournalisten, die über den Krieg berichten, haben vielschichtige Gründe dafür gefunden, warum einige Anwohner diese Gebiete nicht verlassen haben. Viele sagten, es sei nirgends sicher, also bringe es auch nichts, aus ihren Häusern zu fliehen. Andere machten sich Sorgen darüber, welche Art von “Nachbarn” sie antreffen würden, wenn sie fliehen (vielleicht wären dort ja dann Kämpfer, usw.) oder sie hatten einfach zu viel Angst, um auf die Straße zu gehen. Viele Medienberichte sagten aus, es gäbe keinerlei Hinweise auf eine Nötigung durch Hamas. Diese Familien haben Todesangst, aber die überwältigende Mehrheit nennt die israelischen Bomben und die Granaten als Grund dafür, nicht Drohungen von Hamas.“

Sherwood erinnert auch daran, wie eng es im Gazastreifen ist:

360 km² für 1,8 Millionen Menschen) und dass es schier unvermeidlich sei, dass die Kämpfer sich zwischen der Zivilbevölkerung aufhalten (was aber nicht bedeutet, dass man sie dazu zwingt).

Und daran, dass dieser „Krieg“ ja nicht auf üblichen Kriegsschauplätzen stattfindet, wo sich zwei Armeen gegenüberstehen, sondern dass Israel das ganze Gebiet mit einem Bombenhagel überzieht und die Bodentruppen gegen bewaffnete Widerstandskämpfer (einer Untergrundarmee) in dicht besiedelten Gebieten vorgehen. Während also die Panzer immer weiter in die Städte vordringen, ist es nicht verwunderlich, wenn Hamas in diesem Guerilla-Kampf in der Nähe von zivilen Gebäuden die Soldaten attackiert.

Entscheidend ist aber, dass selbst wenn eine Kriegspartei solche menschlichen Schutzschilde verwenden würde, wäre das keine Rechtfertigung dafür, dass die andere Schulen, Krankenhäuser, etc. bombardiert. Zweimal Unrecht macht kein Recht, Frau Will. Die Verpflichtung, zivile Opfer zu vermeiden wird dadurch nicht aufgehoben. Doch solche Sätze werden wir in unseren „Talk-Shows“ nicht zu hören bekommen …

PRO-ISRAELISCHE  ZENSUR  DURCH  VERSCHWEIGEN

IDF human shieldsWas aber noch viel wichtiger wäre – to set the record straight, wie der Engländer sagt – ist die Erwähnung der Tatsache, dass die IDF selbst mehrfach Palästinenser – auch Kinder – als Schutzschilde verwendet hat. Im Guardian-Artikel wird natürlich auch darauf hingewiesen:

2010 wurden zwei Soldaten (selbst von einem Militärgericht) verurteilt, weil sie einen elfjährigen Jungen in der „ Operation Cast Lead“ als menschliches Schutzschild verwendet hatten.

Untersuchungen von Menschenrechtsorganisationen haben ergeben, dass die IDF Palästinenser sowohl in Gaza als auch in der besetzten Westbank als Schutzschilde missbraucht hat.

IDF convicted of human shields useDer Artikel endet damit, dass aufmerksame Zuschauer darauf aufmerksam machten, dass das Hauptquartier der IDF, die Kiriya (ein hoher Turm) mitten in Tel Aviv steht, umgeben von einem großen Krankenhaus, Wohnungen und Geschäften [siehe dazu das Interview mit Yonathan Shapira bei DN! im letzten Beitrag)

Übrigens, der Grund, warum die IDF die Leute warnt, bevor sie bombardiert, ist nicht Großmut oder Mitleid, sondern hat rechtliche Gründe: wenn die Leute trotzdem bleiben, gelten sie für das Militär als „freiwillige Schutzschilde“ und demnach nicht mehr als Zivilisten. Auch Leute, die zurückkommen, werden als „Kombatanten“ betrachtet, die man „legal“ abknallen kann.

Die Antwort auf Ihre Frage, Frau Will lautet also:

Nein, Hamas benutzt die Bewohner des Gazastreifens nicht als Schutzschilde, das haben zahlreiche Untersuchungen (von Menschenrechtsorganisationen) in der Vergangenheit bereits ergeben. Das wäre auch dumm, weil sich dann die Bevölkerung gegen Hamas stellen würde …

Wenn die UN dem israelischen Militär (mehrfach) die GPS-Koordinaten einer Schule gibt, in der tausende Flüchtlinge Schutz gesucht haben, und diese dann trotzdem von der IDF bombardiert werden, ist die Frage der Schuld ebenso eindeutig zu beantworten, wie nach der Bombardierung von Krankenhäusern, die ebenfalls mittlerweile als Flüchtlingslager herhalten müssen.

AS silencing criticsNatürlich darf auch die „Anti-Semitismus“ Nummer nicht fehlen, wenn es darum geht, Proteste gegen Israels Verbrechen zu diskreditieren und der NDR macht brav mit:

„Unterdessen fallen hierzulande auf Anti-Israel-Demonstrationen antisemitische Parolen. Menschen, die sich mit Israel solidarisieren, werden offen angefeindet. Ist es noch möglich, sich solidarisch mit Israel zu zeigen, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben? Oder wird Deutschland zunehmend israelfeindlich? Und wie weit muss die deutsche Unterstützung für Israel gehen?“

Über 1000 eingesperrte Menschen werden kaltblütig ermordet, aber wir sollen uns Sorgen machen um die „Freunde Israels? Was ist denn mit denen, die sich mit den Palästinensern solidarisch zeigen? Wie werden die denn behandelt, Frau Will? Wir erinnern uns noch an die billigen ad hominem Attacken gegen Herrn Augstein und Günter Grass … Wieso dürfen denn wirklich kompetente Kritiker wie Ilan Pappe, Norman Finkelstein, Jeff Halper, oder israelische Dissidenten u. Friedensaktivisten nie bei uns im Fernsehen auftreten? Weil dann jeder sehen könnte, wie indoktriniert, feige oder ahnungslos unsere Journalisten sind?

Die ganze Debatte bei Anne Will war dominiert von Michael Wolffsohn (MW) und von Rudolf Dressler (RD), die viel länger reden durften als Herr Todenhöfer (JT) und Frau Daibes (KD), die diplomatische Vertreterin der PLO in Berlin.

MW versuchte mit der perfiden „kein Omelett ohne kaputte Eier“ Argumentation die Verbrechen Israels zu relativieren:

 „Kein Krieg ist verhältnismäßig (!) …jede Seite will gewinnen, man wartet nicht wie beim Fechten ..da geht es um Sein oder nicht Sein … das ist die Gesetzmäßigkeit des Krieges … sie ist furchtbar, sie ist blutig, alle sind schockiert, aber eine Verhältnismäßigkeit gibt es nicht“

Als Frau Will nachhakt, weicht er aus, attackiert die UN und drischt leere Phrasen … „überlegen, wie man aus dem Teufelskreis herauskommt, es seien keine Lösungen auf dem Tisch, etc.„

Frau Daibes (KD) versucht zu betonen, wie wichtig es sei, auf den größeren Kontext hinzuweisen, die historischen Rahmenbedingungen seien wichtig, damit man versteht, wie es zu diesem Konflikt kommen konnte.

THE  HIDDEN  OCCUPATION &  STATE CRIMES

Trust UsDoch Frau Will geht darauf natürlich nicht ein: Denn dann müssten ja die totgeschwiegene Brutalität der Besatzung und die ethischen Säuberungen bei der Staatsgründung Israels zur Sprache kommen, also der von Israel seit fast 70 Jahren praktizierte STAATSTERROR gegenüber den Palästinensern, der ja den Widerstand provoziert hat. Doch das muss verhindert werden, damit das konstruierte Opferimage Israels nicht ins Wanken gerät. Also macht Frau Will business as usual (ablenken von Israels Verbrechen) und fragt allen Ernstes:

AW: Was Hamas macht, halten Sie das für verhältnismäßig?

KD versucht nochmal auf die Rolle Israels als Besatzungsmacht hinzuweisen, auf die damit verbundene systemische Entmenschlichung u. Entrechtung der Palästinenser und dass die Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft brauchen. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, doch sei der bewaffnete Widerstand nach dem Völkerrecht legitim.

Die Frage von Will zeigt bereits ihre Ignoranz, denn erstens ist es nicht nur Hamas, die bewaffneten Widerstand leistet (es gibt mehrere Gruppen wie der Islamische Jihad, die Al Aqsa Brigaden, etc. die auch Raketen abfeuern, wenn Israel sie genug provoziert hat – siehe dazu den letzten Beitrag für Details) und zweitens basiert die Frage auf einer falschen Prämisse: nämlich, dass sich hier zwei militärisch ebenbürtige Gegner gegenüberstehen und das beide gleich verantwortlich für die Gewalteskalation sind – ein weiterer Trugschluss, den die israelische Propaganda genährt hat und den Frau Will unkritisch übernimmt.

Die Frage, wie Hamas (als politische Gruppierung) überhaupt – mit Hilfe Israels – entstand und warum sie 2006 in demokratischen Wahlen die Mehrheit errang (ein unerwünschtes Ergebnis, das sofort mit intriganter Gewalt Israels und der USA beantwortet wurde), interessiert Frau Will gar nicht. Diesen größeren Kontext ignoriert sie ebenso, wie die brutale Besatzung als wahre Ursache der Gewalt. Was Hamas wirklich „macht” oder “will” ist auch kein Thema, stattdessen wird implizit die Position Israels gestärkt, die Hamas als Inbegriff des Bösen hinstellt, gegen die sich das „gute“ Israel doch verteidigen muss.

THE GOOD, THE BAD … AND  THE  UGLY  TRUTH

An dieser Stelle muss betont werden, welche moralisch wertenden Schwarz-Weiß Begriffe hier in die Köpfe eingepflanzt wurden:

Wenn Hamas Waffengewalt einsetzt, ist das „Terror“ gegen die israelische Bevölkerung. Wenn Israel Gewalt einsetzt (jeden Tag durch die Besatzung, die ja Freiheitsberaubung und Aberkennung ziviler Rechte ist, aber auch Waffengewalt), ist das „notwendige Verteidigung“ oder der „Sicherheit“ geschuldet. Was ist denn mit der „Sicherheit“ der Palästinenser?

Wie Jeff Halper nicht müde wird zu betonen, ist Israels wichtigste Waffe die Verzerrung der Realität:

Double IdentityReframe The Conflict nennt er das und meint natürlich, dass Israel sich als kleines Land präsentiert, das doch nur in Frieden leben will, aber gezwungen ist, brutale Methoden anzuwenden, damit es- umzingelt von bösen Arabern – überlebt. Dieses Märchen lebt davon, dass die historischen Fakten völlig ausgeblendet werden und die illegale Besatzung nie ein Thema ist. So isoliert, erscheint die Gewalt von Hamas (u.a.) als irrational und Ausdruck von Fanatismus, während Israel sich unter dem Banner der Selbstverteidigung als moralisch überlegene Partei aufspielen kann.

Diese perfide Inszenierung wäre unhaltbar, wenn unsere Journalisten ihren Job machen und das Recht der Leser / Zuschauer auf Wahrheit ernstnehmen würden. Doch stattdessen perpetuieren sie die israelischen Lügen, die – oft genug wiederholt – schließlich als „real“ wahrgenommen werden.

„Ein Krieg ist gerecht, wenn er notwendig ist“.

Niccolo Machiavelli

Der wichtigste Punkt in der zionistischen Propaganda ist die zur Schau gestellte, aber eingebildete moralische Überlegenheit. Um die eigene Brutalität zu relativieren, muss der Gegner – also jetzt Hamas – als manichäischer Teufel hingestellt werden, dem alles zuzutrauen ist und den alle verabscheuen (müssen). Dies drückt sich im Wort „Terroristen“ aus, das ja seit „911“ sehr inflationär verwendet wird (auch Poroschenko verwendete es in der Ukraine für den Widerstand gegen seine faschistische Marionettenregierung der USA)

„Terrorist“ und „Freiheitskämpfer“ sind aber austauschbare Begriffe, es kommt nur auf die Perspektive an.

Wenn also der ehemalige deutsche Botschafter in Israel (lauthals) betont, „Die Palästinenser müssen den Terror stoppen!“ (und (weniger laut) Israel seine Siedlungspolitik “ändern“, dann wertet er den Widerstand gegen die Besatzung und die unmenschliche Blockade als moralisch inakzeptable Vorgangsweise, die man verurteilen muss.

DIE  VERGESSENE  GESCHICHTE

Pappe Ethnic Cleansing CoverDoch was passierte vor der Staatsgründung 1948 in Palästina? Wie haben die „radikalen“ Zionisten ihren eigenen Staat durchgesetzt? Mit Terror. Davon wollen weder Herr Dressler noch Frau Will etwas wissen. Warum diese selektive Geschichts-Amnesie unter Politikern und Journalisten grassiert, erklärte Rabbi Henry Siegman kürzlich bei Amy Goodman:

Ein Journalist von Haaretz schrieb ein Buch über Israel, in der auch dieses dunkle Kapitel der israelischen Geschichte behandelt wird. Dafür interviewte er den Historiker Benny Morris, der ihm nach intensiven Recherchen in den Militärarchiven bestätigte, dass 1947/48 von langer Hand geplante, ethnische Säuberungen stattfanden (siehe dazu Ilan Pappe), also tausende Zivilisten brutal ermordet wurden, damit die anderen Palästinenser (700.000 Menschen) durch diesen Terror „zur Flucht ermutigt“ wurden.

Der Unterschied zwischen Pappe und Morris (beide israelische Historiker) ist, dass Pappe über seine Erkenntnisse entsetzt war und seitdem versucht, die Welt darüber aufzuklären und den Palästinensern zu helfen, während Morris eiskalt resümiert, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien „notwendig gewesen“, sonst hätte es keinen jüdischen Staat gegeben.

Rabbi Siegmann kritisiert, dass Shavit diese Aussage nicht weiter hinterfragt habe, weil sie die Doppelmoral der israelischen Regierung demonstriert:

Das war ein Wendepunkt für mich, weil Shavit nicht nachhakte und fragte:

Wenn das eine Rechtfertigung ist, der Kampf um den eigenen Staat, warum dürfen die Palästinenser dann nicht auch solche Methoden anwenden? Was ist denn das Problem mit Hamas? Warum werden sie dämonisiert, wenn sie das gleiche tun wie wir?

Danach folgt ein Video-Clip von Premierminister Netanyahu, der wieder die „moralische Überlegenheit“ der Israelis zum Besten gibt – noch dazu nach der brutalen Ermordung eines palästinensischen Teeanagers durch einen fanatischen Mob, der ihn bei lebendigem Leib angezündet hatte:

I know that in our society, the society of Israel, there is no place for such murderers. And that’s the difference between us and our neighbors. They consider murderers to be heroes. They name public squares after them. We don’t. We condemn them, and we put them on trial, and we’ll put them in prison.”

Netanyahu, triefend vor Selbstgerechtigkeit, behauptet also, in seiner Gesellschaft „gäbe es keinen Platz für Mörder“. Und das sei eben der Unterschied zwischen Israel und seinen Nachbarn. „Sie halten Mörder für Helden. Benennen Strassen und Plätze nach ihnen. Wir machen das nicht. Wir verurteilen sie, stellen sie vor Gericht und bringen sie ins Gefängnis.“

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Schöne Ansprache, doch leider unvereinbar mit der Realität, wie Rabbi Siegman so treffend festhält:

Der einzige Unterschied der mir dazu einfällt, ist, dass (nur) in Israel die Anführer von Terrorgruppen später Premierminister wurden [Menachem Begin und Yitzak Shamir]. Diese Unterscheidung von Netanyahu ist also falsch, sie ist einfach nicht wahr. Und, noch etwas – wie Benny Morris in seinem Buch „Righteous Victims“ auch erwähnt, wurde die gezielte Gewalt gegen Zivilisten von den jüdischen Terrorgruppen angefangen, und erst dann haben die arabischen Kämpfer das nachgemacht“.

The Partition of Palestine is illegal. It will never be recognized …. Jerusalem was and will for ever be our capital. Eretz Israel will be restored to the people of Israel. All of it. And for Ever.“

Menachem Begin, einen Tag nach dem die UN den Teilungsplan vorgelegt hat.

bombed King David Hotel 22 July 1946(zitiert in Iron Wall, Seite 25)

Begin war auch verantwortlich für das Attentat auf das King David Hotel im Juli 1946 (siehe Foto links)

Amy Goodman zeigt auch ein Interview mit Khalid Meshal, dem Chef von Hamas und fragt Siegman, ob die Hamas Israel als jüdischen Staat jemals anerkennen wird (den sie ja laut Gründungscharta „vernichten“ will, was ja immer als Grund dafür herhalten muss, dass Hamas-Führer als Monter stigmatisiert und ausgegrenzt werden).

Siegman hat mehrere Gespräche mit Meshal geführt und dabei wurde ihm gesagt, dass Hamas als Gruppe diese Anerkennung nicht leisten könne, aber bereit sei, in einer Regierung mitzuarbeiten, die Israel – als legitimen jüdischen Staat – akzeptiert – wenn das von einer Mehrheit der Palästinenser unterstützt werde.

Aber es gäbe einen noch wichtigeren Punkt, so Rabbi Siegman:

„… und das ist, warum diese Unterscheidungen so unaufrichtig sind – der Staat Israel erkennt aber nicht das Recht der Palästinenser auf einen Staat an; soll heißen – es gibt wichtige Parteien in Netanyahus Regierung, inklusive seiner eigenen (Likud), die bis zum heutigen Tag eine offizielle Plattform hast, die den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat abspricht – egal in welchem Teil des Landes. Und dann gibt es da noch die HaBayit HaYehudi, die ganz offen verkündet, es werde niemals einen solchen Staat geben.

Warum hat denn unsere Regierung oder sonst jemand nicht gesagt (Wie bei Hamas argumentiert wird): Mit solchen Parteien in der Regierung bist du kein akzeptabler Partner für Friedensverhandlungen, du bist eine Terrorgruppe, wenn du Gewalt zur Durchsetzung deiner Politik benutzt, wie Hamas es tut. Also, wir sehen die Heuchelei in der öffentlichen Debatte ist umwerfend.“

In der Tat, das ist so und Anne Will und ihresgleichen tun nichts dazu, diesen Zustand zu ändern, im Gegenteil – mit ihrem Papageien-Journalismus machen sie alles noch schlimmer …

Rabbi Siegman weiter:

Netanyahu„Netanyahu habe daraus nie einen Hehl gemacht bevor er Premierminister war, aber danach musste er so tun als ob Israel die „Zweistaatenlösung“ akzeptiert hätte. Und nicht nur das: er war auch gegen Friedensabkommen mit Ägypten, mit Jordanien, gegen jeden echten Schritt für eine Stabilisierung und mehr Frieden in der Region. Er wusste, es wäre nicht klug zuzugeben, dass Israel die Besatzung nie aufgeben wolle, also spielte er eben Theater …und sein eigener Vater sagte zu seinen falschen Beteuerungen:  „Das meinte er doch nicht wirklich … er wird Bedingungen verlangen, die die eine Einigung unmöglich machen.…

Siegman Israel provoked warAuf die Vorwürfe der ADL (Hamas Charta fordere die Zerstörung Israels etc..) als Reaktion auf Siegmans Artikel („Israel hat diesen Krieg provoziert“) reagierte Rabbi Siegman so:

„Ich würde hervorheben, dass das auch Israels Politik ist, einen palästinensischen Staat zu verhindern. Und deshalb haben sie sich bis an die Zähne bewaffnet, um diese Politik umzusetzen. Und der Unterschied zwischen Hamas und Israel ist, dass Israel es tatsächlich tut: sie verhindern ja seit Jahren diesen Staat [deshalb ja der Ausbau der Siedlungen unter allen Regierungen ] und die Palästinenser haben keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft während die Juden in einem wohlhabenden Staat leben mit einer Armee, dessen einziger Zweck darin besteht, den anderen Staat zu verhindern. Das ist ihr Mandat.“

Und obwohl die Besatzungsmacht rechtlich verpflichtet ist, für das Wohl der Unterdrückten zu sorgen, sie zu beschützen tun sie nichts dergleichen – traurig aber wahr. Die Soldaten dort schauen nur zu, wenn die Siedler gewalttätig sind, sie greifen nicht ein. „Das ist nicht unser Job – werden sie sagen. Unser Job ist die Juden zu beschützen.”

Ein oft gehörtes Argument von Israel-Unterstützern ist, dass es wegen des Holocaust, wegen der Verfolgung der Juden, verständlich sei, dass Israel mit massiver Gewalt gegen Hamas vorgeht. Darauf sagt Siegman:

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

Das akzeptiere ich gar nicht, weil die Lehre aus den Verfolgungen doch für mich ist – und das gilt sicher, wenn man der jüdischen Tradition folgt, jedenfalls bevor der Staat Israel entstand – dass man Menschen nicht s0 grausam behandeln darf.“

(Bild links oben ist ein Screenshot aus dem Film „Peace, Propaganda and the Promised Land, klicken Sie auf das Bild, um das Video anzusehen)

Rabbi Siegman weiter:

„Und die Hoffnung war doch immer, das Israel eine Modelldemokratie sein wird, nicht nur das sondern dass dort jüdische Werte im Sinne einer menschlichen Annäherung an diese Fragen praktiziert werden, in der Verfolgung von Gerechtigkeit usw.

Aber was mich am meisten ärgert, ist, wenn die Leute sagen: !Wie können Sie es wagen, die Nazi-Zeit (als Vegleich) ins Spiel zu bringen? Doch worum es hier wirklich geht, ist nicht, was die Nazis getan haben, sondern dass anständige Leute zusehen, wie Ungeheuerliches passiert, aber nichts dagegen tun.

Das ist die wichtigste Lektion aus dem Holocaust. Nicht Hitler und die SS, sondern die Öffentlichkeit, die es zuliess, dass diese Dinge passierten.

Und meine tiefe Enttäuschung ist, dass die Israelis diese Leute immer wieder wählen … und dass der Zionismus von Anfang an auf einer Lüge beruhte, auf einem Mythos – dass Palästina „ein Land ohne Menschen für ein Volk ohne Land“- sei. Doch der Zionismus hat dieses profunde moralische Dilemma in seinem Zentrum nicht aufgearbeitet, sondern stattdessen die Vertreibung von 700.000 Menschen organisiert ..und die Zerstörung ihrer Dörfer und Städte ..“

Ist das bei Ihnen angekommen, Frau Will, NDR-Redaktion? Mit Ihrer unterwürfigen Haltung (und fadenscheinigen Debatten) gegenüber Israel tragen Sie auch dazu bei, dass wieder und wieder „Ungeheuerliches“ passiert, aber diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativiert und legitimiert werden (nicht nur in Palästina auch in der Ukraine, in Syrien, etc.)

(Vielleicht könnten Sie aber auch einmal darüber sprechen, welchen Druck die Zionisten auf Journalisten machen, um sie zur Konformität zu bewegen?)

Zu ihrer Frage „Nimmt Israel zivile Opfer bewusst in Kauf? Lautet die Antwort: Ja, Ja und Ja. (Auch wenn Herr Dressler sich das „nicht vorstellen kann“- wie dämlich muss ein Botschafter in Israel sein?)

Die „Schlange“ (im biblischen Sinn – aber diesmal verhindert sie, dass vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen wird … ) in der Debatte war natürlich Herr Wolffsohn, der – brav nach Dr. Luntz PR-Manual – immer wieder seinen Respekt vor Todenhöfers Engagement betonte, um dann israelische Propaganda zu machen, also falsche Behauptungen zu verbreiten …allerdings clever als Fragen formuliert:

Warum beschießt die Hamas jetzt zu diesem Zeitpunkt Israel mit Raketen? Warum hat die Hamas – eigentlich ohne Grund – angefangen, Israel zu beschießen?

Netanyahus Behauptung, Israel sei (wieder einmal) „gezwungen“, auf die Raketen zu reagieren – mit denen ja „alles angefangen“ hatte – wurde ja auch von Frau Will ungeprüft übernommen. Auf diese Argumentation angesprochen sagt Rabbi Siegmann bei DN! in Richtung Netanyahu:

Occupation realityEs gäbe diese Raketen nicht ohne die Besatzung. Und die gibt es immer noch (so wird suggeriert), weil es keine Einigung … gibt, keine Gruppe, die für alle Palästinenser spricht. Und wenn sie dann eine Einheitsregierung bilden, wie es kürzlich passiert ist, dann versuchst du, sie zu zerstören. Du erkennst sie nicht an. Deshalb gibt es mehrere Gründe für das israelische Vorgehen. Ein hervorstechender ist, die neue Einheitsregierung zu torpedieren.

[was ja auch Finkelstein, Ilan Pappe und Gideon Levy konstatiert haben]

Auf die Frage, warum Netanyahu das denn wolle, folgt die Antwort, die alles erklärt und die wahren Absichten Israels offen legt:

They want all of Palestine.

Schreiben Sie sich das hinter die Ohren Frau Will .. und leider auch Sie, Herr Todenhöfer … der eine unglaubliche Naivität an den Tag legte und rhetorisch ziemlich schwach und defensiv wirkte, (auch wenn es ihn ehrt, dass er Sanktionen fordert) während Herr Dressler schwadronierte wie ein pensionierter General, aber leider meistens nur israelische talking points wiedergab (am Anfang behauptete er allen Ernstes, die vielen toten Zivilisten seien das Resultat moderner, quasi voll-automatisierter Kriegstechnik …).

Als die PLO-Vertreterin versucht, in einem Einwurf die Besatzung als Grund ins Spiel zu bringen, würgt Wolffsohn sie elegant ab. Dann folgt ein abgedroschener Talking-Point über den „Rückzug aus Gaza“ im Jahr 2005, der aber – dank der nicht vorhandenen, intelligenten Moderation von Frau Will – unwidersprochen bleibt. Rabbi Siegman hat auch dazu die passende Antwort:

Das ist natürlich kompletter Unsinn und zwar aus mehreren Gründen. Zunächst einmal wird Gaza (wie auch die West Bank) völlig von Israel kontrolliert…Israel könnte ja seine Umklammerung nicht durchführen, wenn sein Militär nicht das Gebiet umzingelt hätte. Niemand kann sich von dort wegbewegen, wo die Leute eingesperrt sind … ohne mit israelischen Soldaten in Berührung zu kommen. Ich habe deshalb noch keinen Völkerrechtler getroffen, der nicht gesagt hätte, Gaza sei immer noch besetzt. Das ist also völliger Blödsinn.” (Take that, Frau Will!)

Rabbi Siegman spricht aber noch einen wichtigen Punkt an, der in der Propaganda immer wieder auftaucht – und siehe da – auch von Herrn Wolffsohn bei Anne Will abgespielt wird:

Sinngemäß – Wir haben diesen Leuten Gaza überlassen und was haben Sie daraus gemacht? Anstatt etwas aufzubauen, basteln sie Raketen und streiten sich. Bei Wolffsohn klingt das so:

MW:Israel hat 2005 das beherzigt, was immer gesagt wird … Land für Frieden … und sich aus dem gesamten Gazastreifen zurückgezogen .. es gibt keinen einzigen, jüdisch-israelischen Siedler im Gazastreifen und 2005 war wirklich darauf programmiert, den GS zusammen mit der Westbank, mit der IR zu einem blühenden Gemeinwesen zu entwickeln (!) … als Reaktion sind Raketen gekommen und erst 2008 ist die Blockade gekommen … drei Jahre wurden vertan“

Frau Will hätte auf diesen antiquierten Propagandamist natürlich reagieren müssen, – z.B mit dem verräterischen Zitat von Dov Weissglas (Top-Berater von Netanyahu)

The significance of the disengagement plan is the freezing of the peace process,“

„And when you freeze that process, you prevent the establishment of a Palestinian state, and you prevent a discussion on the refugees, the borders and Jerusalem. Effectively, this whole package called the Palestinian state, with all that it entails, has been removed indefinitely from our agenda. And all this with authority and permission. All with a presidential blessing and the ratification of both houses of Congress.“

oder mit einem wichtigen – noch heute relevanten -Artikel von Avi Shlaim, der schon 2009 über die israelische Politik zu Gaza schrieb:

Die Entwicklung einer lokalen Industrie wurde aktiv behindert, um es für die Palästinenser unmöglich zu machen, ihre Unterdrückung durch Israel zu beenden und eine eigenständige Wirtschaft aufzubauen, ohne die es keine echte politische Unabhängigkeit geben kann.“

Soviel zu den Lügen von Wolffsohn über das „blühende Gemeinwesen“, das in Gaza hätte entwickelt werden können. Aber Israels Apologeten kommen damit durch, weil sie sicher sein können, dass von unseren Papageien-Journalisten kein Widerstand kommt … what a shame.

– aber nach dem Motto „gib dem intelligenten Journalismus keine Chance“ … blieb sie stumm und verkörperte stattdessen die Inquisition gegenüber der palästinensischen Vertreterin, die noch einmal versucht, die massiven Übergriffe Israels in der Westbank ins Spiel zu bringen ..die – als geplante Provokation, wie Siegman erklärt – zur Eskalation geführt haben.

Doch nur Todenhöfer greift das Thema auf und spricht vom Selbstverteidigungsrecht der Palästinenser und von Landraub .. er erwähnt auch, dass die IDF nachweislich menschliche Schutzschilder benutzt, aber Will schweigt dazu und Wolffsohn wirft ein, der Goldstone Report der UN sei widerrufen worden (stimmt, aber nur von Goldstone persönlich – nicht von der UN – weil Israel enormen Druck auf ihn ausgeübt hat, eben weil die Kriegsverbrechen darin bestätigt werden. Die drei anderen Mitglieder der Untersuchungskommission blieben bei den Aussagen des Berichtes)

Die friedlichen Demos von denen Todenhöfer träumt, finden ja statt, werden aber auch niedergeknüppelt. Dass Wolffsohn behauptet, Israel habe keine Alternative, als „zurückzuschießen“, weist ihn endgültig als Apologet für israelische Verbrechen aus.

Herr Dressler gewinnt aber das Ringen um die dümmsten Bemerkungen mit dem Satz:

Die Israelische Regierung (die die Entmilitarisierung von Gaza als Ziel erklärt hat) muss sich auf eine nicht quantifizierbare Strecke ihrer Bodenmilitäroffensive im Gazabereich einstellen u. das bedeutet, der ganze Konflikt ist … nicht mehr kalkulierbar.. der Schmerz ist noch nicht schlimm genug, dass sie reden“

Herr Dressler, sie können Ihren Allerwertesten darauf verwetten, dass die IDF und die Zionistenführung ganz genau kalkuliert haben, was sie in Gaza tun und sich im stillen Kämmerlein über Leute wie Sie köstlich amüsieren.

Auf die Frage von AW: Wird Israel den Siedlungsbau stoppen? antwortet Wolffsohn:

1 Camp David generous offer scamEinstweilen nicht .. die Siedler halten sich jedoch nur „ in einem eng begrenzten und klar definierten Raum“ auf (!) und man könne ja später Gebiete tauschen – auch diese extremen Lügen werden von Frau Will als seriöse Antwort zugelassen .. und dann kommt sie auch noch mit dem ultimativen Propagandasatz „Hamas … will Israel von der Landkarte löschen! ..“ (Das war auf Ahmadinejad im Iran bezogen doch von dem stammt der Satz aber auch nicht, Frau Will!)

Auch darauf hat ja Rabbi Siegman schon geantwortet … Israel hat Palästina als eigenständiges, arabisches Land zerstört, also von der Landkarte gelöscht und nicht umgekehrt und beansprucht das ganze Land für sich … das ganze Theater mit den „Friedensverhandlungen“ war und ist also eine unerträgliche Farce …doch unsere Medien tun immer noch so, als ob Israel es ernst meinen würde …

Vielleicht das schlimmste Statement von Frau Will – wo sie quasi den journalistischen Offenbarungseid geleistet hat – war aber auf den Satz von Herrn Todehöfer „Ich muss doch sagen, was ich dort gesehen habe“ – (eine „Bombardierungsorgie“) so zu reagieren:

Wieso müssen Sie das? Wem ist damit gedient, wenn Sie diese Position einnehmen?

MLKpanel4Frau Will, Herr Todenhöfer meinte damit, er sei als Journalist verpflichtet, die WAHRHEIT zu berichten, denn nur dann können die Zuschauer erkennen, wer im Recht und wer im Unrecht ist.

Haben Sie davon schon einmal etwas gehört? Das dieses Suchen nach der Wahrheit die oberste Pflicht des Journalisten ist? Besonders wenn Menschen sterben? Und dass es ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit und ohne Gerechtigkeit keinen Frieden geben kann? Es sieht nicht so aus …

Aber dank Sendungen wie dieser … darf die subtile Verblödung der Zuschauer ungestraft weiter gehen .. und auch der Massenmord in Gaza. Nochmal Rabbi Siegman zum Schluss:

Kein Land und kein Volk würde so ein Leben akzeptieren, wie man es den Menschen in Gaza zumutet. Und deshalb ist dieser moralische Vergleich, der Israel als überlegen präsentiert (weil es sich „verteidigen“ muss) und die Palästinenser in Gaza u. Hamas als Angreifer hinstellt, unzulässig.

Unsere Medien kümmern sich nie darum, dass diese Menschen auch ein Recht darauf haben, ein normales, würdevolles Leben zu führen.“

 

 

 

 

 

 

Witness to an International Crime: Israeli State Terrorism in Gaza *****

http://www.commondreams.org/view/2014/07/16-7

 

INVERTED REALITY: Die Symphonie des Grauens als „Selbstverteidigung“

yalhelou0725Tausende Palästinenser sind vor den schweren Bombenangriffen auf Wohngebiete geflüchtet und haben in Gebäuden Schutz gesucht, die nach den Regeln des Kriegsrechts – und der Menschlichkeit – nicht als militärische Ziele in Betracht kommen: Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Gebäude, die von UN-Hilfsorganisationen verwaltet werden.

Doch die fanatischen, von Gott auserwählten „Eigentümer“ des scheinheiligen Landes kennen keine Gnade und keinen Anstand, für sie sind alles und jeder in Gaza legitime „Ziele“ ihrer Gewaltorgie und warum sollten sie auch moralische Skrupel haben, wen sie seit Jahrzehnten damit durchkommen?

Wenn selbst die Kommissarin für Menschenrechte der UN, Navy Pillay nur mehr vage andeuten darf, dass hier Kriegsverbrechen stattgefunden haben „könnten“, während der zweite Teil des Statements- dass das Abfeuern der Raketen aus Gaza keine Rechtfertigung für die Kriegsverbrechen auf israelischer Seite seien – schon gar nicht mehr in den meisten Medien erwähnt wird.

Die hohlen Phrasen unserer vor Israel kuschenden Politiker über „Besorgnis“ und geforderte „Zurückhaltung“ kann niemand mehr hören. Ebenso unerträglich ist das brave Wiederholen der israelischen Propaganda über das „Recht zur Selbstverteidigung“ und das Märchen, die Gewalt habe – wie immer – mit den Raketen aus Gaza bzw. der bösen Hamas angefangen …

MSF stop bombing helpless civiliansDas israelische Militär hat mehrmals Krankenhäuser bombardiert – ein erschreckendes Zeugnis der Unmenschlichkeit der Kommandeure und der Indoktrination der Soldaten, aber leider nichts Neues – und dabei wurden natürlich Menschen getötet und hunderte verletzt. Das Schlimme ist, wenn man täglich solche Meldungen hört, stumpft man langsam ab, die Gewalt wird beinah zur Routine.

Deshalb möchte ich hier einige Schicksale erwähnen, die diese Abstumpfung verhindern sollen:

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ....

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ….

Am Donnerstag wurde ein kleiner Junge, Muhammad al-Durra Krankenhaus in Gaza City getötet. Sein Name war Ibrahim al-Sheikh Omar und er befand sich nach einer Operation in der Intensivstation, als vor dem Krankenhaus eine Bombe explodierte. Durch die Bombensplitter, die seinen Kopf trafen, wurde der Ibrahim (auf grauenvolle Weise) getötet. (30 weitere Palästinenser wurden verletzt).

Was soll man dazu sagen?

Dieses Kind wurde quasi zweimal ermordet. Beim ersten Mal klappte es nicht (er überlebte), aber dann im Krankenhaus, hat man ihn doch noch „erledigt“. Ein Palästinenser weniger, der den Auserwählten das Land streitig machen kann, wenn er groß ist und vielleicht auch zu den bewaffneten Widerstandsgruppen geht. Aus der zynischen Perspektive des israelischen Militärs hat man „präventiv“ einen eventuellen späteren „Terroristen“ ausgeschaltet.

Aber vielleicht das Schlimmste ist, mein erster Gedanke zu dieser Geschichte war: Jetzt hat er es hinter sich, das Leben in diesem zerbombten, belagerten Gefängnis ohne Würde und ohne Zukunft; ohne Menschenrechte und Hoffnung, dass in seinem Ghetto-Land einmal eine „humanitäre Intervention“ stattfinden wird. Damit meine ich nicht Vorwand für einen Krieg, sondern ein konzertiertes internationales Eingreifen wie es gegen den Unrechts- und Apartheidstaat Südafrika stattfand (der bis zuletzt von den USA unterstützt wurde …)

Auch Ärzte werden schwer verletzt, während sie am OP-Tisch stehen und operieren. Die IDF bombardiert ein Hospital, in dem Behinderte liegen, die nicht transportfähig sind. Aber das ist doch kein Problem, man telefoniert ja vorher mit dem Direktor des Krankenhauses an, und kündigt den Angriff an – das ist doch human, oder?

wounded children on floor in hospitalKann man sich so etwas bei uns überhaupt vorstellen? Krankenhäuser sind doch Orte, wo Menschen umsorgt, gepflegt und geheilt werden sollen. Kranke Menschen, die auf die Hilfe und Fürsorge anderer angewiesen sind und deshalb besonderen Schutz brauchen. Doch für Palästinenser gilt die Inanspruchnahme dieser Menschlichkeit anscheinend nicht. Sie sind ja nur jene “Ziele”, die – laut unseren Nachrichten – „Israel wieder bombardiert hat“ und es reicht doch völlig, einfach zu behaupten, Hamas habe diese geschützten Gebäude für ihre Zwecke missbraucht. Beweise braucht man nicht und niemand wundert sich darüber, dass trotz dieser ungeheuerlichen, taktischen „Präzision“ weiterhin Raketen abgefeuert werden.

PIGS MAY FLY

Das Theater mit dem Flughafen Ben Gurion wäre geradezu lachhaft, wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre. Zuerst läuft die israelische PR-Maschinerie auf Hochtouren, um der Weltöffentlichkeit die absurde Darstellung einzutrichtern, die Raketen aus Gaza (bzw. deren Gefährlichkeit für die Bevölkerung) seien auch nur annähernd vergleichbar mit dem gigantischen Zerstörungsarsenal der IDF, das in Gaza eine Hölle auf Erden erzeugt.

Dann, als die Welt darauf hereinfällt und Flüge nach Tel Aviv gestrichen werden, beeilt man sich, zu versichern, wie „sicher“ doch der Flughafen (und Israel überhuapt) sei. Wenn der mit allen Wassern gewaschene „Regierungssprecher“ Mark Regev dabei zu stammeln anfängt, weiß man, dass Israel in diesem Fall Opfer der eigenen Propaganda wurde.

Gideon Levy„Ein Konflikt zwischen einem Elefant und einer Fliege“, so bezeichnete der israelische Journalist Gideon Levy kürzlich die Kräfteverhältnisse zwischen den Widerstandskämpfern in Gaza und der viertstärksten Armee der Welt.

Er lehnte sich aber noch weiter aus dem Fenster und schrieb einen Artikel mit der Überschrift:

Israel’s Real Purpose in Gaza Operation? To Kill Arabs.

In dem er als wahres Ziel der israelischen „Militäroperationen“ in den letzten 30 Jahren die Tötung von Arabern (so viele wie möglich) anprangert. Die Realität sei brutal: immer tötet Israel sehr, sehr viele Zivilisten, mit grauenerregenden Szenen, mit unverhältnismäßigen Mitteln und der palästinensische Widerstand versucht, zurückzuschlagen, doch in Bezug auf die Ausrüstung und militärischen Fähigkeiten, es sei ein Aufeinandertreffen von einem Elefant und einer Fliege.

Levy, der mutige Kommentator der israelischen Zeitung Haaretz, antwortete in einem Interview auf die Frage, wie denn die Stimmung in Tel Aviv sei, angesichts des angeblichen Raketenhagels aus Gaza:

Im Süden des Landes haben die Leute mehr Angst (weil sie näher am Gazastreifen sind). Heute Morgen hörten wir zweimal die Sirenen in Tel Aviv und fünf Minuten später war alles wieder normal. Ich sage nicht, dass die Leute überhaupt keine Angst haben, aber im Großen und Ganzen geht das Leben weiter wie bisher. Die Leute gehen weniger aus, aber es ist nicht vergleichbar mit den Tagen der Selbstmordanschläge, wo Busse explodiert sind, etc. Damit will ich nicht andeuten, dass das Routine werden soll, aber verglichen mit dem Leiden in Gaza, ist das hier wirklich Kinderkram. Und Gott-sei-Dank gibt es ja praktisch keine zivilen Opfer in Israel.[…]“

Die abgedroschenen Sprüche von Premierminister Netanyahu, wonach der angebliche Zweck der Belagerung, die Verhinderung des Waffenschmuggels sei, habe – so Levy – offensichtlich nicht funktioniert, aber die Menschen in Gaza dadurch zermürbt und in die Ecke und der Verzweiflung und der Gewalt gedrängt werden.

Zu den Bemerkungen Netanyahus* „Israel muss doch (auf die Raketen) reagieren“ erwiderte Levy:

the real terrorist*(Netanyahu bringt seit Jahren den gleichen Spruch, wenn er interviewt wird: Was würden Sie tun, wenn ihre Städte von Raketen beschossen werden? Was würden Sie sagen? …usw. Doch kein Journalist hat je geantwortet: Ich würde mich fragen, warum? Warum schießen Sie auf uns? Was haben wir getan, um diese Gewalt zu provozieren? Doch diese Frage – und vor allem die Antwort darauf, will niemand hören …)

Natürlich muss sich Israel verteidigen, aber Herr Premierminister, womit hat es angefangen? Sind diese Raketen nur rein zufällig auf unsere Köpfe gefallen? Gibt es dazu keine Kontext?

Gab es da nicht den Abbruch der politischen Gespräche durch Israel, das sich weigert, einige Gefangene freizulassen, die seit vielen Jahren inhaftiert sind? Gab es da nicht eine Kriegserklärung an Hamas in der West Bank (nach der Entführung dreier israelischer Jugendlicher), wo 500 Hamas-Aktivisten festgenommen wurden, die nichts mit der Entführung zu tun hatten?

Hat Israel nicht die Gehaltszahlungen an 40.000 Hamas-Angestellte in Gaza blockiert? War Israel nicht gegen die Einheitsregierung? Und dachte Israel wirklich, all das würde einfach so durchgehen und Hamas würde sich das alles gefallen lassen? […]“ (Natürlich hat Israel das nicht gedacht, sondern bewusst provoziert, das weiß auch Levy …)

Das sind genau jene Fragen, die unsere Papageien-Journaille nicht gestellt hat und stattdessen die – nicht einmal besonders intelligente – Propaganda Israels so lange wiederholt, bis sie selbst daran glaubt … Und wer es besser weiß und trotzdem mitmacht, sollte vielleicht das Ressort wechseln (Sport oder Society?), wenn er die Verantwortung für die Wahrheitsfindung, also die journalistische Ethik im Rahmen der Außenpolitik nicht tragen will.

Gideon Levy sagte zu den Forderungen von Hamas (Waffenstillstand ja, aber nicht unter Beibehaltung des Status Quo, vor allem der unmenschlichen Belagerung):

Sie verlangen Freiheit für Gaza, sie fordern die Belagerung zu beenden. Kann man sich eine gerechtere Forderung vorstellen? Dient es nicht auch den Interessen Israels, Gaza in Freiheit zu sehen, das seine Wirtschaft aufbaut und nicht unter diesen unmenschlichen Bedingungen im größten Käfig der Welt lebt, was nur mehr Hass und Gewalt erzeugt? Es liegt also nun bei uns, zu entscheiden … wie es weitergeht.“

KINDER OHNE ZUKUNFT

2 gaza victimsEin Kind aus Gaza, das nach der Jahrtausendwende geboren wurde, erlebt bereits den dritten (2009, 2012 und 2014) massiven Bombenangriff und muss mitansehen, wie seine Freunde, Verwandten und Nachbarn auf grauenvolle Weise verletzt und getötet werden. Tausende Häuser wurden zerstört, mehr als 140.000 Menschen sind auf der Flucht – nur wohin soll man fliehen, wenn die Grenzen alle gesperrt sind und selbst die notdürftigen Flüchtlingseinrichtungen der UNRWA (eigentlich Schulen) angegriffen werden? Obwohl deren exakte GPS-Koordinaten der IDF bekanntgegeben wurden und die blaue UN-Flagge dort weht?

Die IDF haben ja schon 2008/2009 absichtlich –stundenlang UN-Einrichtungen (die UNRWA-Einsatzzentrale am 15. Jänner, wo sich etwa 700 Personen befanden und am 17. Jänner die UNRWA-Schule in Beit Lahiya, wo ca.1600 Flüchtlinge Schutz gesucht hatten) mit weißem Phosphor angegriffen, (während der ganzen Zeit telefonierten die UNRWA-Mitarbeiter unaufhörlich mit der IDF, um die Angriffe zu stoppen). Ein doppeltes Kriegsverbrechen – doch Israel kann sich alles erlauben (was die Zionisten nur darin bestärkt, dass sie allen anderen überlegen sind ..) und man muss wieder betonen, dass jeder Journalist, der die israelische Propaganda übernimmt, sich zum Komplizen dieser Verbrechen macht.

Wie ein programmierter Roboter behauptete die israelische Regierung natürlich sofort, Hamas habe von dort auf israelische Soldaten geschossen. Doch wir wissen ja, dass diese reflexartige Lüge dem selbstgerechten Zionisten sehr leicht über die Lippen kommt und weder HRW noch andere Untersuchungen haben irgendwelche Hinweise gefunden, die diese absurden Behauptungen untermauern würden.

Rain of Fire HRW 2009„In einem Bericht von UNRWA (zitiert von HRW) hieß es damals:

“Phosphorbomben – ein hoch (selbst-)entzündliches Material – setzte die -Werkstatt und zwei große Lagerräume in Brand, in denen humanitäre Hilfsgüter aufbewahrt wurden (Lebensmittel und medizinisches Versorgungsmaterial). Die dichtbepackten Mehlsäcke brannten noch nach 12 Tagen, bis 27. Jänner.“

Wer ist so ein Arschloch und zerstört ein Lager für dringend benötigte Hilfsgüter für Menschen, die in einem riesigen Gefängnis leben müssen? Und dann nochmal in Schutzeinrichtungen bombardiert werden, nachdem ihre Häuser zerstört wurden?

Laut Wikipedia sterben Menschen, die mit dieser grausamen (und in zivilisierten Ländern verbotenen) Waffe attackiert werden, einen grauenhaften Tod:

Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da Phosphor in Brandbomben jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt wird, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder Intoxikation zu Tode gekommen sind.“

KINDER ALS TRAUMATISIERTE GEFANGENE

unrwa_school_sequence-34Dass diese Kinder in einem Freiluftgefängnis aufwachsen, aus dem es kein Entkommen gibt und dass völlig von der Gnade Israels abhängig ist, wird in unseren Medien so gut wie nie erwähnt und auch die Politik schaut lieber weg, wenn es um die Unmenschlichkeit der Blockade geht, die jetzt seit Jahren von Israel verhängt wurde.

Dass zigtausende Kinder in Gaza extrem traumatisiert sind, wird immer wieder von Kinderpsychiatern bestätigt, aber das interessiert hier niemand, denn nur wenn die „Raketen“ wieder aus Gaza abgefeuert werden, beschäftigen sich die Medien überhaupt mit diesem Riesenghetto am Mittelmeer.

Jeden Tag werden die Toten gezählt (wir nähern uns der Zahl eintausend – und vorher wird Israel auch nicht Halt machen), aber so traurig diese Zahlen sind, sie berühren uns kaum, weil die toten Palästinenser – dank unseren sterilen „Nachrichten“ keine Namen, keine Gesichter und kein Schicksal haben. Dafür sorgen unsere Papageienjournalisten und nennen das dann „objektive Berichterstattung.

Dass immer die israelische Perspektive dominiert, fällt gar nicht mehr auf, das ist ja schon Routine. Netanyahu, Obama und Kerry sondern ihre verlogenen Sprechblasen ab und die Presse tut so, als ob diese leeren Phrasen noch mit der grausamen Realität in Einklang zu bringen wären:

bombed Gaza_Al Aqsa hospital 2207Am Montag wurde das Al Aqsa Krankenhaus in Deir-Al-Balah von israelischen Panzern mit Granaten beschossen. 70 Palästinenser wurden dabei getroffen. Das Bombardement dauerte fast den ganzen Tag an und führte zum Tod von fünf Patienten, während weitere Kranke, Besucher und medizinisches Personal verwundet wurden.

Das Krankenhaus wurde so schwer beschädigt, dass keine effektive medizinische Behandlung mehr möglich ist und auch keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden können. In der ersten „Runde“ des Angriffes wurden die Operationsräume zerstört, in der Folge wurden dann auch noch die bildgebende Diagnostik (Röntgen, etc.) und die Entbindungsstation in Schutt und Asche gelegt.

Die Verletzten und Kranken (die transportfähig waren) mussten also mit Rettungswägen zu anderen Hospitälern gebracht werden. Doch zwei Rettungsfahrzeuge auf dem zum Shifa-Krankenhaus wurden ebenfalls von israelischen Panzergranaten (absichtlich) getroffen. Die grotesken Stellungnahmen der israelischen Regierungssprecher (wie Mark Regev) zu diesen Kriegsverbrechen auch nur wiederzugeben, ist schon ein Affront für die Intelligenz der Leser bzw. Zuschauer, was aber unsere Roboter-Journaille nicht daran hindert, sie zu zitieren (Klartext: bombardiere was du willst und behaupte danach einfach, Hamas war dort tätig und niemand wird dir widersprechen … )

Stellen wir uns einmal unsere Ärzte vor, die während einer Operation mit Granaten beschossen werden und dann mitansehen müssen, wie ihre Kollegen und Patienten in Blutlachen liegen … dann fehlt auch noch medizinisches Material u. Strom gibt es nur sporadisch … Patienten (die nicht weggebracht werden konnten) wurden ins Erdgeschoß verlegt (die oberen Stockwerke sind weitgehend zerstört), wo sie seitdem in ständiger Angst vor neuen Attacken dahinvegetieren ….

victims of zionismMSF meldete kürzlich, dass mit 10 Bombenangriffen pro Stunde die Brutalität der „Militäroperation“ von 2012 noch übertroffen werde: in nur zwei Tagen wurden so viele Bomben abgeworfen, wie damals in einer Woche …nach letzten Meldungen stirbt jetzt jede Stunde ein Kind. Davor hatte Nicolas Palarus, der MSF Koordinator in Gaza die offiziellen Angaben Israels, die „Bodenoffensive“ diene der Zerstörung von Tunnels nach Israel, Lügen gestraft: „“Was wir hier sehen, ist rücksichtloses Bombardieren und dass jene, die sterben, Zivilisten sind.“

Nur ca. 4-6 Stunden Strom am Tag, verunreinigtes Trinkwasser, defekte Abwassersysteme, zerbombte Häuser, Schulen und Moscheen, Tag und Nacht die Drohnen am Himmel, Granatenbeschuss aus Panzern, zu wenig Treibstoff für die Rettungsfahrzeuge, und die Welt schaut zu … was ist das für ein Leben?

Robert Fisk berichtete vor kurzem, dass ein Mitarbeiter von „Ärzte Ohne Grenzen (MSF)“ in Gaza die Arbeit dort mit „dem Zusammenflicken von Folteropfern in einem Open-Air-Gefängnis“ verglich, wen wundert das?

Al Aqsa war das einzige Krankenhaus, das eine medizinische Versorgung für geschätzte 350.000 Menschen in Flüchtlingslagern und umliegenden Dörfern und Städten möglich machte. Die medizinischen Einrichtungen stehen vor dem Zusammenbruch, wie auch der norwegische Arzt Dr. Mads Gilbert betont und seine Worte sind es wirklich Wert, gelesen zu werden:

Die letzte Nacht war extrem. Die „Bodeninvasion“ führte zu ganzen Wagenladungen von verletzten, auseinandergerissenen, blutenden, zitternden, sterbenden Palästinensern, mit allen nur vorstellbaren Verwundungen, in allen Altersgruppen, alle Zivilisten, alle unschuldig.

Die Helden in den Krankenhäusern und Ambulanzen arbeiten in 12-24 Stunden-Schichten, sie sind schon ganz fahl vor Müdigkeit und der unmenschlichen Arbeitsbelastung (im Shifa Hospital bekommt das medizinische Personal seit vier Monaten kein Gehalt mehr). Sie versorgen die Verwundeten so gut es geht, versuchen das furchtbare Chaos aus Körpern, Gliedmaßen, Mensch kann-noch-gehen, kann-nicht-mehr-gehen; atmet noch, atmet-nicht-mehr, blutet noch oder blutet nicht … zu verstehen!

Ja – es sind Menschen! Menschen, die jetzt wieder wie Tiere behandelt werden von der „moralischsten Armee der Welt“

DIME victimEr beschreibt die „Blutlachen im Operationssaal“, die noch nicht weggewischt werden konnten und es kommen schon die nächsten zerschossenen Körper, verstümmelten Kinder .. Selbst für ein gut ausgerüstetes Krankenhaus wäre diese hohe Zahl an Verwundeten eine Herausforderung, aber für die angespannten Verhältnisse im Gaza-Gefängnis ist es ein medizinischer Albtraum … doch alle tun, was sie können .. keine Zeit zum Jammern.

Dr. Gilbert hat in seinem Leben schon mehr Blut und zerstörte Körper gesehen, als wir uns es je vorstellen können, aber selbst ein Mann wie er ist von der Grausamkeit Israels überwältigt und gesteht, dass er die Tränen nicht mehr zurückhalten kann:

„ Ich bin alleine hier … und diese warmen, nutzlosen Tränen aus Schmerz und Trauer, Wut und Angst fließen aus mir heraus .. Das kann doch alles nicht wahr sein!” Und dann beginnt das Orchester der israelischen Kriegsmaschinerie wieder seine Symphonie des Grauens zu spielen … Artilleriesalven von den Kriegsschiffen, die dröhnenden F-16 Kampfjets, das ständige Summen der Drohnen in der Luft und das Bodenecho der Apache-Kampfhubschrauber … so viel davon aus den USA … und dann sein Appell and den amerikanischen Präsidenten:

„Herr Obama, haben Sie ein Herz?

Ich lade Sie ein, verbringen Sie nur eine Nacht mit uns in Shifa. Vielleicht als Reinigungskraft verkleidet? Ich bin mir sicher, dass würde den Lauf der Geschichte verändern …

die Ströme aus Blut werden auch in der kommenden Nacht weiter fließen. Ich höre schon, sie haben ihre Mordinstrumente bereits gestimmt […]

Das sind authentische, emotionsgeladene Aussagen eines Arztes, der mit eigenen Augen sieht, welche unmenschlichen Massaker in Gaza stattfinden. Wir brauchen diese Emotionen, damit Empathie mit den Opfern dieser Barbarei entstehen kann. Und Zorn über die Täter, der uns aktiv werden lässt, etwas dagegen zu tun (siehe Georg Schramms Papst-Zitat über „die Vernunft, die sich dem Bösen mehr entgegenstellen kann, wenn ihr der Zorn dienstbar zur Hand geht“).

Doch den Journalisten wurde eingetrichtert, sie müssen eine sterile Sprache verwenden, deshalb hören sie sich auch an wie Maschinen, die mit PR-Informationen gefüttert wurden, aber nicht mehr wie mitfühlende Menschen. What a shame. (Hätten sie im Dritten Reich auch geschrieben „Hitler griff wieder Ziele in Polen an? Dass Israel  die „ab heute wird zurückgeschossen“ Lüge Hitlers permanent anwendet, ist ja auch kein Thema)

Philip Luther von Amnesty International sagte zu diesen barbarischen Angriffen:

Es gibt zu keiner Zeit eine Rechtfertigung für den Beschuss medizinischer Einrichtungen. Diese Angriffe unterstreichen die Notwendigkeit einer sofortigen, unabhängigen Untersuchung im Auftrag der Vereinten Nationen.“

Schön und gut, aber wir wissen ja alle, wer bei der UN immer das letzte Wort hat (sicher nicht der Waschlappen Ban-Ki-Moon).

israeli-impunityMeanwhile, spricht der israelische Botschafter in den USA davon, dass die IDF den Friedensnobelpreis verdiene, wegen ihrer unvorstellbaren „Zurückhaltung“ (!). Wie ich schon oft betont habe, diese pathologische Form der zionistischen Selbstgerechtigkeit ist ungeheuerlich und wird durch die beschämende Unterwürfigkeit unserer Journaille noch unterstützt.

Wie diese „Zurückhaltung“ in der Realität aussieht, konnte man vor einer Woche sehen:

Murdered Bakr Boys Gaza BeachVier palästinensische Kinder, zwischen 9 und 11 Jahren (alle miteinander verwandt (Cousins) die am Strand Fußball spielten, wurden am 16. Juli mit Granaten beschossen und starben kurz darauf. Da es in diesem Fall selbst den „Freunden Israels“ schwer fallen dürfte, mit dem „Hamas-war-da“-Totschlags(schein)sargument zu kommen und außerdem der Vorfall von zahlreichen Auslandsjournalisten, von ihrem Hotel aus, auch noch beobachtet wurde, ist Leugnen dieses eindeutigen Verbrechens sinnlos. Einer von ihnen hatte zuvor noch mit den Jungen Fußball gespielt.

Palestinians mourn over the body of boys from the Baker family, whom medics said was killed with three other children from the same family by a shell fired by an Israeli naval gunboatDie Journalisten leisteten Erste Hilfe, doch leider überlebten Ismail Mahmoud Bakir, 9 Jahre alt;  Ahed Atef Bakir und Zakariya Ahed Bakir, beide 10 Jahre, und Mohammad Ramiz Bakir, 11, den Angriff nicht.

(Aber vielleicht hat Hamas ja den Fußball bezahlt?!)

Doch Israel kann in solchen Fällen immer auf seine getreuen Diener in der Presse zählen, die den Vorfall entweder ganz verschweigen oder – häufiger – zwar erwähnen, aber unter „ferner liefen“: also weiter hinten in einem Artikel wird diese Meldung dann „vergraben“, während ein anderes – „Israel-freundliches“ Thema (das Israels Verhalten in einem moralischen Licht erscheinen lässt) in der Schlagzeile dominiert. Z.B. die Tageschau, also die ARD ist stets darauf bedacht, bloss keine „anti-israelische“ Stimmung aufkommen zu lassen:

Lyon protest media complicity Isr terror

Demo In Lyon: Gaza unter Bomben, Frankreich unter Zensur: Hollande und die Medien sind Komplizen der Apartheid

Alle „Informationen“, die die Tagesschau-Redaktion hier verbreitet, stammen von israelischen Behörden bzw. der IDF und sind somit alles andere als glaubwürdig, doch die deutsche Presse übernimmt diese Darstellungen ohne Zweifel oder Kritik und verstärkt das PR-Märchen von der ewigen, gerechtfertigten „Selbstverteidigung“. Aber es kommt noch dicker: In einer sogenannten „Analyse“ werden sämtliche Propaganda-Talking Points Israel heruntergebetet und Hamas wieder alle Schuld in die Schuhe geschoben. Kein Wort von der brutalen Besatzung, von allem was Gideon Levy oben (und ich im letzten Beitrag) erwähnt haben. (Nur die viel zu kurzen Statements von Herrn Lüders sind seriös). Aber der größte Witz kommt am Schluss:

Der langjährige Geheimdienstchef von Saudi-Arabien, Prinz Turki al Faisal, warb in einem Gastbeitrag in der israelischen Zeitung „Haaretz“ für den Plan der Liga. Und nicht nur das: Das Mitglied der saudischen Königsfamilie schrieb über einen Traum vom friedlichen Zusammenleben der Religionen und Völker im gesamten Nahen Osten, wo der Handel, die Wissenschaft sowie Kunst und Kultur neu erblühen könnten. Einen Traum, der in weiter Ferne liegt.“

Damit haben wir den Beweis, dass hier Idioten am Werk sind (wer meine Beiträge über Saudi Arabien und seine jahrzehntelange Rolle in der Heranzüchtung islamistischer Extremisten gelesen hat, (inklusive der Kopf-abhackenden Takfiris in Syrien bzw. jetzt im Irak), und vor allem den Artikel von Seymour Hersh, The Redirection, kennt, kann sich nur totlachen über diesen gefährlichen Schwachsinn.

Auch das ZDF stimmt in den Papageien-Chor ein, der immer nur in „Z-Dur“ singt (Z- für Zionismus-Propaganda):

Beim Beschuss eines Küstenstreifens durch ein Kriegsschiff sollen auch vier Kinder ums Leben gekommen sein, sagen die Palästinenser“ Diese zweifelnde Formulierung (auch gerne vom ORF verwendet) wird aber nie bei israelischen Meldungen benutzt und der Kontext ist wieder die böse Hamas, die an allem schuld ist:

„Israel erhöht den militärischen Druck auf die Hamas. Gezielt werden die Häuser von Anführern der radikalislamischen Palästinenserorganisation angegriffen. Auch vier Kinder sterben.“ 

Bakir Boy killed on Gaza beachMit dieser Einleitung wird suggeriert, dass der Tod der vier Kinder von Hamas zu verantworten sei, eine ungeheure, propagandistiche Verzerrung der Realität. Dass „der gezielte Angriff“ auf die Wohnhäuser von Hamas-Anführern auch ein Kriegsverbrechen ist und dabei als kollektive Bestrafung (Sippenhaftung bei den Nazis) absichtlich Familienmitglieder getötet werden, erwähnt die schäbige ZDF-Redaktion nicht. Ganz im Sinne Israels also.

Dann geht es wie gewohnt weiter („Fliege und Elefant“ werden als militärisch ebenbürtige Gegner präsentiert, wobei der Elefant quasi niemand auf die Füße treten will, doch er muss sich doch gegen die „radikale“ und „fanatische“ Fliege verteidigen.

Auch die Hamas feuerte am Mittwoch wieder Dutzende Raketen auf israelisches Gebiet ab. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Am Mittwoch hatte die radikalislamische Palästinenserorganisation auch offiziell den ägyptischen Dreipunkteplan zur Beendigung der Gewalt abgelehnt.“

Was in dem Plan steht und warum Ägyptens neue (plötzlich salonfähige) Militärdiktatur für Hamas als scheinbarer „Vermittler“ völlig inakzeptabel ist, wird nicht erklärt. Dass dieser Plan (in Wahrheit von der hochbezahlten Polit-Hure Tony Blair verfasst) nur den Zweck hatte, die Ablehnung von Hamas sicherzustellen, damit Israel „gut dasteht“ und einen Vorwand für die Intensivierung der Angriffe hat, haben intelligente Journalisten begriffen, das ZDF Papageien-Team aber offensichtlich nicht. Wie denn auch, ihre Souffleusen sitzen doch in PR-Firmen die für Israel arbeiten …

Und auch der ORF praktiziert diese feige und bequeme Art des „truth-avoiding-journalism“, die der britische Journalist Nick Davies in seinem Buch „Flat Earth News“ kritisiert. Im Archiv des ORF wurde der Beitrag über die getöteten Kinder bereits gelöscht, aber es wurde die gleiche Methode des „perception management“ angewendet und das Märchen von den Raketenangriffen der Hamas (als Ursache des Konfliktes) erzählt, ja sogar als „Hintergrund“ verkauft:

Auslöser der jüngsten Gaza-Krise war das Raketenfeuer der Hamas auf israelische Städte und Ortschaften gewesen. Die Bewohner Südisraels sind schon seit vielen Jahren den Raketen ausgesetzt, dazu kommt jetzt eine neue Bedrohung durch unterirdische Gänge, die ganz nahe an grenznahe Dörfer heranreichen.“

Doch immerhin durfte Michael Lüders ganze fünf Minuten in der ZiB 2 (Sendetermin 22 Uhr) im Telegramm-Stil sprechen und was er sagte, war sehr wichtig.

Lüders transkriptEs deckt sich mit der Kritik von Gideon Levy und anderen Analysten, die wissen welches Spiel hier von Israel und den Medien gespielt wird. Allerdings kann ein Mini-Interview mit Lüders zwar den Anschein der „Ausgewogenheit“ erwecken, doch der hält einer seriösen Prüfung nicht stand, weil der ORF – wie die anderen Medienschafe auch – natürlich der pro-israelischen Perspektive sehr viel mehr Sendezeit einräumt, als – wenn überhaupt – den Kritikern und Historikern, die genau wissen, wie verlogen und selbstgerecht die Zionisten sind und wie sie die Medien steuern.

Gideon Levy entlarvte ja auch den Irrsinn der „Operation Protective Edge“, indem er u.a. pensionierte IDF-Generäle zitiert, die ohne mit der Wimper zu zucken, folgendes in der Öffentlichkeit von sich geben: „Wenn wir ihre Familien umbringen, wird ihnen das Angst einjagen (Generalmajor i.R. Oren Shachor).

Jedenfalls wird klar, dass die Ermordung der vier Kinder auf dem Strand kein Versehen war und ich wette, die Tatsache, dass dieses Verbrechen vor den Augen von Journalisten stattfand (ohne dass Israel dadurch Konsequenzen fürchten muss) hat den Kommandeuren noch besondere Genugtuung bereitet.

Was für ein perverses, enormes Macht- bzw. Überlegenheitsgefühl muss das sein, wenn man täglich 100 eingepferchte, wehrlose Menschen umbringen kann, ohne irgendwann zur Rechenschaft gezogen zu werden? Und sich dann auch noch als moralische Autorität aufspielen kann?

Während deutsche und österreichische TV-Sender kürzlich die gestrichenen Flüge nach Tel Aviv in den Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit rückten, wendete die Redaktion von DN! nur einen einzigen Satz dafür auf und beschäftigte sich stattdessen mit der humanitären Katastrophe und den israelischen Kriegsverbrechen, ohne dabei ständig den von Israel konstruierten, surrealen Kontext zu verwenden, den unsere Journalisten gerne aufnehmen:

Hamas, Hamas, Hamas … ist an allem schuld … How stupid can you get?

yonathan shapiraDN! interviewte auch Yonathan Shapira, der sich schon vor Jahren (gemeinsam mit anderen) als IDF-Pilot weigerte, in den besetzten Gebieten „Dienst zu tun“. Er sagte u.a folgendes:

Der ganze (verlogene) Diskurs dreht sich immer nur darum, wie gut (moralisch) wir sind, wie wir uns selbst in Gefahr bringen, damit Zivilisten nicht zu Schaden kommen, während wir dieses irrsinnige Massaker verüben … das … noch viel intensiver ist als „Operation Cast Lead“ (Jänner 2009).. noch mehr Tote und Verletzte … wir glauben, dass diese Befehle kriminell und unmoralisch sind …

Auch er bestätigt, dass die Gefahr durch die (als Grund für das ganze Massaker angeführten) „Raketen“ nicht zu vergleichen sei, mit dem, was in Gaza passiert: „… it’s really nothing compared to what people in Gaza are experiencing. And I have family in Sderot, next to Gaza, and I have even relatives who are in Gaza as soldiers.”

Er vergleicht die Beziehung zwischen Israel und den seit fast 50 JAHREN brutal unterjochten, kolonisierten und rechtlosen Palästinensern allegorisch mit einer Serien-Vergewaltigung, bei der das Opfer den Peiniger immer wieder kratzt, weil es sich zu wehren versucht. Wer also das Kratzen stoppen will, muss aufhören zu vergewaltigen ….

Und ich sage … hört mit der Vergewaltigung auf, hört mit der Besatzung auf, hört mit der Apartheid auf, mit dieser unmenschlichen Ghettoisierung der Palästinenser – und dann – erst dann können wir „verhandeln“ und „Friedensgespräche“ führen, all diese schönen Worte, die jetzt völlig bedeutungslos sind.“

O-Ton:

And I think that if I have to give one allegory to this whole thing, and this need of Israel and me, myself, of self-protection—legitimate thing, by the way; I want to be safe, I don’t want anyone to bomb me and to kill me and my baby—I would imagine it as gang rape. And forgive me for using this hard language, but when you have a group of people raping someone, and this person that is being raped starting to scratch, the first thing you want to do in order to stop the scratches is to stop the rape. And what Israel, official Israel, is trying to do is to continue the rape and deal with the scratches. And I say, stop the rape, stop the occupation, stop the apartheid, stop this inhumane ghettoization of Palestinians, and then—then—we can start talking, and we can reach peace agreements and all these beautiful words that now don’t mean anything for us.

Shapira soll in diesem (wieder viel zu langen) Blog auch noch das letzte Wort haben, weil er ein Problem anspricht, das hier niemand zur Kenntnis nehmen will:

“But overall, overall, there is a disease in my country, and the disease is spreading very fast, and it’s called fascism and racism. Fascism and racism is now the biggest threat of the Jewish people in the Middle East.”

(I rest my case ….)

 

Nochmal zur Erinnerung:

 

 

 

 

 

 

 

 

Ukraine (8): Wer ist hier der KRIMinelle?

 

propagandaschauAngesichts der seit Monaten andauernden, medialen Manipulationskampagne zur Dämonisierung Putins (sprich: Zerstörung seiner Glaubwürdigkeit und Hetze gegen Russland) wird einem Angst und Bange. Diese „Journalisten“, die sich zur „intellektuellen Elite“ zählen, haben anscheinend gar nichts begriffen, wenn es darum geht, die realen geopolitischen Machtverhältnisse und die Absichten dahinter, zu verstehen.

In Odessa wurden höchstwahrscheinlich zwischen 100 und 300 Menschen in einem Neo-Nazi Pogrom abgeschlachtet, aber unsere „Presse“ kriegt nichts davon mit. Sie fungieren nur mehr als Verteiler der „Meldungen“, die von den Machtzentren dieser Welt lanciert werden und arbeiten dann die „Talking Points“ ab, die man ihnen vorgegeben hat. What a shame…

Schön langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie die Deutschen und Österreicher sich in den 1930er Jahren gefühlt haben müssen … rund um die Uhr bombardiert mit Propaganda. Wenn wir das Internet nicht hätten, wären wir verloren …

GEWALT IM POLITISCHEN VAKUUM

GDP impact EU vs Russia

Vergleich BIP-Entwicklung Ukraine – oben EU-Abkommen, unten russische Zollunion

Anstatt die wirtschaftlichen, sozialen und innenpolitischen Hintergründe als Kontext der Unruhen in den Industriegebieten der Ost-Ukraine zu erläutern, wird ständig suggeriert, dass Putin für den Volksaufstand verantwortlich sei. Dieser Vorwurf wird zwar nie mit Beweisen untermauert, aber alleine die ständige Wiederholung hat einen Brainwashing-Effekt.

Vielleicht habe ich ja nicht gründlich genug gesucht ….?

 

  • Kann mir jemand nur einen einzigen Artikel in der deutschen Presse zeigen, in dem die „pro-russischen Aktivisten“ ausführlich zu Wort kommen und in einem kohärenten Statement zusammengefasst wird, was diese Leute wirklich wollen?
  • Kann mir jemand einen einzigen „Beitrag“ in den Rundfunk-Medien zeigen, in dem das Parteiprogramm der Svoboda-Partei analysiert und die historischen und aktuellen Wurzeln der Neo-Nazi Bewegung untersucht werden? (Das ist schwer möglich, denn die Existenz dieser Neo-Nazis wird nicht einmal als Fakt akzeptiert bzw. präsentiert …!)

DER KRIM-(INFO)-KRIEG

Economist Putin diffWas ich bisher verabsäumt habe, ist darauf näher einzugehen, was als Grundlage für die Dämonisierung Putins herangezogen wird: die angeblich illegale „Annexion“ der Krim. Russland habe sie “überfallen”, mit Militärpräsenz die Leute eingeschüchtert, damit sie bei der Abstimmung „richtig“ wählen usw. Diese Vorwürfe geistern seit Wochen ständig durch die Medien und als die Unruhen in der Ost-Ukraine losgingen, wurden sofort Vergleiche mit der Krim hergestellt (warum nicht mit den Aufständen in Kiew?).

Damit wollte man die „core message” verstärken, dass es sich in beiden Fällen um „russische Aggression“ handle und die Gründe für das Vorgehen der dortigen Bevölkerung nicht Ablehnung der faschistischen Putsch-Regierung sowie Ausdruck der Forderung nach mehr Selbstbestimmung (Föderalismus) seien, sondern die Intrigen Moskaus.

Ich möchte auf zwei Wegen diese Behauptung entkräften:

  1. Durch Augenzeugenberichte neutraler Beobachter der Abstimmung auf der Krim
  2. Durch Erläuterung der Rechtsgrundlagen des Völkerrechts, die hier zur Anwendung kommen

DIE BEOBACHTER-KOMMISSION

Der österreichische EU-Abgeordnete Ewald Stadler war als neutraler Beobachter gemeinsam mit anderen Parlamentariern aus Griechenland, Italien, Belgien und dem Baltikum während der Abstimmung auf der Krim vor Ort und berichtete in einer (sehr schlecht besuchten) Pressekonferenz am 19. März 2014 über seine Erfahrungen (siehe dazu das Video unten).

Organisiert wurde die Mission von der Organisation EODE (Eurasian Observatory for Democracy and Elections), das von einem Belgier namens Luc Michel geleitet wird. (Ich kenne diese Gruppe nicht und bin sehr vorsichtig mit solchen „NGOs“, aber Stadler berichtet, was er persönlich auf der Krim gesehen hat und ich habe keinen Grund, an der Authentizität seiner Aussagen zu zweifeln.)

Hier eine Zusammenfassung seiner Aussagen:

Stadler ist offensichtlich sehr empört, weil die Presse-Berichte über die Vorgänge auf der Krim absolut nicht mit dem übereinstimmen, was er dort mit eigenen Augen gesehen hat. Wörtlich sagt er „es wird hetzerisch berichtet“ [was wir alle – die noch selbst denken  – nachvollziehen können!] und jeder der mit diesen Propagandameldungen nicht konform gehe, werde diffamiert.

Die Beobachter konnten sich auf der Krim frei bewegen. Sie sahen kein Militär auf den Straßen, keine Absperrungen, keine Check-Points. Die Fotos, die in den Medien gezeigt wurden (und das Gegenteil beweisen sollten), seien nachweislich in der Ukraine aufgenommen worden. Die Putschregierung wollte auf diese Weise erreichen, dass die Leute Angst bekommen und nicht in die Ukraine fahren. Auf diese Weise könnten sie sich nicht selbst davon überzeugen, was dort wirklich los ist.

Dass die Putsch-Regierung Reisen in den Süden erschwert hat, zeige sich auch daran, dass es keine Flüge mehr von Kiew nach Simferopol gabund die Beobachter über Moskau anreisen mussten.

ABSTIMMUNG KRIM

ua krym coat of armsDie Abstimmung auf der Krim sei in einer „sehr entspannten Atmosphäre“ erfolgt. Die Ordnungskräfte waren in keinem Fall bewaffnet und nur deshalb notwendig, weil der Andrang zu den Wahllokalen so groß war.

Die Bevölkerung der Krim war nahezu geschlossen für die Eingliederung in die russische Föderation. Es gab auf den Stimmzetteln auch die Option für eine größere Autonomie innerhalb der Ukraine zu stimmen. Leute die sich dafür entschieden haben, wurden in keiner Weise drangsaliert. Die Wahlurnen seien durchsichtig gewesen, sodass eine transparente Stimmabgabe (mit offenen Stimmzetteln, die teilweise gefaltet wurden) möglich war. Die Stimmung auf der Krim sei eindeutig pro-russisch, weil dort ja auch überwiegend Russen leben [und das seit Katharina der Großen, also seit mehr als 200 Jahren).

Es sei überhaupt nicht seltsam, dass die Zustimmung so groß war mehr als 96%), weil die „Bevölkerung schon seit 10 Jahren über die Misswirtschaft der Regierung in Kiew murrt“ auch schon unter Julia Timoschenko.

Dann kommt Stadler zum rechtlichen Aspekt der Abstimmung und betont vor den Journalisten, dass die Menschen auf der Krim „ihr Selbstbestimmungsrecht in Einklang mit dem geltenden Völkerrecht ausgeübt“ hätten. Er sei entsetzt darüber, dass sich kein Journalist mehr die Mühe mache, Dokumente selbst anzuschauen, auf deren Grundlage brisante politische Entscheidungen getroffen werden. [Dem kann man nur zustimmen].

Im ArtikeI I, Abs. 2 der UN-CHARTA stehe das „Selbstbestimmungsrecht der VÖLKER, nicht der Staaten im Zentrum“. Die mediale Aufregung über die „Annexion“ bzw. die Unzulässigkeit der Abstimmung sei also eine „infame Verdrehung klarer Tatsachen“.

Stadler ist bestürzt darüber, dass hier offensichtlich „Kriegstreiber am Werk“ seien, die ein erstarkendes Russland in die Knie zwingen“ wollen. (Damit hat er absolut Recht). Das ist aber keine „Verschwörungstheorie“ sondern stützt sich auf die Publikationen von Masterplaner Zbignew Brzezinski (der der außenpolitische Mentor von Obama und (als Pole) ein Russlandhasser ist), in denen nicht nur die Ausdehnung der NATO bis vor die Tür Russlands als „notwendig“ erachtet wird, sondern auch die Zerschlagung der russischen Föderation, damit die Sonderstellung der USA als dominante Supermacht nicht gefährdet sei.

Zur Rolle der österreichischen Bundesregierung äußert sich Stadler wie folgt:

Merkel Timosh-EPP_Summit_March_2011_(67)

Merkel mit Timoshenko

Sie verhalte sich „wie ein Schoßhündchen der Frau Merkel“ und man müsse sich fragen, ob der österreichische Außenminister schon volljährig sei. Er mache jedenfalls das, was Merkel will und diese wiederum führe die Wünsche Washingtons aus. Österreich könnte als neutraler Staat eine wichtige Vermittlerrolle einnehmen und habe (früher) hohes Ansehen bei den Russen und den Ukrainern gehabt.

Die Hetze in den Medien erinnere ihn an den Vorabend des Irak-Krieges, wo sich alle Journalisten „unkritisch vor den Karren der USAußenpolitik spannen ließen“. Er erinnert an die Präsentation von Colin Powell vor der UN, wo Beweise für die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ gezeigt werden sollten. Später habe sich herausgestellt, dass es sich um plumpe Fälschungen gehandelt habe und Powell hat sich öffentlich dafür entschuldigt.

Bamford IraqDie „Zeugen“, die in der gleichen Sache vor dem Senatsausschuss auftraten, waren nie selbst im Irak, usw. Österreich solle sich für den Erhalt des Friedens einsetzen und nicht Teil der Hetzkampagne werden.

Die Sanktionen gegen russische Beamte seien „eine Lachnummer“ und würden der EU (und im konkreten Fall auch Österreich) mehr schaden als Russland. Alleine der VOEST Alpine Stahlkonzern würde im Rahmen des Southstream Projekts über eine Milliarde Euro einbüßen, wenn dieses Projekt torpediert wird (weil es die USA so wollen).

(Den energiepolitischen Hintergrund dazu liefert ein wichtiges Statement von Dirk Müller)

Die jüdische Bevölkerung sowie jüdische Rabbis beklagen in den israelischen Medien, dass sie von den Neo-Nazis drangsaliert werden – so Stadler weiter. Die Situation sei dramatisch, doch deutsche Abgeordnete die die Rolle der deutschen Bundesregierung bei der Anerkennung der Putschregierung kritisieren, werden als Mitglieder einer „rechten Allianz mit Putin“ diffamiert. Das sei ein Skandal, dass die Medien sich vor den Karren der Amerikaner spannen lassen.

Wer etwas Positives über Russland sagt, also eine Gegenposition hat, wird geschnitten (in Österreich, Deutschland und in Brüssel) betont der EU-Abgeordnete. Was Russland immer vorgeworfen werde – die Einschränkung der Pressefreiheit – finde nun bei uns statt.

Er schließt damit ab, dass es unbedingt notwendig sei, die Menschen aus der Ost-Ukraine an der (neuen) Regierung in Kiew zu beteiligen.

Sie müssen in die Gespräche einbezogen werden, damit sie nicht mehr Angst haben, dass ihre Anliegen und Rechte (vor allem in den Industriezentren mit russischer Mehrheit) missachtet werden. Das hat ja auch Putin erst kürzlich bei seinen Gesprächen mit dem Schweizer Präsidenten und OSZE-Direktor betont. Stadler warnt davor, dass die Ost-Ukraine wegbrechen werde, wenn diese Einbindung nicht stattfindet und dann wäre die Ukraine als Staat nicht mehr lebensfähig.

Er sendet diese Botschaft speziell an „jene Hetzer, die im Jänner und Februar auf dem Maidan waren, um die Leute gegen Russland aufzuhetzen. Die unglaubliche Doppelmoral des Westens, die von den Medien sang- und klanglos übernommen wird zeige sich daran, dass die demokratisch legitimierte Abspaltung der Krim (die schon vorher einen Status als autonome Republik  hatte) als illegitim angeprangert wird, während eine Putschregierung, die mithilfe von Neo-Nazis (also Gewalt und Repression) an die Macht kam, vom Westen unterstützt wird.

Zur selektiven Auslegung des Selbstbestimmungsrechts und der Akzeptanz der Methoden, mit der es umgesetzt werden soll, sagte Putin kürzlich:

Ich verstehe die Menschen im Süd-Osten der Ukraine die sich sagen: Wenn die in Kiew machen können, was sie wollen – sich bewaffnen, Regierungsgebäude, Polizeistationen und Militärbasen besetzen – warum dürfen wir dann unsere Interessen und Rechte nicht auf die gleiche Weise verteidigen?

Fast die gleichen Methoden (+ Neo-Nazi Schocktruppen , schwere Nötigung & Misshandlung von Abgeordneten) mit denen die Putsch-Regierung selbst an die Macht kam werden jetzt von derselben „Regierung“ als Begründung für den Einsatz von „Anti-Terror-Einheiten“ gegen jene angeführt, die die Rechtmäßigkeit dieses Regimes nicht anerkennen – vor allem wegen der Neo-Nazis und ihrer Terrorkampagne.

Yanukovic speaks outAls Janukowitsch – als legitimer Präsident – gegenüber gewalttätigen, von außen gesteuerten Horden für „Ordnung sorgen“ wollte, damit die Handlungsfähigkeit der Regierung und des Parlaments gewahrt bleibt, wurde er von Washington an den Pranger gestellt und die Medien droschen alle auf ihn ein (obwohl er enorme Konzessionen machte).

Als die illegitime „Regierung“ (durch einen Putsch, verfassungswidrig an die Macht gekommen) mit der gleichen Argumentation – und viel mehr Gewalt – gegen die eigene Bevölkerung losging (inklusive Nazi-Schlägertruppen und Massakern, die in den Medien völlig ignoriert werden), war das plötzlich „das gute Recht“, das Obama persönlich verteidigte.

Wie absurd ist das?

Damit kommen wir zum zweiten Punkt: Die Rechtmäßigkeit der Abstimmung und der Sezession der Krim.

ORF: ANOTHER MINISTRY OF TRUTH

Ich habe vor zwei Tagen nur ganz kurz (etwa fünf Minuten – dann hatte ich genug) in die „Wahlkampf-Showder EU-Parlamentskandidaten „gezappt“, als Ingrid Turnherr (vom ORF) gerade in inquisitorischem Ton die Kandidaten damit konfrontierte, wie „naiv“ doch die EU gewesen sei, weil sie Putins finstere Absichten nicht richtig eingeschätzt habe.

Democracy deniedIhr Tenor: Seine „Annexion“ der Krim sei quasi von langer Hand geplant gewesen und verdeutliche nur, das der Mann „seine Ziele“ mit allen Mitteln durchsetzen wurde. Dass Putin im Falle der Krim „das Völkerrecht gebrochen“ habe, ist also für Turnherr eine Tatsache und natürlich notwendig, damit die Dämonisierung des russischen Präsidenten und seine „Aggression“ dem Publikum eingehämmert wird.  (Dass die „Krimaner“ kulturell und historisch gesehen,seit mehr als 200 Jahren „russisch“ sind, und sich auch so fühlen …. interessiert die Dame nicht)

Goebbels 2Turnherr hat mit diesem Auftritt (beispielhaft für viele ihrer Kollegen) demonsriert, wie indoktriniert die Journalisten von ihrem eigenen System sind. Diese „beinharten Fragen“ sollen dem naiven Publikum suggerieren, wie unsere Presse ihre Rolle als wichtiges, demokratisches „Kontrollorgan“ erfüllt und mit solchen Sendungen dem „Informationsauftrag“ des nicht kommerziellen Rundfunks Rechnung getragen wird (den wir finanzieren müssen – wofür?).

Was sie aber wirklich demonstriert hat, waren zwei Dinge:

  • Die deutschsprachige Presse übernimmt laufend die Perspektive des US-Außenministeriums in der Darstellung politischer Ereignisse, in die – nicht nur – Russland (Putin) involviert ist und merkt es gar nicht mehr (dabei kommt der Echo-Effekt ins Spiel)
  • Die Behauptung, Putin habe das Völkerrecht gebrochen ist keine Tatsache, sondern eine Ansicht, die natürlich von der USA und ihren Vasallen verbreitet wird, um die Menschen gegen Putin aufzubringen.

Putin double standards USEUWie mehrere seriöse Kommentare erwähnt haben, hat Putin die Doppelmoral des Westens in diesem Zusammenhang zu Recht kritisiert und auf das Beispiel Kosovo hingewiesen. An diesem Beispiel lässt sich demonstrieren, dass auf internationaler Ebene mit zweierlei Maß gemessen wird und zwar nach dem „Recht“ des Stärkeren:

SOME ARE MORE EQAL THAN OTHERS

Am 22. Juli 2010 erließ der Internationale Gerichtshof (ICJ) nach Aufforderung durch die UN-Generalversammlung ein Urteil, das die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo (die in einerAbtrennung von Serbien mündete) bewerten sollte. Dies war notwendig geworden, weil Serbien die Gründung der Republik Kosovo nicht anerkannte.

Der Senat hat darin mit einer Mehrheit von 10 zu 4 Stimmen entschieden, dass „die Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 keine Verletzung des allgemeinen Völkerrechts sei, weil dieses kein Verbot für solche Erklärungen“ enthalte.

Damit ist es auf jeden Fall zumindest unseriös und unprofessionell, wenn Journalisten Putin eine Völkerrechtsverletzung unterstellen, nur weil das immer wieder auf dem amerikanischen Propagandafließband lanciert wurde. Wer sich (vor allem als Journalist) die Mühe macht, brisante Aussagen zu prüfen, bevor er sie unkritisch übernimmt, würde niemals so einen Auftritt hinlegen wie Turnherr (wie gesagt, sie ist nur ein Beispiel für viele andere „churnalists“).

Wer es ganz genau nimmt, würde dann noch folgendes erklären (damit die Leser verstehen, warum daraus eine Kontroverse entstanden ist):

Die Rechtsprechung ist selten absolut, meistens werden „Rechtsmeinungen“ vertreten, weil man fast alle Gesetze verschieden interpretieren kann (dadurch bleiben ja auch die Rechtsanwälte im Geschäft). Deshalb gibt es natürlich auch “Rechtsansichten”, die jener des ICJ widersprechen.

Warum? Weil sich hier zwei Rechtsgrundsätze gegenüberstehen, die schwer miteinander zu vereinbaren sind:

Das Selbstbestimmungsrecht einerseits und das Prinzip der Souveränität und territorialen Unverletzbarkeit eines Staates, das in der UN-Charta festgelegt ist (im Falle Jugoslawiens gab es auch noch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates – 1244), andererseits.

DIE GEGNER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

stellen das moralische Recht eines Gebietes auf Selbstbestimmung nicht in Frage, sondern stützen ihre Kritik darauf, dass die Urheber (eine nicht gewählte „Übergangsregierung“) der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo dazu nicht berechtigt waren. Zu diesem Zeitpunkt lag die Verfügungsgewalt in den Händen eines „Spezialberichterstatters“ des UN-Generalsekretärs)

DIE BEFÜRWORTER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

haben mehrere Argumentationslinien vorzuweisen. Hier die wichtigsten:

  1. Der Schutz ziviler Rechte und der Menschenrechte haben im Völkerrecht hohe Priorität und dieser sei durch die Milosevic-Regierung massiv verletzt worden [von der NATO aber noch viel mehr]
  2. Das Rechtsprinzip der territorialen Integrität bzw. deren Schutz, gelte nur für andere Staaten, aber nicht für einheimische Gruppen (dieses Prinzip sollte ja Vorwände für Angriffskriege entkräften)
  3. Das Recht auf Selbstbestimmung sei ein Recht aller Völker und gelte nicht nur für ehemalige Kolonien (dieses wurde vom ICJ im Falle von Ost-Timor als „zwingendes, also unabdingbares Recht“ eingestuft, lat. jus cogens)

Es ist nach meiner Auffassung ziemlich eindeutig, dass im Fall der Krim die drei oben genannten Punkte geltend gemacht werden können, vor allem Punkt 3 als „unabdingbares Recht“ (siehe auch die UN-Charta). Punkt 1 trifft zu, weil die Neo-Nazi Truppen schon unterwegs waren, um auf der Krim „für Ordnung zu sorgen“ sprich die Opposition niederzuknüppeln wie später in Odessa. Ihr fanatischer Hass auf alles Russische hat der russischen Bevölkerungsmehrheit auf der Krim Angst gemacht und deshalb ist es ganz natürlich, dass sie bei Russland Schutz gesucht haben, das ihnen auch eine bessere wirtschaftliche Zukunft bieten kann.

Die Befürworter des Gegenarguments, dass die Gremien, die auf der Krim die Abstimmung organisierten, dazu nicht berechtigt waren (weil das über den Autonomiestatus hinausgehe) geraten in gefährliches Fahrwasser, denn nach dieser Logik, sind alle Maßnahmen, die das verfassungswidrige Putsch-Regime in Kiew angeordnet hat, ebenfalls illegal und daher null und nichtig: die Verteilung der Ministerposten, die Anordnung von Gewaltmaßnamen gegen die rebellierende Bevölkerung im Osten, die Unterzeichnung des EU-Kooperationsvertrages, des Genfer Abkommens, usw.

Damit ist klar, dass die Grundlage für die mediale Empörung über die „Annexion“ der Krim durch Russland zusammenbricht.

(Im Übrigen hat Russland durch einen Kooperationsvertrag das Recht bis zu 25.000 Soldaten auf der Krim zu stationieren, deshalb ist dort kein Soldat „einmarschiert“. Für die Nutzung der Flottenstützpunkte bezahlte Putin eine hohe Pacht und zusätzlich hat die Ukraine dafür einen sehr günstigen Gaspreis erhalten.)

MIGHT IS RIGHT

Worum es hier aber im machtpolitischen Kontext geht, ist natürlich die Tatsache, dass die „einzige Supermacht“ sich das Recht herausnimmt, im Hintergrund zu bestimmen, welche Rechtsnormen auf welche Länder anzuwenden sind. Oder anders formuliert: das Völkerrecht wird selektiv angewendet, nicht universell womit der wichtigste Rechtsgrundsatz überhaupt – nämlich die Gleichheit aller (Staaten) vor dem Gesetz – ad absurdum geführt wird.

(Dass die USA selbst die größten Verbrecher und Verletzer des Völkerrechts sind, darf nicht einmal mehr gedacht, geschweige denn ausgeprochen werden …)

Als Russland einige Monate später (nach dem Kosovo-Urteil) die Unabhängigkeit der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien anerkannte, berief sich Putin auf die Erkenntnis des ICJ als Präzedenzfall. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los mit den üblichen Floskeln über „russische Aggression“ und kriminelle Absichten etc.

Wir sehen also, dass das internationale Rechtssystem von den USA für ihre Zwecke in Geiselhaft genommen wurde. Wenn man ein moralisches Feigenblatt für „Interventionen“ und die absichtliche Zerschlagung souveräner Staaten braucht (das englische Wort: Balkanization spricht Bände), werden diese Institutionen eingespannt um geopolitische Ziele durchzusetzen. Wenn andere Staaten sich dieser Urteile bedienen, um ihre Interessen zu fördern, ist die Hölle los.

SCHLUSSWORT

media warningAn diesem Beispiel sieht man wieder, wie unsere Fließbandjournaille (mit sehr wenigen Ausnahmen) funktioniert: statt seriöser Recherche, Überprüfen brisanter Behauptungen (die Sanktionen, also wirtschaftliche Kriegsführung und letztlich auch militärische Gewalt nach sich ziehen), werden diese einfach übernommen, ständig wiederholt und darauf aufbauend wird dann spekuliert, „was Putin will“.

So wird im Laufe der Zeit ein „neuer Hitler“ generiert, gegen den der Westen dann als imaginäre Schutzmacht der Unterdrückten mit aller Härte vorgehen muss …. aber diesmal könnte ein Weltkrieg daraus entstehen … Wie lange können wir uns solche Medien noch leisten? Die einen Krieg nach dem anderen (nicht immer mit Waffen geführt)  durch ihre Unterwürfigkeit gegenüber Washington legitimieren und die Opfer der Aggression zu Tätern machen, die eliminiert werden müssen (Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Iran, jetzt Russland etc.)?

Dazu fällt mir spontan nur eins ein: FUCK YOU ….

Wir dürfen dieses irre System icht länger unterstützen, sondern müssen mit dem „Geldbeutel abstimmen“: In diesem Sinne kauft diese Zeitungen nicht mehr und boykottiert die Rundfunkgebühren …  Für diese systemische Form der Volksverblödung dürfen wir nicht länger auch noch zur Kasse gebeten werden ..

Aber viel schlimmer ist, dass mit Hilfe dieses Fließbandes der Lügen und Desinformation andere Länder zerstört werden, nicht immer durch militärische Gewalt, sondern immer öfter durch subversive Gewalt (siehe Fata Maidana) von innen … Harold Pinter nannte das so schön „Faulbrandinfizierung“ … darin sind die USA erste Klasse und Merkel hält Obama dabei schön die Stange.

Es ist zum Verweifeln …

Verarschung für Gebühren

 

 

 

Ukraine: Die große Fata Maidana

svoboda flags

Fata Morgana mirages distort the object or objects which they are based on significantly, often such that the object is completely unrecognizable.”

(Eine Fata Morgana verzerrt das Objekt, auf das sie zurückzuführen ist so stark, dass nicht mehr erkennbar ist, worum es sich wirklich handelt)

Heute ist ein schwarzer Tag für die Ukraine, für Europa und für die alle Menschen, die in einer normbasierten (nicht auf Macht beruhenden), zivilisierten Gesellschaft leben wollen. Ein demokratisch gewählter Präsident und seine Regierungsmannschaft wurden durch einen verdeckten Putsch aus dem Ausland gestürzt. Wie dieser postmoderne coup d’état zustande kam, davon wissen unsere Papageienjournalisten nichts. Die vielen „Sondersendungen“ und „Brennpunkte“ sind nur Camouflage für die Tatsache, dass die tatsächlichen Ursachen dieser angeblichen Volkserhebung völlig im Dunkeln bleiben sollen.

Seit Wochen werden wir in den Medien mit Bildern und banalen Kommentaren über die angespannte politische Lage in der Ukraine (eigentlich in Kiew) überschwemmt. In drei-minütigen Videos präsentierte der „öffentlich-rechtliche“ Fließbandjournalismus Momentaufnahmen, die ohne politischen Kontext keinen Zuschauer in die Lage versetzen, zu verstehen was hier eigentlich los ist. Auch die unerträglichen Dummschwätzer in den Polit-Talk-Shows tragen nichts dazu bei, aber das sollen sie ja auch gar nicht, denn wir befinden uns ja in einer Zuschauer-Demokratie: hören und zusehen, aber nichts wirklich verstehen – nach diesem Motto kann man das ahnungslose Volk aus „Konsumenten“ viel leichter regieren.

kiew 4Obwohl die inszenierte Show im Wesentlichen immer die gleiche ist  – der Westen ist „extrem besorgt“ über die Unterdrückung einer „friedlichen und demokratischen Opposition“ durch eine brutale Regierung und verlangt ein „Eingreifen“ durch Sanktionen, etc. – wird sie von den „Nachrichten“-Redaktionen als seriöse Berichterstattung verkauft. Normalerweise werden Menschen, die von Dingen sprechen, die es in Wirklichkeit nicht gibt, als geisteskrank bezeichnet. Doch der „Churnalist“ kommt nicht nur damit durch, er verdient damit auch sein Geld – das man uns zwangsweise abnimmt (für den öffentlich-rechtlichen Verblödungs-Rundfunk).

Was die „Tagesschau“ z.B. als „Hintergrund“ für die dramatischen Ereignisse in Kiew präsentiert, kann man nur als schlechten Witz bezeichnen. Die tatsächlichen Ursachen für die „Massenproteste“ (2004 und heute), der geopolitische Hintergrund werden nie untersucht.

Rasch wurden Fälschungsvorwürfe laut” (Wahlen 2004) – und? Waren diese gerechtfertigt oder nicht? Das interessiert die Journalisten gar nicht mehr. Statt mühsamer Recherche und selbständigem Denken wird der mentale Shortcut gewählt, den das Framing (ein vorgefertigter, irreführender Deutungsrahmen für brisante Ereignisse, z.B. „War on Terror“ oder „Arabischer Frühling“) ermöglicht.

Ob Julia Timoschenko nun tatsächlich Amtsmissbrauch verschuldet hat, spielt keine Rolle mehr, denn das negative Framing der Janukovitsch Regierung ist so penetrant, dass alles, was unter ihrer Führung passiert, als mehr oder weniger kriminell wahrgenommen werden soll. Dass „Menschenrechtler“ die Urteile gegen Timoschenko kritisieren muss als Beweis für ihre Unschuld genügen. Nie käme es unseren Papageien-Journalisten in den Sinn, dass diese angebliche Sorge um Menschenrechte auch politisch missbraucht werden kann und tatsächlich auch wird– mehr dazu später.

US-AUSSENPOLITIK:  You Are Free To Do What We Want

1 angletonIm Zuge der „Globalisierung“ wurde der Öffentlichkeit seit Mitte der 1990er Jahre ein faszinierendes Schauspiel geboten:  im Balkan, im Nahen Osten und in Eurasien wurden durch vermeintliche „Volksaufstände“ (die manchmal militärische „Interventionen“ nach sich zogen) unerwünschte Regime hinweggefegt, die alle eines gemeinsam hatten: sie waren nicht kompatibel mit „amerikanischen Interessen“. Die Regierungen der betroffenen Länder glaubten doch tatsächlich, sie könnten selbst bestimmen, nach welchen Regeln ihre Wirtschaft zu funktionieren hatte, mit wem sie Abkommen schließen und wie die Erträge verteilt werden. Doch die Integration in den von Washington gesteuerten  (und von Brüssel und Berlin mitgetragenen) globalen Plünderungskapitalismus ist natürlich keine Option, sondern eine Art „freiwilliger“ Zwang.

Von Belgrad bis Minsk, von Tbilisi (Georgien) bis Kiew – und natürlich auch die Fata Morgana des „Arabischen Frühlings“, die aber nicht Gegenstand dieses Artikels ist – das State Department (DOS, amerikanisches Außenministerium) und sein Mafia-Arm, die CIA und dutzende „NGOs“ (vordergründig zur „Förderung der Demokratie“ im Ausland tätig) haben eine ganze Serie von „regime change“ Operationen durchgeführt, die zwar nicht alle erfolgreich waren, aber das wichtigste Kriterium ihrer Auftraggeber erfüllten:

Plausible-deniability – sie müssen so ausgeführt werden, dass die amerikanische Regierung jede Mitwirkung daran „plausibel“ bestreiten kann und dabei werden sie ja tatkräftig von der Papageien-Journaille unterstützt.

Wie man eine unerwünschte Regierung zu Fall bringt, bei Bedarf auch (Bürger-)Kriege anzettelt, ohne dass in den Medien auch nur ein Wort über die wahren Urheber erwähnt wird, das beherrscht das DOS wie kein anderer (das mussten wir ja auch bei Ländern wie Libyen, Sudan, Somalia und zuletzt in Syrien mitansehen)

Color_Revolutions_MapDer so  arrangierten “Orange Revolution” in der Ukraine im Jahr 2004 ging ja bald die Luft aus, als die Leute merkten, dass Korruption und Ausbeutung der Oligarchen auch nicht leichter zu ertragen ist, wenn es „pro-westliche“ und nicht russische Leitlinien sind, die den Ton angeben. (Mehr über die wirtschaftlichen Hintergründe im nächsten Beitrag).

Als Janukovitsch sich dann für eine engere Kooperation mit Russland entschied (weil Putin einfach ein faires,  viel besseres Angebot machte als die EU/NATO/US Kanaille), wurde das als „catalyzing event“ für einen geplanten Volksaufstand à la Gene Sharp genutzt (was das ist, siehe weiter unten).

„EU-PARTNERSCHAFT“: Der Weg ins Wohlstandsparadies führt in die Hölle

thorn crownDie Konfrontation um die Integration der „Ukraine in die europäische „Großraumwirtschaft“ war aber nur ein Vorwand, um die neueste Runde von regime change  im europäischen „Kernland“ (Eurasien) einzuleiten. Den Menschen in der Ukraine (und der Öffentlichkeit) wird suggeriert, dass ein „Partnerschaftsabkommen“ mit der EU der Weg zu mehr Wohlstand und einer gerechteren (weil demokratischen) Gesellschaft sei, doch davon kann natürlich keine Rede sein. Ein IMF-Kredit in Milliardenhöhe würde die angespannte Situation nur verschlimmern:  noch mehr Sparprogramme, Niedriglöhne, Entlassungen, Überschwemmung mit EU-Importen auf Kosten der nationalen Produktion, etc.

Wir haben ja am Beispiel von Spanien, Portugal oder Griechenland gesehen (und neuerdings auch Slowenien und Kroatien), wie es den Peripherieländern (die wirtschaftlich fast wie Kolonien behandelt werden) ergeht. Das Abkommen mit der EU wurde ja ursprünglich von den korrupten Oligarchen im Land vorangetrieben, den wahren Machteliten hinter dem Präsidenten in Kiew.

GEOPOLITISCHE INTRIGEN und die Komplizenschaft der Medien

Warum wird das – wirklich brutale – Niederknüppeln der Proteste gegen den Sturz Morsis (eines gewählten Staatsoberhauptes) in Ägypten (oder das Vorgehen gegen Demonstranten in der Türkei) eher verharmlost aber die vergleichsweise sehr zurückhaltende Reaktionen der Sicherheitsbehörden in Kiew (die selbst von aggressiven Demonstranten angegriffen und verletzt wurden) als massiven Angriff auf die Menschenrechte dargestellt? In Ägypten starben hunderte Demonstranten, alle politischen Rechte wurden außer Kraft gesetzt, es handelt sich um eine brutale Militärdiktatur, doch hier kommt kein John McCain und keine Victoria Nuland (die „Fuck the EU“ Diplomatin des US Außenministeriums) um der Opposition durch Kekse und abgedroschene Parolen „Mut zu machen“.

Die Antwort ist klar: Ägypten ist ein sogenannter Satellitenstaat der USA, oft auch irreführend als „Partner“ bezeichnet, die Ukraine aber nicht. Im Gegenteil, ihre Weigerung, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland zugunsten einer Integration in das kapitalistische Plünderungssystem unter EU/NATO/US-Kommando, abzubrechen, macht das Land zur Zielscheibe für  ausländische „Interventionen“, deren  Existenz geschweige denn deren wahrer Charakter dem ARD/ZDF/ORF Zuschauer völlig verborgen bleiben.

Die geopolitische Dimension bei dieser medialen Scharade wird  ignoriert: natürlich geht es um die Rivalität zwischen den USA und Russland. Der globale Hegemon duldet keine Eigenmächtigkeiten schwächerer Staaten und wegen ihrer geographischen Lage und geostrategischen Bedeutung wird die Ukraine zur Zielscheibe für die „speziellen Werkzeuge“ der US-Außenpolitik: Subversion, political warfare, NVR, swarming, psy-ops, etc.

stephen cohenDie schäbige Rolle der Medien in diesem Spiel als gehirnamputierte Verstärker der „strategischen Information“ (früher: Propaganda) aus dem US-Außenministerium beklagte dieser Tage auch Stephen Cohen, Professor für russische Studien an der New York University und emeritierter Professor für Geschichte der Princeton University:

Er spricht vonhoch-selektiven, voreingenommenen und aufrührerischen Medienberichten“, die – durch Unterschlagung von Fakten und historischem Kontext – ein völlig falsches und einseitiges Bild des Landes verbreiten. Sie schildern das „Partnerschaftsabkommen“ der EU in den schönsten Farben: als die große Chance der Ukraine für Demokratie und Wohlstand (die alle Ukrainer wollen – was nicht richtig ist). Der Weg ins vermeintliche „EU-Paradies kann aber nur beschritten werden, wenn alle wirtschaftlichen Brücken zu Russland abgebrochen werden, doch das hat der neue Darth-Vader des Kremlin, Vladimir Putin durch seine ‚hinterhältigen Intrigen‘ zu verhindern gewusst.

PutinStatt einer facettenreichen, politischen Analyse, in der etliche Probleme in Russland bzw. in den ehemaligen Sowjetstaaten auf die Jelzin Ära und die dunklen Machenschaften der USA (nach „Glasnost“ und Mauerfall) in diesen Ländern zurückgeführt werden können, wird immer die gleiche Melodie gespielt:  der böse, böse Putin ist an allem schuld. Von Oligarchen-Politjustiz bis zum unglaublichen PR-stunt „Pussy Riot“, von Greenpeace harassment  bis zur Tötung herrenloser Hunde in Sochi, an allem ist der Schurke Putin schuld, für alle Probleme ist er verantwortlich, der Mann ist einfach ein Mega-Arschloch. Das sollen wir jedenfalls glauben.

Aber das Leitmotiv der US-Außenpolitik – nicht Russlands – war und ist „Full Spectrum Dominance“, wie Harold Pinter (in der zweiten Hälfte) seiner wunderbaren Nobelpreis-Rede feststellt (Hier die Einleitung):

„Politische Sprache, so wie Politiker sie gebrauchen, wagt sich auf keines dieser Gebiete, weil die Mehrheit der Politiker, nach den uns vorliegenden Beweisen, an der Wahrheit kein Interesse hat sondern nur an der Macht und am Erhalt dieser Macht. Damit diese Macht erhalten bleibt, ist es unabdingbar, dass die Menschen unwissend bleiben, dass sie in Unkenntnis der Wahrheit leben, sogar der Wahrheit ihres eigenen Lebens. Es umgibt uns deshalb ein weitverzweigtes Lügengespinst, von dem wir uns nähren.“

Die Mentalität des Kalten Krieges mit dem groß angelegten „Lügengespinst“ (und Selbstbetrug) der „moralischen Autorität“ des Westens (allen voran natürlich die USA selbst) gegenüber finsteren Gestalten aus dem anderen Lager (nicht offen für kapitalistische Plünderung und die globalen Dominanz Washingtons) hält immer noch an:

Soll heißen: man projiziert die eigene, schrankenlose und selbstherrliche Aggression und politische Verschlagenheit auf den Gegner, den man dann mit „ebenso“ widerlichen Methoden bekämpfen muss.

Um den „Krieg gegen den „Terror“ (auch eine Fata Morgana made in Washington) zu gewinnen, muss man selbst der größte Terrorist sein, z.B. unschuldige Menschen bei Hochzeiten, Begräbnissen und anderen Gelegenheiten mit Drohnen in Stücke reißen. Man habe Hinweise gehabt, dass es sich um „Terrorverdächtige“ handelte (wozu auch Kinder, schwangere Frauen und alte Omas auf Gemüsefeldern zählen) … das genügt um solche feigen Massaker zu rechtfertigen.

statoflibertyDass es den USA (angesichts ihrer zahllosen Verbrechen, bei denen nach 1945 durch „Interventionen“ im Ausland, geschätzte 20-30 Millionen Menschen starben und weiteren Millionen Menschen das Leben zur Hölle gemacht wurde) immer noch gelingt, sich als moralische Instanz aufzuspielen, deren Außenpolitik scheinbar von der Sorge um Menschenrechte und Demokratie bestimmt wird, ist eine solche Ungeheuerlichkeit, dass man schreien möchte. Aber auch das ist ja nur möglich, weil unsere Medienschafe die Lügen der USA tagtäglich ungestraft in ihren Sendungen wiederkäuen, bis sie geglaubt werden (auch von ihnen selbst??)

Professor Cohen führt ein Beispiel an, in dem diese Projektion auch deutlich wird: Zuerst lobt der Autor in einem Artikel die „friedlichen Proteste“ in Kiew als „positives Beispiel für die Europäer“, kein Wort von den vielen Angriffen auf die Polizei, von den Nazi-Aufmärschen und anti-semitischen Parolen. In einem anderen Artikel last sich der Autor dann doch herab, auf die zunehmend gewalttätigen Demonstranten einzugehen, aber nur indem er suggeriert, die Gewalteskalation sei von pro-russischen Provokateuren gesteuert, die für Janukovic arbeiten.

Doch Cohen stellt klar, dass die Konfrontation zwischen den beiden „Lagern“ in der Ukraine weder durch Putin noch durch Janukovic ausgelöst wurde, sondern durch das Ultimatum der EU,dass ein demokratisch gewählter Präsident eines politisch gespaltenen Landes sich zwischen Europa und Russland entscheiden müsse“. Putins Angebot für ein trilaterales Abkommen (also EU, Ukraine und Russland als Partner) wurde abgelehnt und in den Medien ignoriert (das hätte ja das Image Putins als Erzschurke ins Wanken gebracht …).

NATO cartoon2Aber die schwerwiegendste Unterlassung der Medien besteht (so Cohen und ich finde er hat völlig recht) darin, dass die Aggression des Westens (repräsentiert durch die US-geführte NATO) gegenüber Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion als politischer Kontext nicht erwähnt wird. Die Versprechen, die man damals Gorbatschow gab (man werde NATO nicht weiter nach Osten ausdehnen) wurden natürlich gebrochen. Damit nicht genug, schickte das US-State Department ganze Horden von NGOs nach Russland und in die ehemaligen Sowjetstaaten um „Demokratiepromotion“ (politische Destabilisierung) zu betreiben. Mit diesem Begriff hätte Orwell seine Freude gehabt, denn dahinter verbergen sich natürlich subversive Aktivitäten aller Art, mit der unerwünschte politische Entwicklungen beendet bzw. in andere Bahnen geleitet werden.  (Welche perfiden Mittel dazu angewendet werden, skizziere ich weiter unten).

Das Ziel dieser Operationen (wie z.B. der „Color-Revolutions“) ist natürlich eine Regierung an die Macht zu bringen, die der Plünderung durch transnationale Konzerne, dem NATO-Beitritt und letztlich der Eingliederung in das American Empire als unterwürfiger Vasall nichts entgegensetzt. Die korrupten Oligarchen in diesen Ländern sind also die wahren „Partner“ von USA und EU, nicht irgendwelche Demokratiebewegungen.

FUCK THE EU – and the US, too

Diejenigen, die daran zweifelten, dass die USA sich (seit Jahrzehnten) das Recht herausnimmt (mit kriminellen Mitteln) zu bestimmen, welche ausländische Regierung „regieren“ darf und welche nicht, sollten nach der jüngsten Veröffentlichung des Telefonates von Victoria Nuland mit dem US-Botschafter in Kiew eines besseren belehrt worden sein:

Nicht die “Fuck the EU“ Äußerung sollte Schlagzeilen machen, sondern die Tatsache, dass hier zwei amerikanische Diplomaten darüber befinden, wer in der neuen Regierung der Ukraine sitzen sollte und wer nicht. Auch Professor Cohen kommt zu dieser Feststellung:

Die entscheidende Offenbarung in diesem Telefonat war, dass hochrangige US-Beamte sich als intrigante „Geburtshelfer“ für eine neue, anti-russische Regierung in der Ukraine betätigen, in dem ein demokratisch gewählter Präsident zu Fall gebracht wird – das ist ein Putsch.“

WIE WURDEN DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE AUFGEHETZT?  

naked protestor police abuseEin trauriges Beispiel für die Dämonisierungskampagne gegen die Janukovitsch-Regierung in den Medien ist die schockierende Story von dem nackten Demonstranten, der von der Polizei misshandelt wird. Dieses Video ging wie ein Lauffeuer um die Welt und sorgte für eine (geplante) Welle der Empörung.  Studenten der Geschichte wissen aber seit Gleiwitz, dass nicht jede Schandtat auch wirklich von denen ausgeführt wurde, die als Täter propagiert werden.

Auf dem Bild unten sieht man, dass einer der „Polizisten“, der die Brutalität des Regimes verkörpern soll, Andrei Dubrovik ist, der ehemalige Innenminister der Ukraine. Sein aktueller Job ist „Sicherheitschef“ der Vaterland-Partei (Batkivshchyna) von Julia Timoschenko, die ja jetzt wieder ihr politisches Unwesen treiben kann.

Andrei Dubrovik dressed as policemanWir sehen also, wie leicht es ist, indoktrinierte und manipulierte Menschen an der Nase herumzuführen: die Rollenverteilung zwischen „Gut“ und „Böse“ kann sich aber jederzeit ändern.

Der „Manichäische Teufel“ der hier an die Wand gemalt wird, ist also die Regierung, die gestürzt werden soll. Informierte Leute wissen natürlich, dass die USA mithilfe der CIA nach 1945 weltweit mehr als 50 Regierungen – darunter viele demokratisch gewählt – gestürzt und faschistische Diktatoren unterstützt hat, und dabei in der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich ist. Um Einwürfen von „Anti-Amerikanismus“ und „Verschwörungstheorien“ vorzubeugen, braucht man nur jene Bücher lesen, deren Verfasser die (freigegebenen) US-Archive der Nationalen Sicherheit durchforstet haben. Todesschwadronen, wie sie noch in den 1980er Jahren in Lateinamerika eingesetzt wurden, sind heutzutage (jedenfalls in Europa) nicht mehr das Mittel der Wahl. Wie James Peck in seinem wunderbaren Buch “Ideal illusions“ enthüllt, haben sich die Kommunikationsstrategen unter den NS-Managern in den USA noch etwas anderes einfallen lassen:

Die politische Vereinnahmung der Menschenrechts-Bewegung

Solange die Sowjetunion existierte, genügte der grandios inszenierte „Red Scare” um die Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten zu rechtfertigen (auch vor dem eigenen Gewissen. Die Kreuzritter des Kalten Krieges verteidigten offiziell Freiheit und Demokratie gegen die dämonischen Kommunisten, tatsächlich aber  ging es um die Durchsetzung des einzig „wahren“ Glaubens: des uneingeschränkten Kapitalismus unter US-Kommando.

DES  KAISERS  ALTE UND NEUE KLEIDER

Eingehüllt in den Schleier der moralischen Autorität (dem Lügengespinst von Pinter) hält die US-Regierung immer noch anderen Ländern dramatische Vorträge über Demokratie und Freiheit (wie Iran oder Ukraine) und stürzt   nach wie vor Regierungen  (Jugoslawien, Irak, Libyen mit sichtbarer, militärischer Gewalt; die „Colour-Revolutions“ in Georgien, Ukraine, aber auch in Burma mit unsichtbarer Gewalt: NVR – mehr dazu weiter  unten), die sich nicht dem US-dominierten kapitalistischen „Weltordnung“ unterordnen wollen bzw. Russland oder China als „Partner“ vorziehen

3rd_psychological_operations_btn_dui_n14121Die Täuschungsmanöver und Strategien der Manipulation und Tarnung, die dazu benutzt werden, sind preisverdächtig: der goldene „Machiavelli“ geht an das US State Department für  Verlogenheit und Doppelmoral im Zuge der „Außenpolitik“.

Prominente Analysten dieser Politik wie Noam Chomsky haben uns ja seit vielen Jahren klar gemacht, wie groß die Kluft zwischen den offiziellen Absichten der US-Außenpolitik und den tatsächlichen Ziele ist. Wer diese Bücher gelesen hat, hat also der Banalität des Bösen schon häufig ins Gesicht gesehen, doch die Methode, die zurzeit in der Ukraine (und nicht nur dort) praktiziert wird, ist – nach meiner Auffassung – der bisherige Gipfel der Arglist (auf die selbst linke Intellektuelle wie Chomsky hereinfallen):

Unter dem Slogan des „gewaltfreien Widerstandes“, also jener Methode, die untrennbar mit Mahatma Ghandi verbunden ist, werden hier Menschen (und ihre Hoffnung auf ein gerechteres System) als politische Waffen benutzt.

Weil der Mensch dazu neigt, sogenannten Autoritäten mehr zu glauben als einzelnen Personen, muss man zunächst Organisationen schaffen, die ein wissenschaftliches Ethos ausstrahlen: also „unabhängig“ sind und nur die besten Absichten haben, um die Gesellschaft durch mehr „Wissen“ zu verbessern. Welcher Begriff wäre dafür besser geeignet als  “Friedensforschung”. Unter diesem Dach lassen sich viele “Institute” ansiedeln, die alle nur eines im Sinn haben: Gewaltvermeidung. Doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich so mancher dieser Forscher als alles andere als pazifistisch:

Hier geht es nicht darum, Gewalt zur Erreichung politischer Ziele zu vermeiden sondern darum, einen Konflikt zu gewinnen, ohne (offensichtliche) Gewalt einzusetzen: Demonstrationen, Streiks, Boykotte, Massenproteste organisieren, all das ist ja legitim – wenn es sich um eine authentische Widerstandsbewegung handelt.

Ist die moralisch unangreifbare Methode der Gewaltlosigkeit aber ausreichend um jeden Massenprotest zu legitimieren? Auch gegen eine demokratisch gewählt Regierung? Wenn gleichzeitig die Polizei attackiert wird, Regierungsgebäude besetzt werden und das Land unregierbar wird – ist das noch „gewaltfrei“?  

POLITISCHE MACHTÜBERNAHME : DER POST-MODERNE COUP

Gandhi truthWas hier tatsächlich passiert, hätte sich George Orwell nicht besser ausdenken können. Die „Gewaltlosigkeit” als Begriff wird selbst ein Instrument der politischen Kriegsführung. Aber könnte man das nicht auch über Gandhi sagen? Nein, das kann man eben nicht. Für Gandhi war diese Form des Widerstandes (Verweigerung der Ko-operation der Massen mit der Regierung und Bestehen auf historische Wahrheit) eine moralische Kraft und er benutzte sie um ein legitimes Ziel zu erreichen: den Sturz der britischen Kolonialregierung bzw. „home rule”, also das Recht der indischen Bevölkerung auf politische und wirtschaftliche Selbstbestimmung.

Doch diese, von den USA konstruierte Form von „NVR“ ist manipulativ und verlogen: was früher die CIA erledigte (verdeckte Operationen, psychologische Kriegsführung zur „Destabilisierung“ einer unerwünschten Regierung), machen heute auserwählte „Zielgruppen“, die – nach gründlichem „Training“ durch amerikanische Spezialisten als politische Waffen benutzt werden.

„VOLKSAUFSTAND Inc.“ -Die Netzwerke der Subversion

Network revolutions

NVR dient eben nicht dazu, mehr soziale Gerechtigkeit oder eine Veränderung der politischen Machtstrukturen zu erwirken (was sich die Demonstranten natürlich erhoffen), sondern eine Regierung zu dämonisieren und schließlich abzusetzen, die sich dem imperialen Zugriff Amerikas (und mittlerweile auch der EU/NATO) entziehen und ihren eigenen Weg gehen will.

Das Land soll unregierbar werden – ist das ein legitimes Ziel einer „demokratischen“ Bewegung? Wir sehen ja, dass alle Kompromissangebote der Regierung abgelehnt werden – warum wohl?

Hier handelt es sich nicht um Leute, die demonstrieren oder streiken, um konkrete politische Ziele durchzusetzen. Dieser „gewaltfreie“ Widerstand basiert nicht auf moralischen oder religiösen Prinzipien (wie etwa bei Martin Luther King oder Ghandi).

NVR ist eine politische Technik zum Sturz ausländischer Regierungen. Es geht nicht darum, ein politisches Statement zu machen. Es geht um eine von außen gesteuerte Machtübernahme, die als “legitim” (demokratisch) – wahrgenommen wird.

Um eine kritische Masse unzufriedener Menschen zu einem steuerbaren, aggressiven „Schwarm“ zu formieren, braucht es natürlich mehr als populistische Parolen und ein bekanntes Gesicht wie Vitali Klitschko. Dazu müssen professionelle „Trainer“ eingesetzt werden, die Experten in psychologischer Manipulation und militärischer Taktik sind. Für die Inszenierung der Massenproteste in der Ukraine waren diese beiden Herren von großer Bedeutung:

Gene Sharp und Colonel Robert Helvey

Gene_Sharp_SketchDr. Gene Sharp studiert Soziologie und Politikwissenschaft und verweigerte „aus Gewissensgründen“ in den 1950er Jahren den Militärdienst für den Koreakrieg. Er beschäftigte sich mit den Theorien von Thoreau und Gandhis Überlegungen zum zivilen Ungehorsam (NVR) im Kontext der Analyse politischer Macht: Mit welchen Mitteln gelingt es einer Regierung, die Masse der Bevölkerung „ruhig“ zu halten, also ihre Kooperation sicherzustellen, auch wenn sie regelmäßig übervorteilt werden?

Der wichtigste Aspekt für den Gehorsam der Bürger sind die wahrgenommene Legitimität der Regierung und die moralische Autorität der Institutionen (vor allem bei Polizei, Justiz und anderen Behörden, die uns Verhaltensnormen aufzwingen.)

Die meisten Menschen „folgen“ also nicht, weil sie Angst vor Strafe haben, sondern weil sie die Autoritäten als legitim und notwendig ansehen. Sharp erkannte, dass durch gezielte Unterminierung dieser Wahrnehmung, der Gehorsam in der Bevölkerung dramatisch abnimmt. Durch psychologische Manipulation kann dann ein „gewaltfreier“ Aufstand hervorgerufen werden, der die Regierung handlungsunfähig macht.

Sharp studierte schon in den 1950er Jahren den gewaltfreien Widerstand Gandhis in Indien (und vorher in Süd-Afrika). Dieser Mann war als politische Führungsfigur einzigartig, weil er über eine enorme, moralische Autorität verfügte.

gandhiGandhi war kein “Politiker” im üblichen Sinn;  er war nicht angetrieben vom Streben nach Macht, Ruhm oder Geld und jeder konnte sehen, wie er persönlichen Verzicht übte. Für ihn waren die Menschen nicht nur Mittel zum Zweck, um gewählt zu werden oder in einer Partei Karriere zu machen, er war als moralisch-spirituelle Kraft die größte Triebfeder für eine Änderung der politischen Machtverhältnisse in Indien. Er war absolut authentisch und überzeugte deshalb hunderttausende Menschen, ihm zu folgen.

Man muss heutzutage kein Gandhi sein, um politisch Erfolg zu haben, aber man muss zumindest eine gewisse Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Sharp wurde klar, dass man Regierungen putschartig zu Fall bringen kann, wenn ihr moralische Autorität so weit untergraben wird, dass sich die Massen (synchronisiert durch Twitter u. andere Methoden wie swarming) wie ein ferngesteuerter Hornissenschwarm an bestimmten Plätzen sammeln und die Behörden zur Verzweiflung bringen.

Alle Probleme im Land werden einfach dem ach so fiesen  Charakter der Regierungsmannschaft angekreidet: Korruption, steigende Preise und sinkende Löhne, enorme Vermögensunterschiede, Oligarchie statt Demokratie, usw. Die tatsächlichen Ursachen für zunehmende soziale Ungerechtigkeit werden ignoriert (wie z.B. die dubiose Integration in das kapitalistische System 1991).

Wehrt sich die Regierung gegen die zunehmende Unruhe im Land (ihre Aufgabe ist ja auch für  Ruhe und Ordnung zu sorgen), wird jedes Verhalten sofort als Beweis für die tyrannische Gesinnung des Kabinetts gesehen, während die inzwischen wild gewordene Opposition in den Medien stets als „demokratisch“ bezeichnet wird – auch wenn Polizisten verdroschen und Polizeiautos abgefackelt werden.

Damit dieses falsche Spiel funktioniert, braucht man zunächst ein  Ereignis, dass die Massen so richtig schön in Rage bringt, einen „catalyzing event“, wie der Fachmann sagt. In diesem Punkt hat sich ein Modell als äußerst erfolgreich bewiesen:

Der großartig inszenierte „Wahlbetrug“

Von Venezuela bis Iran, von Serbien bis Simbabwe, haben sich die amerikanischen Manipulationsexperten ja schon eifrig betätigt, wenn es darum geht, den Eindruck zu erwecken, dass die Wahlen gefälscht wurden. Stichhaltige Beweise für Wahlbetrug wurden nie vorgelegt, doch wir wissen ja, dass alleine die ständige Wiederholung in den Medien (einer Lüge) genügt, um die Zuschauer zu verarschen. Als sehr effektiv hat sich auch jene Methode herausgestellt, bei der amerikanische PR-Firmen „Befragungen“ präsentieren, die sich verdächtig weit vom tatsächlichen Wahlergebnis entfernen. Geht man davon aus, dass diese Quellen mehr Glaubwürdigkeit haben, als z.B. die iranischen,  bzw. anderer „Ziele“ für Destabilisierung, ist man geneigt, der Story zu glauben.

Deshalb ist es auch so wichtig, dass in den Medien diese Regierungen (die man los werden will) immer negativ präsentiert werden.

Helvey_SketchSharp und Robert Helvey (Bild links), der eine langjährige (schmutzige) Karriere beim militärischen Geheimdienst hatte) sorgten auch für den Sturz von Milosevic: die Aufstände waren alles andere als spontane Volksbewegungen. Zuerst wird mit erzwungenen „Reformen“ die Unzufriedenheit im Land geschürt: Lohnkürzungen, Massenentlassungen, Streichung von Sozialleistungen, etc. Damit wird der Grundstein für den notwendigen Volkszorn gelegt.

Dann wird die Schuld für all diese Ungerechtigkeiten nur einer Person (bzw. deren Partei) zugeschrieben. Bestehende religiöse oder ethnische Spannungen werden verstärkt. Wenn dann auch noch ein „Wahlbetrug“ inszeniert wird, ist eine kritische Masse erreicht. Aktivisten sprühen regierungsfeindliche Sprüche an tausende Wände und 2 Millionen Aufkleber mit „Er ist erledigt“ werden unters Volk gebracht. Wirtschaftliche Sanktionen  werden selektiv angewendet: Gemeinden, die die Opposition unterstützen, werden verschont. Die Radikalisierung „nationalistischer“ Bewegungen wird von den Trainern gezielt vorangetrieben, wobei PR-events auch eine große Rolle spielen.

Was früher die CIA “verdeckt” erledigte, machen seit den 1990er Jahren die „Demokratie-Promoter“ halb-offiziell: Ausgerüstet mit 40-50 Millionen Dollar sorgten NED, USAID und andere „Institute“ z. B. dafür, dass Jugoslawien zerstört wurde.

Hier eine kurze (unvollständige) Übersicht über die subversiven Aktivitäten von Sharp, Helvey und ihren Gönnern:

1983 entwickelte Sharp in Harvard ein Seminarprogramm mit dem Titel Gewaltfreie Sanktionen im Rahmen soziologischer  Forschung, die sich mit dem Einsatz des zivilen Ungehorsams  (während des kalten Krieges) befasste. Dort trifft er auf Colonel Robert Helvey, der von Sharps Ideen begeistert ist. Helvey, ein Mann mit langähriger Erfahrung im militärischen Geheimdienst der USA (DIA), erkennt sofort welche Möglichkeiten zur manipulativen Steuerung von Menschenmassen sich mit dieser Methode ergeben.  Er ist begeistert von den Praktiken des „gewaltfreien Widerstands“, allerdings als militärische Taktik, mit der man unerwünschte Regierungen entfernen und dabei  trotzdem moralisch unangreifbar bleiben kann.

cotrell gladioIm gleichen Jahr gründet Sharp in Boston das Albert Einstein Institut (AEI) und weil das US State Department bzw. die CIA und amerikanische „Investoren“ das ungeheure Potential seiner Forschung zur Durchsetzung imperialistischer Ziele erkannten, mangelte es auch nie  an Forschungsgeldern. Generalmajor Edward B. Atkeson gehörte als erster dem Beratergremium des AEI an. Atkeson, der ebenfalls für den militärischen Geheimdienst (der US Army in Europa) tätig war, integriert das AEI in das geheime  NATO-Netzwerk (mit Rekruten in den Sicherheitsapparaten europäischer Staaten und paramilitärisch ausgebildeten Nazis), das später unter dem Namen GLADIO Schlagzeilen macht.

1985 veröffentlichte Sharp ein Buch mit dem Titel „Wie Europa uneinnehmbar wird“, mit einem Vorwort von George Kennan, dem geistigen Vater der US-Außenpolitik während des Kalten Krieges.

1987 erhält das AEI Fördermittel vom USIP (Institute for Peace) und hält Seminare in verbündeten Ländern über NVR als Verteidigungsstrategie (man fragt sich – gegen wen?) Das USIP hat Verbindungen zur CIA.

1989 trainieren Sharp und Helvey (vorher Militärattaché der US-Botschaft in Rangun) die Opposition in Burma, weil sie besorgt über die zunehmende Stärke der kommunistischen Partei sind. Helvey ist ein typischer Offizier des kalten Krieges, dem alle Mittel recht sind, den Kommunismus und alles andere, das sich dem US-Imperialismus in den Weg steht, zu besiegen. Nach Beendigung seiner militärischen Laufbahn tritt wird er Vorsitzender des AEI Vorstandes.

1998 reisen Sharp und Helvey nach Osteuropa und „trainieren“ dort eine Gruppe serbischer Jugendlicher, die die Widerstandsgruppe OTPOR bilden um die letzte, sozialistische Regierung Europas, geleitet von Slobodan Milosevic, zu stürzen. Diese umfangreichen „Schulungen“ werden von folgenden, privaten (aber als NGO betrachteten) Organisationen finanziert: das National Endowment for Democracy (NED), das International Republican Institute (IRI) und die US Agency for International Development (USAID). Alle gehören zum Netzwerk der CIA.

1999 Die Broshüre „Von der Diktatur zur Demokratie“, die das AEI veröffentlicht hat, wird in Serbien von der Gruppe „Zivile Initiativen“ in Umlauf gebracht, die wiederum vom NED finanziert wird.

otpor2000 AEI Präsident Helvey leitet einen  OTPOR „Workshop“ in Budapest, der vom IRI finanziert wird; Die amerikanische Regierung hat alleine in diesem Jahr etwa 40 Millionen Dollar für Aktivitäten ausgegeben, die Milosevic dämonisierten und die Bevölkerung gegen ihn aufhetzen. Das AEI erwähnt später in seinen Berichten, dass in “mehr als 20 Ländern“ Beratungsaktivitäten stattfanden, darunter Serbien, Weißrussland, Litauen, Lettland und Estland, aber auch Simbabwe, Iran und Irak.

2003 Sharp unterstützt die Organisation der „Rose Revolution“ in Georgien.

2003 – 2004 Helvey und andere AEI Mitglieder reisen nach Venezuela um nach den gescheiterten Putsch (2002) mit anderen Mitteln die Regierung von Hugo Chavez zu unterminieren. Sie beraten die Anführer der Opposition (Sumate) während der Demonstrationen im Jahr 2004 und sind maßgeblich an der Operation Guarimba beteiligt (Straßenblockaden, die oft in Gewaltausbrüchen enden) Studenten aus Venezuela werden ebenfalls „bearbeitet“, um sie gegen Chavez aufzuhetzen. Sie treffen sich (nach Stratfor) 2005 in Belgrad mit den bereits indoktrinierten OTPOR / CANVAS Leuten und reisen dann weiter nach Boston, um Sharp persönlich zu treffen.

2004 Helvey und andere AEI Mitglieder treffen die Opposition in Kiew .. das war der Beginn der synthetischen „Orange Revolution“, die friedlich ausging. 2014 reichte die NVR offenbar nicht … um eine kritische Masse für die Konfrontation mit der Regierung zu schaffen, man bediente sich auch der alten und neuen Nazis aus Galizien, die alles andere als „gewaltfrei“ sind … das Ergebnis sehen wir heute …

Auch der „Arabische Frühling“ ist in gewisser Hinsicht ein Produkt von Sharp, Helvey und dem dritten im Bunde, dem Vertreter der globalen Finanzoligarchie und CFR Mitglied Peter Ackermann, der in Kairo und Tunis die Suppe zum Überkochen brachte.

WAR IS PEACE  2.0

Der gewaltfreie Widerstand wird also nicht eingesetzt, weil er moralischen Prinzipien folgt, sondern weil in gewissen Fällen Gewalt weniger effektiv ist. Diese Leute sind also keine Pazifisten – im Gegenteil. Sharp sagte in einem Interview, er sei schockiert gewesen, auf welcher Basis die Bush Regierung im Irak vorgegangen sei: dem Glauben an die Allmacht der Gewalt, ein quasi religiöses Dogma. Man müsse Alternativen zur Gewalt entwickeln, wenn man prinzipiell dagegen sei – so Sharp.

Doch was bedeutet das wirklich? Sharp zeigte den Machteliten in den USA, dass man imperiale Dominanz auch mit nicht-militärischen Mitteln erreichen kann. Aber führt der Einsatz von NVR als militärische Taktik nicht auch diesen Gedanken ad absurdum? Nicht-militärisch bedeutet eben nicht  „automatisch friedlich“. Robert Helvey gibt das offen zu: er spricht von einem „gewaltfreien Krieg“ – womit wir endgültig bei George Orwell (1984 – 30 Jahre Jubiläum) angelangt sind.

Die Zerstörung eines Landes durch militärische Gewalt ist offensichtlich und erzeugt moralische Empörung. Doch andere Formen der Gewalt etwa durch Wirtschaftssanktionen können ebenso verheerende Folgen haben (wie der Tod von 500.000 Kindern im Irak, die durch die Bombardierung von Sanitäranlagen gezwungen waren, verseuchtes Wasser zu trinken. Die dadurch hervorgerufenen, blutigen Durchfallepidemien konnten wegen der Sanktionen (fehlende Medikamente) nicht behandelt werden: die unterernährten Kinder starben massenhaft einen qualvollen Tod). Dass die Urheber dieses Massenmordes sich erdreisten, „humanitäre Interventionen“ in anderen Ländern zu fordern, weil diese Menschenrechte missachten, ist eine solch ungeheuerliche Heuchelei, dass einem übel wird wenn man nur daran denkt.

Die unheimlichste Form der Gewalt ist aber jene, die Sharp, Helvey und andere in den oben erwähnten Ländern angewendet haben (Venezuela ist gerade jetzt auch wieder Opfer dieser subversiven Machenschaften). Dass die Eskalation in Kiew ausgerechnet während der Olympiade in Sochi stattfand, ist natürlich auch kein Zufall.

Selbst Orwell wäre von diesem Maß an Arglist und systematischer Verschleierung der wahren Absichten  in den Medien beeindruckt gewesen: Eine ganze Armada aus Organisationen mit wunderbar-moralisch hochtrabenden Namen (Institut für Frieden, für Demokratie, Gewaltfreiheit, etc.) die in Wahrheit nur trojanische Pferde für den Imperialismus* sind.  Sie zerstören das Leben von Millionen  Menschen, benutzen sie als politische Manövriermasse, die ma n nach Gebrauch wegwirft.

(*Auch Deutschland hat solche Organisationen: z.B. die Friedrich Naumann Stiftung)

Damit nicht genug, bringen die Medien das unerträglich hohle Geschwätz der Politiker – Obama, Kerry, Ban-Ki-Moon, und natürlich auch europäische talking heads, die ihre leeren Phrasen über Demokratie und Werte absondern als eine Art semantischer Durchfall (es „stinkt“ jedenfalls gewaltig zum Himmel).

Erich Fromm hat es schon vor Jahrzehnten auf den Punkt gebracht … als er nach den vermehrt auftretenden, psychischen Krankheiten gefragt wurde, die durch das kapitalistische System (krankhaftes Streben nach Macht und Geld) bei vielen Menschen ausgelöst werden:

Das Problem sind eigentlich nicht die Kranken (die leiden, weil sie die Unmenschlichkeit der Profit-Diktatur spüren), sondern die „gesunden“ die sich an dieses kranke System so angepasst haben und es als normal wahrnehmen“

Die größten Psychopathen sind also unsere politischen und wirtschaftlichen Eliten, die es in diesem System an die Spitze gebracht haben. Noch Fragen?

JFK (1): Rendezvous with Death

statoflibertyGestern, vor 50 Jahren wurde John F. Kennedy am hellichten Tag in Dallas ermordet. Diesem Jahrestag haben wir es zu verdanken, dass uns die Medien (allen voran ARD, ZDF, ARTE) in den letzten Tagen sogenannte „Dokus“ über den letzten Tag des Präsidenten oder über sein Leben vorgesetzt haben, die alle eine Schande für den Journalismus sind.

JFK wurde quasi noch einmal hingerichtet, diesmal war nicht sein Körper das Opfer, sondern sein Charakter: immer wieder hörten wir von seinem ausschweifenden Sexualleben, seinen Affären mit Marilyn Monroe, etc. dass er (und auch noch Jackie) angeblich Drogen nahmen, usw. Die Yellow Press hätte neidisch werden können, was die Fernseh-Redaktionen da an Banalität und Schmutz auf Kennedy abgeladen haben.

Was JFK in seinem Privatleben tat, geht uns gar nichts an und spielt auch zur Aufarbeitung seiner Ermordnung keine Rolle. Das ganze ist natürlich nur ein riesiges Ablenkungmanöver von der ganz großen Frage: WARUM?  Warum wurde er  umgebracht und warum werden wir immer noch – nach 50 Jaren – gewaltig verarscht, damit wir die Dimension dieses Verbrechens nicht begreifen?

Zur Klärung dieser Fragen soll dieser Blog beitragen ..

Stone JFK Cover1992 kam „JFK“ von Oliver Stone in die Kinos und war ein Kassenschlager.  Doch neben dem finanziellen Erfolg begannen für den Regisseur schwere Zeiten, denn er hatte mit diesem Film wieder Salz in die Wunde der Erinnerung an das Attentat gestreut.

Stone wurde massiv angegriffen (Vorwurf: Fact & Fiction vermischt)  und natürlich wie alle Zweifler (die noch logisch denken können und somit die offizielle Version als völlig unglaubwürdig erkennen müssen) – mit dem Label „Verschwörungstheorie“  (sprich: du bist ein Idiot) stigmatisiert.

Obwohl Stone noch jahrelang in gewissen Kreisen der amerikanischen Gesellschaft wie ein Aussätziger behandelt wurde und z.T. immer noch wird, hatte sich die Mühe doch in gewisser Weise gelohnt:

Als Folge der Kontroverse, die der Film ausgelöst hatte, verabschiedete der amerikanische Kongress 1992 den President John F. Kennedy Assassination Records Collection Act. Wie im Film gezeigt wird, konnte der einzige Staatsanwalt, der je ein Strafverfahren einleitete (Jim Garrisson, gespielt von Kevin Kostner), um die wahren Schuldigen zu finden, in vielen Fällen seinen begründeten Verdacht nicht beweisen, weil ihm der Zugang zu Regierungsdokumenten verweigert wurde.  (Die CIA gab später zu, dass Clay und Ferry für sie gearbeitet hatten)

1 JFK autopsy 0504bSo wurden z.B.  weder alle Autopsiefotos noch die vollständigen Röntgenaufnahmen von Präsident Kennedy je veröffentlicht (auch die Warren-Kommission hat sie nicht gesehen, man gab ihr stattdessen „Zeichnungen“ eines Künstlers, (siehe Graphik links.)

Dieses neue Gesetz ermöglichte es vielen JFK-Forschern neue Erkenntnisse über das Attentat und seine Hintergründe zu Tage zu fördern bzw. die bereits vorhandenen Untersuchungsergebnisse mit den neuen Dokumenten zu erweitern.

Dadurch werden wir in die Lage versetzt zu verstehen, WARUM John F. Kennedy ermordet wurde – eigentlich war es eine Hinrichtung. Wenn wir wissen warum, können wir auch auf die Täter schließen. Aus den vielen Büchern über die Ermordung Kennedys habe ich vier ausgesucht, die nach meiner Ansicht unverzichtbar für die Aufklärung des Verbrechens und den  politischen Hintergrund sind:

50  JAHRE  ARGLISTIGE  TÄUSCHUNG

1 Howard Roffman – Presumed Guilty (The Framing of Lee Harvey Oswald) – 1975

Durch  genaue Analyse der Indizienbeweise und der ballistischen Untersuchungen demonstriert Roffman sehr überzeugend, dass Oswald nicht der Mörder von JFK sein konnte. Er zeigt auf, dass die Warren Kommission gegenüber Oswald voreingenommen war (gelinde gesagt) und alle glaubhaften Informationen, die ihn entlasteten, systematisch unterdrückte.

Roffman hatte seit seinem 14.Lebensjahr alles gelesen, was er über das Attentat und Kennedy finden konnte. Mit 18 (1970) kaufte er alle 26 Bände des Warren-Reports (tausende Seiten) und – entsetzt von dem, was er darin fand (oder vermisste) – forschte er im Nationalarchiv weiter. 1974 schloss er sein Geschichtsstudium mit Auszeichnung ab und studierte anschließend Jura.

allen dullesDie Mörder von JFK kamen davon, weil die eingesetzte  „Untersuchungskommission“  alles andere als unbefangen war, das zeigte sich ja bereits an der Auswahl der Mitglieder, allen voran CIA-Direktor Allen Dulles (der wahre Chef der Kommission) – der kurz zuvor von Kennedy gefeuert worden war. Der Bericht der Warren-Commission diente weniger der Wahrheitsfindung, als der Vertuschung der Wahrheit: dass es sich sehr wohl um eine politische „Verschwörung“ gehandelt hatte und die Erklärung dafür liegt natürlich in der wichtigsten Frage:

WARUM? Warum wurde Kennedy ermordet? Wer profitierte von seinem Tod? Wessen Pläne wurden durch Kennedys Politik durchkreuzt? Welche Kreise hatte er so gegen sich aufgebracht, dass sie ihn hassten und als Verräter ansahen?

(Wir kommen später darauf zurück)

Wie Roffman richtig erkannt hat, kam die Warren-Kommission (WK)  ihrerseits damit durch, weil so gut wie alle Institutionen, die eine demokratische Kontrolfunktion haben (sollten), angesichts dieser Herausforderung, eklatant versagt haben. Der Kongress, das Rechtssystem, vor allem auch die Presse ... sie alle haben es unterlassen, das  Versagen (Pseudo-Untersuchung) der WK anzuprangern und eine echte Aufklärung  zu verlangen.

Die vielgerühmte amerikanische  „Demokratie“ konnte sich also auf keine Institution verlassen,  als es um den Schutz vor eklatantem Machtmissbrauch und organisiertem Verbrechem (von Teilen des eigenen Regierungsapparates) ging. Alle „Checks and Balances“ die die US-Verfassung zur Kontrolle der Exekutivmacht vorsieht, haben im entscheidenden Moment nicht funktioniert.

3rd_psychological_operations_btn_dui_n14121Täuschung und Tarnung in der US-Politik (gegenüber der eigenen Bevölkerung) gab es natürlich auch schon vorher. Roosevelt versicherte den Amerikanern, dass „eure Söhne nicht in fremde Kriege geschickt werden“ und Eisenhower leugnete 1960, dass ein US-Flugzeug, das von den Sowjets abgeschossen wurde, ein amerikanisches Spionageflugzeug war (die berühmte „U2“-  unterwegs im Auftrag der CIA).

Auch der „Gulf-of Tonkin-Incident“ (August 1964) war eine Lüge – um wieder einmal militärische Aggression der USA als „notwendige Verteidigung“ edler Werte darzustellen, damit der Mythos der „guten Supermacht“ – die gegen das Böse (Sowjet-Kommunismus) kämpfte –  weiter genährt wurde.

Damit wurde der Vietnamkrieg eskaliert und Millionen Menschen zu unermeßlichem Leid und letztlich zum Tode verurteilt.

Hier im O-Ton einige Zitate von Zeitzeugen:

One of the Navy pilots flying overhead that night was squadron commander James Stockdale, who gained fame later as a POW and then Ross Perot’s vice presidential candidate. „I had the best seat in the house to watch that event,“ recalled Stockdale a few years ago, „and our destroyers were just shooting at phantom targets — there were no PT boats there…. There was nothing there but black water and American fire power.“

In 1965, Lyndon Johnson commented: „For all I know, our Navy was shooting at whales out there.“

Betrug und List  der US-Regierung waren also nichts Neues, aber die Dimension im Falle der Kennedy Ermordung schien alles bisherige in den Schatten zu stellen.

Allen Menschen, die sich das Denken noch nicht abgewöhnen ließen, war klar, dass eine solche Tat nur mit Wissen und Zustimmung bzw. aktiver Beteiligung ranghoher Mitglieder von Regierungsinstitutionen (allen voran FBI, CIA, und Pentagon) und von anderen Teilen des Sicherheitsapparates (Polizei, Secret Service), organisiert  werden konnte.

Roffman kritisiert auch heftig die Tatsache, dass etliche Rechtsanwälte in der WK saßen (von denen nur ein kleiner Teil tatsächlich an allen Hearings teilnahm .. ):

Sie verhielten sich nicht wie Rechtsanwälte, sie wirkten bei der Vertuschung eines brutalen Verbrechens mit und wurden somit Mittäter. Der Kongress akzeptierte den  mangelhaften Bericht als endgültig und hat damit ebenfalls eine Straftat (im nachhinein) begünstigt. Aber wahrscheinlich am schwerwiegendsten ist das Versagen der Pressesie wurde zu einem Sprachrohr der Regierung. Am Anfang wurden noch einige Ungereimtheiten in den Zeitungen erwähnt, die sich aus den Indizien, Beweisen und den Schlüssen der Warren-Kommission ergaben, doch zu keinem Zeitpunkt haben die Journalisten ernsthaft die Legitimität der offiziellen „Erkenntnisse“ über das Attentat  in Frage gestellt …“

Die einzigen Menschen, die sich die Mühe machten, die ganze Inszenierung zu hinterfragen, waren  einige gewöhnliche Bürger, die keine besondere Funktion im System hatten. Sie begannen damit, tausende Dokumente zu analysieren, Fragen zu stellen und neue Zeugenaussagen und Beweise auszugraben. Schon bald wurde klar, dass hier tatsächlich eine Verschwörung existierte und der Rest der Bevölkerung es einfach nicht wahrhaben wollte, was dieses Attentat über den Zustand der amerikanischen „Demokratie“ aussagte.

Wenn die Mörder des eigenen Präsidenten (der auf brutale Weise hingerichtet wurde) ungestraft davon kommen (dank  organisierter Täuschung, effektiver Gehirnwäsche und  psychologischer Verdrängungsmechanismen, die in der Bevölkerung wirken), was ist das für eine „freie“ Gesellschaft?

Ein anderer dieser „Kriminalinspektoren“ aus dem amerikanischen Volk war

WeisbergHarold Weisberg (Whitewash: The Report on the Warren Report (1965)

This government did manufacture, suppress and lie when it pretended to investigate the assassination of JFK. If it can do that, it can do anything.   And will, if we let it.

Auch Weisberg warnte davor, dass die (gewaltige) Exekutivmacht in den USA ungeheuerliche Verbrechen begehen könnte und würde, wenn es keine gesellschaftliche Institution gäbe, die bereit ist, sie zu stoppen. (Aktueller Bezug: Machtmissbrauch der globalen US- Cyber-Gestapo: NSA) Der nächste „Skandal“, die Watergate-Affaire, zeigte ja schon  wohin die Reise geht …

Ich möchte an einem Beispiel verdeutlichen, wie akribisch Roffmann, Weisberg  (u.a.) die Fakten recherchiert haben:

Um ein Verbrechen aufzuklären, muss die Polizei drei Aspekte verfolgen: Wer hatte ein Motiv, wer hatte die Möglichkeit und die Mittel, die Tat  zu begehen? Nur wenn alle drei Aspekte auf eine Person zutreffen,  und genug Indizien und Beweise gesammelt werden können, dass nur eine bestimmte Person dafür in Frage kommt,  kann der Täter mit Sicherheit überführt werden.

Im Fall Oswalds geht es also darum folgendes zu beweisen:

  • Er – und nur er – hat auf den Präsidenten geschossen.
  • Mit der Waffe, die in den Medien als seine vorgestellt wurde (ein billiges Karabiner-Gewehr mit defekter Optik).
  • Die Munition, die den Präsidenten getötet hat, stammt aus dieser Waffe.
  • Die Wunden des Präsidenten stimmen überein mit Wunden, die durch solche Patronen verursacht werden.

(Gouverneur Connally wurde auch durch Schüsse verletzt – darauf kommen wir erst später zurück)

Wer hat diese Untersuchungen durchgeführt? Normalerweise ist dafür die Staatsanwaltschaft zuständig bzw. jene Teile der Kriminalpolizei, die man salopp  als „Spurensicherung“ bezeichnet, also forensische Experten.  Im Falle des Kennedy-Attentates wurde aber kein normales Verfahren eingeleitet, weil Oswald ja – wie günstig für die wahren Mörder – ermordet wurde, bevor er noch ein Wort vor Gericht aussagen konnte.

Die forensischen Untersuchungen (ballistisch) des Kennedy Mordes fanden unter Kontrolle des FBI  statt. 

Für dessen Chef, Edgar Hoover war die Sache abgeschlossen: Oswald war der einzige Täter – end of story.  Um festzustellen, ob die Ergebnisse des FBI korrekt, (und unvoreingenommen waren), und die Unabhängigkeit der Untersuchungen sicherzustellen,  hätte die Warren-Kommission andere forensische Experten zuziehen müssen.

Doch die Warren-Kommission tat nichts dergleichen: um die offenen Fragen zu beantworten, beauftragte sie – wen? – das FBI …

Die „Schuld“ Oswalds wurde – nach Angaben des FBI – dadurch „bewiesen“, dass die gefundenen Kugeln aus dem Gewehr von Oswald stammten. Wie überzeugend waren diese „Beweise“ und wurden sie von der WK geprüft?

Hier die dokumentierten Seufzer zweier Kommissionsmitglieder: …(16 Dec 1963)

McCloy:This bullet business leaves me totally confused ..“

Warren: „… it’s totally inconclusive …“

Es gab schon 1963 ein wissenschaftliches Verfahren, um festzustellen, ob die metallischen Reste in einer Schusswunde von einer bestimmten Waffe bzw. einer bestimmten Munition stammen: die spektrographische Analyse.

Das FBI gab an, solche Tests durchgeführt zu haben, die aber kein schlüssiges Ergebnis hervorbrachten. Die WK hat sich darauf verlassen, ohne den Originalbericht des Ballistikexperten je gesehen zu haben, geschweige denn ihn in die offizielle Dokumentation aufzunehmen.  Weisberg hat später herausgefunden, dass das FBI  von der AEC (Atomic Energy Commission) das Angebot erhielt, ein noch exakteres Verfahren anzuwenden: die „neutron activation analysis“ (NAA). Damit konnte der definitive Beweis erbracht werden, ob die Geschosse, die den Präsidenten getötet hatten, identisch mit jener „unversehrten, herausgefallenen“ Patrone waren, die auf der Trage von Gouverneur Connally im Krankenhaus „gefunden“ worden war (und die aus Oswalds Gewehr stammte). Die AEC schrieb sogar an das Justizministerium (DOJ), weil die Sache so wichtig für die Beweisführung war.

Das DOJ reichte den Brief an die Warren-Kommission weiter, die dann das FBI kontaktierte. Die „Beweise“ wurden dann vom FBI an die AEC übermittelt. Die dokumentierten Resultate kamen nie  zurück

JFK exhibit59Die WK beugte sich dem Wunsch von Edgar Hoover, die Einschusslöcher in der Kleidung von Kennedy und Connally dieser NAA (winzige Metallspuren werden analysiert)  NICHT zu unterziehen … so also verstand die Kommission ihr Mandat,  „alle Fakten des Attentates zu untersuchen“.

Die WK hörte keinen einzigen Zeugen zur NAA der ballistischen „Proben“ (also Patronen) … am 8.Juli 1964 – erst eine Woche, bevor der Warren-Report in Druck ging – gab es eine schriftliche Erklärung von Hoover (die niemand wirklich verstand …):

Hoover ballstics

bullet1Die „herausgefallene“ Patrone wurde gar nicht erwähnt … und für die angeblichen „Testergebnisse“ wurde keine Dokumentation vorgelegt. Als Weisberg später die Herausgabe der spektrographischen Testergebnisse verlangte (nach dem FOIA-Gesetz sein gutes Recht), und in erster Instanz Recht bekam, wurde von seiten der Regierung mehrfach dagegen geklagt bis ihm die Einsicht endgültig verweigert wurde. Natürlich war wieder „die nationale Sicherheit“ die Tarnkappe zur Verschleierung von Staatsverbrechen.

Doch als der Fall publik wurde, reagierte der US-Kongress und verabschiedete 1974 eine Ergänzung zum FOIA . Weisberg stellte wieder einen Antrag auf Akteneinsicht (diesmals auch für die NAA –Testergebnisse).  Die Regierung – unter Zugzwang – gab eine Sammlung chaotischer, unvollständiger  Aufzeichnungen heraus, die niemand verstehen konnte. Jede Mengen Zahlen und Tabellen, aber keine statistischen Auswertungen. Das war alles? FBI Agent Robert Frazier hatte unter Eid ausgesagt, die gesamten Testergebnisse seien archiviert worden .. doch nach aktueller, offizieller Aussage gabe es diesen „File“ nicht …

Welchen Grund könnte es für die Kommission (bzw. die Regierung) geben, diese Ergebnisse geheimzuhalten? Genau jene Tests, die die Schuld – oder Unschuld –  Oswalds wirklich beweisen würden? Dreimal dürfen Sie raten …

Das Verhalten der Kommission, des FBI, und anderer Regierungsbehörden ist das stärkste Indiz – eigentlich der Beweis – für ein gewaltiges „cover-up“.  Hier geht es nicht nur darum, dass „Wer“ zu ermitteln, sondern um einen Totalzusammenbruch der Rechenschaftspflicht  einer Regierung, der folgenlos blieb. Und das ist das Land, das anderen Vorträge über Demokratie hält und sie mit Bomben und Terroristen (scheinbar) erzwingen will …

Dass Attentat auf Kennedy ist deshalb – auch nach 50 Jahren – von eminenter Bedeutung für uns.  Alle Menschen, denen der Begriff „Demokratie“ noch etwas bedeutet, müssen sich deshalb näher mit den Hintergründen dieses ungeheuerlichen Verbrechens befassen .. und dabei wird klar, dass vom 22. November 1963 eine gewundene, aber klare Spur zum 11.September 2001 führt …

False Mystery4  False Mystery Concealing State Crimes 

von Vincent J. Salandria

I have never declared the covert actions of the U.S. intelligence agencies to be incompetent. They are almost invariably and unerringly competent in murdering, individually and massively, in defense of U.S. military dominance and empire …  JFK was killed by U.S. intelligence to perpetuate the Cold War.”

Neben Roffman und Weisberg ragt ein weiterer  Pionier unter den Aufdeckern des Kennedy Attentats hervor, der wirklich Großes geleistet hat:  der Jurist Vincent Salandria  – ein „Rechtsanwalt“, der den Titel wirklich verdient hat. Er schrieb in den Jahren nach dem Anschlag zahlreiche Essays, in denen er aus der Perspektive des Rechtsstaates aufzeigt, dass das (kriminelle) Verhalten der Behörden nach dem Mord (der ja auch ein Staatsstreich war)  nur den Schluss  zulässt: hier ist tatsächlich eine Verschwörung im Gange.

Die Vorbereitung eines Mordes in dieser politischen Dimension,  die Ausführung und die Vertuschung eines solchen Verbrechens konnte nur mit Beteiligung höchster Regierungskreise und der Machteliten stattfinden. Dazu gehören allen voran das US-Militär und seine Geheimdienste, die CIA, der Secret Service, das FBI, die Polizei in Dallas, usw. Natürlich heißt das nicht, dass jeder einzelne Mitarbeiter in diesen Organisationen am Attentat beteiligt war. In allen diesen Behörden arbeiten viele Menschen gewissenhaft und in dem Glauben, ihrem Land einen Dienst zu erweisen. Doch wenn man in diesen Behörden an kritischen Stellen Leute platziert hat, die insgesamt ein Netzwerk bilden, das an den Schaltstellen der Macht sitzt und Zugang zu den wichtigsten politischen Informationen hat, lassen sich auch solche Verbrechen organisieren und vertuschen.

Jedesmal, wenn (während der Untersuchung durch die Warren-Kommission) Hinweise für eine Verschwörung auftauchten – und davon gab es mehr als genug – weigerte sich die Regierung, diesen nachzugehen. Andererseits wurde Informationen, die völlig unglaubwürdig waren, aber Oswald belasteten, zur Untermauerung der  Einzeltäter-Theorie herangezogen.“

Die Essays von Salandria erschienen zunächst in einigen Zeitungen und wurden erst Ende der 1990er Jahre in einem Buch zusammengefasst: False Mystery – An Anthology of Essays on the Assassination of JFK

Er schreibt in der Einleitung zu seinem Buch:

Die Warren-Kommission (WK) hat also den falschen Mann als Täter präsentiert und zu keinem Zeitpunkt ernsthaft versucht, die Wahrheit über das Attentat herauszufinden. Die Dokumente, die hier [in seinem Buch] vorgelegt werden, zeigen also ganz deutlich, dass die Kommission keine andere Möglichkeit, als die Täterschaft Oswalds auch nur in Betracht zog, als sie ihre Untersuchungen durchführte. Was bedeutet das? (unabhängig von Motiven)  Die WK hat den Mord an Präsident Kennedy (PK)  unaufgeklärt gelassen und damit stillschweigend das Entkommen der wahren Attentäter ermöglicht.

Für diejenigen, die mit den Umständen des Attentates nicht vertraut sind, noch mal eine kurze Darstellung der Ereignisse:

PK wurde am 22. November 1963 um 12:30 erschossen, als er in einem offenen Wagen durch die Straßen von Dallas fuhr und den Menschen zuwinkte. Neben ihm saß seine Frau, Jacqueline. Der Gouverneur von Texas, John Connolly (der auf dem Vordersitz, also direkt vor dem Präsidenten saß), wurde ebenfalls mehrfach von Kugeln getroffen.

Die Wagenkolonne fuhr daraufhin zum nächstgelegenen Parkland Hospital, wo JFK in der Notaufnahme behandelt wurde. Doch die Ärzte konnten ihn nicht retten. Gegen den Willen und unter Protest der örtlichen Behörden wurde der Leichnam dann nach Washington geflogen (die Zuständigkeit der Untersuchungsbehörden lag eindeutig in Dallas, wo das Verbrechen stattgefunden hatte) – Die Autopsie erfolgte in einem Militärhospital in Anwesenheit von hochrangigen Offizieren, die den Ärzten namentlich gar nicht bekannt waren.

45 Minuten nach dem Anschlag auf JFK wurde ebenfalls in Dallas ein Polizist erschossen: J.D. Tippit. Nur eine halbe Stunde später wurde Lee Harvey Oswald in einem Kino als mutmaßlicher Täter (Polizistenmord) festgenommen. Am Abend des 22.11. wurde er dann auch als Hauptverdächtiger für die Emordung des Präsidenten in den Medien präsentiert. 

Oswald hat stets behauptet, er habe niemanden erschossen und mehrfach um einen Rechtsbeistand ersucht.  Er werde seine Unschuld vor Gericht beweisen, sagte Oswald immer wieder.  Doch am 24. November wurde er, in Begleitung von Polizeibeamten und vor laufender Kamera, von Jack Ruby (aus dem Dunstkreis der Mafia) erschossen. Damit war der angebliche Präsidentenmörder für immer zum Schweigen gebracht und ein ordentliches Gerichtsverfahren verhindert worden.

Die Schuld von Oswald wurde nie (nach rechtsstaatlichen Grundsätzen) bewiesen. Er sollte in den Augen der Öffentlichkeit „emotional“ verurteilt werden.

Nach den Ausführungen der Warren-Kommission (WK) wurden bei dem Attentat nur drei Schüsse abgegeben. Diese drei Kugeln hatten laut BWK folgende Verwundungen bzw. Schäden verursacht:

  • Kennedy: je  eine Wunde im Rücken, im Hals und im Kopf
  • Connally: eine Wunde im Rücken, Durchschlagen (Bruch) einer Rippe, Durchschlagen( Bruch) des rechten Handgelenks, und Festsitzen eines Kugel- Fragments im linken Oberschenkelknochen
  • James T. Tague, ein Zuschauer auf der Dealey Plaza wurde von Munitionsteilchen getroffen
  • Windschutzscheibe und Chassis der Limousine von Schüssen beschädigt
  • Einschläge am Straßenrand

magic bulletDie Prämisse der Warren Kommission, dass alle Wunden von nur einer Kugel verursacht wurden (Magic Bullet Theory) ist so absurd, dass sie eigentlich jeder vernünftige Mensch sofort ablehnen müsste. (Schön demonstriert in dem Oliver Stone Film „JFK“ von Kevin Costner als Staatsanwalt Jim Garrisson)  2900

Im FBI-Bericht stand dazu auf Seite 18:

Unmittelbar nachdem PK und Gouverneur Connally im Parkland Memorial Hospital angekommen waren , fand man eine Kugel auf einem der Tragen. Die medizinische Untersuchung des Präsidenten ergab, dass eine der Kugeln in seinen Körper knapp unterhalb der Schulter rechts von der Wirbelsäule, mit einem Abwärtswinkel zwischen 45 und 60 Grad eingeschlagen ist, dass es keine Austrittswunde gab und dass die Kugel sich nicht im Körper befand.“

(Wie geht das denn?)

Diese Frage stellte sich anscheinend niemand. Doch mit dieser Aussage hatte die Regierung ein gewaltiges Problem: einen akuten Munitionsmangel zur Erklärung der vielen Wunden.

Dazu Salandria:

Alleine das hätte eine wirklich unabhängige Kommission zu der Erkenntnis geführt, dass  die o.a. Schäden nicht nur von einem Schrottgewehr verursacht sein konnten. Doch die absurde „Einzeltäter“ – Mordtheorie war und blieb das einzige Konzept, an dem die Regierung in krimineller Weise – allem anderen gegenüber blind – festhielt.  Sie diente als unzureichendes Feigenblatt für die Legitimation eines autoritäten „Sicherheits“-Staates, der sich zur absoluten Macht geschossen hat…“

Die Limousine des Präsidenten mit den Einschüssen sowie den Blut- und Hirngewebeteilen (von den Wunden des Präsidenten, die beim Einschlag der Geschosse das Fahrzeug bespritzten), hätte natürlich sofort  als exrem wichtiges Beweismittel sichergestellt und vor Manipulation geschützt werden müssen.

Doch was geschah?

Der Wagen wurde sofort aus Dallas weggebracht und neu „ausgestattet“, d.h. die forensischen Beweise darin wurden unwiederbringlich zerstört. Wie der Jurist Salandria richtig feststellt, stellt das eine eklatante Form von Behinderung der Justiz (Unterschlagung von Beweismitteln) dar:

„The removal from Dallas of the vehicle and the evidentiary eradication by means of refitting of the vehicle clearly constituted criminal obstruction of justice.“

Als Motiv für dieses Vorgehen der Behörden (FBI, die Warren-Kommission, Polizei in Dallas u.a.) kommt nur eine plausible Möglichkeit in Betracht: die Vertuschung der eigenen Schuld. Eine unschuldige Regierung hätte darauf bestanden, dass das Auto streng bewacht wird und dort verbleibt, wo es nach dem Gesetz hingehört: in die Jurisdiktion von Dallas.

neck wound front shotDie Ärzte im Parkland Hospital (wo Kennedy zuerst hingebracht wurde) in Dallas sagten alle vor der Kommission aus, dass die Wunde im Hals des Präsidenten eine Eintrittswunde war, der Schuss also von vorne kam.  Damit war aber die Einzeltäter-Theorie erledigt, denn Oswald (der ja angeblich vom 6. Stock des Schulbuchlagers geschossen hatte) konnte den Präsidenten nur von hinten treffen (siehe Bild  unten):

Dallas 2211Immer wieder wurden die Ärzte und das medizinische Personal von der WK gefragt, ob sie eine kleine Eintrittswunde am Hinterkopf des Präsi-denten gesehen hatten, alle verneinten das klar und deutlich. Wenn man die Protokolle liest, wird klar, wie versessen die WK darauf war, die  unbewiesene Theorie, dass der Präsident (nur) von hinten erschossen wurde, zu untermauern.

Die Möglichkeit, dass es mehrere Schützen gab (was auch die vielen Wunden erklärt wurde einfach negiert und alles, was darauf  hindeute, ignoriert. Dies war umso gravierender, als es Beweise und Zeugenaussagen dafür gab, dass die (tödliche) Wunde am Hinterkopf riesig (Teile des Gehirns traten aus, die Hälfte des Schädels war „weggeblasen“) und eine Austrittswunde war. Der Zapruda Film zeigt ja auch, dass der Kopf des Präsidenten nach hinten und nach links geschleudert wird, der Schuss in den Kopf also von vorne rechts kommen musste, was Kevin Kostner als Staatsanwalt Jim Garrison im Film JFK eindrucksvoll demonstriert:

Kevin Kostner Jim GarrissonIm Bethesda Naval Hospital, dem Militärkrankenhaus, in dem der Leichnam von JFK genauer untersucht wurde,  schrieb Commander James J. Humes einen Autopsiebericht, der wohl zu den wichtigsten Dokumenten aller Zeiten gehört. Am 24. November 1963 bestätigte er mit seiner Unterschrift folgendes:

 Ich, James J. Humes, bestätige dass ich gewisse, handgeschriebene Notizen zum Autopsiebericht A63-272  (durch Verbrennen) vernichtet habe…”

Auch mit dieser Handlung wurden die Ermittlungen der Justiz im Mordfall des Jahrhunderts behindert. Natürlich wurde Dr. Humes von ranghöheren Offizieren angewiesen, dies zu tun. Die Frage und die Antwort von Salandria sind wieder die gleichen:

Würde eine unschuldige Regierung solche Dokumente vernichten? Würde sie nichts unternehmen, um diese Vernichtung von Beweisen zu hinterfragen?

Salandria hat jahrelang tausende Dokumente analysiert und neue Aufzeichnungen ans Licht gebracht, die eine Beteiligung der Regierung an der Vertuschung verdeutlichen. So etwa das (in den USA berühmte) Memo an Bill Moyers (damals Pressesprecher von Lyndon B. Johnson)  von Nicholas Katzenbach, der damals im Justizministerium arbeitete und Moyers anwies, der Öffentlichkeit einzuhämmern, dass Oswald – und nur er – der Attentäter war, das es also keine Mittäter gibt, die noch frei herumlaufen und dass die Beweislage so eindeutig sei, dass es (ganz sicher) zu einer Schuldspruch vor Gericht gekommen wäre.

Hier einige Passagen im englischen O-Ton:

Memorandum for Mr. Moyers

It is important that all of the facts surrounding President Kennedy’s assassination be made public in a way which will satisfy people in the United States and abroad that all the facts have been told and that a statement to this effect be made now.

1. The public must be satisfied that Oswald was the assassin; that he did not have confederates who are still at large; and that the evidence was such that he would have been convicted at trial.

2. Speculation about Oswald’s motivation ought to be cut off, and we should have some basis for rebutting thought that this was a Communist conspiracy or (as the Iron Curtain press is saying) a right-wing conspiracy to blame it on the Communists. Unfortunately the facts on Oswald seem about too pat — too obvious (Marxist, Cuba, Russian wife, etc.). The Dallas police have put out statements on the Communist conspiracy theory, and it was they who were in charge when he was shot and thus silenced.

Angesichts der bisher skizzierten, unzureichenden Beweislage (wegen Unterdrückung von Beweisen, die eine Verschwörung untermauert  hätten)  muss man sich fragen:

Wie konnte Katzenbach bereits am 25. November wissen, dass Oswald alleine das Attentat begangen hatte? 

Die Schuld eines Angeklagten muss zweifelsfrei bewiesen werden, bevor er verurteilt wird. In einem Rechtsstaaat hat das Prinzip in dubio pro reo, also im Zweifel für den Angeklagten zu gelten. Doch hier passierte genau das Gegenteil: alle Zweifel an Oswalds Täterschaft (und davon gab es mehr als genug) wurden von vorneherein ignoriert, alles was ihn entlasten konnte, wurde unterschlagen oder falsch wiedergegeben.

Rechtsanwalt Salandria stellt also wieder fest, dass die Vorgangsweise von Katzenbach nur eine Interpretation zulässt: Auch er verhinderte, dass die wahren Schuldigen gesucht, geschweige denn gefunden wurden: Salandria nennt keine Namen, sondern klagt den Staat an, dessen Identität und Mentalität seiner Führungsriege  von einem dauerhaften Kriegszustand und paranoidem Militarismus geprägt ist.

Earl_WarrenAuch Earl Warren, Richter am Obersten Gerichtshof, und offizieller Leiter der Kommission (in Wahrheit war es Allen Dulles) erhielt von Katzenbach schon bald die Mitteilung, dass das FBI – „zweifelsfrei die Schuld von Lee Harvey Oswald bewiesen habe und dass es keinerlei Hinweise auf andere Mittäter gäbe …“

Was aber soll  eine „unabhängige Untersuchungskommission“ dann noch untersuchen – wenn von Anfang an die Täterschaft Oswalds als „sicher“ zu gelten hat?

Wie kann man sich auf die Aussagen von Behörden verlassen, die selbst Gegenstand der Untersuchung sein sollten? Wo bleibt da die demokratische und verfassungsmäßige  Gewaltenteilung? (Die Anweisung von Katzenbach war 1963 noch nicht bekannt, sondern wurde erst durch Salandrias Forschungsarbeit (noch mehr Beweise für Vertuschung durch die Regierung*) zutage gefördert)

(*Für mehr packende Informationen ist auch das Buch The Last Investigation von  Gaeton Fonzi zu empfehlen, der eine klare Spur zur CIA findet ..)

Bei den Recherchen über den Kennedy Mord besteht die große Gefahr, dass man sich in den Details des WIE verliert: Analyse der Einschüsse, Analyse der Wunden,  wer war Oswald, wer hat wann was gehört (von den Augenzeugen, die Kennedy zuwinkten) usw.

Obwohl alle diese Punkte wichtig sind (und ich habe nur einen kleinen Teil davon angesprochen), muss uns klar sein, dass die wichtigste Frage bei einem politischen Mord  ist:

WARUM? Cui bono?

Damit komme ich zum vierten  Buch, das mehr als alle anderen in der Lage ist, diese Frage zu beantworten und den 50-Jahre alten Schleier der Verwirrung zu lüften:

JFK – The Unspeakable

Fortsetzung folgt …

 

(Rendezvous with Death war das Lieblingsgedicht von JFK .. er hat sein ganzes Leben lang dem Tod ins Gesicht gesehen, weil er schon als Kind  schwer erkrankte, mehrfach operiert wurde und im Laufe seines Lebens mehrmals die letzte Ölung erhalten hatte ..)

Target Syrien (3): Moral Illusions

che statliberty with gunWenn sich ausgerechnet der US-Präsident über die Effektivität des UN-Sicherheitsrates (UNSC)  als moralischer Wächter Sorgen macht, wird die traurige Sache zur Realsatire: Obama beklagte die Tatsache, dass Russland und China ihr Veto gegen einen „Militärschlag“ in Syrien eingelegt haben mit den Worten

wenn wir soweit kommen, dass der UNSC nicht der Durchsetzung internationaler Normen (und des Völkerrechts) dient, sondern als dessen Barriere, dann sind Zweifel an diesem System wohl angebracht“ …

Obama leidet natürlich, wie alle seine Vorgänger, an selektiver Amnesie, wenn es um die Rolle der USA bei der Wahrung des Völkerrechts geht:

Das Konzept der „humanitären Intervention“, das seit dem illegalen Angriffskrieg auf Jugoslawien bzw. Kosovo von den USA bzw. deren neu gestylter „globaler Eingreifftruppe“ NATO salonfähig gemacht wurde, ist ja die Quintessenz der systematischen Unterminierung des Völkerrechts:

Nämlich die Beschlüsse der Nürnberger Prozesse (dass der Krieg – Drohung, Planung, Organisation und Durchführung an sich ein  monströses Verbrechen („gegen den Frieden) ist  bzw. die  UN-Charta auszuhebeln: nur Selbstverteidigung gegen eine unmittelbare Bedrohung oder ein Beschluss des UNSC können demnach einen kriegerischen Akt legitimieren. Die USA haben ja schon wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg wieder Kriege (einige davon offen, andere als „verdeckte“ Interventionen geführt … bis heute hat sich daran nichts geändert … auch „Syrien“ ist ein Fall für „covert warfare“ …

Um die Scheinheiligkeit („we are exceptional, God’s own country, etc.“) zu wahren – „die USA setzen militärische Gewalt immer nur für gute Zwecke ein“ – müssen daher vor jedem Akt kriegerischer Aggression (auch  NATO),  Gründe für ein Eingreifen konstruiert werden, die die massive Gewalt als „notwendig“, ja wünschenswert erscheinen lässt …

victimhood TMDutzende Male  haben die USA im UNSC ihr Veto eingelegt, am häufigsten zur Verhinderung einer Resolution gegen Israel (das sich im Dauerkrieg gegen die Palästinenser befindet). (Die Mühe hätte man sich eigentlich sparen können, denn Israel verstößt seit Jahrzehnten gegen UN-Resolutionen …ohne irgendwelche Folgen … stattdessen gibt es „scharfe Sanktionen“ gegen seine „Feinde“, deren Verbrechen darin besteht, nicht vor USrael zu Kreuze zu kriechen …)

Doch wenn das absurde System des UNSC (Siegermächte des zweiten Weltkriegs  und die größten Waffenhändler sollen über den „Weltfrieden“ wachen und für Abrüstung sorgen …) den  Interessen der USA und ihrer Verbündeten dient, beschwert sich niemand in Washington. Aber wenn die USA selbst einmal ihre Pläne durch die Vetos anderer Mitglieder durchkreuzt sehen, wird ein rhetorischer Großangriff gestartet: „Russland habe den Sicherheitsrat in Geiselhaft genommen“ usw.

Kommentatoren wie der britische Journalist George Monbiot haben die moralische Empörung der USA über die „Unterminierung  internationaler Normen“  durch den Assad unterstellten Chemiewaffen (CW) -Einsatz  ja schon gründlich als unglaubliche Heuchelei entlarvt:

Obama warnte davor, dass der Einsatz von Giftgas in Syrien die  internationale Vereinbarung gegen CW, die von 189 Nationen angenommen wurde“ untergrabe.

Doch das Untergaben internationaler Normen, auch im Bezug auf die Kontrolle von CW ist die Spezialität der USA:

1997 erklärte sich die US-Regierung damit einverstanden, 31.000 Tonnen chemischer Waffen (Sarin, VX, Senfgas) innerhalb von 10 Jahren zu „entsorgen“ (Man fragt sich, wie …?).  Doch 2007 suchte man um Verlängerung der Frist um weitere fünf Jahre an, also bis 2012,  damit war das Maximum nach der CW-Konvention erreicht. 2012 hieß es dann, man würde sie bis 2021 eliminieren …

2 José Maurício Bustani statement 2002Unter Clinton wurde ein Gesetz verabschiedet, dass  es Waffeninspektoren untersagte, unangemeldet auch nur irgendetwas  in den USA zu untersuchen. 2002 setzte die Bush-Regierung die Entlassung von José Maurício Bustani durch, dem damaligen Generaldirektor der OPCW, weil er sein Mandat gewissenhaft ausgeführt hatte (keine Sonderrechte für die USA: auch ihre Verpflichtungen sollten gründlich geprüft werden … und  er versuchte, den Irak als Mitglied zu gewinnen, was natürlich die Kriegspläne der Neocons sabotiert hätte..usw.)“

(Bild oben: ein Auszug aus Bustanis Statement zu seinem verlangten „Rücktritt“ ..die USA dürfen nicht einmal beim Namen genannt werden, es ist immer nur von einem „Mitgliedsland“ die Rede …)

Syrien soll jetzt also seine CW unter „internationale Aufsicht“ stellen, was nur ein schlechter Witz sein kann, angesichts der Tatsache, dass die USA selbst „Massenvernichtungswaffen“ auf Lager und eingesetzt haben, die man nur als grauenhaft bezeichnen kann.

Agent Orange victims 50yrs laterDie USA haben tonnenweise Chemiewaffen im Vietnamkrieg eingesetzt („Operation Hades“ in Vietnam, Laos und Kambodscha), vor allem das dioxinhältige Agent Orange, (hergestellt von der Giftküche Monsanto, die sich jetzt um die Ernährung der Welt durch „life sciences“ (Gentechnik) „kümmert“ …)  unter dem die Bevölkerung heute noch leidet.

Auch im Irakkrieg (2003) setzten die amerikanischen Truppen CW ein, wie z.B. weißen Phosphor in Falludja.

1 Monbiot Guardian CW Falludja 2003Was aber Monbiot nicht erwähnt (weil er ein Freund und Verharmloser der Atomenergie ist), ist der Einsatz von Uranmunition im Irak. „Depleted Uranium“ (DU)-Waffen sind vielleicht die schlimmste (bekannte) Form dieser WMD, weil  sie eine Art Fusion aller drei Arten von „ABC-Waffen“ (radioaktiv, biologisch, und chemisch) darstellen. Was im Irakkrieg durch diese Waffen („Hellfire“-Missiles, „Bunker-Buster“ Bomben, etc.) freigesetzt wurde, ist ein „radioaktives Gas“ bzw. ein Aerosol mit radioaktiven Nanopartikeln, das verheerende bio-chemische Wirkungen hat, weil es in erster Linie die DNA der Opfer (also die Keimzellen, somit das Leben selbst) vergiftet. Die grauenhaften Folgen sehen Sie hier …

Natürlich haben die USA (und auch Russland) auch biologische Kampfstoffe „auf Vorrat“. Angeblich muss in dieser Richtung eifrig geforscht werden, damit man sich gegen „Angriffe“ wappnen kann. Doch auch das ist natürlich eine Form der Projektion, die für die US-Außen- und „Sicherheits“-politik  typisch ist.  Wie Monbiot in seinem Artikel erwähnt, berichtete 2001 die New York Times, das Pentagon habe eine Biowaffenfabrik gebaut, die genug tödliche Mikroben herstellen kann, um ganze Städte auszurotten.

Chem_CrestDass das US-Militär  sich alles erlauben kann, weil es die eigenen Aktivitäten (seien sie auch noch so unmenschlich und kriminell) mit Orwell‘schen Tarnbegriffen beschreibt, zeigt sich auch hier: Die zuständige Abteilung des Pentagons heisst „Defense Threat Reduction Agency“, also die „Agentur zur Reduzierung verteidigungsrelevanter Bedrohungen …“.

Dass der Churnalist wieder einmal gar keine Ahnung von dem Thema hat, über das er schreibt, zeigt sich schon in einem Satz:

Officials stressed that the plant never made anthrax or any other lethal pathogen. Rather, it produced only harmless biopesticides during two production test runs in 1999 and 2000.“

Es gibt keine „harmlosen Biopestizide“, alle Pestizide sind giftig und eigentlich Biozide (die nicht nur „Schadorganismen“ zerstören …)

  • Dass solche Aktivitäten gegen die Biowaffen-Konvention verstoßen – who cares, when it’s the USA…?, ist kein Thema, denn wir wisssen ja, dass nach Auffassung  amerikanischer  Politiker  im Völkerrecht der Grundsatz gilt: some are more equal than others ..
  • Dass Washingtons siamesischer Zwilling (joined at the hip bei Doppelmoral und Skrupellosigkeit) Israel – die Chemiewaffenkonvention nicht ratifiziert und CW schon mehrfach gegen die Palästinenser eingesetzt hat, tut nichts zur Sache.
  • Dass das zionistische Horrorkabinett in Tel Aviv ein ganzes Arsenal an Atomwaffen hat – über die man nicht einmal sprechen darf – und die im Kontext der ständig gehypten „Bedrohung“ durch Israels böse Nachbarn nie erwähnt werden, was solls? Schließlich muss sich das „arme, kleine Israel“ doch gegen die Schurken nebenan verteidigen, oder?
  • Dass Syrien in erster Linie wegen Israels Atomwaffen einen Vorrat an Chemiewaffen hält, dieser Kontext muss natürlich auch unter den Tisch fallen, damit die Rolle des Erz-Bösewichts, die man Assad seit zwei Jahren zugedacht hat, nicht ins Wanken gerät. (Assad ist sicher für zahlreiche Verbrechen verantwortlich, doch das sind unsere Politiker auch …)

Diese unglaublich selbstgerechte und verlogene Doppelmoral, diese zur Schau gestellte moralische Empörung eines Staates, der ohne Zweifel mehr Verbrechen auf diesem Planeten begangen hat, als jedes andere Land, wird anstandslos von den Fließband-Medien übernommen, als ob auch nur ein Körnchen Wahrheit daran wäre.

Dass damit – schon wieder – eine politische Kampagne zur Rechtfertigung brutaler Waffengewalt gegen einen souveränen Staat legitimiert wird, bei dem hunderttausende Menschen sterben, scheint der Presse egal zu sein. Journalistische Verantwortung – was ist das denn?

Aber kommen wir zurück nach Syrien und dem furchtbaren „Giftgasanschlag“ (der weniger als 1%  der bisherigen Kriegsopfer gefordert hat, aber als „unerträglich“ und inakzeptabel für den Westen präsentiert wird …)

DIE TOTEN KINDER VON GHUTA  kommen wahrscheinlich aus LATAKIA

Alawites  kidnapped - Ghouta victims

Am 11. August meldete der britische Telegraph, dass die fanatischen Takfiri-Mörderbanden, die uns als „Rebellen“ präsentiert werden,  in das alawitische Kernland vorgedrungen sind und eine ganze Reihe von Dörfern entlang der Küste terrorisiert haben. Sheik Mohammad Reda Hatem, (ein religiöser Führer) sagte aus, dass immer noch ermordete Alawiten in ihren Häusern und hinter Büschen aufgefunden werden und 150 Personen entführt wurden. Darunter auch viele Frauen und Kinder.

Nachdem die „Rebellen/Terroristen“ eine Serie militärischer Niederlagen in der Provinz Homs einstecken mussten,  wollten sie Assad dort treffen, „wo es ihm am meisten weh tut“, also in der Nähe seines Heimatdorfes Qardaha. Dort kam es zu erbitterten Kämpfen zwischen den fanatischen Islamisten und lokalen Milizen, die sich spontan der „Nationalen Verteidigungsfront“ angeschlossen haben, nachdem sie mitansehen mussten, welche Grausamkeiten  von den „Rebellen“ begangen wurden.

Sind das die Kinder, die in Ghuta als „Giftgasopfer“ Assads der Welt vorgeführt wurden? Es sieht ganz danach aus …

Aus Syrien (Voltairenet) wird jetzt gemeldet, dass die getöteten Kinder, die in den Videos zu sehen sind, teilweise  von Angehörigen aus Latakia identifiziert wurden. Das würde bedeuten, dass die Opfer des „Giftgasangriffs“ aus alawitischen Familien kommen, also  jener Religionsgruppe, der auch Assad angehört (seine Frau ist aber Sunni).

Die Kinder sind  anscheinend vergiftet worden, aber nicht mit Sarin (Speichel bzw. Schaum ist zu weiß, müsste gelblicher bzw. mit Blut versetzt sein, die Symptome sind nicht bei allen gezeigten Opfern gleich, wie forensische Experten (im Video: ab 2:13) schon früher bemerkten)

Was mir auch aufgefallen ist, wo sind die Mütter der Kinder? Man sieht nur ein paar Männer auf den Videos …einige der Kinder haben bereits Leichenflecken, als sie „beerdigt“ (in einem Loch verscharrt werden), wo sind die trauernden Familien? Und wieso waren all diese Kinder am gleichen Ort (mitten in der Nacht, alle angezogen) ohne Mütter?

Mutter Oberin Agnes Mariam de la Croix, die wir ja schon aus dem vorletzten Beitrag kennen, bringt in einem Interview neue Indizien dafür, dass die toten Kinder nicht aus Ghouta stammen (sondern dorthin gebracht wurden, als sie schon tot waren), also der „Giftgasangriff“ nicht von der Regierung durchgeführt wurde (was jeder intelligente Mensch ohnehin nicht glaubt).

(Sie ist schwer zu übersetzen, weil sie sehr holpriges Englisch spricht und noch dazu ihre Gedanken häufig nicht (in ganzen Sätzen) zu Ende führt …)

Hier die wichtigsten Aussagen der Karmeliternonne (so weit verständlich):

Die Mainstream-Medien wollen die Regierung immer in einer bestimmten Art und Weise (als Verbrecher) vorführen … jedes Mal, wenn etwas Wichtiges passiert, eine Sitzung im UN-Sicherheitsrat  usw. ist diese Regierung (anscheinend) dumm genug, etwas zu tun, das genau dieses Bild (der Medien) verstärkt .. Das macht doch keinen Sinn …(für Assad)

Ich arbeite in Damaskus und zwar nicht weit von dem Hotel entfernt, wo die UN-Untersuchungskommission gerade angekommen war. Also von dort bis zum Abbasiden-Platz und bis nach Jobar sind es nicht mehr als 2 km. Wir fragen uns:

Wie ist es also möglich, dass chemische Waffen eingesetzt werden, ohne dass wir irgendetwas davon merken?

Zweitens, jeder begann sich zu fragen: Wie ist es möglich, dass das in einem Viertel wie Jobar oder Ghouta passiert, wo die Kämpfe doch im Bergland stattfinden? Diese Viertel gehören zu den Vororten von Damaskus und dort gibt es kaum noch Syrer. Warum? Weil alles zerstört wurde [sie getötet wurden oder geflohen sind].

Spätestens mit dem Beginn der großen Gegenoffensive („Shield of Damascus“ der syrischen Armee) am 20. August wäre kein Zivilist mehr dort geblieben. Woher kommen also all diese Zivilisten am selben Ort (die angeblichen Opfer der Giftgasattacke)?

Drittens, wie kann es sein, dass in so einem Umfeld, wo die Familien schon so viel gelitten haben, wo kaum noch jemand da ist, wie kann es sein, dass so viele Kinder dort sind? Das ist wirklich unheimlich: Haben sie die Kinder dorthin gebracht? Warum? Und wir sehen sie alle zusammen .. und wir verlagen nach einer Untersuchung. Warum? Weil wir wissen wollen, wer diese Kinder eingesammelt und wer sie getötet hat.

Am gleichen Tag (22. August) sind – vor unseren Augen – mehr als 40 Rettungsfahrzeuge der Armee (aus diesen Vierteln kommend) im Krankenhaus in M. eingetroffen und man sagte uns, diese Soldaten seien von chemischen Waffen erstickt worden (die die Wachposten der Rebellen benutzt haben) Also, wo ist die Wahrheit?

Warum diese Eile, sofort eine Beschuldigung hervorzubringen, damit man einen Krieg anfangen kann? … So ein Krieg (Bombenangriff, getarnt als „humanitäre Intervention“ ) wird die Regierung oder jene, die  für den Angriff verantwortlich sind, nicht bestrafen …sondern die unschuldige Bevölkerung und das ist inakzeptabel. Und wir sagen der Welt: genug ist genug.

Wir wissen nicht, warum ihr eure Stärke und eure Macht gegen die Zivilisten richtet, gegen die Unschuldigen. Ihr verwendet große Worte, aber was ihr am Boden tut, ist die Unschuldigen zu töten. Wir wollen nicht eine Konfliktpartei verteidigen, Nein! Alle diese Leute sind menschliche Wesen. Aber die Unschuldigen, jene Leute, die auf keiner Seite stehen, die einfach nur in Syrien leben wollen, was werdet ihr mit denen machen? Ihr werdet sie umbringen. Wir hatten doch schon so viele verletzte und getötete Menschen: 1 Million im Irak, hunderttausende in Libyen und es geht weiter.

Was ist also die Rechtfertigung für einen solchen Massenmord, der begangen wird um einen „Täter“ zu bestrafen, von dem wir nicht wissen, ob er einer ist, denn wie kann man eine solche Beschuldigung vor einem befangenen, gefälligen Gericht vorbringen? Das darf man nicht und das sagt auch der Vatikan, und alle geistigen Führer Syriens … auch die Friedensnobelpreisträger sagen das. Aber wert hört diese Stimmen? Denn diese Koalition, … es sind jetzt sechs oder sieben Länder …

Diese Koalition, wissen Sie, wo ist die Rechtmäßigkeit ihrer Handlungen? Und wenn es keine gibt, dann bedeutet das, dass jede Verletzung, jeder Tod der durch diese Invasion entsteht, ein Verbrechen ist. Und deshalb rufen wir zur Vernunft auf, zur De-eskalation des Konfliktes, wir verlangen einen (echten) Waffenstillstand.

Wir müssen jene zur Rede stellen, die die Untersuchung (der UN) torpediert haben, weil jemand nicht will, dass die Wahrheit über diesen CW-Angriff herauskommt … also verlangen wir, dass die Untersuchungskommission zu uns kommt, ihre Untersuchung auch wirklich durchführt .. wir brauchen internationale Beobachter, damit die Öffentlichkeit sicher sein kann, dass es kein Trick ist …keine Rechtfertigung für eine verstecktes Absicht… (eigene Interessen) wir müssen uns dagegen wehren, weil es nicht das erste Mal ist, dass sie so etwas versuchen ..und jedes Mal ist es gescheitert. Es hat nichts gebracht (um die Gewalt zu beenden) …

Ich meine es wirklich ernst und ich sage Ihnen noch etwas – was man in unserem Viertel sagt: hier gibt es keine Regierung, wir sind unter Kontrolle der bewaffneten Opposition. Aber die ist zersplittert: die FSA wird von der internationalen Koalition gegen die syrische Regierung unterstützt, aber diese FSA sagt uns: falls die USA eingreifen, werden AQ, Jhabat al-Nusra und die anderen Fanatiker die Oberhand gewinnen und alle umbringen …

Und alle in Syrien haben davor Angst, was wird aus uns? Wo sind die Vereinten Nationen? Wo sind alle Prinzipien, auf denen unsere Zivilisation basiert? Wo sind die Prinzipien, die Gesetze des Völkerrechts? Wohin gehen wir? Wer herrscht über uns?

Es gibt keine internationale Gemeinschaft mehr. Wir haben keine Hoffnung mehr, was die UN betrifft … Das bedeutet, dass die Unschuldigen – völlig schutzlos – diesen Mächten, diesen Supermächten ausgeliefert sind.

Ich glaube, wir treten in eine barbarisches Zeitalter ein … es ist eine weitere, große Invasion … und wir haben niemand, der uns hilft ..“  

OVERHEARD: Das andere „abgehörte“ Gespräch …

Es gibt aber noch ein weiteres Indiz dafür, dass nicht die syrische Regierung für den Giftgasanschlag verantwortlich ist: die Aussagen eines belgischen Professors für Politologie, der fünf Monate lang als Geisel der „Freien Syrischen Armee“ oder „Rebellen“ wie sie jetzt pauschal genannt werden, festgehalten wurde.

1 Pierre PicciniPierre Piccinin, wird in diesem Artikel als „umstrittene Persönlichkeit“ beschrieben , weil er „noch vor einem Jahr nach einer Syrien-Reise vor dem Assad-Regime gewarnt hat und jetzt sagt er, die Rebellen stecken hinter dem Giftgasangriff.

Er erzählte, „dass er und die andere Geisel während der brutalen Haft ein Gespräch zwischen drei Kommandeuren* der Freien Syrischen Armee (FSA), also von den Rebellen mitbekommen haben, in dem sie zugeben, dass die Aufständischen hinter dem Chemiewaffen-Angriff stecken. Sie hätten damit eine Reaktion der internationalen Gemeinschaft auslösen wollen. Das hat Piccinin den Kollegen der RTBF erklärt. Piccinin ist sich sicher, dass das Assad-Regime nicht hinter dem Angriff steckt.“

(*Zwei „Kommandeure“ der FSA vor Ort unterhielten sich mit einer dritten Person über Skype in englischer Sprache; eine davon war ein „General“ der FSA; Piccinin betont auf seinem Blog, dass die beiden Geiseln den „FaroukBrigaden“ unter der Führung von Abu Omar  ausgeliefert wurden. Diese hätten versucht, ihre wahre Identität zu verbergen, indem sie sich als Mitglieder von Al Nusra ausgaben. Die beiden Männer waren von 8. April bis 8. September 2013 in Geiselhaft)

Assad non e responsabile LIBEROPiccinin war nicht die einzige Geisel der „Rebellen“, auch der langgediente, italienische Journalist Domenico Qurico (La Stampa) wurde Opfer der Kidnapper. Er bestätigt  zwar, dass man ein solches Gespräch belauscht habe, doch er warnt davor, dass „man diese Informationen nicht überprüfen könne“ und man doch nicht genau wisse, wer diese  FSA-Kommandeure waren.

Ähnliche Töne gibt der belgische Außenminister Didier Reynders von sich: eine genaue Überprüfung sei notwendig, bevor man voreilige Schlüsse ziehen könne.

Piccinin von Rebellen gefoltertSchön und gut,  aber wieso hören wir solche Sprüche nicht, wenn es um die „Angaben“ der US-Geheimdienste geht, die Assad Schuld zuweisen, oder die Angaben der Rebellen, oder die Angaben des SOHR (das seit zwei Jahren die gesamte westliche Presse mit Propaganda über den Syrienkonflikt füttert)?

Dass unsere Freunde, die „Rebellen“ Menschen entführen, foltern, Lösegeld erpressen, vergewaltigen und Menschen massenweise hinrichten, passt nicht in das Schwarz-Weiß-Bild, das man uns einhämmern will (wie gestern beim ZDF-Format „Debatte“: emotionale Agitation im geopolitischen Vakuum (der vorgestellten „Befürworter“ des „Militärschlages“). Gott sei Dank haben sich die „Gegner“ in der Debatte,  Lüders und Todenhöfer (die wissen, worum es hier wirklich geht) mit ihrer ruhigen, souveränen und authentischen Präsentation durchgesetzt … )

DIE „FREIE PRESSE“ ZENSURIERT  …

Propaganda und Zensur  getarnt als „Nachrichten“: Die  britische Daily Mail unterschlägt die Aussagen von Piccinin (die Assad entlasten) und behauptet einfach, es gäbe derzeit keine Informationen darüber, wer für die Entführung der beiden Männer verantwortlich sei

Der FOCUS ONLINE bringt nur eine Meldung im Telegramm-Stil und zensuriert ebenfalls die „näheren Umstände“ der Entführung und die Aussagen Piccinins, die Assad im Bezug auf den „Giftgasangriff“ entlasten.

„Italiens Ministerpräsident Enrico Letta und Außenministerin Emma Bonino haben die Befreiung des Journalisten Domenico Quirico in Syrien bestätigt. Zu den Umständen wurde zunächst nichts bekannt. Wie aus Regierungskreisen verlautete, wurde der gemeinsam mit Quirico entführte Belgier Pierre Piccinin ebenfalls befreit. […]

Bei ARD und ZDF weiß man davon gar nichts …beim SPIEGEL anscheinend auch nicht …

DER  SELTSAME  PROFESSOR?

Kann man „vor dem Assad-Regime warnen“, also die Brutalität des Systems kritisieren und Assad trotzdem von dem Giftgasangriff entlasten?

Natürlich, wenn man sich nicht in das primitive Schwarz-Weiß-Denkschema der Medien einspannen lässt.

pierre-piccininWenn eine Person oder eine Regierung in der Vergangenheit Verbrechen begangen hat, heißt das doch nicht, dass dessen / deren Gegner über jeden Verdacht erhaben sind oder dass alle Schandtaten, die in einem Krieg passieren, nur einer Seite anzulasten sind. Piccinin erklärt auf seinem Blog dazu:

Ma pensée va aussi à mes amis de l’Armée syrienne libre d’Alep, d’Idlib et de Damas et à tous mes amis syriens qui poursuivent leur combat courageux et juste contre le régime féroce qui enchaîne leur pays, la Syrie.

P.s. : selon les informations et éléments factuels auxquels j’ai eu accès durant ma détention en Syrie, je confirme que le gouvernement syrien n’est très probablement pas l’auteur de l’attaque chimique qui a provoqué le décès de plusieurs centaines de personnes dans la banlieue damascène d’al-Ghuta.“

Meine Gedanken gehen auch an meine Freunde der FSA in Aleppo, Idlib und Damaskus und an alle meine syrischen Freunde, die ihren mutigen und gerechten Kampf gegen ein brutales Regime weiterführen, das ihr Land, Syrien, versklavt hat.

P.S.  Nach den Informationen und den tatsächlichen Begebenheiten, die ich während meiner Inhaftierung erlebte, bestätige ich, dass die syrische Regierung wahrscheinlich nicht der Urheber des chemischen Angriffs ist, der den Tod hunderter Menschen in Ghouta (Vorort von Damaskus) bewirkt hat.“

NAIVITÄT, MORAL UND MEDIEN

Piccinin war in den letzten beiden Jahren mehrmals in Syrien. Er sah mit eigenen Augen, dass die Darstellung des Konflikts in den Medien mit der Realität wenig zu tun hatte:

„Ich wollte selbst heraufinden, wo die Wurzeln des Konfliktes waren … Ich konnte [im Juli 2011]  ungehindert im Land herumfahren, von Dera, Damascus, Homs, Hama, Maraat-an-Numan, Jisr-al-Shigur, an der türkischen Grenze, sogar  Deir-ez-Sor, alle Orte, wo es nach Medienangaben zu „Gewaltausbrüchen“ gekommen war. Die Konfrontationen, die ich sah, waren unterschiedlicher Natur: einige davon waren gewalttätig und hatte völlig andere Ziele, als die der demokratischen Pazifisten. Die Muslimbruderschaft z.B. will eine islamistische Republik, was die Christen und andere Minderheiten in Angst und Schrecken versetzt.

Was mich überrascht hat, war, dass das Image des Landes wie es in den westlichen Medien  dargestellt wurde, – als ob hier eine große Revolution stattfinden würde – überhaupt nicht dem entspricht, was hier wirklich passiert.  

Homs 500 T media lies… Bei den Protestkundgebungen kommen höchstens einige hundert Leute, normalerweise rund um die Moscheen … was den Einfluss der Islamisten offenlegt. Nur in der Stadt Hama, dem kulturellen Zentrum der Muslimbruderschaft – die sich in einem Belagerungszustand befindet – kommen größere Demonstrationen vor. Schon 1982 gab es dort Gewaltausbrüche, die von Hafez-al-Assad, dem Vater des jetzigen Präsidenten mit großer Härte niedergeschlagen wurden.

Die Stadt ist von Panzereinheiten umzingelt, doch die Regierung will ein Blutbad vermeiden – auch wegen der befürchteten Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Als ich im Stadtzentrum ankam, hatten die Gläubigen gerade ihre Gebete beendet und kamen zu tausenden auf den Asidi-Platz mit dem Ruf: Allah-u-akbar (Gott ist der Größte). Stunden später verbreitete die AFP (französische Presseagentur) die Meldung, dass eine Million Menschen gegen Assad protestiert hätten, davon alleine 500.000 in Hama.

Doch was ich dort sah, können höchstens 10.000 Demonstranten gewesen sein …. Ganz zu schweigen davon, dass Hama gar nicht so viele Einwohner hat … Das war keine Ungenauigkeit in der Reportage, das war Desinformation, Propaganda … es sollte so aussehen, als ob sich die Massen gegen das Regime erheben

Und das war kein Einzelfall: alle „Informationen“ über die Lage in Syrien wurden schon seit Monaten  auf ähnliche Weise manipuliert …

Als Quelle für ihre Meldung gibt AFP die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ (SOHR) an, die quasi eine Monopolstellung  hat, wenn es darum geht, westliche Medien mit Desinformation zu füttern. Hinter dem beeindruckend klingenden Namen (klassische front group) steht ein einziger Mann:  Rami Abdel Raman,  der seit Jahren ein erbitterter Gegner der Baath-Partei in Syrien ist und enge Verbindungen zur Muslimbruderschaft hat. Finanziert von den USA und mit Sitz in England, das ja auch Assad stürzen will, beliefert Raman die Medien mit völlig einseitigen Informationen über die „Lage in Syrien“, obwohl er selbst seit Jahren nicht mehr dort war.

Piccinins Resumé:

Wir sehen also, dass seit vielen Monaten die westlichen Medien eine bearbeitete Version der Realität verbreitet haben, geformt von einer einzigen Quelle, die niemand in Frage gestellt hat …doch die Konsequenzen dieser Desinformation seien weitreichend: aus den Golfkriegen, dem Krieg in Jugoslawien, etc. haben die Medien nichts gelernt: sie lassen sich immer noch dazu verleiten, Stories auf wackeligen Beinen zu verbreiten und … damit den Lesern / Zuschauern, eine virtuelle Realität zu präsentieren …

Wenn aber die Medien ihre Pflicht versäumen, wahrhaftige Informationen zu sammeln, ist es die Demokratie selbst, die in Gefahr gerät. Exactement. 

Man kann Piccinin nicht vorwerfen, dass er für Assad Partei ergreift, denn er hat am eigenen Leib gespürt, wie politisch „Verdächtige“ dort behandelt werden:

Piccinin wurde 2012 vom syrischen Geheimdienst aufgegriffen und gefoltert, weil er sich mit den „Rebellen“ anscheinend zu gut verstanden, also aus Sicht der Regierung den „Terroristen“ Vorschub geleistet hat … Man stellte aber bald fest, dass er harmlos ist und ließ ihn wieder laufen … was er im Folterkeller hören und sehen musste, beschreibt er als „Reise in die Hölle“ …) 

Dass in „solchen Ländern“ Geheimdienste foltern ist furchtbar, aber für uns nicht überraschend; dass aber auch Israel , europäische Geheimdienste und vor allem die USA auch Foltermethoden anwenden, wollen wir doch lieber vergessen ….

ArarErinnern wir uns an das Schicksal von Maher Arar? Er  wurde am Flughaften in New York festgenommen und zur Folter nach Syrien geschickt … bei solchen Angelegenheiten war Assad unser „Verbündeter“ … so lange „für unsere Interessen“ gefoltert wird, no problem … )

Die massive Brutalität eines Staatsapparates zu kritisieren  ist eine Sache, aber deswegen das Völkerrecht außer Kraft zu setzen bzw. zu missbrauchen , eine andere, wie Piccinin richtig erkannt hat.

Ich unterstütze die Freie Syrische Armee, aber es ist eine moralische Pflicht, die Wahrheit zu sagen“

Gibt es diese „moralische Pflicht“ bei Journalisten nicht (mehr)?