NACHPLAPPERN statt NACHDENKEN: Empörung als politische Waffe

5 outrage mgmt 101Immer wenn man denkt, unsere erbärmlichen Journautisten können nicht mehr tiefer sinken, wird es noch schlimmer. Die Darstellung des jüngsten, perfide inszenierten “Giftgas-Anschlags” in Douma zeigt das mit erschreckender Klarheit. Wenn man mit Logik an die Sache herangeht und die geopolitischen Hintergründe (der Gewalt gegen Syrien) nicht unterschlägt, ist es unmöglich, den angeblichen “Chlorgas-Angriff Assads” als echt anzusehen.

Wie auch schon bei den früheren PR-Inszenierungen zur Steuerung des Empörungsmanagements in Syrien, ist das “Timing” das verräterischste Indiz dafür, dass uns hier eine große (abgedroschene) Lüge aufgetischt wird.

  • Die Syrische Armee (SAA) hat es mit russischer und iranischer Unterstützung gerade geschafft, die letzten Gebiete von Ost-Ghouta (und den Großteil des Landes) zu befreien. Wovon? Von den brutalen Islamisten-Banden, die seit Jahren die Einwohner terrorisiert und täglich Wohngebiete in Damaskus mit Artillerie beschossen haben (die ihnen “der Westen” geliefert hatte).
  • Vor wenigen Tagen hatte Präsident Trump noch angekündigt, er wolle die US-Truppen aus Syrien abziehen.

Es sah also sehr gut aus für Präsident Assad und in dieser Situation einen militärisch und taktisch – völlig sinnlosen Giftgas-Angriff anzuordnen, wäre ein Akt von so monumentaler Dummheit, dass man Assad nur mehr als lebensmüden Vollidiot bezeichnen könnte. (Das gleiche galt ja schon für den ersten angeblichen “Sarin”-Angriff in Ghouta, der ausgerechnet dann stattfand, als eine UN-Untersuchungskommission vor Ort war. Denn er musste ja mit “Vergeltung” der westlichen Heuchler-Moralapostel rechnen, die sein Land (bzw. einen souveränen, funktionierenden Staat) zerstören wollen: England, Frankreich und die USA samt ihren schäbigen “Verbündeten” im Nahen Osten – vor allem Israel und Saudi Arabien).

Dumm ist der Mann aber sicher nicht, denn sonst wäre er nach sieben Jahren Krieg nicht mehr im Amt und dabei, den Krieg zu gewinnen.

Wer hätte aber ein starkes Motiv, einen Vorteil davon, so eine perfide “outrage-show” abzuziehen, bei der leidende oder tote, kleine Kinder als Propaganda-Werkzeuge für gesteuerte, moralische Empörung missbraucht werden? Und wer hat diese Methode schon früher angewendet?

Natürlich der Hegemon USA bzw. diejenigen, die die amerikanische “Außenpolitik” (wozu auch militärische Gewalt gehört) enorm beeinflussen, wie z.B. die Israel-Lobby. Aber in diesem Fall ist auch die britische Regierung massiv in die Hetzpropaganda gegen die syrische Regierung involviert (unterstützt von Frankreich).

DIE ARMEN KINDER!

Erinnern wir uns doch an die Brutkastenlüge, mit der der US-Kongress dazu gebracht wurde, den illegalen Krieg gegen den Irak abzusegnen. Dazu heißt es auf Wikipedia u.a.:

“Eine junge Frau aus Kuwait, die sich mit ihrem Vornamen „Nayirah“ vorstellte, gab am 10. Oktober 1990 vor einem informellen Menschenrechtskomitee des US-Kongresses unter Tränen eine Erklärung ab: Sie habe als kuwaitische Hilfskrankenschwester freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und sei dabei Zeugin des Eindringens irakischer Soldaten geworden. Sie sagte: „Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen…, die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.“[1]

Erst nach dem Krieg wurde bekannt, dass sie die fünfzehnjährige Tochter des kuwaitischen Botschafters Saud Nasir as-Sabah in den USA war. Ihr Vater saß während ihrer Aussage vor dem Kongress-Komitee als Zuhörer im Publikum. Ihr Bericht war frei erfunden und die Jugendliche hatte dort nie gearbeitet.

WER EINMAL LÜGT, DEM GLAUBT MAN NICHT?

Diese alte Weisheit ist leider bei unserer degenerierten Journaille (im Bezug auf politische Aussagen) nicht anwendbar, denn deren Gedächtnis (was die Verlogenheit imperialer Mächte bzw. deren angebliche „edlen“  Absichten betrifft) ist so kurz, dass man nur mehr von selektiver Amnesie sprechen kann.

Wie sonst lässt sich erklären, dass niemand die BRUTKASTENLÜGE erwähnt, wenn es darum geht, eben diese Glaubwürdigkeit zu beurteilen?

Die wichtigste Aufgabe eines wirklichen Journalisten besteht darin, die Quellen zu prüfen, aus denen die Informationen kommen (vor allem, wenn jemand schwer beschuldigt wird). Die goldene Regel dabei ist, aufgestellte Behauptungen müssen von einer zweiten Quelle (von der ersten unabhängig) bestätigt werden. Das kann durch eine Person oder ein Dokument erfolgen, deren Authentizität überprüft wurde (was nicht immer möglich ist, dann darf man es aber auch nicht als dicke Schlagzeile verbreiten, aber genau das tun sie und durch Weglassen des machtpolitischen Kontexts verzerren sie die Wahrnehmung: Die Motive der USA, Englands und Frankreichs und ihre wahre, verdeckte Rolle in Syrien werden nie hinterfragt )

UM WELCHE QUELLEN HANDELT ES SICH ALSO HIER?

white-helmet-infographic-2Die von der britischen Regierung (Auslandsgeheimdienst MI6 in Kooperation mit der CIA) erschaffene Erste-Hilfe-Theater-GruppeWhite Helmets” (im Zweitberuf bewaffnete “islamistische Rebellen” und immer mit Kameramann unterwegs) und eine von den USA finanzierte, ebenfalls für PR-Zwecke benutzte “syrisch-amerikanische Ärzteorganisation”- SAMS).

Die Authentizität der “White Helmets” (WH) hat kein Journalist bei uns je überprüft. Wie denn auch, könnte man jetzt sagen, wenn man nicht in diese umkämpften Gebiete reisen kann.  Doch Menschen, die das getan haben, (z.B. Vanessa Beeley in Aleppo) und dokumentierten, was sie dort sahen, fanden bald heraus, dass die WH eine billige PR-Show sind, mehr nicht. Es sind die gleichen gewalttätigen “Rebellen”, die seit sieben Jahren (unter Anleitung westlicher Geheimdienste) die syrische Bevölkerung terrorisieren. Sie setzen sich ihre weißen Helme auf, ziehen ihre “Sanitäter-Jacken” an und tun so, als ob sie Menschen retten (fast immer Kinder, die sind die größten “Aufreger”).

Das meiste, belastende Material kommt von den WH selbst (sie brüsten sich auf facebook damit, für Al Nusra und andere Terror-Gruppen zu kämpfen):

White Helmets rescue theater 1

Die “Brutkastenlüge” wurde 1990 erzählt von einer falschen “Krankenschwester”. Warum? Weil Menschen, die “helfende” Berufe haben, im allgemeinen hohes Ansehen und  hohe Glaubwürdigkeit haben. Man vertraut ihnen, weil sie “Gutes” tun.

Genau deshalb wurden die “White Helmets” erschaffen und auch die SAMS hier als Quelle genannt. Ärzte gelten ja auch als “Autoritäten”, deshalb soll die Berufung auf deren Aussagen als glaubwürdig und seriös wahrgenommen werden.

Real Syrian Civil Defence

Die echte “Syrian Civil Defence” Hilfsorganisation, (1953 gegründet und Mitglied der ICDO) deren Namen gekapert wurde,  geht dabei völlig unter. Sucht man diesen Begriff kommt man sofort zu den “White Helmets”, das ist eben die perfide Täuschung. Als Vanessa Beeley die Mitglieder der echten SCD über die WH befragte, hörte sie das:

They are terrorists, not rescuers. They stole our ambulances and three of our fire engines. They don’t do any rescue work. They drive round with guns in the back of their car like any other terrorist. Some are from East Aleppo, some are from Syria but not from Aleppo and some are even coming in from abroad.”

Diese Männer haben aber besseres zu tun, als Videos zu drehen: Sie helfen wirklich Menschen in Not und das in einem Gebiet, wo 80% der syrischen Bevölkerung leben (die vor den Terror-Gruppen in jene Gebiete geflohen sind, die unter Kontrolle der syrischen Regierung stehen). Die WH operieren ja nur dort, wo die schwer bewaffneten “Rebellen” das Sagen haben (kein Wunder). Die echte SCD hat natürlich eine Notruf-Nummer, die WH haben keine. Wozu auch, sie retten ja in Wirklichkeit niemand …

Als Beeley (und andere) nach der Befreiung von Aleppo die ehemalige Kommandozentrale der Al-Nusra-Front besuchten, fanden sie unmittelbar daneben auch das Büro der “White Helmets”. Es sind also zwei Gesichter derselben Organisation. (mehr dazu in diesem Interview).

Eine wichtige Doku über die offensichtliche Propaganda-Funktion der WH hat James Corbett produziert (spätestens nach dem “Oscar”-Gewinn – Bestes fiktives Drehbuch wäre zutreffend –  hätte das klar sein müssen):

Corbett White Helmets FAKE

Der “Leiter” der WH, Raed Saleh,  konnte leider den “Oscar” nicht in Empfang nehmen. Schon 2016 war er zu einer Veranstaltung eingeladen worden, doch – siehe da – er bekam keine Einreisegenehmigung in die USA. (Visum wurde vom State Department annuliert; Video 04:07).

Als ein Journalist auf den eklatanten Widerspruch hinweist (WH werden als humanitäre Helden präsentiert, doch ihr Anführer als “Sicherheitsrisiko”eingestuft?), antwortet der Sprecher des Außenministeriums Mark Toner (Bild unten) , jedes Mitglied einer Gruppe, das verdächtigt wird, Beziehungen zu Extremisten-Organisationen zu haben, würden wir entsprechend behandeln …aber deshalb brechen wir nicht den Kontakt zur ganzen Gruppe ab.” (Na dann ist ja alles klar, oder?)

Toner WH leader denied visaWarum man einen ehemaligen, britischen Geheimdienst-Offizier braucht, um eine “Rettungsorganisation” in der Türkei – für Syrien – aufzubauen, diese Frage stellt hier niemand. Dass die USA jährlich 23 Millionen Dollar und die britische Regierung  32 Millionen Pfund für die WH zahlen (im Video offiziell zugegeben), sollte auch mehr Nachforschungen auslösen.

Doch das ist eben der Trick: Wir sollen glauben, das Geld ist für “humanitäre” Hilfe, doch in Wahrheit ist es für perfide Kriegspropaganda. Die britische Regierung hat in nur zwei Jahren mehr als 200 Millionen Pfund für die “Opposition” in Syrien ausgegeben und damit subversiv und konspirativ Gewalt gegen eine gewählte Regierung gefördert. Um diese Verbrechen scheinbar zu rechtfertigen, muss die syrische Regierung natürlich ständig dämonisiert werden. So kann man die politische Realität auf den Kopf stellen.

UND DIE TAGESSCHAU HAT KEINE AHNUNG … (oder es ist ihr einfach scheißegal)

Nach jüngsten Angaben einer syrischen Hilfsorganisation wurden mindestens 60 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt.“ (Tagesschau)

Dass dieses Grundvertrauen in Ärzte und Rettungskräfte hier für perfide politische Manipulation missbraucht wird, ist widerlich und zeigt, mit welchen Leuten wir es hier zu tun haben. Wie Thierry Meyssan recherchiert hat, war es der britische Geheimdienst MI6, der (über private Firmen) die “public relations” für die brutalen Dschihadis organisiert hat und dazu gehören auch und vor allem die WH.

Auch bei der Brutkastenlüge wurde diese Taktik für ein breiteres Publikum angewendet. Denn es war ja nicht nur die vermeintliche “Krankenschwester”, die die erfundene Horror-Story über sterbende Brutkasten-Babys in die Welt setzte. Dafür wurde ein  “Filter” bzw. “Verteiler” verwendet, der die Glaubwürdigkeit der Story dramatisch erhöhte: Amnesty International (AI).

Dazu noch einmal Wikipedia:

Nayirahs Darstellung spielte eine große Rolle bei der Entscheidungsfindung der USA über eine Intervention im Irak.Präsident Bush erwähnte die Geschichte in wenigen Wochen mindestens zehnmal. Amnesty International veröffentlichte am 19. Dezember 1990, über zwei Monate nach dem Auftritt des Mädchens, einen 84-seitigen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in Kuwait, der die Brutkastenlüge enthielt.Sie wurde auch noch am 8. Januar 1991 von einem führenden Amnesty-International-Mitarbeiter vor dem Komitee für auswärtige Angelegenheiten wiederholt. Der US-Senat stimmte schließlich am 12. Januar 1991 mit 52:47 Stimmen für eine Intervention im Zweiten Golfkrieg.

In Syrien ging man aber noch viel weiter, denn die tränenreiche Schilderung von Nayirah wurde hier durch perfide inszenierte Schock-Videos ersetzt.

empathyPSYOP 1Man missbraucht also tote oder erkrankte Kinder als Werkzeug, um Zustimmung für die schon lange geplante und ILLEGALE Eskalation der Gewalt gegen Syrien zu erhalten.

Tatsache ist, dass viele “NGOs” (Menschenrechts- u.a. Hilfsorganisationen) von staatlichen Akteuren infiltriert oder korrumpiert wurden, eben weil man ihr  “Ansehen” für Propagandazwecke benutzen will.

DIE ILLUSION DER GLAUBWÜRDIGKEIT

Ein aktuelles Beispiel  im Bezug auf die “false flag” in Syrien ist die WHO, die (wie damals AI) als “Glaubwürdigkeits-Verstärker” herhalten muss. Warum? Weil es überhaupt KEINE Beweise für einen “Chlorgas-Angriff” durch Assad gibt. Ein Land zu bombardieren, weil man in einem nicht verifizierten Video Kinder sieht, die mit Wasser bespritzt werden (WO sind die Eltern???) und krank aussehen, wie verrückt ist das?

Doch wenn die WHO ins Spiel gebracht wird, kann man wieder die medizinische Autorität ins Spiel bringen und die Illusion erzeugen, es gäbe eine zweite Quelle für den  konstruierten “Chlorgas-Angriff”.  Ein schäbiger Trick.

Der britische Guardian lässt sich für diesen Trick instrumentalisieren und schreibt u.a.:

Die WHO ist sehr beunruhigt über die Belege eines Gasangriffs (in Douma) außerhalb der syrischen Hauptstadt

WELCHE BELEGE DENN????

Der Guardian (und andere Medien) berufen sich auf  “Berichte, die man der WHO übermittelt hat” (die man uns aber nicht zeigt), von “Partnern” der WHO (deren Namen man uns verschweigt, aber als anonyme “Ärzte” sollen wir sie akzeptieren),  tut also nichts anderes als zweifachen  “Hearsay” zu verbreiten, verkauft das aber unter dem Deckmantel der  “angesehenen” WHO als seriöse Information. (Und Sarin wird auch wieder erwähnt)

Doch dann kommt der politische Spin (falscher, irreführender Kontext):

Der “Giftgas-Angriff” soll der Grund dafür gewesen sein, dass die schlimmsten der Dschihadisten (Jaish-Al-Islam) in Ost-Ghouta letztlich auch kapituliert haben, nachdem sie “wochenlang” eine Vereinbarung zur Evakuierung abgelehnt hatten.

Damit soll natürlich ein plausibles Motiv für den “Chlorgas-Angriff Assads” konstruiert werden, um die Wahrheit zu verscheiern, nämlich die Rolle Frankreichs und Großbritanniens im verdeckten Krieg gegen Syrien:

Englische und französische “special forces” (in Verbindung mit Geheimdiensten) hatten das Kommando über diese islamistischen Banden, die als lebende, steuerbare “Waffen” gegen die Hauptstadt Damaskus eingesetzt wurden. Da sie jetzt nicht mehr dafür einsetzbar sind, ist der grandiose Plan gescheitert. Dafür hassen sie Präsident Putin und die iranische Regierung. (Siehe dazu auch diesen Beitrag)

Außerdem mehren sich die Hinweise, dass die syrische Armee ein Dutzend britische Offiziere gefangengenommen hat die die “Brutalo-Rebellen” anführten (natürlich nicht in Uniform, sondern “under cover”). Das ist der Grund, warum das Theater in “Salisbury” stattfand und warum die britische Regierung Gift und Galle gegen Russland spuckt (man erwartete, dass Putin Assad dazu bringt, die Offiziere freizulassen).

Die Rollen der “Guten” und der “Bösen” sind ja klar verteilt worden. Dass die “Guten”, also die als Moralapostel verkleideten Politik-Verbrecher in Wahrheit den siebenjährigen, verdeckten Krieg gegen Syrien organisiert haben, also Mega-Arschlöcher sind, braucht man ja nicht zu wissen.

Das die Verursacher des furchtbaren Leidens der syrischen Bevölkerung sich nun (wieder) als moralische Lichtgestalten präsentieren, die “eingreifen müssen”, wenn solche Gräueltaten stattfinden, ist unerträglich.

Das ganze widerliche Theater funktioniert aber nur, weil unsere Journautisten mitspielen. Das kann man gar nicht oft  genug betonen.

Wie beschreibt Wikipedia die Wirkung der Brutkastenlüge?

„Die PR-Kampagne gilt als Beispiel für gezielte Medienmanipulation und Desinformation, um Politik, Medien und Öffentlichkeit kriegsreif zu machen (Kriegsanlasslüge). Amnesty International versuchte nach der Befreiung Kuwaits, die Story zu verifizieren und musste schließlich öffentlich zugeben, einer Fälschung aufgesessen zu sein.

SAGENHAFT (DUMM)

Unsere Fließband-Journos versuchen gar nicht mehr, irgendetwas zu “verifizieren”, sie schreiben einfach immer wieder, was eine “Autorität” sagt, das reicht. Ein eklatantes Beispiel dieses hirnverbrannten “Reportings” (natürlich exzellent vorgeführt von der Tagesschau) kann man hier sehen:

Macron Beweise Bullshit Tagesschau

Es reicht also, dass Präsdient Macron einfach SAGT, es gebe Beweise für eine Behauptung (die sich nur auf ein dubioses Video stützt, dessen Quelle Null Glaubwürdigkeit hat).

Noch dicker trägt der Guardian auf (in knallrot – eine Schlagzeile, die jeder reellen Grundlage entbehrt…)

France has proof BS Guardian

WIE er zu diesen “Beweisen” gekommen ist und WIESO er diese geheimhält, fragt die Tagesschau nicht (und die anderen „churnalists“ auch nicht)  (da müssten die Leute ja einmal das Hirn einschalten, wo kämen wir denn da hin?)

Das hirnverbrannte “Berichten” geht aber munter weiter:

Frankreich sieht CW-Einsatz als bewiesen an (Video) 12.4. Tagesschau 17 Uhr

Einen Zeitpunkt für eine Entscheidung über einen möglichen Militärschlag nannte Macron nicht. „Wir müssen Entscheidungen treffen, zu gegebener Zeit, wenn wir das für am nützlichsten und wirksamsten halten.“ Frankreichs Staatschef wies auf die Abstimmung mit US-Präsident Donald Trump hin: „Unsere Teams arbeiten sehr eng zusammen.“

MIT WELCHEM RECHT Frankreich, England oder die USA irgendwelche “Vergeltungsmaßnahmen” in Syrien planen, fragt die Tagesschau natürlich auch nicht. Es gibt nämlichin einer angeblichen “Wertegemeinschaft” – kein solches Recht.

Jede Anwendung von Gewalt, ja sogar die bloße Drohung damit ist ein Verstoß gegen die UN-Charta. Alles was die “unheilige Allianz” (US, UK und Frankreich) in Syrien bisher organisiert und praktiziert hat, ist nach den Grundsätzen der Nürnberger Prozesse ein  gewaltiges VERBRECHEN.

Threat of force Illegal UNC

IMPERIALE HYBRIS

Wie wir von Prof. Rainer Mausfeld gelernt haben, funktioniert das Empörungsmanagement nur dann, wenn Ereignisse aus ihrem richtigen Kontext isoliert und mit einem neuen “frame” präsentiert werden. Keiner von uns kann sich direkt davon überzeugen, was in Syrien wirklich passiert, aber wenn man den historisch-politischen Kontext miteinbezieht, wird klar, wer hier glaubwürdig ist und wer nicht.

England und Frankreich sind die ehemaligen Kol0nialherren der wichtigsten arabischen Länder  (vergl. Sykes-Picot) und sie haben diese Kolonialmentalität nie aufgegeben. Mit undurchsichtigen Organisationen wie der “Muslim-Bruderschaft” (vom MI6 gesteuert) wurden tausende Männer indoktriniert und eine pervertierte Form des Islam als politische Waffe eingesetzt (daher Al Nusra, IS usw. Die orientalische Variante von “Gladio”)

Die größenwahnsinnigen Pläne der USA über die Erschaffung eines “Neuen Nahen Ostens” wurden seit 2003 (Irak-Krieg) bzw. seit 2006 (Israel überfällt Libanon) in die Tat umgesetzt. Mehr dazu gibt es hier. Die Macht-Interessen der USA, Englands und Frankreichs überschneiden sich also, was die Zerstörung der sekularen, sozialistischen Staaten im Nahen Osten betrifft (Irak und Syrien) und der Iran ist natürlich auch im Fadenkreuz (da er – als öl- und gasreiches Land – weder aus Washington noch aus Tel Aviv Weisungen entgegennimmt und sein Recht auf Selbstbestimmung nicht aufgeben will).

Während also in den Medien die Rolle Frankreichs und Englands mit Bezug auf Syrien als quasi neutral dargestellt wird, ist die Situation in Wahrheit eine völlig andere:

Beide Mächte sind (zumindest) seit 2015 “inoffiziell” am Krieg gegen Syrien beteiligt. Das britische Parlament hatte ja bereits 2013 einen militärischen Einsatz abgelehnt, doch es geht auch ohne demokratische Legitimation, wenn man “verdeckt” operiert und die selbst gezüchteten Dschihadis als Werkzeuge benutzt.

Wie verlogen die gespielte, moralische Empörung vor dem UN-Sicherheitsrat ist, (und das gilt für Frankreich und England lässt sich auch an diesem Beispiel demonstrieren.

DUPLICITÉ FRANCAISE

France lies at UN about Aleppo

Die französische UN-Delegation zeigte 2016  auf Twitter Bilder von zerstörten Gebäuden und behauptete, die syrische Luftwaffe habe sie bombardiert und – quelle horreur! – es habe sich um Krankenhäuser gehandelt. (GELOGEN)

Israel bombs UN-school in Gaza 2014

Schlagzeile der Irish Times vom 3. August 2014: Israel bombardiert eine UN-Schule im Gazastreifen (WAHR)

Das Foto aus Gaza (mit dem die Brutalität des israelischen Militärs dokumentiert wurde) wurde also für schäbige Hetz-Propaganda gegen Syrien missbraucht.

Wenn man dann erfährt, dass “Jaish al Islam” (in Douma, wo das Chlorgas-Drama aufgeführt wurde) bis zuletzt von britischen und französischen Offizieren (von Spezialeinheiten wie SAS bzw. DGSE, getarnt durch MSF (Ärzte ohne Grenzen) gesteuert wurden, wird klar, warum Macron und May so  sauer auf Putin und Assad sind und gerne den Präsidentenpalast bombardieren würden.

Der (kürzlich wieder abgezogene) britische UN-Botschafter, der ebenfalls Hetztiraden von sich gab (diesmal war Russland die Zielscheibe wegen des “Novichok”- Theaters), ist Mitarbeiter des MI-6 und hat (laut Thierry Meyssan) persönlich die PR für die brutalen “Rebellen” in Syrien organisiert, was durchaus plausibel ist.

Fake child victims Aleppo

Dass wir bezüglich der Gewalt in Syrien systematisch belogen und getäuscht werden, lässt sich auch an diesem Beispiel zeigen: (Bild oben)

In Ägypten wurden Männer festgenommen, die z.T. ihre eigenen Kinder mit roter Farbe beschmierten und sie als Opfer des “Monsters” Assad  (nach der Befreiung von Aleppo, die als Gräueltat präsentiert wurde) in den “social media” zur Schau stellen wollten.

Na ja, diese Meldung kam von RT, könnte man jetzt sagen, die sind doch nicht “neutral” (unsere aber auch nicht!). Doch die Quelle dieser Nachricht ist das ägyptische Innenministerium, wie auch Voltaire.net bestätigte:

Das ägyptische Innenministerium bestätigte die Verhaftung von […]. Die beiden Kinder von Sahar, blutbeschmiert, fungierten als vermeintliche Kinder von Aleppo, die (scheinbar) durch russische Bomben verwundet wurden.

Die Gruppe hatte bereits eine Menge gefälschter Aufnahmen von Aleppo im Internet hochgeladen.”

Wenn uns hier also jemand weismachen will, dass diese elenden Heuchler und Verbrecher mehr Glaubwürdigkeit haben, als die russische Regierung und mehr moralische Autorität als Russland, Syrien und Iran zusammen, dann wissen wir, welche Lügen uns hier aufgetischt werden. (Dass Präsident Macron “die humanitäre Situation” in Syrien “umtreibt”, glauben auch nur die Dummschwätzer der Tagesschau, wie Frau Kostolnik aus Paris)

Wieso kein „Eingreifen“ notwendig ist, wenn Israel (wieder einmal)20 Palästinenser tötet und fast 1000 verletzt; wenn Saudi Arabien im Yemen seit Monaten mit westlichen Waffen die Bevölkerung massakriert (durch Bomben, Hungersnot und Cholera), diese Frage wird natürlich auch nicht gestellt. Sonst würde ja die zur Schau gestellte moralische Empörung über inszenierte Gräueltaten in Syrien als das erscheinen, was sie ist: Unerträgliche Heuchelei und Doppelmoral.

Wir befinden uns in einer sehr gefährlichen Situation, denn das Empörungs-Theater in Syrien (mit Vorspiel in Salisbury) hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

US Navy Syria

Nach Presseberichten ist ein Zerstörer der US-Navy (USS Donald Cook) auf dem Weg von Zypern in Richtung Tartus an der syrischen Küste. Das Schiff hat 60 Marschflugkörper vom Typ “Tomahawk” an Bord. Das russische Verteidigungsministerium ließ verlauten, dass ein Angriff auf Syrien einem Angriff auf Russland gleichkäme (wenn russische Soldaten dabei umkommen). Eine ganze “Carrier-Strike-Group” (Flugzeugträger und Kriegsschiffe) ist ebenfalls abkommandiert worden.

In diesem Moment enormer Spannung (es könnte sehr leicht ein größerer Krieg daraus entstehen) haben Journalisten eine ungeheuer große Verantwortung, denn wenn sie jetzt nicht den Politikern “auf den Zahn fühlen”, wird die Russland-Hetze (und eine schwerwiegende Eskalation des Krieges in Syrien) für uns alle zu einer gewaltigen Bedrohung.

Doch da unsere schäbigen Journautisten das Wort “Verantwortung” nur mehr gebrauchen, wenn es es darum geht, üble Propaganda zu verbreiten (“Deutschland macht Assad (oder Putin) dafür… verantwortlich”), aber nie auf sich selbst beziehen, können wir von diesen widerlichen Schleimbeuteln nichts mehr erwarten.

Sie sind das Medien-Fließband auf dem jeder Mist transportiert wird, so auch die Reaktion von Regierungssprecher Steffen Seibert auf die PSYOP (die “psychologische Operation” (Militärjargon) – das “schockierende Giftgas-Video” der WH):

„Das Vorgehen des Regimes ist abscheulich, es ist menschenverachtend und es verstößt gegen elementare Regeln des humanitären Völkerrechts und das darf nicht ungesühnt bleiben.

Dass es sich nur um einen „mutmaßlichen“ Chemiewaffen-Angriff handelt, räumt die Tagesschau zwar anfangs ein, doch wieso dann sofort von “Sühne” gesprochen wird, wo doch die Schuld in keiner Weise bewiesen wurde, damit beschäftigt sich die Redaktion nicht. Auch Sätze wie

Die USA halten sich einen Militärschlag gegen Syrien als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz offen“

und „Es dürfe keine Option ausgeschlossen werden“ (britische Regierung fordert harte Maßnahmen) zeigen deutlich, dass der völkerrechtliche Aspekt keine Rolle mehr spielt. Die Anwendung militärischer Gewalt gegen einen souveränen Staat ohne Notwendigkeit (als Verteidigung des  eigenen Landes) ist ein VERBRECHEN und nicht eine „OPTION“.

Diese trügerische Diktion der US-Regierung wurde also von unserer Journaille einfach übernommen und sie haben es wahrscheinlich nicht einmal gemerkt, dass sie Wörter benutzen, die aus „1984“ stammen könnten.

DIE USA ALS TERROR-SPONSOR

Über die Rolle der USA auf dieser Welt braucht man nach den brutalen Kriegen gegen den Irak, gegen Libyen, der endlosen Gewalt in Afghanistan (und Yemen) und der tatkräftigen Unterstützung der Brutalo-Rebellen  (auch IS) eigentlich gar kein Wort mehr verlieren.

Tulsi Gabbard Stop arming terrorists 1 min

Dass die USA selbst islamistische Terror-Organisationen unterstützt (die nicht nur in Syrien ihr Unwesen treiben) ist eine Tatsache.

Den Beweis dafür findet man in einer Rede der Kongress-Abgeordneten Tulsi Gabbard, die sogar einen Gesetzesentwurf einbrachte, um diese Terror-Finanzierung zu verbieten (Video-Clip).

Hier ein Auszug daraus:

„Nach US-Recht ist es illegal für jeden Amerikaner, Al Kaida, ISIS oder andere Terrorgruppen in irgendeiner Form zu unterstützen. Wenn Sie oder ich das täten, würden wir im Gefängnis landen. Doch die US-Regierung hat dieses Gesetz seit Jahren gebrochen und im Stillen Verbündete von Al Kaida, ISIL, u.a. Terrorgruppen mit Geld, Waffen und Geheimdienst-Nachrichten versorgt, um die syrische Regierung zu stürzen.

Die CIA hat ebenfalls Waffen und Geld über Saudi Arabia, die Türkei, Katar u.a. Kanäle für Gruppen wie IS und Al Kaida besorgt. Dadurch konnten sie in Syrien Gebiete unter ihre Kontrolle bringen, wie z.B. Aleppo.

Ein kürzlich erschienener New York Times Artikel bestätigt, dass von den USA unterstützte  „Rebellen“ sich mit Ablegern von Al Kaida (al Nusra) militärisch verbündet haben. Diese Allianz hat den Ausdruck „gemäßigte Rebellen“ ad absurdum geführt.

Berichte bestätigen, „jede bewaffnete Anti-Assad Organisation in diesen Provinzen (Idlib und Aleppo) ist Teil einer militärischen Struktur, die von Al Nusra (Al Kaida) kontrolliert wird.

Dieser Wahnsinn muss aufhören. Wir dürfen nicht länger Terroristen bewaffnen. Die Regierung muss diese Heuchelei beenden und die gleichen Gesetze einhalten, die für ihre Bürger gelten.“

Diese unerwünschtge Wahrheit wird in unseren Fließband-Medien einfach unterschlagen. Die wahre Rolle der USA, Frankreichs und Englands in diesem Terror-Krieg gegen Syrien darf nicht ans Licht kommen, denn dann kann jeder sehen, wer hier wirklich ein „Monster“ ist.

Wer solche Barbaren als Werkzeuge des Terrors einsetzt, darf das Wort „Empörung“ nicht mehr in den Mund nehmen. Wer dabei tatenlos zusieht, auch nicht .. wie war das noch, Herr Seibert?

Moderate guillotines

 

„Das Vorgehen des Regimes ist abscheulich, es ist menschenverachtend und es verstößt gegen elementare Regeln des humanitären Völkerrechts und das darf nicht ungesühnt bleiben.

Geschürte Empörung über nicht existierende Verbrechen, um die eigenen zu verschleiern? Wie lange kann man diese ungeheuerlichen Lügen noch aushalten?

 

ANHANG: ES GEHT AUCH ANDERS

Wie sich ein VERANTWORTUNGSVOLLER Journalist  aber in dieser Situation aber verhalten müsste, konnte man kürzlich im amerikanischen TV-Sender FOX (news) sehen (wer hätte das gedacht?).

Tucker Carlsson Syria 2

Der mutige Mann heißt Tucker Carlsson und sagte zur brisanten Situation in Syrien u.a. folgendes: (Hervorhebungen von mir)

„Er (Assad) ist ein bösartiger Mensch, sagen Sie uns und sein jüngstes Verbrechen sei eine Chlorgas-Attacke in Douma. Wir sehen furchtbare Bilder (toter Kinder, etc.). Assad ist ein Monster, das ist die offizielle Story. Senator Lindsay Graham fordert einen massiven Angriff auf Syrien und Howard Dean nennt Trump sogar einen Feigling. Sie wollen einen totalen Krieg gegen Syrien.

Es gibt niemand mehr, der noch skeptische Fragen stellt. Aber wir sollten skeptisch sein. All diese Genies sagen uns, dass Assad diese Kinder getötet hat, aber wissen sie  das wirklich? Natürlich nicht. Sie haben keine Ahnung davon, was wirklich passiert ist.

Auf welche Weise würde Assad durch den Einsatz von Chlorgas (am letzten Wochenende) profitieren? Gar nicht. Seine Truppen haben gewonnen. Trump kündigte gerade erst an, man habe Pläne, die amerikanischen Soldaten abzuziehen. Das waren gute Neuigkeiten für Assad. Und so ziemlich das einzige, das er tun konnte, um die Situation zu verschlimmern, war Giftgas gegen Kinder einzusetzen.

Er tat es trotzdem, sagen sie uns, weil er einfach so bösartig ist.

Sie erzählten uns die gleiche Geschichte schon letztes Jahr. Als das Weiße Haus mitteilte, die Entfernung Assads sei kein Ziel mehr, drehte die Kriegslobby durch und (siehe da) wenige Tage später setzte Assad angeblich Saringas gegen Zivilisten ein. Dann bombardierten wir ein Flugfeld (in Khan Sheikhoun).

Newsweek no proof CW AssadSind wir wirklich sicher, dass er es getan hat? Haltet doch die Klappe, sagten sie dann. Natürlich war es es, was ist denn das für eine unpatriotische Frage?! Aber natürlich haben sie gelogen. Vor zwei Monaten gab der Verteidigungsminister (Mattis) zu, dass es keine Beweise dafür gäbe. Es war gezielte Propaganda um die Amerikaner zu manipulieren, wie so vieles, was sie sagen.

Wir haben diesen Film schon mal gesehen und wir wissen, wie er enden wird.

Aber lasst uns einmal annehmen, nur um der Debatte willen, dass sie dieses Mal nicht lügen. Lasst uns annehmen, Assad hat wirklich Chlorgas eingesetzt … Sagen wir also, er hat es getan. Wäre das ein Grund, einen neuen Krieg zu beginnen?

Der Sturz Assads würde ein Chaos auslösen, viele tausend Menschen würden sterben. Wir könnten einen Genozid an den letzten christlichen Gemeinden im Nahen Osten erleben und das sollte uns nicht egal sein.

Wäre Amerika dann sicherer? Würde es die Region stabiler machen? Schauen wir doch einmal – wie war das noch mit dem „regime change“ im Irak und in Libyen? Was kam dabei heraus?

Darauf kommt es nicht an, sagen sie uns.  Gräueltaten wie diese können nicht toleriert werden.

Aber genau das tun wir die ganze Zeit. Es gibt eine Hungersnot in Yemen derzeit, die Saudis sind schuld daran. Sollten wir da nicht unsere Tomhawk-Raketen nach Riiad schießen? (Aber vom Yemen zeigen sie ja nichts und ohne die Bilder entsteht keine Empörung)

Wenn Assad weg ist, wer soll dann Syrien führen, ein kompliziertes Land? Haben wir schon einen „starken Mann“ in Warteposition? Glauben wir, die Demokratie wird als Folge dieses „Bürgerkrieges“ wie ein Zauber plötzlich auftauchen?

Und wer sind denn eigentlich diese „moderaten Rebellen“, die wir mit unseren Steuergeldern finanzieren? Viele von Ihnen haben sich als irre Islamisten herausgestellt. So ist die Stadt, wo diese Gräueltat stattfand [Douma ist ein Vorort von Damaskus] unter der Kontrolle von Jaish-al-Islam („Armee des Islam“), einer radikalen Truppe, die einen islamistischen Staat in Syrien ausrufen will, wo die Sharia gilt.

[Anmerkung: Syrien und Irak waren die einzigen Länder in der Region, die eine sekuläre, sozialistische Regierung hatten (wo Religion nicht für politische Zwecke missbraucht werden durfte und deshalb solche polarisierenden Parteien nicht erlaubt waren bzw. sind) und genau diese werden zerstört. Durch künstliche „Gotteskrieger“ die von westlichen Geheimdiensten dafür gezüchtet wurden. Wer kann da glauben, dass hier der „IS“ bekämpft werden soll?]

Der Gründer der Gruppe rief dazu auf, alle schiitischen Muslime auszurotten und die Alawiten zu vertreiben, aber wir sollen einen Krieg führen, für diese Leute? Warum denn eigentlich?

Im Jahr 2013 konnten wir folgene Twitter-Meldung lesen:

Wir sollten uns (verdammt noch mal) aus Syrien heraushalten. Die Rebellen sind genau so schlimm wie das gegenwärtige Regime. Was werden wir für unsere toten Soldaten und Milliarden Dollar (an Kriegskosten) bekommen? GAR NICHTS.

O-Ton: We should stay the hell out of Syria, the rebels are just as bas as the current regime. What will we get for our lives and billions of dollars? ZERO.“

(Diese Nachricht kam natürlich von Donald Trump (damals noch nicht Präsidenten-Anwärter). Er sandte dann auch diese Message an Präsident Obama:)

Zurück zu Carlsson:

Trump do not attack Syria

„Und jetzt sagen die gleichen Leute, die das Sterben der Mittelklasse zu verantworten haben … und endlose, sinnlose Kriege in Ländern, die man nicht auf der Karte finden würde, sie sagen dem Präsidenten, er muss Assad entfernen. Aus Gründen die sowohl unklar als nachweislich verlogen sind. Es kann passieren. Aber vorher sollte der Kongress noch einen Anhang zur Verfassung verabschieden, der so lautet:

„Der Kongress darf keine Regierung stürzen, bevor nicht die zuletzt gestürzte Regierung (in einem anderen Land) wieder aufgebaut wurde und weiters werden die Generäle aus den Talks-Shows [unter Vertrag bei der Rüstungsindustrie, aber als militärische „Experten“ vorgeführt] dazu verpflichtet, die Schlachtfelder jedes Krieges persönlich aufzusuchen, für den sie vorher eingetreten sind.“

Hier muss man natürlich einhaken und sagen, dass (so gut dieser Vorschlag auch klingt), das Grundproblem natürlich auch von Carlsson nicht explizit erwähnt wird:

Alle diese „Interventionen“ der USA in fremden Ländern sind VERBRECHEN, also schwere Verstöße gegen das Völkerrecht und das Recht der Menschen dort, ihre Gesellschaft und Wirtschaft selbst zu bestimmen. Die Nürnberger Prozesse haben ja mit dem Fazit geendet, dass es – in einer zivilisierten Welt – keine Ausrede dafür gibt, ein anderes Land anzugreifen.

US Deadly Export Blum

 

 

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NERV-TÖTEND: „Höchstwahrscheinlich“

Amy Knight PSYOP demon Putin

PSYOP in Buchform: Präsident Putin als Mafia-Pate, der Morde in Auftrag gibt, unter „Non-Fiction“!

Ich habe die „Novichok“-Saga jetzt eine Woche lang recherchiert und bin mittlerweile überzeugt davon, dass sie eine bewusst gelegte „falsche Fährte“ ist, also ein mediales Ablenkungsmanöver. Das wirkliche, große Thema in den Medien müsste sein:

WARUM spuckt die britische Regierung so viel Gift & Galle gegenüber Russland, obwohl die eigenen Ermittlungsbehörden („Scotland Yard“)  noch keine Ergebnisse darüber haben, WO, WIE und WER den Skripals etwas angetan wurde bzw.hat?

Wenn jemand (noch dazu ein amtierender Präsident einer Atommacht) so schnell verurteilt, beschimpft  und gleich auch „bestraft“ wird, ohne dass Beweise vorgelegt werden, geht es hier offensichtlich nicht um die seriöse Aufklärung eines Verbrechens, sondern um die Dämonisierung und Isolierung Russlands aus politischen Gründen.

Aus welchem Grund ist also die britische Regierung (bzw. sind deren Geheimdienste) so „sauer“ auf Russland? Bevor wir uns dieser Frage zuwenden, muss die unsäglich schäbige Rolle unserer Medien-Schafe (nicht nur in dieser Sache) noch einmal ins Visier genommen werden.

MÄRCHEN & „SAGEN“ VOM FLIESSBAND

Diese organisierte Hetzkampagne gegen Russland wäre ohne die kritiklose Beihilfe (zur Akzeptanz von systemischer Gewalt und Krieg)  unserer Journalisten nicht möglich. Nehmen wir z.B.  eine Meldung über ein Interview mit dem britischen Außenminister Boris Johnson, die überall Schlagzeilen machte,  hier z.B. in der Süddeutschen:

SDZ Ru heimlich GiftgasvorräteDer Journalismus im 21. Jahrhundert besteht im wesentlichen daraus, dass die Presse berichtet, was andere „gesagt“ haben: (zählen sie mal, wie oft „sagte“, „teilte mit“, „nannte“, „kündigte an“, etc.  in diesem SZ-Artikel vorkommt)

Dazwischen bedient man (nicht speziell die SZ) sich fleißig des Konjunktivs („soll …haben, vermutlich, etc.), wodurch eventuelle Verleumdungsklagen abgewehrt werden sollen und dann werden die oft schwerwiegenden Konsequenzen dieser Statements geschildert, z.B. die Ausweisung von Diplomaten aus England, neuerliche Sanktionen gegen Russland, neuerliche Drohungen gegen den Iran bis hin zu Bombenangriffen auf Syrien (als Beispiele).

Ob diese Statements WAHR sind, Teil einer perfiden PR- oder PSYWAR-Strategie, welcher Kontext zur Klärung dieser Frage notwendig ist und welchen Zweck sie eigentlich haben, damit beschäftigt sich die Journaille eigentlich nicht mehr.

Damit sind sie aber als „vierte Instanz“ der Demokratie nicht nur überflüssig, sondern deren Totengräber geworden (und der Rechtsstaat wird auch gleich mitbeerdigt – siehe weiter unten)

Hie und da kommt dann noch ein „Kommentar“ (in dem bloß behauptete Vorkommnisse als Tatsache akzeptiert werden; das ist, wie ich schon im ersten Teil betont habe, der wichtigste Trick in diesem PSYWAR: Was zu beweisen wäre, wird als Faktum behandelt:

Das im britischen Salisbury eingesetzte Nervengift Nowitschok wurde in der Sowjetunion entwickelt

oder Interview dazu, wo ein bisschen kritisiert wird (wir brauchen mehr Beweise), doch gleichzeitig beeilt man sich, die offizielle Darstellung (Klartext: PUTIN IST EIN GIFTGAS-MÖRDER!) nicht wirklich als das zu bezeichnen, was sie ist:

Ein Riesen-Skandal, eine ungeheurliche, verlogene Hetzkampagne, die an die Zeit vor dem ersten Weltkrieg erinnert (siehe Teil 1).

Der britische Journalist Nick Davies nannte dieses Verhalten „truth-avoiding journalism“ (in seinem medienkritischen Exposé  „Flat Earth News“), also die Vermeidung, auch nur nach der Wahrheit zu suchen, bevor man etwas veröffentlicht. Wir schreiben, was alle anderen auch schreiben (so wird die Illusion kreiert, das müsse doch stimmen…)

Davies gab für sein Buch eine Studie in Auftrag, mit der untersucht wurde, aus welchen Quellen die „stories“ der meistgelesenen britischen Zeitungen stammen. Das Ergebnis hat ihn schockiert:

NACHRICHTEN-FABRIKEN: RECYCLING VORGEFERTIGTER STORIES

flat earth newsNur 12% der Artikel stammten wirklich von den Verfassern, d.h. die Autoren haben selbst gründlich recherchiert, bevor sie über etwas geschrieben haben. 80% der Artikel waren ganz oder teilweise das Resultat von „Material aus zweiter Hand“, also meistens von Presse- bzw. PR-Agenturen (die ja selbst auch häufig als „fake-Verteiler“ fungieren, weil ihnen Material zugespielt wurde, dessen wahrer Urheber im Dunkeln bleibt).

Die Journalisten sind also verkommen zu passiven Verarbeitern von „Material“, das nicht überprüft wurde, aber trotzdem im Blitztempo verbreitet wird. Davies nannte sie deshalb „churnalists“ (die etwas wie am Fließband produzieren). Sie sollten eigentlich die Mächtigen kontrollieren, sind aber nur mehr deren Werkzeuge:

Das liegt natürlich auch daran, dass Verlage Profite machen sollen und deshalb immer weniger Journalisten immer mehr Arbeitspensum erledigen müssen. Dafür hat man Verständnis, doch damit alleine lässt sich der Niedergang des Journalismus nicht erklären. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD, ZDF, ORF, BBC) kassieren Millionen an GEZ-Gebühren und bringen trotzdem den gleichen Bullshit, infame Lügen bis hin zur Volksverhetzung und „churnalism“ der übelsten Sorte.

Nick Davies nennt das Ziel dieses „Stenographen-Journalismus“:

DIE MASSENHAFTE PRODUKTION VON IGNORANZ und …

Sie schreiben, was man ihnen gibt“. Jede Geschichte wird immer aus seiner bestimmten Perspektive erzählt, zum Vorteil einer bestimmten Gruppe, doch die Kontrollfunktion der Medien ist eine Illusion geworden. Es reicht, dass der Aussender einen gesellschaftlichen Stellenwert hat, man beruft sich auf „Autoritäten“, das ist genug.

… DER GROSSE MYTHOS: OBJEKTIVITÄT

Truth roadblockDie falsch verstandene „Neutralität“ der Journalisten verlangt, dass sich widersprechende Behauptungen so stehen gelassen, also vom Journalisten als quasi gleichwertig wiedergegeben werden

schrieb Davies 2009.

Inzwischen ist die Lage aber viel schlimmer geworden, wie wir im Kontext der Hetze gegen den Iran , Syrien, und immer mehr auch gegen Russland sehen können.

Was NATO-Politiker „sagen“, wird anders interpretiert und dargestellt, als das was die Non-Konformisten sagen (das habe ich ja schon mehrfach am Beispiel der Tagesschau erläutert), wodurch das framing dieser Politiker als „Schurken“ (ständig wiederholt in allen Medien) noch effektiver wird.

Dass die NATO-Staaten über mehr moralische Autorität verfügen sollen als Russland, ist die größte „Nummer“ in dieser Show of Illusions.

Dazu noch einmal die Süddeutsche:

Stoltenberg sagte der Welt am Sonntag, dass die Nato über einen anderen Umgang mit Russland nachdenke. Der Anschlag zeige, dass das Land immer unberechenbarer und aggressiver werde.

Das ist eine besonders perfide Formulierung, denn der „Anschlag“ ist ja noch in keiner Weise aufgeklärt (siehe Teil 1) – weshalb er auch nichts „zeigen“ kann –  und forensische Beweise für die schweren Anschuldigungen gibt es nicht, was die SZ im gleichen Artikel auch unter dieser Überschrift einräumt:

„Die Untersuchungen im Fall Skripal können noch Monate dauern“

und dann jenen Teil der Presse-Meldung der „MET“ wiedergibt, in dem betont wird, wie schwierig die Ermittlungen seien. Was die Redaktion aber nicht daran hindert, diese perfide  Äußerung Stoltenbergs (in Kombination mit den obstrusen Behauptungen Johnsons) als seriöse „Meldung“ wiederzugeben. (Dass es sich hier um politische/psychologische Kriegsführung handelt, darf nicht einmal gedacht werden.)

Damit wird verdeutlicht, was Nick Davies scharf kritisiert hat:

„An industry whose primary task is to filter out falsehood has become so vulnerable to manipulation that it is now involved in the mass production of falsehood, distortion and propaganda.“

(Falschheit, Verzerrung und Propaganda … transportiert durch „sagen“ …)

BJ we have invisible evidenceZu den Behauptungen von Boris Johnson muss man noch anmerken, dass auch die britische Journaille (über die Nick  Davies ja schrieb) offenbar „das Gehirn an der Garderobe abgibt“, wenn sie das Büro oder das Studio betritt.

BORIS TELLS SILLY STORIES (AND GETS AWAY WITH IT)

Den O-Ton von Boris Johnson gibt es in diesem  Guardian-Video:

 „.. we actually have evidence, within the last 10 yrs, that Russia has not only been investigating the delivery of nerve agents for the purposes of assassination, but has also been creating and stockpiling Novichok.“ (Andrew Marr: so that was a direct lie that I was being given…) but you will get that…and that is exactly the tactics that we have come to expect from Russia over the last few years

In einem funktionierenden Gehirn würde die ständig wiederholte Äußerung von „wir haben Beweise,“ oder „wir verfügen über Informationen, dass“ jemand etwas Verbotenes getan hat “ (Vorwurf einer sehr schweren Straftat) dazu führen, dass folgende Fragen gestellt werden:

WIESO ZEIGEN SIE UNS DANN DIESE „BEWEISE“ NICHT? WIESO REDEN SIE IMMER NUR DARÜBER UND TUN SO, ALS GÄBE ES „NUR EINE PLAUSIBLE ERKLÄRUNG“? (was leicht zu widerlegen ist). Diese fadenscheinigen Sprüche werden dann von anderen Politikern wiederholt und den Medien vervielfältigt, obwohl keine forensischen Ergebnisse vorliegen, ja nicht einmal der wirkliche Name des „Nervengiftes“ bekanntgegeben wurde („Novichok“ ist ein Fantasiename, den Dr. Mirzayanov zum Spaß erfunden hat) HALTEN SIE UNS ALLE FÜR IDIOTEN?

Aber diese Fragen stellt der britische „churnalist“ eben nicht – fürchtet er die Antwort auf die letzte Frage? (Und bei uns ist es auch nicht viel besser…)

Auch andere englische TV-Sender befragten ihn dazu, wie z.B. ITV  am 18. März und die Schlagzeile klingt ähnlich wie die der SZ: (beachte: „says)

„UK has evidence Russia stockpiled nerve agent for decade, says Boris Johnson“

Im (ad hoc) Interview von ITV rasselt Johnson die gleichen Sprüche herunter, allerdings kommt er dabei etwas ins Stottern, was meistens ein Zeichen dafür ist, dass er die vorgefertigten „Talking-Points“ nicht ordentlich  (präzise formuliert) auswendig gelernt wurden.

BJ:  „…we do have information, that whithin the last 10 yrs, Russia has been engaged, the Russian state has been engaged in … not only in delivering such NC-agents for the purposes … very likely for the purposes of assassination. And that they have been producing and stockpiling NC, contrary to what they have been saying within the last 10 yrs.“

Die Notwendigkeit der Kritik von Davies lässt sich auch an der Presse-Agentur REUTERS demonstrieren, deren Material ja als „Grundnahrung“ unserer Journaille für die Zubereitung des täglichen „Einheitsbreis“ unverzichtbar ist.

Reuters Merkel Macron Mn gegen RU

Deutschland und Frankreich wollen in den kommende Tagen gemeinsam entscheiden, ob und welche Maßnahmen sie nach dem Giftanschlag in Großbritannien gegen Russland ergreifen.

… Beide stimmten der Einschätzung der britischen Regierung zu, dass sehr wahrscheinlich Russland hinter dem Anschlag stecke. Die britische Premierministerin Theresa May habe auf dem EU-Gipfel sehr aussagekräftige Fakten vorgelegt. Es sei nicht zu erwarten, dass die Untersuchung der Substanzen durch die Chemiewaffenkontrollbehörde OPCW zu anderen Ergebnissen komme, sagten Merkel und Macron. Der Anschlag sei so schwerwiegend für die Sicherheit, dass er unbedingt eine Antwort der Europäer erfordere, sagte der französische Präsident.“

FAZ HöchstwahrscheinlichDie FAZ berichtet dementsprechend, dass die EU nun  „den Ton gegenüber Russland verschärft und wiederholt ebenfalls „dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für den Anschlag in Salisbury“ trage […]

„Noch am Montag hatte sich die EU bei einem Außenministertreffen nicht auf eine klare Schuldzuweisung in Richtung Russland einigen können. […] Alle drei Länder hätten darauf „bekräftigt, dass es keine andere plausible Erklärung gibt, als dass der russische Staat verantwortlich ist“

tagesschau Vereint gegen RUSAuch die TAGESSCHAU nimmt ihre Fließband-Funktion gerne war und „berichtet“ ebenfalls, dass sich die EU „geschlossen hinter London“ stelle, weil es „höchst wahrscheinlich“ sei, dass Russland für den Anschlag…etc.). Dann werden wir informiert, dass Macron und Merkel  „in den kommenden Tagen gemeinsam entscheiden, „ob und welche Strafmaßnahmen sie gegen Russland ergreifen“ und dass einige osteuropäische EU-Staaten auch noch unilaterale Sanktionen gegen Russland ankündigten.

Wie oft muss man dem Twitter-geschädigten Publikum  denn nun die Phrase „Russland … höchstwahrscheinlich ..schuldig“ einhämmern, damit das Denk-Muster ins Gehirn eingebrannt wird?

Die dringend zu stellende Frage, WIESO hier schon „Bestrafung“ stattfindet, bevor das polizeiliche Ermittlungsverfahren stichhältige Beweise erbracht hat und noch lange nicht abgeschlossen sein wird (laut Metropolitan Police sehr „komplex“, weil bis dato niemand WEISS, wo und wie die Skripals wirklich zu Schaden gekommen sind)  wird nicht gestellt.

(Um die „Ausgewogenheit“ zu demonstrieren, wird aber die (auf die fehlenden Beweis abzielende) Kritik von Lavrov wiedergegeben, der auch noch betont, dass die britische Regierung absichtlich, die Krise zwischen Russland und der EU weiter verschärfen will. Ob das stimmt, und welche politischen Motive London dafür hätte, interessiert niemand.

Stattdessen wird wieder einfach nur wiederholt, was Merkel bzw. Macron „gesagt“ haben.

Das „harte Vorgehen“ könne doch damit „begründet“ werden, was PM Theresa May (hinter verschlossenen Türen) „vorgelegt“ habe. Diese „fundierten Analysen“ seien also so überzeugend gewesen, dass man quasi weder ein rechtsstaatliches Verfahren abwarten müsse noch die Ergebnisse der OPCW-Untersuchung. Man sei also so gut wie sicher, dass deren Ergebnisse sich von den Behauptungen der britischen Regierung „nicht unterscheiden“ würden.

Alleine durch die Akzeptanz dieser scheinheiligen Argumentation, zeigt die Fließband-Journaille, dass sie einen Großteil des Gehirns ausschaltet, (vor allem das Gewissen) wenn sie zur Arbeit geht.

DER PROZESS (KAFKA TRIFFT KREML)

Stellen wir uns vor, ein Journalist (z.B. Herr Kleber) wird eines schweren Gewaltverbrechens bezichtigt, das er bestreitet. Er nimmt sich einen Anwalt, dieser muss „Akteneinsicht“ bekommen, also wissen, was genau man seinem Mandanten vorwirft, damit er ihn verteidigen kann. Doch man verweigert ihm jede solide Auskunft bzw. Dokumentation über die Grundlagen der Anklage.

Es kommt zum Prozess. Der Ankläger tritt sehr selbstsicher auf und wiederholt mehrfach, dass der Beschuldigte „sehr wahrscheinlich“ schuldig sei und dass man eine Gruppe von Leuten hinter sich habe, die sich mit dieser Behauptung „solidarisch erklären“ und „geschlossen“ die Notwendigkeit einer Bestrafung deklarieren und die Art der Strafmaßnahmen auch selbst bestimmen werden. Außerdem sei man sich einig, dass es „keine andere plausible Erklärung“ geben könne. (Darauf der )

Werle NS-Justiz Strafrecht

Richter: Welche Beweise haben Sie?

Ankläger: Wir haben Informationen unserer Geheimdienste und unseres Militärs, die wir aber leider nicht herzeigen können. Die Polizei wird noch Monate brauchen, um gerichtsfähige Beweise zu finden. Doch die Gruppe, die „hinter uns“ steht, hat sie gesehen und alle haben gesagt, dass es „gar keine andere, plausible …“  „

Richter: (unterbricht ihn ) Haben Sie noch alle Tassen im Schrank? Das ist ein Gerichtssaal und keine Bühne für absurdes Theater. (Die Klage wird abgewiesen.)

(Hinweis: Das Beweisverfahren in einem Strafprozess dient dazu die Tatsachen zu ermitteln, die der Klage zugrunde liegen und soll für die Parteien, das Gericht und die Öffentlichkeit nachvollziehbar Klarheit über die Tat und den Täter schaffen.

Wenn diese Säule der Rechtsordnung einfach über Bord geworfen wird, weil es politisch opportun ist,  dann befinden wir uns auf dem Weg  zum „Reichssicherheitshauptamt“…

Das absurde Theaterstück geht aber (in den Medien) munter weiter. Der „dritte Akt“ trägt den Titel:

DER BMW ALS MORD-WERZEUG

Skripal BMWDie Ermittlungen der britischen Polizei konzentrieren sich derzeit auf den roten BMW von Skripal. Die Polizei will rekonstruieren, wo und wann der BMW gesehen wurde, doch amerikanische Medien  „wissen“ anscheinend mehr: Das Nervengift kam durch die Lüftung des BMW.

Woher haben sie die „Information“? Von anonymen Geheimdienst-Leuten (die inzwischen den britischen Medien „gesagt“ haben, dass das Gift auf die Türschnallen des BMWs aufgetragen wurde…)

Wir sehen also schon wieder, wie recht Nick Davies mit seiner Medien-Diagnose hatte: Nichts wird überprüft, jeder Bockmist übernommen, man lässt sich von Geheimdiensten mit Material „füttern“… (als ob die eine vertrauenswürdige Quelle wären!)

MÄRCHEN & SAGEN VOM FLIESSBAND 2.0

Russischer Spion könnte über die Lüftung seines BMWs vergiftet worden sein, glauben Geheimdienst-Leute“ (Telegraph, 19. März)

ABC believed to be BS

„Vergiftung des russischen Ex-Spions in England vermutlich durch Nervengift in der Auto-Lüftung; mindestens 38 weitere erkrankt: Quellen“ (ABC-Schlagzeile am 18. März)

Im Text des Artikels wird endgültig klar, dass man diese Leute keinem Nervengas mehr aussetzen muss, damit das Gehirn „versagt“.

Britische Behörden haben jetzt ein deutlicheres Bild davon, wie der Anschlag passiert ist, sagen „Quellen“. Sie glauben, das Nervengift wurde (in Pulverform) über die Lüftungsschlitze von Skripals BMW freigesetzt. Drei Geheimdienst-Leute sagten ABC-NEWS, dass die russische Herkunft (aus militärischen Beständen) und die Art der Substanz (Organophosphat in Pulverform) für sie „klar“ seien.

Einer dieser anonymen (Geheimdienst) „Quellen“ [die ja selbst auch als „Spione“ bezeichnet werden können] sagte „Es ist eine Substanz aus dem Kalten Krieg, ein Derivat aus der G und V-Serie der 1970er Jahre, von dem die Russen immer sagten, sie hätten es nie gehabt.“ Diese Substanz sei „Novichok“ sehr ähnlich.

Die Geheimdienst-Leute sagten ABC bis zu 38 Personen in Salisbury seien nun als Betroffene des Nervengiftes identifiziert worden, doch das ganze Ausmaß sei noch immer nicht erfasst. Man rechnet damit, dass noch mehr Opfer gefunden werden.

Im Artikel sind es also „bis zu (up to) 38 Personen“ (also maximal), doch in der Schlagzeile sind es „mindestens“ (at least) so viele. Daran sieht man schon, welcher Mist hier verbreitet wird.

An dieser Stelle muss man aber die logische „Notbremse“ ziehen, denn diese Aussagen sind VÖLLIG UNVEREINBAR mit denen der lokalen und nationalen Gesundheitsbehörden (1)  und der Metropolitan Police (2).

ES SIND ALSO LÜGEN (von Geheimdiensten verbreitet).

Zu 1)

Die Direktorin des örtlichen NHS-Krankenhauses, Cara Charles Barks stellte klar, dass außer den drei Patienten (die Skripals und der Polizist DS Nick Bailey) niemand der zusätzlich Untersuchten (die Nervengift-Effekte befürchteten) behandelt werden musste.

In addition to the three inpatients receiving treatment, in line with Public Health England guidance which asked anyone who was in the area and concerned to come forward if feeling unwell, we have seen and assessed a number of people who did not require further treatment.“

Die nationale Gesundheitsbehörde PHE (Public Health England) ließ verlauten, dass nur Leute, die an diesem Tag im Mills Pub oder im selben Restaurant waren, ein geringes Risiko für gesundheitliche Auswirkungen hätten, da sie nur mit extrem geringen Mengen des Giftes in Berührung kommen konnten und betont, dass keine weiteren Erkrankungen gemeldet wurden.

It’s important to note that no further cases of illness have been reported since the incident occurred on Sunday 4 March. We understand that people will be feeling unsure, but we are not seeing new cases of any members of the public being seriously ill.“

Zu 2)

Met seeks info on BMW

Am 17. März veröffentlichte die „Met“ („Scotland Yard“) u.a. folgende Statements:

„Wir müssen uns mehr Klarheit über die exakten Bewegungsmuster der Skripals am Vormittag des Vorfalls verschaffen, bevor sie ins Stadtzentrum fuhren“. Es werden Zeugen gesucht, die das Auto vor 13:30 gesehen haben.

Polizeichef AC Basu betont, wie schwierig diese Ermittlungen sind und  dass (neben den anderen Polizisten)  250 Spezialisten der „counter-terrrorism“ Abteilung im Einsatz seien (die alleine 4.000 Stunden an öffentlichen Video-Aufnahmen ansehen müssen). Die Untersuchungen würden Wochen, wenn nicht Monate dauern.

Dann wird die (ungefähre) Time-Line der Aufenthalte der Skripals in Salisbury angegeben:

  • 09:15: Die Polizei nimmt an, dass der rote BMW zwischen (drei genannten) Straßen unterwegs war.
  • 13:30 wurde er in der Devizes Rd. gesehen, Richtung Stadtzentrum. Um
  • 13:40 kommen sie im Parkhaus von Sainsbury’s im Maltings Shopping-Center an. Dann gehen sie in ein Pub.
  • 14:20: Sie essen bei „Zizzi’s“ (Restaurant)
  • 15:35: Sie verlassen das Restaurant.
  • 16.15 Ein Notruf geht ein und die Polizei kommt wenige Minuten später zur Parkbank, wo die Skripals in „extrem schlechtem“ Zustand gefunden werden

Skripal movements Salisbury DM

Die Skripals wurden demnach gegen 16:30 Uhr ins Krankenhaus gebracht. Der BMW wurde gegen 13:30 gesehen, als die Skripals auf dem Weg in das Stadzentrum waren und kurz darauf im Parkhaus ankamen. Dann gingen sie zuerst in ein Pub und dann zum Essen in ein Restaurant.

Daraus kann geschlossen werden, dass sie den BMW nach 13:40 Uhr nicht mehr benutzt haben. Dann ist es aber UNMÖGLICH, dass das hoch-toxische Nervengift (im BMW über die Luft verteilt) erst nach fast 3 Stunden (oder noch länger) gewirkt hat. Denn über die Lunge aufgenommen, wirken diese Gifte (G-Serie, VX) sehr schnell – in wenigen Minuten tritt der Tod durch Ersticken ein, weil die Atemmuskulatur paralysiert wird.

(Deshalb hat man wohl jetzt die Story-Line geändert und verbreitet, das Gift sei vom Türgriff gekommen und damit über die Haut aufgenommen worden, was wirklich Stunden dauern kann, aber nur bei sehr geringen Mengen. Wenn ich jemand aber damit umbringen will, hätte das keinen Sinn…)

Und außerdem – WO, WIE und WANN soll denn das „Pulver“ in die Lüftung des BMW gekommen sein?  Die Geheimdienste bzw. die „special operations“ Leute der Polizei hatten natürlich Gelegenheit, auch NACHTRÄGLICH den BMW zu kontaminieren, – bevor die OPCW-Experten anrückten – wodurch die Story mit der Türschnalle plötzlich sehr interessant wird. Deshalb ist ja auch die „Untersuchung“ der OPCW völlig wertlos, da die Beweiskette bereits zerstört wurde, siehe Teil 1 für Details).

Während also einige britische und amerikanische Medien mit „false leads“ von Geheimdiensten gefüttert werden,  was die Methode betrifft, mit der das „Nervengift“ verabreicht wurde, veröffentlichte die BBC dieses Statement vom stv. Polizei-Chef AC Basu:

Metropolitan Police Assistant Commissioner Neil Basu said the „prime focus“ of the investigation, which could take months, was HOW the poison was administered.

Die Met konzentriert sich also darauf, WIE das Gift verabreicht wurde (siehe dazu auch Teil 1) und räumt ein, das könne Monate dauern. Dazu noch einmal der Kontrast in den amerikanischen Fließband-Medien (wie oben erwähnt), am gleichen Tag publiziert:

„Britische Behörden haben jetzt ein deutlicheres Bild davon, wie der Anschlag passiert ist, sagen „Quellen“ …

How stupid can you get?

blinder wiederkäuer wie Journaille

Der „Chefredakteur“ in deutschen Medien …

ABC käut also den Mist von anonymen „Geheimdienst-Beamten“ wieder, die sie regelrecht mit getürkten Informationen und ihnen dienlichen Interpretationen füttern:

U.S. government chemical warfare experts are also working closely with their British counterparts on what is a major investigation.“

It’s seen here as an attempted murder and premeditated,” rather than an attempt just to sicken Skripal with a non-lethal toxin or scare other Russian ex-spies, an intelligence official told ABC News.

Diese „strategic information“ (militärischer Ausdruck für „Lüge“) dann tausendfach über das Sagen & Märchen-Fließband (Tarn-Name: Medien) verfielfältigt und so entstehen „Stories“, die mit der Realität nichts zu tun haben.

six impossible thingsDazu fällt mir nur mehr das berühmte Zitat aus dem Kinder-Buch „Alice in Wonderland“ ein:

  • Königin: Ich bin 101 Jahre …alt.
  • Alice: Das kann ich nicht glauben!
  • Königin: Hole tief Luft und schließe Deine Augen.
  • Alice: Das nutzt gar nichts, man kann doch unmögliche Dinge nicht glauben!
  • Königin: Du hattest wohl noch wenig Übung darin. Als ich in Deinem Alter war, übte ich es jeden Tag eine halbe Stunde. Ja, manchmal schaffte ich es sogar, sechs unmögliche Dinge noch vor dem Frühstück zu glauben!

Das ist das geistige Niveau, auf das unsere Presse-Fabrik gesunken ist…. (Mein Gott…wie soll das bloß enden?)

Das letzte Wort soll hier DS Nick Bailey* haben, der ebenfalls (angesichts dieser „Gift & Galle“ Machenschaften)  „thru the looking glass“ gefallen ist und (aus dem Krankenhaus in Salisbury) folgendes Statement abgab:

„People ask me how I am feeling – but there are really no words to explain how I feel right now. Surreal is the word that keeps cropping up – and it really has been completely surreal.“

(Darauf kannst Du wetten…)

„Unglaublich“ aber wahr: Fast gleichzeitig mit der „Skripal-Saga“ läuft  in den USA und in England eine TV-Serie, in der es „zufällig“ auch um das (fiktive) Nervengift „Novichok“ und  den Tod russischer Spione geht…).  Hier ein Video-Clip daraus.

 (*der lokale Polizist, der auch vom „Nervengift“ betroffen sein soll. Dass er selbst kein Interview geben darf, ist mega-verdächtig…siehe Teil 1)

WARUM die britische Regierung so „pissed-off“ im Bezug auf Russland ist… das klären wir in Teil 3…

WMD Deception Salisbury

P.S. Was die unterstellten „schurkischen“ Absichten von Präsident Putin betrifft, erinnere ich an dieses beeindruckende Schauspiel vor der UN, wo Colin Powell folgendes sagte (um einen Krieg gegen den Irak zu legitimieren…):

 „We know that Saddam Hussein is determined to keep his weapons of mass destruction; he’s determined to make more. Given Saddam Hussein’s history of aggression, given what we know of his grandiose plans, given what we know of his terrorist associations and given his determination to exact revenge on those who oppose him, should we take the risk that he will not some day use these weapons at a time and the place and in the manner of his choosing at a time when the world is in a much weaker position to respond?

Jetzt vergleichen Sie das mal mit dem, was May, Johnson u. US-Politiker über Putin gesagt haben, welche Gefahr von ihm ausginge, die „russische Aggresion“, etc.der gleiche Bullshit mit neuer Verpackung)

Damals wie heute soll diese Wort-Akrobatik uns dazu bringen, (bereits geplante) ungerechte Maßnahmen gegen einen „Schurken“ zu billigen, die von den wirklichen Schurken und Kriegsverbrechern der NATO ersonnen wurden …

(während die Journaille weiter auf der  medialen Weide grast ..)

 

POLITIK MIT GIFT & GALLE: Von Sarajewo nach Salisbury

Propaganda14

So wurde Kaiser Wilhelm II. in der englischen Propaganda dargestellt

Ein Blick auf den Kalender sagt uns, es ist Mitte März 2018, doch die „gefühlte“ Atmosphäre erinnert eher an das Frühjahr 1914. Damals war Deutschland die Zielscheibe einer gigantischen, politischen Hetzkampagne um sicherzustellen, dass die „Schurkenrolle“ für den geplanten Krieg Kaiser Wilhelm II. zugewiesen wird.

Heute wissen wir, dass England der größte, perfideste Kriegstreiber war und den Tod von 20 Millionen Menschen in Kauf nahm, um seine imperiale Macht abzusichern. Russland war zwar offiziell Teil der „Triple Entente“, doch das „perfide Albion“ hat auch die Russen hinters Licht geführt: Es war das Ziel Englands, Deutschland und Russland gegeneinander zu hetzen, um eine wirtschaftliche Kooperation beider Staaten zu verhindern und sie politisch zu schwächen.

Eine entscheidende Rolle bei der politischen Isolierung und Dämonisierung Deutschlands spielte natürlich die Fließband-Presse und heute erleben wir ein ähnliches Schauspiel wieder:

Diesmal hat Putin die „Schurkenrolle“ (wie im James Bond-Film) und (das kooperative) Russland wird schon seit einiger Zeit als große „Bedrohung“ für uns alle aufgebaut, wobei die Realität auf dem Kopf steht:

anti-russland-propaganda-putin

Russland ist das Opfer intensiver, psychologischer Kriegsführung und die arglistigen, aggressiven Täter generieren sich als empörte Moralapostel.  Das ist ja kein neues Konzept in der Politik (siehe dazu auch „Empörungsmanagement“ nach Mausfeld) und die Angelsachsen sind Weltmeister darin (was Hitler nach dem ersten Weltkrieg begriff):

Preparata UK perfidy

Dass unsere verkommene „news-factory“ uns täglich „eine pasteurisierte Version“ der Welt serviert, ist schon schlimm genug, doch jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem das Ganze unerträglich und sehr gefährlich wird, denn diese perfide Hetze hat ein Ziel: Krieg gegen Russland und das bedeutet Europa (vollgestopft mit NATO-Stützpunkten und Waffen) geht seinem „Armageddon“ entgegen.

Als Präsident Putin kürzlich neue, sehr potente Waffensysteme vorstellte, war das für viele Menschen ein Hoffnungsschimmer. Nicht das die Produktion von Kriegswaffen etwas positives wäre, doch damit schien zumindest die Hemmschwelle der US-NATO, einen Krieg anzuzetteln, höher zu werden.

DER PSYCHO-KRIEG

Doch das „anglo-amerikanisch-zionistische Establishment“ verfügt über eine extrem wirkungsvolle Waffe, gegen die Russland (bis dato) nichts aufbieten konnte: die politische bzw. psychologische Kriegsführung (engl. PSYWAR).

Mausfeld 20 mio victims of USVom  Abschuss  eines Flugzeuges (MH 17)  in der Ukraine, über die „Annexion“ der Krim, das (Assad unterstellte) „Giftgas“ und die „brutalen Bombardierungen“ der Russen in Syrien, all das und mehr ist Teil einer verlogenen Hetzkampagne, die das Feindbild Russland in unsere Köpfe einpflanzen soll, währen die Massenmörder der NATO-Staaten, ihre degenerierten Verbündeten im Nahen Osten (Saudi Arabien, UAE, Israel, Jordanien)  und deren synthetische, schwer bewaffnete „Rebellen“ weiterhin tausende Menschen terrorisieren, vertreiben und töten.

Die eigenen, widerlichen Verbrechen werden auf den Gegner projiziert, vor dem uns die wirklichen Verbecher dann „beschützen“ müssen – das ist der verräterische modus operandi, mit dem diese Psychopathen seit Jahren arbeiten. Das gelingt ihnen, weil unsere  erbärmliche Presse als  hirnloses „Echo-Chamber“ fungiert.

Aktuell erleben wir eine ungeheuerliche Scharade über einen „Giftgas-Anschlag“  in der englischen Stadt Salisbury.

Was uns hier geboten wird, ist so schäbig, dass man nur von  einer Beleidigung der Intelligenz sprechen kann. Doch unsere Fließband-Journaille nimmt auch den größten Schwachsinn gerne auf und vervielfältigt ihn, ohne etwas in Frage zu stellen. Nick Davies zitiert in seinem medienkritischen Buch „Flat Earth News“ den Satz:

Sie schreiben, was man ihnen gibt.“

So ist es. Schauen wir uns an, was hier an absurdem Theater gespielt wird:  (Now playing🙂

The poisoned Spy on a Park Bench (because we say so…)

Die britische Regierung klagt Russland an, hinter einem Mord-Versuch („Anschlag“)  zu stecken, dem zwei Menschen zum Opfer gefallen sind (aber noch leben). Der „pensionierte“ Doppel-Agent Sergei Skripal und seine 33-jährige Tochter, die in Russland lebt und ihn besucht hat.

Skripal 1

Wir lesen, dass beide am 4. März „bewusstlos“ auf einer Parkbank in der Nähe eines Shopping Centers in Salisbury gefunden wurden. Die Polizei sagt, es gab keinerlei Hinweis auf eine Verletzung. Die beiden wurden ins Krankenhaus gebracht und befinden sich seitdem in „kritischer Verfassung“. Was das genau heißen soll, ist unklar. Eine seriöse, medizinische Diagnose gibt es nicht.

Ein Polizist, der am Einsatz beteiligt war,  DS Nick Bailey soll ebenfalls von dem „Nervengift“ betroffen sein. Er liegt auch im Krankenhaus, ist aber ansprechbar und erholt sich bereits. Aber auch über seine konkrete Diagnose gibt es keine Informationen und niemand macht ein Interview mit ihm.

DAS BLINDEN-KINO (mit  spezieller  „Bildbeschreibung“)

Theresa May hat ihn gestern (15.März) im Krankenhaus besucht. Normalerweise wäre das eine „Photo-Op“: die Presse fotografiert die Premierministerin am Krankenbett, Lob für den „mutigen“ Polizisten (der ja nicht wusste, ob bzw. dass es „gefährlich“ war), Lächeln für die Kamera, usw.

Doch auch hier sind keine Bilder erlaubt, kein O-Ton von DS Bailey. Niemand kann  sich selbst von seinem Zustand überzeugen. Niemand hört die Aussagen der Ärzte.  BLACKOUT.

Stattdessen hat man ein Presse-Center eingerichtet, wo man gut klingende, aber nichtssagende „Botschaften“ verbreitet:

Unsere Gedanken sind bei den 3 Patienten, die in den Vorfall der letzten Woche involviert waren und bei ihren Familien. Sie sind in guten Händen. Unsere medizinisches Personal arbeitet hart um die beste medizinische Versorgung zu gewährleisten- 24 Stunden täglich. Zwei der Patienten, ein Mann in den 60ern und eine Frau in den 30ern sind in einem kritischen, aber stabilen Zustand auf der Intensivstation. Der Polizist, der auch Teil der Einsatztruppe war, ist bei Bewusstsein und stabil. Ich bedanke mich bei unserem Personal für sein Engagement .. bla, bla, bla.“

Das sind natürlich die fadenscheinigen PR-Sprüche einer NHS-Managerin, nicht die eines Arztes. Dass das örtliche Krankenhaus „rote Zahlen“ schreibt und rigorose „Sparmaßnahmen“ die Qualität der Versorgung gefährden und das Personal unter Druck setzt, braucht ja niemand zu interessieren. Das ist eben neoliberale Politik- Made in UK.

Der Rest der „Presse-Mitteilungen“ sind leere Phrasen, mit denen man sich gegenseitig „gratuliert“, dass man so toll zusammengearbeitet hat.

UNVEREINBARE AUSSAGEN

Met UKAm 13. März veröffentlichte „Scotland Yard“ (die Metropolitan Police in London, („Counter-Terror“-Unit SO15) die die  Untersuchung leitet) eine Stellungnahme, darin hieß es:

Hundreds of officers, including local police teams, detectives from across the counter-terrorism network, forensic experts, intelligence analysts and the military are combing the area for evidence to establish who is responsible for this reckless and despicable act.“

Die ermittelnde Polizeibehörde sucht also mit einem umfassenden Experten-Team intensiv nach Beweisen, um herauszufinden, WER für die Tat verantwortlich ist. Das ist umso schwerer, weil man auch nicht weiß, WO der „Anschlag“ verübt wurde. Es muss also überall gesucht werden, wo sich die beiden aufgehalten haben. (WIE der Anschlag verübt wurde, weiß man auch nicht).

Doch am selben Tag sagte PM Theresa May vor dem britischen Parlament:

  • Es sei „jetzt klar“, dass die Skripals vergiftet wurden und zwar mit
  • Einer Art militärischem Nerven-Kampfstoff „wie Russland sie entwickelt hat“
  • Der Name dieser Gruppe sei „Novichok“

Bereits hier wird klar, dass eine bösartige, politische Scharade gespielt wird, in der die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Wie kam man zu der „Schlussfolgerung“, dass Russland  „höchstwahrscheinlich“ für die Tat verantwortlich sei? Die Grundlagen dafür seien (so May- wörtlich):

  • Das Nervengift sei eindeutig von CW-Experten in Porton Down identifiziert worden
  • Das „Wissen“ , Russland habe diesen Stoff schon früher produziert und könne es noch immer
  • Russland sei dafür bekannt, staatlich organisierte Morde zu begehen und
  • die Einschätzung, dass Russland einige „Überläufer“ als legitime Kandidaten für Morde betrachte

Demgemäß gäbe es nur zwei plausible Erklärungen für die Vorfälle in Salisbury am 4. März:

  • Entweder steckt der russische Staat direkt dahinter („Anschlag auf unser Land!“) oder
  • Die russische Regierung hat die Kontrolle über diesen „potentiell katastrophal schädlichen“ Stoff verloren (zugelassen, dass er in andere Hände fiel)

Der  (groteske) Außenminister, Boris Johnson übermittelte dann ein „Ultimatum“ an den russischen Botschafter, in dem verlangt wird, RU müsse „sofort das komplette Novichok-Programm“ gegenüber der OPCW offenlegen und zwar am nächsten Tag.

WIE REAGIERT RUSSLAND?

Auf diesen respektlosen, arroganten Ton hat Russland natürlich entsprechend geantwortet und die „Deadline“ verstreichen lassen. Russland hat den britischen Botschafter ins Außenministerium zitiert und jede Beteiligung an dem „Anschlag“ zurückgewiesen.

Sergey-LavrovSergei Lavrov sagte in einer Pressekonferenz klar und deutlich: Russland ist nicht verantwortlich. Die Forderung Moskaus, Proben des  Nervengiftes  zu übermitteln, damit andere Experten es untersuchen können, wurde abgelehnt.  Russland sei bereit zu kooperieren, im Einklang mit der CWC, wenn auch die britische Regierung ihren Verpflichtungen daraus nachkomme, betone Lavrov. Demgemäß habe Russland 10 Tage Zeit, auf die Vorwürfe zu antworten (nicht 24 h).

Um festzustellen, wer hier lügt und wer nicht, muss man die Aussagen von May überprüfen und dabei stellt man rasch fest, dass die Grundlagen bzw. die Behauptungen alle UNWAHR sind.

Vor allem die Suggestion,  nur Russland käme als Quelle des Giftstoffes in Frage. Wenn Porton Down ihn „eindeutig“ identifiziert hat, kennen sie auch die chemische Formel, sonst kann man ja keine Nachweismethoden dafür entwickeln. (Mehr dazu in Teil 2).

BASIS DER FOLGENDEN ANALYSE: Logisches Denken und Rechtsstaatliche Prinzipien

Wenn jemand einer Straftat bezichtigt bzw. verdächtigt wird, müssen bestimmte Regeln eingehalten werden:

  • Die Polizei muss in einem Ermittlungsverfahren Beweise / Indizien sammeln, die den Verdacht ausreichend begründen / erhärten, damit eine solide Anklage vorbereitet werden kann, die gerichtstauglich ist
  • Der Beschuldigte hat das Recht auf eine Verteidigung, die aber nur möglich ist, wenn er und sein Anwalt genau über die Anklagepunkte informiert sind
  • Es gilt die Unschuldsvermutung: Solange die Schuld nicht bewiesen ist, gilt der Angeklagte als unschuldig

Diese  rechtsstaatlichen Grundsätze wurden von der britischen Regierung (und ihren schäbigen „Unterstützern“ in Deutschland, Frankreich und den USA) gebrochen (siehe Screenshot unten)

Tagesschau Salisbury partners in crime

Zur Veranschaulichung der schäbigen Methoden, die in Deutschland als „Journalismus“ durchgehen, nehme ich  – wieder einmal – die Tagesschau, weil diese – immer noch– eine sehr große Reichweite hat.

Hier wird suggeriert, man wolle „Fragen beantworten“, doch wenn man genau hinsieht, wird nur weiter haltlose Propaganda wiedergekäut:

tagesschau Salisbury 1

Logisches Denken konsequent zu vermeiden, scheint eine Voraussetzung für einen Job bei der Tagesschau zu sein, denn diese „Antworten“ sind eben KEINE. Man wiederholt – als braver Papagei – erneut, was May „im Parlament sagte“, als ob das eine akzeptable „Begründungfür einen so schweren Vorwurf wäre.

tagesschau Salisbury 2.png

Der Trick: Was zu beweisen wäre, wird so behandelt, als wäre es eine Tatsache. („Das Attentat ist mit…verübt worden…, …wurden produziert).

LOGIK # 1

Wir wissen eben nicht , ob  es sich um „Novichok“ handelt, ja nicht einmal, dass es dieses ominöse Programm wirklich gab –

(Nur der in die USA emigrierte Mirzayanov behauptet das; er sagte aber auch, dass die „precursors“, also die chemischen Ausgangsstoffe für diese binären Nervengifte praktisch in jeder Pestizid-Fabrik hergestellt werden, da Organophosphate, die auf unsere Felder gesprüht werden,  eben auch (aber weniger) neurotoxisch sind; damit ist aber das Argument widerlegt, dass nur Russland solche Nervengifte herstellen könne und dass Russland für den Einsatz solcher Stoffe durch andere verantwortlich sei);

-oder dass tatsächlich ein solcher Nerven-Kampfstoff verwendet wurde.

Alle diese Premissen sind völlig unbewiesen und gehen auf eine einzige Quelle zurück. Dazu zitiert der Guardian den stv. Leiter der „Anti-Terror“ Einheit von Scotland Yard:

Rowley said scientists had identified the substance used. He refused to reveal what the specific poison was….… Scientists at Porton Down have assisted in the investigation, which is being led by Scotland Yard’s counter-terrorism command, SO15, with significant help from the intelligence agencies.“

Der undurchsichtige Nexus aus britischem Geheimdienst, Militär und dem staatlichen CW-Forschungslabor in Porton Down ist also die Quelle.

INDEP BritGov Biowarfare 2015Diese Leute arbeiten aber für die britische Regierung und sind deshalb nicht unabhängig. Sie könnten sogar selbst in den „Anschlag“ verwickelt sein, schließlich war Skripal ein Doppelagent für den MI6. Porton Down betreibt selbst massive CW-Forschung und hat diese Nervengifte auch an der eigenen Bevölkerung  sowie in den „Kolonien“ getestet.

(Mehr über Porton Down und die Chemiewaffen-Story in Teil 2)

Anmerkung: Geheimdienst /Militär /Regierungen sind keine verlässlichen Quellen, (milde ausgedrückt), das wissen wir spätestens seit dem Theater um die nicht vorhandenen „Massenvernichtungswaffen“ von Saddam Hussein, um einen verbrecherischen Krieg gegen den Irak zu legitimieren und durch die – nachweislich – falschen Behauptungen über Libyen und Syrien.

Das britische Parlament hat selbst in einem  Untersuchungsbericht festgestellt, dass die britische Regierung nicht die Wahrheit gesagt hat, was die angeblichen Gräueltaten von Gaddafi betraf.

Kommen wir zurück zur Beweisführung:

Der Nachweis für den Einsatz bekannter „Giftgase“ wie Sarin, etc. kann auf zweierlei Wegen erbracht werden:

Erstens, durch die sichtbaren Symptome:

  • Zusammenziehen der Pupille
  • Starke Muskelkrämpfe
  • Unkontrolliertes Entleeren von Blase und Darm (sprich: „die Hosen voll“)
  • Stark tränende Augen, „laufende“ Nase und  starker Speichelfluss
  • Blau-verfärbte Haut (Zyanose) wegen Sauerstoff-Mangel in den Zellen

KEINES dieser Symptome wurde aber in Salisbury geschildert, (das wäre auf einer öffentlichen Parkbank oder in einem Restaurant ja sehr aufgefallen) geschweige denn von unabhängigen Ärzten oder Toxikologen bestätigt. (Siehe oben – sie waren „bewusstlos“ und die Polizei dachte zuerst, man habe es mit Drogenmissbrauch zu tun).

Zweitens, durch forensische Analysen am Tatort und natürlich der Laborwerte der Betroffenen im Krankenhaus. In beiden Punkten wird aber nichts verlautbart, das ist eindeutig eine „Nachrichtensperre“, eine Zensur. Man gibt den Ermittlern keine Zeit, mehr herauszufinden, sondern verurteilt „Putin“ im PSYOP-Schnellverfahren.

DIE CHEMISCHE SEIFENBLASE IN SALISBURY

DS Nick BaileyEin  veröffentlichtes Statement von Nick Bailey  lautet so: Er (Polizist in Salisbury) sei dankbar für die Unterstützung und Anteilnahme und

He also wishes to say that he was part of a group of officers and other emergency service colleagues who dealt with the initial incident.  He wants to say that he does not consider himself a ‚hero‘, he states he was merely doing his job ….“

Diese Aussage ist wichtig, denn man muss sich fragen, warum nur er im Krankenhaus liegt und die anderen Einsatzkräfte nicht. Laut Guardian haben sich diese „fast eine Stunde lang“ am Einsatzort aufgehalten (ohne jegliche Schutzkleidung):

Police and paramedics worked on the couple at the scene for almost an hour in ordinary uniforms... They did not have specialist protective clothing and members of the public also strolled nearby“.

Am Abend gingen sie dann in das Haus von Skripal, ebenfalls in normaler Kleidung.

  • Wieso liegen also nur 3 Leute im Krankenhaus, wenn das Gift so gefährlich ist, dass es als „chemische Waffe“ eingestuft wird?
  • Wieso ist keiner der Ärzte davon betroffen (die ja bei Einlieferung nicht wussten, dass die Patienten „kontaminiert“ waren), wenn diese Art von Giftstoffen „sehr langsam abgebaut“ werden (sie habe eine ölige, zähe Konsistenz und sind schwer zu entfernen; auch nicht durch Waschen)
  • Wieso ist niemand gestorben? Bei einem Nervengift, das „8-10 mal effektiver ist als (das tödlichste) VX“ (das bedeutet Tod durch Ersticken in Minuten)

LOGIK  2

Es gibt kein einziges Statement eines behandelnden Arztes oder eines unabhängigen, forensischen Experten, der irgendwelche konkrete Aussagen über den medizinischen Zustand der beiden „Opfer“ gemacht hat. Welche Symptome die beiden haben, welche Analysen/ Untersuchungen gemacht wurden, wie sie behandelt wurden, wie die Prognosen sind, etc.

Es gibt nur die bloße Behauptung / Anschuldigung der britischen Regierung, dass ein verbotenes, extrem gefährliches Nervengift zum Einsatz kam, das usprünglich von der Sowjetunion entwickelt wurde.

ARD fed by US 2

Eine weitere Frage der Tagesschau  „Warum legt London keinen Beweis vor?“ ist natürlich die Crux in diesem Kontext und müsste dazu führen, die politischen Motive der britischen Regierung an sich zu untersuchen. (Was die Tagesschau natürlich nicht tut…)

Wie lautet nun die Antwort?  (Logisch gedacht: Weil es keine Beweise gibt, weil es eine perfide, politische Kampagne ist )

London begründet sein Verhalten gegenüber Moskau und der OVCW mit der nationalen Sicherheit“.

Das ist aber wieder keine Analyse und auch keine gültige „Begründung“, sondern nur ein Nachplappern der Schein-Argumente und der ultimative Schutzschild der Geheimdienste:

Man verschanzt sich hinter diesem Begriff „national security“ um die demokratiefeindliche Geheimniskrämerei zu legitimieren und seine Verbrechen zu verschleiern. In einem Rechtsstaat ist es aber völlig unzulässig, jemandem eine schwere Straftat vorzuwerfen, ohne konkrete Anhaltspunkte offenzulegen und ohne die Ergebnisse eines Ermittlungsverfahrens abzuwarten.

Schon allein darin sieht man, dass es sich hier um „political warfare“ handelt, durch die Russland immer mehr isoliert werden soll.

London sieht Moskau in der Erklärpflicht“ ist auch ein guter Witz, denn was soll Russland denn erklären, wenn nicht einmal klar ist, was wirklich passierte? Wenn es bloß politisch motivierte Anschuldigungen gibt, obwohl die eigene Polizei noch völlig im Dunkeln tappt? Wie gesagt: Die Anklage muss ihre Vorwürfe beweisen, nicht der Beklagte seine Unschuld.

Wie voreingenommen gegen Russland die Tagesschau ist, zeigt dieser Punkt:

tagesschau Salisbury 3.png

Die Forderung nach Beweisen – völlig legitim – als „Abwehrstrategie“ Moskaus zu bezeichnen, ist eine moralisch-negative Bewertung der Redaktion um damit das Verhalten der russischen Regierung zu desavouieren. Das – schamlose – Verhalten der britischen Regierung  wird aber in keiner Weise hinterfragt. Durch Assoziation mit dem „Diktator“ in Syrien soll Russland noch mehr abgewertet werden:

Die „Giftgasangriffe der Regierungsarmee“ in Syrien sind keine Tatsache, sondern Teil der Dämonisierungskampagne gegen Präsident Assad, das wurde ja schon mehrfach bewiesen (siehe Hersh, Postol, Carla del Ponte, Tim Andersen, schwedische Ärzte, usw. – Stichwort Syrien auf diesem Blog)

Die Unverschämtheit geht aber noch weiter, wenn die Tagesschau Präsident Putin unterstellt, er nutze den Konflikt um durch „markige Worte“ wenige Tage vor den Präsidentenwahlen zu punkten.

Die Motive der britischen Regierung werden nicht hinterfragt, deren Verhalten nicht kritisiert.

DAS NATO-HEUCHLER-QUARTETT

the evil quartettAngesichts dieser Umstände ist die  „Verlautbarung“ von Merkel, Macron und Trump ein Skandal.

Der Druck auf Moskau“ wird also größer. Moskau muss alles „offen legen“, während die britische Regierung nichts „offenlegt“, sondern haltlose Anschuldigungen vorbringt.

May, Merkel, Macron & Trump spielen sich hier nicht nur als Ankläger, sondern gleich auch als Richter und Geschworene auf. Hier wieder aus der Tagesschau:

„Verstoß gegen das Völkerrecht“

Die vier Staaten zeigten sich „entsetzt“ über den Anschlag und verurteilten die Tat scharf. „Es handelt sich um einen Übergriff gegen die Souveränität des Vereinigten Königreichs. Ein solches Vorgehen verletzt eindeutig die Bestimmungen des Chemiewaffenübereinkommens und das Völkerrecht“, erklärten die vier Staats- und Regierungschefs weiter.

… Frankreichs Präsident Macron kündigte zudem „Maßnahmen“ als Reaktion auf den Giftanschlag an. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht in dem Anschlag einen Versuch, den Westen zu destabilisieren. „Der Angriff in Salisbury passt in ein Schema, das wir seit vielen Jahren beobachten“, sagte Stoltenberg.

Wie gesagt, man tut so, als ob die Schuld Russlands bereits feststeht und um das „böse Kind“ zu bestrafen, muss der moralisch perfekte NATO-Vormund  das ungezogene Kind maßregeln. Dass die kriminelle NATO das Wort „destabilisieren“ auch nur in den Mund nimmt, schlägt dem Faß den Boden aus (siehe z.B. Gansers Illegale Kriege)

Mit welchem Recht die britische Regierung am Mittwoch „Vergeltungsmaßnahmen“ verhängte, fragt die Tagesschau nicht.

„Russland trage mit „hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung“ für die Giftattacke Skripal, betonen die vier Staats- und Regierungschefs. Es gebe „keine plausible alternative Erklärung„. Zudem stelle man fest, dass Russlands Weigerung, auf die berechtigten Fragen Londons einzugehen, „einen zusätzlichen Anhaltspunkt für seine Verantwortlichkeit ergibt“.

Besonders der letzte Satz ist „Doppelthink“ in action, denn die Weigerung Londons, auf berechtigte Fragen und Zweifel einzugehen (Jeremy Corbyn wird im Parlament in alter Goebbels-Manier beschimpft, weil er das als einziger tut), wird nicht kommentiert.

Damit schließt sich auch die Bundesregierung öffentlich der Einschätzung der britischen Regierung an, dass Russland hinter dem Anschlag auf Skripal und seine Tochter Julia steckt.“ (Tagesschau)

Politische Kriegsführung ist keine „Einschätzung“, sondern eine perfide Methode, einem anderen Staat (oder Staatschef) die „Schurkenrolle“ zuzuweisen, um die Bevölkerung zu manipulieren und Zustimmung für das eigene, schäbige, aggressive Verhalten zu generieren.

Natürlich gibt es „plausible, andere Erklärungen“, doch die werden einfach ignoriert, weil damit die Rollenverteilung zwischen „Gut“ und „Böse“ ins Wanken gerät.

Damit beschäftigen wir uns auch in Teil 2.

 

scapegoat russia

P.S. Es gibt anscheinend doch noch ein paar Leute in der Tagesschau-Redaktion, die noch ein Gewissen haben.

Das Interview mit Jan van Aken von der Linkspartei liefert genau die Punkte, die ansonsten überall unterschlagen wurden. Doch hier kann man sich natürlich hinter der Rubrik „Meinung“ verschanzen…und die Beweise sind nicht „hauchdünn“, es gibt keine.

Geheime „Beweise“ zählen nur etwas in einer Bananenrepublik…

FAKE SECURITY: Gefährliches Affentheater in München

Machiavelli 3Auf der surrealen „Sicherheitskonferenz“ in München (MSC) gab es kürzlich ein billiges Spektakel zu sehen: Benjamin Netanyahu, der israelische Ministerpräsident, hielt ein Stück verbogenes Metall hoch, das als Fragment einer iranischen Drone angesehen werden soll, die vor wenigen Tagen durch das israelische Militär abgeschossen wurde. Damit soll verdeutlicht werden, wie „gefährlich“ der Iran ist und dass es Zeit wird, „geschlossen“ dagegen vorzugehen.

WO die Drone abgeschossen wurde, fragte niemand, denn dann hätte man über die Golanhöhen sprechen müssen, die seit dem Krieg von 1967 von Israel besetzt und 1981 einfach annektiert wurden. Ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht (die Golanhöhen gehören zu Syrien). Dass Israel schon mehrfach Syrien aus der Luft angegriffen hat, (weshalb der Abschuss der F-16 völlig legitim war) ist auch kein Thema. Mehr Kontext dazu siehe Punkt 5)

Map Drone & F15 downed Feb 2018

2 markiert den Abschussort der Drone über den Golanhöhen 3 Israel bombardiert einen Stützpunkt der AirForce in Syrien 4 Israelische F 16 stürzt ab, nachdem von syrischer Luftabwehr getroffen

Die Zionisten sind Weltmeister in der Inszenierung solcher Auftritte, (Netanyahus Propaganda-Show wurde (in verschiedenen Versionen)mehr  als 60.000 mal auf YouTube gesehen, die meisten anderen „speaker“ schafften nicht einmal die 5.000er Marke), die garantiert Schlagzeilen machen und die „Nachrichten“ dominieren, ohne dass die aufgestellten Behauptungen überprüft werden.

Die „Reporter“ sind ja eigentlich nur mehr „Repeater“, denn ihr Zweck besteht darin, als Verteiler und Verstärker  für vorgefertigte Texte zu fungieren, egal wie dämlich, irreführend und verlogen diese sind.

Phil Rockstroh, ein feinfühliger Poet und Kritiker des vorherrschenden Wahnsinns hat dazu die passenden Worte gefunden:

Sie erzählen die Lügen der Autoren der Welt, sie plappern die fingierten Geschichten nach, die ihnen diktiert werden (von diesen Autoren) … sie können nicht selbständig denken… sie sind nur die  Geschöpfe oder Stimmen der Verfasser dieser Stories … diese Leute begreifen nicht einmal, dass es ihr Job ist, diese Fiktionen voranzutreiben … dank der modernen Elektronik können die Lügen von einigen wenigen Herrschenden sich schnell in Zeit und Raum ausbreiten, und Millionen Menschen manipulieren und indoktrinieren…“

Rockstroh spricht von einer „reality-bereft storyline“, die von tausenden Presse-Papageien täglich verbreitet wird, von „self-serving, elitist manufactured media content“ und „mind-numbingMedien.

Man kann es  aber auch „Tagesschau“ nennen oder „ZDF-heute“,  oder einfach „Nachrichten“ auf politischem Kindergarten-Niveau.

Die realitätsfremde „story-line“, die Netanyahu (nicht erst seit München) lanciert hat, lautet (rette sich, wer kann!)

DER IRAN „BEDROHT DIE WELT“

Am diesem Beispiel – die  völlig verzerrte Darstellung der politischen Rolle des Iran durch Israel  – lässt sich demonstrieren, was Rockstroh als „we are mired in fakery“ bezeichnet, also wir versinken quasi in einem Sumpf aus medialen Täuschungen.

Deutschlands bekanntester intellektueller „Sumpf“ dieser Art ist die Tagesschau. Was lesen wir auf deren Website am 18. Februar zu diesem Thema?

1  ISRAEL UND IRAN SIND „ERZFEINDE

Before Revolution Iran&IsraelWas soll das eigentlich heißen? Dass sie sich „schon immer“ gegenseitig gehasst und bedroht haben? Das ist aber nicht wahr, denn als ein echter Diktator in Teheran herrschte (der „Schah von Persien“), waren die Beziehungen zwischen den beiden Ländern exzellent.

 

The cooperation with Israel was tremendous

(Zitat aus dem Dokumentarfilm – siehe Bild –  bzw. dem Artikel dazu aus der Times of Israel, wo es u.a. auch heißt:

„Der Film zeigt haarsträubende Aussagen von Israelis [die im Iran lebten], die wussten wie brutal das Shah-Regime war, aber es war ihnen einfach egal, weil sie enorm viel Geld verdienten und sich in den Palästen des Shahs königlich amüsierten. Er schildert die massiven Waffenlieferungen (darunter hochentwickelte Raketensysteme) und die (enge) militärische und geheimdienstliche Zusammenarbeit, die wohl auch dazu beitrug, dass Teheran ein geheimes Nuklearprogramm entwickeln konnte.“

Der korrupte, selbstherrliche Shah Reza Pahlevi hatte eine berüchtigte, extrem brutale Geheimpolizei, den SAVAK. Dessen ekelhafte Verhör- und Foltermethoden wurden 1976 von Amnesty International als „unfassbar“ bezeichnet und deshalb die Menschenrechtsverletzungen im Iran als „schlimmste auf auf dem Planeten“ eingestuft.

Israel hat auch am Sturz des demokratisch gewählten Dr. Mossadegh mitgewirkt, den der britische Geheimdienst und die CIA 1953  organisiert haben und der israelische Geheimdienst war (neben der CIA) auch für das „Training“ der Folterknechte des SAVAK zuständig, die als eine Art Horror-Version aus Gestapo und Waffen-SS erschaffen wurden. Zehntausende „linke“ Dissidenten wurden verhaftet, gefoltert, und getötet bzw. „verschwanden“.

Vieles, was Netanyahu in seiner Hetz-Rede an Vorwürfen gegen die heutige iranische Regierung vorbrachte, war damals grauenhafte Realität: Der SAVAK übte eine echte Terrorherrschaft aus, es herrschte eine echte Tyrannei durch eine völlig korrupte Elite, die aber wunderbar mit den korrupten Eliten des Westens harmonierte (weshalb man damals nicht „humanitär“eingreifen musste.

shah-nuclearEs war auch der Shah, der den ersten Atomreaktor bauen ließ, angefeuert aus den USA. Der erste kommerzelle Reaktor in Busher wurde von Siemens geliefert, aber nach der Revolution 1979 vor Fertigstellung gestoppt. Mehr zum Atomprogramm weiter unten)

Doch damals hatte Israel kein Problem mit dem Iran, er war sogar ein geschätzter „Partner“, dem man jede Menge Waffen lieferte– auch NACH der Revolution durch die „Ayatollahs“. Ariel Sharon (damals Israels Verteidungsminister) verkündete  während des achtjährigen Krieges Iran gegen Irak, (1982) dass Israel ein „grundlegendes Interesse daran habe, dass der Krieg weitergehe und dass Iran der Gewinner sei [offiziell gab es ein Waffen- und Ersatzteil-Embargo der USA, doch das konnte dank Israel umgangen werden; der Krieg kostete mehr als 1 Million Menschen das Leben]

Das mit dem „Erzfeind“ ist also Blödsinn, eine billige Platitüde ersetzt historischen Kontext. Die „Sumpfdotterblumen“ der Tagesschau haben aber noch mehr irreführenden Bullshit zu bieten:

2 IRAN ALS „HAUPTAGGRESSOR“ IN DER REGION

Zitat: „Iran (wurde von Netanyahu auf der Konferenz) als Hauptaggressor in der Region verantwortlich gemacht.“

Rubenberg national interestDiese Aussage ist leicht als falsch zu entlarven, denn fast alle Kriege in der Region sind von Israel ausgegangen, so schreibt z.B.   Cheryl  Rubenberg in ihrem 1986 erschienenen, wichtigen Buch folgendes:

Als Folge des endlosen Konflikts und trotz Israels militärischer Überlegenheit befindet sich die Region in einem Zustand permanenter Unruhe dazu gehörten sieben Kriege: 1948, 1956, 1967, 1969-70, 1973, 1978 und 1982 (erst und zweite Israelische Invasion im Libanon) und ständige Überfälle und Vergeltungsangriffe.

Israel hat stets die Schuld für den Konflikt den Arabern in die Schuhe geschoben (die Israel  angeblich„vernichten“ wollen) doch vier der Kriege sind von Israel angezettelt worden …(1956, 1967, 1978 u. 82 ..) und was die anderen drei betrifft, hat Israel entscheidend zu deren Ausbruch und/oder Intensivierung beigetragenz.B. haben Ägypten und Syrien 1973 einen begrenzten Krieg gegen Israel lanciert, um Gebiete zurückzuerobern, die 1967 von Israel besetzt wurden und um zu betonen, dass der post-war Status Quo nicht hinnehmbar ist.

1969-70: …es waren israelische „deep penetration“ Angriffe  (Bomben auf militärische und zivile Ziele, auch Vororte von Kairo), die den Krieg verschlimmert haben und sowjetische Intervention notwendig machten (Material u. Personal).

Sie stellt weiter fest, dass alle Friedensangebote der arabischen Staaten von Israel abgelehnt wurden, also die Verlängerung des Konfliktes von Israel gewollt war. 

Rubenberg Israel chose war 2

(the PLO). Rubenbergs Fazit:

  „Die Vernunft verlangt, dass die Amerikaner nach 35 Jahren der Gewalt endlich die Realität nicht länger verleugnen

Doch dank unseren (gebührenfinanzierten) nachplappernden „Repeatern“ geht die Verleugnung der Realität aber auch nach 65 Jahren Gewalt munter weiter.

Auch der furchtbare Iran-Irak Krieg wurde nicht von Teheran angezettelt und diejenigen, (vor allem die USA) die jetzt ein Riesentheater um „Giftgas“ in Syrien machen haben damals das Nervengas an den „Diktator“ Saddam Hussein geliefert.

FA US helped gas Iran

(Auch in Syrien sind sie (und ihre Verbündeten) und nicht Assad für die Chemiewaffen verantwortlich. Siehe dazu auch die Analyse von Seymour Hersh)

Newsweek no proof CW Assad

Außerdem wir hier wieder einmal sichtbar, mit welchen semantischen Tricks der „Sumpf“ arbeitet.

Schon bei den „fake news“ über den Giftgaseinsatz in Syrien hat die Tagesschau immer wieder diese Formulierung („verantwortlich gemacht“) benutzt, denn sie hat eine andere kognitive Wirkung (suggeriert Gewissheit wo keine ist) als wenn man sagt „Netanyahu beschuldigt den Iran…“.  Eine solche Behauptung kann eine bloße Erfindung sein, die als politische Waffe eingesetzt wird. Man muss also die Vorwürfe untersuchen, um zu sehen, ob etwas Wahres daran ist.

Doch genau das soll verhindert werden („Thought-Crime“ bei Orwell)

Das Konzept (für Idioten-TV) des modernen „Repeaters“ ist simpel:

Du schreibst im Telegramm-Stil was der eine gesagt hat und konterkarierst das mit dem, was der andere gesagt hat. Im Falle von zwei Kontrahenden kann das nur so enden, das sich der Zuschauer dann entscheiden muss, wem er glauben will und wem nicht. Damit er sich für den „richtigen“ entscheidet (Netanyahu), muss jede kritische Analyse des Wahrheitsgehaltes, des geopolitischen Kontexts, der macht- u. energiepolitischen Hintergründe, etc. unterlassen werden und stattdessen der passende „Frame“ (Deutungsrahmen) gewählt werden: „Iran is a threat“ (because we say so)

Dass Netanyahus Rede viel mehr Platz eingeräumt wird, manipuliert natürlich auch die Wirkung auf die Zuschauer.

Dafür werden die „repeater“ und (Verräter der Demokratie) von ARD, ZDF und ORF bezahlt. Die fiktive „story-line“ muss konstant bleiben:

Man bombardiert die Zuschauer monatelang mit negativen „Meldungen“ über den Iran, bis die bloße Nennung des Namens einen Pawlow’schen Reflex auslöst: Angst, Unruhe, Unbehagen denn „Iran“ bedeutet „fanatisch, gefährlich“, usw. Der negative „frame“ ist also (seit Jahren) etabliert.

Was schreibt denn die Tagesschau-Redaktion, um dieses negative (fake) Image zu verstärken?

3 „VERBRECHERISCHES  REGIME(Überschrift) UND VERGLEICH MIT NAZIS

Dann folgt wieder der semantische Trick mit der positiven Formulierung, dem Vortäuschen von Gewissheit, wo nur perfide Hetzpropaganda verbreitet wird: „Netanyahu …lässt keinen Zweifel an seiner Bewertung des Iran. Für ihn herrscht in Teheran ein verbrecherisches Regime“.

Shahak Israel repressionKommentar: Für den Rest der Welt (die keine Tomaten auf den Augen hat)  herrscht in Israel ein verbrecherisches Regime (was ich in meiner Serie anlässlich des Trauerjahres „70-Jahre Israel“ demonstrieren möchte, dazu gibt es ja auch jede Menge Bücher, Studien und UN-Berichte) und das  beziehet sich nicht nur auf die Palästinenser (siehe Bild links und Vorträge von Jeff Halper).

Wenn dann auch noch (von Netanyahu) ein völlig unzulässiger Vergleich (des von der UN abgesegneten Atom-Deals JCPOA)  mit dem „Aufstieg der Nazis und der Beschwichtigungspolitik des Westen durch das Münchner Abkommen im Jahre 1938“ gemacht wird und damit auf perfide Weise Schuldgefühle instrumentalisiert werden, ist das für die Tagesschau kein Grund für Kritik.

Dieser „Wir schreiben doch nur, was er gesagt hat“ Dummy-Journalismus ist einfach unerträglich.

(Der Gipfel: Die Zionisten waren die wahren „Verharmloser“ der Nazis und haben mit ihnen heimlich kollaboriert, das habe ich ja schon früher erwähnt, siehe Lenni Brenners: 51 Documents oder „Perfidy“ von Ben Hecht.)

Dass Netanyahu so tut, als ob Israel einen Krieg mit dem Iran verhindern wolle (und er deshalb diesen Vergleich bringt, um die Leute „aufzurütteln“), ist angesichts der seit mehr als 10 Jahren andauernden Hetze absurd, doch auch das wird einfach wiederholt und so stehengelassen.

ISRAEL ist der größte Kriegstreiber in der Region (gemeinsam mit den USA, wo die zionistischen Netzwerke enormen politischen Einfluss haben), das ist allen klar, die hinter die PR-Fassade blicken können.

Dann geht es weiter mit Netanyahus polemischen Angriffen und Nazi-Parallelen:

4 DER GLAUBE ALS HERRSCHAFTSINSTRUMENT

Die einen wollten eine Herrenrasse, die anderen (Iranische Führung) einen beherrschenden Glauben“.

Persian Jews DW

Das ist ungeheuerlich, denn im Iran gibt es Religionsfreiheit für Christen, (Zoroastrier) und Juden. Im Mai 2017 hat die „DW“ (englische Ausgabe) den Direktor der jüdischen Gemeinde in Teheran interviewt, um die Situation der persischen Juden zu untersuchen. Daraus die zentralen Aussagen:

  • Die Lage der Juden im Iran war immer besser als in Europa
  • Es gab historisch betrachtet immer eine Vielfalt der Religion und der Sprachen, deshalb entwickelte sich eine große Toleranz
  • Juden und Muslime respektieren einander und sind auch miteinander befreundet
  • Es gibt keine „Apartheid“ z.B. In einem jüdischen Krankenhaus sind 95% des Personals und der Patienten Muslime. Es ist verboten, nach der Religion zu fragen, denn ein Spruch aus der Torah steht über dem Eingang: Behandle andere wie dich selbst (egal welche Religion).
  • Diskriminierung gibt es nur in der Armee, im Justizwesen und bei politischen Ämtern. Juden können nicht Offiziere oder Richter sein und dürfen keine hohe politische Position bekleiden (aber im Parlament vertreten)
  • In Teheran gibt es 13 Synagogen, fünf jüdische Schulen und zwei jüdische Kindergärten

Es ist im Iran verboten, Kontakt mit Israel zu haben, aber das ist KEIN WUNDER, wenn man Zionisten als Nachbarn hat.

Auf die Frage, ob das nicht schwer sei für einen Juden, sagt der Vorsitzende des Jüdischen Komitees in Teheran (Hervorhebung von mir):

Nach unserer Religion müssen wir das Gesetz des Landes befolgen, in dem wir leben und ein Jude zu sein ist etwas ganz anderes als ein Zionist zu sein (AMEN). Es hat schon immer Juden gegeben, auf der ganzen Welt, die das Verhalten von Israel (Regierung und Armee) sehr kritisieren. Wir müssen der Torah und dem Talmud gehorchen.

Andere Länder zu überfallen und Unschuldige zu töten, das ist nicht die Lehre des Moses. Wir können das Verhalten Israels nicht als jüdisch akzeptieren. Es ist eine politische und nicht eine religiöse Bewegung. Ich persönlich denke, als Opfer des größten Völkermordes der Welt, sollten die Juden mehr Empathie mit dem palästinensischen Volk haben“

Das ist der ungemein wichtige Kontext, der im „Nachrichten“-Sumpf versinkt und nicht an die Oberfläche kommen darf.

shadow holocaust GrodzinskyIsrael steht und spricht NICHT für alle Juden dieser Welt. Der Zionismus ist eine extreme, pathologische Ideologie, die weder mit den moralischen Grundsätzen des Judaismus noch jenen der Demokratie vereinbar ist.

Ahmadinejad wurde ja bei uns seinerzeit als „neuer Hitler“ gehandelt, weil seine Aussagen völlig entstellt in den Medien wiedergegeben wurden. Dazu sagt Dr. Morasadegh (der Direktor des jüdischen Komitees, der auch im iranischen Parlament sitzt):

„Als Ahmadinejad Präsident wurde, haben wir erstmals finanzielle Unterstützung für unser jüdisches Krankenhaus erhalten. Er war anti-israelisch, nicht anti-semitisch. Außerdem ist der oberste Politiker im Land Ayatollah Khamenei (der religiöse Führer) und es gilt der Rahmen der Verfassung.“

Der Iran IST NICHT „ANTI-SEMITISCH“.

Die Feindseligkeit gegenüber Israel hat gute Gründe (nämlich die Verbrechen und Intrigen seiner Regierung) und ging ursprünglich nicht von Teheran aus, sondern von Tel Aviv, weil der Iran den Freiheitskampf der Palästinenser unterstützt, eine anti-imperialistische Politik macht und sich weigert, nach Israels (und Washingtons) Pfeife zu tanzen.

Dass es im Iran keine Trennung von Religion und Staat gibt, kann man kritisieren und auch die vorgeschriebenen, religösen „Regeln“ (wie das Kopftuch für Frauen, etc.) und Sittenstrenge. Doch wer hier die moralische Keule schwingen will, sollte erst mal in Saudi Arabien anfangen (dort hat Netanyahu aber neue „Freunde“ gefunden, besonders im despotischen Prinz Bin Salman).

Die größte Ironie dabei ist: Der Zionismus selbst ist eine religiös-verbrämte, rassistische Herrschaftsideologie, die bei näherer Betrachtung demokratiefeindlicher ist, als die schiitische Führung im Iran.

Die verlogene story-line (kolportiert von der Tagesschau) geht aber noch weiter:

5 DIE REGIONALE MACHTAUSDEHNUNG (als Gefahr für den Frieden & Israel)

„Gleichzeitig strebe das Land danach, die Region zu dominieren, indem es schiitische Milizen im Irak, im Jemen und in Syrien unterstütze und Israel massiv bedrohe.“

is-sponsorsIm Gegensatz zu den sunnitischen Terror-Banden, (IS, Al Nusra, FSA, SDF, welches PR-Etikett gerade benutzt wird) die Israel heimlich unterstützt und gemeinsam mit der „Killer-Koalition“ als Mordwerkzeuge in Syrien einsetzt, verfolgen die Schiiten im Iran (oder im Libanon) nicht andere Glaubensgemeinschaften oder muslimische Gruppen, die als „Ketzer“ gebrandmarkt werden.

Es sind in erster Linie die USA, Saudi Arabien, und Israel (mit der Türkei als Logistikzentrale) , die die „Fitna“ geschürt haben, also die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten, um die „Achse des Widerstandes“ gegen Israels Aggression zu zerbrechen und die Araber gegeneinander aufzuhetzen. Zuerst im Irak-Krieg, dann in Libyen, Syrien und Iran ist natürlich auch auf der „Abschussliste“.

Das hat Seymour Hersh in seinen gut recherchierten Artikeln schon seit 2006 dokumentiert und kann auch im „Yinon-Plan“ nachgelesen werden. (Zu den „Neocon“-Kriegen siehe auch die Aussagen von  US-General Wesley Clark).

Was die AKTUELLE LAGE betrifft (und das muss man als Kontext für „iranische“ Dronen  sehen, die über diesem Gebiet (im Auftrag der syrischen Armee) Aufklärung betreiben, was völlig legitim ist), ist folgendes anzumerken:

DER TRICK MIT DER „SICHERHEITS-ZONE

Nicht genug damit, dass man sich die syrischen Golanhöhen (1.200 km² davon) einfach angeeignet hat, Israel weitet seine Kontrolle seit zwei Jahren immer weiter auf syrisches Gebiet aus, unter dem Deckmantel „humanitärer Hilfe“ werden Waffen für „syrische Rebellen“ (dort) beschafft und rund 500 Mann (als „Grenzpolizei“) militärisch ausgebildet, wie der Intercept berichtete:

Safe Zone Scam Intercept

Sie kriegen amerikanische M16 (Sturmgewehre) von den Israelis, Fahrzeuge, Geld und Training“ sagt ein Informant. Er befürchte, das sehe für Syrien sehr schlecht aus und erinnert daran, dass Israel 22 Jahre lang den Süd-Libanon besetzt hatte.“

Auf den Golanhöhen gibt es seit Anfang der 1970er Jahre (eigentlich) drei Zonen: eine kontrolliert von Israel, eine von Syrien (Quneitra) und eine „de-militarisierte“ Zone. Eine UNSC-Resolution 338 (aus 1973), legt den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien fest. Eine Truppe der Vereinten Nationen (UNDOF) sollte dessen Einhaltung überwachen, diese wurde aber 2014 erfolgreich „vertrieben“, nachdem sie mit eigenen Augen gesehen hatten, wie die Terrorgruppe Jabat-al-Nusra mit den israelischen Soldaten fraternisiert hat.

idf-cooperates-with-phony-armed-opposition

Al Nusra & Co. sollten dazu beitragen, die syrische Armee aus Quneitra zu vertreiben um eine “Pufferzone“ zu erschaffen. Ihre Angriffe gegen die syrische Armee wurden daher regelmäßig von israelischen Bombenangriffen unterstützt.

Das ist natürlich ein schweres Verbrechen nach dem Völkerrecht.

Israel bombardiert auch „Ziele“ in Damascus und hat selbst Dronen über syrischem und iranischen Luftraum), aber dieser Kontext wird in München nicht erwähnt, denn sonst müssten ja alle in schallendes Gelächter ausbrechen, wenn Netanyahu den Iran als „Bedrohung“ präsentiert.

Harop droneIsraels Dronenindustrie produziert widerliche Produkte, über die darf der ARD-Papagei natürlich auch nicht sprechen. (Killer-Dronen kombiniert mit Bibelsprüchen (!) wie war das mit dem „Herrscher-Glauben“ im Iran?)

Die Golanhöhen gehören rechtmäßig dem syrischen Staat und seitdem dort (neben wichtigen Wasserquellen) auch Ölreserven vermutet werden, hat die Regierung Assad natürlich großes Interesse daran, das Gebiet zurückzubekommen. Wenn sich dort also Dronen, oder militärische Einheiten blicken lassen, dann nicht, weil  Syrien oder Iran so „aggressiv“ sind, sondern weil sie etwas gegen die israelische Anmaßung unternehmen wollen, die das Völkerrecht mit Füßen tritt.

Dass im Nord-Osten die türkische Armee in Syrien einmarschiert (Vorwand: Kurden)  und im Süden Israel mehr oder weniger subversiv angreift, ist kein Zufall. In einem Strategiepapier von Brookings (Das „Saban Center“ wird von einem zionistischen Medien-Mogul in den USA finanziert) ist diese koordinierte Vorgangsweise beschrieben  (das mit „Saving“ Syria ist natürlich im Sinne von „Doublespeak“ zu verstehen...)

Brookings Syria Regime Change SABAN

(treffend analysiert von Tony Cartalucci):

„… Israel könnte Kräfte nahe der Golanhöhen mobilisieren und damit Ängste beim Assad-Regime auslösen, dass man in einen Mehrfronten-Krieg verwickelt wird. Besonders wenn die Türkei bereit ist, das gleiche an ihrer Grenze zu tun und man die „Opposition“ ständig mit Waffen und Training versorgt. Diese Mobilisierung könnte die militärische Führung Syriens dazu bringen, Assad zu stürzen …“

Die „Safety-Zone“ hat nichts mit dem Schutz der Syrer zu tun (denn die flüchteten in Gebiete unter Assads Kontrolle), und auch Israels „Sicherheitsinteressen“ dienen nur als Vorwand für perfide Machtpolitik. Wenn man das Wort „Schutz“ ins Spiel bringt, lassen sich die schäbigsten Absichten als „notwendig“ verkaufen und man wehrt Kritik erfolgreich ab.

Was würde denn Israel sagen, wenn der Iran dort die „Opposition“ heimlich bewaffnet, gegen die Regierung aufhetzt und diese Leute dann dafür benutzt, Teile des Staatsgebietes unter Kontrolle zu bekommen (als „safe-haven“ für weitere Angriffe durch Terroristen)?

Kommen wir zurück zu Netanyahus Polemik-Show in München. Als nächstes bringt die Tagesschau die neu aufgewärmte Propaganda-Lüge:

6 DIE ATOMARE BEDROHUNG (durch den Iran)

Trotz des Iran-Abkommens entwickele Teheran weiter ATOMWAFFEN und Trägerraketen. Das ist die größte Bedrohung nicht nur für Israel oder die Region, sondern für die ganze Welt¨, sagt Netanyahu.

Sagt Netanyahu“ ist aber kein Grund, so zu tun, als ob hier reale Verhältnisse geschildert werden. Das ist billigste Propaganda, die Israels Machtinteressen dient (und denen der Saudis)

Das ist alles Unsinn und eine ungeheuerliche Verdrehung der Tatsachen.

Iran Nuclear Program TOI

Wie bereits oben erwähnt, waren es gerade die USA und Israel, die dafür gesorgt haben, dass der Iran mit Atomtechnologie und Waffen aller Art versorgt wurde und zwar als ein BRUTALER DIKTATOR dort sein Unwesen trieb.

  • Der Iran entwickelt derzeit keine Atomwaffen, (das wurde durch eine „fatwa“ des Obersten Religionsführers verboten) er hat alle Punkte des JCPOA-Abkommens erfüllt, (was die Vertragsparteien – außer jetzt Trump – auch anerkennen)
  • Der Iran hat den NPT schon vor 40 Jahren unterzeichnet und er ist auch garantiert nicht „die größte Bedrohung für die Welt“.
  • Er ist überhaupt keine Bedrohung für die Welt, aber für die Machtansprüche Israels, der Saudis und die hegemoniale „Energiepolitik“, mit der Öl- und Gasfelder in der Region als politische Waffen eingesetzt werden (gegen Russland und gegen Iran).

Israel-Iran Nuclear-arsenal

Israel hat aber selbst hunderte Atomsprengköpfe und Anlagen die noch niemals von der IAEA inspiziert wurden. Israel hat den NPT nicht unterzeichnet und verhindert seit Jahren, dass der Nahe Osten rechtsverbindlich zu einer „NWFZ“ deklariert wird (einer Nuklearwaffen-freie-Zone; davon gibt es mehrere auf der Welt).

Warum? Weil in einer solchen Zone die Entwicklung, Herstellung, Lagerung, der Besitz, der Ankauf von NW jeder Art verboten ist. Damit wäre das Atomwaffenprogramm Israels illegal und müsste sofort gestoppt werden (was Israel natürlich nicht tun würde, dann wären heftige Sanktionen und enormer, politischer Druck fällig, also genau das, was man dem Iran jahrelang angedeihen ließ – ohne triftigen Grund).

Israel hat sich schon in den 1950er Jahren Material für den Bau eines Atomreaktors auf illegale Weise beschafft (mehr dazu in einem späteren Artikel). Über das israelische Atomprogramm darf nicht einmal gesprochen werden, geschweige denn wird es irgendwie „kontrolliert“ und Israel war  (ist?) auch am illegalen Schmuggel von Nuklearmaterial beteiligt (siehe Sibel Edmonds – der TIMES Artikel ist nicht mehr online, kein Wunder).

Israels reales  Atomwaffen-Arsenal  existiert ja „offiziell“ gar nicht,  (die Presse schweigt dazu), aber Israel fühlt sich durch ein „möglicherweise einmal existierendes“ iranisches Programm bedroht?

Das ist eine ungeheuerliche Farce, die auch nur durch unsere „repeater“ (fake journalists) möglich gemacht wird. Was aber die Tagesschau-Papageien nicht daran hindert, die Realität auf den Kopf zu stellen:

Israel werde nicht zulassen, dass der Iran die Sicherheit der Region weiter gefährde….

7 UNTERSTÜTZUNG  VON  TERRORGRUPPEN (2.0)

Tagesschau:

Der Iran unterstütze Terrorgrupppen wie die Hisbollah im Libanon und versuche Israel einzukeilen. Teheran wolle am Mittelmeer dauerhaft Luftwaffen- und Marinebasen einrichten.“

FEHLENDER KONTEXT: Der Einfluss des Iran wurde größer, weil die USA das Kräftegleichgewicht in der Region zerstört hat (und nicht, weil Tehran so machtgierig ist) und zwar

Aufzieh-TerroristenDurch zwei Angriffskriege gegen den IRAK  und das Heranzüchten von sunnitischen Terror-Gruppen (IS, Al Nusra, der Name ist nur Theater…siehe Hersh und dutzende Berichte über Waffenlieferungen des Westens an diese Banden) wurde bewusst „gezündelt“, um den Iran und die ganze Region zu destabilisieren. Durch den Sturz Husseins kamen ja die Schiiten im Irak erst an die Macht und suchten natürlich bei ihren Glaubensbrüdern im Iran Unterstützung. Das ist ja nicht kriminell (siehe Hersh Analyse), aber die Geopolitik der USA ist es sehr wohl.

  • Der „schmutzigeKrieg (ein „fake“ Bürgerkrieg) gegen Syrien hat dazu geführt, dass die Verbindungen zum Iran enger geworden sind (und zu Russland). Das war eine Notwendigkeit und hat nichts mit Machtgelüsten zu tun.
  • Die Hisbollah ist keine Terrororganisation, sondern eine politische Partei (Teil der Regierung) und soziale Bewegung im Libanon, die auch einen „bewaffneten Arm“ hat, der entstand, nachdem Israel den Libanon überfallen, besetzt und Massaker der Zivilbevölkerung angerichtet hat.
  • Israels Expansionsgelüste und Machtansprüche (gemeinsam mit USA, KSA und Türkei sowie heimliche Unterstützung durch England und Frankreich) sind das Problem, nicht die des Iran. Deshalb ist der „Soundbite“ von der Konferenz (des iranischen Außenministers Safari) durchaus faktenbasiert: „Israel uses aggression as a policy“

8 DER PERFIDE KOMMENTAR

Der Audio-Kommentar (Kai Küstner, ARD München) dazu ist auch eine echte Frechheit, was schon in der Einleitung deutlich wird:

 „Es war der Versuch Netanyahus den Europäern die Augen zu öffnen“ (was ja implizit bedeutet, er sagte die Wahrheit, vor der die Europäer die Augen verschließen) gefolgt von einem Soundbite aus seiner Rede:

Iran seeks to dominate …with aggression and terror“ (Beweise? Brauchen wir nicht…)

Der sarkastische Kurz-Kommentar von Sarif über die „Zirkusvorstellung“ (Netanyahus) ist natürlich wenig geeignet, diese Lügen zu entkräften und die Bevorzugung Netanyahus durch die ARD-Redaktion äußert sich noch einmal durch die Art und Weise, wie das Auftreten des iranischen Außenministers kommentiert wird:

Er versuchte, sich als die gemäßigte Stimme in Szene zu setzen.“

Netanyahu CrimeMinister protests 2018Das ist natürlich eine bewusst gewählte,  negative Formulierung, die Unglaubwürdigkeit suggeriert und bei Netanyahu nie verwendet würde (obwohl dort angebracht- dass er wieder einmal mit schweren Korruptionsvorwürfen im eigenen Land konfrontiert wird, wird als Kontext nicht erwähnt. BILD: Demo in Tel Aviv ).

Dann wird noch einmal  von den„Expansionsgelüsten Hitlers“ auf die Politik des Iran geschlossen, wo es „Ähnlichkeiten“ gäbe. Dass Herr Küstner einer jener unerträglichen „Nachplapperer“ ist, die Phil Rockstroh so treffend beschreibt, erkennt man am Ende seines Kommentars:

„ ..dennoch darf sich die EU als heimliche Gewinnerin dieser Konferenz fühlen: Selten zuvor war der Ruf nach einem starken Europa öfter zu hören und zwar zivil aber auch militärisch.“

Dass die Menschen in Europa von einer  zunehmenden Militarisierung der EU keinen „Gewinn“ haben und wegen der Dämonisierung Russlands und des Iran durch die Fließbandjournaille  immer größere Ängste vor einem Krieg haben müssen, erschließt sich Herrn Küstner nicht.

Dann kommt ein passender Soundbite von Sigmar Gabriel:

„ Als einziger Vegetarier werden wir es in einer Welt der Fleischfresser schwer haben

Ein System, in dem nur Fleischfresser existieren, wäre aber nicht überlebensfähig. Kann das mal jemand Gabriel erklären?

Außerdem ist die Analogie sowieso falsch: Fleischfresser vergreifen sich nicht an ihren eigenen Artgenossen  und vor allem: Vegetarier leben länger.

(Was er sagt, bedeutet aber man muss selbst ein Monster werden, um sich gegen andere Monster zu wehren; aber wer will in so einer Welt noch leben?)

 

WER REGIERT DEUTSCHLAND?

 

profit at any costDie Frage ist – ohne sich um Koalitionsprobleme kümmern zu müssen – nicht schwer zu beantworten: Es ist die „Profit-Partei“, zweifellos die stärkste politische Kraft im Land (und in der EU). Ihre Anhänger findet man im gesamten politischen Spektrum, aber die Dichte nimmt deutlich zu, je weiter man nach „rechts“ kommt. Besonders in Parteien, die das Wort „christlich“ in ihrem Namen haben, ist der SCHUTZ DES PROFITES (nicht des LEBENS) zum obersten Handlungs-Imperativ geworden.  (Das C steht wohl eher für „Chrematistik“)

Das hat ja erst kürzlich der bayerische „Landwirtschaftsminister“ Schmidt demonstriert, als er für die Wiederzulassung von Glyphosat (Hauptwirkstoff im meistverkauften Total-Herbizid „Roundup“) gestimmt hat, obwohl es erdrückende Beweise dafür gibt, wie gefährlich dieser „weed & grass killer“ für alle Lebewesen ist und dafür, dass DER GESAMTE ZULASSUNGSPROZESS völlig KORRUMPIERT wurde. (Wieso Großbritannien noch mitstimmen durfte, obwohl der „Brexit“ ja feststeht, muss man sich auch fragen…)

Die „Profit-Partei“ (PP) ist aber keine Partei im herkömmlichen Sinn, sondern mehr eine skurrile Mischung aus religiöser Sekte, geheimer Bruderschaft und PR-Agentur. Keiner ihrer Anhänger würde öffentlich zugeben,  für wen bzw. was er wirklich arbeitet, welche Ziele die PP wirklich verfolgt, denn dann würde die „verwirrte Herde“ (früher einmal das „Volk“) ja erkennen, wie anti-demokratisch, ungerecht und lebensfeindlich deren „Programm“ wirklich ist.

Die Grundlagen ihrer wirtschaftlichen Entscheidungen sind absurde Dogmen, die aber als rational und „alternativlos“ verkauft werden, wie die überlegene Weisheit der „Märkte“ (Hayek) und die Verschleierung der organisierten Tyrannei durch mathematische Tarnung.

Dazu habe ich schon früher einen Artikel verfasst.

(Hinweis: Das eingebettete Video zum Film „Inside Job“ wurde von wordpress entfernt, hier noch einmal der Link zum Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=FzrBurlJUNk Das Statement von Dr. Mike Burry (am Ende des Artikels) stammt aus diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=1ClhqjOzoyE

Bei näherer Betrachtung handelt es sich aber nicht um ein „Wirtschaftssystem“, sondern um eine Geld-Vermehrungs-Religion. Unternehmen bzw. deren Manager werden ausschließlich daran gemessen, wieviel Profit sie generieren können. Das gilt als „normal“ und „rational“ und man will doch als „Wirtschaftsstandort“ gut dastehen.

Die eskalierenden sozialen und ökologischen Kosten werden einfach NICHT in die Kosten-Nutzen-Rechnung einbezogen. Politiker sehen sich in erster Linie nur mehr als „Dienstleister“ für die Wirtschaft, deren „Berater“ mittlerweile in den Ministerien sitzen und Gesetzestexte verfassen. Die neue Heilige Dreifaltigkeit: Wachstum-Wettbewerb-Weltmarkt.

DARAUF KANNST DU GIFT NEHMEN

Besonders gravierend ist das in einer Branche, die ihr Geld damit verdient, tonnenweise Chemikalien zu verkaufen, die verheerende Umwelt-Wirkungen haben und Pflanzen, Tiere und Menschen schleichend (chronisch) krankmachen und letztlich umbringen. Dazu gehört zweifellos die Agro-Chemie, in der deutsche Unternehmen „globale Player“ sind, wie z.B. Bayer und BASF (die ja schon zu „IG-Farben“ Zeiten deutlich gemacht haben, wie skrupellos sie sind, wenn es um Profite geht)

Rachel Carson warnte bereits 1960 in ihrem Buch „Silent Spring“ vor den verheerenden Folgen des (von der Politik verharmlosten) zunehmenden Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Sie wies auch darauf hin, dass diese Agrargifte aus den gleichen Forschungslaboren kamen, wie die Entwicklung von Giftgasen im ersten Weltkrieg (Insektizide sind im wesentlichen Nervengifte).

Vandana ShivaDie wunderbare Vandana Shiva (bzw. ihre Organisation Navdanya) brachte im September eine Broschüre heraus, die sich speziell dem Thema „Roundup“ (das weltweit meistverkaufte Pflanzengift auf Basis von Glyphosat) widmet. Der Untertitel ist besonders wichtig:

„BEFREIUNG aus dem GIFTKARTELL durch AGROÖKOLOGIE“

Das Wort „Agro-Ökologie“ kennen Präsidenten von Bauernverbänden, Landwirtschaftskammern und Vertreter der AgroChemie offenbar nicht und auch dem zuständigen Bundesminister kommt das Wort nicht über die Lippen. Dass sie mit ihrer „PPP“ (Politik für die Profit-Partei) Ökosysteme zerstören, Böden vergiften und das ganze biologische Netzwerk des Lebens unterminieren, davon wollen und dürfen sie nichts wissen.

Also ist es für die Chemiekonzerne leicht, ihnen ihre (nachweislich) gefälschten „Studien“ unterzujubeln, die dann von allen offiziellen „Prüforganen“ durchgewinkt werden (weil dort an kritischen Stellen Leute sitzen, die ebenfalls der „PP“ angehören).

Dass dieser generalstabsmäßig organisierte, wisseschaftliche Betrug  REAL ist, könnte man vor jedem unabhängigen Gericht beweisen (siehe Strafanzeige weiter unten). Umso skandalöser ist die Tatsache, dass Politiker, „Landwirtschafts-Funktionäre“ und Fließband-Journalisten einfach so tun, als ob es diese zum Himmel stinkenden Mißstände nicht gäbe.

Auf der Suche nach einem abschreckenden Beispiel für Dummy-Journalismus wird man meistens bei der „Tagesschau“ fündig. So auch in diesem Kontext.

DUMM – DÜMMER – VOLKSVERDUMMUNG (TAGESSCHAU)

ARD Glyphosat kommentar BR

Ein gewisser Holger ROMANN (BR) demonstiert hier die Verharmlosung von Agro-Giften durch süffisante Kommentare. Er demonstriert aber auch, was für ein lausiger  – und vor allem verantwortungsloser -Journalist er ist.

Die skandalöse Ja-Stimme von Minister Christian Schmidt (für die Wiederzulassung von Glyphosat auf EU-Ebene) wird als “tolldreister Theatercoup“ bezeichnet, der zu einer „ehrlichen politische Mehrheit“ geführt habe.

Die Verwendung des Wortes „EHRLICH“ im Kontext der Zulassung von AgroChemie kann nur jemandem einfallen, der entweder keine Ahnung davon hat, was hier seit Jahren an massiver Korruption vor sich geht oder jemand, der bei der Vertuschung eines ungeheuerlichen Skandals ohne Bedenken mitwirkt.

Herr Romann zeigt zwar Verständnis für die Empörung der Umweltministerin (die sich von der CDU/CSU getäuscht sieht), doch für die Empörung der Menschen in Europa über die massive Korruption deutscher und Brüsseler „Prüforgane“ (die nur scheinbar für „Lebensmittel-Sicherheit“ zuständig sind) hat er kein Wort übrig. Im Gegenteil: er singt eine Lobeshymne über Schmidt und bezeichnet sein Verhalten als „in der Sache vernünftige Entscheidung, die „längst überfällig“ gewesen sei. Und dann kommt es:

„Schon im vergangenen Jahr hatte die europäische Lebensmittelbehörde EFSA grünes Licht gegeben. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, und zuletzt die europäische Chemikalienagentur ECHA hatten Glyphosat, bei fachgerechter Anwendung, Unbedenklichkeit bescheinigt.“

Hier zeigt Herr Romann, dass er selbst ein gefährlicher Dummkopf ist (der offenbar über etwas schreibt, wovon er keine Ahnung hat) bzw. dass er als „Presse-Papagei“ fungiert und schön brav das wiederholt, was die „Behörden“ & die Chemiefirmen an Desinformation verbreiten. (Eine BEWEISFÜHRUNG für diese Behauptung folgt weiter unten – siehe auch frühere Beiträge zum Thema „Glyphosat“)

Dass er die Profit-Diktatur bereits als „normal“ verinnerlicht hat, zeigt sich auch an dieser Perspektive: Die EU könne Deutschland  quasi dankbar sein, denn mit der Stimme Schmidts habe man „Handlungsfähigkeit bewiesen“ (Herr Romann, mit dem Abwurf zweier Atombomben auf Zivilisten hat die USA 1945 auch „Handlungsfähigkeit“ bewiesen…hier geht es um Ethik und Verantwortung, nicht Entschlossenheit! ) und die Kommission hätte „ohnehin in Kürze so entschieden, um eine Flut teurer Schadenersatzklagen der Hersteller abzuwenden“.

Das „Schadenersatz“-Prinzip (für erwartete Profite) wird also nicht hinterfragt, während die Gesundheits-und Umweltschäden, die durch das Pestizid-Regime verursacht werden, für Herrn Romann kein Thema sind. Die Prävention von Krankheit und menschlichem Leid hat also gegen die „PP“ keine Chance.

Im letzten Absatz demonstriert Herr Romann, – wieder mit herablassender Arroganz – dass er auch den Zweck eines (echten) behördlichen Zulassungsverfahrens nicht begriffen hat: (Hervorhebungen von mir)

„Jetzt haben alle Beteiligten, inklusive der Wissenschaft, weitere fünf Jahre Zeit, um die Akte Glyphosat noch einmal gründlich durchzugehen und insbesondere die Wechselwirkungen mit sogenannten Beistoffen oder etwaige Zusammenhänge mit dem Artensterben zu prüfen. […] Das Entscheidende aber: Die Landwirte haben Planungssicherheit, und die zwischenzeitlich hysterische Debatte, die uns Verbraucher nur verängstigt hat, wird sich hoffentlich beruhigen.“

ERST BEWILLIGEN, DANN JAHRELANG PRÜFEN?

Der Sinn einer „Bewilligung“ durch staatliche Behörden, die eine Schutzfunktion haben (sollen), ist zu garantieren, dass keine schädlichen Produkte auf den Markt kommen. Dafür gibt es ja entsprechende nationale und EU-Gesetze.

GLY topsoil EU 2017

Fast die Hälfte (45%) der untersuchten 300 Bodenproben enthielt hohe Werte von Glyphosat bzw. AMPA. Die EU kümmert sich gar nicht um Rückstände im Boden.

Wenn eine synthetische Chemikalie schon seit mehr als 20 Jahren tonnenweise in der Natur ausgebracht wird, (sich schleichend im gesamten Ökosystem, also auch in der Nahrung  anreichert) aber immer noch „Wechselwirkungen und Zusammenhänge geprüft werden müssen“, dann ist wohl etwas gewaltig schief gelaufen. Denn diese Prüfungen müssten ja VOR der Zulassung erfolgen und sicherstellen, dass das Vorsorgeprinzip nicht dem Profit-Prinzip zum Opfer fällt. Genau das ist aber passiert:

Mit manipulierten „Studien“ die angebliche „Sicherheit“ von Chemikalien vorzugaukeln, die dann in einem korrupten System „zugelassen“ werden, ist eine gewaltige Verarschung der Öffentlichkeit. Wenn dann im Laufe der Jahre immer mehr seriöse Studien die enormen, gesundheitlichen Schäden demonstrieren, die von den Herstellern und Behörden weiterhin geleugnet und vertuscht werden, schlägt sich der Dummy-Journalist wieder auf deren Seite, anstatt seiner Verpflichtung nachzukommen, diese anti-demokratischen Machtapparate zu entlarven (die – im wahrsten Sinn des Wortes – über Leichen gehen).

Die Wiederzulassung eines äußerst bedenklichen, schädlichen Produkts – und einer ökologischen Zeitbombe, von der alleine in Europa 500 Mio. Menschen betroffen sind – als Sieg deutscher Entschlossenheit zu feiern, die „Planungssicherheit“ für die Bauern bedeute (die auch gewaltig hinters Licht geführt werden), zeigt auf erschreckende Weise, auf welch (unterirdisch) geistigem Niveau unsere Journaille ihr Unwesen treibt.

BfR, BVL, EFSA, ECHA & Co:  DU MACHST MICH KRANK

Was Herr Romann als Kontext zur Abstimmung unterschlägt: Es gibt dutzende seriöse Presse-Berichte, Untersuchungen von Umweltorganisationen, Bücher und sogar Gerichtsurteile, die beweisen, dass „Zulassungsverfahren“ von Pestiziden korrumpiert sind und fast immer auf gefälschten „Studien“ basieren.   Hier eine kleine Auswahl:

Zusammenhang zwischen Roundup und Geburtsfehlern (Präsentation für die dt. Bundesregierung)    (Oktober 2011) Umfassender Bericht dazu hier:

Roundup and Birth-Defects: Is the public being kept in the dark?“ (Juni 2011)

Von Kaulquappen und Krebs: Alles über Glyphosat  (Feb. 2017- deutsche Kurzfassung)

Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft (März 2017)

The Toxic Story of Roundup (Sept. 2017)

Die Akte Glyphosat  ein Buch von Helmut Burtscher (Sept. 2017)

VERBRECHEN GEGEN DAS LEBEN OHNE STRAFE?

Global 2000 u. andere Umweltschutzorganisationen haben am 4. Dezember eine Strafanzeige gegen das BfR und die EFSA eingebracht. Es lohnt sich wirklich, diese zu lesen, denn der Rechtsanwalt hat die Anklagepunkte klar und prägnant formuliert. Die Wiederzulassung von Glyphosat ist nicht nur unmoralisch und verantwortungslos, sie stellt auch eine eklatante Verletzung jener Gesetze dar, die die EU selbst dazu erlassen hat. (Bild: Schlussfolgerung in der Strafanzeige)

1 Conclusion Strafanzeige BfR EFSA

Herr Romann wird die Anzeige wohl nicht lesen, denn damit entlarvt er seinen Papageien-Journalismus als das was er ist: eine SCHANDE (die man auch nicht hinter dem Format eines „Kommentars“ verstecken kann).

Ich möchte aber auch an einem konkreten Beispiel demonstrieren, wie verlogen das BfR ist und wie leicht man deren Scheinargumente widerlegen kann (was unsere Journaille aber grob fahrlässig unterlässt …):

DIE BAKTERIEN-STORY & das BfR

Sie haben Angst, mit resistenten Keimen infiziert zu werden? Dann essen Sie kein Fleisch aus der Massentierhaltung (Boykott!), steigen um auf  „Bio“  und lesen am besten weiter:

Infographik Ausschnitt-DIE ZEIT

(Infographik-Auschnitt – Quelle: Die Zeit – Link auf dem Bild)

Wie ich schon in früheren Beiträgen erläutert habe, hätte Glyphosat nie zugelassen werden dürfen. Ein Grund dafür ist, dass es eine antibiotische Wirkung hat, also in den Stoffwechsel von Mikroben eingreift und damit die Beziehung verschiedener Bakterien untereinander sowie die Beziehung zu anderen Organismen massiv stört.

Die schädliche Wirkung auf Bakterien bzw. deren Symbiose mit anderen Lebewesen hat aber im Rahmen der Zulassung niemand interessiert, obwohl der Wirkmechanismus von Glyphosat klarmacht, dass diese nicht „ungeschoren“ davon kommen: Der Shikimisäureweg der blockiert wird,  kommt auch bei vielen Mikroorganismen (wie Bakterien) vor und damit sind auch Tiere und Menschen betroffen, denn Millionen von Bakterien leben (vor allem) im Verdauungssystem der Säugetiere. (Auch die Symbiose der Pflanzen mit Bodenbakterien und Pilzen wird massiv gestört, wie Dr. Don Huber in seinen Vorträgen erklärt hat)

AvHumboldtBiologische Systeme haben einen hohen Vernetzungsgrad, das hat, im Wesentlichen, schon Alexander von Humboldt begriffen. Ein Eingriff in komplexe, biologische  Steuer- und Regelungsmechanismen an EINER Stelle zieht immer unerwartete (negative) Folgen an anderen Stellen nach sich, das versuchte Frederic Vester deutschen Politikern schon vor Jahren klarzumachen. Leider ohne Erfolg.

Im Sommer 2012 veröffentlichte das BfR eine Stellungnahme zur Frage:

BfR Glyphosat AB Lüge 2012

Daraus zwei zentrale Aussagen:

BfR GLY Bakterien 1

BfR GLY Bakterien 2

Tatsache ist, dass die Firma Monsanto Glyphosat 2010 als eine Art Antibiotikum patentieren ließ. Hat das BfR davon nichts mitgekriegt?

Die „Erfindung“ bezieht sich laut Patent auf den Einsatz von Glyphosat (kombiniert mit Zusatzstoffen zum fertigen Produkt) zur „Behandlung pathogener Infektionen, inklusive Infektionen bei Säugern durch bestimmte Parasiten (Apikomplexa), die z.B. Malaria auslösen. Unter „Hintergrund der Erfindung“ steht u.a. folgendes:

Der Shikimisäure-Weg (SW) ist ein uralter Mechanismus, der in allen Prokyaryoten und vielen niederen Eukaryoten vorhanden ist, aber nicht in Säugetieren*. Er spielt im primären und sekundären Stoffwechsel dieser Arten eine wichtige Rolle, weil er u.a. die Produktion der chemischen Vorstufen für die Herstellung aromatischer Aminosäuren ermöglicht. Glyphosat blockiert den SW und damit die Biosynthese von Aminosäuren, Pflanzenhormonen und Vitaminen.“

(*Wir brauchen den SW nicht, da wir dessen „fertige Produkte“ (Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine mit den Pflanzen bzw. Tieren aufnehmen, die wir essen. Sind diese Pflanzen und Tiere aber (durch Pestizide) krank geworden, werden sie für uns schädlich bzw. fehlen uns diese Nährstoffe)

Die Blockierung des SW (auf chemischem und genetischem Weg) und damit die reduzierte Lebensfähigkeit von Zellen hat das Interesse an diesem Signalweg als Ansatz für die Behandlung mikrobieller Infektionskrankheiten geweckt. Man kann davon ausgehen, dass die Hemmung der SW-Enzyme eine Hemmung des Bakterienwachstums bewirkt (nicht den Zelltod), wodurch das Immunsystem in die Lage versetzt wird, mit der Infektion fertig zu werden.“

Und in der Zusammenfassung heißt es:

Briefly, therefore, the present invention is directed to a method for therapeutically or prophylactically treating a subject for a pathogenic infection (also geeignet zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionskrankheiten)

Doch leider ist die Biologie viel komplexer als es Monsanto und unsere Politiker wahrhaben wollen.

Und was sagt die neueste Forschung dazu? Schon 2015 hat man eine Wechselwirkung zwischen Herbiziden und Antibiotika festgestellt: 

AB resistance herbicides 2015

In der Zusammenfassung heißt es, dass Biozide, wie Herbizide, zwar routinemäßig auf ihre Giftigkeit getestet, werden aber IHRE WIRKUNG AUF MIKROBEN in niedrigen (nicht tödlichen) Dosen wird NICHT UNTERSUCHT. Unter „Diskussion“ wird das noch einmal betont:

Zusätzlich (zum leichtfertigen Einsatz von AB) wird eine viel größere Menge von Bioziden verwendet, [wie eben die Herbizide] ohne sich um deren antibiotische Eigenschaften zu kümmern. Wenn die Wirkung dieser Produkte auf Bakterien überhaupt getestet wird, dann nur um die tödliche Dosis festzustellen.

Das ist der Kontext, den das BfR der Öffentlichkeit unterschlägt.

WONACH NICHT GESUCHT WIRD, DAS WIRD AUCH NICHT GEFUNDEN und man kann dann immer sagen „Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse… ist dem BfR nicht bekannt, etc. …“.

Außerdem ist es völlig bescheuert, sich nur um den „aktiven Wirkstoff“ (hier Glyphosat) zu kümmern, und NICHT DAS GANZE GEMISCH (wie es auf Pflanzen gesprüht wird) zu testen, denn die schädlichen Effekte sind natürlich nicht identisch und die „Zusatzstoffe“ sind alles andere als „inert“.

Salmonella_Typhimurium_pathogenesisDie Forscher haben deshalb die Wirkung von drei bekannten Herbiziden (darunter auch Roundup) an zwei Bakterienstämmen getestet, Escheria Coli und Salmonella Enterica serovar Typhimurium, (die im Verdauungstrakt von Mensch und Tier leben), die gleichzeitig mit jeweils einem bestimmten Antibiotikum behandelt wurden.

Wir erfahren also, dass gängige Herbizide in der Lage sind, die Reaktionen von Bakterien auf Antibiotika (AB) zu verändern. D.h. sie können (abhängig von Bakterienart, Art des Herbizids und Art des AB) die ENTWICKLUNG VON RESISTENZEN BEGÜNSTIGEN (das Antibiotikum wirkt also nicht mehr) oder aber die Empfindlichkeit für AB erhöhen. In einigen Fällen konnte keine Veränderung festgestellt werden. Warum es so unterschiedliche Wirkungen gibt, ist nicht bekannt.

Aus der klinischen Erfahrung weiß man aber, dass die Resistenzen zunehmen. Die Autoren betonen, wie gefährlich diese Entwicklung ist:

Chemikalien, die immer häufiger in der Landwirtschaft, in privaten Gärten und öffentlichen Plätzen eingesetzt werden, können MEHRFACHRESISTENZEN bei potentiellen Krankheitserregern auslösen. Der Effekt tritt bei gleichzeitigem Einwirken von Antibiotika auf und ist schneller als deren tödlicher Effekt (sie können also die Bakterien nicht mehr abtöten und so die explosionsartige Vermehrung verhindern). […]

Die Kombination eines hohen Einsatzes von Herbiziden und Antibiotika in der Nähe von Nutztieren und wichtigen Insekten, wie Bienen, kann den therapeutischen Effekt gefährden und den Einsatz von noch mehr AB nach sich ziehen. Um die Krise der (zunehmenden) AB-Resistenzen bewältigen zu können, muss das Blickfeld auf relevante Umweltfaktoren erweitert werden …“

Schön wär’s.

In ihrer neuesten Studie (2017) wollten die Autoren herausfinden, inwieweit der „aktive Wirkstoff“ (AW) bzw. die „Zusatzstoffe“ alleine in der Lage sind, diese Reaktionen bei Bakterien hervorzurufen (da diese absurde Trennung ja Grundlage für die Zulassung  der Pestizide ist). Doch bei den (tatsächlich) verwendeten Tensiden konnten sie nur raten, denn die exakte Zusammensetzung des jeweiligen Produktes wird NICHT veröffentlicht (Geschäftsgeheimnis!) Ergebnis: Sowohl die AW als auch die Zusatzstoffe waren in der Lage, die Reaktion der Bakterien auf AB zu verändern, und zwar in sehr geringen – erlaubten – Konzentrationen).

Die Autoren der Studie betonen in der Schlussfolgerung:

„Es wird nur dann möglich sein, eine schnelle Resistenz gegenüber neuen Medikamenten zu verhindern (oder die Wirkung bestehender Therapien aufrechtzuerhalten), wenn wir die KOMPLEXE INTERAKTION der Mikroben mit chemischen Stoffen in der Umwelt verstehen.“

Das ist genau das Problem:

Die enorme Komplexität der Biologie ist unvereinbar mit dem mechanistischen Denken, (und der Hybris, vor allem seit dem die „Gentechnik“ grassiert, die die Illusion der „Kontrolle“ von Lebewesen erzeugt hat…. ) die unserer kommerzialisierten „Wissenschaft“ zugrundeliegt. Die weitgehend privatisierte Forschung muss – möglichst schnell – zu „marktreifen“ Produkten führen, die hohe Profite ermöglichen. Die Politik hat die Aufgabe, Hindernisse dafür, aus dem Weg zu räumen. Damit sind wir wieder bei der „PP“ angelangt …

WAS  VERURSACHT  KREBS?  IGNORANZ UND PROFITGIER

Krebs kann viele Ursachen haben und im fortgeschrittenen Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für genetische Fehler und damit für Krebs.

Doch KINDER hätten in einer normalen (nicht profitbesessenen) Welt natürlich KEINEN Krebs (und auch keine Demenz/NCL:  Wir hören immer von „Gen-Defekten“, doch niemand  fragt, was denn diese Defekte auslöst! )

humancost agrotoxins 1

„Der furchtbare Preis für die AgroGifte“ So sehen Kinder aus, die in Argentinien in der Nähe von Soja-Feldern geboren werden (das Gift wird mit dem Flugzeug versprüht und weht über das Dorf…

Das ist einfach pervers und ein Alarmsignal dafür, in welchem Ausmaß die Umweltvergiftung, die unsere Profit-Wirtschaft (als nicht eingerechnete „Externalität“) hervorruft, das Leben bedroht. Deshalb zum Abschluss ein Statement einer italienischen Ärztin (Dr. Patricia Gentilini, Fachärztin für Onkologie), die sich – traurigerweise – immer öfter mit krebskranken Kindern beschäftigen muss:

„… Wir sind alle Opfer einer chronischen Belastung durch viele Chemikalien (in niedrigen Dosen). Was in so mancher „Wissenschaft“ auf arrogante Weise ignoriert wird, ist, dass ein lebendes System extrem komplex ist. Ihre „Risikobewertung“ beruht auf einer mechanistischen Sichtweise, ein völlig inadäquates und wissenschaftlich überholtes Konzept.

Dazu kommt noch, dass die toxikologischen Bewertungen durch Regulierungsbehörden noch immer auf den „aktiven Wirkstoff“ beschränkt sind, nicht auf das fertige Produkt, das in den Handel kommt, nicht die Kombination von Molekülen, nicht die kombinierte Wirkung verschiedener Produkte. Und – auch damit nicht genug – die ganze Bewertung beruht immer noch im Wesentlichen auf Daten, die von den Herstellern kommen und unabhängige Studien werden meistens ignoriert.“

(Engl. OriginalZitat aus The Toxic Story of Roundup, Seite 39-40)

Das Wichtigste zum Schluß:

Auch wenn Glyphosat auf EU-Ebene zugelassen wurde, können die Mitgliedsstaaten  Produkte in ihrem Bereich VERBIETEN. Frankreich hat das ja bereits angekündigt, deutsche Politiker tun das aber nicht, eben wegen der „PP“, für die sie arbeiten… Die Profite von BAYER und BASF (bzw. deren Aktionäre) gehen vor … um jeden Preis?

Bild: Screenshot aus „Mit Gift und Genen“ von Monique Robin (ARTE)

polluted DNA screenshot Mit Gift u Genen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UNA PERSONA NORMAL (Terrorista-2)

the-terror-chess-pieceDer angebliche „Fiat-Terrorista“ von Barcelona  ist also jetzt auch tot. Na dann können wir ja wieder zur Tagesordnung übergehen. Oder doch nicht?

Man soll akzeptieren, dass ein Mensch erschossen wird, weil er „mutmaßlich“ etwas verbrochen hat, weil „er etwas trug, das ein Sprengstoffgürtel sein könnte“?

In einem Rechtsstaat muss aber die Schuld eines Menschen erst in einem Gerichtsverfahren bewiesen werden, bevor er bestraft oder gar getötet werden kann.

Die „Todesstrafe“ ist ja in der EU überhaupt nicht zulässig, daher ist die Tötung eines Menschen in Spanien durch die Polizei ein Verbrechen. Um die Ungeheuerlichkeit dieser Exekutionen unsichtbar zu machen, muss der Eindruck erweckt werden, es handelte sich um „Notwehr“. Daher die Behauptung vom „Sprengstoffgürtel“, der sich aber im nachhinein als Attrappe herausstellt.

Na ja, könnte man jetzt argumentieren, das wusste die Polizei ja vorher nicht, sie wollte doch nur verhindern, dass der Mann andere Menschen (und sie selbst) in Lebensgefahr bringt. Man hat ihn also „präventiv“ erschossen, um größeres Unheil zu vermeiden.

Das ist aber nur auf den ersten Blick akzeptabel, wenn man die in den Medien lancierte Erzählung (den frame) einfach glaubt. Wenn man analytisch darüber nachdenkt, ergibt sich ein völlig anders Bild:

  • Es wurde nie bewiesen, WER den Lieferwagen in Barcelona fuhr und die Möglichkeit einer Manipulation der Fahrzeugelektronik (siehe Ende von Teil 1- „Terrorista!“) durch Geheimdienste wurde erst gar nicht in Betracht gezogen, obwohl das nicht ausgeschlossen werden kann (Stopp genau auf dem Mosaik von Miró…das soll der Airbag bewirkt haben…?)
  • Wo ist der BEWEIS dafür, dass Younes A. der Fahrer war? Gab es einen richterlichen Haftbefehl für ihn? (Vorher wurde Moussa Oukabir als „flüchtiger Fahrer“ bezeichnet, es waren also nur Spekulationen)
  • Nehmen wir an, es gab einen Fahrer (der tatsächlich das Fahrzeug kontrollierte). Wieso flieht er zuerst, taucht unter, versteckt sich in den Weinbergen? Die logische Antwort wäre: Weil er Angst hatte, verhaftet zu werden oder weil er Angst hatte, getötet zu werden. Er wollte also leben und seine Freiheit behalten.
  • Dazu passt aber der „Sprengstoffgürtel“ überhaupt nicht, denn das hieße ja, er wäre bereit zu sterben und zwar auf schreckliche Art: durch eine Explosion, die ihn in Stücke gerissen hätte. Unterstellt wird auch, er wollte damit einen „Heldentod“ sterben, weil er „als Soldat des IS“ bereit war, für das „Kalifat“ zu töten und selbst getötet zu werden. In einem Versteck von der Polizei erschossen zu werden, widerspricht aber dem Mythos vom „IS-Heldentod“.
  • Wie ich schon im ersten Teil betont habe, passt aber das ganze Action-Szenario (Auto rast in Menge, Flucht, Wiederholung in Cambrils, Auto überschlägt sich, Messer-Angriff, Kugelhagel, und die Hinrichtung des gedopten Mannes) nicht zum „Selbstmord-Attentäter“-Profil: Wenn ich mich und andere mit Bomben umbringen will, wozu dann das ganze Theater mit den Autos? Wozu erst fliehen, dann mit Bombengürtel herumrennen? Das ergibt keinen Sinn.

is-sponsorsDas ist alles nur Terror-Theater. Inszeniert für uns, die verdummten Zuschauer. Damit wir glauben, dass der „IS“ und unsere Geheimdienste (vor allem die CIA) Feinde sind, die sich bekämpfen. Tatsächlich ist der „IS“ nur ein Werkzeug dieser Geheimdienste und der Machtstrukturen, die dahinter stehen.

DU SOLLST NICHT  NACHDENKEN  SONDERN  GLAUBEN

(Unusquisque mavult credere quam judicareJeder will lieber glauben als urteilen /Seneca)

Die Tagesschau-Redaktion (als Beispiel) wird aber bezahlt dafür, dass sie die Zuschauer (und sich selbst) effektiv davon abhält, selbständig zu denken. Deshalb wird auch nichts hinterfragt, was von offiziellen Stellen kommt. Als ob „Sicherheitskreise“ und Politiker immer die Wahrheit sagen würden. Was lesen wir also zum Tod von Younis?

tagesschau mutmaßlich hoch3

Vier Tage nach den islamistischen Terroranschlägen in Spanien hat die Polizei den Hauptverdächtigen erschossen. Er soll den Lieferwagen gefahren haben, mit dem in Barcelona 13 Menschen getötet wurden. Auch der Tod des Imams, der Kopf der Terrorzelle gewesen sein soll, wurde bestätigt.“

Der Terrorverdächtige, nach dem europaweit gefahndet wurde, war am Nachmittag in Subirats rund 60 Kilometer von Barcelona entfernt aufgespürt worden. Eine Frau habe die Polizei auf ihn aufmerksam gemacht, teilten die Sicherheitskräfte mit. Medienberichten zufolge versuchte der Mann, über die Weinberge zu flüchten. Er sei aber von der Polizei gestellt worden, die dann auf ihn geschossen habe.

Die ständige Verwendung des Konjunktivs durch die Tagesschau-Redaktion zeigt, dass die Behauptungen der „Sicherheitskreise“ (verbreitet über spanische Medien und übernommen von unseren) eben bloße Anschuldigungen bzw. Vermutungen sind: „soll gefahren haben“, „gewesen sein soll“, „sei gestellt worden“, „gehen davon aus“, usw.

KLARTEXT: es gibt KEINE BEWEISE für die unterstellte Täterschaft oder das Motiv

Wie spekulativ die „Angaben“ der Behörden in Katalonien sind, registriert man zwar bei der Tagesschau, macht aber dann weiter wie bisher …

changing prime suspects Tagesschau

Hier stellt der ARD-Korrespondent in Madrid zwar fest, dass der „Hauptverdächtige“ (Barcelona) gestern so und heute wieder anders heißt, schließt daraus aber nicht, dass die „Angaben“ der Behörden keinesfalls als zuverlässig angesehen werden können und deshalb eigentlich nicht durch die Presse verbreitet werden sollten:

Gestern schien sich die Polizei sicher zu sein – jetzt ist doch alles wieder ganz anders. Am Freitag hatte sie einen Hauptverdächtigen ausgemacht: den 17-jährigen Moussa Oukabir. Er habe den Lieferwagen über die Ramblas gefahren, so lief es über alle Medien. Und: Der Minderjährige habe die Papiere seines Bruders gestohlen, um den Wagen zu leihen.

Oukabir wurde in der Stadt Cambrils mit vier anderen Terroristen erschossen. Daher hatte es am Abend geheißen, der Attentäter von Barcelona sei tot.

Dass Oukabir tot ist, stimmt. Doch die Hypothese von ihm als Hauptverdächtigen ist in der Nacht immer mehr in sich zusammengefallen. Jetzt gibt es einen neuen Hauptverdächtigen: den 22 Jahre alten Younes Abouyaaqoub aus Ripoll in Katalonien. Die Fahndung nach ihm und zwei weiteren Verdächtigen läuft auf Hochtouren. …“

„So lief es über alle Medien“ genau das ist das Problem. In den nächsten Absätzen übernimmt Dugge wieder alle Aussagen der „Mossas“ (einzige Quelle ist immer Major Trapero) um noch mehr Ängste zu schüren –

„Die Angriffe sollten viel verheerender werden“

– ohne auch nur einen Gedanken daran zu verwenden, dass hier eventuell gezielt Falsch-Informationen verbreitet werden sollen. (Solche verbotenen Gedanken werden dann sofort mit Stigma-Wörtern wie „Verschwörungstheorie“ belegt, um sich gegen Kritik zu immunisieren)

Casa explosionada Alcanar_2017

Wenn das angebliche Sprengstoff-Lager (s. Bild) aber zerstört wurde (in der Nacht vor La Rambla), wieso glaubten die Polizisten dann, die Sprengstoff-Gürtel der Verdächtigen wären echt?  Das ergibt auch keinen Sinn.

Der obige Tagesschau-Artikel (Tenor: „alles wieder ganz anders“) wurde am 19. August ins Netz gestellt. Nur einen Tag später werden aber wieder alle Behauptungen der katalanischen Polizei einfach übernommen (obwohl sie niemand verifiziert hat) und die Angstmache geht weiter:

Tagesschau incredible BS

Wie ich schon in Teil 1 betont habe, sind die Aussagen der Nachbarn, Verwandten, Bekannten etc. alle übereinstimmend:

Niemand kann sich vorstellen, dass diese jungen Männer aus Ripoll (je zwei Brüderpaare aus Marokko stammend) zu solchen Verbrechen fähig waren. Sie hatten nie eine Straftat begangen oder waren sonst irgendwie aufgefallen. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich.

Dort kann man nicht glauben, was passiert ist.“ Die meisten sind gut integriert, sagen die Einheimischen. Bisher habe es keine Probleme gegeben.“

Das führt aber bei Herrn Neuroth von der ARD nicht dazu, dass er Zweifel an der Darstellung der Polizei bekommt. Dieser Gedanke ist tabu. Dass es hier gar keine „Terror-Zelle“ gab, ist für diesen gehorsamen „Repeater“ einfach unvorstellbar.

Alle Beobachtungen aus der realen Welt lassen also nicht den Schluss zu, dass diese jungen Männer wirklich getan haben, was man ihnen vorwirft. Also braucht man (neben Drogen) einen „imam ex machina“, eine mächtige Kraft, die aus dem Nichts auftaucht und die Transformation erklären soll.

Nun betrifft Abdelbaki Es Satty die Bühne, der Imam, der aus diesen unschuldigen, jungen Männern brutale Monster machte – so die „Vermutung“. Das Problem: der Imam hat nur eine stumme Rolle, denn er ist eine Leiche. Die passende Story dazu: Er soll bei der Explosion in Alcanar getötet worden sein. Was sagen die Leute, die den Imam kannten? Er war ganz normal. Sein Mitbewohner Nourden Elhaji wird in einer spanischen Zeitung so zitiert:

UNA PERSONA MUY NORMAL .. UN POCO TIMIDO

Er war ein ganz normaler Mensch“, beharrte dieser Zeuge, der im selben Haus wie Satty gewohnt hat. Elhaji hat bestätigt, sie (die Brüder) einmal in Ripoll gesehen zu haben, aber niemals in der Wohnung, die er mit dem Imam geteilt hatte.

Era una persona normal“, ha insistido este testimonio, que ha residido en el mismo domicilio que Satty durante los últimos tres meses. … Elhaji ha confesado haberlos visto alguna vez por Ripoll, pero nunca en el piso compartido con el imán.

Aber die Mächte der Finsternis (Geheimdienste) haben noch mehr Pfeile im Köcher, wenn es darum geht eine “Legende“ zu fabrizieren (nachdem sie jemand „entsorgt“ haben) :

Der Imam soll  2010 dabei erwischt worden sein, Haschish nach Spanien zu schmuggeln. Dafür saß er dann angeblich vier Jahre im Gefängnis. Dort soll er dann eine „spezielle Beziehung“ zu einem Rachid Aglif entwickelt haben, der wegen Verwicklung in den Bombenanschlag von Madrid (2004) für 42 Jahre „eingebuchtet“ war.

Man ahnt ja schon, was jetzt kommt: dort wurde er selbst  „radikalisiert“ und dann als „Rekruter“ für den IS eingesetzt. Wer hat diese Story verbreitet? Ein Journalist von El Pais, eine Zeitung, die für viele der lancierten Stories als Erst-Verteiler fungiert.

Kommentar: Ich glaube kein Wort davon …bis es stichhältige Beweise gibt.

Aber kommen wir zurück zur Tagesschau:

Eine bewährte journalistische Methode, sich des Verleumdungsvorwurfs zu entziehen, ist die übernommene Beschuldigung als Frage zu formulieren. Das weiß auch die Tagesschau-Redaktion bzw. der Korrespondent Neuroth:  

IMAM KOPF DER TERRORZELLE?   

Abu Jassine ist Vorsitzender der muslimischen Gemeinde von Ripoll: „Wir wissen nicht, ob der Imam außerhalb der Moschee Kontakt zu diesen Männern hatte. Das wissen wir einfach nicht. Er hat nie etwas Seltsames gesagt oder getan. Nur das, was alle Imame tun: Gottesdienste halten.“

Für die Einwohner von Ripoll ist es schwer zu verstehen, dass sich in ihrer Kleinstadt eine Islamistengruppe radikalisieren konnte. Sie stellen sich die Frage, wie das unbemerkt passieren konnte – und auf diese Frage haben sie bisher keine Antwort.

Dass es eventuell deshalb „unbemerkt“ blieb, weil es einfach gelogen ist und nie passierte – ist für die Tagesschau-Papageien einfach zu viel. Das geht gar nicht. Sapere Aude ist der Karriere bei den „öffentlich-rechtlichen“ Anstalten gar nicht förderlich.

MORD IM FORD

Der erstochene Mann im Ford Focus bleibt nach wie vor ein Rätsel.(Siehe Teil 1)

Dazu die Tagesschau:

Ein weiteres Opfer wurde erstochen in einem Ford Focus entdeckt, der kurz nach dem Attentat auf den Ramblas eine Polizeisperre durchbrochen hatte. Die Ermittler vermuten, dass Abouyaaqoub den Fahrer des Fords tötete, um mit dessen Auto zu fliehen.

Von dem neuen Hauptverdächtigen für die Anschläge in Katalonien fehlt weiter jede Spur. Gestern war die Polizei noch von einem anderen Haupttäter ausgegangen. Gewiss scheint inzwischen: Die Angriffe sollten viel verheerender ausfallen.

Wo ist der Beweis, dass es Younis war, der mit diesem Ford gefahren ist? Da er nicht vorbestraft war, konnten seine Fingerabdrücke nicht in einer Polizei-Datenbank erfasst worden sein. („planted stories„: Sein Ausweis wurde in einem zweiten Van „gefunden“ bzw. dieser wurde mit seiner Kreditkarte gemietet)

Wir erinnern uns, am Anfang wurde Moussa Oubakir als „flüchtiger Fahrer“ und „Hauptverdächtiger“ präsentiert.

Wenn er die Polizeisperre durchbrach, wurde er bzw. der Ford dann nicht verfolgt? Und was heißt „entdeckt“? Wo und wann wurde die Leiche gefunden? (Widersprüchliche Angaben dazu siehe Teil 1). Wie und wann kam der Audi ins Spiel?

„Die Ermittler vermuten“ ist nicht genug um die Erschießung von sechs Menschen zu rechtfertigen.

Nach dem Tod kann man dann alles mögliche behaupten, das Opfer kann sich nicht mehr dagegen wehren. Es wurde zweimal ermordet: einmal mit Patronen und dann noch einmal mit Worten.

Die „Unschuldsvermutung“ gilt also (für Muslime) nicht mehr, wenn es in der Presse steht, dass du ein Mörder bist, wird es wohl stimmen.

Solange es keine unabhängige Überprüfung der Vorfälle gibt, keine öffentlich-zugänglichen Zeugenaussagen (vor allem über den fünffachen Mord durch die Polizei in Cambrils), ist die Schuld dieser Männer nicht bewiesen.

FAZIT:

Denken wir doch einmal logisch und lassen uns NICHT VON DEN SCHLAGZEILEN IN DEN MEDIEN BEEINFLUSSEN:

Was ist passiert? Ein Lieferwagen fährt in eine Menschenmenge in Barcelona. Niemand hat den Fahrer gesehen. Niemand weiß, wer das Auto „gesteuert“ hat. Niemand kann – ohne gründliche Ermittlungen, die Wochen dauern – wirklich wissen, was das Motiv der Tat ist und wer dahintersteckt

Die scheinbare Erklärung wird – binnen Stunden – nur durch den Deutungsrahmen geliefert, der von den Medien kolportiert wird und inzwischen ein Denkmuster in unsere Gehirne geprägt hat:  Nizza, Berlin, London und jetzt Barcelona. Aha. Das waren also wieder die Islamisten, die irren Spinner vom „IS“. Dann kommt ja auch die Meldung, der IS habe über seine PR-Agentur AMAQ bekanntgegeben, dass die Täter „seine Soldaten“ seien.

Amaq ist aber nur ein Label, eine PR-Creation ohne realen Hintergrund. Und seit wann haben religiöse Spinner PR-Agenturen? Das ist völliger Bullshit. Wer verbreitet denn wirklich die Botschaften des IS? Eine Organisation, die sich SITE nennt und von Rita Katz geleitet wird.

Was SITE wirklich ist, habe ich auf diesem Blog ja schon erkärt: eine PR-Fassade für Geheimdienste, die hinter dem ganzen Dschihadisten-Theater stecken. Das ganze ist eine PSYOP, eine psychologische Operation oder anders formuliert: eine große Verarschung.

Die „Schafsnatur“, die Goethe schon beklagt hat (und meinem Blog seinen Titel gab) führt aber dazu, dass die Verarschung sehr effektiv ist, weil die Menschen in der Masse sehr leicht zu manipulieren sind.

Und „Massenmedien“ wurden ja gerade für diesen Zweck konzipiert: eine Uniformität des Denkens zu erzeugen und jeden zu diffamieren, der nicht mit der Herde mitläuft …

Arthur_Schopenhauer

 

ANHANG

… das wusste auch schon Schopenhauer, hier eine kleine Kostprobe:

 „Auch sind allgemeine Vorurteile (hinterhältigerweise) als Autoritäten zu gebrauchen. Ja, es gibt keine noch so absurde Meinung, die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten, sobald man es dahin gebracht hat, sie zu überreden, dass solche allgemein angenommen sei.

Das Beispiel wirkt auf ihr Denken wie auf ihr Tun. Sie sind Schafe, die dem Leithammel nachgehen, wohin immer er sie auch führt: es fällt ihnen leichter zu sterben als zu denken. Es ist sehr seltsam, dass die Allgemeinheit einer Meinung so viel Gewicht bei ihnen hat, da sie doch an sich selbst sehen können, wie ganz ohne Urteil und bloß kraft des Beispiels man Meinungen annimmt. Aber das sehen sie nicht, weil ihnen allen die Selbstkenntnis abgeht.“

Die Allgemeinheit einer Meinung ist, im Ernst gesagt, kein Beweis, ja nicht einmal ein Wahrscheinlichkeitsgrund ihrer Richtigkeit …

Was man so die allgemeine Meinung nennt, ist, bei Lichte betrachtet, die Meinung zweier oder dreier Personen. Und davon würden wir uns überzeugen, wenn wir der Entstehungsart einer solch allgemeingültigen Meinung zusehen könnten. Wir würden dann finden, dass es nur zwei oder drei Leute sind, die solche Meinung als Erste annahmen oder aufstellten und behaupteten, und denen man so gütig war zuzutrauen, dass sie solche recht gründlich geprüft hätten: auf das Vorurteil der hinlänglichen Fähigkeit dieser nahmen zuerst einige wenige Andere diese Meinung ebenfalls an. Diesen wiederum glaubten viele weitere andere, deren Trägheit ihnen anriet, lieber gleich zu glauben, als erst mühsam zu prüfen.

So wuchs von Tag zu Tag die Zahl solcher trägen und leichtgläubigen Anhänger: denn hatte die Meinung erst eine gute Anzahl Stimmen für sich erreicht, so schrieben die Nachfolgenden dies dem zu, dass sie solche nur durch die Triftigkeit ihrer Gründe hätte erlangen können. Die noch Übrigen waren jetzt genötigt gelten zu lassen, was allgemein galt, um nicht für unruhige und renitente Köpfe zu gelten, die sich gegen allgemeingültige Meinungen auflehnten und naseweise Burschen, die klüger sein wollten als alle Welt.

Jetzt wurde die Zustimmung zur Pflicht. Nunmehr müssen die wenigen, welche zu urteilen fähig sind, schweigen, und die da reden dürfen, sind solche, welche völlig unfähig, eine eigene Meinungen und eignes Urteil zu haben, das bloße Echo fremder Meinungen sind. Jedoch sind sie desto eifrigere und unduldsamere Verteidiger derselben. Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht sowohl die andere Meinung, zu der er sich bekennt, als die eher Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen, was sie ja doch selbst nie zu unternehmen in der Lage und im Stillen sich dessen bewusst sind. –

Kurzum, Denken können sehr wenige, aber Meinungen wollen alle haben: was bleibt da anderes übrig, als dass sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Anderen übernehmen

Auch sehr interessant:

http://essaysofschopenhauer.com/essays/on-thinking-for-oneself.php

TERRORISTA!

 

A3 Cambrils 2Wir erleben gerade makabres „Sommerkino“ in Spanien, eine packende Mischung aus Psycho-Thriller und Actionfilm: Autos als Mord-Instrumente, Fahrer, die „verschwinden“, „erschossen“ werden, dann wieder „fliehen“. Nächtliche Explosionen, Entlarvung einer geheimen „Terror-Zelle“ usw. All das passt doch wunderbar in den vorbereiteten Denk-Rahmen (Frame): natürlich war es wieder der unheimliche „IS“, wer sonst?

Die Grenze zwischen Realität und PR-Inszenierung wird allerdings immer schwammiger und man muss versuchen, hinter die Kulissen zu schauen und kritisch zu hinterfragen, was uns über die Medien „serviert“ wird. Was fällt uns dabei auf?

Die angeblichen „Terroristas“ hatten nie eine Straftat begangen und waren auch nie den Sicherheitsbehörden aufgefallen. Es gab also keinerlei Hinweise darauf, dass fünf junge Männer aus Marokko (darunter zwei Teenager) geneigt waren, mehrere Terroranschläge in Katalonien zu begehen.

Wer hat sie aber in den Augen der Zuschauer zu Fanatikern und Mördern gemacht? Die Papageien-Presse.

Sie haben den Titel „Reporter“ schon lange nicht mehr verdient, sondern sind nur mehr „Repeater“, also zuständig für das Wiederholen von Behauptungen, die niemand überprüft hat, aber trotzdem als Tatsachen behandelt werden. Alles, was ihnen „die Behörden“ zuflüstern, übernehmen sie kritiklos, auch jeden Mist, der auf Twitter verbreitet wird, als ob „social media“ eine zuverlässige Quelle wäre.

Das ist zwar nichts neues, hat aber seit den Anschlägen in Barcelona einen neuen Tiefpunkt erreicht, wie im folgenden anhand einiger Beispiele gezeigt werden soll. So schreibt z.B. die Washington Post am 18. August (also nur einen Tag nach dem Anschlag in Barcelona):

Die (spanischen) Untersuchungsbehörden glauben, dass mindestens acht Leute an der Planung der Anschläge beteiligt waren.“

Woher wollen die Behörden das aber wissen?

Bis dato weiß die spanische Polizei nicht, wer der Fahrer des Lieferwagens war, der angeblich auf La Rambla in die Menge gerast ist. Die verhafteten  bzw. getöteten „Verdächtigen“ waren alle nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen und den Behörden auch in keiner Weise aufgefallen. Das räumt auch der WaPo-Artikel ein und zitiert dabei Major Josep Lluís Trapero von der katalanischen Polizei.

Plötzlich ist von einer „Terror-Zelle“ die Rede. Alle Angaben, die die Presse weiter verbreitet, stammen von Geheimdiensten und „Sicherheitskreisen“, also anonymen Quellen, die kein Journalist verifiziert hat.

Es gibt sehr gute Gründe, anzunehmen, dass Teile dieser „Behörden“ selbst in die Planung dieser Anschläge verwickelt waren (Gladio 2.0 – siehe auch Schlagwort „Terror“ auf diesem Blog), aber das ist natürlich mit einem DENKVERBOT belegt.

DER AUSWEIS-TRICK … schon wieder

Zwei anonyme, spanische „Sicherheitsbeamte“ sagten dann der Presse, man habe einen Mann zur Fahndung ausgeschrieben, weil „sein Ausweis in dem Lieferwagen gefunden wurde“, der in Barcelona in die Menge raste.

Die lächerliche Nummer mit dem „gefundenen Ausweis“ (erstmals bei „Charlie Hebdo“aufgeführt)  ist mittlerweile schon so abgedroschen, scheint aber immer noch zu funktionieren, weil man den Presse-Papageien abgewöhnt hat, selbst zu denken.

Driss OUKABIR (der ältere Bruder) meldete sich schon Donnerstag Nacht bei der Polizei in Ripoll und sagte aus, man habe ihm seinen Pass gestohlen. Er sei außerdem zur Tatzeit nicht in Barcelona (70 km entfernt) gewesen. (Dieser Mann müsste natürlich das Recht haben, ein Interview zu geben, bevor ihm „etwas zustößt“).

Es wird dann in den Medien suggeriert, der 17-jährige Bruder (Moussa) habe diesen Pass benutzt, um den Lieferwagen zu mieten und er sei auch der Fahrer gewesen. Dafür gibt es aber keinen einzigen Beweis, sondern nur die lancierten Behauptungen der „Behörden“, die ihre Namen nicht nennen wollen. Hatte er überhaupt einen Führerschein? Konnte er fahren? (Die Behauptung wird später zurückgenommen)

Das absurde Theater, das uns hier als „islamistischer Terror“ vorgeführt wird, erreicht aber seinen Höhepunkt in der „Aufführung“ von Cambrils:

CAMBRILS: DAS KOMMT MIR SPANISCH VOR

Szenenbild: Fünf Männer werden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von der Polizei in Cambrils erschossen.

Eine kohärente Erklärung oder gerichtsfähige Beweise für dieses Ereignis gibt es nicht, aber dann werden folgende seltsame „stories“ verbreitet:

  • Man sei „von der Hypothese ausgegangen“, dass es eine Verbindung zwischen diesen Männern und dem Anschlag in Barcelona gegeben habe (120 km entfernt)
  • die „Terroristen“ hätten Sprengstoff-Gürtel getragen (erweist sich später als falsch)
  • sie hätten (um 1 Uhr nachts) versucht, wieder viele Fußgänger zu überfahren, seien aber von der Polizei dabei gehindert, sprich erschossen worden (es gab 7 Verletzte, drei davon Polizisten; später heißt es, nur 1 Polizist, 1 tote Frau)
  • sie seien von der Polizei „gestoppt worden (im Rahmen einer Kontrolle), hätten dann Gas gegeben und bei dieser „Verfolgungsjagd“ seien „mehrere Menschen angefahren worden“; mit einem Audi A3 seien sie dabei so schnell gefahren, dass sie die Kontrolle über das Auto verloren und es sich überschlug; später heißt es auch, sie hätten ein Polizeiauto gerammt (Fotos gibt es dazu keine)
  • dann seien sie aber – als ob nichts gewesen wäre – einfach ausgestiegen und hätten (da der  gestrandete Audi wohl als Waffe nicht mehr zu gebrauchen war) nun mit Messern auf Passanten eingestochen (Muster: London);
  • ein heldenhafter Polizist habe dann – ganz allein – vier „Terroristen“ unschädlich gemacht (der muss ja geschossen haben, wie ein Berserker…)

Wer kann diesen Blödsinn (der aus einem billigen Action-Film stammen könnte) glauben?

Wir haben weiter oben festgestellt, dass keiner dieser Männer vorher in irgendeiner Form „verdächtig“ war. Nur der „gefundene Ausweis“ stellt eine Beziehung zum Anschlag in Barcelona her. Der könnte aber auch ein falsche Fährte sein, die gelegt wurde, um die wahren Drahtzieher (Geheimdienste) zu schützen und die Scharade vom „islamistischen Terror“ zu fördern.

Inzwischen spricht man bereits von einer Terror-Zelle von „mindestens 12 Leuten“ (vorher waren es acht), die durch die Anschläge in London „inspiriert“ gewesen seien. Die Presse behandelt – die bloßen Behauptungen – jetzt als bewiesene Fakten und schreibt:

Oukabir und seine Genossen fuhren mit einem Lieferwagen durch Las Ramblas in die Menschenmenge. Mehr als 100 wurden dabei verletzt, 13 Passanten starben.

Auf die Frage, wie denn der Fahrer des Lieferwagens – ungesehen – entkommen konnte (und warum er nicht verletzt war, obwohl das Auto vorne schwer beschädigt ist), gibt es bis heute keine Antwort. Man könnte es auch so sagen: Die Frage wird erst gar nicht gestellt.

RAMBO GOES TO SPAIN

Doch die Presse wurde inzwischen mit einer weiteren Story gefüttert, die wir als Erklärung schlucken sollen:

Nachdem er die Attacke ausgeführt hatte, soll er zu Fuß geflohen sein und anschließend einen Ford Focus gekapert haben (auf dessen Fahrer er so eingestochen hat, dass er später starb) und dann durch eine Polizei-Sperre gerast sein. Man nimmt an, dass er dann nach Cambrils fuhr, wo er sich mit seinen Dschihadi-Freunden traf.“

Vorher hatte es geheißen, man habe einen zweiten Lieferwagen gefunden, der wahrscheinlich als Fluchtauto gedacht war. Wieso dann auf einmal die Story vom Ford Focus?  (Merke: Das gleiche Erzähl-Muster wie bei der filmreifen Flucht à la „Charlie Hebdo“)

A3 Cambrils 1

Dann sei die Truppe mit einem Audi A3 (woher?)  in einem Höllentempo über die Promenade gefahren (um ein Uhr nachts), verlor dabei die Kontrolle, das Auto überschlug sich und blieb mit den Rädern nach oben liegen. (S.Bild oben)

Jetzt könnte man auf den naheliegenden Gedanken kommen, dass die Insassen dieses Fahrzeuges eigentlich verletzt sein müssten, vielleicht gar nicht aus dem Auto raus konnten und auf jeden Fall unter Schock standen. Doch  die Papageien-Presse kümmert sich nicht um logische Aspekte. Die jungen Marokkaner scheinen unverwundbar zu sein und so abgebrüht, dass Rambo neidisch werden könnte.

Sie steigen also einfach aus dem (umgedrehten) Auto und „attackieren Passanten mit Messern und Äxten“, informiert uns der Papagei der Zeitung The Telegraph. Die Polizei – offensichtlich mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet, war „bereits vor Ort“ und erschoss umgehend „die Dschihadisten“.

Auch hier gibt es seltsame Unterschiede in der Darstellung:

Die einen schreiben, ein einziger Polizist habe vier Verdächtige erschossen, was einer heldenhaften Tat gleichkomme, doch Zeugen in Cambrils sprechen immer nur von einer Person, die sie am Boden liegen sahen, nachdem sie von der Polizei im Kugelhagel erschossen wurde. (Wir kommen noch darauf zurück)

DER  MEDIALE  RUFMORD

Moussa Oukabir 1

`Moussa Oukabir

Dann kommt der Versuch, irgendwie zu erklären, wie aus einem 17-jährigen, völlig unbescholtenen Teenager  ein fanatischer Verbrecher gemacht wurde:

„Trotz seiner Rolle als Anführer des Anschlags war Oukabir bisher den Sicherheitsbehörden nicht bekannt. Aber „social-media“ Konten, die ihm zugerechnet werden, enthielten islamistische Kommentare. In einem davon antwortete er auf die Frage: Was er tun würde, wenn er der absolute Herrscher der Welt wäre – Alle Ungläubigen umbringen …

Dass er (mit 17!)  „Anführer“ des Anschlags“ war oder „Islamist“  wurde nie bewiesen, aber was kümmert das die Presse?

Dass jeder auf „social media“ posten kann, was er will und nicht verifizierbar ist, wer wirklich dahinter steckt, soll hier einfach ignoriert werden. In der realen Welt gab es nichts, was den jungen Marokkaner mit so einer Tat in Verbindung bringen würde, also muss in der virtuellen Welt ein Zusammenhang konstruiert werden.

Auch der Diebstahl des Ausweises macht keinen Sinn für ihn, denn ein Verbrecher würde damit seine eigene Identität verschleiern wollen bzw. den Verdacht auf jemand anders lenken. Den Pass des Bruders dafür zu benutzen (Mietwagen) wäre idiotisch, denn die Spur würde ja direkt wieder zu ihm führen.

Wer an dieser Stelle argumentiert „der wollte doch sowieso sterben“ (als islamistischer Märtyrer), also wäre ihm das egal gewesen, hat die Logik nicht auf seiner Seite. Warum? Wenn er bereit war, zu sterben, warum ist er dann abgehauen aus Barcelona? Das passt alles nicht zusammen … und dann noch das:

Alcanar explosionEin nächtliche Explosion in der Stadt ALACANAR wurde später  als Unfall  beim Bombenbasteln (mit Gasflaschen) dargestellt, an dem die angebliche „Terror-Zelle“ beteiligt war. (Es gab einen Toten). Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es zu einer zweiten Explosion kommmt, als Feuerwehr-Experten und Polizisten die Ursachen der ersten untersuchen wollen. Dabei werden mehrere Einsatzkräfte schwer verletzt.  Major Trapero von der katalanischen Polizei sagt später, es gäbe eine Verbindung zum Anschlag in Barcelona (der am nächsten Tag stattfand). Beweise dafür? Nicht nötig …

Der Bürgermeister von Alcanar sagte aber folgendes aus:

Das Haus gehörte einer Bank und wir wissen nicht, was dort geschehen ist. Wir glauben, die Männer haben dort als eine Art Hausbesetzer gelebt. Niemand hat je gesehen, dass sie etwas Verdächtiges gemacht haben. Etwas, dass man hätte melden müssen. Und ich hatte keine Information von den städtischen Behörden über sie.“

Wir sehen also, auch hier gibt es keinerlei stichhältigen Hinweis darauf, keine unabhängige Quelle, die bestätigt, dass die Story über das „Bombenbasteln“ wahr ist. Sie dient nur dazu, die fabrizierte „Terror-Bedrohung“ und damit die Angst in der Bevölkerung zu vergrößern.

Laut The Telegraph stehen zwei mit Sturmgewehren bewaffnete Polizisten an der Straße, die zum Haus führt. Sie ist immer noch abgesperrt. Niemand kann sich also dort umsehen und die Angaben überprüfen.

DIE  AUSSAGEN  DER  VERWANDTEN

Auch die Angehörigen können es nicht fassen, was über Moussa (17) verbreitet wird. Sein Vater sagt, es habe keinerlei Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben. Er und sein Bruder hätten so gelebt, wie ihre Altersgenossen in Spanien, sich so angezogen wie sie. Moussa sei ein sanfter Junge gewesen. Er ging zur Schule und wollte nächstes Jahr seinen Abschluss machen. Er habe keinen Zweifel daran, dass er manipuliert worden sei (falls er wirklich der Täter war).

Weil die jungen Männer aus Marokko eine „völlig weiße Weste“ hatten, versucht man über die Presse, die Absurdität der Behauptungen (IS) durch konstruierte Erklärungen plausibel zu machen: So schreibt die Zeitung El Confidencial, es habe vielleicht einen geistigen Führer gegeben, der sie radikalisiert habe und ihnen dabei half, die Anschläge zu planen.

Dann kommt die Quadratur des Kreises (Zirkelschluß): die Tatsache, dass die angeblichen Mitglieder der „Zelle“ bisher keinerlei Verbindung zu Terrorismus hatten, untermauere doch diese Theorie. Vermutungen sollen also dadurch plausibel werden, dass man eine weitere Vermutung als Erklärung heranzieht.

Natürlich gibt es durchaus Fälle, wo harmlose Dummköpfe gezielt „islamistisch-radikalisiert“ wurden, aber nicht von einem „geistigen Führer“ sondern von verdeckt operierenden Geheimdienstleuten oder Polizisten. Dazu habe ich ja schon einige beweiskräftige Beispiele gezeigt (siehe hier und hier).

Schließlich meldeten die spanischen Medien, 11 Mitglieder der „12er-Terrorzelle“ seien entweder tot oder verhaftet worden. Nur einer, der 21-jährige Younes ABOUYAAQOUB sei noch auf der Flucht.

Younes ABOUYAAQOUBNun hieß es plötzlich, er habe den Lieferwagen in Barcelona gefahren – so „vermutet“ es jedenfalls jetzt die Polizei, nachdem vorher Moussa Oukabir als Täter in den Medien gebrandmarkt wurde.

Was er wirklich getan oder nicht getan hat, interessiert niemand, denn er ist ja nun tot und sein „Motiv“ liefert uns eine posthume Interpretation von „social media“ …

Der neue „Täter“ Abouyaaqoub passt aber auch nicht in die Rolle des islamistischen Bösewichts. Anwohner, die ihn kannten, bezeichnen ihn als schüchtern und zurückhaltend. Eine ehemalige Mitschülerin sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass er zu einer Tat fähig ist.“

Auch der Bürgermeister von Ripoll, (wo drei der „Attentäter“ herkommen) Jordi Munell war fassungslos, als er  von den Anschuldigungen hörte:

Ripoll ist ein Ort, wo jeder jeden kennt.. Die Leute sind mit ihnen in die Schule gegangen und haben mit ihnen Fußball gespielt. Wir verstehen nicht, wie Menschen, mit denen wir jahrelang zusammengelebt haben, auf einmal mit Terrorismus zu tun haben sollen und ihren Familien geht es auch so.“

DIE  VERWANDLUNG (KAFKA trifft ORWELL)

Auch das kennen wir aus früheren Terror-Geschichten: Menschen, die den angeblichen„Täter“ kannten, sind völlig perplex, weil das behauptete Verhalten überhaupt nicht mit dem tatsächlichen Verhalten, mit dem Charakter der Personen in Einklang zu bringen ist.

Wie ist das zu erklären? Diese scheinbare Veränderung von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde?

Wurde hier auch die Persönlichkeit und das Bewusstsein verändert?  Durch „Gehirnwäsche“ (verbal) und durch psychoaktive Drogen? Wer das erschreckende Ausmaß der „Mind-Control“-Programme der CIA und des US-Militärs (auch nur teilweise) kennt, findet diese Möglichkeit durchaus nicht abwegig, im Gegenteil.

Hier nur zwei kleine Ausschnitte des (zensurierten) Horror-Kabinetts, in dem Millionen Dollar für geheime  „Forschung“ bewilligt wurde, die  Methoden und Mittel finden sollte, die Psyche von Menschen in steuerbare Waffen zu verwandeln:

MK Ultra Senate Hearing 1977

Und es wird noch konkreter:

MK Ultra excerpt

(Anmerkung: Die „Testpersonen“ waren alles andere als „freiwillig“ … Diese „Forschung“ geht heute im „Battle-Lab“ Guantanamo weiter …aber dieses Thema ist tabu…)

Zurück nach Spanien:

Es gibt in diesem Fall  eine glaubwürdige Zeugenaussage aus Cambrils, die die Drogen-Theorie (als „Mind-Control“) stark untermauert:

Fitzroy Davies 3FITZROY DAVIES, mehrfacher Judo-Champion und heute Judo-Trainer aus England, befand sich zufällig in der Stadt Cambrils, als das angebliche Attentat stattgefunden haben soll. Hat er gesehen, wie ein Auto – nachts um 1 Uhr – in eine Menschenmenge gefahren ist?  (Gibt es überhaupt irgendwelche Zeugen, die das gesehen haben?)

Schwer zu sagen, denn seine Aussagen wurden in den gezeigten Interviews so stark gekürzt, dass nicht mehr viel davon übrig blieb. Anstatt zu versuchen, den Tathergang mithilfe seiner Beobachtungen zu verifizieren (also zu prüfen, ob die Aussagen der Polizei wahr sind), konzentriert sich die Presse darauf, emotionale Reaktionen hervorzurufen.

Was erfahren wir also von ihm?

Davies war Zeuge, wie die (nicht uniformierte) Polizei einen Mann auf offener Straße (aus kurzer Distanz) im Kugelhagel erschossen hat. Er hat sogar ein kurzes Video dazu gemacht und darin sieht man etwas Erstaunliches:

Der Mann fällt nach den Schüssen zu Boden, steht aber binnen Sekunden wieder auf, als ob er unverwundbar wäre. (Der erste Gedanke ist: das waren nur Platzpatronen). Nicht nur das, er zeigt danach keinerlei Angst oder Schmerz, keinen Versuch, zu fliehen, sondern läuft direkt, geradezu euphorisch auf die Polizisten zu, die ihn dann „erledigen“.

Davies Cambrils Video 1Herr Davies war angesichts solcher Szenen natürlich schockiert und fragte sich, was das zu bedeuten habe. Im Interview sagt er dazu folgendes (00:48):

Innerhalb von 30 Sekunden war die Polizei da, richteten ihre Waffen auf ihn, schrien ihn an… dann schossen sie auf ihn. Er fiel zu Boden, nach 2 Sekunden stand er aber wieder auf … stieg über den Zaun, ging auf die Polizei zu, dann schossen sie wieder…

Ich dachte, der Mann hat irgendetwas eingeworfen, er war völlig aufgekratzt .. er wurde so oft getroffen, stand dann einfach auf. Als er auf die Polizei zuging, lächelte er, ja er lachte …

Davies wurde auch von „Sky News“ zu seinen Beobachtungen in Cambrils befragt und sagte dazu:

 „Er benahm sich wie jemand, der unter Drogen stand“…. Nach der ersten Runde von Schüssen fiel er um und dann – ich dachte, bin ich in einem Film, einem dieser Horror-Filme? – stand er einfach wieder auf. Dieser Teil geht mir nicht mehr aus dem Kopf …

Davies hat natürlich völlig Recht: Kein normaler Mensch verhält sich so. Niemand, der „bei Verstand“ ist,  bei normalem Bewusstsein ist, würde so etwas tun (auch nicht, mit Autos in eine Menschenmenge fahren oder völlig fremde Leute mit Messern attackieren).

DIE TERROR-ZOMBIES

Aufzieh-TerroristenAber jemand, dem bestimmte Amphetamine verabreicht wurden -ganz besonders Captagon®  – würde sich genau so verhalten: Er könnte die ungeheuerlichsten Dinge tun, auch Menschen töten und würde dabei lächeln, sein Gehirn würde ihm nur suggerieren: alles ist super …

Wie Captagon wirkt und warum es tonnenweise zur Fabrikation von „Terror“-Mythen wie IS verwendet wird, habe ich hier bereits geschildert. (Hier der Link zum erwähnten BBC-Video, das von WordPress entfernt wurde! Mehr über Captagon – siehe Anhang)

Dass Davies ein Video über diesen Vorfall machen würde, konnten die Planer dieser Terror-Show nicht ahnen. Doch ihre Kontrolle über die Medien ist so weitreichend, dass auch diese „Panne“ sofort in die richtigen Bahnen gelenkt wird.

So greift z.B. die angesehene, britische Zeitung The Independent die Sache auf, gibt ihr aber den richtigen, propagandistischen „Spin“.

Die katalanische Polizei erschoß fünf Leute um einen zweiten Anschlag … zu verhindern. Der Mann aus Wolverhampton (Davies) erzählte, wie einer der verdächtigen Terroristen weiterhin die Polizisten provozierte, selbst nachdem er zum ersten Mal von Kugeln getroffen wurde…“

Hier wird also nicht untersucht, wie es zu diesem seltsamen Verhalten kommen konnte (und auch die Leser sollen nicht darüber nachdenken), sondern das ganze als makabres Spektakel präsentiert. Mit dem passenden frame ausgestattet, soll das Publikum darin sehen, wie fanatisch und unberechnbar  diese „Terroristen“ sind.

Wie sich später herausstellte, waren die in der Presse erwähnten „Bombengürtel“ nur Attrappen und „gesehen“ hat man sie auch nur bei einem Mann, eben dem, der laut Davies  „auf Drogen“ war und gar nicht mitbekam, was hier passierte.

Die wichtigste Aussage in diesem Artikel  des  Independent  ist aber diese (O-Ton natürlich Englisch):

Die regionale Polizei konnte (noch) nicht bestätigen, auf welche Weise die Zivilisten und der Polizist  in Cambrils verletzt wurden.

Dann heißt es weiter:

Lokale Medien berichteten, ein Fahrzeug sei in ein Polizeiauto und in der Nähe befindliche Passanten gefahren, wobei die Angreifer von der Polizei erschossen wurden (einer schwenkte dabei ein Messer).

Moment mal: Ist das nun die Story von Cambrils (120km entfernt von Barcelona) oder von Sant Just Desvern?

Wenige Stunden nach dem Anschlag in Barcelona wird „gemeldet“, dass es am gleichen Tag einen Zwischenfall in Sant Just Desvern gab. Doch es werden dazu widersprüchliche Geschichten verbreitet. Der Spiegel z.B. schreibt dazu:

In Sant Just Desvern, einem nördlichen Vorort Barcelonas, überfährt gegen 20.30 Uhr ein Auto zwei Polizisten an einer Straßensperre. Der Fahrer wurde erschossen. Diese Tat scheint laut dem katalanischen Polizeipräsidenten jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona zu stehen.

Der katalonische Innenminister sagt aber am Freitag morgen, der Mann sei durch Messerstiche umgekommen (die natürlich nicht von der Polizei stammen) und er sei auch nicht der Fahrer des Wagens gewesen, sondern der Beifahrer. Nach dem Fahrer werde nun gefahndet. Eine Verbindung  zu den Anschlägen sei (nun doch) möglich.

Reuters „berichtete“ dazu folgendes:

Ein Toter sei zudem in einem Auto gefunden worden, dass in einen Polizeikontrollposten in Barcelona gefahren sei. Unklar war, ob ein Zusammenhang zu dem Fahrer des Vans bestand, der über die Las Ramblas gerast war. ..Außerhalb von Barcelona wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen nach Behördenangaben ein Kleintransporter gefunden. Spanischen Medien zufolge soll ein zweiter Van als Fluchtfahrzeug eingesetzt worden sein.“ (Wozu dann der Ford Focus?)

Was ist hier los? Wie ist es möglich, völlig verschiedene Erklärungen über einen solchen Vorfall abzugeben und niemand wundert sich darüber?

Hat der Spiegel irgendeine Behauptung überprüft, bevor er sie veröffentlicht hat?

Natürlich nicht. Man will doch hinter den anderen Presse-Papageien nicht herhinken und stützt sich auf spanische „Zeitungsberichte“,  die sich wiederum auf  anonyme „Sicherheitskräfte“ berufen. Es handelt sich also um “Hören-sagen“ ohne jede Verifikation.  Die Presse tut so, als ob die ihnen zugespielten Informationen nie angezweifelt werden müssten.  Das ist bequem, man erspart sich viel Mühe, wenn man einfach als Fließband für „Meldungen“ fungiert:

  • Am Freitag, gegen 10 Uhr morgens „berichtet“ die spanische Presse, Moussa Oukabir sei der Fahrer des Lieferwagens in Barcelona gewesen, also der jüngere Brüder des Mannes, dessen Ausweis gestohlen wurde, obwohl es keinen Beweis dafür gibt. Die „Meldung“ wird weltweit von den Presse-Papageien nachgeplappert. (Kurz darauf wird aber ein anderer Mann als „mutmaßlicher“ Fahrer angegeben)
  • Am frühen Nachmittag wird gemeldet, ingesamt vier Personen seien inzwischen festgenommen worden, die aber bisher nie den Anti-Terror-Behörden aufgefallen waren. Wieso wurden sie dann zu „Verdächtigen“? Das fragt die Presse nicht.
  • Später werden (am gleichen Tag) die Namen von vier weiteren „Verdächtigen“ veröffentlicht, die von der Polizei gesucht werden: Moussa Oukabir (17) , Mohamed Hychami (24), Younes Abouyaaqoub, and Said Aallaa (19). Mit Ausnahme von Aallaa stammen alle aus dem gleichen Ort: Ripoll.
  • Am späten Abend gibt dann die katalanische Polizei bekannt, dass unter den fünf getöteten Männern (in Cambrils) 3 sind, die erst vor wenigen Stunden als „Verdächtige“ bezeichnet wurden (oben rot markiert) sowie der Bruder von Mohamed, Omar Hychami, (21) und der 19-jährige El Houssaine Abouyaaqoub, dessen Bruder Younes auch als „Verdächtiger“ gilt und weiterhin gesucht wird. Nun soll er plötzlich der Fahrer des Lieferwagens gewesen sein
  • Hier fällt auf, dass es sich um drei Brüderpaare handelt (Oukabir, Hychami und Abouyaaqoub). Ist das nur Zufall?

Zu den Ereignissen in Cambrils gibt es noch viele offene Fragen, die Journalisten stellen müssten:

  • Gibt es irgendwelche Zeugen für die Darstellung der Polizei in Cambrils? Wurden ihre Aussagen aufgenommen? (das Erschießen von vier Männern betreffend)
  • Hat jemand gesehen, wie der Audi über die Promenade raste?
  • Hat jemand gesehen, wie die Männer ausstiegen und Passanten attackierten?
  • Was ist mit den Überwachungskameras in Spanien?
  • Gibt es Interviews mit Opfern aus Cambrils?
  • Wer war der „aufgedrehte“ Mann, der im Video von Davies von Polizisten erschossen wurde?

Das scheint die Medien überhaupt nicht zu interessieren.

Tatsächlich wurde hier ein unbewaffneter, geistig verwirrter (offenbar unter Drogeneinfluß stehender) Mann kaltblütig ermordet, weil die geschürte Terror-Panik auch bei der Polizei dazu führt, dass zuerst geschossen und dann nachgedacht wird. Bei all diesen erschossenen „Terroristen“ müsste auf  jeden Fall ein entsprechendes Drogen-Screening gemacht werden.

 

Die Polizei dachte ursprünglich, einer der fünf getöteten Männer in Cambrils sei der Fahrer des Lieferwagens in Barcelona gewesen, änderte dann aber ihre Meinung. Worauf stützte sich aber diese Einschätzung? Sie konnten doch um ein Uhr nachts gar nicht wissen, wer die Männer in Cambrils waren?

Später meldet REUTERS, dass vier Angreifer getötet und einer verletzt wurde und dann wird durch die katalanische Polizei im Radio (RAC1) bekanntgegeben, dass die “Bombengürtel” nur Attrappen gewesen seien.

Interessant dabei ist, dass in dieser “Meldung” so argumentiert wird:

Die Polizei sagte, sie habe fünf Angreifer getötet um eine zweite Attacke (diesmal) mit Sprengstoff-Gürteln – zu vereiteln.”

FRAGE: Wenn ich einen Terror-Anschlag mit Sprengstoffgürtel plane, wieso “entführe” ich dann ein Auto in Barcelona, ersteche den Fahrer, durchbreche eine Polizeisperre, fahre über 120 km (keine Verfolgung?) , besorge mir einen Audi, überschlage mich dann mit dem A3, steige einfach aus, attackiere mit Messern Passanten, um dann im Kugelhagel zu sterben?

Das hört sich so “echt” an wie eine Action-Sequenz aus Tom & Jerry ….

Wenn ich bereit bin, mich selbst in die Luft zu sprengen (egal wofür), wieso dann zuerst ein Angriff mit einem Lieferwagen in einer großen Stadt, dann eine riskante Flucht, das ganze mediale Theater? Der einzige Sinn dieser Show besteht darin, den Leuten Angst zu machen, damit sie nach dem “starken Staat” rufen, also autoritäre Strukturen akzeptieren und bereit sind, für mehr  “Sicherheit”, ihre Rechte zu opfern.

Im Falle Kataloniens kommt noch dazu, dass es ja am 1. Oktober eine Abstimmung über die Abspaltung von Spanien geben soll, was der Regierung in Madrid natürlich große Sorgen macht. Terroranschläge könnten dazu dienen, diese Idee ins Wanken zu bringen.

Last not least …. das  “KILLER-AUTO” … braucht gar keinen Fahrer mehr!

Hacked CarsZum Thema wer hat das Killer-Auto „gefahren“: Autos können heute schon ohne Zutun des Fahrers durch Manipulation der Steuerungs-Elektronik kontrolliert werden. Der Text ist Englisch, hier die Zusammenfassung auf Deutsch:

Durch mehrere Experimente – im Labor und auf der Straße – demonstrieren wir die Fähigkeit, eine große Bandbreite von automotiven Funktionen zu kontrollieren und das Eingreifen des Fahrers völlig unwirksam zu machen: dazu gehört die Bremsen lahmzulegen oder „on demand“ einzelne Räder zu bremesen, den Motor auszuschalten, usw.

Es zeigte sich, dass es möglich ist, grundlegende Sicherheitssysteme zu umgehen … auch das Implantieren eines bösartigen Codes in die Telematic-Einheit war erfolgreich, sodaß alle Spuren dieser Eingriffe nach einem „Unfall“ gelöscht sind

Die Technik muss ja nicht immer für kriminelle Zwecke eingesetzt werden, wie diese Videos zeigen:

https://www.youtube.com/watch?v=YEn9bQkBXkE  Audi parkt autonom in Tiefgarage

https://www.youtube.com/watch?v=RIe9gSRBQTk   Mercedes LKW fährt alleine

https://www.youtube.com/watch?v=kwx4cksf2dE    Volvo LKW ferngesteuert im Härtetest

Doch die Geheimdienste, vor allem die CIA interessiert sich nicht für selbst-parkende Autos, aber sehr für Fahrzeuge, die  gegen den Willen des Fahrers (oder ohne ihn) beschleunigt und gelenkt werden können und dann zu Mord-Waffen werden. Das wurde durch die Wikileaks-Enthüllungen (Vault 7) bestätigt.

In diesem Video sieht man, (in einem harmlosen Test, von dem der Fahrer wusste) wie unheimlich es wird, wenn das Auto “ferngesteuert” ist , z.B. das Radio beginnt in voller Lautstärke zu spielen (kann nicht abgeschaltet werden!), dann wird die Scheiben-Waschanlage permanent aktiviert (der Fahrer sieht nichts mehr), dann wird der Motor abgewürgt. ..

Mit dieser Technologie kann natürlich auch ein Lieferwagen dazu gebracht werden, in eine Menge zu rasen … (das würde dann erklären, warum der “Fahrer” immer „abhauen“ kann)

Der “flüchtige Fahrer“ muss also in jedem Fall erschossen werden …

ANHANG:  CAPTAGON-INFO

http://de.euronews.com/2015/11/25/terroristen-auf-droge—warum-captagon

http://archive.dhakatribune.com/world/2016/jul/06/real-effects-terrorist-drug-captagon  (Interview mit Jean-Pol Tassin – Englisch)

http://www.voltairenet.org/article183143.html

http://www.non-stop-zapping.com/actu/tv/attentats-de-paris-enquete-exclusive-reportage-inquietant-sur-le-captagon-la-drogue-des

 

 

SIEMENS & Das Monster im Spiegel

 

statoflibertyDie groteske Performance der USA als moralisierendes, größenwahnsinniges Polit-Monster (und echte Bedrohung für den Weltfrieden) ist nicht mehr auszuhalten. Die neuerlichen „Sanktionen“ gegen Russland im Energieexport-Sektor sind ein weiterer Anschlag auf die deutsche und europäische Wirtschaft und ein ungeheuerliche Einmischung in die Energiepolitik anderer Länder. Wenn selbst ein Welt-Konzern wie Siemens davor in die Knie geht, wird die Sache wirklich ernst.

Klaus Kleber, der transatlantische Chef-Propagandist des ZDF, („Diebstahl der Krim“) – hat also letztlich doch gegenüber Siemens („gut, wenn man im Dialog bleibt“) sozusagen gewonnen, nachdem er den Vorstandsvorsitzenden abkanzelte wie einen Schuljungen, weil dieser Präsident Putin  nicht schon 2014 – gemäß Anordnung der Denkpolizei aus Washington – wie einen Aussätzigen behandelte.

Wir sind ja schon einiges gewohnt, was die peinliche Unterwürfigkeit unserer Journaille gegenüber dem US-Hegemon betrifft, doch dieser „Kommentar“ in der FAZ ist so schäbig, dass man die political correctness über Bord werfen muss und das nur mehr als Arschloch-Journalismus bezeichnen kann. Dass diese Bewertung „verdient“ ist, soll in den folgenden Zeilen ersichtlich werden, aber zunächst einmal einige Erklärungen zum politischen Hintergrund:

IMPERIAL ECONOMIC WARFARE (EU & RUSSLAND sollen geschwächt werden)

HR3364 Countering BS

Der US-Kongress verabschiedete letzte Woche ein Gesetz (H.R.3364), in dem weitere „Sanktionen“ gegen Iran, Russland und Nord-Korea erlassen werden, die mit rechtsstaatlichen Prinzipien völlig unvereinbar und faktisch ungerechtfertigt sind. (Trump unterschrieb unter Protest). Hier (wir beschränken uns auf Russland) geht es eindeutig um „economic warfare“, also die Anwendung wirtschaftlicher Gewalt für machtpolitische Zwecke. Das ist natürlich nicht mit dem Geist der UN-Charta zu vereinbaren, weshalb man durchaus von einer Verhöhnung des Völkerrechts sprechen kann. (Seit „9/11“ Routine für die USA)

Das wird umso deutlicher, wenn man sich ansieht, welche Auswirkungen das Gesetz auf die europäische Wirtschaft hat:

DAS ENERGIE-DIKTAT AUS WASHINGTON

Das Gesetz hat für Aufsehen gesorgt, weil es (über die übliche Selbstherrlichkeit der USA, sich ständig in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, noch hinausgehend) europäischen Unternehmen (und Staaten) verbietet und unter Strafe stellt, in Energie-Projekte zu investieren, an denen Russland beteiligt ist.

Es wird also jeder (Person oder Firma) von der arroganten USA bestraft der „wissentlich Produkte oder Dienstleistungen für den Bau, die Modernisierung oder die Reparatur russischer Export-Pipelines zur Verfügung stellt“.

NordstreamDamit wird natürlich auch der Ausbau der „Nord-Stream“ Erdgasleitung nach Deutschland torpediert, die für die deutsche und europäische Energieversorgung enorm wichtig ist, aber Washington gar nicht in den Kram passt (mehr dazu weiter unten).

„WE CREATE  OUR OWN REALITY“  (Karl Rove)

Als Begründung für bereits bestehende  Sanktionen wurde die „Annexion“ der Krim und die Unterstützung Russlands für die Separatisten im Donbass angeführt. Dass der Aufstand im Donbass und auch die Sezession der Krim eine Reaktion auf den gewaltsamen Nazi-Putsch (im Februar 2014) in Kiew war, der von den USA organisiert wurde, wird dabei natürlich nicht erwähnt. Auch der Vorwurf, Russland sei für eine Cyber-Attacke auf den DNC verantwortlich, und damit der Manipulation von US-Wahlen überführt,  mittlerweile völlig unhaltbar geworden (siehe Anhang) ist, wird als Vorwand für weitere Sanktionen benutzt. Die russische Unterstützung der syrischen Regierung im Kampf gegen die eingeschleusten Terror-Banden (im Gegensatz zu dem, was die USA dort treibt, eine legale Operation) wird ebenfalls als Rechtfertigung missbraucht („den Diktator Assad unterstützen“, die übliche Leier).

Das Gesetz ist aber auch auf amerikanische Verfassung bezogen, ein Skandal, denn es unterminiert die außenpolitische Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten und sabotiert die Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exkutive: Trump darf nichts unternehmen, um die Beziehungen zu diesen drei Ländern zu verbessern, ohne vorher die Genehmigung des Kongresses einzuholen (Er muss alles haarklein schriftlich begründen, sämtliche „Auswirkungen“ schildern, etc. und wird damit quasi entmündigt).

Die mediale Hexenjagd gegen ihn (er sei ein heimlicher Agent Putins) hat ja dafür gesorgt, dass jedes freundliche Wort über Russland sofort als „Beweis“ für diese absurde Behauptung interpretiert wird. Genau deshalb traute sich Trump auch nicht, gegen das Gesetz ein Veto einzulegen und für seine außenpolitische – versöhnliche – Linie gegenüber Russland zu kämpfen. (Er „tweetet“ stattdessen seinen Unmut an seine Wähler, die sich „beim Kongress dafür bedanken können“, dass die „Beziehungen zu Russland so schlecht wie noch nie seien“ und dadurch Gefahr drohe).

„WE ARE (ALREADY) GREAT BECAUSE WE’RE GOOD

(Hilary Clinton während des Wahlkampfs 2016)

quotation-ramsey-clark-world-war-crimeWer sich seit vielen Jahren analytisch mit der Scheinwelt beschäftigt hat, die der US-Hegemon in den Medien erzeugt, lässt sich nicht mehr hinters Licht führen. Die Motive der amerikanischen Macht-Eliten (und unserer auch) sind keinesfalls edel und haben nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun. Im Gegenteil, alles was Putin angekreidet wird, hat die USA selbst verbrochen und zwar in gigantischem Ausmaß, ohne jeden Skrupel, seit Jahrzehnten. (Der wunderbar sarkastische  Mark Twain (Gegner des Imperialismus) nannte das US-Militär schon damals „our uniformed assassins“)

Dass man die hegemoniale Herrschaft mit allen Mitteln erhalten will, ist ausreichend dokumentiert (Wolfowitz-bzw. Bush-Doktrin, PNAC, Brzezinski und andere pathologische „Strategie-Papiere“ der USA)

Wie unglaublich verlogen die Selbst-Darstellung der USA (als moralische Lichtgestalt) ist, kann man an konkreten Beispielen demonstrieren. So auch durch den Text dieses Gesetzes:

DECEPTION IS MY MIDDLE NAME

Unter dem schönen Tarn-Begriff „Energiesicherheit der Ukraine“ heißt es z.B. in Section 257:

It is the policy of the United States…to continue to oppose the Nord Stream 2 pipeline given its detrimental impacts on the European Union’s energy security, gas market development in Central and Eastern Europe, and energy reforms in Ukraine“

Hier wird so getan, als ob diese perfide Form wirtschaftlicher Gewalt durch die USA (eigentlich Nötigung) gegenüber der EU auch noch zu deren (also unserem) Wohl stattfindet. Man ist doch nur besorgt um die „Energiesicherheit“ der EU, die Entwicklung und „Diversifizierung“ des Erdgasmarktes, usw.  Das ist völliger BS, denn die Motive Washingtons sind alles andere als edel. Außerdem ist die Argumentation nicht logisch, denn wieso wäre es besser für uns von den (teuren) Flüssiggasimporten der USA (oder jenen des korrupten Emirs von Katar) abhängig zu sein, als von Russland? Weil die USA vertrauenswürdiger und moralisch-hochstehender ist als Russland? Es darf laut gelacht werden.

Kein anderer Staat setzt wirtschaftliche „Sanktionen“ (als politische Waffe) mehr ein als Amerika. Die „empty suits“ der EU haben bisher brav mitgemacht, doch nun sind sie selbst die Zielscheibe dieser imperialen Arroganz geworden und haben nicht den Mumm, etwas dagegen zu unternehmen. Die Polen und Balten lassen sich natürlich von der „soft power“ der USA einwickeln, gegen Russland aufhetzen und glauben tatsächlich, Washington sei auf ihrer Seite. („Rule through illusion“ nannte das Harold Lasswell)

Mit welchem Recht mischt sich Washington überhaupt in die Energiepolitik der EU ein? Das ist ungeheuerlich. Die Arroganz der amerikanischen Macht („Fuck the EU!“) wird hier verkauft als wohlwollende Sorge um unsere Energieversorgung, doch wenn man den geopolitischen Kontext miteinbezieht, sieht die Sache völlig anders aus:

GERMANY AND RUSSIA MUST BE ENEMIES

WWI_poster

Britisches Propaganda-Poster aus der Zwischenkriegszeit: „Der (ewige) böse Deutsche“

Das „anglo-amerikanische Establishment“ (wie es Caroll Quigley nannte) hat seit Ende des 19.Jahrhunderts daran gearbeitet, mit allen Mitteln zu verhindern, dass Deutschland und Russland eine wirtschaftliche Kooperation eingehen. Dafür hat man auch zwei Weltkriege „angeschoben“ (siehe hier, hier und hier) und zwei extreme, politische Gruppierungen finanziert und an die Macht gebracht (die Nazis und die Bolschewiki), die sich (nachdem man an der Aufrüstung gigantisch verdient hatte) dann gegenseitig umbringen sollten. Danach sorgte man dafür, dass es zwei verfeindete Blöcke in Europa gab, einen „eisernen Vorhang“ dazwischen und die Illusion, die amerikanische Besatzung, Militär-präsenz und massive Manipulation des politischen Klimas seien notwendig für „unsere Sicherheit“, gegen die bösen Russen.

Das war alles Bullshit. Nicht die UDSSR strebte die Weltherrschaft an, sondern die USA. Das „Evil Empire“ (wenn man diesen Jargon benutzen will) lag – und liegt – im Westen, nicht im Osten. (Auch die Chinesen können dafür nicht herhalten).

Die Bücher von Brzezinski, die aggressiven Strategiepapiere amerikanischer Think-Tanks (Brookings & Co.) und die amerikanischen Kriege seit „9/11“ sprechen dazu eine klare Sprache und die NATO-Osterweiterung bzw. Einkreisung Russlands mit NATO-Militärbasen seit dem „Mauerfall“ sind auch eine historische Tatsache. Dass man selbst die Flüchtlings- und Migrantenströme (die häufig Folge der amerikanischen Kriege bzw. „Destabilisierung“ sind) als politische Waffe gegen die EU einsetzt, ist auch nicht mehr zu übersehen.

Es ist ungeheuerlich, dass trotz dieser Fakten – auf den Punkt gebracht im April 1967 von Martin Luther King –  (gilt heute umso mehr) mit diesem Satz:

Der größte Verbreiter von Gewalt in der Welt ist meine eigene Regierung

die Scheinheiligkeit der USA („Wir sind die Guten“) noch immer als politische Realität präsentiert wird. Genau darin zeigt sich ja ihre „soft power“, ihre Macht die Zivilgesellschaft zu manipulieren (wie Prof. Mausfeld analysiert hat). Wenn Washington morgen die Parole ausgibt, „der Schnee ist schwarz“ schreiben das am nächsten Tag hunderte Presse-Papageien. Die kritische Wahrnehmung der politischen Wirklichkeit und die mediale Verzerrung ist nicht mehr in Einklang zu bringen.

Und damit kommen wir zum FAZ-Artikel, der dafür ein trauriger Beleg ist und als abschreckendes Beispiel verwendet werden kann, wenn es darum geht „Medienkompetenz“ zu fördern.

BLAME  IT ON PUTIN (DER ALLROUND-SÜNDENBOCK)

Ulfkotte Bought JournosWer noch Zweifel an der Darstellung Ulfkottes hatte (deutsche Zeitungen sind nur mehr Verteiler imperialer Lügen, also Propaganda-Outlets („strategic information“ heißt das heute im NATO-Jargon) dem sei dieser perfide, hetzerische, polemische, „Kommentar“ besonders empfohlen. Aber zuerst noch das:

Was ist eigentlich Propaganda und wann ist sie effektiv?

Sie wirkt dann, wenn der Zuschauer / Leser nicht merkt, dass seine Einstellung, seine Reaktion auf eine bestimmtes Thema und letztlich sein Verhalten als Bürger / Wähler gesteuert wurde.Do the fellow’s thinking for him“ so nannte es ein Psychologe in den 1920er Jahren. Aber eigentlich soll das eigene Nach-Denken ganz ausgeschaltet und durch emotionale Agitation und impulsive Reaktionen ersetzt werden. (Twitter ist übrigens hervorragend dafür geeignet) Erfundene oder selbst-inzenierte Horror-Stories über Kriegsverbrechen des Gegners sind besonders wirksam („Brutkasten-Lüge“, „Giftgas-Anschlag“ usw.) zur Erschaffung eines Feindbildes.

Schon die ersten Zeilen in der FAZ machen klar, wohin die Reise geht: Die permanente „character-assassination“ von Putin ist das Ziel, also die Karikatur eines Bösewichtes, vor dem man uns nicht oft genug warnen kann

THE MANUFACTURED RUSSIAN THREAT

scapegoat russiaWas zu beweisen wäre, wird einfach als bewiesen betrachtet. Das ist praktisch für die rhetorische Manipulation. Dass Putin „den Westen spalten will“, eine böswillige Unterstellung – die man natürlich auch als „Verschwörungstheorie“ (VT) bezeichnen könnte, wird also einfach als Prämisse vorausgesetzt. „Der Fall Siemens“ wird dann als Beweis für diese VT präsentiert. (Erörtert in Teil 2)

Hier wird die machtpolitische und historische Realität auf den Kopf gestellt, denn es ist natürlich die USA die Europa (schwächen) spalten will, wenn damit ein Annäherung an Russland verhindert werden kann. Die osteuropäischen Länder werden bewusst gegen Russland aufgehetzt, in dem man ihnen Angst vor der „russischen Aggression“ einhämmert, die es gar nicht gibt. Sie muss jedoch konstruiert werden, damit man die reale, amerikanische Aggression (bzw. Provokation) – nämlich die Erweiterung der NATO bis vor Russlands „Haustür“, die ständigenMilitär-Übungen“ nahe der russischen Grenze, die semantischen Drohungen, die Sanktionen, etc. als „Schutzmaßnahme“ verkaufen kann.

Es muss also eine große Bedrohung konstruiert werden (in den Köpfen der Menschen), damit man den eigenen Militarismus, die eigene Machtgier, die eigene Kriegsmaschinerie als „notwendig“ für die europäische  „Sicherheit“ präsentieren kann. (Dass damit auch ein Milliarden-Geschäft  (siehe Schlagzeile aus „The Intercept“ unten) verbunden ist, macht die Schaffung eines Feindbildes noch wichtiger)

Russophobia great for business

Wie Harold Lasswell es formulierte: „Die Leute müssen wissen, wen sie hassen sollen“.

Dass Deutschland seit 1945 als souveräner Staat nicht mehr existiert, ist eine traurige Tatsache. 173 amerikanische Militärstützpunkte auf deutschem Boden (mehr als 70 Jahre nach Kriegsende), eine amtierende, deutsche Bundeskanzlerin, die vom US-Präsidenten den höchsten, zivilen Orden (wofür?) erhält, ihre Telefonate von der NSA abhören lässt, der deutschen Wirtschaft Milliarden-Aufträge mit Iran und Russland vermasselt (nur weil die USA das wollen), das hat mit Souveränität nichts mehr zu tun.

Deutschland ist ein Vasall der USA und die EU hat auch nicht den Mumm, die „europäischen Interessen“ durchzusetzen. Im Gegenteil, auch sie macht bei den Sanktionen gegen Russland mit.

YOU ARE FREE TO DO WHAT WE WANT („Freihandel“ à la americaine)

Das o.a. skandalöse Sanktions-Gesetz hat zumindest bei einigen deutschen Politikern für verbale Proteste gesorgt. Und das natürlich völlig zu recht. Genau das Land, das uns seit Jahren mit der Arie vom „Freihandel“ die Ohren voll singt und Auflagen für Umweltschutz und Gesundheit als „Handelshemmnisse“ attackiert, zwängt deutsche und europäische Unternehmen in eine wirtschaftliche Zwangsjacke, wenn es ihnen politisch opportun erscheint. Der Wirtschaft Beschränkungen aufzuerlegen, die für uns alle von Vorteil sind, geht also gar nicht. Aber den Firmen vorzuschreiben, mit wem sie Geschäfte machen dürfen und mit wem nicht – aus machtpolitischen Gründen, getarnt mit moralischer Heuchelei – das ist OK.   (Ganz zu schweigen davon, dass Deutschland und die USA an die größten Arschlöcher Kriegsgerät verkaufen, wie z.B. die degenerierten, „königlichen“ scum-bags in Saudi Arabien;)

GUILT BY ASSOCIATION

FAZ Putin the horribleDass unsere schäbige Journaille auf diesen eklatanten Widerspruch nicht hinweist, ist schon schlimm genug. Doch Herr Schmidt von der FAZ verdient den Spezialpreis für „sucking-up to American power“ (falls er den Artikel wirklich selbst geschrieben hat):

Schon am Anfang wird klar, welche fiesen sparchlichen Manipulations-Methoden hier angewendet werden:

 „Wortmeldungen aus Berlin, allen voran der SPD-Bundesminister Zypries und Gabriel, könnten glatt aus Moskau kommen. . Dort klagt man traditionell über den „Weltgendarm“ und sieht  Zwist als Chance, das Lager der Widersacher zu spalten.“ (Das hat der Kreml bisher erfolglos versucht, aber Putin gibt nicht auf)“

Die völlig berechtigte (viel zu schwache) Kritik dieser beiden deutschen Minister wird auf perfide Weise diffamiert:

Die bloße Assoziation mit „Moskau“ soll also reichen, um die Reaktionen als anrüchig erscheinen zu lassen. Jeder, der etwas sagt, das auch nur im entferntesten der russischen Sichtweise ähnelt, wird in den Dreck gezogen. Das ist so schäbig, das man kotzen möchte. Das ist totalitäres Denken und eine Form von Volksverhetzung (Wie der Ausdruck „Judenfreund“ im dritten Reich).

Stellen wir uns vor, jemand würde diese Methode anwenden und statt Moskau „Tel Aviv“ nehmen, also suggerieren, alles was von dort kommt, ist mit finsteren Absichten verbunden, die uns bedrohen. Da würde sofort eine Welle der Empörung losbrechen, es würde „Anti-Semitismus“-Vorwürfe hageln (die oft natürlich zum Abwürgen von Kritik an Israel benutzt werden). Aber jede pauschale Diffamierung (nach Nationalität, Religion, Ethnie, etc.) ist  völlig inakzeptabel.

US Deadly Export BlumAuch hier erkennen wir, dass die USA im Unterbewusstsein „das Monster im Spiegel“ vor sich hat (also ihre eigene Skrupellosigkeit, die Millionen Menschen das Selbsbestimmungsrecht nimmt bzw. das Leben gekostet hat und uns dem dritten Weltkrieg immer näher bringt), aber dieses Schreckgespenst nicht sehen will, weil es ihr eingebildetes „Superman“-Image zerstört.

Also tun sie so, als ob das „Monster im Spiegel“ der Feind ist, den man mit allen Mitteln bekämpfen muss. Sie projizieren also ihre eigenen Intrigen und Verbrechen auf den politischen Gegner und können damit das eigene Gewissen betrügen: Wir machen das alles doch nur, um uns gegen diesen Schurken zu wehren bzw. um euch (uns Europäer) zu beschützen.

Das gilt auch für die wirtschaftliche Ebene. Herr Schmidt liefert uns wunderbare Beispiele dafür:

„Vor allem aber gilt auch in Europa als erwiesen , was der amerikanische Gesetzentwurf feststellt: „Die Regierung der Russischen Föderation benutzt ihre starke Position im Energiesektor als Hebel, um die Innenpolitik und die äußeren Beziehungen der Länder Europas und Eurasiens zu manipulieren.“

Es diene der Energiesicherheit dieser Länder, wenn sie ihre Abhängigkeit von russischen Ressourcen und Staatsunternehmen verringerten, was Washington „unterstützen“ sollte.

„Es gilt als erwiesen“ ist natürlich ein schöner rhetorischer Trick um Wahrheit zu suggerieren, wo keine ist und so zu tun, als ob die Anschuldigungen des US-Kongresses keine politische Taktik seien, das ist einfach lächerlich. Alles was aus Amerika kommt, ist also positiv zu sehen, alles was aus Russland kommt, ist schlecht für uns. Geht’s noch, Herr Schmidt?

Wenn man nicht die propagandistische Darstellung der USA übernimmt, (wie Schmidt) ergibt sich ein ganz anderes Bild, so kann man bei z.B. bei Wikipedia (über Nord-Stream) nachlesen:

„Russland wird in die Lage versetzt, Gasexporte nach Westeuropa auf direktem Wege zu gewährleisten. Somit ist sowohl der Lieferant als auch der Konsument künftig von Schwierigkeiten durch Transitländer unabhängig, beispielsweise wenn diese Preisangleichungen an das europäische Niveau nicht akzeptieren wollen. Bisher konnten Transitländer das Passieren ihres Territoriums als Druckmittel nutzen, [Ukraine!] um exklusive Lieferbedingungen für sich selbst durchzusetzen, und so die Versorgungssicherheit Westeuropas gefährden.“

Genau so ist es. Tatsächlich erhöht sich also die Versorgungssicherheit Deutschlands im Energiebereich durch Nord-Stream, denn Russland war immer ein verlässlicher Partner und der Transport durch die Ukraine (wo Neo-Nazis marschieren (mittlerweile in die „National-Garde“ integriert) und massive Korruption herrschen) sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Putin will mehr Erdgas an die EU verkaufen und verhindern, dass Russland aus dem europäischen Markt verdrängt wird. Was ist daran verwerflich? Und noch einmal, was geht das die USA an? Sie selbst greift zu allen Mitteln, um mehr Kontrolle über die Energieströme nach Europa zu bekommen (Krieg in Libyen, Irak u. Syrien) und warnen uns gleichzeitig vor solchem Verhalten, aber nur, weil es Russland unterstellt wird?

Die USA ist der unangefochtene World-Champion, wenn es darum geht, andere Länder zu manipulieren und mit kriminellen Methoden das politische Klima und die wirtschaftliche Situation zu beeinflussen, bis zum „regime change“ und zum künstlichen Bürgerkrieg (now playing in Syrien und immer mehr in Venezuela). Darüber wird aber nie ein Wort verloren, sondern stattdessen der politische Widersacher dämonisiert und an den Pranger gestellt. Dieses argumentum ad adversarium ist ein sehr effektives Ablenkungsmanöver für Kritik, weshalb es ständig von Washington benutzt und durch armselige Wichte wie Schmidt verbreitet wird.

DOUBLETHINK  IN ACTION

Herr Schmidt beeindruckt durch sein Talent, seine eigene Argumentation ad absurdum zu führen (er betet ja in Wahrheit nur „talking points“ herunter) und zu demonstrieren, wie voreingenommen er ist (Er übernimmt kritiklos die Perspektive der USA und tut so, als ob die Interessen der USA und jene der EU deckungsgleich sind, davon kann aber keine Rede sein)

  • Wenn die EU ihre Abhängigkeit von Russland verringert, nennt er das „Energiesicherheit“, wertet es also eine rationale Handlung.
  • Wenn Russland (für die russischen Bewohner der Krim) dasselbe macht (die Energie-Abhängigkeit von der Ukraine zu beenden), ist das ein Zeichen dafür, dass Energiepolitik ein „Machtinstrument Putins“ ist.
  • Dass die USA berühmt dafür ist, so gut wie alles (Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, usw.) als globales Machtinstrument zu missbrauchen, davon spricht er nicht;
  • Trump selbst hatte angekündigt, sein Ziel sei „US dominance of the energy market“. In einem Bloomberg Artikel hieß es unter der Überschrift: „Export equals Influence“, dass Trump in einer Rede im Energieministerium betont hatte, wie der US-Export von Gas, Öl und Kohle den globalen Einfluss der USA stärken könne.
  • Dass die Kriege der USA seit 2001 als „Energiekriege“ bezeichnet werden können (siehe Daniele Ganser) davon will er auch nichts wissen.

Mit Logik hat also seine Argumentation also nichts zu tun, mit politischer Kriegsführung und Meinungsmanipulation aber sehr viel.

Denn es geht natürlich darum, Präsident Putin zu dämonisieren (ihm die finstersten Motive im Kontext der Energiepolitik zu unterstellen), während gleichzeitig die Motive der USA (nicht einmal hinterfragt), sondern automatisch als ehrenhaft dargestellt werden.

Das ist Journalismus für Dummies.

THE ETERNAL WAR-STATE

Wie man die (skrupellose) Politik der USA (vor allem scheinbare „Verhandlungen“) moralisch zu bewerten hat, zeigt sich hier: (Clausewitz ist schon längst überholt)

Nicht „Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ sondernPolitik is the Fortsetzung von Krieg mit anderen Mitteln“

War by other Means 1

(Auszug aus „Political Warfare & Psychological Operations,  Rethinking the US-Appproach, National Defense University Press, 1989)

 

ANHANG 1 (Beweise, dass es kein russisches „Hacking“ gab)

 ANHANG 2 (Info zu den Sanktionen)

Am 18. Dezember 2014 wurde der „Ukraine Freedom Support Act“ verabschiedet (Bundesgesetz 113-272; 22 USC 8921), in dem Sanktionen gegen  jene Ausländer verhängt werden, die vom US Präsidenten als „Einheiten, die von der russischen Regierung kontrolliert werden oder sich in deren Besitz befinden“  eingestuft werden oder gegen russische Staatsbürger , die an der „Herstellung, dem Verkauf, dem Transfer oder der sonstigen Beschaffung von bestimmten Rüstungsgütern für Syrien beteiligt sind“.

 Am 1. April 2015 erlässt Obama Dekret 13694, das sich auf das Einfrieren von Vermögen bestimmter Personen bezieht, die „an schwerwiegenden, bösartigen Cyber-Aktivitäten“  beteiligt sein sollen. Damit wird der Finanzminister (in Absprache mit dem Justiz- und dem Außenminister) autorisiert, Sanktionen gegen Personen zu verhängen, denen bösartiges  „Hacking“ unterstellt wird (ohne Beweisverfahren).

Dann beruft man sich auf auf einen absurden „Bericht“ der US-Geheimdienste vom 6. Jänner 2017 („Bewertung russischer Aktivitäten und Absichten im Bezug auf kürzlich stattgefundene US-Wahlen“) und zitiert daraus 2 Sätze:

  • Der russische Präsident Putin gab 2016 eine Kampagne in Auftrag, mit dem Ziel, die US Präsidentenwahlen zu beeinflussen“.
  • „Die daraus gezogenen Lehren wird Moskau für zukünftige Einfluss-Operationen nutzen und zwar weltweit, auch gegen amerikanische Verbündete und deren Wahlprozesse.“

Beide Behauptungen sind natürlich im Kontext der politischen Kriegsführung bzw. als PSYOP (psychologische Operation) zu sehen. Wie o.a. erklärt, bezichtigt die USA ihre Gegner immer genau jener Schandtaten, die sie selbst begeht (eine Art Zwangsneurose).

 

Trump werden also vom Kongress die Hände gebunden, wenn es um seine Ännäherung an Russland geht: So heißt es unter Art. 216 (1):

Der Präsident wird einen Bericht an den jeweils zuständigen Kongressausschuß übergeben, in dem die geplante Aktion und die Gründe dafür beschrieben sind.“

Unter „Aktion“ ist hier folgendes zu verstehen: (2)

  • Jede Handlung, mit der die Anwendung der Sanktionen beendet werden soll
  • Jede Handlung, mit der die Sanktionen gegen eine bestimmte Person ausgesetzt werden sollen oder
  • Jede Konzession, die geeignet ist, die Außenpolitik der USA gegenüber Russland entscheidend zu ändern

Unter (3) wird bestimmt, dass der Präsident in seinem Bericht an den Kongress auch eine Beschreibung seiner jeweils geplanten Aktion dahingehend abliefern muss, ob er damit „beabsichtigt“ (A) oder „nicht beabsichtigt“ (B), die US-Außenpolitik gegenüber Russland maßgeblich zu verändern“.

Sollte „The Donald“ es wagen, irgendwelche Maßnahmen vorzuschlagen, die die Beziehungen zu Russland tatsächlich (zum Positiven) verändern würden, muss er auch dafür diverse „Beschreibungen“  abliefern:

  • Worin bestünde denn diese konkrete Änderung?
  • Der erwartete Effekt dieser Maßnahme auf die „Nationale Sicherheit“ und
  • auf die politischen Ziele, für die die betroffenen Sanktionen ursprünglich verhängt wurden

(Was man über Russland denken (und sagen) darf und was nicht, wurde damit quasi  in einem „Rechtsakt“ beschlossen …)  Orwell ist nichts dagegen …

 

GIFT & GALLE

OPCW inspectorEine Ermittlungsmission hat in Syrien Beweise für den Einsatz von Senf- und Sarin-Gas gefunden, erklärte die Hohe Repräsentantin für Abrüstungsangelegenheiten Izumi Nakamitsu. „Der erneute Einsatz von Giftgas ist entsetzlich und kann nur als eine Verletzung der Grundsätze des Völkerrechts angesehen werden“, sagte Nakamitsu vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Die Ermittler führten Interviews, untersuchten Dokumente und entnahmen Blutproben. Aufgrund der vorherrschenden Sicherheitslage konnten sie allerdings nicht zu den mutmaßlichen Einsatzorten vordringen.“ [„in Syrien“ ist also irreführend]

Diese Meldung ist nicht neu (vom 24. Mai 2017), wurde aber vor wenigen Tagen wieder hochgespielt. Warum, dass soll hier untersucht werden.

Die OPCW sollte eine „Fact-finding“ Mission in Syrien durchführen, um zu klären, was es mit den „Giftgas-Anschlag“-Vorwürfen auf sich hat. In ihrer jüngsten Presse-Aussendung heißt es u.a.:

„Die FFM bestätigte, dass Menschen am 4. April 2017 in der Khan Shaykhun Gegend (Provinz Idlib in Syrien) Sarin ausgesetzt waren, (einem gasförmigen Nervengift). Das Mandat des FFM besteht darin, festzustellen, ob CW oder giftige Chemikalien in Syrien als Waffen eingesetzt wurden; es beinhaltet nicht, herauszufinden, WER für die angeblichen Angriffe verantwortlich ist.

„Aus Sicherheitsgründen konnte das Team Khan Shaykhun NICHT besuchen. Das rasche Einschreiten ermöglicht es jedoch dem Team, den Autopsien beizuwohnen, bio-medinische Proben  von Verletzten und Toten zu nehmen, Zeugen zu  vernehmen und Umweltproben zu erhalten.“

 „Eine gründliche Methodik wurde angewandt, die Übereinstimmung von Zeugenaussagen wurde berücksichtigt,“ usw. Das klingt toll, dient aber nur dazu, die beschämenden Tatsachen zu  verbergen:

ICH WEISS, DASS ICH NICHTS WEISS

Eine „Fact-Finding-Mission“ die den angeblichen „Tatort“ GAR NICHT GESEHEN, geschweige denn forensisch untersucht hat, ist eine bitterböse Farce und mit dem auf diese Weise gesammelten „Beweismaterial“ würde sich jeder Ankläger vor Gericht (in einem Rechtsstaat) lächerlich machen. Wie wir aus jedem Fernseh-Krimi wissen, muss der Tatort eines Verbrechens so schnell wie möglich „abgesichert“ werden, damit keine Spuren verwischt bzw. falsche Spuren gelegt werden können.

(Das gleiche gilt auch für einen Unfall: Stellen wir uns vor, die Polizei würde nicht direkt am Unfallort ermitteln, sondern sich (hunderte km entfernt davon) „Unfallopfer“ und Autoteile zeigen lassen … wer würde das akzeptieren?)

In einem Kriegsgebiet ist das – Verhindern dieser „Kontamination“- natürlich leichter gesagt als getan und wir wissen ja schon aus den früheren OPCW-Berichten, dass die für eine forensische Beweissicherung absolut notwendige „geschlossene Beweiskette“ in diesem Fall kaum möglich ist. Doch es sind nicht nur die Wirren des Krieges, die eine zuverlässige Untersuchung verhindern und Manipulation wahrscheinlich machen.

Khan Shaykhoun befindet sich in der syrischen Provinz Idlib, wo die Terroristen von Al Nusra (AN)  dank Unterstützung des Westens die Herrschaft übernommen haben. Die OPCW weist ja darauf hin, dass ihr „Fact-Finding-Team“ (FFT) „aus Sicherheitsgründen“ keinen Fuß dorthin gesetzt hat, eben wegen der Brutalität von Al Nusra, die natürlich selbst keinerlei „Opposition“ duldet (wer anders denkt, wird umgebracht).

DIE  WÖLFE  IM  HUMANITÄREN SCHAFSPELZ

WH fraud 1Doch alle Informationen mit denen das „FFT“ gefüttert wurde, kommen ja aus diesem Gebiet (also von Leuten, die entweder AN angehören, sie unterstützen oder sich vor ihnen fürchten). Diese „Zeugenaussagen“ sind also mit großer Skepsis zu bewerten, ganz zu schweigen von dem „Material“, dass die OPCW von einer „Nicht-Regierungsorganisation“ erhalten hat, die sie namentlich nicht nennen will:  den „White Helmets“ (Weißhelme, abgekürzt: WH).

Dies ist aber ganz und gar keine neutrale, über alle Zweifel erhabene „Hilfsorganisation“.  Wie unabhängige Journalisten aus Aleppo berichtet haben, sind die WH nichts anderes als eine perfide PR-Konstruktion westlicher Geheimdienste. Ihr heldenhaftes, nobles Image (vor allem als Retter verletzter Kinder aus Trümmern) hat nichts mit der Realität zu tun, im Gegenteil: Sie sind in Wahrheit auch Al-Nusra-Leute, die mit ihren selbst-fabrizierten Mitleids-Videos eine perfekte Illusion erschaffen haben, um die Öffentlickeit emotional gegen Assad aufzubringen und ein stärkeres (illegales) „Eingreifen“ der USA zu rechtfertigen. (Sozusagen die Oscar-gekrönte „Brutkastenlüge“ hoch drei…)

Das Hauptquartier von Al Nusra im belagerten Ost-Aleppo lag unmittelbar neben der Zentrale der „White Helmets“….wie dieses Amateur-Video von Pierre le Corff  zeigt)

Al Shayrat airfieldDie syrische Regierung hat der OPCW freien Zugang zum Al-Shayrat Flugfeld garantiert, von dem der  behauptete „Giftgas-Angriff“ ausgegangen sein soll, doch das Angebot wurde abgelehnt. Ein von Russland und Iran gesponserter Vorschlag, sofort eine neue Untersuchung VOR ORT einzuleiten, wurde vom obersten Gremium der OPCW nicht angenommen.

Die Behauptung der OPCW, eine Untersuchung vor Ort sei „zu gefährlich“ gewesen, trifft also in diesem Fall (Al Shayrat) nicht zu.

Die Bombardierung des Al-Shayrat Flugfeldes durch die USA (am 7.April 2017) – BEVOR irgendwelche Untersuchungen stattfinden konnten – kann daher auch so gedeutet werden, dass damit forensische Analysen, die die syrische Regierung entlasten würden, unmöglich gemacht werden.

Die ARD, die ihre Fließband-Nachrichten (tagesschau-online) neuerdings unter dem lächerlichen PR-Slogan „faktenfinder“ verkauft, erwähnt zwar en passant, dass es „direkt am Unglücksort“ keine Untersuchung der OPCW gab, tut aber so, als ob die Ergebnisse der Untersuchung trotzdem seriös seien (nur weil es sich um eine „angesehene“ Organisation handelt, die im Auftrag der UN handelte). (Abschlussbericht FFM)

STILLE POST statt  FORENSISCHE UNTERSUCHUNG

Wie gesagt: alle „Informationen“, die die OPCW erhalten hat, stammen aus zweiter Hand und/oder ihre Authentizität wurde nicht überprüft. Die OPCW selbst hat nur nebulose Beschreibungen ihrer Informationsquellen parat:

  • posts in social media“
  • information from „states parties“
  • „parties with knowledge of and connections to the area in question“ (these „contacts“ helped to identify the casualties)
  • April: 2 FFT witnessed autopsy of three „alleged“ victims
  • April: 10 patients in 3 hospitals visited

In jedem ordentlichen Beweisverfahren sind „Zeugen“, deren Identität verschwiegen wird, nicht zugelassen, denn dadurch werden ja auch ihre Motive (wie jemand absichtlich zu belasten, weil man unter Druck gesetzt wurde oder davon einen Vorteil  hat) verschleiert.

Bei „Quellen“ von Journalisten (die man nicht preisgeben kann) ist das dann zulässig, wenn es möglich ist, deren Aussagen zu verifizieren (durch Dokumente oder andere, glaubwürdige Personen, die mit der ersten Quelle nichts zu tun haben).

Sich auf „Parteien mit Kenntnis von und Verbindungen zu dem betreffenden Gebiet“ zu berufen, die bei der „Identifizierung der Opfer“ behilflich waren, ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie semantische Akrobatik verhindert, dass der Leser begreift, was hier vor sich geht. Denn diese „Parteien“ sind die Terroristen bzw. Sympatisanten von Al Nusra, die in Khan Sheikhoun das Sagen haben. Über die humanitäre Fassade der  „White Helmets“ ist dieser  Wolf im Schafspelz zum Darling der Medien avanciert, da er sie mit  „berührendem“ und schockierenden Video-Material versorgt, (also tolle „Quote“ bzw. Schlagzeile), ohne dass auch nur ein Journalist einen Finger krumm machen muss.

Die „Fact finder“ waren aber gar nicht in Syrien, sondern bloß in der Türkei, wo ihnen „Opfer“ vorgeführt wurden, die aus Khan Sheikhoun stammen sollen (was aber keinerlei Beweis für die behauptete, wahrscheinlich fiktive „Sarin-Bombe“ ist).

Aus dem „Zwischenbericht“:

OPCW 2 4 May 2017

Das Team war in der Lage, (eine begrenzte Anzahl der) Opfer des angeblichen Vorfalls zu treffen“ (Bild 2.4)

Das Team hat keine Interviews an öffentlichen Plätzen durchgeführt“ (die „Zeugen“ waren also selektiert)

Sie haben selbst gar nichts „untersucht“ sondern lediglich am 5. April der Autopsie von drei „angeblichen“ Opfern beigewohnt (O-ton: „alleged victims“) und am 8. April 10 „Patienten“ besucht, deren Herkunft und Vorgeschichte ihnen nicht bekannt war. (2.4)

Sie haben auch selbst keine Proben genommen, sondern lediglich zugeschaut, wie türkisches Krankenhauspersonal das getan hat.

Man hat ihnen „Opfer“ vorgeführt, die anscheinend mit Sarin oder Sarin-ähnlichen Stoffen in Berührung gekommen waren. Doch wo und wie das passiert ist, kann durch Gespräche mit „Patienten“ und Blutproben nicht bewiesen werden. Dazu muss man eben den „Tatort“ untersuchen und zwar ohne dass eine „interessierte Partei“ vorher die Möglichkeit hatte, diesen zu manipulieren.

OPCW 26 27 dead animals KS

Die „zwei toten Vögel“ und die „Haare einer toten Ziege“, die man dem FFT am 12. Und 13. April zukommen ließ, sind ebenfalls eine forensische Farce, denn wo und wie konkret diese Tiere gestorben sind, konnte ja nicht überprüft werden. Die Aussage „dem FFT wurde mitgeteilt, dass sich diese Tiere in der Nähe des Ereignisses aufgehalten hatten“ kann deshalb nur als schlechter Witz bezeichnet werden. Ebenso die „Erde“, die aus dem Krater stammen soll, der angeblich durch die behauptete „Bombe“ verursacht wurde (dass die Story mit dem Krater zum Himmel stinkt, hat Professor POSTOL vom MIT bereits demonstriert).

OPCW 28 were told that

„… Dem Team wurde mitgeteilt, dass alle Proben von NGOs genommen wurden. Diese Information wurde durch Zeugen bestätigt, die vom FFT befragt wurden. Ein Vertreter der NGO, der ebenfalls interviewt wurde, stellte auch Fotos und Videos vom Schauplatz des angeblichen Vorfalls zur Verfügung“ (2.8)

Das hört sich so an, als ob hier drei von einander unabhängige Gruppen die Aussagen der jeweils anderen bestätigen. Doch alle „Zeugen“ kommen aus dem von Al Nusra kontrollierten Gebiet und die „NGO“ ist natürlich die „humanitäre“ Al Nusra Theatertruppe White Helmets.

Dass auch Proben „von medizinischem Personal in Syrien“ kamen, taugt auch nicht zur Untermauerung der Anschuldigungen gegen Assad, denn die OPCW schreibt selbst, dass dieses Personal „in von der Opposition kontrolliertem Gebiet“ operiert. (2.11)

Unter den Opfern waren vier Ersthelfer, die (so wird berichtet) Anzeichen von Sarin-Kontakt aufwiesen. Das FFT hat einen davon befragt (wieder WH), der Blutabnahme durch eine Krankenschwester zugesehen und verlangt, dass die Blutprobe in einem Labor analysiert wird.“ (2.12)

Der derzeitige Generaldirektor der OPCW ist übrigens ein Türke: AHMET ÜZÜMCÜ. Da die Türkei eine Assad-feindliche Kriegspartei in Syrien ist (indirekt durch die jahrelange Beschaffung von Versorgungsmaterial und Kämpfern für IS & Co über die türkische Grenze und direkt mit türkischem Militär),muss die Unabhängigkeit des OPCW-Direktors massiv angezweifelt werden.

Der endgültige Beweis dafür, dass dieser Bericht eine politische Funktion hat (und keine aufklärerische) zeigt sich daran, dass er NICHT ÖFFENTLICH zugänglich ist (bis dato: 4.Juli 2017). Stattdessen zitiert die „tagesschau“ die AFP (also wieder Info aus zweiter, ja sogar dritter Hand….)

DER  SCHEINBARE  WIDERSPRUCH

Zum Schluss weist die Tagesschau noch darauf hin, dass die OPCW mit diesem (unseriösen) „Bericht“ den Recherchen von Seymour Hersh widerspricht, die jüngst Aufsehen erregt haben:

„…. die Menschen in Chan Scheichun seien Opfer einer giftigen Wolke geworden, die nach einem Bombenangriff aus Chlorgas und anderen Chemikalien entstanden sein könnte. Der US-Journalist und Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh hatte erst vor wenigen Tagen, bezugnehmend auf anonyme Quellen in der US-Administration, genau das in der „Welt am Sonntag“ behauptet und war dafür teils heftig kritisiert worden.

Hersh Whose sarin 2013SEYMOUR HERSH ist eine Ikone des investigativen Journalismus. Er hat die Barbareien der US-Armee im Vietnam-Krieg aufgedeckt, das israelische Atomprogramm entlarvt und auch in den Jahren danach immer wieder den „Dreck“ unter dem außenpolitischen Teppich der USA hervorgekehrt, wie man es von einem guten Journalisten erwartet.

Damit hat er sich natürlich viele Feinde in den Machtstrukturen gemacht, aber auch seine Journalisten-Kollegen fallen über ihn her (da er sie wohl daran erinnert, wie schäbig und unehrenhaft ihre eigenen Machenschaften sind):

Dazu konnte man kürzlich auf Counterpunch lesen:

Wenn man sehen will, in welchem Ausmaß die angeblich „freie Presse“ des Westens eine Welt von Halb-Wahrheiten und Täuschungen konstruiert, um das Publikum zu manipulieren und „pflegeleicht“ (weil unwissend) zu halten, gibt es kaum ein besseres Beispiel als die Art und Weise wie sie den Pulizer-Preisträger …. Seymour Hersh behandeln.“

Über seine jüngsten Enthüllungen hätten sie eine Decke des Schweigens ausgebreitet, aber zwei Stories große Aufmerksamkeit gewidmet, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen, wie Hersh in seinem Artikel.

Die zentralen Aussagen darin sind

  • Ein syrisches Flugzeug warf eine Bombe gezielt auf ein Gebäude ab, in dem ein Treffen von Anführern der bewaffneten Extremisten stattfand
  • durch die Explosion wurden dort gelagerte Chemikalien freigesetzt, die sich in einer „Giftwolke“ ausbreiteten
  • Das US-Militär und Trump wussten, dass kein Giftgasangriff stattgefunden hatte (mehr dazu – weiter unten)

Wie Jonathan Cook richtig erkennt, wurde die – eigentlich Schlagzeilen-trächtige – Story von Hersh  gezielt durch zwei mediale Ablenkungsmanöver „neutralisiert“. Natürlich gab es keine offizielle Reaktion auf die Enthüllungen von Hersh, stattdessen erfolgte eine Irreführung des Publikums durch zwei  lancierte „Meldungen“:

Spicer potential attack BS

26.Juni: Die Suggestion des Weißen Hauses, Präsident Assad plane „eine neuerlichen Angriff mit chemischen Waffen“ auf seine eigenen Leute und die Warnung, dass er in diesem Fall eines „neuerlichen Massenmordes“ mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müsse.

30. Juni: Der Bericht der OPCW, der angeblich „bestätigt“, dass am 4. April in Khan Shaykoun Sarin eingesetzt wurde

OPCW press release Jun 2017

Wie ich bereits  weiter oben erklärt habe, wurde dieser OPCW-Bericht aber NICHT veröffentlicht (was unüblich ist), sondern ledglich eine Presse-Meldung herausgegeben. Diese verschleiert aber die Tatsache, dass die Beweis-Ermittlung der OPCW – wie bereits erwähnt – in diesem Fall völlig unzulänglich war.

Die „“Erkenntnisse“ der OPCW waren auch nicht neu, da es vorher bereits zwei „Zwischenberichte“ gab, (siehe Giftgas, Osterhase) die ebenfalls den „Nachweis“ von Sarin (oder ähnlichen Substanzen) als zentralen Inhalt hatten.

Der ehemalige „chemische Waffen-Inspektor“ Scott Ritter hat sich schon früher zu den voreingenommenen Medienberichten über das „Giftgas“ in Syrien geäußert und betont, dass Al Nusra selbst in der Lage sei, Sarin herzustellen, was aber in den Medien als Kontext unterschlagen wird. (Sie hatten also Gelegenheit, Mittel und Motiv, die „Sarin-Opfer“ selbst zu produzieren)

Auch er weist darauf hin, dass die der OPCW vorgeführten Patienten in einem türkischen Krankenhaus preparierte „Opfer“ sein könnten und eine klare Verbindung zwischen den „Proben“ aus der Türkei und dem „Ereignis-Ort“ (Khan Shaykhoun) in keiner Weise hergestellt wurde.

Ritter bemüht sogar die Logik des Aristoteles um die Papageien-Mentalität der Medien zu entlarven. In seiner „Lehre vom Beweis“ geht es darum, auch die Ursachen einer  „Tatsache“ zu kennen. Er unterscheidet dabei vier Arten: Material, Form, Kausal-Ursache und telos, den End-Zweck).

Postol 2017 Add

Übertragen auf die „Giftgas-Story“ wäre die Material-Ursache die „chemische Waffe“, also die Bombe mit der das Sarin freigesetzt wird. Doch dafür gibt es keine eindeutigen Beweise und was dazu verbreitet wurde, hat Professor Postol – aus technischer Sicht – als unglaubwürdig entlarvt. (s. Ausschnitt oben)

Auch die politische Dimension lässt die präsentierten „Beweise“ als unglaubwürdig dastehen, denn die angeblichen Fragmente der Bombe wurden – natürlich – von den White Helmets eingesammelt, die nichts anderes sind, als eine humanitäre Show-Truppe für Al Nusra. Ihre Funktion ist aber genau das Gegenteil: sie sollen Glaubwürdigkeit und moralisches Handeln suggerieren, wo keines ist. Durch die Übergabe an Human Rights Watch soll dieser Effekt noch gesteigert werden.

Dazu Ritter:

Es gibt keine unabhängige Bestätigung dafür, dass die Objekte das sind, was HRW behauptet, oder dass sie überhaupt wirklich aus Khan Shaykhoun stammen. Ganz zu schweigen davon, dass sie das Ergebnis eines Luftangriffs der syrischen Regierung sind.

Noch dazu sei die russsche KhAB-250 Bombe, von der das Fragment stammen soll, nie exportiert worden (auch nicht von der UDSSR). Was die Sache noch verdächtiger mache. Der Mechanismus der Freisetzung würde sicherstellen, dass die Hülle weitgehend unversehrt bleiben und deren Komponenten wären leicht zu finden. Wenn also eine solche Bombe verwendet worden wäre, gäbe es genügend physische Beweise dafür am Boden. Die Tatsache, dass nichts davon aufgetaucht ist, straft die Behauptung Lügen, dass eine Bombe über Khan Shaykhoun abgeworfen wurde.

 „DIE VIDEOS SIND REINES THEATER“

Wie Ritter feststellt, basiert der „gute Ruf“ der WH ausschließlich auf der Verbreitung selbst-angefertigter „Rettungs-Videos“, (für die man ihnen auch noch einen „Oscar“ verlieh – das ist so, als wenn die Deutsche Bank einen Oscar für einen Werbefilm ihrer Bank bekäme…)

WH fraud 2

Für naive Betrachter, sagt Ritter, seien diese Videos eine dramatische Darstellung von heldenhaftem Verhalten. Doch für Leute, die selbst eine Ausbildung als Einsatzkräfte für gefährliche Stoffe hätten (wie er selbst), zeige sich darin deutlich Inkompetenz oder noch schlimmer, Betrug.

Die WH wurden nicht darin ausgebildet, Leute die verschüttet wurden, zu bergen, das sehe man ganz klar daran, wie sie mit Bohrwerkzeug umgingen und sich Zugang zu den Opfern verschaffen. Auch der fahrlässige Umgang mit Schutzkleidung, den angeblichen Sarin-Opfern, etc. demonstriert, dass hier Theater gespielt wird (wenn es sich um Sarin-Opfer gehandelt hätte, wäre ihr Verhalten ganz anders gewesen).

Ritters Aussage im O-Ton dazu:

I believe the rescue efforts of the White Helmets at Khan Sheikhun were a theatrical performance designed to impress the ignorant and ill-informed.“

Dass die WH auch „social media“ benutzten, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, liegt auf der Hand (dass diese „PR“ dann als Beweis für die OPCW-Mission herhalten muss, ist mehr als peinlich …)

Wie Ritter richtig betont – „wir sehen aber nicht, wie jemand tatsächlich am Ereignis-Ort gerettet wird, Menschen, die auf der Straße liegen, die man aus ihren Wohnungen holt. Was uns hier geboten wird, ist großes Theater: „Opfer“ die im Krankenhaus ankommen, viel Hin-und Herlaufen und sinnlose Aktivitäten, die im wirklichen Leben den Zustand der Patienten verschlimmern und die Rettungskräfte gefährden würde.“

Mit dieser „Performance“ gelang es aber, dem Märchen von der „Giftgas-Attacke“ Leben einzuhauchen, und davon abzulenken, dass keine „Bombe“ existiert. Was zu beweisen wäre, – wird also quasi als Prämisse (die „Sarin-Bombe“) auf diese Weise medial erschaffen.

Die „Form-Ursache“ sieht Ritter in den Ergebnissen der forensischen Untersuchung, also Analyse der Blutproben etc., die im OPCW-Bericht genannt werden und die  – scheinbar – eine Bestätigung der offiziellen Darstellung (aus Washington) ist.

Dass davon keine Rede sein kann, habe ich ja weiter oben schon erklärt und Ritter bestätigt das: die Proben müssen sofort versiegelt werden, ihre Entnahme, ihre Markierung, ihr  Transport, ihre Untersuchung, alles muss lückenlos von der OPCW überwacht werden, um Manipulation auszuschließen. Das ist aber nicht passiert.

Informationen aus zweiter oder dritter Hand, noch dazu von den WH (die selbst, über Al Nusra, in den Krieg gegen Syrien verwickelt sind) sind völlig inkakzeptabel, deshalb wird wohl auch der Bericht zurückgehalten: Dazu Ritter:

„…under no circumstances could any samples taken by White Helmet personnel and subsequently turned over to the OPCW be considered viable in terms of chain of custody. This likewise holds true for any biomedical samples evaluated by the OPCW—all such samples were either taken from victims who had been transported to Turkish hospitals, or provided by non-OPCW personnel in violation of chain of custody.“

Der „Endzweck“ der „Giftgas“-Scharade in Khan Shaykhoun liegt auf der Hand:

Die schockierenden Bilder, die sofort nach dem fiktiven „Giftgas-Anschlag“ von den White Helmets verbreitet wurden (und Trump dazu brachten, einen Raketen-Angriff zu autorisieren),) sollen ein verstärktes militärisches „Eingreifen“ (sprich: offenen, illegalen Angriffskrieg) gegen Syrien salonfähig zu machen, ja als „notwendig“ erscheinen lassen. (Durch Dämonisierung von Assad, dessen tapfere Armee und iranische Truppen, sowie Hisbollah-Kämpfer  immer mehr Gebiete zurückerobert und den „IS“ verdrängt).

THE FUCKIN‘ PROBLEM

„Der mächtigste Mann im Staat ist nicht der König, sondern der, der ihm ins Ohr flüstert.“

Zu den Enthüllungen von Hersh ist noch folgendes anzumerken:

Die ihm zugespielte Darstellung, Trump habe gewusst, (Info von Geheimdiensten) dass es keinen Giftgas-Angriff gab und trotzdem die Raketen zum Abschuss freigegeben, glaube ich nicht. (Das US-Militär vor Ort wusste sicher Bescheid, daran besteht kein Zweifel, vielleicht haben ja deshalb nur so wenige Raketen ihr Ziel getroffen)

Trump hat keine Ahnung, was in Syrien gespielt wird. Er ist ungebildet und sehr leicht zu beeinflussen, wenn es um Außenpolitik und militärische „Notwendigkeiten“ geht. Aber: Nur wenige Tage vorher hatte das State Department anklingen lassen, man habe sich damit abgefunden, dass Assad im Amt bleiben werde, das waren sehr schlechte Nachrichten für diejenigen, die Syrien als funktionierenden Staat zerstören wollen, vor allem die Zionisten und die Saudis. Und dann das:

Among the pieces of information received was an intercept of Syrian communications collected before the attack by an allied nation.

Das russische Militär hatte also das US-Militär genau über das Ziel, die Methode und den Grund der Bombardierung in Khan Shaykhoun vorher informiert. Doch dann traf ein Abhörprotokoll „einer befreundeten Nation“ ein, in dem angedeutet wurde, dass das syrische Militär „eine spezielle Waffe“ einsetzen werde und deshalb ein besonders ausgebildeter Pilot notwendig sei (das bezog sich auf eine präzisionsgesteuerte, nicht  eine „normale“ Bombe). Doch im vorgefertigten „Giftgas“-Framing (das durch die schockierenden Bilder und Videos erreicht wurde) erscheint diese „intel“ in einem völlig anderen Licht.

Hier versucht jemand, Trump schlecht zu machen und sich selbst damit zu entlasten (denn die „Briefings“, auf die Trump reagiert, stammen ja vom militärischen (DIA) bzw. zivilen Geheimdienst (CIA) und von seinen „Beratern“ (von denen einige Israel sehr nahe stehen). Diese Aussage von Hersh ist auch zu beachten:

Mike Pompeo, the CIA director whose agency had consistently reported that it had no evidence of a Syrian chemical bomb, was not present.“

(Bei der „gescheiterten“ Schweinebucht-Invasion unter Kennedy war CIA-Chef Dulles auch nicht in Washington… )

Was Hersh offenbar nicht versteht, ist die Tatsache, dass die CIA  (und andere Geheimdienste) diese Terror-Banden aufgebaut hat, sie als „assets“ betrachtet. Wenn die Russen/Syrer daher ein Command- und Controlcenter dieser CIA-Werkzeuge bombardieren, und Trump außenpolitisch zu wenig aggressiv ist, kommt dort keine Freude auf. Diese Kräfte (vor allem Israel) haben ein Interesse daran, Trump dazu zu bringen, mehr militärische Gewalt in Syrien zu autorisieren und ihn (emotional) gegen Assad aufzubringen.

Dass Trump nur die „Gorilla-Option“ wählte, zeigt, dass er nicht ganz so dumm ist, wie man glauben könnte. Ist das der Grund, warum er durch dieses gezielte „Leak“ jetzt attackiert wird?

Aus dem Hersh-Artikel:

Die Salafisten und Dschihadisten hatten alles erreicht, was sie mit ihrem Hype vom syrischen Nervengas erreichen wollten,“ erzählte mir der Informant und bezog sich dabei auf das Aufflammen der Spannungen zwischen Syrien, Russland und Amerika. „Was passiert, wenn es noch eine Falschmeldung über einen Sarin-Angriff gibt, der dem verhassten Syrien angehängt wird? Glauben Sie ja nicht, dass diese Typen nicht schon den nächsten vorgetäuschten Angriff planen. Trump hätte dann keine Wahl, als erneut mit Bomben zu antworten, und diesmal noch härter. Er ist unfähig, zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.“

Was hier fehlt, ist eben der geo- bzw. machtpolitische politische Kontext:

Diese „Typen“ operieren ja nicht auf eigene Rechnung, sondern im Auftrag (als Werkzeug) anderer Kräfte (US,NATO, IS, KSA, etc.).  Das ist die wichtigste Erkenntnis, die in unseren Medien unterschlagen wird.

ANHANG

https://www.welt.de/politik/ausland/article165905618/We-got-a-fuckin-problem.html (Auszug – Originaltext Hersh, Hervorhebung von mir)

Security-Adviser: What happened? Is it the Trump ignoring the Intel  and going to try to hit the Syrians? And that we’re pissing on the Russians?

SA: You may not have seen Trumps press conference yesterday. He’s bought into the media story without asking to see the Intel.  We are likely to get our asses kicked by the Russians.  Fucking dangerous.  Where are the goddamn adults? The failure of the chain of command to tell the President the truth, whether he wants to hear it or not, will go down in history as one of our worst moments.

American Soldier I don’t know. None of this makes any sense. We KNOW that there was no chemical attack. The Syrians struck a weapons cache (a legitimate military target) and there was collateral damage. That’s it. They did not conduct any sort of a chemical attack.

And now we’re shoving a shit load of TLAMs (tomahawks) up their ass.

SA: There has been a hidden agenda all along. This is about trying to ultimately go after Iran.

[…]

 

 

Wichtige Links:

Syria: Fabricating Chemical Lies. Who is Behind the East Ghouta Attacks? September 17, 2013

The Sellstrom Report: The United Nations’ Syria Inspector Shills for NATO and Israel September 18, 2013

The Syria Chemical Weapons Attack: Human Rights Watch is Manipulating the Facts September 24, 2013

Saudi Arabia’s “Chemical Bandar” behind the Chemical Attacks in Syria?, September 06, 2013

Syria: Controversy surrounding MintPress Chemical Weapons Ghouta Report, September 22, 2013

Seymour M. Hersh
https://www.lrb.co.uk/v36/n08/seymour-m-hersh/the-red-line-and-the-rat-line

Carla Del Ponte, UN Inspector 
http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/uns-carla-del-ponte-says-there-is-evidence-rebels-may-have-used-sarin-in-syria-8604920.html

Alex Newman
https://www.thenewamerican.com/usnews/foreign-policy/item/17443-mit-report-obama-used-bogus-intelligence-to-push-syria-war

Swedish Doctors for Human Rights
http://theindicter.com/swedish-doctors-for-human-rights-white-helmets-video-macabre-manipulation-of-dead-children-and-staged-chemical-weapons-attack-to-justify-a-no-fly-zone-in-syria/

Robert Parry
https://consortiumnews.com/2016/09/08/un-team-heard-claims-of-staged-chemical-attacks/

Paul Antonopoulos
Al Masdar News  

Und wer kümmert sich um diese Opfer?

http://journal-neo.org/2017/04/01/us-and-nato-forces-are-butchering-civilians-en-masse-in-iraq-and-syria/

 

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Terror, Giftgas, Osterhase (3)

And all knowledge, when separated from justice and virtue, is seen to be cunning and not wisdom (Plato)

statlibtortureDas kürzlich veröffentlichte Papier (4 Seiten) des Weißen Hauses, das als „Analyse“ der Geheimdienste zum „Giftgas-Einsatz“ in Syrien verkauft wird,  ist so offensichtlich ein „fake“, dass man sich fragen muss, wie auch nur irgendjemand mit Verstand auf so etwa hereinfallen kann. Schon das Layout ist ein Witz:

Es gibt absolut keine Dokumenten-ID (keine Kopf- oder Fußzeile, aus der erkennbar ist, woher es stammt), der oder die Autoren bzw. Quellen werden nicht genannt, kein Logo von CIA, DIA oder anderen Regierungsbehörden, keine Klassifizierung, nicht einmal eine Seiten-Nummerierung. (Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Geheimdienste damit nichts zu tun haben wollen)

Auch die Behauptungen darin halten einer kritischen Überprüfung nicht stand, wie auch Theodor Postol feststellte.

Wie schon in seiner ersten Schnell-Analyse zu lesen war, bekräftigt der MIT-Professor und Berater des US-Militärs hier anhand der untersuchten Daten seine These, dass der „Tatort“ (an dem angeblich die „Sarin-Bomben“ explodierten, manipuliert wurde. Kein kompetenter Analyst würde deshalb diese Annahmen akzeptieren, schreibt er.

Im „Bericht“ des Weißen Hauses, wird genau das kategorisch bestritten, was laut Postol auch alle anderen Behauptungen darin in Frage stellt.  Schon allleine die Formulierungen sind manipulativ und sollen „Gewissheit“ suggerieren, wo keine ist.

DIE GROSSE „INTEL“-VERARSCHUNG

1 the intel CWS joke 2017

Die Vereinigten Staaten sind zuversichtlich (bzw. überzeugt davon), dass das syrische Regime am 4. April 2017 in der Stadt Khan Shaykhun […] einen Angriff mit CW ausgeführt hat, bei dem das Nervengift Sarin eingesetzt wurde. […]

Wir erleben das ja schon seit einiger Zeit: amerikanische Regierungssprecher oder –vertreter benutzen zum Thema Syrien (oder Russland) Ausdrücke wie: Wir sind sicher, wir wissen, dass …und auch unsere Medien übernehmen diesen semantischen Spin: „Trump ist sich sicher, dass Assad dafür verantwortlich ist“ usw.

ABER – Solche Formulierungen sind kein Ersatz für Beweise, sondern sollen nur suggerieren, dass an den bloßen Behauptungen keinerlei Zweifel bestehen (können). Man soll sich also auf die Autorität dahinter (die Regierung) verlassen und nicht weiter darüber nachdenken.

Wenn ein Staatsanwalt z.B. in einem Strafverfahren auftritt und sagt „ich weiß, dass der Angeklagte es getan hat“ bzw. „ich bin mir sicher, dass er es war“, aber sonst kein Beweismaterial vorlegt, würde er sich vor Gericht extrem lächerlich machen. Sich auf anonyme Zeugen, nicht veröffentlichte Untersuchungen und nicht verifizierte „Videos“ zu berufen, wie es der „Bericht“ es tut, ist ebenso absurd.

Doch unsere Journaille plappert wie Papageien diese Phrasen nach und verstärkt damit das Verlässlichkeits-framing (dafür werden sie ja auch bezahlt …).

Postol zählt weitere Behauptungen der US-Regierung auf, die als Schlüssel-Elemente für die „große Zuversicht“ gelten, mit der man Assad die Schuld zuweist.

Man beruft sich also auf SIGINT (abgehörte Gespräche etc.), Satellitenüberwachung, Laboranalysen von Blut, etc. der Opfer und eine „erhebliche Menge an glaubhaften Berichten, die frei zugänglich sind“ (Internet). Das alles ergebe ein klares und übereinstimmendes Gesamtbild. Leider könne man diese Daten nicht veröffentlichen, weil man Quellen und Methoden schützen müsse (der übliche BS) … doch eine Zusammenfassung der Analyse der Geheimdienste würde nun folgen.

Doch zunächst folgen bloße Anschuldigungen und Behauptungen, die dann als frame (Deutungsrahmen) für die Interpretation der Videos und Bilder dienen sollen.

Die syrische Regierung hat weiterhin die Absicht und die Fähigkeit, CW gegen die „Opposition“ einzusetzen“.

Woher weiß man das? UND: Enormer semantischer Spin: die „Opposition“ in Syrien besteht zu 90% aus solchen Gestalten, die nicht einmal Syrer sind:

Rebels in action

Diese Attacke sei als Antwort auf eine Offensive der Rebellen in der Provinz Hama zu sehen, durch die kritische Infrastruktur gefährdet war. (Die Offensive  war aber zum Zeitpunkt des „Anschlags“ schon erfolgreich abgewehrt worden)

„Hochrangige Offiziere der SAA waren wahrscheinlich daran beteiligt.“ (Bloße Beschuldigung)

(Mehr über die fehlende Glaubwürdigkeit der Videos und „Ärzte“, die in den Videos ständig auf die verengten Pupillen hinweisen -siehe Teil 1 u.2).

Postol beschränkt sich auf seine Expertise im militärischen Bereich, um zu demonstrieren, dass

  1. auf keinen Fall Sarin eingesetzt wurde und
  2. gegenteilige Behauptungen aus Washington ein klares Indiz dafür sind, dass der ganze Bericht eine Lüge ist

Ein Video zeige z.B. „wo nach unserer Einschätzung die chemische Munition gelandet ist“, nicht in einem Waffendepot, sondern mitten auf einer Straße im nördlichen Stadtteil von Khan Shaykhun. Satellitenbilder vom 6. April würden einen Krater zeigen, der mit diesem Videomaterial übereinstimmt, so die Behauptung.

Eine genaue Analyse des Kraters (auf einem Bild,  nicht vor Ort) habe demnach bestätigt, dass die „Munition funktioniert hat“, also die These von der „Sarin-Bombe“ damit bestätigt werde. Doch Professor Postol betont, dass er in 6 Fotos eindeutig dokumentiert, wie der „Bomben-Krater“ manipuliert wurde (siehe Seite 2 des Berichts – ich zitiere hier nur seine Aussagen zum Bild 1:

Postol Analysis 2017 Fig 1

Ein Mann hockt in einem  Krater, in dem angeblich Sarin freigesetzt wurde. Er trägt eine Atemmaske, die kleine Partikel aus der Luft filtert, ein Hemd mit offenem Kragen und medizinische Handschuhe. Zwei weitere Männer stehen vor ihm, die ebenso „ausgerüstet“ sind. Wenn Sarin dort vorhanden gewesen wäre, wären diese Männer alle kontaminiert worden und in große Lebensgefahr geraten, denn das Gas dringt auch über die Haut u. Kleidung in den Körper ein. Es dauert einige Zeit bis das freigesetzte Sarin sich in der Umgebung abgebaut hat. (Auch der Mann auf dem Motorrad würde nicht zuschauen)

DIE „WEISSEN HELME“: PERFIDES SPIEL MIT DEM MITLEID DER ZUSCHAUER

Auch die ersten Fotos, die vom britischen Propaganda-Werkzeug „White Helmets“ veröffentlicht wurden, zeigen deutlich, dass es sich hier um eine billige PR-Inszenierung handelt (Foto unten links bzw. Video). Auf der rechten Seite sieht man, wie professionelles Personal ausgerüstet sein müsste.

WH fraud CW 2017

Die Produzenten dieser Bilder wussten also genau, dass dort kein Sarin freigesetzt worden war.

Dass die White Helmets eine perfide PR-Show sind, (wo „Ärzte“ bei lebensrettenden Maßnahmen gefilmt werden, die keine sind und imme nur „Opfer des Regimes“ genannt werden) wird auch in diesem Video deutlich, das die Erkenntnisse der Organisation Schwedische Ärzte für Menschenrechte dokumentiert. (nichts für empfindliche Gemüter, da tote Babys zu sehen sind)

(Weitere Bilder von Postol – siehe seine Analyse)

Professor Postols Fazit:

Das Papier hat wahrscheinlich nur den Zweck, Handlungen der US-Regierung zu rechtfertigen, die nicht durch echte Geheimdienstinformationen („intel“) untermauert werden können. 

(Darauf kannst Du wetten)

Das sei ja nichts neues, denn schon Bush jun. habe behauptet, er sei falsch informiert worden, als es um die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak gegangen sei. (Aber letztlich ist alles recht, um einen „Diktator“ zu entfernen)

Auch Professor Postol erinnert dann an den ebenso verlogenen „Bericht“ aus dem Jahr 2013 über die Nervengas-Attacke in Ghouta /Damaskus am 21. August. Auch dieser enthielt Behauptungen, die nicht wahr sein konnten (aus physikalischer Perspektive: die Reichweite der  Amateur-Raketen war zu gering, es konnte also nicht die syrische Armee sein, die sie abgefeuert hatte).

Trotzdem wurden sie von John Kerry (dem damaligen US-Außenminister) am 30. August 2013 vor laufender Kamera  wiederholt (und dann von unseren Papageien-Journalisten in den Nachrichten tausendfach übernommen)  und auch hier sehen wir wieder die gleiche semantische Täuschungs- und Einhämmerungs-Taktik, die ich weiter oben hervorgehoben habe:

Kerry 30 Aug 2013 we know

Wir wissen, von wo die Raketen abgeschossen wurden und wann. Wir wissen wo sie gelandet sind und wann. Wir wissen, die Raketen kamen nur aus Gebieten, die vom Regime kontrolliert werden.“

Wie Seymour Hersh aufgedeckt hat, wussten man (die Geheimdienste) aber tatsächlich etwas ganz anderes: Nämlich, dass es nicht die syrische Armee war, die das Giftgas eingesetzt hatte und dass auch die Terrorbanden (vor allem Al Nusra) Zugang dazu hatten. (siehe Teil 1 und 2). Auch  Obama deutete in einem Interview im April 2016 an, dass er beinahe „in eine Falle“ getappt wäre (die „Rote Linie“ als Ultimatum).

Professor Postol betont abschließend, dass die Entscheidungen der Bush-Regierung (Irak-Krieg 2003)  bis heute schwerwiegende Folgen in der ganzen Region nach sie gezogen haben. Es muss daher eine umfassende Untersuchung der Umstände geben, die entweder das Weiße Haus in die Irre geführt haben oder, noch schlimmer, von Leuten arrangiert wurden, die genau wussten, dass sie nicht durch echte Informationen gedeckt waren.

Zum Thema „echte Informationen“ oder was man dafür halten soll, hat die ARD einiges zu bieten:

„TAGESSCHAU“ AUF OSTERHASEN-NIVEAU

 ARD SPIN 2016 weisen Giftgaseinsatz nach

Das “berichtete“  (als Audio-Kommentar) der ARD-Korrespondent Kühntopp in Kairo am 22.10.2016 und auch hier erkennen wir den semantischen Spin in der Einleitung wieder: „Die UN-Untersuchungskommission ist sich sicher“.

Doch diese eingangs suggerierte „Sicherheit“ wird durch den nachfolgenden Text in keiner Weise untermauert, denn da wimmelt es von Unterstellungen und  Vermutungen (rot markiert):

„Im März 2015 hat die syrische Armee hat [sic] das Dorf Kmines mit einer giftigen Substanz angegriffen, vermutlich Chlorgas. In dem Bericht heißt es, dafür gäbe es genügend Beweise [dann zeigt sie uns!] Ein Armeehubschrauber habe über dem Dorf in der Provinz Idlib Fassbomben abgeworfen, die beim Aufschlagen … die giftige Substanz freigesetzt hätten. Es ist das dritte Mal, dass die Fachleute die syrische Armee für Chlorgasangriffe verantwortlich machen. In einem anderen Fall beschuldigten sie den IS, Senfgas eingesetzt zu haben. Die Vorwürfe gegen das Assad-Regime dürften nun einen weiteren Konflikt im UN-Sicherheitsrat auslösen. Vor drei Jahren hatte sich Assad zur Zerstörung seines CW-Arsenals verpflichtet. Bei Verstößen drohen Strafmaßnahmen. In der Vergangenheit haben jedoch Russland und China Entschließungen gegen Syrien immer wieder blockiert.“

Besonders verräterisch ist die sprachliche Unterscheidung zwischen „verantwortlich machen“ (gegenüber Assad) und „beschuldigen“ (gegenüber IS), denn die (gefühlsmäßige, moralische) Konnotation ist im ersten Fall positiv, im zweiten aber eher negativ.

Man wird kaum Fälle finden, wo das Verb „beschuldigen“ für die Behauptungen der US-Regierung verwendet wurde, mit der der syrische Präsident seit Jahren dämonisiert wird.

Ein ähnliches Beispiel  aus der Tagesschau  (Jänner 2015) sei hier noch erwähnt, das ebenfalls die subtile Manipulation der Leser  verdeutlicht. Zunächst muss man aber fragen:

Wieso liefert die ARD keinen Link zum OPCW-Bericht, damit sich jeder selbst vom Ergebnis überzeugen kann?

Was aber das Wichtigste ist: die OPCW macht keine definitiven Aussagen dazu, WER das Chlorgas eingesetzt hat. Das erwähnt zwar die Tagesschau-Redaktion in der Überschrift weiter unten: (womit sie ihre „Ausgewogenheit“ zu beweisen sucht, doch die spätere Schlagzeile oben „weisen Assad nach“ suggeriert ja etwas ganz anderes )

Eine ungeklärte Frage: Wer setzte das Gift ein?

Man liest, dass sich die „Rebellen“ und die Assad-Regierung gegenseitig beschuldigen bzw. die Regierung den Einsatz von Chlorgas „vehement zurückgewiesen“ hat. Doch dann kommt der suggestive Kontext:

Power Spin 2015 ARD framing

Von US-amerikanischer Seite wurde nun jedoch ein Schuldiger klar ausgemacht.“

Es wird also nicht das Verb „beschuldigen“ verwendet (das Unsicherheit und fehlende Beweise einschließt),  wie ich ja oben schon betont habe), sondern „ein Schuldiger klar ausgemacht“. Das ist an sprachlicher Perfidie nicht mehr zu überbieten. „Klar ausgemacht“  suggeriert Sicherheit und Verlässlichkeit.

Und woher kommt die?  Von einer Twitter-Meldung der damaligen amerikanischen UN-Botschafterin Samantha Power (deren bühnenreife Hetz-Tiraden vor dem Sicherheitsrat mit einer Diplomaten-Rolle absolut unvereinbar waren):

 „Nur das syrische Regime benutzt (Helikopter).“

Aha. Das ist also „klar ausgemacht“.

Historischer Nachhilfe-Unterricht zum Thema Täuschen & Tarnen für die  Tagesschau-Redaktion:

Bei der (gescheiterten) „Schweinebucht“-Invasion in Kuba verwendete die CIA Flugzeuge, die mit den Farben des kubanischen Militärs bemalt waren, damit sie der Öffentlichkeit das Märchen auftischen konnte, es habe sich dabei um kubanische Piloten gehandelt, die desertiert seien. Die Generäle planten sogar, Fleugzeuge über den USA „zum Absturz“ zu bringen und das Fidel Castro in die Schuhe zu schieben (Operation Northwoods– nachzulesen im Internet, da die CIA die Dokumente inzwischen freigegeben hat).

Bild: Beispiele für geplante „Aktionen“, für die man Castro „verantwortlich“ machen würde:

Northwoods 3

Hier nur eine Kostprobe in deutscher Übersetzung:

„Eine Reihe gut geplanter und organisierter  „Vorfälle“ werden [in und rund um Guantanamo] stattfinden, die den Eindruck erwecken, dass sie von feindlichen [kubanischen]  Einheiten begangen wurden.“

 Liste von Vorfällen, die für diesen Zweck geeignet sind:   (Auszug)

  1. Gerüchte verbreiten
  2. Eingeweihte Exil-Kubaner in Uniform (verkleidet als kubanische Soldaten) werden „hinter dem Zaun“ (auf kubanischer Seite) abgesetzt, um einen „Angriff“ auf die US-Militärbasis vorzutäuschen
  3. „Festnahme“ von (vorgetäuschten) kubanischen „Saboteuren“ auf der Basis
  4. „Unruhen“ in der Nähe der Basis auslösen (mit dafür bezahlten und geschulten Exil-Kubanern)
  5. Munitionsdepot innerhalb der Basis in die Luft jagen; Brandstiftung
  6. Flugzeuge im Stützpunkt in Brand setzen (Sabotage)
  7. Granaten von außerhalb auf die Basis abfeuern; Beschädigung einiger Installationen
  8. Festnahme von „Überfallkommandos“ die sich vom Meer oder rund um Guantanamo nähern
  9. Festnahme einer Miliz, die die Basis stürmen will
  10. Sabotage eines Schiffes im Hafen; großes Feuer – Naphtalen.
  11. Versenken eines Schiffes in der Nähe des Hafeneingangs; Begräbnisse für Schein-Opfer
  12. Die USA würden auf diese Ereignisse [selbst geplante Terrorakte] „antworten“ indem sie „offensive Operationen zur Sicherung von Wasser- und Energieversorgung“ durchführen, wodurch Artillerie- und Minenwerferstellungen zerstört würden, die eine Bedrohung für die Basis darstellten.
  13. „Wir könnten eine Drone (ein unbemanntes Schiff) in kubanischen Gewässern in die Luft jagen. Wir könnten es so aussehen lassen, als ob es das spektakuläre Ergebnis eines kubanischen Angriffes aus der Luft oder durch die Marine wäre, oder beides. Alleine die Gegenwart kubanischer Schiffe, die nur überprüfen wollen, zu welchem Zweck dieses Schiff unterwegs ist, könnte schon so ausgelegt werden, dass das als Beweis für einen Angriff gesehen wird. Die Nähe zu Havannah oder Santiago wäre günstig für die Glaubwürdigkeit der Operation, denn dann hätte man „Zeugen“, die vielleicht die Explosion gehört oder das Feuer gesehen hätten. Die USA könnte dann eine „Rettungsoperation“ (unter Begleitschutz durch Kampfflugzeuge) durchführen, um überlebende Mitglieder der nicht existierenden Besatzung zu „evakuieren“.
  14. Die anschließende Präsentation von „Opferlisten“ in der Presse würde auf diese Weise eine hilfreiche Welle der Empörung auslösen.

In welcher kognitiven, autistischen Blase leben eigentlich unsere Journalisten, dass sie die Chuzpah haben, all diese –historischen Fakten (die die Skrupellosigkeit der USA gegenüber ihren politischen Gegnern im Ausland dokumentieren) – als „Verschwörungstheorie“ zu denunzieren  (diese „Aktivitäten“ der CIA bzw. der „special forces“ dauern ja bis heute an und sind perfider denn je …) und die Anmaßung, uns dann über „fake news“ zu belehren?!

Aber kommen wir zurück zum Tagesschau-Artikel über den Giftgaseinsatz (2014). Die Logik (von Power) lautet also:

C-Bombe fällt aus Helikopter – Helikopter hat nur SAAF (syrische AirForce) – ergo: C-Bombe kommt von SAAF

Doch was steht wirklich in dem OPCW-Bericht?  Ist es wirklich bewiesen, dass das Chlorgas nur durch Helikopter (Abwurf von „Fassbomben“) freigesetzt werden konnte?  Nein, ganz und gar nicht.

al-nusra white hands syriaSchon in der Einleitung (Seite 24) schreiben die Autoren, welche enormen Herausforderungen und Beschränkungen ihre Arbeit erschwerten (weil sie ja in einem von den islamistischen „Rebellen“ (Al Nusra –  von UN & USA als Terrorgruppe eingestuft) kontrolliertem Gebiet stattfand, ein Kontext der von unseren Journautisten gerne unterschlagen wird):

OPCW UN-Report 2016 p24

  • Oft kein Zugang zu den „Tatorten“, weil es zu gefährlich war , wodurch das Sammeln von Proben und die Befragung von (nicht manipulierten) Zeugen vor Ort unmöglich wurde
  • der Zeitfaktor: seit dem jeweiligen Vorfall waren Monate vergangen, in einigen Fällen mehr als zwei Jahre
  • das ihnen ausgehändigte Material war keiner Kontrollkette unterworfen (es konnte also manipuliert sein)
  • die Quelle von Information und Material war aus zweiter oder dritter Hand (die echte Quelle war also nicht verifizierbar)
  • Teile des Informationsmaterials waren irreführend (die Art und das Ausmaß des Vorfalls schildernd)
  • Zugang zu unabhängigen Quellen erwies sich als sehr schwierig
  • Die Tatorte (wo die angeblichen Bomben aufgeschlagen hatten) waren nicht gesichert worden, also als forensischer Beweis nicht mehr brauchbar: z.B. Videos und Fotos wurden erst nach Tagen aufgenommen und in vielen Fällen, nachdem die Reste (der angeblichen „Faßbombe“) dort nicht mehr vorhanden waren

Die syrische Regierung hatte (nach eigenen Angaben) seit Ende Dezember 2012 die Kontrolle über das Gebiet verloren. Im Frühjar 2014 war die Al Nusra Front (ANF) und ihre Verbündeten in Kafr Zita die dominante Kraft.

DIE HELIKOPTER SAGA

(ist nicht so simpel, wie uns die Tagesschau-Story suggeriert)

Beim ersten Vorfall (11. April 2014 in Kafr Zita) soll ein Helikopter zwischen 18 und 19 Uhr eine Fassbombe abgeworfen haben (diese Version wurde „von einigen“ UN-Mitgliedsländern forciert, schreibt die OPCW). Doch es gab andere Informationen, wonach es sich auch um ein Flugzeug gehandelt haben könnte (Seite 27). Die syrische Regierung gab an, die SAA habe am 11. April das Haus eines Al Nusra Kommandeurs angegriffen (wo auch Bomben fabriziert wurden). Das Haus sei explodiert, wobei ANF-Kämpfer sowie Zivilisten verletzt bzw. getötet wurden. Mehrere Fässer mit einer Chlorverbindung hatten sich in diesem Haus befunden, und der Angriff führte natürlich zu einer Freisetzung von Chlorgas.

OPCW 2016 whose chlorine attack

Die ANF versuchte dann, nach Aussagen der syrischen Regierung, die Verwendung von Chlorgas der SAAF in die Schuhe zu schieben. Dazu fertigten sie ein Video an, in dem gefälsche Beweise gezeigt wurden. Eine weitere Quelle bestätigte diese Darstellung, schreibt die OPCW. Die Regierung und die zweite Quelle sagten auch, dass einer der Ärzte (der auch als „Zeuge“ gegenüber der OPCW auftrat) an der Fabrikation von gefälschten Beweisen beteiligt sei. (Wieder Dr. Shajul Islam?)

Ein anderer „Zeuge“ sagte noch etwas anderes: Als ein Helikopter in Richtung Kafr Zita flog, feuerten die „Rebellen“ eine sogenannte „Hell-Cannon“ auf die Stadt ab. Gelber und weißer Rauch breitete sich aus und der Zeuge bemerkte einen üblen Geruch und hatte Atembeschwerden. Im Krankenhaus klagten andere Patieten über die gleichen Symptome.

22 OPCW UNReport 2016

Das zweite Video, das am 11. April im Internet auftauchte (noch keine forensische Analyse zum Zeitpunkt des Reports) stuft die OPCW insofern als „fake“ ein, als es die gleiche Explosion zeigt, wie im ersten. Doch – und das ist entscheidend – die Experten stellen fest, dass das Video editiert wurde:  am Anfang sieht man, wie ein Helikopter etwas fallen lässt, dann – Schnitt – dann Bilder einer Explosion. (Auch das ist also als „Beweis“ unbrauchbar)

(41) Reste der „Fassbomben“ auf Bildern beweisen nicht, dass sie von einem bestimmten „Tatort“ stammen. (Denn dort waren sie ja nicht mehr, als die OPCW-Untesuchung stattfand bzw. konnte man erst gar nicht zu den Orten vordringen).  Also gab es nur Behauptungen einiger „Zeugen“ (die natürlich alle Angst vor den ANF-Kopf-Abhackern hatten oder zu ihnen gehörten). Die abgebildete Munition konnte also nicht einer bestimmten Location zugeordnet werden (auch nicht durch Bild-Analyse).

Die OPCW kommt also (bezüglich des Vorfalls in Kafr Zita) zu folgenden Schlussfolgerungen:

75 OPCW UNReport 2016

Die SAAF führte an diesem Tag Luftangriffe durch und mindestens eine Explosion war die Folge. Sie konnte aber NICHT die Verwendung von Fassbomben bestätigen, da deren Reste nicht mehr am angeblichen Einsatzort vorhanden waren und auch nicht (durch forensische Untersuchung) damit in Verbindung gebracht werden konnten.

Why_barrel_bombs_are_goodDer seit Monaten behauptete Einsatz von „Fass-Bomben“ ist  ein Knüller in den Medien, um die syrische Armee wieder einmal als „barbarisch“ hinstellen zu können. Dass es sich dabei um perfide Hetz-Propaganda handelt, (siehe BILD oben, analysiert im Buch von Professor Tim Anderson) die von den Sponsoren der Terror-Gruppen verbreitet wird, das ist gedankliches  „Sperrgebiet“.

Wir sehen also, die verkürzte ARD-Darstellung „es sei weitgehend erwiesen“ steht auf sehr wackeligen Beinen. In einem Gebiet, das von fanatischen, islamistischen Banden (unter Führung von Geheimdiensten) kontrolliert wird, kann man nicht erwarten, dass die meisten Zeugenaussagen oder „Material“ aus dritter Hand wirklich echte Beweiskraft haben. (Das räumt ja auch die OPCW ein). Und natürlich ist offensichtlich, dass alles getan wird, um die Regierung Assad als barbarisches Monster hinzustellen (siehe Northwoods oben), das machen die US-Geheimdienste (und ihre Verbündeten) schon seit vielen Jahren, nur das Opfer ändert sich (Milosevic, Saddam, Gaddafi und jetzt Assad).

Doch die Motive der USA werden nie hinterfragt (deren Präsentation als moralische Autorität ist surreal und unerträglich), stattdessen lässt man keine Gelegenheit aus, Russland (bzw. Putin) moralisch zu diffamieren. So kommt auch diese Überschrift nicht überraschend:

Russland hebelt mögliche UN-Reaktion aus 

[…] Neue Sanktionen gegen Damaskus wegen des Einsatzes von Giftgas scheiterten Ende Februar im UN-Sicherheitsrat am Veto Russlands und Chinas.

Die negative Formulierung „hebelt aus“ wird niemals für die USA verwendet (z.B. wenn sie zum hundersten Mal ein Veto gegen eine Verurteilung Israels einlegt).  Der ORF verwendete z.B. auch die Formulierung „Putin hat Assad ein Alibi gegeben“ (zwei Fliegen mit einer PR-Klappe!)

Die Tagesschau weiter:

Bereits 2013 waren östlich der Hauptstadt Damaskus bei Angriffen mit Giftgas mutmaßlich Hunderte Menschen getötet worden. Die Opposition und der Westen machten dafür Syriens Regierung verantwortlich. Diese stimmte danach zu, alle Giftgasvorräte zu vernichten.“

Wir sehen wieder „verantwortlich gemacht“ (nicht „beschuldigen“, wie oben erklärt). Die (von mir geschilderten) Erkenntnisse von Seymour Hersh, der DIA,  von Carla del Ponte (für die UN), die Analyse von Professor Postol, usw. all das wird als Kontext unterschlagen, damit die unterstellte und nachgeplapperte „Verantwortung“ für Verbrechen nicht als das entlarvt wird, was sie ist: schäbige Propaganda und Projektion der eigenen Verbrechen auf den designierten „Feind“ der USA (und der Zionisten).

Die ARD betreibt also subtile Volksverdummung, schafft es nicht, auch nur eine intelligente Analyse der politischen Hintergründe zu liefern, (Papageien können das ja auch nicht) und hat dann den Nerv, die Zuschauer mit solch rührseligen Titeln zu verarschen: („Hart aber Fair“, Anmoderation: Frank Plasberg)

Schuldig durch Wegschauen ARD

Wir schauen ja nicht weg, wenn es darum geht, wer hier die wahren „Barbaren“ sind, sondern ihr unerträglichen Fließband-Journalisten sorgt dafür, dass die Empörung in die gewünschten Kanäle geleitet wird, durch massives framing und Isolierung aus dem (richtigen) politischen Kontext. (Aus Tätern werden so Opfer– so auch seit Jahren bei Israel, dessen brutale Besatzung  einfach „verschwindet“).

ORF Regime verantwortlich

Der ORF (screenshot vom 13.9.2013  mit propagandistischer Schlagzeile)

lässt sich auch nicht „lumpen“, wenn es darum geht, die Anbiederung gegenüber dem US-Hegemon zu demonstrieren (durch politisch-kompatible Formulierungen und frames) . Dieser „Journal“-Bericht von ö1 war leider nur 7 Tage online):

Es war vielleicht eine Provokation zuviel. Das syrische Regime hat kein Interesse mehr an Verhandlungen, bestreitet jegliche Giftgasattacke auf die eigene Bevölkerung und sagt, wenn wir diesen Krieg nicht gewinnen, wird es Syrien nicht mehr geben.“

Von einer „Provokation“ (Assads) zu sprechen, obwohl es noch keinerlei Beweise dafür gibt, was wirklich in Khan Sheikoun passiert ist, (geschweige denn, wer es war) und dann auch noch (auf Basis dieser propagandistischen Formulierung) zu behaupten, Assad habe „kein Interesse mehr an Verhandlungen“, das ist ein so schäbiger, tendenziöser Journalismus, das einem schlecht wird.

Von hier aus flogen jene syrischen Flugzeuge … die für den Giftgasangriff  ….. verantwortlich gemacht werden.“

(Das gleiche Muster wie bei der ARD) und auch die sprachlich suggerierte „Sicherheit“ (bei der Bestimmung des Schuldigen) kommt natürlich wieder vor:

„Für Trump besteht kein Zweifel: der syrische Diktator habe den schrecklichen Angriff auf unschuldige Zivilisten …bla,bla, bla“-

Natürlich plappern auch die Vasallen in der EU diesen Spin nach, so etwa Federica Mogherini (die ungewählte „EU-Außenministerin“) und natürlich – the mother of all spineless German chancellors – „Mutti“ Merkel.

ES GEHT AUCH ANDERS

Der einzige journalistische Lichtblick in diesem schwarzen Propaganda-Loch scheint die Deutsche Welle zu sein:  (Hervorhebungen von mir)

DW war es wirklich Assad

 „Von einem solchen Giftgaseinsatz können nur die bewaffneten Oppositionsgruppen profitieren, erklärt der Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz (Günter Meyer) gegenüber der DW.  „Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, haben de-facto keine Chance, sich militärisch gegen das Regime zu wehren. Und wie die jüngsten Reaktionen von US-Präsident Trump zeigen, ermöglichen ihnen solche Aktionen, wieder die Unterstützung der Assad-Gegner zu bekommen“, so Meyer.

Das ist der politische Kontext der bei ARD, ZDF, ORF und den anderen Journautisten regelmäßig unterschlagen wird, weil er die Motive der beteiligten Parteien in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. (Die Motive der USA werden erst gar nicht untersucht)

Die Journalisten der DW sind auch die einzigen (so weit ich weiß), die erwähnen (in dem sie Meyer zitieren), dass die ersten Giftgas-Opfer syrische Soldaten waren und dass Präsident Assad selbst die UN-(OPCW)-Kontrolleure ins Land rief, um „die Verantwortlichen für diesen Angriff zu  identifizieren“ . Auch Meyer betont, dass die Frage nach dem Motiv für die Tat nicht zu Assad führt:

Es ist unsinnig zu erwarten, dass das Regime einen derartigen Angriff gerade dann ausführt, wenn diese Kommission eintrifft(das war uns schon 2013 klar).

Die DW verlinkt auch zur  (2014) MIT-Analyse von Postol / Lloyd, die ich ja auch schon erwähnt habe, in der wissenschaftlich bewiesen wird, dass die „Raketen“ nicht von der syrischen Armee abgefeuert werden konnten, weil ihre Reichweite zu kurz war (siehe auch Teil 1 u. 2.)

Auch das ehemalige CW-Arsenal des syrischen Staates stellt Professor Meyer in den richtigen, relativierenden Kontext:

Diese Chemiewaffenbestände dienten […] ursprünglich als Gegengewicht zu Israels Atomwaffen.“ (Deren bloße Erwähnung ja bei unserer Papageien-Journaille tabu ist!)

Nur im letzen Absatz kommt eine Art „moral disclaimer“: (Assads Rolle als Bösewicht soll wohl doch nicht wanken):

Unzweifelhaft ist Baschar Al-Assad in der Wahl der Mittel zur Sicherung seiner Herrschaft alles andere als zimperlich.* Aber warum der syrische Diktator die Weltöffentlichkeit ausgerechnet zu einem Zeitpunkt wissentlich gegen sich aufbringen sollte, als sie sich mit seinem Verbleiben als syrischer Präsident abzufinden beginnt, ist eine berechtigte Frage. Man sollte sie plausibel beantworten, bevor man sich zu voreiligen Reaktionen hinreißen lässt.“

the hated dictator fantasyWieso ein gewählter Präsident (der von vielen Syrern sogar verehrt wird) als „Diktator“ eine „Herrschaft“ pflegt, wird nicht begründet, offenbar, weil das einfach in den (von den USA/NATO verbreiteten) mittlerweile tiefsitzenden „evil Assad“-frame passt. Man will also der Logik Tribut zollen, beeilt sich dann aber, nicht zu sehr gegen den politischen Strom zu schwimmen.

Wieso sich dieser Mann sechs Jahre lang in diesem terrorisierten Land halten konnte (wenn er doch von seinem Volk angeblich so gehasst wird), wieso er nicht schon längst abgehauen ist, sondern bis heute weiterkämpft, fragt die DW auch nicht. Vielleicht sollte sie mal mit Syrern darüber sprechen …

Sputnik meldete am 6. April übrigens, dass der syrische Außenminister sich folgende Frage stellt (mit folgendem Kontext):

„Al Nusra, IS und andere Terror-Gruppen lagern weiterhin chemische Waffen in Wohngebieten. Wir haben mehr als hundert Telegramme an den UN-Sicherheitsrat und die OPCW geschickt, in denen wir ihnen Informationen über den Transport dieser CW aus der Türkei und dem Irak gaben.

Warum wurde nichts dagegen unternommen“?

ANHANG

Zum Thema „barbarisch“ und machtbesessen:

* Diesen Satz der DW (bezogen auf Assad)  „… in der Wahl der Mittel zur Sicherung seiner Herrschaft alles andere als zimperlich“ möchte ich einmal bezogen auf den Hegemon USA lesen, da wäre er nämlich 100% zutreffend. Aber das wird  ja erfolgreich durch billige Stigma-Wörter wie „anti-amerikanisch“ verhindert.

MLK beyond vietnamMartin Luther King ging mit seinerBeyond VietnamRede am 4. April* 1967 in die Geschichte ein. (Exakt ein Jahr später wurde er ermordet, diese Rede hat ihn quasi „umgebracht“… zufälligerweise fand auch der fingierte „Giftgasanschlag“ in Idlib an diesem Tag statt)

 Darin kommt ein Satz vor, der es auf den Punkt bringt:

„… Der größte Exporteur von Gewalt in der Welt: (ist heute) meine eigene Regierung.“

(Kontext: „I knew that I could never again raise my voice against the violence of the oppressed in the ghettos without having first spoken clearly to the greatest purveyor of violence in the world today: my own government. […] for the sake of the hundreds of thousands trembling under our violence, I cannot be silent.

Paul Craig Roberts ist auch Amerikaner, war unter Reagan im Finanzministerium und schrieb kürzlich über die Rolle der US-Präsidenten (dass er erst mit Clinton anfängt, ist unzulänglich) unter der Überschrift „Eine Regierung aus Dummköpfen und Kriegsverbrechern“ eine bittere Polemik gegen sein Land, die wie ein bitteres Echo von Martin Luther King klingt.

Hier ein Zitat daraus:

 „Indeed, violence is what America is. […] Violence is the heart of America.“

Martin Luther King sagte 1967 es gäbe Zeiten, in denen sei Schweigen mit Verrat gleichzusetzen. Verrat an allem, was humanistische Werte ausmacht. Seit sechs Jahren führt die USA und ihre Vasallen einen perfiden PR- und Terrorkrieg gegen die syrische Zivilbevölkerung mit hundertausenden Toten, unvorstellbaren Qualen und Millionen von Vertriebenen.

Welche UNMENSCHLICHEN Grausamkeiten

AKTUELL:  Dutzende hungrige, schiitische Kinder, die gerade evakuiert werden sollten (!), werden mit Süßigkeiten und Chips zu einem Fahrzeug gelockt, das dann explodiert und sie in Stücke reißt

… müssen auf dieser Welt noch passieren,

bevor unsere Journalisten erkennen, dass ohne ihr Schweigen, ohne ihre Komplizenschaft diese systematischen Verbrechen – und vor allem ihre Vertuschung – nicht möglich wären?