Köln 3112: DIRTY TRICKS & DOPING

WAS IST IN KÖLN WIRKLICH PASSIERT UND WARUM?

PSYOP 3Die seltsamen Vorfälle auf bzw. vor dem Kölner Bahnhof in der Neujahrs-Nacht müssen gründlich analysiert werden, denn dahinter könnte sich viel mehr verbergen, als derzeit in den Medien kolportiert wird. Die „Manipulation des innenpolitischen Klimas“ wie sie zu Zeiten von „Gladio“ in Europa erfolgreich (und mit brutalen Mitteln) durchgeführt wurde, scheint eine neue, perfide Facette zu bekommen.

1 DIE  ANGABEN  DER  POLIZEI

Die Pressestelle der Kölner Polizei hatte am 1. Jänner eine Meldung veröffentlicht, wonach die „Silvesterfeierlichkeiten friedlich“ verlaufen seien.

Um eine Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1000 Feiernden zu verhindern, wurde beschlossen, den Platz vor dem Bahnhof und die Domtreppe zu räumen. Trotz dieser erzwungenen Feierpause „gestaltete sich die Einsatzlage entspannt – auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte.

Am 2. Jänner (gegen 17 Uhr) meldete die Polizei:

Im Laufe des Neujahrtages (1. Januar) erhielt die Polizei Köln Kenntnis über unterschiedliche Vorfälle bei denen Frauen Opfer von Übergriffen geworden sind. In der Silvesternacht nutzten Tätergruppen das Getümmel rund um den Dom und begangen Straftaten unterschiedlicher Deliktsbereiche. Die Polizei Köln hat eine Ermittlungsgruppe zur Aufklärung der Fälle eingerichtet.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren „knapp“ 30 Anzeigen erstattet worden, in denen „Die Verdächtigen versuchten, durch gezieltes Anfassen der Frauen von der eigentlichen Tat abzulenken – dem Diebstahl von Wertgegenständen (Geldbörsen und Mobiltelefone). In einigen Fällen gingen die Männer jedoch weiter und berührten die meist von auswärts kommenden Frauen unsittlich.“

Wie wurden die Täter von den Opfern beschrieben? Als „nordafrikanisch aussehend“.

Polizei 3Am 5. Jänner war die Zahl der Strafanzeigen auf 90 gestiegen. An diesem Tag gab die Kölner Polizei schließlich „Fakten zum Einsatzverlauf“ am 31. Jänner auf dem Bahnhofsvorplatz bekannt:

21 Uhr: 400-500 „augenscheinlich alkoholisierte Personen (Mehrzahl Männer), die durch aggressives Verhalten auffallen

23 Uhr: Menschenmenge auf „über 1000“ angewachsen, darunter mehrheitlich enthemmte Männer, die absichtlich Raketen in die Menge schießen; sehr aggressive Stimmung

23.30 Uhr: Aus Sicherheitsgründen werden der Bahnhofsvorplatz und die Domtreppe geräumt

O-Ton: „Durch das konsequente Einschreiten der Polizisten werden Personengruppen aufgebrochen, die Situation beruhigt sich zunehmend.“ [damit war wohl nur die unkontrollierte Knallerei gemeint]

Gegen 1 Uhr morgens wird der Zugang zum Bahnhof wieder freigegeben. Die Masse der anwesenden Personen habe sich ruhig verhalten. Dann heißt es:

Erste geschädigte Frauen erstatten Strafanzeige wegen Diebstahlsdelikten und schildern teilweise auch sexuelle Übergriffe. Die Polizei passt das Einsatzkonzept sofort an und konzentriert Einsatzkräfte erneut im Bereich des Hauptbahnhofs. Passantinnen werden gewarnt und von Beamtinnen und Beamten sicher durch die Menschenmenge begleitet. Bei aggressiven und auffälligen Personen werden Gefährderansprachen und Identitätsfeststellungen durchgeführt. Platzverweise werden ausgesprochen.

FAKTEN: auffallend „enthemmte, aggressive“ Männergruppen (Migranten) / Polizei räumt den Platz vor Mitternacht / spricht von Deeskalation und Beruhigung der Lage / in den frühen Morgenstunden des 1. Januar erstatten Frauen Strafanzeigen

N.B. „Identitätsfeststellungen aggressiver und auffällige Personen“ laut Polizeiangaben

Zu welchem Zeitpunkt begannen die Übergriffe auf die Frauen? Diese Berichte vermitteln den Eindruck erst während der Räumung des Platzes bzw. während er sich danach wieder füllte.

FRAGE an die betroffenen Frauen (das kann man ihnen bei allem Mitgefühl nicht ersparen):

Wenn die Stimmung schon gegen 21 Uhr aggressiv ist und eine große Menge betrunkener, enthemmter Männer in meiner Nähe sind warum gehe ich dann nicht nach Hause, sondern bleibe auf dem Platz? Weil Silvester ist? (! – siehe dazu auch den Anhang)

2 DIE  ROLLE  DER  MEDIEN          

Schlagzeile: SternDer große Skandal begann damit, dass wenig später ein „interner Polizeibericht“ der dpa (Presseagentur) zugespielt wurde und die „BILD“ (das Volksverhetzungsorgan Nr. 1 in Deutschland) als erstes Printmedium darüber in gewohnt billiger Manier „berichtete“. Damit war das Schüren des Volkszornes in den „bildungsfernen“ Schichten und im rechten Lager garantiert, weil die Panikmache über die „Invasion der (potentiell kriminellen) Flüchtlinge“ neue Nahrung erhielt.

Für die gebildete Mittelschicht fungierte der SPIEGEL als (führendes) Instrument für „strategic communication“ der Machteliten und verbreitete die schockierende Darstellung eines anonymen „Bundespolizisten“, die dann von der Fließband-Journaille flächendeckend übernommen wurde. Schlagzeilen und Überschriften wie

Es waren einfach zu viele zur gleichen Zeit / Frauen durchliefen „Spießroutenlauf“ / Chaotisch und beschämend / Frauen Slips geraubt, Polizisten bedroht / Es war der Horror / Hier sind überall Hände an mir dran

sorgten dafür, dass eine emotionale Stimmung erzeugt wurde, die ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit förderte:

DER STAAT WAR IN DER SILVESTERNACHT VON KÖLN NICHT MEHR HERR DER LAGE.“

(Erster SatzSpiegel-Online Artikel)

Die Rolle der (extrem manipulativen) „sozialen Netzwerke“ hat Sascha Lobo treffend kommentiert:

Denn folgend auf die Silvestermobs ist im deutschsprachigen Internet eine mir bisher einzigartig erscheinende Welle rassistischer Empörung losgebrochen, die alle Elemente eines digitalen Mobs beinhaltet“

Die SÜDDEUTSCHE hat den internen Polizeibericht nach eigenen Angaben „in voller Länge und unkommentiert“ veröffentlicht, leider ohne konkrete Zeitangaben (der Polizei?) und, nebenbei bemerkt, die zahlreichen Rechtschreibfehler des Polizisten korrigiert. Daraus einige wichtige Punkte:

  • Bereits als die Polizei ankam, hatten Übergriffe und Exzesse (Gewalt, Diebstahl, etc.) stattgefunden
  • Auffallend viele Männer mit „Migrationshintergrund“, die sich sehr aggressiv und enthemmt verhielten
  • Das Eintreffen der Polizei bewirkte keinerlei Verhaltensänderung der Täter
  • Die „Ereignisse“ fanden im und vor dem Bahnhof statt
  • Entscheidung zur Räumung des Platzes wegen Gefahr durch Missbrauch von Feuerwerkskörpern
  • Gegen 23.30 Uhr wird der Bahnhof gesperrt und mit der Räumung begonnen (wobei die Polizei weiterhin mit Flaschen und „pyrotechnischer Munition“ beschossen wird), auch der Bahnsteig wird gesperrt und schließlich die Gleise
  • Die Männer wirken völlig betrunken und haben auch andere Rauschmittel konsumiert, wie Cannabis, was die Räumung noch schwerer macht und folgende Straftaten „an mehreren Einsatzorten gleichzeitig“ zur Folge hat:
  • Körperliche Gewalt, Raubdelikte, sexuelle Übergriffe auf Frauen durch männliche „Migranten“-Mobs
  • Eine Identifizierung war leider nicht mehr möglich“ (wegen des Getümmels und der Gleichzeitigkeit)

Dann folgt eine Liste von weiteren Vorfällen und provozierenden Aussagen der Tatverdächtigen, darunter:

  1. Zerreißen von Aufenthaltstiteln mit einem Grinsen im Gesicht und der Aussage:
  • Ihr könnt mir nix, hole mir Morgen einen Neuen.“
  1. Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen.“

KOMMENTAR:

FILE - In this Sunday, Oct. 4, 2015 file photo, a Syrian refugee child sleeps in his father's arms while waiting at a resting point to board a bus, after arriving on a dinghy from the Turkish coast to the northeastern Greek island of Lesbos. Bold ideas for helping Syrian refugees and their overburdened Middle Eastern host countries are gaining traction among international donors who were shocked into action by this year's migration of hundreds of thousands of desperate Syrians to Europe. (AP Photo/Muhammed Muheisen, File)

(AP Photo/Muhammed Muheisen)

Ein echter Flüchtling (der vor Krieg, Massenmord, unvorstellbarem Terror geflohen ist) würde sich niemals so verhalten, das ist einfach absurdes, politisches Schmierentheater. (Mehr dazu siehe unten „Bist du ein Syrer?)

Die saloppe Diktion „Ihr könnt mir nix“ lernt ein kürzlich angekommener Migrant nicht im Deutschkurs, so spricht jemand, der schon lange in Deutschland lebt oder Deutscher ist.

Laut einer Zeugenaussage im WDRhaben die auch kein Deutsch gesprochen“ und „alles auf Arabisch kommuniziert“. Hier gibt es also eindeutige Widersprüche.

Es ist offensichtlich, dass in den Köpfen der Bevölkerung Angst und Wut (die aus solchen Vorfällen resultieren) unbedingt (emotional) mit Syrien in Verbindung gebracht werden soll. Das kennen wir doch schon aus Paris, wo der „gefundene syrische Pass“ diesen Zweck erfüllen sollte. (Mehr über die politischen Hintergründe folgt später).

FAZIT:

  • Laut Augenzeugen und Polizeibericht verhielten sich die jungen Männer „völlig enthemmt und unbeeindruckt von polizeilichen Maßnahmen„. Sie waren so „betrunken“, dass sie sich reihenweise übergeben mussten und den Bahnhof an mehreren Stellen sogar „als Toilette“ benutzt haben.
  • Die Übergriffe begannen schon Stunden vor Mitternacht und schaukeln sich immer weiter auf
  • Die gefährliche und aggressive Benutzung der Feuerwerkskörper scheint nur eine Ablenkung für die Polizei gewesen zu sein, die sich verständlicherweise darauf konzentriert und nicht merkt, was sich innerhalb der Menschenmenge abspielt.
  • Erst gegen 1 Uhr erhält die Polizei erste Strafanzeigen wegen Übergriffen

Die Zahl der Strafanzeigen ist laut Polizeiangaben mittlerweile auf 379 gestiegen, (davon etwa 40% auch Sexualdelikte), die teilweise mit Diebstahl verbunden sind. 16 junge tatverdächtige Männer wurden inzwischen identifiziert. Die betroffenen Personen im Zentrum der Ermittlungen stammen aus Nordafrika und sind Asylsuchende bzw. Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten.

Die Tatverdächtigen kommen also primär aus „Nordafrika“, was ja auch mit den ursprünglichen Zeugenaussagen übereinstimmt.

Dazu ist anzumerken: Ein Polizeireporter sagte in der Tagesschau, es sei kein neues Phänomen, dass sich junge Männer mit Migrationshintergrund am Kölner Hauptbahnhof versammeln. Darunter seien auch Trickdiebe und Intensivtäter. Grund für die Eskalation am Silvesterabend sei vor allem der Alkohol- und Drogenkonsum. (Mehr zu den Drogen in Teil 2)

Asylbewerber claim WeltDoch irgendjemand will uns partout einreden, dass es sich um „Asylbewerber aus Syrien“ handelt und benutzt dafür diesmal die WELT AM SONNTAG, die am 7. Jänner folgende schockierende Details „enthüllt“ (auf den Punkt gebracht):

  • Die Polizeispitze Kölns hat „gelogen“: die Polizei hat schon in der Silvesternacht „von zahlreichen (71) Personen die Personalien aufgenommen“ und 11 davon in Gewahrsam genommen; es gab 32 Strafanzeigen und 4 Festnahmen
  • „Nur bei einer kleinen Minderheit handelte es sich um Nordafrikaner, beim Großteil der Kontrollierten um Syrer.“
  • Vorrangig ging es den meist arabischen Tätern um die Sexualstraftaten oder, um es aus ihrem Blickwinkel zu sagen, um ihr sexuelles Amüsement

Bei der Analyse dieses (irreführenden) Textes muss man sehr genau sein, darin heißt es wörtlich:

Viele der Kontrollierten hielten sich aber erst seit wenigen Monaten in Deutschland auf. „Die meisten waren frisch eingereiste Asylbewerber. Sie haben Dokumente vorgelegt, die beim Stellen eines Asylantrags ausgehändigt werden.“

Die WELT zitiert auch den Landeschef der Polizeigewerkschaft Arnold Plickert u.a. mit den Worten:

„Den Kollegen zufolge wurden von mehreren der kontrollierten Männer Meldebescheinigungen des Bundesamts für Migration vorgelegt. Da waren ganz sicher Flüchtlinge unter den Tätern.

Die Aussage, dass unter den „Kontrollierten“ mehrere Asylbewerber waren, ist kein Beweis für eine Täterschaft. Sie wurden überprüft, eben weil sie „so aussahen“ wie arabische / nordafrikanische Migranten und weil einige davon unter Drogeneinfluss standen. Hier sollen die Begriffe „Tatverdächtiger“, „Täter“ und „Kontrollierter“ austauschbar sein, was natürlich völlig unzulässig ist.

Im Gegensatz dazu stellt die (inzwischen entfernte) Kölner Polizeispitze in einer Presseausendung vom 8. Jänner dazu klar:

Meine Mitarbeiter und ich haben seit der von mir initiierten Pressekonferenz am 3. Januar mehrfach öffentlich betont, dass Polizistinnen und Polizisten während des Silvestereinsatzes im Bereich des Bahnhofsvorplatzes eine Vielzahl von Personen kontrolliert haben. Bei diesen Personen haben die Beamtinnen und Beamten Identitätsfeststellungen durchgeführt. Ich habe immer wieder verdeutlicht, dass sich viele der von diesen Maßnahmen Betroffenen mit vom „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ ausgestellten Dokumenten auswiesen.

Ich habe stets erklärt, dass die von den Polizistinnen und Polizisten kontrollierten Männer nicht zwangsläufig auch die Täter der schrecklichen Übergriffe sein müssen.“

BIST DU EIN SYRER?

In einer zivilisierten, friedlichen Welt kann man die Identität eines Menschen durch seine Ausweispapiere feststellen, meistes durch einen Reisepass, der zahlreiche „Sicherheitsmerkmale“ enthält und seit einiger Zeit ja auch mit „biometrischen“ Kennzeichen kombiniert ist (z.B. digitalisierter Fingerabdruck).

In Syrien herrscht seit vier Jahren Krieg (nicht Bürgerkrieg), der mit allen Mitteln gegen die syrische Regierung geführt wird. (Die Gründe dafür habe ich ja schon in vielen Beiträgen auf diesem Blog mit tag „Syrien“ erläutert)

Ausländische Söldner, die dort für den Westen getarnt als „syrische Opposition“ kämpfen, erhielten – dank der Großzügigkeit des Emirs von Katar – gefälschte syrische Pässe, für den Fall, dass sie sich als „FSA“-Soldaten deklarieren müssen.

Zoll findet Pakete mit syr Pässen 0409Es gab ja auch in Deutschland Pressemeldungen über gefälschte, syrische Pässe bzw. den illegalen Handel mit solchen Dokumenten.

Wenn also viele „arabisch aussehende“ Männer in Deutschland auftauchen und behaupten sie seien „Syrer“, weil Merkel den syrischen Flüchtlingen einen Sonderstatus gewährt hat, ist das kein Beweis dafür, dass diese wirklich aus Syrien kommen. Somit sind auch Dokumente, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ausgestellt wurden, kein Beweis für eine bestimmte Staatsbürgerschaft. Dieser Herkunftsnachweis könnte nur durch Kontakt mit bzw. Überprüfung durch syrische Behörden erbracht werden (doch die Botschaften sind seit Kriegsbeginn geschlossen).

Die Vorlage eines Registrierungsbelegs des BMF ist auch kein Beweis dafür, dass es sich hier wirklich um einen echten „Flüchtling“ oder „Asylwerber“ (ein demütigendes Wort) handelt. Im Zuge der politisch organisierten „Flüchtlingswelle“ könnten natürlich auch kriminelle Elemente nach Europa gekommen sein, die man absichtlich eingeschleust hat, um Deutschland innenpolitisch zu destabilisieren.

Greenhill refugees as weapons

FLÜCHTLINGE ALS POLITISCHE WAFFE       (Link auf dem Bild oben)

Auch erfahrene, politische Analysten wundern sich über die Naivität der europäischen Politiker die nicht begreifen, dass die (psychopathische und narzisstische) USA niemals ihr „Partner“ sein kann, sondern Europa nur schwächen und dominieren will und stellen 2015 fest:

Seit Anfang des Jahres ist der Preis des Transfers von der Türkei nach Ungarn, der früher bei 10.000 Dollar lag, auf 2.000 Dollar pro Person gesunken. Sicherlich sind manche Schlepper Menschenhändler, aber viele wollen einfach den Menschen in Verzweiflung Dienste leisten. Wie es auch sei – wer zahlt den Differenzbetrag?

US pays refugee traffickersIm August 2015 berichtete info-direkt, dass nach Angaben eines „Insiders“ aus dem österreichischen Militärgeheimdienst, amerikanische Organisationen die „Flüchtlingswelle“ nach Europa durch Co-Finanzierung der Transportkosten ermöglicht haben:

Gemäß Informationen eines Mitarbeiters des österreichischen „Abwehramts“ sollen Erkenntnisse darüber vorliegen, dass US-Organisationen die Schlepper bezahlen, welche täglich tausende Flüchtlinge nach Europa bringen.

„Schlepper verlangen horrende Summen, um Flüchtlinge illegal nach Europa zu bringen. Die Bedingungen sind oft sehr schlecht, trotzdem kostet ein Transport aktuell zwischen 7.000 und 14.000 Euro, nach Region und Schlepperorganisation unterschiedlich.“ Aus Polizeikreisen, welche tagtäglich mit den Asylwerbern zu tun haben (alleine im Erstaufnahmelager Traiskirchen sind über 100 Beamte täglich im Einsatz) sind Schlepper-Kosten und Zustände längst bekannt. Auch der Verdacht, dass die USA im Sinne einer geostrategischen Strategie die Finger mit im Spiel hätten, wird immer wieder geäußert. Wenige Experten sind bereit verlässliche Informationen durchsickern zu lassen, niemand will mit vollem Namen an die Öffentlichkeit.

Es gibt Erkenntnisse darüber, dass Organisationen aus den USA ein Co-Finanzierungsmodell geschaffen haben und erhebliche Anteile der Schlepperkosten tragen. Nicht jeder Flüchtling aus Nordafrika hat 11.000 Euro in cash. Fragt sich niemand, woher das Geld kommt?“ Es herrsche eine strikte Nachrichtensperre über entsprechende Zusammenhänge. „Auch das HNAA (Anm.: Heeres-Nachrichtenamt) hat keine Informationen bekommen oder darf sie nicht weitergeben. Es muss aber an die Öffentlichkeit. Es sind dieselben Brandstifter am Werk, die vor einem Jahr die Ukraine ins Chaos gestürzt haben.“

Also Leute von Pegida & Co:  nachdenken darüber, wer euer „Feind“ ist, es sind nicht die Flüchtlinge (mehr dazu weiter unten)

Die „Welt“ behauptet auch, dass die sexuellen Übergriffe nicht Ablenkung für Diebstähle waren, wovon Polizei und Zeugen ausgehen, sondern das vorrangige Ziel der Täter. (Woher wissen das die Polizisten und warum bleiben sie anonym, wenn sie doch nur der Wahrheitsfindung dienen wollen?)

Eine Gruppe von Männern umkreist ein weibliches Opfer, schließt es ein und vergreift sich an der Frau.“

Diese Aussagen widersprechen Angaben des Innenministeriums, die am 8. Jänner veröffentlicht werden:

Zwei Drittel der Tatverdächtigen sind Asylbewerber. Ihnen werden Körperverletzungen und Diebstähle angelastet, allerdings keine Sexualdelikte.

Die Identitätsfeststellung in der Silvesternacht (von 31 Verdächtigen) und Registrierung von 32 Straftaten erfolgte durch die Bundespolizei. Von diesen 31 Verdächtigen seien 9 Algerier und 8 Marokkaner (also mehr als die Hälfte „Nordafrikaner“). Der Rest bestehe aus 4 „Syrern“, 5 Iranern, einem Iraker, einem Amerikaner (!) und 2 Deutschen.

WHAT THE HELL IS GOING ON?

mind controlIch denke, es ist für – noch denkfähige, politisch gebildete – Menschen klar, dass es sich hier um eine PR-Kampagne handelt, bzw. eine PSYOP (psychologische Operation zur Beeinflussung und Manipulation einer „Zielgruppe“) als Teil der psychologischen Kriegsführung (die der „Hegemon“ perfekt beherrscht).

Hier die Definition des amerikanischen “Verteidigungsministeriums” (zutreffender: Kriegsministeriums), das sich ja „Full Spectrum Dominance“ auf die Fahnen geschrieben hat:

The planned use of propaganda and other psychological actions having the primary purpose of influencing the opinions, emotions, attitudes, and behavior of hostile foreign groups in such a way as to support the achievement of national objectives.

Der Zweck der PSYOPs ist „Einstellungen und Verhalten zu bewirken oder zu verstärken, die nützlich für die Ziele der USA (oder der Machteinheit, die sie organisiert hat) sind“.

Dazu wird jedes Mittel genutzt, mit dem das „Zielobjekt“ (hier das deutsche Volk) psychologisch beeinflussbar ist.

Dazu gehört in diesem Fall auch die (Demoralisierung als Waffe)

  • „Förderung eines Klimas der Angst und Unsicherheit“
  • Die Zielgruppe soll ein Gefühl des Versagens bekommen
  • Die Ausnutzung und Förderung von Spannungen in der Zielgruppe (Pegida – Anti-Rassismus – Links –Rechts)
  • Den „Überraschungseffekt“ nutzen: einer Ziel-Bevölkerung das Gefühl geben, dass ihre Führung sie nicht mehr beschützen kann und dass der „Feind“ (hier: Syrien bzw. „arabisch aussehende“ Männer bzw. Migranten) die am meisten zu fürchtende Partei ist

Der krampfhafte Versuch, die schockierenden Ereignisse der Silvesternacht, vor allem die generierte, emotionale Empörung, die Abscheu über sexuelle Gewalt gegenüber Frauen mit Syrien (und Arabern generell) zu verbinden, ist nicht zu übersehen.

Polizei LegoAber nicht nur die Einstellung der allgemeinen Bevölkerung gegenüber „Arabern“ und Flüchtlingen (vor allem aus Syrien), die als Quelle für Unsicherheit und Gefahr wahrgenommen werden sollen) wurde hier ins psychologische Visier genommen, sondern auch die der Polizei selbst:

ERZIELTE PSYCHOLOGISCHE EFFEKTE: (Zitate der Polizei)

  • Maßnahmen der Kräfte begegneten einer Respektlosigkeit, wie ich sie in 29 Dienstjahren noch nicht erlebt habe.“
  • „Da man nicht jedem Opfer einer Straftat helfen und den Täter dingfest machen konnte, kamen die eingesetzten Beamten an die Grenze zur Frustration.“ (Polizeibericht)
  • Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine „tiefe Betroffenheit„. (Süddeutsche)
  • Langsam sickert ins Bewusstsein, dass an Silvester in Köln mehr kaputt gegangen ist als das Vertrauen [verloren] in die Polizei. (Süddeutsche)
  • Ich habe junge Frauen weinend neben mir gehabt, die keinen Slip mehr trugen, nachdem die Meute sie ausgespuckt hatte“,  das waren Bilder, die mich schockiert haben und die wir erstmal verarbeiten mussten. Wir waren damit beschäftigt (…), uns selbst zu schützen, da wir massiv angegriffen wurden“ (Kölner Express)

Wir sehen also: Sowohl die Polizei als auch die betroffenen Opfer erlebten ein Gefühl der Demütigung und der Hilflosigkeit („chaotische und beschämende Situation“. In solchen traumatischen Situationen kann man Menschen besonders leicht psychisch manipulieren, das wissen amerikanische Strategen sehr genau:

Der entscheidende Moment einer erfolgreichen Demoralisierungkampagne ist gekommen, wenn die Zielgruppe (ängstlich und von Zweifeln geplagt) die Loyalität gegenüber ihrem Staat oder einer bestimmten Sache (auch moralisches Credo) verliert und dann in eine Richtung gelenkt wird, die den Interessen des Antagonisten (der die Kampagne führt) dient. „

Es geht also auch darum, die Loyalität der Polizei zum Staat zu untergraben und ihre Einstellung gegenüber „Aslybewerbern“, Arabern, Syrern, usw. im Sinne der Organisatoren zu verändern.

Die Täter (völlig enthemmt und unter Drogeneinfluss) waren nur Werkzeuge für eine perfiden Manipulation des politischen Klimas in Deutschland durch „Dritte“, die in den Medienberichten natürlich nicht vorkommen …

(Mehr dazu im zweiten Teil ….)

 

Anhang:

KETZERISCHE GEDANKEN ZU „SILVESTER“ ….

Für viele Menschen (und Tiere) ist der 31. Dezember der schlimmste Tag des Jahres. Die hirnlose, rücksichtslose Knallerei (die ja oft schon am Vormittag losgeht und nicht erst um Mitternacht) geht einem gewaltig auf die Nerven und stellt eigentlich nichts anderes dar als eine „party-mäßig“ organisierte Form der Ruhestörung. Während der Staat das ganze Jahr über Millionen für „Lärmschutz“ ausgibt, eben weil Lärm psychischen Stress erzeugt und krank macht, gilt zu Sylvester Narrenfreiheit und das Ausleben der primitivsten Instinkte unter Alkoholeinfluss wird toleriert.

In einem Online-Kommentar (im Kontext von Köln) heißt es dazu:

Eine Gruppe von rund tausend, teilweise stark alkoholisierten Personen verstand unter Feiern offenbar, sich mit Böllern zu bewerfen oder bewerfen zu lassen. Das ist zweifellos bekloppt, aber in der massenalkoholisierten Sprengstoffnacht zum Jahresabschluss eine akzeptierte Absurdität dieses Landes.“

Die „akzeptierte Absurdität“ dieser „Sprengstoffnacht“ geht aber noch weiter:

Die lauten Geräusche, die beim Abfeuern von Raketen und Böllern entstehen, sind Geräusche des Krieges: sie erinnern an Bomben und andere todbringende Explosionen. Manche von ihnen klingen wie das Abfeuern von Maschinengewehren oder wie Granaten. Wem kann so etwas „gefallen“? (An der Stress- und Angst-Reaktion von Haustieren sieht man ja, wie das Nervensystem darauf reagiert, wenn keine Rationalisierung erfolgt)

Das Verhalten der Leute zu Silvester ist ja nicht Ausdruck eines menschlichen Bedürfnisses oder eines kreativen Impulses, sondern die Folge einer Konditionierung: sie trinken, feiern und knallen, weil man ihnen eingeredet hat, dass das „normal“ und erwünscht sei am 31. Dezember.

Sie verhalten sich wie eine Herde von Konsumenten, nicht wie selbstbestimmte Menschen. Warum man am letzten Tag des Jahres immer in „Partylaune“ sein muss und das Neue Jahr mit lauten Knallgeräuschen zu beginnen hat, darüber denkt doch niemand mehr nach.

In einer Zeit, wo 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Bomben und Zerstörung sind, ist es besonders zynisch, diese gedankenlose Knallerei (oft verbunden mit lautem Grölen) als Ausdruck von Freude darzustellen. Auch die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Probleme dieser Welt spitzen sich zu.

Wäre es da nicht angemessen, einmal das Neue Jahr in Ruhe, durch Reflexion über den Zustand der Gesellschaft zu beginnen?

Aber genau das soll ja verhindert werden ….

 

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AIR TURKEY: Der Kalif von IS sitzt in Ankara

syrian border clashes russia turkey 20 NovBereits am 20. November 2015 meldete die Presseagentur AFP Spannungen zwischen der Türkei und Russland, weil die russischen Bomber „sehr nahe“ an der türkischen Grenze operierten (was sich nicht vermeiden lässt). Der russische Botschafter wurde also ins Außenministerium zitiert, wo man ihn davor warnte, „zivile Ziele in turkmenischen Dörfern“ zu bombardieren und „die Operationen sofort zu beenden“, andernfalls wurden „ernste Konsequenzen“ angedroht.

Es gab ja schon mehrfach solche „Warnungen“ (eher Drohungen), seitdem Präsident Putin in Absprache mit Präsident Assad den Luftkampf gegen die Terroristenbanden in Syrien (IS & Co.) Ende September aufgenommen hat.

Doch die (seit Wochen) zur Schau gestellte “Empörung” Erdogans über die (dramatisierten) Luftraumverletzungen russischer Kampfflugzeuge und der Abschuss einer SU 24 vor zwei Tagen sind nicht das, als was sie erscheinen. Es ist ein Affentheater, um das zu verschleiern, worum es wirklich geht:

ERDOGAN IST DER LOGISTISCHE „KALIF“ VON ISIS

(jedenfalls seit der saudische Prinz Bandar einen unrühmlichen „Abgang“ hatte)

Was damit gemeint ist – und was sich auch demonstrieren lässt – soll im Folgenden (siehe auch weiter unten) erklärt werden:

Sukoi 24Der Abschuss eines russischen SU-24 Bomber-Jets durch türkische F-16 Piloten ist eine klare Provokation der Türkei, wie Außenminister Lavrov richtig feststellte. Gestern meldete RT, dass einer der Piloten, Konstantin Murahtin gerettet werden konnte. Er sagte u.a. folgendes:

Es gab keine Warnung, weder über Funk noch visuell. Es gab überhaupt keinen Kontakt. Deshalb haben wir unsere übliche Route genommen. Sie müssen verstehen, was die Fluggeschwindigkeit eines Bombers ist, verglichen mit einer F-16. Wenn sie uns warnen wollten, hätten sie einen Parallelkurs fliegen können. Aber da war nichts. Und die Rakete traf unser Heck völlig unerwartet. Wir hatten keine Zeit, ein Ausweichmanöver zu fliegen.“

Vergleich: russische Flugroute und türkische Angaben

Vergleich: russische Flugroute und türkische Angaben

Na ja, könnte man jetzt argumentieren: die Türkei sagt das eine, Russland das andere – wem soll man glauben? Abgesehen davon, dass Erdogan so viel Glaubwürdigkeit hat, wie Machiavelli und Goebbels zusammengenommen, kann man seinen Verstand einschalten und die Fakten überprüfen:

Das russische Militär betont, dass das Flugzeug 1 km von der türkischen Grenze entfernt war, als es abgeschossen wurde und sich in ca. 6000 m Höhe befand. Die Absturzstelle liegt ca. 4 km hinter der syrisch-türkischen Grenze, also in Syrien.

TurkeyUNLetterDas Schreiben, das die türkische Regierung (als Beschwerde über den Vorfall) beim UNSC eingereicht hat, wurde mittlerweile veröffentlicht – siehe Bild oben. Die eine Su-24 hat demnach (wenn die türkische Regierung die Wahrheit sagt) für ganze 17 SEKUNDEN (!) und über eine Länge von 1,8 km, die türkische Lufthoheit verletzt.

Gleichzeitig behauptet die Türkei, man habe die russischen Piloten 5 MINUTEN lang gewarnt, bevor die Abfangjäger den Befehl zum Abschuss erhielten. (Normalerweise wird das nicht-feindliche Flugzeug von Kampfjets eskortiert und gezwungen, zu landen oder den Luftraum zu verlassen)

Das ergibt keinen Sinn, denn innerhalb von 17 Sekunden kann kein Kampfflugzeug aufsteigen, die Absicht zu schießen, muss also schon vorher bestanden haben. Auch das ist aber (innerhalb der offiziellen Darstellung) nicht logisch, denn alle Beteiligten wussten ja, dass die russische Luftwaffe nicht die Türkei angreifen will, sondern die Infrastruktur der Terroristen im Norden Syriens.

Reuters russian SU 24 hit in syrian airspaceDie Presseagentur REUTERS veröffentlichte am 25. November 2015 eine kurze, aber sehr brisante Meldung:

Die Vereinigten Staaten glauben, dass der russische Jet, der am Dienstag von der Türkei abgeschossen wurde, innerhalb des syrischen Luftraums getroffen wurde, nachdem er kurz in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Diese Angaben stammen von einem US-Regierungsbeamten, der anonym bleiben wollte. Dieser sagte, diese Bewertung beruhe auf der „Wärme-Signatur“ des Jets. 

Diese Meldung wurde auch von der türkischen Presse übernommen.

Als ein türkisches Kampfflugzeug 2012 von der syrischen Luftabwehr abgeschossen wurde, schlug Erdogan ganz andere Töne an: Er sagte damals vor dem türkischen Parlament:

Ein “kurzzeitiges Eindringen in den Luftraum anderer Staaten kann niemals einen solchen Angriff rechtfertigen“.

Das aggressive Verhalten der Türkei ergibt aber sehr viel Sinn, wenn man den richtigen Kontext dazu liefert, dann wird die politische Interpretation sehr leicht (wie auch Putins Kommentar dazu deutlich macht)

DIE TÜRKEI: MAFIASTAAT UND „TÜRROR“-PATE

isis t-shirt in Turkey

IS „Fan-Artikel“ in der Türkei frei erhältlich ..

Die Türkei ist massiv in jenes Netzwerk verwickelt, dass den Support für die fanatischen Islamisten und Killerbanden, die u.a. nach Syrien eingeschleust wurden, gewährleistet.

Dazu hat sich ja Präsident Putin kürzlich vor der UN mehr oder weniger eindeutig geäußert:

Der IS ist nicht aus dem Nichts entstanden. Er wurde ursprünglich als Waffe gegen unerwünschte, säkulare Regierungen geschaffen. […] Die Lage ist sehr gefährlich. Unter diesen Umständen ist es heuchlerisch und unverantwortlich, Erklärungen über die Gefahr des Terrorismus abzugeben und gleichzeitig wegzuschauen, wenn es um die Kanäle der Finanzierung der Terroristen geht. Dazu gehören Drogen- und Waffenhandel und illegaler Verkauf von (gestohlenem) Erdöl.

Es ist ebenso unverantwortlich, Extremistengruppen zu manipulieren, um politische Ziele zu erreichen – in der Hoffnung, man werde später einen Weg finden, sie loszuwerden.“

(Präsident Putin, Auszug aus seiner Rede vor der UN-Generalversammlung am 28. September 2015)

turkey-ISISWelche perfide Rolle (u.a.) die türkische Regierung unter Erdogan im scheinheiligen „war on terror“ einnimmt, habe ich ja schon in früheren Artikeln geschildert.

David L.Philips, Professor für Politikwissenschaft an der Columbia Universität, machte sich 2014 die Mühe, die immer lauter werdenden Vorwürfe gegen Erdogan, den IS und andere Terrorgruppen (wie Al Nusra) systematisch zu unterstützen, zu untersuchen.

Dazu durchforsteten er und seine Kollegen zahlreiche internationale Presseberichte, in denen die Komplizenschaft der Türkei mit dem Terrorismus in Syrien deutlich wird. Eine Liste dieser sehr aussagekräftigen Indizien hat die Huffington Post am 11. Oktober 2014 veröffentlicht. Hier als „Vorgeschmack“ nur die Absatz-Überschriften:

  • Turkey Provides Military Equipment to ISIS
  • Turkey Provided Training to ISIS Fighters
  • Turkey Offers Medical Care to ISIS Fighters
  • Turkey Supports ISIS Financially Through Purchase of Oil
  • Turkish Forces Are Fighting Alongside ISIS
  • Turkey Helped ISIS in Battle for Kobani
  • Turkey and ISIS Share a Worldview
  • Turkey Provided Transport and Logistical Assistance to ISIS Fighters

Alleine die Tatsache, dass Erdogan Journalisten und Staatsanwälte verhaften lässt und sie mit Todesstrafe oder lebenslanger Haft wegen „Spionage“ bedroht, die die gut belegten „Vorwürfe“ über den Terror-Support der AKP-Regierung aufdecken bzw. untersuchen, spricht ja bereits für sich …

Classified Woman EdmondsAuch die mutige Sibel Edmonds (Expertin für den türkischen “deep state”) hat auf ihrer Website (BFP) die Rolle ihres Heimatlandes (das sie als Kind verlassen hat) im absurden „Kampf gegen den Terror“ entlarvt, z.B. hier:

 “Seit Beginn des sogenannten “syrischen Bürgerkrieges“ hat NATO-Mitglied Türkei eine entscheidende Rolle bei der Eskalation des Konfliktes gespielt, indem sie zahllose Waffen und Kämpfer nach Syrien gebracht hat. Ohne diese große Unterstützung der Terroristen, die in Syrien kämpfen, wäre der Aufstieg des IS nicht möglich gewesen, wie dessen Mitglieder selbst zugegeben haben.“

Zur Rolle unserer Journaille in diesem perfiden Spiel (sie „berichten“ über den Bockmist, den Erdogan, Obama, Hollande, NATO-Propagandist Fogh-Rasmussen, etc. von sich geben, als wäre das die Wahrheit) – das Millionen Menschen das Leben kostet oder sie zu unerwünschten Flüchtlingen macht – zitiere ich Dr. Paul Craig Roberts und schließe mich seiner von Herzen kommenden Polemik voll und ganz an:

The Western media whores are complicit in the crimes, because they fail their responsibility to hold government accountable and make it impossible for valid information to reach people. The Western media serves as cheerleaders for death and destruction.

Zurück zu Erdogan …

TÜRKEI: WIR VERLEGEN EINFACH DIE GRENZE …

Es gab ja schon im Oktober 2015 „Alarm“ wegen einer angeblichen Luftraumverletzung der Türkei durch ein russisches Flugzeug. Damals lauteten die Schlagzeilen etwa so:

Die zionistisch-atlantische Vasallen-Presse machte daraus sogar

Russland drang absichtlich in türkischen Luftraum ein (Der Standard).

Russland gab kurz darauf zu, dass die Maschine für ein paar Sekunden die Grenze überschritten habe, das sei aber ein Versehen gewesen. Doch schon einige Stunden früher hatte die kleinere, amerikanische Presseagentur McClatchy etwas genauer über diese „Luftraumverletzung“ so berichtet:

McClatchy Russan jet Turkish border Oct 5Das russische Flugzeug hatte zuvor das syrische Dorf Yamdiyyah bombardiert, das sich in unmittelbarer Nähe zur türkischen Grenze befindet und war dabei ins „Zielradar“ der türkischen Luftabwehr geraten. Man hätte angegriffen, wenn die Maschine den „türkischen“ Luftraum innerhalb dieses Limits verletzt hätte, sagte eine türkische Quelle den Journalisten.

Dann heißt es wörtlich in dem Artikel:

Aber ein Vertreter des US-Militärs legte nahe, dass der Vorfall sehr knapp an einer „bewaffneten Konfrontation“ vorbeigeschrammt war. Er sagte, das russische Flugzeug sei „5 Meilen weit in den türkischen Luftraum eingedrungen“ …. Die türkische Luftraumsicherung sei sofort gestartet, aber inzwischen sei der russische Jet schon wieder in Syrien gewesen. Der türkische Sicherheitsbeamte konnte diese Darstellung nicht bestätigen.“

Mc Clatchy hat später ein UPDATE hinzugefügt, in dem das türkische Außenministerium bestätigt, das russische Flugzeug habe den türkischen Luftraum am Samstag verletzt. Doch die entscheidende Information in diesem Artikel ist:

Die Türkei betrachtet alle Flugzeug als „feindselig“, die sich innerhalb einer 5-Meilen-Zone vor der syrisch-türkischen Grenze befinden (obwohl sie weiß, dass Russland ja keine Absicht hat, die Türkei anzugreifen).

 Warum reagiert die Türkei also so empfindlich auf die grenznahen Exkursionen der russischen Bomber?

 DW supply lines TurkeyGanz einfach, weil diese in einem Gebiet operieren, dass von Erdogan als „Schutzzone“ deklariert wurde. Aber nicht für irgendwelche Flüchtlinge, (die sind nur humanitäre Tarnung) sondern für seine besonderen „Schützlinge“: Al Nusra, Al Kaida, IS … wie immer man sie nennt, sie sind die Idioten-Armee, die die Drecksarbeit für Erdogan und seine Komplizen machen: die USA, Katar, Saudi Arabien, Israel, Frankreich, usw. und als Vorwand für notwendige„Interventionen“ dienen.

Wenn es Putin gelingt, diese „Schutzzone“ (entscheidend für die Nachschublinien der Terroristen über die Türkei, vor allem für Waffen) auszuräuchern, wird es eng für IS und ihren „Paten“ auf der anderen Seite: den Muslim-Bruder und möchte-gern Sultan Erdogan.

moved border turkey-syria-

Seit Juni 2012 (als die syrische Luftabwehr ein türkisches Jagdflugzeug abgeschossen hat, nachdem es in den syrischen Luftraum eingedrungen war), hat die türkische Regierung – einseitig – beschlossen, die „politische“ Grenzlinie um fünf Meilen nach Süden zu verschieben. Offiziell spricht man von einer „Pufferzone“, oder eben „Schutzzone“, die eben verhindern soll, dass die „Versorgung“ der Terror-Banden über dieses strategisch wichtige Grenzgebiet nicht unterbunden wird. Deshalb fordern Erdogan & Co. ja lautstark eine „No-Fly-Zone“ für dieses Gebiet.

Wenn man das (bereits o.a.) Schreiben des türkischen UN-Botschafters an den Sicherheitsrat genau durchliest, bestätigt sich diese einseitige Manipulation der türkischen Regierung, die daran erinnert, dass man „die neuen militärischen Verhaltensregeln, wie im Juni festgelegt,“ als Rechtfertigung für das gewaltsame Eingreifen genommen hat.

Und wer regt sich noch darüber auf, dass der syrische Luftraum gleich von dutzenden ausländischen (US, Frankreich, Jordanien) Kampfjets verletzt wird, die Kriegsmaterial für die Terroristen abwerfen und dabei so tun, als ob sie IS bombardieren?

Die Doppelmoral und Heuchelei kennt auch keine Grenzen, wenn die Türkei die kurdische PKK im Nord-Irak bombardiert – ohne je die Zustimmung der irakischen Regierung eingeholt zu haben. Aber die braucht man ja nicht, wenn man gegen eine „globale Bedrohung der Sicherheit“ wie IS, kämpft. Auch Israel hat schon mehrfach über Syrien Bomben abgeworfen, das hat auch keine Empörung innerhalb der NATO-Gemeinde ausgelöst. Some are more lethal (equal) than others …

Patriotraketen für TürkeiDer größte Witz war die Stationierung der Patriot-Raketen in der Türkei (auch durch Deutschland), mit dem Erdogan allen Ernstes sein Terroristen-Support-Center als „bedroht“ durch Syrien verkauft hat.

Aber welche Rolle spielt die Türkei in diesem perfiden Spiel wirklich? Handelt Erdogan „auf eigene Rechnung“ oder führt er nur Befehle aus Washington aus? Hat er sich „zu weit aus dem Fenster gelehnt“, seine Rolle in dem perfiden Spiel überschätzt?

 erdoganErdogan ist selbstherrlich und größenwahnsinnig (er holt sogar die Uiguren aus China, die zu den turkmenischen Völkern zählen, um sie für seine neo-kolonialen Pläne zu benutzen), aber er ist letztlich auch nur ein Werkzeug jener Kreise, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Die USA verbreiten schon seit einiger Zeit „Informationen“, wonach ihre „Verbündeten“ (Türkei, Katar, Saudi Arabien) quasi auf eigene Faust und kontraproduktiv gehandelt hätten (siehe Joe Biden in Harvard) und die USA mahnende Worte an sie gerichtet hätten, wie gefährlich es doch sei, diese Terrorbanden zu unterstützen. Und dann war die „edle“ „indispensable nation“ USA gezwungen, mit Bomben die Folgen dieses Irrsinns (IS wurde immer mächtiger) zu bekämpfen …allerdings ohne Erfolg …

Es gibt aber durchaus verlässliche „Quellen“, die klar machen, dass das „good cop – bad cop“ Spiel zwischen Washington und Ankara nur eine billige Inszenierung für das verblödete Publikum ist. Eine davon ist Seymour Hersh.

 ÜBER RATTEN UND TERRORISTEN

 „Seit Monaten gab es aus akutem Anlass Sorge unter ranghohen Offizieren des US-Militärs und der Geheimdienste bezüglich der Rolle von Syriens Nachbarn in diesem Krieg, besonders jene der Türkei. Sie wussten, dass Erdogan die Al-Nusra-Front und andere islamistische Gruppen unterstützte.“

Wir wussten, dass es Leute in der türkischen Regierung gibt, die glaubten, sie könnten Assad den Garaus machen, indem eine Giftgas-Attacke dazu benutzen, Obamas Drohung mit der „Roten Linie“ (die nicht überschritten werden darf) in die Tat umzusetzen .“

Diese Sätze stammen aus einem Artikel des renommierten US-Journalisten Seymour Hersh mit dem Titel:

THE RED LINE AND THE RAT LINE

der im April 2014 vom LRB veröffentlicht wurde.

Sey  Hersh(Da Hersh ein investigativer Journalist ist, der das oberste Gebot seines Berufsstandes (die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Wahrheit) noch ernst nimmt, findet er seit einiger Zeit keine Zeitung mehr in den USA, die seine enorm wichtigen Artikel („eye opener“) veröffentlicht – von unserer Journaille ganz zu schweigen, die ihm nicht das Wasser reichen kann.)

Darin wird auch die Lüge entlarvt, dass Assad für den Einsatz von Giftgas in Ghouta verantwortlich gewesen sei, der Obama dazu bewegen sollte, (offen) militärisch in Syrien einzugreifen, was JCS-Chef Martin Dempsey im letzten Moment verhinderte. Der US-Generalstab (JCS) wusste damals schon, dass Al Nusra die Möglichkeit hatte, selbst Sarin herzustellen und wusste auch, dass der türkische Geheimdienst mit großer Wahrscheinlichkeit die Sarin-Attacke arrangiert hat.

(Anmerkung: Es gibt im amerikanischen Militär auch „anständige“ Offiziere, die noch nach ethischen Grundsätzen handeln, doch sie haben leider nur selten das letzte Wort …)

Jedenfalls war es nicht die syrische Armee, was auch die Untersuchungen des MIT über die Reichweite der Raketen bestätigt haben)

ERDOGAN ALS TERROR-PATE & US-PATSY

Hersh deckt ebenfalls auf, dass es zu einem Untersuchungsbericht des US-Senates über die „Benghazi Affäre“ (Ermordung des „US-Botschafters“ Chris Stevens in Libyen) einen „versteckten“ Anhang gibt.

Warum wurde dieser nie veröffentlicht? Weil darin eine geheime Vereinbarung erörtert wird, die zwischen Obama und Erdogan besteht: Waffen aus dem (als Staat) zerstörten Libyen werden (mithilfe der CIA) über die Türkei nach Syrien geschmuggelt, um damit die „Rebellen“ (sprich: Terrorbanden wie Al Nusra, Al Kaida, IS oder wie immer sie gerade genannt werden) auszurüsten.

DAS „BEFREITE“ LIBYEN: A TERRORIST HUB

PetraeusDie Operation wurde aus den USA von David Petraeus geleitet (damals DCI-Direktor also oberster Geheimdienstchef) und vor Ort von paramilitärischen CIA-Leuten koordiniert, die mit lokalen „Mc Jihadis“ den illegalen Waffentransport organisierten.

Das US-„Konsulat“ (Special Mission Compound) in Benghazi war wohl nicht ganz im Bilde darüber, was hier wirklich gespielt wurde, hatte aber den Auftrag, die „Rebellen“ in Syrien zu unterstützen. Die Tarnung dieser zwielichtigen Aktivitäten als „diplomatische Mission“ hielt nicht lange und Stevens war kein Unschuldslamm: Er hatte im März 2011 die Rolle des Verbindungsmanns zur „libyschen Opposition“ (die Terrorgruppe LIFG übernommen) ganz nach dem Motto: terrorists who work for us are good terrorists.

LIFGDie LIFG war (als angeheuerter Provokateur staatlicher Gewalt) zuständig für terroristische Attacken in Libyen (und später Syrien), die dann als Vorwand für das „humanitäre“ Eingreifen des Westens dienten:

Am 16. Februar 2011 in Bengazi gegen zwei libysche Kasernen und den Luftstützpunkt Al Abrag. Zur Tarnung wurden gleichzeitig „friedliche“, infiltrierte Demonstrationen abgehalten. Am 17. Februar gingen die Überfälle weiter: auf Kasernen in Misurata und Zawiya sowie mehrere Polizeistationen in verschiedenen Orten. Dabei wurden libysche Soldaten gehenkt und einige enthauptet. So begann der „arabische Frühling“ in Libyen, von dem unsere Medienschafe noch heute „berichten“ und der laut unseren Papageienjournalisten „brutal“ von Gaddafi niedergeschlagen wurde …

Belhadj metamorphosisIm November 2011 war der libysche Chef-Terrorist Abdelhakim Belhadj schon Vorstand des „Militärrats von Tripoli“ und traf sich mit Kollegen von der FSA (wie die LIFG ein „Ableger“ von Al Kaida) in der Türkei um die Kollegen in Syrien über die umfangreichen Waffenlieferungen zu informieren. Kurze Zeit später kamen schon 400 Tonnen schwere Waffen (darunter Boden-Luft Raketen) per Schiff in der Türkei an, im Auftrag des Libyan National Council for Relief and Support. Das klingt ja fast wie das Rote Kreuz und soll ja auch eine „humanitäre“ Agenda vortäuschen.

US Turkey faux ATSchlagzeilen wie diese (US, Türkei bereit für gemeinsame Anti-ISIS Operation – trotz Differenzen) demonstrieren, wie das Spiel läuft. Die Schlagzeile bleibt am längsten im Gedächtnis der Leser / Zuschauer hängen, deshalb kann man im Text einige unangenehme Wahrheiten andeuten, die nur der aufmerksame Leser registriert. Voice of America berichtet z.B.:

Der US-Botschafter in Ankara sagte VOA dass die USA und die Türkei ihre Zusammenarbeit verstärken, um den Transport von Nachschub über die Grenze zu stoppen.

US-Präsident Barack Obama und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich bereits in der Nacht zu Donnerstag auf eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen IS verständigt. (Soweit die Propaganda)

Einige haben sogar die türkische Regierung verdächtigt, mit IS zusammenzuarbeiten. Diese Anschuldigungen reichen von Waffentransfer, über logistische Unterstützung bis zur Finanzierung und medizinischen Versorgung.

Cumhurriyet reportDie türkische Tageszeitung Cumhurryet hat diese Woche eine Story veröffentlicht, wonach der türkische Geheimdienst (MIT) Hand-in-Hand mit IS arbeitet.

Ein ehemaliger Geheimdienst-Chef sagte dem Blatt, dass während der Belagerung von Kobani im letzten Jahr, die IS-Kämpfer mit Hamburgern von McDonald’s aus der Türkei versorgt wurden (organisiert vom MIT!).

Einige Analysten sagen, die bevorstehende Operation könnte helfen, diese Kritiker zum Schweigen zu bringen … (!)

Die VOA schreibt auch, dass das türkische Militär die militanten Kurden bombardiert (PKK und YPG), und dass obwohl letztere „gemeinsam mit U.S. Streitkräften“ gegen IS kämpft. Erdogan fordert ja schon länger die Einrichtung einer „Schutzzone“ … doch Präsident Obama sagte dazu, das wäre kontraproduktiv…

training rebels in Syria(An unsere Papageien-Journaille:)

ES GIBT KEINE „GEMÄSSIGTEN“ REBELLEN IN SYRIEN!

Dazu empfehle ich wärmstens einen Artikel von Thierry Meyssan, der im November 2014 in seinem „reseau Voltaire“ erschienen ist und den Titel trägt: Wie und wer manipuliert [man] die Dschihadisten? Dazu nur als Kostprobe zwei Sätze:

Für die NATO nämlich ist und war die Freie Syrische Armee immer aus „Moderaten“ zusammengesetzt.  Es gibt also eine „gemäßigte“ Art, seinen Mitmenschen zu ermorden.

Der Trick, mit dem die systematische Unterstützung der zu Terroristen ausgebildeten „Islamisten“ durch die Türkei, die USA, Frankeich, usw. durchgeht, ist natürlich ein semantischer: der Tarn-Begriff „gemäßigte Rebellen“ oder „syrische Opposition“ soll der verblödeten Öffentlichkeit suggerieren, dass hier „die Guten“ mit Waffen und anderem Material versorgt werden.

  • Warum sind die „gut“ – auch wenn sie massenhaft Menschen umbringen und aus ihrem Land vertreiben? Weil sie gegen den „bösen“ Assad kämpfen!
  • Warum ist der ein Schurke? Weil er “friedliche Demonstranten” niederknüppelt? (Nein, das ist eine Lüge).
  • Weil er sein Land nicht zu einem Vasall für Washington und Tel Aviv degradieren lassen will, und die wirtschaftliche Plünderung und Penetration transnationaler Konzerne der syrischen „Märkte“ bisher verhindert hat. Und natürlich weil er den Freiheitskampf der Palästinenser und den legitimen Widerstand der Hisbollah gegen Israel unterstützt.

Europ gas-pipeline-networkUnd dann ist da natürlich noch das Erdöl bzw. Erdgas … (Übrigens, Erdogans Sohn organisiert den Verkauf des von IS gestohlenen Erdöls über die Türkei … siehe dazu die o.a. Phillips-Liste)

Nachdem Präsident Assad sich im Sommer 2013 geweigert hatte, ein Abkommen mit der Türkei und Katar zu unterzeichnen, in dem eine geplante Erdgas-Pipeline (von Katar über Saudi Arabien, Jordanien, Syrien und über die Türkei nach Europa) die daran beteiligten Staaten zu wichtigen Playern im Energiegeschäft mit Europa machen würde, war sein Schicksal besiegelt.

Er weigerte sich deshalb, weil er damit seinem Verbündeten, Russland in den Rücken gefallen wäre, dessen Rolle als wichtigster Energielieferant Europas damit unterminiert worden wäre.

Erdogan blood stainedDie Türkei und ihre (ebenso fiesen) arabischen wie westlichen Verbündeten (die ihr eigenes, geopolitisches Süppchen kochen) wurden daher entscheidende Architekten des „mobilen“ Terrors in Syrien, der – dank unserer autistischen und korrupten Journaille – der Welt bis heute als „Bürgerkrieg“ verkauft wird.

Angesichts dieser “Beweislage” fällt es aber nicht schwer zu erkennen, wem man glauben darf (Putin) und wem nicht (Erdogan).

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Dass Washington ein Interesse daran hat, Russland und die Türkei gegeneinander auszuspielen (schon um das geplante „Turkstream-Projekt“ zu torpedieren), liegt leider auf der Hand.

Dass sich aus solchen Intrigen ein Weltkrieg entwickeln könnte, stört die wahnsinnigen „Strategen“ in Washington nicht …

putinPutin ist ein guter und ehrlicher „Schachspieler“ auf dem geopolitischen „Schachbrett“ und er lässt sich hoffentlich nicht (durch solche hinterhältigen Provokationen)  und das feige Attentat auf den Metrojet über Sinai zu unüberlegten Racheakten verleiten.

Die Türkei ist ein Mafiastaat (deshalb auch ein so geschätzter „Partner“ der NATO …). Die Vorstellung, dass dieses Land in die EU aufgenommen wird, lässt einem die Haare zu Berge stehen.

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(Der angekündigte Beitrag über die Hintergründe der Anschläge in Paris wurde wegen des Abschusses der russischen Maschine verschoben und folgt in Kürze … und neue Enthüllungen über  „Charlie Hebdo“ …)

 

Terror-Charade in Paris: Bête et méchant?

And all knowledge, when separated from justice and virtue, is seen to be cunning and not wisdom; Plato

the great charade

Dollar u akbar!

Am helllichten Tag (7. Jänner, gegen 11:30 Uhr) wird mitten in Paris ein Terroranschlag verübt. Zwei bewaffnete, total vermummte Männer steigen aus einem schwarzen Citroen, stürmen ein Gebäude in der Rue Nicolas Appert Nr. 10, geben mehrere Schüsse ab und verschwinden dann wieder mit dem (mitten auf der Straße geparkten) Auto.

In den 22 Uhr-Nachrichten von „France 24“ erfährt man, dass bei dem Anschlag 12 Menschen getötet wurden. Das Ziel der „Terroristen“ waren die Redaktionsräume des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Dort erschossen sie acht Mitarbeiter, darunter drei der „besten Cartoonisten Frankreichs“, und den Herausgeber Stéphane Charbonnier während eines Redaktionsmeetings.

Der Polizist, der nach Morddrohungen und einem Brandanschlag (2011) zum Schutz von „Charb“ vor Ort war, wurde ebenfalls getötet. Sein Name ist (Brigadier) Franck Brinsolaro (49).

Ahmed Merabet killed 701 CHDas zweite Mordopfer aus den Reihen der Pariser Polizei war Ahmed Merabet (42) der im 11. Bezirk eingesetzt war. Seine brutale Ermordung auf offener Straße wurde in einem Videoclip festgehalten, in dem zu sehen ist, wie er – verletzt am Boden liegend, vor Schmerzen stöhnend – von einem der Profikiller aus nächster Nähe mit einem Kopfschuss exekutiert wird.

Weitere Opfer waren der Handwerker und Vater von zwei Kindern, Frederic Boisseau (42) und Bernard Maris (68), non-konformer Ökonom am Institut für Europäische Studien der Universität von Paris und Mitglied des Aufsichtsrates der Banque de Paris. Er schrieb unter dem Namen „Onkel Bernard“ Artikel für Charlie Hebdo. Die scheinbar „zufällige“ Ermordung von Maris müsste dringend separat untersucht werden, doch sein Name wird in den Medien kaum erwähnt.

Bernhard MarisMarin hat die Tyrannei der orthodoxen Ökonomie entlarvt: „die Wirtschaft“ ist kein mathematisch-logisches Universum, dessen Regeln sich die Menschen – wie bei Naturgesetzen – unterordnen müssen, sondern ein soziales Konstrukt, bei dem es in Wahrheit um Macht, Klassenherrschaft und politische Intrigen geht. Auch psychologische Phänomene werden von ihm durchleuchtet (Herdenverhalten, Freud´sche Interpretation, etc.). Die Dogmen von gnadenlosem “Wettbewerb” und endlosem “Wachstum” führen unausweichlich in die Katastrophe, weil sie mit dem „Mensch-Sein“ unvereinbar sind (wie auch Erich Fromm richtig erkannte) und die Lebensgrundlagen zerstören: So schreibt Marin z.B.

Die Menschheit lebt länger … aber auf Kosten der Verarmung des Lebens: die Homogenisierung der Gesellschaft, die Standardisierung des Planeten, die „Slum-ifizierung“ der Welt und das Verschwinden der Schönheit der Natur“.

open letter to eCONs who take us for foolsMarin entwarf auch alternative Szenarien für ein Wirtschaftssystem, das auf Solidarität und Kooperation beruht. In einem unbeachteten Interview erklärte er, dass Banken „Geld aus dem nichts“ erschaffen (was dann „Kredit“ heißt und wofür ein x-faches an Zinsen und Zinseszinsen kassiert wird und letztlich ganze Staaten (also wir) als Schuldsklaven enden … der größte Betrug aller Zeiten).

Die Ermordung der 12 Menschen in Paris ist eine Tragödie, aber sein Tod ist nach meiner Ansicht der größte Verlust für unsere Gesellschaft und ich frage mich, wer davon profitiert.

Stattdessen werden die getöteten Journalisten posthum zu Quasi-Heiligen stilisiert, die als eine Art Jean(ne) d’Arc der Rede- u. Pressefreiheit den Status von Nationalhelden erhalten. (Aus diesem Grund werden ihre Namen hier nicht erwähnt, sie erhalten ja bereits mehr als genug Aufmerksamkeit in den Massenmedien).

RÜHRSELIGKEIT STATT KRITISCHE HINTEFRAGUNG

Je suis Charlie CH websiteFrankreich ist erschüttert und in ganz Europa gibt es (wie auf Knopfdruck) spontane Solidaritätskundgebungen („Je suis Charlie“ im Kerzenlicht) mit den ermordeten Journalisten (die mich auf unheimliche Art an „swarming“ erinnern). Die Rede- und Pressefreiheit muss verteidigt werden, so der Tenor, weil als Grund für den Anschlag „Islam-kritische“ Karikaturen vermutet werden. Das Pariser Magazin hatte in den letzten 10 Jahren immer öfter provozierende / diffamierende Zeichnungen und Texte abgedruckt, in denen Muslime (generell) bzw. der Prophet Mohammed als Witzfiguren dargestellt werden.

PROVOKATION  ALS  MISSION?

Charlie 8 Feb 2006Am 9. Februar 2006 erschien das Satire-Magazin z.B. mit der Schlagzeile „Mohammed von Fundamentalisten überwältigt“. Darunter war eine Karikatur des weinenden Propheten mit einer Sprechblase zu sehen: C’est dur d’être aimé par des cons

Es ist schwer, wenn man von Idioten verehrt wird“ („con“ kann auch Arschloch bedeuten)

2011 wurde eine Sonderausgabe herausgebracht, die als „Sharia-Hebdo“ bezeichnet wurde.  Auf dem Titelblatt war eine Karikatur eines Muslims mit dem Text „100 Peitschenhiebe, wenn du dich nicht totlachst“. (siehe unten) Im Blattinneren wurden die Vorteile einer „verwässerten“ Sharia illustriert, wozu auch die „weniger offensichtliche Polygamie“ gezählt wurde (mehrere, total verschleierte Frauen, die eine sogenannte „Burka“ tragen). Die Herausgeber schreckten auch nicht davor zurück, im Ressort “Style“ Karikaturen von Frauen zu zeigen, deren abgehackte Hände manikürt wurden.

In dieser Spezialedition wurde nicht der islamische Extremismus satirisch kritisiert, sondern Texte aus dem Koran durch Karikaturen ins Lächerliche gezogen, die das Leben des Propheten Mohammed beschreiben.

Charlie Hebdo hatte auch die umstrittenen Karikaturen der dänischen (sehr „rechten“) Zeitung Jyllands-Posten abgedruckt, ganz nach dem Motto „jetzt erst recht“. Auch hier wurde natürlich die Pressefreiheit als „Recht“ verteidigt. Welchen politischen Zwecken aber diese Provokationen gedient haben (oder welche Stimmung damit geschürt wurde), wurde kaum diskutiert, ganz zu schweigen vom geopolitischen Kontext und der Rolle Frankreichs bei der Bewaffnung der synthetischen Terroristen im Nahen Osten.

(Angesichts der Tatsache, dass 90% der Journaille in Europa nur mehr als Fließband für Propaganda, Desinformation und „Perception Management“ funktioniert, kann die plötzliche Hochhaltung der Pressefreiheit – ausgerechnet durch die Politik – nur mehr als zynische Realsatire betrachtet werden.)

CRIME  DOES  PAY (in A SINISTER WAY)

Charlie Hebdo 100 lashesDiese Ausgabe war sehr erfolgreich (die Auflage verdoppelte sich) und Kritiker werfen dem Magazin vor, es habe (opportunistisch) die Islamophobie geschürt, weil sich damit einfach mehr Geld verdienen ließe. Die Zeitung soll sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben, die nach dem Massaker ein dramatisches Ende gefunden haben: großzügige Spenden sind eingelangt (darunter alleine 250.000 Euro von Google) und die nächste Auflage soll über eine Million Exemplare bringen, die in 16 Sprachen erhältlich sein wird.

LA  GRANDE  MASQUERADE  TERRORISTE

Nate Beeler Cartoon CHWozu sich die Täter völlig vermummt haben, wenn sie nach der Tat „Allah u akbar!“ rufen und dann auch noch „das ist die Vergeltung für die Beleidigung des Propheten“ bleibt ein Rätsel. Diese „islamistische“ Visitenkarte engt den Kreis der Verdächtigen gewaltig ein, doch diese Vorstellung hätten sich die Täter sparen können, denn nach 13 Jahren Konditionierung in den Medien nimmt ohnehin (fast) jeder Zuschauer automatisch an, dass solche Terroranschläge von „radikalen Islamisten“ verübt werden.

Die beeindruckende Metamorphose der Extremisten vom primitiven „Selbstmordattentäter“ mit gebastelter Bombe zu perfekt organisierten „Killerkommandos“ (à la OAS), die ein solches Massaker mit eiskalter Präzision und großer „Gelassenheit“ abwickeln, hat uns auch noch niemand plausibel erklärt.

McClatchy Headline Calm KillersDer „Dschihadist“, wie er uns in den letzten Jahren vorgeführt wurde, will ja als Märtyrer und Held in die Geschichte eingehen, deshalb will und braucht er sich ja auch nicht verkleiden. Er zündet eine Bombe und bringt sich dabei auch selbst um. Doch die Gelassenheit und „Professionalität“ dieser beiden vermummten Killer (am helllichten Tag mitten in Paris Polizisten umzubringen und ein Massaker zu begehen, als ob sie garantiert ungestraft davonkommen) steht im krassen Widerspruch zu den theatralischen Ausrufen, die das Publikum davon überzeugen sollen, dass es sich hier um „Islamisten“ handelt.

al-qaeda1Das Schauspiel ist offensichtlich absurdes Polit-Theater: Vor Verlassen des Tatorts muss natürlich mindestens einmal erwähnt werden, dass man für „Al Kaida“ tätig sei;

 

OPERATION MOCKINGBIRD 2.0

Corcy SFP searching for the terror suspectsDass unsere demente Journaille sich dabei mit jeder, noch so dämlichen Story „füttern“ lässt, konnte man am Freitag im „Brennpunkt„ der ARD erleben, wo uns allen Ernstes mitgeteilt wird, einer der gesuchten „Täter“ habe den Nerv gehabt, seelenruhig mit einem französischen Fernsehsender zu telefonieren (in der Druckerei, wo sie sich – angeblich mit einer Geisel – verschanzt hatten, während draußen hunderte, schwer bewaffnete Polizisten, Scharfschützen, Helikopter, etc. lauerten, mit dem Ziel, die beiden Männer zu töten (das ist immer in solchen „PSY-OPS“ unvermeidlich, weil die „patsies“ natürlich nichts mehr sagen (können) dürfen, damit die offizielle Story nicht ins Wanken gerät (siehe Sydney, Ottawa, aber auch schon Lee Harvey Oswald …).

Merke: Die Polizei erschießt zwei „mutmaßliche Täter“ (nach einer Orgie von „framing“ im Rahmen einer bewusst geschürten „nützlichen Welle der Empörung und Angst“ (General Lemnitzer läßt grüßen), und man behauptet einfach, dass sie die Tat begangen haben. Diese publikumswirksame Anti-Terror-Show wird „untermauert“ mit ausführlichen Details über deren Entwicklung zum „Extremisten“ die man in der Zwischenzeit der Papageien-Presse zugespielt hat.

Ellis Röder „berichtet“, Cherif sei ans Telefon gegangen (die Journalisten hätten einfach dort angerufen) um der Welt mitzuteilen, dass er von Al Kaida im Jemen finanziert werde. Seine Aussage, er habe keine Zivilisten getötet, passt nicht ins Konzept, wird aber nicht weiter hinterfragt. Auch der zweite „Terrorist“ (im koscheren Supermarkt) hat sich – während einer Geiselnahme – für ein Telefoninterview zur Verfügung gestellt und dann auch noch „das Telefon nicht richtig aufgehängt“ sodass die Polizei mithören konnte (!)

Man habe sich „abgestimmt“ … und er habe bewusst einen „jüdischen Supermarkt“ ausgewählt, um „unterdrückte Muslime in Palästina zu verteidigen“.

Was diese unterdrückten Palästinenser denn von so einer Idiotenaktion hätten, darf man sich allerdings nicht fragen. Aber wir erkennen ein bekannte Muster: jedes Mal, wenn die Palästinenser durch eine friedliche Aktion international weiterkommen, muss ein Gewaltakt inszeniert werden, um das Zerrbild vom gewalttätigen, arabischen Monster in Erinnerung zu rufen:

CRYING  &  SHOOTING  IN  ACTION

Talk about Chuzpah. Die „Informationsabteilung” (MISO) der israelischen Geheimdienste leistet wieder einmal ganze Arbeit: seit 911 werden Muslime (praktisch weltweit, aber beschränken wir uns hier auf Europa) dank einer gigantischen Propaganda-Maschinerie mit großem Misstrauen betrachtet, diffamiert, schikaniert, unter Generalverdacht gestellt und hunderte von ihnen wurden auch grundlos verhaftet, verschleppt („rendition flights“), auf ekelhafte Weise psychisch und physisch gefoltert, und zu „Geständnissen“ genötigt und dann verurteilt (oder nach Guantanamo und andere „Lager“ gebracht, wo sie gequält und gedemütigt werden, obwohl sie nichts verbrochen haben).

Doch nicht sie sind die zu bedauernden Opfer dieser geopolitischen Charade (der „War on Terror“ ist die größte massenpsychologische Operation, die es je gab – selbst Goebbels wäre vor Neid erblasst …), Nein, sondern (wieder einmal) die Juden.

Iraq death USquads

Horror im Irak nach der „Befreiung“ durch die USA

Was sind hunderttausende tote Muslime, Millionen von Flüchtlingen, zerstörte Gesellschaften (Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien ist noch „in Arbeit“), sieben Jahrzehnte schwere Menschenrechtsverletzungen in Palästina gegen ein Häufchen jüdischer Franzosen, die in einem kosheren Supermarkt „als Geiseln“ genommen werden? (Was nicht verharmlost, aber relativiert werden soll). Offenbar nichts. Wenn Juden bedroht sind, große Schlagzeilen, wenn Araber/Muslime bedroht sind, so what?

Wie es ein einziger „Terrorist“ schaffen konnte, einen ganzen Supermarkt in Schach zu halten, noch dazu während einer Generalmobilmachung der Sicherheitsbehörden, konnte mir noch niemand glaubhaft erklären und das plötzliche Auftauchen einer Komplizin, die verschwunden ist, ist noch absurder.

Diese hare-brained story aber mit dem Freiheitskampf der Palästinenser in Verbindung zu bringen, zeigt eindeutig, dass in dieser Propaganda-Show Israel eine wichtige Rolle spielt.

Pal ICC approvedKein Wunder, nachdem die UN dem Antrag der Palästinenser zur staatlichen „Zulassung“ beim Internationalen Strafgerichtshof zugestimmt hat, muss sofort ein „event“ inszeniert werden, in dem die Juden als Opfer präsentiert werden begleitet von der „schrillen Rhetorik“, wie Avi Shlaim es ausdrückte, die für dieses Syndrom der pathologischen Selbstgerechtigkeit typisch ist:

It is is indeed a conflict between David and Goliath but the Biblical image has been inverted – a small and defenceless Palestinian David faces a heavily armed, merciless and overbearing Israeli Goliath. The resort to brute military force is accompanied, as always, by the shrill rhetoric of victimhood and a farrago of self-pity overlaid with self-righteousness. In Hebrew this is known as the syndrome of bokhim ve-yorim, „crying and shooting“.

Hier am Beispiel von Netanyahu:

Er nennt die Tötung der „Mörder“ (deren Schuld nie bewiesen, sondern nur behauptet wurde) „sie zur Rechenschaft ziehen“ und hämmert uns ein, dass es sich um einen „globalen Kampf“ handelt, wobei er (Israel und der Westen) die „Guten“ und die Islamisten die „Bösen“ sind, was sonst?

Alle werden über einen Kamm geschoren: Terroranschläge in Paris, in Bali, Enthauptung von Ausländern in Syrien, Kidnapping von Schulmädchen in Nigeria; Sprengung von Kirchen im Irak, Raketen aus Gaza und – natürlich – das israelische Märchen vom Atomwaffenprogramm des Iran.

Die sechs erst genannten Anschläge/ Verbrechen sind aber „synthetischer Terror“ (von westlichen Geheimdiensten produziert, inklusive Israel und Saudi Arabien), während die Raketen aus Gaza natürlich eine Reaktion auf die systemischen Verbrechen Israels gegen das palästinensische Volk sind. Dass Israel selbst über hunderte Atomsprengköpfe verfügt, und sein Atomprogramm so geheim ist, dass nicht einmal das eigene Parlament darüber Bescheid weiß, dass Israel bei Umfragen immer (gemeinsam mit den USA) als größte Bedrohung für den Weltfrieden gesehen wird, darf hier als Kontext natürlich nicht erwähnt werden.

Stattdessen betreibt Netanyahu Volksverhetzung, wenn er legitimen Widerstand gegen brutale Repression (eines Schurkenstaates wie Israel) mit selbst-gezüchteten „proxy“-Terroristen in einen Topf wird und sie als „Feinde unsere gemeinsamen Zivilisation“ bezeichnet, die man besiegen müsse.

ISIS, Boko Haram, Hamas, Al-Shabab, Al Kaida, Hezbollah – alle werden in einen Topf geworfen als „blutrünstige Fanatiker, die unsere Freiheit zerstören und eine gewalttätige, mittelalterliche Tyrannei errichten wollen.

truthinadvertising-Die „mittelalterliche Tyrannei“ gibt es ja bereits. Sie heißt Saudi Arabien und ihr Geheimdienst arbeitet wunderbar seit Jahrzehnten mit dem israelischen, den amerikanischen, den pakistanischen Kollegen, etc. zusammen, wenn es darum geht, junge Muslime zu indoktrinieren und sie dann zu „blutrünstigen Fanatikern“ auszubilden. (Siehe dazu Seymour Hersh: THE REDIRECTION – auch auf diesem Blog).

Dazu noch einmal Avi Shlaim (Israel als „einzige Demokratie“ schaut mit Verachtung auf die arabischen Despoten herab) zur politischen Realität:

Israel likes to portray itself as an island of democracy in a sea of authoritarianism. Yet Israel has never in its entire history done anything to promote democracy on the Arab side and has done a great deal to undermine it. Israel has a long history of secret collaboration with reactionary Arab regimes to suppress Palestinian nationalism. Despite all the handicaps, the Palestinian people succeeded in building the only genuine democracy in the Arab world with the possible exception of Lebanon. In January 2006, free and fair elections for the Legislative Council of the Palestinian Authority brought to power a Hamas-led government. Israel, however, refused to recognise the democratically elected government, claiming that Hamas is purely and simply a terrorist organisation

Wiliam Blum:  America's Deadliest Export

Wiliam Blum: America’s Deadliest Export

Herr Netanyahu und seine Freunde im Westen haben ja gar nichts gegen Mörder und Terrorbanden, sie müssen nur die „Richtigen“ umbringen. Sie sind ja bloß ein Werkzeug der Außen- und Geopolitik, mit dem man z.B. die Strategie des Yinon-Plans umsetzen könnte (also eine Art muslimischer „Gladio“ 2.0) um Israel als dominante Regionalmacht zu etablieren (wofür hunderttausende Muslime sterben oder aus ihrer Heimat fliehen müssen). Dass man diese alte „divide et impera“ Regel zur „divide and ruin“ Doktrin erweitert hat, macht nichts, denn schließlich ist es mit diesen „Werkzeugen“ gelungen, Kriege und ethnische Säuberungen durchzuführen, ohne sich dabei die Hände selber blutig machen zu müssen.

Die geniale Strategie (der „fitna“) lässt die „auserwählten“ Zionisten das Schauspiel genießen, wie sich die Araber gegenseitig umbringen, ihre Staaten zerfallen, um die machtpolitischen Ziele Israels (und anderer Staaten) in die Tat umzusetzen.

Zurück nach Paris …

DAS  WUNDER  DER POST-TRAUMATISCHEN  FAHNDUNG

Charlie Hebdo suspects„France 24“ kann dem erstaunten Zuschauer schon (wenige Stunden nach der Tat) am Abend des 7. Januars 2015 berichten, dass die Tatverdächtigen „zwei Brüder im Alter von 34 und 32 Jahren sind“ und der dritte gesuchte Mann ein 18jähriger Teenager ist. Das kann nur bedeuten: die Sicherheitsbehörden kennen bereits die Identität der mutmaßlichen Mörder, geben aber die Namen noch nicht preis. Wie war es möglich, sie so schnell zu eruieren?

Ein übelriechender Hauch von „911“ (nicht „4711“) liegt in der Luft: die Tatsache, dass diese furchtbare Tat durchgeführt werden konnte, lässt den logischen Schluss zu, dass die Behörden die Täter nicht als „Terrorverdächtige“ im Visier hatten, denn sonst wären sie ja angesichts des totalitären Überwachungssystems (enthüllt von Snowden) unserer Zeit wohl kaum dazu in der Lage gewesen.

Doch siehe da, wie bei „911“ wird die gigantische „Inkompetenz“ der Behörden (das Versagen, den Anschlag durch geheimdienstliche Informationsnetze und Aufklärungsarbeit zu verhindern) durch atemberaubende Schnelligkeit nach dem Attentat kompensiert:

Bereits am nächsten Tag werden in aller Frühe (in den USA noch vor Mitternacht am 7. Jänner) die Namen der Tatverdächtigen veröffentlicht: Zwei französische Staatsbürger algerischer Herkunft, Said (der ältere Bruder) und Cherif Kouachi (der jüngere) sowie der 18-jährige Hamid Mourad, dessen Nationalität „unbekannt“ sei.

Diese Informationen wurden der Presseagentur AP von der Polizei zugespielt, allerdings anonym, weil die Weitergabe dieser Informationen offiziell nicht autorisiert gewesen sei. Handelt es sich hier um ein absichtliches „leak“ an die Presse? Davon darf man ausgehen.

Erstaunlich ist, dass diese Männer einen solchen Anschlag planen und durchführen konnten, obwohl sie – wie jetzt klar wird – in den einschlägigen Kreisen der Sicherheitsbehörden („Terrorbekämpfung“) sehr wohl bestens bekannt waren, denn laut Presseberichten saß Cherif bereits im Gefängnis nachdem er im wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden war.

Moment mal – wenn die Behörden über die Aufenthaltsorte der beiden Brüder Bescheid wussten, ihre „Radikalisierung“ bekannt war, ebenso ihr kämpferisches „Engagement“ im Nahen Osten, wieso konnte dann der Anschlag nicht verhindert werden? Oder wollte man das gar nicht?

Beide Brüder waren nach Presseberichten den französischen Geheimdiensten bestens bekannt. Cherif Kouachi wurde 2008 zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er sich an einem Netzwerk beteiligt haben soll, dass freiwillige Kämpfer in den Irak schickte (was automatisch mit Unterstützung für „Al Kaida“ gleichgesetzt wurde). Er wurde aber nach 18 Monaten wieder aus der Haft entlassen (lt. Reuters und deren „Quellen“ ohne Namen).

Während dieser Export von „radikalisierten Muslimen“ in Kampfzonen des Nahen Ostens bei uns automatisch als Indiz für religiösen Fanatismus gedeutet wird, sagte Cherif während seines Prozesses aus, die Bilder der Gräueltaten in Abu Ghraib (Folterungen und Demütigungen begangen von amerikanischen Soldaten) hätten ihn dazu gebracht, den bewaffnete Wiederstand gegen die amerikanischen Eroberer unterstützen zu wollen. AP wurde schon einen Tag nach dem Anschlag (von amerikanischen Behörden) mit der Information „gefüttert“, dass beide Brüder seit Jahren auf amerikanischen „Terrorlisten“ (TIDE) und der „No-Fly-List“ zu finden waren.

PSYOP, LIHOP oder MIHOP?

Diese Umstände legen den Verdacht nahe, dass dieser Terror-Anschlag gar nicht verhindert werden sollte (wie bei 911), weil man daraus politisches Kapital schlagen will.

Das Massaker selbst wurde allem Anschein nach von Profi-Killern durchgeführt („special forces“) und einfach den beiden Brüdern als „patsies“ in die Schuhe geschoben (erinnern wir uns noch an die „Boston Terror Show? Die Parallelen sind nicht zu übersehen). Nach ihrer Ermordung (ja, das war ein staatlich angeordneter Mord, weil die Getöteten ja keine Chance zur Verteidigung, im rechtlichen Sinn, hatten) konnten sie ja nichts mehr sagen und so wird die offizielle Darstellung einfach als „wahr“ akzeptiert.

Dass der ganze „Krieg gegen den Terror“ eine riesige Fata Morgana ist, die mit „911“ gezündet wurde, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Wurzeln dieser Strategien gehen aber viel weiter zurück:

Nato-are-nazisVon „Gladio“ bis Al Kaida & Isis, von „Nachtigall“ über Todesschwadronen in Lateinamerika bis zu den Neo-Nazis in der Ukraine und den baltischen Staaten, NATO und die „westlichen Werte“ die dahinter stehen, haben eine lange Geschichte der Kultivierung radikaler Elemente, die man als nützliche Idioten oder nützliche Tyrannen für politische Verbrechen im Inneren oder im Ausland einsetzen kann. Sollten sich diese verselbständigen, kann man ja immer noch einen Kriegsvorwand daraus konstruieren, und der Kriegswirtschaft schöne Profite bescheren.

Mehr zu „Gladio“, der „Strategie der Spannung“ und den Parallelen zur Gegenwart im nächsten Teil ..

 

Wenn Sie eine Gruppe infiltrieren, die dann Terroranschläge verübt aber nicht merkt, dass sie nur benutzt wird, das ist eine der raffiniertesten strategischen Operationen, die man sich vorstellen kann.“.

Daniele Ganser)

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebola (1): Medizin, Markt und Militär

ebola-virusDie Angst vor Ebola geht um, vor allem in den USA, wo jetzt auch Ärzte und Krankenschwestern an der Virusinfektion erkrankt sind und Kritik an unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen immer lauter wird.

Pharmafirmen, die an Therapien bzw. Impfstoffen gegen „EBOV“ forschen, bekommen Sondergenehmigungen, damit ihre noch unzureichend getesteten Produkte an den betroffenen Patienten angewendet werden können.

Spätestens seit der Hysterie über die „Vogelgrippe“ müssten wir vorsichtig sein, wenn es darum geht, die Lage zu beurteilen. Die Angst vor Ansteckung und das Leiden der Erkrankten ist die eine Seite, doch auf der anderen Seite geht es um Macht und Profit der Pharmaunternehmen. Die Tatsache, dass Forschung an Viren natürlich auch für militärisch-politische Zwecke genutzt wird, also die Grenze zur biologischen Waffe fließend ist, macht die Sache noch gefährlicher.

In dieser Artikel-Serie soll auch gezeigt werden, dass die zunehmende „Privatisierung“ medizinischer Forschung, enorme Probleme schafft, die kein „Marktmechanismus“ beheben kann.

WER BESIEGT EBOLA?

Im Jänner 2012 wurde eine neue Therapie für Ebola-Patienten erstmals bei Menschen in den USA getestet. Diese klinische Versuchsreihe ist unter der Nr. NCT01518881 bei den amerikanischen Gesundheitsbehörden registriert. Was wurde hier getestet? Ein neues Medikament (Code TKM-100201 oder TKM-EBOV- 001 – mehr dazu weiter unten), das die Vermehrung der Ebola-Viren so stark behindern soll, dass die Erkrankten gute Chancen haben, zu überleben und wieder gesund zu werden.

TKM 100201 studyDer Entwickler von “TKM 100201” ist die kanadische Firma Tekmira Pharmaceuticals Corporation. Doch wer jetzt denkt, es sei diese Firma gewesen, die die Tests durchgeführt hat, der irrt sich. Die großen Pharmaunternehmen benutzen dafür andere Firmen, die das „Outsourcing“ dieser klinischen Versuche möglich machen. In diesem Fall war der “Dienstleister” Cetero Research, Firmensitz in North Dakota (USA) mit einem Forschungslabor in Houston, Texas.

Hier stellt sich bereits die Frage, wie sinnvoll es ist, solche heiklen Aufgaben, einem anderen Unternehmen zu überlassen, das natürlich auch börsennotiert ist und im „Wettbewerb“ mit anderen „Service-Providern“ der Pharma- u. Biotechindustrie steht. Kommt hier der billigste Anbieter zum Zug? Oder Unternehmen, die am häufigsten das gewünschte Ergebnis produzieren (und damit die Marktzulassung beschleunigen? Besteht hier nicht ein Interessenskonflikt (wie bei den Ratingagenturen, die ja ihre Auftraggeber bzw. deren Produkte bewerten sollen)?

Tatsache ist, dass Cetero im Jahr der TKM-Studie Schlagzeilen machte: Im März 2012 musste das Unternehmen Konkurs anmelden, nachdem die FDA im Mai 2010 mit einem Durchsuchungsbeschluss das Forschungsinstitut in Houston unter die Lupe genommen hatte. Die dabei beschlagnahmten Unterlagen bestätigten, was ein ehemaliger Mitarbeiter ausgesagt hatte: die Testergebnisse wurden systematisch manipuliert, um die Zulassungen zu beschleunigen. Mehrere Angestellte hatten auch Honorare verlangt für Leistungen, die sie nie erbracht hatten (sie waren gar nicht im Institut erschienen, hatten aber fiktive Arbeitszeit verrechnet).

Das Fazit der FDA: die Verstöße von Cetero waren so schwerwiegend, dass hunderte Studien, die dort zwischen 2005 und 2010 gemacht wurden, wahrscheinlich als wertlos zu betrachten sind. Doch dann kam die FDA selbst unter Beschuss, denn ihre Reaktion auf den Skandal als „watchdog“ (also Aufsichtsorgan für die Zulassung von Pharmazeutika) war sehr „industriefreundlich“ und weniger besorgt um die Gesundheit der Amerikaner:

Die FDA hat zwar neue Tests angeordnet, (wobei sich die Firmen sehr viel Zeit ließen, dem nachzukommen) aber von den rund 100 betroffenen Medikamenten wurde kein einziges vom Markt genommen (in einigen Fällen bis heute nicht). Die Namen der Arzneimittel wurden nie veröffentlicht. Das fällt nach Auffassung der FDA unter „Geschäftsgeheimnis“ und außerdem habe man keine Beweise dafür, dass Patienten dadurch geschädigt worden seien.

(Wer sich schon länger mit „Science for Sale“ beschäftigt, versteht diese Aussage richtig: dass man keine „Beweise“ hat, heißt nicht, dass es diese nicht gibt, sondern meistens nur, dass man gar nicht danach gesucht hat …)

PRACSlogo-220x123Im Oktober 2012 machte das Unternehmen unter neuem Namen wieder auf: Es hieß nun PRACS und wurde von seinen Investoren über Wasser gehalten, in der Hoffnung, es gehe wieder bergauf. Doch das Stigma des Betruges ließ sich nicht mehr abschütteln und so stand auch PRACS im März 2013 vor dem Konkursrichter. Die Firma machte ohne jede Vorwarnung von einem Tag auf den anderen zu und blieb neben den Angestellten auch den Testpersonen („Probanden“) ihr Honorar schuldig.

Viel wichtiger ist aber: Wer kümmert sich unter solchen Umständen um die Gesundheit der Testpersonen?

Auch wenn man davon ausgeht, dass dieser Fall nicht repräsentativ für alle „for hire“ Forschungsinstitute ist, die klinische Tests als willige Erfüllungsgehilfen der großen Pharmafirmen durchführen, zeigt dieses Beispiel wie unverantwortlich das „Outsourcing“ solcher sensiblen Aufgaben ist: Wenn Menschen als (freiwillige aber ahnungslose) Versuchskaninchen für neue Therapien benutzt werden, muss das oberste Gebot Transparenz und unabhängige Kontrolle sein und nicht profitorientiertes Denken.

Über das Ergebnis dieser klinischen Tests ist so gut wie nichts bekannt, es dürfte aber wenig zufriedenstellend gewesen sein, denn bereits wenige Monate später (im Jänner 2014) meldete TEKMIRA neuerlich eine Studie an, mit einem veränderten Produkt:

TKM-100802

TKM 100802Auch hier wurde der Wirkstoff den Testpersonen intravenös (durch eine Infusion ins Blut) verabreicht und zwar (wie vor) in ansteigender Menge. In der ersten Phase erhielten sie nur eine Dosis (SAD), in der zweiten waren mehrere Dosen geplant (MAD). Die Studie wurde aber durch Intervention („hold“) der FDA vor Beginn der MAD-Phase abgebrochen.

Der „Markt“ reagiert auf solche Nachrichten natürlich damit, dass die Aktien des betreffenden Unternehmens fallen (weil die Zulassung und damit die „große Kohle“ dadurch verzögert oder sogar unmöglich wird).

So makaber es auch klingt, die Nachrichten aus West-Afrika über die rasante Ausbreitung des Ebola-Virus mit tausenden Erkrankten und hoher Sterblichkeit, sind daher Musik in den Ohren der Pharma- u. Biotechfirmen und ihrer Investoren. Und so wundert es auch nicht, dass die Horror-Meldungen dazu führten, dass die Aktienkurse von Tekmira an einem Tag um 45% stiegen.

Wie immer, wird die Öffentlichkeit im Dunkeln darüber gelassen, was wirklich während des klinischen Versuchs passierte. Nur Websites, die für Investoren gedacht sind, liefern Hinweise dazu. Anscheinend gab es als unerwünschte Nebenwirkung eine heftige Reaktion des Immunsystems, die lebensbedrohlich sein kann: ein unkontrollierter Ausstoß von Zytokinen.

Unpredicted biological action of the drug in humans

(Erinnern wir uns noch an die fatalen Konsequenzen eines Versuches, bei dem im Biotech-Labor geschaffene Anti-Körper (mAB) einen Zytokin-Sturm verursachten und für die Testpersonen mit multiplem Organversagen (knapp dem Tod entgangen) endete?

Und das, obwohl die verabreichte Dosis um das 500-fache kleiner war, als die „sichere“ Dosis im Tierversuch. Die Biotech-Entwicklerfirma hieß TeGenero, die Testfirma PAREXEL und der Hersteller dahinter Boehringer-Ingelheim. Das Ergebnis einer Untersuchungskommission: „Schuld“ hatte im Endeffekt niemand, doch die dramatischen Folgen waren eben nicht „unvorhersehbar“ …)

Doch unter dem Druck der Öffentlichkeit (vor allem der zunehmenden Panik) erlaubte die FDA (und die entsprechende Behörde in Kanada) schließlich, die Anwendung von nicht zulassungsreifem TKM-EBOV bei Ebola-Patienten unter dem Titel „extended access“.

Selbst wenn diese Patienten überleben, kann das allerdings nicht als Beweis für die Wirksamkeit dieser neuen Medikamente gewertet werden, weil sie eben nicht unter kontrollierten Bedingungen verabreicht werden (es gibt andere Faktoren, die auch zur Heilung beitragen wie z.B. Bluttransfusion, das eigene Immunsystem, andere Therapien im Versuchsstadium, etc.) Außerdem verändert sich (mutiert) das Virus enorm schnell, wodurch die geplante „Stilllegung“ bestimmter viraler Gene (die zur Vervielfältigung notwendig sind) scheitern könnte.

green monkeyTekmira beruft sich auf eine erfolgreiche Studie (The Lancet, 2010) mit Affen, die alle mit einem sehr gefährlichen Ebola-Stamm (Kikwit, Zaire 1995) infiziert und dann mit TKM-Ebola behandelt wurden. Alle behandelten Tiere überlebten. Doch wie man bei dem o.a. TeGenero Experiment gesehen hat, sind Beobachtungen bei Affen keine Garantie für den Erfolg bei Menschen, ganz zu schweigen vom Risiko, das menschliche Immunsystem völlig entgleisen zu lassen.

Ein gezielter (epi-)genetischer Effekt, der die Vermehrung der Viren verhindern soll, muss an seinen Einsatzort gebracht werden, erst dort soll die Wirkung eintreten. Der “Einsatzort” sind also jene Körperzellen, die besonders stark vom Ebola-Virus befallen werden. Dazu gehören Leberzellen, die Endothelzellen und vor allem die diversen Zellen des Immunsystems.

Man braucht also zunächst ein geeignetes (sicheres und effektives) Transportmittel, das diese Aufgabe erledigen kann. Tekmira verwendet dafür sogenannte „Lipid Nano-Partikel“ (LNP) und schreibt dazu:

„ [Unsere] LNP-Technologie ist die heute am meisten angewendete RNAi- Verteilungsmethode. Sie erlaubt es, RNAi-Wirkstoffe in winzige Kügelchen einzuschließen, die aus Lipiden (Fetten oder Ölen) bestehen. Diese winzigen Teilchen „reisen“ durch den Blutkreislauf zu den „Zielorten“ (in das Gewebe bestimmter Organe).

.Als Vorteile der LNP-Technologie führt Tekmira an, sie bewahre den potenten Auslöser (für den RNAi-Effekt*), sorge für schnelle und effiziente Verteilung, ermögliche zielgenaue Freisetzung in der Zelle und minimiere unerwünschte Nebeneffekte (wie Immuntoxizität, also eine Abwehrreaktion des Immunsystems auf den „Eindringling“)

*(was das ist erkläre ich im dritten Teil)

Neuste Innovationen ermöglichen auch den Einsatz gefriergetrockneter LNPs (was besonders in Afrika von Vorteil ist, weil ansonsten die Fläschchen immer gekühlt werden müssen). Eher erschreckend finde ich die Ankündigung, man arbeite an einer Formel, die die Verabreichung dieser „Gen-Therapie“ auch subkutan, über die Atemwege und für „landwirtschaftliche Anwendungen“ ermöglichen werde.

Dass diese Forschung (fast immer) vom amerikanischen Militär (mit-)finanziert wird, lässt bei mir eine Gänsehaut aufkommen und ich denke, wir sollten uns diese Programme mal etwas genauer ansehen.

BIO-DEFENSE OR WHAT?

DoD contract TKMIm Jahr 2010 erhielt Tekmira einen 35 Millionen Dollar* Vertrag vom Pentagon („Verteidigungsministerium“ ist im Falle der USA wohl nur als irreführender Begriff im Sinne von Orwells „Doublespeak“ zu werten), zur Entwicklung einer Ebola-Therapie auf Basis der (oben skizzierten) LNP-und RNAi-Technologie. Dass als offizielle Vertragspartei das „U.S. Army Space and Missile Defense Command genannt wird, ist äußerst bemerkenswert. Was haben diese Leute mit Virenforschung zu tun?

(*Es ist mir ein Rätsel, warum Tekmira in seinen „investor-relations“ immer von „140 Mio. Dollar“ spricht, oder ist das nur der (zum Kostenaufblasen animierende) „cost-plus-Effekt“?)

Im März 2014 (nachdem die Ausbreitung von Ebola in West-Afrika begonnen hatte) erlaubte die FDA dem Unternehmen, dieses Produkt im Rahmen eines „fast track“ Verfahrens zu entwickeln. Das bedeutet ein Aufweichen der strengen Zulassungsbedingungen, also eine große Erleichterung für den Hersteller, damit die neue Therapie schneller verfügbar ist.

In diesem Fall gilt die sogenannte „animal rule“: die Zulassung kann auch ohne klinische Tests bei Menschen erteilt werden (was enorm risikoreich ist), also nur auf der Grundlage von Testergebnissen bei Tieren. Es genügt, wenn die Resultate dieser Versuche den Schluss zulassen, dass „die Therapie mit einiger Wahrscheinlichkeit auch bei Menschen vorteilhaft ist“.

Angesichts der Horrormeldungen aus Afrika und den ersten Fällen in den USA wird also eine Therapie bei Patienten erprobt, deren immunologischen Folgen noch gar nicht abzusehen sind. Tekmira führt jetzt auch (gemeinsam mit anderen und unter Führung der WHO) klinische Studien in Westafrika durch.

IST EBOLA EIN MONSTER-VIRUS?

Viele von uns haben den Film „Outbreak“ gesehen, in dem Ebola quasi das unsichtbare Monster war, das es zu besiegen galt. Die Folgen einer Ebola-Infektion sind tatsächlich Stoff für eine Mischung aus Horrorfilm und Thriller:

Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei Tagen und (bis zu) drei Wochen. Zu den Symptomen, die sehr plötzlich auftreten, gehören: Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen (Anfangsphase – ähnlich wie grippaler Infekt). Später sind Durchfall, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Atembeschwerden, Husten, Schmerzen im Brustraum und ein spezieller Ausschlag typische Zeichen für eine Ebola-Infektion. (Doch der eindeutige Nachweis kann nur durch eine Blutuntersuchung erbracht werden). Nach 4-5 Tagen treten erste Blutergüsse auf.

ebola 2Auf dem Höhepunkt der Krankheit kommt es häufig (aber nicht immer) zu Blutungen am ganzen Körper: Blut im Auswurf, im Stuhl, Bluten aus Nase, Zahnfleisch, der Bindehaut des Auges, aus Einstichstellen in Venen, aus Hautverletzungen, die aufbrechen, usw. Eine Horrorvision.

Massiver Flüssigkeitsverlust, Sekundärinfektionen, Multiples Organversagen, Schock und Koma führen zum Tod. Das Immunsystem wird von den Viren so stark befallen, das es völlig zusammenbricht bzw. mehr Schaden als Nutzen anrichtet: z.B. entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) werden massenhaft ausgeschüttet, doch das Fehlen anderer Immunmodulatoren wie etwa der Interferone, eine gestörte Antikörper-Produktion und der Verlust wichtiger T-Lymphozyten (als potente Waffen des Immunsystems) erzeugen ein derartiges immunologisches Chaos, das man den Tod schon beinahe als Erlösung sehen könnte.

Doch trotz dieser grauenvollen Symptome galt das Virus (bis 2014) nicht als globale oder große Bedrohung. Warum? Weil nur sehr wenig Menschen davon betroffen waren:

Zwischen 1976 und 2014 (also in fast vier Jahrzehnten) gab es etwa 2.400 (bekannte) Infizierte und 1.500 Tote – hauptsächlich in Zentralafrika. (Verglichen mit anderen Virenerkrankungen ist das sehr wenig; alleine am Grippevirus sterben jährlich alleine in den USA mehrere tausend Menschen.)

Bei jedem “Ausbruch” waren nie mehr als 500 Menschen betroffen und das hatte einen Grund: EVD brachte die Patienten so schnell um, dass eine größere Ausbreitung gar nicht möglich war.

Doch seit 2014 hat “EBOV” ein neues Gesicht bekommen: In Guinea trat eine zunächst nicht identifizierte Krankheit in Erscheinung (im Grenzgebiet zu Sierra Leone und Liberia), die im März offiziell als EVD deklariert wurde. Bald darauf gab es die ersten Fälle in Liberia und Ende Mai auch im Osten von Sierra Leone. Die Krankheit wurde schließlich auch nach Nigeria und Senegal “importiert“. Auffällig war, dass trotz der rasanten Ausbreitung in Afrika, bei uns (in Europa und den USA) die Behörden nicht sonderlich besorgt waren (man vergleiche dazu den Hype über die „Vogel- bzw. Schweinegrippe“ …)

Chan out of controlDie Alarmglocken (oder Panikmache?) gingen erst richtig los, als die Direktorin der WHO, Dr. Margret Chan im September die Krankheit als “außer Kontrolle” bezeichnete und somit quasi den Notstand erklärte. Es gäbe nun fast 4.800 Infizierte, von denen die Hälfte bereits gestorben sei. Damit nicht genug, breite sich die Krankheit auch rasant unter dem Pflegepersonal aus: mehr als 40% (von 300) seien als Folge der Behandlung von EVD-Patienten gestorben.

Das Problem dabei ist, das es dieselbe Frau Chan war, die 2009 die „Schweinegrippe“ zur globalen Bedrohung erklärte. Dies war aber nur möglich, nachdem die Kriterien für eine „Pandemie“ geändert wurden (siehe dazu diesen Artikel von mir). Die Profiteure solcher Panikmache sind natürlich die Pharmakonzerne, die „Impfstoffe“ für solche bedrohlichen Seuchen anbieten.

An dieser Stelle müssen wir innehalten und uns fragen: Was ist hier wirklich los?

Sterben in Afrika wirklich so viele Menschen an EVD, wie in den Medien behauptet wird? *

Die Bewertung der veröffentlichten Zahlen (Erkankte u. Todesfälle) hängt von zwei Faktoren ab:

  1. Sind die Diagnose-Tests zuverlässig und vom wem werden sie durchgeführt?
  2. Gibt es unabhängige Quellen, die die Zahlen bestätigen? Und – nicht zu vergessen –
  3. Wer hätte ein Interesse daran, die Zahlen aufzubauschen? Wer profitiert davon?

Die Diagnose-Tests kommen praktisch alle aus den USA (CDC, NIH, AMRIID, etc.). Angesichts der Tatsache, dass das Virus enorm schnell mutiert, ist ihre Aussagekraft zweifelhaft.

Im August 2014 erlaubte die FDA auf Antrag des Pentagons (DoD) die Zulassung eines neuen Diagnose-Tests zur Feststellung einer Ebola-Infektion. Im Oktober wurde diese Zulassung (als Notstandsmaßnahme) verlängert und erweitert: das Testmaterial kann jetzt auch Vollblut und Plasma sein, das nicht vorbehandelt wurde (also immer noch infektiös ist).

Das Pentagon stellt auch “zwei komplett ausgestattete Diagnose-Labors zur Verfügung” wie die Washington Post feststellte. Die WaPo berichtet auch, dass Liberia am stärksten betroffen sei: mehr als die Hälfte der Todesfälle seien Liberianer gewesen. Doch dann heißt es weiter, dass lt. WHO nur 31% der “Ebola”-Fälle überhaupt durch Bluttests nachgewiesen wurden. Weitere 47% wurden als „wahrscheinliche“ Ebola-Patienten eingestuft. Soll das Wissenschaft sein?

Obama schickte 3000 Soldaten nach Liberia -wozu?

Das Epizentrum des Ausbruchs in Sierra Leone war das Kenema Hospital, wo sich u. a. eine amerikanische „Forschungsstation“ für Lassafieber befindet, in die ebenfalls das US-Militär eingebunden ist. (Mehr dazu später)

(Die „Fingerabdrücke“ amerikanischer Behörden – von USAID, CDC bis Pentagon in diesem „Ausbruch“ sind überallwir kommen darauf noch zurück)

Es gibt also keine unabhängigen Quellen für die Zahlen, die wir in den Medien hören. Auch hier haben amerikanische Akteure die „Informationsdominanz“ bzw. die WHO, die aber auch alles andere als „unabhängig“ und mit dem MMIC verbunden ist. Während afrikanische Medien melden, dass z.B in Nigeria das Ende der Epidemie ausgerufen wurde (keine neuen Fälle nach der doppelten Inkubationszeit), macht die WHO in Genf schon wieder Panik in unseren Schlagzeilen. Was soll das bedeuten?

*Wenn ja, wieso ist das Virus so aggressiv und trotzdem in der Lage sich so schnell zu verbreiten?

EBOVUm diese Frage zu beantworten, müssen Informationen über das Genom des Virus veröffentlicht werden. Handelt es sich um einen (aus früheren Ausbrüchen) bekannten Stamm? Wie schnell mutiert das Virus?

Das Hamburger Institut für Tropenmedizin hält sich dazu sehr bedeckt. Null Info über das virale Genom (aus Guinea u. Liberia) für die Öffentlichkeit, der Virenstamm sei aber „einzigartig“ und kein Abkömmling von „EBOV“, also dem Ebola-Auftreten in Zaire und später in Gabon [Dr. Günther zitiert in der amerikanischen Presse]

Auf der Homepage des BNIT heißt es dann aber auf einmal (von Dr. Günther unwidersprochen ..)

Der derzeitige Ausbruch konnte dem Ebola-Stamm Zaire zugeordnet werden. Dieser ist aufgrund seiner hohen Sterblichkeitsrate als äußerst gefährlich bekannt. Welche Unterschiede bestehen zwischen verschiedenen Typen?

Prof. Dr. Stephan Günther:Es ist nicht bekannt, welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Subtypen des Virus bestehen, die den einen gefährlicher machen als den anderen. Der Ebola-Subtyp Reston macht den Menschen zum Beispiel gar nicht krank. Hier muss die Wissenschaft in den nächsten Jahren herausfinden, was die Gefährlichkeit eines Virus für den Menschen eigentlich ausmacht.“

Wer soll Ihnen das abnehmen, Herr Dr. Günther?

Was haben denn die tausenden Wissenschaftler, die seit den 1960er Jahren aggressive „Virenforschung“ betreiben und dafür Millionen Forschungsgelder erhalten, dann eigentlich gemacht? Und wie konnte man dann Impfstoffe entwickeln und an Millionen Menschen anwenden?

DER AUSBRUCH IN SIERRA LEONE

Outbreak stats 2Im August dieses Jahres wurde dazu eine (frei zugängliche) Studie veröffentlicht, die erste Aufschlüsse über den Ursprung des Virus und die Übertragungswege gibt. Dabei wurden 99 Virusgenome von 78 Patienten aus Sierra Leone in den USA untersucht, die sich sehr schnell veränderten (sowohl von einem Infizierten zum anderen, als auch bei jedem Erkrankten selbst). Durch die rasanten Mutationen (alleine 395 in drei Wochen werden allerdings sowohl die Diagnose als auch die Therapie massiv erschwert.

Die Forscher gehen davon aus, dass dieser neue Stamm (2 Varianten) sich 2004 gebildet hat (in Abweichung der Linien, die in Zentralafrika vorher aufgetreten waren) und aus Guinea nach Sierra Leone eingeschleppt wurde. Die Übertragung erfolgte dabei (2014) immer von Mensch zu Mensch, es gibt keinen Hinweis, dass Tiere involviert waren.

Laut den veröffentlichten Zahlen, verdoppelt sich die Zahl der Erkrankten alle 35 Tage. Das bedeutet exponentielle Zuwachsratendie nie zuvor bei EBV beobachtet wurden.

  • August 2014: 2240 Fälle, 1229 Tote
  • September 2014 (laut WHO/ Chan): knapp 4800 Fälle, 2400 Tote

Zum Vergleich: 1976 erkrankten 318 Menschen.

Auffallend ist auch, dass die Krankheit sich vor allem in den Städten ausbreitet und nicht, wie früher, in entlegenen Regionen, wo der Kontakt mit dem angeblich „natürlichen Reservoir“ des Virus (Flughunde oder Affen) viel wahrscheinlicher ist. Zu erwähnen ist auch, dass fünf Mitglieder dieses Forscherteams (das die Blutproben aus Sierra Leone zur Analyse des viralen Genoms entnahm bzw. untersuchte) in der Folge selbst erkrankt und gestorben sind:

  • Dr.Sheik Humarr Khan, (Virologe, Abt.Leiter Kenema, Spezialist für Lassa-Fieber mit 10 Jahren Erfahrung)
  • Mbalu Fonnie, (erfahrene Krankenpflegerin und Hebamme)
  • Mohamed Fullah (Laborant)
  • Alex Moigboi und Alice Kovoma (Krankenschwestern)

Dr Khan morningMan muss sich fragen, wieso sich ein erfahrener Virologe aus Afrika (der Beste in Sierra Leone) infiziert hat, der nach Aussagen von Kollegen „sehr genau“ die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten hat und dann mit 39 Jahren gestorben ist, obwohl er von einem erfahrenen Ärzteteam (MSF) mit den besten Mitteln behandelt wurde? …

Hier ist anzumerken, dass sich im Kenema-Hospital (wo die ersten und zunächst einzigen Ebola-Tests in Sierra Leone gemacht wurden und die meisten Patienten gestorben sind) eine amerikanische Forschungsstation für „Infektionskrankheiten“ befindet, wo Wissenschaftler der Tulane University in Kooperation mit dem US-Militär arbeiten (AMRIID). Von denen wurde interessanterweise niemand krank …

Ebola-West-Africa-550(1)Wieso das große Sterben erst losging, nachdem die Menschen ins Kenema „Ebola Treatment-Center“ kamen, fragten sich auch viele Menschen in der Region. Nachdem das Pflegepersonal zu streiken begann, reagierte das Gesundheitsministerium in Sierra Leone auf die Proteste und gab am 23. Juli auf facebook bekannt:

  • Es wird (in Kooperation mit der WHO) ein neues Kontroll- und Operationszentrum (EOC) für solche Ausbrüche in Freetown geben und alle neuen Fälle werden im Therapie-Center in Kailahun aufgenommen und behandelt.
  • Gleichzeitig wird daran gearbeitet, das Behandlungszentrum im Kenema-Hospital an einen anderen Ort zu verlegen.
  • Die Tulane University darf keine Ebola-Tests mehrdurchführen.
  • Das amerikanische CDC muss seine Bewertung des Labors und der Behandlung der EBV-Patienten veröffentlichen.
  • Khan lebt noch und spricht auf die Therapie an (sein Tod wurde bereits über social media verkündet..)

Doch dann war er plötzlich tot …. Ein Beweis für die Gefährlichkeit von Ebola?

21 mts old toddler survives ebolaKeinesfalls, denn wenn Kleinkinder es schaffen, gesund zu werden – oder zu bleiben – (wie die 21 Monate alte Issatta auf dem Bild, die in Kailahun und nicht in Kenema behandelt wurde), dann muss es andere Faktoren für das Sterben geben …

Wieso tritt die Krankheit auf einmal in West-Afrika auf, wo sie nie zuvor registriert wurde? (Frühere Ausbrüche fanden in Zentralafrika statt, das ist eine Entfernung von mehr als 3000 km).

Fortsetzung (des Ebola-Krimis) folgt …

  • Was haben die Virenforscher die letzten 40 Jahre gemacht?
  • Was spricht dafür, dass HIV (AIDS), Ebola/Marburg & Co. synthetische Viren sind – also in Labors erschaffen wurden? (leider SEHR VIEL …)
  • Populationskontrolle, Rassismus und Eugenik sind nicht verschwunden (und die Faschisten, die sie fördern, auch nicht)

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Philip Cohen, Take Two Killers, New Scientist, 10th March 200, p19 & Nature Biotechnology, Vol 19, p225,

 

 

 

 

 

 

 

IS: Kommt der Kalif aus Tel Aviv?

Sleeping_with_the_Devil BaerMeine (und die von vielen anderen Skeptikern geteilte) Vermutung, dass die “Enthauptungs-Videos” (der Amerikaner und Europäer) gefälscht sind, hat sich jetzt bestätigt.

Was mir von Anfang an auffiel, war, dass keine der Geiseln auch nur das geringste Anzeichen von Angst zeigt. Im Angesicht eines grausamen, gewaltsamen Todes ist das extrem unrealistisch und unglaubwürdig. Dann das kleine Messer, garantiert nicht geeignet für eine „Enthauptung“ (man denke z.B. an die Guillotine oder ein Schwert zum Vergleich). Drittens die Inszenierung selbst: zu theatralisch, zu propagandistisch mit Anzeichen für eine Studioaufnahme samt Post-Production. Und letztlich die Tatsache, dass selbst bei enormer Vergrößerung, Aufhellung und scharfem Kontrast absolut kein Blut zu sehen ist.

Der erste große Horror war die angebliche Enthauptung des amerikanischen Reporters James Foley. Dieses Video war natürlich in erster Linie auf das amerikanische „Zielpublikum“ gerichtet, inklusive Präsident Obama. Damit der emotionale Impact noch gesteigert wird, führte der US-Fernsehsender CNN auch ein Interview mit den Angehörigen: Darin sieht man seine Schwester, Katie Folie und seinen Bruder. Beide wirken nicht sehr betroffen. „Katie“ muss sich ein Grinsen verkneifen und der Bruder sieht ziemlich nervös aus. Man kommt nicht umhin zu denken: Trauernde Geschwister sehen anders aus.

SANDY HOOK MEETS ISIS

Alex Israel  Sandy Hook classmateAufmerksame Zuschauer in den USA haben jetzt festgestellt, dass die angebliche Schwester von James Foley ihnen irgendwie bekannt vorkommt. Sie trat unter dem Namen „Alex Israel“ als „ehemalige Mitschülerin“ eines Amokläufers im amerikanischen Fernsehen auf, der in der Stadt Newton (Conneticut) im Dezember 2012 ein Massaker in der Grundschule angerichtet haben soll. Was an diesem Tag wirklich geschah, ist sehr umstritten und es gibt massive Zweifel daran, dass die offizielle Darstellung der Wahrheit entspricht.

Ich habe mir die Videos mehrfach angesehen und eine große Ähnlichkeit der beiden Frauen ist unverkennbar. Aber ist es wirklich dieselbe Person? Augenbrauen, Nase, Kinnpartie scheinen übereinzustimmen. Auch die Stimme klingt gleich (etwas knarrig, wenn sie lauter spricht). Miss „Israel“ sieht allerdings älter aus, finde ich.

Was mich aber endgültig überzeugt hat, war dieser Screenshot am Ende des „Aufdecker“-Videos (Dank an William Engdahl für den Hinweis).

Alex israel is fake Foley sisterDas Lächeln jedes Menschen ist einzigartig. Die Form des Mundes, Fältchen, die dabei entstehen, „Grübchen“, die gesamte Mimik, usw. sind bei jeder Person anders. In diesem Fall ist klar zu erkennen, dass es sich um dieselbe Frau handelt.

Damit lässt sich beweisen, was viele schon lange vermutet haben: wir werden im Rahmen der „Außenpolitik“ gewaltig hinters Licht geführt. Die „strategische Kommunikation“(Lügen ohne Ende) mit der man die Bevölkerung systematisch verarscht, beinhaltet auch solche Videos. Man spielt mit dem Entsetzen und Mitgefühl der Zuschauer wie auf einem Klavier, um die gewünschte Stimmung zu erzeugen. Auf dieser Basis wird dann „Zustimmung“ für kriminelle Operationen generiert, die man in den Zirkeln der Macht schon längst beschlossen hatte. Das wird uns dann als „Demokratie“ verkauft ….

Unsere Papageien-Journalisten interessiert das alles nicht, sie übernehmen einfach den Propaganda-Jargon und sprechen von einer neuerlichen „Enthauptung“, die Angst und Schrecken verbreiten soll, damit unsere kriminellen (und Amerika in den Arsch kriechenden) Politiker weiterhin an der „security“-Schraube drehen können: noch mehr Überwachung, noch mehr Militärausgaben, noch mehr „Interventionen“ überall dort, wo solche „Extremisten“ auftauchen. Und – aktuell- sollte der zögerliche Obama endlich dazu gebracht werden, Syrien zu bombardieren, was ja auch gelungen ist. NATO in Europa ist natürlich auch mit „lethal aid“ dabei.

Eigentlich wäre es die Pflicht des Journalisten zunächst einmal die Quelle der Information zu prüfen: Woher kommen diese Videos? Wer verteilt sie?

TERROR-NEWSFEED: INFORMATION OR INDOCTRINATION?

Wir sollen natürlich glauben, das seien die „Terroristen“ selbst, aber das ist hier eben nicht der Fall. Die Quelle für diese Videos ist eine (ursprüngliche Non-Profit) Organisation mit dem Namen SITE (Suche nach Internationalen Terroreinheiten). Man muss sich fragen: Was bringt eine private Unternehmung dazu, nach Material über Terroristen zu suchen bzw. deren Auftreten im Internet zu analysieren? Ist das nicht die Aufgabe staatlicher Sicherheitsbehörden?

Die „Dienstleistung“ die hier angeboten wird, besteht nach eigenen Angaben aus „der Beschaffung von Informationen im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken für Regierungen, Nachrichten-Medien und die allgemeine Öffentlichkeit.“

SITE hat Videos und Statements aus angeblichen Chat-foren von Extremisten veröffentlicht, deren Authentizität aber angezweifelt werden muss. So wurde z.B. im September 2007 von SITE ein „Bin Laden Video“ angekündigt, dass sich später als Fälschung herausstellte. (SITE scheint überhaupt einen extrem guten Draht zur PR von „Al Kaida“ zu haben …) An wen wurde das Video als erstes verteilt? An die US-Regierung und an AP, eine der größten Presseagenturen der Welt und zwar bevor es offiziell von „Al Kaida“ veröffentlicht wurde.

Wozu braucht man in einem Land, das unglaubliche Summen für Überwachungssysteme ausgibt und angeblich rund um die Uhr „Terrorbekämpfung“ praktiziert (über NSA, FBI, usw.) eine private Organisation, die hier mitmischt und Informationen an die Medien herausgibt?

Die Antwort kann eigentlich nur lauten: (black) Propaganda im Sinne derjenigen, die das große „Re-Modelling“ des Nahen Ostens im Sinne haben. Da fallen einem an erster Stelle Israel und seine zionistischen Unterstützer, die „neocons“ in den USA ein.

So hat SITE mehreren islamischen Wohlfahrtsorganisationen unterstellt, sie seien nur Fassaden für versteckte Terrorförderung, obwohl das FBI niemals Beweise für diese Anschuldigungen fand und auch keine Anklage erhoben wurde. Hier soll offensichtlich Angst und Unsicherheit generiert werden und die Islamophobie nach 9/11 neue Nahrung erhalten.

Dass auch berüchtigte Firmen wie Blackwater (später : Xe, dann „Academi“) SITE mit Lob überschütten und als „unschätzbare Quelle“ bezeichnen, lässt die Alarmglocken nur noch lauter läuten.

Das Foley-Video ist also eine Fälschung, deshalb ist davon auszugehen, dass auch die „Enthauptung“ von Steven Sotloff (der auch einen israelischen Pass hat) sowie die nachfolgenden eine Inszenierung ist.

Die Leiterin von SITE, Rita Katz (diente in der israelischen Armee, mehr über sie weiter unten) wurde im amerikanischen Fernsehen (CNN) dazu befragt, wie es ihrer Organisation gelang, dieses Video – vor allen anderen – zu „finden“.

Rita Katz on CNNWas sie darauf antwortet, ist äußerst bemerkenswert:

Wir haben die Bedrohung durch den Jihad seit mehr als einem Jahrzehnt beobachtet (online) … ihre Aktivitäten überwacht … ihre Methoden studiert .. wir können vorhersagen, wo sie diese Videos ins Internet stellen; wir haben das Video an einem Ort gefunden, wo ISIS normalerweise ihre Videos ins Netz stellen; dieses Video zeigt eine klare Botschaft von ISIS …die gleiche wie vorher … Die ISIS Meldungen in den social media deuteten darauf hin, dass sie in Kürze ein Video veröffentlichen würden, doch wir hatten das Video schon vorher und konnten ihnen bei der Veröffentlichung zuvorkommen“

Journalistin: Sind Sie sicher, dass das Video wirklich echt ist? (was gezeigt wird, die Realität ist)

Katz: Das Video zeigt die Enthauptung von Sotloff.

Mir war schon vorher klar, dass der moderne Mainstream-Journalist eine eingeschränkte Denkfähigkeit haben muss, um Karriere zu machen, aber dass es so schlimm ist, wusste ich nicht.

Frau Katz argumentiert mit zwei sich ausschließenden Prämissen: Sie hat das Video „gefunden“

  1. weil ihre Organisation weiß, wo ISIS-Videos ins Netz gestellt werden und diese Seiten kontinuierlich von SITE überwacht werden
  2. sie wusste, dass die Veröffentlichung eines ISIS-Videos unmittelbar bevorstand (wegen Ankündigungen auf Twitter, etc.) doch sie HATTE DAS VIDEO SCHON VORHER und konnten deshalb als Erste damit an die Öffentlichkeit gehen (?)

WTF is going on here?

Drei Fragen drängen sich auf: Wie konnte SITE das angebliche ISIS-Video publizieren, bevor diese es selbst getan hatten? Woher hatten sie es? Wie ist es möglich, dass diese ominöse (kleine) Firma die Medien mit Informationen über islamistische Terrorgruppen füttert, ohne dass irgendjemand deren Echtheit überprüft?

Bob Baer on CNNEinen ersten Hinweis auf die Antworten darauf, gibt der Gesichtsausdruck von Robert Baer, (ehemaliger CIA-case officer mit Spezialgebiet Nahost), der auch in dem Video von CNN zu sehen ist.

Um auf die o.a. Fragen Antworten zu finden, müssen wir uns Frau Katz und ihre Vita etwas näher anschauen:

Frau Katz wurde 1963 angeblich im Irak, in der Stadt Basra als Tochter eines sehr wohlhabenden jüdischen Geschäftsmannes (Fuad Gabbay) geboren. 1968 (im Gefolge des 7-Tage Krieges) wurde ihr Vater als israelischer Spion verhaftet und öffentlich gehenkt, nachdem er vor laufender Kamera „gestanden“ hatte. Die Familie wurde unter Hausarrest gestellt, das Vermögen beschlagnahmt. Schließlich gelang es aber 1971 zu fliehen: zunächst in den Iran und dann nach Israel.

Nach ihrem Schulabschluss studierte Katz angeblich Geschichte und Politikwissenschaft in Tel Aviv, wo sie auch ihren späteren Mann traf. Ihre Mutter verdiente den Lebensunterhalt in der Textilbranche: sie soll Bekleidung für orthodoxe Juden produziert haben. Man fragt sich allerdings, wozu Rita studiert hat, denn sie hat nach anscheinend nie eine Stellung gehabt, die ihrer Ausbildung entsprochen hätte: nach der Graduierung hat sie ihrer Mutter im Geschäft geholfen.

1997 wurde ihrem Ehemann (einem Arzt) eine Forschungsstelle am NIH in Washington angeboten, worauf das Paar nach Amerika ging. Frau Katz fand eine Stelle in einem Unternehmen, das von Steve Emerson geleitet wurde. Dieses „Investigative Project“ spezialisierte sich darauf, arabisch-muslimische Organisationen in den USA im Hinblick auf mögliche Kontakte zu „Terrorgruppen“ unter die Lupe zu nehmen und da kam Katz mit ihren guten Arabischkenntnissen gerade recht.

Nicht nur als Übersetzerin, sondern auch als „undercover“ Agent: sie mischte sich bei Veranstaltungen arabisch-muslimischer Vereine unters Volk und da sie die Sprache wie ein Iraker sprechen konnte, fiel es ihr nicht schwer, als „Araberin“ durchzugehen.

Der Zweck dieser Tarnung war, „radikale Islamisten“ auszuforschen, die sich hinter wohltätigen Organisationen verstecken. Dass Katz und Emerson selbst als “radikale Zionisten” bezeichnet werden können, darf natürlich kein Thema sein.

In einem Interview bei MSNBC sagte Katz (2003):

Den islamistischen Fundamentalismus gibt es in den USA schon seit vielen Jahren. Von Hisbollah bis Al Kaida oder dem Palästinensischen Jihad- sie haben es geschafft, dieses Land in jeder unserer großen Städte zu infiltrieren“

Bereits hier wird klar, welche Ziele Katz & Co. wirklich verfolgen:

Den Widerstand der Palästinenser (gegen die brutale, israelische Besatzung und den andauernden Landdiebstahl) sowie Hisbollah, (die gegen die kriminelle Aggression Israels gegenüber dem Libanon kämpft) in eine Schale zu werfen mit „Al Kaida“.

  • Politischer Widerstand gegen Israel, der notgedrungen auch gewalttätig ist, soll also gleichgesetzt werden mit fanatischem, religiösem Sektierertum,
  • Nicht die Entrechtung und Qual der Palästinenser (seit Jahrzehnten) sollen als Ursache der Gewalt angesehen werden, sondern verrückte Pläne zur Schaffung eines Kalifats, in dem im Namen des Islam alle terrorisiert werden
  • Mitgefühl undVerständnis dafür im Westen und der Widerstand selbst sollen kriminalisiert und pathologisiert werden.

Katz und Emerson leisteten in den 1990er Jahren (wie wir noch sehen werden) entscheidende Vorarbeit für das „Mega-Märchen „9/11“: sie bereiteten den geistigen Nährboden (das emotionale „framing“) dafür, dass die Ereignisse vom 11. September „richtig“ interpretiert wurden: überall lauern fanatische (vor allem arabische) Extremisten, die im Namen Allahs unsere Sicherheit bedrohen, Massenmord begehen und unsere „freie“ Gesellschaft vernichten wollen.

ZIONIST  JIHAD  IN  AMERICA

JihadInAmericaSteve Emerson erregte Aufsehen, als er 1994 den Film „Jihad in America“ ins amerikanische Fernsehen brachte. Diese „Dokumentation“ sollte Ängste schüren u.a. Präsident Clinton dazu bringen, härtere Gesetze einzuführen, um der „Terrorgefahr“ durch fanatische Araber besser begegnen zu können. Der altgediente Reporter der “linken” amerikanischen Zeitung The Nation, Robert Friedman, warf Emerson vor Massenhysterie gegen amerikanische Araber erzeugen zu wollen.

Emerson und drei ehemalige Regierungsmitglieder der Likud-Partei (die Yitzak Rabin als „die Dreierbande“ bezeichnete) waren maßgeblich daran beteiligt, im amerikanischen Kongress Stimmung gegen die „Friedensverhandlungen“ mit Arafat zu machen und zu verhindern, dass eine Einigung mit Syrien zustande kam (über die von Israel besetzten Golanhöhen).

Emersons Rolle als “Aufdecker” verdeckter Terrorgruppen ist nicht glaubwürdig, vielmehr ist nicht zu übersehen, dass sein größtes Engagement darin besteht, ständig Araber bzw. Muslime anzugreifen und Ängste vor ihnen zu schüren. Seine Behauptungen werden nicht überprüft, da er als “Terrorismusexperte” auftritt und von einflussreichen, jüdisch-zionistischen Organisationen unterstützt wird. Gleichgesinnte in Think-Tanks schreiben Lobgesänge über seine Artikel und Bücher, wodurch er „Ansehen“ erhält und immer öfter in den Medien auftritt. Doch bei näherer Betrachtung hat er jede Menge Falschheiten in die Welt gesetzt:

(Ich habe schon immer gefragt, wie man eigentlich „Terrorexperte“ wird, aber anscheinend kann im Prinzip jeder den Job machen, wenn er die richtigen Beziehungen hat …)

Sein Buch “Terrorist” (1991) wurde vom Feuilleton der NYT so bewertet: „ es ist durchdrungen von faktischen Irrtümern … und einer allgegenwärtigen anti-arabischen und anti-palästinensischen Gesinnung“

Die Organisation FAIR (die die Rolle der US-Medien kritisch durchleuchtet) hat 1999 einen sehr aufschlussreichen Artikel über Emerson und sein „investigatives“ Projekt (bei dem Katz ja anfing) veröffentlicht und dabei zu Recht von einem „Kreuzzug“ gesprochen. Emersons Erfolge als Analyst und Terroraufdecker sind mehr als fragwürdig. Hier eine Auswahl seiner falschen Prognosen / Diagnosen:

Er behauptete felsenfest, dass das Bombenattentat in Oklahoma City 1995 von Islamisten geplant war (verurteilt dafür wurde Timothy McVeigh, ein Amerikaner, der absolut nichts mit dem Islam zu tun hatte).

Verräterisch ist allerdings seine Begründung dafür, woran er denn erkennen konnte, dass es sich um „arabischen Terror“ handeln würde. Seine Antwort: Das Attentat zeige „ein charakteristisches Merkmal des Nahen Ostens: die Absicht, so viele Tote wie möglich zu verursachen“. Als sich herausstelle, dass er völlig falsch lag, wurde sein Vertrag als „Terror-Experte“ bei CBS nicht verlängert und auch die Washington Post mied ihn als Quelle (davor hatte man ihn aber regelmäßig genutzt).

Doch Emersons dubiose “Terror-Expertise” (als praktizierender Journalist) war dank seiner exzellenten Verbindungen nicht totzukriegen: 1997 engagierte ihn die Presseagentur AP als „Berater“ für eine Serie über Muslime in Amerika. Emerson legte den Reportern angebliche FBI-Dokumente vor, die beweisen sollten, dass harmlos klingende Vereine amerikanischer Muslime Sympathien für „Terroristen“ hätten. Doch einer der Journalisten entdeckte, dass es einen Artikel von Emerson gab, der fast wortgleich mit dem „FBI-Bericht“ war. Dieser (Richard Cole) sagte später: „Das FBI-Dossier stammte von ihm selbst.“

Ein anderer AP-Reporter kommentierte Emersons Kompetenz als Terror-Aufdecker mit den Worten: „Er konnte seine Behauptungen nie durch Fakten untermauern“.

Wie reagierte Emerson auf diese unangenehme Wahrheit? Er veröffentlichte eine seitenlange Hetzschrift gegen AP. Der Chefredakteur von AP wollte dazu auf Anfrage von FAIR nicht Stellung nehmen.

ANGRIFF  AUF  TAMPA

AmericanJihadIn seinem Propaganda-Film und Buch „Jihad in America“ wurden Islamgelehrte an der Universität Tampa (Florida) angegriffen. Das ging so weit, dass Emerson (und eine Zeitung) behaupteten, Mitglieder der Fakultät seien gleichzeitig Kommandeure des Islamischen Jihad. (eine bewaffnete, palästinensische Widerstandgruppe, die er vor dem US-Kongress als „einer der tödlichsten Terrorgruppen der Welt“ bezeichnete). Damit nicht genug, wollte Emerson auch noch den Eindruck erwecken, die Islamgelehrten in Tampa seien am Bombenanschlag auf das World Trade Center (1993) beteiligt gewesen (klingelt da was?).

Auf die Frage von Reportern, welche Beweise er dafür habe, reagierte er ausweichend. Es gäbe verdächtige Überweisungen, Reisen zwischen Tampa und New York, etc.

Doch weder das FBI noch das Justizministerium in den USA haben (Jahre später) jemals Anklage gegen einen der „Verdächtigen“ erhoben. Dass diese Leute (in Tampa) ihre Empathie für den Freiheitskampf der Palästinenser geäußert haben, ist wohl der eigentliche Grund für diese „character assassination“ und mediale Hetze. (Und – wie schon erwähnt – die Vorbereitung der gewünschten Stimmung für „9/11“)

Emersons Kreuzzug machte nicht einmal vor dem CFR halt: 1996 attackierte er deren Newsletter, weil darin auch Muslime zu Wort kommen durften. Daraufhin erhielt er von dessen Präsident den Titel “der große Inquisitor”. Journalisten, die die Behauptungen Emersons Lügen strafen, werden auch in diesem Sinne verfolgt: so erging es Martin Merzer vom Miami Herald, der im Kampfblatt „Journal für Counterterrorismus & Internationale Sicherheit“ von Emerson denunziert und lächerlich gemacht wurde.

Die Bombenanschläge auf die US-Konsulate in Kenia und Tansania boten Emerson aber wieder Gelegenheit, mit seinen anti-arabischen Tiraden die mediale Bühne zu betreten. Seine rassistische, volksverhetzende Aussage, der Islam „ billige Genozid, plane Genozid als Teil seiner religiösen Doktrin“ (in einem Artikel in einer jüdischen Zeitung 1995) war anscheinend ebenso wenig ein Hinderungsgrund wie seine Warnung, die radikalen Muslime in Amerika planten „Massenmord aller Juden, Christen und gemäßigten Muslime“ (Diese emotionale „Einstimmung“ für 9/11 und „Prophezeiung“ von ISIS ist frappierend: Ist der Kalif ein Produkt aus Tel Aviv?)

Die Zeitung Jerusalem Post schrieb am 17.Septetmber 1994, Emerson “hat enge Verbindungen zum Israelischen Geheimdienst. Wen kann das noch überraschen?

Insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um eine gewaltige Form der Projektion handelt: diese radikalen Zionisten und ihre Handlanger tun alles, um die arabischen Muslime in die Rolle der neuen „Juden“ zu drängen, wie sie im Dritten Reich dargestellt wurden: verschlagen, gefährlich, eine pauschale Bedrohung der Gesellschaft.

NO  TAXATION  FOR  AGITATION

Emerson praktiziert nicht nur (rassistische) Volksverhetzung zum Schaden aller Muslime in den USA, er verdient damit auch noch ordentlich: So deckte eine Tageszeitung aus Nashville auf, dass er die Steuerbefreiung für gemeinnützige Organisationen missbraucht:

Emerson ist ein führendes Mitglied einer Millionen-Dollar schweren Industrie von (selbst-ernannten) Terrorexperten, die Hass gegen Muslime in Büchern, Filmen und Websites verbreitet.“

Die Reporter fanden heraus, dass die Spenden, die IPTF erhielt praktisch zur Gänze an eine Tochterfirma gehen (SAE Productions). An dieses profitorientierte Unternehmen zahlte Emerson alleine im Jahr 2008 fast 3,5 Millionen Dollar, verbucht als einzig relevante „Ausgabe“. Diese Firma buchte dann ihre Ausgaben im Namen der steuerbefreiten IPTF. Was heißt das? Die Leute können ihre Spenden absetzen und unterstützen in Wahrheit eine undurchsichtige Firma, die steuerpflichtig ist.

Emerson

Steve Emerson

Auf diese Weise konnte IPTF (die tendenziöse Terror-Forschung betreibt) die rigorosen Offenlegungsvorschriften der US-Steuerbehörde (IRS) für wohltätige Organisationen umgehen. Klartext: niemand weiß, was er mit dem Geld wirklich macht. Als die IRS im Jahr 2007 nachhakte, antwortete Emerson, wegen Sicherheitsbedenken sei dieses Arrangement notwendig. Er habe selbst schon Todesdrohungen erhalten und das existierende System würde auch seine Mitarbeiter schützen. Das kennen wir ja von den staatlichen Terror-Fahndern: Geheimhaltung ist nötig, weil es um „nationale Sicherheit“ geht, damit kann man alles vertuschen.

Einer der größten Spender von IPTF, Kenneth Bialkin, äußerte sich so über Emerson:

Keiner, der dem jüdischen Volk durch seine Arbeit helfen will, steht höher in der Ruhmeshalle als Steve Emerson. Wir alle, die Hardliner, glauben, dieser Typ ist mit Gold nicht aufzuwiegen

LETTING  THE CAT (NOT) OUT  OF  THE BAG

Ali Baba cartoonRita Katz führt das Werk von Emerson weiter und spezialisiert sich auf die Online-Überwachung jener Webseiten, die dem „radikalen Islam“ zugerechnet werden. Auch bei ihr ist offensichtlich, dass als erstes Ziel der palästinensische Widerstand kriminalisiert werden sollte.

In den Köpfen des Publikums sollen Al Kaida, Al Nusra oder wie die synthethischen Terror-Werkzeuge des Imperialismus gerade heißen, mit Hamas und Hisbollah gleichgesetzt werden. Damit wir sie hassen und fürchten (lernen).

Das erste Opfer von Katz war HLF, eine Hilfsorganisation für den Nahen Osten. „Rita“ besuchte ihre Spenden-Veranstaltungen verkleidet als Muslima und forschte in dieser Tarnung nach Terrorverbindungen. Im Herbst 2001 veranlasste Präsident Bush das „Einfrieren“ der Konten von HLF mit der Begründung, dass damit „Morde im Ausland“ (im Auftrag von Hamas) finanziert würden. Dann wurden die Leiter der Organisation angeklagt, doch wie die New York Times sarkastisch anmerkte, „sie unterstützten den Terror durch Überweisung von 12 Millionen Dollar an Komitees, die Krankenhäuser bauten und die Armen mit Essen versorgten“.

Als die Sache 2007 vor Gericht kam wurden die Angeklagten frei gesprochen.

Auch Katz schrieb Artikel im Kampfblatt von Steve Emerson (JCSI) gemeinsam mit einem jungen Praktikanten bei IP, Evan Kohlmann. Diesmal wurde Hisbollah dämonisiert: es sei ein Irrglaube, dass Hisbollah eine Widerstandsgruppe ist, die die israelische Besatzung des Süd-Libanons stoppen will. Es handle sich um eine Terrorgruppe, die nicht nur Israel bedrohe, sondern den Westen generell und zu diesem Zweck sogar eine „Terror-Universität“ gegründet habe (finanziert vom Iran).

2002 gründete Rita Katz dann SITE und trennte sich von Emerson.2008 wurde das Unternehmen unter dem Namen SITE Intelligence Group neu aufgelegt.

Katz arbeitet auch als „Berater“ des FBI und dank ihrer Tätigkeit kam im März 2002 zu einer Serie von brutalen Hausdurchsuchungen in Nord-Virginia. Wieder standen islamische Gelehrte unter Verdacht. Die Familie der Betroffenen klagte gegen diese Vorgangsweise mit der Begründung, die Grundlage für den Durchsuchungsbeschluss sei frei erfunden. Doch so kurz nach 9/11 konnte Katz sicher sein, dass jeder „Terrorverdacht“ schwerer wog als irgendwelche Grundrechte.

Die jüdische Online-Zeitung Forward zitierte zwei anonyme Quellen dazu: „ Katz hat ihre Rolle in der Untersuchung künstlich hochgespielt, unhaltbare Schlüsse gezogen und das Vertrauen des FBI und des Justizmiesnisteriums verloren.“ 32

Auch das Verfahren gegen Sami Omar al-Hussain (2003/2004) machte Schlagzeilen. Ein Informatik-Student aus Saudi Arabien, der sich auf die Doktorarbeit vorbereitete, wurde beschuldigt, „materielle Hilfe“ an eine Terrorgruppe geleistet zu haben. Wodurch? Er hatte eine Website für eine muslimische Organisation aufgebaut und ehrenamtlich betreut (IANA). Die Gruppe wurde schon vorher vom FBI überprüft, aber es wurde nie Anklage erhoben.

Al Hussain musste 18 Monate in U-Haft sitzen, bis es zum Prozess kam. Das Urteil? Freispruch in allen Punkten.

Die Regierung (er) fand dann noch eine Übertretung der Visa-Bestimmungen (er hatte in fünf Jahren 300 Dollar als Webmaster erhalten, dieses „Einkommen“ war ihm aber nicht gestattet, weil er keine Arbeitserlaubnis hatte) um in abzuschieben.

Es gibt noch mehr Beispiele, aber ich denke, die Sache ist klar: diese „Terror-Experten“ arbeiten ganz offensichtlich im Interesse Israels und schüren Hysterie, Misstrauen und Hass gegen Muslime / Araber.

Weil die Papageien-Presse in den USA die Behauptungen dieser Leute ungeprüft übernehmen (wobei die Eitelkeit der Presse, die „ersten“ sein zu wollen („breaking news“), ausgenutzt wird) kommt es zu einem Echo-Effekt. Die Presse zitiert sich gegenseitig und schon ist der „Experte“ salonfähig. Die beiden großen Zeitungen NYT und Washington Post greifen regelmäßig auf Katz & Co. zurück.

Michael Scheuer, der früher bei der CIA in der „Bin Laden“ Einheit tätig war, sagte dazu „ SITE tendiert dazu, die Terrorgefahr hochzuspielen …“. (You bet).

9/11 – GOOD FOR THE SNOOPING BUSINESS

The-Power-of-NightmaresSITE (und Katz) konnte natürlich nichts Besseres passieren als „9/11“: wer daran zweifelt, dass eine private – extrem voreingenommene – Organisation geeignet ist, online-Botschaften von mutmaßlichen Terroristen zu übersetzen und zu analysieren (in Windeseile), bekommt natürlich zu hören, dass der millionenschwere, staatliche Sicherheits- u. Überwachungsapparat im Falle des 11. September ja gründlich versagt hat. (Katz bekommt seither auch Aufträge vom FBI und damit Einblicke in die Terrorfahndung – da freuen sich Leute in Tel Aviv …)

Ein Reporter des New Yorker besuchte im Mai 2006 das Büro von SITE um Katz zu interviewen. Das war ihm nur gestattet, wenn er die Stadt, wo sich SITE befindet, nicht namentlich erwähnt (!). Als er dort ankam, sah er ein Schild einer imaginären Firma und eine Überwachungskamera vor dem Eingang.

Im Büro selbst sah es aus „in den Räumen einer Studentenzeitungsredaktion“: drei Zimmer, zwei Übersetzer und milchgesichtige Praktikanten, die „Research“ betreiben. Die Atmosphäre sei durch „enorme Isolation“ geprägt gewesen, jeder war total vertieft in sein eigenes Projekt.

SITE bietet einen Service für Abonnenten: für 2.500 Dollar pro Jahr erhalten die Kunden blitzschnell aktuelle Informationen über die „Terrorgefahr“. Die Übersetzung arabischer Texte muss also in Windeseile gemacht werden und SITE liefert dazu auch noch eine „Analyse“ – auf Basis welcher Kompetenz?

Professionelle Analysten zweifeln auch die Qualität der SITE Übersetzungen an, u.a. deshalb, weil „ein arabisches Wort vier oder fünf Bedeutungen haben kann (es kommt eben auf den Kontext an) und SITE immer die aggressivste Version auswählt“. So ex CIA-Analyst Michael Scheuer.

Katz machte auch Schlagzeilen, als sie bzw. SITE behauptete, eine industrielle Hühnerfarm in Virginia diene als Geldwäscheanlage für Terrorfinanzierung.Auch in diesem Fall wurden die Betreiber nie vor Gericht gestellt, verklagten aber ihrerseits SITE (und den Sender CBS) wegen Verleumdung und Geschäftsschädigung. Das Verfahren zog sich hin und endete schließlich damit, dass der Klage nicht stattgegeben wurde. Begründung? Diese Behauptungen fallen unter das „first amendment“ der US-Verfassung, also unter die „Redefreiheit“.

Ihr nächster vermeintliche „Coup“ war die Warnung, radikale Islamisten planten Anfang 2006 einen Anschlag auf die Alaska-Pipeline. Die Panik, die daraufhin bei den Mitarbeitern der Wartungsfirma ausbrach, war groß aber völlig unbegründet, wie der Manager kurz darauf in einem Interview bekanntgab. Weder das FBI, noch irgendeine andere Sicherheitsbehörde sahen Grund für Alarm, nur Katz trug dick auf, um ihre Organisation wichtiger zu machen, als sie ist.

Doch die Meldung wurde von den US-Medien übernommen und somit erhielt die anti-arabische Stimmung und die „Terrorangst“ im Land wieder neue Nahrung. Das war ja auch das eigentliche Ziel der Übung.

Dass Katz, Emerson & Co. im Dienste Israels arbeiten bestätigt auch der ehemalige CIA Agent Vincent Cannistraro. Woher er das weiß? Weil „sie“ versucht hätten, ihn auch zu rekrutieren.

CUI BONO?

isis mercenaries

the power of illusions …

Fazit: Der ganze islamistische Terror-Scare ist eine gigantische psyop und Medieninszenierung, hinter der natürlich die Geheimdienste stecken (aus Washington, London, Paris, Ankara, Tel Aviv und Saudi Arabien. Der BND wird auch irgendwie mitmischen …)

Es liegt auf der Hand, dass neben den alten, imperialistischen Motiven (Kontrolle der Rohstoffe wie Öl und Gas] der größte Gewinner dieser Dämonisierung des Islams und des palästinensischen Widerstands der Staat Israel ist. Auch 9/11“ ist in diesem Licht zu betrachten …

(Dass die Saudis diese synthetischen Terroristen seit Jahrzehnten finanziert haben, ist eine Tatsache, ebenso die Unterstützung durch die Türkei unter Erdogan … )

 

 

      

Anne Will: Dummheit, Stolz & Vorurteil

blood pool from attack on playground in Gaza

Blutlache nach Angriff auf einen Spielplatz in Gaza zum Eid-Fest

The question of the morality of Israel’s action depends, in the first instance, on the question, couldn’t Israel be doing something to prevent this disaster that is playing out now, in terms of the destruction of human life? Couldn’t they have done something that did not require that cost? And the answer is, sure, they could have ended the occupation.“

Rabbi Henry Siegman (mehr zu ihm weiter unten)

Vorgestern hat sich Anne Will mit vier Gästen über den „blutigen Nahostkonflikt“ unterhalten und dabei klar demonstriert, dass eine seriöse Debatte über die wahren Absichten Israels im deutschen Fernsehen nicht erwünscht ist. Schon in der Einleitung auf der Homepage gibt es klare Hinweise darauf, dass hier die „pro-israelische“ Haltung eingenommen wird:

Laut palästinensischen Angaben sind  mehr als 1100 Menschen getötet und mehr als 6500 verletzt worden. Auf israelischer Seite sind Armee-Angaben zufolge bislang mehr als 50 Soldaten und Zivilisten getötet worden.“

Diese Formulierung „50 Soldaten und Zivilisten“ ist bewusst vage und irreführend, denn hier wird nicht konkretisiert, wie viele Opfer wirklich Soldaten bzw. Zivilisten sind. Nach letzten Meldungen wurden 56 IDF-Soldaten getötet, aber nur 2-3 israelische Zivilisten (und auch das glaube ich erst, wenn Beweise dafür vorgelegt werden). Die Gefahr durch die Raketen wird also propagandistisch übertrieben (Augenzeugen, die in Israel waren, bestätigen das).

Der NDR bzw. die Produktionsfirma von Anne Will versucht also bereits hier die Zuschauer / Leser zu manipulieren, weil die hohe Zahl ermordeter Zivilisten in Gaza ja ein zentraler Kritikpunkt ist. Doch der Tod von Soldaten einer brutalen Besatzungsmacht, die Menschen wie in einem Käfig gefangen hält und sie aller Rechte beraubt, ist moralisch nicht vergleichbar mit dem Tod von hunderten Menschen, die im Zuge der Sippenhaftung für die „Raketen“ aus Gaza (den Widerstand gegen die Besatzung) bestraft werden

arrests east jerusalemDa der Horror der Besatzung aber nie im deutschen Fernsehen gezeigt wird, gelingt es Israel immer wieder den Eindruck zu erwecken, man müsse sich immer nur gegen die bösen Araber „wehren“, die – nur aus Fanatismus – aus heiterem Himmel Raketen nach Israel schießen. Das ist eine absurde Charade, die wir seit Jahren ertragen müssen und für die unsere Journalisten mitverantwortlich sind.

Die Frage, ob Israel mit seiner massiven Gewalt gegen ein dicht besiedeltes Elendsghetto noch den „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ wahrt, kann für jeden, der nicht blind ist oder zionistisch indoktriniert wurde nur mit Nein beantwortet werden. Wie Gideon Levy richtig betonte, handelt es sich um einen Konflikt zwischen einer Fliege und einem Elefanten – ich würde sagen, statt dem Elefanten nehmen wir einen Tyrannosaurus, das passt besser …

DIE  MENSCHLICHEN  SCHUTZSCHILDE

Hätte Frau Will auch nur die geringste Ahnung davon, was Israel wirklich will und mit welchen Methoden es seine kriminellen Ziele verfolgt, wäre die ganze, verlogene „Schutzschild“-Debatte ganz anders verlaufen. Im krassen Gegensatz zu ihr haben Journalisten von Format das Thema so dargestellt, dass erkennbar wird, wozu Israel die „Schutzschild“-Vorwürfe benutzt: für Propagandazwecke natürlich, zur Dämonisierung des Gegners (Hamas) und um die eigene Aggression zu rechtfertigen.

Hamas among civiliansIm Guardian z.B. schreibt Harriet Sherwood u.a folgendes:

Diese Beschuldigung wird ständig von Politikern und Medienkommentatoren vorgebracht … und .. als Echo in Debatten mehrfach wiederholt, doch der Vorwurf wird kategorisch von Hamas und anderen Leuten in Gaza bestritten. Die IDF veröffentlichte am Mittwoch Karten, die Hamas-Stellungen in der Nähe von Schulen, Moscheen und Wohnhäusern zeigen sollen, ein Video, indem angeblich Kämpfer einen Rettungswagen als Fluchtfahrzeug benutzen und behauptet, das Al Wafa Krankenhaus in Gaza-Stadt sei „wiederholt von Hamas und Islamischer Jihad Kämpfern als Kommandozentrale benutzt worden, zum Abfeuern von Raketen und damit Terroristen auf Soldaten schießen konnten“.

Diesen Teil der Story hätte Frau Will sicher gerne übernommen, doch was dann folgt, lässt sie bequemerweise unter den Tisch fallen:

Doch der Krankenhausdirektor hat die israelische Behauptung zurückgewiesen. Das Spittal sei weder von Hamas noch anderen Kämpfern für militärische Zwecke missbraucht worden. Er sagte konkret: „Israel hat unser Krankenhaus auf der Basis falscher Behauptungen als legitimes Ziel deklariert. Sie zielen auf medizinische Einrichtungen, die Kranken, die Verletzten und unsere Kinder im gesamten Gazastreifen. Die Botschaft lautet: Ihr seid nirgends mehr sicher.“

Harriet Sherwood erwähnt auch, dass die UN in einer Schule – erstmals – zwar Waffen gefunden hat – und das auch sofort meldete. Sie vergisst jedoch zu erklären, dass diese Schule LEER war, also nicht mehr als Schule benutzt wurde wodurch der Vorwurf der Schutzschilde keine Gültigkeit hat (abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wer diese Raketen dort abgelegt hat …)

Die Behauptung der IDF, das Massaker in Shujaijya sei ebenfalls Hamas anzulasten, weil diese verhindert habe, dass viele Anwohner fliehen konnten (nachdem sie von der IDF gewarnt wurden), wird von der Autorin entkräftet. Sie schreibt dazu:

Diese Behauptungen wurden nicht von unabhängigen Reportern bestätigt. Auslandsjournalisten, die über den Krieg berichten, haben vielschichtige Gründe dafür gefunden, warum einige Anwohner diese Gebiete nicht verlassen haben. Viele sagten, es sei nirgends sicher, also bringe es auch nichts, aus ihren Häusern zu fliehen. Andere machten sich Sorgen darüber, welche Art von “Nachbarn” sie antreffen würden, wenn sie fliehen (vielleicht wären dort ja dann Kämpfer, usw.) oder sie hatten einfach zu viel Angst, um auf die Straße zu gehen. Viele Medienberichte sagten aus, es gäbe keinerlei Hinweise auf eine Nötigung durch Hamas. Diese Familien haben Todesangst, aber die überwältigende Mehrheit nennt die israelischen Bomben und die Granaten als Grund dafür, nicht Drohungen von Hamas.“

Sherwood erinnert auch daran, wie eng es im Gazastreifen ist:

360 km² für 1,8 Millionen Menschen) und dass es schier unvermeidlich sei, dass die Kämpfer sich zwischen der Zivilbevölkerung aufhalten (was aber nicht bedeutet, dass man sie dazu zwingt).

Und daran, dass dieser „Krieg“ ja nicht auf üblichen Kriegsschauplätzen stattfindet, wo sich zwei Armeen gegenüberstehen, sondern dass Israel das ganze Gebiet mit einem Bombenhagel überzieht und die Bodentruppen gegen bewaffnete Widerstandskämpfer (einer Untergrundarmee) in dicht besiedelten Gebieten vorgehen. Während also die Panzer immer weiter in die Städte vordringen, ist es nicht verwunderlich, wenn Hamas in diesem Guerilla-Kampf in der Nähe von zivilen Gebäuden die Soldaten attackiert.

Entscheidend ist aber, dass selbst wenn eine Kriegspartei solche menschlichen Schutzschilde verwenden würde, wäre das keine Rechtfertigung dafür, dass die andere Schulen, Krankenhäuser, etc. bombardiert. Zweimal Unrecht macht kein Recht, Frau Will. Die Verpflichtung, zivile Opfer zu vermeiden wird dadurch nicht aufgehoben. Doch solche Sätze werden wir in unseren „Talk-Shows“ nicht zu hören bekommen …

PRO-ISRAELISCHE  ZENSUR  DURCH  VERSCHWEIGEN

IDF human shieldsWas aber noch viel wichtiger wäre – to set the record straight, wie der Engländer sagt – ist die Erwähnung der Tatsache, dass die IDF selbst mehrfach Palästinenser – auch Kinder – als Schutzschilde verwendet hat. Im Guardian-Artikel wird natürlich auch darauf hingewiesen:

2010 wurden zwei Soldaten (selbst von einem Militärgericht) verurteilt, weil sie einen elfjährigen Jungen in der „ Operation Cast Lead“ als menschliches Schutzschild verwendet hatten.

Untersuchungen von Menschenrechtsorganisationen haben ergeben, dass die IDF Palästinenser sowohl in Gaza als auch in der besetzten Westbank als Schutzschilde missbraucht hat.

IDF convicted of human shields useDer Artikel endet damit, dass aufmerksame Zuschauer darauf aufmerksam machten, dass das Hauptquartier der IDF, die Kiriya (ein hoher Turm) mitten in Tel Aviv steht, umgeben von einem großen Krankenhaus, Wohnungen und Geschäften [siehe dazu das Interview mit Yonathan Shapira bei DN! im letzten Beitrag)

Übrigens, der Grund, warum die IDF die Leute warnt, bevor sie bombardiert, ist nicht Großmut oder Mitleid, sondern hat rechtliche Gründe: wenn die Leute trotzdem bleiben, gelten sie für das Militär als „freiwillige Schutzschilde“ und demnach nicht mehr als Zivilisten. Auch Leute, die zurückkommen, werden als „Kombatanten“ betrachtet, die man „legal“ abknallen kann.

Die Antwort auf Ihre Frage, Frau Will lautet also:

Nein, Hamas benutzt die Bewohner des Gazastreifens nicht als Schutzschilde, das haben zahlreiche Untersuchungen (von Menschenrechtsorganisationen) in der Vergangenheit bereits ergeben. Das wäre auch dumm, weil sich dann die Bevölkerung gegen Hamas stellen würde …

Wenn die UN dem israelischen Militär (mehrfach) die GPS-Koordinaten einer Schule gibt, in der tausende Flüchtlinge Schutz gesucht haben, und diese dann trotzdem von der IDF bombardiert werden, ist die Frage der Schuld ebenso eindeutig zu beantworten, wie nach der Bombardierung von Krankenhäusern, die ebenfalls mittlerweile als Flüchtlingslager herhalten müssen.

AS silencing criticsNatürlich darf auch die „Anti-Semitismus“ Nummer nicht fehlen, wenn es darum geht, Proteste gegen Israels Verbrechen zu diskreditieren und der NDR macht brav mit:

„Unterdessen fallen hierzulande auf Anti-Israel-Demonstrationen antisemitische Parolen. Menschen, die sich mit Israel solidarisieren, werden offen angefeindet. Ist es noch möglich, sich solidarisch mit Israel zu zeigen, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben? Oder wird Deutschland zunehmend israelfeindlich? Und wie weit muss die deutsche Unterstützung für Israel gehen?“

Über 1000 eingesperrte Menschen werden kaltblütig ermordet, aber wir sollen uns Sorgen machen um die „Freunde Israels? Was ist denn mit denen, die sich mit den Palästinensern solidarisch zeigen? Wie werden die denn behandelt, Frau Will? Wir erinnern uns noch an die billigen ad hominem Attacken gegen Herrn Augstein und Günter Grass … Wieso dürfen denn wirklich kompetente Kritiker wie Ilan Pappe, Norman Finkelstein, Jeff Halper, oder israelische Dissidenten u. Friedensaktivisten nie bei uns im Fernsehen auftreten? Weil dann jeder sehen könnte, wie indoktriniert, feige oder ahnungslos unsere Journalisten sind?

Die ganze Debatte bei Anne Will war dominiert von Michael Wolffsohn (MW) und von Rudolf Dressler (RD), die viel länger reden durften als Herr Todenhöfer (JT) und Frau Daibes (KD), die diplomatische Vertreterin der PLO in Berlin.

MW versuchte mit der perfiden „kein Omelett ohne kaputte Eier“ Argumentation die Verbrechen Israels zu relativieren:

 „Kein Krieg ist verhältnismäßig (!) …jede Seite will gewinnen, man wartet nicht wie beim Fechten ..da geht es um Sein oder nicht Sein … das ist die Gesetzmäßigkeit des Krieges … sie ist furchtbar, sie ist blutig, alle sind schockiert, aber eine Verhältnismäßigkeit gibt es nicht“

Als Frau Will nachhakt, weicht er aus, attackiert die UN und drischt leere Phrasen … „überlegen, wie man aus dem Teufelskreis herauskommt, es seien keine Lösungen auf dem Tisch, etc.„

Frau Daibes (KD) versucht zu betonen, wie wichtig es sei, auf den größeren Kontext hinzuweisen, die historischen Rahmenbedingungen seien wichtig, damit man versteht, wie es zu diesem Konflikt kommen konnte.

THE  HIDDEN  OCCUPATION &  STATE CRIMES

Trust UsDoch Frau Will geht darauf natürlich nicht ein: Denn dann müssten ja die totgeschwiegene Brutalität der Besatzung und die ethischen Säuberungen bei der Staatsgründung Israels zur Sprache kommen, also der von Israel seit fast 70 Jahren praktizierte STAATSTERROR gegenüber den Palästinensern, der ja den Widerstand provoziert hat. Doch das muss verhindert werden, damit das konstruierte Opferimage Israels nicht ins Wanken gerät. Also macht Frau Will business as usual (ablenken von Israels Verbrechen) und fragt allen Ernstes:

AW: Was Hamas macht, halten Sie das für verhältnismäßig?

KD versucht nochmal auf die Rolle Israels als Besatzungsmacht hinzuweisen, auf die damit verbundene systemische Entmenschlichung u. Entrechtung der Palästinenser und dass die Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft brauchen. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, doch sei der bewaffnete Widerstand nach dem Völkerrecht legitim.

Die Frage von Will zeigt bereits ihre Ignoranz, denn erstens ist es nicht nur Hamas, die bewaffneten Widerstand leistet (es gibt mehrere Gruppen wie der Islamische Jihad, die Al Aqsa Brigaden, etc. die auch Raketen abfeuern, wenn Israel sie genug provoziert hat – siehe dazu den letzten Beitrag für Details) und zweitens basiert die Frage auf einer falschen Prämisse: nämlich, dass sich hier zwei militärisch ebenbürtige Gegner gegenüberstehen und das beide gleich verantwortlich für die Gewalteskalation sind – ein weiterer Trugschluss, den die israelische Propaganda genährt hat und den Frau Will unkritisch übernimmt.

Die Frage, wie Hamas (als politische Gruppierung) überhaupt – mit Hilfe Israels – entstand und warum sie 2006 in demokratischen Wahlen die Mehrheit errang (ein unerwünschtes Ergebnis, das sofort mit intriganter Gewalt Israels und der USA beantwortet wurde), interessiert Frau Will gar nicht. Diesen größeren Kontext ignoriert sie ebenso, wie die brutale Besatzung als wahre Ursache der Gewalt. Was Hamas wirklich „macht” oder “will” ist auch kein Thema, stattdessen wird implizit die Position Israels gestärkt, die Hamas als Inbegriff des Bösen hinstellt, gegen die sich das „gute“ Israel doch verteidigen muss.

THE GOOD, THE BAD … AND  THE  UGLY  TRUTH

An dieser Stelle muss betont werden, welche moralisch wertenden Schwarz-Weiß Begriffe hier in die Köpfe eingepflanzt wurden:

Wenn Hamas Waffengewalt einsetzt, ist das „Terror“ gegen die israelische Bevölkerung. Wenn Israel Gewalt einsetzt (jeden Tag durch die Besatzung, die ja Freiheitsberaubung und Aberkennung ziviler Rechte ist, aber auch Waffengewalt), ist das „notwendige Verteidigung“ oder der „Sicherheit“ geschuldet. Was ist denn mit der „Sicherheit“ der Palästinenser?

Wie Jeff Halper nicht müde wird zu betonen, ist Israels wichtigste Waffe die Verzerrung der Realität:

Double IdentityReframe The Conflict nennt er das und meint natürlich, dass Israel sich als kleines Land präsentiert, das doch nur in Frieden leben will, aber gezwungen ist, brutale Methoden anzuwenden, damit es- umzingelt von bösen Arabern – überlebt. Dieses Märchen lebt davon, dass die historischen Fakten völlig ausgeblendet werden und die illegale Besatzung nie ein Thema ist. So isoliert, erscheint die Gewalt von Hamas (u.a.) als irrational und Ausdruck von Fanatismus, während Israel sich unter dem Banner der Selbstverteidigung als moralisch überlegene Partei aufspielen kann.

Diese perfide Inszenierung wäre unhaltbar, wenn unsere Journalisten ihren Job machen und das Recht der Leser / Zuschauer auf Wahrheit ernstnehmen würden. Doch stattdessen perpetuieren sie die israelischen Lügen, die – oft genug wiederholt – schließlich als „real“ wahrgenommen werden.

„Ein Krieg ist gerecht, wenn er notwendig ist“.

Niccolo Machiavelli

Der wichtigste Punkt in der zionistischen Propaganda ist die zur Schau gestellte, aber eingebildete moralische Überlegenheit. Um die eigene Brutalität zu relativieren, muss der Gegner – also jetzt Hamas – als manichäischer Teufel hingestellt werden, dem alles zuzutrauen ist und den alle verabscheuen (müssen). Dies drückt sich im Wort „Terroristen“ aus, das ja seit „911“ sehr inflationär verwendet wird (auch Poroschenko verwendete es in der Ukraine für den Widerstand gegen seine faschistische Marionettenregierung der USA)

„Terrorist“ und „Freiheitskämpfer“ sind aber austauschbare Begriffe, es kommt nur auf die Perspektive an.

Wenn also der ehemalige deutsche Botschafter in Israel (lauthals) betont, „Die Palästinenser müssen den Terror stoppen!“ (und (weniger laut) Israel seine Siedlungspolitik “ändern“, dann wertet er den Widerstand gegen die Besatzung und die unmenschliche Blockade als moralisch inakzeptable Vorgangsweise, die man verurteilen muss.

DIE  VERGESSENE  GESCHICHTE

Pappe Ethnic Cleansing CoverDoch was passierte vor der Staatsgründung 1948 in Palästina? Wie haben die „radikalen“ Zionisten ihren eigenen Staat durchgesetzt? Mit Terror. Davon wollen weder Herr Dressler noch Frau Will etwas wissen. Warum diese selektive Geschichts-Amnesie unter Politikern und Journalisten grassiert, erklärte Rabbi Henry Siegman kürzlich bei Amy Goodman:

Ein Journalist von Haaretz schrieb ein Buch über Israel, in der auch dieses dunkle Kapitel der israelischen Geschichte behandelt wird. Dafür interviewte er den Historiker Benny Morris, der ihm nach intensiven Recherchen in den Militärarchiven bestätigte, dass 1947/48 von langer Hand geplante, ethnische Säuberungen stattfanden (siehe dazu Ilan Pappe), also tausende Zivilisten brutal ermordet wurden, damit die anderen Palästinenser (700.000 Menschen) durch diesen Terror „zur Flucht ermutigt“ wurden.

Der Unterschied zwischen Pappe und Morris (beide israelische Historiker) ist, dass Pappe über seine Erkenntnisse entsetzt war und seitdem versucht, die Welt darüber aufzuklären und den Palästinensern zu helfen, während Morris eiskalt resümiert, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien „notwendig gewesen“, sonst hätte es keinen jüdischen Staat gegeben.

Rabbi Siegmann kritisiert, dass Shavit diese Aussage nicht weiter hinterfragt habe, weil sie die Doppelmoral der israelischen Regierung demonstriert:

Das war ein Wendepunkt für mich, weil Shavit nicht nachhakte und fragte:

Wenn das eine Rechtfertigung ist, der Kampf um den eigenen Staat, warum dürfen die Palästinenser dann nicht auch solche Methoden anwenden? Was ist denn das Problem mit Hamas? Warum werden sie dämonisiert, wenn sie das gleiche tun wie wir?

Danach folgt ein Video-Clip von Premierminister Netanyahu, der wieder die „moralische Überlegenheit“ der Israelis zum Besten gibt – noch dazu nach der brutalen Ermordung eines palästinensischen Teeanagers durch einen fanatischen Mob, der ihn bei lebendigem Leib angezündet hatte:

I know that in our society, the society of Israel, there is no place for such murderers. And that’s the difference between us and our neighbors. They consider murderers to be heroes. They name public squares after them. We don’t. We condemn them, and we put them on trial, and we’ll put them in prison.”

Netanyahu, triefend vor Selbstgerechtigkeit, behauptet also, in seiner Gesellschaft „gäbe es keinen Platz für Mörder“. Und das sei eben der Unterschied zwischen Israel und seinen Nachbarn. „Sie halten Mörder für Helden. Benennen Strassen und Plätze nach ihnen. Wir machen das nicht. Wir verurteilen sie, stellen sie vor Gericht und bringen sie ins Gefängnis.“

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Schöne Ansprache, doch leider unvereinbar mit der Realität, wie Rabbi Siegman so treffend festhält:

Der einzige Unterschied der mir dazu einfällt, ist, dass (nur) in Israel die Anführer von Terrorgruppen später Premierminister wurden [Menachem Begin und Yitzak Shamir]. Diese Unterscheidung von Netanyahu ist also falsch, sie ist einfach nicht wahr. Und, noch etwas – wie Benny Morris in seinem Buch „Righteous Victims“ auch erwähnt, wurde die gezielte Gewalt gegen Zivilisten von den jüdischen Terrorgruppen angefangen, und erst dann haben die arabischen Kämpfer das nachgemacht“.

The Partition of Palestine is illegal. It will never be recognized …. Jerusalem was and will for ever be our capital. Eretz Israel will be restored to the people of Israel. All of it. And for Ever.“

Menachem Begin, einen Tag nach dem die UN den Teilungsplan vorgelegt hat.

bombed King David Hotel 22 July 1946(zitiert in Iron Wall, Seite 25)

Begin war auch verantwortlich für das Attentat auf das King David Hotel im Juli 1946 (siehe Foto links)

Amy Goodman zeigt auch ein Interview mit Khalid Meshal, dem Chef von Hamas und fragt Siegman, ob die Hamas Israel als jüdischen Staat jemals anerkennen wird (den sie ja laut Gründungscharta „vernichten“ will, was ja immer als Grund dafür herhalten muss, dass Hamas-Führer als Monter stigmatisiert und ausgegrenzt werden).

Siegman hat mehrere Gespräche mit Meshal geführt und dabei wurde ihm gesagt, dass Hamas als Gruppe diese Anerkennung nicht leisten könne, aber bereit sei, in einer Regierung mitzuarbeiten, die Israel – als legitimen jüdischen Staat – akzeptiert – wenn das von einer Mehrheit der Palästinenser unterstützt werde.

Aber es gäbe einen noch wichtigeren Punkt, so Rabbi Siegman:

„… und das ist, warum diese Unterscheidungen so unaufrichtig sind – der Staat Israel erkennt aber nicht das Recht der Palästinenser auf einen Staat an; soll heißen – es gibt wichtige Parteien in Netanyahus Regierung, inklusive seiner eigenen (Likud), die bis zum heutigen Tag eine offizielle Plattform hast, die den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat abspricht – egal in welchem Teil des Landes. Und dann gibt es da noch die HaBayit HaYehudi, die ganz offen verkündet, es werde niemals einen solchen Staat geben.

Warum hat denn unsere Regierung oder sonst jemand nicht gesagt (Wie bei Hamas argumentiert wird): Mit solchen Parteien in der Regierung bist du kein akzeptabler Partner für Friedensverhandlungen, du bist eine Terrorgruppe, wenn du Gewalt zur Durchsetzung deiner Politik benutzt, wie Hamas es tut. Also, wir sehen die Heuchelei in der öffentlichen Debatte ist umwerfend.“

In der Tat, das ist so und Anne Will und ihresgleichen tun nichts dazu, diesen Zustand zu ändern, im Gegenteil – mit ihrem Papageien-Journalismus machen sie alles noch schlimmer …

Rabbi Siegman weiter:

Netanyahu„Netanyahu habe daraus nie einen Hehl gemacht bevor er Premierminister war, aber danach musste er so tun als ob Israel die „Zweistaatenlösung“ akzeptiert hätte. Und nicht nur das: er war auch gegen Friedensabkommen mit Ägypten, mit Jordanien, gegen jeden echten Schritt für eine Stabilisierung und mehr Frieden in der Region. Er wusste, es wäre nicht klug zuzugeben, dass Israel die Besatzung nie aufgeben wolle, also spielte er eben Theater …und sein eigener Vater sagte zu seinen falschen Beteuerungen:  „Das meinte er doch nicht wirklich … er wird Bedingungen verlangen, die die eine Einigung unmöglich machen.…

Siegman Israel provoked warAuf die Vorwürfe der ADL (Hamas Charta fordere die Zerstörung Israels etc..) als Reaktion auf Siegmans Artikel („Israel hat diesen Krieg provoziert“) reagierte Rabbi Siegman so:

„Ich würde hervorheben, dass das auch Israels Politik ist, einen palästinensischen Staat zu verhindern. Und deshalb haben sie sich bis an die Zähne bewaffnet, um diese Politik umzusetzen. Und der Unterschied zwischen Hamas und Israel ist, dass Israel es tatsächlich tut: sie verhindern ja seit Jahren diesen Staat [deshalb ja der Ausbau der Siedlungen unter allen Regierungen ] und die Palästinenser haben keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft während die Juden in einem wohlhabenden Staat leben mit einer Armee, dessen einziger Zweck darin besteht, den anderen Staat zu verhindern. Das ist ihr Mandat.“

Und obwohl die Besatzungsmacht rechtlich verpflichtet ist, für das Wohl der Unterdrückten zu sorgen, sie zu beschützen tun sie nichts dergleichen – traurig aber wahr. Die Soldaten dort schauen nur zu, wenn die Siedler gewalttätig sind, sie greifen nicht ein. „Das ist nicht unser Job – werden sie sagen. Unser Job ist die Juden zu beschützen.”

Ein oft gehörtes Argument von Israel-Unterstützern ist, dass es wegen des Holocaust, wegen der Verfolgung der Juden, verständlich sei, dass Israel mit massiver Gewalt gegen Hamas vorgeht. Darauf sagt Siegman:

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

Das akzeptiere ich gar nicht, weil die Lehre aus den Verfolgungen doch für mich ist – und das gilt sicher, wenn man der jüdischen Tradition folgt, jedenfalls bevor der Staat Israel entstand – dass man Menschen nicht s0 grausam behandeln darf.“

(Bild links oben ist ein Screenshot aus dem Film „Peace, Propaganda and the Promised Land, klicken Sie auf das Bild, um das Video anzusehen)

Rabbi Siegman weiter:

„Und die Hoffnung war doch immer, das Israel eine Modelldemokratie sein wird, nicht nur das sondern dass dort jüdische Werte im Sinne einer menschlichen Annäherung an diese Fragen praktiziert werden, in der Verfolgung von Gerechtigkeit usw.

Aber was mich am meisten ärgert, ist, wenn die Leute sagen: !Wie können Sie es wagen, die Nazi-Zeit (als Vegleich) ins Spiel zu bringen? Doch worum es hier wirklich geht, ist nicht, was die Nazis getan haben, sondern dass anständige Leute zusehen, wie Ungeheuerliches passiert, aber nichts dagegen tun.

Das ist die wichtigste Lektion aus dem Holocaust. Nicht Hitler und die SS, sondern die Öffentlichkeit, die es zuliess, dass diese Dinge passierten.

Und meine tiefe Enttäuschung ist, dass die Israelis diese Leute immer wieder wählen … und dass der Zionismus von Anfang an auf einer Lüge beruhte, auf einem Mythos – dass Palästina „ein Land ohne Menschen für ein Volk ohne Land“- sei. Doch der Zionismus hat dieses profunde moralische Dilemma in seinem Zentrum nicht aufgearbeitet, sondern stattdessen die Vertreibung von 700.000 Menschen organisiert ..und die Zerstörung ihrer Dörfer und Städte ..“

Ist das bei Ihnen angekommen, Frau Will, NDR-Redaktion? Mit Ihrer unterwürfigen Haltung (und fadenscheinigen Debatten) gegenüber Israel tragen Sie auch dazu bei, dass wieder und wieder „Ungeheuerliches“ passiert, aber diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativiert und legitimiert werden (nicht nur in Palästina auch in der Ukraine, in Syrien, etc.)

(Vielleicht könnten Sie aber auch einmal darüber sprechen, welchen Druck die Zionisten auf Journalisten machen, um sie zur Konformität zu bewegen?)

Zu ihrer Frage „Nimmt Israel zivile Opfer bewusst in Kauf? Lautet die Antwort: Ja, Ja und Ja. (Auch wenn Herr Dressler sich das „nicht vorstellen kann“- wie dämlich muss ein Botschafter in Israel sein?)

Die „Schlange“ (im biblischen Sinn – aber diesmal verhindert sie, dass vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen wird … ) in der Debatte war natürlich Herr Wolffsohn, der – brav nach Dr. Luntz PR-Manual – immer wieder seinen Respekt vor Todenhöfers Engagement betonte, um dann israelische Propaganda zu machen, also falsche Behauptungen zu verbreiten …allerdings clever als Fragen formuliert:

Warum beschießt die Hamas jetzt zu diesem Zeitpunkt Israel mit Raketen? Warum hat die Hamas – eigentlich ohne Grund – angefangen, Israel zu beschießen?

Netanyahus Behauptung, Israel sei (wieder einmal) „gezwungen“, auf die Raketen zu reagieren – mit denen ja „alles angefangen“ hatte – wurde ja auch von Frau Will ungeprüft übernommen. Auf diese Argumentation angesprochen sagt Rabbi Siegmann bei DN! in Richtung Netanyahu:

Occupation realityEs gäbe diese Raketen nicht ohne die Besatzung. Und die gibt es immer noch (so wird suggeriert), weil es keine Einigung … gibt, keine Gruppe, die für alle Palästinenser spricht. Und wenn sie dann eine Einheitsregierung bilden, wie es kürzlich passiert ist, dann versuchst du, sie zu zerstören. Du erkennst sie nicht an. Deshalb gibt es mehrere Gründe für das israelische Vorgehen. Ein hervorstechender ist, die neue Einheitsregierung zu torpedieren.

[was ja auch Finkelstein, Ilan Pappe und Gideon Levy konstatiert haben]

Auf die Frage, warum Netanyahu das denn wolle, folgt die Antwort, die alles erklärt und die wahren Absichten Israels offen legt:

They want all of Palestine.

Schreiben Sie sich das hinter die Ohren Frau Will .. und leider auch Sie, Herr Todenhöfer … der eine unglaubliche Naivität an den Tag legte und rhetorisch ziemlich schwach und defensiv wirkte, (auch wenn es ihn ehrt, dass er Sanktionen fordert) während Herr Dressler schwadronierte wie ein pensionierter General, aber leider meistens nur israelische talking points wiedergab (am Anfang behauptete er allen Ernstes, die vielen toten Zivilisten seien das Resultat moderner, quasi voll-automatisierter Kriegstechnik …).

Als die PLO-Vertreterin versucht, in einem Einwurf die Besatzung als Grund ins Spiel zu bringen, würgt Wolffsohn sie elegant ab. Dann folgt ein abgedroschener Talking-Point über den „Rückzug aus Gaza“ im Jahr 2005, der aber – dank der nicht vorhandenen, intelligenten Moderation von Frau Will – unwidersprochen bleibt. Rabbi Siegman hat auch dazu die passende Antwort:

Das ist natürlich kompletter Unsinn und zwar aus mehreren Gründen. Zunächst einmal wird Gaza (wie auch die West Bank) völlig von Israel kontrolliert…Israel könnte ja seine Umklammerung nicht durchführen, wenn sein Militär nicht das Gebiet umzingelt hätte. Niemand kann sich von dort wegbewegen, wo die Leute eingesperrt sind … ohne mit israelischen Soldaten in Berührung zu kommen. Ich habe deshalb noch keinen Völkerrechtler getroffen, der nicht gesagt hätte, Gaza sei immer noch besetzt. Das ist also völliger Blödsinn.” (Take that, Frau Will!)

Rabbi Siegman spricht aber noch einen wichtigen Punkt an, der in der Propaganda immer wieder auftaucht – und siehe da – auch von Herrn Wolffsohn bei Anne Will abgespielt wird:

Sinngemäß – Wir haben diesen Leuten Gaza überlassen und was haben Sie daraus gemacht? Anstatt etwas aufzubauen, basteln sie Raketen und streiten sich. Bei Wolffsohn klingt das so:

MW:Israel hat 2005 das beherzigt, was immer gesagt wird … Land für Frieden … und sich aus dem gesamten Gazastreifen zurückgezogen .. es gibt keinen einzigen, jüdisch-israelischen Siedler im Gazastreifen und 2005 war wirklich darauf programmiert, den GS zusammen mit der Westbank, mit der IR zu einem blühenden Gemeinwesen zu entwickeln (!) … als Reaktion sind Raketen gekommen und erst 2008 ist die Blockade gekommen … drei Jahre wurden vertan“

Frau Will hätte auf diesen antiquierten Propagandamist natürlich reagieren müssen, – z.B mit dem verräterischen Zitat von Dov Weissglas (Top-Berater von Netanyahu)

The significance of the disengagement plan is the freezing of the peace process,“

„And when you freeze that process, you prevent the establishment of a Palestinian state, and you prevent a discussion on the refugees, the borders and Jerusalem. Effectively, this whole package called the Palestinian state, with all that it entails, has been removed indefinitely from our agenda. And all this with authority and permission. All with a presidential blessing and the ratification of both houses of Congress.“

oder mit einem wichtigen – noch heute relevanten -Artikel von Avi Shlaim, der schon 2009 über die israelische Politik zu Gaza schrieb:

Die Entwicklung einer lokalen Industrie wurde aktiv behindert, um es für die Palästinenser unmöglich zu machen, ihre Unterdrückung durch Israel zu beenden und eine eigenständige Wirtschaft aufzubauen, ohne die es keine echte politische Unabhängigkeit geben kann.“

Soviel zu den Lügen von Wolffsohn über das „blühende Gemeinwesen“, das in Gaza hätte entwickelt werden können. Aber Israels Apologeten kommen damit durch, weil sie sicher sein können, dass von unseren Papageien-Journalisten kein Widerstand kommt … what a shame.

– aber nach dem Motto „gib dem intelligenten Journalismus keine Chance“ … blieb sie stumm und verkörperte stattdessen die Inquisition gegenüber der palästinensischen Vertreterin, die noch einmal versucht, die massiven Übergriffe Israels in der Westbank ins Spiel zu bringen ..die – als geplante Provokation, wie Siegman erklärt – zur Eskalation geführt haben.

Doch nur Todenhöfer greift das Thema auf und spricht vom Selbstverteidigungsrecht der Palästinenser und von Landraub .. er erwähnt auch, dass die IDF nachweislich menschliche Schutzschilder benutzt, aber Will schweigt dazu und Wolffsohn wirft ein, der Goldstone Report der UN sei widerrufen worden (stimmt, aber nur von Goldstone persönlich – nicht von der UN – weil Israel enormen Druck auf ihn ausgeübt hat, eben weil die Kriegsverbrechen darin bestätigt werden. Die drei anderen Mitglieder der Untersuchungskommission blieben bei den Aussagen des Berichtes)

Die friedlichen Demos von denen Todenhöfer träumt, finden ja statt, werden aber auch niedergeknüppelt. Dass Wolffsohn behauptet, Israel habe keine Alternative, als „zurückzuschießen“, weist ihn endgültig als Apologet für israelische Verbrechen aus.

Herr Dressler gewinnt aber das Ringen um die dümmsten Bemerkungen mit dem Satz:

Die Israelische Regierung (die die Entmilitarisierung von Gaza als Ziel erklärt hat) muss sich auf eine nicht quantifizierbare Strecke ihrer Bodenmilitäroffensive im Gazabereich einstellen u. das bedeutet, der ganze Konflikt ist … nicht mehr kalkulierbar.. der Schmerz ist noch nicht schlimm genug, dass sie reden“

Herr Dressler, sie können Ihren Allerwertesten darauf verwetten, dass die IDF und die Zionistenführung ganz genau kalkuliert haben, was sie in Gaza tun und sich im stillen Kämmerlein über Leute wie Sie köstlich amüsieren.

Auf die Frage von AW: Wird Israel den Siedlungsbau stoppen? antwortet Wolffsohn:

1 Camp David generous offer scamEinstweilen nicht .. die Siedler halten sich jedoch nur „ in einem eng begrenzten und klar definierten Raum“ auf (!) und man könne ja später Gebiete tauschen – auch diese extremen Lügen werden von Frau Will als seriöse Antwort zugelassen .. und dann kommt sie auch noch mit dem ultimativen Propagandasatz „Hamas … will Israel von der Landkarte löschen! ..“ (Das war auf Ahmadinejad im Iran bezogen doch von dem stammt der Satz aber auch nicht, Frau Will!)

Auch darauf hat ja Rabbi Siegman schon geantwortet … Israel hat Palästina als eigenständiges, arabisches Land zerstört, also von der Landkarte gelöscht und nicht umgekehrt und beansprucht das ganze Land für sich … das ganze Theater mit den „Friedensverhandlungen“ war und ist also eine unerträgliche Farce …doch unsere Medien tun immer noch so, als ob Israel es ernst meinen würde …

Vielleicht das schlimmste Statement von Frau Will – wo sie quasi den journalistischen Offenbarungseid geleistet hat – war aber auf den Satz von Herrn Todehöfer „Ich muss doch sagen, was ich dort gesehen habe“ – (eine „Bombardierungsorgie“) so zu reagieren:

Wieso müssen Sie das? Wem ist damit gedient, wenn Sie diese Position einnehmen?

MLKpanel4Frau Will, Herr Todenhöfer meinte damit, er sei als Journalist verpflichtet, die WAHRHEIT zu berichten, denn nur dann können die Zuschauer erkennen, wer im Recht und wer im Unrecht ist.

Haben Sie davon schon einmal etwas gehört? Das dieses Suchen nach der Wahrheit die oberste Pflicht des Journalisten ist? Besonders wenn Menschen sterben? Und dass es ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit und ohne Gerechtigkeit keinen Frieden geben kann? Es sieht nicht so aus …

Aber dank Sendungen wie dieser … darf die subtile Verblödung der Zuschauer ungestraft weiter gehen .. und auch der Massenmord in Gaza. Nochmal Rabbi Siegman zum Schluss:

Kein Land und kein Volk würde so ein Leben akzeptieren, wie man es den Menschen in Gaza zumutet. Und deshalb ist dieser moralische Vergleich, der Israel als überlegen präsentiert (weil es sich „verteidigen“ muss) und die Palästinenser in Gaza u. Hamas als Angreifer hinstellt, unzulässig.

Unsere Medien kümmern sich nie darum, dass diese Menschen auch ein Recht darauf haben, ein normales, würdevolles Leben zu führen.“

 

 

 

 

 

 

Witness to an International Crime: Israeli State Terrorism in Gaza *****

http://www.commondreams.org/view/2014/07/16-7

 

INVERTED REALITY: Die Symphonie des Grauens als „Selbstverteidigung“

yalhelou0725Tausende Palästinenser sind vor den schweren Bombenangriffen auf Wohngebiete geflüchtet und haben in Gebäuden Schutz gesucht, die nach den Regeln des Kriegsrechts – und der Menschlichkeit – nicht als militärische Ziele in Betracht kommen: Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Gebäude, die von UN-Hilfsorganisationen verwaltet werden.

Doch die fanatischen, von Gott auserwählten „Eigentümer“ des scheinheiligen Landes kennen keine Gnade und keinen Anstand, für sie sind alles und jeder in Gaza legitime „Ziele“ ihrer Gewaltorgie und warum sollten sie auch moralische Skrupel haben, wen sie seit Jahrzehnten damit durchkommen?

Wenn selbst die Kommissarin für Menschenrechte der UN, Navy Pillay nur mehr vage andeuten darf, dass hier Kriegsverbrechen stattgefunden haben „könnten“, während der zweite Teil des Statements- dass das Abfeuern der Raketen aus Gaza keine Rechtfertigung für die Kriegsverbrechen auf israelischer Seite seien – schon gar nicht mehr in den meisten Medien erwähnt wird.

Die hohlen Phrasen unserer vor Israel kuschenden Politiker über „Besorgnis“ und geforderte „Zurückhaltung“ kann niemand mehr hören. Ebenso unerträglich ist das brave Wiederholen der israelischen Propaganda über das „Recht zur Selbstverteidigung“ und das Märchen, die Gewalt habe – wie immer – mit den Raketen aus Gaza bzw. der bösen Hamas angefangen …

MSF stop bombing helpless civiliansDas israelische Militär hat mehrmals Krankenhäuser bombardiert – ein erschreckendes Zeugnis der Unmenschlichkeit der Kommandeure und der Indoktrination der Soldaten, aber leider nichts Neues – und dabei wurden natürlich Menschen getötet und hunderte verletzt. Das Schlimme ist, wenn man täglich solche Meldungen hört, stumpft man langsam ab, die Gewalt wird beinah zur Routine.

Deshalb möchte ich hier einige Schicksale erwähnen, die diese Abstumpfung verhindern sollen:

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ....

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ….

Am Donnerstag wurde ein kleiner Junge, Muhammad al-Durra Krankenhaus in Gaza City getötet. Sein Name war Ibrahim al-Sheikh Omar und er befand sich nach einer Operation in der Intensivstation, als vor dem Krankenhaus eine Bombe explodierte. Durch die Bombensplitter, die seinen Kopf trafen, wurde der Ibrahim (auf grauenvolle Weise) getötet. (30 weitere Palästinenser wurden verletzt).

Was soll man dazu sagen?

Dieses Kind wurde quasi zweimal ermordet. Beim ersten Mal klappte es nicht (er überlebte), aber dann im Krankenhaus, hat man ihn doch noch „erledigt“. Ein Palästinenser weniger, der den Auserwählten das Land streitig machen kann, wenn er groß ist und vielleicht auch zu den bewaffneten Widerstandsgruppen geht. Aus der zynischen Perspektive des israelischen Militärs hat man „präventiv“ einen eventuellen späteren „Terroristen“ ausgeschaltet.

Aber vielleicht das Schlimmste ist, mein erster Gedanke zu dieser Geschichte war: Jetzt hat er es hinter sich, das Leben in diesem zerbombten, belagerten Gefängnis ohne Würde und ohne Zukunft; ohne Menschenrechte und Hoffnung, dass in seinem Ghetto-Land einmal eine „humanitäre Intervention“ stattfinden wird. Damit meine ich nicht Vorwand für einen Krieg, sondern ein konzertiertes internationales Eingreifen wie es gegen den Unrechts- und Apartheidstaat Südafrika stattfand (der bis zuletzt von den USA unterstützt wurde …)

Auch Ärzte werden schwer verletzt, während sie am OP-Tisch stehen und operieren. Die IDF bombardiert ein Hospital, in dem Behinderte liegen, die nicht transportfähig sind. Aber das ist doch kein Problem, man telefoniert ja vorher mit dem Direktor des Krankenhauses an, und kündigt den Angriff an – das ist doch human, oder?

wounded children on floor in hospitalKann man sich so etwas bei uns überhaupt vorstellen? Krankenhäuser sind doch Orte, wo Menschen umsorgt, gepflegt und geheilt werden sollen. Kranke Menschen, die auf die Hilfe und Fürsorge anderer angewiesen sind und deshalb besonderen Schutz brauchen. Doch für Palästinenser gilt die Inanspruchnahme dieser Menschlichkeit anscheinend nicht. Sie sind ja nur jene “Ziele”, die – laut unseren Nachrichten – „Israel wieder bombardiert hat“ und es reicht doch völlig, einfach zu behaupten, Hamas habe diese geschützten Gebäude für ihre Zwecke missbraucht. Beweise braucht man nicht und niemand wundert sich darüber, dass trotz dieser ungeheuerlichen, taktischen „Präzision“ weiterhin Raketen abgefeuert werden.

PIGS MAY FLY

Das Theater mit dem Flughafen Ben Gurion wäre geradezu lachhaft, wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre. Zuerst läuft die israelische PR-Maschinerie auf Hochtouren, um der Weltöffentlichkeit die absurde Darstellung einzutrichtern, die Raketen aus Gaza (bzw. deren Gefährlichkeit für die Bevölkerung) seien auch nur annähernd vergleichbar mit dem gigantischen Zerstörungsarsenal der IDF, das in Gaza eine Hölle auf Erden erzeugt.

Dann, als die Welt darauf hereinfällt und Flüge nach Tel Aviv gestrichen werden, beeilt man sich, zu versichern, wie „sicher“ doch der Flughafen (und Israel überhuapt) sei. Wenn der mit allen Wassern gewaschene „Regierungssprecher“ Mark Regev dabei zu stammeln anfängt, weiß man, dass Israel in diesem Fall Opfer der eigenen Propaganda wurde.

Gideon Levy„Ein Konflikt zwischen einem Elefant und einer Fliege“, so bezeichnete der israelische Journalist Gideon Levy kürzlich die Kräfteverhältnisse zwischen den Widerstandskämpfern in Gaza und der viertstärksten Armee der Welt.

Er lehnte sich aber noch weiter aus dem Fenster und schrieb einen Artikel mit der Überschrift:

Israel’s Real Purpose in Gaza Operation? To Kill Arabs.

In dem er als wahres Ziel der israelischen „Militäroperationen“ in den letzten 30 Jahren die Tötung von Arabern (so viele wie möglich) anprangert. Die Realität sei brutal: immer tötet Israel sehr, sehr viele Zivilisten, mit grauenerregenden Szenen, mit unverhältnismäßigen Mitteln und der palästinensische Widerstand versucht, zurückzuschlagen, doch in Bezug auf die Ausrüstung und militärischen Fähigkeiten, es sei ein Aufeinandertreffen von einem Elefant und einer Fliege.

Levy, der mutige Kommentator der israelischen Zeitung Haaretz, antwortete in einem Interview auf die Frage, wie denn die Stimmung in Tel Aviv sei, angesichts des angeblichen Raketenhagels aus Gaza:

Im Süden des Landes haben die Leute mehr Angst (weil sie näher am Gazastreifen sind). Heute Morgen hörten wir zweimal die Sirenen in Tel Aviv und fünf Minuten später war alles wieder normal. Ich sage nicht, dass die Leute überhaupt keine Angst haben, aber im Großen und Ganzen geht das Leben weiter wie bisher. Die Leute gehen weniger aus, aber es ist nicht vergleichbar mit den Tagen der Selbstmordanschläge, wo Busse explodiert sind, etc. Damit will ich nicht andeuten, dass das Routine werden soll, aber verglichen mit dem Leiden in Gaza, ist das hier wirklich Kinderkram. Und Gott-sei-Dank gibt es ja praktisch keine zivilen Opfer in Israel.[…]“

Die abgedroschenen Sprüche von Premierminister Netanyahu, wonach der angebliche Zweck der Belagerung, die Verhinderung des Waffenschmuggels sei, habe – so Levy – offensichtlich nicht funktioniert, aber die Menschen in Gaza dadurch zermürbt und in die Ecke und der Verzweiflung und der Gewalt gedrängt werden.

Zu den Bemerkungen Netanyahus* „Israel muss doch (auf die Raketen) reagieren“ erwiderte Levy:

the real terrorist*(Netanyahu bringt seit Jahren den gleichen Spruch, wenn er interviewt wird: Was würden Sie tun, wenn ihre Städte von Raketen beschossen werden? Was würden Sie sagen? …usw. Doch kein Journalist hat je geantwortet: Ich würde mich fragen, warum? Warum schießen Sie auf uns? Was haben wir getan, um diese Gewalt zu provozieren? Doch diese Frage – und vor allem die Antwort darauf, will niemand hören …)

Natürlich muss sich Israel verteidigen, aber Herr Premierminister, womit hat es angefangen? Sind diese Raketen nur rein zufällig auf unsere Köpfe gefallen? Gibt es dazu keine Kontext?

Gab es da nicht den Abbruch der politischen Gespräche durch Israel, das sich weigert, einige Gefangene freizulassen, die seit vielen Jahren inhaftiert sind? Gab es da nicht eine Kriegserklärung an Hamas in der West Bank (nach der Entführung dreier israelischer Jugendlicher), wo 500 Hamas-Aktivisten festgenommen wurden, die nichts mit der Entführung zu tun hatten?

Hat Israel nicht die Gehaltszahlungen an 40.000 Hamas-Angestellte in Gaza blockiert? War Israel nicht gegen die Einheitsregierung? Und dachte Israel wirklich, all das würde einfach so durchgehen und Hamas würde sich das alles gefallen lassen? […]“ (Natürlich hat Israel das nicht gedacht, sondern bewusst provoziert, das weiß auch Levy …)

Das sind genau jene Fragen, die unsere Papageien-Journaille nicht gestellt hat und stattdessen die – nicht einmal besonders intelligente – Propaganda Israels so lange wiederholt, bis sie selbst daran glaubt … Und wer es besser weiß und trotzdem mitmacht, sollte vielleicht das Ressort wechseln (Sport oder Society?), wenn er die Verantwortung für die Wahrheitsfindung, also die journalistische Ethik im Rahmen der Außenpolitik nicht tragen will.

Gideon Levy sagte zu den Forderungen von Hamas (Waffenstillstand ja, aber nicht unter Beibehaltung des Status Quo, vor allem der unmenschlichen Belagerung):

Sie verlangen Freiheit für Gaza, sie fordern die Belagerung zu beenden. Kann man sich eine gerechtere Forderung vorstellen? Dient es nicht auch den Interessen Israels, Gaza in Freiheit zu sehen, das seine Wirtschaft aufbaut und nicht unter diesen unmenschlichen Bedingungen im größten Käfig der Welt lebt, was nur mehr Hass und Gewalt erzeugt? Es liegt also nun bei uns, zu entscheiden … wie es weitergeht.“

KINDER OHNE ZUKUNFT

2 gaza victimsEin Kind aus Gaza, das nach der Jahrtausendwende geboren wurde, erlebt bereits den dritten (2009, 2012 und 2014) massiven Bombenangriff und muss mitansehen, wie seine Freunde, Verwandten und Nachbarn auf grauenvolle Weise verletzt und getötet werden. Tausende Häuser wurden zerstört, mehr als 140.000 Menschen sind auf der Flucht – nur wohin soll man fliehen, wenn die Grenzen alle gesperrt sind und selbst die notdürftigen Flüchtlingseinrichtungen der UNRWA (eigentlich Schulen) angegriffen werden? Obwohl deren exakte GPS-Koordinaten der IDF bekanntgegeben wurden und die blaue UN-Flagge dort weht?

Die IDF haben ja schon 2008/2009 absichtlich –stundenlang UN-Einrichtungen (die UNRWA-Einsatzzentrale am 15. Jänner, wo sich etwa 700 Personen befanden und am 17. Jänner die UNRWA-Schule in Beit Lahiya, wo ca.1600 Flüchtlinge Schutz gesucht hatten) mit weißem Phosphor angegriffen, (während der ganzen Zeit telefonierten die UNRWA-Mitarbeiter unaufhörlich mit der IDF, um die Angriffe zu stoppen). Ein doppeltes Kriegsverbrechen – doch Israel kann sich alles erlauben (was die Zionisten nur darin bestärkt, dass sie allen anderen überlegen sind ..) und man muss wieder betonen, dass jeder Journalist, der die israelische Propaganda übernimmt, sich zum Komplizen dieser Verbrechen macht.

Wie ein programmierter Roboter behauptete die israelische Regierung natürlich sofort, Hamas habe von dort auf israelische Soldaten geschossen. Doch wir wissen ja, dass diese reflexartige Lüge dem selbstgerechten Zionisten sehr leicht über die Lippen kommt und weder HRW noch andere Untersuchungen haben irgendwelche Hinweise gefunden, die diese absurden Behauptungen untermauern würden.

Rain of Fire HRW 2009„In einem Bericht von UNRWA (zitiert von HRW) hieß es damals:

“Phosphorbomben – ein hoch (selbst-)entzündliches Material – setzte die -Werkstatt und zwei große Lagerräume in Brand, in denen humanitäre Hilfsgüter aufbewahrt wurden (Lebensmittel und medizinisches Versorgungsmaterial). Die dichtbepackten Mehlsäcke brannten noch nach 12 Tagen, bis 27. Jänner.“

Wer ist so ein Arschloch und zerstört ein Lager für dringend benötigte Hilfsgüter für Menschen, die in einem riesigen Gefängnis leben müssen? Und dann nochmal in Schutzeinrichtungen bombardiert werden, nachdem ihre Häuser zerstört wurden?

Laut Wikipedia sterben Menschen, die mit dieser grausamen (und in zivilisierten Ländern verbotenen) Waffe attackiert werden, einen grauenhaften Tod:

Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da Phosphor in Brandbomben jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt wird, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder Intoxikation zu Tode gekommen sind.“

KINDER ALS TRAUMATISIERTE GEFANGENE

unrwa_school_sequence-34Dass diese Kinder in einem Freiluftgefängnis aufwachsen, aus dem es kein Entkommen gibt und dass völlig von der Gnade Israels abhängig ist, wird in unseren Medien so gut wie nie erwähnt und auch die Politik schaut lieber weg, wenn es um die Unmenschlichkeit der Blockade geht, die jetzt seit Jahren von Israel verhängt wurde.

Dass zigtausende Kinder in Gaza extrem traumatisiert sind, wird immer wieder von Kinderpsychiatern bestätigt, aber das interessiert hier niemand, denn nur wenn die „Raketen“ wieder aus Gaza abgefeuert werden, beschäftigen sich die Medien überhaupt mit diesem Riesenghetto am Mittelmeer.

Jeden Tag werden die Toten gezählt (wir nähern uns der Zahl eintausend – und vorher wird Israel auch nicht Halt machen), aber so traurig diese Zahlen sind, sie berühren uns kaum, weil die toten Palästinenser – dank unseren sterilen „Nachrichten“ keine Namen, keine Gesichter und kein Schicksal haben. Dafür sorgen unsere Papageienjournalisten und nennen das dann „objektive Berichterstattung.

Dass immer die israelische Perspektive dominiert, fällt gar nicht mehr auf, das ist ja schon Routine. Netanyahu, Obama und Kerry sondern ihre verlogenen Sprechblasen ab und die Presse tut so, als ob diese leeren Phrasen noch mit der grausamen Realität in Einklang zu bringen wären:

bombed Gaza_Al Aqsa hospital 2207Am Montag wurde das Al Aqsa Krankenhaus in Deir-Al-Balah von israelischen Panzern mit Granaten beschossen. 70 Palästinenser wurden dabei getroffen. Das Bombardement dauerte fast den ganzen Tag an und führte zum Tod von fünf Patienten, während weitere Kranke, Besucher und medizinisches Personal verwundet wurden.

Das Krankenhaus wurde so schwer beschädigt, dass keine effektive medizinische Behandlung mehr möglich ist und auch keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden können. In der ersten „Runde“ des Angriffes wurden die Operationsräume zerstört, in der Folge wurden dann auch noch die bildgebende Diagnostik (Röntgen, etc.) und die Entbindungsstation in Schutt und Asche gelegt.

Die Verletzten und Kranken (die transportfähig waren) mussten also mit Rettungswägen zu anderen Hospitälern gebracht werden. Doch zwei Rettungsfahrzeuge auf dem zum Shifa-Krankenhaus wurden ebenfalls von israelischen Panzergranaten (absichtlich) getroffen. Die grotesken Stellungnahmen der israelischen Regierungssprecher (wie Mark Regev) zu diesen Kriegsverbrechen auch nur wiederzugeben, ist schon ein Affront für die Intelligenz der Leser bzw. Zuschauer, was aber unsere Roboter-Journaille nicht daran hindert, sie zu zitieren (Klartext: bombardiere was du willst und behaupte danach einfach, Hamas war dort tätig und niemand wird dir widersprechen … )

Stellen wir uns einmal unsere Ärzte vor, die während einer Operation mit Granaten beschossen werden und dann mitansehen müssen, wie ihre Kollegen und Patienten in Blutlachen liegen … dann fehlt auch noch medizinisches Material u. Strom gibt es nur sporadisch … Patienten (die nicht weggebracht werden konnten) wurden ins Erdgeschoß verlegt (die oberen Stockwerke sind weitgehend zerstört), wo sie seitdem in ständiger Angst vor neuen Attacken dahinvegetieren ….

victims of zionismMSF meldete kürzlich, dass mit 10 Bombenangriffen pro Stunde die Brutalität der „Militäroperation“ von 2012 noch übertroffen werde: in nur zwei Tagen wurden so viele Bomben abgeworfen, wie damals in einer Woche …nach letzten Meldungen stirbt jetzt jede Stunde ein Kind. Davor hatte Nicolas Palarus, der MSF Koordinator in Gaza die offiziellen Angaben Israels, die „Bodenoffensive“ diene der Zerstörung von Tunnels nach Israel, Lügen gestraft: „“Was wir hier sehen, ist rücksichtloses Bombardieren und dass jene, die sterben, Zivilisten sind.“

Nur ca. 4-6 Stunden Strom am Tag, verunreinigtes Trinkwasser, defekte Abwassersysteme, zerbombte Häuser, Schulen und Moscheen, Tag und Nacht die Drohnen am Himmel, Granatenbeschuss aus Panzern, zu wenig Treibstoff für die Rettungsfahrzeuge, und die Welt schaut zu … was ist das für ein Leben?

Robert Fisk berichtete vor kurzem, dass ein Mitarbeiter von „Ärzte Ohne Grenzen (MSF)“ in Gaza die Arbeit dort mit „dem Zusammenflicken von Folteropfern in einem Open-Air-Gefängnis“ verglich, wen wundert das?

Al Aqsa war das einzige Krankenhaus, das eine medizinische Versorgung für geschätzte 350.000 Menschen in Flüchtlingslagern und umliegenden Dörfern und Städten möglich machte. Die medizinischen Einrichtungen stehen vor dem Zusammenbruch, wie auch der norwegische Arzt Dr. Mads Gilbert betont und seine Worte sind es wirklich Wert, gelesen zu werden:

Die letzte Nacht war extrem. Die „Bodeninvasion“ führte zu ganzen Wagenladungen von verletzten, auseinandergerissenen, blutenden, zitternden, sterbenden Palästinensern, mit allen nur vorstellbaren Verwundungen, in allen Altersgruppen, alle Zivilisten, alle unschuldig.

Die Helden in den Krankenhäusern und Ambulanzen arbeiten in 12-24 Stunden-Schichten, sie sind schon ganz fahl vor Müdigkeit und der unmenschlichen Arbeitsbelastung (im Shifa Hospital bekommt das medizinische Personal seit vier Monaten kein Gehalt mehr). Sie versorgen die Verwundeten so gut es geht, versuchen das furchtbare Chaos aus Körpern, Gliedmaßen, Mensch kann-noch-gehen, kann-nicht-mehr-gehen; atmet noch, atmet-nicht-mehr, blutet noch oder blutet nicht … zu verstehen!

Ja – es sind Menschen! Menschen, die jetzt wieder wie Tiere behandelt werden von der „moralischsten Armee der Welt“

DIME victimEr beschreibt die „Blutlachen im Operationssaal“, die noch nicht weggewischt werden konnten und es kommen schon die nächsten zerschossenen Körper, verstümmelten Kinder .. Selbst für ein gut ausgerüstetes Krankenhaus wäre diese hohe Zahl an Verwundeten eine Herausforderung, aber für die angespannten Verhältnisse im Gaza-Gefängnis ist es ein medizinischer Albtraum … doch alle tun, was sie können .. keine Zeit zum Jammern.

Dr. Gilbert hat in seinem Leben schon mehr Blut und zerstörte Körper gesehen, als wir uns es je vorstellen können, aber selbst ein Mann wie er ist von der Grausamkeit Israels überwältigt und gesteht, dass er die Tränen nicht mehr zurückhalten kann:

„ Ich bin alleine hier … und diese warmen, nutzlosen Tränen aus Schmerz und Trauer, Wut und Angst fließen aus mir heraus .. Das kann doch alles nicht wahr sein!” Und dann beginnt das Orchester der israelischen Kriegsmaschinerie wieder seine Symphonie des Grauens zu spielen … Artilleriesalven von den Kriegsschiffen, die dröhnenden F-16 Kampfjets, das ständige Summen der Drohnen in der Luft und das Bodenecho der Apache-Kampfhubschrauber … so viel davon aus den USA … und dann sein Appell and den amerikanischen Präsidenten:

„Herr Obama, haben Sie ein Herz?

Ich lade Sie ein, verbringen Sie nur eine Nacht mit uns in Shifa. Vielleicht als Reinigungskraft verkleidet? Ich bin mir sicher, dass würde den Lauf der Geschichte verändern …

die Ströme aus Blut werden auch in der kommenden Nacht weiter fließen. Ich höre schon, sie haben ihre Mordinstrumente bereits gestimmt […]

Das sind authentische, emotionsgeladene Aussagen eines Arztes, der mit eigenen Augen sieht, welche unmenschlichen Massaker in Gaza stattfinden. Wir brauchen diese Emotionen, damit Empathie mit den Opfern dieser Barbarei entstehen kann. Und Zorn über die Täter, der uns aktiv werden lässt, etwas dagegen zu tun (siehe Georg Schramms Papst-Zitat über „die Vernunft, die sich dem Bösen mehr entgegenstellen kann, wenn ihr der Zorn dienstbar zur Hand geht“).

Doch den Journalisten wurde eingetrichtert, sie müssen eine sterile Sprache verwenden, deshalb hören sie sich auch an wie Maschinen, die mit PR-Informationen gefüttert wurden, aber nicht mehr wie mitfühlende Menschen. What a shame. (Hätten sie im Dritten Reich auch geschrieben „Hitler griff wieder Ziele in Polen an? Dass Israel  die „ab heute wird zurückgeschossen“ Lüge Hitlers permanent anwendet, ist ja auch kein Thema)

Philip Luther von Amnesty International sagte zu diesen barbarischen Angriffen:

Es gibt zu keiner Zeit eine Rechtfertigung für den Beschuss medizinischer Einrichtungen. Diese Angriffe unterstreichen die Notwendigkeit einer sofortigen, unabhängigen Untersuchung im Auftrag der Vereinten Nationen.“

Schön und gut, aber wir wissen ja alle, wer bei der UN immer das letzte Wort hat (sicher nicht der Waschlappen Ban-Ki-Moon).

israeli-impunityMeanwhile, spricht der israelische Botschafter in den USA davon, dass die IDF den Friedensnobelpreis verdiene, wegen ihrer unvorstellbaren „Zurückhaltung“ (!). Wie ich schon oft betont habe, diese pathologische Form der zionistischen Selbstgerechtigkeit ist ungeheuerlich und wird durch die beschämende Unterwürfigkeit unserer Journaille noch unterstützt.

Wie diese „Zurückhaltung“ in der Realität aussieht, konnte man vor einer Woche sehen:

Murdered Bakr Boys Gaza BeachVier palästinensische Kinder, zwischen 9 und 11 Jahren (alle miteinander verwandt (Cousins) die am Strand Fußball spielten, wurden am 16. Juli mit Granaten beschossen und starben kurz darauf. Da es in diesem Fall selbst den „Freunden Israels“ schwer fallen dürfte, mit dem „Hamas-war-da“-Totschlags(schein)sargument zu kommen und außerdem der Vorfall von zahlreichen Auslandsjournalisten, von ihrem Hotel aus, auch noch beobachtet wurde, ist Leugnen dieses eindeutigen Verbrechens sinnlos. Einer von ihnen hatte zuvor noch mit den Jungen Fußball gespielt.

Palestinians mourn over the body of boys from the Baker family, whom medics said was killed with three other children from the same family by a shell fired by an Israeli naval gunboatDie Journalisten leisteten Erste Hilfe, doch leider überlebten Ismail Mahmoud Bakir, 9 Jahre alt;  Ahed Atef Bakir und Zakariya Ahed Bakir, beide 10 Jahre, und Mohammad Ramiz Bakir, 11, den Angriff nicht.

(Aber vielleicht hat Hamas ja den Fußball bezahlt?!)

Doch Israel kann in solchen Fällen immer auf seine getreuen Diener in der Presse zählen, die den Vorfall entweder ganz verschweigen oder – häufiger – zwar erwähnen, aber unter „ferner liefen“: also weiter hinten in einem Artikel wird diese Meldung dann „vergraben“, während ein anderes – „Israel-freundliches“ Thema (das Israels Verhalten in einem moralischen Licht erscheinen lässt) in der Schlagzeile dominiert. Z.B. die Tageschau, also die ARD ist stets darauf bedacht, bloss keine „anti-israelische“ Stimmung aufkommen zu lassen:

Lyon protest media complicity Isr terror

Demo In Lyon: Gaza unter Bomben, Frankreich unter Zensur: Hollande und die Medien sind Komplizen der Apartheid

Alle „Informationen“, die die Tagesschau-Redaktion hier verbreitet, stammen von israelischen Behörden bzw. der IDF und sind somit alles andere als glaubwürdig, doch die deutsche Presse übernimmt diese Darstellungen ohne Zweifel oder Kritik und verstärkt das PR-Märchen von der ewigen, gerechtfertigten „Selbstverteidigung“. Aber es kommt noch dicker: In einer sogenannten „Analyse“ werden sämtliche Propaganda-Talking Points Israel heruntergebetet und Hamas wieder alle Schuld in die Schuhe geschoben. Kein Wort von der brutalen Besatzung, von allem was Gideon Levy oben (und ich im letzten Beitrag) erwähnt haben. (Nur die viel zu kurzen Statements von Herrn Lüders sind seriös). Aber der größte Witz kommt am Schluss:

Der langjährige Geheimdienstchef von Saudi-Arabien, Prinz Turki al Faisal, warb in einem Gastbeitrag in der israelischen Zeitung „Haaretz“ für den Plan der Liga. Und nicht nur das: Das Mitglied der saudischen Königsfamilie schrieb über einen Traum vom friedlichen Zusammenleben der Religionen und Völker im gesamten Nahen Osten, wo der Handel, die Wissenschaft sowie Kunst und Kultur neu erblühen könnten. Einen Traum, der in weiter Ferne liegt.“

Damit haben wir den Beweis, dass hier Idioten am Werk sind (wer meine Beiträge über Saudi Arabien und seine jahrzehntelange Rolle in der Heranzüchtung islamistischer Extremisten gelesen hat, (inklusive der Kopf-abhackenden Takfiris in Syrien bzw. jetzt im Irak), und vor allem den Artikel von Seymour Hersh, The Redirection, kennt, kann sich nur totlachen über diesen gefährlichen Schwachsinn.

Auch das ZDF stimmt in den Papageien-Chor ein, der immer nur in „Z-Dur“ singt (Z- für Zionismus-Propaganda):

Beim Beschuss eines Küstenstreifens durch ein Kriegsschiff sollen auch vier Kinder ums Leben gekommen sein, sagen die Palästinenser“ Diese zweifelnde Formulierung (auch gerne vom ORF verwendet) wird aber nie bei israelischen Meldungen benutzt und der Kontext ist wieder die böse Hamas, die an allem schuld ist:

„Israel erhöht den militärischen Druck auf die Hamas. Gezielt werden die Häuser von Anführern der radikalislamischen Palästinenserorganisation angegriffen. Auch vier Kinder sterben.“ 

Bakir Boy killed on Gaza beachMit dieser Einleitung wird suggeriert, dass der Tod der vier Kinder von Hamas zu verantworten sei, eine ungeheure, propagandistiche Verzerrung der Realität. Dass „der gezielte Angriff“ auf die Wohnhäuser von Hamas-Anführern auch ein Kriegsverbrechen ist und dabei als kollektive Bestrafung (Sippenhaftung bei den Nazis) absichtlich Familienmitglieder getötet werden, erwähnt die schäbige ZDF-Redaktion nicht. Ganz im Sinne Israels also.

Dann geht es wie gewohnt weiter („Fliege und Elefant“ werden als militärisch ebenbürtige Gegner präsentiert, wobei der Elefant quasi niemand auf die Füße treten will, doch er muss sich doch gegen die „radikale“ und „fanatische“ Fliege verteidigen.

Auch die Hamas feuerte am Mittwoch wieder Dutzende Raketen auf israelisches Gebiet ab. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Am Mittwoch hatte die radikalislamische Palästinenserorganisation auch offiziell den ägyptischen Dreipunkteplan zur Beendigung der Gewalt abgelehnt.“

Was in dem Plan steht und warum Ägyptens neue (plötzlich salonfähige) Militärdiktatur für Hamas als scheinbarer „Vermittler“ völlig inakzeptabel ist, wird nicht erklärt. Dass dieser Plan (in Wahrheit von der hochbezahlten Polit-Hure Tony Blair verfasst) nur den Zweck hatte, die Ablehnung von Hamas sicherzustellen, damit Israel „gut dasteht“ und einen Vorwand für die Intensivierung der Angriffe hat, haben intelligente Journalisten begriffen, das ZDF Papageien-Team aber offensichtlich nicht. Wie denn auch, ihre Souffleusen sitzen doch in PR-Firmen die für Israel arbeiten …

Und auch der ORF praktiziert diese feige und bequeme Art des „truth-avoiding-journalism“, die der britische Journalist Nick Davies in seinem Buch „Flat Earth News“ kritisiert. Im Archiv des ORF wurde der Beitrag über die getöteten Kinder bereits gelöscht, aber es wurde die gleiche Methode des „perception management“ angewendet und das Märchen von den Raketenangriffen der Hamas (als Ursache des Konfliktes) erzählt, ja sogar als „Hintergrund“ verkauft:

Auslöser der jüngsten Gaza-Krise war das Raketenfeuer der Hamas auf israelische Städte und Ortschaften gewesen. Die Bewohner Südisraels sind schon seit vielen Jahren den Raketen ausgesetzt, dazu kommt jetzt eine neue Bedrohung durch unterirdische Gänge, die ganz nahe an grenznahe Dörfer heranreichen.“

Doch immerhin durfte Michael Lüders ganze fünf Minuten in der ZiB 2 (Sendetermin 22 Uhr) im Telegramm-Stil sprechen und was er sagte, war sehr wichtig.

Lüders transkriptEs deckt sich mit der Kritik von Gideon Levy und anderen Analysten, die wissen welches Spiel hier von Israel und den Medien gespielt wird. Allerdings kann ein Mini-Interview mit Lüders zwar den Anschein der „Ausgewogenheit“ erwecken, doch der hält einer seriösen Prüfung nicht stand, weil der ORF – wie die anderen Medienschafe auch – natürlich der pro-israelischen Perspektive sehr viel mehr Sendezeit einräumt, als – wenn überhaupt – den Kritikern und Historikern, die genau wissen, wie verlogen und selbstgerecht die Zionisten sind und wie sie die Medien steuern.

Gideon Levy entlarvte ja auch den Irrsinn der „Operation Protective Edge“, indem er u.a. pensionierte IDF-Generäle zitiert, die ohne mit der Wimper zu zucken, folgendes in der Öffentlichkeit von sich geben: „Wenn wir ihre Familien umbringen, wird ihnen das Angst einjagen (Generalmajor i.R. Oren Shachor).

Jedenfalls wird klar, dass die Ermordung der vier Kinder auf dem Strand kein Versehen war und ich wette, die Tatsache, dass dieses Verbrechen vor den Augen von Journalisten stattfand (ohne dass Israel dadurch Konsequenzen fürchten muss) hat den Kommandeuren noch besondere Genugtuung bereitet.

Was für ein perverses, enormes Macht- bzw. Überlegenheitsgefühl muss das sein, wenn man täglich 100 eingepferchte, wehrlose Menschen umbringen kann, ohne irgendwann zur Rechenschaft gezogen zu werden? Und sich dann auch noch als moralische Autorität aufspielen kann?

Während deutsche und österreichische TV-Sender kürzlich die gestrichenen Flüge nach Tel Aviv in den Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit rückten, wendete die Redaktion von DN! nur einen einzigen Satz dafür auf und beschäftigte sich stattdessen mit der humanitären Katastrophe und den israelischen Kriegsverbrechen, ohne dabei ständig den von Israel konstruierten, surrealen Kontext zu verwenden, den unsere Journalisten gerne aufnehmen:

Hamas, Hamas, Hamas … ist an allem schuld … How stupid can you get?

yonathan shapiraDN! interviewte auch Yonathan Shapira, der sich schon vor Jahren (gemeinsam mit anderen) als IDF-Pilot weigerte, in den besetzten Gebieten „Dienst zu tun“. Er sagte u.a folgendes:

Der ganze (verlogene) Diskurs dreht sich immer nur darum, wie gut (moralisch) wir sind, wie wir uns selbst in Gefahr bringen, damit Zivilisten nicht zu Schaden kommen, während wir dieses irrsinnige Massaker verüben … das … noch viel intensiver ist als „Operation Cast Lead“ (Jänner 2009).. noch mehr Tote und Verletzte … wir glauben, dass diese Befehle kriminell und unmoralisch sind …

Auch er bestätigt, dass die Gefahr durch die (als Grund für das ganze Massaker angeführten) „Raketen“ nicht zu vergleichen sei, mit dem, was in Gaza passiert: „… it’s really nothing compared to what people in Gaza are experiencing. And I have family in Sderot, next to Gaza, and I have even relatives who are in Gaza as soldiers.”

Er vergleicht die Beziehung zwischen Israel und den seit fast 50 JAHREN brutal unterjochten, kolonisierten und rechtlosen Palästinensern allegorisch mit einer Serien-Vergewaltigung, bei der das Opfer den Peiniger immer wieder kratzt, weil es sich zu wehren versucht. Wer also das Kratzen stoppen will, muss aufhören zu vergewaltigen ….

Und ich sage … hört mit der Vergewaltigung auf, hört mit der Besatzung auf, hört mit der Apartheid auf, mit dieser unmenschlichen Ghettoisierung der Palästinenser – und dann – erst dann können wir „verhandeln“ und „Friedensgespräche“ führen, all diese schönen Worte, die jetzt völlig bedeutungslos sind.“

O-Ton:

And I think that if I have to give one allegory to this whole thing, and this need of Israel and me, myself, of self-protection—legitimate thing, by the way; I want to be safe, I don’t want anyone to bomb me and to kill me and my baby—I would imagine it as gang rape. And forgive me for using this hard language, but when you have a group of people raping someone, and this person that is being raped starting to scratch, the first thing you want to do in order to stop the scratches is to stop the rape. And what Israel, official Israel, is trying to do is to continue the rape and deal with the scratches. And I say, stop the rape, stop the occupation, stop the apartheid, stop this inhumane ghettoization of Palestinians, and then—then—we can start talking, and we can reach peace agreements and all these beautiful words that now don’t mean anything for us.

Shapira soll in diesem (wieder viel zu langen) Blog auch noch das letzte Wort haben, weil er ein Problem anspricht, das hier niemand zur Kenntnis nehmen will:

“But overall, overall, there is a disease in my country, and the disease is spreading very fast, and it’s called fascism and racism. Fascism and racism is now the biggest threat of the Jewish people in the Middle East.”

(I rest my case ….)

 

Nochmal zur Erinnerung:

 

 

 

 

 

 

 

 

Zionist Justice: Der Gerechte Massenmord

terror or what1 – WIE KONNTE ES DAZU KOMMEN?

Die von Israel verbreitete Darstellung, dass die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten mit der Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher (Details dazu siehe den letzten Beitrag) bzw. den „Raketen aus Gaza“ begann, wird natürlich von erfahrenen (und unabhängigen) Analysten der politischen Situation als das durchschaut, was sie ist: eine Lüge, die wie immer dazu dient, das Opfer-Image Israels zu untermauern.

Einer der Mutigsten und Besten unter den Kritikern der israelischen Verbrechen ist Norman Finkelstein, dessen vielversprechende Karriere als amerikanischer Universitätsprofessor (Doktor der Politikwissenschaft) von den mächtigen israelischen Lobbyorganisationen ruiniert wurde. Seitdem verdient er seinen Lebensunterhalt als Buchautor und hat sich auch dabei nicht einschüchtern lassen.

Norman-FinkelsteinAlleine das Buch „Die Holocaust-Industrie” löste heftige Kontroversen aus, aber das ist (im Falle Israels bzw. des Zionismus) meistens nur ein Zeichen dafür, dass der Autor den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Alle seine Bücher sind sehr aufschlussreich, wenn es darum geht, hinter die mächtigen PR-Kulissen der „radikal-zionistischen“ (israelischen) Regierung zu blicken und die historischen und völkerrechtlichen Fakten im Auge zu behalten.

IDF pal childDie Entführungsstory lenkt davon ab, dass die brutale, illegale israelische Besatzung seit 1967 als grundlegender, politischer Kontext für „die Gewalt im Nahostkonflikt“ zu sehen ist. Dieser Kontext wird aber in unseren Medien einfach totgeschwiegen – seit Jahren.

Die so isolierte, scheinbare Aggression der „militanten Palästinenser“ (eine Minderheit, doch auch friedliche Proteste der Mehrheit im Westjordanland werden kriminalisiert bzw. brutal niedergeknüppelt) erscheint daher in einem politischen Vakuum und wird als Ausdruck von Extremismus präsentiert, während es sich tatsächlich (mit Ausnahme der Selbstmord-Attentate in Israel) um legitimen Widerstand gegen die Besatzung handelt.

Finkelstein sagte zu den aktuellen Ereignissen in Israel/ Palästina kürzlich in einem Interview folgendes:

„Netanyahu kochte vor Wut, als die Einheitsregierung (von Fatah und Hamas) auch noch von den USA und von der EU anerkannt wurde. Durch die – gerade recht kommende -Entführung der israelischen Teenager hatte er seinen Vorwand. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, gar nichts, dass Hamas irgendetwas mit der Entführung zu tun hatte [sie hätte sich damit ja nur selbst ins Knie geschossen …..]

Niemand weiß bis heute auch nur das Geringste über die Motive der Entführung. Weder HRW noch das State Department haben irgendwelche Hinweise auf die Täter. Aber das war ja auch nur ein Vorwand um wieder einmal in der West Bank „aufzuräumen“: 700 Hamas-Mitglieder festzunehmen, Häuser in die Luft zu jagen, Angst und Schrecken zu verbreiten, eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen um eine Reaktion von Hamas zu provozieren.

Das ist der übliche Modus operandi für Israel: […]Jedes Mal, wenn die Palästinenser versuchen, einer Beilegung des Konflikts näherzukommen – z.B. durch die Bildung einer Einheitsregierung zwischen Fatah und Hamas, wie sie kürzlich zustande kam – tut Israel alles, um die Einheit der Palästinenser zu torpedieren und um Gewalt zu provozieren, in diesem Fall von Hamas […]. Wenn die Gewaltreaktion dann kommt [die Raketen], dann kannst du wieder sagen – mit diesen Leuten können wir nicht verhandeln, das sind Terroristen.“

Dann hat die israelische Regierung also wieder einen Vorwand um weiterhin das Märchen von der „Selbstverteidigung“ zu verbreiten. Und sie hat keinen besseren Komplizen als unsere Journaille (Kanaille scheint mehr angemessen ..)

2 – KEIN WAFFENSTILLSTAND WEGEN HAMAS?

spinUnsere Fließbandjournalisten meldeten alle brav, dass Israel den Vorschlag der ägyptischen Regierung für eine Waffenruhe akzeptiert habe, Hamas aber nicht.

Damit soll also der „good-will“ der zionistischen Regierung demonstriert werden, während die „radikalen“ Palästinenser wieder einmal eine Chance für einen Kompromiss vertan haben und deshalb (wie immer) schuld an der Gewalteskalation und den vielen zivilen Opfern in Gaza tragen.

Was in diesem „Vorschlag“ eigentlich drinsteht, erfahren wir nicht und die Journalisten interessieren sich auch nicht dafür.

Dass Hamas (als Spross der MB) und die neue ägyptische Militärdiktatur, die sich „Regierung“ nennt, sich spinnefeind gegenüber stehen, weil letztere die Muslim-Brüder (MB – geschaffen als Werkzeug des britischen Empire) ) als Staatsfeinde betrachtet und massenweise verhaftet und zum Tode verurteilt hat (der gewählte Präsident Morsi, der auch zu den MB zählt, wurde ja von ihnen gestürzt), wird als Kontext auch meistens weggelassen. Hamas hat von dem Vorschlag erst aus den Medien erfahren, wurde also gar nicht konsultiert, das Ganze ist offensichtlich ein PR-Stunt von Netanyhu.

Your are free to do what we want

Aber Studenten von Machiavelli, Leo Strauss & Co. kennen diese Taktik ja aus Rambouillet, wo den Serben Bedingungen für eine „Einigung“ vorgesetzt wurden, die für sie völlig unakzeptabel waren, damit man anschließend sagen konnte, an deren Sturheit und Verblendung sei dieses Abkommen gescheitert. Dasselbe Muster war in Camp David zu erkennen, wo Arafat das enorm „großzügige“ Angebot von Ehud Barak ablehnte (zur PR-Strategie siehe dazu dieses Video).

In Wahrheit sollte es eben zu keiner Einigung kommen, weil man einen Vorwand für die eigene Gewalteskalation brauchte und genau dasselbe passiert jetzt wieder. Netanyahu hat ja bereits davon gesprochen, dass man jetzt quasi legitimiert, sei, noch mehr Gewalt anzuwenden.

victimhood TMWie ich bereits im letzten Beitrag skizziert habe, geht es bei den Zionisten immer darum, die moralische Überlegenheit zu demonstrieren (die es natürlich gar nicht gibt – im Gegenteil), deshalb muss alles getan werden, um die eigene Gewalt als „Verteidigung“ bzw. Reaktion auf die finsteren Absichten des Gegners zu präsentieren. .

Damit das (jedenfalls medial) gelingt, muss der Kontext für den Ablauf der Ereignisse stets manipuliert werden. Man könnte auch sagen moralisch „sterilisiert“, denn die Brutalität und Realität der israelischen Besatzung wird völlig ausgeblendet, also Ursache und Wirkung sind völlig verdreht.

Auch in diesem Fall (Entführung u. Ermordung der israelischen Teenager, dann Raketen aus Gaza, dann „Reaktion“ Israels, um die eigene Bevölkerung zu schützen, etc.) ist dieses Muster klar erkennbar, wie Norman Finkelstein auch ausführt:

Die Waffenruhe sagt nichts über die jüngsten Überfälle der IDF gegen Hamasmitglieder im Westjordanland und es waren diese Attacken[ähnlich wie bei einem Pogrom, wo alle Mitglieder einer bestimmten Gruppe wie Staatsfeinde und „Volksschädlinge“ behandelt werden] die zur Eskalation des derzeitigen Konflikts geführt haben. Israel erteilt sich damit einen moralischen Blankoscheck für die Verhaftung von Hamas-Mitgliedern, der Zerstörung von Wohnhäusern in der West Bank und der Ermordung von Palästinensern, was der Auftakt für die jetzigen Kämpfe war.“

israeli defenseFinkelstein erklärt dann, dass es ja bereits existierende Vereinbarungen zur Einhaltung einer Waffenruhe gäbe, nämlich aus den Jahren 2008 bzw. 2012. In beiden Fällen ist die zentrale Forderung von Hamas die Aufhebung der Blockade, die den Gazastreifen de facto in ein riesiges Open-Air-Gefängnis verwandelt hat und das Leben der Menschen dort unerträglich macht.

In beiden Fällen – so Finkelstein – habe Israel nach Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens die Versprechungen nicht gehalten und die Blockade nicht nur aufrechterhalten, sondern auch noch verschärft. Bei dem jetzt präsentierten „Vorschlag” der Ägypter (die wohl nur den Mediator spielen), wird eine Lockerung der Blockade versprochen, wenn wieder „Ruhe und Sicherheit“ hergestellt sind. Doch diese semantischen Tricks werden von Finkelstein entlarvt, in dem er sagt:

Da Israel Hamas als Terror-Organisation bezeichnet, kann die Sicherheitslage wohl nie als zufriedenstellend angesehen werden und deshalb wird es nie ein Ende der Blockade geben. Wir sind also wieder dort angekommen, wo wir schon im Juni 2008 und im November 2012 waren. Natürlich lehnt Hamas so eine Vereinbarung ab, denn sie legitimiert die brutale, gnadenlose, illegale Blockade des Gazastreifens.

Während unsere Papageien-Journalisten unisono „berichten“, dass Hamas sich einfach weigert, einem Waffenstillstand zuzustimmen, habe ich kein Beispiel in den Mainstream-Medien gefunden (vor allem nicht in den deutschen Rundfunksendern ARD, ZDF und ORF), das die Forderungen von Hamas (bzw. dem bewaffneten Arm Al Qassam) für eine Waffenruhe überhaupt erwähnt.

Dies sind nach Angaben der palästinensischen Presseagentur Maan (Meldung vom 7. Juli 2014) fünf Bedingungen: (Hervorhebungen sind von mir)

  1. Ende der Militäroffensive gegen Gaza
  2. Keine Luftangriffe mehr (wo hunderte Tonnen Bomben in einem sehr dicht besiedelten Gebiet abgeworfen werden)
  3. Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens aus dem Jahr 2012
  4. Erneute Freilassung aller Häftlinge, die im Zuge des Gefangenenaustausches mit Gilad Shalit freikamen, aber nach der Entführung der israelischen Jugendlichen erneut verhaftet wurden
  5. Ein Ende der (intriganten) Unterminierung der neuen Einheitsregierung durch Israel

Wie Finkelstein oben erwähnt, sind die Bedingungen der Feuerpause aus dem Jahr 2012 praktisch die gleichen, die schon im Juni 2008 vereinbart wurden.

Schauen wir uns doch einmal an, was nach der vereinbarten Waffenruhe Mitte Juni 2008 passiert ist. Natürlich ist es unmöglich, im Detail alle relevanten Ereignisse darzustellen, doch selbst wenn man beispielhaft nur die wichtigsten Meldungen eines Monats betrachtet (den Juli 2008), wird klar, welches hinterhältiges Katz- und Mausspiel die israelische Regierung hier treibt und das Finkelstein mit seiner Analyse Recht hat:  (Viel Lesestoff, aber wer verstehen will, was hier wirklich passiert und wie unsere Medien als Komplizen Israels die Realität verzerren, sollte sich die Zeit dafür nehmen …) 

Am 13. Juni 2008 wird ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet ….

1 Juli National Resistance Brigades (Nrb) Urge Israel To Comply With Truce

IDF arrest Pal in Hebron„Der Sprecher der NRB, Abu Salim drängte darauf, dafür zu sorgen, dass die israelischen Provokationen* gegen die Palästinenser aufhören. Dazu gehören die anhaltende Sperre der Grenzübergänge, der Beschuss des Wohngebietes in Sufa und die andauernden Überfälle in der West Bank. Sollten die israelischen Übergriffe nicht aufhören, habe die Widerstandsbewegung das Recht, ihre Landsleute mit allen Mitteln zu verteidigen.

Abu Salim betonte die Notwendigkeit eines Dialoges (zwischen den verschiedenen palästinensischen Gruppen) um den Zustand der internen Spaltung zu beenden. Er ermahnte besonders Fatah und Hamas, sich auf den Pfad der Versöhnung zu begeben.“

2 Juli Hamas: 41 Palestinians killed by Israeli forces during June

„Hamas gab am Mittwoch bekannt, dass im Juni 41 Palästinenser durch die IDF getötet wurden, davon 16 Mitglieder des bewaffneten Arms (Al Qassam) sowie vier Kinder. Weitere 28 Menschen starben als Folge der Blockade, wodurch sich die Zahl der Blockadeopfer seit Juni 2007 auf 199 erhöhte. 194 Palästinenser wurden von der IDF festgenommen, davon 179 in der West Bank.

Das israelische Militär (IDF) habe 136 Überfälle in der West Bank und in Gaza durchgeführt.*

pal detaineesHamas fügte hinzu, dass trotz der Einladung zum Dialog, die Sicherheitskräfte (der Fatah) im Westjordanland weiterhin politisch motivierte Verhaftungen vornehmen. Hamas-Anhänger und andere Widerstandsgruppen seien immer noch in Haft und jede politische Aktivität durch Hamas sei verboten. Man habe ihnen sogar verboten, das Foto eines getöteten Widerstandskämpfers zu publizieren.“

(*Fünf Jahre später ist die Situation noch schlimmer, wie HRW jüngst dokumentierte)

2 Juli Haniyeh: Israel must stick to truce; Hamas supports national unity

HaniyehIsmael Haniyeh, der Premierminister der de facto Hamas-Regierung, sagte am Freitag „Israels Verletzungen des Waffenstillstands sind die Folge fehlender Seriosität“. Israel müsse die Grenzen öffnen und die Aggression gegen die Palästinenser stoppen. Er verlangte die Umsetzung der Bedingungen des Waffenstillstands-abkommens, wie die Öffnung des Grenzübergangs Rafah (zu Ägypten), das Thema des nationalen Dialogs mit Ägypten als Mediator anstatt nur über Gilat Shalit zu reden (ein israelischer Soldat, der gefangengenommen wurde, um Druck auf Israel auszuüben, die hunderten palästinensischen (politischen) Gefangenen freizulassen.

*Welche Art von „Provokationen“ Israel immer wieder praktiziert, wird aus diesen Meldungen klar:

5 Juli Israeli warships fire on Palestinian fishermen, further straining truce

fisher boats attacked by IDFIsraelische Kriegsschiffe feuerten am Samstagmorgen mit Maschinengewehren auf palästinensische Fischerboote im Norden des Gazastreifens. Es wurden keine Opfer gemeldet. Bereits am Freitag hatte das israelische Militär Granaten auf Fischerboote abgefeuert, als sie westlich von Rafah, im Süden des Gazastreifens ihre Netze auswarfen. Dabei wurden die Boote beschädigt. Diese Angriffe sind eine direkte Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, das am 19. Juni in Kraft getreten war.

Israel und die pal Gruppen beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Israel hat sich verpflichtet, die seit einem Jahr andauernde Blockade Schritt für Schritt zu lockern, wenn die Widerstandsgruppen keine Waffengewalt mehr ausüben. Israel hat jedoch schon zweimal die Grenzen wieder versiegelt, nachdem selbst-gebastelte Projektile aus Gaza abgefeuert wurden.

Die Palästinenser kritisieren, dass Israel sich Zeit damit lässt, die verheerende Blockade zu lockern, geschweige denn aufzuheben

6 July Israeli forces fire on farmers in northern Gaza

IDF Gaza borderDas israelische Militär (IDF) schoss mit Maschinengewehren auf palästinensische Bauern, die ihre Felder in der Nähe des Sperrzaunes im Norden des Gazastreifens bestellen wollten. Wegen des starken Beschusses mussten sie die Feldarbeit aufgeben, die ja gerade erst nach dem Waffenstillstand im Juni wieder möglich wurde. Die IDF kündigte am Freitag an, dass sie sich das Recht herausnehmen, auf alle Personen zu schießen, die sich dem Sperrzaunmehr mehr als 300 m nähern, auch während eines Waffenstillstands. Schon am Sonntag hatte die IDF die Frequenzen lokaler Radiostationen übernommen, um davor zu warnen, dass auf jeden, der sich der Grenze nähert, das Feuer eröffnet wird.

Die lokale Initiative gegen Israelische Aggression in Beit Hanoun, im nördlichen Gazastreifen nannte diese Entscheidung „ein Todesurteil für die Bauern“ und warnte davor, dass tausende Hektar Ackerland und Brunnen dadurch verloren gingen. Die Grenzstreifen seien zu Todeszonen geworden, die zum Verlust tausender Arbeitsplätze führen, wenn die Bauern keinen Zugang mehr zu ihren Feldern haben. […]

7 July Israeli forces raid Nablus; ransack and close four charities

IDF operation in NablusDie IDF haben am Montag vier Wohltätigkeitsorganisationen in Nablus (darunter Sozialhilfe für Waisen und eine Apotheke) geschlossen, weil sie angeblich mit Hamas verbunden sind. Vorher hatten sie die Büros durchwühlt und Computer und Bargeld konfisziert. Das Verbot gilt für drei Jahre. Die israelischen Soldaten stürmten auch die Büros des Sozialministeriums in Nablus.

Der Leiter der Apotheke, Dr. Hafizh As-Sadr, sagte dazu:

Die Soldaten zerstörten die gesamte Einrichtung (samt Medikamente) und auch den Safe, in dem sich umgerechnet fünftausend US-Dollar befanden. Das Geld haben sie gestohlen.”

Die medizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung sei der Zweck gewesen und habe nichts mit Hamas zu tun gehabt. Die Klinik sei bereits 1977 errichtet worden, 10 Jahre vor der Gründung von Hamas.

Die israelischen Behörden haben solche Überfälle genehmigt, um die zunehmende Popularität von Hamas in der West Bank zu unterminieren. Die IDF haben seit Jahresanfang ähnliche Aktionen in den Regionen Hebron, Qalqilyah and Ramallah durchgeführt, aber die offizielle Genehmigung wird nun zu einer Ausweitung der Kampagne in andere Teilen der West Bank führen.

Wir sehen also, was hier vor sich geht: eine Art zionistisches Kristallnacht Syndrom … Plünderung und Zerstörung von sozialen Einrichtungen, die dringend benötigt werden, nur weil sie von Hamas gegründet wurden … wie krank ist das? Und selbst das ist nur ein Vorwand … denn es wird (wie o.a.) oft behauptet, eine Einrichtung habe Verbindungen zu Hamas, wenn man sie plündern will …

Dazu kommt noch, dass in den Gebieten, die unter palästinensischer Verwaltung stehen, von den lokalen Sicherheitskräften erwartet wird, die eigenen Leute festzunehmen, wenn sie Widerstand gegen solches Unrecht leisten. Das ist der perfekte Spaltpilz, denn die Fatah-Partei kann aus Verhaftungen von Hamas-Mitgliedern zwar politisches Kapital schlagen, dadurch wird aber der Dialog zwischen den Rivalen noch schwerer. Und die israelische Regierung ist der lachende Dritte …

10 July Israeli crackdown on „Hamas“ institutions in Nablus continues

IDF West Bank crackdownDie Razzien gegen Hamas Institutionen gehen weiter: In Nablus wurde um 1 Uhr nachts ein Fernsehsender gewaltsam geschlossen, die technische Ausrüstung konfisziert. Auch die Moschee, die sich im gleichen Gebäude befand, wurde gestürmt. Mehr als 50 Militärfahrzeuge kamen in den frühen Morgenstunden an und die israelischen Soldaten stürmten anschließend auch noch zwei Kliniken, die ebenfalls geplündert wurden (Computer und medizinische Geräte).

Nach Augenzeugenberichten überfielen die IDF auch die Zentrale der Frauenverbände in An-Najah Straße im Westen der Stadt und ein Gebäude, in dem sich die Islamische Bank befindet.

Ebenfalls am Donnerstagmorgen haben israelische Soldaten drei Schulbusse konfiziert, die drei verschiedenen Schulen gehören.

Am Dienstag stürmte die IDF die Büros des Einkaufszentrums von Nablus und beschlagnahmte Dokumente, Computer und Überwachungskameras. Das Shopping-Center hat 50 Geschäfte und Büros, darunter auch eine Investmentfirma mit einem Kapital von fünf Millionen Dollar. Israel behauptet, diese Gesellschaft fördere Hamas und „Terrorismus“. Der Geschäftsführer des Einkaufszentrum, Adli Yayish, wird seit einem Jahr von Israel festgehalten (ohne Anklage), weil man ihm Verbindungen zu Hamas vorwirft.

Der IDF-Kommandant in Nablus ordnete an, dass jeder, der das Shopping Center betritt, mit fünf Jahren Gefängnis bestraft wird, gültig ab 15 August. Die Besitzer werden kurzerhand enteignet: ab 18. August „gehört“ das Einkaufszentrum Israel.

(So einfach ist das, wenn man die Besatzungsmacht ist, die mit den kolonisierten Ureinwohnern macht, was sie will …und die Welt schaut zu … es handelt sich doch immer nur um „Verteidigung“ … die Besatzer und Mörder werden zu armen Opfern gemacht, die sich „wehren“ müssen … )

Der Bürgermeister von Nablus rief die Bürger dazu auf, sich nicht an die Verfügung der Israelis zu halten und wies alle Behauptungen, das Einkaufszentrum gehöre Hamas, zurück. 70 Kaufleute und 4000 palästinensische Investoren aus den muslimischen und christlichen Gemeinden seien die wahren Inhaber bzw. Betreiber. Er sagte der Presseagentur, die Überfälle auf Nablus seien eine Taktik, die PNA zu unterminieren und ihre Bemühungen, für Ruhe (Sicherheit) zu sorgen.

Gemeint ist natürlich, dass diese israelischen Verbrechen und Demütigungen Aufruhr und Gewalt provozieren sollen, damit man dann wieder sagen kann, die palästinensischen Behörden können nicht für Sicherheit sorgen. Greifen sie dann hart durch (um zu beweisen, dass sie es können), fühlen sich die Palästinenser im Stich gelassen, verraten und es kommt bei manchen zu einer weiteren Radikalisierung bzw. Zuwendung zu bewaffneten Widerstandsgruppen. Dann kann Israel wieder sagen: das sind Terroristen, die unsere Sicherheit bedrohen …In diesem zynischen Spiel können die Palästinenser nur verlieren … besonders, weil unsere Presse sich als gehorsamer Diener der israelischen PR-Taktik zur Verfügung stellt …

10 July Five PLO and Islamic Jihad factions start dialogue in Gaza

Trotzdem versuchte Hamas und andere Gruppen weiterhin, einen nationalen Dialog voranzubringen, also die Spaltung innerhalb der Palästinensischen Gruppen zu beenden. Meldungen wie diese (die PLO und eine bewaffnete Widerstandsgruppe starten einen Dialog) sieht die israelische Regierung gar nicht gern, deshalb muss weiter mit brutaler Gewalt vorgegangen werden, bis die Verzweiflung und Wut über das erlittene Unrecht so groß werden, dass wieder „Raketen“ abgefeuert werden. Dann lesen wir wieder Meldungen wie diese:

10 July Israel: projectiles launched at Negev by Al-Aqsa violate truce

Al AqsaZwei weitere Projektile, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden, landeten nach israelischen Angaben am Donnerstag im Westen der Negev (Wüste). Schäden und Verletzungen wurden nicht gemeldet. Die Al-Aqsa Brigaden (gehören nicht zu Hamas) haben die Verantwortung für den Abschuss übernommen, ebenso für zwei Mörsergranaten, die auf den Militärposten Kissufim abgefeuert wurden.

Die Brigaden sagten der Presseagentur, die “Raketen” seien eine Antwort auf die jüngsten Überfälle und Mordanschläge in der West Bank.

In unseren Medien hätte man nur den ersten Teil der Meldung gebracht, den zweiten nicht, denn damit wäre die Realität und Brutalität der Besatzung ans Licht gekommen, die gezielt noch gesteigert wird, wenn man eine gewaltsame Reaktion bei den Palästinensern provozieren will.

Dazu kommt, dass suggeriert wird, für jeden Beschuss aus Gaza sei automatisch Hamas verantwortlich. Das entspricht aber nicht den Tatsachen: es gibt mehrere, bewaffnete Widerstandsgruppen, auch die politische Partei Fatah (zu der – schon lange nicht mehr – „Präsident“ Abbas gehört) hat einen „bewaffneten Arm“: die Al Aqsa Brigaden, während das Pendant bei Hamas die Al Qazzam-Brigaden sind. In den Medien wird aber kein Unterschied gemacht, weil sie nach Israels Pfeife tanzen und deshalb immer Hamas beschuldigt wird. Meldungen wie diese passen da gar nicht ins PR-Konzept:

Nach Angaben der Al-Aqsa Brigaden hat die de-facto Regierung (Hamas) zwei ihrer Mitglieder festgenommen, die verdächtigt werden, die „Raketen“ abgefeuert zu haben. Die Festnahmen sollen einen Vergeltungsschlag nach der Ermordung von Salim Al-Humeidi verhindern.

Hamas hat sich also durchaus dafür eingesetzt, dass der Waffenstillstand eingehalten wird, kann aber unmöglich alle Widerstandsgruppen rund um die Uhr so kontrollieren, dass solche Vorfälle verhindert werden. Aber – wie oben erwähnt – ist es angesichts der enormen Brutalität des Vorgehens der IDF nur eine Frage der Zeit, bis diese systemische und taktisch eingesetzte Gewalt zu Gegengewalt bei den Widerstandsgruppen führt., dann wird wieder die „Crying and Shooting“ Show der israelischen Regierung aufgeführt.

Dass die Mehrheit der Proteste aber friedlich und demokratisch sind, wird von unserer Journo-Kanaille auch totgeschwiegen. Meldungen we diese (die sehr häufig sind), werden bei uns unterschlagen:

10 July 9-year-old child shot by Israeli forces in anti-wall demonstration near Tulkarem

palestine child IDFEin 9-jähriges Kind wurde am Dienstagnachmittag während einer friedlichen Demonstration gegen die Trennmauer und Haus-Demolierungen durch israelische Soldaten verletzt. In Far‘un, südlich von Tulkarem in der West Bank wurde Mohammad Abdel Kareem Salim Bdeir von mit Gummi überzogenen Geschoßen am Fuß verletzt, als er bei der Demo mitlief.

Die Demonstranten sagen, durch den Bau der illegalen Trennmauer (8m hoch) haben die Bauern große Flächen an Ackerland verloren (weil dadurch eine von Israel geplante, illegale Landannexion stattfand).

1 ICAHD stats 2014

Bilanz Juli 2014: 329 Häuser zerstört, 629 Menschen vertrieben, 1051 Palästinenser durch IDF verletzt (ICAHD)

Sie protestieren auch vor Gebäuden, die abgerissen werden sollen (Israel erteilt den palästinensischen Familien keine Baugenehmigung; da sie aber Wohnraum brauchen, bauen sie trotzdem. Später wird das dann als Vorwand genommen, die Häuser zu zerstören – das ist „Routine“ für Israel, um die Palästinenser zur Auswanderung „zu ermutigen“.) und gemeinsam mit Teilnehmern der Internationalen Solidaritätsbewegung auch gegen dem weiteren Ausbau der (illegalen) „Siedlungen“ und die Trennmauer. Die Demonstranten riefen die UN, die Arabische Liga u.a. dazu auf, solche Praktiken Israels zu stoppen und die Regierung zu zwingen, sich an das Völkerrecht zu halten.

(Der letzte Satz kann nur mehr zynisch kommentiert werden, da Israel offensichtlich 100% rechtliche Immunität genießt, egal wieviele Verbrechen der Staat begeht …auch das geschieht mit Unterstützung unserer Journaille …

11 July Haniyeh agrees Carter Center to monitor truce

Hamas Premierminister Ismail Haniyeh sagte, man werde nicht zulassen, dass das Waffenruheabkommen und die Bemühungen für eine nationale Einheit sabotiert werden, deshalb habe man die beiden Al Aqsa-Militanten festgenommen. Dann legte er eine Liste der israelischen Verletzungen des Abkommens vor.

Haniyeh hatte den Besuch einer Delegation des Carter Centers dazu benutzt, um Intervention zu bitten, damit Israel sich an die Verpflichtungen aus der Vereinbarung hält, vor allem die Zusage, dass die Palästinenser Zugang zu allen Waren bekommen, die sie täglich brauchen und dass die Grenzübergänge geöffnet werden.

Es sei die Weigerung der Fatah-Behörden, sich mit Hamas-Vertretern in Damaskus zu treffen, die den Dialog zur nationalen Einheit nicht weiterbringe. Einigung könne nur am Verhandlungstisch erreicht werden.

Dialog zwischen den Streitparteien, das ist natürlich ein gewaltiger Störfaktor der kolonialen divide et impera Taktik, die Israel seit Jahren betreibt. Deshalb geht die Charade weiter:

12 July Israel claims Gazans launched another round of projectiles at western Negev

Gaza rockets NegevIsraelische Medien meldeten, dass eine Explosion im Westen der Negev zu hören war und man Reste einer selbstgebastelten Rakete gefunden hatte. Die Al Aqsa hätten sich dafür verantwortlich erklärt. Doch dann veröffentlichte ein Sprecher der Brigaden ein Statement, dass diese Behauptung falsch sei (eine Fälschung).

Kurz vorher hatte der Islamische Jihad eine Pressemeldung herausgegeben, in der die 13 Verstöße Israels gegen die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens – alleine in der vergangenen Woche – hervorgehoben wurden.

Israel benutzte das “Auffinden” der Raketenteile als Vorwand, die Grenzübergänge nach Gaza zu schließen, sodass Lebensmittel und Treibstofflieferungen verhindert wurden.

14 July Israeli forces raid Nablus; storm Nablus Mall, arrest five in Askar camp

Das Einkaufszentrum wird neuerlich gestürmt .. alle 50 Geschäfte durchwühlt … Zutritt ist absolut verboten …

19 JuliFree Gaza“ initiative to try and enter Gaza by sea and open port

Dass Israel nach dem medial-inszenierten Rückzug im Jahr 2005 theoretisch kein Recht mehr hat, den Luftraum, die Grenzen und die Küstengewässer von Gaza zu kontrollieren, ist ein Fakt, interessiert aber unsere Medien nicht. Was aus der „Free Gaza“ Initiative letztlich wurde, wissen wir ja … siehe dazu meine Beiträge über die „Mavi Marmara“

20 Juli  Israeli warships fire at Gazan fishermenhere we go again …

21 Juli  Israeli campaign against Nablus continues; more than 20 arrested overnight

Die IDF hat neuerlich in der Stadt Nablus Razzien durchgeführt. Gegen 3 Uhr morgens wurden mehrere Wohnhäuser durchwühlt, darunter auch das von Muna Mansour, der Abgeordneten die Hamas nahesteht. Sie wurde gemeinsam mit 20 anderen Palästinensern verhaftet. Die Polizei sagte, die Verhaftungen betrafen Geschäftsleute, Arbeiter und Studenten (deren Computer wurden beschlagnahmt). Die Verhaftungen kamen nach einer Welle von Überfällen und Razzien in der vergangenen

22 Juli  Fayyad threatens to withdraw Palestinian security forces in protest of Israeli incursions

22 Juli  Building materials, food, and other goods allowed into Gaza

23 Juli   Civilian shot by Israelis in the north of Gaza Strip

24 Juli  Over half of Gazan households slump below poverty line

poverty and destruction 1Christopher Gunness, der Sprecher der UNRWA sagte, die Jugend sei am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen. (80% der Menschen in Gaza sind auf  UN-Lebensmittelspenden angewiesen.)

Wenn Sie junge Menschen um ihre ökonomische Zukunft bringen, nehmen Sie ihnen jede Hoffnung und wenn die weg ist, was bleibt dann noch? Wie kann man besser Verzweiflung und Elend einer ganzen Generation verhindern, als durch die Wieder-Öffnung der Grenzen von Gaza?

Hamas hat ein Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen initiiert, doch angesichts der fehlenden Bewegungsfreiheit in den besetzten Gebieten, deren Bevölkerung seit 1999 um ein Drittel gewachsen ist, ist eine Regression unvermeidlich. Diese Blockaden (durch die Besatzung) sind das größte Hindernis für eine wirtschaftliche Erholung und Weiterentwicklung.“

Wenn alle Stricke reißen (um einen Dialog zwischen Fatah und Hamas zu verhindern), bleibt ja immer noch der „Bombenanschlag“, den man anderen in die Schuhe schiebt. Die bestehende Rivalität wird dadurch neu geschürt und ein gemeinsames Vorgehen gegen Israel verhindert….

25 Juli  Six dead, 20 injured as car of Hamas leader explodes near Gaza City

26 Juli  Al-Aqsa Brigades threaten attacks on Hamas personnel if violence against Fatah affiliates continues in Gaza

27 Juli  Hamas activist dead after Israeli troops demolish Hebron home, crushing him

28 Juli  Hamas renews accusations of Fatah responsibility for Gaza explosions

28 JulyFatah blames Hamas for Gaza explosions divide et impera again …

28 Juli  PA security services apprehend more than 50 Hamas loyalists in Nablus

30 Juli   Six Hamas activists injured in Gaza Strip explosion

30 Juli  Ar-Rish Brigades: Hamas arrest dozens of fighters and confiscate weapons

30 JulyHamas: PA arrest 11 Hamas members

31 JulyAl-Quds Brigades: Israeli army violates truce in Gaza and West Bank

01Aug  Al-Quds Brigades will not stand for ‚Israeli violations‘

Der Sprecher von Al Quds sagte: „Israel hat kein Interesse an einem Frieden. Die israelische Armee will, dass wir wieder eine Offensive starten, damit sie eine Rechtfertigung für noch mehr Verhaftungen, Massaker und die Fortführung der Blockade haben.“

Er rief Hamas dazu auf, zu einem Dialog zurückzukehren um den Versuch einer Einigung der Palästinenser zu erneuern und verlangte ein Ende aller Verhaftungen in der West Bank.“

Das Divide et Impera Spiel gegen eine fanatisch selbstgerechte Besatzungsmacht, die in „göttlichem Auftrag“ handelt, ist nicht zu gewinnen – jedenfalls nicht mit unseren Papageienmedien … die nur die Texte herunterbeten, die das israelische PR-Arsenal ihnen zur Verfügung stellt …

genocide

Zur Erinnerung:

  • Die Menschen in Gaza sind gefangen. Niemand kommt rein oder raus, wenn Israel es nicht erlaubt
  • Massive Arbeitslosigkeit
  • Unter- und Mangelernährung ist Routine. Mehr als die Hälfte der Kinder unter zwei Jahren leidet an Blutarmut (Eisenmangel) und Kümmerwuchs.
  • 90% des Trinkwassers ist verunreinigt und untrinkbar.
  • Abwasser muss jetzt ungeklärt ins Meer geleitet werden (Ausfall der Kläranlagen wegen Strommangel)
  • Mangelhafte Medizinische Versorgung wegen der Blockade
  • Sie haben keine Pässe und sind staatenlos.
  • Sie werden tagtäglich von ihren Kolonialherren als Verbrecher, Terroristen und Todfeinde der Juden denunziert, die ihnen ihr Land und ihre Würde gestohlen haben

Die  Scheinheiligen  Moralapostel

Eine tiefe und weite moralische Kluft trennt uns von unseren Feinden. Sie verherrlichen den Tod, während für uns das Leben heilig ist. Sie verherrlichen die Grausamkeit, während für uns das Mitgefühl heilig ist.“

Benjamin Netanyahu, Juli 2014

Der israelische Premierminister hat nur vergessen zu erwähnen, dass für Zionisten nur jüdisches Leben heilig,und nur für Juden Mitgefühl eine moralische Pflicht is.

the unspeakableWas die Grausamkeit betrifft, leidet Bibi an völligem Realitätsverlust … da könnte ihm Dr. Mads Gilbert behilflich sein, der schon in seinem Buch Eyes of Gaza die grauenhaften Verwundungen der Opfer der Kriegsverbrechen Israels geschildert hat, das auch routinemässig Krankenhäuser bombardiert …

Ich habe ja damals über Operation Cast Lead geschrieben und heute will man diese barbarische Gewaltorgie anscheinend noch übertreffen …

Während ich diese Zeilen schreibe, giesst es  – passend zu meiner Verzweiflung – seit Stunden in Strömen … mitten im Hochsommer .. auch der Juni war völlig verregnet …  es ist, als ob die Sonne angesichts der unmenschlichen Verbrechen in Gaza, der Ukraine, im Irak, in Syrien, etc. – wo USrael überall mitmischt – nicht mehr scheinen darf, nur ein grauer Himmel ist jetzt noch der Trauer angemessen, ähnlich wie im Gedicht von W.H. Auden

The stars are not wanted now: put out every one;
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the wood.
For nothing now can ever come to any good.

Fortsetzung folgt …

P.S. so sieht das „Mitgefühl“ im zionistischen (faschistischen) Judenstaat wirklich aus, den Netanyahu leitet …

„They [the Palestinians] are all enemy combatants, and their blood shall be on all their heads. Now this also includes the mothers of the martyrs, who send them to hell with flowers and kisses. They should follow their sons, nothing would be more just. They should go, as should the physical homes in which they raised the snakes. Otherwise, more little snakes will be raised there.”

Ayelet Shaked, Mitglied der  rechtsradikalen Jüdischen Heimat-Partei,auf ihrer Facebook Seite am 30. Juni

Das Blutige Rasenmähen

I am so sorry that my country is run by greedy murderers and that we support the terrorist nation of Israel.
I am also ashamed that my fellow citizens are so brainwashed and ignorant that we continue to elect these war criminals. Deepest apologies.”

Gaza bloody toddler shoeIn diesem englischen Kommentar in einem Internetforum wird – angesichts der aktuellen Luftangriffe auf das belagerte Elendsquartier in Gaza – bedauert dass die amerikanische Regierung die „terroristische Nation Israel“ unterstützt und die beschämende Ignoranz der Mitbürger beklagt, die die „Wiederwahl dieser Kriegsverbrecher“ ermöglicht.

Wie wir wissen, beschäftigt Israel dutzende Leute, die dafür bezahlt werden, sich in solchen Internet-Foren als Verteidiger der israelischen Politik zu äußern. Auch in diesem Fall findet man ein Beispiel; die Klage über das Leiden der Menschen in Gaza durch die israelischen Bombenangriffe wird so kommentiert:

Here is a clue: STOP firing rockets into Israel, and maybe you won’t have these problems!”

Worauf ein intelligenter Teilnehmer des Forums antwortet:

Here’s another clue: Give people back their land that you stole and they won’t fire rockets at you!”

(Gebt den Leuten ihr Land zurück, dann werden sie aufhören, Raketen auf euch zu schießen!)

Hier sieht man, dass es eigentlich ganz einfach ist, die israelische Propaganda zu entlarven, doch dank unserer Medienschafe werden diese Lügen so oft wiederholt, bis sie als „Realität“ wahrgenommen werden. Seit Jahren hören wir in den „Nachrichten“ (für Idioten) immer die Perspektive Israels, die natürlich mit der bitteren Realität wenig zu tun hat.

In den Mittagsnachrichten, war die erste Meldung, dass wieder „Raketen aus Gaza nach Israel abgefeuert wurden.“ Im Hintergrund waren Sirenen zu hören, die wahrscheinlich die Angst der armen Israelis verdeutlichen sollten. Dann hieß es, die Raketen hätten eigentlich kaum Schaden angerichtet, aber das sei dem Abfangsystem „Iron Dome“ zu verdanken.

Hier wird also immer wieder suggeriert, dass die „grundlose“ Aggression der Palästinenser (unter Kommando der ultra-bösen Hamas), das eigentliche Problem sei und Israel sich doch immer nur „verteidigen“ müsse bzw. die heilige Pflicht habe, seine Bürger zu beschützen. Diese völlige Verzerrung der Wirklichkeit durch unsere Medien dient – seit Jahrzehnten – als Apologet für die Brutalität, Aggression und Kriminalität des israelischen Staates.

Jeder Redakteur, Journalist der dieses Propagandasystem unterstützt, macht sich mitschuldig am Leiden und Sterben der Palästinenser (und aller anderen Opfer, ob sie nun in der Ukraine, im Irak, in Syrien, im Jemen, im Libanon, und anderen Teilen der Welt misshandelt und getötet werden).

Die israelische Armee (IDF) ist einer der am besten trainierten und am besten ausgerüsteten Terrororganisationen der Welt. Ihre einziger Zweck ist (die Palästinenser) zu terrorisieren.“

Miko Peled (Sohn eines hochdekorierten israelischen Generals; mehr über ihn siehe weiter unten)

Luftangriffe auf den dicht besiedelten, völlig von Israel kontrollierten Gaza-Streifen sind ja nichts Neues mehr und werden in den Medien wie Routine behandelt. Die sterile, militaristische Sprache der „Meldungen“ lässt auch kein Mitgefühl oder Unrechtsbewusstsein aufkommen: Israel hat wieder „Ziele“ im Gazastreifen bombardiert, heißt es immer. In Wahrheit werden Schulen, Wohnblöcke, Geschäfte, Moscheen, etc. bombardiert, (also eben keine legitimen Ziele)und letztlich sind damit Menschen gemeint …

Gaza children victimsWie fanatisch selbstgerecht und unmenschlich man sein muss, um 1,8 Millionen Menschen (darunter etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) die in einem Elendsghetto eingesperrt sind, immer wieder zu bombardieren, diese Frage darf nicht gestellt werden. Denn das würde ja das ewige Opfer-Image, auf das jüdische Israelis ein Monopol haben, in Frage stellen.

Dass jede Form von Gewalt, die manche Palästinenser ausüben, die Folge der brutalen Besatzung ist, wird in den Medien nie erwähnt. Ja die Besatzung selbst wird unsichtbar gemacht, damit keine Empathie für die entrechteten Palästinenser aufkommt.

Dieser Kontext darf nicht hergestellt werden. Ursache und Wirkung werden auf den Kopf gestellt, die Gewalt in einem politischen Vakuum präsentiert. (Darüber habe ich ja schon häufig geschrieben)

In diesem Fall ist aber die Vorgeschichte äußert interessant, weil damit eine riesige Medienkampagne verbunden war, die weltweit Schlagzeilen machte und die Gemüter sehr erregte. Wie glaubhaft diese Story ist, darüber machte sich niemand Gedanken …

BIG DEAL: DIE  ENTFÜHRUNG  VON  DREI  ISRAELISCHEN TEENAGERN

three-boysLaut offiziellen Angaben wurden am 12. Juni 2014 drei männliche Jugendliche „entführt“: Naftali Frenkel, Gilad Shaar and Eyal Yifrach seien am Abend (auf dem Heimweg von der Schule) als Anhalter mitgenommen worden und seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Die drei Schüler bzw. ihre Eltern gehörten zu jenen „Siedlern“, die von der israelischen Regierung durch finanzielle Anreize (oder religiösen Eifer) dazu gebracht werden, sich als illegale Kolonisten im Westjordanland niederzulassen. In diesem Fall die „Siedlung“ Kfar Etzion. Netanyahu, ein Meister machiavellischer Täuschung, schlug aus dieser „Entführung“ natürlich politisches Kapital: eine gewaltige Medienkampagne wurde losgetreten und dabei den ultra-rechten Kreisen in Israel viel Wasser auf die Mühlen ihres Fanatismus gegossen.

Während einerseits die Mitleidskarte gespielt wurde („Bring our Boys back!), zogen „Bibi“ und die fanatischen Rabbis andererseits alle Register, um den Hass auf die Palästinenser zu schüren: einen Aufruf über Facebook, für jede Stunde der „Entführung“, als Vergeltung einen palästinensischen Gefangenen zu ermorden, kommentierten über 30.000 Israelis mit „das gefällt mir“.

So wurde eine emotionsgeladene, aggressive „Opfer“- Stimmung erzeugt und gleichzeitig Hoffnung auf die Auffindung der drei Entführten geschürt. Als diese dann tot aufgefunden wurden, entlud sich natürlich die aufgestaute Aggression umso mehr: fanatische israelische Jugendliche attackierten Palästinenser bzw. arabische Israelis auf den Straßen, der Volkszorn kochte über:

NF Petition for UN Investigation  7 2014Der grauenvolle Tod eines 16 jährigen Palästinensers, der mit Benzin übergossen und dann angezündet wurde (man zwang ihn auch noch, den Treibstoff zu trinken), ist das traurige Ergebnis dieser kollektiven Hetzkampagne, die andernorts als Pogrom bezeichnet würde. Dann wurde auch noch sein Cousin von IDF-Soldaten geschlagen und getreten (siehe Bild unten rechts).

Wie immer, wurde sofort Hamas die Schuld an der Entführung zugewiesen, obwohl nicht die Spur eines Beweises existiert und die Hamas-Führung jede Beteiligung daran leugnet. Wenn eine Entführung politisch motiviert ist, bekennen sich die Täter normalerweise dazu oder brüsten sich sogar damit. Entweder, weil sie die Geisel gegen Erfüllung einer politischen Forderung freilassen wollen, sie gegen Gefangene austauschen oder die Geisel töten, um sich beim politischen Gegner (für dessen Verbrechen) zu rächen.

Angesichts der brutalen Realität der Besatzung und der fanatischen Aggression vieler „Siedler“ (die auf gestohlenem Land ihre Häuser bauen und den palästinensischen Familien das Leben zur Hölle machen), wäre es kein Wunder, wenn unter den gequälten Palästinensern im Westjordanland einige so radikalisiert würden, dass sie sich für das seit Jahrzehnten erlittene Unrecht rächen wollen. Aber selbst wenn es so wäre, könnte man daraus nicht automatisch und reflexartig den Schluss ziehen, dass Hamas dafür verantwortlich ist.

DIVIDE ET IMPERA 2.0

Doch der Zeitpunkt der Entführung und der politische Kontext dahinter, sind starke Indizien dafür, dass der Wahrheitsgehalt dieser Story eher dürftig ist.

Dass es Hamas und Fatah nach vielen Jahren der (von Israel geschürten) Zwietracht kurz davor gelungen war, eine Koalition der nationalen Einheit zu bilden, die von der EU und der USA als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, darf natürlich als politischer Kontext nicht unerwähnt bleiben. Mit der kurz darauf lancierten Entführungsstory und ihrem blutigem Ende hat Israel diese Einigkeit erfolgreich torpediert und wieder dem alten PR- Slogan „Israel has no partner for peace“ neues Leben eingehaucht. Das kann kein Zufall sein, denn die israelische Regierung sucht ja seit Jahren (erfolgreich) immer wieder nach Vorwänden, diese Verhandlungen zu torpedieren.

Und was hätte diese dilettantisch inszenierte „Entführung“ denn Hamas gebracht? Betrachtet man die Sache nach dem Cui Bono? Prinzip wird schnell klar, dass Hamas von dieser Entführung, geschweige denn Ermordung der drei israelischen Jugendlichen keinen politischen Vorteil gezogen hätte, im Gegenteil. Netanyahu jedoch schlug enormes Kapital aus diesem medial inszenierten Drama.

Er sagte dazu einen Tag nach der Entführung:

Heute kann ich das aussprechen, was ich gestern noch verschweigen musste (wegen einer Welle von Verhaftungen in Judäa und Samaria) Hamas-Leute haben die Entführung organisiert. Das ist dieselbe Hamas, mit der Abbas jetzt eine Einheitsregierung gebildet hat. Das wird schwerwiegende Folgen haben.“

Abgesehen davon: In einem Rechtsstaat muss ein Verdacht begründet werden. Dann kommt es zur Verhaftung bzw. einer Anklage und schließlich zu einem Gerichtsverfahren, in dem der Staatsanwalt die Schuld des Angeklagten beweisen muss. Dieser Rechtsgrundsatz gilt aber für Palästinenser nicht: Während Israelis danach behandelt werden, gilt für Palästinenser unter Besatzung das Kriegsrecht. Beweise für die Schuld müssen nicht vorgelegt werden. Es genügt, wenn einfach behauptet wird, dieser oder jener „Arabushim“ (dreckiger Araber) sei der Täter. Wenn es sich um Hamas-Mitglieder oder deren Sympathisanten handelt, gelten nur mehr die Rechtsgrundsätze einer Militärdiktatur: „wir haben immer Recht, egal was wir tun“.

Sobald diese Beschuldigung also verlautbart ist, tritt das Nazi-Prinzip der „Sippenhaftung“ in Aktion: Angehörige des mutmaßlichen „Täters“ ja ganze Dörfer werden kollektiv dafür bestraft, was man ihm vorwirft: willkürliche Verhaftungen, Demolierung von Wohnhäusern, nächtliche Überfälle durch die Militärmacht, Folter, jahrelange Haft ohne Anklage, etc. sind in solchen Fällen Routine. Es gibt keine Behörde, bei der sich die Palästinenser über dieses Unrecht beschweren könnten. (Diese Gesetze stammen zum Teil noch aus der britischen Mandatszeit und reflektieren somit die Kolonialmentalität …)

Während also die Emotionen hochgekocht wurden um dann das alte Reaktionsmuster (böse Hamas, Bomben auf Gaza, Raketen auf Israel …) auszulösen, sind einige wichtige Fragen nicht gestellt worden, die die offizielle Story als unglaubwürdig entlarven könnten:

HITCHCOCK KRIMI: BEI ANRUF MORD

Angeblich ging am Tag der Entführung, gegen 10:30 abends ein (aufgezeichneter) Telefonanruf bei der israelischen Polizei ein. Gilad Shaar soll einen Hilferuf abgesetzt haben, der aber von der Polizei nicht ernstgenommen wurde. Sie betrachteten ihn zunächst als „Scherz“ bzw. konnte sich Gilad anscheinend nicht richtig verständlich machen. Erst als die Eltern am 13. Juni gegen 3 Uhr morgens eine Vermisstenmeldung machten, wurde der Notruf in einem anderen Licht gesehen.

Nach Presseberichten hört man darin, wie die Kidnapper den Jugendlichen befehlen, „unten zu bleiben“. Im Hintergrund sei ein israelischer Radiosender zu hören, während Gilad (schwer verständlich) flüstert: Wir sind entführt worden … Dann folgen angeblich mehrere Schüsse und Jubelgesang, gefolgt von der Bemerkung: „Wir haben drei!“(erledigt).

Die Existenz dieses Tonbands sei erst später an die Öffentlichkeit gelangt, weil die Regierung den Medien zunächst Stillschweigen verordnet habe. Die Mutter von Galit Shaar sagte in einem Interview, die Polizei habe ihr auf die Frage, was die Schüsse zu bedeuten hätten, gesagt, es handle sich dabei um Platzpatronen. Wie konnten sie das wissen?

Die Tonband-Story ist bei genauer Betrachtung lächerlich (so wie die Anrufe am 11. September aus dem Flugzeug …)

  • Wieso sollten „radikale“ Palästinenser (wie sie immer genannt werden) israelisches Radio hören, noch dazu während einer Entführung?
  • Welcher Entführer ist so dämlich und lässt der Geisel ihr Handy? Noch dazu unter israelischer Besatzung, wo sich überall Militärposten befinden?
  • Wie konnten die Palästinenser in das für Juden reservierte und von Militärs bewachte „Siedlungsgebiet“ so einfach vordringen? Selbst die Straßen im Westjordanland („Judäa und Samaria“) sind nach einem Apartheidsystem organisiert: nur Fahrzeuge mit israelischen Kennzeichen dürfen dort fahren, bzw. die Palästinenser müssen durch zahlreiche Checkpoints – wo sie streng kontrolliert werden und ihnen der Zugang einfach verwehrt werden kann – oder sie werden durch Straßensperren in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.
  • Was bezweckten die „palästinensischen“ Entführer mit der Tat, wenn sie daraus keinen Vorteil hatten?
  • Wer ist so dämlich und vergräbt die Opfer auf seinem eigenen Land in einem „seichten“ Grab?
  • Wieso gibt es keine Fotos von den toten Israelis? Aus Pietät? Schwer zu glauben …
  • Die Leichen wurden nach offiziellen Angaben erst 14 Tage später gefunden, waren aber nicht verwest (bei Temperaturen von über 30 Grad …) – wie ist das zu erklären? Wurden sie gekühlt?
  • Wieso gibt es keinen Autopsiebericht, der die Todesursache bestätigt?

140707-hebron-carAls das ausgebrannte Auto der „Entführer“ aufgetaucht ist, habe man nach Angaben des Geheimdienstes keine DNA-Spuren gefunden. Später hieß es aber, Patronenhülsen und Blutspuren seien vorhanden gewesen, man habe die Eltern belogen, weil man den Eindruck erwecken wollte, die Jugendlichen seien noch am Leben.

Max Blumenthal schreibt dazu, die Regierung habe schon bald gewusst, dass die drei Entführten tot seien, aber aus Propagandagründen den Eindruck erweckt, sie seien noch am Leben. Dazu seien auch die Medien einige Zeit “geknebelt” worden, um zu verhindern, dass die Schüsse auf dem Tonband publik werden.

Das ergibt aber keinen Sinn, denn die Eltern von Gilad hörten ja das Tonband und somit auch die Schüsse. Wenn sie diese Aufzeichnung als authentisch ansahen, musste ihnen klar sein, dass die Schüsse nur eines bedeuten konnten. Die ganze Story ist absurd und erinnert mich an die Taktik nach „911“: damit sich die Empörung kanalisieren lässt, wurden Stories über die Inkompetenz der Behörden lanciert, damit aber gleichzeitig die falsche Prämisse, nämlich WAS an diesem Tag passiert ist und WER die Täter waren, untermauert wurde.

Nach diesem Täuschungsprinzip wurde dann auch publik gemacht, dass als Folge dieses Versagens mehrere Polizisten entlassen wurden, während die IDF als glorreicher Held präsentiert wird.

Investigative Reporter wie Blumenthal haben auf diese Weise etwas zum „Aufdecken“, erkennen aber nicht, dass sie wohl einem „Red Herring“ gefolgt sind. So „berichtet“ Blumenthal, die Identität der mutmaßlichen Täter sei schon bald klar gewesen:

Schon zwei Tage später, am Samstag, wurden die Häuser von zwei Hamas-Unterstützern in der Nähe von Hebron durchsucht, die Söhne der Verdächtigen verhört und (nach Auffinden der Leichen) wurden die Häuser später demoliert: Marwan Qawasmeh and Amer Abu Eishe sind am Tag nach der Entführung angeblich „verschwunden“, das ist die einzige Grundlage dafür, dass sie als tatverdächtig gelten.

Ende Juni stürmten IDF-Truppen dann das Haus von Husam Dufish und nahmen ihn mit, weil er ebenfalls als Entführer der drei Jugendlichen verdächtigt wird. Auch bei ihm wird behauptet, er sei seit der Entführung verschwunden, doch die Familie sagte aus, er sei die ganze Zeit da gewesen und habe sich verhalten wie immer.

Obwohl es also angeblich diese „dringend Tatverdächtigen“ gab, wurden hunderte Palästinenser – weit entfernt vom Tatort – verhaftet, auch Abgeordnete und andere Persönlichkeiten festgenommen und wie Verbrecher behandelt. Universitäten wurden überfallen, Computer konfisziert und ihre Schließung erzwungen. Kollektive Bestrafung ist in den besetzten Gebieten der normale modus operandi wenn wieder einmal Pogromstimmung herrscht …ob es dafür einen echten oder inszenierten „Grund“ gibt, spielt keine Rolle. Man muss wieder eine Projektionsfläche für die eigene Schuld und Aggression finden und Hamas hat ja bereits die Rolle des Ultra-Bösewichts erhalten.

Während also die Entführungsstory weltweit Schlagzeilen machte, weil es sich um „jüdische“ Opfer handelte, fand der gewaltsame Tod  zweier junger Palästinenser kein großes Interesse – aber das ist ja nichts Neues.

 TEARS FOR FEARS: BRING OUR BOYS BACK

 Am 17. Juni stand der israelische UN-Botschafter vor einem Redepult der Vereinten Nationen in New York und machte ein Riesentheater wegen der entführten Jugendlichen. (Man muss dazu sagen, dass die israelischen Soldaten jederzeit palästinensische Jugendliche unter einem Vorwand festnehmen und inhaftieren können und das auch laufend tun …Schikane, Psychoterror und Misshandlungen, sind dabei nicht selten, wie B’t Selem immer wieder dokumentiert hat.)

Wo ist die internationale Gemeinschaft, wo ist sie? Unsere Jungs sind seit fünf Tagen vermisst …und was tut sie?

Natürlich nutzte er die Gelegenheit, um die Einigung zwischen Fatah und Hamas zu verunglimpfen:

Alle die diese Verbindung begrüßt haben, sollten in die Augen der verzweifelten Eltern blicken und den Mut aufbringen, die Entführung zu verurteilen. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich auf ein schlechtes Geschäft eingelassen und Israel zahlt den Preis dafür.

Daneben stand ein großes Plakat mit den drei Gesichtern der israelischen Teenager und dem Slogan „Bring Back our Boys.“

Ein Paradebeispiel für das Crying & Shooting Syndrom, das die Zionisten so gerne zum Besten geben.

Dann wurden die “social media”mit dem rührseligen Slogan überschwemmt, ganz nach dem PR-Muster in Nigerien …dort waren es ja Mädchen. Man sieht also, dass hier eine ähnliche PR-Taktik dahinter steht.

WHICH BOYS? DIE  OPFER,  FÜR  DIE  SICH  NIEMAND INTERESSIERT

Am gleichen Tag, als die BBOB Kampagne gestartet wurde, konfiszierte die IDF die Überwachungskamera, mit der die Ermordung zweier junger Palästinenser gefilmt wurde, nachdem sie an einer Demonstration zur Erinnerung an die Nakba teilgenommen hatten und gegen die politisch motivierte Inhaftierung tausender Palästinenser protestierten.

Nadim NawarahDie beiden Opfer waren der 16-jährige Muhammad Abu Daher und der der 17-jährige Nadim Nawarah (siehe Foto links). Ihm wurde am helllichten Tag in den Rücken geschossen, als er friedlich auf der Straße ging. Als das publik wurde, bestritt die IDF (die israelische Armee) das man scharfe Munition gegen Demonstranten einsetzte: es sei nur mit Gummi überzogene Munition verwendet worden und die könne nicht tödlich sein.

Der Familie von Nadim und den Augenzeugen wurde also unterstellt, dass sie lügen (was ja für „dreckige Araber“ quasi der Normalzustand sei, während die israelische Regierung bzw. die IDF doch immer nur moralisch handeln ….)

Dann tauchte ein Video aus einer Überwachungskamera auf, in dem man sieht, wie Nadim von hinten von einem Geschoss getroffen wird und dann nach vorne auf den Boden fällt. Auch das wurde als „Fälschung“ hingestellt.

Doch am Mittwochabend (ca. 36 Stunden bevor die Entführungsgeschichte die Medien überschwemmte), wurde ein Autopsiebericht veröffentlicht, aus dem klar hervorging, dass Nadim mit scharfer Munition erschossen wurde.

Das israelische Militär hat also (wieder einmal) zwei junge Palästinenser ermordet, das Verbrechen bis zuletzt geleugnet und als der Mord ans Licht kam passierte was? Nichts. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen, denn es ist kein Grund zur Aufregung, wenn Araber vom Militär des „auserwählten Volkes“ getötet werden. Schließlich sagte ja ein israelischer Offizier (Rafael Eitan) schon vor Jahren, die einzige Art mit den Palästinensern umzugehen, sei ihr Leben auf das Niveau „von benommenen Küchenschaben in einer Flasche“ zu reduzieren.

TIERE,  MENSCHEN  UND  ZIONISTEN

Im "Abschlachten" sind die Zionisten unerreicht ...

Im „Abschlachten“ sind die Zionisten unerreicht …

Netanyahu hatte nach der angeblichen Ermordung der Jugendlichen durch Palästinenser – für die es keinen Beweis gibt – auch über Twitter noch mehr Öl ins Feuer gegossen: „Sie wurden von Tieren in Menschengestalt kaltblütig ermordet… dann zitierte er Passagen aus dem Gedicht „Über Das Abschlachten“ von Chaim Bialik* (über ein Pogrom im russischen Zarenreich des Jahres 1903) über die „angemessene“ Rache für die Ermordung eines „kleinen Kindes“, die der Teufel erst noch erschaffen müsse“ und betonte dass Hamas dafür verantwortlich sei und dafür bezahlen werde …

(*Dieses Gedicht radikalisierte tausende junge Juden in Osteuropa und ermöglichte den Zionisten die Schaffung paramilitärischer Einheiten, die eindeutig faschistische Züge hatten — einer ihrer glühendsten Anhänger war Vladimir Jabotinsky, den sogar Ben Gurion als „Vladimir Hitler“ beschimpfte)

palestinian-teenager-police-detention.siDer Erfolg dieser billigen Demagogie ließ nicht lange auf sich warten: Horden von radikalisierten Israelis zogen durch die Straßen von Jerusalem und schrien „Tod den Arabern!“. Auf Facebook tauchten Fotos von Soldaten auf, die mit ihren Waffen posierten und Rache schworen … Das Abfackeln eines jungen Palästinensers (der 16-jährige Muhammed Abu Khudair) bei lebendigem Leib war der vorläufige traurige Höhepunkt dieser Volksverhetzung, zu der dann noch die brutale Verprügelung seines Cousins, (siehe Bild oben) zu Besuch aus den USA, durch die IDF kam. Er wurde von israelischen Soldaten schwer misshandelt (man sieht auf dem Video, wie er von einem festgehalten wird während der andere mit Stiefeln auf seinen Kopf tritt …)

Die extrem rechte  “Jüdische Heimat” Partei erhielt dank dieser inszenierten, kollektiven Lynchhysterie natürlich verstärkten Zulauf und Rufe nach der Auslöschung aller Palästinenser wurden in dieser Atmosphäre salonfähig. Was die zionistischen Rabbis zum Thema grenzenlose Rache von sich gaben, ist nicht druckreif.

Netanyahu, der diese kollektive Hysterie bewusst geschürt hatte, trat dann vor die Kamera und hatte dann auch noch den Nerv – in einer äußerst eklatanten Form von Chuzpe – folgendes zu sagen:

Murder, riots, incitement, vigilantism — they have no place in our democracy. And it is these democratic values that differentiate us from our neighbours and unite us with the United States.”

Das ist wieder eine eindrucksvolle Demonstration des moralischen Absolutismus, den das zionistische Israel in Anspruch nimmt und den Joel Kovel in seinem Buch „Overcoming Zionism“ so treffend analysiert. Nach dieser Ideologie können Juden gar nicht unrecht tun, eben weil sie Juden (also die Auserwählten Gottes) sind.

Anti-Semitismus – auf den Punkt gebracht – heißt: Jemand ist ein schlechter Mensch, weil er Jude ist. Der Zionismus dreht den Spieß um und sagt: Jemand ist automatisch gut (handelt immer moralisch richtig), weil er Jude ist. Kovel betont, dass die eine Sichtweise ebenso falsch ist, wie die andere (die aber nie diskutiert wird).

Die politische Instrumentalisierung des Holocaust mit einer religiös-verbrämten Ideologie der Überlegenheit bzw. des „Auserwähltseins“ (rabbinische Lehre: Juden stehen in der Rangordnung über den Menschen) führt dazu, dass es – selbst bei extremer Grausamkeit gegenüber den Palästinensern – kein Unrechtsbewusstsein gibt.

Alle unmenschlichen Verhaltensweisen, alle Verbrechen werden damit geschönt und moralisch legitimiert dass es sich immer um eine Kombination aus „Selbstverteidigung“ und der Ausübung eines göttlichen Rechts handelt. Fragt man einen so indoktrinierten „Siedler“ im Westjordanland, ob er keine moralischen Skrupel habe, weil die eigentlichen Besitzer des Landes enteignet, entrechtet und vertrieben werden, antwortet er nur: ich tue nur Gottes Wille.

Diejenigen, die weniger mit biblischen Parolen zu beeindrucken sind, klammern sich an den Mythos der Selbstverteidigung und tragen ihn vor sich her wie ein Schutzschild. Solange ich die Aggression auf den politischen Gegner projizieren kann, der mir einfach nur Böses will (weil ich Jude bin), kann die eigene Gewalt als defensiv, notwendig und „edel“ betrachtet werden. Damit das gelingt, wird auch vor systematischer Geschichtsfälschung nicht Halt gemacht. Das haben ja u.a. Historiker wie Ilan Pape u. Avi Shlaim klar demonstriert.

1 NakbaIn diesem Video spricht der Sohn eines berühmten israelischen Generals über seine Erfahrungen in Israel. Er wuchs in Israel auf und hörte alle diese Mythen über das arme, kleine Israel, das sich immer nur gegen die bösen Araber wehren musste, die es von der ersten Stunde an vernichten wollten. Doch eines Tages fand er heraus, dass alles ganz anders war. Die “Verteidigungskriege” waren stets von langer Hand geplant, ebenso wie ethnischen Säuberungen (1947 u. 1948 und in gewisser Weise noch heute …) und der von Anfang an existierende Plan, das ganze Land in Besitz zu nehmen. UN-Teilungsplan, Völkerrecht, etc. hin oder her.

Wenn dazu eine brutale Militärdiktatur (in den besetzten Gebieten) notwendig ist, so what. Wer sich immer im Recht wähnt, wird blind für die Folgen seines Tuns und wenn daraus neue Gewalt entsteht, sieht man das wieder als Bestätigung der eigenen rassistischen Vorurteile an: diese „Araber“ sind einfach primitive Kreaturen, verstehen nur die Sprache der Gewalt, etc. und wieder muss man sich doch nur „verteidigen“ ..

Was “wir” diesen Menschen seit mehr als vier Jahrzehnten angetan haben, ist kein Thema. Nicht unser Handeln ist die Ursache des Problems, sondern deren „Charakter“, deren Religion, deren Fanatismus, usw. Kollektiver Narzissmus gepaart mit biblischem Sendungsbewusstsein und dem moralischen Blankocheck, den man sich aus dem Holocaust konstruiert hat, das kann nur in einer pathologischen Form von aggressiver Selbstgerechtigkeit enden.

Mehr als 1.400 Kinder wurden seit Beginn der Intifada (2000) von Israel getötet. Es mag grotesk sein, die Zahl der toten Kinder auf beiden Seiten gegeneinander aufzurechnen, doch der Vergleich zeigt, wie verlogen die israelische Propaganda ist: zu suggerieren, dass die (vergleichsweise lächerlichen) Raketen aus dem belagerten Gazastreifen für Israel eine ebensolche Bedrohung sind, wie die massive Bombardierung (400 Tonnen Bomben in zwei Tagen) ist einfach absurd.

Außerdem ist das seit Jahren andauernde Wirtschaftsembargo gegen die Menschen in Gaza natürlich auch eine Form von Gewalt, die viele Opfer fordert.

(Bild unten aus dem Bt’selem Report über Gaza : ONE BIG PRISON)

1 One Big Prison BtSelem

 

 

 

 

Fortsetzung folgt …

ANHANG:

humanSchreiben der palästinensischen Eltern zweiter getöteter Jugendlicher (siehe weiter oben) an den Papst, mit der Bitte um Hilfe, damit die isarelischen Täter zur Rechenschaft gezogen werden:

Your Holiness,

We are the parents of the two children, Nadeem Nawara, 17, and Mohammad Abu Daher, 16, who were killed in cold blood by Israeli forces. We appeal to Your Holiness as a religious and spiritual leader to call on international human rights organizations to seek justice in the prosecution of the perpetrators and hold their leaders accountable for the murder of our sons.

Our hearts are torn in anguish for the loss of our sons, whose young lives, dreams, and hopes were cut short by the bullets that struck them. They were murdered with the utmost cruelty and disregard for human life, at a time when our people were recalling the tragedy of the Nakba that befell upon us at the hands of the Israeli occupation.

Your Holiness, we would like you to watch the video that was published by Defense for Children International Palestine, documenting the murder and showing clearly how our children were killed without the blink of an eye.

As part of your moral responsibility as a prestigious religious and social figure, we hope that Your Holiness will interfere to put an end to the crimes committed against our children, women, and elderly.

We attach high hopes to your historic visit to our holy and blessed land, and we hope it will be a good start to exert every possible effort at the international level to end the occupation, so that our children may live in peace and security in the land of love and peace.

Mehr Lesestoff:

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Der ORF als THINKPOL: Sind Sie „pro-russisch“?

Es ist uns gelungen, der Revolution neues Leben einzuhauchen

Andrei Parubiy, zu den Vorfällen am 22. Februar 2014 auf dem Maidan

From Hell Odessa 0205Während also in der Ukraine jetzt de facto das Kriegsrecht ausgerufen wurde und fanatische Neo-Nazis, vermummte Milizen und militärische Gewalt im Land Angst und Schrecken verbreiten,– von dem Pogrom und Blutbad in Odessa ganz zu schweigen – was machen unsere Journalisten derweil?

  • Brechen sie in die Ukraine auf, um der Welt zu zeigen, was dort wirklich los ist? Analysieren sie wenigstens einige von hunderten Videos, die über die Ereignisse in Odessa, Kharkov, Slavyansk und die anderen Städte, in denen es zu Gewaltausbrüchen kam, informieren und nicht vom Fließband der Presseagenturen stammen?
  • Lesen sie die Parteiprogramme der Machthaber in Kiew? Interessieren sie sich dafür, welche Leute eigentlich für die innere und äußere Sicherheit der Ukraine nach dem Putsch zuständig sind?
  • Wer die „Nationalhelden“ sind, die von den Svoboda und (jungen) Pravy Sektor Anhängern so inbrünstig verehrt werden? Warum diese Leute den Jahrestag der Gründung der galizischen Division der Waffen-SS mit Fackelzügen und Jubelgesängen feiern?
  • Wissen Sie, dass Svoboda Parteichef Tyanybok die Bevölkerung der Ukraine vor dem „jüdisch-russischen Abschaum“ (oder ebendieser „Mafia“) gewarnt hat? Dass in der Ukraine am helllichten Tag Menschen schwer misshandelt werden, wenn sie die „ultra-nationalen“ Helden der Ukraine kritisieren und „faschisti, faschisti “ rufen?
  • Dass dutzende Politiker verprügelt oder anderweitig eingeschüchtert, wurden, die vorhatten, bei Regional- oder den Präsidentschaftswahlen mitzumachen?
  • Haben sie eine Ahnung davon, dass der stellvertretende Parteivorsitzende und „Chef-Ideologe“, Yuriy Mykhalchyshyn, ein bekennender Faschist und begeisterter Anhänger von Josef Goebbels ist, dem er sogar ein „politisches Forschungszentrum“ gewidmet hat? (Mehr dazu siehe „Goebbels in Galizien“)
Mass Murder Odessa and  Media Silence in Europe

(Klicken Sie auf das Bild)

Weit gefehlt. Der ORF (Österreichische Rundfunk) zum Beispiel hat viel Wichtigeres zu tun. Seine Journalisten haben eine neue Mission gefunden: das Aufspüren „pro-russischer“ Elemente in der österreichischen Polit-Szene. Gerade jetzt, wo die EU-Parlamentswahlen bevorstehen, darf der Journalist nichts unversucht lassen, um der ahnungslosen Öffentlichkeit die gefährlichen „Sympathisanten“ Putins zu präsentieren, damit sie diese ja nicht wählen!

AM PRANGER: DIE „PRO-RUSSISCHEN“ SYMPATHISANTEN

Surreale Interviews geführt im geopolitischen Vakuum sind ja seit der „Fata Maidana“ in Kiew an der medialen Tagesordnung. Hier „profilieren“ sich Journalisten-Attrappen, in dem sie Politikern scheinbar „auf den Zahn fühlen“. Nun ist der investigative Journalismus – gerade in Wahlkampfzeiten – theoretisch eine feine Sache, besonders „in Zeiten des universellen Betrugs“ wie sich George Orwell ausgedrückt hat, „wird die Suche nach der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.“

Was uns hier aber als Interview präsentiert wurde, ist so schäbig, dass man nach den passenden Worten suchen muss, um die Infamie dieser „Pressestunde“ adäquat zu beschreiben. Bevor ich aber auf den Inhalt des Gesprächs eingehe, eine wichtige Klarstellung:

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in die Situation komme, einen FPÖ-Politiker zu verteidigen. Diese „liberalen“Parteien sind für mich seit vielen Jahren ein „rotes Tuch“ und ich halte die perfide, politische Instrumentalisierung des Begriffs „Freiheit“ durch diese Parteien für sehr gefährlich.

Besonders die Führungsfiguren dieser Ideologie im ökonomischen Kontext, allen voran Friedrich von Hayek, dann Milton Friedman samt seinen „Chicago boys“, sowie Leute wie Reagan und Thatcher usw.) sind meine Feindbilder der ersten Ordnung.

Doch man muss auch eingestehen können, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen, deren politische Ideologie man ablehnt, nicht fair ist. Auch wenn man die politische Gruppierung, zu der eine Person gehört, nicht goutiert, heißt das nicht, dass jeder einzelne davon immer mit allem was er oder sie sagt, Unrecht hat.

Aus dieser Perspektive möchte ich daher die Aussagen des FPÖ-Spitzenkandidaten für das Europäische Parlament in der ORF-Pressestunde bewerten (auch jene von Ewald Stadler, ehemals FPÖ-Mitglied, im letzten Beitrag) und die Fragen der Journalisten kommentieren:

ORF pressestunde VilimskyDas Interview wurde geführt von Wolfgang Wagner für den ORF und Ulla Kramar-Schmid für das österreichische Politik-Magazin PROFIL. Das „Opfer“ der „anti-russischen“ Inquisition (um diese wertende Kategorisierung auch mal zu verwenden) ist Harald Vilimsky, wie schon erwähnt Spitzenkandidat der FPÖ für das EP.

DER ORF UND DER EINZIG WAHRE GLAUBE

Der Tenor der Kritik, die sich durch das ganze Interview zieht wie ein roter Faden, ist „die deutliche Sympathie für Russland die die FPÖ „als einzige Partei“ angeblich erkennen lässt. Damit nicht genug, „lehnt sie auch noch die EU-Sanktionen ab (die in Wahrheit natürlich US-Sanktionen sind). So beginnt das Interview …

Sympathie? Was soll das aber konkret heißen? Dass man die Aktionen der russischen Föderation als richtig und legitim erachtet? Dass man die Dämonisierung des russischen Präsidenten für ungerecht und als Teil einer medialen Hetzkampagne ansieht, die von Washington, Berlin und Brüssel lanciert wurde und von den kriminellen Aktionen der Putsch-Regierung und ihrer Sponsoren ablenken soll?

Dass man versteht, warum in der Ost-Ukraine die Menschen sich zu Russland hingezogen fühlen? Und wenn das so ist, muss man sich dann dafür schämen? Weil man „die einzige Partei“ ist, die diesen Standpunkt vertritt? Ist Non-Konformismus in einer so heiklen Angelegenheit peinlich?

Anscheinend schon, so klingen jedenfalls die unterschwelligen Töne der beiden Journalisten, die nichts besseres zu tun haben, als einen „pro-russischen“ Kollaborateur zu entlarven (so hört es sich beinah an).

Vilimsky vertritt in dem Interview folgende Standpunkte:

  • Der Umsturz der gewählten Regierung in Kiew wurde von außen gesteuert, man wollte bewusst einen Konflikt provozieren
  • Echte Demokratiebewegungen würden sich nicht mit „Sturm- und Maschinengewehr artikulieren
  • Europa sollte sich nicht als Propagandainstrument der USA missbrauchen lassen und vor der Realität in der Ukraine die Augen verschließen
  • Österreich sollte sich in diesem Konflikt „neutral“ verhalten, wie es die Verfassung auch vorsieht
  • Die FPÖ sieht er ebenfalls in einer „neutralen Position“ (will nicht für die eine oder andere Seite Partei ergreifen)
  • Russland sei ein Partner Österreichs und die Regierung sollte alles unternehmen, um als neutraler Vermittler eine gütliche Regelung herbeizuführen (Sanktionen würden uns nur selbst schaden)

„Wir brauchen dafür Russland, die Ukraine und die Europäer. Was wir nicht brauchen, sind die Amerikaner, die auch hier offensichtlich Weltpolizei spielen wollen.“

Die Journalisten werfen ihm vor, dass er bzw. seine Partei eben nicht neutral sei, denn praktisch, alles was er sage, zeige die „pro-russische Haltung“ der FPÖ. Vilimsky erklärt, dass er seit einigen Jahren Obmann der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft sei und deshalb einen „sehr emotionalen Bezug“ zu den Ereignissen in der Ukraine habe. Er betont, dass er deswegen über gute Kontakte im Land verfüge und diese Aussagen der Betroffenen höher zu bewerten seien, als die Propaganda-Meldungen in den Medien, (auf die sich aber diese beiden Gestalten immer beziehen).

Da wird ja von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt

Er versucht immer wieder, diesen beiden geopolitischen Autisten klar zu machen, worum es hier geht:

  • Dass die mediale Darstellung der Ereignisse in der Ukraine seit Monaten nicht der politischen Realität entspricht und nur die Perspektive Washingtons (samt seinen Vasallen in Brüssel und Berlin) widerspiegelt.
  • Dass man (den korrupten, aber) legitimen Präsidenten Janukowitsch verfassungswidrig abgesetzt habe (ein Rumpfparlament wurde quasi mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Forderungen der Putschisten zu erfüllen – siehe dazu auch Natalia Vitrenko)

Vilimsky erinnert dann daran, dass sowohl Bush als auch Tony Blair die Weltöffentlichkeit belogen haben und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ nie gefunden wurden (weil es sie nie gab).

Quotation-Ramsey-Clark-world-war-crimeVilimsky hat also den Mut, ein enorm heißes Eisen der internationalen Politik anzufassen: die wahre Rolle der USA auf dieser Welt bei der Entstehung von außenpolitischen Konflikten (bzw. innenpolitischen Krisen aus Sicht der Opfer).

Er versucht, den beiden Fließband-Journalisten klarzumachen, dass aufgrund seiner persönlichen Kontakte mit Ukrainern vor Ort und unter Zugrundelegung der realen, geopolitischen Verhältnisse auf der Welt, die USA mit großer Wahrscheinlichkeit am Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine beteiligt war. (Alleine das abgehörte Telefonat zwischen Victoria Nuland und dem amerikanischen Botschafter in Kiew ist ein gewaltiges Indiz dafür – genau der Politiker, den sie darin als „richtig“ erachtet, wurde ja tatsächlich Ministerpräsident: Yatseniuk und die „fünf Milliarden Dollar“, die laut Victoria Nuland in die Ukraine „investiert wurden“ – wofür wohl ?

Doch die brisanten, aber sehr realistischen Aussagen über die wahren Urheber des Putsches und die unerträgliche Schwarz-Weiß-Propaganda, die aus Washington kommt – und von den Medien schamlos absorbiert wird – interessieren diese beiden „churnalists“ gar nicht.

Sie leiden offenbar an einer schweren Form von „cognitiver Dissonanz“ bzw. „confirmation bias“: Gemeint ist damit, die Neigung (von uns allen), Informationen zu bevorzugen, die mit unserem Weltbild, unseren Werten, etc. übereinstimmen, egal ob diese wahr sind oder nicht und jene abzulehnen, die dieses Wahrnehmungsmuster ins Wanken bringen …). Bei Journalisten ist dies natürlich enorm behindernd bei der Arbeit …..

Die beiden Interviewer konzentrieren sich darauf, dass Vilimsky behauptet, es habe „Blackwater“ Söldner auf dem Maidan gegeben und dass er selbst nicht „neutral“ sei.“ (Der ORF betätigt sich später in der ZIB2 dann auch noch als scheinbarer „Fakten-Checker“ um Vilismkys Aussagen über die BW-Söldner als falsch zu entlarven – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Zunächst geht es aber um die EU-Sanktionen: Hier die Frage verbatim:

EU DornenkroneORF (Wagner) : „Die EU hat Sanktionen, die jetzt laut Merkel und Hollande sogar verschärft werden sollen, wenn in zwei Wochen die Wahlen des Präsidenten nicht ordnungsgemäß abgehalten werden können, weil in der Ost-Ukraine diese Separatisten es verhindern werden, dann wollen eben Merkel und Hollande EU-Sanktionen verschärfen …[vorwurfsvoll] Sie sind ja nicht einmal mit den derzeitigen sehr sanften Sanktionen gegen Russland einverstanden …“

Mal abgesehen von der schwachen Rhetorik, die wie eine hängengebliebene Platte klingt, zeigt diese Haltung eines ORF-Mitarbeiters etwas sehr wichtiges:

Ob die Sanktionen nach dem Völkerrecht legitim sind, interessiert die Journalisten überhaupt nicht, weil sie die Prämisse auf der sie aufbauen kritiklos übernommen haben: dass sich Russland die Krim illegal „einverleibt“ habe und deswegen die „internationale Staatengemeinschaft“ (ein Codewort für den Willen der USA) „Strafen“ verhängen müsse, um dem Schurken Putin klarzumachen, dass solche Unverschämtheiten nicht folgenlos bleiben …warum es sich dabei nicht um einen Bruch des Völkerrechts handelt, habe ich ja im letzten Beitrag erläutert.

NATO eastern expansionDoch da die geopolitischen Hintergründe dieses Konflikts NIE IN DEN MEDIEN ERWÄHNT WERDEN (siehe dazu auch meinen Beitrag Cruelty in Numbers) und stattdessen den Zuschauern vorgegaukelt wird, es handle sich wieder einmal darum, dass der Westen seinen angeblichen Wertekanon gegen einen bedrohlichen Schurken („den jeweils neuen Hitler“) verteidigt, fällt diese wichtige Aussage des FPÖ-Politikers auf unfruchtbaren Boden bei den beiden Journalisten.

COGITO ERGO SUM? (oder fehlt da was?)

Die beiden „Journalisten“ sind darauf geeicht worden, in Russland bzw. Putin den Schurken und im Westen den „Guten“ zu sehen. Seit Monaten leben sie in einem medialen Echo-Chamber, das ständig diese Botschaft verbreitet. Alternative Medien und Personen, die diesem manichäischen Weltbild energisch widersprechen, werden als „pro-russische“ Handlanger, oder „anti-amerikanische „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder – noch effektiver – einfach ignoriert. Zensur durch Schweigen wirkt enorm (das sehen wir ja auch seit Jahren am Beispiel der „Meldungen“ über den „Nahost-Konflikt“ und die absurden „Friedensgespräche“ mit der isarelischen Regierung).

Herr Vilimsky kommt nun mit seinen (der Realität entsprechenden) Behauptungen daher und wird als enormer Störfaktor dieses etablierten Werte-Systems wahrgenommen. Was tun? Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist riskant, denn dann müsste einmal all das auf den Tisch kommen, was in den Medien unterschlagen wird (die systematischen Verbrechen der USA, die ständige „Intervention“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, deren „Verschwinden“ in den Medien Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede so treffend als „brillianten Akt der Hypnose“ bezeichnet hat).

Kissinger truthDas ist zu gefährlich. Deshalb ist die effektivste Methode folgende: ignorieren und einfach das Thema wechseln. Sollte die „unerwünschte“ Botschaft nochmal erwähnt werden, hilft immer noch die ad hominem Attacke. Die „pro-russischen“ Häretiker werden dann als korrupte Marionetten Putins diffamiert, oder ihre gegen-den-Strom-Schwimmen– Attitude wird als Ausdruck ihre „rechten“ Gesinnung in den Dreck gezogen. (Beide Methoden werden später gegenüber Vilimsky angewendet).

DIE KOMMISSION GEGEN PRO-RUSSISCHE UMTRIEBE macht weiter

Ulla Kramar-Schmid, eine Journalistin vom PROFIL reagiert auf den Satz

Als Europäer darf man sich hier nicht zum Spielball amerikanischer Propaganda machen lassen“

so: „Bleiben wir mal bei der Ukraine ..“ (als ob die Frage der amerikanischen Propaganda nicht gerade im Fall der Ukraine von ENORMER BEDEUTUNG sei sie selbst verkörpert die Effektivität dieser als Waffe eingesetzte „strategic information“ und kriegt anscheinend nichts davon mit) und erklärt dem staunenden Zuschauer, dass die Übergangsregierung in Kiew von der EU anerkannt sei und auch „auch über eine Mehrheit im Parlament verfügt“.

Frau Kramar-Schmid, wollen Sie mal sehen, wie es im Parlament in Kiew heute zugeht, wenn die Regierung kritisiert wird:

Dann werden die Häretiker von der FPÖ, vertreten durch Vilimsky, wieder mit der „Inquisition“ gegen pro-russische Umtriebe konfrontiert, weil die Fraktion jüngst von „einer Putschistenregierunggesprochen und sichdamit der Wortwahl Russlands bedient habe. Frau Kramar-Schmid fragt dann weiter, ob er sich nicht davon distanzieren wolle.

Herr Vilimsky versucht der Dame noch mal klarzumachen, dass es hier um „keine ordentlich gewählte Regierung handle, der „Präsident“ verfassungswidrig im Amt sei, weil die alte Regierung ja mit Waffengewalt vertrieben und das Parlament (was davon übrig blieb) eingeschüchtert wurde, um die Enthebung des gewählten Präsidenten scheinbar zu legalisieren.

(Was der gewählte, vertriebene Präsident dazu sagt, ist hier zu sehen. Bei uns darf dieser ja gar nichts mehr sagen …

Der ganze Prozess war eine Form schwerer Nötigung und natürlich verfassungswidrig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die Regierung in Kiew in anderen Teilen des Landes nicht akzeptiert wird und auf den YouTube Videos aus dem Osten fast immer ein aufgeregtes „Faschisti, Fachisti!“ zu hören ist.

Davon weiß aber Frau Kramar-Schmid offenbar nichts, denn ihre Wahrnehmung wurde ja von „pro-amerikanischen“ Kräften geformt, was sie allerdings nicht bemerkt hat. Vilimsky fängt wieder von den Blackwater Söldnern „mit Sturmgewehren“ an, die er auch auf dem Maidan vermutet.

Er weist darauf hin, dass die vertriebene Regierung, „ordentlich gewählt war“ während die jetzige „Regierung“ eingesetzt wurde, ohne demokratische Legitimation sei, also die Illegalität der Regierung außer Zweifel steht; dann wird er vom ORF-Mitarbeiter Wagner unterbrochen, der wie ein echter Presse-Papagei die talking points von Frau Kramar-Schmid wiederholt:  „… mit einer Mehrheit im Parlament.. darauf betont Vilimsky: „mit sehr vielen Repressionen“ wird schon wieder vom ORF unterbrochen .“. auch von der Janukowitsch Partei“.

Spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier zwei Idioten (the ugly truth, I am sorry) vor mir sitzen, die keine Ahnung haben, was in Kiew wirklich passiert ist, weil sie Opfer ihres eigenen Systems geworden sind, das rund um die Uhr die Propaganda des US-Außenministeriums verlautbart und sich hinter „Presseagenturen“ versteckt.

NATÜRLICH handelt es sich hier um eine „Putschregierung“, das ist doch völlig klar und jeder doch denken, kann weiß das auch (das ist ja auch der Grund, warum viele deutschsprachige Redaktionen mit Beschwerden der Zuschauer und Leser überschwemmt wurden).

DIE  SPRACHPOLIZEI  ERMITTELT (aber nur in eine Richtung ..)

Dass sich hier jemand „der Wortwahl Russlands bedient“ als „Argument“ sprich implizite Schuldzuweisung, in einer politischen Debatte vorzubringen, ist derartig dumm und infam, dass einem die Spucke wegbleibt.

Hier zeigt sich auf erschreckende Weise, wie indoktriniert unsere Journaille tatsächlich ist, weil sie das „belief system“ der US Außenpolitik so aufgesogen haben, dass sie glauben, es sei ihr eigenes. (das wahre Ziel jeder effektiven Propaganda).

Und der größte Witz ist, dass die Papageien-Journaille selbst sich laufend „der Wortwahl der USA bedient“, aber eben nicht „schnallt“, dass die Quelle, aus der die „Meldungen“ über die Ukraine sprudeln, im State Department zu finden ist.

Wie sehr das eingebläute Freund-Feind-Denken dieser beiden „Journalisten von der traurigen Gestalt“ ihre Fähigkeit logisch zu denken einschränkt, sieht man auch daran, dass als Gegenargument (zur Verharmlosung der zutreffenden Bemerkungen über die „weggeputschte Regierung“ von Herrn Vilimsky) nur der Einwurf „von der EU anerkannt“ kommt.

  • Wenn also die EU („NATOstan“) etwas für legitim erklärt, stimmt das natürlich: keine kritischen Fragen, keine Untersuchung, was tatsächlich passiert ist. Alle Stimmen, die dieser Version widersprechen, werden ausgegrenzt,  diffamiert oder – noch besser – ignoriert.
  • Die USA (und ihre europäischen Vasallen) sind doch die „Guten“, die für „demokratische Werte“ stehen, fragen Sie doch mal die Leute im Irak, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan, in Pakistan, im Iran, in Palästina, im Sudan, in Chile, Bolivien, Venezuela, Indonesien, im Yemen oder in Serbien, Kroatien, etc,…. Die Liste ist endlos lang.
  • Wenn Russland oder Putin etwas für legitim erklärt, kann das unmöglich so sein, denn dann würde ja Putins Rolle als hinterhältiger Intrigant, der ein neues russisches Imperium schaffen will, ins Wanken geraten. Also wirken die beiden oben genannten Mechanismen und natürlich noch der Drang zur Konformität mit der Mehrheit, was viel bequemer ist, als gegen den Strom zu schwimmen.

Herr Wagner (ORF) sagt über die Vorfälle auf dem Maidan am 22.Februar dann:

demonizing putin_hitler„Wir haben hier sicher nicht die Möglichkeit, alles aufzuklären, aber ich muss Ihnen schon sagen (tadelnder, schulmeisterlicher Ton) ihre Sicht der Dinge muss man als pro-russische sehen …“

SO WHAT? Wenn ich mich auf Ihr rhetorisches Niveau begebe, Herr Wagner …muss Ihnen schon sagen, Ihre Sicht der Dinge muss man als pro-amerikanisch also „anti-russisch“ sehen! 

Dann Wagner weiter: „Herr Janukowitsch war plötzlich nicht mehr da, er ist außer Landes gegangen, wurde nicht verhaftet…“

Wie schon oben gesagt, da der ORF sämtliche Augenzeugenberichte, Videos und sogar die Statements von Janukowitsch selbst über die massiven Repressionen gegen das Parlament in Kiew sowie Todesdrohungen ausgeblendet hat (man bringt natürlich nur „selektiertes“ Material der Presseagenturen, die hauptsächlich als Verteiler für PR und Propaganda dienen) fehlt der politische Kontext, den die kritischen Beobachter weltweit sowie Herr Vilinski mit seinen guten Kontakten in die Ukraine, natürlich kennen.

Wagner spricht nur von „Auseinandersetzungen“ auf dem Maidan, von „Bewaffneten“und räumt ein, dass es vielleicht Dinge gibt, von denen „wir“ nichts wissen. Und wieder kommt der (pro-amerikanische) „bias“ zum Vorschein: er zweifelt die Aussagen über die „Söldner auf dem Maidan“ an, weil es dazu keine Beweise gäbe. Gleichzeitig aber übernimmt er die offizielle Darstellung (derjenigen, die den Putsch organisiert haben), dass „von Regierungsseite auf den Maidan geschossen wurdeund es daraufhin dutzende Tote gab anstandslos.

Dass aber die offizielle Version mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die MONITOR-Recherche des WDR und das abgehörte Telefonat des Außenministers von Estland mit Catherine Ashton).

una unso-gladioVilimsky beweist wiederum Engelsgeduld und erklärt den beiden Autisten, dass er es durchaus verstehe, warum (nicht nur) der Präsident geflüchtet sei [er kennt ja die wahren Umstände des Putsches]: „aus nackter Angst um ihr Leben“. (Wer die Vorbilder der ukrainischen Neo-Nazis kennt, weiß mit welchen Psychopathen wir es hier zu tun haben)

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, mit den Leuten vor Ort zu sprechen, weil es (implizit) eine ungeheure Propagandawelle gäbe, die natürlich von den Urhebern des „regime change“ lanciert werde, um die wahren Umstände des Putsches und die Rolle der Neo-Nazis zu vertuschen. Er habe Berichte vom ehemaligen ukrainischen Botschafter, der natürlich viel besser wisse, was dort wirklich geschieht und auch andere Kontakte in der Ukraine würden es ihm erlauben, die Lage dort realistisch zu bewerten.

Aber wieder geht keiner der beiden Autisten auf die realistische Perspektive von Vilimsky ein, stattdessen erbost sich Frau Kramar-Schmid darüber, dass sich der Parteiobmann der FPÖ „am Höhepunkt der Krise mit einem russischen Diplomaten getroffen habeQuelle horreur! Damit nicht genug: der Parteiobmann hält Putin auch noch für einen „Demokraten“! Wo kommen wir denn dahin?

Und als Krönung kommt was? Die neuerliche, ultimative Stigmatisierung für einen Politiker in Zeiten wie diesen: Sie senden ganz klar pro-russische Signale aus!“

Dass sie selbst ununterbrochen „pro-amerikanische“ Signale aussendet, ja ihre gesamte Perspektive der Ereignisse in der Ukraine aus dem State Department stammt, begreift sie einfach nicht. Wozu auch, ist ja auch zur Berufsausübung nicht erforderlich und schließlich ist sie ja nur eine(r) unter tausenden anderen Papageien der Presse-Fabrik aus der heutzutage die „Meldungen“ kommen.

Vilimsky spricht dann das aus, was das große Problem ist:

Ich würde sagen, Wir verständigen uns darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind ..“

(genau das können oder wollen die beiden Presse-Vertreter aber nicht)

warstateEr kritisiert die Tatsache, dass die absolute Rollenverteilung – Putin, der Böse und die Amerikaner die Guten – eine grobe Verzerrung der Realität ist. Am Beispiel der Todesstrafe ließe sich demonstrieren, wie einseitig die Kritik verteilt wird: während man Putin vorwirft, er sei intolerant gegenüber Homosexuellen, kann man den USA vorwerfen, dass dort immer noch Menschen auf grauenhafte Weise vom Staat umgebracht werden; „

Dem muss man hinzufügen, dass – was die aggressive „Außenpolitik“ betrifft, die Schuld der USA viel, viel schwerer wiegt als alles, was Russland je getan hat. Es gibt ja hunderte Bücher und Dokus, die diese Verbrechen dokumentieren (vor allem von ehemaligen CIA-Agenten oder Offizieren bzw. Soldaten sind erschütternde Berichte vorhanden).

Vilimsky spricht nochmal davon, dass er sich Österreich in einer neutralen Vermittlerrolle wünscht, worauf die Profil-Journalistin wieder mit ihrem „Sie sind ja selbst nicht neutral!Einwurf nervt …. weil der Witz dabei ist, dass das auch auf Sie selbst zutrifft (ebenso auf Herrn Wagner), der ihr sofort zustimmt.

Was beide anscheinend nicht begreifen: wenn es um die Wahrheit geht, um ungeheuerliche, subversive Verbrechen im Ausland, die ganze Völker ins Elend stürzen und oft in einem Blutbad enden, kann und DARF MAN NICHT NEUTRAL SEIN.

Die FPÖ sollte hier nicht versuchen, sich hinter dem Begriff Neutralität zu verschanzen, sondern ganz klar sagen: wir sind in diesem Fall auf der Seite Russlands, weil es nicht Russland war, dass der Ukraine seit Jahren mit 5 Milliarden Dollar (Nuland) eine massive, subversive „Faulbrandinfizierung“ (siehe Pinter Rede) verpasst hat, die zu einem blutigen Bürgerkrieg und zu einem Weltkrieg führen kann.

In der Folge wird dann die Wahlbeobachter-Kommission auf der Krim in den Dreck gezogen, über die ich im letzten Beitrag berichtet habe: klassisches Beispiel für confirmation bias. Dann muss natürlich auch die Abstimmung selbst verunglimpft werden (obwohl keiner der anwesenden Journalisten dabei war)

Herr Wagner hat sich aber anscheinend noch nicht genug blamiert, denn er feuert dann eine (vermeintliche) Breitseite auf die FPÖ ab, indem er deren „Wahlbeobachter“ unterstellt, sie hätten auf der Krim „einen Persilschein“ ausgestellt. Woher er das weiß? Putin selbst habe eine Kommission beauftragt, die Wahlbeteiligung, etc. zu untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass nur die Hälfte teilgenommen habe und davon hätten höchstens 50-60% für die Eingliederung in die russische Föderation gestimmt. Dann wörtlich:

Ist das nicht extrem peinlich, wenn man sich unter nicht geklärten Bedingungen zum Wahlbeobachter machen lässt? Dann fährt man hin, gibt einen Persilschein ab und dann sagen die Russen, nachdem sie sich die Krim einverleibt hatten, Ätsch, war gar nicht so!

Dass diese Meldung (von der extrem niedrigen Wahlbeteiligung etc.) von Julia Timoshenko lanciert wurde, die sehr enge Beziehugen zu „gewissen Kreisen“ in den USA pflegt, hat Herr Wagner nicht verstanden.

Dass Andrey Illarionov – der sich von der amerikanischen „Rechten“ als Putin-Basher einspannen ließ und heute für die neo-liberale Hochburg der USA, das CATO-Institut arbeitet, (das „liberty and prosperity“ der Superreichen verteidigt, zu denen auch Timoshenko gehört), jene Statistik publiziert hat, in der angeblich in den letzten drei Jahren (nur) zwischen 23 und 41% der Krim-Bewohner einer Eingliederung in die russische Föderation zustimmen würden, weiß er offenbar auch nicht.

Dass Illarionov einfach behauptet, zwei Drittel der Krimaner seien gar nicht zur Abstimmung gegangen, aber keine Beweise dafür vorlegt, macht auch nichts. Er „zitiert“ übrigens Timoshenko, um seine Aussagen zu untermauern und die beruft sich auf einen Tatarenführer,  der auch keine Beweise hat.

Solange eine „Meldung“ in das vorgefertigte Deutungsmuster passt (der in diesem Fall „Putin ist ein Arschloch“ heißt), wird sie enthusiastisch aufgenommen. Illarionov ist ein direkter politischer Gegner Putins, er tritt in zahlreichen Veranstaltungen der russischen „Opposition“ auf (die große Unterstützung aus den USA erhält) und kommt deshalb – ebensowenig wie „das Biest“ Tymoshenko als „seriöse“  Quelle für solche Meldungen  in Frage. Er ist auch ein großer Unterstützer des verurteilten Oligarchen Khodorkovsy, der kürzlich von Putin begnadigt wurde.

Was einfach dabei ignoriert wird ist der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in Kiew: dieses Ereignis und die damit verbundene Gewalt der Neo-Nazis könnten natürlich dazu geführt haben, dass viele Menschen auf der Krim sich lieber an Russland klammern.

march 18 referndum pro RussiaAußerdem ist die Krim seit 240 Jahren “russisch” und die Mehrheit der Bewohner auch. Wenn man dann auch liest, dass unter den Auftraggebern der „Umfragen“  die „Institute“ der Republikanischen u. der Demokratischen Partei in den USA sind  hat sich die Sache eigentlich erledigt.

Wir können nicht nachprüfen, wie viele Menschen tatsächlich zur Abstimmung gingen und für Russland votiert haben, doch die Aussagen von Beobachtern wie Stadler und die Affinität der Krim-Bewohner für Russland sprechen eher für eine große Zustimmung als Ablehnung.

Die Krim war der letzte Teil der Ukraine, die von der Nazi-Herrschaft im zweiten Weltkrieg von der Roten Armee befreit wurde – unter enormen Opfern. Das haben die Menschen dort nicht vergessen. Wenn sie also die Neo-Nazis von Svoboda & Co. sehen, die Nazi-Kollaborateure wie Helden verehren und in Kiew die gewählte Regierung stürzen, ist es sehr natürlich, dass sie sich Russland zuwenden. Nicht zuletzt geht es ihnen dort auch besser: z.B. Pensionen werden nach der Eingliederung angehoben (dem höheren russischen Standard angepasst).

Und wieder sehen wir hier, wie der confirmation bias wirkt, denn letztlich läuft die Argumentation der Journalisten darauf hinaus, dass Putin ein hinterhältiger Intrigant ist – und daraus abgeleitet, sind alle „pro-russischen“ Kräfte ebenso verdächtig, aber der Westen wird als vertrauenswürdig dargestellt. Das ist aber angesichts der historischen Realität einfach ein Witz und keine stichhaltige Argumentation.

Wagners Hieb auf die „ungeklärten Bedingungen“ der Beobachter-Kommission kommt wie ein semantischer Bumerang zu ihm zurück, denn die „Beobachter“ unter Leitung der deutschen Bundeswehr (siehe dazu meinen Beitrag: Meldungen vom Fließband) waren auch unter dubiosen Bedingungen in der Ukraine unterwegs und wurde von der gesamten Fließband-Presse irreführend als „OSZE“-Kommission“ bezeichnet, weil niemand die Quelle der Meldung geprüft hat.

Vilimsky hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass „eine Abstimmung eine Abstimmung“ sei und wenn bei Europawahlen meistens weniger als 50% wählen gehen, bedeutet nicht, dass die Wahl ungültig ist. (Wagner hatte gesagt, eine „Minderheit habe mit ihrer Stimme die Vereinigung mit Russland erzwungen“.) Dann ruft er aus:

ORF: Ja aber fair muss eine Abstimmung stattfinden! Und weiter: „Wo tausende mit Waffen herumstehen, haben die Leute unbeeinflusst ihre Stimme angegeben? Das meinen Sie doch nicht ernst? (Das Parlament in Kiew wurde dazu genötigt, den gewählten Präsidenten abzusetzen, damit eine Putschregierung ins Amt kommt – wieso regt sich Wagner darüber nicht auf? Die Antwort kennen wir …)

Dass die russischen Truppen in Erscheinung treten mussten, weil sonst die Abstimmung von  der Putsch-Regierung Kiew verhindert worden wäre, (die Neo-Nazi Schlägertruppen waren bereits unterwegs) begreift Wagner in seinem Tunnelblick nicht. Im Gegensatz zu der brutalen Repression in Kiew und jetzt im Süd-Osten, wo Kampfhubschrauber und paramilitärische „Einheiten“ (bezahlte Killer) eingesetzt werden ist auf der Krim von russischer Seite kein einziger Schuss gefallen.

Die ukrainische Marine, immer mehr Teile der Armee und der Polizei weigern sich , für die neue Regierung Dienst zu tun, genau deshalb müssen ja immer mehr „Söldner“ aus dem Ausland geholt werden bzw. wurden Neo-Nazis in die „Nationalgarde“ integriert.

1 Kathyn then Odessa nowDas pogromartige, grauenvolle Massaker in Odessa haben diese beiden Papageien gar nicht mitbekommen, stattdessen echauffieren sie sich ständig über die „pro-russischen Sympathien“ der FPÖ.

Sie hören nicht die Stimmen jener, die bezeugen, wie brutal die faschistische Regierung in Kiew die Opposition unterdrückt, wie grausam die Neo-Nazis Menschen ermorden, weil sie als „pro-russisch“, „Moskali“, und somit als Verräter und Feinde wahrgenommen werden. (Die Leute in Odessa und auch im Osten wollten ursprünglich keine Abspaltung sondern mehr regionale Selbstbestimmung, dass sie ihre politischen Vertreter selbst wählen können, anstatt von Kiew wieder einen Millionär mit einer Privatarmee vorgesetzt zu bekommen undsie wehren sich gegen die irrationale Hetze der Svoboda-Partei gegen alles „russische“ )

WEHRET DEN ANFÄNGEN

Für uns ist Toleranz ein Verbrechen“ dieser Satz des Chefideologen der Svoboda-Partei dürfte den beiden Autisten auch unbekannt sein, ebenso wie deren Parteiprogramm und historische Vorbilder. (Siehe dazu „Goebbels in Galizien“ hier auf diesem Blog für mehr Info).

Sie begreifen anscheinend auch nicht, dass diese Form der „Befragung“, die sie durchgeführt haben, zwar an der Oberfläche harmlos aussieht, aber wenn man genauer hinsieht, in dem gleichen Geist geführt wurde, der in den 1950er Jahren in den USA schließlich zu einer Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten führte und somit „anti-amerikanische“ Umtriebe aufdecken sollte.

Diese von „oben verordnete“ und durch Indoktrination herbeigeführte Einstufung von Menschen in eine verachtete und schließlich verhasste Kategorie ist der Nährboden, aus dem der Holocaust entstanden ist.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen und den Kontext anpassen, würde aus „russische Sympathien“ (also dem neuen „Feindbild Russland“) dann „jüdische Sympathien“ oder „Judenfreund“ werden (mit dem alten Feindbild „Juden“) … ein absurder Vergleich?

Keineswegs. Oleh Tyanybok, der Parteichef von Svoboda (früher Sozial Nationalistische Partei der Ukraine) spricht ja davon dass die Ukraine „von einer Jüdisch-Russischen Mafia“ beherrscht werde und führende Historiker, die die Neo-Nazi Bewegung in Europa analysieren, fördern noch beängstigenderes Material zu Tage.

Aber diesem Mann haben doch Lady Ashton und andere hochrangige Politiker aus Europa und Amerika die Hand geschüttelt, also muss er doch – nach der schlichten Logik dieser beiden Autisten – ein „Guter“ sein, oder? Und „Sanktionen“ verhängen wir doch immer nur gegen die „Bösen“, den gerade aktuellen neuen „Hitler“ ….

Na dann gibt es ja keinen Grund zur Aufregung, höchstens Grund zur Verzweiflung …

Denn unsere Autisten- und Papageien-Journaille beweist, dass man selbst in einer sogenannten „Informationsgesellschaft“, in der alle rund um die Uhr Zugang zu Medien haben, „NICHTS DAVON GEWUSST HAT“, wenn faschistische Banden Menschen terrorisieren und umbringen …. Weil sie als willige Erfüllungsgehilfen der Machteliten des Westens dafür sorgen, dass diese Informationen unterdrückt werden ….

Am 22. April marschierten die Neo-Nazis in Kiew, wo es zu Zusammenstößen mit den weniger radikalen „Rebellen“ des Maidan kam …

Am 27. April attackierten radikale Nationalisten (Fußballfans) eine Gruppe friedlich demonstrierender Regierungskritiker in Kharkov …

Am 29. April marschierten die Neo-Nazis in Lviv zum Gedenken an die Gründung der galizischen Division der Waffen-SS.

Doch was kümmert das unsere Presse?

 

P.S. (Zum lächerlichen „Faktencheck“ des ORF über die Präsenz von US-Söldnern nehme ich im nächsten Beitrag Stellung)