UNMENSCHLICH (2): Blut & Boden

War is PeaceIm zweiten Teil zum Thema  „Apartheid-Israel“ (wie konnte es dazu kommen) werden folgende Punkte  behandelt:  Politischer Hintergrund der Teilung Palästinas (im historischen Kontext)  und  ein Blick auf die Rolle der zionistischen Organisationen.

 1 POLITISCHER / HISTORISCHER HINTERGRUND

Die Grenzen Palästinas  gehen zurück auf das geheime Sykes-Picot Abkommen zwischen England und Frankreich, mit dem die Gebiete des ehemaligen ottomanischen Reiches nach dem ersten Weltkrieg aufgeteilt wurden.

Gleichzeitig hatten die Briten aber den Arabern die Unabhängigkeit versprochen, wenn sie zum Sturz des Ottomanischen Reiches  beitragen. Der Konflikt, den die Schaffung eines „Judenstaates“ im Herzen der arabischen Welt auslöste, geht zurück in das Jahr 1922, als der „Völkerbund“ Großbritannien („his Britannic Majesty“) das Mandat für Palästina zuwies und damit die Verpflichtung, „die politischen, administrativen und ökonomischen Bedingungen“ herzustellen, die die Schaffung einerjüdischen, nationalen Heimat“ garantieren sollen. (Von einem „Staat“ steht dort allerdings nichts)

Die Lippenbekenntnisse zur Förderung der „Unabhängigkeit“ der arabischen Länder (die man als Gegenleistung für den Kampf gegen den türkischen Sultan den Arabern versprochen hatte) sollten nur darüber hinwegtäuschen, dass der Imperialismus 1918 nicht untergegangen war, sondern nur andere Formen angenommen hatte.

Der Artikel 15 des Mandates verpflichtet die britische Verwaltung dafür zu sorgen, dass „alle Formen religiöser Verehrung“ ohne Einschränkung erlaubt sind (solange Moral und öffentliche Ordnung nicht gefährdet sind) und dass es „keinerlei Diskriminierung zwischen den Bewohnern Palästinas auf Basis von Rasse, Religion oder Sprache“ geben darf.

Die Einbindung der Formulierungen aus der Balfour-Deklaration (das Versprechen, „die Errichtung einer nationalen Heimat/Heimstätte  für das jüdische Volk“ und demgemäß die stetige Einwanderung von Juden und eine jüdische Verwaltung zu fördern) führen dieses Verbot der Diskriminierung aber ad absurdum. Denn das Ziel der Zionisten war ja, die arabischen Einheimischen – mit allen Mitteln – von einer klaren Mehrheit zu einer Minderheit zu machen, damit ein „jüdischer Staat“ entstehen konnte.

SEGEV Palästina unter MandatEine sehr anschauliche Schilderung der britischen Mandatszeit  findet man im Buch des israelischen Historikers Tom Segev (Bild).

Die britische Regierung, warf nach mehreren Terror-Anschlägen (u.a. Ermordung von Kolonialminister Lord Moyne) durch zionistische Untergrund-Organisationen und einer zunehmenden Radikalisierung der beiden Lager das Handtuch und übergab das selbst-geschaffene Problem in Palästina nach dem zweiten Weltkrieg der UNO.  Diese schickte eine Kommission, um die Standpunkte bei Juden und Palästinensern auszuloten. Letztere weigerten sich, zu kooperieren (weil sie die geplante Teilung nicht dadurch legitimieren wollten) und die Zionisten zogen alle PR-Register, um die Wahrnehmung der Kommission in die richtige Bahnen zu lenken. Ergebnis:

DER TEILUNGS-BESCHLUSS der UN-GENERALVERSAMMLUNG (UNGA Res. 181 (II) von 1947

Wie dieser zustandekam, ist eine eigene, düstere Geschichte (siehe z.B. Alison Weir, Kapitel 10)  und kann hier nicht näher erörtert werden, doch er war die Konsequenz einer Untersuchungs-Kommission (UNSCOP), die nach einem Besuch in Palästina (währenddessen „zufällig“ das emotionale Flüchtlingsdrama der „Exodus“ (Schiff mit jüdischen Flüchtlingen) von den Zionisten medial inszeniert wurde)  zu dem Schluss kam, dass nur eine Teilung des Landes in einen jüdischen und einen arabischen Staat eine weitere Eskalation der Gewalt verhindern konnte (ein gewaltiger Trugschluss).

DER IRRSINN (DAS MÄRCHEN VON DER „HEIMKEHR“)

Jerusalem 1936

Jerusalem 1936

Man kann nicht in einem orientalischen Land eine künstliche „Heimat“ für importierte Zionisten aus Europa schaffen, die auf ihr eingebildetes „Rückkehrrecht“ in ein – seit Jahrhunderten islamisch-arabisch geprägtes Land – pochen, aber gleichzeitig ihre „Höherwertigkeit“ als Europäer und das „Auserwähltsein“ als Juden betonen.

Das mit der „Rückkehr zu den  antiken Wurzeln“ (bzw. die „jüdische Identität“ könne sich nur in „Eretz israel“ entfalten) ist unhaltbar, denn die „Ashkenaze“-Juden aus Osteuropa (die einen Großteil der Einwanderer ausmachten) sind höchstwahrscheinlich Nachkommen der asiatischen Khazaren (die zum Judentum konvertierten) und keine Semiten, also nicht die Nachkommen eines antiken Volkes aus Palästina. Dazu schrieb Arthur Köstler 1976 in seinem Buch Der Dreizehnte Stamm u.a.:  (Hervorhebung von mir)

Die Beweise, die in den vorangegangen Kapiteln gezeigt wurden, verleihen den Argumenten moderner Historiker (egal ob österreichisch, israelisch oder polnisch) enormes Gewicht, die unabhängig von einander zum Schluss kommen, dass der Großteil der modernen Juden nicht aus Palästina sondern aus der Kaukasus-Region stammt. Der breiteste Strom der jüdischen Migration floß nicht vom Mittelmeer über Frankreich und Deutschland nach Osten und wieder zurück. Er floß ständig in Richtung Westen, vom Kaukasus über die Ukraine nach Polen und dann nach Zentraleuropa. Als diese einmalige Massenwanderung nach Polen stattfand, gab es gar nicht so viele Juden im Westen, um diese zu erklären, doch im Osten war eine ganze Nation aufgebrochen. […] Dementsprechend ist der Beitrag der Khazaren zum genetischen Make-up der Juden erheblich und sehr wahrscheinlich bestimmend.“ (Kapitel 8)

 In Kapitel 1 schreibt Köstler (im Kontext des „Holocausts“, von dem die von ihm zitierten Quellen noch nichts wussten):

 Das würde bedeuten, das ihre Vorfahren nicht vom Jordan sondern von der Volga kamen, nicht aus Kanaan sondern vom Kaukasus, wo man den Ursprung der Aryschen Rasse vermutete; und dass sie genetisch enger verwandt sind mit den Hunnen, Uiguren und Magyar-Stämmen als mit den Abkömmlingen von Abraham, Isaak und Jakob. Sollte sich das als richtig herausstellen, dann würde der Begriff „Anti-Semitimus“ keine Bedeutung mehr haben, gegründet auf einem Missverständnis der Mörder [Nazis] als auch ihrer Opfer.

Die Geschichte des Khazarischen Reiches, wie sie sich langsam herauskristallisiert, sieht immer mehr wie der grausamste Scherz aus, den sich die Geschichte je erlaubt hat.

Dieser „grausame Scherz“ bildet aber bis heute die Grundlage der zionistischen Behauptung von einem „biblischen Recht auf das Land Israel“.  (Übrigens der arabische Name für das Kaspische Meer ist bis heute „Bahr-ul-Khazar“)

Köstler kommt nach intensiver Recherche (wie später auch Shlomo Sand) zu der Erkenntnis: Es gibt keine jüdische Rasse.

Nicht nur das, durch die vielen  (z.T. erzwungenen) „Völker-Wanderungen“ im Lauf der Geschichte entstand eine gewaltige genetische Vermischung, sodass man (auch) bei „Juden“ Merkmale von allen möglichen Völkern findet. Zu diesem Ergebnis kamen zahlreiche anthropologische Untersuchungen, auf die Köstler sich bezieht.

Walter Guiness Lord MoyneAuch Lord Moyne (der damalige britische Kolonialminister, der 1944 von zwei jüdischen Extremisten in Kairo ermordet wurde – die Attentäter wurden verurteilt, gehenkt, später nach Israel überführt und erhielten dort ein feierliches Staatsbegräbnis) betonte in seiner Rede vor dem britischen Parlament am 9. Juni 1942, (>Abs. 197) dass der diesbezügliche Anspruch der Zionisten (das Land stehe ihnen zu)  auf sehr wackeligen Beinen steht –

 „…Anthropologen sagen uns, dass die Juden seit Beginn der Diaspora sich stark mit den Nicht-Juden vermischt haben … (im Fall der  Ashkenazim-Juden durch Vermischung mit slawischem Blut). Die zionistische Bewegung stammt hauptsächlich von diesen Juden aus Polen und Osteuropa.“

– und  dass weder die Balfour Declaration noch das Mandat eine Ermächtigung dafür sei, gegen den Willen der arabischen Bevölkerung aus Palästina einen Judenstaat zu machen

Lord Moyne sagte dann auch, dass die Forderung der Zionisten (man müsse nach dem Krieg weitere 3 Millionen Juden in ein bereits überbevölkertes (im Verhältnis zum fruchtbaren Teil des Landes) Palästina bringen), unrealistisch sei – „als ob man 1,5 Liter in ein Gefäß schüttet, das nur einen halben Liter Fassungsvermögen hat“ und, dass eine solche, massive Einwanderung ein katastrophaler Fehler wäre.

Eine wesentlich geringere Einwanderungsquote hat zu den schweren Unruhen zwischen 1936 und 1939 geführt und gezeigt, dass die Araber, die seit 50 Generationen in Palästina gelebt und ihre Toten dort begraben haben, ihr Land und ihre Selbstbestimmung nicht freiwillig zugunsten der Juden aufgeben werden“.

Die Zionisten betrachteten die (vernünftige) Begrenzung der Einwanderung durch die britischen Behörden als Verrat (die Rechte der arabischen Einheimischen waren ihnen völlig egal) und konzentrierten ihre politischen Einfluss und ihre Propaganda immer mehr auf Amerika (siehe Alison Weir).

Premierminister Churchill, der die Zionisten eigentlich unterstützt hatte, sagte nach der Ermordung von Lord Moyne (mit dem er befreundet war):

„If our dreams for Zionism are to end in the smoke of an assassin’s pistol, and the labours for its future produce a new set of gangsters worthy of Nazi Germany, then many like myself will have to reconsider the position we have maintained so consistently and so long in the past„.

DER ZIONISTISCHE FANATISMUS (der „jüdischen“ Identität)

 quote from Perfidy - Hecht

Dieses Fragment aus dem Roman „Perfidy“ von Ben Hecht (der mit der Kollaboration zionistischer Führungspersönlichkeiten (in Ungarn) mit den Nazis abrechnet) verdeutlicht nach meiner Ansicht das Dilemma, das viele (integrierte) Juden durch den Zionismus zu spüren bekamen: die verordnete, kollektive und nationale „jüdische Identität“ war nicht authentisch, entsprach nicht den Empfindungen, die man wirklich hatte.

Ich finde es schwer, ein Jude zu sein. Es gibt mir das Gefühl, untreu geworden zu sein. (Bezogen worauf?) Gegenüber all dem, was ich zu sein glaubte.“

(Bittere Ironie der Geschichte: Hans Herzl, der Sohn des Begründers des Zionismus, Theodor Herzl,  war eher ein „Anti-Zionist“; er konvertierte 1924 zum Christentum und beging  sechs Jahre später Selbstmord).

Der zunehmende Fanatismus, mit dem die Zionisten  seit den 1890er Jahren mit allen Mitteln ein „jüdisches Volk und eine jüdische Nation“ konstruierten (in einer Zeit  zunehmend „nationaler“ Bewegungen in Europa verständlich aber mit fragwürdigen Methoden) lässt sich vielleicht im Kontext dieser (unerwünschten) Tatsachen besser verstehen. Gandhi hat dazu die passenden Worte gefunden – siehe weiter unten.

Hier zeigt sich aber auch die Absurdität und Ungeheuerlichkeit, die seit Jahrzehnten totgeschwiegen wird, weil sonst offensichtlich ist, dass es ganz andere Gründe dafür gab, warum inmitten der arabischen Welt ein „Judenstaat“ eingepflanzt wurde:

Aus macht- und geopolitischer Perspektive musste eine Vereinigung und Unabhängigkeit der arabischen Völker unbedingt verhindert werden. Gleichzeitig musste man aber so tun, als ob man sich dort für Demokratie und Völkerrecht einsetzte, damit die – immer noch imperialen Ziele – verschleiert werden konnten (das geht ja so bis heute..).

Einen Staat zu erschaffen, der gegenüber den Arabern grundsätzlich feindselig eingestellt war, aber sich mit den imperialistischen Methoden und kapitalistischen Zielen (Englands und der USA) identifizierte, schien deshalb eine geniale Lösung zu sein, damit diese geostrategisch wichtige Region nie zur Ruhe kommt. (Die Interessen der Familie Rothschild waren auch nicht unerheblich).

Den Arabern die Unabhängigkeit zu versprechen und gleichzeitig einen Fremdkörper in der arabischen Welt zu installieren, der ebenso skrupellos agiert, wie die imperialen Mächte dahinter, das konnte nur in einer endlosen Gewaltspirale enden. In diesem Kontext von einem „Friedensprozess“ zu sprechen,  (wie es unsere Pressepapageien seit Jahren tun) ist der Gipfel des Zynismus.

DIE BRITEN ZIEHEN AB (1947) …

Die zunehmende Gewalt und die finanziellen Probleme nach dem zweiten Weltkrieg führten also  dazu, dass sich „His Majesty“ schließlich aus Palästina zurückzog und der UNO das Problem zuschanzte. 1947 stimmte die UN-Generalversammlung (UNGA-mit nur 36 Stimmen mehr) für eine Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat, wobei Jerusalem einen Sonderstatus bekam, also nicht Teil eines Staatsgebietes ist (corpus separatum).

… UND EIN SCHURKENSTAAT ENTSTEHT

Sir John Troutbeck schrieb am 2. Juni 1948 mit Bezug auf die Staatsgründung Israels an den britischen Außenminister (Bevin) u.a.:

Die Amerikaner sind verantwortlich für die Erschaffung eines Gangster-Staates, der von einer Clique völlig skrupelloser Führer geleitet wird.“

(Zitiert von Professor Avi Shlaim im Guardian als historischer Kontext für die brutale Bombardierung des Gaza-Streifens durch das israelische Militär im Jänner 2009)

Rogue Holy Land

Israel hat seit seiner Gründung 80 Resolutionen des UN-Sicherheitsrates (UNSC) einfach ignoriert, ein schwerer Verstoß gegen die Rechtsgrundsätze, die die Basis der „Völkergemeinschaft“ bilden und mit dem Gedanken ins Leben gerufen wurden, (nach 1945) Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen zu verhindern.

Im Gegensatz dazu sind Beschlüsse der UNGA  aber rechtlich NICHT BINDEND, sondern nur Ausdruck einer Zustimmung oder Ablehnung der „Staatengemeinschaft“. Das war ja erst kürzlich im Dezember 2017 zu sehen, als es darum ging,  einseitig den rechtlichen Status von Jerusalem zu verändern (weil Präsident Trump die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin verlegt und damit die USA Jerusalem als Teil des israelischen Staatsgebietes de facto anerkennen):

Obwohl 128 (von 193 Staaten) gegen diesen  Rechtsbruch gestimmt haben (35 Enthaltungen, 21 abwesend), also eine gewaltige Mehrheit, machen sowohl die USA als auch Israel einfach weiter, als wäre nichts passiert.

Der israelische Minister für „öffentliche Sicherheit“, Gilad Erdan sagte vor dem Zentralkomitee der Likud-Partei (die eine baldige Annexion des Westjordanlandes befürwortet – Völkerrecht hin oder her) nur wenige Tage später:

We are telling the world that it doesn’t matter what the nations of the world say

Diese frappante Überheblichkeit Israels (besonders der UN gegenüber) überrascht uns nicht, doch komisch ist, dass der Teilungsbeschluss von 1947 – der eben KEINEN Rechtsanspruch begründet, weil er unverbindlich istbis heute von Israel als legale Basis für sein angebliches „Existenzrecht“ verkauft wird.

Die UN wird also nur dann als rechtliche Instanz „anerkannt“, wenn sie Beschlüsse fasst, die zum Vorteil Israels sind.

Die gleiche, arrogante Verachtung einer Ordnung, die auf Recht (moralische Normen und Gerechtigkeit) gestützt ist, zeigt natürlich auch der „Heuchler in chief“, die USA. Die hysterische Reaktion von „UN-Botschafterin“ Nikki Haley (war die in ihrem früheren Leben ein Kampfhund?) auf den ESCWA-Bericht zur Apartheid Israels spricht Bände und zeigt deutlich, dass man immer auf die gleiche schäbige Taktik zurückgreift, um die Verbrechen Israels bzw. die Kritik daran, zu diffamieren: billige Stigma-Wörter („anti-israelisch“…lächerliche Verschwörungstheorien“…der übliche Trick, vom wahren Inhalt abzulenken…)

 „The United States is outraged by the [ESCWA] report … That such anti-Israel propaganda would come from a body whose membership nearly universally does not recognize Israel is unsurprising. That it was drafted by Richard Falk, a man who has repeatedly made biased and deeply offensive comments about Israel and espoused ridiculous conspiracy theories, including about the 9/11 terrorist attacks, is equally unsurprising. The United Nations Secretariat was right to distance itself from this report, but it must go further and withdraw the report altogether. The United States stands with our ally Israel and will continue to oppose biased and anti-Israel actions across the UN system and around the world.“

WEM GEHÖRT DAS LAND (RECHTMÄSSIG)?

Doch die Zionisten hatten nie vor, sich mit dem Anteil  Palästinas zu begnügen, der ihnen 1947 zuerkannt wurde  (und der ohnehin viel zu hoch war):

Palestine Partition 194756% des Landes für die Juden, ein Drittel der gesamten Bevölkerung, die nur 10% des (zugesprochenen) Landes durch Kauf erworben hatten und weniger als 6% der Fläche bewirtschafteten. Trotzdem wurde das fruchtbarste, beste Ackerland dem „jüdischen“ Staat zugeteilt und (darin) 400 palästinensische Dörfer. In diesem „Judenstaat“ lebten aber bereits  438.000 Palästinenser und die Juden waren nur 60.000 mehr.

Die 850.000 Palästinenser erhielten 42% (ihres eigenen Landes), das sie mit 10.000 bereits eingewanderten Juden teilten. Jerusalem hatte damals ca. 200.000 Einwohner, die ziemlich gleich auf Juden und Araber verteilt waren.

Die Zionistenführer hatten ja beabsichtigt, so viele jüdische Immigranten wie möglich auf dem Land (für die Landwirtschaft) anzusiedeln, doch die meisten europäischen Einwanderer wollten in Städten leben, also befanden sich die wenigen  jüdischen „Siedler“ in von einander isolierten Enklaven und dazwischen lagen die zahlreichen palästinensischen Dörfer, Felder und Weidegebiete. Aus diesem Grund wurden diese „Siedlungen“ eher konstruiert wie militärische Garnisonen, die „Sicherheit“ war wichtiger als alles andere.

In den Städten sah es ganz anders aus: Dort hatte die stetige Einwanderung seit den 1920er Jahren und besonders die Flüchtlingsströme nach 1945 beinahe eine zahlenmäßige Parität zwischen Arabern und Juden bewirkt. Wie sollte man aber so  ein Land aufteilen, um jeweils eine homogene Mehrheit zu erreichen?

Der Teilungsbeschluss der UNGA ignorierte völlig die Verteilung / Zusammensetzung der Bevölkerung, denn dann hätte der „Judenstaat“ nur 10% der Fläche bekommen dürfen. Die Zionisten beherrschten aber das politische Intrigenspiel  in den USA perfekt  und  der „Holocaust“ im Dritten Reich hatte so starke Emotionen ausgelöst, dass man das Schicksal der Juden viel wichtiger nahm, als das der arabischen Bevölkerung in Palästina.

UNRECHT + UNRECHT = RECHT?

GandhiDass man ein gewaltiges Unrechttrotz allem Mitgefühl –  (gegenüber Juden nach dem Holocaust) nicht  als moralische Rechtfertigung für ein neuerliches, dauerhaftes Unrecht (gegenüber Arabern) heranziehen darf, hatte Gandhi schon 1938 schriftlich dargelegt und veröffentlicht (Teil der Korrespondenz mit Martin Buber; der zionistische Plan, Gandhi als moralische Gallionsfigur zu gewinnen, misslang):

Mein Mitgefühl macht mich aber nicht blind für die Anforderungen der Gerechtigkeit.  Der Ruf nach einer nationalen Heimat für die Juden findet bei mir keinen großen Anklang. Die Rechtfertigung dafür wird in der Bibel gesucht und in der Beharrlichkeit, mit der die Juden eine Rückkehr* nach Palästina herbeigesehnt haben.

Warum aber sollten sie nicht, wie andere Völker dieser Erde, ihre Heimat dort errichten, wo sie geboren wurden und wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen? Palästina gehört den Arabern ebenso wie England den Engländern oder Frankreich den Franzosen.

Es ist falsch und unmenschlich, die Juden den Arabern aufzubürden. Was dieser Tage in Palästina passiert, kann durch keinen moralischen Verhaltenscodex gerechtfertigt werden. Die Mandate haben keinerlei Berechtigung außer dem letzten Krieg.

Gewiss wäre es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die stolzen Araber herabzusetzen, damit Palästina teilweise oder ganz an die Juden als nationale Heimat rückerstattet* wird.

* (Dass von einer „Rückkehr“ oder „Rückerstattung“  keine Rede sein kann, wurde ja bereits weiter oben festgestellt)

Ein viel edelmütiger Weg wäre, darauf zu bestehen, dass die Juden gerecht behandelt werden, wo auch immer sie leben. Die Juden in Frankreich sind genauso französisch wie Christen, die dort geboren sind. […]

Was die eingewanderten Juden in Palästina betrifft, sagt Gandhi: 

 „Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie vom richtigen Weg abgekommen sind. Das Palästina aus der Bibel ist kein (reales) geographisches Gebiet, es existiert nur in ihren Herzen. Aber wenn sie unbedingt das geographische Palästina als ihre Heimat ansehen wollen, dann ist es unrecht, diese im Schatten der britischen Gewehre zu betreten. Eine religiöse Handlung kann nicht mithilfe eines Bajonetts oder einer Bombe ausgeführt werden …

Was die Araber betrifft, schreibt Gandhi, so wünschte er, sie hätten den Weg der Gewaltfreiheit beschritten, um sich gegen das unbefugte Eindringen in ihr Land zu wehren.

Doch nach den anerkannten Grundsätzen von Recht und Unrecht, kann man nichts gegen den arabischen Widerstand sagen, im Angesicht eines unüberwindbar scheinenden Schicksals“

Palestine ISKurz nach dem Teilungsbeschluss brach in Palästina die öffentliche Ordnung zusammen und aus diesem Chaos entstand dann der erste arabisch- israelische Krieg, der aber durchaus von den Zionisten gewollt war, denn er war der Deckmantel, unter dem dann weitere 22% des Landes geraubt wurden dann also  der „Judenstaat“ 78% von Palästina in Anspruch nahm.

Das ist der Grund, warum Miko Peled seine Vorträge häufig (u.a.) mit dem Satz „Israel has no legitimacy“ einleitet, denn die gewaltsame Eroberung von mehr Land begann nicht erst 1967, sondern schon 1948.

Die Zionistische Führung erklärte am 14. Mai die „Unabhängigkeit“ (inklusive der Gebiete, die militärisch erobert wurden), obwohl die endgültigen Grenzen des Staates nicht feststanden (bis heute). Trotz Massakern, Zerstörung von Dörfern und brutalen Vertreibungen von ca. 800.000 Menschen  (die „Nakba“ für Palästinenser, siehe Ilan Pappe bzw. den „Primer“ zu dieser Serie)  wurde der Staat Israel von der  Generalversammlung  1949 als UN-Mitglied vorgeschlagen.

Dazu die Autoren des ESCWA-Berichtes:

Die Palästinenser, die nicht ermordet oder vertrieben wurden, waren jetzt zwar theoretisch israelische Bürger, wurden aber bis 1966 dem Kriegsrecht unterstellt (Notstandsgesetze, die noch von den Briten stammten) und hatten kein Wahlrecht.

Von 1948 bis 1967 war das Westjordanland (oder Westbank) Teil von Jordanien, während der Gazastreifen von Ägypten verwaltet wurde. Nach dem Krieg von 1967 kamen beide Gebiete unter israelische Besatzung und Herrschaft, sie wurden aber bis heute- im Gegensatz zu den Golanhöhen (die eigentlich zu Syrien gehören, aber de facto von Israel kontrolliert werden) –nicht annektiert.

Völkerrechtsexperten betrachten die Palästinenser in Gaza und im Westjordanland als eine rechtliche Kategorie: Zivilisten under militärischer Besatzung, deren Rechte durch die Vierte Genfer Konvention geschützt sind.

Nach 1967 erließ die israelische Regierung Gesetze, die den Sonderstatus Ost-Jerusalems negieren sollten und die Anwendung  israelischen Rechts von nun an in der gesamten Stadt festlegten, wobei die fortschreitende  „Judaisierung“ das Ziel war (die Palästinenser mussten immer mehr Einschränkungen und Schikanen erdulden, z.B. Verweigerung von Baugenehmigungen oder Geschäftslizenzen, Abreißen von Häusern, willkürliche Verhaftungen, etc.).“

Dass dieses Unrechts-System bald auf gewaltsamen Widerstand stieß, war unvermeidlich.

Nach der zweiten „Intifada„ (Aufstand im September 2000) wurden die jüdischen Viertel von Ost-Jerusalem durch den Bau einer 8m hohen Mauer, Schleusen-Käfigen und Wachposten von den Palästinensern abgetrennt und damit  auch Ost-Jerusalem  (in rechtlicher Hinsicht) vom Westjordanland abgegrenzt. Dadurch wurden die Palästinenser in Ost-Jerusalem plötzlich zu „Aufenthaltsberechtigten“ degradiert (in ihrem Heimatland, als ob sie Immigranten wären- mehr dazu siehe Teil 1).

2  DIE ROLLE DER ZIONISTISCHEN ORGANISATIONEN

Der Bericht beleuchtet auch die Rolle der zionistischen Organisationen, weil sie einen entscheidenden Beitrag für das Entstehen des rassischen Charakters des Staates Israel geleistet haben. Dazu gehören die „Jewish Agency“ (jüdische Agentur / JA) und die „World Zionist Organisation (WZO).  In diesem Abschnitt als JA-WZO abgekürzt. Sie sind bis heute „autorisierte Agenturen“ für das Land, eine Vereinbarung mit der israelischen Regierung aus dem Jahr 1954. Dazu haben sie folgende Befugnisse:

  • Die Organisation der jüdischen Einwanderung im Ausland und deren Transfer (inklusive deren Besitz) nach Israel
  • Beteiligung an der Integration der Immigranten
  • Landwirtschaftliche Besiedelung in Israel
  • Erwerb und Verbesserung von Land durch den Jewish National Fund und den United Jewish Appeal

Wie verzerrt die Wahrnehmung der Zionistenführer ist, zeigt diese (ihre eigene) Beschreibung: (Bild – Auszug aus dem englischen ESCWA-Bericht)

zionism 1

  • „Der Zionismus, die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes, hat den Staat Israel geschaffen und sieht in einem jüdischen, zionistischen, demokratischen und sicheren israelischen Staat den Ausdruck einer gemeinsamen Verantwortung des jüdischen Volkes (für dessen Fortbestand). Die Grundlagen des Zionismus sind:
  • Die Einheit des jüdischen Volkes, seine Bindung an das historische Heimatland Eretz Israel und die zentrale Rolle des israelischen Staates, (inklusive) seiner Hauptstadt Jerusalem im Leben der Nation.
  • Aliyah (wörtlich „Aufsteigen“ im Sinne einer Himmelfahrt) nach Israel aus allen Ländern und die effektive Integration aller Immigranten in die israelische Gesellschaft.
  • Israel als jüdischen, zionistischen und demokratischen Staat zu stärken und eine vorbildliche Gesellschaft, mit einem einzigartigen moralischen und spirituellen Charakter zu formen. Gekennzeichnet durch gegenseitigen Respekt der facettenreichen jüdischen Volksgruppen, auf der Vision der Propheten aufbauend und in dem Bestreben nach Frieden und einen Beitrag zur Verbesserung der Welt zu leisten“.
  • Die Zukunft und die Besonderheit des jüdischen Volkes sicherzustellen, indem eine jüdische, hebräische und zionistische Erziehung gefördert wird, geistige und kulturelle Werte und hebräisch als nationale Sprache …
  • … die Rechte der Juden als Einzelpersonen und als Volk zu verteidigen, die nationalen, zionistischen Interessen .. zu repräsentieren und gegen alle Erscheinungsformen des Anti-Semitismus zu kämpfen …

(Das mit dem „Streben nach Frieden“ und „Verbesserung der Welt“ ist angesichts der brutalen Tatsachen so absurd, dass man sich einen polemischen Kommentar verkneifen muss...)

ANMERKUNG: Der Zionismus war nie eine nationale „Befreiungsbewegung“ das  ist eine völlige Verklärung der historischen Tatsachen.

Zionism BrennerDie bittere Wahrheit ist, dass die Führungsgremien der Zionisten eigentlich nichts unternommen haben, um den Judenhass bzw. die unter Hitler geschürte Judeophobie zu bekämpfen (stattdessen für ihre Zwecke eher instrumentalisiert – siehe Brenner) und vor allem die Massen-Deportationen der Juden (ab 1942) wenigstens teilweise zu verhindern (durch Bestechung und Fluchthilfe), weil sie lieber das gesammelte Geld dafür benutzten, massive Propaganda für ihr fanatisches, zionistisches Projekt in Palästina zu machen und (das gilt nicht für alle) auf illegalem Weg Waffen und Sprengstoff zu besorgen, wobei die IRGUN besonders perfide vorging: Man sammelte Spenden für ein „Rescue Committee“, aber damit wurde kein einziges, jüdisches Leben gerettet. (Belegt in Lenni Brenners Buch „51 Documents“, Kapitel 34 – Peter Bergson;

Daraus ein weiteres Beispiel aus einer Rede von Yitzak Grünbaum vor dem Zionistischen Führungskomitee am 18. Februar 1943: bi-mey Hurban ve-Shoah (In Zeiten der Zerstörung und des Holocausts)- (im Buch englisch):

„..lasst mich das Ausmaß der Untätigkeit der meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinde (Yishuv) in Israel betonen  wir erlebten mehrfach die Gleichgültigkeit und Unwilligkeit all diesen  Gräueln Aufmerksamkeit zu widmen .. immer mehr Berichte über Massen-Deportationen (aus West Europa), und Massaker in Polen .. aber es gab keine Zeitungsartikel (in der zionistischen Zeitung  „Die Welt“), keine Treffen wurden organisiert .. der Yishuv hat nichts unternommen … und wenn sie mich fragten, Kannst Du nicht Geld von Keren Ha Yesod nehmen, um Juden in der Diaspora zu retten, (muss man nicht alle Bemühungen darauf konzentrieren?)  sagte ich „Nein“. Und ich sage wieder Nein.

Wir müssen uns gegen diese Strömung wehren, die die zionistischen Aktitiväten als zweitrangig ansehen (wenn es darum geht, Leben in Europa zu retten) …ich denke, es ist notwendig hier klar zu sagen, der Zionismus geht über alles…“

weissmandel anklageBrenner bringt mehr Belege für diese unterlassene Hilfeleistung, z.B. von Rabbi  Michael Weißmandel, der sich sehr für die Rettung  der Juden aus der Slowakei engagierte, aber ebenfalls kein Geld von den zionistischen Organisationen (in der Schweiz) erhielt. Man schrieb ihm sogar, seine ergreifenden Schilderungen seien übertrieben, wie man es von den „Ost-Juden“, die Schnorrer seien, gewohnt sei.

In einem zweiten Brief stand, alles müsse getan werden, damit man „Eretz Israel“ nach dem Krieg bekäme, und nur durch Vergießen jüdischen Blutes werde man das Land auch bekommen. Außerdem sei es illegal, in Feindesland Geld zu schicken. Weissmandel  beschreibt dann seine Emotionen so: (Auszug)

„Mit anderen Worten, sie sagten uns, für Euch (etwa 20 privilegierte Leute) schicken wir trotzdem etwas Geld, bringt euch damit  in Sicherheit und durch das Blut der zurückgebliebenen, der Männer, Frauen und Kinder, der Alten und Jungen, der Säuglinge werden wir das Land bekommen.

…Auf die Frage, warum sie kein Geld geschickt haben, muss man antworten: weil sie wahnsinnig waren …

Wenn es keine Nation ohne Land gibt, dann gibt es auch kein Land ohne Volk und wo ist denn das pulsierende, jüdische Volk, wenn nicht in Europa? Wer ist verrückt genug, all seine Gedanken und Bemühungen auf ein Land zu konzentrieren und das Volk dabei völlig zu vernachlässigen?“

..wir konnten nicht begreifen, wie sie uns Geld verweigern konnten, während die Leute zu tausenden in Polen starben …“

Das sind erschütternde Sätze, die sich gar nicht mit dem  postulierten  „einzigartigen, moralischen Charakter“ der Zionistischen Nation vereinbaren lassen und hier wird klar, dass die Verleugnung der Realität (der eigenen Motive) das größte (zionistische) Problem ist.

Wer zu keiner Selbstkritik fähig ist, (weil er sich generell für moralisch höherwertig hält und sich auch noch in „göttlichem Auftrag“ wähnt) kann auch nicht einsehen, etwas falsch gemacht zu haben, daher müssen immer „die anderen“ schuld sein (daher immer sofort die Attacke mit dem „Anti-Semiten“…). Wie (der jüdische Psychiater) Dr. Joel Kovel erklärt, kann der Zionismus sich daher nicht weiterentwickeln, sondern degeneriert immer weiter (siehe Netanyahu).

Zurück zum ESCWA-Bericht über Apartheid:

Das Hauptanliegen der JA-WZO (zionistische Organisationen) ist also Israel als (künstlichen) „Jüdischen Staat“ aufrechtzuerhalten.

Das Fazit dem Bericht:

„Diese Darlegung (obwohl unvollständig) reicht aus, um zu demonstrieren, dass Israel vorsätzlich als Rassen-basiertes Regime angelegt wurde. Um ein „jüdischer Staat“ zu bleiben, ist die unangefochtene jüdisch-nationale Herrschaft über die palästinensischen  Einheimischen entscheidend– ein Vorteil, der durch die Bevölkerungsgröße sichergestellt wird (Staatliche Gesetze, nationale Institutionen, Entwicklungstätigkeiten und sicherheitspolitische Maßnahmen konzentrieren sich völlig auf diese Mission).

Je nachdem, wo die Palästinenser leben, werden unterschiedliche Methoden angewandt. Innerhalb Israels wird diese Diskriminierung deutlich durch die irreführende, rechtliche Unterscheidung zwischen „Staatsangehörigkeit“ (wo alle israelischen Staatsbürger mehr oder weniger gleichgestellt sind) und Gesetzen zur „Nationalität“, in denen die Bevorzugung der Juden offenkundig wird. Diese Unterscheidung erlaubt es Israel, sein Beharren eine „Demokratie“ zu sein fortzuführen, während die nicht-jüdischen Staatsbürger  auf radikale Weise diskriminiert werden.“

Es geht aber noch darüber hinaus, denn das ultimative Ziel ist die „Judaisierung“ des ganzen Landes und das bedeutet, die „Araber“ müssen immer mehr ausgegrenzt, entrechtet, dezimiert (Bombardierung und  totale Verelendung Gazas – Bild unten) und letztlich als menschliche Wesen „unsichtbar“ werden  (Jeff Halper spricht von „warehousing“ … und dass man sie regelmäßig als Testobjekte für israelische Waffen  und  „crowd-control“ Strategien benutzt…)

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B’Tselem über die Verantwortung Israels:

It can …choose to continue this cruel, unjustifiable policy, which sentences the nearly two million people living in Gaza to a life of abject poverty and nearly inhuman conditions.

FAZIT der  ESCWA-Autoren:

Die schwerwiegenden Beweise, die in diesem Bericht angeführt werden, untermauern  zweifelsfrei die Behauptung, dass Israel schuldig ist, ein Apartheid-System gegen die Palästinenser errichtet zu haben, womit ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit organisiert wurde.

Die internationale Gemeinschaft, besonders die UN und ihre Mitgliedsstaaten sind  gesetlich verpflichtet, Fälle von Apartheid zu verhindern bzw. zu bestrafen, wenn sie davon Kenntnis erlangen. Noch konkreter ausgedrückt:

Die Staaten haben eine kollektive Verantwortung:

  1. eine Regierung, die Apartheid praktiziert NICHT als rechtmäßig zu erachten
  2. einem solchen Staat jede Unterstützung zu verweigern
  3. mit den Vereinten Nationen bzw. anderen Staaten zu kooperieren, um das Apartheid-Regime zu beenden

Schlusspunkt der Zusammenfassung: (Hervorhebung von mir)

Civil society institutions and individuals also have a moral and political duty to use the instruments at their disposal to raise awareness of this ONGOING CRIMINAL ENTERPRISE, and to exert pressure on Israel in order to persuade it to dismantle apartheid structures in compliance with international law.

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UNMENSCHLICH (1) : Apartheid- Israel

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 Im März 2017 machte die Vorstellung eines Untersuchungsberichtes zur Frage „Israel –ein Apartheidsregime?“ im Rahmen der Vereinten Nationen (kurz) Schlagzeilen, weil dessen Ergebnis das Fragezeichen eigentlich überflüssig macht. Der Vorwurf ist ja nicht neu, schon Ex-Präsident Jimmy Carter hatte in seinem Buch die gleiche Feststellung gemacht und – wie erwartet – wurde er mit rufschädigenden Ausdrücken und Stigma-Wörtern bombardiert, doch das ändert nichts an den Tatsachen.

Die Autoren des Berichtes sind zwei angesehene Wissenschaftler mit langjähriger Expertise für die Situation im Nahen Osten:

  • Dr. Richard Falk (emeritierter Professor für Völkerrecht, Universität Princeton; promoviert in Harvard; langjähriger UN-Rapporteur
  • Dr. Virginia Tilley (Professorin für Politikwissenschaft, Illinois Universität; zus. Studium der Arabistik)

Auftraggeber der Untersuchung  zur Apartheid war die ESCWA ( eine UN-Kommission für Wirtschaft u. Soziales, zuständig für West-Asien). Als der Bericht veröffentlicht wurde, brach- wie üblich – ein gewaltiger Shit-Storm los, der natürlich von der Zionisten-Denkpolizei lanciert wurde.

Wie immer, gab es keine Auseinandersetzung mit dem Inhalt (weil dieser der unangenehmen Wahrheit entspricht), sondern heftige, persönliche Attacken auf die Verantwortlichen. So wurde die Vorsitzende der Kommission Dr. Rima Khalaf zum Rücktritt gezwungen, nachdem sie sich geweigert hatte, den Bericht von der ESCWA-Website zu entfernen (inzwischen aber passiert).

I resigned because it is my duty not to conceal a clear crime and I stand by all the conclusions of the report.”

Sie sagte also,  es sei ihre Pflicht, ein offensichtliches Verbrechen nicht  zu verschleiern und sie stehe immer noch zum  Ergebnis des Berichtes, das in einer Presseaussendung zusammengefasst wurde:

Israel sei durch die Tatenlosigkeit der „Staatengemeinschaft“ geradezu ermutigt worden, mit seinen ständigen Rechtsverstößen  fortzufahren und habe im Laufe der Jahrzehnte ein Apartheid-Regime auf- und ausgebaut. Dieses funktioniert auf zwei Ebenen:

  1. Die politische und geographische Zersplitterung der Palästinenser (wodurch ihre Möglichkeiten, sich gegen das Unrecht zu wehren, immer mehr eingeschränkt werden)
  2. Die Unterdrückung aller Palästinenser durch ein Aufgebot von Gesetzen, Strategien und Praktiken, die die Herrschaft durch eine rassische Gruppe (Juden) sicherstellen und das Regime aufrechterhalten.

Khalaf betonte, es könne keine Lösung des Konfliktes geben, solange das Apartheid-Regime – das alle Palästinenser betrifft – nicht abgeschafft wird.

UNESCWA apartheid Cover

Apartheid“ ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Völkerrecht verbietet nicht nur dessen Ausübung sondern verpflichtet Staaten, Institutionen und sogar einzelne Personen dazu, Maßnahmen dagegen zu ergreifen und die Ausübenden zu bestrafen.

Die gerechte Lösung kann also nur sein, dafür zu sorgen dass das Völkerrecht (besonders in dieser Hinsicht) auch wirklich implementiert wird: Es darf keine Diskriminierung geben und das Recht der Völker (auch der Palästinenser) auf Selbst-Bestimmung muss gewahrt werden.

Eine Verurteilung eines Internationalen Tribunals zum Thema Apartheid würde dem Ergebnis der Untersuchung das notwendige Gewicht verleihen, sagte  Khalaf. Ein spezielles Komitee der UN gab es schon einmal wegen des Apartheid-Systems in Südafrika, das aber 1994 wieder aufgelöst wurde. Ein internationaler Boycott hatte ja das Unrechts-Regime in Südafrika zu Fall gebracht.

Deshalb sei die Unterstützung der BDS-Bewegung gegen Israel notwendig, um das Apartheid-Regime unter Druck zu setzen (dass Israel die Unterstützung von BDS immer mehr kriminalisiert, zeigt ja, wie „demokratisch“ der Staat wirklich ist)

Die Einhaltung der Konvention gegen die Apartheid ist natürlich unmöglich, wenn der ausübende Staat sich über grundlegende Rechtsnormen hinwegsetzen kann, ohne dass es negative Konsequenzen für ihn gibt. Dr. Falk betonte, dass Apartheid – ein Verbrechen der schlimmsten Sorte sei, weshalb es im Völkerstrafrecht auch als jus cogens eingestuft sei: es ist unabdingbar, universell anzuwenden und gilt absolut ohne Ausnahme.

Die Schlussfolgerung der Untersuchung war klar und eindeutig: Israel hat ein Apartheid-Regime geschaffen

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ANMERKUNG:  Der israelische Staat hat also ein System aufgebaut, das nach dem Völkerstrafrecht als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“  eingestuft ist. Dieser Begriff wurde ja erst im Rahmen der Nürnberger Prozesse (1946) geschaffen und jeder, der ihn hört, assoziiert damit sofort die ungeheuerlichen Verbrechen des Dritten Reiches (was nicht heißt, dass die Alliierten keine begangen haben). Dazu gehören:

Mord, ethnische Ausrottung, Versklavung, Deportation und andere unmenschliche Akte gegen die Zivilbevölkerung oder: Verfolgung aufgrund von rassistischen, politischen und religiösen Motiven; unabhängig davon, ob einzelstaatliches Recht verletzt wurde.“

Müsste nicht gerade die deutsche Bundesregierung in der ersten Reihe stehen, wenn es darum geht, solche Verbrechen zu stoppen (eigentlich zu verhindern)??? Aber sie schauen einfach weg … nichts gelernt aus der Geschichte oder ist die „kognitive Dissonanz“ so unerträglich („Juden“ (Zionisten) auch einmal  als Täter  und nicht immer (automatisch) als Opfer zu sehen?

AUS DEM VORWORT

„Es war Ziel der Untersuchung festzustellen, ob Israel ein Apartheid-Regime installiert hat, dass das palästinensische Volk in seiner Gesamtheit unterdrückt und beherrscht. Die Autoren sind sich durchaus dessen bewusst, wie heikel diese Frage ist. Schon das bloße Ansprechen des Themas wird von der israelischen Regierung (bzw. deren Gefolge) als Anti-Semitismus in neuer Verkleidung verunglimpft. 2016 hat Israel erfolgreich dafür lobbyiert, dass diese Art von Kritik in Gesetze gegen AS eingebunden (und damit kriminalisiert) wird, sowohl in den USA als auch in Europa.“

Begründung? Die Anklage der Apartheid sei nur einer von vielen Versuchen, „das Image Israels zu zerstören und es als Pariah-State zu isolieren“.  Das gewünschte „Image“ Israels hat aber mit der brutalen Wirklichkeit nichts zu tun …

Die Autoren weisen den Vorwurf des AS auf das entschiedenste zurück und betonen, dass die Klärung der Apartheid-Frage aus dem gleichen Rechtssystem hervorgeht, das auch den Anti-Semitimus anprangert: nämlich das Verbot rassischer Diskriminierung.

Kein Staat sei „immun“ gegen die Normen und Regeln, die in der Internationalen Konvention zur Eliminierung aller Formen rassischer Diskriminierung festgeschrieben sind.

Das Verbot der Apartheid– ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit – darf keinerlei Ausnahmen zulassen, muss also gemäß der Konvention absolut sein.  Dieses Rechtsprinzip zu stärken, ist im Interesse aller Gruppen, die im Laufe der Geschichte Diskriminierung und Verfolgung erleiden mussten (und damit gerade auch der Juden).

Die Autoren sind sich im klaren darüber, dass die Anklage der Apartheid eine schwere  Anschuldigung ist und deshalb eine Untersuchung, die eine solche Festlegung trifft, nur dann gewürdigt werden kann, wenn die vorliegenden Beweise über jeden Zweifel erhaben sind (davon kann sich jeder überzeugen, der den Bericht liest und viele andere Quellen als Bestätigung findet).

Diese Untersuchung war motiviert von dem Bestreben, die Einhaltung der internationalen Menschenrechts-Statuten und des Völkerstrafrechts zu fördern und die kollektive Verantwortung der Vereinten Nationen und ihrer Mitgliedsstaaten mit Bezug auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit  einzumahnen, was gerade im Fall der Palästinenser dringend notwendig ist.

Im ersten Teil wird der rechtliche Kontext erläutert, wie es zum Verbot der Apartheid kam (am eklatanten Beispiel Südafrika – hier nicht behandelt). Der zweite Teil hat die Überschrift: „Testing for an Apartheid-Regime in Israel-Palestine“. (Teil 3: Schlussfolgerungen und Empfehlungen).

Die rechtlichen Grundlagen dafür sind die

  • Charta der Vereinten Nationen (1945), the
  • Universelle Erklärung der Menschenrechte (1948)
  • CERD- Konvention gegen rassische Diskriminierung (1965) und
  • CSPCA – Apartheid-Konvention (1973)

WAS  IST  APARTHEID?

 Die Definition lautet: Das Verbrechen der Apartheid bezieht sich auf

Unmenschliche Handlungen, die zum Zweck der andauernden Herrschaft einer rassischen Gruppe über Personen einer anderen rassischen Gruppe ausgeführt werden und  deren systematischer Unterdrückung dienen“

Obwohl der Begriff „Apartheid“ ursprünglich mit den spezifischen Bedingungen in Südafrika verbunden war, repräsentiert er heute eine bestimmte Art von Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach dem Gewohnheits-Völkerrecht und dem Rom Statut des Internationalen Strafgerichtshofes ICC (ähnlich wie oben):

“The crime of apartheid” means inhumane acts… committed in the context of an institutionalized regime of systematic oppression and domination by one racial group  over any other racial group or groups and committed with the intention of maintaining  that regime.“

WELCHE  DISKRIMINATIVEN  PRAKTIKEN  WURDEN & WERDEN  VON ISRAEL  ANGEWENDET?

  • Bevölkerungsanteil-Steuerung zugunsten der Juden (demographic engineering)
  • Ethnische Säuberungen (1948: rund 800.000 Menschen vertrieben)
  • (De facto) Rückkehr der Flüchtlinge verhindern (1948 und 1967) nach Israel u. den OT > de jure
  • Gesetz über die „Rückkehr“ und Staatsbürgerschaft: Juden aus aller Welt haben ein garantiertes Recht nach Israel zu kommen und Staatsbürger zu werden , während Palästinensern, deren Familien seit Generationen dort gelebt hatten, dieses Recht verweigert wird
  • Kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für palästinensische Ehepartner in Israel

Zusammengenommen sind alle diese Maßnahmen sehr effektiv, um eine überwältigende jüdische Mehrheit in Israel zu garantieren. 1948 war das Verhältnis 2 : 1 (rund 1,3 mio. Araber > 630.000 Juden), heute ist es 1 : 4  Die Palästinenser machen nur mehr 20% der Gesamtbevölkerung in Israel aus. Sie sind zwar proforma israelische Bürger, haben aber einen eigenen rechtlichen Status, der nicht den jüdischen Israelis gleichgestellt ist.

Und selbst die mickrigen Gebiete, die den Palästinensern noch geblieben sind (etwa 11% der Gesamtfläche), werden von Israel sukzessive – durch  illegale „Siedler“ – in Besitz genommen. Die speziellen Gesetze über Landbesitz werden immer mehr ins besetzte Westjordanland ausgedehnt. Große Gebiete werden einfach als „Staatsland“ deklariert, d.h. sie dürfen nur mehr von Juden und für Juden  genutzt werden.

Die Apartheid-Konvention legt fest, dass „unmenschliche Handlungen“ die Basis für die rechtliche Bewertung sind, diese aber nur dann den Status „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ erhalten, wenn sie vorsätzlich einem zentralen Zweck dienen: der Herrschaft einer rassischen Gruppe über eine andere. Es muss also ein institutionalisiertes Regime der Unterdrückung geben, mit dem eine Gruppe die andere beherrscht.

stateapartheid_pppaAus dieser Perspektive war es notwendig, sich auch mit der Doktrin des „jüdischen Staates“ auseinanderzusetzen, (wie sie in den Gesetzen Israels und seinen staatlichen Institutionen ausgedrückt wird) um zweifelsfrei diese zentrale Absicht zu offenbaren. Dass das israelische Rechts- bzw. Regierungssystem genau für diesen Zweck geschaffen wurde, ist nicht zu übersehen.

Gemäß der  CERD-Konvention wird „rassische Diskriminierung“ so definiert:

Jede Unterscheidung, Ausschließung, Abgrenzung oder Bevorzugung auf der Grundlage von Rasse, Hautfarbe, Abstammung oder nationaler bzw. ethnischer Herkunft, die den Zweck hat,  die  Anerkennung der Menschenrechte und grundlegender Freiheiten in  allen  Bereichen des öffentlichen Lebens (auf der Basis von Gleichwertigkeit)  zu beschädigen.

Beispiele für diese systematische Diskriminierung:

Landnutzung und Landbesitz

Ein entsprechendes Gesetz aus dem Jahr 1951 über „Staatseigentum“ bestimmt, dass Land (egal in welchem Gebiet) an den Staat Israel fällt, sobald dort israelisches Recht zur Anwendung kommt. Die staatliche Behörde (ILA), die dafür zuständig ist, verwaltet 93% der Grundfläche (in den anerkannten Grenzen) Israels und es ist ausdrücklich verboten, dass diese Flächen von Nicht-Juden benutzt oder besessen werden.  

Dazu die Autoren:

 „Weite Gebiete der Westbank wurden seit Jahren als „Staatliches Land“ deklariert, damit der Nutzung durch Palästinenser entzogen und gemäß der Israelischen Regierungspolitik verwaltet: Das Land muss also „dem jüdischen Volk“ dienen. Mit anderen Worten, ein Großteil der West-Bank (inklusive Ost-Jerusalem)  befindet sich unter der Autorität einer staatlichen Institution, die gesetzlich verpflichtet ist, dieses Land zum exklusiven Vorteil der Juden zu nutzen. Das gleiche Arrangement galt früher auch für die jüdischen „Siedlungen“ im Gazastreifen, doch seit dem  israelischen „Abzug“ im Jahr 2005 gelten diese Vorschriften nur für kleine Teile des Streifens, wie die einseitig festgelegte „Sicherheitszone“ neben dem Zaun.

Darüberhinaus kann den Palästinensern jederzeit der Zugang und die Nutzung einer Landfläche untersagt werden, indem man sie einfach als „Closed Military Zone“ deklariert und behauptet, das sei aus Sicherheitsgründen notwendig (die illegalen und nicht selten  gewalttätigen Siedler werden von den Soldaten beschützt, die Palästinenser schützt niemand.

2011 dispossession_and_exploitation_engLängerfristig kommt es dann zu Enteignungen, man sagt, das Land sei für „militärisiche Zwecke“ notwendig.  Um zu verhindern, dass die palästinensischen Kommunen wachsen (also neue Häuser, Schulen, etc. gebaut werden), erklärt man daran angrenzende Flächen als „Naturschutzgebiet“ bzw. „Nationalpark“. (Siehe dazu die Analysen und Dokumente von B’Tselem, der israelischen Menschenrechtsorganisation, der man großen Respekt entgegenbringen muss).

Wenn die Familien dann trotzdem ein Haus für ihre Familie bauen, wird es einfach mit dem Bulldozer demoliert.

 „Demographisches Engineering“ (Steuerung der Bevölkerungs-Zusammensetzung um eine jüdische Dominanz zu erreichen)

Juden aus der ganzen Welt, die nach Israel kommen, haben automatisch das Recht auf die israelische Staatsbürgerschaft. Palästinenser haben keine echte Staatsbürgerschaft ( mehr dazu weiter unten) , auch wenn sie nachweisen, dass ihre Familien seit Generationen dort leben. Ebenso wird den Flüchtlingen jedes Rückkehrrecht verweigert.

Die  strategische Zersplitterung des palästinensischen  Volkes ist die zentrale Methode, mit der das Apartheid-Regime exekutiert wird.  

Der Bericht untersucht, wie Kriege, Teilung, Flucht,  Annexion und anhaltende Besatzung die Palästinenser in verschiedene geographische Gebiete verteilt hat, die unterschiedlichen Gesetzen unterliegen.

Diese Zersplitterung stärkt das Herrschaftssystem des israelischen Staates und schwächt den Willen und die Fähigkeit der P. vereinten und effektiven Widerstand  (dagegen) zu leisten. Je nachdem, wo die P. leben, werden unterschiedliche Methoden (der Herrschaft) angewendet.

DIE VIER DOMÄNEN DER  APARTHEID

Seit 1967 leben die P. in vier rechtlichen bzw. geographischen Dimensionen (im Bericht als „Domänen“ bezeichnet), in denen sie auf den ersten Blick unterschiedlich behandelt werden, doch tatsächlich sind sie alle Teil des Apartheid-Regimes:

  • D 1: ZIVILRECHT: gilt eingeschränkt für Palästinenser, die in Israel leben
  • D 2: AUFENTHALTSRECHT: gilt für P. die in Jerusalem leben
  • D 3: KRIEGSRECHT: gilt für P. die seit 1967 unter Besatzung leben (West Bank, Gaza Strip und alle in Flüchtlingslagern)
  • D 4: VERHINDERUNG DER RÜCKKEHR von Flüchtlingen

D1 / Zone 1 – ISRAEL:

Nation State Law IsraelHier leben 1,7 Millionen Palästinenser, die „israelische Staatsbürger“ sind (nicht gleichberechtigt)  aber diskriminiert werden, weil sie keine Juden sind. Man unterscheidet zwischen der Staatsbürgerschaft (hebräisch: ezrahut) und der Nationalität (le’um).

So eine Differenzierung gab es z.B. auch in der Sowjetuntion: alle waren Sowjetbürger, ihre Nationalität war aber verschieden z.B. Kazachen, Usbeken, Ukrainer, etc. – was natürlich in diesem Fall wirklich von den Volksgruppen herrührt). Doch im Unterschied zu Israel hatten alle die gleichen Rechte.

Selbst der Oberste Gerichtshof in Israel hat entschieden, dass Israel der Staat der „jüdischen Nation“ sei, eine israelische Nation gibt es also nicht (daher ist auch der Vergleich mit dem französischen oder deutschen Staat unzulässig).

Nation State Law IS 2017

Mit dem „Nationalstaats-Gesetz“ wurde festgelegt, dass das Recht auf nationale Selbstbestimmung in Israel nur „dem jüdischen Volk“ zusteht. Die arabischen – nicht-jüdischen – 20% der Bevölkerung haben also „Pech gehabt“ …

D2 / Zone 2 – OST-JERUSALEM  (seit Trumps Alleingang wieder ein Thema in den Medien, aber ohne Kontext…)

under_the_guise_of_legality_engOst-Jerusalem wurde (nach dem Krieg von 1967) illegal von Israel annektiert und gleichzeitig hat man sich 7.000 Hektar Land der Westbank einverleibt. Durch Veränderung der Gemeindegrenzen von Jerusalem wurde das Stadtgebiet fast zehnmal so groß wie vorher  (als es noch Teil von Jordanien war).  Die neuen Grenzlinien wurden so gezogen, dass dicht besiedelte nicht-jüdische Gemeinden ausgegrenzt wurden, damit die Juden eine Mehrheit bilden. Das auf diese Weise annektierte Land gehörte zum Großteil zu 28 palästinensischen Dörfern, deren Bewohner aber zum Großteil ausgeschlossen wurden (wodurch es zu einer Zersplitterung der Kommunen kam). Heute stehen den 370.000 palästinensischen Einwohnern ca. 280.000 israelische „Siedler“ gegenüber.

Die Palästinenser in Jerusalem werden seither behandelt wie Immigranten: sie erhalten eine „permanente Aufenthaltserlaubnis“-  als ob sie Ausländer wären und das Aufenthaltsrecht in ihrem Geburtsland ein Privileg und nicht ein Grundrecht wäre – und haben nur eingeschränkt zivile Rechte – in ihrem eigenen Heimatland (was noch davon übrig ist), das sich der Staat Israel auf illegale Weise angeeignet hat. Sie dürfen arbeiten, sind sozialversichert, haben aber kein Wahlrecht bei Nationalwahlen.

Dieser Status hängt davon ab, was der israelische Staat als ihr „Lebenszentrum“ definiert. Dies muss durch Eigentumsnachweise für Häuser and Geschäfte bewiesen werden, ebenso wie der Besuch lokaler Schulen und die Einbindung in lokale Organisationen. Wenn das „Lebenszentrum“ sich (oft unfreiwillig) verlagert hat (hinter die „grüne Linie“), kann diese Genehmigung jederzeit aufgehoben werden.

Auch ein längerer Auslandsaufenthalt kann als Vorwand für die Aberkennung des Aufenthaltsrechts dienen.

Seit 2003 gibt es ein Gesetz, dass nach einer Eheschließung von Palästinensern (Ehepartner aus anderen Teilen der Westbank) dem Partner und deren gemeinsamen Kindern das Recht auf eine permanente Aufenthaltsberechtigung in Jerusalem verweigert. Das ist nur eine Facette der Diskriminierungen, die die Palästinenser dazu „ermuntern“ sollen, zu verschwinden.

Der UNESCWA Bericht erläutert die  tägliche Diskriminierung auf verschiedenen Ebenen (nachzulesen auch bei B’Tselem):

„…in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen, Beschäftigung, Aufenthalts- und Baurecht; sie werden aus ihren Häusern vertrieben bzw. werden diese abgerissen, im Einklang mit einem Projekt zur Organisation von Groß-Jerusalem nach ethnischen Gesichtspunktenund müssen sich brutalere Behandlung durch die Sicherheitskräfte gefallen lassen.“ 

Kafr Aqab is one of the neighborhoods in Jerusalem cut off by Israel's separation barrier.Die zentrale Frage ist aber nicht, ob Israel die P. diskriminiert (das ist ausreichend dokumentiert), sondern wie die Domäne in Ost-Jerusalem als fester Bestandteil des Apartheid-Regimes fungiert. Kurz gesagt, die „Domäne 2“ setzt die P. in eine separate Kategorie, deren Zweck darin besteht, sie nicht in das demographische und politische Gewicht innerhalb Israels einzubeziehen. Spezielle politische Maßnahmen, die ihre Kommunen und Rechte betreffen, sind so angelegt, dass sie zur Auswanderung gedrängt werden, oder zumindest der Widerstand gegen diesen Druck minimiert wird.. Die „große Apartheid-Dimension“ dieser Domäne kann dadurch wahrgenommen werden, wie die israelische Stadtgemeinde von Jerusalem öffentlich eine Politik der „demographischen Balance“ verfolgt. [sprich: Araber raus, Juden rein …].

ej-settlements-08 Im „Jerusalem 2000“-Masterplan war das Ziel eine 60% zu 40% Mehrheit jüdischer Einwohner. Schon in den 1980er Jahren hatte die Stadtverwaltung Pläne zur Fragmentierung palästinensischer Viertel geschmiedet (durch dazwischen gesetzte jüdische „Siedler“) wodurch das natürliche Wachstum der P. Viertel erstickt wurde und die P. zum „Gehen“ gedrängt wurden. Die jüdischen Siedlungen in Ost-Jerusalem als „Wohngegenden“ (oder Viertel) zu bezeichnen, ist Teil einer umfangreicheren Taktik, die Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch verharmlosende Ausdrücke zu verschleiern.

Durch den Bau der Trennmauer verkommen die palästinensischen Wohngebiete dahinter zu Slums.

Solche Maßnahmen haben schwere Auswirkungen, weil Jerusalem für die kollektive Identität der P. als Volk von enormer Bedeutung ist. Für sie ist Jersualem die administrative, kulturelle, geschäftliche und politische Hauptstadt von Palästina. Die Heimat der p. Elite und eine heilige, religiöse und historische Gedenkstätte.

Obwohl viele P. in Ost-Jerusalem geschäftliche und familiäre Beziehungen zu P. in Israel, der West-Bank (und immer weniger zu Gaza) haben, liegt ihr Hauptinteresse am Leben in der Stadt, wo sie ihre wohnen, ihre Geschäfte führen und wo es eine lebendige, urbane Gesellschaft gibt. Starke kulturelle Wurzeln und in einigen Fällen eine Abstammung, die tausende Jahre zurückführt, kommen noch dazu.

Sie haben keine Möglichkeit, israelische Gesetze anzufechten. Wenn sie sich mit ihren Leuten in den besetzten Gebieten solidarisieren, droht ihnen die Abschiebung dorthin und der Verlust der Berechtigung,  Jerusalem auch nur zu besuchen. Auf diese Weise wird das Zentrum des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens der Palästinenser (Jerusalem)  ausgehöhlt und die Bewohner haben keine legale Möglichkeit gegen das Apartheid-Regime vorzugehen.

D3 /Zone 3: DIE (MILITÄRISCH) BESETZTEN GEBIETE

In diesem Gebiet leben etwa 4,6 Millionen Menschen seit Jahrzehnten unter militärischer Besatzung: 2,7 Mio. im Westjordanland (für Zionisten  „Judea und Samaria“) und knapp 2 Mio. im Gaza-Streifen (ein „Gefängnis“ der besonderen Art, das unter einer ilegalen Blockade und wiederkehrenden Bombardierungen leidet – siehe ältere Beiträge unter Stichwort „Gaza“)

Hier gilt das Kriegsrecht. Ilan Pappe schilderte die israelische Militärherrschaft in einem seiner Vorträge so:

MIDEAST ISRAEL PALESTINIANSDiese „Notstandgesetze“ wurden eigentlich von den Briten in der Mandatszeit eingeführt, um sich gegen die zionistischen Untergrundorganisationen wehren zu können (die Terroranschläge verübten, weil sie sich von den Briten verraten fühlten). In den 1940er Jahren hatten die Zionisten  selbst diese Bestimmungen scharf verurteilt und moralisch auf eine Ebene mit denen der Nazis gestellt. Als sie selbst jedoch regierten und diese harten Verordnungen gegen die „Araber“ anwendeten, hatten sie kein Problem damit. Dann waren es plötzlich notwendige Maßnahmen für die „Sicherheit“.

Pappe betont, dass in diesem System jeder Offizier eine enorme Macht ausübt: das Militär hat absolute Kontrolle über die palästinensischen Zivilisten. Es ist gleichzeitig die Judikative, die Legislative und die Exekutive und kein Palästinenser kann sich dagegen wehren.

DIE OHRFEIGE

Ahed Free PalestineWie diese Allmacht  israelischer Soldaten die Palästinenser terrorisiert, wurde erst kürzlich durch einen Vorfall illustriert, der weltweit Schlagzeilen machte: Ein 16-jähriges Mädchen (Ahed Tamimi- seither in unbegrenzter „Administrativ-Haft“- auch ein Relikt der Mandatszeit) schlug einem der Soldaten ins Gesicht, um sie von ihrem Grundstück zu vertreiben bzw. ihnen das Eindringen in ihr Haus zu verwehren (die Familie Tamimi demonstriert seit  Jahren gegen die zunehmende Unterdrückung, der Vater saß deshalb schon mehrfach im Gefängnis; mehrere Verwandete wurden vom israelischen Militär getötet:

Tamimi death toll

Dr. Falk und Dr. Tilley schreiben dazu in ihrem Bericht:

Die militärische Verwaltung dieses Gebietes erfüllt in hohem Maße die Definition von Apartheid wie sie in der CSPA-Konvention festgelegt ist. Jede „unmenschliche Handlung“, die in der Konvention beispielhaft angeführt ist (mit Ausnahme des Absatzes über Völkermord*), wird routinemäßig und systematisch im Westjordanland (Westbank)  von Israel praktiziert.

 *(ANMERKUNG: Was in Gaza an Grausamkeit passiert, ist durchaus als besonders heimtückische Version von Völkermord zu werten…)

Die Palästinenser stehen unter Kriegsrecht, während die ca. 350.000 jüdischen „Siedler“ das Zivilrecht in Anspruch nehmen können. Der rassische Charakter dieser Situation wird auch dadurch verdeutlicht, dass alle Siedler im WJL diese Bürgerrechte genießen, nur weil sie Juden sind: es ist also egal, ob sie israelische Staatsbürger sind oder nicht.

Dieses – an sich schon problematische – doppelgleisige Rechtssystem ist bezeichnend für für ein Apartheid-Regime, wenn es mit einem diskriminativen Land-Management gekoppelt ist, in dem „Jüdisch-nationale“ Institutionen „Staatsland“ exklusiv im Interesse der jüdischen Bevölkerung verwalten.

(Im Annex I des Berichtes werden diese illegalen und unmenschlichen Praktiken  detaillierter geschildert)

D 4 / Zone 4: DIE FLÜCHTLINGE

Bezieht sich auf die (mind. 6 Millionen) palästinensischen Flüchtlinge, die seit Jahrzehnten in den  Nachbarländern (als Menschen zweiter Klasse) bzw. in Flüchtlingslagern leben müssen. Der israelische Staat verbietet ihnen, in ihre Heimat zurückzukehren (Israel und die besetzten Gebiete). Dieser eklatante Verstoß gegen das Völkerrecht  wird mit dem Argument der „demographischen Bedrohung“ begründet, also der Tatsache, dass die „Araber“ dann die Mehrheit der Bevölkerung darstellen würden (eigentlich normal in einem arabischen Land) und damit der „Judenstaat“ nicht mehr zu halten wäre. Damit wird die rassische Diskriminierung klar sichtbar.

Dieser Report kommt zu der Erkenntnis, dass diese vier „Domänen“ in ihrer Gesamtheit betrachtet, „den Zweck haben als dauerhaftes Herrschaftssystem über Nicht-Juden zu fungieren, in allen Gebieten unter exklusiv-israelischer Kontrolle.“

DIE „EINZIGE DEMOKRATIE“ IM NAHEN OSTEN?

Die Autoren des Berichtes gehen der Fairness halber auch auf die „Gegenargumente“ Israels ein und stellen klar, dass keines dieser Argumente einer kritischen Überprüfung standhält, z.B.

  • Der „jüdische Staat“ sei genauso legitim wie der „französische“ Staat
  • Die (brutale) Behandlung der Palästinenser ist kein Indiz für einen bestimmen Zweck (schon gar nicht, den der Herrschaft) …
  • sondern ein vorübergehender Zustand, der sich aus dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis Israels ergibt … usw.

DIE JÜDISCHE DOMINANZ IST UNANTASTBAR

Zwar gibt es palästinensische (arabische) Parteien im Parlament (Anteil etwa 10%), die für „Reformen“ plädieren können, doch es ist (durch das „Grundgesetz“, Art. 7) verboten, genau jene Gesetzgebung anzufechten, die die rassische Diskriminierung aufrecht erhält und „legitimiert“: Jede Partei, die diesen Zustand ändern will, ist automatisch illegal.

Das Argument, der Apartheid-Vorwurf sei haltlos, denn die Palästinenser in Israel hätten doch das Wahlrecht, wird ebenfalls als fadenscheinig entlarvt:  das Wahlrecht alleine nutzt gar nichts, wenn man sonst keine legalen Mittel hat, sich gegen andauernde Diskriminierung zu wehren und durch das „Grundgesetz“ wird genau das sichergestellt: es verbietet allen politischen Parteien den „jüdischen“ und daher rassischen Charakter des Staates in Frage zu stellen.  Damit wird aber eine Ethnokratie begründet und nicht eine Demokratie (wo alle gleichbehandelt werden müssen).

Dazu die Autoren:

„Das „Wahlrecht“ wird bedeutungslos (im Kontext einer demokratischen Gleichberechtigung) wenn einer Volksgruppe verboten wird, Gesetze anzufechten, die ihre eigene Ungleichheit aufrechterhalten. Eine Analogie dazu wäre ein System, in dem die Sklaven zwar wählen dürfen, aber nicht, wenn es um die Abschaffung der Sklaverei geht. Solche Gesetze können vielleicht kosmetische „Reformen“ ermöglichen (bessere Lebensbedingungen etc.), doch ihr Status und (die daraus resultierende)  rechtliche Verwundbarkeit als bloße „bewegliche Sachen“ würde sich nicht ändern. Israelische Gesetze verbieten organisierten Widerstand gegen die Jüdische Dominanz, machen ihn illegal und sogar staatsgefährdend.“

WER  IST  EIN VOLK  UND  WER NICHT?

Aus Sicht der Zionisten gibt es kein „palästinensisches Volk“ sondern  nur „Araber“,  denen keine nationale Identität zuerkannt wird, doch der ICJ hat (im Zusammenhang mit dem Bau der Trennmauer) im Juli 2004 eindeutig festgelegt, dass diese Frage seit Mitte der 1990er Jahre geklärt ist und somit auch das  Recht auf  deren Selbstbestimmung NICHT in Frage zu stellen sei:

ICJ Pal self-determination

Jede diplomatische Initiative, den „Nahost-Konflikt“ zu beenden, ist zum Scheitern verurteilt, solange dieses Recht von Israel nicht grundsätzlich anerkannt wird, während gleichzeitig in klassischer „crying & shooting“ Manier  den Kritikern der israelischen Herrschafts-Politik unterstellt wird, sie würden Israel dieses Recht aberkennen wollen.

Die „jüdische Identität“ vereine jedoch mehrere, widersprüchliche Elemente in sich, so die Autoren des Berichtes:

Shlomo Sand InventionDer Judaismus sei ein religiöses Glaubensbekenntnis, dem sich jeder anschließen kann, wenn er bereit ist, den entsprechenden Prozeduren Folge zu leisten;  auf dieser Grundlage argumentieren Gegner der israelischen Politik, dass „Jüdisch-Sein“ keine nationale, sondern nur eine religiöse Identität sei und demnach Juden auch kein „Volk“ (im Sinne des Völkerrechts) seien.

Daraus wiederum ergibt sich, dass sie auch kein Recht auf nationale Selbstbestimmung haben (weil sie eben keine „Nation“ sind, wie Deutsche, Franzosen, etc.).

Unterstützer Israels benutzen das gleiche Argument um zu bestreiten, dass der jüdische Staat Ausdruck von Rassismus sei.  Wenn die Juden keine Rasse sind, kann der Zionismus auch nicht als rassistische Ideologie bezeichnet werden*.

*ANMERKUNG:  Das ist auf den ersten Blick betrachtet, richtig, aber die Überzeugung, man sei anderen Gruppen überlegen, (u.a. weil man als Jude von Gott „auserwählt“ sei) beruht ja nicht unbedingt auf der bewiesenen (biologischen) Zugehörigkeit zu einer eigenen Rasse, sondern darauf, dass man die „anderen“ (in diesem Fall „Araber“) kollektiv als minderwertig einstuft. (Die Kabbalah-Anhänger sehen in allen Nicht-Juden sogar eine Erscheinungsform des Satans)

Doch die Autoren des Berichtes sehen diese Einwände als fehlerhaft an, da religiöse Kriterien alleine nicht ausreichen, um zu definieren, was „Jüdisch-Sein“ bedeute. Sie betonen u.a. , dass Leitfiguren des Zionismus wie Max Nordau oder Vladimir Jabotinsky regelmäßig den Begriff „jüdische Rasse“ verwendet hätten und bis heute jüdische Organisationen wie der JNF seine Ziele  so beschreiben: „ …zum Vorteil jener, die  der jüdische Rasse angehören oder  jüdischer Abstammung sind“.

In keiner dieser Quellen sei der jüdische Glaube auch nur erwähnt (weil dieser ja auch verschiedene Ausprägungen hat und es – vor allem in den Industrieländern – sehr viele Juden gibt, die sich überhaupt nicht mehr für religiöse Themen interessieren).

WER IST EIN JUDE und KANN MAN AUCH „JÜDISCH“ WERDEN?

Das  Anliegen sei alleine die Abstammung, heißt es im Bericht:  Die Halacha (Gebote u. Verhaltensregeln des Judentums, die unterschiedlich von Rabbis interpretiert werden) legt fest, dass die jüdische Identität von der Mutter auf das Kind übertragen wird, egal ob die Betreffenden tatsächlich religiöse Praktiken einhalten oder gläubig sind.

ANMERKUNG: Wie absurd  das ganze ist, kann man z.B. an der Heirat von Ivanka Trump demonstrieren, die – weil ihr Ehemann „jüdisch“ ist (Jared Kushner), vor der Eheschließung zum Judentum konvertiert ist – denn nur dann gelten ihre Kinder als „jüdisch“. Damit wird aber klar demonstriert, dass der Begriff „jüdisch“ eben nichts mit genetischer Abstammung oder seit Jahrhunderten gelebter Kultur zu tun hat (schon gar nicht über 2000 Jahre).

Der israelische Staat hat diese zentrale Rolle der Abstammung in seinem Rückkehr-Gesetz  (5. Juli 1950 – 1970 geändert) betont:

Jude“ bedeutet (im Rahmen dieses Gesetzes) eine Person, die von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder zum Judaismus konvertiert ist und nicht einer anderen Religion angehört.“  

Dies sei deshalb entscheidend für den Diskurs über jüdische Identität in Israel, denn die „direkte Abstammung seit der Antike“ wurde und wird als Hauptargument von Zionisten dafür benutzt,  das Recht auf Selbstbestimmung in Palästina (Israel) heute (tausende Jahre später) geltend zu machen. In dieser Sichtweise haben alle Juden eine besondere Beziehung und besondere Rechte auf das Land in Palästina, das ihnen (lt. religiösen Schriften) durch einen Bund mit Gott zusteht. Einige Zionisten sehen sogar in Israel den Nachfolgestaat der jüdischen „Königreiche von Saul, David und Salomon“.

Auch in der Unabhängigkeitserklärung Israels wird diese Haltung ausgedrückt und damit ein „unabdingbares Rückkehrrecht“ begründet, das über menschengemachtes Recht (lex humana) gestellt wird und damit quasi „göttlichen“ Status erhält:

„The Land of Israel  was the birthplace of the Jewish people. Here their spiritual, religious and political identity was shaped. Here they first attained to statehood, created cultural values of national and universal significance and gave to the world the eternal Book  of Books. After being forcibly exiled from their land, the people kept faith with it throughout their Dispersion and never ceased to pray and hope for their return to it and for the restoration in it of their political freedom. Impelled by this historic and traditional attachment, Jews strove in every successive generation to re-establish themselves in their ancient homeland. In recent decades they returned in their masses. […]“

2 jews against Israel

Man braucht kein Rechtsphilosoph zu sein, um zu erkennen, dass diese realitätsfremden, religiös-inspirierten Behauptungen als Basis für rechtliche Ansprüche unhaltbar sind  … (was die orthodox-jüdischen Herren oben im Bild offenbar – aus anderen Gründen – auch so sehen…)

So schrieb z.B. ein Mitglied der UNSCOP-Kommission (deren Bericht die Basis für die Teilung Palästinas im Jahr 1947 war- siehe Teil 2) aus Indien, der Anspruch, die Juden seien die „Urbevölkerung“ Palästinas, sei erstens höchst fragwürdig und zweitens sei es inakzeptabel solche Behauptungen als Basis für Rechtsansprüche zu akzeptieren:

Sich auf eine Vertreibung zu berufen, die vor 2.000 Jahren stattgefunden haben soll, egal wieviele religiöse Gefühle damit verbunden sind, erscheint mir als völlig ungerechtfertigt. Eine Vielzahl von Völkern eroberten verschiedene Länder zu verschiedenen Zeiten, wurden letztlich wieder besiegt und daraus vertrieben.  Kann deren Verbindung mit einem einst eroberten Land, egal wie lange das her ist, ihnen als Grundlage für einen Titel dienen, wenn auch nur ein Jahrhundert vergangen ist? Wenn das so wäre, könnten die Muslime Ansprüche auf Spanien erheben, das sie viel länger regierten (Anm: 70o Jahre in Andalusien)), als die Juden Teile von Palästina.

Außerdem kann dieser Anspruch keinesfalls von jenen erhoben werden, die erst später zum Judaismus konvertiert sind. Die Khazaren aus Osteuropa, eine türkisch-finnische Rasse, mussten gegen Ende des 7. Jahrhunderts kollektiv zum Judentum übertreten. Können deren Nachfahren wirklich Rechte geltend machen, weil die Vorfahren ihrer Glaubensgenossen einmal in Palästina waren?

Im Bericht der ESCWA heißt es dazu:

Mit dieser behaupteten „durchgängigen Abstammung“ seit der Antike sollen kollektive Ansprüche auf das „Land Israel“ (Eretz Israel) einer ganzen Gruppe (aus verschiedenen Ländern kommend) gerechtfertigt werden. Die damit unvereinbare Behauptung, das Judentum sei nicht an eine Rasse gebunden, da es sich um eine Religion handle, zu der andere konvertiert seien, zeigt wie widersprüchlich die Argumentation ist.

Daher beruht der Anspruch, Palästina als das exklusive Heimatland des jüdischen Volkes anzusehen, auf eine rassischen Auffassung beider Gruppen. Juden und Palästinenser sind daher nach der CERD- und der Apartheid-Konvention  als „rassische Gruppen“ einzustufen.  Die Autoren schreiben weiter:

southafrica_germany_palestine_pppa„Die Ausgestaltung eines Apartheid-Regimes spiegelt die Geschichte und Demographie des jeweiligen Landes wider, durch die die Doktrin der rassischen Überlegenheit geformt wird. Deshalb besteht die erste Aufgabe darin, zu untersuchen, wie durch die lokalen Bedingungen eine solche Umgebung entstanden ist“.

(Mehr über den politischen u. historischen Hintergrund im nächsten Teil)

 

Unmenschlich. Ungeheuerlich. Unantastbar.

 

TrumpBibi kiss

Welcher kleine, aber trotzdem mächtige Staat hat sich diese Adjektive wirklich hart verdient? Ein Staat, der heuer sein 70-jähriges Bestehen feiert, aber noch immer keine festen Grenzen und keine Verfassung hat?

Man muss diesem Staat wirklich zu seiner „Chuzpah“ gratulieren, denn rechtzeitig zum „70er Jubiläum“ hat man es geschafft, ganze 80 Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates einfach zu ignorieren. Und jetzt auch noch Jerusalem „geschenkt“ von Trump!

Das Problem mit diesem seltsamen Staat, das bis heute existiert,  hat die amerikanische Journalistin Dorothy Thompson (1893-1961) schon 1951 auf den Punkt gebracht, indem sie Israel als „einzigen Staat der Welt“ bezeichnete, „der schon bei seiner Geburt heilig gesprochen wurde“.

Dass dafür der „Holocaust“ politisch bzw. emotional ausgeschlachtet wurde (obwohl der Zionismus schon begann, als Hitler noch ein Kleinkind war und die Zionisten nachweislich mit den Nazis kooperiert haben – siehe Lenni Brenner und Alison Weir), ist offensichtlich. Wie perfide das ist, wird aber nur dann klar, wenn die schockierenden Verbrechen der Zionisten (bis heute) bzw. die Psychopathologie dahinter nicht länger totgeschwiegen werden.

Wir kennen das ja alle aus den Medien: Jeder, der es wagt, das wahre (brutale) Gesicht des israelischen Staates zu zeigen, wird wie ein Häretiker (sprich: Mega-Arschloch) behandelt. Der Scheiterhaufen bleibt ihm erspart, doch die Diffamierung, Ausgrenzung und der mediale „shit-storm“, der über diese Person hereinbricht, kann sich durchaus mit dem Fanatismus der „heiligen Inquisition“ messen.

Man braucht aber heute keine Folterapparate mehr, um Kritiker und Dissidenten zum Schweigen zu bringen, es reicht heute ein einziges Stigma-Wort: Anti-Semit. (z.B. eingesetzt bei Günter Grass)

Dorothy Thompson gehörte zu den angesehendsten und einflussreichsten Journalisten ihrer Zeit, doch ihr „heldenhafter“ Status in der Öffentlichkeit änderte sich schlagartig, als sie das künstliche, positive Image der Zionisten ins Wanken brachte.

Nachdem sie 1945 das „Heilige Land“ besucht hatte und sah, was dort passierte, erkannte sie, dass man sie und andere Unterstützer der jüdischen Einwanderung massiv getäuscht hatte. Die (damals noch geplante) Errichtung eines jüdischen Staates sei quasi eine „Garantie für einen ständigen Krieg“ und die Absicht sei nicht bloß, eine „Heimstätte“ für Juden zu errichten, sondern einen aggressiven, zionistischen Staat, der sich zur dominierenden Macht im Nahen Osten entwickeln sollte.

DEIR YASSIN:  70 JAHRE „WEGSCHAUEN“

Die Berichte über das Massaker im Dorf Deir Yassin (nahe Jerusalem) im April 1948 ließen die schlimmsten Befürchtungen von Thompson wahr werden und schockierten die Öffentlichkeit:

nakbabynumbers_pppaNach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes (IRC) wurden 245 Leichen gefunden, darunter 145 Frauen, von denen 35 schwanger waren. Sie fanden Menschen, die enthauptet oder aufgeschlitzt waren und eine hochschwangere Frau, der man direkt in den Bauch geschossen hatte. Jacques de Reynier, der Leiter der IRC-Delegation in Palästina beschreibt seine Eindrücke am 11. April 1948, als die zionistischen Terror-Truppen noch immer Blutspritzer auf ihren Kleidern hatten (und stolz darauf waren):

„I tried to go into a house. A dozen soldiers surrounded me, their machine-guns aimed at my body, and their officer forbade me to move … I then flew into one of the most towering rages of my life, telling these criminals what I thought of their conduct, threatening them with everything I could think of, and then pushed them aside and went into the house…I found some bodies, cold. Here the „cleaning up“ had been done with machine-guns, then hand grenades. It had been finished off with knives, anyone could see that … as I was about to leave, I heard something like a sigh. I looked everywhere, turned over all the bodies, and eventually found a little foot, still warm. It was a little girl of ten, mutilated by a hand grenade, but still alive …

Reynier schrieb später, die ganze Szenerie habe ihn an die Brutalität der SS-Truppen in Griechenland erinnert.

Überlebende Augenzeugen berichteten von Vergewaltigungen sowie Exekutionen von Kindern, die in einer Reihe aufgestellt waren,  (Pappe, S. 90) Der Sohn des Dorfvorstehers wurde vor den Augen seiner Mutter und Schwestern erschossen. Auch 30 Babys wurden ermordet.

Etwa 40 Dorfbewohner (Männer, Frauen und Kinder) wurden gefangengenommen und dann in den Straßen West-Jerusalems vorgeführt, wo sie bespuckt beschimpft und mit Steinen beworfen wurden (und letztlich auch getötet ).

Das „Ungeheuerliche“ an diesem Massaker (das nicht das einzige war) ist nicht nur die ekelhafte Brutalität (drei Jahre nach Auschwitz), sondern die Tatsache, dass die arabischen Dorfbewohner einen Nicht-Angriffspakt mit der Hagana (jüdische, paramilitärische Einheit, aus der später das israelische Militär hervorging) abgeschlossen hatten.

Wie Ilan Pappe betont, hat man den Terror und das Morden in Deir Yassin in erster Linie der Irgun und der LEHI ( zionistischen Terror-Kommandos) überlassen, so konnte sich  die Hagana einreden, das Abkommen nicht gebrochen zu haben. Die damaligen Anführer dieser Terroristen, Menachem Begin und Yitzak Shamir wurden später Premierminister von Israel.

Als Begin im Dezember 1948, also nur wenige Monate später, in die USA reiste, um für Israel und seine Partei zu werben, schrieb Albert Einstein (u.a.) einen empörten Brief an die New York Times (siehe weiter unten).

Die (von Gott verliehene) „moralische Überlegenheit“ der Zionisten – auch im Kampf – muss (aus religiösen Gründen) gewahrt werden, auch wenn sie eine krankhafte Illusion ist.

DER LANGE SCHATTEN DER VERGANGENHEIT

Haaretz burned bodies DrYassin

2017 wurde bei einem Filmfestival in Jerusalem eine Dokumentation über Deir Yassin präsentiert: „Born in Deir Yassin” Die Regisseurin Neta Shoshani gab der Zeitung Ha’aretz ein Interview dazu und berichtete, was sie in Archiven ausgegraben (viels ist bis heute als „geheim“ eingestuft) bzw. aus Gesprächen mit Beteiligten gelernt hatte:

Prof. Mordechai Gichon, ein (inzwischen verstorbener) IDF-Reserve-Offizier, der damals nach dem Massaker für die Hagana einen Bericht verfassen sollte, sagte ihr dazu:

“Wenn man an einem zivilen Ort ist und überall tote Menschen herumliegen, dann sieht das nach einem POGROM aus. Wenn Kossacken in jüdische Vierteil einfielen, hat das wohl auch so ausgesehen.

Man hatte das Gefühl, hier hatte ein ABSCHLACHTEN stattgefunden und es war schwer für mich, mir einzureden, es sei eine Selbstverteidigung gewesen … wenn Zivilisten getötet werden, nennt man das ein Massaker.“

Worte von Josef Zettler, der damals Kommandeur der Lehi-Milizen war, hinterlassen auch einen bitteren („braunen“) Nachgeschmack (zuerst brüstet er sich damit, wie man Granaten in die Häuser warf …), dann sagt er, man habe „Fehler“ gemacht:

Sie nahmen die Toten, stapelten sie übereinander und zündeten sie an. Es fing an zu stinken …“

Yair Tsaban, ein ehemaliger Abgeordneter der Knesset erinnert sich, dass er (mit anderen Mitgliedern der Jugend-Brigaden) nach Deir Yassin geschickt wurde, um die Opfer zu vergraben (aber nicht aus Pietät):

Es war notwendig, die Spuren des Tötens zu verwischen, weil das Rote Kreuz jeden Moment auftauchen konnte und die Berichte und Bilder über die Ereignisse würden für das Image der „Unabhängigkeit“ sehr schädlich seien.

Ich sah ganz schön viele Leichen, kann mich nicht daran erinnern, dass ein Kämpfer dabei war. Gar nicht. Ich erinnere mich hauptsächlich an Frauen und alte Männer.“

Tsaban widerlegt die Propaganda-Lüge, die meisten Dorfbewohner seien  „im Feuergefecht“ getötet worden:

„Ein alter Frau und ein alter Mann, die mit dem Gesicht zur Wand in einer Ecke sitzen, mit Einschüssen im Rücken? Das war kein Schusswechsel, auf keinen Fall.“

VERGLEICH MIT „NAZIS“ EIN SICHERES ZEICHEN FÜR ANTI-SEMITISMUS?

Angesichts dieser Aussagen ist es kein Wunder, dass dieses Verbrechen (nicht das einzige Massaker laut Pappe) in der ausländischen Presse mit denen der Nazis (nicht in der Dimension des Grauens, aber mit dem völlig fehlenden Unrechtsbewusstsein) verglichen wurde. Doch die Zionisten störte das nicht, im Gegenteil: Die extreme Brutalität sollte ja eine Botschaft an die anderen palästinensischen Dörfer senden: Wenn ihr diesem Terror entgehen wollt, dann müsst ihr „freiwillig“ gehen. Die Perfidie dieser Orwell’schen Formulierung muss wohl nicht extra betont werden.

Die Terrorisierung (Vertreibung bzw. Enteignung und Entrechtung) von hunderttausenden Menschen – die ja weniger dramatisch, aber nicht weniger unrecht, bis heute anhält – kann man auch als „demographic engineering“ oder notwendigen „Transfer“ bezeichnen. Das klingt doch gleich viel besser, wenn man ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit rationalisieren will.

Deir Yassin „verschwand“ also und stattdessen entstand der „israelische“ Ort Kfar Shaul. Die wenigen Gebäude, die nach dem Überfall von 1948 noch standen, sind heute Teil eines psychiatrischen Krankenhauses. Das ist die ultimative Ironie:

Denn Leute, die die Bibel für politische Zwecke als absurde Enzyklopädie missbrauchen und seit Jahrzehnten mit enormer Skrupellosigkeit vorgehen, ohne jedes Mitgefühl für ihre Opfer, Respekt für deren Rechte oder das Völkerrecht,  gehören in die Psychiatrie (genauso wie ihre größten „Freunde“ in den USA).

EINSTEIN IST EMPÖRT

Einstein_1948Auch Albert Einstein und Hannah Arendt (u.a.) waren entsetzt über den Terror (und die organisierte Täuschung über die wahren Absichten der Zionisten) in Palästina und machten ihrer Empörung in einem Brief an die New York Times Luft., der am 4. Dezember 1948 veröffentlicht wurde (weil Begin damals in den USA für Unterstützung warb).

Hier nur ein Absatz daraus (deutsche Übersetzung-Original Englisch), in der Einstein die „Freiheits“-Partei von Menachem Begin so beschreibt:

Eine Partei, die in ihrer Organisation, ihren Methoden, ihrer politischen Philosophie und sozialer Wirkung große Ähnlichkeit mit Nazi- und faschistischen Parteien hat. Sie wurde geformt aus den Mitgliedern und Anhängern der ehemaligen Irgun (Zvai Leumi), eine terroristische, rechte, chauvinistische Organisation in Palästina.“

(Mehr aus dem Brief gibt es im Anhang weiter unten)

ETHNISCHE  SÄUBERUNG  IM  SCHEINHEILIGEN LAND

Pappe Ethnic cleansingEine wissenschaftlich-fundierte Schilderung der organisierten Grausamkeiten im Zuge der „Staatsgründung“ hat ja der israelische Historiker Ilan Pappe mit seinem erschütternden Buch über die eiskalt geplanten, ethnischen Säuberungen vorgelegt. Auch sein neuestes Buch entlarvt wieder Mythen, die die wahren Umstände der Gründung des israelischen Staates – bis heute – verschleiern.

Als dann 1948  750.000 ausgezehrte Flüchtlinge aus Palästina in Zeltlagern aufgefangen wurden (darunter 250.000 Kinder), wurden die schlimmsten Befüchtungen von Dorothy Thompson wahr. (Nur 20% der in den Lagern geborenen Kinder wurden 1950 älter als 6 Monate …).

Und hier muss man einhaken und einen Bezug zur Gegenwart herstellen:

Diese „Flüchtlingslager“ existieren mit wenigen Ausnahmen noch heute (mehr dazu weiter unten).

Die Palästinenser sind das einzige Volk, dass über einen Zeitraum von 70 Jahren (z.T. immer wieder) vertrieben wurde bzw. bis heute gezwungen ist, so ein menschenunwürdiges, tristes Leben zu führen. Der Terror im Dritten Reich war furchtbar, hörte aber 1945 auf.

Der Terror der „rechten“ Zionisten hörte nie auf.  Und Deutschland schaut seit 70 Jahren zu.

Das ist die „Schuld“ die man heute noch laut beklagen muss. Eine ewige Kollektivschuld für furchtbare Verbrechen, die vor 80 Jahren begangen wurden, gibt  es nicht.

inhumane 2Denn die Lehre aus dem Massenmord im Dritten Reich ist nicht, dass man  dem Staat Israel „in den Hintern kriecht“ bzw. das Denken einstellt, sobald die Wörter “Israel“ oder „Juden“ fallen und nur mehr mit dem Kopf nickt, wenn die verlogenen Sätze von der „Selbstverteidigung“ fallen.

Die Lehre muss sein, dass man nicht tatenlos zuschaut – oder wegschaut – wenn Menschen gedemütigt, enteignet und systematisch entrechtet werden. Auch- und gerade dann nicht – wenn Juden bzw. Zionisten diesmal nicht Opfer, sondern Täter sind.

Kommen wir zurück zu Dorothy Thompson:

Dorothy Thompson IsraelBei einer Jahresversammlung des American Council for Judaism (1949) in Philadelphia warnte sie davor, wie amerikanische Juden durch zionistische Propaganda indoktriniert werden. Man rede ihnen ein, (schürt also Angst) dass Juden (in den USA und überall auf der Welt) nur geduldet werden und dass die Zustände in Nazi-Deutschland sich jederzeit auch in Amerika einstellen könnten. (Niemand wäre freiwillig aus den USA nach Israel gegangen).

Außerdem gäbe es noch eine Tendenz, die ebenso gefährlich sei, denn sie betrifft auch Nicht-Juden: Die Gegner des Zionismus bzw. alle, die irgendetwas an Israelischer Politik kritisieren, zu „Anti-Semiten“ abzustempeln.“

(Sie weigerte sich, „dieser Art von Erpressung“ nachzugeben, doch wie mächtig die Zionisten-Lobby war und ist, musste sie bald erfahren: ihre Karriere wurde ruiniert. Die mutige Journalistin, die von TIME zur einflussreichsten Frau der USA gekürt worden war (nach First Lady Eleanor Roosevelt) und sogar selbst als Präsidentschaftskandidatin in Frage kam, wurde nicht nur diffamiert, sie „verschwand“ quasi aus der Geschichte als scharfe Kritikerin des Zionismus (siehe den deutschen Wikipedia-Eintrag zu ihr, der kein Wort dazu verliert)

Damit hatte sie den Nagel auf den Kopf getroffen – diese perfiden Methoden werden bis heute eingesetzt, wie wir ja immer wieder sehen und 70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs fällt selbst der deutsche Bundespräsident noch immer darauf herein: Wer israelische Flaggen verbrennt, MUSS ein Anti-Semit sein, so die einzementierte Denk-Schablone, eine andere Erklärung darf es nicht geben.

1951 sprach Thompson noch einmal vor dem ACJ und betonte, dass Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten nur dann möglich sei, wenn die USA damit aufhören würde, diesem Land so gut wie alles zu erlauben und wenn die vertriebenen Araber für ihren Verlust entschädigt werden.

Auch damit hatte sie natürlich Recht, doch da die USA bis heute eine „special relationship“ mit ihrem perfiden „Verbündeten“ pflegt, ist jedes Gerede von einem „Friedensprozess“ nur ein Zeichen für die Verblödung unserer Medien und die moralische Verkommenheit unserer Politiker.

Dorothy Thompson kritisierte auch die Diskriminierung der restlichen Palästinenser (dank der brutalen Vertreibungen zu einer Minderheit von 15% im eigenen Land reduziert) innerhalb Israels:

Entgegen aller Behauptungen der Zionisten muss die arabische Bevölkerung als Bürger zweiter Klasse leben und schwerwiegende Beschränkungen ihrer Rechte hinnehmen. Die Tatsache, dass Araber auch in der Knesset (Parlament) sitzen, bedeutet nicht, dass sie gleichberechtigt mit den Juden sind. Und es sind diese Statuten, die den Strom arabischer Flüchtlinge aus Palästina bis heute nicht enden ließen.“

Das ist – aus heutiger Perspektive – die wichtigste Feststellung von Thompson, weil diese systematische Diskriminierung – und die daraus resultierende Brutalität – der Beweis für die rassistische Dimension des Zionismus ist und somit dessen Anspruch als moralisches, emanzipatorisches Projekt wahrgenommen zu werden, ad absurdum führt.  (Mehr dazu in Teil 2)

Rogue Holy Land

Anders gesagt: Israel ist ein Unrechtsstaat, daran besteht kein Zweifel. Davon gibt es auch andere, aber es ist der einzige Unrechtsstaat, der einen „Heiligenschein“ bekommen hat. Doch bei näherer Betrachtung erweist sich dieser eher als Blendgranate.

MENSCHENRECHTS-VERLETZUNGEN SEIT 70 JAHREN: WHO CARES?

Dass diese schweren Menschenrechtsverletzungen durch Israel aber bei uns – wenn überhaupt – nur Randnotizen der Medien sind, zeigt auf erschreckende Weise, dass die zionistische „DenkPolizei“ noch immer sehr effektiv ist.

Das Zentrum für Menschenrechte der Universität in Berkeley / Kalifornien hat kürzlich einen Bericht über den unverhältnismäßigen (täglichen / grundlosen) Einsatz von chemischen Reizgasen („Tränengas“) in dicht bevölkerten, palästinensischen Flüchtlingslagern veröffentlicht, der die systematische Brutalität der israelischen Regierung deutlich macht. Der Titel spricht Bände: No Safe Space

Die zwei genannten Lager sind Aida und Dheisheh. (Wir konzentrieren uns hier auf Aida).

we cant live Aida Camp

Das Lager Aida befindet sich etwa 2 km nördlich des historischen Zentrums von Bethlehem. Es wurde 1950 errichtet und bestand damals aus ein paar hundert Flüchtlingen, die in rund 100 Zelten untergebracht waren.

Heute leben dort leben 6.400 Menschen auf einer Fläche von 0,071 km². (In Dheisheh leben 15.000 Menschen auf 0,3 km²). Das entspricht einer Bevölkerungsdichte zwischen 80.000 und 90.000 Personen pro km².

Zum Vergleich die Bevölkerungsdichte in den 3 größten, deutschen Städten (erhoben 2015 pro km²):

Berlin: 3.948                 Hamburg: 2.366                       Bremen: 1.599

Sarkastische Anmerkung:

bethlehem walledDie „Heiligen drei Könige“ hätten also heute keine Chance, nach Bethlehem zu gelangen, das macht aber  gar nichts, denn der „Heiland“ müsste dann ebenso hinter der Mauer, in einem Slum zur Welt kommen …!

Aida ist aber nicht nur völlig überfüllt sondern auch durch eine 8m hohe Mauer von Ost-Jerusalem abgetrennt worden, damit die israelischen Pilger auf dem Weg zu „Rachels Grab“ (bei Bethlehem) nicht gestört werden und die israelischen Eindringlinge in der „Siedlung“ Gilo sich nicht belästigt fühlen, durch die Anwesenheit der schmuddeligen „Araber“. Das Camp hat Gefängnischarakter, weil es von Wachtürmen (mit Scharfschützen) umringt ist (zusätzlich zur Mauer).

Im Camp gibt es ein Jugend-Kulturzentrum, einen Fußballplatz, aber keine Krankenhäuser. Die Wasserversorgung wird regelmäßig unterbrochen (die jüdischen Siedler brauchen ein Vielfaches davon pro Kopf), oft auch als „Bestrafung“ für Proteste. Deshalb sieht man auf den Hausdächern schwarze Wassertanks.

Die Kanalisation ist  in schlechtem Zustand. Repariert wird kaum etwas, denn die Palästinenser sollen ja letztlich „rausgeekelt“ werden.  Die Arbeitslosigkeit im Camp liegt bei 50%.  Die wenigen, die Arbeit haben, müssen um 2 Uhr morgens aufstehen, um rechtzeitig nach Jerusalem zu kommen (so viele Umwege, Barrikaden bzw. Checkpoints müssen sie wegen dem Apartheid-System überwinden. Es gab seit 15 Jahren keine Lohnerhöhung mehr.

ALLE befragten Personen im Camp sagten aus, sie seien im vergangen Jahr Tränengas ausgesetzt gewesen. Außerdem wurden sie mit Blendgranaten, Stinkwasser (85%), Pfefferspray (54%) und Plastikpatronen (52%) traktiert.

Pic3-Aida-22Dec2017Die Autoren des  Untersuchungsberichtes betonen, dass das jederzeit mögliche, willkürliche Eindringen der israelischen Soldaten (auch nächtliche Überfälle und Razzien in Wohnungen sind „normal“)  zu den größten Stressfaktoren im Lager gehört, was vor allem die Kinder traumatisiert. Das Einströmen von Tränengas (auch in Schulen und Kinderbetreuungs-Zentren) ist auch kein Einzelfall. Trauriges Fazit:

Es gibt keinen Ort (und keine Zeit) mehr, wo sie sich sicher und geborgen fühlen können. (Seite 3)

Dieser Dauerstress führt natürlich auch zu chronischen Krankheiten und im Lager gibt es keine richtige medizinische Versorgung (das ist ja Teil des Planes, die „Araber“ loszuwerden), nur außerhalb der Mauer.  Viele haben Angst, sich behandeln zu lassen, weil die Soldaten dann die Patientendaten benutzen, um die Teilnehmer an Protesten auf eine „rote“ Liste zu setzen.

IDF pal childWas für eine Hölle ist es, so zu leben? Kinder, die hinter Mauern in einem Ghetto aufwachsen und – per Geburt (als „Araber“ und damit Nicht-Juden) schikaniert und entrechtet (und immer wieder auch getötet) werden?

(Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor, Herr Steinmeier?)

Mit dem Gefühl, dass man nichts gegen das Unrecht tun kann, außer zu protestieren? Wofür man dann auch noch extra betraft oder gleich erschossen wird…

Wen interessiert das hier? ARD, ORF und ZDF sicher nicht und Herrn Steinmayr auch nicht, denn dann käme so mancher auf die Idee, das Verbrennen israelischer Flaggen oder das Werfen von Steinen auf israelische Soldaten habe tatsächlich ein reale, politische Ursache.

Die „Empfehlung“ der Autoren an die isrealische Regierung, bzw. die Erinnerung, sie sei als Besatzungsmacht für das Wohlergehen der Palästinenser (als „protected persons“ müsse Israel ihre Rechte respektieren) verantwortlich, kann da nur mehr als schwarzer Humor gewertet werden.

victimhood TMDie israelische Regierung schert sich einen Dreck um irgendwelche „Rechte“ von Arabern, weil sie seit Jahrzehnten weiß, dass sie von niemandem für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wird. Dass die Journalisten schön brav innerhalb des „elektrischen Zauns“ bleiben, den die Zionisten errichtet haben (und den Dorothy Thompson zu spüren bekam), garantiert die Homogenisierung und Sterilisierung der „Nachrichten“ aus dem scheinheiligen Land.

Das ist eine ungeheuerliche Macht (die sonst nur die USA hat). Darauf kann man sich etwas einbilden.

Moment mal, es heißt doch immer „Israel habe das Recht, sich zu verteidigen“, oder? Gegen diese „gewaltbereiten“ Palästinenser, die alle irgendwie als „Terroristen“ einzustufen sind …weil sie Juden einfach hassen?

Dieser Hasbara-Bullshit wird uns seit Jahren vorgesetzt und wer die Wahrheit kennt, kann nur mehr sagen: Es kotzt uns an. Diese verlogenen PR-Sprüche kann keiner mehr hören. Die Realität wird auf den Kopf gestellt: Nicht die Palästinenser bedrohen die jüdischen Israelis, sondern der Staat Israel schikaniert, demütigt und bedroht die Palästinenser seit Jahrzehnten, vor allem wenn sie „aufmüpfig“ sind.

Auf der Website zur No Safe Space Studie findet man auch Fotos und Videos aus den Flüchtlingslagern bzw. über Proteste in Bethlehem. Dazu gibt es eine Liste von erklärenden Texten, hier nur zwei Beispiele daraus:

Pic4-Aida-22Dec2017

Bilder 1-4:  Die israelische Grenzpolizei „verschießt“ willkürlich Tränengas im Lager Aida (auch direkt in Häuser und auf Spielplätze – ) obwohl es weder Zusammenstöße noch Unruhen gab. Nach Zeugenaussagen ist das ein übliches Vorgehen (von UNRWA Mitarbeitern bestätigt).

13-AidaSchool-11Dec2017

Bild 13: Am 11. Dezember 2017 wurden mehr als 140 Tränengas-Kanister auf dem Spielplatz einer Schule im Lager Aida aufgesammelt. Alle waren an den beiden Tagen davor dort gelandet.

Auch die Videos sind sehr aufschlußreich (was die Täter- bzw. Opferrolle betrifft), hier 2 Beispiele:

Video 1: (vom 22. Dezember 2017)

Israelische Sicherheitskräfte (ISK, vermummt) benutzen das VENOM-Verteilersystem (montiert auf einem Militärjeep) und versprühen riesige Mengen an Tränengas auf eine Gruppe friedlicher Demonstranten in Bethlehem.

Video 2:  (ebenfalls vom 22. Dezember 2017)

ISK „feuern“ Tränengas auf eine kleine Gruppe von Journalisten und Anwohnern, die friedlich demonstrierten

Am Ende folgt eine Liste von YouTube Videos, die die Brutalität des Staates demonstrieren.

https://www.youtube.com/watch?v=mUi3bxsCwUE&t=260s

Man sieht, wie – ohne Grund – immer wieder große Mengen Tränengas im Camp  und „Stinkwasser“ (nach Fäkalien riechende Chemikalien) auf Häuser gesprüht werden. Der Geruch hält wochenlang an … wenn dem israelischen Scharfschützen auf dem Wachturm danach ist, erschießt er „zwischendurch“ ein 13-jähriges Kind, das macht gar nichts, denn das Leben eines „Arabers“ zählt ohnehin nicht; gibt es daraufhin Proteste, wird noch mehr „Tränengas“  versprüht …(das nicht so harmlos ist, wie man denkt…)

https://www.youtube.com/watch?v=QC5_W_zUzHc

Wir werden euch so lange begasen, bis ihr alle tot seid“ (wenn ihr weiter Steine werft) (Minute 1:01)

https://www.youtube.com/watch?v=cg0aUcf7XnA            https://www.youtube.com/watch?v=CoUyCgZvlng

ZAHLEN (DES UNRECHTS)

Im Frühjahr 2016 waren 3,162.602 Personen als palästinensische Flüchtlinge registriert. (Es sind über 5,6 Millionen, wenn man Gaza und die WestBank dazurechnet siehe – http://www.unrwa.org)

Insgesamt wird die Zahl der „im Exil“ lebenden P. auf 6-8 Millionen geschätzt (inzwischen in der fünften Generation).

2 Mio. leben in den OPT, etwa 800.000 in Flüchtlingslagern in der WB und 1,3 Mio. im Gazastreifen (eine wahre Hölle auf Erden). Der Rest verteilt sich auf Jordanien (etwa 2 Mio.), Libanon (etwa 500 T) und Syrien (etwa 600 T). Nur 5% leben außerhalb des Nahen Ostens.

Dass es sich hier um ein Apartheid-System handelt, steht außer Zweifel und wurde auch ausreichend dokumentiert. Mehr dazu in Teil 2.

WIDMUNG

Zur Erinnerung an Abir Aramin, die vor 11 Jahren ermordet wurde – und alle anderen Kinder aus Palästina, die letztlich sterben mussten, weil sie keine Juden waren ….

in memoriam Abir Aramin

Bei dem Angriff auf Gaza („Cast Lead“) wurden 345 Kinder ermordet. Seitdem (2009) wurden weiterre 711 palästinenische Kinder von israelischen Soldaten getötet. Alleine im Sommer 2014 starben in nur zwei Wochen 546 Kinder in Gaza (das jüngste war noch kein Jahr alt). Viele Kinder wurden mit ihren Eltern oder anderen Verwandten (durch Raketenbeschuss) in ihren Häusern getötet. Quelle: BtSelem

ANHANG (Einstein-offener Brief)

Albert_Einstein_and_others_letter

Auszug (deutsche Übersetzung) aus dem offenen Brief von Albert Einstein, Hannah Arendt u.a. prominenten Juden, veröffentlicht in der New York Times am 4. Dezember 1948:

Zu den verstörendsten, politischen Phänomenen unserer Zeit gehört das Auftauchen derr „Freiheits-Partei“ im neu gegründeten Staat Israel. [* deren Nachfolger heute die „Likud“ ist, also jene geführt von Netanyahu].

Eine Partei, die in ihrer Organisation, ihren Methoden, ihrer politischen Philosophie und sozialer Wirkung große Ähnlichkeit mit Nazi- und faschistischen Parteien hat. Sie wurde geformt aus den Mitgliedern und Anhängern der ehemaligen Irgun (Zvai Leumi), eine terroristische, rechte, chauvinistische Organisation in Palästina.

Die öffentlichen Bekundungen seiner Partei sind keinerlei Anhaltspunkt für ihren tatsächlichen Charakter. Heute sprechen sie von Freiheit, Demokratie und Anti-Imperialismus, während sie noch vor kurzem die Doktrin des faschistischen Staates gepredigt haben. Es sind die Handlungen, die den wahren Charakter einer Terroristen-Partei verraten. Aus ihren Taten in der Vergangenheit können wir darauf schließen, was uns in Zukunft erwarten wird.“

Einstein geht dann auch auf das Massaker von Deir Yassin ein und betont, das absolute Fehlen jedes Unrechtbewusstseins (die eingebildete, moralische Überlegenheit – ein Fall für den Psychiater):

„..aber die Terroristen, weit davon entfernt, sich für diese Tat zu schämen, waren auch noch stolz auf das Massaker, publizierten es in großem Stil und luden auch noch die ausländischen Korrespondenten ein, die aufgehäuften Leichen und das Chaos zu besichtigen.“

Und dann kommt eine sehr wichtige Passage, denn sie zeigt auf, dass auch Juden terrorisiert wurden (die sich nicht den extremen Ansichten der Zionisten anschließen wollten):

Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft haben sie eine Mischung aus Ultra-Nationalismus, religiösem Mystizismus und rassischer Überlegenheit gepredigt.“

Während der letzten Jahre (des britischen Mandats)… haben die IZL und Stern-Gang eine Terrorherrschaft in der jüdischen Gemeinde Palästinas eröffnet. Lehrer wurden zusammengeschlagen, weil sie gegen sie aufgetreten sind, Eltern wurden erschossen, weil sie ihre Kinder nicht in ihre Jugendgruppen geben wollten. Mit Gangster-Methoden, Verprügeln, eingeschlagenen Fenstern und weitverbreiteten Raubüberfällen haben die Terror-Banden die Bevölkerung eingeschüchtert und einen schweren Tribut verlangt.

Mehrere Amerikaner von nationalem Ansehen haben ihre Namen dafür hergegeben, seinen (Menachem Begins) Besuch zu begrüßen. Es ist unfasslich, dass alle, die den Faschismus weltweit bekämpfen (wenn sie richtig über Mr. Begins politische Haltung informiert sind), mit ihren Namen die Bewegung unterstützen, die er repräsentiert. … Zur Vermeidung von irreparablen Schäden … muss die amerikanische Öffentlichkeit über die Taten und Ziele von Mr. Begin und seiner Regierung informiert werden … Die Erfahrung … in Palästina hat gezeigt, dass es sich hier nicht um eine normale politische Partei handelt.

Das ist der eindeutige Abdruck einer Faschisten-Partei, für die Terrorismus (gegen Juden, Araber und Briten) und Vorspiegelung falscher Tatsachen geeignete Mittel sind und ein „Führer-Staat“ das Ziel.“

Wenn wir also heute sehen, dass ein Vergleich mit der Brutalität der Nazis (auch wenn nur unterstellt) sofort als  Indiz für „Anti-Semitismus“ angeprangert wird, können wir ganz ruhig darauf antworten: Das ist Bullshit.

Wenn man keine gültigen Gegenargumente hat, bleibt einem nur mehr die ad hominem Attacke:

Man muss vom Inhalt der Kritik ablenken (weil sie wahr ist und das historische Lügengebäude ins Wanken bringt) und stattdessen die Person des Kritikers, seinen Charakter und seine Motive in den Dreck ziehen.

Lassen wir uns davon nicht mehr länger terrorisieren und einen Maulkorb umhängen. 70 Jahre sind genug.

Das Wort „Anti-Semit“ als ultimatives Stigma (gerade in Deutschland) und Denunzierungswaffe wurde für diesen Zweck seit Jahren kultiviert, obwohl es keinen Sinn hat, denn Araber sind auch „Semiten“:  (Bild: etymologisches Online-Lexikon)

semite etymology

Das Wort bedeutete im 19. Jahrhundert „Jude, Araber, Assyrer oder Aramäer“, aus dem Lateinischen „semita“ bzw. mit Bezug auf die Bibel von „sem“ (Shem), einem der drei Söhne Noahs;  in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert auf die gemeinsamen Wurzeln der semitischen Sprachen bezogen; z.B. „Shalom“ (hebräisch) & „Salam“ (arabisch) oder „Abraham“ &„Ibrahim“ … etc.

(Die (dominanten) eingewanderten, ost-europäischen bzw. russischen Juden sind aber überhaupt keine Semiten, sondern Nachkommen der Khazaren, die aus Zentralasien stammen und gar nichts mit dem „Heiligen Land“ zu tun hatten, bevor ihr Herrscher (der „Khan“) im 8. Jahrhundert die Konvertierung (der Eliten) zum Judentum beschloss (siehe Arthur Köstler bzw. Shlomo Sand)

Von einer „Rückkehr“ in das biblische „Heimatland“ kann also überhaupt keine Rede sein…

 

TERROR-THEATER: Wenn die Polizei Regie führt (2)

FDPR0004_Shadow_of_Law_FA.inddDie schreckliche Vorstellung, dass die Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe für ein Verbrechen absitzen müssen, das die Polizei fabriziert hat (durch Ausnutzen ihrer schwierigen Situation), ist unvereinbar mit unserem Grundbegriff von Gerechtigkeit.“

(Catherine Bruce, Richterin in Kanada in der Urteilsbegründung)

(Die folgenden Angaben stammen zu 90% aus dem Urteil und zu 10% aus kanadischen Medien)

MEHR ZWEIFEL

Und wieder bat  John Nuttall darum, einen Islam-Gelehrten für ihn zu finden, der ihnen den richtigen Weg weisen könne (ist es wirklich der Wille Allahs, unschuldige Menschen zu töten? Würde er dafür nicht in die Hölle kommen? „Seine Seele verlieren“?

John Nuttall 1Nuttall (Bild) sagte zum UCO, (undercover (police)-officer, V-Mann der Polizei) man könne doch die Raketen ohne Sprengköpfe losschicken, also nur als politisches Symbol des Widerstandes. Doch der UCO erinnerte ihn daran, dass das Töten von Menschen zum Plan dazu gehörte. Nuttall antwortete, Soldaten könne man töten, aber die „recon“ (Ausforschung des späteren Tatortes in Victoria)  würde dabei helfen, dass keine Unschuldigen durch die Raketen zu Schaden kommen.

Dann sagte er, sie hätten seit zwei Tagen nichts gegessen, weil sie kein Geld mehr hatten (worauf ihm der Polizist 200 Dollar für Einkäufe gab).

Später betonte er noch, die Ungerechtigkeit der kanadischen Regierung gegenüber Muslimen liege ihm am Herzen, mache ihm zu schaffen. Daraufhin der UCO: die beiden sollten daran glauben, dass Allah sie dazu bringen wolle, Djihad zu begehen und dass es passieren werde, auch wenn der Rest der Welt dagegen sei.

Damit gab ein police officer zwei labilen, drogenabhängigen Menschen auf der Suche nach moralischer Orientierung, eine (scheinbar) religiöse Rechtfertigung für die Anwendung tödlicher Gewalt. Ihre – berechtigte – moralische Empörung wurde auf perfide Weise von „Sicherheitsorganen“ des Staates instrumentalisiert.

al-qaeda1Ein Islam-Experte sagte später dazu, der UCO hatte die Statements von Osama Bin Laden (in Afghanistan) dazu benutzt, Verse aus dem Koran aus dem Kontext zu nehmen, um gewalttätigen Extremismus zu fördern.

Die Richterin schreibt weiter: während dieser Reise hätte die Polizei erkennen müssen, dass Nuttall die Gutgläubigkeit eines kleinen Kindes hatte. Er sagte dem UCO, seine Ideen zum „Jihad“ habe er aus dem Film „Rambo III“.

Nach dem Victoria-Trip trafen die beiden „Extremisten“ den UCO erst wieder am 31. Mai 2013.

Der Polizei-Chef fing schon damit an, die Presse-Konferenz zu planen, bei der der „Fahndungserfolg“ bekanntgegeben werden sollte: am 1. Juli 2013. Also musste die Verhaftung spätestens Ende Juni über die Bühne gehen. Und das, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch immer keinen konkreten Plan für einen Anschlag gab

Am 6. Juni 2013 zeigte Nuttall dem UCO ein handgemaltes Diagram einer Rakete und eine Skizze einer selbst-gebastelten Bombe. Diese Anleitungen hatte er aus einem Artikel des „Inspire“-Magazins, das angeblich von „Al Kaida“ im Internet publiziert wurde.

Aber er träumte immer noch von seiner Qassam-Rakete für die Palästinenser und betrachtete  die Kochtopf-Bombe nur als Übung. Doch die Polizei (RCMP) überzeugte ihn davon, dass der einzig machbare Plan, eine selbst-gebaute Nagelbombe war. Nuttall glaubte außerdem, diese Bombe würde nie zum Einsatz kommen, sie wollten nur seine Fähigkeiten damit testen. Der UCO versprach ihm, C 4 (militärischen Sprengstoff) zu besorgen. Schließlich überredete man die beiden, ihre Wohnung zu verlassen, damit sie sich völlig auf den „Terror-Plan“ konzentrieren konnten. In der Zwischenzeit montierte die Polizei versteckte Kameras und (noch mehr) Mikrofone.

DIE  POLIZEI  LÜGT

suspicious purchases

Material zum Bombenbau, von der Polizei als Beweismittel vorgelegt

Die Polizei sagte später, man habe die Kochtopf-Bombe gewählt, weil es zu lange gedauert hätte, Nuttall dazu zu bringen, eine Rakete zu bauen (Die under-cover-show wäre sonst aufgeflogen) und damit er aus dem Verkehr gezogen werden konnte. Doch die Richterin weist das als unglaubwürdig zurück:

„Es gab keinerlei Indizien dafür, dass Nuttall überhaupt fähig war, eine Rakete zu bauen, dass er das Geld und die nötige Ausrüstung dafür hatte oder dass er irgendwelche Schritte unternommen hatte, sich diese zu besorgen. Außerdem gab es keine Hinweise darauf, dass es irgendwelche anderen nicht-polizeilichen Terroristen gab, die nur darauf warteten, den Angeklagten dabei zu assistieren.  Der Raketen-Plan war absurd, es bestand keinerlei Risiko für die Öffentlichkeit, also hatte die Polizei keinen Grund, Nuttell ein (durchaus) machbares Terror-Komplott einzureden.“

First, up to this point in the project there was NO EVIDENCE that Mr. Nuttall was capable of constructing a rocket. Second, there was NO EVIDENCE he had the money or the equipment necessary to construct a rocket or that he had taken any steps to acquire any such equipment. Third, there was NO indication THAT THERE WERE ANY OTHER NON-POLICE TERRORISTS waiting to provide assistance to the defendants. As the sergeant had already concluded, the rocket plan was neither feasible nor attainable; there was no risk to public safety that required the police to redirect him towards a viable terrorist plot.

Der UCO versicherte Nuttall, man werde einen sicheren Ort für sie finden, wo sie ihre Bomben bauen und testen könnten.

Am 16. Juni wurden sie vom UCO abgeholt und nach Kelowna gefahren und dort in einem Hotel untergebracht. Sie waren bereit, mitzufahren,  ohne vorher zu wissen, wohin die Fahrt gehen würde (das zeigt, wie vertrauensselig beide waren).

Man sagte ihnen, ein „Sicherheitsexperte“ der  radikalen Islamisten-Organisation haben die dortige Internet-Verbindung verschlüsselt. Zwei verdeckt operierende Polizisten (die sich auch als Mitglieder dieser Gruppe ausgaben) bearbeiteten sie nochmals, den Bomben-Plan zu akzeptieren und alles andere zu vergessen. Das C 4 würden sie vom UCO bekommen.

Doch auch diese Aktion brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die beiden spielten lieber Video-Spiele als sich der „Terror-Mission“ zu widmen. Der UCO wies sie scharf zurecht und erst dann (unter Druck) fingen sie an in den frühen Morgenstunden „Recherchen“ im Internet zu machen. Nuttall wurde gesagt, er solle die Anweisungen befolgen und nicht so viel fragen. Doch beide fühlten sich bedrängt, hatten das Gefühl, übereilt zu handeln. Dann arbeitete der UCO und ein zweiter under-cover-Polizist zusammen, um ihr Verhalten durch Psycho-Tricks noch mehr zu steuern und ihren inneren Widerstand gegen diesen Bombenanschlag zu brechen.

Trotzdem hatten die beiden bis zum Abend des  18. Juni nichts Verwertbares zustandegebracht, wie das Video-Monitoring zeigte.

Ein abgehörtes Gespräch zwischen Nuttall und seiner Frau zeigte, dass beide mittlerweile Angst hatten, getötet zu werden, wenn sie nicht taten, was der UCO von ihnen verlangte. Dass sie trotzdem keinen Plan verfassen konnten, zeigt wie unfähig beide dazu waren (sie rauchten die meiste Zeit Cannabis um sich zu beruhigen).

In der folgenden Nacht zeigten beide neuerlich große Bedenken wegen der unschuldigen Frauen und Kinder, die durch eine Bombe getroffen würden. Das war in den abgehörten Gesprächen deutlich zu hören. Die beiden undercover-Polizisten versicherten ihnen, sie sollten sich keine Sorgen deswegen machen.

NOCH  IMMER  KEINE  BOMBE … (und die Pressekonferenz ist schon geplant)

Telescreen MK Ultra mystery Nuttall apt HuffPo

Das seltsame „Schlafzimmer“ der Terror-Verdächtigen (vor allem das TV-Gerät …)

Als sie wieder zuhause waren, (21. Juni) machten sie keinerlei Anstalten, sich Bombenmaterial zu kaufen, obwohl sie etwas Geld übrig hatten. Am 21. Juni fragte Sergeant Kalkat  die Rechtsberaterin der Polizei (RCMP), ob man ihnen Geld dafür geben solle oder nicht. Die Antwort war negativ, das käme einer Anstiftung schon sehr nahe. Stattdessen solle die Polizei „die Konversation stimulieren“, die die beiden hatten, wenn sie alleine waren. Es handle sich hier um eine sehr schwierige Situation, denn „wir haben hier eine Person, die ohne die Hlfe der Polizei gar nichts tun kann (!)

Doch der UCO versorgte sie mit Lebensmitteln und Zigaretten (in der Hoffnung, die frei gewordenen Finanzmittel würden für den Bombenbau eingesetzt).

Am 24. Juni hatten die beiden „Täter“ noch immer nichts unternommen, um den Bomben-Plan umzusetzen. Da griff die Polizei erneut ein und transportierte beide per Auto zu den Geschäften, wo sie das Material für die Bombe kaufen konnten. Damit nicht genug, erstellte die Polizei eine Liste der Läden, wo diese am günstigsten erhältlich waren.

Auch dann hatte Nuttall noch Probleme, den Auftrag auszuführen: er brauchte Stunden wofür ein Polizist (als Test) 30 Minuten gebraucht hatte und vergaß immer wieder, was er schon gekauft hatte und was er noch brauchte. Er war auch außerstande, einen Druck-Kochtopf mit Metalldeckel zu finden und wollte deshalb eine Rohrbombe basteln. Davon brachte ihn aber der UCO wieder ab und zeigte ihm, wo es den notwendigen Topf mit Metalldeckel gab.

Inzwischen wurde Druck gemacht, der Plan müsse bald fertig sein, denn der Ramadan stand bevor und der UCO sagte, er käme danach wahrscheinlich nicht mehr nach Canada zurück. Dazu schreibt die Richterin:

Der UCO arrangierte dieses Datum durch die Drohung, dass andernfalls keine Unterstützung von seiner Organisation zu erwarten sei. Außerdem räumte er alle Hindernisse aus dem Weg, die Nuttall angeführt hatte:

  • er werde sich um Waffen und Sprengstoff „kümmern“ (C 4)
  • er fuhr sie mit dem Wagen zu den Geschäften, wo sie das Material kaufen konnten
  • er gab ihnen das Werkzeug zum Bombenbau
  • er sorgte für einen Unterschlupf für den Bombenbau
  • er brachte sie nach Viktoria, damit sie die „Location“ ausforschen konnten, wo die Bomben explodieren sollten
  • und – er sagte ihnen, er werde alles tun, damit sie danach am Leben bleiben, es sei kein „Selbstmord-Attentat“ geplant

Der UCO versicherte den beiden „Tätern“, er habe einen Fluchtplan ausgearbeitet, bei dem sie gefälschte Pässe bekommen würden. Es gäbe sogar einen Privat-Jet, der sie außer Landes bringen könnte. Beide wollten nicht sterben, keine „Märtyrer“ sein, doch sie glaubten mittlerweile der UCO sei ein Mitglied von „Al Kaida“ und hatten große Angst vor ihm.

Methadone KorodyDie seelische Verfassung und Denkfähigkeit der beiden wurde natürlich auch durch den Konsum von Methadon und Cannabis beeinflusst. Wie die Richterin feststellt, wirkten die beiden in den Überwachungs-Videos häufig wie „benommen“. (Hat man ihnen noch etwas gegeben? Das ist die Frage. Das Methdon bekamen sie in flüssiger Form als „Zubereitung“ in einer Flasche, nicht in Tablettenform).

Sie wurden weiter dazu gedrängt, die „Bombe“ weiterzubauen und sich dabei an einen strikten Zeitplan zu halten. Doch beide waren dazu nicht in der Lage. Nuttall brauchte extrem lange dafür, allein die Nägel in den Druckkochtopf zu kleben und war aufgeregt, weil er große Mühe damit hatte, die Zeitschaltuhren zu basteln. Beide hatten Angst davor, getötet zu werden, wenn sie die Aufträge des UCO nicht erfüllten.

DIE IS-FLAGGE BESORGT AUCH DIE POLIZEI

Nuttal Korody IS stuntSchließlich drängte sie der UCO noch dazu, ein „Bekenner-Video“ zu machen, was Nuttall aber nur sehr widerwillig tat. Die schwarze „IS-Flagge“, die man darauf sieht, hat ein weiterer Undercover-Polizist mitgebracht, weil sie selbst keine fabriziert hatten. Dazu die Richterin:

 „A third undercover officer, posing as a video expert, arrived with a black jihadist flag that the defendants were originally to have made. They did not take any steps towards making the flag and thus the police supplied it for them.

Leute, wenn ihr also das nächste Mal eine solche Flagge als „Beweis“ für den IS seht, denkt an diese Geschichte …!

Die beiden hatten ABSOLUT NICHTS MIT „IS“ ZU TUN ….sie wurden nur als TERROR-STATISTEN missbraucht.

In der Nacht vom 29. Juni 2013 nahm der UCO die für den Bombeneinsatz preparierten Kochtöpfe mit und die Polizei stellte zwei Taschen dafür zur Verfügung. Der dritte wurde in einen schwarzen Müllsack getan. Die „Täter“ hatten sich keine Gedanken darüber gemacht, worin sie die „Bomben“ (ohne funktionsfähigen Zünder) transportieren würden.

Die Sprengstoff-Experten der Polizei fügten dann 1 Gramm echtes C4 in die Kochtöpfe, das von einer harmlosen Masse umhüllt war (die aber so aussah wie C4). Die Polizei testete, ob der Zeitschalter funktionierte und korrigierte die Drahtverbindung zu den Batterien. Dann wurden die „Bomben“ von Polizisten mit der Fähre nach Viktoria gebracht.

Der UCO bezahlte am 1. Juli 2013  100 Dollar für die Überfahrt der beiden „Täter“  (die sie selbst nicht hatten) und sagte ihnen, er habe das C4 beschafft und sorge dafür, dass es „sicher“ an den Zielort gelangen wird. Die Richterin hält fest, dass es Nuttall ohne Hilfe der Polizei nie gelungen wäre, diesen Sprengstoff zu besorgen.

Victoria legislature bldgAuf der Überfahrt erklärte der UCO, er habe dafür gesorgt, dass die Security-Guards vor dem Parlamentsgebäude (Bild) „kein Problem“ sein würden. Nuttall war bis zuletzt besorgt, ob das alles wirklich von Allah gewollt sei, doch der UCU sagte, er solle sich keine Sorgen machen.

Dazu schreibt die Richterin weiter: „Mr. Nuttall said he was not doing the mission to kill innocent people but to change the way the world attacked Muslims.

Inzwischen arbeiteten dutzende Polizisten auf Vancouver Island daran, die verdeckte Operation ihrem ruhmreichen Ende zuzuführen: der Verhaftung der „Terror-Zelle“.

Nachdem die „Bomben“ hinter Büschen versteckt waren, bezahlte der UCO nochmals die Überfahrt auf das Festland (mit der Fähre) und ließ sie einem Hotel zurück, wo sie dann kurze Zeit später verhaftet wurden. Die „Sting-Operation“ war beendet. Die Polizei konnte sich als erfolgreiche „Anti-Terror“ Brigade der Presse präsentieren.

Convictions overturned CBC newsIm anschließenden Prozess wurden die beiden an der Nase herumgeführten „Terroristen“  2013 zu lebenslanger Haft verurteilt, aber vor drei Wochen entlassen. (wie das passierte – siehe Teil 1)

Sie wurden kurze Zeit später aber wieder festgenommen (ohne rechtsstaatliche Grundlage, dank den „Anti-Terror-Gesetzen“) und nur gegen Kaution und spezielle Auflagen entlassen. Hat das noch etwas mit einem „Rechtsstaat“ zu tun????

fabricating terrorists CSIS RCMPUnd auch die „Radikalisierung“ der beiden dürfte nicht ohne Zutun des Geheimdienstes (CSIS) passiert sein.

Der ganze Terror-Scare ist also ein perfides Theaterstück … eine politische Farce, deren negative Folgen für Demokratie und Rechtsstaat allerdings sehr real sind.

UNTER VERDACHT: SIND WIR DIE NÄCHSTEN?

Diese speziellen Polizei-Methoden können auch gegen unerwünschten politischen Widerstand eingesetzt werden, das sollte uns klar sein:

Demo gegen Ramstein? Engagement gegen die NATO?  Gegen amerikanische Militärbasen in Deutschland? Öffentliche  „Stimmungsmache“ gegen TTIP?  Protest gegen die Verbrechen Israels?

Und dann taucht plötzlich die Polizei auf und nimmt uns eines Tages fest. Die „Beweise“ für unsere Gefährlichkeit können dank Anti-Terror-Gesetzen kaum überprüfbar sein (wie oben geschildert).

Der Namen eines geheimdienstlichen Informanten, der behauptet, wir seien ein „Sicherheitsrisiko“, kann leider nicht bekanntgegeben werden. Wir kommen auf eine Liste „gefährlicher“ Personen usw. Politischer Widerstand wird so zur „Gefahr“ für die Sicherheit.Stasi 2.0“ feiert ein perfides Comeback.

Ist das zu pessimistisch gedacht?

In Frankreich wurden Leute, die gegen Israels Verbrechen demonstrieren, bereits als „gefährlich“ eingestuft.

3 France Gaza protests 2014Massive Proteste gegen das letzte Massaker in Gaza (2014) wurden von der französischen Regierung gestoppt (für illegal erklärt). Die BDS-Bewegung (die zum Boykott gegen den israelischen Staat aufruft) wird in Frankreich mittlerweile wie eine kriminelle Vereinigung behandelt, ihre Mitglieder müssen sich wegen „Anti-Semitismus“ vor Gericht verantworten.

Die paramilitärische „Jewish Defense League“, die israel-kritische Zeitgenossen einschüchtert und sie mundtot machen will, scheint aber für die französische Regierung kein Problem zu sein (siehe dazu die Doku von Max Blumenthal: Je ne suis pas Charlie (ab 32:00):

Blumenthal ne pas CharlieAls ihre Provokateure eine friedliche Demonstration für die Rechte der Palästinenser aufmischen, kommt es zu Ausschreitungen auf der Straße (in der Nähe einer Synagoge) und die Polizei greift ein.

Wie endet das ganze? Die pro-palästinensiche Gruppe wird wegen „Angriff auf eine Synagoge“ medial verurteilt, während die Provokateure sich als Verteidiger der „jüdischen Gemeinde“ präsentieren. Die französische Regierung nimmt diesen Vorfall zum Anlass, alle Soldiaritäts-Kundgebungen für die Palästinenser zu verbieten.

Als die Palästina-Aktivisten trotzdem eine Protestkundgebung für Gaza abhalten, kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die das verhindern will. Resultat? Franzosen (darunter auch junge Männer arabischer Abstammung, die in ghettoisierten Armenvierteln leben), die für Freiheit und Gerechtigkeit demonstrieren, werden vor Gericht gestellt und gelten jetzt als vorbestraft.

Der französische Staat benutzt also das Stigma des „Anti-Semitismus“, um junge, arabisch-stämmige Männer, die sich gegen ein ungerechtes System auflehnen, (gegen die Verbrechen Frankreichs und Israels), mundtot zu machen. Aber auch linke Protestgruppen werden dadurch politisch „neutralisiert“.

(Und dann stellt sich Präsident Hollande auch noch hin und empört sich theatralisch über den „Anschlag auf die Redefreiheit“ nach dem Attentat auf Charlie Hebdodas ist wie eine Verhöhnung der Demonstranten. Dass sich junge, arabische Männer dann von  falschen „Islamisten“ (die auch für die Geheimdienste arbeiten) ködern lassen, ist kein Wunder, aber auch das ist durchaus so gewollt … Der rechtliche Ausnahmezustand in Frankreich wurde ja noch immer nicht aufgehoben, womit die Polizei immer mehr die Rolle einer Gestapo bekommt)

So sieht also der „Rechtsstaat“ heute in Europa aus. Wer sich für Gerechtigkeit engagiert, muss damit rechnen, wie ein Krimineller, wie eine „Bedrohung“ der Sicherheit behandelt zu werden.

Dass bei vielen Demos deshalb „Vermummte“ auftauchen, die Gewalt anwenden und einen Zusammenstoß mit der Polizei provozieren, darf niemand mehr verwundern. Ihre Aufgabe ist es, den politischen Widerstand zu diskreditieren und – wenn es so weitergeht – auch zu kriminalisieren.

facial recognition 2Die aktuell von Thomas de Maiziére geforderte „Gesichtserkennung“ durch spezielle Kameras an Bahnhofen und Flughäfen ist der nächste Schritt in den rechtstaatlichen Abgrund (und kann Terror-Anschläge natürlich nicht verhindern).

Wo bleibt die Empörung des Volkes?

ANHANG  (Die neue GESTAPO?)

justice statue with sword and scale. cloudy sky in the backgrounWichtige Erkenntnisse aus dem Urteil der Richterin Catherine Bruce, (die man auch zum Verständnis der „NSU-Affäre“ brauchen kann …)

Beharrlichkeit und Verhältnismäßigkeit des Polizeimethoden:

Die Manipulation der Angeklagten durch die Polizei beschränkte sich nicht nur darauf, Angst zu schüren, religiösen Rat zu erteilen der Gewalt legitimierte und soziale Isolation zu fördern. Sie hat sie auch zu dem terroristischen Akt angestiftet und ihn selbst eingefädelt. Die Anstrengungen der Polizei waren hartnäckig, aufdringlich und standen in keinem Verhältnis zu dem, was die Angeklagten selbst zum Anschlags-Plan beitrugen.

Die Polizei zeigte ihre Hartnäckigkeit durch wiederholte Bemühungen, Mr. Nuttall so weit zu bringen, dass er einen terroristischen Plan schmieden und ausführen konnte.

Die Unverhältnismäßigkeit der polizeilichen Rolle bei der Erstellung des Bomben-Plans zeigte, dass sie damit gescheitert waren, ihn in eine solche Person zu verwandeln. Was die Polizei tun musste, um dieses Ziel zu erreichen, kommt einer Straftat gleich.“

Die RCMP hat wissentlich

  • die Schwachpunkte der Angeklagten ausgenutzt, um sie zur Ausführung von Straftaten zu bewegen. Sie verwendeten dafür ein umfangreiches Spektrum aus manipulativen Tricks, Täuschung und Belohnung
  • die soziale Isolation der Angeklagten und ihr Vertrauen zum UCO ausgenutzt, ebenso wie ihre Suche nach spiritueller Orientierung
  • durch List und Tücke den Angeklagten Angst gemacht, man würde sie umbringen, wenn sie die Erwartungen der (vermeintlichen) Terror-Organisation im Hintergrund nicht erfüllen
  • die moralischen Zweifel und die daraus erwachsene Suche nach geistlichem Beistand abgeblockt und die Angeklagten in die Irre geführt, was die Interpretation des Korans zum Thema Gewalt gegen Unschuldige betrifft
  • Der Anteil der Polizei an der Straftat war überwältigend im Vergleich zu dem unscheinbaren Beitrag der Angeklagten, die ohne deren ständige Lenkung und deren beharrliches Drängen nie so weit gekommen wären.
  • Die Polizei war der Anführer des Komplotts, nicht die Angeklagten. Sie entschied, einen Plan auf die Beine zustellen und die Angeklagten dazu zu bringen, diesen als ihren eigenen zu akzeptieren

„Auch wenn man einräumt, dass bei Terror-Delikten der Einsatz von undercover-Polizisten (UCOs) notwendig ist, so muss der Trick, als scheinbarer Terrorist aufzutreten, in diesem besonderen Fall doch als ungeheuerlich bewertet werden. Es gab keine Notwendigkeit für den Einsatz solcher Methoden, denn es bestand kein akutes Risiko für die öffentliche Sicherheit. Die Polizei verstand durchaus, dass ohne ständige Manipulation und Lenkung durch den UCO, die Angeklagten nie einen realisierbaren Plan zustandegebracht hätten.

Die Tatsache, dass die Polizei solche enormen Anstrengungen unternahm, um alle Barrieren für eine Terror-Mission zu eliminieren, führt alle Behauptungen, die  beiden seien ein Sicherheitsrikiso gewesen, ad absurdum.

Es muss ausdrücklich betont werden, dass es sich hier NICHT um einen Fall handelt, in dem die RCMP von einem bereits vorhandenen Plan für einen Terror-Anschlag erfuhr, in dem die Angeklagten in Kontakt mit bekannten Terroristen standen oder dass sie über Fähigkeiten verfügten, die für einen Anschlag wertvoll gewesen wären.“

[…] Die Polizei hat nicht nur die Gelegenheit zur Ausübung eines Verbrechens geliefert, sondern kriminelles Verhalten fabriziert:

the terror chess pieceDie Integrität des Rechtssystems wurde kompromitiert, weil das ganze Strafverfahren nur durch das kriminelle Verhalten der Polizei zustandekam. Die Verhaftung der Angeklagten war nicht Folge eines rechtsstaatlichen Ermittlungsverfahrens, sondern rechtswidriger Handlungen der Polizei im Zuge der Undercover-Operation.

Daher wird das Strafverfahren (inklusive Vollzug) ausgesetzt, weil ansonsten das Rechtssystem noch mehr Schaden nehmen würde.

DAS „RECHT“ (WEGEN TERROR-GEFAHR) IM AUSNAHMEZUSTAND`?

Der Staat muss seine Strafverfolgung so exekutieren, dass dabei Grundsätze von „fair play“ und Anständigkeit nicht verletzt werden. Er darf nicht das Leben von Verdächtigen ohne Beschränkung manipulieren und ihre tägliche Existenz in ein Theaterstück verwandeln, in dem sie ohne es zu wissen, eine Rolle spielen. (Zitat aus einem anderen Urteil, das die Richterin verwendet)

Das Gericht muss nicht nur die Handlungen der Polizei untersuchen, sondern auch deren Auswirkung auf die Angeklagten, die in diesem Fall besonders verheerend war. Die Polizei hat die Angeklagten auf eine Weise manipuliert, die unfair, unnötig und unverhältnismäßig war, um das gewünschte Ziel zu erreichen (eine Verhaftung).

Während der viermonatigen Undercover-Operation zeigten die Angeklagten deutlich, dass ihre Äußerungen zum Djihad sich in großen Sprüchen und Möchte-Gern-Draufgängertum erschöpften und sie nicht die nötige Motivation aufbrachten, sie in die Tat umzusetzen. Sie hatten weder das nötige Geld, das nötige Wissen noch die mentale Kapazität, so ein Verbrechen zu planen und durchzuführen.

Es gab auch niemand in ihrer Umgebung – außer der Polizei – der ihnen dabei geholfen hätte und sie suchten auch nicht nach solcher Unterstützung. Die Überwachung ergab, dass die beiden keine Gefahr für die Sicherheit darstellten. Sie waren die meiste Zeit in ihrer Wohnung, bewegten sich nie weiter als vier Blocks davon entfernt (zum Einkaufen) und waren spätestens um 19 Uhr wieder zuhause. Sie hatten weder Führerschein, Auto noch einen Reisepass und gerade genug Geld für Miete und Essen.

Die Polizei war frustriert, weil die Operation sich wochenlang dahinzog, ohne wirkliche Fortschritte – eben weil die Motivation der beiden “Verdächtigen” viel zu gering war und ihre moralischen Skrupel wirkten zusätzlich als Hemmung. Da half nur noch eines: die Polizei musste das Verbrechen selbst in die Wege leiten.

Die Manipulation von labilen Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, um sie zu einer kriminellen Handlung zu bewegen, die sie ohne enorme Unterstützung der Polizei nie begehen könnten, ist ein Missbrauch des Exekutivgewalt und ein Anschlag auf den Rechtsstaat.

Die Angeklagten sprachen davon, einen Terror-Anschlag begehen zu wollen, um sich für das begangene Unrecht an Muslimen zu rächen und sie wurden dafür von den Geschworenen verurteilt. Aber – es war die Polizei, die sie dazu brachte, diese Rachegedanken in die Tat umzusetzen und die ihnen die Möglichkeit gab, eine kleine Rolle bei der Durchführung eines Anschlags zu spielen (Nägel einkleben und Zeituhr basteln, der Sprengstoff kam von der Polizei selbst)

Hier handelte es sich nicht um zwei ausgekochte Verbrecher, denen die Polizei mit außergewöhnlichen Methoden beikommen musste, sondern um zwei gescheiterte Existenzen mit eingeschränkten mentalen Fähigkeiten auf der Suche nach spiritueller Anleitung.

Die Argumentation der Polizei, bei Terror-Verdacht müsse die Polizei auch extreme Maßnahmen einsetzen dürfen, um die Bevölkerung zu schützen, klingt daher wenig überzeugend und in diesem Fall ist sie völlig inakzeptabel.

Originaltext / Auszüge in Englisch:

 [775]    This is truly a case where the RCMP manufactured the crime; this is not a situation where the police simply “instigated, originated or brought about” the offence.

The police took two people who held terrorist beliefs but no apparent capacity or means to plan, act on or carry through with their religiously motivated objectives and they counselled, directed, urged, instructed and moulded them into people who could, with significant and continuous supervision and direction by the police, play a small role in a terrorist offence. The police did not first identify the idea of exploding pressure cookers; however, Mr. Nuttall regarded this device as a tester and the closest he got to an explosive substance for this test was talk about using cow manure to make an explosive substance. Mr. Nuttall never brought up pressure cookers after the June 6 scenario. The police seized on this idea and it became their plan.

And this is what the police had to do, not for public safety, but to bring the undercover operation to a conclusion with an arrest for terrorism offences. Manipulating, cajoling, instructing, instilling fear, offering friendship, offering reward, offering religious guidance, throughout the operation, the police led the defendants to this endgame.

. It is enough to conclude that, in the particular circumstances of this case, the manufacture of the crime by the police amounted to entrapment.

I therefore enter a stay of proceedings on Counts 1 and 4 of the Indictment and an unconditional stay on Count 2 based on a finding of entrapment

CONCLUSION

In this case, the actions of the police threaten fundamental beliefs our society holds about human dignity and fairness. There must be a balance between the need to protect the public from crime and what is tolerable police conduct in a free and democratic society.

There is clearly a need to curtail the actions of the police in a prospective sense to ensure that future undercover investigations do not follow the same path. Moreover, to permit the defendants’ conviction to stand in the face of this kind of police misconduct would be offensive and would cause irreparable damage to the integrity of the justice system.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MONSTER AN DER LEINE

is wolves on the leashSeit Monaten gelingt es einer Truppe angeblich fanatischer „islamistischer Terroristen“ gegen das „beste“ Militär der Welt, also jenes der Supermacht USA, an der Spitze einer „Koalition von 60 Ländern“ (so Außenminister Kerry) siegreich zu sein. Trotz andauernden „Luftschlägen“, Satellitenüberwachung, Drohnen, etc. und anhaltenden Beteuerungen über die Entschlossenheit der US-Regierung, die „Terror-Miliz“ unschädlich zu machen, ist sie weiter auf dem Vormarsch in Syrien und im Irak. Wie ist das möglich?

Diese furchterregenden, bärtigen, head-chopping Rambos schaffen es also, gegen Soldaten aus Syrien, dem Irak, der Hisbollah-Miliz und das US-CENTCOM zu bestehen und ein „salafistisches Fürstentum“ zu errichten, in der unter dem Vorwand der Religion, eine brutale Tyrannei ausgeübt werden soll (wie schon seit langem in Saudi Arabien).

Wie viele es wirklich sind, ist schwer zu überprüfen, aber man darf davon ausgehen, dass es sich um mehrere zehntausend Kämpfer handelt (nach manchen Angaben sind es sogar über 100.000). Daher stellt sich die wichtige Frage:

Woher kommt die Versorgung für so viele Männer? Woher kommt das Geld dafür?

In den Medien heißt es ständig, IS finanziere sich aus dem illegalen Ölgeschäft (Verkauf auf dem Schwarzmarkt), aus Entführungen bzw. Lösegeldeinnahmen und neuerdings auch aus dem „Sklavenhandel“ (mit Frauen).

Woher diese primitiven „Gotteskrieger“ (in erster Linie aufgesammelte Hinterwäldler aus dem Kaukasus und anderen „backwater“-Regionen, wo mit saudischem Geld pseudo-religiöse Indoktrination arbeitsloser junger Männer stattfindet; aber auch brutale Kriminelle und Söldner, kontrolliert von Geheimdiensten) das Know-How haben, sich erfolgreich im Ölgeschäft zu betätigen, wird uns allerdings nicht erklärt.

MANAGING TERROR-FINANCE

Die neuesten „Enthüllungen“ des SPIEGEL („Keine Angst vor der Wahrheit“ (!)… aber auch garantiert nicht vor der Lüge) wollen uns jetzt weismachen, sunnitische Ex-Offiziere der irakischen Armee (leider nicht mehr aussagefähig, weil von „special forces“ der USA ermordet) unter Saddam seien die „Manager“ dieser effizienten Finanzoperationen (mehr dazu später).

IS gelingt es also – anscheinend – nicht nur, die eroberten Gebiete zu halten und sogar zu erweitern, sondern auch eine außerordentlich effektive Logistik auf die Beine zu stellen, die auch die „Verwaltung“ der unterjochten Bevölkerung miteinschließen soll.

ISIS_ConvoysWenn wir uns an die amerikanische Invasion (2003) des Irak erinnern, gab es damals Bilder von hunderten Lkws, die die Truppen ständig mit Proviant versorgten. Es muss also auch Lkw-Konvois geben, die der IS das notwendigem Material bringen und man muss sich fragen, warum gelingt es nicht, diese Nachschublinien abzuschneiden?

Man muss kein Militärstratege sein, um darauf eine logische Antwort zu finden:

TERRORIST-FRIENDS IN HIGH PLACES

Weil diese „Logistik“ aus Zonen gespeist und beschützt werden, die für die syrischen Luftstreitkräfte unerreichbar sind: das sind die angrenzenden Länder Türkei, Jordanien und Saudi Arabien.

IDF cooperates with phony armed oppositionAuch ISRAEL gewährt den IS-Terroristen (nicht nur) medizinische Versorgung und ein Aufenthaltsrecht auf den syrischen Golanhöhen, die es 1967 besetzt und schließlich völkerrechtswidrig annektiert hat. (Wo bleiben die „Sanktionen“!?) In Berichten von UNDOF wurde 2014 die seit Monaten anhaltende Fraternisierung zwischen der IDF (israelisches Militär) und der bewaffneten „syrischen Opposition“ (also den eingeschleusten Terrorgruppen, hier „Al Nusra“, die ja auch von Erdogan beschützt wird – siehe weiter unten) klar erkennbar:

UNDOF beobachtete [in mehreren Vorfällen] bewaffnete Mitglieder der Opposition dabei, wie sie 89 verwundete Personen von der Bravo Seite über die Waffenstillstandslinie zur IDF brachten, und die IDF von der Alpha-Seite 19 medizinisch-versorgte und zwei verstorbene Personen an die bewaffnete Opposition übergaben“.

Dass UNDOF inzwischen als unliebsamer Beobachter aus diesem Gebiet vertrieben wurde, dürfte in Tel Aviv große Heiterkeit und Zufriedenheit ausgelöst haben. Jetzt kann man in Ruhe mit den nützlichen Terror-Idioten kooperieren.

Israel hatte auch das größte Interesse daran, den “islamistischen Terror“ (der mit politisch-motiviertem Widerstand von Hamas, Hisbollah, etc. gleichgesetzt wird) als globales Schreckgespenst zu installieren, was ja dank „911“ auch passiert ist.

Die synthetischen Terroristen (Al Nusra, AQAP, ISIS oder wie immer sie gerade heißen) werden offensichtlich dazu benutzt, den alten Yinon-Plan umzusetzen. Das sollte klar machen, welche entscheidende Rolle das zionistische Israel hier spielt. Wer profitiert am meisten von der Zerstörung Libyens, des Irak und Syriens? Alle drei Regierungen unterstützten den Freiheitskampf der Palästinenser. Syrien ist (neben Iran, der ja auch auf der Abschussliste steht) der größte Unterstützer der Hisbollah, die seit Jahren erfolgreich gegen die israelische Aggression im Libanon kämpft.

Wesley ClarkDer pensionierte US-General Wesley Clark sagte im Februar 2015 in einem CNN-Interview, ISIS sei „von unseren Freunden und Verbündeten“ [im Nahen Osten] geschaffen worden, um Hisbollah zu besiegen (auszuschalten).

Look, ISIS got started from our friends and allies because as people will tell you in the region, if you want somebody to fight until the death against Hisbollah, you don’t put up a recruiting poster saying sign up, we’re gonna build a better world – you go after zealots ..these religious fundamentalists, that’s who fights Hisbollah .. its like a Frankenstein …”

– und für diesen Zweck – so habe man ihm gesagt – „sucht man nicht Leute, die für eine bessere Welt kämpfen wollen, sondern Fanatiker, religiöse Extremisten …. die kämpfen dann (bis zum Tod) gegen Hisbollah …[sie sind] eine Art Frankenstein-Monster …“

(Damit bestätigt auch Clark indirekt, dass die „gemäßigte Opposition “in Syrien ein Phantom ist, das nur erfunden wurde, um die Bewaffnung der „Frankenstein-Truppe“ einige Zeit zu kaschieren. Dass Washington die „Guten“, doch gleichzeitig seine Verbündeten in der Region die „Bösen“ bewaffnet haben, wobei letztere unglücklicherweise die Oberhand gewinnen, wer soll das glauben?)

davoud_kazemi-iran_(2)Und wer hat daran wohl das größte Interesse? Natürlich die Größenwahnsinnigen („Auserwählten“) in Tel Aviv. Dass man die Araber/Muslime gegeneinander aufhetzt, damit die Gegner Israels beseitigt und ihre Staaten durch ein blutiges Chaos zerstört werden, ist ein teuflisch-genialer Plan, weil dabei kein jüdisches Blut vergossen wird. Den Yinon-Plan für ein „Groß-Israel“ habe ich ja schon weiter oben erwähnt und die IDF hat ja auch mehrfach „Ziele“ in Syrien bombardiert (natürlich ohne dass irgendwer nach „Sanktionen“ schreit, weil hier Völkerrecht gebrochen wird, Israel darf alles …).

Alle sind enge Verbündete Washingtons und drei davon machen keinen Hehl daraus, dass sie Assad entmachten wollen – auch um den Preis eines Massakers an der Zivilbevölkerung, das Völkermord-Dimensionen annimmt. Hier geht es aber nicht nur um regime change, sondern den Zerfall (die „Balkanisierung“) des syrischen Staates.

effat_amjadipour-iran_(1)Dass SAUDI ARABIEN seit Jahren eine zentrale Rolle in der „Produktion“ nützlicher Jihad-Idioten einnimmt (Finanzierung von hunderten Koranschulen & Indoktrination zur Züchtung synthetischer „Gotteskrieger; Verteufelung säkularer, arabischer Regierungen als „Feinde des Glaubens“, etc.) sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.

(Die „Mujahedin“ in Afghanistan waren in den 1970er Jahren der erste große Erfolg der Inszenierung, aus der schließlich die berühmte Terror-Marke „Al Kaida“ hervorgegangen ist).

Der fanatische Wahabismus selbst (die „Staatsreligion“ der Saudis mit angeschlossener „Religionspolizei“) – also Missbrauch der Religion als politische Waffe – ist ja ein geopolitisches Instrument, das vom Britischen Empire schon im 19. Jahrhundert erfolgreich eingesetzt wurde, und „IS“ verkörpert somit nur dessen neueste Version.

Selbst der CFR schrieb schon 2002 in seinem “Terrorism Task Force Report“:

Seit Jahren sind Personen und Organisationen in Saudi Arabien die wichtigste Finanzierungsquelle für Al Qaeda.“

SPONSORS OF TERROR PLAY HIDE AND SEEK

Doch warum es der US-Regierung partout „nicht gelingt“, diese Quellen der Terrorfinanzierung auszutrocknen, fragt der CFR aus gutem Grund nicht, denn die Saudis betreiben natürlich die Fabrikation von nützlichen, „islamistischen“ Idioten nicht im Alleingang, sondern werden seit Jahren dabei von den USA und Geheimdiensten aus Pakistan, Jordanien, Israel und kleineren Golf-Despotien unterstützt . Auch unsere europäischen Geheimdienste leisten einen „Beitrag“, davon können wir ausgehen.

BidenDer Vortrag von US-Vizepräsident Joe Biden („Remarks on Foreign Policy“ am 2.Oktober 2014 enthielt dazu u.a. folgendes, aufsehenerregendes Statement: (Originalzitat und Kontext siehe weiter unten)

Biden stellte die Sache so dar, als ob „unsere Freunde“ in der Region, Erdogan in der Türkei, die Saudis, die Emiratis, etc. – auf eigene Rechnung

„- hunderte Millionen Dollar und tausende Tonnen Waffen an jeden geliefert haben, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen, … doch die Leute, die man damit versorgt hat, waren AL NUSRA und AL QAIDA und die extremistischen Elemente der Jihadis, die aus anderen Teilen der Welt kamen“.

(Video nach ca. 54 Minuten)

Damit haben wir die offizielle Bestätigung eines Mitglieds der US-Regierung:

  • dass die islamistischen Terrorgruppen in Syrien aus dem Ausland finanziert werden
  • dass diese Ausländer sind (also keine Syrer und somit keine syrische „Opposition“)
  • das praktisch jeder Mistkerl bewaffnet und benutzt wurde, der „bereit war gegen Assad zu kämpfen“
  • dass bewusst ein Stellvertreterkrieg zwischen Sunnis und Schiiten angezettelt wurde (s.u.)

Biden tut aber so, als ob die USA bei diesen Vorgängen nur unbeteiligter Zuschauer gewesen wäre, der sich besorgt über diese Zustände äußert, aber leider nichts dagegen tun konnte, was natürlich ein absurder Witz ist.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Biden die o.a. Sätze als Antwort auf eine Frage aus dem Publikum von sich gab, die folgende Punkte beinhaltete:

My question is, in retrospect, do you believe the US should have acted earlier in Syria, and if not, why is now the right moment?

(Hätten die USA nicht schon früher in Syrien eingreifen sollen …. und falls nicht, wieso ist jetzt der richtige Moment?)

Antwort von Biden: Nein …aus zwei Gründen:

The idea of identifying a moderate middle has been a chase America has been engaged in for a long time. […] The fact of the matter is, the ability to identify a moderate middle was … ah …there was no … ah … moderate middle because … were made up of shopkeepers, NOT SOLDIERS; made up of people who have ordinary elements of the middle class of that country and what happened was …

Biden sagt also, Amerika habe schon lange nach dieser „gemäßigten Mitte“ in Syrien gesucht, aber nichts Verwertbares gefunden und dann wörtlich:

Es gab keine moderate Mitte, weil die… bestand aus Kaufleuten (Ladenbesitzern), nicht aus Soldaten“… bestand aus Leuten … aus “gewöhnlichen Elementen der Mittelklasse” (dann bricht er ab und wechselt zu den Problemen mit den Verbündeten vor Ort – siehe weiter unten)

Diese Sätze sind enorm wichtig, weil Biden damit zum Ausdruck bringt, was kritischen Beobachtern schon lange klar war:

Es gab und gibt keine echte „gemäßigte Opposition“ in Syrien, die bereit wäre, unter US-Kommando gegen die syrische Regierung zu kämpfen und das eigene Land dabei zu zerstören – von dem blutrünstigen Bruderkrieg ganz zu schweigen.

Dass Biden beklagt, man habe in Syrien keine Soldaten (für den künstlich erzeugten „Aufstand“) verwerten können, sondern nur „Ladenbesitzer“ vorgefunden und „gewöhnliche“ Leute aus dem Volk, klingt ziemlich seltsam. Wurde uns nicht eingehämmert, es sei das gewöhnliche Volk, das sich gegen den bösen Assad erhoben hat?

Man begreift, wenn man den verborgenen Kontext zu Bidens Aussage kennt:

saeid_sadeghi-iran_(1)Wie ich in meiner 3-teiligen CIA-Serie erklärt habe, haben die USA seit Jahrzehnten mit ihren MAP (militärischen „Assistenzprogrammen“) in vielen Ländern dieser Welt die Sicherheitskräfte (Armee, Polizei, Geheimdienste, etc.) infiltriert und subversive Strukturen geschaffen, die bei Bedarf „aktiviert“ werden.

Diese selektierten zukünftigen „Führungskräfte“, lassen sich nach entsprechender Indoktrination dazu bringen, Gewalt gegen die eigene Regierung und die eigene Bevölkerung einzusetzen, wenn Washington dies für notwendig hält. Sie begehen also Hochverrat, weil man ihnen eingehämmert hat, das Militär sei besser dafür geeignet, Politik zu machen, als die „Zivilisten“ und weil ihnen natürlich eine entsprechende Machtposition in Aussicht gestellt wird.

Dieses Modell war sehr erfolgreich in vielen Ländern, wo auf diese Weise ein Putsch gegen eine gewählte Regierung stattfand und ein faschistisches Regime errichtet wurde, das Kapitalinteressen diente, nicht der eigenen Bevölkerung (z.B. in Chile oder in Griechenland).

In Syrien ging das aber nicht (auch nicht im Irak), weil in diesen Ländern eine Infiltration bzw. Penetration der Sicherheitsapparate so nicht möglich war. Und die “gewöhnlichen” Leute konnten wegen staatlicher Kontrolle der Medien und Fehlen einer „open society“ a la Orwell-Soros, auch nicht zur geopolitischen Manövriermasse verkommen, wie etwa in der Ukraine oder in Georgien.

USEFUL MONSTERS FROM ABROAD

Also muss der „Aufstand“ importiert bzw. inszeniert werden, damit die Scharade vom „arabischen Frühling“, der brutal vom „Diktator“ niedergeknüppelt wird, neu aufgeführt werden kann und „westliche Werte“ (wie Full Spectrum Dominance) durchgesetzt werden.

abolfazl_rahimi-iranEs war also niemand aus der echten, politischen Opposition in Syrien vorhanden, den man als proxy-Kämpfer benutzen konnte, deshalb musste man die „Dschihadis“ aus dem Ausland importieren – vor allem aus dem Kaukasus (weil ja Russland das ultimative Ziel der Kampagne zur Destabilisierung und Zerschlagung funktionierender Staaten ist, das perfekte (nicht konstruktive!) „Chaos“ nach Leo Strauss)

KHALIMOV: TALES OF THE (UN)EXPECTED

the phony  CT-defector

At a Blackwater facility in North Carolina, Col. Gulmurod Khalimov received “counter-terrorism training between 2003-2014*, Colonel Khalimov participated in five counterterrorism training courses in the United States and in Tajikistan, through the Department of State’s Diplomatic Security/Anti-Terrorism Assistance program,” said US State Department spokeswoman Pooja Jhunjhunwala.”
[*Khalimov selbst spricht aber nur von 2003-2008 – aber diese Diskrepanz wird nicht hinterfragt …]

ISIS-Oberst wurde von Blackwater und dem US-Außenministerium 11-Jahre lang trainiert“

Diese CNN-Schlagzeile bestätigt ebenfalls meine These, dass das subversive „MAP“ (die militärischen „Assistenzprogramme“ vor denen Colonel Fletcher Prouty in den 1970er Jahren warnte,), noch immer eine wichtige Rolle spielt, um ausgewählte, ausländische Offiziere und später ganze Banden in staatlichen Terrormethoden (gegen eine fremde Zivilbevölkerung bzw. unerwünschte Regierung eines Landes) auszubilden und dann als „Waffen“ einzusetzen.

Das macht die USA ja schon seit vielen Jahrzehnten unter dem offiziellen Titel „counter-insurgency oder counter-terrorism“ und dies wurde sogar – leider nur im Fall Nicaraguas am 27.Juni 1986 – durch ein Urteil des Internationalen  Gerichtshofes festgestellt:

Nicaragua ICJ  US guilty verdictHier ein Auszug daraus:

(3) The court, by twelve votes to three,

Decides that the United States of America, by training, arming, equipping, financing and supplying the contra forces or otherwise encouraging, supporting and aiding military and paramilitary activities in and against Nicaragua, has acted, against the Republic of Nicaragua, in breach of its obligation under customary international law not to intervene in the affairs of another State;

Die „Contras“ waren in den 1980er Jahren ähnlich (brutal) „erfolgreich“, wie heute AQ oder IS, nur ohne Religion. Aber die CIA hat ja langjährige Erfahrung im Heranzüchten von Folterknechten, Schlächtern und Ersatz-Soldaten, da findet man immer die richtige Methode der Gehirnwäsche ….

KhalimovDer „Held” oder Schurke dieser Story, Gulmurod Khalimov war Kommandeur der OMON, (einer „Spezialabteilung“ der Polizei) in Tadschikistan, wie sie im Zuge des „War on Terror“ nach 911 in vielen Ländern etabliert wurde. Dass diese „Spezialkräfte“, die in den USA ausgebildet wurden und werden, letztlich für ganz andere Zwecke bestimmt sind als offiziell angegeben, hat sich anscheinend noch immer nicht herumgesprochen.

Hat man aus der Geschichte („Gladio“ in Europa, Contras in Nicaragua, „Salvador Option“ im Irak, etc.) nichts gelernt?

Im April war Khalimov plötzlich “verschwunden” und tauchte Ende Mai per Video wieder auf. Darin schwört er, den „Dschihad“ nach Russland zu bringen , was aber von CNN nicht erwähnt wird. Stattdessen soll er gedroht haben, Amerikaner umzubringen: „die Schweine“, die Soldaten ausbilden, um Muslime zu töten.

In der Darstellung von CNN soll Khalimov also den Amerikanern Angst und Schrecken einjagen (und natürlich ein offizielles „militärisches Eingreifen“ der USA in Irak und in Syrien („ohne geographische Einschränkung“ laut US-Kongress) legitimieren, ja als „notwendig“ erscheinen lassen.

IS ist also das neue, flexibel einsetzbare Feindbild (Ersatz für die „kommunistische Bedrohung“ im kalten Krieg) mit dem der US-Hegemon seine gewaltsame und hinterhältige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten rechtfertigt.

Die BBC erwähnt aber in ihrem Beitrag auch, dass der IS-Kommandeur gelobt hat, in seiner Heimat ein „Gemetzel“ zu verursachen, also in Tadschikistan der Regierung zeigen will, wo der Hammer hängt (als Bestrafung dafür, dass Islamisten als subversive Staatsfeinde verfolgt werden). Er beklagt auch die große Armut und Arbeitslosigkeit in seinem Land, wodurch hunderttausende Tadschiken gezwungen seien, in Russland Arbeit zu suchen (wo sie als billige Kräfte ausgenutzt werden).

 Das Land ist so arm, (mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als 2 Dollar am Tag zur Verfügung) dass die Gelder, die diese Arbeitsmigranten nach Hause schicken, einen erheblichen Wirtschafts- bzw. Einkommensfaktor darstellen. Durch die (von den USA arrangierte) dramatische Abwertung des Rubels und die völlig illegitimen Wirtschaftssanktionen verschärft sich natürlich die Lage der Tadschiken weiter. Alleine im Jahr 2014 verloren 200.000 ihre Arbeit in Russland.

Oxfam poverty tajikistanDie systemische Armut und jetzt auch noch die Klimaveränderung lässt kaum noch Hoffnung auf ein besseres Leben aufkommen (siehe Oxfam-Bericht rechts)

Es ist also nicht hauptsächlich religiöser Fanatismus, der diese Männer dazu bringt, sich IS anzuschließen, sondern die Hoffnungslosigkeit und das Elend in ihren Heimatländern. Sie haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren und der Gemeinschaftsgeist, der in IS beschworen wird sowie das religiöse Pathos bringen viele dazu, sich diesen Kämpfern anzuschließen. Sie haben wohl nichts mehr zu verlieren … außer ihr Leben, wobei ein gewaltsamer Tod in dieser verzerrten Realität wohl als „heldenhaft“ wahrgenommen wird. Ein Leben ohne Würde endet dann wenigstens mit einem „ehrenvollen“ Tod.

(Dass diese Menschen als machtpolitische „Werkzeuge“ radikalisiert und auf perfide Weise instrumentalisiert werden, finde ich so widerlich, dass mir übel wird, wenn ich daran denke …)

Dieser dramatische, soziale u. wirtschaftspolitische Kontext wird von CNN (und unseren Medien) völlig unterschlagen.

Stattdessen muss Wolf Blitzer noch am Ende unbedingt erwähnen, dass Khalimov auch von russischen Anti-Terroreinheiten ausgebildet worden sein soll (wenn er das so sagte, wieso zeigt man es dann nicht im Video?). Putin weiß natürlich seit Tschetschenien, wie Washington Islamisten fördert und bewaffnet und sie dann gegen den vermeintlichen „Feind“ loslässt, um unliebsame Regierungen zu destabilisieren, Bürgerkriege auszulösen und „Empörung“ des Westens über die Niederschlagung der gesteuerten Rebellion auszulösen – ohne dass sich die USA selbst die Finger schmutzig (blutig) machen muss.

Das „doppelte Spiel“ der USA nach „911“ zur Konfliktbeschleunigung in diesen Ländern:

  • Einerseits immer mehr Repressalien gegen „Islamisten“ erwirken (Panikmache,  Überwachung, Anti-Terror-Training, brutales Durchgreifen der Sicherheitskräfte in anderen Ländern forcieren)
  • Andererseits genau diese „Islamisten“ erschaffen und fördern (mithilfe der saudischen, pakistanischen, israelischen u.a. Geheimdienste und effektiver PR), was aufgrund der großen Armut und Perspektivlosigkeit in diesen Ländern nicht schwer ist;

Die Sprecherin des US-Außenministeriums versicherte CNN, dass alle Teilnehmer der Spezial-Ausbildung vorher einer „gründlichen Sicherheitsüberprüfung“ unterzogen worden seien. You bet. Man suchte natürlich Leute aus, die für die perfiden Pläne der CIA bestens geeignet waren. Ich denke, Khalimov ist nicht wirklich „übergelaufen“, er war von Anfang an dafür vorgesehen, die Rolle des nützlichen „Terroristen“ zu spielen – für die USA und ihre Verbündeten.

Hat er es gemerkt und sich jetzt gegen „Dr. Frankenstein“ gewendet? Wir werden sehen …

BACK TO BIDEN

truthinadvertising-Biden lamentiert dann über die Probleme mit „seinen Freunden“ in der Region, die die Terrorgruppen finanziert und bewaffnet hätten, weil sie Assad um jeden Preis loswerden wollen:

„… what my constant cry was that our biggest problem is our allies in the region. Our allies in the region were our largest problem in Syria. The Turks were great friends… [and] the Saudis, the Emirates, they were so determined to take down Assad and essentially have a proxy Sunni-Shia war – what did they do?“

(O-Ton des weiter oben erwähnten Zitates in deutscher Übersetzung):

„They poured hundreds of millions of dollars and tens, thousands of tons of weapons into anyone who would fight gainst Assad — except that the people who were being supplied, were Al-Nusra, and al-Qaeda, and the extremist elements of jihadis who were coming from other parts of the world.“

Die TÜRKEI nimmt in diesem teuflischen Spiel auch eine besondere Stellung ein, was aber in den von uns finanzierten Verblödungsmedien kein Thema ist: die sind ja damit beschäftigt, Putin und Assad zu kriminalisieren bzw. die Texte ihrer langjährigen Souffleuse (US State Department) nachzusprechen.

DW supply lines TurkeyAber es gibt auch Ausnahmen. So z.B. die Deutsche Welle, die schon im November 2014 in einem Video dokumentierte, dass täglich hunderte türkische Lkws über die Grenze nach Syrien fahren, obwohl das (vorher gute) legale Exportgeschäft mit Syrien seit den Sanktionen zusammengebrochen ist.

Es gibt keine offiziellen Angaben darüber, wer die „Endverbraucher“ der Waren sind, man liefert an Mittelsmänner. Doch die Spediteure sind überzeugt, es sei IS.

Im Video sieht man Säcke, auf denen „Ahmed, Rakka“ als Empfänger angegeben ist. Rakka ist das Zentrum der von IS kontrollierten Zone, wohin ein Grossteil der Lieferungen auch geht.

Die Kurden versuchen, durch eigene Patroullien, die Lieferung von Waffen an IS zu verhindern, während die türkische Regierung sich dumm stellt bzw. von „Hilfsgütern“ spricht – ganz im Sinne Orwells. Auch IS-Kämpfer (also „Terroristen“) werden über die Türkei eingeschleust.

Fazit der DW:Es scheint, IS braucht sich über seinen Nachschub keine Sorgen zu machen“

Versuche der syrischen Luftwaffe, diese Transporte zu stoppen, wurden mit Angriffen der türkischen „Luftabwehr“ beantwortet, wobei natürlich von „syrischer Aggression“ gesprochen wird, um die Wahrheit zu verschleiern. Die Einführung von Pufferzonen (vorgeblich für geflüchtete Zivilisten) macht die Sache noch leichter.

Der Bericht der Deutschen Welle erhärtet nur, was sich schon früher abzeichnete und von vielen Analysten erkannt wurde: IS ist so erfolgreich, weil es von potenten, ausländischen Sponsoren „gefüttert“ und gehegt wird.

ERDOGAN: DER PATE DES „TÜRROR“ IN SYRIEN

Turkishsupport ISDer jüngste Eklat in der türkischen Presselandschaft lässt nun keinen Zweifel mehr daran, welches perfide Spiel Erdogan hier betreibt:

Die Türkei bewirtet nicht nur den SNC (künstlichen „Syrischen Nationalrat“) und die „Nationale Koalition für Revolutionäre und Oppositionskräfte“, sondern versorgt auch die nützlichen Idioten der „Terrormiliz“ mit dem Notwendigen, wozu auch die „Koordination“ durch den türkischen Geheimdienst gehört. Der MIT sorgt dafür, dass die Kämpfer (aus Zentralasien) in gebrauchsfähigem Zustand nach Syrien gelangen, ist also eine Art orientalischer „Terror-TÜV“ für imperiale Patsies.

Cumhurriyet reportDie türkische Zeitung Cumhuriyet deckte auf, dass illegale Waffentransporte nach Syrien gehen, die unter dem Deckmantel von „Hilfsgütern“ stattfinden. Versteckt unter Paketen mit Medikamenten, fanden türkische Ermittler (schon im Jänner) 1000 Mörser-Granaten, 50.000 Patronen, 30.000 MG-Patronen und hunderte Granatwerfer.

Wie reagierte Erdogan?

Er leugnet alles, spricht von einem perfiden Komplott und behandelt die involvierten Aufdecker wie Staatsfeinde:

Mehr als 30 Sicherheitskräfte, die an der Durchsuchung der Lkws teilnahmen wurden verhaftet und wegen „Spionage“ und geplantem „Sturz der Regierung“ angeklagt. Selbst vier Staatsanwälte wurden festgenommen und sitzen seither in U-Haft

life sentence cumhuriyetCan Dündar, der Chefredakteur der Zeitung, gilt jetzt als Staatsfeind Nr.1 und soll unter Berufung auf die „Anti-Terrorgesetze“ mit extremer Härte bestraft werden (mehrfach lebenslang, etc.)

Die Behauptungen der Regierung werden immer unglaubwürdiger, weil sie nicht konsistent sind:

  • Anfangs war von „Hilfsgütern“ die Rede, die an die Turkmanen in Syrien gehen sollte.
  • Dann gab Davutoglu im Juni zu, dass es sich um Waffen handelte, aber für die Turkman-Brüder in Syrien …
  • Doch die „Gendarmerie“ sagte aus, dass die Lieferung für ein Gebiet bestimmt war, wo es keine Turkmanen gibt … wo das türkische Militär aber nach Angaben der Fahrer häufig „Aufklärungsmissionen“ durchführte
  • In diesem Gebiet halten sich AQ und ISIL –Kämpfer auf, so die Gendarmen …
  • Die Turkmanen aber wissen nichts von Hilfslieferungen aus der Türkei:
  • Der Vorsitzende ihres Vereins, Hussein al-Abdullah, sagte im Jänner 2014, dass solche Lieferungen nie angekommen seien …
  • Yasin Aktay, der außenpolitische Sprecher der AK Partei, gab schließlich u, dass tatsächlich Waffen geliefert wurden, aber – doch nur – an die FSA*, nicht IS …
  • İbrahim Kalın, Pressesprecher von Erdoğan, sagte hingegen, die Türkei habe nie Waffen nach Syrien geliefert ..

(* die „Freie Syrische Armee“ hat es aber als authentischen Widerstand nie gegeben, es ist eine PR-Marke, die die (kriminelle) ausländische Unterstützung der (nicht-)syrischen „Rebellen“ legitimieren soll: Geld, Waffen, Training, Logistik, Proviant für die „moderate Opposition“ lässt sich in den Medien besser verkaufen, als die Erkenntnis, dass damit islamistische Fanatiker ausgerüstet werden, die man als außenpolitische Werkzeuge benutzt … )

Cumhurriyet wurden auch Abschriften von abgehörten Gesprächen zugespielt, die gemeinsam mit dem brisanten Videomaterial die Rolle der türkischen Regierung (bzw. des Geheimdienstes MIT) bei der Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien dokumentieren sollen.

Diese bestätigen die Aussagen von Syrern, wonach türkische Spezialeinheiten auch direkt in Kämpfe involviert sind, um die Al Nusra Front und andere gewalttätige Islamisten gegen die syrische Regierung zu unterstützen.

Turkish forces support Al NusraDas würde auch erklären, wie diese Terrorgruppen (die sich jetzt als „IS“ konsolidieren) in der Lage waren, dieses Gebiet 2014 zu erobern und es in diesem Jahr neuerlich zu besetzen. Augenzeugen in Kessab haben die Berichte syrischer Soldaten erhärtet, wonach die Terrorbanden im Kampf gegen die syrische Armee von türkischen Hubschraubern und schwerer Artillerie begleitet wurden (und werden).

Diese Meldung („Türkei entfernt Al Nusra von der Liste terroristischer Organisationen“) kann daher nicht überraschen …

Der US-Botschafter in Ankara, Francis Riccardione, spielt natürlich auch eine zentrale Rolle in dieser mörderischen Scharade.

Und was sagte Biden über die Rolle der Türkei und seines „guten Freundes“ Erdogan?

Devil's GameWie bereits oben erwähnt, tut der Vizepräsident zunächst so, als ob die mächtige USA nicht in der Lage war, die massive Bewaffnung der Terrorbanden durch ihre Verbündeten zu verhindern und dann

Now … all of a sudden everybody is waking up because this outfit called ISIL (which was Al Qaeda in Iraq) . which – when they were essentially thrown out of Iraq – found open space in territory in … Eastern Syria, work with Al Nusra, who we declared a terrorist group earlier on, and we could not convince our colleagues to stop supplying them. So what happened? All of a sudden, … they have seen the Lord … (Video 54:27)

ISIL (vorher AQI) wurde also laut Biden aus dem Irak vertrieben, fand dann in Ost-Syrien einen Zufluchtsort und begann mit Al Nusra zu kooperieren … erst jetzt hätten die „Freunde“ erkannt, welches Monster sie da an ihrem Busen genährt hatten und –

Now we have … the President has been able to put together a coalition of our Sunni neighbours … because Americans can’t once again go in … to a Muslim nation and be the aggressor, it has to be led by Sunnis to go and attack a Sunni organisation .. so what do we have for the first time ? … Saudi Arabia has stopped the funding …allowing training on their soil, Qataris have cut off support for most extreme elements ..

CIA ships weapons to Syrian Rebels– Präsident Obama sei es jetzt gelungen, eine Koalition der sunnitischen „Nachbarn“ zu bilden; weil Amerika nicht schon wieder ein muslimisches Land angreifen und als Aggressor dastehen könne, müsse also die Attacke von Sunnis – gegen Sunnis -geführt werden, um den Schein zu wahren (dass die USA nur passiv, notgedrungen eingreift).

Erdogan: you are right, we let too many people through … now trying to seal their border ….they did what Erdogan said, he would do … they voted in the Turkish parliament to send ground forces … Turkish airspace to be able to be used by NATO and by other allies …Turkish airspace be able to accommodate our drones …

Erdogan – so Biden – habe eingesehen, dass man „zu viele Leute [Terroristen] durchgelassen habe“ und versuche nun, die Grenze zu versiegeln. [Wochen später rollen die Waffen weiterhin massenhaft über die türkische Grenze, wie die DW ja im November 2014 dokumentiert hat] Außerdem sei beschlossen worden, türkische Bodentruppen nach Syrien zu entsenden und NATO gestattet, türkischen Luftraum zu benutzen, inklusive Drohnen.

Angesichts dessen, was wir oben u.a. aus der türkischen Presse gehört haben und der Tatsache, dass IS immer noch ihr Unwesen treiben (auch wieder im Irak), muss man sich fragen, wen Biden hier verarschen will, die Studenten in Harvard?

(Auf die geopolitisch wichtige Erdgas-/Erdölkomponente – wer liefert Erdgas nach Europa? – gehe ich hier nicht ein, das kann man z.B. bei William Engdahl nachlesen).

seyed_ali_miraee-iran_(1)Es muss dem Dümmsten inzwischen klar geworden sein, dass IS ein perfides Werkzeug der Auslands-Geheimdienste (CIA & Co., in der Region vor allem Israels) ist, und kein schief gelaufenes Söldner-Abenteuer der Saudis. Sie sind die Schocktruppen für die „Drecksarbeit“, deren extreme, medial inszenierte Brutalität dann als Vorwand für ein „härteres Eingreifen“ des Westens benutzt wird.

Doch die amerikanischen Bomben fallen nicht auf IS, sondern auf syrische Infrastruktur und irakische Truppen – was ja auch nicht mehr überraschend ist.

Unsere Journaille macht aber weiter wie bisher, plappert die bescheuerten „Meldungen“ des selbstgerechten US-Hegemons nach und leistet somit aktive Beihilfe zur Legitimation von Völkermord und Krieg (der 1. und „4.“Generation).

Wann werden diese „Unterstützer einer terroristischen Vereinigung“ endlich zur Rechenschaft gezogen?

 

(P.S. Die IS Cartoons stammen aus einem Karikaturen-Wettbewerb in Tehran, den man im Internet finden kann)

D-Logo

JE SUIS IMBÉCILE: Charlie dirigiert die Massen …

(Der „Gladio“ Artikel wird auf den nächsten Beitrag verschoben)

Rob Tornoe cartoon CH

Too Good To Be True:

10 Gründe, warum die Medien-Story nicht plausibel ist …

Die offizielle Story über die Vorgänge in Paris rund um „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt in Porte de Vincennes , die zum Tod von 17 Menschen geführt haben (sollen), gerät immer mehr ins Wanken. Während die Schafsherde der Medien und Zuschauer ihre Denkfähigkeit von einer inszenierten Welle der Solidarität und des Mitgefühls wegspülen lässt, versucht eine kleine Minderheit kritischer Mitmenschen der Wahrheit auf die Spur zu kommen. In Zeiten des „universellen Betruges“ (Orwell) keine leichte Aufgabe …

1  TOTALVERSAGEN DER „TERROR-PRÄVENTION“

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, ist das gleiche Muster erkennbar wie bei „911“:

Trotz gigantischer Ausgaben für „nationale Sicherheit“, einem umfassenden Überwachungssystem und enger Zusammenarbeit der Geheimdienste konnte dieser Anschlag nicht verhindert werden. Und das, obwohl einer der Brüder bei den „Anti-Terror“-Fahndern seit Jahren bestens bekannt und inhaftiert war. Die vermeintliche „Inkompetenz“ dient aber in Wahrheit nur die Verschleierung der Tatsache, dass diese Anschläge stattfinden sollten, um ein bestimmtes politisches Ziel zu erreichen, wobei die der Welt vorgeführten „Täter“ natürlich nicht die Drahtzieher des Verbrechens sind.

2  UNGLAUBWÜRDIGE  IDENTIFIZIERUNG  DER TÄTER

France Newspaper AttackNach der abscheulichen Tat gelingt es denselben fahrlässigen Behörden aber in Windeseile, nicht nur die Täter zu identifizieren, sondern sie auch gleich noch zur Strecke zu bringen. Dies ist natürlich notwendig, damit die Beschuldigten nicht mehr zu Wort kommen und das Komplott bzw. die „PSYOP“ entlarven können.

Nachdem sich die Täter völlig vermummt haben, um unerkannt zu bleiben, waren sie aber dumm genug, auf der Flucht einen Ausweis (und Fingerabdrücke) zurückzulassen, der den Fahndern die Arbeit gewaltig erleichterte. Ein ähnliches Märchen wurde ja schon bei „911“ getestet (Pass übersteht Höllenfeuer und Pulverisierung des WTC) und von den Massen und ihren Medien akzeptiert.

3 UNGLAUBWÜRDIGE  SCHILDERUNG DES  TATHERGANGS

Eine Angestellte von Charlie-Hebdo, Corrine Rey, (die ins Büro zurückkehrte, nachdem sie ihr Kind abgeholt hatte) soll dazu gezwungen worden sein, den Sicherheitscode am Eingang einzutippen. Sie soll auch Zeugin der Schießerei geworden sein, während sie sich unter einem Schreibtisch versteckte.

Doch wo waren die Polizisten, die seit 2011 vor dem Bürogebäude von Charlie Hebdo stationiert waren? Wenn sie nicht dort waren oder verletzt / tot am Boden lagen, warum hätte sich Madame Rey dann dem Gebäude genähert? Jeder normale Mensch hätte angesichts der bedrohlichen Situation sofort das Weite gesucht, um sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu holen. Anders gefragt: War es nicht ein unglaublicher Zufall, dass die Pseudo-Islamisten genau in dem Moment auftauchten, als „Cora“ quasi schon vor der Tür stand?

Nach Angaben von Le Monde sagte ein Mitarbeiter von Charlie Hebdo, die Täter mussten Insiderinformationen gehabt haben, weil sonst nie so viele Leute im Büro anwesend waren.

Im zweiten Stock angekommen, gingen die Killer direkt in die Redaktionsräume und eröffneten das Feuer auf die versammelten Journalisten, einen Gast und auch Brigadier Brinsolaro (SDLP), der ja für Chefredakteur Charbonnier Personenschutz leisten sollte. Wieso hat er nicht geschossen und woher wussten die Täter, wann die Redaktionsbesprechung war?

Franck BrinsolaroBrinsolaro ist auch deshalb äußerst interessant, weil er nach Angaben seiner Kollegen als Personenschützer auch im Ausland tätig war (z.B. in Kambodscha und Indonesien – zwei ehemalige französische Kolonien) und auch in „territoires hostiles“ wie Bosnien (Sarajewo) und Afghanistan als Bodyguard gearbeitet hat, also in Ländern, wo der NATO-Terror viele tausend Opfer gefordert hat, für die keine Trauer- und Solidaritätskundgebungen stattfinden.

Offizielle Darstellung: Als gegen 11:30 mehrere Anrufe von Anwohnern bei der Polizei eingingen, dass mit automatischen Waffen geschossen werde, versammelten sich mehrere Polizeieinheiten vor Ort. In der Allée Verte kam es dann zu einer Konfrontation zwischen der Kriminalpolizei und den Terroristen, ein heftiger Schusswechsel folgte, wobei das Polizeifahrzeug angeblich durchlöchert wurde, doch niemand wurde verletzt und die Killer konnten nach einem weiteren Duell mit einer anderen Polizeieinheit entkommen. Auf der Place du Colonel Fabien stießen sie mit einem VW Touran zusammen und ließen den Citroën schließlich in der Rue Sadi Lecointe im 19. Bezirk stehen. Sie setzten die Flucht dann mit einem gestohlenen Renault Clio fort, nachdem sie dessen Fahrer mit Gewalt vertrieben hatten (so genanntes „car-jacking“). Dann verlor sich ihre Spur …

special forces hunting for TS Charlie HebdoWie konnten zwei bewaffnete Männer sich gegen ein solch massives Polizeiaufgebot durchsetzen? Wie konnten sie Straßensperren und Ringfahndung entgehen, während einer Generalmobilmachung der Sicherheitskräfte?

Das ergibt alles keinen Sinn und warum dann auch noch Aufmerksamkeit auf sich ziehen, indem man eine Tankstelle überfällt und sich später mit einer Geisel verschanzt?

So verhalten sich Kriminelle in Actionfilmen, aber nicht militärisch ausgebildete Kommandos, die politische Anschläge ausführen. Niemand hatte die Gesichter der beiden Täter gesehen, sie hätten also einfach Masken und Kampfanzug ablegen, die Waffen verstecken, sich eventuell verkleiden und in der Millionenstadt Paris untertauchen können.

Eine ähnliche Show haben wir ja auch beim Boston Marathon gesehen, wo uns auch zwei Brüder als „Patsies“ vorgeführt wurden. Dzokhar soll ja noch leben, kann aber wohl nicht mehr sprechen (oder nicht mehr klar denken?).      

4  ERSCHIESSEN OHNE BLUT

Laut Angaben der Pariser Polizei kam es im Boulevard Richard Lenoir zu einem neuerlichen Schusswechsel mit dem Killerkommando, wobei der 41-jährige Polizist Ahmed Merabet schwer verletzt wurde. Er soll nach Angaben der Agentur Reuters jener Polizist sein, der in dem brutalen „Kopfschuss-Video“ zu sehen ist.

Doch das weltweit verbreitete Video, indem scheinbar die brutale Ermordung eines Polizisten auf der Straße gezeigt wird, ist eine Illusion.

fake headshotBallistik-Experten und Kriegsveteranen, die sich die Bilder in Zeitlupe angesehen haben, sind sich einig, dass keine scharfe Munition verwendet wurde, weshalb auch kein Rückstoß, kein Blut, ja nicht einmal eine Wunde zu sehen ist.

shot-fired-and-dust-cloud VTSie wissen, ein Kopfschuss mit einer AK-47 aus nächster Nähe hätte furchtbare Folgen: der Kopf würde förmlich „explodieren“, es würde also Blut, Gehirn und Gewebe austreten, verursacht durch die hohe Geschwindigkeit des Projektils, Nichts davon ist zu sehen, nur zwei weiße Wölkchen.

Was mir noch auffiel, ist, dass der Polizist im Video nicht Merabet sein kann, weil er eine sehr helle Hautfarbe hat, während Merabet ja aufgrund seiner Abstammung aus Algerien viel dunkler ist.

5  VIDEOS FÜR  STIMMUNGSMACHE & „INFORMATION-DOMINANCE“

Zuerst muss man sich fragen, wie es möglich war, diese Videos zu produzieren. Normale Menschen neigen dazu, verängstigt zu sein, wenn vor ihrem Haus Schüsse fallen und vermummte Killer-Kommandos auftauchen. Man geht sozusagen psychologisch „in Deckung“. Doch in diesem Fall war man geistesgegenwärtig genug, nicht die Fassung zu verlieren und stattdessen einen eiskalten „Mord“ zu filmen (wenn man die offizielle Story glaubt).

Auch die sofortige Überschwemmung der Medien mit hunderten Fotos (die vor allem das gigantische Polizeiaufgebot zeigen und Terror-Angst schüren) ist verdächtig und deutet auf eine konzertierte Propagandaaktion hin.

Dann gibt es noch Leute, die demonstrieren wollen, dass das Video (der französischen TV-Sender France24 zeigte einen Clip mit dem „Allahukbar“-Ruf, der die vermummten Täter als arabische Terroristen brandmarken soll) kein ungeschnittenes Rohmaterial ist, sondern manipuliert wurde: die Polizisten wurden an geeigneter Stelle herausgeschnitten und die Terroristen eingefügt:

3 policemenZuerst sieht man drei Polizisten (dunkel angezogen mit weißer Schrift auf dem Rücken) auf der Straße, die sich auf die Kreuzung zu bewegen, wo der schwarze Citroen (das Auto der Täter) später zum Stehen kommt.

In der nächsten Szene sind die Polizisten plötzlich verschwunden, während die Kamera sich wieder auf das Dach des Gebäudes richtet, wo sich mehrere Männer aufhalten (davon einer mit einer schusssicheren Weste). Dann tauchen (in weniger als einer Sekunde) die zwei “Killer“ auf und rufen „Allah ukbar“ (nicht Allah u akbar, wie echte Muslime es tun).

shooters appear policemen disappearVon der Polizei ist jetzt nichts mehr zu sehen, deshalb gibt es auch keinen Schusswechsel und keine verletzten Polizisten. Als die Killer auftauchen, duckt sich der Mann auf dem Dach, genau in diesem Moment (des Kameraschwenks) werden die „Killer“ ins Bild eingefügt. (Machen Sie sich hier selbst ein Bild, ob diese Interpretation richtig ist)

6  THE ISRAEL CONNECTION

Wie es der zionistische Zufall wollte, befand sich Amchai Stein, der stellvertretende Direktor des israelischen Fersehsenders IBA Channel 1, genau zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“ des „Terrors“ und hat als erster Fotos der Schießerei bzw. von Szenen nach der Tat im Internet veröffentlicht, die die offizielle Version untermauern sollen:

Amchai Stein twitter 1

Und was finden wir hier?   אני שארלי

Laut dieser jüdischen Internetseite bedeuten diese Zeichen:

Ich bin Charlieauf Hebräisch.

Das ist ja eher wenig spannend, doch dann das:           

             אני ישראל

Für Leute, die nicht hebräisch sprechen wie ich, auf den ersten Blick das Gleiche, doch wenn man genau hinsieht, sind es dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge (die ersten vier Zeichen). Und was bedeutet das?

Ich bin Israel auf Hebräisch.

Die Verfasser dieses Beitrags weisen dann auch noch darauf hin, dass diese Spiegelung für Studenten der Torah eine große Bedeutung habe, weil [sie quasi als versteckte Bedeutung die Botschaft enthalte] „diejenigen, die Charlie angegriffen haben, die gleichen sind, die auch Israel angegriffen haben“ was sie dann mit dem Ausruf -das stimmt ja auch! – untermauern.

Für nicht-religiöse Studenten des Zionismus und der Politik des zionistischen Staates Israel hat diese kleine „Perle“ der Information aber eine ganz andere Bedeutung, weil sie sie in einem völlig anderen Kontext sehen: es könnte eine Art „talmudischer“ Hinweis darauf sein, dass der israelische Staat hinter den Anschlägen steckt und sich auch noch damit brüstet – was niemand wundern würde, der sich für Geopolitik interessiert …

Das „Geiseldrama“ im koscheren Supermarkt (das nach Darstellung einiger Internetseiten, die von ehemaligen Angehörigen militärischer „Spezialkräfte“ betrieben werden, eine „false flag“ Aktion des Mossad war) hätte man vielleicht als realistisch akzeptieren können, wenn nicht die absurde Verbindung zu den Palästinensern konstruiert worden wäre.

1 UN resistance against occupation is lawfulIhr unbeugsamer Widerstand gegen einen selbstgerechten Schurkenstaat, der sie seit fast 7 Jahrzehnten enteignet, demütigt, quält und ermordet, es aber nicht schafft, sie als kollektive Gemeinschaft zu brechen. (Siehe dazu meine zahlreichen Artikel über Israel bzw. Palästina), soll durch diese Farce entehrt und kriminalisiert werden.

Europe on the fence proPalDer Massenmörder Netanyahu fürchtet, dass die Stimmung in Europa in naher Zukunft „kippen“ könnte, also die Politik nicht mehr bloß scheinheilige Lippenbekenntnisse und „Empörung“ von sich gibt, sondern Palästina wirklich unterstützt.

Erhielt Frankreich diesen brutalen „Denkzettel“, weil es gewagt hat, sich gleich dreimal  für die Palästinenser einzusetzen? Dieser  ätzende, vor Selbstgerechtigkeit triefende  Artikel legt diese Schlussfolgerung nahe:

And France certainly has been at the forefront of pro-Palestinian activism, especially in recent weeks. 

On Dec. 2, the French parliament voted overwhelmingly to demand that the French government immediately recognize the “State of Palestine.Not after negotiations. Not with Israel’s agreement. Just do it right away, whether the Israelis like it or not. And the vote wasn’t even close—339 in favor, 151 against.

Four weeks later, the Palestinian Authority presented a resolution to the United Nations Security Council, setting a timetable for Israel to unilaterally withdraw from all of Judea, Samaria, [Westjordanland] and most of Jerusalem.

[Dieses Ende der brutalen Besatzung ist Bereits seit 1967 ,UNSC-Resolution 242 ff. überfällig, wurde aber von Israel  ignoriert und durch ständige, weitere Enteignungen noch verhöhnt  – siehe Jeff Halper -„Nishul“)

That is, back to the pre-1967 armistice lines that Abba Eban said would make Israel so vulnerable that it would set the stage for another Holocaust. [völlig absurd- crying and shooting again ..]

In the meantime, there was more pro-Palestinian news from France. The city council of Aubervilliers, which is a suburb of Paris, voted to grant honorary citizenship to Marwan Barghouti, a Palestinian terrorist leader who is currently service five consecutive sentences of life imprisonment for carrying out a series of terrorist attacks in Israel.

[Who started and never ended the terror? Israel – see Ilan Pappe]

France’s national government was not responsible for the decision of Aubervilliers to honor a mass murderer. But when combined with the French parliament’s vote on Palestinian statehood, and the French government’s vote at the U.N., one would think that this French bear-hug of the Palestinians would impress the Islamists. The massacre of journalists in Paris by killers shouting the jihadist call of “Allahu Akhbar” indicates that perhaps the linkage that Kerry imagines is nothing more than that—imaginary.“

7 WIDERSPRÜCHE & UNGEREIMTHEITEN

Zeugen (darunter auch Polizisten) sagten aus, wie gelassen die Mörder waren und erwähnten ihre große Treffsicherheit beim Schießen: sie trafen demnach „ihre Ziele mit einem Schuss, anstatt einfach wild herumzuballern.

Amchai stein twitter 3Dann zeigt man uns ein Polizeifahrzeug mit einer durchlöcherten Windschutzscheibe (gezählte 11 Einschüsse, laut Reuters waren es aber sogar 30 abgegebene Schüsse) und trotzdem wird – während der intensiven Schusswechsel – kein Polizist (und kein „Terrorist“) verletzt oder getötet? Wer soll das glauben?

(Das manipulierte Video liefert ein viel bessere Erklärung dafür: die Schießerei hat so nie stattgefunden …)

Laut AFP, der französischen Presseagentur, beschrieb ein Augenzeuge den Anschlag auf Charlie Hebdo „wie eine Szene aus einem Film“.

Ich sah, wie sie abhauten und Schüsse abfeuerten. Sie trugen Masken. Diese Jungs meinten es ernst. Zuerst dachte ich, es seien Spezialeinheiten der Drogenfahnung oder sowas in der Art.“

AFP witness special forces hint(Bild: AFP Report, übersetzt ins Englische von msm)

In der ersten Story, die in den Medien verbreitet wurde, war ja immer von drei Terroristen die Rede.

Am Mittwoch erzählten zwei Terrorbekämpfer dem amerikanischen Fernsehsender NBC, einer der Täter sei getötet worden und zwei befänden sich im Polizeigewahrsam. Wurden diese „Informationen“ schon vorher verteilt und erwiesen sich dann als „voreilig“, weil das Szenario notgedrungen kurzfristig geändert wurde?

Auf allen Bildern und Videos sind nur zwei Männer zu sehen. Der dritte „Verdächtige“ musste ausfallen, weil er ein 100%iges Alibi für die Tatzeit hatte. Um diesen faux pas auszubügeln, wurde der „patsy“ Coulibaly aus dem Al Kaida-Zylinder gezogen und als dritter Verschwörer präsentiert, der sich für seine verbrecherische Aktion „extra“ einen koscheren Supermarkt ausgesucht hatte, um den unterdrückten Palästinensern Tribut zu erweisen.

Es gibt nur eine Partei, die ein massives Interesse daran hat, den legitimen Widerstand der Palästinenser mit dem synthetischen Terror des Westens in Verbindung zu bringen: die israelische Regierung. (Siehe Pkt. 6)

8 „TERRORISTEN“ ALS BÖSARTIGE & GROTESKE KARIKATUR DES ISLAMS

Die krampfhaften Bemühungen (der wahren „Terror-Förderer“) mithilfe der Medien, dem Publikum einzuhämmern, dass es sich hier um „fanatische Islamisten“ handelt, sind kabarettreif:

  • Die “Verdächtigen” müssen stets – am besten vor und nach der Tat lautstark „Allah u akbar!“ rufen, damit haben sie sich in den Augen der verblödeten Zuschauer ja bereits als arabische Terroristen ausgewiesen. Dass diese akustische Visitenkarte nur Tarnung sein könnte, darf nicht in Erwägung gezogen werden.
  • Um ganz sicher zu gehen, dass die Verbrecher in die richtige Kategorie von Bösewichten eingeordnet werden, ist die Mitgliedschaft bei den diversen Regionalorganisationen von „Al Kaida“ laut und deutlich zu verkünden. Eine noch bessere Wirkung wird natürlich (zusätzlich) mit schwarzen Fahnen und anderen „Terror“-Requisiten erzielt.

isis mercenaries(Die PR-Auftritte von „ISIS“, IS oder welches Akronym gerade genehm ist, sind derartig lächerlich, dass man sich fragen muss, wieso die Leute auf so etwas reinfallen;)

  • Zum Vergleich – wie sich echte, politische Kampfeinheiten benehmen, bei denen der Islam zwar eine wichtige Rolle spielt, aber natürlich nicht das eigentliche Motiv für die Gewalt ist, sondern die Verbrechen Israels und der USA (samt Vasallen) kann man sich die libanesische Hisbollah anschauen (die eine soziale Bewegung, eine gewählte Partei und eine Kampftruppe unter ihrem Dach vereint).
  • Dass es sich bei den vom Westen fabrizierten „Terror-Milizen“ überwiegend um indoktrinierte Idioten, Verbrecher und brutalisierte Söldner handelt, die als mörderische Werkzeuge der Außenpolitik missbraucht werden (Gladio 2.0), sollte mittlerweile jedem intelligenten Beobachter klar sein.
  • Der neueste, theatralische Islamisten-Gag ist aber der ausgestreckte Zeigefinger. Wie z.B. Journalisten der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ uns einreden wollen, ist das eine Art geheimer Code für „radikale Islamisten“ und prompt hat man ihn auch in Paris „entdeckt“ (auf einem extrem unscharfen Bild).

PARIS-fingerDass diese zur Schau gestellte, groteske Form von „Religiosität“ aber mit dem Verhalten echter Muslime unvereinbar ist, wird nicht diskutiert. Und selbst die echten „Gotteskrieger“ (fanatische Salafisten bzw. Takfiris, die auch nur als Werkzeuge der Geo-Politik benutzt werden), würden sich nicht so benehmen, wie z.B. Thierry Meyssan konstatiert:

„Sie hätten auf jeden Fall die Archive des Magazins zerstört, weil es die „Pflicht“ dieser Gotteskrieger sei, alle Objekte zu zerstören, die nach ihrer Meinung „Gott beleidigen“ (oder seinen Propheten) und die „Feinde Gottes“ zu bestrafen. Sie wären auch nicht sofort wieder geflohen (um der Polizei zu entgehen), sondern hätten ihre „Mission“ erfüllt, auch wenn sie dabei selbst umgekommen wären.

Dass sie einem verwundeten Polizisten eiskalt in den Kopf geschossen haben ist auch ein klares Indiz dafür, dass dieser Mord nichts mit der „Vergeltung“ für die Beleidigung des Propheten zu tun hatte und schon gar nichts mit dem vulgären Humor des Magazins Charlie Hebdo. [Inzwischen wissen wir ja, dass die Exekution so nie stattfand]

Thierry Meyssan ist überzeugt davon, dass dieses Attentat die Kluft zwischen französischen Muslimen und Nicht-Muslimen vertiefen soll, wobei auch ein Bürgerkriegsszenario ins Auge gefasst wird. Man kann nur hoffen, dass er nicht recht hat ….“

Abgerundet wird die „Shocking Terror Picture Show“ dann durch Aufritte von selbsternannten „Terror-Experten“, deren Qualifikation für diesen Titel von niemand hinterfragt wird. Wie Glen Greenwald in diesem Interview feststellt, sind sie allesamt Scharlatane, die ein persönliches Interesse daran haben, den „Terror-Scare“ aufzublasen, weil sie ja schließlich davon profitieren. Hier ein kleines Beispiel daraus:

Steve EMERSON (der sich selbst als „eine der führenden Autoritätenfür islamistische Netzwerke bezeichnet) erklärt zunächst, dass es „in ganz Europa “No-Go” Zonen gäbe, wo sich kein Christ mehr hin wagen würde. Orte (in Frankreich, England, Schweden, Deutschland) wo die Regierung quasi nicht mehr souverän sei, wo Scharia-Gerichte eingerichtet seien, wo die „Muslim-Dichte“ sehr hoch sei, wo selbst die Polizei nicht mehr auftaucht, wo es schon einen Staat im Staate gebe –

Daraufhin die Moderatorin “Weißt du was, Steve das klingt für mich schon nach einem Kalifat …“

EMERSON weiter: „Ja, das klingt wirklich so ..und in England sind es nicht nur „No-Go“-Zonen; es gibt dort ganze Städte, wie Birmingham, die völlig „moslemisch“ sind, wo Nicht-Muslime einfach nicht mehr hingehen …“

Diese Aussagen führten zu großer Empörung in Großbritannien, weil sie völlig unwahr sind, worauf sich Emerson in einer Sendung der BBC entschuldigte und seine verlogenen Behauptungen damit erklärte, er habe sich „auf unkorrekte Recherchen verlassen und es sei „völlig verantwortungslos“ gewesen, die ihm zugespielten Informationen nicht überprüft zu haben. (Was für unsere Journaille ja der Normalzustand ist …)

Dass Prime Minister Cameron diesen Unsinn mit dem Satz „the man is a complete idiot“ kommentierte, trifft die Sache nicht ganz, denn diese Leute verfolgen natürlich eine politische Agenda: die Volksverblödung bzw. subtile Form der Volksverhetzung.

8 DAS (BFM) INTERVIEW  MIT  CHERIF KOUACHI

Dass uns hier absurdes Theater vorgespielt wird, lässt sich auch durch das angebliche Telefon-Interview demonstrieren, das Cherif Kouachi mit einem französischen Fernsehsender geführt haben soll, von dem nur Bruchteile veröffentlicht wurden:

Kouachi: (Anfang fehlt) … wir sagen Euch, dass wir die die Verteidiger des Propheten sind, …dass ich, Cherif Kouachi, von Al Kaida im Jemen geschickt wurde …ich ging dorthin und es war Anwar Al-Awlaki, der mich finanziert hat.

[Anmerkung: Wieso wird Al-Awlaki extra erwähnt? Niemand hat ihn danach gefragt. Für die US-Regierung ist diese Aussage aber politisch äußerst nützlich. Für Hintergrund dazu siehe Jeremy Scahill.

Wie konnten die Brüder in den Jemen und wieder zurück fliegen, wenn sie auf der „No-Fly-List“ der US-Anti-Terror-behörden waren und Cherif schon 2005 verhaftet und 2008 wegen Kontaktaufnahme zu einer terroristischen Vereinigung – im Irak – verurteilt wurde? Warum hat man ihn nicht schon früher dazu verhört bzw. überwacht?]

BFM: Und wie lange ist das her?

Kouachi: Es war bevor er getötet wurde.

Abdulrahman[Anmerkung: Anwar Al Awlaki, ein Imam und amerikanischer Staatsbürger, wurde im September 2011 durch amerikanische Dronen (sein 16-jähriger Sohn zwei Wochen später) im Jemen ermordet. Obwohl ihm seit 2008 umfangreiche Unterstützung für „Al Kaida“ (zuerst als „Inspiration“ dann „operativ“) vorgeworfen wurde, hat man nie Anklage gegen ihn erhoben, sondern ihn einfach umgebracht. Tote können eben nichts mehr erzählen ….was nicht ins Bild passt.]

BFM: Ihr seid also erst vor kurzem nach Frankreich zurückgekommen?

Kouachi: Nein, schon vor langer Zeit …. ich kenne den Geheimdienst, da brauchst du dir keine Gedanken machen. Ich weiß genau, wie ich vorgehen muss, um erfolgreich zu sein ….

(Anmerkung: die Sätze sind nicht kohärent, nicht stimmig …als ob Teile fehlen würden)

BFM Und sind da nur Sie und Ihr Bruder? Gibt es Leute hinter Euch?

Kouachi: Das geht dich nichts an.

BFM: Habt ihr vor, noch mehr Menschen zu töten, im Namen Allahs?

Kouachi: Töten – wen denn?

BFM: Ich stelle ja nur die Frage.

Kouachi: Haben wir Zivilisten getötet in den zwei Tagen, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Ihr habt Journalisten getötet.

Kouachi: Sind Zivilisten gestorben, in den zwei Tagen wo ihr uns gesucht habt? Oder Menschen während der zwei Tage, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Warte, warte Cherif – habt ihr an diesem Vormittag getötet?

Kouachi: Wir sind keine Mörder. Wir sind die Verteidiger des Propheten, wir töten keine Frauen. Wir töten niemand. Wir verteidigen den Propheten. Wir sind nicht wie ihr (Stimme wird zum ersten Mal emotional): Ihr seid es, die Kinder töten in Syrien, im Irak und in Afghanistan. Nicht wir. Wir haben einen Ehrenkodex im Islam.

Aber ihr habt doch gerade Rache geübt .. ihr habt 12 Menschen getötet …

Kouachi: …(bruchstückhaft, Anfang fehlt ) …ja, weil wir Rache geübt haben. Wie du es gesagt hast, wir haben uns gerächt.

Kommentar:

  • Ich finde dieses „Gespräch“ äußerst seltsam und es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass hier Frage und Antworten nicht unbedingt zusammengehören (also aus Einzelteilen „zusammengebaut“ wurden).
  • Woher weiß ich überhaupt, dass diese Stimme wirklich Cherif gehört?
  • Woher weiß ich, wann dieses „Gespräch“ stattgefunden hat?
  • Wer telefoniert seelenruhig mit der Presse, wenn sich vor der Tür die geballte Staatsgewalt versammelt hat?
  • Das Verhalten der beiden „Islamisten“ ist nicht schlüssig: Zuerst treten sie wie Profikiller des Militärs auf, tarnen sich, entkommen der Pariser Polizei (trotz massiver Präsenz), nehmen Geiseln (was mit der Verteidigung des Propheten garantiert nichts zu tun hat) um schließlich im Kugelhagel als „Märtyrer“ zu sterben?

(Der Link zum Original-Interview wurde mittlerweile von YouTube entfernt, aber der britische Guardian hat noch ein Audio zum Nachhören mit englischen Untertiteln)           i

9 THE BIG LIE: Charlie Hebdo als Ikone der Pressefreiheit

holy trinity a la charlie hebdoDie Zeitung war nicht die furchtlose Verfechterin von Meinungs- u. Pressefreiheit, als die sie uns jetzt präsentiert wird. Die Cartoons waren oft äußerst vulgär, pornographisch – religiöse Verunglimpfung kombiniert mit Sex und Gewalt – und deshalb beleidigend für religiöse Menschen; besonders für Muslime, weil im Islam die bildliche Darstellung von Gott und Propheten verboten ist.

Viel wichtiger ist aber: In einer Zeit, wo hunderttausende Muslime durch westliche Kriege und Terroraktionen getötet, vertrieben oder gefoltert werden, solche diffamierenden, kränkenden Zeichnungen zu veröffentlichen, ist keine journalistische Heldentat, sondern dumm, bösartig und verantwortungslos. (bête et méchant, exactement)

Im Jahr 2000 wurde die Journalistin Mona Chollet entlassen, weil sie gegen einen Artikel protestierte, in dem die Palästinenser pauschal diffamiert wurden.

affaire siné2008 wurde der Veteran-Cartoonist Maurice Siné gefeuert, weil er als „anti-semitisch“ denunziert wurde. Der Grund? Er hatte eine Karikatur von Jean Sarkozys Hochzeit (dem Sohn des Präsidenten) mit Jessica Seboun-Darty gezeichnet, einer Jüdin, die ein großes Vermögen erbt, und das Gerücht, Jean sei deshalb zum jüdischen Glauben übergetreten, mit dem Text kommentiert: „Dieser Kleine wird es noch weit bringen“.

Sofort wurden die jüdischen “Anti-Diffamierungs”-Lobbyisten aktiv, die ihm „jüdische Stereotype“ und „Aufstachelung zum Rassenhass“ vorwarfen und Siné musste gehen. Auf jüdischen Webseiten wurden sogar dazu aufgerufen, ihn umzubringen. Wo war damals die Verteidigung der Pressefreiheit? Nicht umsonst wird in Frankreich diese zionistische Inquisition als „la police de la pensée“ bezeichnet.

Bernard-Henry Lévy, der französische Ober-Zionist mit Super-Ego schrieb damals in Le Monde:

Immer wieder hat Siné die Grenze zwischen Humor und Beleidigung überschritten, zwischen Karikatur und Hass.“

Für Araber/Muslime gibt es diese Grenze offenbar nicht.

10   „SWARMING“: DIE VOR-FABRIZIERTE PR-KAMPAGNE

Wir erinnern uns noch an die #BringBackOurGirls (Kenia) oder Boys (in Israel) PR-Kampagnen, wo der Zweck der Emotionalisierung bzw. Konditionierung der Massen durch „social media“ ersichtlich wurde: einerseits Stimmungsmache gegen die bösen Islam-Terroristen, andererseits wirkungslose Zur-Schaustellung einer „feel-good“ Solidarität als „social event“) statt echtem politischen Engagement, das die politischen Macht-Verhältnisse ändern will.

je suis Charlie logoWenn (innerhalb einer Stunde nach Bekanntwerden des Anschlages, ein PR-Slogan wie  „JeSuisCharlie“ sich blitzartig und massenhaft verbreitet, ist Misstrauen angebracht. Warum? Weil diese gesteuerten „Schwärme“ davon ablenken, die wahren Hintergründe des Verbrechens zu analysieren. Hier werden ehrenwerte menschliche Gefühle wie Empathie, Solidarität und moralische Empörung instrumentalisiert und in den Medien verstärkt, während kritisches Nachdenken über die vielen Ungereimtheiten der offiziellen Story und den geopolitischen Kontext behindert wird.

helric fedou(Der – zweite – „Selbstmord“ eines Kriminalkommissars in Limoges, der nach Presseberichten an einem Report über die Anschläge in Paris gearbeitet hat, gibt neue Rätsel auf .. .könnte allerdings auch ein Ablenkungsmanöver sein ..)

 

Fortsetzung folgt…

Terror-Charade in Paris: Bête et méchant?

And all knowledge, when separated from justice and virtue, is seen to be cunning and not wisdom; Plato

the great charade

Dollar u akbar!

Am helllichten Tag (7. Jänner, gegen 11:30 Uhr) wird mitten in Paris ein Terroranschlag verübt. Zwei bewaffnete, total vermummte Männer steigen aus einem schwarzen Citroen, stürmen ein Gebäude in der Rue Nicolas Appert Nr. 10, geben mehrere Schüsse ab und verschwinden dann wieder mit dem (mitten auf der Straße geparkten) Auto.

In den 22 Uhr-Nachrichten von „France 24“ erfährt man, dass bei dem Anschlag 12 Menschen getötet wurden. Das Ziel der „Terroristen“ waren die Redaktionsräume des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Dort erschossen sie acht Mitarbeiter, darunter drei der „besten Cartoonisten Frankreichs“, und den Herausgeber Stéphane Charbonnier während eines Redaktionsmeetings.

Der Polizist, der nach Morddrohungen und einem Brandanschlag (2011) zum Schutz von „Charb“ vor Ort war, wurde ebenfalls getötet. Sein Name ist (Brigadier) Franck Brinsolaro (49).

Ahmed Merabet killed 701 CHDas zweite Mordopfer aus den Reihen der Pariser Polizei war Ahmed Merabet (42) der im 11. Bezirk eingesetzt war. Seine brutale Ermordung auf offener Straße wurde in einem Videoclip festgehalten, in dem zu sehen ist, wie er – verletzt am Boden liegend, vor Schmerzen stöhnend – von einem der Profikiller aus nächster Nähe mit einem Kopfschuss exekutiert wird.

Weitere Opfer waren der Handwerker und Vater von zwei Kindern, Frederic Boisseau (42) und Bernard Maris (68), non-konformer Ökonom am Institut für Europäische Studien der Universität von Paris und Mitglied des Aufsichtsrates der Banque de Paris. Er schrieb unter dem Namen „Onkel Bernard“ Artikel für Charlie Hebdo. Die scheinbar „zufällige“ Ermordung von Maris müsste dringend separat untersucht werden, doch sein Name wird in den Medien kaum erwähnt.

Bernhard MarisMarin hat die Tyrannei der orthodoxen Ökonomie entlarvt: „die Wirtschaft“ ist kein mathematisch-logisches Universum, dessen Regeln sich die Menschen – wie bei Naturgesetzen – unterordnen müssen, sondern ein soziales Konstrukt, bei dem es in Wahrheit um Macht, Klassenherrschaft und politische Intrigen geht. Auch psychologische Phänomene werden von ihm durchleuchtet (Herdenverhalten, Freud´sche Interpretation, etc.). Die Dogmen von gnadenlosem “Wettbewerb” und endlosem “Wachstum” führen unausweichlich in die Katastrophe, weil sie mit dem „Mensch-Sein“ unvereinbar sind (wie auch Erich Fromm richtig erkannte) und die Lebensgrundlagen zerstören: So schreibt Marin z.B.

Die Menschheit lebt länger … aber auf Kosten der Verarmung des Lebens: die Homogenisierung der Gesellschaft, die Standardisierung des Planeten, die „Slum-ifizierung“ der Welt und das Verschwinden der Schönheit der Natur“.

open letter to eCONs who take us for foolsMarin entwarf auch alternative Szenarien für ein Wirtschaftssystem, das auf Solidarität und Kooperation beruht. In einem unbeachteten Interview erklärte er, dass Banken „Geld aus dem nichts“ erschaffen (was dann „Kredit“ heißt und wofür ein x-faches an Zinsen und Zinseszinsen kassiert wird und letztlich ganze Staaten (also wir) als Schuldsklaven enden … der größte Betrug aller Zeiten).

Die Ermordung der 12 Menschen in Paris ist eine Tragödie, aber sein Tod ist nach meiner Ansicht der größte Verlust für unsere Gesellschaft und ich frage mich, wer davon profitiert.

Stattdessen werden die getöteten Journalisten posthum zu Quasi-Heiligen stilisiert, die als eine Art Jean(ne) d’Arc der Rede- u. Pressefreiheit den Status von Nationalhelden erhalten. (Aus diesem Grund werden ihre Namen hier nicht erwähnt, sie erhalten ja bereits mehr als genug Aufmerksamkeit in den Massenmedien).

RÜHRSELIGKEIT STATT KRITISCHE HINTEFRAGUNG

Je suis Charlie CH websiteFrankreich ist erschüttert und in ganz Europa gibt es (wie auf Knopfdruck) spontane Solidaritätskundgebungen („Je suis Charlie“ im Kerzenlicht) mit den ermordeten Journalisten (die mich auf unheimliche Art an „swarming“ erinnern). Die Rede- und Pressefreiheit muss verteidigt werden, so der Tenor, weil als Grund für den Anschlag „Islam-kritische“ Karikaturen vermutet werden. Das Pariser Magazin hatte in den letzten 10 Jahren immer öfter provozierende / diffamierende Zeichnungen und Texte abgedruckt, in denen Muslime (generell) bzw. der Prophet Mohammed als Witzfiguren dargestellt werden.

PROVOKATION  ALS  MISSION?

Charlie 8 Feb 2006Am 9. Februar 2006 erschien das Satire-Magazin z.B. mit der Schlagzeile „Mohammed von Fundamentalisten überwältigt“. Darunter war eine Karikatur des weinenden Propheten mit einer Sprechblase zu sehen: C’est dur d’être aimé par des cons

Es ist schwer, wenn man von Idioten verehrt wird“ („con“ kann auch Arschloch bedeuten)

2011 wurde eine Sonderausgabe herausgebracht, die als „Sharia-Hebdo“ bezeichnet wurde.  Auf dem Titelblatt war eine Karikatur eines Muslims mit dem Text „100 Peitschenhiebe, wenn du dich nicht totlachst“. (siehe unten) Im Blattinneren wurden die Vorteile einer „verwässerten“ Sharia illustriert, wozu auch die „weniger offensichtliche Polygamie“ gezählt wurde (mehrere, total verschleierte Frauen, die eine sogenannte „Burka“ tragen). Die Herausgeber schreckten auch nicht davor zurück, im Ressort “Style“ Karikaturen von Frauen zu zeigen, deren abgehackte Hände manikürt wurden.

In dieser Spezialedition wurde nicht der islamische Extremismus satirisch kritisiert, sondern Texte aus dem Koran durch Karikaturen ins Lächerliche gezogen, die das Leben des Propheten Mohammed beschreiben.

Charlie Hebdo hatte auch die umstrittenen Karikaturen der dänischen (sehr „rechten“) Zeitung Jyllands-Posten abgedruckt, ganz nach dem Motto „jetzt erst recht“. Auch hier wurde natürlich die Pressefreiheit als „Recht“ verteidigt. Welchen politischen Zwecken aber diese Provokationen gedient haben (oder welche Stimmung damit geschürt wurde), wurde kaum diskutiert, ganz zu schweigen vom geopolitischen Kontext und der Rolle Frankreichs bei der Bewaffnung der synthetischen Terroristen im Nahen Osten.

(Angesichts der Tatsache, dass 90% der Journaille in Europa nur mehr als Fließband für Propaganda, Desinformation und „Perception Management“ funktioniert, kann die plötzliche Hochhaltung der Pressefreiheit – ausgerechnet durch die Politik – nur mehr als zynische Realsatire betrachtet werden.)

CRIME  DOES  PAY (in A SINISTER WAY)

Charlie Hebdo 100 lashesDiese Ausgabe war sehr erfolgreich (die Auflage verdoppelte sich) und Kritiker werfen dem Magazin vor, es habe (opportunistisch) die Islamophobie geschürt, weil sich damit einfach mehr Geld verdienen ließe. Die Zeitung soll sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben, die nach dem Massaker ein dramatisches Ende gefunden haben: großzügige Spenden sind eingelangt (darunter alleine 250.000 Euro von Google) und die nächste Auflage soll über eine Million Exemplare bringen, die in 16 Sprachen erhältlich sein wird.

LA  GRANDE  MASQUERADE  TERRORISTE

Nate Beeler Cartoon CHWozu sich die Täter völlig vermummt haben, wenn sie nach der Tat „Allah u akbar!“ rufen und dann auch noch „das ist die Vergeltung für die Beleidigung des Propheten“ bleibt ein Rätsel. Diese „islamistische“ Visitenkarte engt den Kreis der Verdächtigen gewaltig ein, doch diese Vorstellung hätten sich die Täter sparen können, denn nach 13 Jahren Konditionierung in den Medien nimmt ohnehin (fast) jeder Zuschauer automatisch an, dass solche Terroranschläge von „radikalen Islamisten“ verübt werden.

Die beeindruckende Metamorphose der Extremisten vom primitiven „Selbstmordattentäter“ mit gebastelter Bombe zu perfekt organisierten „Killerkommandos“ (à la OAS), die ein solches Massaker mit eiskalter Präzision und großer „Gelassenheit“ abwickeln, hat uns auch noch niemand plausibel erklärt.

McClatchy Headline Calm KillersDer „Dschihadist“, wie er uns in den letzten Jahren vorgeführt wurde, will ja als Märtyrer und Held in die Geschichte eingehen, deshalb will und braucht er sich ja auch nicht verkleiden. Er zündet eine Bombe und bringt sich dabei auch selbst um. Doch die Gelassenheit und „Professionalität“ dieser beiden vermummten Killer (am helllichten Tag mitten in Paris Polizisten umzubringen und ein Massaker zu begehen, als ob sie garantiert ungestraft davonkommen) steht im krassen Widerspruch zu den theatralischen Ausrufen, die das Publikum davon überzeugen sollen, dass es sich hier um „Islamisten“ handelt.

al-qaeda1Das Schauspiel ist offensichtlich absurdes Polit-Theater: Vor Verlassen des Tatorts muss natürlich mindestens einmal erwähnt werden, dass man für „Al Kaida“ tätig sei;

 

OPERATION MOCKINGBIRD 2.0

Corcy SFP searching for the terror suspectsDass unsere demente Journaille sich dabei mit jeder, noch so dämlichen Story „füttern“ lässt, konnte man am Freitag im „Brennpunkt„ der ARD erleben, wo uns allen Ernstes mitgeteilt wird, einer der gesuchten „Täter“ habe den Nerv gehabt, seelenruhig mit einem französischen Fernsehsender zu telefonieren (in der Druckerei, wo sie sich – angeblich mit einer Geisel – verschanzt hatten, während draußen hunderte, schwer bewaffnete Polizisten, Scharfschützen, Helikopter, etc. lauerten, mit dem Ziel, die beiden Männer zu töten (das ist immer in solchen „PSY-OPS“ unvermeidlich, weil die „patsies“ natürlich nichts mehr sagen (können) dürfen, damit die offizielle Story nicht ins Wanken gerät (siehe Sydney, Ottawa, aber auch schon Lee Harvey Oswald …).

Merke: Die Polizei erschießt zwei „mutmaßliche Täter“ (nach einer Orgie von „framing“ im Rahmen einer bewusst geschürten „nützlichen Welle der Empörung und Angst“ (General Lemnitzer läßt grüßen), und man behauptet einfach, dass sie die Tat begangen haben. Diese publikumswirksame Anti-Terror-Show wird „untermauert“ mit ausführlichen Details über deren Entwicklung zum „Extremisten“ die man in der Zwischenzeit der Papageien-Presse zugespielt hat.

Ellis Röder „berichtet“, Cherif sei ans Telefon gegangen (die Journalisten hätten einfach dort angerufen) um der Welt mitzuteilen, dass er von Al Kaida im Jemen finanziert werde. Seine Aussage, er habe keine Zivilisten getötet, passt nicht ins Konzept, wird aber nicht weiter hinterfragt. Auch der zweite „Terrorist“ (im koscheren Supermarkt) hat sich – während einer Geiselnahme – für ein Telefoninterview zur Verfügung gestellt und dann auch noch „das Telefon nicht richtig aufgehängt“ sodass die Polizei mithören konnte (!)

Man habe sich „abgestimmt“ … und er habe bewusst einen „jüdischen Supermarkt“ ausgewählt, um „unterdrückte Muslime in Palästina zu verteidigen“.

Was diese unterdrückten Palästinenser denn von so einer Idiotenaktion hätten, darf man sich allerdings nicht fragen. Aber wir erkennen ein bekannte Muster: jedes Mal, wenn die Palästinenser durch eine friedliche Aktion international weiterkommen, muss ein Gewaltakt inszeniert werden, um das Zerrbild vom gewalttätigen, arabischen Monster in Erinnerung zu rufen:

CRYING  &  SHOOTING  IN  ACTION

Talk about Chuzpah. Die „Informationsabteilung” (MISO) der israelischen Geheimdienste leistet wieder einmal ganze Arbeit: seit 911 werden Muslime (praktisch weltweit, aber beschränken wir uns hier auf Europa) dank einer gigantischen Propaganda-Maschinerie mit großem Misstrauen betrachtet, diffamiert, schikaniert, unter Generalverdacht gestellt und hunderte von ihnen wurden auch grundlos verhaftet, verschleppt („rendition flights“), auf ekelhafte Weise psychisch und physisch gefoltert, und zu „Geständnissen“ genötigt und dann verurteilt (oder nach Guantanamo und andere „Lager“ gebracht, wo sie gequält und gedemütigt werden, obwohl sie nichts verbrochen haben).

Doch nicht sie sind die zu bedauernden Opfer dieser geopolitischen Charade (der „War on Terror“ ist die größte massenpsychologische Operation, die es je gab – selbst Goebbels wäre vor Neid erblasst …), Nein, sondern (wieder einmal) die Juden.

Iraq death USquads

Horror im Irak nach der „Befreiung“ durch die USA

Was sind hunderttausende tote Muslime, Millionen von Flüchtlingen, zerstörte Gesellschaften (Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien ist noch „in Arbeit“), sieben Jahrzehnte schwere Menschenrechtsverletzungen in Palästina gegen ein Häufchen jüdischer Franzosen, die in einem kosheren Supermarkt „als Geiseln“ genommen werden? (Was nicht verharmlost, aber relativiert werden soll). Offenbar nichts. Wenn Juden bedroht sind, große Schlagzeilen, wenn Araber/Muslime bedroht sind, so what?

Wie es ein einziger „Terrorist“ schaffen konnte, einen ganzen Supermarkt in Schach zu halten, noch dazu während einer Generalmobilmachung der Sicherheitsbehörden, konnte mir noch niemand glaubhaft erklären und das plötzliche Auftauchen einer Komplizin, die verschwunden ist, ist noch absurder.

Diese hare-brained story aber mit dem Freiheitskampf der Palästinenser in Verbindung zu bringen, zeigt eindeutig, dass in dieser Propaganda-Show Israel eine wichtige Rolle spielt.

Pal ICC approvedKein Wunder, nachdem die UN dem Antrag der Palästinenser zur staatlichen „Zulassung“ beim Internationalen Strafgerichtshof zugestimmt hat, muss sofort ein „event“ inszeniert werden, in dem die Juden als Opfer präsentiert werden begleitet von der „schrillen Rhetorik“, wie Avi Shlaim es ausdrückte, die für dieses Syndrom der pathologischen Selbstgerechtigkeit typisch ist:

It is is indeed a conflict between David and Goliath but the Biblical image has been inverted – a small and defenceless Palestinian David faces a heavily armed, merciless and overbearing Israeli Goliath. The resort to brute military force is accompanied, as always, by the shrill rhetoric of victimhood and a farrago of self-pity overlaid with self-righteousness. In Hebrew this is known as the syndrome of bokhim ve-yorim, „crying and shooting“.

Hier am Beispiel von Netanyahu:

Er nennt die Tötung der „Mörder“ (deren Schuld nie bewiesen, sondern nur behauptet wurde) „sie zur Rechenschaft ziehen“ und hämmert uns ein, dass es sich um einen „globalen Kampf“ handelt, wobei er (Israel und der Westen) die „Guten“ und die Islamisten die „Bösen“ sind, was sonst?

Alle werden über einen Kamm geschoren: Terroranschläge in Paris, in Bali, Enthauptung von Ausländern in Syrien, Kidnapping von Schulmädchen in Nigeria; Sprengung von Kirchen im Irak, Raketen aus Gaza und – natürlich – das israelische Märchen vom Atomwaffenprogramm des Iran.

Die sechs erst genannten Anschläge/ Verbrechen sind aber „synthetischer Terror“ (von westlichen Geheimdiensten produziert, inklusive Israel und Saudi Arabien), während die Raketen aus Gaza natürlich eine Reaktion auf die systemischen Verbrechen Israels gegen das palästinensische Volk sind. Dass Israel selbst über hunderte Atomsprengköpfe verfügt, und sein Atomprogramm so geheim ist, dass nicht einmal das eigene Parlament darüber Bescheid weiß, dass Israel bei Umfragen immer (gemeinsam mit den USA) als größte Bedrohung für den Weltfrieden gesehen wird, darf hier als Kontext natürlich nicht erwähnt werden.

Stattdessen betreibt Netanyahu Volksverhetzung, wenn er legitimen Widerstand gegen brutale Repression (eines Schurkenstaates wie Israel) mit selbst-gezüchteten „proxy“-Terroristen in einen Topf wird und sie als „Feinde unsere gemeinsamen Zivilisation“ bezeichnet, die man besiegen müsse.

ISIS, Boko Haram, Hamas, Al-Shabab, Al Kaida, Hezbollah – alle werden in einen Topf geworfen als „blutrünstige Fanatiker, die unsere Freiheit zerstören und eine gewalttätige, mittelalterliche Tyrannei errichten wollen.

truthinadvertising-Die „mittelalterliche Tyrannei“ gibt es ja bereits. Sie heißt Saudi Arabien und ihr Geheimdienst arbeitet wunderbar seit Jahrzehnten mit dem israelischen, den amerikanischen, den pakistanischen Kollegen, etc. zusammen, wenn es darum geht, junge Muslime zu indoktrinieren und sie dann zu „blutrünstigen Fanatikern“ auszubilden. (Siehe dazu Seymour Hersh: THE REDIRECTION – auch auf diesem Blog).

Dazu noch einmal Avi Shlaim (Israel als „einzige Demokratie“ schaut mit Verachtung auf die arabischen Despoten herab) zur politischen Realität:

Israel likes to portray itself as an island of democracy in a sea of authoritarianism. Yet Israel has never in its entire history done anything to promote democracy on the Arab side and has done a great deal to undermine it. Israel has a long history of secret collaboration with reactionary Arab regimes to suppress Palestinian nationalism. Despite all the handicaps, the Palestinian people succeeded in building the only genuine democracy in the Arab world with the possible exception of Lebanon. In January 2006, free and fair elections for the Legislative Council of the Palestinian Authority brought to power a Hamas-led government. Israel, however, refused to recognise the democratically elected government, claiming that Hamas is purely and simply a terrorist organisation

Wiliam Blum:  America's Deadliest Export

Wiliam Blum: America’s Deadliest Export

Herr Netanyahu und seine Freunde im Westen haben ja gar nichts gegen Mörder und Terrorbanden, sie müssen nur die „Richtigen“ umbringen. Sie sind ja bloß ein Werkzeug der Außen- und Geopolitik, mit dem man z.B. die Strategie des Yinon-Plans umsetzen könnte (also eine Art muslimischer „Gladio“ 2.0) um Israel als dominante Regionalmacht zu etablieren (wofür hunderttausende Muslime sterben oder aus ihrer Heimat fliehen müssen). Dass man diese alte „divide et impera“ Regel zur „divide and ruin“ Doktrin erweitert hat, macht nichts, denn schließlich ist es mit diesen „Werkzeugen“ gelungen, Kriege und ethnische Säuberungen durchzuführen, ohne sich dabei die Hände selber blutig machen zu müssen.

Die geniale Strategie (der „fitna“) lässt die „auserwählten“ Zionisten das Schauspiel genießen, wie sich die Araber gegenseitig umbringen, ihre Staaten zerfallen, um die machtpolitischen Ziele Israels (und anderer Staaten) in die Tat umzusetzen.

Zurück nach Paris …

DAS  WUNDER  DER POST-TRAUMATISCHEN  FAHNDUNG

Charlie Hebdo suspects„France 24“ kann dem erstaunten Zuschauer schon (wenige Stunden nach der Tat) am Abend des 7. Januars 2015 berichten, dass die Tatverdächtigen „zwei Brüder im Alter von 34 und 32 Jahren sind“ und der dritte gesuchte Mann ein 18jähriger Teenager ist. Das kann nur bedeuten: die Sicherheitsbehörden kennen bereits die Identität der mutmaßlichen Mörder, geben aber die Namen noch nicht preis. Wie war es möglich, sie so schnell zu eruieren?

Ein übelriechender Hauch von „911“ (nicht „4711“) liegt in der Luft: die Tatsache, dass diese furchtbare Tat durchgeführt werden konnte, lässt den logischen Schluss zu, dass die Behörden die Täter nicht als „Terrorverdächtige“ im Visier hatten, denn sonst wären sie ja angesichts des totalitären Überwachungssystems (enthüllt von Snowden) unserer Zeit wohl kaum dazu in der Lage gewesen.

Doch siehe da, wie bei „911“ wird die gigantische „Inkompetenz“ der Behörden (das Versagen, den Anschlag durch geheimdienstliche Informationsnetze und Aufklärungsarbeit zu verhindern) durch atemberaubende Schnelligkeit nach dem Attentat kompensiert:

Bereits am nächsten Tag werden in aller Frühe (in den USA noch vor Mitternacht am 7. Jänner) die Namen der Tatverdächtigen veröffentlicht: Zwei französische Staatsbürger algerischer Herkunft, Said (der ältere Bruder) und Cherif Kouachi (der jüngere) sowie der 18-jährige Hamid Mourad, dessen Nationalität „unbekannt“ sei.

Diese Informationen wurden der Presseagentur AP von der Polizei zugespielt, allerdings anonym, weil die Weitergabe dieser Informationen offiziell nicht autorisiert gewesen sei. Handelt es sich hier um ein absichtliches „leak“ an die Presse? Davon darf man ausgehen.

Erstaunlich ist, dass diese Männer einen solchen Anschlag planen und durchführen konnten, obwohl sie – wie jetzt klar wird – in den einschlägigen Kreisen der Sicherheitsbehörden („Terrorbekämpfung“) sehr wohl bestens bekannt waren, denn laut Presseberichten saß Cherif bereits im Gefängnis nachdem er im wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden war.

Moment mal – wenn die Behörden über die Aufenthaltsorte der beiden Brüder Bescheid wussten, ihre „Radikalisierung“ bekannt war, ebenso ihr kämpferisches „Engagement“ im Nahen Osten, wieso konnte dann der Anschlag nicht verhindert werden? Oder wollte man das gar nicht?

Beide Brüder waren nach Presseberichten den französischen Geheimdiensten bestens bekannt. Cherif Kouachi wurde 2008 zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er sich an einem Netzwerk beteiligt haben soll, dass freiwillige Kämpfer in den Irak schickte (was automatisch mit Unterstützung für „Al Kaida“ gleichgesetzt wurde). Er wurde aber nach 18 Monaten wieder aus der Haft entlassen (lt. Reuters und deren „Quellen“ ohne Namen).

Während dieser Export von „radikalisierten Muslimen“ in Kampfzonen des Nahen Ostens bei uns automatisch als Indiz für religiösen Fanatismus gedeutet wird, sagte Cherif während seines Prozesses aus, die Bilder der Gräueltaten in Abu Ghraib (Folterungen und Demütigungen begangen von amerikanischen Soldaten) hätten ihn dazu gebracht, den bewaffnete Wiederstand gegen die amerikanischen Eroberer unterstützen zu wollen. AP wurde schon einen Tag nach dem Anschlag (von amerikanischen Behörden) mit der Information „gefüttert“, dass beide Brüder seit Jahren auf amerikanischen „Terrorlisten“ (TIDE) und der „No-Fly-List“ zu finden waren.

PSYOP, LIHOP oder MIHOP?

Diese Umstände legen den Verdacht nahe, dass dieser Terror-Anschlag gar nicht verhindert werden sollte (wie bei 911), weil man daraus politisches Kapital schlagen will.

Das Massaker selbst wurde allem Anschein nach von Profi-Killern durchgeführt („special forces“) und einfach den beiden Brüdern als „patsies“ in die Schuhe geschoben (erinnern wir uns noch an die „Boston Terror Show? Die Parallelen sind nicht zu übersehen). Nach ihrer Ermordung (ja, das war ein staatlich angeordneter Mord, weil die Getöteten ja keine Chance zur Verteidigung, im rechtlichen Sinn, hatten) konnten sie ja nichts mehr sagen und so wird die offizielle Darstellung einfach als „wahr“ akzeptiert.

Dass der ganze „Krieg gegen den Terror“ eine riesige Fata Morgana ist, die mit „911“ gezündet wurde, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Wurzeln dieser Strategien gehen aber viel weiter zurück:

Nato-are-nazisVon „Gladio“ bis Al Kaida & Isis, von „Nachtigall“ über Todesschwadronen in Lateinamerika bis zu den Neo-Nazis in der Ukraine und den baltischen Staaten, NATO und die „westlichen Werte“ die dahinter stehen, haben eine lange Geschichte der Kultivierung radikaler Elemente, die man als nützliche Idioten oder nützliche Tyrannen für politische Verbrechen im Inneren oder im Ausland einsetzen kann. Sollten sich diese verselbständigen, kann man ja immer noch einen Kriegsvorwand daraus konstruieren, und der Kriegswirtschaft schöne Profite bescheren.

Mehr zu „Gladio“, der „Strategie der Spannung“ und den Parallelen zur Gegenwart im nächsten Teil ..

 

Wenn Sie eine Gruppe infiltrieren, die dann Terroranschläge verübt aber nicht merkt, dass sie nur benutzt wird, das ist eine der raffiniertesten strategischen Operationen, die man sich vorstellen kann.“.

Daniele Ganser)

 

 

 

 

 

 

 

 

IS: Kommt der Kalif aus Tel Aviv?

Sleeping_with_the_Devil BaerMeine (und die von vielen anderen Skeptikern geteilte) Vermutung, dass die “Enthauptungs-Videos” (der Amerikaner und Europäer) gefälscht sind, hat sich jetzt bestätigt.

Was mir von Anfang an auffiel, war, dass keine der Geiseln auch nur das geringste Anzeichen von Angst zeigt. Im Angesicht eines grausamen, gewaltsamen Todes ist das extrem unrealistisch und unglaubwürdig. Dann das kleine Messer, garantiert nicht geeignet für eine „Enthauptung“ (man denke z.B. an die Guillotine oder ein Schwert zum Vergleich). Drittens die Inszenierung selbst: zu theatralisch, zu propagandistisch mit Anzeichen für eine Studioaufnahme samt Post-Production. Und letztlich die Tatsache, dass selbst bei enormer Vergrößerung, Aufhellung und scharfem Kontrast absolut kein Blut zu sehen ist.

Der erste große Horror war die angebliche Enthauptung des amerikanischen Reporters James Foley. Dieses Video war natürlich in erster Linie auf das amerikanische „Zielpublikum“ gerichtet, inklusive Präsident Obama. Damit der emotionale Impact noch gesteigert wird, führte der US-Fernsehsender CNN auch ein Interview mit den Angehörigen: Darin sieht man seine Schwester, Katie Folie und seinen Bruder. Beide wirken nicht sehr betroffen. „Katie“ muss sich ein Grinsen verkneifen und der Bruder sieht ziemlich nervös aus. Man kommt nicht umhin zu denken: Trauernde Geschwister sehen anders aus.

SANDY HOOK MEETS ISIS

Alex Israel  Sandy Hook classmateAufmerksame Zuschauer in den USA haben jetzt festgestellt, dass die angebliche Schwester von James Foley ihnen irgendwie bekannt vorkommt. Sie trat unter dem Namen „Alex Israel“ als „ehemalige Mitschülerin“ eines Amokläufers im amerikanischen Fernsehen auf, der in der Stadt Newton (Conneticut) im Dezember 2012 ein Massaker in der Grundschule angerichtet haben soll. Was an diesem Tag wirklich geschah, ist sehr umstritten und es gibt massive Zweifel daran, dass die offizielle Darstellung der Wahrheit entspricht.

Ich habe mir die Videos mehrfach angesehen und eine große Ähnlichkeit der beiden Frauen ist unverkennbar. Aber ist es wirklich dieselbe Person? Augenbrauen, Nase, Kinnpartie scheinen übereinzustimmen. Auch die Stimme klingt gleich (etwas knarrig, wenn sie lauter spricht). Miss „Israel“ sieht allerdings älter aus, finde ich.

Was mich aber endgültig überzeugt hat, war dieser Screenshot am Ende des „Aufdecker“-Videos (Dank an William Engdahl für den Hinweis).

Alex israel is fake Foley sisterDas Lächeln jedes Menschen ist einzigartig. Die Form des Mundes, Fältchen, die dabei entstehen, „Grübchen“, die gesamte Mimik, usw. sind bei jeder Person anders. In diesem Fall ist klar zu erkennen, dass es sich um dieselbe Frau handelt.

Damit lässt sich beweisen, was viele schon lange vermutet haben: wir werden im Rahmen der „Außenpolitik“ gewaltig hinters Licht geführt. Die „strategische Kommunikation“(Lügen ohne Ende) mit der man die Bevölkerung systematisch verarscht, beinhaltet auch solche Videos. Man spielt mit dem Entsetzen und Mitgefühl der Zuschauer wie auf einem Klavier, um die gewünschte Stimmung zu erzeugen. Auf dieser Basis wird dann „Zustimmung“ für kriminelle Operationen generiert, die man in den Zirkeln der Macht schon längst beschlossen hatte. Das wird uns dann als „Demokratie“ verkauft ….

Unsere Papageien-Journalisten interessiert das alles nicht, sie übernehmen einfach den Propaganda-Jargon und sprechen von einer neuerlichen „Enthauptung“, die Angst und Schrecken verbreiten soll, damit unsere kriminellen (und Amerika in den Arsch kriechenden) Politiker weiterhin an der „security“-Schraube drehen können: noch mehr Überwachung, noch mehr Militärausgaben, noch mehr „Interventionen“ überall dort, wo solche „Extremisten“ auftauchen. Und – aktuell- sollte der zögerliche Obama endlich dazu gebracht werden, Syrien zu bombardieren, was ja auch gelungen ist. NATO in Europa ist natürlich auch mit „lethal aid“ dabei.

Eigentlich wäre es die Pflicht des Journalisten zunächst einmal die Quelle der Information zu prüfen: Woher kommen diese Videos? Wer verteilt sie?

TERROR-NEWSFEED: INFORMATION OR INDOCTRINATION?

Wir sollen natürlich glauben, das seien die „Terroristen“ selbst, aber das ist hier eben nicht der Fall. Die Quelle für diese Videos ist eine (ursprüngliche Non-Profit) Organisation mit dem Namen SITE (Suche nach Internationalen Terroreinheiten). Man muss sich fragen: Was bringt eine private Unternehmung dazu, nach Material über Terroristen zu suchen bzw. deren Auftreten im Internet zu analysieren? Ist das nicht die Aufgabe staatlicher Sicherheitsbehörden?

Die „Dienstleistung“ die hier angeboten wird, besteht nach eigenen Angaben aus „der Beschaffung von Informationen im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken für Regierungen, Nachrichten-Medien und die allgemeine Öffentlichkeit.“

SITE hat Videos und Statements aus angeblichen Chat-foren von Extremisten veröffentlicht, deren Authentizität aber angezweifelt werden muss. So wurde z.B. im September 2007 von SITE ein „Bin Laden Video“ angekündigt, dass sich später als Fälschung herausstellte. (SITE scheint überhaupt einen extrem guten Draht zur PR von „Al Kaida“ zu haben …) An wen wurde das Video als erstes verteilt? An die US-Regierung und an AP, eine der größten Presseagenturen der Welt und zwar bevor es offiziell von „Al Kaida“ veröffentlicht wurde.

Wozu braucht man in einem Land, das unglaubliche Summen für Überwachungssysteme ausgibt und angeblich rund um die Uhr „Terrorbekämpfung“ praktiziert (über NSA, FBI, usw.) eine private Organisation, die hier mitmischt und Informationen an die Medien herausgibt?

Die Antwort kann eigentlich nur lauten: (black) Propaganda im Sinne derjenigen, die das große „Re-Modelling“ des Nahen Ostens im Sinne haben. Da fallen einem an erster Stelle Israel und seine zionistischen Unterstützer, die „neocons“ in den USA ein.

So hat SITE mehreren islamischen Wohlfahrtsorganisationen unterstellt, sie seien nur Fassaden für versteckte Terrorförderung, obwohl das FBI niemals Beweise für diese Anschuldigungen fand und auch keine Anklage erhoben wurde. Hier soll offensichtlich Angst und Unsicherheit generiert werden und die Islamophobie nach 9/11 neue Nahrung erhalten.

Dass auch berüchtigte Firmen wie Blackwater (später : Xe, dann „Academi“) SITE mit Lob überschütten und als „unschätzbare Quelle“ bezeichnen, lässt die Alarmglocken nur noch lauter läuten.

Das Foley-Video ist also eine Fälschung, deshalb ist davon auszugehen, dass auch die „Enthauptung“ von Steven Sotloff (der auch einen israelischen Pass hat) sowie die nachfolgenden eine Inszenierung ist.

Die Leiterin von SITE, Rita Katz (diente in der israelischen Armee, mehr über sie weiter unten) wurde im amerikanischen Fernsehen (CNN) dazu befragt, wie es ihrer Organisation gelang, dieses Video – vor allen anderen – zu „finden“.

Rita Katz on CNNWas sie darauf antwortet, ist äußerst bemerkenswert:

Wir haben die Bedrohung durch den Jihad seit mehr als einem Jahrzehnt beobachtet (online) … ihre Aktivitäten überwacht … ihre Methoden studiert .. wir können vorhersagen, wo sie diese Videos ins Internet stellen; wir haben das Video an einem Ort gefunden, wo ISIS normalerweise ihre Videos ins Netz stellen; dieses Video zeigt eine klare Botschaft von ISIS …die gleiche wie vorher … Die ISIS Meldungen in den social media deuteten darauf hin, dass sie in Kürze ein Video veröffentlichen würden, doch wir hatten das Video schon vorher und konnten ihnen bei der Veröffentlichung zuvorkommen“

Journalistin: Sind Sie sicher, dass das Video wirklich echt ist? (was gezeigt wird, die Realität ist)

Katz: Das Video zeigt die Enthauptung von Sotloff.

Mir war schon vorher klar, dass der moderne Mainstream-Journalist eine eingeschränkte Denkfähigkeit haben muss, um Karriere zu machen, aber dass es so schlimm ist, wusste ich nicht.

Frau Katz argumentiert mit zwei sich ausschließenden Prämissen: Sie hat das Video „gefunden“

  1. weil ihre Organisation weiß, wo ISIS-Videos ins Netz gestellt werden und diese Seiten kontinuierlich von SITE überwacht werden
  2. sie wusste, dass die Veröffentlichung eines ISIS-Videos unmittelbar bevorstand (wegen Ankündigungen auf Twitter, etc.) doch sie HATTE DAS VIDEO SCHON VORHER und konnten deshalb als Erste damit an die Öffentlichkeit gehen (?)

WTF is going on here?

Drei Fragen drängen sich auf: Wie konnte SITE das angebliche ISIS-Video publizieren, bevor diese es selbst getan hatten? Woher hatten sie es? Wie ist es möglich, dass diese ominöse (kleine) Firma die Medien mit Informationen über islamistische Terrorgruppen füttert, ohne dass irgendjemand deren Echtheit überprüft?

Bob Baer on CNNEinen ersten Hinweis auf die Antworten darauf, gibt der Gesichtsausdruck von Robert Baer, (ehemaliger CIA-case officer mit Spezialgebiet Nahost), der auch in dem Video von CNN zu sehen ist.

Um auf die o.a. Fragen Antworten zu finden, müssen wir uns Frau Katz und ihre Vita etwas näher anschauen:

Frau Katz wurde 1963 angeblich im Irak, in der Stadt Basra als Tochter eines sehr wohlhabenden jüdischen Geschäftsmannes (Fuad Gabbay) geboren. 1968 (im Gefolge des 7-Tage Krieges) wurde ihr Vater als israelischer Spion verhaftet und öffentlich gehenkt, nachdem er vor laufender Kamera „gestanden“ hatte. Die Familie wurde unter Hausarrest gestellt, das Vermögen beschlagnahmt. Schließlich gelang es aber 1971 zu fliehen: zunächst in den Iran und dann nach Israel.

Nach ihrem Schulabschluss studierte Katz angeblich Geschichte und Politikwissenschaft in Tel Aviv, wo sie auch ihren späteren Mann traf. Ihre Mutter verdiente den Lebensunterhalt in der Textilbranche: sie soll Bekleidung für orthodoxe Juden produziert haben. Man fragt sich allerdings, wozu Rita studiert hat, denn sie hat nach anscheinend nie eine Stellung gehabt, die ihrer Ausbildung entsprochen hätte: nach der Graduierung hat sie ihrer Mutter im Geschäft geholfen.

1997 wurde ihrem Ehemann (einem Arzt) eine Forschungsstelle am NIH in Washington angeboten, worauf das Paar nach Amerika ging. Frau Katz fand eine Stelle in einem Unternehmen, das von Steve Emerson geleitet wurde. Dieses „Investigative Project“ spezialisierte sich darauf, arabisch-muslimische Organisationen in den USA im Hinblick auf mögliche Kontakte zu „Terrorgruppen“ unter die Lupe zu nehmen und da kam Katz mit ihren guten Arabischkenntnissen gerade recht.

Nicht nur als Übersetzerin, sondern auch als „undercover“ Agent: sie mischte sich bei Veranstaltungen arabisch-muslimischer Vereine unters Volk und da sie die Sprache wie ein Iraker sprechen konnte, fiel es ihr nicht schwer, als „Araberin“ durchzugehen.

Der Zweck dieser Tarnung war, „radikale Islamisten“ auszuforschen, die sich hinter wohltätigen Organisationen verstecken. Dass Katz und Emerson selbst als “radikale Zionisten” bezeichnet werden können, darf natürlich kein Thema sein.

In einem Interview bei MSNBC sagte Katz (2003):

Den islamistischen Fundamentalismus gibt es in den USA schon seit vielen Jahren. Von Hisbollah bis Al Kaida oder dem Palästinensischen Jihad- sie haben es geschafft, dieses Land in jeder unserer großen Städte zu infiltrieren“

Bereits hier wird klar, welche Ziele Katz & Co. wirklich verfolgen:

Den Widerstand der Palästinenser (gegen die brutale, israelische Besatzung und den andauernden Landdiebstahl) sowie Hisbollah, (die gegen die kriminelle Aggression Israels gegenüber dem Libanon kämpft) in eine Schale zu werfen mit „Al Kaida“.

  • Politischer Widerstand gegen Israel, der notgedrungen auch gewalttätig ist, soll also gleichgesetzt werden mit fanatischem, religiösem Sektierertum,
  • Nicht die Entrechtung und Qual der Palästinenser (seit Jahrzehnten) sollen als Ursache der Gewalt angesehen werden, sondern verrückte Pläne zur Schaffung eines Kalifats, in dem im Namen des Islam alle terrorisiert werden
  • Mitgefühl undVerständnis dafür im Westen und der Widerstand selbst sollen kriminalisiert und pathologisiert werden.

Katz und Emerson leisteten in den 1990er Jahren (wie wir noch sehen werden) entscheidende Vorarbeit für das „Mega-Märchen „9/11“: sie bereiteten den geistigen Nährboden (das emotionale „framing“) dafür, dass die Ereignisse vom 11. September „richtig“ interpretiert wurden: überall lauern fanatische (vor allem arabische) Extremisten, die im Namen Allahs unsere Sicherheit bedrohen, Massenmord begehen und unsere „freie“ Gesellschaft vernichten wollen.

ZIONIST  JIHAD  IN  AMERICA

JihadInAmericaSteve Emerson erregte Aufsehen, als er 1994 den Film „Jihad in America“ ins amerikanische Fernsehen brachte. Diese „Dokumentation“ sollte Ängste schüren u.a. Präsident Clinton dazu bringen, härtere Gesetze einzuführen, um der „Terrorgefahr“ durch fanatische Araber besser begegnen zu können. Der altgediente Reporter der “linken” amerikanischen Zeitung The Nation, Robert Friedman, warf Emerson vor Massenhysterie gegen amerikanische Araber erzeugen zu wollen.

Emerson und drei ehemalige Regierungsmitglieder der Likud-Partei (die Yitzak Rabin als „die Dreierbande“ bezeichnete) waren maßgeblich daran beteiligt, im amerikanischen Kongress Stimmung gegen die „Friedensverhandlungen“ mit Arafat zu machen und zu verhindern, dass eine Einigung mit Syrien zustande kam (über die von Israel besetzten Golanhöhen).

Emersons Rolle als “Aufdecker” verdeckter Terrorgruppen ist nicht glaubwürdig, vielmehr ist nicht zu übersehen, dass sein größtes Engagement darin besteht, ständig Araber bzw. Muslime anzugreifen und Ängste vor ihnen zu schüren. Seine Behauptungen werden nicht überprüft, da er als “Terrorismusexperte” auftritt und von einflussreichen, jüdisch-zionistischen Organisationen unterstützt wird. Gleichgesinnte in Think-Tanks schreiben Lobgesänge über seine Artikel und Bücher, wodurch er „Ansehen“ erhält und immer öfter in den Medien auftritt. Doch bei näherer Betrachtung hat er jede Menge Falschheiten in die Welt gesetzt:

(Ich habe schon immer gefragt, wie man eigentlich „Terrorexperte“ wird, aber anscheinend kann im Prinzip jeder den Job machen, wenn er die richtigen Beziehungen hat …)

Sein Buch “Terrorist” (1991) wurde vom Feuilleton der NYT so bewertet: „ es ist durchdrungen von faktischen Irrtümern … und einer allgegenwärtigen anti-arabischen und anti-palästinensischen Gesinnung“

Die Organisation FAIR (die die Rolle der US-Medien kritisch durchleuchtet) hat 1999 einen sehr aufschlussreichen Artikel über Emerson und sein „investigatives“ Projekt (bei dem Katz ja anfing) veröffentlicht und dabei zu Recht von einem „Kreuzzug“ gesprochen. Emersons Erfolge als Analyst und Terroraufdecker sind mehr als fragwürdig. Hier eine Auswahl seiner falschen Prognosen / Diagnosen:

Er behauptete felsenfest, dass das Bombenattentat in Oklahoma City 1995 von Islamisten geplant war (verurteilt dafür wurde Timothy McVeigh, ein Amerikaner, der absolut nichts mit dem Islam zu tun hatte).

Verräterisch ist allerdings seine Begründung dafür, woran er denn erkennen konnte, dass es sich um „arabischen Terror“ handeln würde. Seine Antwort: Das Attentat zeige „ein charakteristisches Merkmal des Nahen Ostens: die Absicht, so viele Tote wie möglich zu verursachen“. Als sich herausstelle, dass er völlig falsch lag, wurde sein Vertrag als „Terror-Experte“ bei CBS nicht verlängert und auch die Washington Post mied ihn als Quelle (davor hatte man ihn aber regelmäßig genutzt).

Doch Emersons dubiose “Terror-Expertise” (als praktizierender Journalist) war dank seiner exzellenten Verbindungen nicht totzukriegen: 1997 engagierte ihn die Presseagentur AP als „Berater“ für eine Serie über Muslime in Amerika. Emerson legte den Reportern angebliche FBI-Dokumente vor, die beweisen sollten, dass harmlos klingende Vereine amerikanischer Muslime Sympathien für „Terroristen“ hätten. Doch einer der Journalisten entdeckte, dass es einen Artikel von Emerson gab, der fast wortgleich mit dem „FBI-Bericht“ war. Dieser (Richard Cole) sagte später: „Das FBI-Dossier stammte von ihm selbst.“

Ein anderer AP-Reporter kommentierte Emersons Kompetenz als Terror-Aufdecker mit den Worten: „Er konnte seine Behauptungen nie durch Fakten untermauern“.

Wie reagierte Emerson auf diese unangenehme Wahrheit? Er veröffentlichte eine seitenlange Hetzschrift gegen AP. Der Chefredakteur von AP wollte dazu auf Anfrage von FAIR nicht Stellung nehmen.

ANGRIFF  AUF  TAMPA

AmericanJihadIn seinem Propaganda-Film und Buch „Jihad in America“ wurden Islamgelehrte an der Universität Tampa (Florida) angegriffen. Das ging so weit, dass Emerson (und eine Zeitung) behaupteten, Mitglieder der Fakultät seien gleichzeitig Kommandeure des Islamischen Jihad. (eine bewaffnete, palästinensische Widerstandgruppe, die er vor dem US-Kongress als „einer der tödlichsten Terrorgruppen der Welt“ bezeichnete). Damit nicht genug, wollte Emerson auch noch den Eindruck erwecken, die Islamgelehrten in Tampa seien am Bombenanschlag auf das World Trade Center (1993) beteiligt gewesen (klingelt da was?).

Auf die Frage von Reportern, welche Beweise er dafür habe, reagierte er ausweichend. Es gäbe verdächtige Überweisungen, Reisen zwischen Tampa und New York, etc.

Doch weder das FBI noch das Justizministerium in den USA haben (Jahre später) jemals Anklage gegen einen der „Verdächtigen“ erhoben. Dass diese Leute (in Tampa) ihre Empathie für den Freiheitskampf der Palästinenser geäußert haben, ist wohl der eigentliche Grund für diese „character assassination“ und mediale Hetze. (Und – wie schon erwähnt – die Vorbereitung der gewünschten Stimmung für „9/11“)

Emersons Kreuzzug machte nicht einmal vor dem CFR halt: 1996 attackierte er deren Newsletter, weil darin auch Muslime zu Wort kommen durften. Daraufhin erhielt er von dessen Präsident den Titel “der große Inquisitor”. Journalisten, die die Behauptungen Emersons Lügen strafen, werden auch in diesem Sinne verfolgt: so erging es Martin Merzer vom Miami Herald, der im Kampfblatt „Journal für Counterterrorismus & Internationale Sicherheit“ von Emerson denunziert und lächerlich gemacht wurde.

Die Bombenanschläge auf die US-Konsulate in Kenia und Tansania boten Emerson aber wieder Gelegenheit, mit seinen anti-arabischen Tiraden die mediale Bühne zu betreten. Seine rassistische, volksverhetzende Aussage, der Islam „ billige Genozid, plane Genozid als Teil seiner religiösen Doktrin“ (in einem Artikel in einer jüdischen Zeitung 1995) war anscheinend ebenso wenig ein Hinderungsgrund wie seine Warnung, die radikalen Muslime in Amerika planten „Massenmord aller Juden, Christen und gemäßigten Muslime“ (Diese emotionale „Einstimmung“ für 9/11 und „Prophezeiung“ von ISIS ist frappierend: Ist der Kalif ein Produkt aus Tel Aviv?)

Die Zeitung Jerusalem Post schrieb am 17.Septetmber 1994, Emerson “hat enge Verbindungen zum Israelischen Geheimdienst. Wen kann das noch überraschen?

Insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um eine gewaltige Form der Projektion handelt: diese radikalen Zionisten und ihre Handlanger tun alles, um die arabischen Muslime in die Rolle der neuen „Juden“ zu drängen, wie sie im Dritten Reich dargestellt wurden: verschlagen, gefährlich, eine pauschale Bedrohung der Gesellschaft.

NO  TAXATION  FOR  AGITATION

Emerson praktiziert nicht nur (rassistische) Volksverhetzung zum Schaden aller Muslime in den USA, er verdient damit auch noch ordentlich: So deckte eine Tageszeitung aus Nashville auf, dass er die Steuerbefreiung für gemeinnützige Organisationen missbraucht:

Emerson ist ein führendes Mitglied einer Millionen-Dollar schweren Industrie von (selbst-ernannten) Terrorexperten, die Hass gegen Muslime in Büchern, Filmen und Websites verbreitet.“

Die Reporter fanden heraus, dass die Spenden, die IPTF erhielt praktisch zur Gänze an eine Tochterfirma gehen (SAE Productions). An dieses profitorientierte Unternehmen zahlte Emerson alleine im Jahr 2008 fast 3,5 Millionen Dollar, verbucht als einzig relevante „Ausgabe“. Diese Firma buchte dann ihre Ausgaben im Namen der steuerbefreiten IPTF. Was heißt das? Die Leute können ihre Spenden absetzen und unterstützen in Wahrheit eine undurchsichtige Firma, die steuerpflichtig ist.

Emerson

Steve Emerson

Auf diese Weise konnte IPTF (die tendenziöse Terror-Forschung betreibt) die rigorosen Offenlegungsvorschriften der US-Steuerbehörde (IRS) für wohltätige Organisationen umgehen. Klartext: niemand weiß, was er mit dem Geld wirklich macht. Als die IRS im Jahr 2007 nachhakte, antwortete Emerson, wegen Sicherheitsbedenken sei dieses Arrangement notwendig. Er habe selbst schon Todesdrohungen erhalten und das existierende System würde auch seine Mitarbeiter schützen. Das kennen wir ja von den staatlichen Terror-Fahndern: Geheimhaltung ist nötig, weil es um „nationale Sicherheit“ geht, damit kann man alles vertuschen.

Einer der größten Spender von IPTF, Kenneth Bialkin, äußerte sich so über Emerson:

Keiner, der dem jüdischen Volk durch seine Arbeit helfen will, steht höher in der Ruhmeshalle als Steve Emerson. Wir alle, die Hardliner, glauben, dieser Typ ist mit Gold nicht aufzuwiegen

LETTING  THE CAT (NOT) OUT  OF  THE BAG

Ali Baba cartoonRita Katz führt das Werk von Emerson weiter und spezialisiert sich auf die Online-Überwachung jener Webseiten, die dem „radikalen Islam“ zugerechnet werden. Auch bei ihr ist offensichtlich, dass als erstes Ziel der palästinensische Widerstand kriminalisiert werden sollte.

In den Köpfen des Publikums sollen Al Kaida, Al Nusra oder wie die synthethischen Terror-Werkzeuge des Imperialismus gerade heißen, mit Hamas und Hisbollah gleichgesetzt werden. Damit wir sie hassen und fürchten (lernen).

Das erste Opfer von Katz war HLF, eine Hilfsorganisation für den Nahen Osten. „Rita“ besuchte ihre Spenden-Veranstaltungen verkleidet als Muslima und forschte in dieser Tarnung nach Terrorverbindungen. Im Herbst 2001 veranlasste Präsident Bush das „Einfrieren“ der Konten von HLF mit der Begründung, dass damit „Morde im Ausland“ (im Auftrag von Hamas) finanziert würden. Dann wurden die Leiter der Organisation angeklagt, doch wie die New York Times sarkastisch anmerkte, „sie unterstützten den Terror durch Überweisung von 12 Millionen Dollar an Komitees, die Krankenhäuser bauten und die Armen mit Essen versorgten“.

Als die Sache 2007 vor Gericht kam wurden die Angeklagten frei gesprochen.

Auch Katz schrieb Artikel im Kampfblatt von Steve Emerson (JCSI) gemeinsam mit einem jungen Praktikanten bei IP, Evan Kohlmann. Diesmal wurde Hisbollah dämonisiert: es sei ein Irrglaube, dass Hisbollah eine Widerstandsgruppe ist, die die israelische Besatzung des Süd-Libanons stoppen will. Es handle sich um eine Terrorgruppe, die nicht nur Israel bedrohe, sondern den Westen generell und zu diesem Zweck sogar eine „Terror-Universität“ gegründet habe (finanziert vom Iran).

2002 gründete Rita Katz dann SITE und trennte sich von Emerson.2008 wurde das Unternehmen unter dem Namen SITE Intelligence Group neu aufgelegt.

Katz arbeitet auch als „Berater“ des FBI und dank ihrer Tätigkeit kam im März 2002 zu einer Serie von brutalen Hausdurchsuchungen in Nord-Virginia. Wieder standen islamische Gelehrte unter Verdacht. Die Familie der Betroffenen klagte gegen diese Vorgangsweise mit der Begründung, die Grundlage für den Durchsuchungsbeschluss sei frei erfunden. Doch so kurz nach 9/11 konnte Katz sicher sein, dass jeder „Terrorverdacht“ schwerer wog als irgendwelche Grundrechte.

Die jüdische Online-Zeitung Forward zitierte zwei anonyme Quellen dazu: „ Katz hat ihre Rolle in der Untersuchung künstlich hochgespielt, unhaltbare Schlüsse gezogen und das Vertrauen des FBI und des Justizmiesnisteriums verloren.“ 32

Auch das Verfahren gegen Sami Omar al-Hussain (2003/2004) machte Schlagzeilen. Ein Informatik-Student aus Saudi Arabien, der sich auf die Doktorarbeit vorbereitete, wurde beschuldigt, „materielle Hilfe“ an eine Terrorgruppe geleistet zu haben. Wodurch? Er hatte eine Website für eine muslimische Organisation aufgebaut und ehrenamtlich betreut (IANA). Die Gruppe wurde schon vorher vom FBI überprüft, aber es wurde nie Anklage erhoben.

Al Hussain musste 18 Monate in U-Haft sitzen, bis es zum Prozess kam. Das Urteil? Freispruch in allen Punkten.

Die Regierung (er) fand dann noch eine Übertretung der Visa-Bestimmungen (er hatte in fünf Jahren 300 Dollar als Webmaster erhalten, dieses „Einkommen“ war ihm aber nicht gestattet, weil er keine Arbeitserlaubnis hatte) um in abzuschieben.

Es gibt noch mehr Beispiele, aber ich denke, die Sache ist klar: diese „Terror-Experten“ arbeiten ganz offensichtlich im Interesse Israels und schüren Hysterie, Misstrauen und Hass gegen Muslime / Araber.

Weil die Papageien-Presse in den USA die Behauptungen dieser Leute ungeprüft übernehmen (wobei die Eitelkeit der Presse, die „ersten“ sein zu wollen („breaking news“), ausgenutzt wird) kommt es zu einem Echo-Effekt. Die Presse zitiert sich gegenseitig und schon ist der „Experte“ salonfähig. Die beiden großen Zeitungen NYT und Washington Post greifen regelmäßig auf Katz & Co. zurück.

Michael Scheuer, der früher bei der CIA in der „Bin Laden“ Einheit tätig war, sagte dazu „ SITE tendiert dazu, die Terrorgefahr hochzuspielen …“. (You bet).

9/11 – GOOD FOR THE SNOOPING BUSINESS

The-Power-of-NightmaresSITE (und Katz) konnte natürlich nichts Besseres passieren als „9/11“: wer daran zweifelt, dass eine private – extrem voreingenommene – Organisation geeignet ist, online-Botschaften von mutmaßlichen Terroristen zu übersetzen und zu analysieren (in Windeseile), bekommt natürlich zu hören, dass der millionenschwere, staatliche Sicherheits- u. Überwachungsapparat im Falle des 11. September ja gründlich versagt hat. (Katz bekommt seither auch Aufträge vom FBI und damit Einblicke in die Terrorfahndung – da freuen sich Leute in Tel Aviv …)

Ein Reporter des New Yorker besuchte im Mai 2006 das Büro von SITE um Katz zu interviewen. Das war ihm nur gestattet, wenn er die Stadt, wo sich SITE befindet, nicht namentlich erwähnt (!). Als er dort ankam, sah er ein Schild einer imaginären Firma und eine Überwachungskamera vor dem Eingang.

Im Büro selbst sah es aus „in den Räumen einer Studentenzeitungsredaktion“: drei Zimmer, zwei Übersetzer und milchgesichtige Praktikanten, die „Research“ betreiben. Die Atmosphäre sei durch „enorme Isolation“ geprägt gewesen, jeder war total vertieft in sein eigenes Projekt.

SITE bietet einen Service für Abonnenten: für 2.500 Dollar pro Jahr erhalten die Kunden blitzschnell aktuelle Informationen über die „Terrorgefahr“. Die Übersetzung arabischer Texte muss also in Windeseile gemacht werden und SITE liefert dazu auch noch eine „Analyse“ – auf Basis welcher Kompetenz?

Professionelle Analysten zweifeln auch die Qualität der SITE Übersetzungen an, u.a. deshalb, weil „ein arabisches Wort vier oder fünf Bedeutungen haben kann (es kommt eben auf den Kontext an) und SITE immer die aggressivste Version auswählt“. So ex CIA-Analyst Michael Scheuer.

Katz machte auch Schlagzeilen, als sie bzw. SITE behauptete, eine industrielle Hühnerfarm in Virginia diene als Geldwäscheanlage für Terrorfinanzierung.Auch in diesem Fall wurden die Betreiber nie vor Gericht gestellt, verklagten aber ihrerseits SITE (und den Sender CBS) wegen Verleumdung und Geschäftsschädigung. Das Verfahren zog sich hin und endete schließlich damit, dass der Klage nicht stattgegeben wurde. Begründung? Diese Behauptungen fallen unter das „first amendment“ der US-Verfassung, also unter die „Redefreiheit“.

Ihr nächster vermeintliche „Coup“ war die Warnung, radikale Islamisten planten Anfang 2006 einen Anschlag auf die Alaska-Pipeline. Die Panik, die daraufhin bei den Mitarbeitern der Wartungsfirma ausbrach, war groß aber völlig unbegründet, wie der Manager kurz darauf in einem Interview bekanntgab. Weder das FBI, noch irgendeine andere Sicherheitsbehörde sahen Grund für Alarm, nur Katz trug dick auf, um ihre Organisation wichtiger zu machen, als sie ist.

Doch die Meldung wurde von den US-Medien übernommen und somit erhielt die anti-arabische Stimmung und die „Terrorangst“ im Land wieder neue Nahrung. Das war ja auch das eigentliche Ziel der Übung.

Dass Katz, Emerson & Co. im Dienste Israels arbeiten bestätigt auch der ehemalige CIA Agent Vincent Cannistraro. Woher er das weiß? Weil „sie“ versucht hätten, ihn auch zu rekrutieren.

CUI BONO?

isis mercenaries

the power of illusions …

Fazit: Der ganze islamistische Terror-Scare ist eine gigantische psyop und Medieninszenierung, hinter der natürlich die Geheimdienste stecken (aus Washington, London, Paris, Ankara, Tel Aviv und Saudi Arabien. Der BND wird auch irgendwie mitmischen …)

Es liegt auf der Hand, dass neben den alten, imperialistischen Motiven (Kontrolle der Rohstoffe wie Öl und Gas] der größte Gewinner dieser Dämonisierung des Islams und des palästinensischen Widerstands der Staat Israel ist. Auch 9/11“ ist in diesem Licht zu betrachten …

(Dass die Saudis diese synthetischen Terroristen seit Jahrzehnten finanziert haben, ist eine Tatsache, ebenso die Unterstützung durch die Türkei unter Erdogan … )

 

 

      

Israel: Die „Villa im Dschungel“

Schädelbruch, spricht nicht mehr … 3 Jahre alte „Terroristin“ in Gaza ..

Der Massenmord und die Verstümmelung tausender Menschen in Gaza gehen mit extremer Brutalität ungehindert weiter, während unsere Politiker tatenlos zuschauen und außer „mahnende Worte“ zu äußern, nichts dagegen unternehmen. Nicht Israel (oder das Oligarchen-Nazi-Marionettenkabinett in der Ukraine, dass ähnliche Verbrechen begeht) wird mit Sanktionen belegt – nein, Russland wird dafür bestraft, dass es nicht nach Washingtons Pfeife tanzen will.

Wie kann es sein, dass ausgerechnet in dem Land, das von einem „Opfervolk“ bewohnt wird, dessen Identität maßgeblich von den Erinnerungen an den Holocaust geprägt ist, solche unmenschlichen Verbrechen als „notwendig“ und gerechtfertigt wahrgenommen werden?

WENN VÖLKERMORD ERLAUBT IST

Die “Times of Israel” veröffentlichte am 1. August einen Online-Kommentar von Yochanan Gordon, der zeigt, wie weit der zionistische Wahnsinn in Israel bereits getrieben wurde. Das „Crying & Shooting“ Syndrom sowie die ungeheuerliche Selbstgerechtigkeit des Zionismus habe ich ja schon öfter angesprochen, doch noch nie zeigte es sich auf so erschreckende Weise:

GenocideGordon reagiert auf die massive Kritik an Israels brutaler Gewaltorgie, indem er drei „Argumente“ vorbringt, die aus dem Dritten Reich stammen könnten:

Den Vorwurf der „Unverhältnis-mäßigkeit“* (wegen der extrem hohen zivilen Opfer durch absichtliche Angriffe auf Märkte, Moscheen, Wohnblöcke, etc. und anschließender Bombardierung der Notunterkünfte für diese Flüchtlinge) weist er zurück, weil

  1. Die Kritiker „den wahren Charakter des Gegners“ nicht erkannt haben
  2. deshalb gar „nicht befähigt sind, die Regeln des Krieges vorzuschreiben“
  3. die böse „Natur des Gegners“ (als arabisches Volk bzw. fanatische Muslime) Israel keine andere Wahl lässt, als totale Vernichtung, damit es endlich in „Ruhe“ leben kann

*(„Unverhältnismäßigkeit“ ist Beamtenjargon und ein verharmlosender Euphemismus für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit)

Dass die „Regeln des Krieges“ Teil des humanitären Völkerrechts und vielleicht das einzige sind, das einen Staat (bei der Ausübung von Gewalt) von einem Terroristen unterscheidet, wird einfach ignoriert.

Der Krieg an sich ist natürlich auch „Terror“, doch durch diese Regeln sollen wenigstens die Zahl ziviler Opfer so niedrig wie möglich gehalten und die Grundregeln der Menschlichkeit (Schutzräume und nicht-militärische Ziele nicht zu bombardieren) befolgt werden.

Dann macht er sich mit Sarkasmus darüber lustig, dass die Weltöffentlichkeit – schockiert über die Brutalität des Vorgehens gegenüber eingesperrten, entrechteten Menschen– „Zurückhaltung“ und „humanitäre Feuerpausen“ verlangt:

„[…] Üblicherweise wurden Kriege geführt, um zu gewinnen, also den Gegner zu schlagen. Heutzutage gewinnt man den Eindruck, ein Krieg soll bis zu einem „Unentschieden“ geführt werden. Ich meine, wer hat schon mal etwas von einer „Auszeit“ in einem Krieg gehört?

Die NBA-Regeln für ein Basketball-Spiel gestatten nach sechs Auszeiten für jedes Team, doch soweit ich weiß, geht es hier um einen Krieg!

Wir sind im Krieg gegen einen Feind, dessen Charta zur Auslöschung unseres Volkes aufruft. Nichts kann deshalb als „unverhältnismäßig“ angesehen werden, wenn wir um unser Recht auf Leben kämpfen.“

Israels Politiker hätten das begriffen, müssten sich aber vom Ausland immer wieder Beschränkungen auferlegen lassen. Doch es müsse eine Zeit kommen, wenn Israel „sich bedroht genug fühle, das es keine andere Wahl habe, sich darüber hinwegzusetzen, weil es hier um „Leben und Tod“ gehe.

victimhood TMMit anderen Worten der Zweck heiligt die Mittel und – wie immer – hat Israel „keine andere Wahl“ als mit unmenschlicher Brutalität vorzugehen gegen diese arabischen Monster, die es bedrohen. Diese hysterische Verzerrung der Realität (dass Israel der Aggressor ist, nicht die Palästinenser, die seit Jahrzehnten brutal unterdrückt werden) kombiniert mit dem Image des „ewigen Opfers“ einerseits und dem „Auserwähltsein“ („God’s chosen people“) andererseits, führt dazu, dass überhaupt kein Unrechtsbewusstsein mehr entstehen kann.

Dr. Joel Kovel, der ein wunderbares Buch über den Zionismus geschrieben hat, betont immer wieder, dass das Konzept des „jüdischen Staates“ unvereinbar sei mit demokratischen Grundsätzen und universellen Rechten, weil damit automatisch eine systematische Diskriminierung der arabischen Israelis verbunden ist. Der legitime Widerstand der unterdrückten Palästinenser gegen die brutale Besatzung (verkörpert durch den bewaffneten Arm der Hamas und andere Gruppen) erinnert an das verdrängte Unrecht, das durch die Gründung des israelischen Staates (und der sofort beginnenden Vertreibung und Expansion) den „Arabern“ angetan wurde.

Der Judaismus lehrt aber, so Kovel, dass mit dem „Auserwähltsein“ auch hohe moralische Ansprüche verbunden sind.

Diese besondere Verpflichtung, moralisch zu handeln, (die sich aus dem Abkommen mit Gott ergeben) sei aber durch die Gründung Israels als koloniales Siedler-Eroberungsunternehmen gebrochen worden. Die Brutalität, der Terror, die ethnischen Säuberungen, die Besetzung weiterer Gebiete seit 1967, die brutale Niederschlagung des Widerstandes, etc. all das laste schwer auf dem jüdischen (kollektiven) Gewissen. Dieses Unrecht wird aber nicht aufgearbeitet, sondern seit Jahrzehnten verdrängt.

joel kovelDr. Kovel hat als (jüdischer, nicht mehr praktizierender) Psychiater eine sehr aufschlussreiche Diagnose des Zionismus gestellt, die man unseren Politikern täglich unter die Nase halten müsste.

Hier eines der zentralen Erkenntnisse:

Die Unfähigkeit, die Palästinenser als gleichberechtigte, menschliche Wesen wahrzunehmen, belastet das Gewissen, doch der Schmerz wird quasi auf den Kopf gestellt und kommt als Hass auf jene heraus, die an den Verrat (der Ideale) erinnern: die Palästinenser selbst und andere, gerade auch Juden, die die Widersprüche des Zionismus offenlegen.

Unfähig Kritik zu ertragen, transformiert das schlechte Gewissen die Leugnung der Tatsachen (engl: denial) in Projektion:

Aus „Wir können es ja nicht sein“ wird „Es müssen (also) die sein“ und damit werden der Rassismus, die Gewalt und die Doppelmoral nur weiter verstärkt. Daher kommt der Begriff „der selbsthassende Jude“ (Schimpfwort für Juden, die Israel kritisieren).

Das ist ein Spiegelbild des Zionismus, der sich nicht selbst erkennen kann. Es ist eine Leinwand, auf den das schlechte Gewissen projiziert wird. Es ist eine Schuld, die nicht durch Bewusstwerdung oder echte Sühne überwunden werden kann und die als verfolgende Anklage und neuerliche Aggression wiederkehrt.“

Anstatt sich – wie es Deutschland auferlegt wurde – der furchtbaren Vergangenheit (und in Israel auch Gegenwart) zu stellen und die Verbrechen des Staates aufzuarbeiten, wird ohne Ende geleugnet und verdrängt. Die Folge sei die Konstruktion eines moralischen Universums, in dem „wir“ immer im Recht und in dem immer „die anderen“ an allem schuld sind. Da es kein Korrektiv mehr gibt (die Verbrechen werden nicht sanktioniert, die Verantwortlichen nie bestraft) wird die Hysterie und Selbstgerechtigkeit nach jedem „Krieg“ immer schlimmer.

Das „auserwählte Volk Gottes“ in Israel, mit seiner edlen Gesinnung, kann also per definitionem nicht auf das Niveau rassistischer Gewalt sinken“ oder wie es Norman Finkelstein ausdrückt:

„Feindseligkeit gegenüber Juden kann niemals von Unrecht herrühren, dass Juden begangen haben.“

(Das ist das Dogma der Holocaust-Industrie) aus dem Buch: Beyond Chutzpah

Auf dieser Basis lässt sich erklären, wie solche irren Kommentare zustande kommen.

Gordon behauptet dann weiter, dass praktisch alle Berichte aus Gaza entweder stark übertrieben oder einfach falsch seien und dass sei wiederum Ausdruck des „wahren Charakters“ der Araber:

Es ist nicht ihre Schuld, Falschheit und Betrug sind Teil der Grundsubstanz ihres Wesens – wer sie sind – und dass wird sich nie ändern. Aber trotz ihrer Neigung zu lügen, (muss uns klar sein) wenn dein Feind dir sagt, er ist entschlossen, dich zu zerstören, dann glaubst du ihm.“

official-shirt-idfDiese Sätze hätten auch von Heydrich oder Goebbels stammen können … nicht das Verhalten einzelner Personen oder Gruppen (als politische Akteure) wird kritisiert, sondern ein ganzes Volk pauschal als verschlagen und niederträchtig hingestellt und da es „in ihrer Natur“ liege, eine Bedrohung für Israel zu sein, gäbe es nur eine vernünftige Antwort: man muss sie vernichten.

Da läuft es einem kalt den Rücken runter ….

Dann folgt ein Märchen aus der hebräischen Bibel, das allen Ernstes als historisches Ereignis präsentiert wird und als Parabel für die angebliche Mordlust der Palästinenser als eingeschworene „Feinde Israels“ herhalten muss (obwohl der Mörder im antiken Babylon ein Jude ist!) Die Lektion sei, man dürfe solche Feinde nicht unterschätzen und müsse sie – quasi vorsorglich – ausschalten.

Und dann kommt der Hammer: Auf der (falschen) Prämisse, dass Hamas „den Tod idealisiert“, während die Juden „das Leben zelebrieren“ kommt der Autor zu dem Schluss:

Welchen anderen Weg gibt es also noch – mit einem solchen Feind umzugehen, als ihn komplett auszulöschen?

Das war auch das „Fazit“ zur Lösung der „Judenfrage“ von Heydrich, Himmler, Goebbels und Hitler, die ebenfalls ein ganzes Volk (bzw. eine Religion) wegen ihrer „Natur“ als kollektive „Bedrohung“ darstellte und dann von der Demütigung, Enteignung, Entrechtung, Ghettoisierung, etc. zum Genozid überging – als „Endlösung“ des Problems.

  • Dass solche Statements – während 1500 Menschen in Gaza abgeschlachtet werden – in einer israelischen Zeitung online zu lesen waren – inzwischen entfernt), macht klar, wie fanatisch selbstgerecht und gefährlich diese Leute sind.
  • Dass dieses Land hunderte Atomsprengköpfe hat (und Deutschland 5 U-Boote praktisch verschenkt hat, die damit bestückt werden können…), lässt einem die Haare zu Berge stehen …

Gordon hat dann noch ein drittes „Argument“, das auf den beiden ersten beruht:

Wer mit solchen „Monstern“ wie Hamas (die „ohne Grund“ Raketen auf „uns“ abfeuern und „Terror-Tunnel“ graben) zusammenlebt, hat keinen Anspruch mehr auf die Einhaltung irgendwelcher Rechtsgrundsätze. „Unschuldige Zivilisten“ gibt es demnach nur in Israel, aber nicht in Gaza oder der West Bank.

Der Geist von Carl Schmitt lebt also in Israel (und Washington) weiter, denn die Verbrechen des Staates werden legalisiert indem man dessen Opfer, (bzw. jene, die Widerstand gegen das unmenschliche System leisten,) pauschal als Staatsfeinde klassifiziert und ihnen damit alle Rechte aberkennt.

Und wieder sei es „die (bösartige) Natur des Feindes“, die zu einer automatischen Aussetzung der Kriegsregeln führen müsse.

Dann kommt wieder das Mantra von „Israel hat ein Recht, sich zu verteidigen“ und der PR-Slogan „Niemand würde sich das gefallen lassen, wenn tausende Raketen auf ein Land herunterregnen ..“.

jews against IsraelDie grundsätzlichen Fragen

  • Warum? Was haben wir denn dazu beigetragen, dass der Widerstand der Palästinenser gewalttätig wurde?
  • Was ist denn mit dem Recht der Palästinenser, sich gegen eine bald 50jährige, brutale Besatzung zu wehren?
  • Was ist mit ihrem Recht auf Selbstbestimmung, auf einen eigenen Staat?

werden einfach ignoriert. Alles beginnt immer mit der Gewalt von Hamas (es gibt ja noch andere, bewaffnete Gruppen), gegen die man sich wehren muss. Der Staatsterror Israels (schon 1947), die ethnischen Säuberungen, die Besatzung, die Tatsache, dass die Zionisten das ganze Land beanspruchen und niemals einen eigenen arabischen Staat in „Eretz Israel“ dulden werden, all das wird ausgeblendet, verdrängt, totgeschwiegen. Auf dieser Basis werden aber bei uns jeden Tag „Berichte“ und „Nachrichten“ gesendet und gedruckt, die aus einer Scheinwelt stammen und das Image des Schurkenstaates Israel als armes Opfer nicht antasten.

 So etwas hätte sich nicht einmal Kafka ausdenken können …

Gordon resümiert am Ende: der einzige Streitpunkt sei eigentlich nur mehr „das Ausmaß der Bestrafung“, dass man den Untermenschen in Gaza zukommen lassen müsse und da jeder Staatschef die Pflicht habe, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, stellt er die entscheidende Frage an die „Gutmenschen“ da draußen:

Wenn politische Führer und militärische Experten zu dem Schluss kämen, der einzige Weg diese „Ruhe“ zu gewährleisten, sei Genozid (also Völkermord), ist es dann nicht gestattet, diese „veranwortungsvollen Ziele“ zu erreichen?“

Netanyahu würde darauf sicher mit Ja antworten ….

Die Times of Israel hat inzwischen den Blog entfernt und sich dafür entschuldigt, ebenso wie der Autor, der darin beteuert, er habe doch mit seinen Worten „nicht dazu aufrufen wollen, anderen Menschen zu schaden“. Doch wer soll ihm das glauben?

Wer „Ruhe“ in Israel mit dem Massenmord an Arabern erreichen will und das als „verantwortungsvolles Ziel“ bezeichnet, hat alle moralischen und ethischen Grenzen überschritten, die in einer zivilisierten Gesellschaft gelten müssen.

dublin stop israel war crimesEs wäre schon schlimm genug, wenn in irgendeinem anderen Land solche Argumentationslogik verbreitet wird, doch ausgerechnet in Israel ist diese Denkweise eine absolute No-Go-Area. Ein Land, das das Grauen des Holocausts seit 70 Jahren vor sich her trägt wie ein moralisches Schutzschild und damit jede berechtigte Kritik an israelischen Verbrechen abwürgt, kann sich solche Statements eigentlich nicht leisten. Rechtfertigung eines Völkermordes als „Selbstverteidigung“? Das hatten wir doch schon mal ….

Auch wenn man einräumt, dass der Autor nicht für alle Israelis spricht, so steht er mit seiner Meinung nicht alleine da und solche „Überlegungen“ sind für eingefleischte Zionisten ja nichts Neues (siehe Ilan Pappe, Avi Shlaim, etc.):

DIE  GESINNUNGTÄTER  IN  GAZA

In New York demonstrierten tausende für Israel und ein Rabbi hielt eine hetzerische Rede zur Legitimierung der israelischen Aggression: Rabbi David-Seth Kirshner, der Präsident der New Yorker Rabbiner, plädierte klar für die israelische Version der Sippenhaftung:

rabbi kirshner NYCPalästinenser, die Hamas gewählt haben, „verdienen es“ demnach, von israelischen Bomben getroffen zu werden. Er sagte u.a.:

“When you are part of an election process that asks for a terrorist organization which proclaims in word and in deed that their primary objective is to destroy their neighbouring country and not to build schools or commerce or jobs, you are complicit and you are not a civilian casualty.

And lastly when you fail to heed the pamphlets, the phone calls, the text messages and the warning shots telling you to evacuate a building, and instead use yourself as a shield and use innocent children as a shield, you are not collateral damage. When you ignore those very moral warnings and align yourself with Hamas, you are a combatant.”

Auch hier sehen wir wieder die Leugnung der Realität und die Projektion, von der Joel Kovel gesprochen hat. Der Feind (Hamas) wird einfach als „Terrorist“ klassifiziert, womit er automatisch aufhört, ein Mensch zu sein. (daher 911 …)

Dass Hamas ja auch wichtige Sozialarbeit geleistet hat, eine politische Partei ist, die Ministerien aufgebaut und geführt hat und nicht nur einen „bewaffneten Arm“ hat, wird unter den Teppich gekehrt. Dass die Gewalt von Hamas (Al Qassam Brigaden) nur die Folge der israelischen Gewalt und Unterdrückung ist, davon will man gar nichts wissen. Das eigene Unrecht muss unter allen Umständen auf den anderen geschoben werden, damit der moralische Absolutismus nicht ins Wanken gerät.

Den toten und verwundeten Palästinensern, die selbst in Schutzräumen der UN und in Krankenhäusern bombardiert wurden, selbst die Schuld dafür zu geben, weil sie sich und ihre Kinder „als Schutzschilde hergeben“, ist so infam, dass man schreien möchte.

Der Feind muss als unmenschliches und perfides Monster hingestellt werden, um die eigene Brutalität als „notwendige Verteidigung“ zu verschleiern. Das passiert ja in fast allen Kriegen, wo sich zwei Staaten gegenüberstehen und es um Gebietseroberung, etc. geht. Doch in diesem Fall ist es ja gar kein „Krieg“: Gaza hat keine Armee, keine Luftwaffe, keine Flotte, keinen riesigen Militärapparat wie Israel und will auch nichts „erobern“ oder „vernichten“.

Hamas will das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser durchsetzen und ein Ende der Besatzung bzw. Belagerung (was ja von Israel schon im Rahmen der beiden letzten Waffenruheabkommen 2008 bzw. 2012 in Aussicht gestellt wurde). Doch Israel hat alle Vereinbarungen (unter konstruierten Vorwänden) gebrochen, um dann anschließend wieder mit Lügen in „Crying & Shooting“ Manier in lautes Gejammer über die Aggression von Hamas auszubrechen.

Damit nicht genug, wird jetzt auch noch allen Menschen in Gaza eine Kollektivschuld angelastet, für die sie zahlen müssen. Das ist krank. Ebenso krank wie die „Notwendigkeit“, die Juden zu vernichten, die im Dritten Reich wegen „ihrer Natur“ als kollektive Bedrohung angesehen wurden.

Aber es gibt noch mehr solche selbstgerechten Fanatiker in Israel. Einer von ihnen ist Moshe Feiglin.

moshe-feiglinEr ist der Leiter der Manhigut Yehudit der größten Fraktion im Zentralkomitee der regierenden Likud-Partei. Bei der Wahl für die Parteiführung im Jahr 2012 kandidierte er gegen Netanyahu und bekam 23 % der Stimmen. Seither ist sein Aufstieg konstant, so dass er zusätzlich zu seinem Amt als Vize-Präsident der Knesset kürzlich Mitglied der einflussreichen Kommission für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung wurde.

Feiglin hat vor kurzem einen Plan vorgeschlagen, mit dem Gaza (ein für alle Mal) als Teil des jüdischen Staates annektiert werden soll.

Nach Angaben des ehemaligen Außenministers von Ägypten, haben die USA den Sturz Hosni Mubaraks organisiert, weil er sich weigerte, die Vertreibung der Bewohner Gazas in den Sinai zu unterstützen, die Washington von ihm verlangt habe.

Hier die sieben Punkte (wörtlich): (Entscheidende Punkte dieses Planes werden derzeit in Gaza in die Tat umgesetzt…)

1. DAS ULTIMATUM

  • Eine einzige Ankündigung des Premierministers an die „feindliche Bevölkerung“, in der sie vor den Angriffen auf militärische Ziele gewarnt wird und sie dazu drängt, sofort das Gebiet zu verlassen. Sinai ist nicht weit von Gaza und sie können „ja gehen“. Das ist aber auch schon das Äußerste, was Israel an humanitären Überlegungen zulässt.

2. DER ANGRIFF

  • Auf Zielgebiete über die ganze Länge des Gazastreifens mit maximaler Gewalt der IDF und allen konventionellen Waffen, die verfügbar sind. Alle militärischen und Infrastruktur-Ziele werden attackiert, ohne jede Rücksichtnahme auf „Schutzschilde“ oder „Umweltzerstörung“. Es genügt, dass wir „exakte Ziele“ treffen und wir sie vorher gewarnt haben.

 

3. DIE BELAGERUNG

  • Gleichzeitig zu den oben erwähnten Maßnahmen, eine totale Belagerung von Gaza.
  • Nichts kann in den Gazastreifen reinkommen, jedoch wird Israel die Ausreise gestatten (Zivilisten können in den Sinai gehen, Kämpfer können sich der IDF ergeben) ?

 4. DIE “VERTEIDIGUNG”

  • Jeder Ort, von dem aus israelische Soldaten angegriffen wurden, wird sofort mit voller Gewalt beschossen, ohne jede Berücksichtigung für „Schutzschilde“ oder „Umweltzerstörung“.

 5. DIE EROBERUNG

  • Nachdem die IDF das “Aufweichen der Ziele” mit Luftangriffen und weitreichendem Artillerie-Feuer abgeschlossen hat, werden Bodentruppen aktiviert um den ganzen Streifen zu erobern. Dabei werden alle Mittel eingesetzt, die nötig sind um das Risiko für unsere Soldaten zu minimieren – ohne irgendwelche anderen Bedenken.

 6.DIE ELIMINIERUNG

  • Die GSS und die IDF werden gründlich alle bewaffneten Feinde aus Gaza eliminieren. Der feindlichen Bevölkerung, die sich nichts zu Schulden kommen ließ, wird – im Einklang mit dem Völkerrecht – gestattet zu gehen. Israel wird Denjenigen großzügige Hilfe anbieten, die ins Ausland gehen wollen

 7. DIE GEBIETSHOHEIT

  • Gaza ist Teil unseres Landes und wir werden für immer dort bleiben. Die Befreiung von Teilen unseres Landes ist die einzige Sache, die es rechtfertigt das Leben unserer Soldaten (im Kampf zur Landeroberung) zu gefährden. Nachdem der Terror aus Gaza eliminiert wurde, wird der Streifen Teil des souveränen Staates Israel und von Juden bevölkert. (Dadurch wird auch die Wohnungsnot in Israel gemildert.)

Feiglin behauptet, dass nach Umfragen „sowieso die Mehrheit der Araber weg aus Gaza will. Diejenigen, die nicht in anti-israelische Aktivitäten involviert waren, erhalten ein großzügiges Auswanderungspaket“.

Jene, die bleiben wollen, könnten nach „einigen Jahren der Gewöhnung an das Leben in Israel“ und der Voraussetzung, dass sie „die israelische Herrschaft und die Lebensweise im jüdischen Staat akzeptieren“, die israelische Staatsbürgerschaft beantragen.

Child waiting for dead mother to wake up

Gaza 2014: Der kleine Junge wartet darauf, dass seine tote Mutter aufwacht ..

Die neueste Aufforderung – zur ethnischen Säuberung –, die Feiglin an Premierminister Netanyahu richtet, geht noch weiter und hat bereits über 8.000 „likes“ auf facebook:

Die IDF muss “bestimmte offene Gebiete zwischen der Küste und der Grenze zum Sinai festlegen, wo „die zivile Bevölkerung dann in Zeltlagern konzentriert“ wird, bis (von Israel) entschieden ist, wohin die Palästinenser auswandern. Sie müssen weit entfernt von den bebauten Zentren liegen, die für „Raketen und Tunnelbau“ benutzt werden.

 „Strom und Wasserversorgung zu diesen ehemals bewohnten Gebieten werden abgedreht. (Ist bereits erfolgt)

 „Dann werden diese Gebiete mit maximaler Härte bombardiert, die gesamte zivile Infrastruktur wird völlig zerstört. (Ist bald erreicht) Israel wird Länder und Quoten für die Emigration der Flüchtlinge organisieren, wer bleiben will, muss einen öffentlichen Treueeid zu Israel schwören“.

Hier zeigt sich wieder die Realitätsverleugnung und zionistische, selbstgerechte Arroganz: was die Menschen in Gaza selbst wollen, ihr Recht auf Selbstbestimmung in ihrem eigenen Land wird völlig negiert.

utter destructionDass sich kein Palästinenser – nach dieser Orgie der Zerstörung – auf so etwas einlassen würde, ist klar … deshalb läuft der Plan auf die Ermordung bzw. Vertreibung aller Araber in Gaza hinaus. Ein Genozid als Endlösung ist also „notwendig“, denn

Es gibt keine zwei Staaten und keine zwei Völker. Es gibt nur einen Staat für ein Volk.“

Das war und ist die echte Politik Israels gegenüber den Palästinensern, deshalb immer mehr „Siedlungen“ (der Landdiebstahl) in der Westbank, die Provokationen, die Verhaftungen, die massive Unterdrückung, die falschen „Verhandlungen“, die „Kriege“ in Gaza usw. Der ganze „Friedensprozess“ war und ist eine unerträgliche Farce, ein zionistisches Affentheater, das in unseren Medien nie hinterfragt wurde.

WIR  SIND  DIE  GUTEN

Der arrogante Rassismus der „Auserwählten“, den Kovel anprangert und der sich hinter dem Zionismus versteckt, wird sehr deutlich in einem anderen Pamphlet von Feiglin, in dem er die Araber als „Wilde aus der Wüste bezeichnet, die „nach Israel kamen um Arbeit bei den Zionisten zu finden“ und „wir gaben ihnen törichterweise Teile unseres Heimatlandes.“

Der Fanatismus, mit dem Palästina als „unser Heimatland“ bezeichnet wird, kennt keine Grenzen. Dass die Araber seit Jahrhunderten dort gelebt, das Land bebaut und ihre eigene Kultur und Religion haben und ein Recht auf Selbstbestimmung, ist völlig irrelevant. Dass die Region immer Spielball imperialer Mächte war und deshalb kein souveränes „Palästina“ entstehen konnte, wird von Zionisten als Beweis für die Minderwertigkeit der „Araber“ gewertet, da mussten erst die Juden kommen, damit ein “blühendes Land“ entstehen konnte.

Feiglin fantasiert weiter – und hier sieht man den heuchlerischen, selbstgefälligen „Großmut“ der Zionisten – dass „wir ihnen ein souveränes Gebilde“ [genau das ist Gaza eben nicht, weil Israel alle Lebensadern kontrolliert] ermöglicht haben, das dann in demokratischen Wahlen Hamas gewählt hat“. [worauf Israel und die USA sofort wieder mit subversiver Gewalt reagiert haben]

Dies sei natürlich der Beweis dafür, mit welchen üblen Gestalten man es hier zu tun habe und deshalb muss sofort gehandelt werden, denn jede Verzögerung, sei für „die Kräfte des Lichtes in ihrem gerechten Krieg gegen die Mächte der Finsternis“ (!) offenkundig „unethisch“.

Er zeichnet ein politisches Zerrbild, in dem alle arabischen Widerstandsgruppen als fanatische Islamisten denunziert werden, die Israel vernichten wollen. Die illegale Besatzung und eigene Aggression existiert in diesem Zerrbild der Wirklichkeit nicht, denn das würde ja das Selbstbild der „moralische Überlegenheit“ der Juden gefährden …

Deshalb sei Israel – wieder einmal – „gezwungen“, gegen diese gefährlichen Spinner mit aller Härte vorzugehen. Wenn dabei fünfhundert Kinder und eintausend Frauen getötet werden, so what?

DIE  „GESAMTLÖSUNG“  FÜR  GAZA

Iran, Hisbollah und neuerdings ISIS – alle seien hinter Israel her und deshalb müsse jetzt in Gaza ein Exempel statuiert werden, damit die anderen „Arme des Kraken“ die Botschaft verstehen:

... wieder einen Hamas Sympathisanten erwischt ..

… wieder einen Hamas Sympathisanten erwischt ..

Jeder Angriff auf Israel hat den Verlust des Gebietes zur Folge, von wo aus die Attacke ausging und die komplette Liquidierung der politischen Führung vor Ort.“ Nur auf diese Weise könne man den wahnsinnigen Islamisten klar machen, dass Israel sich nichts gefallen lasse und verhindern, dass es einen noch schlimmeren Krieg gäbe (mit iranischen Atomwaffen, etc.)

„Deshalb haben wir keine andere Wahl als Gaza zu erobern und Hamas zu zerstören. Nicht (wieder) eine Operation, deren Handlungsfreiheit an dieKetten der deformierten Moral des Westen“ gefesselt sei.“ Eine effektive Eroberung würde doch auch viel Blutvergießen verhindern.

Das Pamphlet endet so, wie es angefangen hat („Die einzigen Unschuldigen im Gazastreifen sind unsere Soldaten – weil sie einen Krieg „um die Existenz Israels“ kämpfen (was völliger Blödsinn ist). „Operative Entschlossenheit, die moralische Kraft ausstrahlt”, sei notwendig und diese erwachse aus dem „tiefen Verstehen“, dass das „unser Land ist und dass wir die Guten sind.

Sich dies zu vergegenwärtigen, sei „zur Abwehr der internationalen Kritik notwendig … Vorwärts zum Sieg!“

LÜGEN HABEN LANGE BEINE IN ISRAEL

ISIS responsible for abductionDie ständig wiederholte Behauptung von Netanyahu, Hamas sei für die Entführung (u. angebliche Ermordung) von drei israelischen Jugendlichen verantwortlich, (und damit für die Gewalteskalation) ist eine Lüge. Das wissen alle, die die zionistischen Täuschungsmanöver seit Jahren untersuchen. Doch selbst die israelische Presse hat bereits am 3. Juli veröffentlicht, dass nicht Hamas, sondern eine neue, bisher unbekannte „Islamistengruppe“ sich zu der Tat (und Raketenangriffen aus Gaza vor zwei Monaten) bekannt hatte.

Und siehe da – diese neuen “Jihadisten“ sind treue Anhänger der jetzt im Irak ihr Unwesen treibenden „ISIS“, „ISIL“ „IS“ oder welche politische Marke für synthetische „radikale Islamisten“ gerade in Mode ist.

Die „Operationen“ seien zu Ehren von Abu Bakr al-Baghdadi (einem Phantom …Is he real?) erfolgt, dem selbsternannten „Kalifen“ des neu proklamierten „Islamischen Staates“, der – wie Israel – keine festen Grenzen hat und mal Syrien, Irak und was sonst noch opportun erscheint, als Gebiet beansprucht. Sowohl Fatah als auch Hamas werden von ihnen als Verräter des wahren Glaubens kritisiert („sie haben sich mit Heiden und Schiiten zusammengetan …“

Wir wissen ja (vor allem dank Seymour Hersh) dass diese Kreaturen aus der Werkstatt der saudischen, amerikanischen und israelischen Geheimdienste stammen und (seit Afghanistan) als perfide „ Destabilisierungs-Werkzeuge“ der Außenpolitik eingesetzt werden und zwar in Afrika, Asien und natürlich im Nahen Osten.

NetanyahuWarum ist Netanyahu aber so erpicht darauf, trotzdem Hamas zu dämonisieren? In einer Situation, in der die Organisation ziemlich geschwächt ist (Bruch mit Syrien, die Muslimbrüder nach Benutzung für den inszenierten „Arabischen Frühling“ wieder als Staatsfeinde deklassiert und verfolgt, keine Unterstützung mehr aus Ägypten, etc.) und wo „nebenan“ gerade ein Kalifat ausgerufen wurde, das angeblich von fanatischen Takfiris beherrscht wird, die allen Andersgläubigen (auch Muslimen, die nicht ihrer extremen Glaubensrichtung folgen) den Garaus machen wollen (mittels Kopfabhacken, Kehle durchschneiden, etc.)?

Ein Grund war die Bildung einer Einheitsregierung mit Fatah (darüber habe ich ja schon in den beiden letzten Beiträgen geschrieben).

Netanyahu scheint darüber gar nicht besorgt zu sein, dass im Irak diese „Halsabschneider“ (wörtlich zu nehmen) jetzt im Norden das Kommando haben und – anscheinend- auch in Israel / Palästina Verbrechen begehen. Stattdessen tut er so, als ob die – vergleichsweise sehr gemäßigte – Hamas die größte Bedrohung Israels sei? Warum?

OCHA map conquered stripTeile des kranken Planes von Feiglin werden ja derzeit bereits in die Tat umgesetzt (die so genannte „Pufferzone“, aus der die Bewohner mit „Warnungen“ und Bomben vertrieben wurden, macht 44% des ganzen Gebietes aus. In Gaza drängen sich fast 10.000 Menschen pro km², was das bedeutet im Kontext der „Konzentrierung der Zivilisten in Lagern“, die Feiglin plant, läßt einem die Haare zu Berge stehen.

Das erklärt auch die Härte des Vorgehens (über alle Regeln des Krieges hinweggesetzt), die massenhaften Vertreibungen der zivilen Bevölkerung. (rund 400.000 interne Flüchtlinge, die nirgendwo mehr hin können …, da selbst die UN-bombardiert wird) und die massive Zerstörung der Infrastruktur und die dadurch ausgelöste „humanitäre Katastrophe“:

  • Trinkwasser und Abwasserversorgung – zerstört (keine WC-Spülung mehr für tausende Menschen …)
  • Stromversorgung – zerstört
  • Müllabfuhr – zerstört
  • Hohe Gefahr des Ausbruchs von Seuchen (schon seit 2008, inzwischen noch schlimmer)
  • Medizinische Versorgung – vor dem Kollaps
  • Industriebetriebe im Norden – weitgehend zerstört
  • Geflügel, Gemüseanbau, Selbstversorgung – weitgehend zerstört
  • Kein Geld mehr (Finanzministerium zerstört, Geldautomaten leer)

 

Doch die große politische (und zynisch erscheinende Frage bei aller Betroffenheit über diese Verbrechen) ist:

Warum ist Israel auf einmal so erpicht darauf, den Gazastreifen zu annektieren bzw. die Palästinenser loszuwerden, nachdem man sich 2005 unter großer Fanfare „zurückgezogen“ hat?

Die Antwort darauf lautet sehr wahrscheinlich: Erdgas.

Wir wissen ja, dass das globale „Endgame“ um die letzten Energiereserven und die Kontrolle der Transportwege bereits begonnen hat. Die von außen organisierte Gewalt in Libyen, Syrien, im Irak, in Afghanistan, im Sudan (Iran ist natürlich auch im Visier), aber auch in der Ukraine, zeigt ja bereits, wohin die brutale Reise geht. Der Hegemon in Washington beansprucht die Kontrolle der Energieströme (direkt oder über seine Vasallen) oder bei Zuwiderhandelnden(wie Assad, Gaddafi oder zuletzt Janukowitsch) durch die Förderung von synthetischen „Bürgerkriegen“, die unter dem grotesken Feigenblatt der „Demokratieförderung“ – wenn es opportun ist, auch mit Neo-Nazis  oder selbst-gezüchteten Takfiris , angezettelt werden.

Ich habe ja bereits vor einigen Jahren einen Blog über das Erdgas in Gaza geschrieben. Diese Offshore-Felder sind anscheinend noch viel größer, als ursprünglich angenommen und haben deshalb eine große geopolitische Bedeutung. Für die geschundenen verarmten Menschen in Gaza wären die Einnahmen aus der Erdgasförderung natürlich ein wahrer Segen, denn damit könnten sie – wenn die illegitime Blockade endlich aufhört – ihre eigene Wirtschaft und das zerstörte Land wieder aufbauen.

Doch das würde Israel nie zulassen, denn es ist ja „für immer unser Land“… und unsere Politiker schauen zu – oder eher weg – während der „Völkermord in Zeitlupe“ (derzeit beschleunigt) weitergeht ..

 

Wir sind moralisch am Ende ..

 

 

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Anne Will: Dummheit, Stolz & Vorurteil

blood pool from attack on playground in Gaza

Blutlache nach Angriff auf einen Spielplatz in Gaza zum Eid-Fest

The question of the morality of Israel’s action depends, in the first instance, on the question, couldn’t Israel be doing something to prevent this disaster that is playing out now, in terms of the destruction of human life? Couldn’t they have done something that did not require that cost? And the answer is, sure, they could have ended the occupation.“

Rabbi Henry Siegman (mehr zu ihm weiter unten)

Vorgestern hat sich Anne Will mit vier Gästen über den „blutigen Nahostkonflikt“ unterhalten und dabei klar demonstriert, dass eine seriöse Debatte über die wahren Absichten Israels im deutschen Fernsehen nicht erwünscht ist. Schon in der Einleitung auf der Homepage gibt es klare Hinweise darauf, dass hier die „pro-israelische“ Haltung eingenommen wird:

Laut palästinensischen Angaben sind  mehr als 1100 Menschen getötet und mehr als 6500 verletzt worden. Auf israelischer Seite sind Armee-Angaben zufolge bislang mehr als 50 Soldaten und Zivilisten getötet worden.“

Diese Formulierung „50 Soldaten und Zivilisten“ ist bewusst vage und irreführend, denn hier wird nicht konkretisiert, wie viele Opfer wirklich Soldaten bzw. Zivilisten sind. Nach letzten Meldungen wurden 56 IDF-Soldaten getötet, aber nur 2-3 israelische Zivilisten (und auch das glaube ich erst, wenn Beweise dafür vorgelegt werden). Die Gefahr durch die Raketen wird also propagandistisch übertrieben (Augenzeugen, die in Israel waren, bestätigen das).

Der NDR bzw. die Produktionsfirma von Anne Will versucht also bereits hier die Zuschauer / Leser zu manipulieren, weil die hohe Zahl ermordeter Zivilisten in Gaza ja ein zentraler Kritikpunkt ist. Doch der Tod von Soldaten einer brutalen Besatzungsmacht, die Menschen wie in einem Käfig gefangen hält und sie aller Rechte beraubt, ist moralisch nicht vergleichbar mit dem Tod von hunderten Menschen, die im Zuge der Sippenhaftung für die „Raketen“ aus Gaza (den Widerstand gegen die Besatzung) bestraft werden

arrests east jerusalemDa der Horror der Besatzung aber nie im deutschen Fernsehen gezeigt wird, gelingt es Israel immer wieder den Eindruck zu erwecken, man müsse sich immer nur gegen die bösen Araber „wehren“, die – nur aus Fanatismus – aus heiterem Himmel Raketen nach Israel schießen. Das ist eine absurde Charade, die wir seit Jahren ertragen müssen und für die unsere Journalisten mitverantwortlich sind.

Die Frage, ob Israel mit seiner massiven Gewalt gegen ein dicht besiedeltes Elendsghetto noch den „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ wahrt, kann für jeden, der nicht blind ist oder zionistisch indoktriniert wurde nur mit Nein beantwortet werden. Wie Gideon Levy richtig betonte, handelt es sich um einen Konflikt zwischen einer Fliege und einem Elefanten – ich würde sagen, statt dem Elefanten nehmen wir einen Tyrannosaurus, das passt besser …

DIE  MENSCHLICHEN  SCHUTZSCHILDE

Hätte Frau Will auch nur die geringste Ahnung davon, was Israel wirklich will und mit welchen Methoden es seine kriminellen Ziele verfolgt, wäre die ganze, verlogene „Schutzschild“-Debatte ganz anders verlaufen. Im krassen Gegensatz zu ihr haben Journalisten von Format das Thema so dargestellt, dass erkennbar wird, wozu Israel die „Schutzschild“-Vorwürfe benutzt: für Propagandazwecke natürlich, zur Dämonisierung des Gegners (Hamas) und um die eigene Aggression zu rechtfertigen.

Hamas among civiliansIm Guardian z.B. schreibt Harriet Sherwood u.a folgendes:

Diese Beschuldigung wird ständig von Politikern und Medienkommentatoren vorgebracht … und .. als Echo in Debatten mehrfach wiederholt, doch der Vorwurf wird kategorisch von Hamas und anderen Leuten in Gaza bestritten. Die IDF veröffentlichte am Mittwoch Karten, die Hamas-Stellungen in der Nähe von Schulen, Moscheen und Wohnhäusern zeigen sollen, ein Video, indem angeblich Kämpfer einen Rettungswagen als Fluchtfahrzeug benutzen und behauptet, das Al Wafa Krankenhaus in Gaza-Stadt sei „wiederholt von Hamas und Islamischer Jihad Kämpfern als Kommandozentrale benutzt worden, zum Abfeuern von Raketen und damit Terroristen auf Soldaten schießen konnten“.

Diesen Teil der Story hätte Frau Will sicher gerne übernommen, doch was dann folgt, lässt sie bequemerweise unter den Tisch fallen:

Doch der Krankenhausdirektor hat die israelische Behauptung zurückgewiesen. Das Spittal sei weder von Hamas noch anderen Kämpfern für militärische Zwecke missbraucht worden. Er sagte konkret: „Israel hat unser Krankenhaus auf der Basis falscher Behauptungen als legitimes Ziel deklariert. Sie zielen auf medizinische Einrichtungen, die Kranken, die Verletzten und unsere Kinder im gesamten Gazastreifen. Die Botschaft lautet: Ihr seid nirgends mehr sicher.“

Harriet Sherwood erwähnt auch, dass die UN in einer Schule – erstmals – zwar Waffen gefunden hat – und das auch sofort meldete. Sie vergisst jedoch zu erklären, dass diese Schule LEER war, also nicht mehr als Schule benutzt wurde wodurch der Vorwurf der Schutzschilde keine Gültigkeit hat (abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wer diese Raketen dort abgelegt hat …)

Die Behauptung der IDF, das Massaker in Shujaijya sei ebenfalls Hamas anzulasten, weil diese verhindert habe, dass viele Anwohner fliehen konnten (nachdem sie von der IDF gewarnt wurden), wird von der Autorin entkräftet. Sie schreibt dazu:

Diese Behauptungen wurden nicht von unabhängigen Reportern bestätigt. Auslandsjournalisten, die über den Krieg berichten, haben vielschichtige Gründe dafür gefunden, warum einige Anwohner diese Gebiete nicht verlassen haben. Viele sagten, es sei nirgends sicher, also bringe es auch nichts, aus ihren Häusern zu fliehen. Andere machten sich Sorgen darüber, welche Art von “Nachbarn” sie antreffen würden, wenn sie fliehen (vielleicht wären dort ja dann Kämpfer, usw.) oder sie hatten einfach zu viel Angst, um auf die Straße zu gehen. Viele Medienberichte sagten aus, es gäbe keinerlei Hinweise auf eine Nötigung durch Hamas. Diese Familien haben Todesangst, aber die überwältigende Mehrheit nennt die israelischen Bomben und die Granaten als Grund dafür, nicht Drohungen von Hamas.“

Sherwood erinnert auch daran, wie eng es im Gazastreifen ist:

360 km² für 1,8 Millionen Menschen) und dass es schier unvermeidlich sei, dass die Kämpfer sich zwischen der Zivilbevölkerung aufhalten (was aber nicht bedeutet, dass man sie dazu zwingt).

Und daran, dass dieser „Krieg“ ja nicht auf üblichen Kriegsschauplätzen stattfindet, wo sich zwei Armeen gegenüberstehen, sondern dass Israel das ganze Gebiet mit einem Bombenhagel überzieht und die Bodentruppen gegen bewaffnete Widerstandskämpfer (einer Untergrundarmee) in dicht besiedelten Gebieten vorgehen. Während also die Panzer immer weiter in die Städte vordringen, ist es nicht verwunderlich, wenn Hamas in diesem Guerilla-Kampf in der Nähe von zivilen Gebäuden die Soldaten attackiert.

Entscheidend ist aber, dass selbst wenn eine Kriegspartei solche menschlichen Schutzschilde verwenden würde, wäre das keine Rechtfertigung dafür, dass die andere Schulen, Krankenhäuser, etc. bombardiert. Zweimal Unrecht macht kein Recht, Frau Will. Die Verpflichtung, zivile Opfer zu vermeiden wird dadurch nicht aufgehoben. Doch solche Sätze werden wir in unseren „Talk-Shows“ nicht zu hören bekommen …

PRO-ISRAELISCHE  ZENSUR  DURCH  VERSCHWEIGEN

IDF human shieldsWas aber noch viel wichtiger wäre – to set the record straight, wie der Engländer sagt – ist die Erwähnung der Tatsache, dass die IDF selbst mehrfach Palästinenser – auch Kinder – als Schutzschilde verwendet hat. Im Guardian-Artikel wird natürlich auch darauf hingewiesen:

2010 wurden zwei Soldaten (selbst von einem Militärgericht) verurteilt, weil sie einen elfjährigen Jungen in der „ Operation Cast Lead“ als menschliches Schutzschild verwendet hatten.

Untersuchungen von Menschenrechtsorganisationen haben ergeben, dass die IDF Palästinenser sowohl in Gaza als auch in der besetzten Westbank als Schutzschilde missbraucht hat.

IDF convicted of human shields useDer Artikel endet damit, dass aufmerksame Zuschauer darauf aufmerksam machten, dass das Hauptquartier der IDF, die Kiriya (ein hoher Turm) mitten in Tel Aviv steht, umgeben von einem großen Krankenhaus, Wohnungen und Geschäften [siehe dazu das Interview mit Yonathan Shapira bei DN! im letzten Beitrag)

Übrigens, der Grund, warum die IDF die Leute warnt, bevor sie bombardiert, ist nicht Großmut oder Mitleid, sondern hat rechtliche Gründe: wenn die Leute trotzdem bleiben, gelten sie für das Militär als „freiwillige Schutzschilde“ und demnach nicht mehr als Zivilisten. Auch Leute, die zurückkommen, werden als „Kombatanten“ betrachtet, die man „legal“ abknallen kann.

Die Antwort auf Ihre Frage, Frau Will lautet also:

Nein, Hamas benutzt die Bewohner des Gazastreifens nicht als Schutzschilde, das haben zahlreiche Untersuchungen (von Menschenrechtsorganisationen) in der Vergangenheit bereits ergeben. Das wäre auch dumm, weil sich dann die Bevölkerung gegen Hamas stellen würde …

Wenn die UN dem israelischen Militär (mehrfach) die GPS-Koordinaten einer Schule gibt, in der tausende Flüchtlinge Schutz gesucht haben, und diese dann trotzdem von der IDF bombardiert werden, ist die Frage der Schuld ebenso eindeutig zu beantworten, wie nach der Bombardierung von Krankenhäusern, die ebenfalls mittlerweile als Flüchtlingslager herhalten müssen.

AS silencing criticsNatürlich darf auch die „Anti-Semitismus“ Nummer nicht fehlen, wenn es darum geht, Proteste gegen Israels Verbrechen zu diskreditieren und der NDR macht brav mit:

„Unterdessen fallen hierzulande auf Anti-Israel-Demonstrationen antisemitische Parolen. Menschen, die sich mit Israel solidarisieren, werden offen angefeindet. Ist es noch möglich, sich solidarisch mit Israel zu zeigen, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben? Oder wird Deutschland zunehmend israelfeindlich? Und wie weit muss die deutsche Unterstützung für Israel gehen?“

Über 1000 eingesperrte Menschen werden kaltblütig ermordet, aber wir sollen uns Sorgen machen um die „Freunde Israels? Was ist denn mit denen, die sich mit den Palästinensern solidarisch zeigen? Wie werden die denn behandelt, Frau Will? Wir erinnern uns noch an die billigen ad hominem Attacken gegen Herrn Augstein und Günter Grass … Wieso dürfen denn wirklich kompetente Kritiker wie Ilan Pappe, Norman Finkelstein, Jeff Halper, oder israelische Dissidenten u. Friedensaktivisten nie bei uns im Fernsehen auftreten? Weil dann jeder sehen könnte, wie indoktriniert, feige oder ahnungslos unsere Journalisten sind?

Die ganze Debatte bei Anne Will war dominiert von Michael Wolffsohn (MW) und von Rudolf Dressler (RD), die viel länger reden durften als Herr Todenhöfer (JT) und Frau Daibes (KD), die diplomatische Vertreterin der PLO in Berlin.

MW versuchte mit der perfiden „kein Omelett ohne kaputte Eier“ Argumentation die Verbrechen Israels zu relativieren:

 „Kein Krieg ist verhältnismäßig (!) …jede Seite will gewinnen, man wartet nicht wie beim Fechten ..da geht es um Sein oder nicht Sein … das ist die Gesetzmäßigkeit des Krieges … sie ist furchtbar, sie ist blutig, alle sind schockiert, aber eine Verhältnismäßigkeit gibt es nicht“

Als Frau Will nachhakt, weicht er aus, attackiert die UN und drischt leere Phrasen … „überlegen, wie man aus dem Teufelskreis herauskommt, es seien keine Lösungen auf dem Tisch, etc.„

Frau Daibes (KD) versucht zu betonen, wie wichtig es sei, auf den größeren Kontext hinzuweisen, die historischen Rahmenbedingungen seien wichtig, damit man versteht, wie es zu diesem Konflikt kommen konnte.

THE  HIDDEN  OCCUPATION &  STATE CRIMES

Trust UsDoch Frau Will geht darauf natürlich nicht ein: Denn dann müssten ja die totgeschwiegene Brutalität der Besatzung und die ethischen Säuberungen bei der Staatsgründung Israels zur Sprache kommen, also der von Israel seit fast 70 Jahren praktizierte STAATSTERROR gegenüber den Palästinensern, der ja den Widerstand provoziert hat. Doch das muss verhindert werden, damit das konstruierte Opferimage Israels nicht ins Wanken gerät. Also macht Frau Will business as usual (ablenken von Israels Verbrechen) und fragt allen Ernstes:

AW: Was Hamas macht, halten Sie das für verhältnismäßig?

KD versucht nochmal auf die Rolle Israels als Besatzungsmacht hinzuweisen, auf die damit verbundene systemische Entmenschlichung u. Entrechtung der Palästinenser und dass die Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft brauchen. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, doch sei der bewaffnete Widerstand nach dem Völkerrecht legitim.

Die Frage von Will zeigt bereits ihre Ignoranz, denn erstens ist es nicht nur Hamas, die bewaffneten Widerstand leistet (es gibt mehrere Gruppen wie der Islamische Jihad, die Al Aqsa Brigaden, etc. die auch Raketen abfeuern, wenn Israel sie genug provoziert hat – siehe dazu den letzten Beitrag für Details) und zweitens basiert die Frage auf einer falschen Prämisse: nämlich, dass sich hier zwei militärisch ebenbürtige Gegner gegenüberstehen und das beide gleich verantwortlich für die Gewalteskalation sind – ein weiterer Trugschluss, den die israelische Propaganda genährt hat und den Frau Will unkritisch übernimmt.

Die Frage, wie Hamas (als politische Gruppierung) überhaupt – mit Hilfe Israels – entstand und warum sie 2006 in demokratischen Wahlen die Mehrheit errang (ein unerwünschtes Ergebnis, das sofort mit intriganter Gewalt Israels und der USA beantwortet wurde), interessiert Frau Will gar nicht. Diesen größeren Kontext ignoriert sie ebenso, wie die brutale Besatzung als wahre Ursache der Gewalt. Was Hamas wirklich „macht” oder “will” ist auch kein Thema, stattdessen wird implizit die Position Israels gestärkt, die Hamas als Inbegriff des Bösen hinstellt, gegen die sich das „gute“ Israel doch verteidigen muss.

THE GOOD, THE BAD … AND  THE  UGLY  TRUTH

An dieser Stelle muss betont werden, welche moralisch wertenden Schwarz-Weiß Begriffe hier in die Köpfe eingepflanzt wurden:

Wenn Hamas Waffengewalt einsetzt, ist das „Terror“ gegen die israelische Bevölkerung. Wenn Israel Gewalt einsetzt (jeden Tag durch die Besatzung, die ja Freiheitsberaubung und Aberkennung ziviler Rechte ist, aber auch Waffengewalt), ist das „notwendige Verteidigung“ oder der „Sicherheit“ geschuldet. Was ist denn mit der „Sicherheit“ der Palästinenser?

Wie Jeff Halper nicht müde wird zu betonen, ist Israels wichtigste Waffe die Verzerrung der Realität:

Double IdentityReframe The Conflict nennt er das und meint natürlich, dass Israel sich als kleines Land präsentiert, das doch nur in Frieden leben will, aber gezwungen ist, brutale Methoden anzuwenden, damit es- umzingelt von bösen Arabern – überlebt. Dieses Märchen lebt davon, dass die historischen Fakten völlig ausgeblendet werden und die illegale Besatzung nie ein Thema ist. So isoliert, erscheint die Gewalt von Hamas (u.a.) als irrational und Ausdruck von Fanatismus, während Israel sich unter dem Banner der Selbstverteidigung als moralisch überlegene Partei aufspielen kann.

Diese perfide Inszenierung wäre unhaltbar, wenn unsere Journalisten ihren Job machen und das Recht der Leser / Zuschauer auf Wahrheit ernstnehmen würden. Doch stattdessen perpetuieren sie die israelischen Lügen, die – oft genug wiederholt – schließlich als „real“ wahrgenommen werden.

„Ein Krieg ist gerecht, wenn er notwendig ist“.

Niccolo Machiavelli

Der wichtigste Punkt in der zionistischen Propaganda ist die zur Schau gestellte, aber eingebildete moralische Überlegenheit. Um die eigene Brutalität zu relativieren, muss der Gegner – also jetzt Hamas – als manichäischer Teufel hingestellt werden, dem alles zuzutrauen ist und den alle verabscheuen (müssen). Dies drückt sich im Wort „Terroristen“ aus, das ja seit „911“ sehr inflationär verwendet wird (auch Poroschenko verwendete es in der Ukraine für den Widerstand gegen seine faschistische Marionettenregierung der USA)

„Terrorist“ und „Freiheitskämpfer“ sind aber austauschbare Begriffe, es kommt nur auf die Perspektive an.

Wenn also der ehemalige deutsche Botschafter in Israel (lauthals) betont, „Die Palästinenser müssen den Terror stoppen!“ (und (weniger laut) Israel seine Siedlungspolitik “ändern“, dann wertet er den Widerstand gegen die Besatzung und die unmenschliche Blockade als moralisch inakzeptable Vorgangsweise, die man verurteilen muss.

DIE  VERGESSENE  GESCHICHTE

Pappe Ethnic Cleansing CoverDoch was passierte vor der Staatsgründung 1948 in Palästina? Wie haben die „radikalen“ Zionisten ihren eigenen Staat durchgesetzt? Mit Terror. Davon wollen weder Herr Dressler noch Frau Will etwas wissen. Warum diese selektive Geschichts-Amnesie unter Politikern und Journalisten grassiert, erklärte Rabbi Henry Siegman kürzlich bei Amy Goodman:

Ein Journalist von Haaretz schrieb ein Buch über Israel, in der auch dieses dunkle Kapitel der israelischen Geschichte behandelt wird. Dafür interviewte er den Historiker Benny Morris, der ihm nach intensiven Recherchen in den Militärarchiven bestätigte, dass 1947/48 von langer Hand geplante, ethnische Säuberungen stattfanden (siehe dazu Ilan Pappe), also tausende Zivilisten brutal ermordet wurden, damit die anderen Palästinenser (700.000 Menschen) durch diesen Terror „zur Flucht ermutigt“ wurden.

Der Unterschied zwischen Pappe und Morris (beide israelische Historiker) ist, dass Pappe über seine Erkenntnisse entsetzt war und seitdem versucht, die Welt darüber aufzuklären und den Palästinensern zu helfen, während Morris eiskalt resümiert, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien „notwendig gewesen“, sonst hätte es keinen jüdischen Staat gegeben.

Rabbi Siegmann kritisiert, dass Shavit diese Aussage nicht weiter hinterfragt habe, weil sie die Doppelmoral der israelischen Regierung demonstriert:

Das war ein Wendepunkt für mich, weil Shavit nicht nachhakte und fragte:

Wenn das eine Rechtfertigung ist, der Kampf um den eigenen Staat, warum dürfen die Palästinenser dann nicht auch solche Methoden anwenden? Was ist denn das Problem mit Hamas? Warum werden sie dämonisiert, wenn sie das gleiche tun wie wir?

Danach folgt ein Video-Clip von Premierminister Netanyahu, der wieder die „moralische Überlegenheit“ der Israelis zum Besten gibt – noch dazu nach der brutalen Ermordung eines palästinensischen Teeanagers durch einen fanatischen Mob, der ihn bei lebendigem Leib angezündet hatte:

I know that in our society, the society of Israel, there is no place for such murderers. And that’s the difference between us and our neighbors. They consider murderers to be heroes. They name public squares after them. We don’t. We condemn them, and we put them on trial, and we’ll put them in prison.”

Netanyahu, triefend vor Selbstgerechtigkeit, behauptet also, in seiner Gesellschaft „gäbe es keinen Platz für Mörder“. Und das sei eben der Unterschied zwischen Israel und seinen Nachbarn. „Sie halten Mörder für Helden. Benennen Strassen und Plätze nach ihnen. Wir machen das nicht. Wir verurteilen sie, stellen sie vor Gericht und bringen sie ins Gefängnis.“

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Schöne Ansprache, doch leider unvereinbar mit der Realität, wie Rabbi Siegman so treffend festhält:

Der einzige Unterschied der mir dazu einfällt, ist, dass (nur) in Israel die Anführer von Terrorgruppen später Premierminister wurden [Menachem Begin und Yitzak Shamir]. Diese Unterscheidung von Netanyahu ist also falsch, sie ist einfach nicht wahr. Und, noch etwas – wie Benny Morris in seinem Buch „Righteous Victims“ auch erwähnt, wurde die gezielte Gewalt gegen Zivilisten von den jüdischen Terrorgruppen angefangen, und erst dann haben die arabischen Kämpfer das nachgemacht“.

The Partition of Palestine is illegal. It will never be recognized …. Jerusalem was and will for ever be our capital. Eretz Israel will be restored to the people of Israel. All of it. And for Ever.“

Menachem Begin, einen Tag nach dem die UN den Teilungsplan vorgelegt hat.

bombed King David Hotel 22 July 1946(zitiert in Iron Wall, Seite 25)

Begin war auch verantwortlich für das Attentat auf das King David Hotel im Juli 1946 (siehe Foto links)

Amy Goodman zeigt auch ein Interview mit Khalid Meshal, dem Chef von Hamas und fragt Siegman, ob die Hamas Israel als jüdischen Staat jemals anerkennen wird (den sie ja laut Gründungscharta „vernichten“ will, was ja immer als Grund dafür herhalten muss, dass Hamas-Führer als Monter stigmatisiert und ausgegrenzt werden).

Siegman hat mehrere Gespräche mit Meshal geführt und dabei wurde ihm gesagt, dass Hamas als Gruppe diese Anerkennung nicht leisten könne, aber bereit sei, in einer Regierung mitzuarbeiten, die Israel – als legitimen jüdischen Staat – akzeptiert – wenn das von einer Mehrheit der Palästinenser unterstützt werde.

Aber es gäbe einen noch wichtigeren Punkt, so Rabbi Siegman:

„… und das ist, warum diese Unterscheidungen so unaufrichtig sind – der Staat Israel erkennt aber nicht das Recht der Palästinenser auf einen Staat an; soll heißen – es gibt wichtige Parteien in Netanyahus Regierung, inklusive seiner eigenen (Likud), die bis zum heutigen Tag eine offizielle Plattform hast, die den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat abspricht – egal in welchem Teil des Landes. Und dann gibt es da noch die HaBayit HaYehudi, die ganz offen verkündet, es werde niemals einen solchen Staat geben.

Warum hat denn unsere Regierung oder sonst jemand nicht gesagt (Wie bei Hamas argumentiert wird): Mit solchen Parteien in der Regierung bist du kein akzeptabler Partner für Friedensverhandlungen, du bist eine Terrorgruppe, wenn du Gewalt zur Durchsetzung deiner Politik benutzt, wie Hamas es tut. Also, wir sehen die Heuchelei in der öffentlichen Debatte ist umwerfend.“

In der Tat, das ist so und Anne Will und ihresgleichen tun nichts dazu, diesen Zustand zu ändern, im Gegenteil – mit ihrem Papageien-Journalismus machen sie alles noch schlimmer …

Rabbi Siegman weiter:

Netanyahu„Netanyahu habe daraus nie einen Hehl gemacht bevor er Premierminister war, aber danach musste er so tun als ob Israel die „Zweistaatenlösung“ akzeptiert hätte. Und nicht nur das: er war auch gegen Friedensabkommen mit Ägypten, mit Jordanien, gegen jeden echten Schritt für eine Stabilisierung und mehr Frieden in der Region. Er wusste, es wäre nicht klug zuzugeben, dass Israel die Besatzung nie aufgeben wolle, also spielte er eben Theater …und sein eigener Vater sagte zu seinen falschen Beteuerungen:  „Das meinte er doch nicht wirklich … er wird Bedingungen verlangen, die die eine Einigung unmöglich machen.…

Siegman Israel provoked warAuf die Vorwürfe der ADL (Hamas Charta fordere die Zerstörung Israels etc..) als Reaktion auf Siegmans Artikel („Israel hat diesen Krieg provoziert“) reagierte Rabbi Siegman so:

„Ich würde hervorheben, dass das auch Israels Politik ist, einen palästinensischen Staat zu verhindern. Und deshalb haben sie sich bis an die Zähne bewaffnet, um diese Politik umzusetzen. Und der Unterschied zwischen Hamas und Israel ist, dass Israel es tatsächlich tut: sie verhindern ja seit Jahren diesen Staat [deshalb ja der Ausbau der Siedlungen unter allen Regierungen ] und die Palästinenser haben keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft während die Juden in einem wohlhabenden Staat leben mit einer Armee, dessen einziger Zweck darin besteht, den anderen Staat zu verhindern. Das ist ihr Mandat.“

Und obwohl die Besatzungsmacht rechtlich verpflichtet ist, für das Wohl der Unterdrückten zu sorgen, sie zu beschützen tun sie nichts dergleichen – traurig aber wahr. Die Soldaten dort schauen nur zu, wenn die Siedler gewalttätig sind, sie greifen nicht ein. „Das ist nicht unser Job – werden sie sagen. Unser Job ist die Juden zu beschützen.”

Ein oft gehörtes Argument von Israel-Unterstützern ist, dass es wegen des Holocaust, wegen der Verfolgung der Juden, verständlich sei, dass Israel mit massiver Gewalt gegen Hamas vorgeht. Darauf sagt Siegman:

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

Das akzeptiere ich gar nicht, weil die Lehre aus den Verfolgungen doch für mich ist – und das gilt sicher, wenn man der jüdischen Tradition folgt, jedenfalls bevor der Staat Israel entstand – dass man Menschen nicht s0 grausam behandeln darf.“

(Bild links oben ist ein Screenshot aus dem Film „Peace, Propaganda and the Promised Land, klicken Sie auf das Bild, um das Video anzusehen)

Rabbi Siegman weiter:

„Und die Hoffnung war doch immer, das Israel eine Modelldemokratie sein wird, nicht nur das sondern dass dort jüdische Werte im Sinne einer menschlichen Annäherung an diese Fragen praktiziert werden, in der Verfolgung von Gerechtigkeit usw.

Aber was mich am meisten ärgert, ist, wenn die Leute sagen: !Wie können Sie es wagen, die Nazi-Zeit (als Vegleich) ins Spiel zu bringen? Doch worum es hier wirklich geht, ist nicht, was die Nazis getan haben, sondern dass anständige Leute zusehen, wie Ungeheuerliches passiert, aber nichts dagegen tun.

Das ist die wichtigste Lektion aus dem Holocaust. Nicht Hitler und die SS, sondern die Öffentlichkeit, die es zuliess, dass diese Dinge passierten.

Und meine tiefe Enttäuschung ist, dass die Israelis diese Leute immer wieder wählen … und dass der Zionismus von Anfang an auf einer Lüge beruhte, auf einem Mythos – dass Palästina „ein Land ohne Menschen für ein Volk ohne Land“- sei. Doch der Zionismus hat dieses profunde moralische Dilemma in seinem Zentrum nicht aufgearbeitet, sondern stattdessen die Vertreibung von 700.000 Menschen organisiert ..und die Zerstörung ihrer Dörfer und Städte ..“

Ist das bei Ihnen angekommen, Frau Will, NDR-Redaktion? Mit Ihrer unterwürfigen Haltung (und fadenscheinigen Debatten) gegenüber Israel tragen Sie auch dazu bei, dass wieder und wieder „Ungeheuerliches“ passiert, aber diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativiert und legitimiert werden (nicht nur in Palästina auch in der Ukraine, in Syrien, etc.)

(Vielleicht könnten Sie aber auch einmal darüber sprechen, welchen Druck die Zionisten auf Journalisten machen, um sie zur Konformität zu bewegen?)

Zu ihrer Frage „Nimmt Israel zivile Opfer bewusst in Kauf? Lautet die Antwort: Ja, Ja und Ja. (Auch wenn Herr Dressler sich das „nicht vorstellen kann“- wie dämlich muss ein Botschafter in Israel sein?)

Die „Schlange“ (im biblischen Sinn – aber diesmal verhindert sie, dass vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen wird … ) in der Debatte war natürlich Herr Wolffsohn, der – brav nach Dr. Luntz PR-Manual – immer wieder seinen Respekt vor Todenhöfers Engagement betonte, um dann israelische Propaganda zu machen, also falsche Behauptungen zu verbreiten …allerdings clever als Fragen formuliert:

Warum beschießt die Hamas jetzt zu diesem Zeitpunkt Israel mit Raketen? Warum hat die Hamas – eigentlich ohne Grund – angefangen, Israel zu beschießen?

Netanyahus Behauptung, Israel sei (wieder einmal) „gezwungen“, auf die Raketen zu reagieren – mit denen ja „alles angefangen“ hatte – wurde ja auch von Frau Will ungeprüft übernommen. Auf diese Argumentation angesprochen sagt Rabbi Siegmann bei DN! in Richtung Netanyahu:

Occupation realityEs gäbe diese Raketen nicht ohne die Besatzung. Und die gibt es immer noch (so wird suggeriert), weil es keine Einigung … gibt, keine Gruppe, die für alle Palästinenser spricht. Und wenn sie dann eine Einheitsregierung bilden, wie es kürzlich passiert ist, dann versuchst du, sie zu zerstören. Du erkennst sie nicht an. Deshalb gibt es mehrere Gründe für das israelische Vorgehen. Ein hervorstechender ist, die neue Einheitsregierung zu torpedieren.

[was ja auch Finkelstein, Ilan Pappe und Gideon Levy konstatiert haben]

Auf die Frage, warum Netanyahu das denn wolle, folgt die Antwort, die alles erklärt und die wahren Absichten Israels offen legt:

They want all of Palestine.

Schreiben Sie sich das hinter die Ohren Frau Will .. und leider auch Sie, Herr Todenhöfer … der eine unglaubliche Naivität an den Tag legte und rhetorisch ziemlich schwach und defensiv wirkte, (auch wenn es ihn ehrt, dass er Sanktionen fordert) während Herr Dressler schwadronierte wie ein pensionierter General, aber leider meistens nur israelische talking points wiedergab (am Anfang behauptete er allen Ernstes, die vielen toten Zivilisten seien das Resultat moderner, quasi voll-automatisierter Kriegstechnik …).

Als die PLO-Vertreterin versucht, in einem Einwurf die Besatzung als Grund ins Spiel zu bringen, würgt Wolffsohn sie elegant ab. Dann folgt ein abgedroschener Talking-Point über den „Rückzug aus Gaza“ im Jahr 2005, der aber – dank der nicht vorhandenen, intelligenten Moderation von Frau Will – unwidersprochen bleibt. Rabbi Siegman hat auch dazu die passende Antwort:

Das ist natürlich kompletter Unsinn und zwar aus mehreren Gründen. Zunächst einmal wird Gaza (wie auch die West Bank) völlig von Israel kontrolliert…Israel könnte ja seine Umklammerung nicht durchführen, wenn sein Militär nicht das Gebiet umzingelt hätte. Niemand kann sich von dort wegbewegen, wo die Leute eingesperrt sind … ohne mit israelischen Soldaten in Berührung zu kommen. Ich habe deshalb noch keinen Völkerrechtler getroffen, der nicht gesagt hätte, Gaza sei immer noch besetzt. Das ist also völliger Blödsinn.” (Take that, Frau Will!)

Rabbi Siegman spricht aber noch einen wichtigen Punkt an, der in der Propaganda immer wieder auftaucht – und siehe da – auch von Herrn Wolffsohn bei Anne Will abgespielt wird:

Sinngemäß – Wir haben diesen Leuten Gaza überlassen und was haben Sie daraus gemacht? Anstatt etwas aufzubauen, basteln sie Raketen und streiten sich. Bei Wolffsohn klingt das so:

MW:Israel hat 2005 das beherzigt, was immer gesagt wird … Land für Frieden … und sich aus dem gesamten Gazastreifen zurückgezogen .. es gibt keinen einzigen, jüdisch-israelischen Siedler im Gazastreifen und 2005 war wirklich darauf programmiert, den GS zusammen mit der Westbank, mit der IR zu einem blühenden Gemeinwesen zu entwickeln (!) … als Reaktion sind Raketen gekommen und erst 2008 ist die Blockade gekommen … drei Jahre wurden vertan“

Frau Will hätte auf diesen antiquierten Propagandamist natürlich reagieren müssen, – z.B mit dem verräterischen Zitat von Dov Weissglas (Top-Berater von Netanyahu)

The significance of the disengagement plan is the freezing of the peace process,“

„And when you freeze that process, you prevent the establishment of a Palestinian state, and you prevent a discussion on the refugees, the borders and Jerusalem. Effectively, this whole package called the Palestinian state, with all that it entails, has been removed indefinitely from our agenda. And all this with authority and permission. All with a presidential blessing and the ratification of both houses of Congress.“

oder mit einem wichtigen – noch heute relevanten -Artikel von Avi Shlaim, der schon 2009 über die israelische Politik zu Gaza schrieb:

Die Entwicklung einer lokalen Industrie wurde aktiv behindert, um es für die Palästinenser unmöglich zu machen, ihre Unterdrückung durch Israel zu beenden und eine eigenständige Wirtschaft aufzubauen, ohne die es keine echte politische Unabhängigkeit geben kann.“

Soviel zu den Lügen von Wolffsohn über das „blühende Gemeinwesen“, das in Gaza hätte entwickelt werden können. Aber Israels Apologeten kommen damit durch, weil sie sicher sein können, dass von unseren Papageien-Journalisten kein Widerstand kommt … what a shame.

– aber nach dem Motto „gib dem intelligenten Journalismus keine Chance“ … blieb sie stumm und verkörperte stattdessen die Inquisition gegenüber der palästinensischen Vertreterin, die noch einmal versucht, die massiven Übergriffe Israels in der Westbank ins Spiel zu bringen ..die – als geplante Provokation, wie Siegman erklärt – zur Eskalation geführt haben.

Doch nur Todenhöfer greift das Thema auf und spricht vom Selbstverteidigungsrecht der Palästinenser und von Landraub .. er erwähnt auch, dass die IDF nachweislich menschliche Schutzschilder benutzt, aber Will schweigt dazu und Wolffsohn wirft ein, der Goldstone Report der UN sei widerrufen worden (stimmt, aber nur von Goldstone persönlich – nicht von der UN – weil Israel enormen Druck auf ihn ausgeübt hat, eben weil die Kriegsverbrechen darin bestätigt werden. Die drei anderen Mitglieder der Untersuchungskommission blieben bei den Aussagen des Berichtes)

Die friedlichen Demos von denen Todenhöfer träumt, finden ja statt, werden aber auch niedergeknüppelt. Dass Wolffsohn behauptet, Israel habe keine Alternative, als „zurückzuschießen“, weist ihn endgültig als Apologet für israelische Verbrechen aus.

Herr Dressler gewinnt aber das Ringen um die dümmsten Bemerkungen mit dem Satz:

Die Israelische Regierung (die die Entmilitarisierung von Gaza als Ziel erklärt hat) muss sich auf eine nicht quantifizierbare Strecke ihrer Bodenmilitäroffensive im Gazabereich einstellen u. das bedeutet, der ganze Konflikt ist … nicht mehr kalkulierbar.. der Schmerz ist noch nicht schlimm genug, dass sie reden“

Herr Dressler, sie können Ihren Allerwertesten darauf verwetten, dass die IDF und die Zionistenführung ganz genau kalkuliert haben, was sie in Gaza tun und sich im stillen Kämmerlein über Leute wie Sie köstlich amüsieren.

Auf die Frage von AW: Wird Israel den Siedlungsbau stoppen? antwortet Wolffsohn:

1 Camp David generous offer scamEinstweilen nicht .. die Siedler halten sich jedoch nur „ in einem eng begrenzten und klar definierten Raum“ auf (!) und man könne ja später Gebiete tauschen – auch diese extremen Lügen werden von Frau Will als seriöse Antwort zugelassen .. und dann kommt sie auch noch mit dem ultimativen Propagandasatz „Hamas … will Israel von der Landkarte löschen! ..“ (Das war auf Ahmadinejad im Iran bezogen doch von dem stammt der Satz aber auch nicht, Frau Will!)

Auch darauf hat ja Rabbi Siegman schon geantwortet … Israel hat Palästina als eigenständiges, arabisches Land zerstört, also von der Landkarte gelöscht und nicht umgekehrt und beansprucht das ganze Land für sich … das ganze Theater mit den „Friedensverhandlungen“ war und ist also eine unerträgliche Farce …doch unsere Medien tun immer noch so, als ob Israel es ernst meinen würde …

Vielleicht das schlimmste Statement von Frau Will – wo sie quasi den journalistischen Offenbarungseid geleistet hat – war aber auf den Satz von Herrn Todehöfer „Ich muss doch sagen, was ich dort gesehen habe“ – (eine „Bombardierungsorgie“) so zu reagieren:

Wieso müssen Sie das? Wem ist damit gedient, wenn Sie diese Position einnehmen?

MLKpanel4Frau Will, Herr Todenhöfer meinte damit, er sei als Journalist verpflichtet, die WAHRHEIT zu berichten, denn nur dann können die Zuschauer erkennen, wer im Recht und wer im Unrecht ist.

Haben Sie davon schon einmal etwas gehört? Das dieses Suchen nach der Wahrheit die oberste Pflicht des Journalisten ist? Besonders wenn Menschen sterben? Und dass es ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit und ohne Gerechtigkeit keinen Frieden geben kann? Es sieht nicht so aus …

Aber dank Sendungen wie dieser … darf die subtile Verblödung der Zuschauer ungestraft weiter gehen .. und auch der Massenmord in Gaza. Nochmal Rabbi Siegman zum Schluss:

Kein Land und kein Volk würde so ein Leben akzeptieren, wie man es den Menschen in Gaza zumutet. Und deshalb ist dieser moralische Vergleich, der Israel als überlegen präsentiert (weil es sich „verteidigen“ muss) und die Palästinenser in Gaza u. Hamas als Angreifer hinstellt, unzulässig.

Unsere Medien kümmern sich nie darum, dass diese Menschen auch ein Recht darauf haben, ein normales, würdevolles Leben zu führen.“

 

 

 

 

 

 

Witness to an International Crime: Israeli State Terrorism in Gaza *****

http://www.commondreams.org/view/2014/07/16-7