Die Terror-Illusion (2): Kafka in Disneyland (Orlando)

Seltsame Szenen in den amerikanischen „Nachrichten“:  ein Mann mit nicht sichtbaren Schussverletzungen wird  (ausgestreckt wie ein Brett) von fünf Leuten auf der Straße getragen. Sie heben den Regungslosen auf  die Ladefläche eines Pick-up Trucks.

why no paramedicsIm Hintergrund  jede Menge Polizeiautos. Wo sind die Rettungs-fahrzeuge, die Sanitäter, die Notärzte? Nichts davon ist zu sehen und auch nicht die kleinste Spur von Blut.  Die Zeugen eines Massakers (gerade dem Tod entronnen) scheinen nervlich nicht besonders mitgenommen zu sein.

Hat jemand die Autopsie-Berichte gesehen? Wie konnte der Täter ein Sturmgewehr in den Gay-Club mitnehmen? Wie konnte er an der Security vorbeikommen? Wieso konnten 14 (!) Polizisten den Mann drei Stunden lang nicht stoppen? Hasste er Homosexuelle? Oder war nicht selbst (im geheimen) einer, der angeblich regelmäßig den Club besuchte? Was hat das alles wirklich mit dem „IS“ zu tun?

Die Story, die uns hier präsentiert wird, ist nicht glaubwürdig, es gibt zu viele Widersprüche und wie immer trägt unsere Papageien-Journaille dazu bei, die konstruierte „Legende“ (wie es in Geheimdienstkreisen heisst) über den „Täter“ unkritisch zu verbreiten.

Schauen wir uns einige Aspekte genauer an:

TATHERGANG & MOTIV

Be a good American cutImmer wenn man denkt, die Absurdität des inszenierten Terrors hat ihren Höhepunkt erreicht, geht es noch eine Stufe weiter. In diesem Fall meine ich damit die Behauptung, der  (angebliche) Täter habe „ungefähr zum Zeitpunkt des Massakers“ *den Notruf 911 gewählt, um dort zu deponieren, dass er dieses Verbrechen als Anhänger von „IS“ begeht.

(*Laut Guardian erfolgte der  wahrlich „bizarre“ Anruf  exakt um 2:22 Uhr: „20 Minuten nachdem das Massaker begonnen hatte“

Denkt man darüber nach, wird klar: DAS IST DOCH VÖLLIG ABSURD. Niemand (der noch „alle Tassen im Schrank“ hat) verhält sich so.

Ein Mann, der bereit ist, Massenmord zu begehen, befindet sich in einem geistig-seelischen Ausnahmezustand. Wieso sollte er – umgeben von Leichen, schwer Verletzten und massenhaft Blut – ausgerechnet den Notruf wählen und dort genau jene Namen erwähnen, die laut US-Behörden in andere Terroranschläge verwickelt waren?  (Tsarnaev-Brüder / „Boston-Bombing“ etc.)

(Das klingt verdächtig nach „MK Ultra“ … War Mateen ein neuer „Sirhan Sirhan“ der CIA? (Manchurian candidate)

Ich vermute, die „911“ (Notruf-Nummer in den USA)  muss dazu herhalten, eine emotionale Verbindung zum traumatischen  „11. September“ 2001 beim amerikanischen Publikum herzustellen. Die Information, dass Mateen diesen Anruf getätigt habe, kam vom FBI  in Tampa (Ron Hopper)

  • Wurde das Tonband mit dem Anruf veröffentlicht? NEIN.
  • Hat irgendein Journalist selbst gehört, was der Anrufer sagte? NEIN.

AP und andere Presseberichte berufen sich meistens auf eine „anonyme Quelle“ aus Polizeikreisen:

The official was familiar with the investigation, but was not authorized to discuss the matter publicly and spoke on condition of anonymity.

(Diesen Satz werden wir noch öfter hören bzw. lesen. Hier wird also die Presse mit NICHT VERIFIZIERTEN Informationen „gefüttert“)

Wir WISSEN also nicht,

  • ob und wann Mateen WIRKLICH diesen Anruf getätigt hat (der müsste ja auf seinem Handy registriert sein) bzw.
  • WER angerufen hat (das könnte ja auch jemand anderes gewesen sein …)

FBI poster information request MateenLaut FBI-Direktor Comey hat der Täter gegen 2:30 Uhr den Notruf gewählt, aufgelegt, dann noch einmal angerufen. Schließlich wurde er von der Notruf-Zentrale zurückgerufen. Es gab also demnach insgesamt drei Telefonate mit „911“. (Zeugenaussagen dazu siehe weiter unten)

Wie jeder Kriminalist weiß, können einzelne Behauptungen über einen bestimmte Aktion frei erfunden sein. Gibt es mehrere Zeugenaussagen, die unabhängig von einander den gleichen Hergang beschreiben, kann mit großer Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass die Schilderung korrekt ist (Erhärtung der Beweiskraft).

Umgekehrt sind WIDERSPRÜCHLICHE AUSSAGEN EIN KLARES INDIZ DAFÜR, DASS HIER JEMAND LÜGT … und dafür  gibt es in diesem Fall genug Beispiele:

Schaut man sich genauer an, WAS Mateen denn nun wirklich am Telefon gesagt haben SOLL bzw. was SEIN MOTIV für das Verbrechen gewesen sein soll,  findet man schnell Ungereimtheiten:

CBS News berichtete, dass Mateen auf Facebook vor der Tat diese Botschaft hinterlassen haben soll, doch andere Quellen sagen, er hatte gar keinen facebook-account bzw. diese wurden erst nach der Tat unter seinem Namen angelegt – das müsste sich ja überprüfen lassen (allerdings nicht vom FBI, weil man denen nicht trauen kann).

“You kill innocent women and children by doing us airstrikes..now taste the Islamic state vengeance. In the next few days you will see attacks from the Islamic State [ISIS] in the usa.” [auffällig USA klein geschrieben, Islamic aber nicht …]

MOTIV # 1: RACHE FÜR „ IS“ bzw. „BOMBENOPFER“ DES US-MILITÄRS

(In welchem Land wird nicht erwähnt, doch der IS hat ja nur in Nord-SYRIEN und im IRAK eine territoriale Machtbasis, mit logistischer Versorgung durch die Türkei )

Doch denkt man logisch darüber nach, ergibt sich daraus keinesfalls ein Treueschwur für den IS. Warum? Weil diese Mörderbande selbst tausende unschuldige FRAUEN, MÄNNER UND KINDER in Syrien umgebracht hat (also Muslime, die zur „falschen“ (nicht radikalen) Konfession gehörten (Schiiten, Alawiten und/oder Anhänger von Assad waren aber auch hunderte Christen – Juden sind offenbar keine „Zielgruppe“ …).

Der IS kämpft ja EBEN NICHT GEGEN die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten, (Israel, Saudi Arabien, Türkei) sondern gegen Regierungen, die sich bisher nicht Washington  und Tel Aviv unterworfen haben: Syrien und Irak).

Die Washington Times „informiert“ uns darüber, dass Mateen angeblich noch mehr auf facebook offenbarte:

You kill innocent women and children by doing us airstrikes … now taste the Islamic state vengeance.”America and Russia stop bombing the Islamic state .In the next few days you will see attacks from the Islamic state in the usa.”

AMERICA IS AirforceEs geht also nun  um die Bombardierung  durch „Amerika“ und Russland (wir sprechen also vom perfiden  Terror- Krieg gegen Syrien). Komisch in Russland gibt es aber KEINE Terroranschläge, obwohl es doch die russischen Bomben sind, die dem IS wirklich zusetzen. Die USA tut ja nur so, als ob sie den IS bekämpfen würde, in Wahrheit sind diese synthetischen Dschihadi-Verbrecher nützliche Idioten für die skrupellose Allianz zwischen USA, Israel, Saudi Arabien und der Türkei. Man macht sich nicht mehr selber die Hände „schmutzig“ (sprich: blutig), also keine Soldaten in Uniform, sondern nur „special forces“ als „Berater“ für IS & Co….

Diese fingierte „Rache“ soll also DEN EINDRUCK ERWECKEN, dass die USA wirklich den IS bekämpfen (was eben nicht stimmt) und die Amerikaner dazu bringen, noch mehr Milliarden in die Kriegs- , „Security“- und Überwachungsmaschinerie zu stecken bzw. diese perversen Ausgaben zu akzeptieren, obwohl das Geld anderswo dringend gebraucht wird.

MOTIV # 2: ENDE  DER  MORDANSCHLÄGE DES US-MILITÄRS AUF ZIVILISTEN  IN AFGHANISTAN  (vor allem durch Drohnen)   

Patience Carter Pulse victimDie  am Bein verletzte Audio-Zeugin PATIENCE CARTER  (sie sah, am Boden liegend, versteckt im Behinderten-WC,  nur die Füße des Täters, nicht ihn selbst)  sagte allerdings aus, sie habe gehört wie „er“  telefonierte,  um seine Motive für die Tat zu schildern (an sich schon völlig SURREAL in dieser Situation).

Demnach wollte er, dass die USA damit aufhören „sein Land“  zu bombardieren. Doch seine Eltern kommen aus AFGHANISTAN, nicht Syrien.

Das FBI hat den Bezug zu Afghanistan gegenüber der Presse nicht erwähnt, nur dass er sich zum IS bekannt habe. Wir sehen bereits, dass hier etwas nicht stimmt.

(Hier liest Miss Carter ein dramatisches Gedicht vor, das sie zur seelischen Bewältigung der Ereignisse selbst verfasst hat und erzählt dann, was sie erlebt hat.

Laut Carter fragte der Täter die angeblichen „Geiseln“, die sich in den WC-Abteilen versteckt hatten, „ob auch Schwarze da seien“ und deklarierte, er habe kein Problem mit ihnen, schließlich hätten sie schon „genug durchgemacht“ und es ginge „um sein Land“.

Dann sagt Carter etwas Erstaunliches aus:

Es hörte sich an, als ob er MIT ANDEREN KOMMUNIZIERTE, DIE AUCH AN DEM ANSCHLAG TEILNAHMEN, er sprach von „Scharfschützen, die wir draußen haben“  (!) Vielleicht war er nicht ganz bei Trost, vielleicht redete er nur mit sich selber aber ich glaube wirklich nicht, dass er ganz alleine diese Tat begehen konnte“

Diese Aussage hat natürlich Sprengkraft, denn sie ist ein weiteres Indiz dafür, dass die  „Einzeltäter“-Version nicht glaubwürdig ist (er konnte 100 Leute in einer dunklen, überfüllten Disco treffen, davon 50 tödlich, aber kein Polizist wurde beim „Schusswechsel“ verletzt? (Das mit dem Helm ist BS)

BIZARRES THEATER: ABSURDES   VERHALTEN DES  TÄTERS  AM  TATORT

CBS Mateen called TV stationDann wird auch noch behauptet, er habe beim Massenmord „zwischendurch“ eine Fernseh-Station angerufen  und dort ebenfalls seine Loyalität zum IS bekundet. Diesen haarsträubenden Schwachsinn kennen wir ja schon aus dem „Terroranschlag“ in Paris,  wo uns ebenfalls eine solche BS-Meldung serviert wurde.

Ein Mensch, der von Leichen umgeben und von Polizisten umzingelt ist, den Tod vor Augen hat, ruft beim Fernsehen an? Dass diese Story gewaltig „stinkt“ wird aus den unten angeführten Details klar:

CBS Mateen bizarrre com during slaughterDer amerikanische TV-Sender  CBS interviewte dazu den Mann, der  angeblich den Anruf von Mateen entgegengenommen hat:

Matthew GENTILI ist  Produzent  beim (Orlando) News-TV-Sender „News 13“ . CBS formuliert seine Aussage so:

„Gentili … sagte gegenüber CBS-News, dass Mateen gegen 2:45 UHR  (Sonntag früh) beim Sender angerufen habe, während er im Schwulen-Nachtclub 49 Menschen abgeschlachtet hat“  (die Zeitangabe ist ENORM  wichtig – siehe weiter unten)

Gentili wird von CBS zum Telefongespräch mit Mateen so zitiert:  („Er klang sehr gelassen am Telefon“)

MATEEN: Haben Sie schon von der Schießerei gehört? (Do you know about the shooting?)

Gentili sagte, dass er so etwas gehört habe [tatsächlich wusste er zu diesem Zeitpunkt NICHTS VOM PULSE, er hatte zwar den Polizeifunk gehört, verstand aber den „Polizeijargon“ nicht; er wusste nur, dass es eine Schießerei in der Gegend gegeben hatte – siehe Protokoll unten]

MATEEN :  Ich bin der Schütze. Ich bin’s. Ich bin der Schütze. (“I’m the shooter. It’s me. I am the shooter”)

CBS Darstellung:

Gentili erzählte, Mateen habe gesagt, er tat es für den IS (von Irak und Syrien) und dann begann er ARABISCH Zu sprechen.

Gentili:  Zu diesem Zeitpunkt verstand ich nicht, wass er sagte. Er sprach so schnell, aber es war …. Er sprach flüssig. WELCHE SPRACHE DAS AUCH WAR, er kannte sie. Und er sprach extrem schnell. Dann sagte ich zu ihm, Bitte sprechen Sie Englisch.

Gentili: Dann war es eine Weile still. Ich fragte ihn: Wollen Sie noch etwas sagen? Er anwortete Nein und legte auf.

Doch im Video auf der CBS-Website sagt Gentili etwas anderes:

„He started saying he did it for the Islamic State, (ISIS) and then he started speaking in  a foreign language

Er spricht also von einer „fremden Sprache“, in der Mateen plötzlich (und sehr schnell) redete  (nicht „arabisch“). Die Eltern von Mateen sind aus Afghanistan, dort spricht man aber Dari und Pashtu, das sind persische Sprachen, die mit Arabisch nichts zu tun haben.

Auf YouTube findet man aber ein Video, indem wieder „Arabisch“ gesagt wird.  Wurde überprüft, ob Mateen überhaupt arabisch verstand? Das FBI verhält sich auffällig still zu diesen Aussagen.

News13 transcript screenshotAuf der News13 website wurde ein vollständiges Gesprächs-Protokoll des Interviews veröffentlicht, darin ist folgendes zu lesen:

„…Er sagte, er tat es für ISIS und dann begann er in einer fremden Sprache zu reden und ich dachte (da wir in Orlando sind) vielleicht war es Spanisch. Doch er redete so schnell, ich konnte nichts verstehen … und wenn ich JETZT daran zurückdenke, wahr es wohl arabisch ….“

Dann sagte ich „Können Sie bitte englisch sprechen? Und er sagte wieder „ Ich tat es für ISIS, ich tat es für den Islamischen Staat. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, war perplex und fragte ihn dann: Wer sind Sie? Wo sind Sie? Und er sagte mir, das ginge mich einen Dreck an“.(!)

Er wollte nicht sagen, WER ER WAR oder wo er sich befand, er wollte mir sagen, er habe es „für ISIS“ getan.

  • Gentili wurde also (durch die Medienberichte und den IS-Kontext) später dazu animiert, so denken, es sei „Arabisch“ gewesen, obwohl er kein Wort davon verstanden hatte.
  • Was hat es für einen Sinn, beim Fernsehen anzurufen und mehrfach zu betonen „Ich tat es für den IS“ wenn man seinen NAMEN nicht nennt? Wie bekloppt / absurd ist das?
  • Das Gespräch ist inkohärent und surreal. Der Anrufer klingt zeitweilig wie ein Roboter (mind-controlled) bzw. könnte es sich auch um einen aufgenommenen Text gehandelt haben, den ein Unbekannter aufgesagt hat.

Wir sehen hier  deutlich, wie die Mainstream-Journaille durch FRAGMENTIERUNG der Aussagen den Kontext unterschlägt bzw. verzerrt. Das zeigt sich auch daran, dass diese wichtige Frage im Interview kaum Erwähnung in den Medien findet:

Was haben Sie im Hintergrund (während des Telefonats) gehört?

GENTILI:  Wenn ich mich zurückerinnere, das war wirklich erstaunlich – ICH HÖRTE GAR NICHTS. Hätte ich Polizeisirenen oder irgendwelche Hintergrundgeräusche gehört, dann wäre das aussagekräftiger für mich gewesen, wissen Sie .. wie ernst dieser Anruf wirklich war, doch ich hörte nichts am anderen Ende, nur ihn.“

Damit wird die Glaubhaftigkeit des angeblichen Anrufs von Mateen vom Tatort weiter erschüttert. Gar nichts gehört, absolute Stille? In einem Gebäude, wo dutzende Verletzte lagen? Keine Schreie um Hilfe, Schmerzenslaute, keine verzweifelten Rufe? Kein Geräusch von Handies, die Botschaften sendeten oder empfingen?

Wieder und wieder erzählen uns Dritte, was Mateen (den niemand VISUELL identifiziert hat) angeblich gesagt hat und auch das nur in Bruchstücken (der vollständige Kontext fehlt).

Doch es gibt einen klaren BEWEIS dafür, dass die Polizeibehörden lügen und das ist der Zeitfaktor:

TATHERGANG (2): DIE ZEITLICHE ABFOLGE DER EREIGNISSE

Zu den Ermittlungsaufgaben der Polizei gehört es auch die genaue zeitliche Abfolge des kriminellen Geschehens festzustellen, also wann war wer wo und wielange, etc. Damit kann Plausibilität bewertet bzw. Alibis überprüft werden.

Laut Presseberichten (die sich wiederum auf die örtliche Polizei bzw. das FBI stützen) begann Mateen GEGEN 2 UHR MORGENS (Ortszeit) mit dem Massaker im „Pulse“ (Disco /Treffpunkt für Homosexuelle).

Nach einem  Schusswechsel mit Polizisten im Tanzsaal verschanzte sich der Täter dann angeblich in der Toilette-Anlage der Disco und „es kam zu einer Geiselnahme-Situation“ (obwohl inzwischen dutzende Leute fliehen konnten). Laut Polizeichef Mina dauerte das Tauziehen (Verhandlung mit Täter?)  drei Stunden.

Um sich „die Zeit zu vertreiben“ (zynisch formuliert), schrieb Mateen – nach diesen Angaben – zwischendurch Bekenntnisse auf facebook, telefonierte mit der Notruf-Zentrale und einem Fernsehsender – wie oben näher erläutert.

Erst „gegen  5 Uhr morgens trafen wir die Entscheidung, die Geiseln .. zu befreien“ sagte Mina gegenüber der Presse.

Doch diese ZEIT-ANGABEN ÜBER DEN TATHERGANG stehen IN KRASSEM WIDERSPRUCH zu Twitter-Meldungen, die in Orlando in dieser Nacht abgeschickt wurden:

Um 00:05 tweetete ein lokaler TV-Reporter (WESH 2) namens Stewart Moore folgende Botschaft:

Stewart bomb 20 shot 0005

 „Source tells me suspect wearing a bomb, barricaded inside night-club, more than 20 shot with long gun“ 

(Eine „Quelle“ sagt mir der Verdächtige trägt Sprengstoff am Körper, hat sich im Nacht-Club verbarrikadiert, auf mehr als 20 Menschen mit Gewehr geschossen;)

Doch laut Polizeiangaben begann das Massaker erst GEGEN 2 UHR morgens (12.Juni)  Wenn das wahr ist, wie konnte dann dieser Reporter schon FÜNF MINUTEN NACH MITTERNACHT diese Message tweeten? Wer gab ihm diese Information?

Orlando POL tweet 0058  12JUN

Um 00:58  schickte die Polizei in Orlando ebenfalls einen „Tweet“ mit folgendem Inhalt:

Shooting at Pulse on S Orange, multiple injuries, stay away from area“

(Schießerei beim Pulse auf der südlichen Orange-Avenue, mehrere Verletzte, halten Sie sich von diesem Gebiet fern)

Auch hier fällt auf, dass der Zeitpunkt, an dem diese Nachricht gesendet wurde,  NICHT mit den offiziellen Angaben übereinstimmt:

Wenn die Polizei schon KURZ VOR 1 UHR von „mehreren Verletzten“ spricht, kann das Massaker nicht erst GEGEN 2 UHR begonnen haben. Der Angriff begann also demnach schon wesentlich früher.

Warum aber LÜGT DANN DIE POLIZEI gegenüber den Medien? Was soll hier vertuscht werden?

Der Zeitpunkt der Polizei-Meldung auf Twitter ergibt aber Sinn, wenn man davon ausgeht, dass der Tweet von Stewart Moore der Wahrheit entspricht: die Schießerei BEGANN BEREITS EINIGE ZEIT VOR MITTERNACHT (am 11.Juni) , so konnte er schon 5 Min nach Mitternacht darüber berichten.

Eine weitere Twitter-Meldung von einem gewissen „Emilio“ (veröffentlicht von der britischen Zeitung Daily Mail) erhärtet diese Annahme: Sie wurde KURZ VOR MITTERNACHT versandt und lautet:   (Wir sind im Pulse …es gab eine Schießerei, holt die Bullen)

„…We are hiding in the dressing room/ There was a shooting /Please tell the cops“  

Endgültig erhärtet wird meine Hypothese der FALSCHEN Zeitangaben durch einen Artikel, den die britische Zeitung The Independent am Sonntag, den 12.Juni veröffentlichte. Darin heisst es u.a.:

1 Independent 935 JUN 12The shooter was killed following a four hour stand-off with Orlando police at the Pulse nightclub, having killed at least 20 people„

Es wird also gemeldet, dass der Täter (Schütze) nach vierstündigem Tauziehen (einer Pattsituation) getötet wurde, nachdem er mindestens 20 Menschen erschossen hatte. Na und?

Das Problem ist wieder der Zeitpunkt der Veröffentlichung: 9:35 Uhr BST (British Summer-Time). Die Briten haben also wie wir die Uhr um eine Stunde vorgedreht, deshalb ist der Zeitunterschied zur „Eastern Time-Zone“ in den USA (wozu Florida gehört) -5 Stunden. Das bedeutet, in Orlando war es erst 4:35 Uhr als dieser Artikel online publiziert  wurde.

Doch – wie bereits erwähnt – wurden laut Polizeichef die „Geiseln“ erst NACH 5 UHR MORGENS (zwischen fünf und 5:30 Uhr) mittels Sprengladung, Panzerfahrzeug und SWAT-Team „befreit“. Dabei wurde der Täter erschossen.

Wie konnte dann dieser Artikel schon um 4:35 Uhr (Ortszeit Orlando) erscheinen, wenn die Entscheidung (zu stürmen) erst um 5:00 getroffen wurde und der Schütze vorher noch lebte?

Die spektakuläre Antwort darauf liefert ein Tweet der Polizei von Orlando,gesendet um 2:53 Uhr:

Orlando Police shooter dead 253

DER SCHÜTZE IST TOT. (Pulse Shooting: The shooter inside the club is dead.)

Wie bitte? Der Täter war also bereits sieben Minuten vor drei Uhr tot? Warum wartete man dann bis „fünf Uhr morgens“ damit, die „Geiseln“ auf spektakuläre Weise zu befreien? Wann starb der Täter wirklich? Diese Frage ist von enormer Bedeutung und damit auch der Autopsie-Bericht.

Damit kommen wir zu jenem Pathologen, der die Leichen untersucht hat: Dabei handelt es sich um Dr. Joshua Stephany, der interessanterweise nur vier Tage nach dem Massaker zum „Chief Medical Examiner“ von Orange County ernannt wurde.

In diesem Video-Clip sagt Dr. Stephany, er habe die Leiche des vermeintlichen Täters „GANZ ALLEINE in einem separaten Gebäude“ untersucht (2:58 Min) und damit wohl auch „by himself“ den  Todeszeitpunkt und die Todesursache festgestellt. In einer so brisanten Angelegenheit wäre es angemessen und notwendig gewesen, einen zweiten forensischen Pathologen bei der Obduktion dabei zu haben.  Der Obduktions-Bericht für alle Opfer (exakte Todesursache) hat enorme politische Brisanz, deshalb wird er auch unter Verschluss gehalten.

Angesprochen auf die Ergebnisse der Obduktion sagte Dr. Stephany nur: „We all know what happened there

Soll das ein Witz sein?

Warum sollen wir unbedingt glauben, dass das Massaker erst um 2 Uhr morgens begann?  Und wie glaubwürdig sind dann „Zeugen“ die aussagen:  „I was there. Shooter opened fire at around 2:00am“  Was ist hier los?

(Fortsetzung folgt …)

 

 

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DEADLY BETRAYAL: Wie unsere Journalisten Terrorismus, Krieg und Massenmord ermöglichen

turkishisisAm 2. Dezember präsentierte das russische Verteidigungsministerium in einer Pressekonferenz klare und überzeugende Indizien dafür, dass die Türkei in den illegalen Öl-Schmuggel von IS involviert ist, also damit Terroristen und Mörder unterstützt. (Andere Quellen, die das bestätigen –siehe weiter unten)

Dieses Press Briefing war von enormer Wichtigkeit, weil die Türkei als NATO-Mitglied, enger Verbündeter der USA (und ab 2016 Visa-Freiheit und erneut Anwärter auf die EU-Mitgliedschaft!) eine zentrale Rolle in den außenpolitischen Intrigen spielt, die für verdeckt geführte Kriege, Massenmord, Vertreibung und Flüchtlingselend verantwortlich sind und dessen „blowback“ ja die „erhöhte Terrorgefahr“ in Europa sein soll.

Diese gefährliche Rolle der türkischen Regierung näher zu untersuchen, müsste daher eine vorrangige Aufgabe für die Presse sein.

Doch dieses Ereignis wurde VON UNSEREN MEDIEN IGNORIERT, ALS OB ES NIE STATTGEFUNDEN HÄTTE oder so bagatellisiert, dass es praktisch „unterging“.

Diese Journalisten müsste man wegen „Hochverrat“ an der Demokratie anklagen, denn sie verdienen ihr Geld damit, uns (um die Wahrheit) zu betrügen, wofür sie anscheinend auch billigend „über Leichen gehen“.

Diese moralisch korrupten und „gekauften Journalisten“ (Ulfkotte) sind die Totengräber des Völkerrechts, der Demokratie und der Freiheit.

Ohne ihre willfährige Unterstützung wären die politischen Verbrechen, die sich vor unseren Augen abspielen und wahrscheinlich zum dritten Weltkrieg führen, nicht möglich.

1 ZUR RUSSISCHEN PRESSEKONFERENZ (Ganzer Text- Englisch -siehe hier)

Der stellvertretende, russische Verteidigungsminister Anatoly ANTONOV sagte dabei u.a.:

„Der internationale Terrorismus ist die größte Gefahr in der heutigen Welt. … Viele Länder mussten das schon am eigenen Leib erfahren, besonders Russland. Der IS nimmt im IT eine absolute Spitzenstellung ein. Aber es gibt Mittel und Wege dieses Monster zu bekämpfen und zu besiegen. Die russische Luftwaffe hat das in den letzten zwei Monaten demonstriert. Wir sind überzeugt davon, dass dafür die finanziellen Quellen von IS zerstört werden müssen, wie Präsident Putin schon mehrfach betont hat. […]

Der illegale Verkauf von Erdöl ist eine Haupteinnahmequelle für die Terroristen in Syrien, die von manchen auf 2 Milliarden jährlich geschätzt wird.

Die Türkei ist der Hauptabnehmer dieses gestohlenen Erdöls, dessen legitime Besitzer die Staaten Syrien und Irak sind. Der erschreckendste Teil daran ist, dass sogar die politische Führungsebene in diese illegalen Geschäfte verwickelt ist: Präsident Erdogan und seine Familie.“

Es werden dann Satellitenaufnahmen, Aufklärungs-Videos und Fotos gezeigt, die beweisen, dass das gestohlene Öl (in industriellen Mengen) mit tausenden Tanklastern in die Türkei gebracht  wird: als „rollende Pipeline”.

c2a9-syria-mil-ruDas russische Militär hat drei wichtige Transport-Routen identifiziert:

  • Die westliche Route führt von den Ölfeldern in Raqqa durch West-Syrien (wo das russische Flugzeug abgeschossen wurde) zu den Mittelmeerhäfen Dörteyol und Iskenderun
  • Die nördliche Route geht von den Ölfeldern bei Deir- Ez-Zor im Osten Syriens entlang dem Fluss Euphrates zur Ölraffinerie in Batman, etwa 100 km nach der syrisch-türkischen Grenze. Ein Satellitenbild vom 18.Oktober zeigt 1.722 Tanklaster bei Deir-Ez-Zor, die darauf warten, beladen zu werden.
  • Die östliche Route beginnt im Norden des Irak, geht über die türkische Grenze (bei Zakho) und endet an einem großen Schiffs-Umschlaghafen (Pumpstation)in Cizre. Ein Satellitenfoto vom 14. November zeigt mehr als 3000 Tanklaster beim Grenzübertritt auf in die Türkei. Zwei weitere Bilder zeigen einen Teil der Strecke zwischen der syrischen Stadt Azaz und dem Grenzübergang. Auf dem ersten sieht man 240 Tanklaster auf der türkischen und 80 auf der syrischen Seite. Das zweite vom 16. November zeigt eine Kolonne von 360 Tanklastern am gleichen Grenzübergang.

Turkish-trucks-carrying-ISIS-oilInsgesamt transportieren 8.500 Laster bis zu 200.000 Tonnen Öl pro Tag, heißt es in der Pressekonferenz. Der Großteil dieser Fahrzeuge kommt über den Irak in die Türkei. Die angeblichen „air strikes“ der US-geführten Koalition haben diese „Ziele“ nicht getroffen ..,

Ein Überwachungsvideo zeigt auch, dass diese Lastwagen an der türkischen Grenze nicht kontrolliert werden. (Kann von YouTube blockiert werden)

Generalleutnant Mikhail MIZINTSEV erklärt, dass die Terroristen von IS auch direkt mit Nachschub versorgt werden:

Allein in dieser Woche sind aus der Türkei an die 2.000 neuen Kämpfer zu IS und Al Nusra etwa 120 Tonnen Munition und 250 Fahrzeuge gebracht worden. „

life sentence cumhuriyetAntonov weist auch darauf hin, dass Erdogan türkische Journalisten verhaften ließ, als diese den Waffenschmuggel nach Syrien , getarnt als „Hilfslieferung“ aufdeckten (Cumhurriyet Chefredakteur). Dazu gibt es ja auch ein Video von der Deutschen Welle (Englisch):

Antonov wendet sich dann direkt an anwesende Journalisten und ermutigt sie dazu, das gezeigte Daten-Material für weitere investigative Recherchen zu nutzen und sagt dann:

„Wir vertrauen darauf, dass – mit Ihrer Hilfe – die Wahrheit siegen wird.“

Doch dieses „Vertrauen“ wird zu 100% enttäuscht werden, denn wer noch daran zweifelte, dass unsere Schafsmedien und Papageienjournalisten nur mehr ein Fließband für perfide Propaganda, Lügen und Desinformation sind, kann sich anhand des Umgangs mit dieser Pressekonferenz davon überzeugen.

2 DIE   ZENSUR   UND   GLEICHSCHALTUNG   DER RUNDFUNK-MEDIEN (gebührenpflichtig!)

Tagesschau 212 IS finance BW EinsatzWeder die Tagesschau noch die Tagesthemen haben am 2. Dezember über die russische Pressekonferenz berichtet. Totales Blackout einer unbequemen Wahrheit. (ZDF und ORF dasselbe) Ein journalistischer Skandal, über den sich anscheinend niemand aufregt. Der Beitrag „Deutschland u. Frankreich wollen Finanzierung des IS erschweren“ kann in diesem Kontext nur als schwarzer Humor ausgelegt werden.

Und diese Leute haben die Chuzpe, sich über fehlende Pressefreiheit in Russland oder Syrien zu beschweren …

Die eilige Entsendung deutscher Soldaten nach Syrien in einen verdeckten Terror-Krieg der Geheimdienste gegen den souveränen Staat Syrien, kann angesichts dieser Zensur von den Zuschauern nicht richtig interpretiert werden. (Van der Leyen ist wohl der dümmste Verteidigungsminister, den Deutschland je hatte, sie hat also Chancen auf einen Orden von Obama!)

ORF: ENABLER VON KRIEG UND MASSENMORD

Ich möchte am Beispiel des ORF verdeutlichen, wie eine perfide Form der Zensur ausgeübt wird und wie das „Feindbild“ Russland durch subtile Formulierungen genährt wird:

Die wichtigsten Nachrichtensendungen im TV-Programm des ORF sind die „ZIB“ (Zeit im Bild), die mehrmals täglich gezeigt werden (fast stündlich). In der „Prime Time“, also am Abend, wenn die die Zuschauerzahlen am höchsten sind, werden die „ZIB 1“ (um 19:30 Uhr) und die „ZIB 2“ (um 21:45 Uhr) gezeigt.

Wenn man die ZIB 2 –Sendungen vom 2. bis 4. Dezember überprüft, sieht man, dass darin KEIN WORT über die russische Pressekonferenz vorkommt. (Dass es eine „Neuübersetzung von „Der kleine Prinz“ gibt, war einen eigenen Beitrag wert, die Förderung einer brutalen Terror-Organisation wie IS durch den türkischen Staat, nicht!)

Das ist wieder ein klarer Fall von ZENSUR durch TOT-SCHWEIGEN. (Zur besonderen Inszenierung in der ZIB 1 kommen wir weiter unten.)

Terrorfolgen ORF 1Terrorfolgen ORF 2Auf der Homepage des ORF gibt es auch einen „Themenschwerpunkt“: Terror und die Folgen. Auch hier KEIN WORT über die russische Pressekonferenz, die – bis dato unwiderlegte – Beweise für die Beteiligung der Türkei am Ölschmuggel von IS präsentiert hat. (siehe Screenshots abgerufen am 5.12.2015)

Auch in den Hörfunk-Programmen des ORF das gleiche Bild, hier demonstiert am Beispiel von „Ö Eins“, das sich als „Kultursender“ an die geistige und wirtschaftliche Elite als Zielpublikum wenden will. Am 2. Dezember 2015 wird in keiner der Journalsendungen oder „Nachrichten“ die russische Pressekonferenz erwähnt.

Mittagsjournal 312 Ö1Am Donnerstag, dem 3. Dezember findet man zum Thema „Russland“ nur das als Schlagzeile im „Mittagsjournal“:

„Putin Droht Türkei“

Schon dieser Titel und die Anmoderation zeigen deutlich, wie voreingenommen die Journalisten sind und wie bemüht man ist, den russischen Präsidenten immer in einem negativen Licht darzustellen:

„Putin heizt Konflikt mit Türkei weiter auf“

Auch in den „Nachrichten“ um 14:00 wird gegen Russland Stimmung gemacht: (Beitrag dauert 68 Sekunden)

„Diesen Streit hat Putin heute mit harten Worten und neuen Vorwürfen weiter angefacht“

Wie jeder Journalist weiß, ist der Kontext, in dem eine „Meldung“ gebracht wird, entscheidend dafür, wie sie vom Publikum aufgenommen wird und in welche Richtung die (eventuelle) Empörung der Zuschauer kanalisiert werden kann (siehe dazu Mausfeld: Empörungsmanagement).

In diesem Fall ist der richtige Kontext die Tatsache, dass ein russisches Kampfflugzeug heimtückisch (ja dieses Wort ist durchaus angebracht) vom türkischen Militär abgeschossen wurde, obwohl dieses keine feindseligen Absichten gegenüber der Türkei hatte, was die Regierung Erdogan auch genau wusste. (Mehr dazu weiter unten)

Celik Grey WolvesDie Ermordung der wehrlosen Piloten (im Fallschirm) bzw. im Rettungshubschrauber durch faschistische „Graue Wölfe“ (Bild) in Syrien ist ein Kriegsverbrechen nach der Genfer Konvention. (mehr Info dazu siehe meinen „Unter Wölfen“- Türkei Beitrag) doch das interessiert die Ö1-Papageien-Redaktion nicht. Deshalb begreift sie auch nicht, dass die türkische Regierung tatsächlich für den Tod des Piloten verantwortlich ist und stellt Putins Reaktion als überzogen und unversöhnlich dar (ganz im Sinne der USA/NATO).

Um diesen Eindruck zu erzeugen, wurden aus Putins Rede jene Passagen weggelassen, die zeigen, dass er durchaus auch versöhnliche und besonnene Worte gewählt hat. Außerdem wurde der Kontext manipuliert, um Aussagen zu unterschlagen, die die Unterstützung der Türkei für islamistische Terrorgruppen im Kaukasus – schon in den 1990er Jahren – zum Inhalt haben:

Der ORF bringt aus Putins Rede:

Wir wissen, wie er in der Türkei seine Taschen füllt und den Terroristen erlaubt …(durch die Erlöse des illegalen Ölhandels Söldner zu rekrutieren, Waffen zu kaufen und unmenschliche Terroranschläge …. zu organisieren). Den folgenden Satz bringt er aber nicht:

Wir erinnern uns, dass die Milizen, die zwischen 1990 und 2000 im Nord-Kaukasus operiert haben, Zuflucht, sowie moralische und materielle Unterstützung in der Türkei fanden. Das ist auch heute noch so.“

Diese Aussage Putins ist völlig korrekt, untermauert die Verlogenheit und Hinterlist der türkischen Führung, deshalb muss sie unterschlagen werden.

(Zur zentralen Rolle der Türkei / AKP bei Erschaffung islamistischer Terrorgruppen in den 1990er Jahren siehe auch Sibel Edmonds)

putinEbenso wie diese Äußerung, die eben nicht geeignet ist, Putin zu dämonisieren:

Das türkische Volk ist freundlich, fleißig und talentiert. Wir haben viele gute, verlässliche Freunde in der Türkei. Erlauben Sie mir, zu betonen, dass wir sie nicht mit jenem Teil der derzeitigen Führungsschicht gleichsetzen, die direkt für den Tod unserer Soldaten verantwortlich ist.“

Der nächste Satz

„Wir vergessen diese Hilfe für Terroristen nicht und werden Verrat immer für die niederträchtigste Tat halten, das sollen die in der Türkei wissen, die unseren Piloten in den Rücken geschossen haben.“

wird dann als Audio-Clip wieder abgespielt und sehr schlampig übersetzt. Putin sagte wörtlich:

Wir werden diese Kollusion mit Terroristen niemals vergessen. Wir haben Verrat immer als das Schlimmste und Schändlichste betrachtet, und das wird sich nie ändern. Ich möchte, dass sie sich das merken – diejenigen in der Türkei, die unsere Piloten in den Rücken geschossen haben und die Heuchler, die deren Verhalten rechtfertigen wollen und Terroristen decken.

Die nächste Passage wurde – aus den oben erwähnten Gründen – ebenfalls unterschlagen:

Ich verstehe nicht einmal, warum sie es getan haben. Irgendwelche Streitpunkte, Probleme, Meinungsverschiedenheiten, die uns nicht bekannt waren, hätten auch auf andere Weise gelöst werden können. Außerdem waren wir bereit, mit der Türkei selbst in den heikelsten Punkten zusammenzuarbeiten. Dann folgen sarkastische Bemerkungen über den „verlorenen Verstand“ der türkischen Führungsclique. […] Falls sie eine hysterische Reaktion von uns erwartet haben, damit wir eine Gefahr für uns selbst und für die Welt werden, haben sie sich getäuscht. [..]. Es wird nicht passieren.“

Unsere Handlungen werden immer von Verantwortungsgefühl geleitet werden, uns selbst gegenüber, unserem Land und unserem Volk.

Der nächste Satz wurde dann wieder vom ORF übernommen: „Wir werden nicht mit dem Säbel rasseln …“ und Putins „Drohung“, Wir werden sie mehr als einmal an ihre Tat erinnern. Und sie werden es bereuen. Wir wissen, was zu tun ist.“

Wir sehen also, wie manipulativ diese Art der „Reportage“ ist: das ist Propaganda für das US-State Department und hat mit „unabhängigem“ Journalismus nichts mehr zu tun.

3  KONTEXT   IS  EVERYTHING

Bei der faktisch-richtigen, politischen Interpretation des Abschusses der russischen SU-24 kann dem ORF ein amerikanischer Senator aus Virginia behilflich sein, der in diesem Video folgendes zu sagen hat:

 

Die Türkei ist der treueste Verbündete von IS; sie hat eine Kriegshandel mit IS aufgebaut, die sehr wichtig für ihre Wirtschaft ist. „

Dann zeigt er die wichtigste Versorgungsroute von der Türkei über Raqqa bis nach Mosul im Irak mit folgenden Worten: (Hervorhebungen von mir)

Russland hat vor kurzem diese Nachschublinien angegriffen. Die USA hat angeblich als Führer einer „Koalition“ dasselbe getan, doch die meisten dieser „Koalition“ haben in drei Monaten nicht eine einzige Bombe abgeworfen, irgendwie schaffen wir es nicht, diesen endlosen Strom von Tanklastern zu treffen; an einem einzigen Tag hat Russland mehrere hundert davon getroffen, deshalb ist die Türkei natürlich wütend, es geht um enorme Profite; Diesel und Benzin fließen zu den IS-Stellungen in Raqqa und weiter in den Irak;

Er zeigt dann wieder auf die Kartediese grüne Zone hier war von den Kurden erobert, die eine Schlacht gewonnen und dann begonnen haben, die Grenze abzuriegeln; sie waren kurz davor, diese Lücke (100 km breiten Korridor) zu schließen [wo Waffen und Terroristen über die Türkei nachgeliefert werden]. Das war der Zeitpunkt, wo die Türkei sagte: wir wollen jetzt auch bei eurer „Koalition“ mitmachen. Gebt uns nur eine „No-Fly“-Zone, dann werden wir IS bombardieren. Sie haben dann 300 Angriffe geflogen, 297 davon galten den Kurden, unseren Verbündeten. Sie haben also dieses Gebiet beschützt, damit der Nachschub für IS weiterhin fließen kann …

Senator Black stellt noch fest: Die Türkei versorgt aber auch die Ableger von Al Kaida in Syrien mit Nachschub. Zum Abschuss der russischen Su-24 sagt er:

Dafür gibt es keine Ausrede, keine Rechtfertigung, das war ein klarer Akt der Aggression, ein Hinterhalt. Dazu kommt noch, dass Russland ja mit den USA kooperieren wollte und die Flugdaten seiner Kampfflugzeuge zur Verfügung gestellt hat (auch der Türkeiwas verständlich macht, warum Putin von Verrat spricht und stinksauer ist)

Doch von diesem Kontext wollen unsere Medienschafe nichts wissen.

ORF: THE 5-MINUTE DAILY PUTIN-HATE (nach George Orwell)

SU 24Der Abschuss des Flugzeugs wird zwar vom ORF en passant erwähnt, aber als keine große Sache. Ausgesuchte Passagen – wie oben ausgeführt – sollen „einmal mehr“ dem Publikum suggerieren, wie „aggressiv“ der russische Präsident doch ist, was seit seinem Eingreifen in die Ukraine-Krise ja seine mediale Rolle als „Schurke“ untermauern soll.

Der russische Präsident Putin hat der Türkei einmal mehr unverhohlen gedroht.“

Damit beginnt der o.a. Beitrag des ORF und im Audio-Clip (nur mehr bis 10.12. verfügbar) finden wir ebenfalls eine negative Formulierung:

Wer gehofft hat, dass Präsident Putin seine heutige Rede nutzen wird um einen Ausweg aus dem eskalierenden Streit mit der Türkei zu finden, wurde enttäuscht.“

Das Innuendo hier ist (wie es der ORF seit Jahren in seiner dubiosen „Nahost-Krise—Berichterstattung“ macht), dass beide Parteien (gleich viel) Schuld an der Krise haben, und es sich nicht um Opfer (Russland) und Täter (Türkei) handelt; doch die wahre Rolle der Türkei (oder Israels) in diesem perfiden Spiel wird vom ORF nicht hinterfragt. Dann folgt dieser Satz:

Putin erneuert im Gegenteil die gestern vom russischen Verteidigungsministerium direkt gegen den RUSSISCHEN [vielsagender Freud’scher Versprecher!] Präsidenten Erdogan und dessen Familie erhobenen Vorwürfe.“

MERKE: Unter dem Titel „Putins Rede zur Lage der Nation“ wurde also ein Hinweis auf die russische Pressekonferenz über den Ölschmuggel versteckt: in einem einzigen Satz.

Wer die Pressekonferenz nicht gesehen hat, käme aufgrund dieser einsilbigen, bagatellisierenden Darstellung nie auf die Idee, dass hier wichtige, detaillierte Beweise vorgelegt wurden (Satellitenbilder, Fotos, etc.) Stattdessen präsentiert der ORF die russischen Daten nur als „Vorwürfe“, die man nicht weiter zu beachten braucht.

Das ist eine perfide Manipulation, eine Verarschung der Zuschauer und ein Verstoß gegen das Rundfunkgesetz.

Es wäre die Pflicht des ORF, diese Daten und Fakten zu überprüfen, um festzustellen, ob sie durch andere Quellen untermauert werden oder ob man sie widerlegen kann. Aber nichts davon passiert. Man schweigt und präsentiert weiterhin „frisierte“ Nachrichten, die eine Beleidigung für die Intelligenz der Zuschauer sind und zum Großteil aus den PR-Abteilungen des State Departments kommen.

Sie schreiben, was man ihnen gibt“.

(Zitat aus dem Buch „Flat Earth News” von Nick Davies – die akkurate  Beschreibung unserer “Nachrichten“)

Der einzige Lichtblick in diesem völlig korrupten System ist die MONITOR-Redaktion des WDR, vor der ich meinen Hut ziehe.

Aus dem Video-Clip: „

Sie bringen Terroristen aus 40 Ländern nach Syrien …!“ Ein Abgeordneter der türkischen Opposition zu Erdogan ….

 4  DÜMMLICHE  UNTERHALTUNG  STATT  SERIÖSER INFORMATION

Was ist mit dem „Bildungsauftrag“ eines Senders, für den wir Gebühren zahlen müssen, der uns aber regelmäßig für dumm verkauft?

Und damit kommen wir zur „ZIB 20“ vom 2. Dezember 2015, die in der „prime time“ um 20 Uhr gesendet wird:

Wurde dort über die wichtige Pressekonferenz des russischen Generalstabs berichtet, die Erdogan und seine Regierung als Unterstützer einer Terror-Organisation entlarvt, die von der UN jüngst als „globale Bedrohung“ klassifiziert wurde?

Nein, natürlich nicht.

Der ORF versteht es „Prioritäten“ zu setzen, soll heißen die Zuschauer mit „kuriosen“ und „skurrilen“ Meldungen zu erfreuen, die in Zeiten von dämlichem „Info-tainment“ als normal empfunden werden und den Zuschauer nicht aufregen. Unter der Schlagzeile:

Erdogan mit Gollum verglichen

Gollum Erdogan ZIB20 212entblödet sich die ZIB-Redaktion nicht, einen Beitrag über einen völlig unwichtigen Twitter-Furz aus der Türkei zu bringen, doch wie wir sehen werden, hatte diese Meldung eines „skurrilen Streits“ durchaus eine politische Funktion:

Der 40-Sekunden lange Beitrag hörte sich so an:

Die Eiszeit nach dem Jet-Abschuss zwischen Russland und der Türkei geht in die nächste Runde. Russland  wirft dem türkischen Präsident Erdogan vor, in Ölgeschäfte mit der Terrormiliz IS verwickelt zu sein. Keine gute Phase für Erdogan, in der er derzeit steht und dann auch noch das: ein Arzt vergleicht ihn mit der Phantasiefigur Gollub aus Herr der Ringe und landet dafür vor Gericht.

Dieses Bild hat er auf Twitter gepostet. Jetzt sollen Experten für das Gericht klären, ob es sich bei dem Vergleich um eine Beleidigung handelt. Zwei Wissenschaftler, 2 Psychologen und ein Filmexperte sollen mögliche Ähnlichkeiten prüfen. Seinen Job im Krankenhaus ist der Arzt jedenfalls los.

MERKE:

Auch hier wendet die ORF-Redaktion den gleichen journalistischen Trick an, den wir schon im Mittagsjournal gesehen haben: ein Ereignis von großer politischer Bedeutung – für die Wahrheitsfindung in mitten eskalierender Gewalt- einfach zu ignorieren, lässt sich mit der Informationspflicht des ORF (der Gebühren zwangsweise einhebt) nicht vereinbaren.

Doch was tun, wenn man unliebsame, (russische) Wahrheiten unter den Teppich kehren will, ohne dass der Redaktion Total-Zensur (durch Verschweigen) vorgeworfen werden kann?

Man bringt einen Satz zu dem politisch äußerst brisanten Thema (das tagelang erörtert werden müsste) und stellt diesen in einen Kontext, der vom Publikum als lächerlich und absurd wahrgenommen werden muss.

Eine Fantasy-Figur aus einem Kino-Kassenschlager, deren Grimassen mit denen von Erdogan verglichen werden, ist dazu sehr gut geeignet.

Zaman Gollub story 1510Doch wieso bringt der ORF diese Twitter-Story ausgerechnet am 2.Dezember, wenn die Meldung über den türkischen Arzt, der wegen „Beleidigung“ von Sultan Erdogan seinen Job verloren hatte, schon fast zwei Monate alt ist?  (vom 15. 10.)

Und warum bringt er sie – als billiges Amusement – und nicht in einem viel kritischeren Kontext, zur Untermauerung der Vorwürfe gegen Erdogan, der massiv gegen Presse- und Meinungsfreiheit vorgeht, Journalisten verhaften lässt, um sein quasi-faschistisches Regime an der Macht zu halten?

Und warum findet man über hundert andere Presseberichte aus dutzenden Ländern, die alle diese Story exakt zur gleichen Zeit aufgegriffen haben?

Gollum newsfeed 1Hier nur eine kleine Auswahl der wichtigsten Medien:

BBC / Zaman / taz / msn / faz / stern /handelsblatt /sueddeutsche /diepresse / foxnews / FP / press-report (PA) / diewelt / telegraph.uk /times-of-israel/ ORF / Spiegel / Kurier / Yahoo / der Standard / tageblatt / WaPo ..

Gollum newsfeed 4Die „Quelle“ all dieser Schafs-Presse-Monotonie scheint die Washington Post gewesen zu sein, die sich wiederum auf eine türkische Presseagentur beruft (DHA).

Lanciert wurde diese „leicht verdauliche“ und amüsante Meldung in unseren Breiten von der Presseagentur AP und wie ferngesteuerte Marionetten haben über 100 Chefredakteure sie übernommen …

Das hätte Goebbels imponiert: man braucht keine Gestapo mehr, um die Inhalte zu kontrollieren …Sieg Heil!

Es handelt sich also um eine inszenierte Medien-Kampagne, für die sich unsere churnalists bereitwillig hergeben.

FAZ  oilsmuggle to Turkey spinAls Beispiel für die „Kollusion“ der Printmedien mit den wirklichen Sponsoren des „Terrors“ soll hier die FAZ vorgeführt werden, deren Artikel so beginnt

Im Streit mit der Türkei hat die russische Regierung schwere Vorwürfe nachgelegt: Der türkische Staatschef …Erdogan und dessen Familie seien in Ölgeschäfte mit ….(IS) verwickelt, sagte der russische Vizeverteidigungsminister Antonow am Mittwoch in Moskau. Erdogan warf Moskau daraufhin „Verleumdung“ vor. Auch das amerikanische Außenministerium wies die russischen Darstellungen als falsch zurück.

Auch hier kein Wort über das umfassende Datenmaterial, das der russische Generalstab als Beweise für den Ölschmuggel in die Türkei vorgelegt hat.

Stattdessen sofort „Dementi“ aus Ankara und Washington, um zu suggerieren, es gäbe große Zweifel an der Darstellung Russlands, die im Kontext des „Streites“ nach dem Flugzeugabschuss [ein kriegerischer, aggressiver Akt der Türkei nach dem Völkerrecht] ja eher emotional und nicht rational analysiert werden soll. Russland legt Fakten auf den Tisch, die USA sagen das sei „falsch“. End of Story.

Das ist also „Journalismus“ in einer „freien“ Gesellschaft. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke …

5 JUST-IN-TIME-TERROR (ON DEMAND)

San Bernadino PSYOPDas zweite große mediale Ablenkungsmanöver war natürlich das mit perfect timing durchgeführte „mass shooting“ (wieder während einer Einsatzübung mit dem gleichen Szenario) sprich der „Terror“ von San Bernadino, dessen „storyline“ so absurd ist, dass man sich jeden Kommentar dazu ersparen kann, außer: wenn das keine inszenierte PSYOP war, fresse ich einen Besen. (Es ist immer das gleiche Muster … siehe dazu meine Artikel über die Anschläge in Paris)

Aber die Medienschafe rennen schön brav dem Leithammel (der Presseagentur) nach, der ein Wolf im Schafspelz ist und übernehmen den BS von Twitter und Facebook ebenso unkritisch.

Die ORF / ZDF / ARD „Nachrichten“-Redaktionen und ihre Kollegen in den Printmedien tun weiter so, als ob die kriminellen Machenschaften der Türkei nur „Vorwürfe“ aus Russland seien, die man nicht weiter verfolgen muss.

Ihre Verpflichtung, durch investigative Recherchen zu klären, was Erdogan und die Türkei wirklich mit IS zu tun haben (und damit auch die Rolle der USA/NATO zu entlarven) wird völlig missachtet.

barbarism IS Syria

Sie tragen deshalb Mitverantwortung am Tod von über 250.000 Menschen (allein in Syrien), unvorstellbarem Terror, Enthauptungen und dem Elend von über 10 Millionen Flüchtlingen (aus Syrien und Irak), das jetzt als „Bumerang“ zu uns zurückkommt (die USA sind ja weit weg und wollen die Opfer ihrer Barbarei ja nicht vor der eigenen Haustür haben …).

(Bild: enthaupteter syrischer Soldat; die tapfere, syrische Armee verteidigt seit vier Jahren ihr Land gegen westliche BARBAREN, die sich feige hinter synthetischen „Islamisten“ verschanzen; dafür sind etwa 100.000 Soldaten gestorben … )

6 DIE TÜRKEI IST EIN MAFIA-STAAT (deshalb so nützlich für die NATO)

Im Internet findet man aber zahlreiche Artikel und Recherchen, die die Behauptungen Russlands über die Rolle der Türkei – und der Familie Erdogan – untermauern, die meisten in englischer Sprache. Aber es gibt auch etwas auf Deutsch: z.B. das:

DWN US Turkei dulden Ölschmuggel

Enge Verbündete der USA und Großbritanniens finanzieren heimlich die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan (ARK) im Norden des Irak und der türkische Militärgeheimdienst haben den verdeckten IS-Ölschmuggel unterstützt und die Terrorgruppe darüber hinaus mit Waffen und Ausrüstung versorgt. Auch britische Ölkonzerne sind in den illegalen Ölschmuggel des IS involviert.

Die Anschuldigungen wurden auch von türkischen Abgeordneten bestätigt, darunter ein hoher Beamter mit Verbindungen zum Büro des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu.

Er bestätigte gegenüber dem MiddleEastEye, dass die Unterstützung der Türkei für islamistische Rebellen im Kampf gegen Assad von entscheidender Bedeutung für den rasanten Aufstieg des IS war.

Das Ausmaß der IS-Schmuggel-Operationen über die türkisch-syrische Grenze ist enorm, und vieles davon geschieht mit der Zustimmung von Erdogan und Davutoglu, die in den Islamisten eine Möglichkeit sehen, den türkischen Einfluss in der Region auszudehnen.“

(Einige Aussagen in diesem Artikel sind widersprüchlich und mit Vorsicht zu genießen …wer den Ölschmuggel duldet, kann nicht gleichzeitig „Verbündeter der USA im Kampf gegen IS sein“ .. hier hat ein „editor“ eingegriffen, um den Artikel zu entschärfen )

Reportagen wie diese zeigen, dass es sich schon seit langem um mehr als nur einen „Verdacht“ handelt.

Spricht man mit Leuten und Journalisten aus der Region (Irak, Syrien, Libanon), so weiß praktisch jeder dort, dass die Türkei (neben Saudi Arabien) der größte Förderer und Beschützer von IS  und den anderen Al Kaida-Ablegern in Syrien ist, den profitablen Ölschmuggel unterstützt, und dahinter leading from behind steht natürlich die größenwahnsinnige USA (und in einer Oscar-reifen „Nebenrolle“ Großbritannien und Frankreich, die ihre neo-kolonialen Pläne endlich realisieren wollen.

Wer verstehen will, was in Ankara wirklich hinter den Kulissen los ist, sollte diesen Artikel lesen.

Auch andere (von Russland unabhängige) Quellen bestätigen die „Vorwürfe“ des russischen Militärs über den illegalen Ölschmuggel in die Türkei. Hier ein Beispiel:

7  ÖLSCHMUGGEL  IN  DIE  TÜRKEI: Eine Tatsache, kein „Vorwurf“

IS oil smuggling studyDie Wissenschaftler haben die Häufigkeit der Charter von Öltankern an südöstlichen Mittelmeerhäfen untersucht und die Aktivität an Öl-Verladestationen in IS-kontrollierten Gebieten damit verglichen.

Sie zitieren Zahlen aus Presseberichten von 45.000 Fass Erdöl (bpd), die IS angeblich seit 2015 PRO TAG produziert (eine Steigerung von 50% seit 2014 innerhalb der Zeit, wo die USA sie angeblich „bombardiert“ hat).

Wenn das stimmt, muss uns klar sein, dass so ein Logistiksystem nicht von einer primitiven Killer- und Verbrecherbande mit schwarzer Flagge auf die Beine gestellt wurde, sondern dass dabei Profis am Werk waren (also Leute aus der westlich dominierten Ölbranche und Geheimdienste, die beste Kontakte zu Schmugglern und kriminellen Netzwerken aller Art haben.

Das sei eine beachtliche Menge, ja „geradezu rätselhaft, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Kriegsgebiet handelt“ schreiben die Autoren. Hohe Profite bzw. Bestechungsgelder (auch für lokale Mittelsmänner, Wachposten und Beduinen-Stämme) garantieren einen reibungslosen Ablauf des Schmuggels.

Die Studie zeigt, dass die Öl-Transporte letztlich im Südosten der Türkei in  Adana enden, wo sich der große Tanker-Hafen Ceyhan befindet. . Dieser Öl-Verladehafen wird von der türkischen Firma BIL kontrolliert (ich erinnere nur daran, dass der Sohn von Erdogan Bilal heißt…) und diese Leute müssen doch wissen, woher das Erdöl kommt, das sie weiterverkaufen.

Schlussfolgerung der Studie:

Jedes Mal, wenn die Islamisten in Regionen mit hohen Ölvorkommen kämpfen, erreichen die Exporte von Ceyhan einen (ungewöhnlichen) Höchststand.

correlation IS gains and tanker spikes

Das sei kein Beweis für eine direkte Kooperation zwischen der türkischen Regierung und dem IS, aber ein „ein deutlicher Hinweis auf eine „illegale Lieferkette“, in der das Öl der Terroristen über Ceyhan in die globalen Märkte gelangt.

[Übrigens: Der türkische Energieminister ist Erdogans Schwiegersohn]

British oilfirms IS smuggleNeben der Türkei sind auch britische Ölfirmen (Genel Energy) und die Kurden in den Schmuggel verwickelt (vor allem aus dem Irak). Jedenfalls der korrupte Barzani-Clan und die „patriotische Union Kurdistans“, die natürlich seit Jahren mit den USA gemeinsame Sache machen und dafür quasi einen Staat im Staat bilden durfte (der die Autorität der irakischen Regierung in Bagdad untergräbt und auch von Israel beeinflusst wird).

Der offizielle Kurdenstaat (in „Syraq“)  ist ja noch in Arbeit ….die ethnische Säuberung dafür erledigt ja der IS für die Türkei, Israel und Frankreich.

Die Türkei kann ja – dank unserer hirntoten Schafsmedien – jetzt auch im Irak „einmarschieren“, ohne rechtliche Konsequenzen. Das Völkerrecht wurde abgeschafft bzw. wird nur dann exhumiert, wenn man es gegen Putin und andere „Bösewichte“ als politische Waffe einsetzen kann. Der Witz dabei ist, dass Russland das einzige Land ist, das seine Aktivitäten in Syrien im Einklang mit dem Völkerrecht durchführt (weil mit Zustimmung der syrischen Regierung).

Damit die Öffentlichkeit versteht, was hier gespielt wird, müssten die Journalisten den größeren, geostrategischen Kontext untersuchen, doch das wird gemieden wie die Pest.

FAZIT 1:

the terror chess pieceDer IS ist eine von Geheimdiensten erschaffene Killerbande, eine künstliches Monster, eine „dual-use“ „Bedrohung“, die die mörderische Außenpolitik der USA und ihrer schäbigen Vasallen AUSFÜHRT aber gleichzeitig TARNT und später das militärische „Eingreifen“ gegen diese Monster legitimieren soll. Alle kämpfen nur mehr gegen „Terroristen“, egal wo die sich befinden und die dortige Regierung (die das Opfer der eingeschleusten Terroristen ist) wird einfach ignoriert und dann auch noch für die Gewalt verantwortlich gemacht . und unsere unspeakable Presse macht dabei mit ….

FAZIT 2:

Unsere Journaille ist das Letzte. Man muss ein neues Wort finden, um die Verachtung, die man für sie empfindet ausdrücken zu können …

Kann man in einem Meer aus Lügen ertrinken? Ich bekomme jedenfalls keine Luft mehr …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MONSTER AN DER LEINE

is wolves on the leashSeit Monaten gelingt es einer Truppe angeblich fanatischer „islamistischer Terroristen“ gegen das „beste“ Militär der Welt, also jenes der Supermacht USA, an der Spitze einer „Koalition von 60 Ländern“ (so Außenminister Kerry) siegreich zu sein. Trotz andauernden „Luftschlägen“, Satellitenüberwachung, Drohnen, etc. und anhaltenden Beteuerungen über die Entschlossenheit der US-Regierung, die „Terror-Miliz“ unschädlich zu machen, ist sie weiter auf dem Vormarsch in Syrien und im Irak. Wie ist das möglich?

Diese furchterregenden, bärtigen, head-chopping Rambos schaffen es also, gegen Soldaten aus Syrien, dem Irak, der Hisbollah-Miliz und das US-CENTCOM zu bestehen und ein „salafistisches Fürstentum“ zu errichten, in der unter dem Vorwand der Religion, eine brutale Tyrannei ausgeübt werden soll (wie schon seit langem in Saudi Arabien).

Wie viele es wirklich sind, ist schwer zu überprüfen, aber man darf davon ausgehen, dass es sich um mehrere zehntausend Kämpfer handelt (nach manchen Angaben sind es sogar über 100.000). Daher stellt sich die wichtige Frage:

Woher kommt die Versorgung für so viele Männer? Woher kommt das Geld dafür?

In den Medien heißt es ständig, IS finanziere sich aus dem illegalen Ölgeschäft (Verkauf auf dem Schwarzmarkt), aus Entführungen bzw. Lösegeldeinnahmen und neuerdings auch aus dem „Sklavenhandel“ (mit Frauen).

Woher diese primitiven „Gotteskrieger“ (in erster Linie aufgesammelte Hinterwäldler aus dem Kaukasus und anderen „backwater“-Regionen, wo mit saudischem Geld pseudo-religiöse Indoktrination arbeitsloser junger Männer stattfindet; aber auch brutale Kriminelle und Söldner, kontrolliert von Geheimdiensten) das Know-How haben, sich erfolgreich im Ölgeschäft zu betätigen, wird uns allerdings nicht erklärt.

MANAGING TERROR-FINANCE

Die neuesten „Enthüllungen“ des SPIEGEL („Keine Angst vor der Wahrheit“ (!)… aber auch garantiert nicht vor der Lüge) wollen uns jetzt weismachen, sunnitische Ex-Offiziere der irakischen Armee (leider nicht mehr aussagefähig, weil von „special forces“ der USA ermordet) unter Saddam seien die „Manager“ dieser effizienten Finanzoperationen (mehr dazu später).

IS gelingt es also – anscheinend – nicht nur, die eroberten Gebiete zu halten und sogar zu erweitern, sondern auch eine außerordentlich effektive Logistik auf die Beine zu stellen, die auch die „Verwaltung“ der unterjochten Bevölkerung miteinschließen soll.

ISIS_ConvoysWenn wir uns an die amerikanische Invasion (2003) des Irak erinnern, gab es damals Bilder von hunderten Lkws, die die Truppen ständig mit Proviant versorgten. Es muss also auch Lkw-Konvois geben, die der IS das notwendigem Material bringen und man muss sich fragen, warum gelingt es nicht, diese Nachschublinien abzuschneiden?

Man muss kein Militärstratege sein, um darauf eine logische Antwort zu finden:

TERRORIST-FRIENDS IN HIGH PLACES

Weil diese „Logistik“ aus Zonen gespeist und beschützt werden, die für die syrischen Luftstreitkräfte unerreichbar sind: das sind die angrenzenden Länder Türkei, Jordanien und Saudi Arabien.

IDF cooperates with phony armed oppositionAuch ISRAEL gewährt den IS-Terroristen (nicht nur) medizinische Versorgung und ein Aufenthaltsrecht auf den syrischen Golanhöhen, die es 1967 besetzt und schließlich völkerrechtswidrig annektiert hat. (Wo bleiben die „Sanktionen“!?) In Berichten von UNDOF wurde 2014 die seit Monaten anhaltende Fraternisierung zwischen der IDF (israelisches Militär) und der bewaffneten „syrischen Opposition“ (also den eingeschleusten Terrorgruppen, hier „Al Nusra“, die ja auch von Erdogan beschützt wird – siehe weiter unten) klar erkennbar:

UNDOF beobachtete [in mehreren Vorfällen] bewaffnete Mitglieder der Opposition dabei, wie sie 89 verwundete Personen von der Bravo Seite über die Waffenstillstandslinie zur IDF brachten, und die IDF von der Alpha-Seite 19 medizinisch-versorgte und zwei verstorbene Personen an die bewaffnete Opposition übergaben“.

Dass UNDOF inzwischen als unliebsamer Beobachter aus diesem Gebiet vertrieben wurde, dürfte in Tel Aviv große Heiterkeit und Zufriedenheit ausgelöst haben. Jetzt kann man in Ruhe mit den nützlichen Terror-Idioten kooperieren.

Israel hatte auch das größte Interesse daran, den “islamistischen Terror“ (der mit politisch-motiviertem Widerstand von Hamas, Hisbollah, etc. gleichgesetzt wird) als globales Schreckgespenst zu installieren, was ja dank „911“ auch passiert ist.

Die synthetischen Terroristen (Al Nusra, AQAP, ISIS oder wie immer sie gerade heißen) werden offensichtlich dazu benutzt, den alten Yinon-Plan umzusetzen. Das sollte klar machen, welche entscheidende Rolle das zionistische Israel hier spielt. Wer profitiert am meisten von der Zerstörung Libyens, des Irak und Syriens? Alle drei Regierungen unterstützten den Freiheitskampf der Palästinenser. Syrien ist (neben Iran, der ja auch auf der Abschussliste steht) der größte Unterstützer der Hisbollah, die seit Jahren erfolgreich gegen die israelische Aggression im Libanon kämpft.

Wesley ClarkDer pensionierte US-General Wesley Clark sagte im Februar 2015 in einem CNN-Interview, ISIS sei „von unseren Freunden und Verbündeten“ [im Nahen Osten] geschaffen worden, um Hisbollah zu besiegen (auszuschalten).

Look, ISIS got started from our friends and allies because as people will tell you in the region, if you want somebody to fight until the death against Hisbollah, you don’t put up a recruiting poster saying sign up, we’re gonna build a better world – you go after zealots ..these religious fundamentalists, that’s who fights Hisbollah .. its like a Frankenstein …”

– und für diesen Zweck – so habe man ihm gesagt – „sucht man nicht Leute, die für eine bessere Welt kämpfen wollen, sondern Fanatiker, religiöse Extremisten …. die kämpfen dann (bis zum Tod) gegen Hisbollah …[sie sind] eine Art Frankenstein-Monster …“

(Damit bestätigt auch Clark indirekt, dass die „gemäßigte Opposition “in Syrien ein Phantom ist, das nur erfunden wurde, um die Bewaffnung der „Frankenstein-Truppe“ einige Zeit zu kaschieren. Dass Washington die „Guten“, doch gleichzeitig seine Verbündeten in der Region die „Bösen“ bewaffnet haben, wobei letztere unglücklicherweise die Oberhand gewinnen, wer soll das glauben?)

davoud_kazemi-iran_(2)Und wer hat daran wohl das größte Interesse? Natürlich die Größenwahnsinnigen („Auserwählten“) in Tel Aviv. Dass man die Araber/Muslime gegeneinander aufhetzt, damit die Gegner Israels beseitigt und ihre Staaten durch ein blutiges Chaos zerstört werden, ist ein teuflisch-genialer Plan, weil dabei kein jüdisches Blut vergossen wird. Den Yinon-Plan für ein „Groß-Israel“ habe ich ja schon weiter oben erwähnt und die IDF hat ja auch mehrfach „Ziele“ in Syrien bombardiert (natürlich ohne dass irgendwer nach „Sanktionen“ schreit, weil hier Völkerrecht gebrochen wird, Israel darf alles …).

Alle sind enge Verbündete Washingtons und drei davon machen keinen Hehl daraus, dass sie Assad entmachten wollen – auch um den Preis eines Massakers an der Zivilbevölkerung, das Völkermord-Dimensionen annimmt. Hier geht es aber nicht nur um regime change, sondern den Zerfall (die „Balkanisierung“) des syrischen Staates.

effat_amjadipour-iran_(1)Dass SAUDI ARABIEN seit Jahren eine zentrale Rolle in der „Produktion“ nützlicher Jihad-Idioten einnimmt (Finanzierung von hunderten Koranschulen & Indoktrination zur Züchtung synthetischer „Gotteskrieger; Verteufelung säkularer, arabischer Regierungen als „Feinde des Glaubens“, etc.) sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.

(Die „Mujahedin“ in Afghanistan waren in den 1970er Jahren der erste große Erfolg der Inszenierung, aus der schließlich die berühmte Terror-Marke „Al Kaida“ hervorgegangen ist).

Der fanatische Wahabismus selbst (die „Staatsreligion“ der Saudis mit angeschlossener „Religionspolizei“) – also Missbrauch der Religion als politische Waffe – ist ja ein geopolitisches Instrument, das vom Britischen Empire schon im 19. Jahrhundert erfolgreich eingesetzt wurde, und „IS“ verkörpert somit nur dessen neueste Version.

Selbst der CFR schrieb schon 2002 in seinem “Terrorism Task Force Report“:

Seit Jahren sind Personen und Organisationen in Saudi Arabien die wichtigste Finanzierungsquelle für Al Qaeda.“

SPONSORS OF TERROR PLAY HIDE AND SEEK

Doch warum es der US-Regierung partout „nicht gelingt“, diese Quellen der Terrorfinanzierung auszutrocknen, fragt der CFR aus gutem Grund nicht, denn die Saudis betreiben natürlich die Fabrikation von nützlichen, „islamistischen“ Idioten nicht im Alleingang, sondern werden seit Jahren dabei von den USA und Geheimdiensten aus Pakistan, Jordanien, Israel und kleineren Golf-Despotien unterstützt . Auch unsere europäischen Geheimdienste leisten einen „Beitrag“, davon können wir ausgehen.

BidenDer Vortrag von US-Vizepräsident Joe Biden („Remarks on Foreign Policy“ am 2.Oktober 2014 enthielt dazu u.a. folgendes, aufsehenerregendes Statement: (Originalzitat und Kontext siehe weiter unten)

Biden stellte die Sache so dar, als ob „unsere Freunde“ in der Region, Erdogan in der Türkei, die Saudis, die Emiratis, etc. – auf eigene Rechnung

„- hunderte Millionen Dollar und tausende Tonnen Waffen an jeden geliefert haben, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen, … doch die Leute, die man damit versorgt hat, waren AL NUSRA und AL QAIDA und die extremistischen Elemente der Jihadis, die aus anderen Teilen der Welt kamen“.

(Video nach ca. 54 Minuten)

Damit haben wir die offizielle Bestätigung eines Mitglieds der US-Regierung:

  • dass die islamistischen Terrorgruppen in Syrien aus dem Ausland finanziert werden
  • dass diese Ausländer sind (also keine Syrer und somit keine syrische „Opposition“)
  • das praktisch jeder Mistkerl bewaffnet und benutzt wurde, der „bereit war gegen Assad zu kämpfen“
  • dass bewusst ein Stellvertreterkrieg zwischen Sunnis und Schiiten angezettelt wurde (s.u.)

Biden tut aber so, als ob die USA bei diesen Vorgängen nur unbeteiligter Zuschauer gewesen wäre, der sich besorgt über diese Zustände äußert, aber leider nichts dagegen tun konnte, was natürlich ein absurder Witz ist.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Biden die o.a. Sätze als Antwort auf eine Frage aus dem Publikum von sich gab, die folgende Punkte beinhaltete:

My question is, in retrospect, do you believe the US should have acted earlier in Syria, and if not, why is now the right moment?

(Hätten die USA nicht schon früher in Syrien eingreifen sollen …. und falls nicht, wieso ist jetzt der richtige Moment?)

Antwort von Biden: Nein …aus zwei Gründen:

The idea of identifying a moderate middle has been a chase America has been engaged in for a long time. […] The fact of the matter is, the ability to identify a moderate middle was … ah …there was no … ah … moderate middle because … were made up of shopkeepers, NOT SOLDIERS; made up of people who have ordinary elements of the middle class of that country and what happened was …

Biden sagt also, Amerika habe schon lange nach dieser „gemäßigten Mitte“ in Syrien gesucht, aber nichts Verwertbares gefunden und dann wörtlich:

Es gab keine moderate Mitte, weil die… bestand aus Kaufleuten (Ladenbesitzern), nicht aus Soldaten“… bestand aus Leuten … aus “gewöhnlichen Elementen der Mittelklasse” (dann bricht er ab und wechselt zu den Problemen mit den Verbündeten vor Ort – siehe weiter unten)

Diese Sätze sind enorm wichtig, weil Biden damit zum Ausdruck bringt, was kritischen Beobachtern schon lange klar war:

Es gab und gibt keine echte „gemäßigte Opposition“ in Syrien, die bereit wäre, unter US-Kommando gegen die syrische Regierung zu kämpfen und das eigene Land dabei zu zerstören – von dem blutrünstigen Bruderkrieg ganz zu schweigen.

Dass Biden beklagt, man habe in Syrien keine Soldaten (für den künstlich erzeugten „Aufstand“) verwerten können, sondern nur „Ladenbesitzer“ vorgefunden und „gewöhnliche“ Leute aus dem Volk, klingt ziemlich seltsam. Wurde uns nicht eingehämmert, es sei das gewöhnliche Volk, das sich gegen den bösen Assad erhoben hat?

Man begreift, wenn man den verborgenen Kontext zu Bidens Aussage kennt:

saeid_sadeghi-iran_(1)Wie ich in meiner 3-teiligen CIA-Serie erklärt habe, haben die USA seit Jahrzehnten mit ihren MAP (militärischen „Assistenzprogrammen“) in vielen Ländern dieser Welt die Sicherheitskräfte (Armee, Polizei, Geheimdienste, etc.) infiltriert und subversive Strukturen geschaffen, die bei Bedarf „aktiviert“ werden.

Diese selektierten zukünftigen „Führungskräfte“, lassen sich nach entsprechender Indoktrination dazu bringen, Gewalt gegen die eigene Regierung und die eigene Bevölkerung einzusetzen, wenn Washington dies für notwendig hält. Sie begehen also Hochverrat, weil man ihnen eingehämmert hat, das Militär sei besser dafür geeignet, Politik zu machen, als die „Zivilisten“ und weil ihnen natürlich eine entsprechende Machtposition in Aussicht gestellt wird.

Dieses Modell war sehr erfolgreich in vielen Ländern, wo auf diese Weise ein Putsch gegen eine gewählte Regierung stattfand und ein faschistisches Regime errichtet wurde, das Kapitalinteressen diente, nicht der eigenen Bevölkerung (z.B. in Chile oder in Griechenland).

In Syrien ging das aber nicht (auch nicht im Irak), weil in diesen Ländern eine Infiltration bzw. Penetration der Sicherheitsapparate so nicht möglich war. Und die “gewöhnlichen” Leute konnten wegen staatlicher Kontrolle der Medien und Fehlen einer „open society“ a la Orwell-Soros, auch nicht zur geopolitischen Manövriermasse verkommen, wie etwa in der Ukraine oder in Georgien.

USEFUL MONSTERS FROM ABROAD

Also muss der „Aufstand“ importiert bzw. inszeniert werden, damit die Scharade vom „arabischen Frühling“, der brutal vom „Diktator“ niedergeknüppelt wird, neu aufgeführt werden kann und „westliche Werte“ (wie Full Spectrum Dominance) durchgesetzt werden.

abolfazl_rahimi-iranEs war also niemand aus der echten, politischen Opposition in Syrien vorhanden, den man als proxy-Kämpfer benutzen konnte, deshalb musste man die „Dschihadis“ aus dem Ausland importieren – vor allem aus dem Kaukasus (weil ja Russland das ultimative Ziel der Kampagne zur Destabilisierung und Zerschlagung funktionierender Staaten ist, das perfekte (nicht konstruktive!) „Chaos“ nach Leo Strauss)

KHALIMOV: TALES OF THE (UN)EXPECTED

the phony  CT-defector

At a Blackwater facility in North Carolina, Col. Gulmurod Khalimov received “counter-terrorism training between 2003-2014*, Colonel Khalimov participated in five counterterrorism training courses in the United States and in Tajikistan, through the Department of State’s Diplomatic Security/Anti-Terrorism Assistance program,” said US State Department spokeswoman Pooja Jhunjhunwala.”
[*Khalimov selbst spricht aber nur von 2003-2008 – aber diese Diskrepanz wird nicht hinterfragt …]

ISIS-Oberst wurde von Blackwater und dem US-Außenministerium 11-Jahre lang trainiert“

Diese CNN-Schlagzeile bestätigt ebenfalls meine These, dass das subversive „MAP“ (die militärischen „Assistenzprogramme“ vor denen Colonel Fletcher Prouty in den 1970er Jahren warnte,), noch immer eine wichtige Rolle spielt, um ausgewählte, ausländische Offiziere und später ganze Banden in staatlichen Terrormethoden (gegen eine fremde Zivilbevölkerung bzw. unerwünschte Regierung eines Landes) auszubilden und dann als „Waffen“ einzusetzen.

Das macht die USA ja schon seit vielen Jahrzehnten unter dem offiziellen Titel „counter-insurgency oder counter-terrorism“ und dies wurde sogar – leider nur im Fall Nicaraguas am 27.Juni 1986 – durch ein Urteil des Internationalen  Gerichtshofes festgestellt:

Nicaragua ICJ  US guilty verdictHier ein Auszug daraus:

(3) The court, by twelve votes to three,

Decides that the United States of America, by training, arming, equipping, financing and supplying the contra forces or otherwise encouraging, supporting and aiding military and paramilitary activities in and against Nicaragua, has acted, against the Republic of Nicaragua, in breach of its obligation under customary international law not to intervene in the affairs of another State;

Die „Contras“ waren in den 1980er Jahren ähnlich (brutal) „erfolgreich“, wie heute AQ oder IS, nur ohne Religion. Aber die CIA hat ja langjährige Erfahrung im Heranzüchten von Folterknechten, Schlächtern und Ersatz-Soldaten, da findet man immer die richtige Methode der Gehirnwäsche ….

KhalimovDer „Held” oder Schurke dieser Story, Gulmurod Khalimov war Kommandeur der OMON, (einer „Spezialabteilung“ der Polizei) in Tadschikistan, wie sie im Zuge des „War on Terror“ nach 911 in vielen Ländern etabliert wurde. Dass diese „Spezialkräfte“, die in den USA ausgebildet wurden und werden, letztlich für ganz andere Zwecke bestimmt sind als offiziell angegeben, hat sich anscheinend noch immer nicht herumgesprochen.

Hat man aus der Geschichte („Gladio“ in Europa, Contras in Nicaragua, „Salvador Option“ im Irak, etc.) nichts gelernt?

Im April war Khalimov plötzlich “verschwunden” und tauchte Ende Mai per Video wieder auf. Darin schwört er, den „Dschihad“ nach Russland zu bringen , was aber von CNN nicht erwähnt wird. Stattdessen soll er gedroht haben, Amerikaner umzubringen: „die Schweine“, die Soldaten ausbilden, um Muslime zu töten.

In der Darstellung von CNN soll Khalimov also den Amerikanern Angst und Schrecken einjagen (und natürlich ein offizielles „militärisches Eingreifen“ der USA in Irak und in Syrien („ohne geographische Einschränkung“ laut US-Kongress) legitimieren, ja als „notwendig“ erscheinen lassen.

IS ist also das neue, flexibel einsetzbare Feindbild (Ersatz für die „kommunistische Bedrohung“ im kalten Krieg) mit dem der US-Hegemon seine gewaltsame und hinterhältige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten rechtfertigt.

Die BBC erwähnt aber in ihrem Beitrag auch, dass der IS-Kommandeur gelobt hat, in seiner Heimat ein „Gemetzel“ zu verursachen, also in Tadschikistan der Regierung zeigen will, wo der Hammer hängt (als Bestrafung dafür, dass Islamisten als subversive Staatsfeinde verfolgt werden). Er beklagt auch die große Armut und Arbeitslosigkeit in seinem Land, wodurch hunderttausende Tadschiken gezwungen seien, in Russland Arbeit zu suchen (wo sie als billige Kräfte ausgenutzt werden).

 Das Land ist so arm, (mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als 2 Dollar am Tag zur Verfügung) dass die Gelder, die diese Arbeitsmigranten nach Hause schicken, einen erheblichen Wirtschafts- bzw. Einkommensfaktor darstellen. Durch die (von den USA arrangierte) dramatische Abwertung des Rubels und die völlig illegitimen Wirtschaftssanktionen verschärft sich natürlich die Lage der Tadschiken weiter. Alleine im Jahr 2014 verloren 200.000 ihre Arbeit in Russland.

Oxfam poverty tajikistanDie systemische Armut und jetzt auch noch die Klimaveränderung lässt kaum noch Hoffnung auf ein besseres Leben aufkommen (siehe Oxfam-Bericht rechts)

Es ist also nicht hauptsächlich religiöser Fanatismus, der diese Männer dazu bringt, sich IS anzuschließen, sondern die Hoffnungslosigkeit und das Elend in ihren Heimatländern. Sie haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren und der Gemeinschaftsgeist, der in IS beschworen wird sowie das religiöse Pathos bringen viele dazu, sich diesen Kämpfern anzuschließen. Sie haben wohl nichts mehr zu verlieren … außer ihr Leben, wobei ein gewaltsamer Tod in dieser verzerrten Realität wohl als „heldenhaft“ wahrgenommen wird. Ein Leben ohne Würde endet dann wenigstens mit einem „ehrenvollen“ Tod.

(Dass diese Menschen als machtpolitische „Werkzeuge“ radikalisiert und auf perfide Weise instrumentalisiert werden, finde ich so widerlich, dass mir übel wird, wenn ich daran denke …)

Dieser dramatische, soziale u. wirtschaftspolitische Kontext wird von CNN (und unseren Medien) völlig unterschlagen.

Stattdessen muss Wolf Blitzer noch am Ende unbedingt erwähnen, dass Khalimov auch von russischen Anti-Terroreinheiten ausgebildet worden sein soll (wenn er das so sagte, wieso zeigt man es dann nicht im Video?). Putin weiß natürlich seit Tschetschenien, wie Washington Islamisten fördert und bewaffnet und sie dann gegen den vermeintlichen „Feind“ loslässt, um unliebsame Regierungen zu destabilisieren, Bürgerkriege auszulösen und „Empörung“ des Westens über die Niederschlagung der gesteuerten Rebellion auszulösen – ohne dass sich die USA selbst die Finger schmutzig (blutig) machen muss.

Das „doppelte Spiel“ der USA nach „911“ zur Konfliktbeschleunigung in diesen Ländern:

  • Einerseits immer mehr Repressalien gegen „Islamisten“ erwirken (Panikmache,  Überwachung, Anti-Terror-Training, brutales Durchgreifen der Sicherheitskräfte in anderen Ländern forcieren)
  • Andererseits genau diese „Islamisten“ erschaffen und fördern (mithilfe der saudischen, pakistanischen, israelischen u.a. Geheimdienste und effektiver PR), was aufgrund der großen Armut und Perspektivlosigkeit in diesen Ländern nicht schwer ist;

Die Sprecherin des US-Außenministeriums versicherte CNN, dass alle Teilnehmer der Spezial-Ausbildung vorher einer „gründlichen Sicherheitsüberprüfung“ unterzogen worden seien. You bet. Man suchte natürlich Leute aus, die für die perfiden Pläne der CIA bestens geeignet waren. Ich denke, Khalimov ist nicht wirklich „übergelaufen“, er war von Anfang an dafür vorgesehen, die Rolle des nützlichen „Terroristen“ zu spielen – für die USA und ihre Verbündeten.

Hat er es gemerkt und sich jetzt gegen „Dr. Frankenstein“ gewendet? Wir werden sehen …

BACK TO BIDEN

truthinadvertising-Biden lamentiert dann über die Probleme mit „seinen Freunden“ in der Region, die die Terrorgruppen finanziert und bewaffnet hätten, weil sie Assad um jeden Preis loswerden wollen:

„… what my constant cry was that our biggest problem is our allies in the region. Our allies in the region were our largest problem in Syria. The Turks were great friends… [and] the Saudis, the Emirates, they were so determined to take down Assad and essentially have a proxy Sunni-Shia war – what did they do?“

(O-Ton des weiter oben erwähnten Zitates in deutscher Übersetzung):

„They poured hundreds of millions of dollars and tens, thousands of tons of weapons into anyone who would fight gainst Assad — except that the people who were being supplied, were Al-Nusra, and al-Qaeda, and the extremist elements of jihadis who were coming from other parts of the world.“

Die TÜRKEI nimmt in diesem teuflischen Spiel auch eine besondere Stellung ein, was aber in den von uns finanzierten Verblödungsmedien kein Thema ist: die sind ja damit beschäftigt, Putin und Assad zu kriminalisieren bzw. die Texte ihrer langjährigen Souffleuse (US State Department) nachzusprechen.

DW supply lines TurkeyAber es gibt auch Ausnahmen. So z.B. die Deutsche Welle, die schon im November 2014 in einem Video dokumentierte, dass täglich hunderte türkische Lkws über die Grenze nach Syrien fahren, obwohl das (vorher gute) legale Exportgeschäft mit Syrien seit den Sanktionen zusammengebrochen ist.

Es gibt keine offiziellen Angaben darüber, wer die „Endverbraucher“ der Waren sind, man liefert an Mittelsmänner. Doch die Spediteure sind überzeugt, es sei IS.

Im Video sieht man Säcke, auf denen „Ahmed, Rakka“ als Empfänger angegeben ist. Rakka ist das Zentrum der von IS kontrollierten Zone, wohin ein Grossteil der Lieferungen auch geht.

Die Kurden versuchen, durch eigene Patroullien, die Lieferung von Waffen an IS zu verhindern, während die türkische Regierung sich dumm stellt bzw. von „Hilfsgütern“ spricht – ganz im Sinne Orwells. Auch IS-Kämpfer (also „Terroristen“) werden über die Türkei eingeschleust.

Fazit der DW:Es scheint, IS braucht sich über seinen Nachschub keine Sorgen zu machen“

Versuche der syrischen Luftwaffe, diese Transporte zu stoppen, wurden mit Angriffen der türkischen „Luftabwehr“ beantwortet, wobei natürlich von „syrischer Aggression“ gesprochen wird, um die Wahrheit zu verschleiern. Die Einführung von Pufferzonen (vorgeblich für geflüchtete Zivilisten) macht die Sache noch leichter.

Der Bericht der Deutschen Welle erhärtet nur, was sich schon früher abzeichnete und von vielen Analysten erkannt wurde: IS ist so erfolgreich, weil es von potenten, ausländischen Sponsoren „gefüttert“ und gehegt wird.

ERDOGAN: DER PATE DES „TÜRROR“ IN SYRIEN

Turkishsupport ISDer jüngste Eklat in der türkischen Presselandschaft lässt nun keinen Zweifel mehr daran, welches perfide Spiel Erdogan hier betreibt:

Die Türkei bewirtet nicht nur den SNC (künstlichen „Syrischen Nationalrat“) und die „Nationale Koalition für Revolutionäre und Oppositionskräfte“, sondern versorgt auch die nützlichen Idioten der „Terrormiliz“ mit dem Notwendigen, wozu auch die „Koordination“ durch den türkischen Geheimdienst gehört. Der MIT sorgt dafür, dass die Kämpfer (aus Zentralasien) in gebrauchsfähigem Zustand nach Syrien gelangen, ist also eine Art orientalischer „Terror-TÜV“ für imperiale Patsies.

Cumhurriyet reportDie türkische Zeitung Cumhuriyet deckte auf, dass illegale Waffentransporte nach Syrien gehen, die unter dem Deckmantel von „Hilfsgütern“ stattfinden. Versteckt unter Paketen mit Medikamenten, fanden türkische Ermittler (schon im Jänner) 1000 Mörser-Granaten, 50.000 Patronen, 30.000 MG-Patronen und hunderte Granatwerfer.

Wie reagierte Erdogan?

Er leugnet alles, spricht von einem perfiden Komplott und behandelt die involvierten Aufdecker wie Staatsfeinde:

Mehr als 30 Sicherheitskräfte, die an der Durchsuchung der Lkws teilnahmen wurden verhaftet und wegen „Spionage“ und geplantem „Sturz der Regierung“ angeklagt. Selbst vier Staatsanwälte wurden festgenommen und sitzen seither in U-Haft

life sentence cumhuriyetCan Dündar, der Chefredakteur der Zeitung, gilt jetzt als Staatsfeind Nr.1 und soll unter Berufung auf die „Anti-Terrorgesetze“ mit extremer Härte bestraft werden (mehrfach lebenslang, etc.)

Die Behauptungen der Regierung werden immer unglaubwürdiger, weil sie nicht konsistent sind:

  • Anfangs war von „Hilfsgütern“ die Rede, die an die Turkmanen in Syrien gehen sollte.
  • Dann gab Davutoglu im Juni zu, dass es sich um Waffen handelte, aber für die Turkman-Brüder in Syrien …
  • Doch die „Gendarmerie“ sagte aus, dass die Lieferung für ein Gebiet bestimmt war, wo es keine Turkmanen gibt … wo das türkische Militär aber nach Angaben der Fahrer häufig „Aufklärungsmissionen“ durchführte
  • In diesem Gebiet halten sich AQ und ISIL –Kämpfer auf, so die Gendarmen …
  • Die Turkmanen aber wissen nichts von Hilfslieferungen aus der Türkei:
  • Der Vorsitzende ihres Vereins, Hussein al-Abdullah, sagte im Jänner 2014, dass solche Lieferungen nie angekommen seien …
  • Yasin Aktay, der außenpolitische Sprecher der AK Partei, gab schließlich u, dass tatsächlich Waffen geliefert wurden, aber – doch nur – an die FSA*, nicht IS …
  • İbrahim Kalın, Pressesprecher von Erdoğan, sagte hingegen, die Türkei habe nie Waffen nach Syrien geliefert ..

(* die „Freie Syrische Armee“ hat es aber als authentischen Widerstand nie gegeben, es ist eine PR-Marke, die die (kriminelle) ausländische Unterstützung der (nicht-)syrischen „Rebellen“ legitimieren soll: Geld, Waffen, Training, Logistik, Proviant für die „moderate Opposition“ lässt sich in den Medien besser verkaufen, als die Erkenntnis, dass damit islamistische Fanatiker ausgerüstet werden, die man als außenpolitische Werkzeuge benutzt … )

Cumhurriyet wurden auch Abschriften von abgehörten Gesprächen zugespielt, die gemeinsam mit dem brisanten Videomaterial die Rolle der türkischen Regierung (bzw. des Geheimdienstes MIT) bei der Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien dokumentieren sollen.

Diese bestätigen die Aussagen von Syrern, wonach türkische Spezialeinheiten auch direkt in Kämpfe involviert sind, um die Al Nusra Front und andere gewalttätige Islamisten gegen die syrische Regierung zu unterstützen.

Turkish forces support Al NusraDas würde auch erklären, wie diese Terrorgruppen (die sich jetzt als „IS“ konsolidieren) in der Lage waren, dieses Gebiet 2014 zu erobern und es in diesem Jahr neuerlich zu besetzen. Augenzeugen in Kessab haben die Berichte syrischer Soldaten erhärtet, wonach die Terrorbanden im Kampf gegen die syrische Armee von türkischen Hubschraubern und schwerer Artillerie begleitet wurden (und werden).

Diese Meldung („Türkei entfernt Al Nusra von der Liste terroristischer Organisationen“) kann daher nicht überraschen …

Der US-Botschafter in Ankara, Francis Riccardione, spielt natürlich auch eine zentrale Rolle in dieser mörderischen Scharade.

Und was sagte Biden über die Rolle der Türkei und seines „guten Freundes“ Erdogan?

Devil's GameWie bereits oben erwähnt, tut der Vizepräsident zunächst so, als ob die mächtige USA nicht in der Lage war, die massive Bewaffnung der Terrorbanden durch ihre Verbündeten zu verhindern und dann

Now … all of a sudden everybody is waking up because this outfit called ISIL (which was Al Qaeda in Iraq) . which – when they were essentially thrown out of Iraq – found open space in territory in … Eastern Syria, work with Al Nusra, who we declared a terrorist group earlier on, and we could not convince our colleagues to stop supplying them. So what happened? All of a sudden, … they have seen the Lord … (Video 54:27)

ISIL (vorher AQI) wurde also laut Biden aus dem Irak vertrieben, fand dann in Ost-Syrien einen Zufluchtsort und begann mit Al Nusra zu kooperieren … erst jetzt hätten die „Freunde“ erkannt, welches Monster sie da an ihrem Busen genährt hatten und –

Now we have … the President has been able to put together a coalition of our Sunni neighbours … because Americans can’t once again go in … to a Muslim nation and be the aggressor, it has to be led by Sunnis to go and attack a Sunni organisation .. so what do we have for the first time ? … Saudi Arabia has stopped the funding …allowing training on their soil, Qataris have cut off support for most extreme elements ..

CIA ships weapons to Syrian Rebels– Präsident Obama sei es jetzt gelungen, eine Koalition der sunnitischen „Nachbarn“ zu bilden; weil Amerika nicht schon wieder ein muslimisches Land angreifen und als Aggressor dastehen könne, müsse also die Attacke von Sunnis – gegen Sunnis -geführt werden, um den Schein zu wahren (dass die USA nur passiv, notgedrungen eingreift).

Erdogan: you are right, we let too many people through … now trying to seal their border ….they did what Erdogan said, he would do … they voted in the Turkish parliament to send ground forces … Turkish airspace to be able to be used by NATO and by other allies …Turkish airspace be able to accommodate our drones …

Erdogan – so Biden – habe eingesehen, dass man „zu viele Leute [Terroristen] durchgelassen habe“ und versuche nun, die Grenze zu versiegeln. [Wochen später rollen die Waffen weiterhin massenhaft über die türkische Grenze, wie die DW ja im November 2014 dokumentiert hat] Außerdem sei beschlossen worden, türkische Bodentruppen nach Syrien zu entsenden und NATO gestattet, türkischen Luftraum zu benutzen, inklusive Drohnen.

Angesichts dessen, was wir oben u.a. aus der türkischen Presse gehört haben und der Tatsache, dass IS immer noch ihr Unwesen treiben (auch wieder im Irak), muss man sich fragen, wen Biden hier verarschen will, die Studenten in Harvard?

(Auf die geopolitisch wichtige Erdgas-/Erdölkomponente – wer liefert Erdgas nach Europa? – gehe ich hier nicht ein, das kann man z.B. bei William Engdahl nachlesen).

seyed_ali_miraee-iran_(1)Es muss dem Dümmsten inzwischen klar geworden sein, dass IS ein perfides Werkzeug der Auslands-Geheimdienste (CIA & Co., in der Region vor allem Israels) ist, und kein schief gelaufenes Söldner-Abenteuer der Saudis. Sie sind die Schocktruppen für die „Drecksarbeit“, deren extreme, medial inszenierte Brutalität dann als Vorwand für ein „härteres Eingreifen“ des Westens benutzt wird.

Doch die amerikanischen Bomben fallen nicht auf IS, sondern auf syrische Infrastruktur und irakische Truppen – was ja auch nicht mehr überraschend ist.

Unsere Journaille macht aber weiter wie bisher, plappert die bescheuerten „Meldungen“ des selbstgerechten US-Hegemons nach und leistet somit aktive Beihilfe zur Legitimation von Völkermord und Krieg (der 1. und „4.“Generation).

Wann werden diese „Unterstützer einer terroristischen Vereinigung“ endlich zur Rechenschaft gezogen?

 

(P.S. Die IS Cartoons stammen aus einem Karikaturen-Wettbewerb in Tehran, den man im Internet finden kann)

D-Logo

Der ORF als THINKPOL: Sind Sie „pro-russisch“?

Es ist uns gelungen, der Revolution neues Leben einzuhauchen

Andrei Parubiy, zu den Vorfällen am 22. Februar 2014 auf dem Maidan

From Hell Odessa 0205Während also in der Ukraine jetzt de facto das Kriegsrecht ausgerufen wurde und fanatische Neo-Nazis, vermummte Milizen und militärische Gewalt im Land Angst und Schrecken verbreiten,– von dem Pogrom und Blutbad in Odessa ganz zu schweigen – was machen unsere Journalisten derweil?

  • Brechen sie in die Ukraine auf, um der Welt zu zeigen, was dort wirklich los ist? Analysieren sie wenigstens einige von hunderten Videos, die über die Ereignisse in Odessa, Kharkov, Slavyansk und die anderen Städte, in denen es zu Gewaltausbrüchen kam, informieren und nicht vom Fließband der Presseagenturen stammen?
  • Lesen sie die Parteiprogramme der Machthaber in Kiew? Interessieren sie sich dafür, welche Leute eigentlich für die innere und äußere Sicherheit der Ukraine nach dem Putsch zuständig sind?
  • Wer die „Nationalhelden“ sind, die von den Svoboda und (jungen) Pravy Sektor Anhängern so inbrünstig verehrt werden? Warum diese Leute den Jahrestag der Gründung der galizischen Division der Waffen-SS mit Fackelzügen und Jubelgesängen feiern?
  • Wissen Sie, dass Svoboda Parteichef Tyanybok die Bevölkerung der Ukraine vor dem „jüdisch-russischen Abschaum“ (oder ebendieser „Mafia“) gewarnt hat? Dass in der Ukraine am helllichten Tag Menschen schwer misshandelt werden, wenn sie die „ultra-nationalen“ Helden der Ukraine kritisieren und „faschisti, faschisti “ rufen?
  • Dass dutzende Politiker verprügelt oder anderweitig eingeschüchtert, wurden, die vorhatten, bei Regional- oder den Präsidentschaftswahlen mitzumachen?
  • Haben sie eine Ahnung davon, dass der stellvertretende Parteivorsitzende und „Chef-Ideologe“, Yuriy Mykhalchyshyn, ein bekennender Faschist und begeisterter Anhänger von Josef Goebbels ist, dem er sogar ein „politisches Forschungszentrum“ gewidmet hat? (Mehr dazu siehe „Goebbels in Galizien“)
Mass Murder Odessa and  Media Silence in Europe

(Klicken Sie auf das Bild)

Weit gefehlt. Der ORF (Österreichische Rundfunk) zum Beispiel hat viel Wichtigeres zu tun. Seine Journalisten haben eine neue Mission gefunden: das Aufspüren „pro-russischer“ Elemente in der österreichischen Polit-Szene. Gerade jetzt, wo die EU-Parlamentswahlen bevorstehen, darf der Journalist nichts unversucht lassen, um der ahnungslosen Öffentlichkeit die gefährlichen „Sympathisanten“ Putins zu präsentieren, damit sie diese ja nicht wählen!

AM PRANGER: DIE „PRO-RUSSISCHEN“ SYMPATHISANTEN

Surreale Interviews geführt im geopolitischen Vakuum sind ja seit der „Fata Maidana“ in Kiew an der medialen Tagesordnung. Hier „profilieren“ sich Journalisten-Attrappen, in dem sie Politikern scheinbar „auf den Zahn fühlen“. Nun ist der investigative Journalismus – gerade in Wahlkampfzeiten – theoretisch eine feine Sache, besonders „in Zeiten des universellen Betrugs“ wie sich George Orwell ausgedrückt hat, „wird die Suche nach der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.“

Was uns hier aber als Interview präsentiert wurde, ist so schäbig, dass man nach den passenden Worten suchen muss, um die Infamie dieser „Pressestunde“ adäquat zu beschreiben. Bevor ich aber auf den Inhalt des Gesprächs eingehe, eine wichtige Klarstellung:

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in die Situation komme, einen FPÖ-Politiker zu verteidigen. Diese „liberalen“Parteien sind für mich seit vielen Jahren ein „rotes Tuch“ und ich halte die perfide, politische Instrumentalisierung des Begriffs „Freiheit“ durch diese Parteien für sehr gefährlich.

Besonders die Führungsfiguren dieser Ideologie im ökonomischen Kontext, allen voran Friedrich von Hayek, dann Milton Friedman samt seinen „Chicago boys“, sowie Leute wie Reagan und Thatcher usw.) sind meine Feindbilder der ersten Ordnung.

Doch man muss auch eingestehen können, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen, deren politische Ideologie man ablehnt, nicht fair ist. Auch wenn man die politische Gruppierung, zu der eine Person gehört, nicht goutiert, heißt das nicht, dass jeder einzelne davon immer mit allem was er oder sie sagt, Unrecht hat.

Aus dieser Perspektive möchte ich daher die Aussagen des FPÖ-Spitzenkandidaten für das Europäische Parlament in der ORF-Pressestunde bewerten (auch jene von Ewald Stadler, ehemals FPÖ-Mitglied, im letzten Beitrag) und die Fragen der Journalisten kommentieren:

ORF pressestunde VilimskyDas Interview wurde geführt von Wolfgang Wagner für den ORF und Ulla Kramar-Schmid für das österreichische Politik-Magazin PROFIL. Das „Opfer“ der „anti-russischen“ Inquisition (um diese wertende Kategorisierung auch mal zu verwenden) ist Harald Vilimsky, wie schon erwähnt Spitzenkandidat der FPÖ für das EP.

DER ORF UND DER EINZIG WAHRE GLAUBE

Der Tenor der Kritik, die sich durch das ganze Interview zieht wie ein roter Faden, ist „die deutliche Sympathie für Russland die die FPÖ „als einzige Partei“ angeblich erkennen lässt. Damit nicht genug, „lehnt sie auch noch die EU-Sanktionen ab (die in Wahrheit natürlich US-Sanktionen sind). So beginnt das Interview …

Sympathie? Was soll das aber konkret heißen? Dass man die Aktionen der russischen Föderation als richtig und legitim erachtet? Dass man die Dämonisierung des russischen Präsidenten für ungerecht und als Teil einer medialen Hetzkampagne ansieht, die von Washington, Berlin und Brüssel lanciert wurde und von den kriminellen Aktionen der Putsch-Regierung und ihrer Sponsoren ablenken soll?

Dass man versteht, warum in der Ost-Ukraine die Menschen sich zu Russland hingezogen fühlen? Und wenn das so ist, muss man sich dann dafür schämen? Weil man „die einzige Partei“ ist, die diesen Standpunkt vertritt? Ist Non-Konformismus in einer so heiklen Angelegenheit peinlich?

Anscheinend schon, so klingen jedenfalls die unterschwelligen Töne der beiden Journalisten, die nichts besseres zu tun haben, als einen „pro-russischen“ Kollaborateur zu entlarven (so hört es sich beinah an).

Vilimsky vertritt in dem Interview folgende Standpunkte:

  • Der Umsturz der gewählten Regierung in Kiew wurde von außen gesteuert, man wollte bewusst einen Konflikt provozieren
  • Echte Demokratiebewegungen würden sich nicht mit „Sturm- und Maschinengewehr artikulieren
  • Europa sollte sich nicht als Propagandainstrument der USA missbrauchen lassen und vor der Realität in der Ukraine die Augen verschließen
  • Österreich sollte sich in diesem Konflikt „neutral“ verhalten, wie es die Verfassung auch vorsieht
  • Die FPÖ sieht er ebenfalls in einer „neutralen Position“ (will nicht für die eine oder andere Seite Partei ergreifen)
  • Russland sei ein Partner Österreichs und die Regierung sollte alles unternehmen, um als neutraler Vermittler eine gütliche Regelung herbeizuführen (Sanktionen würden uns nur selbst schaden)

„Wir brauchen dafür Russland, die Ukraine und die Europäer. Was wir nicht brauchen, sind die Amerikaner, die auch hier offensichtlich Weltpolizei spielen wollen.“

Die Journalisten werfen ihm vor, dass er bzw. seine Partei eben nicht neutral sei, denn praktisch, alles was er sage, zeige die „pro-russische Haltung“ der FPÖ. Vilimsky erklärt, dass er seit einigen Jahren Obmann der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft sei und deshalb einen „sehr emotionalen Bezug“ zu den Ereignissen in der Ukraine habe. Er betont, dass er deswegen über gute Kontakte im Land verfüge und diese Aussagen der Betroffenen höher zu bewerten seien, als die Propaganda-Meldungen in den Medien, (auf die sich aber diese beiden Gestalten immer beziehen).

Da wird ja von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt

Er versucht immer wieder, diesen beiden geopolitischen Autisten klar zu machen, worum es hier geht:

  • Dass die mediale Darstellung der Ereignisse in der Ukraine seit Monaten nicht der politischen Realität entspricht und nur die Perspektive Washingtons (samt seinen Vasallen in Brüssel und Berlin) widerspiegelt.
  • Dass man (den korrupten, aber) legitimen Präsidenten Janukowitsch verfassungswidrig abgesetzt habe (ein Rumpfparlament wurde quasi mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Forderungen der Putschisten zu erfüllen – siehe dazu auch Natalia Vitrenko)

Vilimsky erinnert dann daran, dass sowohl Bush als auch Tony Blair die Weltöffentlichkeit belogen haben und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ nie gefunden wurden (weil es sie nie gab).

Quotation-Ramsey-Clark-world-war-crimeVilimsky hat also den Mut, ein enorm heißes Eisen der internationalen Politik anzufassen: die wahre Rolle der USA auf dieser Welt bei der Entstehung von außenpolitischen Konflikten (bzw. innenpolitischen Krisen aus Sicht der Opfer).

Er versucht, den beiden Fließband-Journalisten klarzumachen, dass aufgrund seiner persönlichen Kontakte mit Ukrainern vor Ort und unter Zugrundelegung der realen, geopolitischen Verhältnisse auf der Welt, die USA mit großer Wahrscheinlichkeit am Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine beteiligt war. (Alleine das abgehörte Telefonat zwischen Victoria Nuland und dem amerikanischen Botschafter in Kiew ist ein gewaltiges Indiz dafür – genau der Politiker, den sie darin als „richtig“ erachtet, wurde ja tatsächlich Ministerpräsident: Yatseniuk und die „fünf Milliarden Dollar“, die laut Victoria Nuland in die Ukraine „investiert wurden“ – wofür wohl ?

Doch die brisanten, aber sehr realistischen Aussagen über die wahren Urheber des Putsches und die unerträgliche Schwarz-Weiß-Propaganda, die aus Washington kommt – und von den Medien schamlos absorbiert wird – interessieren diese beiden „churnalists“ gar nicht.

Sie leiden offenbar an einer schweren Form von „cognitiver Dissonanz“ bzw. „confirmation bias“: Gemeint ist damit, die Neigung (von uns allen), Informationen zu bevorzugen, die mit unserem Weltbild, unseren Werten, etc. übereinstimmen, egal ob diese wahr sind oder nicht und jene abzulehnen, die dieses Wahrnehmungsmuster ins Wanken bringen …). Bei Journalisten ist dies natürlich enorm behindernd bei der Arbeit …..

Die beiden Interviewer konzentrieren sich darauf, dass Vilimsky behauptet, es habe „Blackwater“ Söldner auf dem Maidan gegeben und dass er selbst nicht „neutral“ sei.“ (Der ORF betätigt sich später in der ZIB2 dann auch noch als scheinbarer „Fakten-Checker“ um Vilismkys Aussagen über die BW-Söldner als falsch zu entlarven – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Zunächst geht es aber um die EU-Sanktionen: Hier die Frage verbatim:

EU DornenkroneORF (Wagner) : „Die EU hat Sanktionen, die jetzt laut Merkel und Hollande sogar verschärft werden sollen, wenn in zwei Wochen die Wahlen des Präsidenten nicht ordnungsgemäß abgehalten werden können, weil in der Ost-Ukraine diese Separatisten es verhindern werden, dann wollen eben Merkel und Hollande EU-Sanktionen verschärfen …[vorwurfsvoll] Sie sind ja nicht einmal mit den derzeitigen sehr sanften Sanktionen gegen Russland einverstanden …“

Mal abgesehen von der schwachen Rhetorik, die wie eine hängengebliebene Platte klingt, zeigt diese Haltung eines ORF-Mitarbeiters etwas sehr wichtiges:

Ob die Sanktionen nach dem Völkerrecht legitim sind, interessiert die Journalisten überhaupt nicht, weil sie die Prämisse auf der sie aufbauen kritiklos übernommen haben: dass sich Russland die Krim illegal „einverleibt“ habe und deswegen die „internationale Staatengemeinschaft“ (ein Codewort für den Willen der USA) „Strafen“ verhängen müsse, um dem Schurken Putin klarzumachen, dass solche Unverschämtheiten nicht folgenlos bleiben …warum es sich dabei nicht um einen Bruch des Völkerrechts handelt, habe ich ja im letzten Beitrag erläutert.

NATO eastern expansionDoch da die geopolitischen Hintergründe dieses Konflikts NIE IN DEN MEDIEN ERWÄHNT WERDEN (siehe dazu auch meinen Beitrag Cruelty in Numbers) und stattdessen den Zuschauern vorgegaukelt wird, es handle sich wieder einmal darum, dass der Westen seinen angeblichen Wertekanon gegen einen bedrohlichen Schurken („den jeweils neuen Hitler“) verteidigt, fällt diese wichtige Aussage des FPÖ-Politikers auf unfruchtbaren Boden bei den beiden Journalisten.

COGITO ERGO SUM? (oder fehlt da was?)

Die beiden „Journalisten“ sind darauf geeicht worden, in Russland bzw. Putin den Schurken und im Westen den „Guten“ zu sehen. Seit Monaten leben sie in einem medialen Echo-Chamber, das ständig diese Botschaft verbreitet. Alternative Medien und Personen, die diesem manichäischen Weltbild energisch widersprechen, werden als „pro-russische“ Handlanger, oder „anti-amerikanische „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder – noch effektiver – einfach ignoriert. Zensur durch Schweigen wirkt enorm (das sehen wir ja auch seit Jahren am Beispiel der „Meldungen“ über den „Nahost-Konflikt“ und die absurden „Friedensgespräche“ mit der isarelischen Regierung).

Herr Vilimsky kommt nun mit seinen (der Realität entsprechenden) Behauptungen daher und wird als enormer Störfaktor dieses etablierten Werte-Systems wahrgenommen. Was tun? Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist riskant, denn dann müsste einmal all das auf den Tisch kommen, was in den Medien unterschlagen wird (die systematischen Verbrechen der USA, die ständige „Intervention“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, deren „Verschwinden“ in den Medien Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede so treffend als „brillianten Akt der Hypnose“ bezeichnet hat).

Kissinger truthDas ist zu gefährlich. Deshalb ist die effektivste Methode folgende: ignorieren und einfach das Thema wechseln. Sollte die „unerwünschte“ Botschaft nochmal erwähnt werden, hilft immer noch die ad hominem Attacke. Die „pro-russischen“ Häretiker werden dann als korrupte Marionetten Putins diffamiert, oder ihre gegen-den-Strom-Schwimmen– Attitude wird als Ausdruck ihre „rechten“ Gesinnung in den Dreck gezogen. (Beide Methoden werden später gegenüber Vilimsky angewendet).

DIE KOMMISSION GEGEN PRO-RUSSISCHE UMTRIEBE macht weiter

Ulla Kramar-Schmid, eine Journalistin vom PROFIL reagiert auf den Satz

Als Europäer darf man sich hier nicht zum Spielball amerikanischer Propaganda machen lassen“

so: „Bleiben wir mal bei der Ukraine ..“ (als ob die Frage der amerikanischen Propaganda nicht gerade im Fall der Ukraine von ENORMER BEDEUTUNG sei sie selbst verkörpert die Effektivität dieser als Waffe eingesetzte „strategic information“ und kriegt anscheinend nichts davon mit) und erklärt dem staunenden Zuschauer, dass die Übergangsregierung in Kiew von der EU anerkannt sei und auch „auch über eine Mehrheit im Parlament verfügt“.

Frau Kramar-Schmid, wollen Sie mal sehen, wie es im Parlament in Kiew heute zugeht, wenn die Regierung kritisiert wird:

Dann werden die Häretiker von der FPÖ, vertreten durch Vilimsky, wieder mit der „Inquisition“ gegen pro-russische Umtriebe konfrontiert, weil die Fraktion jüngst von „einer Putschistenregierunggesprochen und sichdamit der Wortwahl Russlands bedient habe. Frau Kramar-Schmid fragt dann weiter, ob er sich nicht davon distanzieren wolle.

Herr Vilimsky versucht der Dame noch mal klarzumachen, dass es hier um „keine ordentlich gewählte Regierung handle, der „Präsident“ verfassungswidrig im Amt sei, weil die alte Regierung ja mit Waffengewalt vertrieben und das Parlament (was davon übrig blieb) eingeschüchtert wurde, um die Enthebung des gewählten Präsidenten scheinbar zu legalisieren.

(Was der gewählte, vertriebene Präsident dazu sagt, ist hier zu sehen. Bei uns darf dieser ja gar nichts mehr sagen …

Der ganze Prozess war eine Form schwerer Nötigung und natürlich verfassungswidrig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die Regierung in Kiew in anderen Teilen des Landes nicht akzeptiert wird und auf den YouTube Videos aus dem Osten fast immer ein aufgeregtes „Faschisti, Fachisti!“ zu hören ist.

Davon weiß aber Frau Kramar-Schmid offenbar nichts, denn ihre Wahrnehmung wurde ja von „pro-amerikanischen“ Kräften geformt, was sie allerdings nicht bemerkt hat. Vilimsky fängt wieder von den Blackwater Söldnern „mit Sturmgewehren“ an, die er auch auf dem Maidan vermutet.

Er weist darauf hin, dass die vertriebene Regierung, „ordentlich gewählt war“ während die jetzige „Regierung“ eingesetzt wurde, ohne demokratische Legitimation sei, also die Illegalität der Regierung außer Zweifel steht; dann wird er vom ORF-Mitarbeiter Wagner unterbrochen, der wie ein echter Presse-Papagei die talking points von Frau Kramar-Schmid wiederholt:  „… mit einer Mehrheit im Parlament.. darauf betont Vilimsky: „mit sehr vielen Repressionen“ wird schon wieder vom ORF unterbrochen .“. auch von der Janukowitsch Partei“.

Spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier zwei Idioten (the ugly truth, I am sorry) vor mir sitzen, die keine Ahnung haben, was in Kiew wirklich passiert ist, weil sie Opfer ihres eigenen Systems geworden sind, das rund um die Uhr die Propaganda des US-Außenministeriums verlautbart und sich hinter „Presseagenturen“ versteckt.

NATÜRLICH handelt es sich hier um eine „Putschregierung“, das ist doch völlig klar und jeder doch denken, kann weiß das auch (das ist ja auch der Grund, warum viele deutschsprachige Redaktionen mit Beschwerden der Zuschauer und Leser überschwemmt wurden).

DIE  SPRACHPOLIZEI  ERMITTELT (aber nur in eine Richtung ..)

Dass sich hier jemand „der Wortwahl Russlands bedient“ als „Argument“ sprich implizite Schuldzuweisung, in einer politischen Debatte vorzubringen, ist derartig dumm und infam, dass einem die Spucke wegbleibt.

Hier zeigt sich auf erschreckende Weise, wie indoktriniert unsere Journaille tatsächlich ist, weil sie das „belief system“ der US Außenpolitik so aufgesogen haben, dass sie glauben, es sei ihr eigenes. (das wahre Ziel jeder effektiven Propaganda).

Und der größte Witz ist, dass die Papageien-Journaille selbst sich laufend „der Wortwahl der USA bedient“, aber eben nicht „schnallt“, dass die Quelle, aus der die „Meldungen“ über die Ukraine sprudeln, im State Department zu finden ist.

Wie sehr das eingebläute Freund-Feind-Denken dieser beiden „Journalisten von der traurigen Gestalt“ ihre Fähigkeit logisch zu denken einschränkt, sieht man auch daran, dass als Gegenargument (zur Verharmlosung der zutreffenden Bemerkungen über die „weggeputschte Regierung“ von Herrn Vilimsky) nur der Einwurf „von der EU anerkannt“ kommt.

  • Wenn also die EU („NATOstan“) etwas für legitim erklärt, stimmt das natürlich: keine kritischen Fragen, keine Untersuchung, was tatsächlich passiert ist. Alle Stimmen, die dieser Version widersprechen, werden ausgegrenzt,  diffamiert oder – noch besser – ignoriert.
  • Die USA (und ihre europäischen Vasallen) sind doch die „Guten“, die für „demokratische Werte“ stehen, fragen Sie doch mal die Leute im Irak, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan, in Pakistan, im Iran, in Palästina, im Sudan, in Chile, Bolivien, Venezuela, Indonesien, im Yemen oder in Serbien, Kroatien, etc,…. Die Liste ist endlos lang.
  • Wenn Russland oder Putin etwas für legitim erklärt, kann das unmöglich so sein, denn dann würde ja Putins Rolle als hinterhältiger Intrigant, der ein neues russisches Imperium schaffen will, ins Wanken geraten. Also wirken die beiden oben genannten Mechanismen und natürlich noch der Drang zur Konformität mit der Mehrheit, was viel bequemer ist, als gegen den Strom zu schwimmen.

Herr Wagner (ORF) sagt über die Vorfälle auf dem Maidan am 22.Februar dann:

demonizing putin_hitler„Wir haben hier sicher nicht die Möglichkeit, alles aufzuklären, aber ich muss Ihnen schon sagen (tadelnder, schulmeisterlicher Ton) ihre Sicht der Dinge muss man als pro-russische sehen …“

SO WHAT? Wenn ich mich auf Ihr rhetorisches Niveau begebe, Herr Wagner …muss Ihnen schon sagen, Ihre Sicht der Dinge muss man als pro-amerikanisch also „anti-russisch“ sehen! 

Dann Wagner weiter: „Herr Janukowitsch war plötzlich nicht mehr da, er ist außer Landes gegangen, wurde nicht verhaftet…“

Wie schon oben gesagt, da der ORF sämtliche Augenzeugenberichte, Videos und sogar die Statements von Janukowitsch selbst über die massiven Repressionen gegen das Parlament in Kiew sowie Todesdrohungen ausgeblendet hat (man bringt natürlich nur „selektiertes“ Material der Presseagenturen, die hauptsächlich als Verteiler für PR und Propaganda dienen) fehlt der politische Kontext, den die kritischen Beobachter weltweit sowie Herr Vilinski mit seinen guten Kontakten in die Ukraine, natürlich kennen.

Wagner spricht nur von „Auseinandersetzungen“ auf dem Maidan, von „Bewaffneten“und räumt ein, dass es vielleicht Dinge gibt, von denen „wir“ nichts wissen. Und wieder kommt der (pro-amerikanische) „bias“ zum Vorschein: er zweifelt die Aussagen über die „Söldner auf dem Maidan“ an, weil es dazu keine Beweise gäbe. Gleichzeitig aber übernimmt er die offizielle Darstellung (derjenigen, die den Putsch organisiert haben), dass „von Regierungsseite auf den Maidan geschossen wurdeund es daraufhin dutzende Tote gab anstandslos.

Dass aber die offizielle Version mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die MONITOR-Recherche des WDR und das abgehörte Telefonat des Außenministers von Estland mit Catherine Ashton).

una unso-gladioVilimsky beweist wiederum Engelsgeduld und erklärt den beiden Autisten, dass er es durchaus verstehe, warum (nicht nur) der Präsident geflüchtet sei [er kennt ja die wahren Umstände des Putsches]: „aus nackter Angst um ihr Leben“. (Wer die Vorbilder der ukrainischen Neo-Nazis kennt, weiß mit welchen Psychopathen wir es hier zu tun haben)

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, mit den Leuten vor Ort zu sprechen, weil es (implizit) eine ungeheure Propagandawelle gäbe, die natürlich von den Urhebern des „regime change“ lanciert werde, um die wahren Umstände des Putsches und die Rolle der Neo-Nazis zu vertuschen. Er habe Berichte vom ehemaligen ukrainischen Botschafter, der natürlich viel besser wisse, was dort wirklich geschieht und auch andere Kontakte in der Ukraine würden es ihm erlauben, die Lage dort realistisch zu bewerten.

Aber wieder geht keiner der beiden Autisten auf die realistische Perspektive von Vilimsky ein, stattdessen erbost sich Frau Kramar-Schmid darüber, dass sich der Parteiobmann der FPÖ „am Höhepunkt der Krise mit einem russischen Diplomaten getroffen habeQuelle horreur! Damit nicht genug: der Parteiobmann hält Putin auch noch für einen „Demokraten“! Wo kommen wir denn dahin?

Und als Krönung kommt was? Die neuerliche, ultimative Stigmatisierung für einen Politiker in Zeiten wie diesen: Sie senden ganz klar pro-russische Signale aus!“

Dass sie selbst ununterbrochen „pro-amerikanische“ Signale aussendet, ja ihre gesamte Perspektive der Ereignisse in der Ukraine aus dem State Department stammt, begreift sie einfach nicht. Wozu auch, ist ja auch zur Berufsausübung nicht erforderlich und schließlich ist sie ja nur eine(r) unter tausenden anderen Papageien der Presse-Fabrik aus der heutzutage die „Meldungen“ kommen.

Vilimsky spricht dann das aus, was das große Problem ist:

Ich würde sagen, Wir verständigen uns darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind ..“

(genau das können oder wollen die beiden Presse-Vertreter aber nicht)

warstateEr kritisiert die Tatsache, dass die absolute Rollenverteilung – Putin, der Böse und die Amerikaner die Guten – eine grobe Verzerrung der Realität ist. Am Beispiel der Todesstrafe ließe sich demonstrieren, wie einseitig die Kritik verteilt wird: während man Putin vorwirft, er sei intolerant gegenüber Homosexuellen, kann man den USA vorwerfen, dass dort immer noch Menschen auf grauenhafte Weise vom Staat umgebracht werden; „

Dem muss man hinzufügen, dass – was die aggressive „Außenpolitik“ betrifft, die Schuld der USA viel, viel schwerer wiegt als alles, was Russland je getan hat. Es gibt ja hunderte Bücher und Dokus, die diese Verbrechen dokumentieren (vor allem von ehemaligen CIA-Agenten oder Offizieren bzw. Soldaten sind erschütternde Berichte vorhanden).

Vilimsky spricht nochmal davon, dass er sich Österreich in einer neutralen Vermittlerrolle wünscht, worauf die Profil-Journalistin wieder mit ihrem „Sie sind ja selbst nicht neutral!Einwurf nervt …. weil der Witz dabei ist, dass das auch auf Sie selbst zutrifft (ebenso auf Herrn Wagner), der ihr sofort zustimmt.

Was beide anscheinend nicht begreifen: wenn es um die Wahrheit geht, um ungeheuerliche, subversive Verbrechen im Ausland, die ganze Völker ins Elend stürzen und oft in einem Blutbad enden, kann und DARF MAN NICHT NEUTRAL SEIN.

Die FPÖ sollte hier nicht versuchen, sich hinter dem Begriff Neutralität zu verschanzen, sondern ganz klar sagen: wir sind in diesem Fall auf der Seite Russlands, weil es nicht Russland war, dass der Ukraine seit Jahren mit 5 Milliarden Dollar (Nuland) eine massive, subversive „Faulbrandinfizierung“ (siehe Pinter Rede) verpasst hat, die zu einem blutigen Bürgerkrieg und zu einem Weltkrieg führen kann.

In der Folge wird dann die Wahlbeobachter-Kommission auf der Krim in den Dreck gezogen, über die ich im letzten Beitrag berichtet habe: klassisches Beispiel für confirmation bias. Dann muss natürlich auch die Abstimmung selbst verunglimpft werden (obwohl keiner der anwesenden Journalisten dabei war)

Herr Wagner hat sich aber anscheinend noch nicht genug blamiert, denn er feuert dann eine (vermeintliche) Breitseite auf die FPÖ ab, indem er deren „Wahlbeobachter“ unterstellt, sie hätten auf der Krim „einen Persilschein“ ausgestellt. Woher er das weiß? Putin selbst habe eine Kommission beauftragt, die Wahlbeteiligung, etc. zu untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass nur die Hälfte teilgenommen habe und davon hätten höchstens 50-60% für die Eingliederung in die russische Föderation gestimmt. Dann wörtlich:

Ist das nicht extrem peinlich, wenn man sich unter nicht geklärten Bedingungen zum Wahlbeobachter machen lässt? Dann fährt man hin, gibt einen Persilschein ab und dann sagen die Russen, nachdem sie sich die Krim einverleibt hatten, Ätsch, war gar nicht so!

Dass diese Meldung (von der extrem niedrigen Wahlbeteiligung etc.) von Julia Timoshenko lanciert wurde, die sehr enge Beziehugen zu „gewissen Kreisen“ in den USA pflegt, hat Herr Wagner nicht verstanden.

Dass Andrey Illarionov – der sich von der amerikanischen „Rechten“ als Putin-Basher einspannen ließ und heute für die neo-liberale Hochburg der USA, das CATO-Institut arbeitet, (das „liberty and prosperity“ der Superreichen verteidigt, zu denen auch Timoshenko gehört), jene Statistik publiziert hat, in der angeblich in den letzten drei Jahren (nur) zwischen 23 und 41% der Krim-Bewohner einer Eingliederung in die russische Föderation zustimmen würden, weiß er offenbar auch nicht.

Dass Illarionov einfach behauptet, zwei Drittel der Krimaner seien gar nicht zur Abstimmung gegangen, aber keine Beweise dafür vorlegt, macht auch nichts. Er „zitiert“ übrigens Timoshenko, um seine Aussagen zu untermauern und die beruft sich auf einen Tatarenführer,  der auch keine Beweise hat.

Solange eine „Meldung“ in das vorgefertigte Deutungsmuster passt (der in diesem Fall „Putin ist ein Arschloch“ heißt), wird sie enthusiastisch aufgenommen. Illarionov ist ein direkter politischer Gegner Putins, er tritt in zahlreichen Veranstaltungen der russischen „Opposition“ auf (die große Unterstützung aus den USA erhält) und kommt deshalb – ebensowenig wie „das Biest“ Tymoshenko als „seriöse“  Quelle für solche Meldungen  in Frage. Er ist auch ein großer Unterstützer des verurteilten Oligarchen Khodorkovsy, der kürzlich von Putin begnadigt wurde.

Was einfach dabei ignoriert wird ist der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in Kiew: dieses Ereignis und die damit verbundene Gewalt der Neo-Nazis könnten natürlich dazu geführt haben, dass viele Menschen auf der Krim sich lieber an Russland klammern.

march 18 referndum pro RussiaAußerdem ist die Krim seit 240 Jahren “russisch” und die Mehrheit der Bewohner auch. Wenn man dann auch liest, dass unter den Auftraggebern der „Umfragen“  die „Institute“ der Republikanischen u. der Demokratischen Partei in den USA sind  hat sich die Sache eigentlich erledigt.

Wir können nicht nachprüfen, wie viele Menschen tatsächlich zur Abstimmung gingen und für Russland votiert haben, doch die Aussagen von Beobachtern wie Stadler und die Affinität der Krim-Bewohner für Russland sprechen eher für eine große Zustimmung als Ablehnung.

Die Krim war der letzte Teil der Ukraine, die von der Nazi-Herrschaft im zweiten Weltkrieg von der Roten Armee befreit wurde – unter enormen Opfern. Das haben die Menschen dort nicht vergessen. Wenn sie also die Neo-Nazis von Svoboda & Co. sehen, die Nazi-Kollaborateure wie Helden verehren und in Kiew die gewählte Regierung stürzen, ist es sehr natürlich, dass sie sich Russland zuwenden. Nicht zuletzt geht es ihnen dort auch besser: z.B. Pensionen werden nach der Eingliederung angehoben (dem höheren russischen Standard angepasst).

Und wieder sehen wir hier, wie der confirmation bias wirkt, denn letztlich läuft die Argumentation der Journalisten darauf hinaus, dass Putin ein hinterhältiger Intrigant ist – und daraus abgeleitet, sind alle „pro-russischen“ Kräfte ebenso verdächtig, aber der Westen wird als vertrauenswürdig dargestellt. Das ist aber angesichts der historischen Realität einfach ein Witz und keine stichhaltige Argumentation.

Wagners Hieb auf die „ungeklärten Bedingungen“ der Beobachter-Kommission kommt wie ein semantischer Bumerang zu ihm zurück, denn die „Beobachter“ unter Leitung der deutschen Bundeswehr (siehe dazu meinen Beitrag: Meldungen vom Fließband) waren auch unter dubiosen Bedingungen in der Ukraine unterwegs und wurde von der gesamten Fließband-Presse irreführend als „OSZE“-Kommission“ bezeichnet, weil niemand die Quelle der Meldung geprüft hat.

Vilimsky hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass „eine Abstimmung eine Abstimmung“ sei und wenn bei Europawahlen meistens weniger als 50% wählen gehen, bedeutet nicht, dass die Wahl ungültig ist. (Wagner hatte gesagt, eine „Minderheit habe mit ihrer Stimme die Vereinigung mit Russland erzwungen“.) Dann ruft er aus:

ORF: Ja aber fair muss eine Abstimmung stattfinden! Und weiter: „Wo tausende mit Waffen herumstehen, haben die Leute unbeeinflusst ihre Stimme angegeben? Das meinen Sie doch nicht ernst? (Das Parlament in Kiew wurde dazu genötigt, den gewählten Präsidenten abzusetzen, damit eine Putschregierung ins Amt kommt – wieso regt sich Wagner darüber nicht auf? Die Antwort kennen wir …)

Dass die russischen Truppen in Erscheinung treten mussten, weil sonst die Abstimmung von  der Putsch-Regierung Kiew verhindert worden wäre, (die Neo-Nazi Schlägertruppen waren bereits unterwegs) begreift Wagner in seinem Tunnelblick nicht. Im Gegensatz zu der brutalen Repression in Kiew und jetzt im Süd-Osten, wo Kampfhubschrauber und paramilitärische „Einheiten“ (bezahlte Killer) eingesetzt werden ist auf der Krim von russischer Seite kein einziger Schuss gefallen.

Die ukrainische Marine, immer mehr Teile der Armee und der Polizei weigern sich , für die neue Regierung Dienst zu tun, genau deshalb müssen ja immer mehr „Söldner“ aus dem Ausland geholt werden bzw. wurden Neo-Nazis in die „Nationalgarde“ integriert.

1 Kathyn then Odessa nowDas pogromartige, grauenvolle Massaker in Odessa haben diese beiden Papageien gar nicht mitbekommen, stattdessen echauffieren sie sich ständig über die „pro-russischen Sympathien“ der FPÖ.

Sie hören nicht die Stimmen jener, die bezeugen, wie brutal die faschistische Regierung in Kiew die Opposition unterdrückt, wie grausam die Neo-Nazis Menschen ermorden, weil sie als „pro-russisch“, „Moskali“, und somit als Verräter und Feinde wahrgenommen werden. (Die Leute in Odessa und auch im Osten wollten ursprünglich keine Abspaltung sondern mehr regionale Selbstbestimmung, dass sie ihre politischen Vertreter selbst wählen können, anstatt von Kiew wieder einen Millionär mit einer Privatarmee vorgesetzt zu bekommen undsie wehren sich gegen die irrationale Hetze der Svoboda-Partei gegen alles „russische“ )

WEHRET DEN ANFÄNGEN

Für uns ist Toleranz ein Verbrechen“ dieser Satz des Chefideologen der Svoboda-Partei dürfte den beiden Autisten auch unbekannt sein, ebenso wie deren Parteiprogramm und historische Vorbilder. (Siehe dazu „Goebbels in Galizien“ hier auf diesem Blog für mehr Info).

Sie begreifen anscheinend auch nicht, dass diese Form der „Befragung“, die sie durchgeführt haben, zwar an der Oberfläche harmlos aussieht, aber wenn man genauer hinsieht, in dem gleichen Geist geführt wurde, der in den 1950er Jahren in den USA schließlich zu einer Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten führte und somit „anti-amerikanische“ Umtriebe aufdecken sollte.

Diese von „oben verordnete“ und durch Indoktrination herbeigeführte Einstufung von Menschen in eine verachtete und schließlich verhasste Kategorie ist der Nährboden, aus dem der Holocaust entstanden ist.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen und den Kontext anpassen, würde aus „russische Sympathien“ (also dem neuen „Feindbild Russland“) dann „jüdische Sympathien“ oder „Judenfreund“ werden (mit dem alten Feindbild „Juden“) … ein absurder Vergleich?

Keineswegs. Oleh Tyanybok, der Parteichef von Svoboda (früher Sozial Nationalistische Partei der Ukraine) spricht ja davon dass die Ukraine „von einer Jüdisch-Russischen Mafia“ beherrscht werde und führende Historiker, die die Neo-Nazi Bewegung in Europa analysieren, fördern noch beängstigenderes Material zu Tage.

Aber diesem Mann haben doch Lady Ashton und andere hochrangige Politiker aus Europa und Amerika die Hand geschüttelt, also muss er doch – nach der schlichten Logik dieser beiden Autisten – ein „Guter“ sein, oder? Und „Sanktionen“ verhängen wir doch immer nur gegen die „Bösen“, den gerade aktuellen neuen „Hitler“ ….

Na dann gibt es ja keinen Grund zur Aufregung, höchstens Grund zur Verzweiflung …

Denn unsere Autisten- und Papageien-Journaille beweist, dass man selbst in einer sogenannten „Informationsgesellschaft“, in der alle rund um die Uhr Zugang zu Medien haben, „NICHTS DAVON GEWUSST HAT“, wenn faschistische Banden Menschen terrorisieren und umbringen …. Weil sie als willige Erfüllungsgehilfen der Machteliten des Westens dafür sorgen, dass diese Informationen unterdrückt werden ….

Am 22. April marschierten die Neo-Nazis in Kiew, wo es zu Zusammenstößen mit den weniger radikalen „Rebellen“ des Maidan kam …

Am 27. April attackierten radikale Nationalisten (Fußballfans) eine Gruppe friedlich demonstrierender Regierungskritiker in Kharkov …

Am 29. April marschierten die Neo-Nazis in Lviv zum Gedenken an die Gründung der galizischen Division der Waffen-SS.

Doch was kümmert das unsere Presse?

 

P.S. (Zum lächerlichen „Faktencheck“ des ORF über die Präsenz von US-Söldnern nehme ich im nächsten Beitrag Stellung)

Ukraine (8): Wer ist hier der KRIMinelle?

 

propagandaschauAngesichts der seit Monaten andauernden, medialen Manipulationskampagne zur Dämonisierung Putins (sprich: Zerstörung seiner Glaubwürdigkeit und Hetze gegen Russland) wird einem Angst und Bange. Diese „Journalisten“, die sich zur „intellektuellen Elite“ zählen, haben anscheinend gar nichts begriffen, wenn es darum geht, die realen geopolitischen Machtverhältnisse und die Absichten dahinter, zu verstehen.

In Odessa wurden höchstwahrscheinlich zwischen 100 und 300 Menschen in einem Neo-Nazi Pogrom abgeschlachtet, aber unsere „Presse“ kriegt nichts davon mit. Sie fungieren nur mehr als Verteiler der „Meldungen“, die von den Machtzentren dieser Welt lanciert werden und arbeiten dann die „Talking Points“ ab, die man ihnen vorgegeben hat. What a shame…

Schön langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie die Deutschen und Österreicher sich in den 1930er Jahren gefühlt haben müssen … rund um die Uhr bombardiert mit Propaganda. Wenn wir das Internet nicht hätten, wären wir verloren …

GEWALT IM POLITISCHEN VAKUUM

GDP impact EU vs Russia

Vergleich BIP-Entwicklung Ukraine – oben EU-Abkommen, unten russische Zollunion

Anstatt die wirtschaftlichen, sozialen und innenpolitischen Hintergründe als Kontext der Unruhen in den Industriegebieten der Ost-Ukraine zu erläutern, wird ständig suggeriert, dass Putin für den Volksaufstand verantwortlich sei. Dieser Vorwurf wird zwar nie mit Beweisen untermauert, aber alleine die ständige Wiederholung hat einen Brainwashing-Effekt.

Vielleicht habe ich ja nicht gründlich genug gesucht ….?

 

  • Kann mir jemand nur einen einzigen Artikel in der deutschen Presse zeigen, in dem die „pro-russischen Aktivisten“ ausführlich zu Wort kommen und in einem kohärenten Statement zusammengefasst wird, was diese Leute wirklich wollen?
  • Kann mir jemand einen einzigen „Beitrag“ in den Rundfunk-Medien zeigen, in dem das Parteiprogramm der Svoboda-Partei analysiert und die historischen und aktuellen Wurzeln der Neo-Nazi Bewegung untersucht werden? (Das ist schwer möglich, denn die Existenz dieser Neo-Nazis wird nicht einmal als Fakt akzeptiert bzw. präsentiert …!)

DER KRIM-(INFO)-KRIEG

Economist Putin diffWas ich bisher verabsäumt habe, ist darauf näher einzugehen, was als Grundlage für die Dämonisierung Putins herangezogen wird: die angeblich illegale „Annexion“ der Krim. Russland habe sie “überfallen”, mit Militärpräsenz die Leute eingeschüchtert, damit sie bei der Abstimmung „richtig“ wählen usw. Diese Vorwürfe geistern seit Wochen ständig durch die Medien und als die Unruhen in der Ost-Ukraine losgingen, wurden sofort Vergleiche mit der Krim hergestellt (warum nicht mit den Aufständen in Kiew?).

Damit wollte man die „core message” verstärken, dass es sich in beiden Fällen um „russische Aggression“ handle und die Gründe für das Vorgehen der dortigen Bevölkerung nicht Ablehnung der faschistischen Putsch-Regierung sowie Ausdruck der Forderung nach mehr Selbstbestimmung (Föderalismus) seien, sondern die Intrigen Moskaus.

Ich möchte auf zwei Wegen diese Behauptung entkräften:

  1. Durch Augenzeugenberichte neutraler Beobachter der Abstimmung auf der Krim
  2. Durch Erläuterung der Rechtsgrundlagen des Völkerrechts, die hier zur Anwendung kommen

DIE BEOBACHTER-KOMMISSION

Der österreichische EU-Abgeordnete Ewald Stadler war als neutraler Beobachter gemeinsam mit anderen Parlamentariern aus Griechenland, Italien, Belgien und dem Baltikum während der Abstimmung auf der Krim vor Ort und berichtete in einer (sehr schlecht besuchten) Pressekonferenz am 19. März 2014 über seine Erfahrungen (siehe dazu das Video unten).

Organisiert wurde die Mission von der Organisation EODE (Eurasian Observatory for Democracy and Elections), das von einem Belgier namens Luc Michel geleitet wird. (Ich kenne diese Gruppe nicht und bin sehr vorsichtig mit solchen „NGOs“, aber Stadler berichtet, was er persönlich auf der Krim gesehen hat und ich habe keinen Grund, an der Authentizität seiner Aussagen zu zweifeln.)

Hier eine Zusammenfassung seiner Aussagen:

Stadler ist offensichtlich sehr empört, weil die Presse-Berichte über die Vorgänge auf der Krim absolut nicht mit dem übereinstimmen, was er dort mit eigenen Augen gesehen hat. Wörtlich sagt er „es wird hetzerisch berichtet“ [was wir alle – die noch selbst denken  – nachvollziehen können!] und jeder der mit diesen Propagandameldungen nicht konform gehe, werde diffamiert.

Die Beobachter konnten sich auf der Krim frei bewegen. Sie sahen kein Militär auf den Straßen, keine Absperrungen, keine Check-Points. Die Fotos, die in den Medien gezeigt wurden (und das Gegenteil beweisen sollten), seien nachweislich in der Ukraine aufgenommen worden. Die Putschregierung wollte auf diese Weise erreichen, dass die Leute Angst bekommen und nicht in die Ukraine fahren. Auf diese Weise könnten sie sich nicht selbst davon überzeugen, was dort wirklich los ist.

Dass die Putsch-Regierung Reisen in den Süden erschwert hat, zeige sich auch daran, dass es keine Flüge mehr von Kiew nach Simferopol gabund die Beobachter über Moskau anreisen mussten.

ABSTIMMUNG KRIM

ua krym coat of armsDie Abstimmung auf der Krim sei in einer „sehr entspannten Atmosphäre“ erfolgt. Die Ordnungskräfte waren in keinem Fall bewaffnet und nur deshalb notwendig, weil der Andrang zu den Wahllokalen so groß war.

Die Bevölkerung der Krim war nahezu geschlossen für die Eingliederung in die russische Föderation. Es gab auf den Stimmzetteln auch die Option für eine größere Autonomie innerhalb der Ukraine zu stimmen. Leute die sich dafür entschieden haben, wurden in keiner Weise drangsaliert. Die Wahlurnen seien durchsichtig gewesen, sodass eine transparente Stimmabgabe (mit offenen Stimmzetteln, die teilweise gefaltet wurden) möglich war. Die Stimmung auf der Krim sei eindeutig pro-russisch, weil dort ja auch überwiegend Russen leben [und das seit Katharina der Großen, also seit mehr als 200 Jahren).

Es sei überhaupt nicht seltsam, dass die Zustimmung so groß war mehr als 96%), weil die „Bevölkerung schon seit 10 Jahren über die Misswirtschaft der Regierung in Kiew murrt“ auch schon unter Julia Timoschenko.

Dann kommt Stadler zum rechtlichen Aspekt der Abstimmung und betont vor den Journalisten, dass die Menschen auf der Krim „ihr Selbstbestimmungsrecht in Einklang mit dem geltenden Völkerrecht ausgeübt“ hätten. Er sei entsetzt darüber, dass sich kein Journalist mehr die Mühe mache, Dokumente selbst anzuschauen, auf deren Grundlage brisante politische Entscheidungen getroffen werden. [Dem kann man nur zustimmen].

Im ArtikeI I, Abs. 2 der UN-CHARTA stehe das „Selbstbestimmungsrecht der VÖLKER, nicht der Staaten im Zentrum“. Die mediale Aufregung über die „Annexion“ bzw. die Unzulässigkeit der Abstimmung sei also eine „infame Verdrehung klarer Tatsachen“.

Stadler ist bestürzt darüber, dass hier offensichtlich „Kriegstreiber am Werk“ seien, die ein erstarkendes Russland in die Knie zwingen“ wollen. (Damit hat er absolut Recht). Das ist aber keine „Verschwörungstheorie“ sondern stützt sich auf die Publikationen von Masterplaner Zbignew Brzezinski (der der außenpolitische Mentor von Obama und (als Pole) ein Russlandhasser ist), in denen nicht nur die Ausdehnung der NATO bis vor die Tür Russlands als „notwendig“ erachtet wird, sondern auch die Zerschlagung der russischen Föderation, damit die Sonderstellung der USA als dominante Supermacht nicht gefährdet sei.

Zur Rolle der österreichischen Bundesregierung äußert sich Stadler wie folgt:

Merkel Timosh-EPP_Summit_March_2011_(67)

Merkel mit Timoshenko

Sie verhalte sich „wie ein Schoßhündchen der Frau Merkel“ und man müsse sich fragen, ob der österreichische Außenminister schon volljährig sei. Er mache jedenfalls das, was Merkel will und diese wiederum führe die Wünsche Washingtons aus. Österreich könnte als neutraler Staat eine wichtige Vermittlerrolle einnehmen und habe (früher) hohes Ansehen bei den Russen und den Ukrainern gehabt.

Die Hetze in den Medien erinnere ihn an den Vorabend des Irak-Krieges, wo sich alle Journalisten „unkritisch vor den Karren der USAußenpolitik spannen ließen“. Er erinnert an die Präsentation von Colin Powell vor der UN, wo Beweise für die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ gezeigt werden sollten. Später habe sich herausgestellt, dass es sich um plumpe Fälschungen gehandelt habe und Powell hat sich öffentlich dafür entschuldigt.

Bamford IraqDie „Zeugen“, die in der gleichen Sache vor dem Senatsausschuss auftraten, waren nie selbst im Irak, usw. Österreich solle sich für den Erhalt des Friedens einsetzen und nicht Teil der Hetzkampagne werden.

Die Sanktionen gegen russische Beamte seien „eine Lachnummer“ und würden der EU (und im konkreten Fall auch Österreich) mehr schaden als Russland. Alleine der VOEST Alpine Stahlkonzern würde im Rahmen des Southstream Projekts über eine Milliarde Euro einbüßen, wenn dieses Projekt torpediert wird (weil es die USA so wollen).

(Den energiepolitischen Hintergrund dazu liefert ein wichtiges Statement von Dirk Müller)

Die jüdische Bevölkerung sowie jüdische Rabbis beklagen in den israelischen Medien, dass sie von den Neo-Nazis drangsaliert werden – so Stadler weiter. Die Situation sei dramatisch, doch deutsche Abgeordnete die die Rolle der deutschen Bundesregierung bei der Anerkennung der Putschregierung kritisieren, werden als Mitglieder einer „rechten Allianz mit Putin“ diffamiert. Das sei ein Skandal, dass die Medien sich vor den Karren der Amerikaner spannen lassen.

Wer etwas Positives über Russland sagt, also eine Gegenposition hat, wird geschnitten (in Österreich, Deutschland und in Brüssel) betont der EU-Abgeordnete. Was Russland immer vorgeworfen werde – die Einschränkung der Pressefreiheit – finde nun bei uns statt.

Er schließt damit ab, dass es unbedingt notwendig sei, die Menschen aus der Ost-Ukraine an der (neuen) Regierung in Kiew zu beteiligen.

Sie müssen in die Gespräche einbezogen werden, damit sie nicht mehr Angst haben, dass ihre Anliegen und Rechte (vor allem in den Industriezentren mit russischer Mehrheit) missachtet werden. Das hat ja auch Putin erst kürzlich bei seinen Gesprächen mit dem Schweizer Präsidenten und OSZE-Direktor betont. Stadler warnt davor, dass die Ost-Ukraine wegbrechen werde, wenn diese Einbindung nicht stattfindet und dann wäre die Ukraine als Staat nicht mehr lebensfähig.

Er sendet diese Botschaft speziell an „jene Hetzer, die im Jänner und Februar auf dem Maidan waren, um die Leute gegen Russland aufzuhetzen. Die unglaubliche Doppelmoral des Westens, die von den Medien sang- und klanglos übernommen wird zeige sich daran, dass die demokratisch legitimierte Abspaltung der Krim (die schon vorher einen Status als autonome Republik  hatte) als illegitim angeprangert wird, während eine Putschregierung, die mithilfe von Neo-Nazis (also Gewalt und Repression) an die Macht kam, vom Westen unterstützt wird.

Zur selektiven Auslegung des Selbstbestimmungsrechts und der Akzeptanz der Methoden, mit der es umgesetzt werden soll, sagte Putin kürzlich:

Ich verstehe die Menschen im Süd-Osten der Ukraine die sich sagen: Wenn die in Kiew machen können, was sie wollen – sich bewaffnen, Regierungsgebäude, Polizeistationen und Militärbasen besetzen – warum dürfen wir dann unsere Interessen und Rechte nicht auf die gleiche Weise verteidigen?

Fast die gleichen Methoden (+ Neo-Nazi Schocktruppen , schwere Nötigung & Misshandlung von Abgeordneten) mit denen die Putsch-Regierung selbst an die Macht kam werden jetzt von derselben „Regierung“ als Begründung für den Einsatz von „Anti-Terror-Einheiten“ gegen jene angeführt, die die Rechtmäßigkeit dieses Regimes nicht anerkennen – vor allem wegen der Neo-Nazis und ihrer Terrorkampagne.

Yanukovic speaks outAls Janukowitsch – als legitimer Präsident – gegenüber gewalttätigen, von außen gesteuerten Horden für „Ordnung sorgen“ wollte, damit die Handlungsfähigkeit der Regierung und des Parlaments gewahrt bleibt, wurde er von Washington an den Pranger gestellt und die Medien droschen alle auf ihn ein (obwohl er enorme Konzessionen machte).

Als die illegitime „Regierung“ (durch einen Putsch, verfassungswidrig an die Macht gekommen) mit der gleichen Argumentation – und viel mehr Gewalt – gegen die eigene Bevölkerung losging (inklusive Nazi-Schlägertruppen und Massakern, die in den Medien völlig ignoriert werden), war das plötzlich „das gute Recht“, das Obama persönlich verteidigte.

Wie absurd ist das?

Damit kommen wir zum zweiten Punkt: Die Rechtmäßigkeit der Abstimmung und der Sezession der Krim.

ORF: ANOTHER MINISTRY OF TRUTH

Ich habe vor zwei Tagen nur ganz kurz (etwa fünf Minuten – dann hatte ich genug) in die „Wahlkampf-Showder EU-Parlamentskandidaten „gezappt“, als Ingrid Turnherr (vom ORF) gerade in inquisitorischem Ton die Kandidaten damit konfrontierte, wie „naiv“ doch die EU gewesen sei, weil sie Putins finstere Absichten nicht richtig eingeschätzt habe.

Democracy deniedIhr Tenor: Seine „Annexion“ der Krim sei quasi von langer Hand geplant gewesen und verdeutliche nur, das der Mann „seine Ziele“ mit allen Mitteln durchsetzen wurde. Dass Putin im Falle der Krim „das Völkerrecht gebrochen“ habe, ist also für Turnherr eine Tatsache und natürlich notwendig, damit die Dämonisierung des russischen Präsidenten und seine „Aggression“ dem Publikum eingehämmert wird.  (Dass die „Krimaner“ kulturell und historisch gesehen,seit mehr als 200 Jahren „russisch“ sind, und sich auch so fühlen …. interessiert die Dame nicht)

Goebbels 2Turnherr hat mit diesem Auftritt (beispielhaft für viele ihrer Kollegen) demonsriert, wie indoktriniert die Journalisten von ihrem eigenen System sind. Diese „beinharten Fragen“ sollen dem naiven Publikum suggerieren, wie unsere Presse ihre Rolle als wichtiges, demokratisches „Kontrollorgan“ erfüllt und mit solchen Sendungen dem „Informationsauftrag“ des nicht kommerziellen Rundfunks Rechnung getragen wird (den wir finanzieren müssen – wofür?).

Was sie aber wirklich demonstriert hat, waren zwei Dinge:

  • Die deutschsprachige Presse übernimmt laufend die Perspektive des US-Außenministeriums in der Darstellung politischer Ereignisse, in die – nicht nur – Russland (Putin) involviert ist und merkt es gar nicht mehr (dabei kommt der Echo-Effekt ins Spiel)
  • Die Behauptung, Putin habe das Völkerrecht gebrochen ist keine Tatsache, sondern eine Ansicht, die natürlich von der USA und ihren Vasallen verbreitet wird, um die Menschen gegen Putin aufzubringen.

Putin double standards USEUWie mehrere seriöse Kommentare erwähnt haben, hat Putin die Doppelmoral des Westens in diesem Zusammenhang zu Recht kritisiert und auf das Beispiel Kosovo hingewiesen. An diesem Beispiel lässt sich demonstrieren, dass auf internationaler Ebene mit zweierlei Maß gemessen wird und zwar nach dem „Recht“ des Stärkeren:

SOME ARE MORE EQAL THAN OTHERS

Am 22. Juli 2010 erließ der Internationale Gerichtshof (ICJ) nach Aufforderung durch die UN-Generalversammlung ein Urteil, das die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo (die in einerAbtrennung von Serbien mündete) bewerten sollte. Dies war notwendig geworden, weil Serbien die Gründung der Republik Kosovo nicht anerkannte.

Der Senat hat darin mit einer Mehrheit von 10 zu 4 Stimmen entschieden, dass „die Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 keine Verletzung des allgemeinen Völkerrechts sei, weil dieses kein Verbot für solche Erklärungen“ enthalte.

Damit ist es auf jeden Fall zumindest unseriös und unprofessionell, wenn Journalisten Putin eine Völkerrechtsverletzung unterstellen, nur weil das immer wieder auf dem amerikanischen Propagandafließband lanciert wurde. Wer sich (vor allem als Journalist) die Mühe macht, brisante Aussagen zu prüfen, bevor er sie unkritisch übernimmt, würde niemals so einen Auftritt hinlegen wie Turnherr (wie gesagt, sie ist nur ein Beispiel für viele andere „churnalists“).

Wer es ganz genau nimmt, würde dann noch folgendes erklären (damit die Leser verstehen, warum daraus eine Kontroverse entstanden ist):

Die Rechtsprechung ist selten absolut, meistens werden „Rechtsmeinungen“ vertreten, weil man fast alle Gesetze verschieden interpretieren kann (dadurch bleiben ja auch die Rechtsanwälte im Geschäft). Deshalb gibt es natürlich auch “Rechtsansichten”, die jener des ICJ widersprechen.

Warum? Weil sich hier zwei Rechtsgrundsätze gegenüberstehen, die schwer miteinander zu vereinbaren sind:

Das Selbstbestimmungsrecht einerseits und das Prinzip der Souveränität und territorialen Unverletzbarkeit eines Staates, das in der UN-Charta festgelegt ist (im Falle Jugoslawiens gab es auch noch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates – 1244), andererseits.

DIE GEGNER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

stellen das moralische Recht eines Gebietes auf Selbstbestimmung nicht in Frage, sondern stützen ihre Kritik darauf, dass die Urheber (eine nicht gewählte „Übergangsregierung“) der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo dazu nicht berechtigt waren. Zu diesem Zeitpunkt lag die Verfügungsgewalt in den Händen eines „Spezialberichterstatters“ des UN-Generalsekretärs)

DIE BEFÜRWORTER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

haben mehrere Argumentationslinien vorzuweisen. Hier die wichtigsten:

  1. Der Schutz ziviler Rechte und der Menschenrechte haben im Völkerrecht hohe Priorität und dieser sei durch die Milosevic-Regierung massiv verletzt worden [von der NATO aber noch viel mehr]
  2. Das Rechtsprinzip der territorialen Integrität bzw. deren Schutz, gelte nur für andere Staaten, aber nicht für einheimische Gruppen (dieses Prinzip sollte ja Vorwände für Angriffskriege entkräften)
  3. Das Recht auf Selbstbestimmung sei ein Recht aller Völker und gelte nicht nur für ehemalige Kolonien (dieses wurde vom ICJ im Falle von Ost-Timor als „zwingendes, also unabdingbares Recht“ eingestuft, lat. jus cogens)

Es ist nach meiner Auffassung ziemlich eindeutig, dass im Fall der Krim die drei oben genannten Punkte geltend gemacht werden können, vor allem Punkt 3 als „unabdingbares Recht“ (siehe auch die UN-Charta). Punkt 1 trifft zu, weil die Neo-Nazi Truppen schon unterwegs waren, um auf der Krim „für Ordnung zu sorgen“ sprich die Opposition niederzuknüppeln wie später in Odessa. Ihr fanatischer Hass auf alles Russische hat der russischen Bevölkerungsmehrheit auf der Krim Angst gemacht und deshalb ist es ganz natürlich, dass sie bei Russland Schutz gesucht haben, das ihnen auch eine bessere wirtschaftliche Zukunft bieten kann.

Die Befürworter des Gegenarguments, dass die Gremien, die auf der Krim die Abstimmung organisierten, dazu nicht berechtigt waren (weil das über den Autonomiestatus hinausgehe) geraten in gefährliches Fahrwasser, denn nach dieser Logik, sind alle Maßnahmen, die das verfassungswidrige Putsch-Regime in Kiew angeordnet hat, ebenfalls illegal und daher null und nichtig: die Verteilung der Ministerposten, die Anordnung von Gewaltmaßnamen gegen die rebellierende Bevölkerung im Osten, die Unterzeichnung des EU-Kooperationsvertrages, des Genfer Abkommens, usw.

Damit ist klar, dass die Grundlage für die mediale Empörung über die „Annexion“ der Krim durch Russland zusammenbricht.

(Im Übrigen hat Russland durch einen Kooperationsvertrag das Recht bis zu 25.000 Soldaten auf der Krim zu stationieren, deshalb ist dort kein Soldat „einmarschiert“. Für die Nutzung der Flottenstützpunkte bezahlte Putin eine hohe Pacht und zusätzlich hat die Ukraine dafür einen sehr günstigen Gaspreis erhalten.)

MIGHT IS RIGHT

Worum es hier aber im machtpolitischen Kontext geht, ist natürlich die Tatsache, dass die „einzige Supermacht“ sich das Recht herausnimmt, im Hintergrund zu bestimmen, welche Rechtsnormen auf welche Länder anzuwenden sind. Oder anders formuliert: das Völkerrecht wird selektiv angewendet, nicht universell womit der wichtigste Rechtsgrundsatz überhaupt – nämlich die Gleichheit aller (Staaten) vor dem Gesetz – ad absurdum geführt wird.

(Dass die USA selbst die größten Verbrecher und Verletzer des Völkerrechts sind, darf nicht einmal mehr gedacht, geschweige denn ausgeprochen werden …)

Als Russland einige Monate später (nach dem Kosovo-Urteil) die Unabhängigkeit der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien anerkannte, berief sich Putin auf die Erkenntnis des ICJ als Präzedenzfall. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los mit den üblichen Floskeln über „russische Aggression“ und kriminelle Absichten etc.

Wir sehen also, dass das internationale Rechtssystem von den USA für ihre Zwecke in Geiselhaft genommen wurde. Wenn man ein moralisches Feigenblatt für „Interventionen“ und die absichtliche Zerschlagung souveräner Staaten braucht (das englische Wort: Balkanization spricht Bände), werden diese Institutionen eingespannt um geopolitische Ziele durchzusetzen. Wenn andere Staaten sich dieser Urteile bedienen, um ihre Interessen zu fördern, ist die Hölle los.

SCHLUSSWORT

media warningAn diesem Beispiel sieht man wieder, wie unsere Fließbandjournaille (mit sehr wenigen Ausnahmen) funktioniert: statt seriöser Recherche, Überprüfen brisanter Behauptungen (die Sanktionen, also wirtschaftliche Kriegsführung und letztlich auch militärische Gewalt nach sich ziehen), werden diese einfach übernommen, ständig wiederholt und darauf aufbauend wird dann spekuliert, „was Putin will“.

So wird im Laufe der Zeit ein „neuer Hitler“ generiert, gegen den der Westen dann als imaginäre Schutzmacht der Unterdrückten mit aller Härte vorgehen muss …. aber diesmal könnte ein Weltkrieg daraus entstehen … Wie lange können wir uns solche Medien noch leisten? Die einen Krieg nach dem anderen (nicht immer mit Waffen geführt)  durch ihre Unterwürfigkeit gegenüber Washington legitimieren und die Opfer der Aggression zu Tätern machen, die eliminiert werden müssen (Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Iran, jetzt Russland etc.)?

Dazu fällt mir spontan nur eins ein: FUCK YOU ….

Wir dürfen dieses irre System icht länger unterstützen, sondern müssen mit dem „Geldbeutel abstimmen“: In diesem Sinne kauft diese Zeitungen nicht mehr und boykottiert die Rundfunkgebühren …  Für diese systemische Form der Volksverblödung dürfen wir nicht länger auch noch zur Kasse gebeten werden ..

Aber viel schlimmer ist, dass mit Hilfe dieses Fließbandes der Lügen und Desinformation andere Länder zerstört werden, nicht immer durch militärische Gewalt, sondern immer öfter durch subversive Gewalt (siehe Fata Maidana) von innen … Harold Pinter nannte das so schön „Faulbrandinfizierung“ … darin sind die USA erste Klasse und Merkel hält Obama dabei schön die Stange.

Es ist zum Verweifeln …

Verarschung für Gebühren

 

 

 

Über Leichen Gehen: Odessa und die Medien

Odessa PS marchingSlava Ukraina! (Ruhm der Ukraine), „Tod unseren Feinden!“ und „Stecht die Moskalis* ab!“ (Schimpfwort für alle „Russen“ und Russland-freundliche)  sind die Slogans der indoktrinierten Schlägertruppen, die am 2. Mai 2014 bewaffnet mit Schlagstöcken und Ketten durch die Straßen von Odessa ziehen. Am Abend spielen sich grauenvolle Szenen im Gewerkschaftsgebäude ab …ein Massaker fanatischer Neo-Nazis, die den Geist der UPA wieder auferstehen lassen (mehr dazu weiter unten – was die UPA ist weiß jeder, der meinen Blog „Glorified Bastards“ und die Vorgeschichte gelesen hat …)

WARNUNG – Dieser Beitrag enthält schockierende Bilder von Mordopfern (im zweiten Teil)

Die grauenhaften Ereignisse in Odessa vom 2. Mai 2014 (ein Pogrom) wurden von unseren Fließband-Journalisten bereits abgehakt, ja sie haben gar nichts davon mitbekommen … Ein neuerlicher „Gewaltausbruch“ in der Ukraine, diesmal im Süden des Landes ist ja keine große Sache mehr. Man gewöhnt sich an diese Meldungen von „Zusammenstößen“, lässt sich mit vor-selektiertem Material füttern und muss nur darauf achten, das Wort „pro-russisch“ im Kontext einer aggressiven Gewalt in die Köpfe der Leser bzw. Zuschauer einzuhämmern. (Wenn wir für jede Erwähnung dieses Wortes in den Medien 10 Euro bekommen würden, hätten wir schon eine große Summe zusammen …)

MASSENWARE VOM FLIESSBAND

Fließband News Odessa

Warum ich den Ausdruck „Fließband“ immer wieder verwende, sieht man an diesem Beispiel: Sie schreiben alle das gleiche, wobei „Schreiben“ schon zu viel gesagt ist, denn es handelt sich eher um „Copy & Paste“: Texte, Bilder, Videos alles liefern die drei, vier Presseagenturen und wo die ihr Material herhaben, ist den Medienschafen egal. Alle nehmen das, also machen wir es auch und schließlich ist es viel bequemer und spart Geld.

Jetzt könnte man sagen, das ist zwar bedauerlich aber ist das wirklich so schlimm?

Ja, das ist sehr schlimm und ich kann hoffentlich mit diesem Beitrag demonstrieren, dass diese Art von Papageienjournalismus oder „churnalism“, wie es international heißt, katastrophale Folgen hat:

Menschen werden auf grauenvolle Weise umgebracht, Bürgerkriege und Angriffskriege angezettelt, ganze Gesellschaften zerstört und die Verantwortlichen haben nichts zu befürchten, weil unsere Schafsmedien ihnen dienstbar als verlängerter Propaganda-arm zur Hand gehen.

Heute heißt das „strategic information“ verbreiten (dazwischen hieß es „Management der Wahrnehmung“). Man könnte auch sagen, sie verarschen uns von morgens bis abends und die meisten haben auch selbst keine Ahnung davon, was wirklich auf der Welt los ist.

Vor unseren Augen wird – wieder einmal – ein Land aus geostrategischen Gründen in den Bürgerkrieg getrieben, fanatische Neo-Nazis sitzen in der vom Westen installierten Regierung und schicken ihre Schlägertruppen durchs Land. Doch unsere Pressepapageien haben davon keine Ahnung. Ihnen wurde nur beigebracht „pro-russisch“ so oft wie möglich aufzusagen und reflexartig alles dem bösen Putin in die Schuhe zu schieben.

In diesem Beitrag gehen wir zwei entscheidenden Fragen nach: Was ist in Odessa am 2. Mai 2014 wirklich passiert und hält die Darstellung in den Medien einer kritischen Überprüfung stand? (Antwort: Nein – es ist eine Propaganda-Meldung ……)

ODESSA IN  DEN  MEDIEN

Diese Tagesschau-Meldung ist typisch für hunderte andere Medienberichte zum gleichen Thema:

Feuer nach Kämpfen – Mehr als 30 Tote

In der Ukraine haben sich die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Kiewer Zentralregierung und pro-russischen Separatisten abermals verschärft und auf die Schwarzmeerstadt Odessa ausgeweitet. Dort kam es zu blutigen Unruhen. Bei einem Feuer, das bei Kämpfen zwischen pro-russischen Kräften und ukrainischen Regierungsanhängern in einem Gewerkschaftsgebäude ausgebrochen war, kamen nach jüngsten Angaben der Polizei mindestens 31 Menschen ums Leben. Einige Menschen seien vom Rauch erstickt worden, andere seien aus dem Fenster gesprungen und dadurch gestorben. Das Feuer sei auf „kriminelle Brandstiftung“ zurückzuführen, so die Polizei. Zunächst hatten die Behörden von 38 Toten gesprochen.“

 ZDF Storyline 0205

Auch das ZDF singt über seine „Heute“-Sendung mit im Chor, kein Wunder, da praktisch alle das gleiche Material aus dem „News-feed“ von REUTERS & Co. verwenden und es – inhaltlich konform – nur in „Nuancen“ ändern – ganz so wie es sich Goebbels immer gewünscht hat.

Im ukrainischen Odessa sind nach einem Brand in einem Gewerkschaftshaus mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, Behörden sprachen zunächst von 38 Toten, später war von 31 Opfern die Rede. Einige starben demnach, als sie aus dem brennenden Gebäude sprangen. Andere seien Rauchvergiftungen erlegen ..usw.“

Dazu bringt man dann natürlich ein Foto von einem „brennenden Gebäude“, um die Story vom Feuertod der „pro-russischen Aktivisten“ auch optisch zu verstärken. Was haben die beiden „öffentlich-rechtlichen“ deutschen TV-Sender sonst noch über dieses „Unglück“ zu sagen? Schauen wir uns das mal an:

ARD in den „Tagesthemen“ (2. Mai 2014)

Der Moderator Thomas Roth wiederholt die gleiche stenographische Version der Story von dem „Gewerkschaftsgebäude, das nach Zusammenstößen […] in Flammen aufgegangen war“ und hämmert den Zuschauern, wie seine Kollegen, schön brav die so antrainierte (quasi-automatische) Assoziation von „pro-russisch“ mit Aggression und Gewalt aus Moskau ein.

Dass Dr. Martin Luther King schon 1968 die USA als „größten Exporteur der Gewalt in der Welt“ genannt hat (was natürlich auch heute noch zutrifft und sich anhand historischer Fakten beweisen lässt), davon wissen diese „Journalisten“ natürlich nichts. Stattdessen wird rund um die Uhr, Putin bzw. Russland eine Aggression unterstellt, die es einfach in der realen Welt nicht gibt. Diese absurde Perspektive kann man nur mehr als „pro-amerikanische“ Halluzinationen bezeichnen, aber Washingtons Motive werden nie in Frage gestellt, nur die jener Staaten, die sich nicht als Vasallen einspannen lassen.

Dann folgt ein Videoclip, der in einer Minute und 20 Sekunden die Ereignisse in Odessa schildern soll (der Rest ist zu 95% Bildmaterial der ukrainischen Putsch-Regierung über die Niederschlagung der „Terroristen“ im Osten) und von Frau Atai mit ein paar Sätzen kommentiert wird. Schließlich wendet sich Roth an die „Auslands-Korrespondentin“ in der Ukraine:

Roth: Golineh Atai, …. Was wissen Sie über die näheren Umstände dieser furchtbaren … äh…äh Anzahl von Opfern?

Die Polizei spricht mittlerweile von über 40 Toten und weit über 100 Verletzten, das hat angefangen mit einer riesigen pro-ukrainischen Demo, es sollen sich über 1500 Anhänger dort zusammengefunden haben, pro-russische …. Aktivisten sind mit Bussen weitgehend in die Stadt gekommen und haben mit Waffen, Schlagstöcken, mit Molotov-Cocktails die Menge angegriffen, in dieser pro-ukrainischen Menge sollen sich auch viele gewaltbereite Fußballfans befunden haben, die sollen die pro-russischen Demonstranten eingekesselt haben, sie in die Enge getrieben haben, in das Gewerkschaftshaus ….sie sollen das Gebäude mit Molotococktails beworfen haben …. Alleine 30 seien dort qualvoll erstickt … acht haben sich aus dem Fenster gestürzt … Polizei hat sich weitgehend hilflos verhalten … am Ende ist es ihr gelungen, einige der pro-russischen Demonstranten in Sicherheit zu bringen

(Video bis 1:20; der Rest behandelt die „Geiselnahme“ der „Militärbeobachter“, die vorher immer „OSZE-Beobachter“ hießen, obwohl sie nie solche waren – siehe den letzten Beitrag).

Die „tagesthemen“ Redaktion verwendet also ganze 80 Sekunden, um den Zuschauern zu erklären, was in Odessa passiert ist.

Frau Atai „weiß“ tatsächlich aber gar nichts darüber, warum und auf welche Weise die Menschen im Gewerkschaftsgebäude gestorben sind. Da sie in Donetsk und nicht in Odessa ist, kann sie eigentlich auch nichts „berichten“, was man von einem „Reporter“ aber erwarten darf. (Dass Bildmaterial aus Odessa gezeigt wird, bedeutet nicht, dass es vom ZDF selbst gedreht wurde; Journalisten werden heute mit solchen „Press-Kits“ versorgt um eine homogene Medienlandschaft sicherzustellen)

„OFFICIALS SAY“ – DER  JOURNALIST  ALS  HOFBERICHT-ERSTATTER

churno 3Stattdessen wiederholt sie schön brav das, was die Polizei in Odessa in Absprache mit dem Innenministerium bekanntgegeben hat. Sie schildert keine tatsächlichen Vorgänge, die auf eigener Beobachtung, Interviews mit Augenzeugen beruhen oder Schlussfolgerungen aus Background-Recherche sind, sondern fungiert als Propagandaarm der ukrainischen Sicherheitsbehörden, die seit dem Sturz der gewählten Regierung von Neo-Nazis kontrolliert werden (Mehr dazu später).

Dementsprechend heißt es dann auch „die Polizei spricht von“ und immer wieder „es soll“ dies oder jenes passiert sein (nur bei den pro-russischen … lässt sie es weg). Im Grunde werden also Gerüchte verbreitet, die die Perspektive der „pro-amerikanischen“ Machthaber in Kiew widerspiegelt.

Damit nicht genug, benutzt sie (auch) ständig die polarisierenden Adjektive „pro-ukrainisch“ (PU) und „pro-russisch“ (PR) um die zwei Bevölkerungsgruppen zu beschreiben, die jetzt gegeneinander gehetzt werden. Damit wird dem Zuschauer immer wieder suggeriert, dass jemand der „pro-russisch“ ist, automatisch „anti-ukrainisch“ sein muss und umgekehrt. Die PU-Fraktion wird also als patriotisch dargestellt, die ein demokratisches, vereintes Land mit EU-Anschluss will, während die PR-Leute ein von Russland gesteuerter Separatistenverein ist, der das Land spalten will und jetzt auch noch gewalttätig wurde.

Diese Suggestion ist aber – gelinde gesagt – sehr irreführend und die beiden politischen Etiketten (pro-dies und pro-das) sind absolut ungeeignet dafür, den Zuschauern zu erklären, was diese beiden Gruppen wirklich wollen – aber gerade das ist ja Absicht. Die „Nachrichten“, die man uns täglich vorsetzt haben Kindergartenniveau und man ist doch immer wieder überrascht, dass diese „Journalisten“ es schaffen, von einem ohnehin schon niedrigen Niveau auch noch tiefer zu fallen.

Damit kommen wir zum

ZDF „heute-Journal“ vom 2. Mai 2014

Hier wird dem Zuschauer statt Hintergrundinformation und politischem Kontext rührseliges „Herzkino“ samt einem Pot-Pourri aus Zensur und Propaganda geboten: Das Video beginnt mit Bildern von Odessa, in denen Menschen Blumen vor dem Gewerkschaftsgebäude niederlegen, in dem laut Presse rund 40 Personen dem „Feuer“ zum Opfer fielen. (Dagegen ist nichts zu sagen) Doch dann kommt das „Voice-over“ von Frau Eigendorf:

Selbst in Momenten der Trauer regiert der Hass und die Verblendung“ – dieser (bescheuerte) Satz wird als diffamierender Kontext für die folgende Aussage einer alten Dame gewählt, die weinend vor der Kamera steht und ihren Emotionen freien Lauf lässt:

Diese Schweine und Faschisten, sie müssen ausgelöscht werden, diese Faschisten.(Banderas)

Was die alte Frau damit gemeint hat und ob sie triftige Gründe dafür hat, so zu sprechen bleibt den Zuschauern verborgen. Erstens, weil uns vorenthalten wird, was sie sonst noch gesagt hat (der Kontext also fehlt) und zweitens sorgt die von Katrin Eigendorf gewählte Einleitung dafür, dass dieser Satz als Ausdruck von Irrationalität (in Form von „Hass und Verblendung“) interpretiert werden soll.

Das ist eine bewusste Manipulation, die mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun hat. Wenn Frau Eigendorf (oder die ZDF-Redaktion) sich die Mühe gemacht hätten, nachzuforschen, wüssten Sie, dass Ausdrücke wie „Schweine“ und „Faschisten“ für die Neo-Nazis des Pravy Sektors und ihre Ideologen mehr als angebracht sind. (Ich komme darauf noch zurück) .

SCHON  VERGESSEN?  HITLER  ZERSTÖRT  DIE  DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTEN

2 Mai 1933Am 2. Mai 1933 haben tausende SA und SS-Männer mit der Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften begonnen, ist das diesen „Journalisten“ eigentlich klar? Hunderte Gewerkschaftsmitglieder wurden „als Schutzhäftlinge“ ins KZ gebracht.

Da ich die historischen Wurzeln der ukrainischen Neo-Nazis kenne, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass die Stürmung eines Gewerkschaftsgebäudes in Odessa an diesem Jahrestag ein Zufall war. In der Ukraine werden Gewerkschaften aufgrund der Geschichte natürlich mit dem Sowjet-Kommunismus in Verbindung gebracht und die Neo-Nazis wurden extrem indoktriniert, alles Kommunistische (= Russische) zu hassen und als „Bedrohung“ aufzufassen, gegen die man sich „wehren“ müsse.

Genau so wurden die Mitglieder der OUN-UPA vor 70 Jahren zu hasserfüllten Fanatikern gemacht, wobei ein primitives „Trio Infernal“ als Feind konstruiert wurde: russisch-jüdisch-bolschewistisch. Dieselben Mechanismen also, die auch die NSDAP benutzt hat …)

Dass deutsche Journalisten über diese wichtigen, historischen Zusammenhänge schweigen, ist ein ungeheuerlicher Skandal.

Dann folgen Bilder von Klitschko und Präsidentschaftskandidat Poroschenko wieder mit Blumengaben. Klitschkos sentimentale Platitüden

Es ist eine Tragödie, was passiert. Jeder einzelne Tod ist eine Tragödie für die Menschen, die in dieser Stadt leben.“

(das ganze ist offensichtlich ein billiger PR-Event) werden von Frau Eigendorf aber mit einem ganz anderen Rahmen versehen: Er sei „sichtlich erschüttert“ (tatsächlich verzieht der Mann keine Miene).

Dann wieder die Stimme von Eigendorf:

Odessa, Slavyansk, Lugansk, Kramatorsk, jeden Tag werden es mehr Städte, in denen pro-russische Separatisten und pro-ukrainische Aktivisten aufeinanderprallen. Unaufhaltsam zieht sich die Spur der Verwüstung durchs Land, das in vielen Teilen längst von Kämpfern und nicht mehr von Politikern regiert wird. Slavyansk wird weiterhin von pro-russischen Kämpfern kontrolliert … ein Teil der Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken und der selbst-ernannte Bürgermeister gibt westlichen Journalisten Interviews über seine Pläne, das Land zu regieren. … In Andrejewka haben die Bewohner die Truppen vertrieben, die für Ordnung sorgen sollen. Hier ist das Militär der Feind. Pro-russische Rebellen kontrollieren wichtige Straßen, Ausweise … für eine echte Befriedung fehlt Kiew die Kraft.“ (Video: 2 min)

DOUBLE-THINK IN ACTION

doublethinkAn diesem Beispiel sehen wir, dass der moderne Journalist mühelos eine argumentative Drehung um 180 Grad hinlegt, wenn es darum geht, politisch nicht anzuecken und der Karriere nicht zu schaden.

Dass die jetzige „Regierung“ auch durch gewaltsame Besetzung von Regierungsgebäuden, Attacken auf Polizisten samt taktisch eingesetzten Nazi-Schlägertruppen an die Macht kam und Kiew deshalb „längst von Kämpfern und nicht mehr Politikern regiert wurde“, ist eine Überforderung des Denkvermögens einer Journalistin, die heute den Einsatz des Militärs – einer Putschregierunggegen die eigene Bevölkerung als „für Ordnung sorgen“ bezeichnet, während Janukowitsch, der ja als gewählter Präsident auch für Ordnung sorgen musste, von allen Seiten bedrängt wurde, keine Gewalt gegen die Protestbewegung einzusetzen und das bisschen, was er tat, sofort in den Medien als Beweis für seine autoritäre Gesinnung verdammt wurde. (Dann folgte natürlich die inszenierte Sniper-Attacke, die einfach seiner Regierung in die Schuhe geschoben wurde, bis heute ohne Beweise, aber sehr effektiv als „psy-op“ zur Beeinflussung des Zielpublikums)

Was gestern für medial aufbereitete Mega-Empörung sorgte, ist heute der legitime Versuch einer Regierung, „Terroristen“ (gleichgesetzt mit Separatisten, gleichgesetzt mit ungehorsamen Regierungskritikern) zu bekämpfen, auch wenn dazu Panzerfahrzeuge, Kampfhubschrauber und private Söldner eingesetzt werden. (Letztere sind „notwendig“, weil sich immer mehr Polizisten bzw. Militärangehörige weigern, gegen die eigenen Landsleute mit Gewalt vorzugehen.)

THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY

Doch die Kehrtwendung in der Darstellung von Regierungsgewalt von „böse“ zu „gut“ ist natürlich kein Zufall, sondern Ausdruck der Tatsache, dass der dominante „narrative“ der Medien von Kommunikationsstrategen aus Washington, Berlin, etc. gesteuert wird und das ZDF (wie auch die ARD und der ORF und den Printmedien) ein verlässlicher Transporteur dieser Propaganda ist. Das lässt sich ganz leicht beweisen, indem man die Äußerungen Obamas (oder Kerrys) mit dem vergleicht, was unsere Papageien-Presse von sich gibt.

„“We are united in our determination to impose costs on Russia for its actions, including through coordinated sanctions….And as Ukrainian forces move to restore order in eastern Ukraine, it is obvious to the world that these Russian-backed groups are not peaceful protesters. They are heavily armed militants who are receiving significant support from Russia. The Ukrainian government has the right and responsibility to uphold law and order within its territory, and Russia needs to use its influence over these paramilitary groups so they disarm and stop provoking violence […].”

(Pressekonferenz des US-Präsidenten im Rosengarten des Weißen Hauses mit Angela Merkel vom 2. Mai 2014; Text im 10. Absatz) – (Er nennt sie tatsächlich „Angela“ … mir wird übel …)

Wir sehen also, woher der jeweilige Tenor unserer „Nachrichten kommt. Von „unabhängiger“ Berichterstattung kann keine Rede sein, von „Pressefreiheit“ auch nicht, weil die (im Jargon de jour „pro-amerikanische“) Zensur schon im Kopf stattfindet und nur selektierte „Nachrichten“ verbreitet werden.

Solange die Existenz und Verbrechen der ukrainischen Neo-Nazis in den Medien zensuriert werden (durch Schweigen darüber), kann kein Zuschauer verstehen, dass die Angst der Ukrainer vor einer solchen „Regierung“ enorm ist und sie sich natürlich dagegen wehren. (Über die wirtschaftlichen Hintergründe habe ich ja bereits geschrieben – siehe Cruelty in Numbers)

Dass dabei auch Russland um Hilfe gebeten wird, heißt nicht, dass jeder, der gegen die Nazi-Regierung ist, zu Russland gehören will. Das ist doch Blödsinn. Wie sehr die Fans von Bandera alles Russische hassen, hat Frau Eigendorf noch gar nicht mitbekommen. Hier könnte sie die „Macht des Irrationalen“ mal live miterleben, wenn die fanatischen Mobs nachts mit Fackelzügen Kriegsverbrechern huldigen und die Waffen-SS anhimmeln.

Frau Eigendorf hat uns mit ihrem dummen, voreingenommenen Gefasel aber noch nicht genug geärgert, denn sie führt auch noch ein online „Ukraine-Tagebuch“, das etwa auf dem intellektuellen Niveau von Rosamunde Pilcher anzusiedeln ist.

Unter dem unheilschwangeren Titel „Die Macht des Irrationalen wächst“ erfahren wir (wieder nichts über die Hintergründe in Odessa oder sonstwo, aber ) dass die „pro-russischen“ Elemente eine „schwer durchschaubare Ansammlung von Ideologen, Kriminellen und Waffennarren“ sind, von denen einige furchterregend mit ihren Kalaschnikows herumfuchteln“.

Ausgerüstet mit diesen Informationen können wir jetzt die „Meldungen“ besser verstehen … oder doch nicht? Dass für Frau Eigendorf die Situation „schwer durchschaubar“ ist, können wir leicht erkennen (sie hat offenbar keine Ahnung, welche Kräfte in der Ukraine wirklich die Fäden ziehen), aber warum schreibt sie dann ein „Tagebuch“, das so nützlich ist, wie ein Fußpilz? Die Banalität ist schwer zu ertragen und wenn dann endlich mal ein wichtiger Satz kommt „die Realität ist vielschichtiger, komplizierter und schmerzhafter“ (als die primitive Gegenüberstellung von pro-dies und pro-das) wird er sofort wieder von der Voreingenommenheit der Autorin und einer neuen banalen Floskel erschlagen:

„Denn auf der einen Seite stehen die selbsternannten Führer und Ideologen, ihnen gegenüber eine weitgehend unfähige und uneinige Regierung in Kiew. Dazwischen stehen die Menschen, die in ihrer Wut und Hoffnung mitten in unsere Herzen zielen, egal auf welcher Seite sie stehen.“

oleh-tyahnybok-1Frau Eigendorf, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass die „selbsternannten Führer und Ideologen“, die das Land durch Fanatismus und Ethnozentrismus spalten, in Kiew und Lviv (Lemberg) sitzen und nicht in Donetsk, Slavyansk oder einer anderen Stadt im Industriegebiet des Ostens. Aber statt das Parteiprogramm von Svoboda & Co zu lesen und die Geschichte der fanatischen UON-UPA zu studieren, (deren Anführer von den „pro-ukrainischen“ Nazi-Aktivisten wie mystische Helden verehrt werden), verbringen Sie ihre Zeit damit, die Propaganda des State Departments zu wiederholen und mit sentimentalen Worthülsen zu dekorieren..

Dann folgt wieder das obligate Putin-Bashing. „Dass dieser Konflikt angeheizt wird durch russische Propaganda, die Hass sät, der irgendwann kaum noch einzufangen sein wird, macht nicht optimistisch.“

Eine Behauptung, die ständig wiederholt wird, ist effektives Brainwashing, aber kein Faktum. Präsentieren Sie uns doch mal Beweise für die „russische Propaganda, die Hass sät“ und schauen Sie mal in das Nationalarchiv in Washington. Dort können Sie aus CIA-Dokumenten lernen, wie „Propaganda, die Hass sät“ wirklich gemacht wird.

WAS IST IN ODESSA WIRKLICH PASSIERT?

Dass es in Odessa am 2. Mai zu „Zusammenstößen“ zwischen Kritikern der Putsch-Regierung und fanatischen „Ultra-Nationalisten“ (sprich: Neo-Nazis) gekommen ist, ist richtig. Doch schon hier ist – wie bereits oben ausgeführt – die Wortwahl entscheidend und pro-dies und pro-das sind Verdummungsetiketten, die abzulehnen sind. Man kann Abkürzungen benutzen, aber nur wenn vorher klargestellt wird, was damit gemeint ist. Ich benutze von nun an

  • AM für „Anti-Maidan“ (findet man oft in den ukrainischen Medien) was für die Regierungskritiker steht, die keine Neo-Nazis im Kabinett wollen, auch keine Oligarchen-Marktherrschaft, sondern eine Änderung der wirtschaftlichen Machtstrukturen im Land; die wirtschaftliche Kooperation mit Russland soll beibehalten werden; für diese Menschen darf Russisch zu sprechen oder sich positiv über Russland zu äußern nicht zu einem Stigma werden, aus dem sich pogromartige Gewalt entwickelt (wie wir sie ja bereits sehen)
  • PS für „Pravy Sektor“: eine Vereinigung faschistischer Gruppierungen, deren fanatische Schlägertruppen im Land Angst und Schrecken verbreiten und von Teilen der Putsch-Regierung als Instrument des Terrors benutzt werden. Sie enthalten paramilitärische Elemente, die man durchaus mit der SA und der SS vergleichen kann (UNA-UNSO). Nach dem Besuch von CIA-Direktor Brennan darf man davon ausgehen, dass diese Kräfte jetzt carte blanche für „Operationen“ haben, die extreme Gewalt und Hinterlist einsetzt. Deren Opfer werden dann selbstverständlich auch der „russischen Aggression“ in die Schuhe geschoben, gegen die man sich „verteidigen“ muss.

Natürlich sind nicht alle Personen, die bei solchen Krawallen mitlaufen Neo-Nazis oder Schläger. Viele sind einfach frustrierte Jugendliche, Arbeitslose, ausgegrenzte Fußball-Hooligans, manche auch Klein-Kriminelle, die nicht selten dafür bezahlt werden, dass sie bei den Krawallen mitmachen („rent-a-mob“ das macht die CIA schon seit dem Sturz von Mossadegh im Iran 1953 …) Aber die Leute des PS sind die Anführer und Provokateure der Gewaltexzesse, deshalb verwende ich dieses Kürzel.

SICHERHEIT und „VERTEIDIGUNG“ IN DER UKRAINE: WER IST DAFÜR ZUSTÄNDIG?

Banderas heirs Ukraine 2014Um die Rolle der Neo-Nazis in diesem intriganten Spiel verstehen zu können, muss man wissen, dass die Kontrolle über die Sicherheitskräfte seit dem „Euro-Maidan“ Putsch in den Händen der Neo-Nazi Führungsfiguren liegt, die bei der Eskalation der Gewalt auf dem „Euromaidan“, (gemeinsam mit Julia Timoshenko im Hintergrund) eine entscheidende Rolle spielten. Dieser „Rechte Sektor“ hat vor kurzembeschlossen, sich als politische Partei registrieren zu lassen und ihren „Führer“ Dmitry Yarosh als Präsidentschaftskandidat aufzustellen.

Yarosh with bandera colorsYarosh rief Mitte April in einem Video zu einer Art totalen Mobilmachung seiner Nazi-Truppe auf um dafür vorbereitet zu sein „entscheidende Schritte zur Verteidigung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine zu unternehmen“. (Was das bedeutet, sehen wir ja in Odessa die Farben Rot und Schwarz stehen für die OUN-UPA bzw. die „Blut & Boden“ Ideologie der Nazis)

Damit nicht genug, forderte er dazu auf, nicht nur keinen Widerstand gegen den Rechten Sektor (RS) zu leisten sondern (ihm) dabei zu helfen, für „Recht und Ordnung im Land“ zu sorgen. Diese Neo-Nazi Mobs mit paramilitärischer Ausbildung verstehen aber unter „Ordnung“ etwas ganz anderes als unsere Polizeiorgane. Sie wollen eine Ukraine, die ethnisch „rein“ ist, also werden Minderheiten und eingebildete „Feinde“ zur Zielscheibe des Hasses, aber vor allem alles Russische muss als „Vergiftung des Volkskörpers“ eliminiert werden.

Die Sicherheitsbehörden des Landes stehen nach dem Sturz der gewählten Regierung also unter „einschlägiger“ Kontrolle:

  • Andriy Parubiy(Андрій Парубій) ist Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Рада національної безпеки іоборони України,Abkürzung: RNBOU) dem sowohl das Verteidigungsministerium als auch das Militär untersteht. Er gründete gemeinsam mit Oleh Tyahnybok die “Sozial-Nationale (Nazi) Partei der Ukraine“, die später in Svoboda (Свобода = „Freiheit“) umbenannt wurde.
  • Dmytro Yarosh (ДмитроЯрош) ist sein Stellvertreter im RNBOU und Anführer der Neo-Nazi Koalition aus dem „Rechten Sektor“ und dem „Stefan Bandera Dreizack“. (Bandera – siehe Ukraine (6) Er kämpfte Seite an Seite mit tschetschenischen Islamisten gegen russische SoldYarosh plays victim of policeaten. Es war Yarosh, der in dem „Skandalvideo“ den nackten Demonstranten spielte, der – in Winterkälte – von der bösen Polizei misshandelt wurde. Die Rolle des Polizisten spielte Andrej Dubovik, (pro-Timoshenko) wie ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt wurde. Yarosh ist „Oberkommandeur“ der neu geschaffenen „Nationalgarde“, in die die illegalen Nazi-Truppen jetzt integriert werden.
  • Ihor Tenyukh (ИгорьТенюх) Verteidigungsminister und Mitglied von Svoboda; Absolvierte das US Defense Language Institute (1994) und wurde anschließend Dozent an der Nationalen Militärakademie der Ukraine. Befürwortet einen NATO-Beitritt der Ukraine. Von 2006 bis 2010 war er Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine (wurde vor kurzem „zurückgetreten“, weil er die Integration der Neo-Nazis in die Streitkräfte ablehnte).
  • Oleh Makhnitsky(ОлегМахницкий), Justizminister, Mitglied der „ultra-nationalistischen“ Svoboda-Partei
  • Arsen Avakov, Innenminister, seit 2010 Mitglied und Organisator der “Vaterlandspartei” der (verurteilten) Oligarchin Julia Timoschenko; er wurde im Jänner 2012 wegen illegalem Landverkaufs angeklagt, setzte sich ab und kam im März 2012 auf die Interpol-Fahndungsliste. In Italien wurde er dann festgenommen und unter „Hausarrest“ gestellt. Im Oktober 2012 wurde er ins Parlament gewählt (von wem?) und kam im Dezember zurück ins Land, nachdem der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben wurde. (Beziehungen muss man haben …)

Man muss diese Informationen im Kopf haben, um die „Meldungen“ dieser Sicherheitsbehörden über das Massaker in Odessa einordnen zu können, die von unseren Medien einfach übernommen wurden.

WAS PASSIERTE AM 2. MAI?

Nach offizieller Darstellung kam es am Nachmittag bzw. Abend des 2. Mai zwischen den AM und den PS zu Zusammenstößen, wobei auch ein Fußballspiel zwischen „Metalist“ Kharkov und Odessa eine Rolle spielte.

Zahlreiche Meldungen wurden lanciert, wonach sich die beiden Lager (etwa ab 15 Uhr) Straßenschlachten geliefert hätten. Es gibt aber kein einziges Video, wo das zu sehen ist. Das Problem ist natürlich, das Kämpfe zwischen (großteils) Vermummten schwer zu analysieren sind (deren wahre Identität oder Gruppenzugehörigkeit kann nicht eruiert werden). Die PS sind leicht akustisch zu erkennen, da sie immer „Slava Ukraina!“ und andere (nicht druckreife) Slogans brüllen und von einem Einpeitscher begleitet werden.

Dagegen gibt es mehrere Videos, auf denen man sieht, wie ein minimaler Polizeicordon, der die Straße zu einem Shopping Center blockiert, wo die angeblichen „pro-russischen“ Randalierer sich befinden, vom PS mit Rauchbomben und Steinen beworfen wird. Man sieht darin auch, wie sich der Cordon öffnet und einige Vermummte durchlässt.

AM tents peaceful before attackFakt ist, dass die AM-Aktivisten (die mehr Autonomie und ein föderales System wollen – nicht eine russische Annexion) seit einigen Wochen in Zelten „friedlich“ vor dem Gewerkschaftsgebäude in Odessa campiert haben, das zu einer Art Zentrale der Bewegung wurde. (Ähnlich wie die „occupy“-Bewegung in den USA.) Nach Berichten lokaler Reporter hat sich dann folgendes ereignet:

Gegen 19.30 Uhr ziehen die Neo-Nazis des PS grölend durch die Straßen in Richtung Kulikowoplatz (wo die Zelte stehen). Auf dem Weg dorthin zerschlagen sie alle “citylights” (beleuchtete Reklame), die Wahlkampfplakate von Mikhail Dobkin enthalten.

Gegen 19:45 Uhr erreichen sie den Platz vor dem Gewerkschaftsgebäude und fallen über das „linke“ Protestcamp her. Es kommt zu Kämpfen mit Stöcken, Baseball-Schlägern, ja sogar Äxte werden gesehen, aber auch Schüsse sind zu hören. Die Zelte werden von den PS angezündet. Die noch gehfähigen AM flüchten dann in das Gewerkschaftsgebäude.

Lokale Reporter berichten, dass sich zu diesem Zeitpunkt KEINE POLIZEI auf dem Kulikovo-Platz befindet (obwohl es nach offizieller Version des Innenministers schon seit Stunden Zusammenstöße der beiden Gruppen im Stadtinneren gibt).

Drei von vier Polizeichefs der Region Odessa befinden sich – zufällig – außer Landes.

Die PS bewarfen das Haus nur an der Vorderseite an zwei Stellen mit Molotov-Cocktails, worauf im Erdgeschoß und im zweiten Stock ein Feuer ausbrach. Der Rauch breitete sich zwar nach oben aus, aber gebrannt hat es dort nicht. (Man sieht das an Fotos und Videos, die im Inneren danach aufgenommen wurden: im Gebäude liegt ein Parkettboden, viele Möbel aus Holz sind zu sehen, Teppiche, die keine Brandspuren aufweisen – mehr dazu weiter unten)

Auf Twitter wurden von den Tätern Meldungen verschickt, die Übelkeit verursachen:

Der grausame Tod der politisch Andersdenkenden und Gegner der Putsch-Regierung in Kiew wurde dann auch noch via „social media“ zynisch gefeiert: „Die Kartoffelkäfer werden gerade in Odessa geröstet*“.

(Caveat: Diese Meldung könnte aber absichtlich verbreitet worden sein, damit die Story vom Verbrennungstod mehr Gewicht bekommt)

*Die Streifen und die Farben der Käfer werden mit dem Orden des Heiligen Georg (Symbol für den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland) in Verbindung gebracht, um die „anti-ukrainischen“ (gegen Svoboda & Co. und somit als „pro-russisch“ abqualifizierten) Ukrainer zu demütigen und sie als „Freiwild“ für Pogrome darzustellen.

Nach manchen Berichten fielen die Neo-Nazis („wie ein Wolfsrudel“) auch noch über jene her, die aus dem Gebäude „gesprungen“ waren und überlebt hatten: sie wurden zu Tode geprügelt. Bei genauerer Betrachtung der Videos fällt auf, dass mehrere Leute aus Stockwerken „sprangen“, in denen es gar nicht brannte. Das Gebäude ging keinesfalls „in Flammen auf“, wie manche Medienberichte und Bilder suggerieren. Es brannte nur in bestimmten Räumen in zwei Etagen.

DAS HORROR-KABINETT IM GEWERKSCHAFTSHAUS

Als das Feuer gelöscht war, gingen die PS in das Gebäude und filmten die grauenvoll aussehenden Leichen.

Die meisten Türen waren versperrt und mussten aufgebrochen werden.

doused with gasoline partly burnedFotos der Opfer widerlegen aber die offizielle Version, wonach die AM entweder verbrannt oder erstickt sind. Man sieht, dass nur bestimmte Körperteile verbrannt sind (z.B. nur Kopf und Oberkörper), der Rest (inklusive Kleidung) ist völlig unversehrt. Viele der Opfer haben nur im Gesicht und an den Händen Verbrennungen (Säure? Napalm?). Diese Bilder legen nahe, dass die Opfer in Eile mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und dann angezündet wurden.

Einige haben Schusswunden, andere wurden erdrosselt. Wie schon erwähnt, sieht man in den Videos, dass ein Großteil der Büroräume keinerlei Brandspuren aufweist (Holzmöbel, Teppich, etc. alles intakt). Einige Leichen wurden bewegt, man sieht Schleifspuren auf dem Boden (ein weißlicher Belag, vermutlich von Feuerlöschern?). Der größte Horror ist das Foto einer hochschwangeren Frau, die anscheinend von hinten mit einem Elektrokabel erdrosselt wurde und dann auf dem Schreibtisch hängend, liegengelassen wurde.

Das Gesamtbild, das sich aus den Videos, Zeugenaussagen, Internet-Informationen aus Odessa und lokalen Reportagen (wie vesti.ua) ergibt sieht nach meinen Recherchen (mit Dank an VT) so aus:

fire victims do not leave blood poolsDiese Menschen sind keinesfalls durch einen Brand umgekommen. (Feueropfer hinterlassen keine Blutlachen …)

Während die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die (wenigen) brennenden Räume gelenkt wurde, zog einer fanatische, indoktrinierte Killerbande durch das Haus und ermordete kaltblütig die politischen Gegner, die als „Bedrohung“ der nationalen Identität wahrgenommen werden.

Diese organisierte Grausamkeit in Kombination mit dem historischen Datum des 2. Mai (1933) ist für mich ein klarer Hinweis darauf, dass die legendäre „UPA“ wieder auferstanden ist.

Man hat es wieder einmal geschafft, ein „indigenes Monster“ für politische Zwecke zu züchten

Dass die damaligen „Monster“, wie Mykola Lebed, (unter dessen Führung 1943-1944 zig-tausende Polen und Juden abgeschlachtet wurde) von den USA mit offenen Armen als „Kriegsflüchtlinge“ aufgenommen und für „spezielle Operationen“ eingesetzt wurden, habe ich ja bereits erläutert – siehe Ukraine (5): Glorified Bastards.

Auf der amerikanischen Seite “Veterans-Today“ – LINK-WARNUNG! SCHOCKIERENE BILDER! – habe ich dann zum ersten Mal die grauenhaften Fotos der Opfer aus Odessa gesehen. Dort findet man auch das Video einer Frau, die sich aus dem Gewerkschaftsgebäude retten konnte und ihre Erlebnisse darin schildert:

Sie hat sich mit drei anderen Frauen und etwa 12 Männern in einem Raum aufgehalten. Zwei Männer, die bereits erstickt waren, lagen im Raum nebenan. Man wollte noch Erste Hilfe leisten, aber sie waren schon tot. Sie hatten alle Angst, dass die Neo-Nazi Hooligans zu ihnen vordringen könnten und verbarrikadierten die Tür mit Büroschränken. Damit konnten Sie etwa 15 Minuten lang die „Stellung halten“. Während dieser Zeit hörten sie Schüsse auf dem Gang. Dann hämmerte jemand gegen die Tür und flehte sie an, ihn hereinzulassen. Er sei auch ein AM Aktivist.

Nach kurzem Zögern öffnete eine der Frauen die Tür eine kleinen Spalt, um zu sehen, was los war. Dann begannen die (sehr jungen) Hooligans sofort durch den Spalt zu schießen (es war also ein Trick gewesen – man hatte auf ihre Hilfsbereitschaft spekuliert).  Die Frau im Video sah einen der Banditen an: er trug eine schwarze Maske und rief lachend „Ich habe einen Coloradin umgebracht!“ (der Name kommt von Coloradokäfer, wie die Kartoffelkäfer in den USA heißen und wird als Schimpfwort für die „pro-russischen“ AM benutzt)

Dann warfen sie mit Gas gefüllte Behälter in den Raum. Nach 2-3 Minuten begann es zu wirken. Die Hooligans haben dann die Barrikade durchbrochen und sind in den Raum eingedrungen. Sie haben sofort auf alle Männer geschossen und dann alle die noch lebten, mit schweren Stöcken erschlagen. (Sie sagten dabei „Sparen wir lieber die Munition”…)

Die Frau im Video sagt dann wörtlich: „Diese Monster haben sogar auf die Toten noch eingedroschen…“ Dann sprachen sie darüber, die Toten in den Keller zu bringen. Die vier Frauen baten um Gnade und eine sagte, sie habe ein kleines Kind … Dann wurden sie auf den Gang geführt, wo die Hölle los war. Überall lagen Leichen, auch auf den Treppen. Die Nazi-Hooligans machten schmutzige Witze und schleppten die Leichen weg, um sie in den Keller zu werfen. Dann ergriff einer der Männer eine Frau aus der Gruppe und schob sie in ein anderes Zimmer. Die Frau im Video hörte sie dann schreien … (Es gibt ein Foto einer toten Frau, deren Zustand eine Vergewaltigung sehr wahrscheinlich macht – grauenvoll)

Dann wurde sie selbst etwa 15 Minuten verhört. Man verlangte von ihr, sie solle zugeben, dass sie Russin sei. Aber sie hatte einen ukrainischen Pass mit Wohnort Odessa. Schließlich gelang es ihr, inmitten des Chaos zu fliehen. Die Feuerwehr kam erst nach eineinhalb Stunden, obwohl sich direkt gegenüber eine Feuerwehrstation befindet. Sie sagten, man hätte sie daran gehindert, früher zu kommen.

Im Keller des Gebäudes hätte man später noch viele Leichen gefunden. Andere Personen aus der AM-Protestbewegung seien aber einfach “verschwunden”. Von den Verletzten, die man ins Krankenhaus gebracht habe, seien viele bald wieder „geflüchtet“, weil die SBU von allen die Personalien aufgenommen hätte (der Inlands-Geheimdienst der Ukraine).

Ein weiterer Augenzeuge „Vania“, erzählt in diesem Video im Telegramstil, was er gesehen hat: (Ich vermute, dass das Video inzwischen blockiert wurde – ich habe aber jede Szene als Screenshot gespeichert)

eyewitness odessa 1Wir gingen (buchstäblich) über Leichen ….Wie viele Tote waren es? Mindestens 116 … sie begraben sie heimlich … 6 km außerhalb von Odessa … sie haben eine Frau mit ihren beiden Kindern in Brand gesteckt! … sie starben im ersten Stock … und die ukrainischen Medien nennen uns „Terroristen“! Der Pravy Sektor, diese Wixer, haben uns bis auf das Dach gejagt .. dann warfen sie Molotov-Cocktails nach uns und schrien „Tod unseren Feinden! Welche Feinde denn? Und dann riefen sie „Vereinte Ukraine! Vereinte Ukraine!“

Zum Teufel mit der „Vereinten Ukraine. Zum Teufel mit diesem Land. Viele Kinder, Frauen und ältere Leute wurden umgebracht. Sie haben die Verwundeten erledigt. Mit Kopfschüssen. Sie sprangen auf ihre Köpfe.

Sie haben nicht nur Gas verwendet sondern auch Blendgranaten, Pistolen, Pump-guns und Spezialgeschosse.

eyewitness odessa 2Die Polizei hat gar nichts getan. Sie war hilflos. Sie haben nur das Gebäude umstellt. Als die Polizei zu uns raufkommen wollte, ging eine Granate los. Die Schweine sind dann auf den toten Polizisten herumgesprungen. Die restlichen Leichen sind 6 km von Odessa vergraben. Wir müssen sie holen.“

Auf einer anderen Website wird die Zahl der Opfer mit bis zu 300 angegeben. Frauen und Kinder seien mit Äxten attackiert und im Keller des Gewerkschaftsgebäudes erschlagen worden:

Убитых может быть до 300. Большую часть, особенно детей и женщин, рубили топорами и забивали палками в подвале

Dass man dann auch noch die ukrainische Flagge über dem Gebäude hisste, in dem dutzende Leichen der eigenen Landsleute lagen, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Und die Gänsehaut wird noch schlimmer, wenn Beobachter feststellen, dass dies eine schauderhafte Metapher dafür sei, wie weit die Machthaber in Kiew (und ihre Sponsoren im Ausland) gehen, um an der Macht zu bleiben.

Diese Psychopathen haben dann auch eine Collage verbreitet, auf der man die erdrosselte, hochschwangere Frau sieht – dazu der Text: „Wir haben die Mama erledigt – Ruhm der Ukraine!“

Odessa sick killer displayAuf einer Website aus Odessa (inzwischen blockiert) fand ich folgenden Titel in ukrainisch und englisch:

Alle Menschen, die gegen Faschismus sind, wir brauchen eure Hilfe!

 

Die deutsche Presse ist auf diesem Ohr leider taub …

 

Fortsetzung folgt …

 

[i]

Target Syrien (1): Machiavelli meets Moses

if-you-dont-come-to-democracy

Während uns ständig die angeblichen Verbrechen Assads vorgetragen werden – (auf die vorgelegten „Beweise“ gehe ich später noch genauer ein) bleibt die Frage offen: Was treiben die „Rebellen“ eigentlich in Syrien?

Es handelt sich ja eben nicht um einen „Bürgerkrieg“, sondern eine gezielte „Destabilisierung“ von außen, durch Terror von eingeschleusten, bewaffneten Banden, die die CIA schon seit Jahrzehnten anwendet. um unerwünschte Regierungen loszuwerden.

Es ist nicht das Verhalten Assads in diesem Krieg, das „moralisch obszön“ ist, sondern das seiner extremistischen Gegner (und ihrer Sponsoren), aber  darüber sollen wir nicht nachdenken. Die FSA ist ein Haufen bewaffneter Idioten, deshalb ist es kein Wunder, dass Jabat-Al-Nusra (Marke Al Qaeda) das Kommando der „Opposition“ übernommen hat. Schließlich wurden diese Leute ja von den „special forces“ unserer Geheimdienste ausgebildet …

PRIESTERMORDE UND  VERTREIBUNGEN DER CHRISTEN

FadiAm 25. Oktober 2012 wurde der Leichnam eines syrischen, russisch-orthodoxen (also christlichen) Priesters in der Nähe der Stadt Drousha gefunden. Seine Augen waren ausgestochen, sein Körper durch Folter extrem entstellt, sein Kopf wies eine Schusswunde auf.

Pater Fadi Jamil Haddad war ein Mann des Friedens und der Versöhnung, der von allen Religionsgruppen geschätzt und respektiert wurde. Er hatte sich mehrfach als Vermittler für Familien eingesetzt, in denen ein Mitglied von den  „Rebellen“/Terrorbanden entführt wurde, um hohe Lösegeldsummen von den Angehörigen zu erpressen.

So auch Anfang Oktober 2012, als ein Arzt aus Qatana gekidnappt und anschließend eine Lösegeldforderung von 50 Million syrischen Pfund (etwa 530.000 Euro) gestellt wurde. Fadi gelang es, die Summe auf die Hälfe zu reduzieren. Gemeinsam mit dem Schwiegervater des Entführten war der Priester dann dabei, als  die Geldübergabe  stattfinden sollte. Dabei wurden auch sie von den Terroristen überfallen und verschleppt. Danach verlangten die Entführer 75 Millionen syrische Pfund Lösegeld für alle drei. Eine solch exorbitante Summe war nicht aufzutreiben. Pater Fadi wurde brutal gefoltert und ermordet, was mit den beiden anderen Männer geschah, ist unklar.

Damit kein Zweifel daran bleibt, mit welchen mörderischen Psychopathen (als bewährte „Werkzeuge der US-Außenpolitik“) wir es hier zu tun haben, muss noch erwähnt werden, dass  dann auch noch während des Gedenkgottesdienstes in der Kirche von St.Elias in Qatana eine Bombe hochging. Dabei starben zwei Trauergäse und mehrere Soldaten der syrischen Armee.

In Syrien lebten 2,5 Millionen Christen friedlich mit den anderen Religionen, bis der „arabische Frühling“ dort eintraf …

Das Schicksal dieses Paters ist kein Einzelfall: dutzende christliche Kleriker wurden von den fanatischen Islamisten entführt bzw. getötet. Die christliche Gemeinde in Syrien – die zu den ältesten der Welt gehört – und unter Assads Regierung friedlich mit den anderen Religionsgruppen zusammenlebte, wurde brutal attackiert (mindestens 300.000 Menschen wurden durch Terror vertrieben oder ermordet).  Ganze christliche Dörfer wurden „gesäubert“, Kirchen geschändet und Klöster zerstört.

Russian orthodox Bishop_HilarionDer russisch-orthodoxe Bischof Metropolitan Hilarion aus Moskau, warnte schon mehrfach davor, dass die brutale Verfolgung der Christen in Syrien dem gleichen Muster folge, wie vorher im Irak – nach der US-Invasion. In einem Vortrag in Moskau im Februar 2013 sagte Bischof Hilarion u.a.:

Christliche Gruppen mit verschiedenen Bekenntnissen (orthodox, römisch-katholisch, Maroniten, etc.) und Muslime leben seit Jahrhunderten friedlich miteinander in Syrien. Die Regierung Assad hat auch 2 Millionen Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen, darunter einige tausend Christen. Er habe engen Kontakt mit den Bischöfen in Syrien und sei deshalb – auch aufgrund eigener Beobachtungen vor Ort – zu folgender Erkenntnis gelangt:

Wir können bereits jetzt von einer militärischen Eingreifen des Auslands in Syrien sprechen, da tausende extremistische Kämpfer getarnt als Oppositionskräfte einen Bürgerkrieg im Land ausgelöst haben.

Diese fanatischen Gruppen bestehen aus militanten Wahabiten, die auf Kosten des Auslands trainiert und bewaffnet  wurden und vorsätzlich Christen umbringen.

FSA Massacre Al Duvair village May 2013„In jenen Gebieten, in denen die syrische Regierung durch Rebellen ersetzt wurde, werden die Christen bis auf den letzten Mann ausgerottet: sie werden vertrieben oder getötet.“

Bild: Im Dorf Al Duveir nahe der libanesischen Grenze wurden nach syrischen Quellen am 28. Mai 2013 alle Christen umgebracht, nachdem die syrische Armee die „Rebellen“ aus der strategisch wichtigen Stadt Al-Qusayr vertrieben hatte. Die Christen aus Al Qusayr wurden schon vorher vertrieben, was aus der Kirche wurde, sehen sie hier.

Diese Seite der „Rebellen“ wird uns aber in  unseren „öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“ sowie den Print-Medien ( sprich Verband der unter-würfigen Fließband- und Papageienjournalisten) nicht gezeigt.

Al Duvair massacreSie wird totgeschwiegen und zensuriert,  damit die Gräuelpropaganda der US-Regierung und ihrer Verbündeten (Saudi Arabien, Israel, Jordanien, Türkei, Qatar, Frankreich, England und wahrscheinlich auch „im Hintergrund“ Deutschland und die Niederlande) die Meldungen dominiert und durch ständige Wiederholung der falschen Beschuldigungen eine Gehirnwäsche stattfinden kann – wie damals vor dem Irakkrieg …

Am 23. Oktober 2012 sprach Bischof Hilarion auch vor der UNO in New York:

„Letztes Jahr betrug der Anteil der Christen in Syrien noch 10% der Bevölkerung. Heute sind zehntausende Opfer religiöser Intoleranz geworden. Ihre Kirchen und Altäre werden zerstört, sie verlassen ihre Dörfer und Städte, wo sie seit Jahrhunderten gelebt haben, ihre Häuser werden von den radikalen Islamisten besetzt oder in die Luft gejagt. Alleine in der Stadt Homs mussten etwa 50.000 Christen fliehen.

  • Eine ähnliche Katastrophe spielt sich in Ägypten ab: rund acht Millionen koptischen Christen sind von einem Massenexodus bedroht, weil sie wegen ihrer Religion systematisch verfolgt werden.
  • In Libyen musste mehr als die Hälfte der sechzigtausend Christen (wegen der NATO-Bombardierung und den vom Westen eingeschleusten Al Qaeda Banden) das Land verlassen.
  • Im Irak blieben – ebenfalls dank „US-Militärintervention“  von 1,5 Millionen Christen nur rund ein Zehntel übrig. 90% der Christen musten also fliehen oder wurden getötet.

Diese Aufzählung der Länder (in denen die USA / NATO Verbrecher „interveniert“ haben) ist enorm wichtig, denn hier wird ein bestimmtes Handlungsmuster erkennbar: die Vertreibungen durch Terror bzw. die religiöse Spaltung der Länder ist kein bedauerliches Nebenprodukt eines edlen Kampfes für Demokratie, sondern eine systematische STRATEGIE, die von Washington und Tel Aviv bewusst verfolgt wird.  Die Araber nennen das „Fitna“.

DEZEMBER 2012: EINE SYRISCHE NONNE KLAGT AN  (während die Journalisten brav im Chor singen…)

sister-agnes-miriamOberin Agnes-Mariam de la Croix lebte in einem Kloster in Syrien und klagt den Westen an, weil er die grauenvollen Verbrechen der (aus dem Ausland importierten) islamistischen Fanatiker ignoriert. Sie erzählt, dass der Taxifahrer Andrei Arbashe entführt wurde, weil sein Bruder sich darüber beschwert hatte, dass die „Rebellen“ sich wie Verbrecher benehmen – was ja auch wahr sei. (Klicken Sie auf das Bild, um ein Video der Nonne zu sehen)

Und wie reagierten den nun dievon unseren Politikern so vollmundig unterstützten„Rebellen“ /„Aktivisten“ für Demokratie und Freiheit?

Sie hackten dem 38-jährigen Ehemann (mit einer hochschwangeren Frau) den Kopf ab und warfen seinen Leichnam den Hunden zum Frass vor.

In dem o.a. Artikel der Daily Mail darf die mutige Ordensfrau zwar die britische Regierung und die anderen Heuchler der „Staatengemeinschaft“ verurteilen, weil sie die „Rebellen“ trotz massiver Beweise für schwere Verbrechen u. Menschenrechtsverletzungen weiterhin unterstützen – Mord, Kidnapping, Vergewaltigung, Raub, etc. ist an der Tagesordnung.

Doch man ist gleichzeitig bemüht, das von den USA konstruierte, heroische image der „Freien Syrischen Armee“ –FSA – (Orwell hätte es nicht besser formulieren können) zu bewahren, deshalb spricht man von „rogue elements“, als ob es sich bei den Grausamkeiten nur um Einzelfälle handelte, also so etwas wie „Schwarze Schafe“ in einer Gruppe von edlen Kämpfern, die „von Großbritannien und dem Westen als legitime Führung (Syriens) anerkannt wird“.

Die 60-jährige Karmeliter-Nonne nimmt kein Blatt vor den Mund:

„Die freie und demokratische Welt unterstützt Extremisten, die die Sharia einführen und einen islamistischen Staat in Syrien erschaffen wollen. Sie tut so, als ob diese Fanatiker neben dem Gesindel, aus dem die „FSA“ besteht, gar nicht existieren.

Der Aufstand [medial präsentiert im Sinne einer Demokratiebewegung] wurde von islamistischen Söldnern für ihre Zwecke vereinnahmt – die wollen ihren heiligen Krieg mehr als alles andere … es ist ein Religionskrieg geworden … in dem die Christen einen hohen Preis zahlen.“

Dann führt sie ein Beispiel für die Säuberungen durch die Islamisten an: Die Stadt Ras Al-Ayn, in der Nähe der türkischen Grenze wurde im November 2012 von den Rebellen angegriffen. Sie gingen gezielt in das Christenviertel und vertrieben die Menschen aus ihren Häusern. Mehr als 200 Familien mussten mitten in der Nacht fliehen. Die Leute hätten panische Angst – überall gäbe es Todesschwadronen, die Zivilisten anhalten, sie entführen, Lösegeld verlangen und sie manchmal auch töten.

Auch ihr eigenes Kloster wurde vor kurzem von bewaffneten Islamisten überfallen, die die schwarzen Binden von Al Qaeda trugen. Die Oberin des Karmeliterklosters sagt, dass alleine in Homs 80.000 Christen vertrieben wurden.

Am Ende des Artikels erwähnt die Daily Mail noch en passant, dass das syrische Militär gestern einen strategisch wichtigen Teil der Stadt Homs zurückerobert habe. (So viel zu den Aussagen des BND, Assad sei so verzweifelt, dass er Giftgas eingesetzt habe … mehr dazu später)

Die Verbrechen and den Christen in Syrien dürfen nicht unerwähnt bleiben, damit soll aber nicht das enorme Leiden der Muslime in Syrien (die nicht den fanatischen Regelen der Wahabiten bzw. Takfiris folgen) in den Hintergrund gerückt werden. Auch diese Menschen wurden und werden Opfer einer psychopathischen Außenpolitik, die ihre Zentrale in Washington hat, und ihre Filialen in Tel Aviv, Rijad, Ankara, Amman, London, Paris … und eine Dependence in Berlin?

Und wie naiv ist eigentlich der deutsche Außenminister Guido Westerwelle? Glaubt der Mann wirklich die (abgedroschenen) Lügen, die ihm die „amerikanischen Partner“  seit Monaten servieren?

The oldest trick in the book is to set red lines and then have your Intel operatives set up an operation to frame your selected target to trigger the desired intervention.

The Israelis have been doing this since before their state was born.“

DER  DIKTATOR  SETZT  GIFTGAS  EIN!  

Die  Neuauflage  der  Massenvernichtungswaffenlüge  im Irak

Truth roadblockWährend gehirntote, deutsche Journalisten uns jetzt Texte vorlesen wie „Die USA sehen es also als erwiesen an, dass die syrischer Regierung Giftgas eingesetzt hat“ und deshalb ein „Militärschlag“ nicht nur legal, sondern auch notwendig, ja wünschenswert sei, um den Schurken Assad zu bestrafen, bleibt die bittere Realität – wie beim illegalen Angriffskrieg gegen den Irak – auf der Strecke.

Und selbst wenn die Journautisten etwas wichtiges melden, wie hier die Tagesschau, merken sie nicht, wie sie manipuliert werden: sie kommen erst gar nicht auf die Idee, dass selbstgebastelte Chemiewaffen irakischer Terrorgruppen auch nach Syrien geschafft werden können …

Der Journalist als bezahlter Autist lässt sich nicht durch Fakten und Indizien von seiner Propaganda-Mission abbringen.

Die zahlreichen Berichte, wonach Giftgas sich im Besitz der Terroristen/Rebellen befindet, wiegen wesentlich schwerer als die Propaganda aus Washington und Tel Aviv:

Nach vorangegangenen Pressemeldungen, wonach die Jihadis in der Nähe von Aleppo eine Chemiefabrik unter ihre Kontrolle brachten, tauchte im Dezember 2012 ein Video im Internet auf, in dem allem Anschein nach die „Rebellen“ an zwei Kaninchen voller Stolz demonstrierten, dass sie über chemische Kampfstoffe (gezeigte Chemikalien aus der Türkei) verfügen. Der zur Schau gestellte, qualvolle Erstickungstod der beiden Tiere wurde als eindeutige Botschaft an die verhassten Alawiten (wie Assad) übermittelt: „ihr Ungläubigen werdet das gleiche Schicksal erleiden …“

1 khan al assalAm 19. März 2013 wurden in der Ortschaft Khan-al-Assal, nahe der türkischen Grenze chemische Waffen eingesetzt. Dabei starben 26 Menschen, darunter 16 syrische Soldaten.

Die syrische Regierung beantragte daraufhin eine Untersuchung des Vorfalls durch die UN und ein Pressesprecher gab an, dass der Flugkörper, der den Kampfstoff transportierte aus einer Region kam, die von den Terroristen kontrolliert wurde und wahrscheinlich die Türkei darin involviert war.

1 Radikal report sarin gas nusraAm 27. Mai 2013 verhaftete die türkische Polizei 12 mutmaßliche Mitglieder der Al-Nusra Front, die – nach offiziellen Angaben – „unbekannte chemische Materialien“  in ihrem Besitz hatten. Nach Angaben der türkischen Presse handelte es sich um dabei um Sarin, jenes tödliche Nervengift, das in Syrien eingesetzt worden sein soll. Diese Einsätze der Anti-Terror-Einheiten fanden in Istanbul sowie in den Provinzen Mersin, Adana und Hatay statt, alle in der Nähe der syrischen Grenze.

Diese Meldungen wurden in der westlichen Presse fast völlig unterschlagen, bzw. so präsentiert, dass es sich um ein „spillover“ des syrischen Konfliktes handelte, also letztlich wieder der böse Assad dafür verantwortlich sei.  Damit kommt man natürlich nur bei Leuten durch, die völlig ahnungslos sind und daher nicht wissen, dass Erdogan (als neo-faschistischer Muslimbruder) ja auch dem Trio Infernal zuarbeitet (US, Saudi Arabien, Israel) und eine wesentliche Rolle bei der „Destabilisierung“ Syriens spielt.

Turkey supports Syrian rebels  with SA and Qatar

Die Zeitung Zaman hatte berichtet, dass die Al-Nusra Mitglieder einen Anschlag in Adan (wo viele Alawiten leben) geplant hatten, der durch den  Polizeieinsatz verhindert werden konnte. Neben dem Sarin wurden demnach auch Schusswaffen, Granaten und Munition gefunden.

Nur zwei Wochen vorher gingen in der Stadt Reyhanli zwei Autobomben hoch (Provinz Hatay), bei der 52 Menschen starben. Erdogan machte Assad dafür verantwortlich und knebelte gleichzeitig die türkische Presse, um Berichte über die Täterschaft syrischer „Rebellen“ zu unterdrücken. Reyhanli gilt als Versorgungsstützpunkt für die „Rebellen“, die von dort aus ungehindert über die syrische Grenze gelangen.

Hurriet Utku Kali redleaks TurkeyAnscheinend hat die Türkei auch einen Bradley Manning (er heisst Utku Kali), der wegen „Geheimnisverrat“ festgenommen wurde. Er soll über „redleaks“ (türkische Version von Wikileaks) Dokumente veröffentlicht haben, die zeigen, dass der türkische Geheimdienst wusste, dass Anschläge syrischer „Rebellen“ bevorstehen. Seine Familie beteuert aber seine Unschuld. Die Hackergruppe „RedHacks“ (die bestreitet mit Kali Kontakt zu haben) wurde mittlerweile von der türkischen Regierung auf die „Terrorliste“ gesetzt und Erdogan beschuldigte sofort nach den Bombenattentaten in Reyhanli die syrische Regierung. Sound familiar? Kali soll vor ein „Spezialgericht“ gestellt werden und 25 Jahre ins Gefängnis gehen …

UNERWÜNSCHT:  CARLA DEL PONTE – REBELLEN & GIFTGAS

1 del Ponte headline trading newsNachdem eine Abordnung der UNHRC aus Genf (nicht aus Washington) in Syrien (bei Befragungen zu Menschenrechtsverletzungen) erste Untersuchungen zum mutmaßlichen Einsatz von „Giftgas“ in Khan-al-Assal durchgeführt hatte, gab die  Leiterin der Kommission, die Juristin Carla del Ponte dazu folgende Erklärung ab:

Es gäbe aufgrund der medizinischen Behandlung der Opfer starke Verdachtsmomente dafür, dass Sarin verwendet worden sei und zwar von der Opposition, den Rebellen, nicht der Regierung. Eine genaue Untersuchung durch forensische Experten im Auftrag des UN Generalsekretärs werde später noch genauere Einzelheiten zu Tage fördern.

Das politische Donnerwetter und die persönlichen Attacken auf die Schweizer Juristin – die damit die official story als Gräuelpropaganda gegen Assad entlarvte –  liessen nicht lange auf sich warten. Die UN  „distanzierte“ sich von ihren als voreilig klassifizierten Meldungen und in den Medien wurde die brisante Aussage auf mehr oder weniger subtile Weise entkräftet.

So etwa der SPIEGEL (verarbeitet Meldung von REUTERS):

Genf – Das tödliche Gas Sarin befindet sich offenbar in Hand von syrischen Rebellen [der Dativ ist dem Genitiv sein Tod] – das sagt Carla Del Ponte, Mitglied einer Uno-Kommission zur Untersuchung der Menschenrechtslage in Syrien. Die Vereinten Nationen hätten Zeugenaussagen gesammelt, die darauf hindeuteten. […]  Es gebe „noch keinen unwiderlegbaren Beweis für den Einsatz von Sarin“, aber einen „deutlichen, konkreten Verdacht“, erklärte sie im schweizerisch-italienischen Sender RSI. […] Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und die Rebellengruppen werfen sich gegenseitig vor, Chemiewaffen bei mehreren Angriffen eingesetzt zu haben.

Israel warf Assad vor, Sarin gegen Rebellen eingesetzt zu haben – und zwar mehrmals. Auch Frankreich und Großbritannien schrieben in einem Brief an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am 25. März, dass das Regime mit Chemikalien angereicherte Geschosse eingesetzt habe. Dies hätten Bodenproben und Interviews mit Zeugen ergeben. […] Auch die Amerikaner vermuten inzwischen, dass Assad Giftgas eingesetzt hat.  […]

Aus Carla del Pontes eindeutiger Aussage

1 del Ponte govt no indication„Wir haben überhaupt keine Anzeichen dafür gefunden, dass die syrische Regierung Giftgas eingesetzt hat.

1 del Ponte govt no indication 2macht DER SPIEGEL ONLINE

„Laut Carla Del Ponte hat die Uno  NOCH keine Hinweise darauf, dass die syrischen Regierungstruppen Sarin eingesetzt hätten.“

Das ist also „Qualitätsjournalismus“ in Deutschland. Der SPIEGEL ist ein trojanisches Pferd, mit dem Image des investigativen Journalismus ….

Sprachliche Manipulationen und fehlender geopolitischer Kontext machen es möglich, dass die politisch motivierten Behauptungen der angeführten Staaten scheinbar die Aussagen del Pontes entkräften oder zumindest Zweifel daran aufkommen lassen.

Die hinterhältigen Motive, die hinter den Anschuldigungen westlicher Politiker stecken, werden nicht hinterfragt. Das ist 10 Jahre nach dem illegalen Angriffskrieg auf den Irak und den folgenden, ebenso fadenscheinigen „humanitären Militärinterventionen“ mit zigtausenden Toten unentschuldbar.

DEJA VU – IRAK:  DIE GLEICHEN TRICKS WIE 2003

Durch das monatelange framing Assads als Inkarnation des Bösen und ständige Wiederholung von haltlosen Vorwürfen wird das predictive programming der Öffentlichkeit dazu benutzt, dass solche Meldungen automatisch in den vorgegebenen Deutungsrahmen einsortiert werden: na klar, der böse Diktator hat Giftgas eingesetzt … wie damals Saddam im Irak … Die Leser sollen emotional reagieren, nicht nachdenken, denn ansonsten wäre schnell klar, wie verlogen diese Hetzkampagne gegen die syrische Regierung ist:

Die USA, Israel, Frankreich u. England sind ja (neben Saudi Arabien, Qatar, Jordanien und der Türkei) die direkten oder indirekten Sponsoren der „Rebellen“, Jihadis, Terroristen, Söldner, Banditen, etc. die in Syrien als „Werkzeuge der Außenpolitik“ einen proxy war (Stellvertreterkrieg) für sie führen. Die legitime Opposition in Syrien hat nicht viel zu melden und wird auch nur als „Manövriermasse“ für die Neuordnung des Nahen Ostens benutzt.

Wenn ein Artikel  ausgerechnet Behauptungen des israelischen Geheimdienstes quasi als Zeugenaussage der Anklage (gegen Assad) anführt, ohne die Hintergründe des regionalen Machtkampfes im Nahen Osten zu erwähnen, ist es mit der journalistischen „Unabhängigkeit“ offensichtlich vorbei.

SYRIEN  SOLL STERBEN – FÜR ERETZ ISRAEL UND DIE KORRUPTEN SAUDIS

Israel hat ein massives Interesse daran, den souveränen Staat Syrien – und damit auch die Verbündeten Iran und Hisbollah – zu zerstören und die zionistische Lobby in den USA ist sehr erfolgreich darin, das amerikanische Militär für seine Zwecke einzuspannen. (Der militärisch-industrielle-Terror-Security-Komplex in den USA und anderswo profitiert natürlich auch davon …)

Damit wäre für das zionistische Horrorkabinett der Weg zur dominanten Regionalmacht frei. Keine Unterstützung mehr für den Freiheitskampf der entrechteten Palästinenser; der letzte, nicht korrupte, sekulare, sozialistische, arabische Regierungschef – der nicht vor Israel zu Kreuze kriecht – wäre eliminiert; die von Israel besetzten, syrischen Golanhöhen (wichtiges Wasserreservoir) sind dann auch kein Thema mehr und der kriminelle landgrab für Groß-Israel kann dann erst richtig losgehen … Libanon wird das nächste Opfer (die wöchentlichen Autobomben sind erst der Anfang..)

DIVIDE ET IMPERA (Die Zionisten gingen bei den Briten in die Schule…)

balkanization syriaDer Yinon-Plan aus den 1980er Jahren zeigte ja deutlich, wohin die irrsinnige Reise der zionistischen Großraum-Politik gehen wird: Die Zerschlagung aller arabischer Staaten (die nicht nach Washingtons und damit Isarels Pfeife tanzen) in geschwächte Enklaven  religiös-verfeindeter Gruppen, die sich gegenseitig bekämpfen und damit Israel keinen ernstzunehmenden Gegner mehr in der Region hat. (Die Saudis sind so korrupt, dass sie für Israel nie ein Problem waren).

1 100 billion pipeline deal Irak, Iran, SyrienLast not least wäre damit auch die „Pipeline- Konkurrenz“ ausgeschaltet sodass Israel (nachdem große Offshore-Erdgasvorkommen im Levantiner Becken entdeckt wurden, aber auch in Syrien neue Gasfelder erschlossen werden und Iran, Irak und Syrien 2011 ein Abkommen über den Bau einer Gaspipeline unterzeichnet haben) auch in energiepolitischer Hinsicht (wie der Emir von Qatar) große Vorteile aus der Zerstörung des syrischen Staates  ziehen würde.

SYKES-PICOT 2.0

Die „Briefe aus London und Paris“, auf die sich der Spiegel beruft, sind auch als Beweise für Assads angebliche Verbrechen völlig wertlos, weil weder die  französische noch die britische Regierung eine neutrale bzw. glaubwürdige Partei in dieser Angelegenheit ist.  Ganz im Gegenteil: beide Staaten sind  Verbündete der USA und alte Kolonialherren in der Region, die an einer durch Gewalt und Intrigen gekennzeichneten „Neuordnung“ des Nahen Ostens aktiv beteiligt sind.

GCHG CyprusDass das britische GCHQ im Auftrag der US-Geheimdienste systematisch europäische Kommunikationskanäle ausspioniert und auf die Rechte der europäischen Bürger pfeift, sollte nicht erst seit Snowden bekannt sein. Wie enorm korrupt britische Politiker sind, wenn es um Aufträge für die Rüstungsindustrie, Insidergeschäfte mit Investmentfonds im „security“-Sektor und illegale Waffenexporte geht, haben die letzten Jahre ja gezeigt.

Die heuchlerische Anti-Assad cabal wird also ständig als Inbegriff moralischer Empörung in den Medien zitiert, ohne ihre Beweggründe und Absichten zu hinterfragen. Da ist es dann auch notwendig, die Pro-Assad Stimmen zu hören, wie den russischen Außenminister Lavrov, der sich aufrichtig bemüht, eine diplomatische Lösung zu finden. Russland hat natürlich auch wirtschaftliche und geopolitische Interessen in der Region und ist kein „edler Samariter“, doch verglichen mit der machiavellischen Außenpolitik des US-State Department ist das russische Außenministerium geradezu „gutmütig“.

Sergey-LavrovIn einem Interview betonte Lavrov, es sei nicht mehr zu übersehen, dass die Bemühungen Russlands (die Kontrahenden in Syrien an einen Tisch zu bringen) systematisch torpediert werden. 

„Diejenigen, die eine Entscheidung durch militärische Gewalt mit allen Mitteln herbeiführen wollen, sperren sich gegen jeden Konsens: Als die syrische Regierung und die UN Experten sich über die Untersuchung des Giftgasanschlages (vom 21. August) einigten, gab es sofort Widerstand dagegen: es sei zu spät (nach 5 Tagen)  um irgendwelche Beweise zu sammeln.

Dazu haben wir eine Frage: Warum waren unsere westlichen Partner [US, UK, Frankreich] – die jetzt so besorgt  sind – überhaupt nicht über das Verschwinden von Spuren besorgt, als sie die Entsendung von UN-Experten zur Untersuchung des Vorfalls in Khan-al-Assal (am 19.März 2013) blockierten[Vielleicht, weil damals in erster Linie syrische Soldaten starben? Siehe Bild unten]

soldiers massacre khan-al-assalWegen dieser Blockade haben russische Experten ihre eigene Untersuchung durchgeführt (in voller Übereinstimmung mit den Kriterien der OPCW) und einen ausführlichen Bericht dazu an die UN und Mitglieder des Sicherheitsrates übergeben. Im Gegensatz  zu den nebulosen Beweisen, die angeblich die Schuld von Präsident Assad belegen sei dieses Dokument sehr spezifisch und umfassend.

Lavrov hob auch hervor, dass die Information über den chemischen Angriff  in der Region von Ghouta genau zu jenem Zeitpunkt verbreitet wurde, als die russisch-amerikanische Delegation ein neues Treffen arrangierte (zur Vorbereitung der nächsten Konferenz in Genf).

Es sei evident, dass die Opposition gar nicht an Verhandlungen interessiert sei und verlautbart hat, dass sie nur eine bedingungslosen Kapitulation der Regierung akzeptiert. Diese Einstellung wird natürlich durch die Informationskampagne (Giftgas-Hysterie) noch mehr zementiert.

Der Ablauf der Ereignisse mache klar,dass jedesmal wenn es eine kleine Chance für die Wiederaufnahme von Gesprächen gibt, ein Vorfall inszeniert werde, der diese Chance zunichte macht (so erging es den LAS Beobachtern und dem Plan von Kofi Annan). Im Gegensatz zur syrischen Regierung, die sofort damit einverstanden war, eine Delegation zur geplanten Konferenz Anfang Mai zu entsenden (und zwar ohne Bedingungen zu stellen), hat die Opposition sich stets geweigert – Monate lang. Wir fragen uns daher, welche Signale die Opposition von ihren Sponsoren bekommt (USA, Saudi Arabien, Qatar,  etc.)

Lavrov zitiert dann ein Statement vom Sprecher der „Nationalen Koalition der Oppositionskräfte“ (oder wie sie sonst gerade heißen) der erzählte, was die Amerikaner ihnen als Empfehlung für die Gespräche mitgaben:

Ihr setzt euch an den Tisch und dann sagt ihr  „Assad muss gehen“, dann sagen sie „Nein“, also werden die Verhandlungen scheitern und wir gehen in die nächste Phase …“

Für langjährige Studenten des endlosen  „Nahostkonflikts“ und der bizarren „Friedensgespräche“ zwischen Israel und den Palästinensern ist diese Taktik nichts neues: Während in den Medien betont wird, man  wolle alles tun, um eine „Verhandlungslösung“ zu finden, werden vor Ort „facts on the ground“ geschaffen, die irreversibel sind und die diplomatischen Bemühungen zur Farce degradieren.

Kaum hatte sich Sheik Moaz al-Khatib, der damalige Führer der Oppositionsgruppen für einen Dialog mit Damaskus ausgesprochen, wurde ihm bald klar, dass im Hintergrund Leute die Fäden zogen, die überhaupt kein Interesse an einer friedlichen Lösung hatten. Also warf er das Handtuch. Mehrere Versuche Russlands, die in der Genfer Übereinkunft erzielten Beschlüsse zu implementieren wurden (zuletzt vor etwa einem Jahr) im UN Sicherheitsrat von den USA, Frankreich und England torpediert.

Das  „Chemiewaffen“ Drama gibt den diplomatischen Bemühungen wohl endgültig den Todesstoß.

Die USA und ihre „Verbündeten“ haben bereits mehrere Kriegsschiffe in Position gebracht, um in beispielloser Anmaßung (selbst Kriegsverbrecher), Assad für etwas zu „bestrafen“, was noch nicht bewiesen und äußerst unwahrscheinlich ist. So ein „Militärschlag“ (sprich: kriegerischer, verbrecherischer Akt) wird nicht von heute auf morgen geplant, daher müsste mittlerweile jedem intelligenten Menschen klar sein, dass das ganze Theater mit dem Giftgas eine Inszenierung ist, um eine „hilfreiche Welle moralischer Empörung“  zu generieren, die dann massive Luftangriffe der USA legitimieren soll.

Zur „moralischen Obszönität“ des Giftgas-Angriffes am 21.August, über die sich John Kerry so empört ist zu sagen, er möge doch einmal die systematischen Verbrechen der USA (mithilfe der CIA und selbst gezüchteter Terroristen) in über 50 Ländern seit 1945 durchgehen. Da gibt es in der Tat ungeheuerliche Obszönitäten, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen – wie etwa der Einsatz von Uranwaffen im Irak 2003 oder die unvorstellbaren Grausamkeiten in Lateinamerika während des kalten Krieges, um jede Form des Sozialismus im Keim zu ersticken.

Lavrov, Putin und tausende andere Kommentare im Internet kommen alle zum gleichen Schluss: 

4 Putin syrian army is winning

Es wäre ein Akt unglaublicher Dummheit, ja geradezu selbstmörderischwenn Assad ausgerechnet jetzt, wo die UN-Inspektoren im Land sind, nachdem ihm Obama mehrfach mit der „roten Linie“ gedroht hat und die ganze Welt nach Syrien schaut, ein Nervengas gegen die eigene Bevölkerung einsetzte. Was hätte er davon? Er würde sich damit sein eigenes Grab schaufeln und auch das Schicksal des Landes wäre damit besiegelt. Seine Regierung konnte sich bisher nicht nur wegen stärkerer Waffen gegen die eingeschleusten Terroristen behaupten, sondern weil die Bevölkerung (zu Recht Reformen verlangt, aber) mehrheitlich hinter ihm steht. Er hat also überhaupt keinen Grund, solche Waffen einzusetzen.

Einen Guerillakrieg kann man nur gewinnen, wenn man die Unterstützung der Bevölkerung hat, dass müssten die Planer und Strategen dieses verdeckten Krieges gegen Syrien eigentlich wissen (nachdem sie bereits viele solcher blutigen „Bürgerkriege“ in Lateinamerika schon in den 1980er Jahren inszeniert haben).

execution of syrian soldiersVielleicht dachten sie aber, weil man diese Unterstützung in Syrien nicht generieren könne, käme man mit der Salvadorian Option durch: also extremen Terror durch unvorstellbare Grausamkeit verbreiten, damit die Bevölkerung (die nicht flieht) so traumatisiert wird, dass man alles mit ihr machen kann.

Aber die Syrer lassen sich anscheinend trotz des Horrors, mit dem sie seit zwei Jahren konfrontiert sind, nicht so einfach in die Knie zwingen. Sie werden kämpfen bis zum bitteren Ende.

Die syrische Armee hat in den letzten Monaten immer mehr die Oberhand gewonnen und den eingeschleusten „Rebellen“ mit Unterstützung von Hisbollah und iranischen Spezialkräften entscheidende Verluste zugefügt. Kurz gesagt: die Sponsoren des Terrors in Syrien waren  ziemlich nervös geworden, weil Assad nach zwei Jahren immer noch „da“ ist und ihre Pläne zu scheitern drohen. Deshalb musste jetzt ein casus belli her, der soviel mediale Aufruhr erzeugt, so starke Emotionen hervorrufen soll, das das Denken auf der Strecke bleibt.

  • Dass Assad keinerlei Incentive hat, ja verrückt sein müsste, ausgerechnet jetzt den USA einen Vorwand für Luftangriffe auf dem Silbertablett zu liefern, ist glasklar.
  • Dass auf der anderen Seite die von außen gesteuerten Rebellen und ihre handler enorm davon profitieren, wenn ausgerechnet jetzt die „Rote Linie“ überschritten wird, ist ebenfalls nicht zu übersehen.
  • Dass sämtliche Beschuldigungen zum Giftgaseinsatz von denen kommen, die das größte Interesse am Sturz Assads und einer Zerschlagung Syriens haben, lässt die Glaubwürdigkeit dieser Behauptungen gegen Null tendieren.
  • Dass ausgerechnet die USA die moralisch Empörten mimen, weil „unschuldige Zivilisten“ die Opfer sind,  ist angesichts ihrer dokumentierten, systematischen Verbrechen (seit 1945) der größte Witz von allen …(siehe dazu meinen Artikel: Superman is Jack the Ripper)
  • Dass man jetzt auch noch die Chuzpah hat, angeblich abgehörte Gespräche als Beweis für die Schuld Assads in die Waagschale zu werfen, ist grotesk und infam …  denn diese „Beweise“ könne man aus Gründen der Staatsicherheit leider nicht vorlegen …(effektiv ein geheimes Gericht)  da zeigt sich der Gestapo-Geist, der in Washington regiert …
  • Diese „Information“ kommt vom israelischen bzw. saudischen Geheimdienst – also wieder von zwei Parteien, die absolut keine Glaubwürdigkeit haben, aber ein schwerwiegendes Motiv, zu lügen …

1 mint press saudi connection Bewohner von Ghouta zeichnen aber ein völlig anders Bild als die abgedroschene Propaganda aus Washington, London, Paris und Tel Aviv, die uns täglich serviert wird. Nach diesem Bericht, wussten die „Rebellen“ (nur Al Nusra) nicht,  mit welcher Art von Waffen sie hantierten, die sie von einem saudischen Mittelsmann erhalten hatten und in einem Tunnel verstecken sollten, wobei 12 Männer getötet wurden. Es ist aber unklar, ob es sich um einen Unfall handelte (oder man es darauf anlegte, dass die Chemikalien freigesetzt wurden, um Assad die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben).

Man vermutet, dass Prinz Bandar bin Sultan im Hintergrund die Fäden zieht (da vermutet man ganz richtig – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Was die angeblichen „Beweise“ für die „Schuld“ Assads angeht, braucht man nur die Papageien-Presse zu zitieren, um die Lächerlichkeit der Behauptungen (wegen der Quellen der „Beweise“)  zu demonstrieren:

Wall Street Journal:

„Ein entscheidender Hinweis kam vom israelischen Geheimdienst, der die CIA mit Informationen über eine syrische Spezialeinheit versorgte, die die chemischen Waffen Assads beaufsichtigt  SAGTEN ARABISCHE DIPLOMATEN. Bestimmte Arten chemischer Waffen wurden schon vorher in jene Vororte von Damascus gebracht, in denen vor einer Woche die Angriffe stattfanden SAGTEN ARABISCHE DIPLOMATEN.

[…] Das Pentagon und die CIA haben schon frühzeitig Spionagesatelliten und befreundete Spionagedienste (Israel und Jordanien) genutzt, um das CW-Arsenal in Syrien zu überwachen. In den letzten Wochen wurden diese noch intensiviert, nachdem die USA im Juni zu dem Schluss gekommen war, dass die syrische Armee CW  in kleinen Mengen eingesetzt hatte.“

Warum konnte der Anschlag dann nicht verhindert werden, wenn die Überwachung der CW so perfekt ist???

WSJ erwähnt auch, dass die CIA und die saudischen Geheimdienste „Rebellen“ in einem Stützpunkt in Jordanien trainiert haben zu deren Aktivitäten aber niemand aus Regierungskreisen Stellung nehmen wollte.

THE INDEPENDENT

Es war Prinz  Bandars  Geheimdienst, der  als  erster  die westlichen Verbündeten wegen angeblicher Verwendung von Sarin durch das syrische Regime im Februar alarmierte.

Bandar bin Sultan, damals noch Botschafter in Washington , war 2003 einer der lautesten Stimmen für eine Invasion im Irak. Er war in den 1980er Jahren auch in den Iran-Contra-Skandal verwickelt. […]

Seit 2012 arbeiten die CIA und Bandar eng zusammen, um die Rebellen in einem Stützpunkt in  Jordanien, nahe der syrischen Grenze zu trainieren. Die Saudis seien „ein unverzichtbarer Partner“  betreffend Syrien und hätten beträchtlichen Einfluss auf  die amerikanische  Denkweise (zitiert wird das WSJ).

Dass Bandar bei seinem jüngsten Besuch in Moskau, Putin zuerst korrumpieren wollte (durch umfangreiche Waffenkäufe der Saudis in Russland) und dann einschüchtern (Bandar werde dafür sorgen, dass es keine Terroranschläge bei den Olympischen Spielen in Sotchi gibt, wenn Putin Assad fallen lässt (!), weil seine Organisation die tschetschenischen Terroristen kontrolliert – was Putin natürlich wusste) erwähnt der Independent nicht. 

Bandars „größerer Einfluss in westlichen Hauptstädten“ wird in diesem Artikel maßgeblich auf seine „Freundschaften“ zurückgeführt, die er als saudischer Botschafter  geschlossen hatte.  Dass dieser skrupellose Politiker in London und Paris mehr Gehör findet, als bei Putin hat weniger mit Freundschaft, als mit „great assholes think alike“ zu tun. Dort trifft Bandar auf seine ebenso korrupten und hinterfotzigen Gesinnungsgenossen: die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens (von den dortigen Geheimdiensten ganz zu schweigen).

ghost warsWir sehen also, dass die USA, Saudi Arabien und Israel (ich erinnere noch einmal an den Yinon Plan)  hier „unter einer Decke“ stecken, weil alle drei sehr starke Motive für die Zerstörung des syrischen Staates (in dieser Form)  haben und Assad deshalb mit allen Mitteln bekämpft wird.  Die Saudis sind, gemeinsam mit der CIA, die Paten des globalen, islamistischen Terrors und die Geburtshelfer von Al Qaeda, die damals (1980er Jahre) aber noch „freedom fighter“ oder Mujahedeen hießen und  im belagerten  Afghanistan gegen die Sowjetunion eingesetzt wurden.

Siehe dazu auch diese Artikel über Saudi Arabien bzw. Israel und die Repression des arabischen, sekularen Nationalismus und meine (berechtigte) Polemik gegen die Fließbandjournalisten, die Massenmord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch ihre „Arbeit“ legitimieren …

Obama abdullahAusgerechnet deren Geheimdienste als seriöse Quellen für „Beweise“ gegen Assad anzuführen, ist so absurd und infam, dass man sich fragen muss, ob unsere Journaille noch alle Tassen im Schrank hat.

Wundert sich eigentlich niemand darüber, dass trotz (oder wegen?) des „War on Terror“ und der umfassenden Überwachung durch Geheimdienste,  die fanatischen  Islamisten nach 9/11 immer mehr wurden (vor allem in Afrika)?

Auch die deutsche Presse hat natürlich die „geheimen“ Beweise der im Dunkeln (als Mafia-Arm der Regierungen) operierenden Geheimdienste  für die „Schuld“ Assads groß aufgemacht, und der SPIEGEL gibt sich wieder bereitwillig als Verteiler für zionistische Propaganda her.

Das kritische und logische Denken muss ausgeschaltet werden um den Schwachsinn, den der Spiegel hier verbreitet, akzeptieren zu können:

Wie ich oben ausführlich (und tausende intelligente Kommentare und Analysen im Internet ebenso) dargelegt habe, ist es ABSOLUT UNPLAUSIBEL  dass Assad vor den Augen der UN-Untersuchungskommission einen solchen Giftgasanschlag verübt.

Doch der Spiegel (offenbar benebelt davon, dass man ihm die zweifelhafte Ehre erteilt hat, ein absichtliches „Leak“ geheimer Informationen des BND zu sein) bringt allen Ernstes diese Meldungen:

„In geheim eingestuften Unterrichtungen für Sicherheitspolitiker sagte BND-Präsident Gerhard Schindler, ein eindeutiger Beweis fehle zwar. Nach einer eingehenden Plausibilitätsanalyse aber gehe sein Dienst davon aus, dass das Regime Täter sei.

Schindler führte in den Briefings aus, einzig das Regime von Assad verfüge über binäre Kampfstoffe wie Sarin. Nur die Experten des Regimes könnten diesen anmischen und mit kleinen Raketen einsetzen. Nach Erkenntnissen des BND sei dies schon mehrmals vor dem aktuellen Angriff, der rund 1400 Menschen tötete, geschehen. Bei den vorherigen Attacken aber sei nur eine stark verdünnte Gasmischung zum Einsatz gekommen, deswegen hätten diese auch sehr viel weniger Todesopfer gefordert.“

FAKT: Es ist bis dato noch völlig ungeklärt, ob und wenn ja,  welches Nervengas eingesetzt wurde.

Doch darauf geht der BND gar nicht ein, sondern operiert einfach mit der Prämisse, dass Sarin eingesetzt wurde. Woher „weiß“ der BND das denn? Die anschließende Behauptung, nur „Experten des Regimes“ könnten Sarin „anmischen“ ist alleine dadurch unglaubwürdig  geworden.

Auch die „1400 Toten“ sind nicht verifiziert und Teil der Gräuelpropaganda gegen Assad (wahrscheinlich weniger als 500 Tote – siehe Interview unten)

Sehen wir uns doch einmal an, was ein authentisches Mitglied der syrischen Opposition im Ausland zu den Vorwürfen sagt:

1 Haytham Manna CW false flagHaytham Manna, der seit 35 Jahren im Exil lebt und der Auslandssprecher des Nationalen Koordinationskomitees  für Demokratische Veränderung ist (die echte, friedliche syrische Opposition, mit der er natürlich in Verbindung steht) spricht sich in einem Interview heftig gegen gegen Einmischung aus dem Ausland aus.

Hier einige Auszüge daraus (Übersetzung aus dem französichen Original sowie Hervorhebungen sind von mir; CW= chemische Waffen):

Der Westen wählt also Ihrer Meinung nach die falsche Option?

HM: Von Anfang an sahen wir eine Abfolge politischer Fehler. Die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich (Großbritannien) haben die Parteien dazu gedrängt, sich zu radikalisieren. Sie haben den Aufbruch der Jihadis nach Syrien nicht verhindert und sehr lange gewartet, bevor sie dieses Phänomen überhaupt erwähnt haben.

Wo ist denn nun die Demokratie in diesem Projekt, das darauf abzielt, Syrien zu zerstören? Und glauben Sie wirklich, es sei die Moral, die das Ganze steuert?  Seit dem Massaker von Halabja  haben sie die Augen [vor der Wahrheit] verschlossen. Ich wundere mich auch darüber, dass die Opfer der CW (in der öffentlichen Debatte) viel stärker berücksichtigt werden als die 100.000 Toten, die seit Beginn des Konfliktes Opfer der Gewalt wurden. (Ein wichtiger Punkt …)

Wer ist für das jüngste Massaker durch CW verantwortlich?

HM: Ich habe noch keine Gewissheit, aber unsere Informationen widersprechen jenen, die Präsident Hollande verbreitet hat. Man spricht von tausenden Opfern, aber verfügt nur über eine Liste mit weniger als 500 Namen. Es handelt sich also um Propaganda, psychologische Kriegsführung und ganz sicher nicht um die Wahrheit Außerdem sind die eingesetzten „Chemiewaffen“  selbst gebastelt, keine industriell hergestellten Produkte. [Das bestätigt auch die russische Untersuchungskommission, die Lavrov erwähnte] Glauben Sie wirklich, dass die hochgerüstete Armee Assads so etwas nötig hat?

Und die Videos tauchten im Internet schon auf, bevor die offiziellen Meldungen über den CW-Einsatz herauskamen. Dieses Material wird aber als Beweis von den Amerikanern angesehen!

Doch die SPIEGEL Redaktion schert sich nicht um solche Statements, sondern verlässt sich lieber auf die Aussagen des BND:

Schindler präsentierte in einem 30-minütigen Vortrag Szenarien, warum es zu dem massiven Angriff gekommen sei. Demnach sehe sich Assad in einer Art Endkampf um die Hauptstadt Damaskus, die vor allem im Osten von Rebellen belagert sei. Möglicherweise habe man deswegen wie zuvor zur Abschreckung einen begrenzten Giftgaseinsatz auf die Rebellen angeordnet ….“

FAKT: Wieder Manipulation statt Information: Jetzt sind es schon drei Hypothesen  die man als Tatsachen vorwegnimmt  und sich dann fragt, warum wurde das getan …

  1. Giftgas wurde eingesetzt
  2. und zwar Sarin
  3. Es war Assad

Die Petitio principii (Zirkelbeweis) ist in der Politik sehr beliebt, funktioniert aber nur bei Publikum, dem man das Denken abgewöhnt hat (wie dem Churnalist). Als Tatsache zu suggerieren, was erst zu beweisen wäre – ist das die neue Taktik zur Legitimation eines illegalen Krieges?

Weil die deutsche Presse Meldungen über die Erfolge der syrischen Armee in den letzten Monaten unterschlagen hat, fehlt auch der militärische Kontext. Assad war dabei zu gewinnen, er hat wichtige Gebiete zurückerobert, wie auch Haytham Manna im Interview erwähnt: [und kurz vor dem „Giftgas-Anschlag“ eine große Offensive in Damaskus begonnen, bei der 1500 Rebellen getötet wurden]:

Denken Sie, dass eine der Konfliktparteien eine Intervention des Westens provozieren will?

HM: Das ist ein abgekartetes Spiel. Man weiß ja schon, dass CW von Al Qaeda eingesetzt wurden. Jetzt haben die FSA und die Gruppen, die mit AQ liiert sind,  80% ihrer Operationen im Norden zusammengezogen. Vor einem Monat hat Ahmad Jarba (Koordinator der bewaffneten Opposition) behauptet, er habe das Kräfteverhältnis vor Ort verändert. Heute ist die Lage umgekehrt: die syrische Armee hat das Gebiet zurückerobert. Nur eine direkte Intervention kann daher noch den Rebellen helfen, aus dieser Situation herauszukommen. Wenn AQ dafür verantwortlich ist, muss man das laut und deutlich sagen. Wenn es das Regime ist, muss man eine Resolution des UNSC erwirken und nicht zulassen, dass zwei oder drei Länder sich zum Richter und Vollstrecker erheben.

nasrallahUnd dann kommen wir endlich zur Krux des ganzen Theaters: Einem der Hauptgründe, warum Israels Zionisten unbedingt Assad stürzen wollen: Hisbollah -die unbeugsame „Partei Gottes“ im Libanon, die mit ihren gut trainierten Milizen der IDF (bei verbrecherischen Attacken gegen den Libanon) mehr zugesetzt hat, als jede reguläre Armee und deren Führer Sheik Hassan Nasrallah mehr Rückgrat hat, als jeder europäische Politiker.

Wir erfahren dann, dass der „Beweis“ dafür, dass es sich um Sarin handelt, ist – wie könnte es anders sein – wieder ein abgehörtes Telefonat ist, in dem ein Arzt „exakt und mit vielen Details Symptome von Patienten beschrieben, die nur auf das international geächtete Gas hinwiesen. Die Prüfung der Proben durch die Uno könnte dafür den endgültigen Beleg liefern, dies kann aber noch Wochen dauern.“

Natürlich kann dieser „Beweis“ nicht vorgelegt werden, denn er ist ja „geheim“

Und dann kommt der Hammer – halten Sie sich fest – der BND hörte dann auch noch ein Gespräch der Hisbollah mit der iranischen Botschaft ab, in dem „der Funktionär der Hisbollah, die traditionell an der Seite Assads steht und ihn militärisch unterstützt, den Giftgaseinsatz eingeräumt haben soll“ und „Assad seien die Nerven durchgegangen, mit dem Befehl für den Giftgaseinsatz habe er einen großen Fehler gemacht.“

(Erster Gedanke: Mein Gott, Assad, Hisbollah und iranische Diplomaten müssen ja Vollidioten sein, wenn sie (was wir glauben sollen) wenige Wochen nach der NSA-Spionage-Aufregung solche brisanten Dinge am Telefon erörtern …!)

Auch dieser „Beweis“ ist geheim .. und Hisbollah (die ja auch eine gewählte Partei ist und soziale Einrichtungen betreibt) darf auch nicht dazu Stellung nehmen. Schließlich wurde die EU von den Zionisten ja dazu genötigt, ihren bewaffneten Arm als terroristische Vereinigung zu klassifizieren (obwohl sich Hisbollah immer nur gegen die zionistische Aggression Israels wehrt).

Henry Luce 1Wenn dieser propaganda bullshit als Grundlage für eine Bombardierung Syriens durchgeht, dann bedeutet das das Ende des Rechtsstaates. Ein „Beweis“, der geheim gehalten wird, ist kein Beweis und darf kein Beweis für eine Schuld sein. Egal um wen es dabei geht.

Anonyme „Zeugen der Anklage“, deren Identität niemand kennt und man nicht einmal weiß, ob es sie wirklich gibt, als Schuldbeweis gelten zu lassen und gleichzeitig eine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe (wegen der Geheimhaltung) zu verhindern, das ist sowohl mit dem Prinzip der Demokratie als auch des Rechtsstaates völlig unvereinbar. 

Dass der SPIEGEL nach den Enthüllungen Snowdens und anderer „whistleblower“ die Aussagen des BND (der der NSA natürlich zuarbeitet und ebenso kriminell ist, wie alle Geheimdienste) als legitime und vertrauenswürdige Quelle gelten lässt, ist ein Skandal und eine Schande für den Journalismus.

Aber es kommt noch besser:

Bisher haben die USA nur abstrakt berichtet, Geheimdienste hätten nach der Attacke Kommunikation innerhalb des Regimes abgefangen, die den Einsatz des Giftgases bestätigten und aus denen Sorge über eine mögliche Nachprüfung durch die damals anwesenden Uno-Inspektoren spreche. Das vom BND abgehörte Telefonat könnte dieses Beweispuzzle der westlichen Dienste entscheidend anreichern.“

Die Fähigkeit, logisch zu denken, ist der SPIEGEL Redaktion anscheinend gänzlich abhanden gekommen.

Ein geheimes Abhörprotokoll eines US-Geheimdienstes – der sich selbst Rechte zugesteht, die verfassungswidrig sind und globale Online-Gestapomethoden legitimieren soll – wird durch zwei weitere – ebenso geheime Abhörprotokolle, für deren Existenz und Authentizität es keinerlei Beweise gibt – nur die Beteuerungen der Geheimdienste selbst – also quasi aufgewertet. How stupid can you get?

Dass die Geheimdienste offensichtlich dazu benutzt werden, (kriminelle) politische Entscheidungen,die bereits gefallen sind, zu rechtfertigen, und nicht – was ihr Auftrag wäre – authentische Informationen für politische Entscheidungen zu liefern, die bevorstehen, ist für alle erkennbar, die sich das Denken noch nicht von „Think-Tanks“ abgewöhnen ließen.

Auch die Argumentation ist nicht konsistent:

ERSTENS

Einerseits wird behauptet, Assad habe einen „konzertierten Angriff“ durchgeführt (also sorgfältig geplant) –

zu dem die Rebellen nicht in der Lage seien –gleichzeitig wird aber suggeriert, dass ihre militärische Stärke so groß sei, dass Assad in „Panik geraten“ sei – Wer soll das glauben? ( widersprüchliche Argumentation)

– andererseits seien „Assad aber die Nerven durchgegangen“?

ZWEITENS

Zuerst wird gesagt, nur die syrische Armee verfüge über genug Fachwissen, um solche „binären Waffen“ einsetzen zu können, dann aber haben diese angeblichen Experten sich“ bei der Mischung des Gases verrechnet“ ? Wer glaubt diesen Propaganda-Mist, außer den Churnos?

Leidet die SPIEGEL-Redaktion, wie viele andere Journalisten auch, an selektiver Amnesie?

lies_iraqHat man den Irakkrieg und die große Lügenshow zu dessen Legitimation schon vergessen?

Zur Vorbeugung gegen die übliche Stigma-Wörter wie „Anti-Amerikanismus“ oder „Verschwörungstheorie“, mit denen Kritiker routinemäßig desavouiert werden, sei hier auf eine Quelle verwiesen, die garantiert nicht „anti-amerikanisch“ ist: der US-Senat.

Ein Untersuchungsausschuss des Senates hat die Vorgehensweise der Bush-Regierung gründlich untersucht und das Ergebnis so kommentiert:

Leider kam unser Kommitee zu dem Schluss, dass die Administration Behauptungen aufgestellt hat, die nicht durch geheimdienstliche Erkenntnisse abgesichert waren.  Um den Krieg als notwendig zu legitimieren, hat sie wiederholt (solche) Erkenntnisse als Fakten präsentiert, während diese in der Realität unbegründet, widerlegt oder nicht vorhanden waren. Die Folge war, dass man das amerikanische Volk glauben ließ, die Bedrohung durch den Irak sei viel größer, als sie es tatsächlich war.

Ich bin überzeugt davon, dass die Bush Administration auf den Irak fixiert war und die Angriffe vom 11. September als Rechtfertigung für den Sturz Saddam Husseins benutzt hat.

Um das zu erreichen, haben hochrangige Politiker wiederholt Statements abgegeben, die den Irak mit Al Qaeda in Verbindung brachte und insinuierte, dass Irak bei 9/11 die Hand mit im Spiel hatte.

Es is traurig, dass die Bush Administration die Nation unter falschen Vorwand in den Krieg geführt hat.

Genau. Und es ist zum Kotzen, dass unsere Journaille 10 Jahre später WIEDER  bei der Zerstörung eines souveränen Staates und der Ermordung bzw. Vertreibung zigtausender Menschen behilflich ist …

Gibt es speziellen Platz in der Hölle für solche Churnalists?  Let’s hope so … 

Fortsetzung folgt …

 

The Boston Bombing Terror Show (1)

ussaWenn es noch irgendwelche Zweifel  daran gab, dass ARD, ZDF, ORF  in ihren „Nachrichtensendungen““ inhaltlich gleichgeschaltet sind, dann sind diese durch die „Meldungen“ zu den „Terroranschlägen“ beim Marathon in Boston endgültig ausgeräumt.

Es wird auch auf schmerzliche Weise klar, dass die Fließbandjournalisten  gar nicht mehr in der Lage sind,  selbständig zu denken. Sie plappern nur mehr die Schlagwörter und Slogans nach, die ihnen seit Jahren eingetrichtert wurden, sie übernehmen das gewünschte framing, einen völlig deformierten Kontext, der natürlich zur gewünschten Interpretation („radikale Islamisten“ als globale „Ursache“ des irrationalen Terrors)  führt,  ohne wenn und aber und sind somit Erfüllungsgehilfen für brainwashing und Volksverdummung, die Goebbels beeindruckt hätte. Ich glaube mittlerweile auch, dass sie den bullshit, den sie täglich verbreiten, auch noch selbst für „seriösen“ Journalismus halten.

Sie schleusen das gefilterte Bildmaterial durch die Sendungen und liefern dazu 2 minütige Kommentare des Korrespondenten aus „Washington“, die so banal sind, das einem schlecht wird.

tsarnaev brothersZwei junge Männer, die sich nichts zu schulden kommen ließen und ein ganz normales Leben führten, stehen plötzlich als barbarische Bombenattentäter da, die ohne irgendein glaubwürdiges, erkennbares Motiv aus heiterem Himmel Opfer einer beispiellosen „Verbrecherjagd“ werden. Einer wird dabei getötet, der andere wird schwer verletzt verhaftet und  „kann nicht sprechen“. Das trifft sich doch gut – so kann keiner der beiden erzählen, was wirklich passiert ist.

Dass bis dato kein einziger Beweis (nicht einmal ein glaubwürdiges Indiz) für die „mutmaßliche“ Täterschaft vorgelegt wurde, sondern nur eine Behauptung des FBI und jede Menge Spekulationen, spielt in dieser medialen Idiotenfabrik keine Rolle mehr. Dass die beiden jungen Männer von Freunden, Mitstudenten und Familie als sympathische und harmlose Zeitgenossen bezeichnet werden, tut auch nichts zur Sache. Im Gegenteil, da sieht man doch wieder, wie gefährlich diese „Islamisten“ sind, denen man nicht ansieht, wie verrückt sie sind.

Theo Knoll vom ZDF kann sich hier den Orden als Chief-Promoter  stigmatisierender  Stereotypen auf die Brust heften, als er im ZDF-Spezial vom 19.4. folgendes von sich gab (und sich damit als seriöser Journalist disqualifizierte):

„[Die beiden mutmaßlichen Täter] zeigen in ihren Internet profilen starkes, islamistisches Interesse …gleichzeitig heisst es heute von Mitstudenten, sie seien ausgesprochen freundliche und höfliche Menschen …aber das wurde über die Täter vom 11.September ja auch gesagt …“

Mal abgesehen davon, dass Veröffentlichungen im Internet über eine Person kein Beweis für tatsächliche Autorenschaft sind, ist es eine Frechheit von Knoll, zu suggerieren Freundlichkeit und Höflichkeit stünden im Widerspruch zu „islamistischem Interesse“ (was immer dieser nebulose, aber emotional aufgeladene Ausdruck auch konkret heißen soll).

Durch die Erwähnung bzw. suggerierte Analogie mit „9/11“ (die völlig daneben ist) verstärkt er natürlich die emotionale Reaktion und das negative framing zusätzlich: Egal, wieviele Menschen etwas Gutes über die beiden Männer sagen; egal, dass sie in ihrem bisherigen Leben völlig harmlos waren; einer davon reiste in ein Land, in dem „radikale Islamisten“ ihr Unwesen treiben (die von den USA und den Saudis angetrieben werden), hat sich „verdächtige“ Internetseiten angesehen, das reicht für die moralische und rechtliche Vorverurteilung.

Die Unschuldsvermutung, die in einem Rechtsstaat zu gelten hat (un die immer in den Medien angeführt wird, wenn es um Wirtschaftskriminalität geht) , bis das Gegenteil in einem ordentlichen Verfahren bewiesen wurde, hat hier keinen Platz mehr. Die bloße Einordnung in die verhasste Kategorie „Islamist“, noch besser  in Kombination mit „radikal“ reicht, um das kritische Denken auszuschalten.

tamerlan 1Warum sollten zwei junge Männer, die ein gutes Leben hatten (gute Ausbildung, Stipendium, erfolgreiche Sportler, Spaß am Leben, aber natürlich auch mit Problemen, wie alle anderen Menschen auch), die sich nie politisch engagiert haben und in keiner Weise radikale Weltanschauungen hatten,  plötzlich wildfremde Menschen in Boston umbringen wollen? Das ist doch völlig absurd.

Die ganze Geschichte ist völlig unglaubwürdig, nicht nur weil es kein glaubwürdiges Motiv gibt, sondern weil in den Medien eine stark verzerrte Version der Ereignisse in Boston präsentiert wird.

Folgende Punkte – die ein völlig anderes Bild ergeben  – wurden ignoriert bzw. zensuriert oder nicht beachtet:

1  Die Aussage von Alastair Stevenson (Trainer der Universität von Mobile), Teilnehmer des Marathons:

1 bomb sniffing dogs Boston marathon„Es gab einen extrem hohen Sicherheitsaufwand – mehr als ich je bei einem anderern Marathon (und ich war bei den großen Events wie London, Chicago dabei) gesehen habe. Hundestaffeln (Bombensuch-Hunde) am Start und am Ziel,  bewaffnete Beobachter auf den Dächern, Ankündigungen über Lautsprecher an die Teilnehmer „macht euch keine Sorgen, es ist nur eine Zivilschutzübung“.

1 Boston roof observersEr hatte gerade den Lauf beendet, als die Explosionen stattfanden. Seine Frau hatte nur Minuten vorher  im „VIP“ Bereich der Zuschauertribüne gesessen,  wo die erste Bombe hochging. Sie war aufgestanden, um ihren Mann an der Ziellinie zu empfangen, das rettete vielleicht ihr Leben.

1 Coach Ali Stevenson it was a drillStevenson zog folgende  Schlüsse: „Ich glaube nicht, dass es nur eine Übung war. Ich denke, sie hatten vorher einen Hinweis oder eine Drohung erhalten.“

FRAGE: Wenn der Sicherheitsaufwand so enorm hoch war, wie konnten dann unbemerkt die Bomben platziert werden?

2 Die Präsenz der unidentifizierten Männer in „Uniform“

Boston no identityDiese Bilder kursieren im Internt und haben großes Aufsehen erregt: Wer sind diese Männer (und was machen sie am Tatort), die alle gleich angezogen sind: dunkle Jacke, dunkle Baseball-Mütze mit weißem Logo, helle Hosen, Army-boots …dunkle Sonnenbrillen und schwarze Rucksäcke.

Das kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Da liegen Sie richtig. Auch die mutmaßlichen „Täter“, vor allem Tamarlan, der ältere Bruder war (angeblich) so gekleidet: dunkle Baseballmütze mit weißem Logo, dunkle Jacke, dunkler Rucksack, helle, beige-farbene Hose.

1 T suspectWas für ein Zufall: sollte sich jemand an einen verdächtigen Mann erinnern, (oder ein Video auftauchen), der mit einem schwarzen Rucksack hantierte ..usw. dann könnte es einer dieser Männer gewesen sein … oder man behauptet, es sei Tamarlan gewesen … äußerlich sehr schwer zu unterscheiden …das Gesicht sieht man ja nicht …

Die Männer hatten auch Drähte hinter dem Ohr – also ein eigenes Kommunikationssystem, einen nicht markierten SUV mit einer Art  Satellitenschüssel auf dem Dach des Wagens, aber keiner der Sicherheitskräfte scheint sich um sie zu kümmern oder ihre Anwesenheit zu hinterfragen … (wenn sie Teil der angekündigten „Übung“ sind, wäre das auch kein Wunder)

Warum wurde dieses Bild ignoriert und nie in den Medien gezeigt?

Ignored suspect Boston

Das weiße Logo auf den Baseball-Kappen wurde von Insidern als „Totenkopf“ identifiziert und zwar in einer Form, wie er für die Navy SEALS  (Wikipedia beschönigt, diese Leute sind fast immer Kriegsverbrecher) typisch ist:

1 SEALS logo Boston

Viele dieser „Spezialkräfte“ des US-Militärs werden nach ihrem Ausscheiden von privaten „Sicherheitsfirmen“ (als mietbare Privatarmee) engagiert und deren „Berufskleidung“ deckt sich genau mit jener, die diese Herren beim Boston Marathon getragen haben. Das Totenkopf-Logo der SEALS  wird übernommen und mit dem Schriftzug der jeweiligen Firma ergänzt,

In Boston soll es sich um Mitarbeiter der Firma CRAFT International gehandelt haben, deren Gründer ein berüchtigter Scharfschütze war und der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

Das Motto von CRAFT: „Vergiß, was Dir Deine Mama gesagt hat: Gewalt löst doch Probleme..“ (Solche „Firmen“ aus den USA sind kein Problem in unserer Gesellschaft ..aber die bösen Islamisten kennen nur Gewalt … Wie bescheuert ist das? Trotzdem verbreiten die Medien diesen Bockmist ….)

1 violence a problem solver

3 WER IDENTIFIZIERTE DIE VERDÄCHTIGEN UND WODURCH?

Bei einer Pressekonferenz des FBI (Richard DesLauriers) wurden die Bilder der beiden Verdächtigen (Stills von einer Überwachungskamera) mit folgenden Worten präsentiert:

 „Diese Bilder sollten die einzigen, ich wiederhole – die einzigen sein, die die Öffentlichkeit sieht um uns zu unterstützen. Andere Fotos sollten als unglaubwürdig betrachtet werden … sie lenken die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in die falsche Richtung“

1 FBI releases only credible picturesDann betonte er, man werde alles tun, um die Schuldigen zu finden und dann kam ein sehr interessanter Freud’scher Versprecher:

die Opfer und Überlebende verdienen nicht mehr .. verzeihen Sie .. ich meine nicht weniger…

FRAGE: Wie ist man auf die  beiden gekommen? Wodurch wurden sie „verdächtig“?  Dutzende Menschen haben an diesem Tag Rücksäcke getragen und dunkle Jacken und Baseball-Mützen – wer hat die Brüder als „Verdächtige“ identifiziert? (Antworten dazu folgen später)

4  UNTERSCHLAGENER KONTEXT: PATRIOTS DAY

An diesem Tag gedenken die Amerikaner dem Beginn ihrer eigenen „Revolution“ gegen den britischen König, die durch die Schlacht von Lexington und Concord am 19. April 1775  symbolisiert wird.

Dieser patriotische Touch zeigt sich auch an der Tatsache, dass am Marathon Mitglieder des US-Militärs bzw. der Nationalgarde teilnahmen, und damit gefallene Kameraden ehren wollten (siehe Bild unten).

Boston tough-ruck-finish-line425Ein Anschlag an diesem Tag lässt den Schluss zu, dass „Patrioten“ vom rechten Rand der Regierung Obamas eine Botschaft schicken oder die Einwanderungsdebatte anheizen wollten. Zumindest sollte auch in dieser Richtung ermittelt werden. Doch sobald das Stichwort „Islam“ ins Spiel gebracht wird, ist die Sache gelaufen, die Denkpolizei hat wieder zugeschlagen und die Homogenisierung der „Meldungen“ ist garantiert.

5 BILDERRÄTSEL: WAS STIMMT HIER NICHT?

marathon-boston-no shrapnel piercing the flagsWir hören und lesen von grauenhaften Verstümmelungen (abgetrennte Gliedmaßen), also muss die Explosion bzw. die Druckwelle ziemlich stark gewesen sein. Doch was sehen wir hier wirklich?

Die Flaggen, die unmittelbar neben den Bomben aufgebaut sind, sind völlig unbeschädigt. Keine Löcher, keine Risse, keine wurde aus der Halterung geschleudert …. Wie ist das möglich?

Auch die Absperrungen zum Zuschauerraum (leichte Metallgitter) wurden nicht von der Explosion tangiert … warum nicht? Man sieht nach der Detonation wie „Helfer“ und Einsatzkräfte die Absperrungen wegschieben, um zu den Verletzten  zu gelangen.

Man sieht keinerlei Shrapnel (zerfetzte Teile) oder Folgen der Nägel, mit denen die Bomben angeblich gefüllt waren .. Auch die umliegenden Häuser sind nicht stark beschädigt.

Als ich die Fotos zum ersten Mal sah, war mein erster Gedanke: die sehen aber ziemlich gelassen aus (vor allem die „Sicherheitskräfte“ und die wartenden Sanitäter) angesichts einer solchen Katastrophe … man musste schon suchen um wirklich entsetzte Gesichter zu sehen … die einzige vernünftige Erklärung dafür ist das Statement von Coach Stevenson (siehe unter 1): man hatte den Leuten vorher gesagt, es handle sich nur um eine „Übung“ …

6 IS IT ALL REAL?

Diese Frage stellt Prof. James Tracy in seinem Blog und obwohl man zuerst zögert, kann man doch verstehen, dass er die offiziellen Angaben über die Art der Verletzungen und ihre Zahl anzweifelt und feststellt:

  • Die Bomben waren so platziert, dass die Kameras der US-Medien fast direkt darauf gerichtet waren  (gegenüber der Boylston Street).
  • Videoaufnahmen der ersten Explosion nahe der Ziellinie deuten darauf hin, dass es sich um eine zielgerichtete Kraft handelte – die sich nach oben entlud und nicht horizontal ausbreitete, was zu schweren Verletzungen der unteren Gließmaßen geführt hätte, wie sie in den Medienberichten als Aussagen von Ärzten zitiert wurden.
  • Auch die vom FBI gezeigten Metallteile des Druckkochtopfes weisen auf eine kanalisierte Entladung der Bombenkräfte hin, das würde auch erklären, warum es zu keiner großflächigen Verteilung von Bombensplittern kam.
  • Trotz der scheinbar gewaltigen Explosionen sind nur wenige Körper und keine abgetrennten Körperteile am Boden zu beobachten, obwohl viele Leute augenscheinlich verwirrt sind und  Verletzungen aufweisen
  • Das Ereignis erinnert stark eine Zivilschutzübung mit vielen simulierten Verletzten, von denen viele so realistisch wie möglich durchgespielt werden. (siehe die 3 Videos im Linkk oben) Man sieht auf keinem der Bilder abgetrennte Gliedmaßen oder Knochen.
  • Da hier jedoch „Regie geführt wird“, und das Ereignis für die meisten nur aus der Ferne zu sehen ist und die Wahrnehmung durch sorgfältige Kombination von Wörtern, Bildern, offiziellen Statements und Kommentaren geformt wird, erscheint das Ereignis als „real“.

Sehen Sie sich diese Bilder (auf dem o.a. Blog von Tracy) an und bilden Sie sich selbst ein Urteil.

7) DIE AUSSAGEN DER TANTE

„Give me evidence, convince me …. I am suspicious that this was staged“.

Maret TsarnaevaMaret Tsarnaeva sagte (sichtlich empört) in einer Pressekonferenz, dass sie den Verdacht hegt, es handle sich bei der ganzen Sache um eine Inszenierung, in der ihre beiden Neffen als Sündenböcke herhalten müssten. Sie glaubt einfach nicht, dass „ihre Jungs“ so etwas tun würden: wahllos Menschen umzubringen bzw. zu verletzen. Welchen Grund hätten sie auch dafür gehabt?

Die Tatsache, dass Tamerlan verheiratet war (mit Katherine Russell Tsarnaev siehe Foto unten) und eine kleine Tochter hat, wird in den Medien eher unterdrückt, denn das Bild eines sympathischen Familienvaters und Ehemanns passt nicht in den gewünschten Kontext des einsamen, verbitterten „Terroristen“, der sich keiner Gruppe zugehörig fühlt und deshalb die religiöse Gemeinschaft „fanatischer“ Muslime als Ersatz sucht.

Tamerlan with girlfriedDass der Mann schon rein optisch ganz und gar nicht den stereotypen „Islamisten“ abgibt, sondern aussieht wie Millionen andere Amerikaner und ein hervorragender Sportler war (mehrfach ausgezeichneter Boxer), tut auch nichts zur Sache.

Frau Tsarnaeva sagte, der ältere Bruder sei seit etwa zwei Jahren religiös geworden, was man daran erkennen konnte, dass er fünf mal am Tag betete. Doch sie betonte, dass er kein Extremist gewesen sei und dass seine Frau aus einer christlichen Familie stamme, es sei also falsch und irreführend, ihm religiöse Tatmotive zu unterstellen.

Ihre erste Reaktion auf die Medienberichte sei  Wut gewesen: Wie hätten sie (ihre Neffen) so etwas tun können? Wofür? Um was zu erreichen? Welche Überzeugung hätte sie dazu veranlasst?

Dann rief sie das FBI an: Es sei unmöglich, das sie so etwas getan haben. Wo sind die Beweise dafür? Alles was sie uns gezeigt haben, sind die Aufnahmen der Videokamera, die nur zeigen, dass die beiden nacheinander vorbeigehen. Sie wundert sich, dass die beiden nicht gemeinsam gehen (also nebeneinander), weil sie sehr eng verbunden waren.

Frage des Reporters: Aber sind Sie nicht argwöhnisch, dass die beiden diese Tat doch begangen haben?

Antwort Frau Tsarnaeva: (Energisches) Nein! Ich hege den Verdacht, dass man sie hereingelegt hat …dass die Bilder inszeniert wurden.

Reporter: Von wem?

Antwort: Wer davon einen Nutzen hat …wer Leute sucht, denen man die Sache in die Schuhe schieben kann …

Reporter: Sie glauben also, dass dies ein abgekartetes Spiel von anderen Leuten (nicht den US-Behörden)  war?

Anwort: Welche anderen Leute denn?  Wer hat ein Interesse an diesem Fall? Wenn sie Leute in die Luft sprengen und sie wollen die Aufmerksamkeit auf etwas lenken …etwas damit erreichen … rechnen Sie es sich doch selber aus …Warum soll ich das machen?

Ich bin es gewöhnt, unter Druck gesetzt zu werden .. so habe ich gelebt, bevor ich Länder der ehemaligen Sowjetunion verlassen habe …Ich bin eine Tschetschenin …ich muss immer dreimal so gut sein … muss beweisen, dass ich mithalten kann  mit den Kirgisen oder Kazachen, die auf ihrem eigenen Land leben ..

Reporter: Was sagen Sie zu den Behauptungen der Polizei, dass Ihre Neffen die ganze Nacht verfolgt wurden, dass sie einem Fahrzeug gefolgt sind, in dem die beiden saßen, und dass sie Sprengkörper geworfen haben …?

Antwort: Aber das hat niemand zu mir gesagt (vom FBI) …deshalb glaube ich ja, dass es eine abgekartete Sache ist …deshalb sage ich ja: zeigen Sie mir Beweise und dann fragen Sie mich: Was denken Sie? Warum fragen Sie immer „Glauben Sie ..“(dass die Neffen das getan haben)?  Wenn es Beweise dafür gibt, was spielt es dann für eine Rolle, was ich „glaube“?

(Take that, you stupid journos!)

8 Transkript der ersten „Anhörung“ vor Gericht

Dzhokhar TsarnaevWenn die Sache nicht so bitter Ernst wäre, müsste man diese Sache als beispiellose Polit-Satire bezeichnen, oder besser als Surreal-Satire, denn wie wir ja gehört haben, ist der Angeklagte wegen einer Verwundung am Hals nicht in der Lage zu sprechen. In einer zivilisierten Welt müsste man natürlich warten, bis der 19-jährige Dzokhar  wieder gesund ist, damit sichergestellt ist, dass er ohne den Einfluss von Medikamenten und aus freiem Willen seine Aussagen machen kann.

Stattdessen wird ein „Protokoll“ der Anhörung veröffentlicht, dessen Sinn ja darin besteht, dass alle Aussagen wörtlich niedergeschrieben werden und somit transparent wird, was tatsächlich gesagt wurde (und was nicht).

 1 Transcript first hearing

Schon auf der ersten Seite wird die Absurdität der Situation klar: Auf die Frage des Arztes Dr. Odom Sind Sie in der Lage einige Fragen zu beantworten? kann der schwerverletzte Beklagte natürlich nichts sagen.

Was lesen wir also in der „Niederschrift“ immer wieder (auch auf die Frage des Gerichts: Wenn Sie etwas nicht verstehen, was ich sage, unterbrechen Sie mich – ist das klar?)

Der Beklagte nickt zustimmend mit dem Kopf.

Das ist Surrealsatire mit einem kräftischen Schuss Kafka und Orwell.

Ein 19-jähriger bis dato völlig unbescholtener Junge, der einen Albtraum hinter sich hat, dessen Bruder erschossen wurde, der schwer verletzt ist (den Ärzten wurde verboten, sich über die Verletzungen zu äußern) wird  am Krankenbett verhört, obwohl er  offensichtlich in einer psychischen Ausnahmesituation ist und nicht sprechen kann.

Seine Stellungnahmen werden daher auf „Kopfnicken“ bzw. „Kopfschütteln“ reduziert, was natürlich voraussetzt, dass nur Entscheidungsfragen gestellt werden. Eine semantische Farce der besonderen Art.

Dass der  beigestellte Strafverteidiger  unglücklicherweise auch noch „Mr.Fick“ heisst, macht die Sache noch grotesker. Aber es geht weiter: Auf die Frage des Gerichts „Können Sie sich einen Anwalt leisten“? antwortet der Sprechunfähige plötzlich „Nein“. Es heißt dann weiter:

Das Gericht: Schreiben Sie ins Protokoll, dass ich glaube, der Beklagte hat „Nein“ gesagt.

Dann folgt eine intensive Belehrung über die Folgen falscher Angaben beim Ausfüllen des Formulars für Rechtshilfe (makaber für einen 19-jährigen, dem die Todesstrafe droht). Das „Gericht“ sagt, man würde jetzt normalerweise über die Festsetzung einer allfälligen Kaution sprechen, worauf der „Verteidiger“ sofort erklärt, er sei mit „freiwilliger Haft“ ohne Präjudiz einverstanden.

3 first hearing lucid access cs off record

Das „Gericht“ befindet dann noch, dass der Beklagte  „bei klarem Verstand“ und „wach“ sei, und dass er wisse, um „welche Art von Verfahren“ es sich hier handle. Dann wird er  formal aus dem Gewahrsam der „anwesenden Agenten“ entlassen und den US Marshals übergeben.

Auf die Frage, wie es denn mit dem Zugang zum Verteidiger aussehe, sagt der Staatsanwalt: Euer Ehren, die Regierung hat keine Einwände, dass der Beklagte seinen Anwalt sehen kann, in Absprache mit den Marshals … und mit den Besuchszeiten des Krankenhauses.

Das Gericht: .. Ms.Conrad: Richtig, Wir können uns ja „off-the-record“ über diese Dinge unterhalten …

Mr.Chakravarty: Es gibt also keinen neuen Gerichtstermin?

Gericht: Feststellung des hinreichenden Tatverdachts (probable cause hearing)? – off the record.

Vertrauliches Gespräch zwischen Richter und „Verteidiger“. Dann wird ein Termin für den 30.Mai um 10 Uhr vereinbart.

Es lebe der amerikanische „Rechtsstaat“ …

9) VIDEO CNN: NACKTER MANN IN HANDSCHELLEN VERHAFTET

Dieses Video schlug hohe Wellen im Internet, weil der nackte Mann, der verhaftet und in ein Polizeiauto gesetzt wird, später als Tamarlan identifiziert wurde.  Zunächst dachte ich nur, das könnte ja irgendwer sein. Man sieht ja das Gesicht nicht (die Statur könnte passen).

Dann fand ich das längere Video von CNN:

In der längeren Fassung erzählt ein Zeuge vor der Kamera, dass er gehört habe wie die Polizisten geschrien hätten „Get out of the car!“, was der Verdächtige dann ja auch getan hätte. „Er war völlig nackt, sie befahlen ihm, alles auszuziehen, auch die Unterhose .. dann kam das FBI .. ich sah helle Blitzlichter ..es sah aus, als würden sie ihn fotografieren.

Nach diesem (dritten) Video erscheint es mir sehr wahrscheinlich, dass der nackte Mann  tatsächlich Tamerlan war:

Der freie Journalist Dan Dicks („Press for Truth“)  hat ein Interview mit der Tante vereinbart – per Telefon. Doch sie hat Angst … beginnt zu weinen und sagt zu ihm: Kommen sie um mich zu töten? Sie sagen mir, ich soll nicht mit den Medien sprechen …“

Dan versucht sie zu beruhigen. Er erklärt, dass er nicht zur Mainstream-Presse gehört und sie alles sagen könne, was sie für wichtig erachte. Als er vor ihrer Tür steht, macht sie nicht auf. Über die Sprechanlage sagt sie: Woher weiß ich, dass Sie nicht gekommen sind um mich zu töten?

Dann sagt sie: „Ich sah ein Video meines ältesten Neffen Tamerlan, nackt, wie er in dieses Polizeiauto geschoben wird ..ich sage Ihnen, das war er …100%ig .. ich kenne ihn .. ich identifiziere ihn für Sie … das ist er gewesen … ich kenne doch mein Fleisch und Blut …

Die Medien sagen, er sei bei einem Schusswechsel getötet worden und dass sein jüngerer Bruder ein Auto gestohlen hätte und ihn damit überfahren hat aber das kann nicht sein ..ich habe ihn gesehen … das ist er gewesen..

Die ganze Welt glaubt, dass meine Neffen das getan haben .. weil die Medien es so sagen ..“

Dan versucht noch einmal, sie zu überreden, die Tür zu öffnen, damit er mit ihr direkt sprechen kann, von Angesicht zu Angesicht. Sie sagt: ich weiß ja nicht, wie Sie aussehen. Er sagt, sehen Sie auf unserer Website nach … sie tut es .. Sehen Sie, ich bin es wirklich, sagt Dan. Doch sie unterbricht ihn … mein Computer ist abgestürzt .. ich habe einen Virus … sie beginnt wieder zu weinen.

(Dan): Sie sagte zu mir … sie werden mir nicht glauben .. sie wurden hereingelegt .. es ergibt keinen Sinn … es passt alles nicht zusammen.

„Das FBI ist ja berüchtigt dafür, dass es in solchen Ereignissen immer die Finger mit drin hat … das ist ja kein Geheimnis mehr … seit den Bomben von 1993 (WTC) ..das FBI steckte da ganz tief mit drin (gefälschte Beweismittel wie die Sprengstoff-Analyse) und jetzt hören wir, dass einer der Verdächtigen tot ist und der andere in den Hals geschossen wurde .. (Mehr zum FBI im nächsten Beitrag)

Wenn Du ein Paar Sündenböcke brauchst kommt es sehr gelegen, dass keiner von ihnen ihre Version der Ereignisse schildern kann. Ich möchte euch nur wissen lassen, dass es hier eine große Verstrickung des FBI gibt … wir können das, was die Mainstream Medien sagen, nicht als glaubhaft akzeptieren .. es gibt so viele unzutreffende Berichte .. Ungereimtheiten … diese Typen, die vor, während und nach den Bombenexplosionen da waren .. all diese Fragen werden nicht beantwortet …(nicht einmal gestellt) ..

Wir werden weiterhin versuchen, dieser Sache auf den Grund zu gehen .. wünscht mir Glück, betet für mich … das war wirklich eine stressige Sache …“

(Es folgt Teil 2:  Can You Believe it? Die Rolle des FBI  ….)

Ivory Coast (3): Die Wahlen 2010

FNDie reguläre Amtszeit von Präsident Gbagbo endete 2005, doch wegen der noch immer nicht durchgeführten Entwaffnung der Rebellen und anhaltender  Spannungen war die Abhaltung von Wahlen kaum möglich. Der UN-Sicherheitsrat verlängerte daher seine Präsidentschaft um ein weiteres Jahr, entsprechend einer Inititative der Afrikanischen Union. Die Prozedur wurde 2006 wiederholt, jedoch sah die UN-Resolution 1721 eine erhebliche Machtverschiebung zugunsten des Premierministers vor (damals Charles Konan Banny: wie vor ihm Ouattara, Gouverneur der BCEAO, also ein Vertreter des Finanzkapitalismus)  der u.a. die Kontrolle über die Sicherheitskräfte erhalten sollte. Gbagbo äußerte dazu öffentlich, dass er jene Elemente, die verfassungswidrig seien, nicht übernehmen werde, was ja seine Pflicht als Präsident ist. (Allem Anschein nach wurde der „Entwurf“ der Resolution von Frankreich verfasst – was für ein Zufall …)

So wird dem Premierminister die Macht erteilt „durch entsprechende Verfügungen alle notwendigen Entscheidungen in allen Angelegenheiten im Ministerrat oder im Regierungsrat zu treffen“ („must be empowered to take all necessary decisions, in all matters, within the Council of Ministers or the Council of Government, by ordinances or decree-laws“). Das klingt eigentlich nicht nach demokratischer Gewaltenteilung und wer bestimmt, was „notwendig“ ist?

Die Vorbereitung der Wahlen (vor allem Identifizierung und Registrierung der Wahlberechtigten) fällt ebenfalls in seine Verantwortung. Am 4. März 2007 wurde eine Friedensvereinbarung mit den FN unterzeichnet, in deren Folge Guillaume Soro der neue Premierminister wurde:

Das Ouagadougou Abkommen

Campwar maßgeblich unter Mitwirkung von Blaise Compaoré zustandegekommen, dem Präsidenten von Burkina Faso und (damaligem) Vorsitzenden der ECOWAS (ein korrupter Vasall Frankreichs, dessen eigene Wiederwahl 2010 mit „80% der Stimmen“ äußerst dubios war: der Mann ist seit fast 30 Jahren Präsident von Burkina Faso, darüber regt sich aber die „Staatengemeinschaft“ nicht auf, sondern genau das qualifiziert ihn wohl als „Vermittler“). Die wesentlichen Punkte darin sind:

  • die Identifizierung und Registrierung der Wahlberechtigten und die Schaffung „optimaler Bedingungen“ für die Abhaltung von Wahlen
  • die Neu-Organisation der Sicherheitskräfte unter Leitung eines „Integrierten Kommandozentrums“ (ICC)
  • Entwaffnung beider „Kriegsparteien“ unter Aufsicht der „unparteiischen (!) Kräfte“ (UNOCI und LICORNE)
  • Annex IV: Schaffung einer neuen Nationalen Armee innerhalb von vier Wochen nach Unterzeichnung (22.Dez.2008)
  • Vollständige Demobilisierung der ehemaligen FN-Kämpfer spätestens zwei Monate vor den Präsidentenwahlen

 (Wie bereits im letzten Beitrag angemerkt, sind die Bedingungen im Bezug auf die „Neuorganisation der Sicherheitskräfte“ ein ungeheurer Affront: Männer, die jahrelang subversiv und mit Gewalt gegen den Staat gekämpft haben, erhalten Ministerämter und 4000 der Rebellen sollen in die Organe der inneren und äußeren Sicherheit werden. Das ist kein „Friedensabkommen“ sondern ein Instrument für Provokation und Zerwürfnis zwischen dem loyalen Militär und dem Präsidenten)

Am 16. April 2007 wurde die Pufferzone zwischen Norden und Süden offiziell aufgelöst, (doch wenn man genau hinsieht, blieb die UN immer noch dort und bewachte ab sofort mit weniger Personal eine „Grüne Linie“). Als Bedingung für dieses Ende des UN-Mandats musste sich die Regierung dazu verpflichten, das Wahlergebnis vom UN-Sonderbeauftragten „zertifizieren“ zu lassen – ein äußerst wichtiger Schachzug, wie wir später noch sehen werden.

Der Präsident erklärte, der Bürgerkrieg sei beendet. Im Norden (Bouaké) wurden im Juni wieder staatlich beaufsichtigte Verwaltungsorgane eingesetzt. Alles schien sich langsam wieder zu normalisieren, für Juli war eine Zeremonie zur Einleitung der Demilitarisierung geplant („Friedensfackel“) in Anwesenheit der Präsidenten von Südafrika, Ghana und Burkina Faso.

Doch dann passierte ein seltsames Ereignis: (nach meiner Ansicht um den Friedensprozess zu torpedieren, vor allem die Cooperation zwischen Gbagbo und Soro, die vorher „Feinde“ gewesen waren;)

ANSCHLAG  AUF  DEN  PREMIERMINISTER

soro plane attackedAm 29. Juni 2007 wurde das Flugzeug des Premierministers Guillaume Soro während der Landung in Bouaké von „einer Rakete getroffen“, seltsamerweise in seiner „Hochburg“ – also einer Region, wo er die meisten Anhänger hatte. Der Minister blieb unverletzt, es gab aber vier Tote (Auf die seltsamen Umstände werde ich in einem eigenen Beitrag noch näher eingehen).

Nach vier Jahren, vielen Hürden und mehreren Verschiebungen war es dann endlich soweit, die Präsidentenwahlen wurden abgehalten.

DIE WAHLEN 2010

Diese Wahlen im Oktober / November 2010 fanden aber in einem ganz speziellen, politischen Umfeld statt, das alles andere als normal war. Die im Friedensabkommen geforderte, vollständige Entwaffnung der Rebellen im Norden hatte jedenfalls auch 2010 noch nicht stattgefunden. Die „Registrierung“ der Wähler dürfte auch nicht einfach gewesen sein, in einem Land, in dem hunderttausende keine Geburtsurkunde haben und Millionen „Zugewanderte“ (vor allem aus Burkina Faso) leben und arbeiten.

Die Wahlkommission CEI war für die Organisation der Wahlen verantwortlich und  ist nach der Verfassung verpflichtet, innerhalb von drei Tagen nach Schließen der Wahllokale das Ergebnis zu veröffentlichen, doch das letzte Wort hat der Oberste Gerichtshof (Constitutional Council – (CC) oder Verfassungsrat), der das Wahlergebnis bestätigen muss.

Im Süden lag das Wahlergebnis klar auf der Hand: Gbagbo hatte eine Mehrheit errungen. Doch im Norden gab es kriminelle Vorgänge, die mehr an die Mafia erinnern, als an demokratische Wahlen:  Nötigung, Entführung, physische Gewalt, künstliche Stimmenvermehrung für Ouattara, „Verschwinden“ von Gbagbo Wählern, usw. (In der ersten Runde hatte Gbagbo 38% der Stimmen erhalten, Ouattara 32%, ein dritter Kandidat 25%, der damit ausschied)

Die 3-tägige Frist wurde vom CEI nicht eingehalten, weil sich die Kommission über das Ergebnis nicht einigen konnte, also wurden die Wahlunterlagen dem Obersten Gerichtshof (CC) übergeben. Dieser erklärte nach Prüfung der Dokumente, unter Hinweis auf die besorgniserregenden Vorfälle im Norden“, am 28. November 2010 Gbagbo zum Sieger. Offizielles Wahlergebnis war demnach:

wiki election results CC & IEC

Trotzdem verlautbarte ein Mitglied des CEI, Youssouf Bakayoko – von einem Hotelzimmer aus und nur  im Beisein ausländischer Journalisten – eine Stimmenmehrheit von Ouattara (die anderen Kommissionsmitglieder waren nicht anwesend), die dann sofort vom UN-Sonderbeobachter Youn-Jin Choi „zertifiziert“ wurde.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes wurde einfach ignoriert, doch Präsident Gbagbo wollte nicht kampflos das Feld räumen. Er verlangte eine Neuauszählung der Stimmen von einem unabhängigen, internationalen Gremium.

Doch weder die UN, noch Ouattara oder die „westliche Staatengemeinschaft“ haben diese Forderung akzeptiert, stattdessen wurde eine Medienkampagne inszeniert, bei der Gbagbo einfach als schlechter Verlierer präsentiert wurde, der seine Macht nicht abgeben wollte und deshalb mit Gewalt entfernt werden musste (selbstverständlich im Dienste der „Demokratie“, was sonst?)

Weil hier der „falsche“ Kandidat gewonnen hatte, kam es sofort zu heftigen Protesten westlicher Regierungen und die Heuchlerbande bestand darauf, dass Ouattara der Wahlsieger sei. Die Papageienjournaille übernahm diese Perspektive und so taucht bis heute in fast allen Medien der Satz auf, „Gbagbao weigerte sich, das Wahlergebnis anzuerkennen“ – obwohl es genau umgekehrt war: Frankreich und seine Komplizen wollten Ouattara an die Macht bringen, dabei war jedes Mittel recht und die Fließbandmedien fungierten dabei als Echo und Verstärker.

ban1moussaDie Rolle der UN bei dieser ominösen Geschichte ist äußert fragwürdig, denn entgegen den Friedensvereinbarungen wurde der Norden nicht entmilitarisiert  und die „Wahlbeobachtung“ dürfte sehr einseitig gewesen sein.

Dass die UN  immer mehr zum Instrument des Imperialismus verkommt, ist ja (spätestens seit dem Irak-Krieg) auch kein Geheimnis mehr. Die Wahlbeobachter der EU wurden im Süden installiert, sodass man mit gutem Gewissen verkünden konnte, es habe sich um „faire“ Wahlen gehandelt.

ivory-coast-un-choiYoun-Jin Choi, der „SRSG“ für Ban-Ki-Moon war die Schlüsselfigur in einem Wahlbetrug, der Ouattara in den Augen der Weltöffentlichkeit  als „demokratisch gewählten“ Präsidenten installieren sollte. Die Zahlen haben andere gefälscht, aber er war das moralische Feigenblatt für die Verbrechen im Hintergrund.

Gibt es glaubhafte Beobachter außerhalb des Landes, die darauf bestehen, dass Gbagbo und nicht Ouattara die Wahlen gewonnen hat?

1 Mohamed AREF (AU)

1 M Aref election observer AUEin Wahlbeobachter der Afrikanischen Union, der  Jurist Mohamed Aref  konnte  enorme Wahlmanipulationenbezeugen. Für ihn sind die Zahlen, die Choi „zertifiziert“ hat, schlicht und einfach „complètement“ gefälscht:

Die ganze, schäbige Inszenierung sei eine Methode, die Re-Kolonialisierung der Elfenbeinküste zu vertuschen, um die Agenten des Imperialismus an die Macht zu bringen und damit die Ressourcen des Landes von den TNCs geplündert werden können. Frankreich und les droits de l’homme? Kann man in Afrika vergessen …

2  James IMHOFE

1 Senator ImhofeDer US-Senator James Imhofe, Mitglied im außenpolitischen Senatsausschuss und Afrika-Experte (er kennt auch das Ehepaar Gbagbo persönlich), hat versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen, doch man hat ihn weitgehend ignoriert und stattdessen mit Schmutz beworfen (auch weil er zu den „Evangelikalen“ gehört).

Er schrieb einen Brief an Hilary Clinton und führte dabei u.a. an: Es gäbe Beweise für massiven Wahlbetrug im Norden, so habe  Gbagbo in einer Region im ersten Wahlgang mehrere tausend Stimmen erhalten, aber im zweiten gar keine mehr, während die Stimmen für Quattara auf wundersame Weise vermehrt wurden: aus 149.000 gezählten Stimmen wurden im „Endergebnis“ plötzlich fast  245.000 Stimmen, usw.

Auch der Vorwurf, Gbagbo hätte sich gegen eine friedliche Lösung des Konflikts gewehrt, sei falsch: Der Außenminister von Cap Verde, Jose Brito wurde als Vertreter der afrikanischen Union entsandt, um als Mediator zu fungieren,  Gbagbo akzeptierte, Ouattara weigerte sich.

Senator Imhofe sagte in einem Interview:

„Ich weiß, dass die Franzosen schon immer einen großen Einfluss auf die Regierung der Elfenbeinküste hatten, […] bis Präsident Gbagbo an die Macht kam, und natürlich haben sie seither ständig gegen ihn gekämpft und Ouattara ändert daran gar nichts; auch er ist von den Franzosen ausgesucht worden, und ganz offen gesagt: sie haben die Wahlen manipuliert.“ [wofür es schriftliche Beweise gibt]

Die Franzosen [französische Truppen] sind ins Land gekommen und ich weiß nicht, wie viele tausend Menschen dann umgebracht wurden, weil es keine offiziellen Angaben über die Opfer gibt. Sie haben alleine in Doekoué mehr als tausend Menschen umgebracht- das ist eine Stadt im Westen – und die waren Anhänger von Gbagbo. Sie streiten es ab, aber Gbagbo hatte keine Truppen dort, also kann es nur die andere Seite gewesen sein. Das ist eine Terrorherrschaft, die Ouattara zu verantworten hat und die Franzosen unterstützen das Ganze.“

Wahlmathematik der besonderen Art: (nur ein Beispiel)

PV-election results-Bandama

  • Statt der registrierten 374,196 ergeben sich aber nur  373,834 (wenn man die Zeilen in Spalte 1 addiert)
  • Reguläre Stimmen lt. CEI 292,702  tatsächlich sind es aber nur  178,555, ein Unterschied von 114,147
  • Gültige Stimmen (Zeile 2): nicht registrierte + reguläre – ungültige) in Bouaké: 48.301 + 2.761 -2.662 = 48.400 Doch auf dem “Dokument” werden 159.588 als gültige Stimmen angegeben, das sind  108.617 Stimmen zuviel.
  • ·Gbagbo: 22.845 Stimmen, Ouattara: 42.070 Stimmen = 64.915 Stimmen – woher kommen dann die 159.588 der CEI und wieso ist die Zahl höher als die gültigen Stimmen (48.400)?
  • Bandama: wenn man die Wahlergebnisse der fünf Wahlbezirke addiert, kommt man auf 149.598 Stimmen. Doch das Dokument zeigt 244.471 Stimmen für Ouattara: 94.873 Stimmen zu viel

3 Thabo MBEKI (der selbst seit 2005 als Mediator in den Friedensprozess eingebunden war)

Ein weiterer Zeuge zur Entlastung Gbagbos  und Kenner der Situation in Afrika bzw. der Elfenbeinküste ist der südafrikanische Präsident Mbeki, der über die „umstrittenen Wahlen 2010“ sowie die Hintergründe der ganzen Inszenierung  folgendes zu sagen hat:

1 What the world got wrong Mbeki

„Vereinbarungen über die notwendigen Voraussetzungen für freie und faire Wahlen wurden mutwillig ignoriert. Der ICC ist die einzige Institution, die nach der Verfassung dazu berechtigt ist, den Wahlsieger festzulegen und den Präsident in sein Amt einzusetzen. Die Wahlkommission (IEC) hat hingegen [nur] das Mandat das vorläufige Ergebnis an den ICC weiterzuleiten.

Doch dieselben Leute, die auf die Unantastbarkeit der Rechtsordnung als Grundlage für demokratische Verhältnisse pochen, haben das vorläufige Wahlergebnis, das vom Vorsitzenden des IEC auf eigene Faust bekanntgegeben wurde, rechtswidrig als das authentische Endergebnis der Präsidentenwahlen anerkannt.

Entsprechend den Gesetzen hat Gbagbo die Fairness der Wahlen in einigen Teilen des Landes angefochten, besonders im Norden. Der ICC akzeptierte die Mehrzahl der eingebrachten Beanstandungen, stellte selbst weitere „Unregelmäßigkeiten“ fest und annullierte daher die Stimmen in einigen Distrikten, woraus sich ein Sieg Gbagbos ergab. Der Vorsitzende der IEC hat diese Verstöße aber nicht berücksichtigt und bestand darauf, dass Ouattara gewonnen hatte.

Der UN Sondergesandte Young-jin Choi, legte ebenso Ouattara als Wahlsieger fest, jedoch auf der Basis einer geringerer Stimmenanzahl, als jene die der IEC verlautbart hatte, weil er einige der Beschwerden von Gbagbo als legitim ansah. Es gab also drei verschiedene „Wahlergebnisse“: eines von der IEC, eines von der UN und das von der ICC (entspricht dem Obersten Gerichtshof).

Gbago schlug vor, zur Lösung der Kontroverse eine internationale Kommission zu etablieren, die die Wahlergebnisse überprüfen sollte mit der Vorbedingung, dass beide Politiker dieses Ergebnis akzeptieren müssen. Dieser Vorschlag wurde von der „internationalen Gemeinschaft“ abgelehnt – obwohl er den Streit ohne Gewalteskalation  hätte beendet werden können und trotz der Tatsache, dass einige Wahlbeobachter ebenfalls die Fairness der Wahlen in Frage gestellt hatten, besonders im Norden des Landes [also wo die bewaffneten Rebellen herkommen].

So haben folgende Wahlbeobachter, die im Norden stationiert waren, die Alarmglocken geläutet:  für die

  • Afrikanische Union (AU): Joseph Kokou Kofigoh, ehemaliger Premierminister von Togo
  • Societé Chile Africaine pour la Democratie et l’assistance Electoral: geleitet von Seynabou Indiequene aus Senegal
  • Coordination of African Election Experts (CAEE): geleitet von Jean-Marie Ongjibangte aus Cameroon

So meldete z.B. die CAEE: „ Nachdem Austausch von Informationen mit anderen nationalen und internationalen Wahlbeobachtern, stellen wir hiermit fest, dass in der zweiten Runde der Präsidentenwahlen in Cote d’Ivoire große Probleme in mehreren Regionen des Nordens auftraten … dazu gehörten:

Das Stehlen von Wahlurnen, Festnahme von Repräsentanten der Kandidaten, mehrfache Stimmenabgabe, die Weigerung, internationale Wahlbeobachter bei der Stimmenauszählung zuzulassen  und die Ermordnung von Vertrauenspersonen der Kandidaten. Demgemäß erklären wir hiermit, dass die zweite Runde der Wahlen in diesen nördlichen Bezirken weder frei, fair noch transparent waren.“

Bis zum heutigen Tag hat die ECOWAS Wahlbeobachter Mission keinen Bericht über den zweiten Wahlgang abgeben, warum nicht?

(Seite 55:) Die unabhängige, internationale Kommission, die Laurent Gbagbo gefordert hat, hätte ein für alle Mal klären können, was wirklich passiert ist. Vielleicht wird die Zukunft zeigen, warum das nicht geschah!

Darüberhinaus hat der UN Sonderbeauftragte eigenmächtig sein Mandat erweitert, in dem er selbst erklärte, wer die Präsidentenwahlen gewonnen hatte, im Widerspruch zu seinen (durch den UN Sicherheitsrat) klar definierten Aufgaben.

Damit hat sich die UN als parteiisch positioniert und  nicht als neutraler Friedensstifter, wie die UNOCI offiziell gesehen wird. Seit diesem Zeitpunkt hatte UNOCI keine andere Wahl mehr, als sich aktiv für die Amtsübernahme durch Ouattara und damit für die Entfernung Gbagbos einzusetzen. Dies wurde schließlich durch den unverhohlene Einsatz ihrer militärischen Kapazität  zum Ausdruck gebracht, der den Weg für den Sieg der FN gegenüber den Gbagbo Truppen geöffnet hat – und das unter dem schamlosen Vorwand, Zivilisten zu beschützen.

massacre-duekoue_femmes_enfantsObwohl das Mandat der „Friedenssicherung“  die UNOCI dazu verpflichtete, die Kriegsparteien von einander fernzuhalten, tat sie nichts um den Vorstoß der FN nach Süden zu verhindern, das Vorrücken nach Abidjan miteingeschlossen. Noch haben UNOCI oder die Franzosen (Operation Licorne), gehandelt, um die Zivilisten in der Region von Duekoué zu beschützen, wo offensichtlich das größte Massaker [durch Ouattara Milizen] stattgefunden hat. Das erinnert an das enorme Versagen der UN, Massenmord und Folter an Zivilisten im Kongo zu beenden.

Zusammenfassung der unbestreitbaren Schlussfolgerungen:

  • Die vereinbarten Voraussetzungen für das Abhalten demokratischer Wahlen waren nicht gegeben
  • Obwohl es massive Anschuldigungen für Wahlbetrug gab, hat sich die „Staatengemeinschaft“ geweigert, den ganzen Prozess zu untersuchen
  • Die UN hat ihre Neutralität verraten und sich als parteiischer Kriegsteilnehmer geoutet
  • Frankreich hat seine priviligierte Stellung im Sicherheitsrat (Vetorecht) dazu mißbraucht, die Zukunft der ehemaligen Kolonie nach eigenem Gutdünken zu gestalten, wobei die erheblichen ökonomischen Interessen eine maßgebliche Rolle spielen

„Ohne Africa hat Frankreich keine Zukunft im 21. Jahrhundert“

(Francois Mitterand)

Bedeutet „Demokratie“ auch ein Recht, gehört zu werden?

Douoguih legal adv prez

Der Rechtsberater von Präsident Gbagbo durfte im März 2011 (nur) auf Al Jazeera zu Wort kommen, wo er folgendes bekräftigte:

  • Der wahre Grund für die mediale Hetzkampagne gegen Gbagbo ist „seine Vision für eine echte Emanzipation der IC“ und die Befürchtung, dass andere ehemalige Kolonien seinem Beispiel folgen könnten [vor allem jene die über wertvolle Bodenschätze verfügen, auf den westliche Konzerne und Regierungen ein besitzergreifendes Auge geworfen haben]
  • Die UN-Truppen sind nicht bloß „Beobachter“, sie kämpfen zugunsten der Rebellen.
  • Warum ist der Entscheid des CC (entspricht dem Obersten Gerichtshof) für den Westen nicht akzeptabel? Er entspricht der ivorianischen Verfassung und sollte von ausländischen Politikern akzeptiert werden [bei G Bush war das kein Problem]
  • Bilder von „sieben toten Frauen“ wurden in den Medien verbreitet, die zeigen sollen, wie brutal die Regierung Gbagbo gegen Demonstranten vorgeht (same procedure as in Syria, etc.) um das militärische Eingreifen von außen zu legitimieren; das Problem: die Frauen sind nicht tot, es handelte sich um eine PR-Inszenierung* für die Medien
  • Als ebenso falsch haben sich Vorwürfe herausgestellt, wonach Weißrussland das UN Waffenembargo gebrochen habe, indem Kampfhubschrauber an Gbagbo geliefert wurden [woher haben die Rebellen denn die Waffen?]

1 Le Monde erreur ONU Belarus

  • diese falschen Anschuldigungen wurden von Ban Ki-Moon persönlich vorgetragen, mussten aber nach heftigen Protesten der weißrussischen Regierung zurückgenommen werden. (Alain Roy, der Leiter der französischen „Friedensmission“ räumte einen „Irrtum“ ein – siehe Le Monde Artikel oben) „doch der Schaden war bereits angerichtet“ – man hatte einen Vorwand, noch mehr fremde Truppen ins Land zu schicken.
  • Diese Soldaten sind keine „Friedenssicherer“, sie wollen, dass Ouattara Präsident ist .. weil das der Wille Frankreichs ist ..und auch der USA …
  • „Schauen Sie doch die Macht dieser Leute an: Die USA und Frankreich, sie haben alle großen Zeitungen Europas im Griff .. sie alle stellen sich auf die Seite von Ouattara [indem sie die Behauptungen über Gbagbo einfach als wahr hinnehmen und ihn so weiter dämonisieren]
  • Totale Emanzipation, die Freiheit, eine eigene Handelspolitik zu betreiben, Frankreich akzeptiert das einfach nicht …Ouattara kam mit einem Stipendium nach Ivory Coast …ihm sind die Leute hier egal … und die Leute (aus dem Ausland), die hinter ihm stehen, können dafür machen, was sie wollen in unserem Land“

Zu den „sieben toten Frauen“, die  oben als „PR-Inszenierung“ erwähnt werden und angeblich auf Präsident Gbagbos Konto gehen, finden wir auch folgenden Kommentar zu einer Sendung im französischen Fernsehen:

Forum Video seven women killed

“Die sieben Frauen, die während einer Pro-Ouattara Demonstration von den Gbagbo Milizen getötet wurden“, war eine geschmacklose Inszenierung, verraten durch das schlechte Spiel der Schauspielerin „in gelb“ (Sie können sie im Video nicht übersehen, sie ist eine von den „Toten“, und  durch die Anweisungen an die Schauspielerin in Malinkè (eine lokale Sprache im Norden, ), sich wieder hinzulegen“.

1 the living dead woman

„Warum die Medien bei uns, Itélé an der Spitze, in diesem Konflikt vollkommen ihre Objektivität verlieren und quasi auch noch eine Rebellion auf Kosten einer Verfassung unterstützen“ .. (fragt sich der Zuschauer nicht ohne Grund)

doch die Antwort dürfte klar sein: sie sind weder „unabhängig“, noch „objektiv“ sondern nur Instrumente der Verdummung … die uns jeden Tag in „Nachrichten-Sendungen“ und „Zeitungsberichten“  eine Version der Welt  präsentieren, die mit der Realität sehr wenig zu tun hat. Damit sie die dumme „Herde“ in die gewünschte Richtung treiben können …

Das letzte Wort in dieser Sache für heute: Tribut an den Hegemon …

„Les Français sont tombés dan un piége à double détente. Les Ivoiriens aussi. Dans les deux camps, les Américains se sont servis d’eux comme de marionnettes. Pour semer la désordre et récupérer la mise.“

Ivory Coast (2): La Guerre Moderne

corpAfrica

„We believe no more in Bonaparte’s fighting mereley for the liberties of the seas, than in Great Britain’s fighting for the liberties of mankind.

The object is the same: to draw to themselves the power, the wealth and the resources of other nations.“

Thomas Jefferson

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„Gbagbo hat bei der Präsidentschaftswahl eine Niederlage einstecken müssen, doch er will die Macht dennoch nicht seinem Kontrahenten Alassane Ouattara überlassen, dessen Wahlsieg international anerkannt wird“.

Quelle: Spiegel Online (wiederkäuend die Meldungen von Reuters/dpa/AFP)

„Nach einer verlorenen Wahl hatte Ex-Präsident Laurent Gbagbo sich standhaft geweigert, zurückzutreten – und seinem gewählten Nachfolger Alassane Ouattara den Präsidentenstuhl zu überlassen. Gestern Nachmittag nun wurde Gbagbo in seiner Residenz gefangen genommen. Doch für Ouattara geht nun die Arbeit erst los.“

Quelle: Tagesschau

Man findet hunderte solcher Medienberichte, alle mit der gleichen Behauptung, dass ein aggressiver Wahlverlierer seinen Platz nicht räumen wollte und deshalb schließlich mit militärischer Gewalt „aus seinem Bunker“ geholt werden musste. Die „Staatengemeinschaft“ unterstützt natürlich den „demokratisch gewählten“ Präsidenten Ouattara, usw. Doch diese Darstellung ist falsch und irreführend.

„Respect for truth and for the right of the public to truth is the first duty of the journalist“.

IFJ: Declaration of Principles

Dieser Papageienjournalismus ist nicht nur wegen massiver Verletzung der journalistischen Ethik eine Schande, sondern fungiert auch als Instrument für brutale Machtpolitik  und massive Rechtsverletzungen, die ohne Folgen bleiben, weil diese Medien ihrer Rolle als Fließband für Lügen und Desinformation gehorsam nachkommen (und sich darauf auch noch etwas einbilden).

1gbagboFakt ist, dass Präsident Gbagbo die Wahlen 2010 nicht verloren hat (was wirklich passiert ist, erkläre ich im nächsten Artikel) und daraus ergibt sich logischerweise, dass ausländische Kräfte dafür gesorgt haben, dass der andere Kandidat, Allassane Ouattara an die Macht kommt. Dass die Öffentlichkeit ein „Recht auf Wahrheit“ hat, spielt ja bei unseren „churnalists“ keine Rolle mehr und weil sie alle die gleichen Lügen verbreiten, fällt das ja auch gar nicht weiter auf.

Während Gbagbo in den Medien zunehmend dämonisiert wurde (damit sein Show-Trial vor dem Internationalen Strafgerichtshof gerechtfertigt erscheint), ergibt sich – nach gründlichen Recherchen – ein völlig anderes Bild, das ich hier wiedergeben möchte:

Zunächst zitiere ich dafür aus einem Bericht der UN, der über die Situation zwischen 2001 bis zum Jahr 2004 Auskunft gibt und Gbagbo in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt:  Ein Mann, der nach einem Putschversuch (bei dem sein Innenminister und zahlreiche Angehörige von Polizei und Militär getötet wurden) bereit ist, sich mit den „Rebellen“ an einen Tisch zu setzen und eine Politik der Versöhnung voranzutreiben, ihnen sogar Ministerämter zugesteht, soll ein machtbesessener Autokrat sein?  Das ist völlig unglaubwürdig. Was sagt die UN Mission:

 “Trotz eines versuchten Staatsstreichs im Jänner 2001, der ausländischen Kräften angelastet wurde (aus Burkina Faso) werden Gemeinderatswahlen im März abgehalten. Zum ersten Mal seit 1993 werden alle Parteien zu den Wahlen zugelassen. […]

Präsident Gbagbo verfolgte eine Politik der nationalen Versöhnung und der Dezentralisierung durch die Organisation von Regionalwahlen. Im Oktober findet deshalb ein Forum statt, um die Streitfragen, die das ivorianische Volk polarisiert haben, einer Lösung zuzuführen: Fragen der Nationalität, des Landbesitzes;  die angezweifelte Legitimation der Regierung und der Zustand der Sicherheitskräfte.

Das Forum gipfelt in einem Treffen zwischen Präsident Gbagbo, Mr. Bédié, General Gueï and Allassane Ouattara am 22. Und 23. Jänner 2002, das die Empfehlungen des Forums berücksichtigen und zu einer Versöhnung führen soll. In einer Schlusserklärung einigen sich die vier Politiker, undemokratischen Methoden entgegenzutreten, die Sicherheitskräfte zu reformieren, eine nationale Wahlkommission zu etablieren und eine nationale Institution zu schaffen, die für Fragen des Landbesitzes zuständig ist.”

Präsident Gbagbo stimmt der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit zu und nach weiteren Gesprächen wird diese am 5. August 2002 verlautbart. Alle maßgeblichen Oppositionsparteien sind in dem neuen Kabinett vertreten […] Der lange Streit über die Nationalität von Ouattara wird beendet: ein Gericht zertifiziert seine Staatsangehörigkeit am 26.Juli 2002. “

Es gab also – dank  der echten, demokratischen Gesinnung Gbagbos – durchaus Grund für Optimismus – wenn man davon ausging, dass alle Beteiligten es mit ihrem commitment für Frieden und Stabilität Ernst meinten. Doch im Herbst 2002 zerplatzte die Hoffnung für eines bessere Zukunft:

Am 19. September 2002 wurden fast gleichzeitig mehrere militärische Einrichtungen von bewaffneten Einheiten angegriffen [während der Präsident in Italien war]: in der Hauptstadt Abidjan, in der zweitgrößten Stadt Bouaké und in Korhogo, einer Stadt im Norden.

Ivory_Coast_March_2011_offensive_mapEnde September hatten die bestens organisierten “Rebellen” die Kontrolle über die Nordhälfte des Landes und operierten als “bewaffneter Arm” einer Partei, die sich Patriotische Bewegung von Côte d’Ivoire (MPCI) nannte. Nach zähem Ringen wurde im Oktober 2002 ein Waffenstillstand erreicht, der mithilfe französischer Truppen überwacht werden sollte (Operation Licorne). Bei den politischen Verhandlungen wurden von Gbagbo zahlreiche Zugeständnisse gemacht, doch eine haltbare Vereinbarung wurde von den “Rebellen”  systematisch torpediert. Schließlich wurde 2003 ein Durchbruch (jedenfalls auf dem  Papier) erreicht:

Das Linas-Marcoussis Abkommen (LMA)

Vom 15. Bis 23. Jänner 2003 fanden Gespräche zwischen allen politischen Kräften des Landes statt (inzwischen auf 10 “Parteien” – ein Drittel davon bewaffnet und rabiat – angewachsen.) Das Ergebnis des Runden Tisches war die Unterzeichnung des Linas-Marcoussis Abkommens am 23. Jänner 2003 mit dem Ziel der nationalen Versöhnung durch eine gemeinsame Regierung: dazu soll der Präsident einen Teil seiner Befugnisse an einen Premierminister abgeben, der in Abstimmung mit den Oppositionsparteien ernannt wird und dessen Mandat bis zur nächsten Wahl im Jahr 2005 dauern soll.

Hauptaufgaben der neuen Regierung für eine nationalen Versöhnung:

  • Fahrplan für nationale Wahlen (Sicherstellung transparenter Abläufe)
  • Neustrukturierung des Militärs  und der Sicherheitskräfte
  • Entwaffnung aller militanten Gruppen

Im Anhang der Vereinbarung wurde auch ein Programm zur Lösung jener Probleme vorgestellt, die man als die Wurzeln der Gewaltausbrüche identifiziert hatte:  Die Frage der Staatsbürgerschaft, der zivile Status von Ausländern, klare Regeln für aktives und passives Wahlrecht, die Schaffung einer Menschenrechtskommission, in der Repräsentanten aller Parteien tätig sind, die Frage des Landbesitzes und der Pacht, usw.

Zur Überwachung der Implementation dieser Reformen sollte ein eigenes Kommitee gebildet werden, in dem Mitglieder aus folgenden Institutionen vertreten sind: UN, AU, ECOWAS, EU, IMF, Weltbank, G8, OIF sowie je ein Vertreter des französischen bzw. jener Militärs, die Truppen nach IC entsandt haben. [damit wurde das Land de facto unter politisches Kuratel  des Westens gestellt]

DiarraAm 26. Jänner 2003 fanden in Paris Gespräche zwischen den Staatschefs der betroffenen afrikanischen Staaten statt, in denen das LMA bekräftigt wurde. Während dieses Treffens ernannte Präsident Gbagbo den ehemaligen Premierminister Seydou DIARRA wieder für diesen Ministerposten, womit er zum Chef der neu zu bildenden Regierung wurde.

Am Rande der Beratungsgespräche wurde eine Übereinkunft darüber erzielt, wie die einzelnen Ministerien unter den Parteien aufgeteilt werden, wobei die Schlüsselbereiche Verteidigung und Innenministerium an die Rebellengruppen gehen sollten.”

Die Vereinbarung legte fest, dass die neue ivorianische Regierung den “Rat” von ECOWAS, Frankreich und den UN suchen muss, wenn es um die Garantie der Reformen des Militärs und der Sicherheitskräfte geht. Internationale “Partner” sollen bei der Reintegration aller bewaffneten Elemente  behiflich sein. […]” Auch die Entsendung “ziviler und militärischer Beobachter”, die die Überwachung der Implementierung unterstützen würden, wurde “empfohlen”.

Doch der neue Premierminister konnte nach der Konferenz nicht nach Hause fahren, weil es dort zu massiven Protesten gekommen war, nach dem durchgesickert war, dass das Verteidigungs- und Innenministerium von nun an von den ehemaligen “Rebellen” übernommen werden soll (die man zutreffender als Terroristen bezeichnen könnte). Die Wut der Demonstranten richtete sich in erster Linie gegen französische Einrichtungen, weil offensichtlich war, wer hier die machtpolitischen Fäden zieht.

Anti-AfricomDazu kam noch, dass die Offizierselite der nationalen Armee und der Sicherheitsdienste in einem Schreiben an Präsident Gbagbo ebenso ihre explizite Ablehnung dieser Vorgangsweise zum Ausdruck brachte wie die Führer zweier Oppositionsparteien; ganz zu Schweigen vom amtierenden Innenminister, der das Abkommen für  “null und nichtig” erklärte. Präsident Gbagbo war offenbar auch durch die ambivalente Sprache der “Vereinbarung” verwirrt, denn er sprach nach seiner Rückkehr aus Paris von “Vorschlägen”.

In seiner Rede an die Nation am 7. Februar 2003, bestätigte er Diarra als neuen Premierminister und forderte ihn auf, ein neues Kabinett vorzuschlagen. Gleichzeitig bekräftigte er aber, seine verfassungsmäßigen Rechte ausüben zu wollen und dass er jene Verfügungen des LMA, die mit der Verfassung des Landes nicht im Einklang standen, nicht implementieren werde. Insbesondere jene, die die Berufung des Premierminister als unwiderruflich festlegte und die “vorgeschlagene” Entwaffnung der nationalen Streitkräfte. Der Präsident lehnte nun auch öffentlich jenen Punkt ab, die die Verantwortung für die innere und äußere Sicherheit an die gewalttätigen Rebellen verlangte (also Verteidigungsressort und Innenministerium).”

Hier muss man einmal tief Luft holen und folgendes anmerken: Diese “Übereinkunft” ist eine ungeuerliche Provokation und erinnert mich an das “Abkommen” vom Rambouillet, das man Milosevic vorlegte, wohlwissend, dass er diese Bedingungen unmöglich azeptieren konnte, ohne sein Gesicht zu verlieren, und einen Aufstand in der Bevölkerung auszulösen. 

Die Akzeptanz dieser Bedingungen wäre effektiv ein Verrat an der eigenen Verfassung und der Bevölkerung, die Nichtakzeptanz wird aber von den “Vermittlern” sofort als Beweis dafür ausgelegt, dass man an Frieden und Stabilität gar nicht interessiert sei, sondern nur die eigene Macht zementieren wolle und “Vereinbarungen” nicht einhalte.

Man stelle sich das einmal bei uns vor:

Fighters from the Republican Forces rebels walk at the village of Pekanhouebly on the border of Ivory Coast and LiberiaEine von außen gesteuerte, bewaffnete Mörderbande, die seit Monaten die Hälfte des Landes besetzt hält, die Bevölkerung terrorisiert,  Zivilisten, Polizisten und einen amtierenden Minister getötet hat, soll nicht nur in die neue “Einheitsregierung” aufgenommen werden, sondern deren Anführer sollen für die innere und äußere Sicherheit des Landes zuständig seindas ist eine “Forderung”, die erfüllt werden muss, damit es zu einer “Versöhnung” kommt? Wie irre ist das? Welcher europäische Präsident bzw. Staatschef wurde so etwas akzeptieren? Mit “Terroristen” verhandelt man bei uns nicht, man bringt sie mit Drohnen oder Bomben um, aber …”some terrorists are more equal than others” …

Obwohl Gbagbo alles unternahm, um eine dauerhafte Spaltung des Landes zu verhindern (die leitenden Offiziere willigten schließlich in die Einbeziehung der Rebellen in die neue Regierung ein, wenn die zwei Schlüsselressorts davon ausgenommen seien) wurde er sofort von der RDR Partei (Ouattara) beschuldigt, das Abkommen nicht zu einzuhalten.

Versuche von ECOWAS, die Gespräche wieder aufzunehmen, gipfelten in einem Treffen am 10. Februar 2003 in der Hauptstadt Yamoussoukro, bei dem die Präsidenten von  Ivory Coast, Ghana, Nigeria, der ECOWAS selbst sowie der Vizepräsident von Südafrika anwesend waren. Diarra wurde dort offiziell als Premierminister vorgestellt. Man wollte dort alternative Vorschläge für ein Kabinett erarbeiten, doch die Vertreter der “Rebellengruppen” (immer noch bewaffnet) weigerten sich, daran teilzunehmen. Die Begründung lautete: man habe kein Interesse daran, die die Abmachungen von Paris neu zu diskutieren.

Auch anschließende Bemühungen von Premierminister Diarra, der ausgiebige Beratungsgespräche mit allen Parteien des Landes und regionalen Politikern führte, wurden von Ouattaras Rebellen unterminiert, weil sie darauf beharrten, das Verteidigungs- und das Innenressort zu bekommen. Präsident Gbagbo bestand darauf, dass er das letzte Wort bei der Zusammensetzung der Regierung hat (was ja auch unseren Verfassungen entspricht). Bei einem Treffen mit den Rebellenführern in Bouaké am 3. März 2003 kam es wieder zu keiner Einigung sodass Premierminister Diarra mit seinem Rücktritt drohte, wenn weiterhin alle Versuche seinerseits, eine Regierung zu bilden, boykottiert würden.

So ging das Spiel monatelang weiter, mehr “Friedensgespräche”, aber keine Entwaffnung der Rebellen und die Franzosen schauen zu, wie Zivilisten massakriert werden. Das Leben der verarmten Einheimischen ist ihnen ziemlich egal, kein Wunder, denn viele der “Soldaten” sind Mitglieder der Fremdenlegion, der Marines und anderer “Spezialeinheiten”, die für besonders brutale Einsätze ausgebildet wurden. Außerdem darf man davon ausgehen, dass auch eine gehörige Portion Rassismus im Spiel ist.

Ein weiteres, trauriges und schockierendes Beispiel soll verdeutlichen, wie absurd die Rolle Frankreichs als “moralische Kraft”, als peacekeeper ist: Die BBC meldete 2012 folgendes:

„Vier  französische Soldaten, die Teil des 4.000 Mann starken, militärischen Kontingents zur „Friedenssicherung“ in der Elfenbeinküste waren, haben zugegeben,  dass sie an der Ermordung eines mutmaßlichen  Bandenführers beteiligt waren, aber nur Befehlen gefolgt seien.

1 Mahe Murder AFDie Staatsanwaltschaft hat bei einem Pariser Gericht Strafantrag gegen Colonel Eric Burgaud und drei Mitangeklagte* wegen Mordes gestellt (das Opfer Firmin Mahe wurde mit einem Plastiksack erstickt). Der zuständige Truppenkommandeur, General Henri Poncet wurde entlassen. Er steht nicht unter Anklage und leugnet, Colonel Burgaud den Befehl für den Mord gegeben zu haben.

* (Guy Raugel (48), Johannes Schnier, (35) sowie der Fahrer des Wagens)

firmin-Mahe

Warum wurde das Gesicht des Babys gepixelt? Damiti nicht zuviel Mitleid aufkommt?

Mahe wurde von den Franzosen beschuldigt, ein Vergewaltiger und Mörder zu sein, deshalb wurde er im Mai 2005 in der Nähe der Stadt Bangolo  festgenommen. Während des Transports in einem Militärfahrzeug wurde er dann am 13. Mai 2005 erstickt. Seine Familie betonte immer seine Unschuld  hat und für die Strafverfolgung der ehemaligen „peace-keeper“ gekämpft.“

Die leitende Staatsanwältin Annie Grenier spricht,  laut BBC  von „kaltblütigem Mord“ in einem Land, dessen Zivilbevölkerung diese Soldaten ja gerade beschützen sollten. Seltsam ist aber, dass auf dieser Basis dann nur Haftstrafen von 2-4 Jahren (lt.BBC) beantragt werden.

Wie ging das Verfahren aus? Das wissen natürlich die Presseagenturen zuerst:

henri poncetLaut Reuters wurde Henri Poncet  lediglich “suspendiert” (nicht  entlassen, wie die BBC behauptet?)  Dann der Standardsatz, der tausendfach wiederholt wurde, damit er in die Hirne der Leser eingebrannt wird: “That civil war ended last year when the same French force helped arrest former President Laurent Gbagbo, who had refused to step down after the election of Alassane Ouattara as president.”

Welche Strafen wurden denn nun  für “kaltblütigen Mord” an einem ivorianischen Staatsbürger verhängt, der sich  in einer  „Pufferzone“ (in der die französichen Truppen laut UNSC-Mandat  für Sicherheit sorgen sollten) aufhielt?

  • Burgaud: fünf Jahre auf Bewährung (Befehl für den Mord)
  • Raugel: vier Jahre auf Bewährung (er hat den Mord gestanden)
  • Schnier: ein Jahr auf Bewährung (Beihilfe zu Mord)
  • Der Fahrer wurde freigesprochen, der Truppenkommandant (also der Oberste in der Befehlskette) wurde erst gar nicht angeklagt …
1 Guy Raugel

Guy Raugel

Was soll man dazu sagen?  Ein Mann wird im Rahmen der „Friedenssicherung“ eiskalt ermordet und dafür geht niemand ins Gefängnis? Wenn Firmin Mahe wirklich Verbrechen begangen haben sollte, hätte man ihn anklagen und vor Gericht stellen müssen. Die Medien hinterfragen kein Detail dieser seltsamen Geschichte:

Wer war der Ermordete? Was genau hat sich rund um Bangolo abgespielt? Wo stand der Mann politisch? Warum kommt seine Familie nicht zu Wort oder Personen, die die Situation vor Ort kennen? Alle Informationen kommen aus der gleichen Quelle: die französische Armee bzw. die französische Regierung.  Dass in diesen „Sicherheitszonen“ auch Massaker stattfanden, habe ich ja schon im letzten Beitrag erwähnt, also sind die „Friedenssicherer“ bestenfalls inkompetent, schlimmstenfalls gar nicht daran interessiert, für Sicherheit zu sorgen. Dass dieser Einsatz weder „humanitär“ noch moralisch motiviert ist, lässt sich nur mehr schwer verbergen.

Der letzte Satz des BBC Artikels (s.o.) lautet: „Französische Truppen spielen derzeit eine Schlüsselrolle beim Training der neuen ivorianischen Armee“. Was genau sollen Offiziere, die solche Kriegsverbrechen anordnen, den afrikanischen Armeen eigentlich beibringen?

DEN „FALSCHEN“ ERMORDET

Etwas Licht ins Dunkel bringt der Anwalt der Familie Mahé, der in einem Interview im französischen Fernsehen u.a. folgendes sagte:

„Mahe war ein ganz normaler ivorianischer Bürger, von Beruf Installateur in Abidjan.  Nachdem der Bürgerkrieg 2002 begonnen hatte, ging er zurück in sein Heimatdorf Dah, im Westen des Landes. Dieses Dorf befindet sich in der „zone de confiance“ (Sicherheitszone), die den besetzten Norden vom Süden trennt, wo die Regierungstreuen sind. Majé wurde in die lokale Schutztruppe  (eine Art Bürgerwehr) aufgenommen, die die Franzosen  in den Dörfern eingerichtet haben, um sich gegen die Übergriffe der Rebellen zu wehren. Sein Bruder war für diese Gruppe verantwortlich. Seit 2003 sind die Rebellen in das Dorf gekommen um zu plündern und zu töten.“

 „Er wollte zum Markt, um Fische zu kaufen. Ein lokaler Spitzel hat den französischen Soldaten gesagt, er sei ein Bandit, der die Menschen terrorisiert und ausnimmt. Sie haben daraufhin mit ihrem gepanzerten Fahrzeug umgedreht und Mahi aufgefordert, mitzukommen. Als er sich weigerte und weglaufen wollte, haben sie auf ihn geschossen. Er wurde an den Beinen verletzt, konnte sich aber im Wald verstecken. Schließlich hat ihn eine Patrouille gefunden und mitgenommen. Angeblich sollte er ins Krankenhaus nach Bangolo gebracht werden. Aber während des Transportes haben sie ihn umgebracht (erstickt). Aber davor wurde er auch noch gefoltert. Ich habe Photos, die das beweisen.“

„Als die Franzosen ankamen, waren sie auf der Seite der Regierung. Doch jetzt sind sie auf Seite der Rebellen. Firmin Mahé hatte mit seiner Bürgerwehr ein hartes Leben wegen den Rebellen. Einer von ihnen war der Spitzel für die AF, hat Firmin denunziert . Es handelt sich daher um vorsätzlichen Mord.“

Force-Licorne-Cote-d-Ivoire0Die französischen Soldaten haben behauptet, das Dorfoberhaupt hätten sich geweigert, die Leiche zu übernehmen, deshalb haben sie ihn selbst beerdigt. Auch die Behauptung, dass nach seinem Tod die Überfälle aufgehört hätten, sei unwahr, sagt der Rechtsanwalt. Mahè hinterlässt eine Ehefrau und einen achtjährigen Sohn.

Es gibt einen anderen Mann, der den gleichen Nachnamen hat und wirklich ein Verbrecher ist. Es könnte sich also wirklich um eine Verwechslung gehandelt haben. Sehr tragisch, doch das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die französischen Soldaten das Gesetz in die eigene Hand genommen haben und sich als Polizei, Ankläger, Richter und Exekutor aufgespielt haben – wenn die offizielle Version stimmt. Jedenfalls haben sie keinerlei Respekt vor den Rechten der Ivorianer und dazu gehört wohl auch das Recht auf Leben.

Schaut man sich an, was afrikanische Blogger zu der „affaire Mahé“ sagen, kann man nur sagen, dass sie mit ihrer beißenden Kritik Recht haben, denn  die Verteidigung der  Mörder vor Gericht  (ihre eigenen Argumente) lassen einem  noch einmal die Haare zu Berge stehen:

Auf die Frage der Richterin, warum er den indirekten Befehl für den Mord (Kommandant: „es wäre gut, wenn der Gefangene tot ankommen würde …„) nicht verweigert hat, argumentierte der Hauptangeklagte sinngemäß:

„Ja, das hätte ich tun können, aber der Mann war so ein Monster , ich habe eigentlich der Welt einen Gefallen getan, als ich ihn erstickt habe.“

Einen Mord als gute Tat zu präsentieren, die Welt von einem „Übel“ befreit zu haben, das ist Rechtsauffassung der Nazis, wonach die grausamsten Verbrechen als notwendige Taten tapferer Männer präsentiert werden, die eine „höhere“ Moral haben, als ihre Opfer. Und diese Offiziere sollen die ivorianische Armee ausbilden?

Hier noch einmal O-Ton aus Westafrika:

„Tous les Ivoiriens et amis de la Côte d’Ivoire qui subissent les violences rebelles depuis le coup d’Etat du 19 septembre 2002 savent pertinemment que même si le phénomène des coupeurs de route en tant que criminels de droit commun existe, la plupart des crimes de masse commis dans les zones CNO (Centre, Nord Ouest du pays) ou à proximité le sont par les rebelles de OUATTARA soutenus par la FRANCE …

Alle Ivorianer und die Freunde der Côte d’Ivoire, die die Gewalt der Rebellen seit dem Coup am 19.September 2001 ertragen mussten, wissen ganz genau, dass es zwar das Phänomen der Überfälle […] schon gab, aber für einen Großteil der massenhaften Verbrechen, die in den Zonen CNO bzw. in deren Nähe begangen wurden, die Rebellen Ouattaras, die von FRANKREICH unterstützt werden, verantwortlich sind …“

 Fortsetzung folgt: Was bei den Wahlen 2010 wirkklich passiert ist …