SIEMENS: Forbidden Power

(Teil 2 von Siemens & das Monster im Spiegel)

Siemens & forbidden power

Was Schmidt (in der FAZ) natürlich tun muss, um seine billige Hetz-Propaganda gegen Russland zu tarnen, ist den geo-politischen Kontext zu unterschlagen und immer wieder das argumentum ad adversarium (schieb dem Gegner in die Schuhe, was die USA selbst verbrochen hat, um von der eigenen Skrupellosigkeit abzulenken)  zu strapazieren, so auch im Falle der „Annexion“ der Krim: (Hervorhebung von mir)

Die Ein- und Anbindung der besetzten Halbinsel ins russische Herrschaftsgebiet ist eine Priorität Putins

Dass die Krim mit überwältigender Zustimmung der dortigen Bevölkerung  wieder zu „Mütterchen Russland“ zurückkehrte, wo sie zwischen 1783 und 1954 immer war, wird verschwiegen. Die Verwendung des Wortes „Herrschaft“ ist absolut passend im Fall der USA (die ja selbst immer wieder in Strategiepapieren das Wort „dominance“ benutzt, deshalb muss es dazu herhalten, Putin zu diffamieren.

Schmidt vergaß auch zu erwähnen, dass Ende November 2015 der Notstand auf der Krim ausgerufen werden musste, weil die vier Stromleitungen aus der Ukraine sabotiert wurden. Dass Russland daraufhin es als notwendig ansah, die Stromversorgung der Krim außerhalb der Ukraine sicherzustellen, ist völlig logisch und hat nichts anrüchiges. Doch man muss ständig suggerieren, dass die Motive des russischen Präsidenten unmoralisch sind und „gefährlich“ für uns. Das ganze Theater ist natürlich nur ein großes Ablenkungsmanöver von der echten Gefahr: der Selbstherrlichkeit der USA.

SIEMENS – SPIELBALL IM ENERGIE-KRIEG

Die EU hat vor kurzem neue Sanktionen gegen Russland (Energieministerium und Export-Firma TPE in Staatsbesitz) erlassen, weil mindestens zwei Turbinen von Siemens für die Stromversorgung der Krim verwendet worden sein sollen. Die betroffenen Personen werden mit einem Einreiseverbot in die EU belegt, wenn Zugriff möglich, wird ihr Vermögen „eingefroren“. Die betroffenen Unternehmen haben große Probleme, sich auf dem (von den USA kontrollierten) Kapitalmarkt Geld zu beschaffen.

Die Abspaltung der Krim, die Putin angelastet wird, war zwar durch Volksabstimmung auf der Halbinsel klar legitimiert, doch dieser Umstand wird gerne unterschlagen. Seit der Wiedervereinigung mit Russland ist es europäischen Firmen verboten, Geschäfte mit der Krim zu machen.

Laut Siemens sollten die vier Turbinen auf dem russischen Festland eingesetzt werden und zwar auf der Halbinsel Taman, also nur wenige Kilometer von der Krim entfernt. Die Nutzung auf der Krim selbst sei ohne Wissen und Zustimmung des Unternehmens erfolgt und ein Verstoß gegen vertragliche Vereinbarungen. Siemens geht sogar so weit, einen Rückkauf anzubieten und kündigte an, Wartungverträge für russische Kraftwerke zu annulieren und sich aus „joint ventures“ zurückzuziehen.

Gekauft wurden die Turbinen von Technopromexport (TPE), die über ROSTEC dem russischen Staat gehört. Das Unternehmen wurde im Juli von Siemens verklagt, weil die (unterstellte) Nutzung der Turbinen auf der Krim ein Verstoß gegen die Sanktionen sei.

Turbine mystery ReutersFrage: Hat sich irgendjemand davon überzeugt, ob die Siemens-Turbinen wirklich auf der Krim sind? Es sieht nicht so aus. Es gab nur eine  „Story“ in den Medien, die von Reuters lanciert wurde und sich auf anonyme Quellen beruft. Ein wenig aussagekräftiges Foto (s.oben) sollte als „Beweis“ herhalten. Auch wenn die Turbinen wirklich dort sind, ist das kein Grund für die organisierte Aufregung in den Medien.

Wie bereits erwähnt,  mussten die Behörden auf der Krim Ende 2015 den Notstand ausrufen, weil die Stromkabel aus der Ukraine durch Sabotage unbrauchbar wurden. Es kam zu einem totalen „Blackout“. Präsident Putin versprach damals, er werde dafür sorgen, dass die Krim eine sichere Stromversorgung bekomme.

LAW-FARE („RECHTSWIDRIG“ – SAGT WER?)

lawfare RU sanctionsPresse-Berichte sprechen von einer „rechtswidrigen“ Weiterleitung der Turbinen auf die Krim, doch welches „Recht“ wird denn hier angewendet? Worauf stützt sich aber die „Rechtmäßigkeit“ der Strafmaßnahmen, die die EU gegen Russland verhängt hat?

Die damit verbundene moralische Empörung (Vorwürfe gegen Putin) beruht auf zwei Prämissen:

  1. Die EU-Sanktionen sind legitim, weil sie Russland für eine Verletzung des Völkerrechts bestrafen.
  2. Ein Verstoß gegen diese Sanktionen rechtfertigt weitere Straf-Maßnahmen (Anwendung wirtschaftlicher Gewalt).

Doch die „Annexion“ der Krim als Bruch des Völkerrechts hinzustellen, ist nicht Ergebnis eines rechtsstaatlichen Verfahrens, sondern ein Instrument politischer Kriegsführung. Die „Verletzung der territorialen Integrität“ der Ukraine wird als Grundlage angeführt, doch hier wird mit zweierlei Maß gemessen:

Als der Kosovo – mit Mitteln des „schmutzigen Krieges“ – von Serbien abgespalten wurde, wo war denn da die Empörung über die Verletzung der territorialen Einheit und Souveränität? Da war hierzulande kein Pieps zu hören, denn aus geopolitischen Gründen war ja die gewaltsame Zerstörung Jugoslawiens (von der USA, mit Deutschlands perfider Unterstützung) geplant und Kosovo wurde ein Narco-Gangster–Staat mit einer riesigen US-Militärbasis (Camp Bondsteel). Das Leben dort ist wirklich beschissen, aber wen interessiert das, solange das Märchen von der „Befreiung“ der Kosovaren weiter erzählt wird?

Die Bewohner der Krim hingegen waren seit 1783 Teil des russischen Reiches (seit Katharina der Großen) und wurden nur durch eine Laune Chruschtschows (1954) der Ukraine zugesprochen. (Die natürlich damals nur ein „Bundesland“ der Sowjetunion war). Nachdem die Neo-Nazis nach dem Putsch 2014 in der Ukraine wieder ihr Unwesen trieben, und gegen alles Russische gehetzt wurde, war es nur logisch, dass man lieber (wieder) zu Russland als zur Ukraine gehören wollte. Außerdem musste Russland sicherstellen, dass seine Schwarzmeer-Flotte (stationiert in Sewastopol) weiterhin Zugang zum Mittelmeer hat.

Wir sehen also, dass hier „Law-fare“ betrieben wird: das Völkerrecht wird als politische Waffe missbraucht. (Mehr zu den völkerrechtlichen Argumenten betreffend die Krim gibt es hier – daraus ein Zitat:)

Worum es hier aber im machtpolitischen Kontext geht, ist natürlich die Tatsache, dass die „einzige Supermacht“ sich das Recht herausnimmt, im Hintergrund zu bestimmen, welche Rechtsnormen auf welche Länder anzuwenden sind. Oder anders formuliert: Das Völkerrecht wird selektiv angewendet, nicht universell womit der wichtigste Rechtsgrundsatz überhaupt – nämlich die Gleichheit aller (Staaten) vor dem Gesetz – ad absurdum geführt wird.

Die unerträgliche Heuchelei – dass Europas Wirtschaft auf moralischen Grundsätzen beruht – wird hier also Vorwand für wirtschaftliche Gewalt gegen Russland benutzt. Über 150 Einzelpersonen und 40 Unternehmen wurden seit 2014 mit „Sanktionen“ belegt, deren Rechtmäßigkeit bestenfalls zweifelhaft ist.

DER NEUE „KRIM-KRIEG“

Der Witz ist aber, dass die Turbinen in Russland hergestellt wurden und zwar bei der „Siemens Gas Turbine Technologies LLC“ in St.Petersburg. Das Unternehmen ist eine 65%ige Konzerntochter von Siemens. Und seit wann kann ein Lieferant dem Käufer vorschreiben, was er mit der gekauften Ware macht? Wie war das noch mit dem „freien Markt“ und den sakrosankten Eigentumsrechten?

Es handelt sich also eigentlich nicht um „Export“ aus der EU, sondern um ein quasi „russisches“ Geschäft. (Normalerweise gilt das Recht des Staates, in dem sich die Produktions-Niederlassung befindet). Da die Ukraine nicht in der EU ist (und hoffentlich auch nie sein wird!), geht das Brüssel, völkerrechtlich gesehen, gar nichts an. Sich als moralische Instanz aufzuspielen (EU und USA) und damit die „Sanktionen“ zu rechtfertigen, ist einfach nur lächerlich und grotesk. (Durch Handels-Embargos (die oft in Krieg münden) wird auch oft enormes Leid in der Zivilbevölkerung verursacht – siehe Irak, Syrien oder Yemen).

Wie schon erwähnt, zeigt sich hier die Doppelmoral und Verlogenheit der Politik: Es sei der „Energiesicherheit“ der EU geschuldet, sich von russischem Gas weniger abhängig zu machen, doch wenn die Krim-Bewohner auch solche Sicherheit anstreben (im Bezug auf die feindselige Regierung in der Ukraine), ist das plötzlich ein Skandal.

Bei näherer Betrachtung ist das Polit-Theater lächerlich: Ob die SGT5-2000E Gas-Turbinen auf der Krim selbst oder 20km entfernt davon installiert werden, macht doch keinen großen Unterschied. Doch interessant ist, wie der geplante Bau eines Kraftwerks auf Taman im Sande verlief:

Crimea electricity supplyTaman (auch Name der Halbinsel) ist eine kleine, russische Küstenstadt mit etwa 10.000 Einwohnern in der Region Krasnodar. Sie liegt direkt gegenüber der ukrainischen Stadt Kerch und soll als industrieller Hafen ausgebaut weden. Das dort geplante Gas-Kraftwerk wurde aber nie realisiert. Warum? Eine internationale Ausschreibung für das Projekt führte zu keinem Ergebnis, weil keine Angebote eingingen. Es fanden sich offenbar keine Investoren dafür, weil die Befürchtung bestand, dass die Teilnahme an diesem Kraftwerksbau früher oder später auch Sanktionen nach sich ziehen würde. (Weil allen klar war, dass der produzierte Strom in erster Linie für die Krim bestimmt war).

Siemens hat sich also davon nicht einschüchtern lassen? Dazu ist anzumerken, dass der ursprüngliche Liefer-Vertrag wohl abgeschlossen wurde, bevor die Sanktionen gegen TPE in Kraft traten.

Siemens Krim 2 IndustriemagazinZunächst hieß es auch bei Siemens, man habe „keine glaubwürdigen Beweise“ dafür, dass die Turbinen nicht vertragsgemäß eingesetzt werden. Erst im September 2016 sei man zu diesem Schluß gekommen. „Als wir sahen, dass das Kraftwerks-Projekt in Taman gestoppt wurde, stellten wir alle Lieferungen ein“.  Doch die Turbinen waren bereits produziert worden  und Russland derart vor den Kopf zu stoßen, lag nicht im Interesse des Konzerns.

Siemens operiert seit 1852  in Russland (Aufbau eines Telegraphennetzes, Ausbau des Schienenverkehrs, inkl. U-Bahn und Hochgeschwindigkeitszügen, Medizintechnik, Maschinenbau, Kraftwerksausrüstung, etc.) Der jährliche Umsatz betrug 2015 1,3 Milliarden Euro und der Konzern hat auch mehr als eine Milliarde in russische Energie-Infrastruktur investiert.

Sollte die Installation der Turbinen nicht durch Siemens erfolgen, gäbe es auch keine Werksgarantie und keinen Wartungsvertrag. Die störungsfreie Funktion wäre also längerfristig nicht gewährleistet.

GUTER STROM – BÖSER STROM

Wieso sollen aber die Bewohner der Krim dafür bestraft werden, dass sie nicht von einer (aus den USA gesteuerten) korrupten Putsch-Regierung und grölenden Neo-Nazis regiert werden wollen? Wieso ist es verwerflich, Turbinen nach Russland zu liefern, die Strom erzeugen? (Ob für die Krim oder anderswo).

Laut Reuters (Berufung auf „Quellen in Brüssel“) war es gerade Deutschland, das die EU dazu gedrängt hat, schärfere Sanktionen gegen die russische Wirtschaft zu verhängen. Wenn das stimmt, muss man sich fragen, ob die dafür Verantwortlichen noch „alle Tassen im Schrank“ haben.

DIE UNERTRÄGLICHE HEUCHELEI (der „Moralapostel“)

German arms exports 2002-2016

Deutschland, andere NATO-Länder und vor allem die USA liefern tonnenweise Waffen und Kriegsgerät (auch) an Schurkenstaaten und in Krisengebiete (in dem ein gefälschtes „end-user-certificate“ organisiert wird) , machen Riesengewinne damit, (ganz zu schweigen davon, dass sie illegale Kriege anzetteln und Terroristen als politische Waffen züchten) aber der Bau eines Kraftwerks auf der Krim ist ein Riesenskandal?

Global Arms Sales US EU Profit shares

Blau: Gewinn-Anteil amerikanischer Firmen Rot: Gewinnn-Anteil europäischer Firmen am globalen „Kriegsgeschäft“

Es ist offensichtlich, dass hier „Empörungsmanagement“ (siehe Professor Mausfeld) der übelsten Sorte betrieben wird und – wie schon erwähnt – das argumentum ad adversarium – als politisches Herrschaftsinstrument dient.

Wie immer sind unsere Papageien-Journalisten dabei eine große Hilfe….

Dass die ständige Hetze gegen Russland früher oder später in einen großen Krieg münden wird, haben sie anscheinend nicht begriffen (oder schlimmer – es ist ihnen egal).

Man kommt sich bald vor, wie im Frühjahr 1914 ….

 

Anmerkung in eigener Sache: 

WordPress verweigert mir neuerdings das Recht, Videos in meine Blogs einzubetten.

Das geht so weit, dass auch bereits vorhandene Videos einfach entfernt wurden. So etwa das Video über die Volksabstimmung auf der Krim, das in diesem Beitrag enthalten war.

Hier der passende Link dazu.

Leider ist es mir unmöglich, Links zu allen entfernten Videos herzustellen (es sind 150 Beiträge davon betroffen). Ich bitte um Verständnis und bedaure diesen Eingriff in die Meinungsfreiheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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SIEMENS & Das Monster im Spiegel

 

statoflibertyDie groteske Performance der USA als moralisierendes, größenwahnsinniges Polit-Monster (und echte Bedrohung für den Weltfrieden) ist nicht mehr auszuhalten. Die neuerlichen „Sanktionen“ gegen Russland im Energieexport-Sektor sind ein weiterer Anschlag auf die deutsche und europäische Wirtschaft und ein ungeheuerliche Einmischung in die Energiepolitik anderer Länder. Wenn selbst ein Welt-Konzern wie Siemens davor in die Knie geht, wird die Sache wirklich ernst.

Klaus Kleber, der transatlantische Chef-Propagandist des ZDF, („Diebstahl der Krim“) – hat also letztlich doch gegenüber Siemens („gut, wenn man im Dialog bleibt“) sozusagen gewonnen, nachdem er den Vorstandsvorsitzenden abkanzelte wie einen Schuljungen, weil dieser Präsident Putin  nicht schon 2014 – gemäß Anordnung der Denkpolizei aus Washington – wie einen Aussätzigen behandelte.

Wir sind ja schon einiges gewohnt, was die peinliche Unterwürfigkeit unserer Journaille gegenüber dem US-Hegemon betrifft, doch dieser „Kommentar“ in der FAZ ist so schäbig, dass man die political correctness über Bord werfen muss und das nur mehr als Arschloch-Journalismus bezeichnen kann. Dass diese Bewertung „verdient“ ist, soll in den folgenden Zeilen ersichtlich werden, aber zunächst einmal einige Erklärungen zum politischen Hintergrund:

IMPERIAL ECONOMIC WARFARE (EU & RUSSLAND sollen geschwächt werden)

HR3364 Countering BS

Der US-Kongress verabschiedete letzte Woche ein Gesetz (H.R.3364), in dem weitere „Sanktionen“ gegen Iran, Russland und Nord-Korea erlassen werden, die mit rechtsstaatlichen Prinzipien völlig unvereinbar und faktisch ungerechtfertigt sind. (Trump unterschrieb unter Protest). Hier (wir beschränken uns auf Russland) geht es eindeutig um „economic warfare“, also die Anwendung wirtschaftlicher Gewalt für machtpolitische Zwecke. Das ist natürlich nicht mit dem Geist der UN-Charta zu vereinbaren, weshalb man durchaus von einer Verhöhnung des Völkerrechts sprechen kann. (Seit „9/11“ Routine für die USA)

Das wird umso deutlicher, wenn man sich ansieht, welche Auswirkungen das Gesetz auf die europäische Wirtschaft hat:

DAS ENERGIE-DIKTAT AUS WASHINGTON

Das Gesetz hat für Aufsehen gesorgt, weil es (über die übliche Selbstherrlichkeit der USA, sich ständig in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, noch hinausgehend) europäischen Unternehmen (und Staaten) verbietet und unter Strafe stellt, in Energie-Projekte zu investieren, an denen Russland beteiligt ist.

Es wird also jeder (Person oder Firma) von der arroganten USA bestraft der „wissentlich Produkte oder Dienstleistungen für den Bau, die Modernisierung oder die Reparatur russischer Export-Pipelines zur Verfügung stellt“.

NordstreamDamit wird natürlich auch der Ausbau der „Nord-Stream“ Erdgasleitung nach Deutschland torpediert, die für die deutsche und europäische Energieversorgung enorm wichtig ist, aber Washington gar nicht in den Kram passt (mehr dazu weiter unten).

„WE CREATE  OUR OWN REALITY“  (Karl Rove)

Als Begründung für bereits bestehende  Sanktionen wurde die „Annexion“ der Krim und die Unterstützung Russlands für die Separatisten im Donbass angeführt. Dass der Aufstand im Donbass und auch die Sezession der Krim eine Reaktion auf den gewaltsamen Nazi-Putsch (im Februar 2014) in Kiew war, der von den USA organisiert wurde, wird dabei natürlich nicht erwähnt. Auch der Vorwurf, Russland sei für eine Cyber-Attacke auf den DNC verantwortlich, und damit der Manipulation von US-Wahlen überführt,  mittlerweile völlig unhaltbar geworden (siehe Anhang) ist, wird als Vorwand für weitere Sanktionen benutzt. Die russische Unterstützung der syrischen Regierung im Kampf gegen die eingeschleusten Terror-Banden (im Gegensatz zu dem, was die USA dort treibt, eine legale Operation) wird ebenfalls als Rechtfertigung missbraucht („den Diktator Assad unterstützen“, die übliche Leier).

Das Gesetz ist aber auch auf amerikanische Verfassung bezogen, ein Skandal, denn es unterminiert die außenpolitische Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten und sabotiert die Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exkutive: Trump darf nichts unternehmen, um die Beziehungen zu diesen drei Ländern zu verbessern, ohne vorher die Genehmigung des Kongresses einzuholen (Er muss alles haarklein schriftlich begründen, sämtliche „Auswirkungen“ schildern, etc. und wird damit quasi entmündigt).

Die mediale Hexenjagd gegen ihn (er sei ein heimlicher Agent Putins) hat ja dafür gesorgt, dass jedes freundliche Wort über Russland sofort als „Beweis“ für diese absurde Behauptung interpretiert wird. Genau deshalb traute sich Trump auch nicht, gegen das Gesetz ein Veto einzulegen und für seine außenpolitische – versöhnliche – Linie gegenüber Russland zu kämpfen. (Er „tweetet“ stattdessen seinen Unmut an seine Wähler, die sich „beim Kongress dafür bedanken können“, dass die „Beziehungen zu Russland so schlecht wie noch nie seien“ und dadurch Gefahr drohe).

„WE ARE (ALREADY) GREAT BECAUSE WE’RE GOOD

(Hilary Clinton während des Wahlkampfs 2016)

quotation-ramsey-clark-world-war-crimeWer sich seit vielen Jahren analytisch mit der Scheinwelt beschäftigt hat, die der US-Hegemon in den Medien erzeugt, lässt sich nicht mehr hinters Licht führen. Die Motive der amerikanischen Macht-Eliten (und unserer auch) sind keinesfalls edel und haben nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun. Im Gegenteil, alles was Putin angekreidet wird, hat die USA selbst verbrochen und zwar in gigantischem Ausmaß, ohne jeden Skrupel, seit Jahrzehnten. (Der wunderbar sarkastische  Mark Twain (Gegner des Imperialismus) nannte das US-Militär schon damals „our uniformed assassins“)

Dass man die hegemoniale Herrschaft mit allen Mitteln erhalten will, ist ausreichend dokumentiert (Wolfowitz-bzw. Bush-Doktrin, PNAC, Brzezinski und andere pathologische „Strategie-Papiere“ der USA)

Wie unglaublich verlogen die Selbst-Darstellung der USA (als moralische Lichtgestalt) ist, kann man an konkreten Beispielen demonstrieren. So auch durch den Text dieses Gesetzes:

DECEPTION IS MY MIDDLE NAME

Unter dem schönen Tarn-Begriff „Energiesicherheit der Ukraine“ heißt es z.B. in Section 257:

It is the policy of the United States…to continue to oppose the Nord Stream 2 pipeline given its detrimental impacts on the European Union’s energy security, gas market development in Central and Eastern Europe, and energy reforms in Ukraine“

Hier wird so getan, als ob diese perfide Form wirtschaftlicher Gewalt durch die USA (eigentlich Nötigung) gegenüber der EU auch noch zu deren (also unserem) Wohl stattfindet. Man ist doch nur besorgt um die „Energiesicherheit“ der EU, die Entwicklung und „Diversifizierung“ des Erdgasmarktes, usw.  Das ist völliger BS, denn die Motive Washingtons sind alles andere als edel. Außerdem ist die Argumentation nicht logisch, denn wieso wäre es besser für uns von den (teuren) Flüssiggasimporten der USA (oder jenen des korrupten Emirs von Katar) abhängig zu sein, als von Russland? Weil die USA vertrauenswürdiger und moralisch-hochstehender ist als Russland? Es darf laut gelacht werden.

Kein anderer Staat setzt wirtschaftliche „Sanktionen“ (als politische Waffe) mehr ein als Amerika. Die „empty suits“ der EU haben bisher brav mitgemacht, doch nun sind sie selbst die Zielscheibe dieser imperialen Arroganz geworden und haben nicht den Mumm, etwas dagegen zu unternehmen. Die Polen und Balten lassen sich natürlich von der „soft power“ der USA einwickeln, gegen Russland aufhetzen und glauben tatsächlich, Washington sei auf ihrer Seite. („Rule through illusion“ nannte das Harold Lasswell)

Mit welchem Recht mischt sich Washington überhaupt in die Energiepolitik der EU ein? Das ist ungeheuerlich. Die Arroganz der amerikanischen Macht („Fuck the EU!“) wird hier verkauft als wohlwollende Sorge um unsere Energieversorgung, doch wenn man den geopolitischen Kontext miteinbezieht, sieht die Sache völlig anders aus:

GERMANY AND RUSSIA MUST BE ENEMIES

WWI_poster

Britisches Propaganda-Poster aus der Zwischenkriegszeit: „Der (ewige) böse Deutsche“

Das „anglo-amerikanische Establishment“ (wie es Caroll Quigley nannte) hat seit Ende des 19.Jahrhunderts daran gearbeitet, mit allen Mitteln zu verhindern, dass Deutschland und Russland eine wirtschaftliche Kooperation eingehen. Dafür hat man auch zwei Weltkriege „angeschoben“ (siehe hier, hier und hier) und zwei extreme, politische Gruppierungen finanziert und an die Macht gebracht (die Nazis und die Bolschewiki), die sich (nachdem man an der Aufrüstung gigantisch verdient hatte) dann gegenseitig umbringen sollten. Danach sorgte man dafür, dass es zwei verfeindete Blöcke in Europa gab, einen „eisernen Vorhang“ dazwischen und die Illusion, die amerikanische Besatzung, Militär-präsenz und massive Manipulation des politischen Klimas seien notwendig für „unsere Sicherheit“, gegen die bösen Russen.

Das war alles Bullshit. Nicht die UDSSR strebte die Weltherrschaft an, sondern die USA. Das „Evil Empire“ (wenn man diesen Jargon benutzen will) lag – und liegt – im Westen, nicht im Osten. (Auch die Chinesen können dafür nicht herhalten).

Die Bücher von Brzezinski, die aggressiven Strategiepapiere amerikanischer Think-Tanks (Brookings & Co.) und die amerikanischen Kriege seit „9/11“ sprechen dazu eine klare Sprache und die NATO-Osterweiterung bzw. Einkreisung Russlands mit NATO-Militärbasen seit dem „Mauerfall“ sind auch eine historische Tatsache. Dass man selbst die Flüchtlings- und Migrantenströme (die häufig Folge der amerikanischen Kriege bzw. „Destabilisierung“ sind) als politische Waffe gegen die EU einsetzt, ist auch nicht mehr zu übersehen.

Es ist ungeheuerlich, dass trotz dieser Fakten – auf den Punkt gebracht im April 1967 von Martin Luther King –  (gilt heute umso mehr) mit diesem Satz:

Der größte Verbreiter von Gewalt in der Welt ist meine eigene Regierung

die Scheinheiligkeit der USA („Wir sind die Guten“) noch immer als politische Realität präsentiert wird. Genau darin zeigt sich ja ihre „soft power“, ihre Macht die Zivilgesellschaft zu manipulieren (wie Prof. Mausfeld analysiert hat). Wenn Washington morgen die Parole ausgibt, „der Schnee ist schwarz“ schreiben das am nächsten Tag hunderte Presse-Papageien. Die kritische Wahrnehmung der politischen Wirklichkeit und die mediale Verzerrung ist nicht mehr in Einklang zu bringen.

Und damit kommen wir zum FAZ-Artikel, der dafür ein trauriger Beleg ist und als abschreckendes Beispiel verwendet werden kann, wenn es darum geht „Medienkompetenz“ zu fördern.

BLAME  IT ON PUTIN (DER ALLROUND-SÜNDENBOCK)

Ulfkotte Bought JournosWer noch Zweifel an der Darstellung Ulfkottes hatte (deutsche Zeitungen sind nur mehr Verteiler imperialer Lügen, also Propaganda-Outlets („strategic information“ heißt das heute im NATO-Jargon) dem sei dieser perfide, hetzerische, polemische, „Kommentar“ besonders empfohlen. Aber zuerst noch das:

Was ist eigentlich Propaganda und wann ist sie effektiv?

Sie wirkt dann, wenn der Zuschauer / Leser nicht merkt, dass seine Einstellung, seine Reaktion auf eine bestimmtes Thema und letztlich sein Verhalten als Bürger / Wähler gesteuert wurde.Do the fellow’s thinking for him“ so nannte es ein Psychologe in den 1920er Jahren. Aber eigentlich soll das eigene Nach-Denken ganz ausgeschaltet und durch emotionale Agitation und impulsive Reaktionen ersetzt werden. (Twitter ist übrigens hervorragend dafür geeignet) Erfundene oder selbst-inzenierte Horror-Stories über Kriegsverbrechen des Gegners sind besonders wirksam („Brutkasten-Lüge“, „Giftgas-Anschlag“ usw.) zur Erschaffung eines Feindbildes.

Schon die ersten Zeilen in der FAZ machen klar, wohin die Reise geht: Die permanente „character-assassination“ von Putin ist das Ziel, also die Karikatur eines Bösewichtes, vor dem man uns nicht oft genug warnen kann

THE MANUFACTURED RUSSIAN THREAT

scapegoat russiaWas zu beweisen wäre, wird einfach als bewiesen betrachtet. Das ist praktisch für die rhetorische Manipulation. Dass Putin „den Westen spalten will“, eine böswillige Unterstellung – die man natürlich auch als „Verschwörungstheorie“ (VT) bezeichnen könnte, wird also einfach als Prämisse vorausgesetzt. „Der Fall Siemens“ wird dann als Beweis für diese VT präsentiert. (Erörtert in Teil 2)

Hier wird die machtpolitische und historische Realität auf den Kopf gestellt, denn es ist natürlich die USA die Europa (schwächen) spalten will, wenn damit ein Annäherung an Russland verhindert werden kann. Die osteuropäischen Länder werden bewusst gegen Russland aufgehetzt, in dem man ihnen Angst vor der „russischen Aggression“ einhämmert, die es gar nicht gibt. Sie muss jedoch konstruiert werden, damit man die reale, amerikanische Aggression (bzw. Provokation) – nämlich die Erweiterung der NATO bis vor Russlands „Haustür“, die ständigenMilitär-Übungen“ nahe der russischen Grenze, die semantischen Drohungen, die Sanktionen, etc. als „Schutzmaßnahme“ verkaufen kann.

Es muss also eine große Bedrohung konstruiert werden (in den Köpfen der Menschen), damit man den eigenen Militarismus, die eigene Machtgier, die eigene Kriegsmaschinerie als „notwendig“ für die europäische  „Sicherheit“ präsentieren kann. (Dass damit auch ein Milliarden-Geschäft  (siehe Schlagzeile aus „The Intercept“ unten) verbunden ist, macht die Schaffung eines Feindbildes noch wichtiger)

Russophobia great for business

Wie Harold Lasswell es formulierte: „Die Leute müssen wissen, wen sie hassen sollen“.

Dass Deutschland seit 1945 als souveräner Staat nicht mehr existiert, ist eine traurige Tatsache. 173 amerikanische Militärstützpunkte auf deutschem Boden (mehr als 70 Jahre nach Kriegsende), eine amtierende, deutsche Bundeskanzlerin, die vom US-Präsidenten den höchsten, zivilen Orden (wofür?) erhält, ihre Telefonate von der NSA abhören lässt, der deutschen Wirtschaft Milliarden-Aufträge mit Iran und Russland vermasselt (nur weil die USA das wollen), das hat mit Souveränität nichts mehr zu tun.

Deutschland ist ein Vasall der USA und die EU hat auch nicht den Mumm, die „europäischen Interessen“ durchzusetzen. Im Gegenteil, auch sie macht bei den Sanktionen gegen Russland mit.

YOU ARE FREE TO DO WHAT WE WANT („Freihandel“ à la americaine)

Das o.a. skandalöse Sanktions-Gesetz hat zumindest bei einigen deutschen Politikern für verbale Proteste gesorgt. Und das natürlich völlig zu recht. Genau das Land, das uns seit Jahren mit der Arie vom „Freihandel“ die Ohren voll singt und Auflagen für Umweltschutz und Gesundheit als „Handelshemmnisse“ attackiert, zwängt deutsche und europäische Unternehmen in eine wirtschaftliche Zwangsjacke, wenn es ihnen politisch opportun erscheint. Der Wirtschaft Beschränkungen aufzuerlegen, die für uns alle von Vorteil sind, geht also gar nicht. Aber den Firmen vorzuschreiben, mit wem sie Geschäfte machen dürfen und mit wem nicht – aus machtpolitischen Gründen, getarnt mit moralischer Heuchelei – das ist OK.   (Ganz zu schweigen davon, dass Deutschland und die USA an die größten Arschlöcher Kriegsgerät verkaufen, wie z.B. die degenerierten, „königlichen“ scum-bags in Saudi Arabien;)

GUILT BY ASSOCIATION

FAZ Putin the horribleDass unsere schäbige Journaille auf diesen eklatanten Widerspruch nicht hinweist, ist schon schlimm genug. Doch Herr Schmidt von der FAZ verdient den Spezialpreis für „sucking-up to American power“ (falls er den Artikel wirklich selbst geschrieben hat):

Schon am Anfang wird klar, welche fiesen sparchlichen Manipulations-Methoden hier angewendet werden:

 „Wortmeldungen aus Berlin, allen voran der SPD-Bundesminister Zypries und Gabriel, könnten glatt aus Moskau kommen. . Dort klagt man traditionell über den „Weltgendarm“ und sieht  Zwist als Chance, das Lager der Widersacher zu spalten.“ (Das hat der Kreml bisher erfolglos versucht, aber Putin gibt nicht auf)“

Die völlig berechtigte (viel zu schwache) Kritik dieser beiden deutschen Minister wird auf perfide Weise diffamiert:

Die bloße Assoziation mit „Moskau“ soll also reichen, um die Reaktionen als anrüchig erscheinen zu lassen. Jeder, der etwas sagt, das auch nur im entferntesten der russischen Sichtweise ähnelt, wird in den Dreck gezogen. Das ist so schäbig, das man kotzen möchte. Das ist totalitäres Denken und eine Form von Volksverhetzung (Wie der Ausdruck „Judenfreund“ im dritten Reich).

Stellen wir uns vor, jemand würde diese Methode anwenden und statt Moskau „Tel Aviv“ nehmen, also suggerieren, alles was von dort kommt, ist mit finsteren Absichten verbunden, die uns bedrohen. Da würde sofort eine Welle der Empörung losbrechen, es würde „Anti-Semitismus“-Vorwürfe hageln (die oft natürlich zum Abwürgen von Kritik an Israel benutzt werden). Aber jede pauschale Diffamierung (nach Nationalität, Religion, Ethnie, etc.) ist  völlig inakzeptabel.

US Deadly Export BlumAuch hier erkennen wir, dass die USA im Unterbewusstsein „das Monster im Spiegel“ vor sich hat (also ihre eigene Skrupellosigkeit, die Millionen Menschen das Selbsbestimmungsrecht nimmt bzw. das Leben gekostet hat und uns dem dritten Weltkrieg immer näher bringt), aber dieses Schreckgespenst nicht sehen will, weil es ihr eingebildetes „Superman“-Image zerstört.

Also tun sie so, als ob das „Monster im Spiegel“ der Feind ist, den man mit allen Mitteln bekämpfen muss. Sie projizieren also ihre eigenen Intrigen und Verbrechen auf den politischen Gegner und können damit das eigene Gewissen betrügen: Wir machen das alles doch nur, um uns gegen diesen Schurken zu wehren bzw. um euch (uns Europäer) zu beschützen.

Das gilt auch für die wirtschaftliche Ebene. Herr Schmidt liefert uns wunderbare Beispiele dafür:

„Vor allem aber gilt auch in Europa als erwiesen , was der amerikanische Gesetzentwurf feststellt: „Die Regierung der Russischen Föderation benutzt ihre starke Position im Energiesektor als Hebel, um die Innenpolitik und die äußeren Beziehungen der Länder Europas und Eurasiens zu manipulieren.“

Es diene der Energiesicherheit dieser Länder, wenn sie ihre Abhängigkeit von russischen Ressourcen und Staatsunternehmen verringerten, was Washington „unterstützen“ sollte.

„Es gilt als erwiesen“ ist natürlich ein schöner rhetorischer Trick um Wahrheit zu suggerieren, wo keine ist und so zu tun, als ob die Anschuldigungen des US-Kongresses keine politische Taktik seien, das ist einfach lächerlich. Alles was aus Amerika kommt, ist also positiv zu sehen, alles was aus Russland kommt, ist schlecht für uns. Geht’s noch, Herr Schmidt?

Wenn man nicht die propagandistische Darstellung der USA übernimmt, (wie Schmidt) ergibt sich ein ganz anderes Bild, so kann man bei z.B. bei Wikipedia (über Nord-Stream) nachlesen:

„Russland wird in die Lage versetzt, Gasexporte nach Westeuropa auf direktem Wege zu gewährleisten. Somit ist sowohl der Lieferant als auch der Konsument künftig von Schwierigkeiten durch Transitländer unabhängig, beispielsweise wenn diese Preisangleichungen an das europäische Niveau nicht akzeptieren wollen. Bisher konnten Transitländer das Passieren ihres Territoriums als Druckmittel nutzen, [Ukraine!] um exklusive Lieferbedingungen für sich selbst durchzusetzen, und so die Versorgungssicherheit Westeuropas gefährden.“

Genau so ist es. Tatsächlich erhöht sich also die Versorgungssicherheit Deutschlands im Energiebereich durch Nord-Stream, denn Russland war immer ein verlässlicher Partner und der Transport durch die Ukraine (wo Neo-Nazis marschieren (mittlerweile in die „National-Garde“ integriert) und massive Korruption herrschen) sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Putin will mehr Erdgas an die EU verkaufen und verhindern, dass Russland aus dem europäischen Markt verdrängt wird. Was ist daran verwerflich? Und noch einmal, was geht das die USA an? Sie selbst greift zu allen Mitteln, um mehr Kontrolle über die Energieströme nach Europa zu bekommen (Krieg in Libyen, Irak u. Syrien) und warnen uns gleichzeitig vor solchem Verhalten, aber nur, weil es Russland unterstellt wird?

Die USA ist der unangefochtene World-Champion, wenn es darum geht, andere Länder zu manipulieren und mit kriminellen Methoden das politische Klima und die wirtschaftliche Situation zu beeinflussen, bis zum „regime change“ und zum künstlichen Bürgerkrieg (now playing in Syrien und immer mehr in Venezuela). Darüber wird aber nie ein Wort verloren, sondern stattdessen der politische Widersacher dämonisiert und an den Pranger gestellt. Dieses argumentum ad adversarium ist ein sehr effektives Ablenkungsmanöver für Kritik, weshalb es ständig von Washington benutzt und durch armselige Wichte wie Schmidt verbreitet wird.

DOUBLETHINK  IN ACTION

Herr Schmidt beeindruckt durch sein Talent, seine eigene Argumentation ad absurdum zu führen (er betet ja in Wahrheit nur „talking points“ herunter) und zu demonstrieren, wie voreingenommen er ist (Er übernimmt kritiklos die Perspektive der USA und tut so, als ob die Interessen der USA und jene der EU deckungsgleich sind, davon kann aber keine Rede sein)

  • Wenn die EU ihre Abhängigkeit von Russland verringert, nennt er das „Energiesicherheit“, wertet es also eine rationale Handlung.
  • Wenn Russland (für die russischen Bewohner der Krim) dasselbe macht (die Energie-Abhängigkeit von der Ukraine zu beenden), ist das ein Zeichen dafür, dass Energiepolitik ein „Machtinstrument Putins“ ist.
  • Dass die USA berühmt dafür ist, so gut wie alles (Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, usw.) als globales Machtinstrument zu missbrauchen, davon spricht er nicht;
  • Trump selbst hatte angekündigt, sein Ziel sei „US dominance of the energy market“. In einem Bloomberg Artikel hieß es unter der Überschrift: „Export equals Influence“, dass Trump in einer Rede im Energieministerium betont hatte, wie der US-Export von Gas, Öl und Kohle den globalen Einfluss der USA stärken könne.
  • Dass die Kriege der USA seit 2001 als „Energiekriege“ bezeichnet werden können (siehe Daniele Ganser) davon will er auch nichts wissen.

Mit Logik hat also seine Argumentation also nichts zu tun, mit politischer Kriegsführung und Meinungsmanipulation aber sehr viel.

Denn es geht natürlich darum, Präsident Putin zu dämonisieren (ihm die finstersten Motive im Kontext der Energiepolitik zu unterstellen), während gleichzeitig die Motive der USA (nicht einmal hinterfragt), sondern automatisch als ehrenhaft dargestellt werden.

Das ist Journalismus für Dummies.

THE ETERNAL WAR-STATE

Wie man die (skrupellose) Politik der USA (vor allem scheinbare „Verhandlungen“) moralisch zu bewerten hat, zeigt sich hier: (Clausewitz ist schon längst überholt)

Nicht „Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ sondernPolitik is the Fortsetzung von Krieg mit anderen Mitteln“

War by other Means 1

(Auszug aus „Political Warfare & Psychological Operations,  Rethinking the US-Appproach, National Defense University Press, 1989)

 

ANHANG 1 (Beweise, dass es kein russisches „Hacking“ gab)

 ANHANG 2 (Info zu den Sanktionen)

Am 18. Dezember 2014 wurde der „Ukraine Freedom Support Act“ verabschiedet (Bundesgesetz 113-272; 22 USC 8921), in dem Sanktionen gegen  jene Ausländer verhängt werden, die vom US Präsidenten als „Einheiten, die von der russischen Regierung kontrolliert werden oder sich in deren Besitz befinden“  eingestuft werden oder gegen russische Staatsbürger , die an der „Herstellung, dem Verkauf, dem Transfer oder der sonstigen Beschaffung von bestimmten Rüstungsgütern für Syrien beteiligt sind“.

 Am 1. April 2015 erlässt Obama Dekret 13694, das sich auf das Einfrieren von Vermögen bestimmter Personen bezieht, die „an schwerwiegenden, bösartigen Cyber-Aktivitäten“  beteiligt sein sollen. Damit wird der Finanzminister (in Absprache mit dem Justiz- und dem Außenminister) autorisiert, Sanktionen gegen Personen zu verhängen, denen bösartiges  „Hacking“ unterstellt wird (ohne Beweisverfahren).

Dann beruft man sich auf auf einen absurden „Bericht“ der US-Geheimdienste vom 6. Jänner 2017 („Bewertung russischer Aktivitäten und Absichten im Bezug auf kürzlich stattgefundene US-Wahlen“) und zitiert daraus 2 Sätze:

  • Der russische Präsident Putin gab 2016 eine Kampagne in Auftrag, mit dem Ziel, die US Präsidentenwahlen zu beeinflussen“.
  • „Die daraus gezogenen Lehren wird Moskau für zukünftige Einfluss-Operationen nutzen und zwar weltweit, auch gegen amerikanische Verbündete und deren Wahlprozesse.“

Beide Behauptungen sind natürlich im Kontext der politischen Kriegsführung bzw. als PSYOP (psychologische Operation) zu sehen. Wie o.a. erklärt, bezichtigt die USA ihre Gegner immer genau jener Schandtaten, die sie selbst begeht (eine Art Zwangsneurose).

 

Trump werden also vom Kongress die Hände gebunden, wenn es um seine Ännäherung an Russland geht: So heißt es unter Art. 216 (1):

Der Präsident wird einen Bericht an den jeweils zuständigen Kongressausschuß übergeben, in dem die geplante Aktion und die Gründe dafür beschrieben sind.“

Unter „Aktion“ ist hier folgendes zu verstehen: (2)

  • Jede Handlung, mit der die Anwendung der Sanktionen beendet werden soll
  • Jede Handlung, mit der die Sanktionen gegen eine bestimmte Person ausgesetzt werden sollen oder
  • Jede Konzession, die geeignet ist, die Außenpolitik der USA gegenüber Russland entscheidend zu ändern

Unter (3) wird bestimmt, dass der Präsident in seinem Bericht an den Kongress auch eine Beschreibung seiner jeweils geplanten Aktion dahingehend abliefern muss, ob er damit „beabsichtigt“ (A) oder „nicht beabsichtigt“ (B), die US-Außenpolitik gegenüber Russland maßgeblich zu verändern“.

Sollte „The Donald“ es wagen, irgendwelche Maßnahmen vorzuschlagen, die die Beziehungen zu Russland tatsächlich (zum Positiven) verändern würden, muss er auch dafür diverse „Beschreibungen“  abliefern:

  • Worin bestünde denn diese konkrete Änderung?
  • Der erwartete Effekt dieser Maßnahme auf die „Nationale Sicherheit“ und
  • auf die politischen Ziele, für die die betroffenen Sanktionen ursprünglich verhängt wurden

(Was man über Russland denken (und sagen) darf und was nicht, wurde damit quasi  in einem „Rechtsakt“ beschlossen …)  Orwell ist nichts dagegen …

 

DER GROSSE BLUFF (2): Putin der „Schreckliche“

putin-jb-likeWohin kann man sich wenden, um Behauptungen der US-Geheimdienste über die „Einflussnahme Putins“  (zur Manipulation von US-Wahlen) auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen, wenn keine Beweise vorgelegt werden?

Am besten an Leute, die selbst in diesem System gearbeitet haben, aber eines Tages feststellen mussten, wie skrupellos  hier vorgegangen wird. Es gibt also ehemalige Mitarbeiter von CIA, NSA , etc. die erstens wissen, „wie der Hase läuft“ und zweitens nicht mehr bereit sind, diese kriminellen Zustände zu verschweigen. Sie wurden als „whistle-blower“ zu „Verrätern“  und „Spionen“ gestempelt und teilweise auch inhaftiert, weil sie die Wahrheit über den Zustand der „Demokratie“ in Amerika ans Licht brachten. (Diese Nestbeschmutzung gilt als unverzeihlich, wie man am Beispiel von Edward Snowdon sieht.)

ideal-illusions(Es gibt aus Sicht des herrschendes Systems kein schlimmeres Verbrechen, als den Mächtigen der USA einen Spiegel vorzuhalten … weil sie dann ein Monster sehen…)

Hier einige System-Kritiker, die verstehen, was zum Thema „Russian Hacking“ wirklich gespielt wird:

1 ROBERT STEELE

ehemaliger CIA-Agent, schreibt dazu unter der Überschrift

The Russians Did Not “Hack” the US Election a Few Facts from a Former CIA Spy

Der kürzlich veröffentlichte „Bericht“über das „Hacking“ (der Russen)  ist absoluter Mist

  • Die einzigen Leute, die die US-Wahlen „gehackt“ haben, sind die zwei Parteien. Die Demokraten haben sich gegen Bernie Sanders verschworen und in 13 Bundesstaaten die „primaries“ manipuliert.
  • Woher kommen die (skandalösen) E-mails des DNC, die Wikileaks zugespielt wurden?
  • Mitarbeiter der NSA waren wütend darüber, wie leichtfertig Clinton mit vertraulichem Material umging (sie nutzte einen privaten Server und schickte  Mails mit heiklem Inhalt an IP Adressen in Saudi Arabien und Katar)
  • Ein Mitarbeiter des DNC war empört darüber, wie Bernie Sanders „entsorgt“ wurde, damit Clintons Kandidatur gesichert war (siehe Teil 1 von „Der große Bluff“)
  • Die einzigen Geheimdienste, die ständig amerikanische Politiker elektronisch ausspionieren, sind die amerikanischen, besonders die NSA (die CIA konzentriert sich auf bestimmte Kongressabgeordnete und Senatoren)
  • Die US-Medien fungieren nur als Echo-Kammer der erfundenen Cover-Story: Die Russen waren es!

Viele Amerikaner sind zurecht empört darüber,  wie der gewählte Präsident der USA, Donald Trump noch vor seiner Angelobung  durch diese Hetz-Kampagne politisch unterminiert  wird: denn Trump soll dazu gebracht werden, seinen angekündigten „Kurswechsel“ gegenüber Russland (Zusammenarbeit statt Konfrontation und Hetzpropaganda) fallenzulassen und Moskau wieder als „Feind“ anzusehen.

Für diese schäbige Form der Ausgrenzung  wurden ja auch bei uns  Stigma-Wörter wie „Putinversteher“ erfunden, doch jetzt griff man wirklich tief in den CIA-„Dirty Tricks“-Schmutzkübel:  

trump-cia-targetTrump soll wegen heimlich gefilmter, sexueller Ausschweifungen in einem Moskauer Hotel (durch Russland) erpressbar,  und schon „vor fünf Jahren“ von Putin als russische „Marionette“ im Weißen Haus geplant worden sein.

???  Damals konnte  aber niemand ahnen, dass Trump je daran denken würde, für das höchste Amt im Staat zu kandidieren (als absoluter Außenseiter).

Das Schmuddel-„Dossier“ ist  bei näherer Betrachtung ein billiger Fake und absoluter Schwachsinn (mehr dazu in Teil 3).

DER  „HACKING“-BULLSHIT (stinkt zum Himmel):

comey-fbi-e-mailsDas FBI hat die angeblich „gehackten“ Server des DNC nie untersucht. Laut Direktor Comey wurde der Bundespolizei der Zugriff  darauf verweigert.  Doch dann wurde ein private „Sicherheitsfirma“ vom DNC beauftragt, die  heikle Arbeit einer staatlichen Sicherheitsbehörde, eben des FBI, zu erledigen. Diese Firma (Crowdstrike) hat dann ihre „Ergebnisse“ dem FBI vorgelegt.

Wir sehen hier ein eklatantes Beispiel dafür, wie die sogenannte „Public Private Partnership“ die Handlungsfähigkeit des Staates unterminiert, der Korruption Vorschub leistet und die Demokratie ad absurdum führt.

Warum das DNC dem FBI nicht erlaubt, seine Server zu überprüfen, aber einer privaten Firma schon, kann man leicht beantworten: für die Firma ist ja DNC der „Kunde“, der sie bezahlt, also jemand, mit dem man sich gutstellen will, noch dazu wenn es sich um eine einflußreiche, politische Organisation handelt. Wie bei den „Rating Agenturen“ (gegenüber Banken) kann jedoch in diesem Abhängigkeitsverhältnis keine seriöse Überprüfung stattfinden. Die Aussagen dieser Firma sind also als Beweismittel (aus zweiter Hand) völlig inakzeptabel.

snowden-xkeyscore-tracing-exfiltrationDoch auch wenn man die DNC-Server nicht direkt untersucht, wäre es leicht, die  externen Zugriffe darauf bzw. die Datenströme zu eruieren, denn die NSA überwacht (nicht nur) alle politischen Organisationen in den USA ständig und speichert alles, was sie kriegen kann.

Dass in dem vorgelegten Bericht keinerlei Erwähnung von NSA-Überwachungs-Daten zu finden ist, spricht Bände:

Es gibt KEINE BEWEISE FÜR EIN EXTERNES HACKING, weil gar KEIN HACKING STATTGEFUNDEN HAT.

2 WILLIAM BINNEY

They don’t have it. That’s why they don’t show it. They want to swindle us again and again and again. You can not trust these intelligence agencies, period.“

Das hat ein  (nach 36 Jahren aus Protest gegen Gestapo-Methoden ausgeschiedener)  „legendärer“ Programm-Entwickler und technischer Direktor der NSA , William Binney, auch bestätigt:

treasuremap„Du kannst aus dem Netzwerk-Log ersehen, wer darauf zugreift ( wie lange, usw.) Wenn nötig, kann man auch Zugriffe durch andere Server verfolgen z.B. mit TRACE ROUTE oder TRACE WATCH. Die besten dieser Systeme gibt es natürlich bei NSA, GCHQ usw. In „TREASUREMAP“ hat die NSA hunderte solcher Netzwerk-Verfolgungsprogramme in europäische Switches und weltweit eingebaut.  Damit ist es möglich, festzustellen, wohin diese Daten-Pakete geschickt werden.“

Sobald wir sehen, dass die Daten zu ihnen übertragen wurden, muss geklärt werden: wie und wann haben sie die Daten an Wikileaks weitergegeben? Das wären Beweise dafür, dass man die Wahlen beeinflussen wollte (indem die Wahrheit über unser korruptes System herauskommt). Sobald sie die IP-Addressen haben (bzw. andere Signaturen der Hacking-Einheit) würde die NSA  XKEYSCORE nutzen, um die Daten im Netzwerk zu verfolgen und zu eruieren, wohin sie transferiert wurden.

Im Interview unten sagt Binney auch noch:

Viele Leute in unserer Regierung würden gerne die Russen zu unseren Feinden machen. Wenn Russland der Bösewicht ist, lenkt das von den wirklichen Themen ab …“

Die NSA hat die DNC-emails, weil sie mit dem FAIRVIEW Programm gesammelt werden. Sie sammeln Inhalt und Meta-Daten und – das ist wichtig – das FBI hat auch direkten Zugriff auf diesen Datenbanken. Das ganze passiert ohne jede demokratische Kontrolle…“

Warum hat das FBI dann nicht ermittelt? Weil jemand das verhindert hat (um Clinton & Co. vor dem Knast zu bewahren)

3 VIPS (Veteran Intelligence Professionals for Sanity)

Eine  Organisation ehemaliger, kritischer Geheimdienst-Mitarbeiter (geführt von Ray McGovern, auch Binney gehört dazu) in den USA hat ebenfalls betont, dass die Anschuldigungen gegen Putin aus der Luft gegriffen sind. Hier die wichtigsten Feststellungen:

Wenn Papageien-Presse-Organe wie die New York Times von „überwältigenden  Indizien“ sprechen, aber nichts davon vorgelegt wird, müssen bereits die  Propaganda-Alarmglocken läuten. Das ganze funktioniert nur, solange man keine Ahnung vom technischen Hintergrund hat. Doch die VIPS-Experten erkennen natürlich, was hier gespielt wird:

Die E-Mails wurden durch ein „Leak“ nicht durch „Hacking“ in Umlauf gebracht. D.h. man hat Daten kopiert, z.B. auf einen USB-Stick, dabei werden KEINE elektronischen Spuren auf dem Server oder im Netzwerk hinterlassen. (Deshalb gibt es keine vorzeigbaren „Beweise“ für Hacking).

fairview-mapDurch die Enthüllungen von Snowdon wissen wir, welche enormen Datenmengen von der NSA gesammelt werden. Sie kann sowohl den Sender als auch den Empfänger eines Datenpakets identifizieren. Programme wie Fairview, Stormbrew and Blarney spionieren in Glasfaser-Netzwerken und Telefonsystemen. Daten die von (der) bzw. in die USA transportiert oder nur durchgeleitet werden, auf alles hat die NSA Zugriff.

Wenn eine e-mail versendet wird, wird sie in kleinere Segmente zerlegt, die man „Pakete“ nennt.  Diese „packets“ müssen am Zielort wieder zusammengesetzt werden. Damit das „Verschicken“ gelingt, bekommt jedes Segment eine ID-Nummer und ist auch mit der IP-Nr. des Absenders und des Empfängers versehen (IPV 4 oder IPV 6).

Länder, die mit den amerikanischen Behörden zusammenarbeiten (überwachungstechnisch), haben ebenfalls Aufzeichnungen darüber, wohin diese Pakete gehen, wenn sie die USA verlassen.

  • NSA verfügt über hunderte solcher elektronischen Verfolgungsprogramme und zehntausende von Hard- und Software-Implantaten in Servern und Switches, die das Netzwerk managen.
  • Die NSA wüsste also, wo und wie „gehackte“ E-mails aus den USA im Netzwerk geroutet wurden und wo sie landen.
  • Die vagen Behauptungen und Formulierungen wie „unsere Einschätzung“ sind deutliche Anzeichen dafür, es aber nichts gibt, was man im Rahmen der o.a. umfangreichen Möglichkeiten beweisen könnte.
  • Die Schlussfolgerung: es war ein Insider-Leak, kein „Hacking“, durch das die e-mails zu  Wikileaks gelangten.

us-soldier-cryingEs gibt eben mehr „anständige“ Leute  in den Sicherheitsapparaten wie Edward Snowdon, die einfach nicht mehr tatenlos zuschauen wollen, wie ihr Land  seit „9/11“ – immer mehr zu einem totalitären Staat mutiert. Doch diese Kritik und moralische Empörung aus den eigenen Reihen muss unbedingt vertuscht werden, also muss ein Sündenbock her und da kommt der unbeugsame russische Präsident gerade recht.

BLACK-BOX-DEMOCRACY

Das amerikanische Wahlsystem wird auf verschiedene Weise manipuliert: durch die Wahl-Computer selbst (siehe Teil 1) durch „Voter-Suppression“, Voter-Purge, (Löschen aus Wahllisten),  durch bürokratische Hürden (man muß sich z.B. sechs Monate vorher registrieren lassen, sonst darf man nicht wählen), usw. Beide Parteien nutzen mehrere  illegitime Methoden, um dem eigenen „Wahlsieg“ auf die Sprünge zu helfen. Bush junior wurde ja 2004 nicht „gewählt“, sondern per Dekret des Obersten Gerichtshofes zum US- Präsidenten gemacht.

Diese peinlichen Zustände müssen natürlich geleugnet und verschleiert werden, damit das Märchen von der „besten Demokratie der Welt“ weiter aufrecht erhalten werden kann. Also werden die Kritiker entweder als unpatriotische  „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder man sucht einen Sündenbock.

Da sich Putin weigert, dem US-Hegemon zu folgen, auch noch in Syrien militärisch eingreift, Erdogan auf seine Seite zieht und mit China immer enger zusammenrückt, ist er zum Angriffsziel Nr.1  des arroganten Imperiums geworden.

Also ist das Motto:

BLAME IT ON PUTIN  / THE RUSSIANS DID IT! 

(siehe auch „Projektion“ in Teil 1: die USA überträgt ihre eigenen Verbrechen auf den politischen Gegner, der so als „furchterregender Feind“ mit ebenso widerlichen Methoden bekämpft werden muss …)

Neben Geheimdienst-Veteranen gibt es natürlich auch Computer-Sicherheits-Experten, die man zu den Vorwürfen gegen Russland befragen kann. Einer von ihnen ist John McAfee, ein Pionier der Anti-Virus-Programme, dessen Name weltweit ein Begriff ist.

Was sagte nun McAfee zum „Hacking“ durch „die Russen“?

Die eigentliche Bedrohung  sei die US-Regierung selbst, weil sie alle Amerikaner elekronisch überwacht und es (seit „9/11“) keine Privatsphäre mehr gibt. McAfee bezeichnet das Smart-Phone als „ultimatives Spionage-Gerät“ und benutzt ein altes Flip-Phone ohne Internet-Zugang, um sich vor Übergriffen zu schützen.

Der „Grizzly Steppe“ Bericht sei ein Trugschluss, denn Profi-Hacker können ihren Standort, ihre Sprache und alle Anhaltspunkte, die zu ihnen führen, natürlich verschleiern.

„Wenn also alles so auffällig  auf „die Russen“ hindeutet, dann garantiere ich Ihnen, dass es nicht die Russen waren“ sagt Mc Afee. Das sollen wir bloß glauben, damit sie (FBI) unsere Meinung manipulieren können“.

Im Video unten drückt sich McAfee noch klarer aus:

 

„Heute wurde die hinterlistigste Form von Propaganda auf das amerikanische Volk losgelassen“.  Das  geschilderte, amateurhafte Verhalten der angeblichen Hacker zeige klar, dass es sich hier nicht um Spionage eines Staates handle. Die „Indizien“ für eine Spur nach Moskau seien „kompletter Schwachsinn“.

Dann führt er vier Punkte an:

  • In der Malware wurde russisch als Sprache verwendet
  • Es wurde eine kyrillische Tastatur verwendet (also für russisch)
  • Die Zeitangaben im „Compiler“ entsprächen den Geschäftszeiten von Moskau (ein Profi würde sie natürliche löschen)
  • Die IP-Adresse kam aus Russland (na klar)

Alles deutet also auf  Russland hin. Doch ein Hacker-Profi (noch dazu eines Geheimdienstes) würde niemals so eine virtuelle „Visitenkarte“ hinterlassen, sich so dämlich anstellen.  Wir sollen also GLAUBEN, dass es „die Russen“ waren.

Dann erklärt er, warum es ganz sicher kein Staat war, der das beschriebene Hacking ausführte:

  • Die Malware war schon eineinhalb Jahre alt und es gab inzwischen schon viele Updates. Ein professioneller Hacker hätte also nicht so ein „altes Zeug“ verwendet. Dann sei behauptet worden, die Software käme von zwei verschiedenen Organisationen, die mit der russischen Regierung verbunden sind. Das ist falsch.
  • Die Software-Designierung heißt APT 28 und APT 29 und kommt von FireEye, eine Organisation, die Hacker beobachtet und in der Leute aus der ganzen Welt arbeiten.

binneyAuch Bill Binney (ex-NSA) hat dazu ein Statement abgegeben:

  • Das Fehlen jeglicher Informationen über die IP-Addressen oder Signaturen von APT 28 und 29 (die seit Jahren bekannte „Hacking“-Entity), wo sie geortet wurden, wie und wann die Daten vom DNC bzw. von Clinton übertragen wurden, ist sehr auffällig.
  • APT 28 und 29 wurden mindestens seit 2015 überwacht, also wo sind sie?

Auf „Fireeye“ findet man aber in einem Bericht aus 2014 genau die Behauptungen,  die zwei Jahre später als „Indizien“ für eine russische Beteiligung gewertet werden: (die vier Punkte von McAfee oben)

In our report, we also describe several malware samples containing details that indicate that the developers are Russian language speakers operating during business hours that are consistent with the time zone of Russia’s major cities, including Moscow and St. Petersburg. FireEye analysts also found that APT28 has systematically evolved its malware since 2007, using flexible and lasting platforms indicative of plans for long-term use and sophisticated coding practices that suggest an interest in complicating reverse engineering efforts.

Doch wieder wird hier nur impliziert, nicht bewiesen, dass Russland dahinter steckt: APT 28 sammle Informationen, die „am nützlichsten für eine Regierung wäre“, die „wahrscheinlich der russischen Regierung dienen würde“; dass die Entwicklung der Malware ein Indiz  für die Planung einer  langjährigen Verwendung sei, usw.

Der verräterischte Satz ist dieser:

We assess that APT28 is most likely sponsored by the Russian government based on numerous factors summarized below … 

Wenn man schon 2014 so gut über „APT“ Bescheid wusste, und das „alte Zeug“ verwendet wurde, wieso wurde dann der Angriff auf den DNC-Server nicht verhindert?

WEIL ES GAR KEINEN GAB.

Das ganze „Hacking“- Theater wurde nur als „Cover-Story“ inszeniert, um zu  verschleiern, dass es noch mehr „Edward Snowdons“ in den Sicherheits-Apparaten gibt, die die Nase gestrichen voll haben von der Korruption und den endlosen Lügen ihrer Politiker.

Um vom skandalösen Inhalt der e-mails abzulenken, wird das Märchen verbreitet, sie seien „gestohlen“ worden, vom designierten Bösewicht Putin auf den sich dann der „Volkszorn“ richten soll (und Trump, der ihn unterstützt)

princeton-study-us-no-democracyWährend einige Senatoren sich (Drehbuch-gemäß)  über den „Angriff auf die Amerikanische Demokratie“ empören, haben renommierte Universitäten schon längst bewiesen, dass es in den USA gar keine „Demokratie“ mehr gibt …

Die „99,9%“ haben eigentlich nichts zu entscheiden …

KOMMENTAR ZUM HACKING-„BERICHT“

(Intelligence Report von FBI / CIA / NSA)

Praktisch der gesamte Text beschäftigt sich mit  dem Einfluss öffentlicher Medien (vom russischen Staat finanziert)  auf die amerikanische Öffentlichkeit  (RT und seine wachsende Präsenz auf  social media und YouTube), doch das Thema ist ja eigentlich:

Geheime (kriminelle) Aktivitäten im „Cyberspace“ (also unbemerktes Eindringen in andere Computer, um dort zu spionieren, etc.).

VORWURF: die peinlichen, sehr belastenden e-mails (von Clinton, ihren engsten Mitarbeitern und anderen Mitgliedern des DNC, die Wikileaks veröffentlicht hat, seien von russischen Hackern „gestohlen“ worden und zwar im Auftrag von Präsident Putin. Dadurch sei die Wahl zugunsten von Donald Trump manipuliert worden. (Der Witz dabei ist: Clinton hat offiziell MEHR STIMMEN bekommen als  Trump; nur das „electoral college-System führte dazu, dass Trump Präsident wurde)

VORGELEGTE  BEWEISE: keine, nur „Beurteilungen“ und „Einschätzungen“  die mit „großer Zuversicht“ vorgetragen werden. Anders formuliert: der  Ausgangspunkt  war:

ES MÜSSEN DIE  RUSSEN  SEIN

Also wurde alles auf Übereinstimmung mit dieser Prämisse hin „bewertet“ und alles, was dagegen spricht, ignoriert. (Z,B. die Aussagen und logischen Argumente von Craig Murray) – confirmation bias par excellence.

 

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Schon der Titel ist eine Frechheit:   Bewertung russischer Aktivitäten und Absichten während der jüngsten US-Wahlen

Denn zunächst müsste erst mal bewiesen werden, dass Russland überhaupt in die Wahlen eingegriffen hat, der Titel müsste also lauten:

Untersuchung der  Indizien für  eine Manipulation der Wahl durch die russische Regierung

Dass Russland (absichtlich)  Einfluss auf den Wahlausgang genommen hat, – mit Erfolg – wird also vorausgesetzt, aber nicht bewiesen.

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Dieser Bericht umfasst die Motivation und den Umfang von Moskaus Absichten betreffend die US-Wahlen und seine Verwendung von Cyber-Tools und Medien-Kampagnen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung in den USA. Die Bewertung konzentriert sich auf Aktivitäten, die auf die Präsidenten-Wahl 2016 abzielten und beruht auf unserer Einschätzung früherer Einfluss-Operationen.

„Ich weiß nicht, ob Du es warst, aber ich analysiere Deine Motive dafür …“ (?) Und woher will man die „Absichten“ Putins kennen?

Aber es kommt noch besser:

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Wir bewerten hier nicht, welche Wirkung die russischen Aktivitäten auf den Ausgang der Wahl 2016  hatten. Die Intel-Community hat den Auftrag, die Absichten, Fähigkeiten und Handlungen von ausländischen Akteurren zu überwachen und auszuwerten. Wir analysieren weder politische Prozesse noch die öffentliche Meinung in den USA.

  • Die „Wirkung“ wird also einfach behauptet, aber nicht untersucht. Wie kann ich aber die Motive und Absichten für etwas untersuchen, das vielleicht nur in meiner Einbildung existiert?
  • Es geht doch hier um die Macht-Beziehung, die Geopolitik zwischen Russland und Amerika (NATO). Um diese zu verstehen, muss man aber die „Absichten, Motive und Handlungen“ VON BEIDEN SEITEN analysieren, und nicht  Russland isoliert betrachten.  Denn es ist ein Riesenunterschied ob es sich um eine Aktion oder eine Reaktion handelt (z.B. in der Ukraine oder in Syrien).
  • Wenn die „öffentliche Meinung“ in Amerika auch nicht analysiert wurde, woher weiß man dann, dass die „Operationen“ Russlands sie beeinflusst haben?
  • Man beruft sich auf „mehrere Quellen, die unsere Interpretation der russischen Absichten teilen“ und spricht von „Vorlieben des Kremlin“, die man im Kontext von dessen „Absichten“ bewertet habe. (Das ist alles unglaublicher Blödsinn)
  • Die „Einfluss-Kampagne“ bezüglich der Wahlen sei von Putin persönlich angeordnet worden, liest man auf Seite 1 … Woher will man das wissen? Das ist eine reine Spekulation.

Und dann kommt die Tirade:  Der Versuch, die Wahlen zu manipulieren sei nur die aktuellste Form von

Moskaus langjährigem Bemühen, die von den USA angeführte, liberale Ordnung* zu untergraben.“ Doch diesmal habe man  noch mehr Anstrengungen unternommen, um dieses Ziel zu erreichen.

statlibtorture(*Die schauderhafte Realität der  „Führungsrolle“ der USA in der „liberalen Ordnung drückt das Bild links aus)

Nach unserer Einschätzung hat Präsident Putin die Kampagne  zur Beeinflussung der Wahl 2016 angeordnet. Das  Ziel war, das Vertrauen der Bevölkerung in die demokratischen Prozesse zu unterminieren, Hillary Clinton zu schaden,  um ihre Chancen gewählt zu werden, zu senken.

Wir urteilen weiter, dass Putin  (die russische Regierung)  eine klare Vorliebe für  Trump  im Präsidentamt zeigte und  danach strebte,  seinen Wahlsieg zu befördern (durch Herabwürdigung von Clinton und einer vergleichsweise negativen Darstellung)

Wenn der Inhalt der e-mails dazu geführt hat, dass weniger Leute Clinton gewählt haben, dann war aber die eigentliche Ursache dafür aber nicht eine „Einfluss-Operation“ Russlands, sondern die Tatsache, dass der WAHRE CHARAKTER von Clinton sichtbar wurde (die meisten Leute waren von der Falscheit und Korruption – auch des DNC und der Medien – angewidert…)

Und wie oben ausgeführt, hat Wikileaks die mails veröffentlicht  und es gibt NULL BEWEIS dafür, dass Russland das Material beschafft hat. Eben weil es kein „Hacking“ gab. Das ganze ist nur ein riesiges Ablenkungsmanöver, eine „Cover-Story“ für den echten Skandal.

assange-russia-not-the-sourceDann folgen seitenlange Beschwerden über den Nachrichten-Kanal RT, der als „Propaganda-Outlet“ des Kremlin denunziert wird und als Kollaborateur von Julian Assange / Wikileaks. Man habe „kompromittierende  Informationen über Clinton hochgespielt, um ihr  zu schaden.  Hätte sich die Frau anständig verhalten, gäbe es allerdings nichts, was man „hochspielen“ könnte und – wie oben ausgeführt – waren es eben nicht „die Russen“, die Wikileaks die Daten zugespielt haben.

Was hat das aber mit angeblichen  Cyber-Attacken zu tun? Gar nichts …

Man beklagt also, dass  RT  amerikanische Dissidenten und andere Kritiker zu Wort kommen lässt, die das rosige Bild der USA, ihre Selbstüberhöhung ins Wanken bringen.  Auf den Punkt gebracht: man darf nicht die Wahrheit sagen, über die  politischen Zustände in Amerika … Ist das „demokratisch“?

influence-op-success-modelDann wird der „Teufel“ Putin noch dicker an die Wand gemalt und davor gewarnt, dass Moskau in Hinkunft auch in anderen Ländern  diese „Einfluss“-Methoden verstärkt einsetzen werde, weil (ermutigt durch den „Erfolg“ in den USA) sie damit die öffentliche Diskussion beeinflussen können.

Die „Fähigkeit, die öffentliche Debatte zu beeinflussen“  – was ja alle Medien (und jene, die sie „füttern“)  tun – wird also als kriminelle Tat hingestellt  (wenn es andere machen, nicht die USA, die in dieser Hinsicht unerreicht ist …)

BECAUSE WE SAY SO

Dann wird behauptet, Russland habe versucht, Wahlen in Europa zu beeinflussen. Beweise? Gibt es nicht.

cia-interference-in-electionsDie bittere Ironie ist, dass es kein Land auf der Welt gibt, dass sich AUF KRIMINELLE WEISE mehr in die Wahlen bzw. die Regierung anderer Länder eingemischt hat, als die USA. Das  Repertoire zur „Manipulation des politischen Klimas“ reichte dabei von verdeckter Propaganda, Bestechung, Subversion, Erpressung, organisierte Terroranschläge, die man den „Linken“ in die Schuhe schiebt, (RAF, Rote Brigaden, Gladio), politische Mordanschläge (Z.B. Charles de Gaulle (misslungen), Aldo Moro, Rainer Barschel, etc.), Unterstützung von faschistischen Militärdiktaturen (z.B. Griechenland, Spanien, Chile),  bis zum offenen Krieg (Korea, Vietnam, Indonesien, …Angola …bis Irak, Libyen, Syrien, Yemen, etc.)

Im Annex A werden die ganzen „Verbrechen“ von RT angeführt, das „als Propaganda-Arm“ des Kremlin die glorreiche US-Demokratie mit Dreck bewerfen will:

Hier  eine Zusammenfassung des englischen O-Tons:

  • (RT) highlights criticism of alleged shortcomings in US democracy and civil liberties
  • Led a campaign to undermine faith in the US government (directed by the Kremlin) & fuel political protest
  • Is the most watched foreign news channel in the UK (really!)
  • Intensified „critical coverage of the US“ (run-up to 2012 Presidential Election)
  • *Showed protestors calling „take this government back“
  • Focused on criticism of US and Western governments (!)
  • „numerous reports on alleged US election fraud, voting machine vulnerabilities, results not reflecting popular will (2012)
  • „Hosted and advertised third-party candidates“ (supporting their agenda)
  • Two-Party System a sham“ (asserted by RT-host)
  • [RT] is highlighting environmental issues (Fracking, Pesticides, oil-pipelines, etc.)

*Besonders amüsant, ist die mitschwingende Empörung der Verfasser darüber, dass RT es gewagt hatte, in einer Doku über die „Occupy Wall Street“ Bewegung, das “politische System in den USA als korrupt und von Groß-Konzernen dominiert“ zu beschreiben. Wer – mit nur einem Funken Verstand  – würde das leugnen?  Haben nicht die Clinton-E-mails genau das bestätigt?

Wie gesagt – es ist für diese Leute unerträglich – wenn ihnen ein Spiegel vorgehalten wird …

In einigen Kommentaren wunderte man sich, warum sich der „Bericht“ auf Sendungen bezieht, die es schon seit Jahren nicht mehr gibt, wie z.B. „Breaking the Set“, das 2014 eingestellt wurde.   Doch die Erklärung dafür ist einfach und findet sich in einer Fußnote:

opc-old-report-2012

Das „Open Source Center“ klingt super demokratisch ist aber in Wahrheit ein Propaganda-Outlet der CIA … das also  öffentlich zugängliche Informationen sammelt – hier eben über RT – und diese dann in einen Kontext stellt,  der die Verunglimpfung und Dämonisierung der russischen Regierung untermauern soll.

Man hat also einen vier Jahre alten, extrem tendenziösen („anti-russischen“) CIA-„Bericht“ hergenommen, um den Einfluss Putins auf eine Wahl im Jahr 2016  zu beweisen? Halten die uns für so blöd?

Das „Vertrauen der Zuschauer in die demokratischen Prozesse der USA zu untergraben“ sei die Absicht von Putin / RT. Welches Vertrauen denn?

princeton-study-us-no-democracyNoch einmal, eine Elite-Uni der USA hat in einer langjährigen Studie nachgewiesen, dass die USA (schon lange) keine Demokratie (mehr) ist …und die Wahl des  polternden Außenseiters Donald Trump soll ja quasi „ein Aufstand“ gegen das politische System der USA gewesen sein.

Dieses (latent) faschistische und totalitäre System (die Geheimdienste sind ein Staat im Staat)  hat jetzt zu den schmutzigsten Methoden gegriffen, um Trump „weichzukochen“ (to soften him up) und eine Annäherung und – Gott bewahre – Zusammenarbeit mit Russland zu verhindern.

(Mehr dazu in Teil 3 …)

ANHANG

Sehenswert:

 

Ex-Geheimdienst-Offiziere  Larry Johnson und Annie Machon bringen wichtige Argumente , die den „großen Bluff“ entlarven, ex CIA-Direktor Wolsey kann man vergessen)

DER GROSSE BLUFF (1): Russland-Hetze und Wahlmanipulation in Amerika

new_soviet_aggressionDie massive Hetz-Propaganda gegen Russland (Putin) nimmt beängstigende Formen an und jetzt rollen auch noch tausende Panzer und anderes schweres Kriegsgerät mühelos durch Deutschland unter dem Vorwand, die NATO (sprich: USA) müsse doch die baltischen Länder vor der „russischen Aggression“ schützen.

Der politische Bullshit, der hier verbreitet wird, ist nicht mehr zu ertragen und müsste fast Heiterkeit erregen, wenn die Sache nicht so ernst wäre: man bezichtigt nicht ein Staatsoberhaupt (das über Atomwaffen verfügt)  ständig neuer Schandtaten, schickt tausende Soldaten zu „Übungen“ an seine Landesgrenzen (als Provokation), lässt seine Diplomaten ermorden … ohne konkrete Absicht und die heißt letztlich: (militärischer) KRIEG.

Wirtschaftlich und politisch wird ja bereits heftig Krieg gegen Russland geführt und die Medienschafe „leisten ihren Beitrag“ dazu (die künstliche „Bedrohung“ Putin an die Wand zu malen) wie vor 1914 (als der deutsche Kaiser der Bösewicht war).

Die aggressive Rhetorik aus den USA konzentriert sich seit der Wahl von Donald Trump darauf, dass behauptet wird, Russland habe die amerikanischen Präsidentwahlen manipuliert und damit auf unerhörte Weise in die „demokratischen Prozesse“ der einzigen Supermacht eingegriffen.

Die Suggestion (der Vorwurf): Russland (Putin) hat mit „Einflussoperationen“ dafür gesorgt, dass Trump und nicht Clinton Präsident wurde.

(Natürlich soll auch Donald Trump damit unter Druck gesetzt, und vor allem seine Absicht, mit Russland zu kooperieren, sabotiert werden)

Vor kurzem wurde dazu ein „Bericht“ vorgelegt, der von FBI, CIA und der NSA verfasst wurde und den man nur als absolut grotesk und lächerlich bezeichnen kann (eine genaue Analyse folgt später), weil das, was zu beweisen wäre, (dass ein Hacking stattfand und dass es die Russen waren) einfach als Tatsache vorausgesetzt wird und nur mehr die  „Motive“ Russlands bzw. Putins untersucht werden.

Hier soll gezeigt werden, dass die Wahlen in den USA TATSÄCHLICH MANIPULIERT wurden, aber nicht von Russland, sondern innerhalb des politischen Systems der USA.

EINLEITUNG: EMPÖRUNGS-MANAGEMENT FÜR ANFÄNGER

Es gibt in den „Sicherheitsbehörden“ und Geheimdiensten der USA (FBI, CIA, NSA, DIA, DHS, etc.) skrupellose Leute, die alles dafür tun, ihre Macht zu erhalten und auszuweiten. Es gibt aber auch (in den unteren Chargen) sehr viele Menschen, die naiv genug sind, zu glauben, Amerika sei das leuchtende Vorbild für Demokratie in der Welt.

Wenn sie feststellen, dass das System in dem sie arbeiten, korrupt und verbrecherisch ist und keine Skrupel hat, auch die eigene Bevölkerung zu betrügen, entsteht moralischer Widerstand, den man nicht so leicht brechen kann.

Der Mensch hungert nach Wahrheit und Gerechtigkeit, wenn er sich die Menschlichkeit noch nicht aberziehen ließ (um im System Karriere zu machen). Deshalb gibt es mutige und integre Leute wie Edward Snowdon, Bradley Manning oder Julian Assange, die sehr viel riskieren, damit die Öffentlichkeit erfährt, was wirklich gespielt wird.

Wenn aber ein solcher „Insider“ an die Öffentlichkeit geht und „auspackt“, ist das extrem peinlich für die amerikanischen Machtapparate, denn das überhöhte (fiktive) Image der USA beruht ja darauf, dass man eine überragende moralische Instanz sei. Ein mächtiger, global agierender Staat, der aber seine Macht immer nur für hohe Ideale einsetzt: Durchsetzung von Demokratie, Menschenrechten, der anderen Staaten „zu Hilfe kommt“ usw.

18117Jene Länder, die Opfer der ständigen (oft brutalen) Einmischung der USA  in ihre Angelegenheiten geworden sind, wissen natürlich, dass die wahre Rolle der USA eine ganz andere ist: sie nimmt sich seit Jahrzehnten das Recht heraus, gegen alle moralischen Regeln und Gesetze zu verstoßen, um ihre Machtansprüche durchzusetzen und geht tatsächlich „über (Millionen von) Leichen“.

Wenn diese Länder Amerika kritisieren, wird das meistens mit billigen Stigma-Wörtern wie „Anti-Amerikanismus“ abgewehrt und „Sanktionen“ und „political warfare“ sollen dafür sorgen, dass man sich schließlich dem selbstherrlichen US-Hegemon und seinem neoliberalen Wirtschaftsdiktat unterwirft.

Nützt das nichts, kommen die selbst gezüchteten „Terroristen“ zum Einsatz (Syrien, Irak, Libyen, etc.) und die „militärische Intervention“.

Doch wenn die Kritik aus den eigenen Reihen kommt, wenn es Amerikaner (noch dazu Sicherheits-Beamte) sind, die aus Empörung über die Skrupellosigkeit des Systems  vertrauliche (belastende) Informationen herausgeben, muss alles getan werden, um deren Motive zu vertuschen.

Es ist für die narzissistischen „Führungskräfte“ der USA unerträglich, wenn sie sich der schändlichen Realität stellen müssen:

Amerika ist ein korrupter „Schurkenstaat“ der übelsten Sorte, der moralische Werte nur als politische Waffe  gegen andere einsetzt), also rettet man sich durch psychologische Projektion:

Die eigenen Schandtaten werden auf den politischen Gegner übertragen (hier Putin), damit das eigene (mit den ständig proklamierten „Werten“ unvereinbare) Handeln gerechtfertigt erscheint.

Genau darum geht es in diesem Fall. Der Zugriff auf die e-mails der demokratischen Partei (von Clinton und anderen wichtigen Parteifunktionären) erfolgte nicht durch „Hacking“ von außen, sondern von innen, durch ein „Leak“ aus dem internen Sicherheitsapparat und dafür kommt in erster Linie die NSA in Frage (sie überwacht die gesamte elektronische Kommunikation in den USA und vor allem die der Politiker).

(Mehr Fakten dazu in Teil 2)

Wir befassen uns zunächst damit, wie man auf die Idee kommt, dass die Präsidentenwahlen – von innen – manipuliert wurden und welche Beweise es dafür gibt.

DER  DEMOKRATISCHE WAHLBETRUG: SANDERS GEGEN CLINTON

Eine Studie der Stanford Universität (statistische Analyse) befasste sich mit der Stimmenverteilung der beiden demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten Bernie Sanders und Hillary Clinton in den „Primaries“ (den Vorwahlen).

stanford-study-dem-primaries-rigged-1Dabei kamen die Wissenschaftler zu einem überraschenden Ergebnis: in den Bundesstaaten, wo die Stimmen nur elektronisch abgegeben und ausgewertet werden, hatte Clinton einen sehr großen Vorsprung: 30% mehr als Sanders. In den anderen Staaten hatte Sanders jedoch einen kleine Mehrheit gegenüber Clinton: 51% zu 49% (siehe Graphik). Wie war diese enorme Diskrepanz zu erklären?

Unregelmäßigkeiten bei Wahlen lassen sich durch eine einfache Methode feststellen: man befragt eine bestimmte Anzahl von Wählern direkt nach der Stimmenabgabe und vergleicht das dann mit dem Endergebnis. Stellt man erhebliche Abweichungen fest, muss das Verfahren genauer analysiert werden.

Bei der statistischen Analyse der Vorwahlen wurden solche „Unregelmäßigkeiten“ festgestellt und zwar in erheblichem Ausmaß. Das „Endergebnis“ zeigte in einigen Bundesstaaten eine viel größere Unterstützung für Clinton als die Befragung unmittelbar nach der Wahl erkennen ließ.

Ein Vergleich mit der Analyse der Wahlen von 2008 (wo Clinton verlor) zeigte, dass dieser Effekt damals nicht auftrat.  Die Studie kommt zu folgendem Schluss:

Diese Daten sind ein starkes Indiz dafür, dass es bei den Vorwahlen der demokratischen Partei zu Wahlbetrug gekommen ist, auf Kosten von Senator Sanders (also Clinton die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin „gestohlen“ hat).

Das ist an sich schon ein Riesenskandal und hier besonders infam, weil Bernie Sanders seit langer Zeit der erste Kandidat war, der sich wirklich für das amerikanische Volk einsetzte und nicht von Banken und Konzernen finanziert wurde.

Andere Wissenschaftler analysierten ebenfalls die Zahlen und kamen zum gleichen Ergebnis:

Hillary Clintons „Sieg“ in den Vorwahlen war nur möglich durch großangelegten Wahlbetrug. Sie errechneten, dass die Wahrscheinlichkeit für das „Ergebnis“ 1:77 Milliarden war, also statistisch betrachtet: so gut wie unmöglich.

clinton-wins-primaries-thru-fraudDie Tatsache, dass diese  „Abweichungen“ nur dort auftraten, wo die Wahl-Computer manipuliert werden konnten und es nichts „auf Papier“ gab um das Ergebnis zu überprüfen, legt nahe, dass hier manipulative Software verwendet wurde.

Die nächste Frage ist: Wie würde dieses System funktionieren ohne dass der Betrug (z.B. durch Wahlbeobachter) erkennbar wäre?

Da es auch bei anderen Wahlen in den USA (auf lokaler und regionaler Ebene) zu Ungereimtheiten gekommen war, wandten sich betroffene Kandidaten an erfahrene Programmierer und „Cyber-Security“ Spezialisten um der Sache auf den Grund zu gehen.

DAS ERGEBNIS DIESER UNTERSUCHUNG IST SCHOCKIEREND.

Dazu muss man folgendes wissen:

In einigen Bundesstaaten wird das GEMS Election Management System verwendet (damit werden etwa 25% aller Wählerstimmen  verwaltet):

  • Alaska, Connecticut, Georgia, Mississippi, New Hampshire, Utah and Vermont (in allen flächendeckend)
  • Arizona, California, Colorado, Florida, Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Massachusetts, Michigan, Missouri, Ohio, Pennsylvania, Tennessee, Texas, Virginia, Washington, Wisconsin and Wyoming (in einigen Wahl-Bezirken)

Man geht in einer „Demokratie“ davon aus, dass jede Stimme gleich viel zählt, egal wer sie abgibt. Doch die Computer-Experten fanden heraus, dass das GEMS System genau das NICHT macht, sondern so programmiert wurde, dass die Stimmen gewichtet werden.

WAS BEDEUTET DAS?

Das GEMS System (installiert in „Wahl-Computern“) zählt nicht  automatisch jede Stimme als „1“ (ganze Zahl), sondern kann so eingestellt werden, dass manche Stimmen mehr wiegen, andere dafür weniger, also mit Dezimalzahlen gerechnet wird. Das ist aber für den normalen „User“ nicht erkennbar.

So kann man z.B. jede Stimme für Sanders auf 0,25 abwerten, aber Stimmen für Clinton auf 1,75 aufwerten. Jeder Dezimalwert (Bruchzahl) ist möglich, doch in den ausgewiesenen Resultaten stehen immer nur ganze Zahlen.

Man kann sogar vorher exakt festlegen, welchen Prozentanteil die Kandidaten bekommen sollen: also z.B. 52% für Kandidat A und 48% für Kandidat B (der gültigen Stimmen).

Hier der O-Ton:

The results of this study demonstrate that a fractional vote feature is embedded in each GEMS application which can be used to invisibly, yet radically, alter election outcomes by pre-setting desired vote percentages to redistribute votes. This tampering is not visible to election observers, even if they are standing in the room and watching the computer. Use of the DECIMALIZED VOTE FEATURE is unlikely to be detected by auditing or canvass procedures, and can be applied across large jurisdictions in less than 60 seconds.

Das Fazit der Computer-Experten ist verheerend, denn alle Spuren der Rechnung mit Dezimalzahlen können binnen weniger Sekunden aus der Datenbank gelöscht werden, sodass selbst ein Eingabebefehl,  Dezimalstellen anzuzeigen, zu KEINEM Ergebnis führt.

Das Rechnen mit Dezimalzahlen ist auch kein „Fehler“ in der Programmierung, denn die Anweisung so zu rechnen ist mehrmals im Source Code enthalten.

Die Analyse von Programmier-Aufzeichnungen ergab auch, dass diese Aufspaltung der Stimmen an die Identität des Wählers gekoppelt wird. Die Stimmen-Gewichtung wird dabei in einer externen Tabelle gespeichert, die nicht im GEMS System sichtbar ist.

Die Computer-Experten haben selbst getestet, wie weit die Manipulation gehen kann, dabei zeigte sich, dass eine Stimme 25 mal gezählt werden kann und eine andere nur 0,001 mal. Damit können unerwünschte Stimmen praktisch „gelöscht“ werden.

Der Wahlbetrug begann nicht erst 2016 (um Hillary Clinton zu begünstigen): die spezielle „Wahl-Arithmetik“ von GEMS führte auch schon früher zu „getürkten“ Ergebnissen.

So wunderte sich ein Computer-Experte (Benny Smith)  im Oktober 2015 über die Wahl-Ergebnisse  im Landkreis Shelby County.  Er hatte am Wahltag ein Foto vom ausgedruckten Wahlergebnis in einem bestimmten Bezirk gemacht und diese Zahlen dann mit dem GEMS Ergebnis verglichen.

2015-shelby-county-te-gems-vote-riggingWie man auf dem Bild  links sieht, gingen die Zahlen weit auseinander.  Auf dem Papier-Ausdruck waren mehr Stimmen (für bestimmte Kandidaten) verzeichnet, als in der GEMS Auswertung.  Smith machte die Wahlbehörde darauf aufmerksam, doch erst als die „Verliererin“ der Wahl Druck machte, wurde das Ergebnis korrigiert.

Smith begann zu recherchieren, wie Stimmen sich verändern, sobald sie in das GEMS Programm gelangen. Er dachte anfangs, es wäre doch sehr schwer oder sogar unmöglich, so eine Manipulation durchzuführen. Ein System, das man „wunschgemäß“ konfigurieren kann, das schnell und exakt ist und von Leuten bedient werden kann, die keine Programmier-Spezialisten sind, wäre dafür notwendig.

  • Ist es möglich die Wahlergebnisse mit derselben Methode zu manipulieren unter allen Bedingungen? (adaptierbar für alle möglichen Wahlen auf Bezirks-, Länder- oder nationaler Ebene, auch in anderen Ländern)
  • Einsetzbar in verschiedenen Wahl-Computern (Touch-Screen, optische Scanner, etc.)
  • Wäre der Mechanismus raffiniert genug um die Manipulation unsichtbar zu machen?
  • Dazu müsste das (falsche) Ergebnis plausibel erscheinen, mit vorhandenen Wahlanalysen übereinstimmen, etc.

Das unerlässliche „Design Feature“ für diese Bedingungen ist die Aufsplittung der Stimmen in Dezimalzahlen. In der  Programmiersprache lautet der Befehl dazu DOUBLE (für double precision floating points) und nennt sich „floating point command“.  Damit wird GEMS automatisch jede Stimme als die erwünschte Dezimalzahl verbuchen (z.B. 0,00025 statt 1) und nicht als ganze Zahlen (Befehl: INT für Integer)

Die Computer-Experten fanden heraus, dass GEMS immer mit Dezimalzahlen operiert, diese aber unsichtbar sind. Gibt man jedoch eine bestimmte Zahl ein (Decimals Toggle) erscheinen sie im Ergebnisbericht auf dem Bildschirm.

Das Programm enthält also spezielle „features“ (verdeckte Funktionen), die nicht dokumentiert sind und gewisse „Fähigkeiten“, die nur in Erscheinung treten, wenn das System mit einem externen Modul kommuniziert.

So ein System ist natürlich völlig unzulässig zur Auswertung von Wählerstimmen und absolut demokratie-feindlich.

Die Soft – und Hardware für Wahlen müsste natürlich von unabhängigen Stellen zertifiziert werden, um zu verhindern, dass hier private Firmen nicht nur Wahlbetrug ermöglichen, sondern auch noch prächtig daran verdienen. Außerdem muss es immer auch einen Stimmzettel  (auf Papier) geben, um im Zweifel das Ergebnis überprüfen zu können.

Diese Art der  „Wahl“ wird auch als „Black Box Voting“ bezeichnet. Der Ausdruck „Black Box“ soll ausdrücken, man weiß was hineingeht und was herauskommt, was sich im Inneren abspielt, soll nicht näher untersucht werden. Bei Wikipedia heißt es dazu:

„Allgemein ist eine Black Box ein Objekt, dessen innerer Aufbau und innere Funktionsweise unbekannt sind oder als nicht von Bedeutung erachtet werden. Von Interesse ist vielmehr nur das Verhalten der Black Box, die über definierte Schnittstellen eine bestimmte Funktionalität sicherstellt.“

Hier die englischen Links zu den Ergebnissen der Untersuchung:

Part 1: Votes are being counted as fractions instead of as whole numbers http://blackboxvoting.org/fraction-magic-1
Part 2: Context, Background, Deeper, Worse http://blackboxvoting.org/fraction-magic-2
Part 3: Proof of code http://blackboxvoting.org/fraction-magic-3
Part 4: Presidential race in an entire state switched in four seconds http://blackboxvoting.org/fraction-magic-4
Part 5: Masters of the Universe http://blackboxvoting.org/fraction-magic-5

Es gelang den Computer-Experten in einem Test, das Wahlergebnis der Präsidentenwahl in Alaska mit GEMS in vier Sekunden zu manipulieren (Gewinner und Verlierer zu vertauschen .. siehe Part 4 oben)

Echtes Ergebnis (oberes Bild), die Fälschung darunter.

alaska-election-results-2004

blackbox-alaska-election-results-2004

Demnächst …  Teil 2: Warum es „die Russen“ nicht waren … und warum der „Bericht“ über „Russische Motive“ ein absoluter Witz ist …

                            

DEADLY BETRAYAL: Wie unsere Journalisten Terrorismus, Krieg und Massenmord ermöglichen

turkishisisAm 2. Dezember präsentierte das russische Verteidigungsministerium in einer Pressekonferenz klare und überzeugende Indizien dafür, dass die Türkei in den illegalen Öl-Schmuggel von IS involviert ist, also damit Terroristen und Mörder unterstützt. (Andere Quellen, die das bestätigen –siehe weiter unten)

Dieses Press Briefing war von enormer Wichtigkeit, weil die Türkei als NATO-Mitglied, enger Verbündeter der USA (und ab 2016 Visa-Freiheit und erneut Anwärter auf die EU-Mitgliedschaft!) eine zentrale Rolle in den außenpolitischen Intrigen spielt, die für verdeckt geführte Kriege, Massenmord, Vertreibung und Flüchtlingselend verantwortlich sind und dessen „blowback“ ja die „erhöhte Terrorgefahr“ in Europa sein soll.

Diese gefährliche Rolle der türkischen Regierung näher zu untersuchen, müsste daher eine vorrangige Aufgabe für die Presse sein.

Doch dieses Ereignis wurde VON UNSEREN MEDIEN IGNORIERT, ALS OB ES NIE STATTGEFUNDEN HÄTTE oder so bagatellisiert, dass es praktisch „unterging“.

Diese Journalisten müsste man wegen „Hochverrat“ an der Demokratie anklagen, denn sie verdienen ihr Geld damit, uns (um die Wahrheit) zu betrügen, wofür sie anscheinend auch billigend „über Leichen gehen“.

Diese moralisch korrupten und „gekauften Journalisten“ (Ulfkotte) sind die Totengräber des Völkerrechts, der Demokratie und der Freiheit.

Ohne ihre willfährige Unterstützung wären die politischen Verbrechen, die sich vor unseren Augen abspielen und wahrscheinlich zum dritten Weltkrieg führen, nicht möglich.

1 ZUR RUSSISCHEN PRESSEKONFERENZ (Ganzer Text- Englisch -siehe hier)

Der stellvertretende, russische Verteidigungsminister Anatoly ANTONOV sagte dabei u.a.:

„Der internationale Terrorismus ist die größte Gefahr in der heutigen Welt. … Viele Länder mussten das schon am eigenen Leib erfahren, besonders Russland. Der IS nimmt im IT eine absolute Spitzenstellung ein. Aber es gibt Mittel und Wege dieses Monster zu bekämpfen und zu besiegen. Die russische Luftwaffe hat das in den letzten zwei Monaten demonstriert. Wir sind überzeugt davon, dass dafür die finanziellen Quellen von IS zerstört werden müssen, wie Präsident Putin schon mehrfach betont hat. […]

Der illegale Verkauf von Erdöl ist eine Haupteinnahmequelle für die Terroristen in Syrien, die von manchen auf 2 Milliarden jährlich geschätzt wird.

Die Türkei ist der Hauptabnehmer dieses gestohlenen Erdöls, dessen legitime Besitzer die Staaten Syrien und Irak sind. Der erschreckendste Teil daran ist, dass sogar die politische Führungsebene in diese illegalen Geschäfte verwickelt ist: Präsident Erdogan und seine Familie.“

Es werden dann Satellitenaufnahmen, Aufklärungs-Videos und Fotos gezeigt, die beweisen, dass das gestohlene Öl (in industriellen Mengen) mit tausenden Tanklastern in die Türkei gebracht  wird: als „rollende Pipeline”.

c2a9-syria-mil-ruDas russische Militär hat drei wichtige Transport-Routen identifiziert:

  • Die westliche Route führt von den Ölfeldern in Raqqa durch West-Syrien (wo das russische Flugzeug abgeschossen wurde) zu den Mittelmeerhäfen Dörteyol und Iskenderun
  • Die nördliche Route geht von den Ölfeldern bei Deir- Ez-Zor im Osten Syriens entlang dem Fluss Euphrates zur Ölraffinerie in Batman, etwa 100 km nach der syrisch-türkischen Grenze. Ein Satellitenbild vom 18.Oktober zeigt 1.722 Tanklaster bei Deir-Ez-Zor, die darauf warten, beladen zu werden.
  • Die östliche Route beginnt im Norden des Irak, geht über die türkische Grenze (bei Zakho) und endet an einem großen Schiffs-Umschlaghafen (Pumpstation)in Cizre. Ein Satellitenfoto vom 14. November zeigt mehr als 3000 Tanklaster beim Grenzübertritt auf in die Türkei. Zwei weitere Bilder zeigen einen Teil der Strecke zwischen der syrischen Stadt Azaz und dem Grenzübergang. Auf dem ersten sieht man 240 Tanklaster auf der türkischen und 80 auf der syrischen Seite. Das zweite vom 16. November zeigt eine Kolonne von 360 Tanklastern am gleichen Grenzübergang.

Turkish-trucks-carrying-ISIS-oilInsgesamt transportieren 8.500 Laster bis zu 200.000 Tonnen Öl pro Tag, heißt es in der Pressekonferenz. Der Großteil dieser Fahrzeuge kommt über den Irak in die Türkei. Die angeblichen „air strikes“ der US-geführten Koalition haben diese „Ziele“ nicht getroffen ..,

Ein Überwachungsvideo zeigt auch, dass diese Lastwagen an der türkischen Grenze nicht kontrolliert werden. (Kann von YouTube blockiert werden)

Generalleutnant Mikhail MIZINTSEV erklärt, dass die Terroristen von IS auch direkt mit Nachschub versorgt werden:

Allein in dieser Woche sind aus der Türkei an die 2.000 neuen Kämpfer zu IS und Al Nusra etwa 120 Tonnen Munition und 250 Fahrzeuge gebracht worden. „

life sentence cumhuriyetAntonov weist auch darauf hin, dass Erdogan türkische Journalisten verhaften ließ, als diese den Waffenschmuggel nach Syrien , getarnt als „Hilfslieferung“ aufdeckten (Cumhurriyet Chefredakteur). Dazu gibt es ja auch ein Video von der Deutschen Welle (Englisch):

Antonov wendet sich dann direkt an anwesende Journalisten und ermutigt sie dazu, das gezeigte Daten-Material für weitere investigative Recherchen zu nutzen und sagt dann:

„Wir vertrauen darauf, dass – mit Ihrer Hilfe – die Wahrheit siegen wird.“

Doch dieses „Vertrauen“ wird zu 100% enttäuscht werden, denn wer noch daran zweifelte, dass unsere Schafsmedien und Papageienjournalisten nur mehr ein Fließband für perfide Propaganda, Lügen und Desinformation sind, kann sich anhand des Umgangs mit dieser Pressekonferenz davon überzeugen.

2 DIE   ZENSUR   UND   GLEICHSCHALTUNG   DER RUNDFUNK-MEDIEN (gebührenpflichtig!)

Tagesschau 212 IS finance BW EinsatzWeder die Tagesschau noch die Tagesthemen haben am 2. Dezember über die russische Pressekonferenz berichtet. Totales Blackout einer unbequemen Wahrheit. (ZDF und ORF dasselbe) Ein journalistischer Skandal, über den sich anscheinend niemand aufregt. Der Beitrag „Deutschland u. Frankreich wollen Finanzierung des IS erschweren“ kann in diesem Kontext nur als schwarzer Humor ausgelegt werden.

Und diese Leute haben die Chuzpe, sich über fehlende Pressefreiheit in Russland oder Syrien zu beschweren …

Die eilige Entsendung deutscher Soldaten nach Syrien in einen verdeckten Terror-Krieg der Geheimdienste gegen den souveränen Staat Syrien, kann angesichts dieser Zensur von den Zuschauern nicht richtig interpretiert werden. (Van der Leyen ist wohl der dümmste Verteidigungsminister, den Deutschland je hatte, sie hat also Chancen auf einen Orden von Obama!)

ORF: ENABLER VON KRIEG UND MASSENMORD

Ich möchte am Beispiel des ORF verdeutlichen, wie eine perfide Form der Zensur ausgeübt wird und wie das „Feindbild“ Russland durch subtile Formulierungen genährt wird:

Die wichtigsten Nachrichtensendungen im TV-Programm des ORF sind die „ZIB“ (Zeit im Bild), die mehrmals täglich gezeigt werden (fast stündlich). In der „Prime Time“, also am Abend, wenn die die Zuschauerzahlen am höchsten sind, werden die „ZIB 1“ (um 19:30 Uhr) und die „ZIB 2“ (um 21:45 Uhr) gezeigt.

Wenn man die ZIB 2 –Sendungen vom 2. bis 4. Dezember überprüft, sieht man, dass darin KEIN WORT über die russische Pressekonferenz vorkommt. (Dass es eine „Neuübersetzung von „Der kleine Prinz“ gibt, war einen eigenen Beitrag wert, die Förderung einer brutalen Terror-Organisation wie IS durch den türkischen Staat, nicht!)

Das ist wieder ein klarer Fall von ZENSUR durch TOT-SCHWEIGEN. (Zur besonderen Inszenierung in der ZIB 1 kommen wir weiter unten.)

Terrorfolgen ORF 1Terrorfolgen ORF 2Auf der Homepage des ORF gibt es auch einen „Themenschwerpunkt“: Terror und die Folgen. Auch hier KEIN WORT über die russische Pressekonferenz, die – bis dato unwiderlegte – Beweise für die Beteiligung der Türkei am Ölschmuggel von IS präsentiert hat. (siehe Screenshots abgerufen am 5.12.2015)

Auch in den Hörfunk-Programmen des ORF das gleiche Bild, hier demonstiert am Beispiel von „Ö Eins“, das sich als „Kultursender“ an die geistige und wirtschaftliche Elite als Zielpublikum wenden will. Am 2. Dezember 2015 wird in keiner der Journalsendungen oder „Nachrichten“ die russische Pressekonferenz erwähnt.

Mittagsjournal 312 Ö1Am Donnerstag, dem 3. Dezember findet man zum Thema „Russland“ nur das als Schlagzeile im „Mittagsjournal“:

„Putin Droht Türkei“

Schon dieser Titel und die Anmoderation zeigen deutlich, wie voreingenommen die Journalisten sind und wie bemüht man ist, den russischen Präsidenten immer in einem negativen Licht darzustellen:

„Putin heizt Konflikt mit Türkei weiter auf“

Auch in den „Nachrichten“ um 14:00 wird gegen Russland Stimmung gemacht: (Beitrag dauert 68 Sekunden)

„Diesen Streit hat Putin heute mit harten Worten und neuen Vorwürfen weiter angefacht“

Wie jeder Journalist weiß, ist der Kontext, in dem eine „Meldung“ gebracht wird, entscheidend dafür, wie sie vom Publikum aufgenommen wird und in welche Richtung die (eventuelle) Empörung der Zuschauer kanalisiert werden kann (siehe dazu Mausfeld: Empörungsmanagement).

In diesem Fall ist der richtige Kontext die Tatsache, dass ein russisches Kampfflugzeug heimtückisch (ja dieses Wort ist durchaus angebracht) vom türkischen Militär abgeschossen wurde, obwohl dieses keine feindseligen Absichten gegenüber der Türkei hatte, was die Regierung Erdogan auch genau wusste. (Mehr dazu weiter unten)

Celik Grey WolvesDie Ermordung der wehrlosen Piloten (im Fallschirm) bzw. im Rettungshubschrauber durch faschistische „Graue Wölfe“ (Bild) in Syrien ist ein Kriegsverbrechen nach der Genfer Konvention. (mehr Info dazu siehe meinen „Unter Wölfen“- Türkei Beitrag) doch das interessiert die Ö1-Papageien-Redaktion nicht. Deshalb begreift sie auch nicht, dass die türkische Regierung tatsächlich für den Tod des Piloten verantwortlich ist und stellt Putins Reaktion als überzogen und unversöhnlich dar (ganz im Sinne der USA/NATO).

Um diesen Eindruck zu erzeugen, wurden aus Putins Rede jene Passagen weggelassen, die zeigen, dass er durchaus auch versöhnliche und besonnene Worte gewählt hat. Außerdem wurde der Kontext manipuliert, um Aussagen zu unterschlagen, die die Unterstützung der Türkei für islamistische Terrorgruppen im Kaukasus – schon in den 1990er Jahren – zum Inhalt haben:

Der ORF bringt aus Putins Rede:

Wir wissen, wie er in der Türkei seine Taschen füllt und den Terroristen erlaubt …(durch die Erlöse des illegalen Ölhandels Söldner zu rekrutieren, Waffen zu kaufen und unmenschliche Terroranschläge …. zu organisieren). Den folgenden Satz bringt er aber nicht:

Wir erinnern uns, dass die Milizen, die zwischen 1990 und 2000 im Nord-Kaukasus operiert haben, Zuflucht, sowie moralische und materielle Unterstützung in der Türkei fanden. Das ist auch heute noch so.“

Diese Aussage Putins ist völlig korrekt, untermauert die Verlogenheit und Hinterlist der türkischen Führung, deshalb muss sie unterschlagen werden.

(Zur zentralen Rolle der Türkei / AKP bei Erschaffung islamistischer Terrorgruppen in den 1990er Jahren siehe auch Sibel Edmonds)

putinEbenso wie diese Äußerung, die eben nicht geeignet ist, Putin zu dämonisieren:

Das türkische Volk ist freundlich, fleißig und talentiert. Wir haben viele gute, verlässliche Freunde in der Türkei. Erlauben Sie mir, zu betonen, dass wir sie nicht mit jenem Teil der derzeitigen Führungsschicht gleichsetzen, die direkt für den Tod unserer Soldaten verantwortlich ist.“

Der nächste Satz

„Wir vergessen diese Hilfe für Terroristen nicht und werden Verrat immer für die niederträchtigste Tat halten, das sollen die in der Türkei wissen, die unseren Piloten in den Rücken geschossen haben.“

wird dann als Audio-Clip wieder abgespielt und sehr schlampig übersetzt. Putin sagte wörtlich:

Wir werden diese Kollusion mit Terroristen niemals vergessen. Wir haben Verrat immer als das Schlimmste und Schändlichste betrachtet, und das wird sich nie ändern. Ich möchte, dass sie sich das merken – diejenigen in der Türkei, die unsere Piloten in den Rücken geschossen haben und die Heuchler, die deren Verhalten rechtfertigen wollen und Terroristen decken.

Die nächste Passage wurde – aus den oben erwähnten Gründen – ebenfalls unterschlagen:

Ich verstehe nicht einmal, warum sie es getan haben. Irgendwelche Streitpunkte, Probleme, Meinungsverschiedenheiten, die uns nicht bekannt waren, hätten auch auf andere Weise gelöst werden können. Außerdem waren wir bereit, mit der Türkei selbst in den heikelsten Punkten zusammenzuarbeiten. Dann folgen sarkastische Bemerkungen über den „verlorenen Verstand“ der türkischen Führungsclique. […] Falls sie eine hysterische Reaktion von uns erwartet haben, damit wir eine Gefahr für uns selbst und für die Welt werden, haben sie sich getäuscht. [..]. Es wird nicht passieren.“

Unsere Handlungen werden immer von Verantwortungsgefühl geleitet werden, uns selbst gegenüber, unserem Land und unserem Volk.

Der nächste Satz wurde dann wieder vom ORF übernommen: „Wir werden nicht mit dem Säbel rasseln …“ und Putins „Drohung“, Wir werden sie mehr als einmal an ihre Tat erinnern. Und sie werden es bereuen. Wir wissen, was zu tun ist.“

Wir sehen also, wie manipulativ diese Art der „Reportage“ ist: das ist Propaganda für das US-State Department und hat mit „unabhängigem“ Journalismus nichts mehr zu tun.

3  KONTEXT   IS  EVERYTHING

Bei der faktisch-richtigen, politischen Interpretation des Abschusses der russischen SU-24 kann dem ORF ein amerikanischer Senator aus Virginia behilflich sein, der in diesem Video folgendes zu sagen hat:

 

Die Türkei ist der treueste Verbündete von IS; sie hat eine Kriegshandel mit IS aufgebaut, die sehr wichtig für ihre Wirtschaft ist. „

Dann zeigt er die wichtigste Versorgungsroute von der Türkei über Raqqa bis nach Mosul im Irak mit folgenden Worten: (Hervorhebungen von mir)

Russland hat vor kurzem diese Nachschublinien angegriffen. Die USA hat angeblich als Führer einer „Koalition“ dasselbe getan, doch die meisten dieser „Koalition“ haben in drei Monaten nicht eine einzige Bombe abgeworfen, irgendwie schaffen wir es nicht, diesen endlosen Strom von Tanklastern zu treffen; an einem einzigen Tag hat Russland mehrere hundert davon getroffen, deshalb ist die Türkei natürlich wütend, es geht um enorme Profite; Diesel und Benzin fließen zu den IS-Stellungen in Raqqa und weiter in den Irak;

Er zeigt dann wieder auf die Kartediese grüne Zone hier war von den Kurden erobert, die eine Schlacht gewonnen und dann begonnen haben, die Grenze abzuriegeln; sie waren kurz davor, diese Lücke (100 km breiten Korridor) zu schließen [wo Waffen und Terroristen über die Türkei nachgeliefert werden]. Das war der Zeitpunkt, wo die Türkei sagte: wir wollen jetzt auch bei eurer „Koalition“ mitmachen. Gebt uns nur eine „No-Fly“-Zone, dann werden wir IS bombardieren. Sie haben dann 300 Angriffe geflogen, 297 davon galten den Kurden, unseren Verbündeten. Sie haben also dieses Gebiet beschützt, damit der Nachschub für IS weiterhin fließen kann …

Senator Black stellt noch fest: Die Türkei versorgt aber auch die Ableger von Al Kaida in Syrien mit Nachschub. Zum Abschuss der russischen Su-24 sagt er:

Dafür gibt es keine Ausrede, keine Rechtfertigung, das war ein klarer Akt der Aggression, ein Hinterhalt. Dazu kommt noch, dass Russland ja mit den USA kooperieren wollte und die Flugdaten seiner Kampfflugzeuge zur Verfügung gestellt hat (auch der Türkeiwas verständlich macht, warum Putin von Verrat spricht und stinksauer ist)

Doch von diesem Kontext wollen unsere Medienschafe nichts wissen.

ORF: THE 5-MINUTE DAILY PUTIN-HATE (nach George Orwell)

SU 24Der Abschuss des Flugzeugs wird zwar vom ORF en passant erwähnt, aber als keine große Sache. Ausgesuchte Passagen – wie oben ausgeführt – sollen „einmal mehr“ dem Publikum suggerieren, wie „aggressiv“ der russische Präsident doch ist, was seit seinem Eingreifen in die Ukraine-Krise ja seine mediale Rolle als „Schurke“ untermauern soll.

Der russische Präsident Putin hat der Türkei einmal mehr unverhohlen gedroht.“

Damit beginnt der o.a. Beitrag des ORF und im Audio-Clip (nur mehr bis 10.12. verfügbar) finden wir ebenfalls eine negative Formulierung:

Wer gehofft hat, dass Präsident Putin seine heutige Rede nutzen wird um einen Ausweg aus dem eskalierenden Streit mit der Türkei zu finden, wurde enttäuscht.“

Das Innuendo hier ist (wie es der ORF seit Jahren in seiner dubiosen „Nahost-Krise—Berichterstattung“ macht), dass beide Parteien (gleich viel) Schuld an der Krise haben, und es sich nicht um Opfer (Russland) und Täter (Türkei) handelt; doch die wahre Rolle der Türkei (oder Israels) in diesem perfiden Spiel wird vom ORF nicht hinterfragt. Dann folgt dieser Satz:

Putin erneuert im Gegenteil die gestern vom russischen Verteidigungsministerium direkt gegen den RUSSISCHEN [vielsagender Freud’scher Versprecher!] Präsidenten Erdogan und dessen Familie erhobenen Vorwürfe.“

MERKE: Unter dem Titel „Putins Rede zur Lage der Nation“ wurde also ein Hinweis auf die russische Pressekonferenz über den Ölschmuggel versteckt: in einem einzigen Satz.

Wer die Pressekonferenz nicht gesehen hat, käme aufgrund dieser einsilbigen, bagatellisierenden Darstellung nie auf die Idee, dass hier wichtige, detaillierte Beweise vorgelegt wurden (Satellitenbilder, Fotos, etc.) Stattdessen präsentiert der ORF die russischen Daten nur als „Vorwürfe“, die man nicht weiter zu beachten braucht.

Das ist eine perfide Manipulation, eine Verarschung der Zuschauer und ein Verstoß gegen das Rundfunkgesetz.

Es wäre die Pflicht des ORF, diese Daten und Fakten zu überprüfen, um festzustellen, ob sie durch andere Quellen untermauert werden oder ob man sie widerlegen kann. Aber nichts davon passiert. Man schweigt und präsentiert weiterhin „frisierte“ Nachrichten, die eine Beleidigung für die Intelligenz der Zuschauer sind und zum Großteil aus den PR-Abteilungen des State Departments kommen.

Sie schreiben, was man ihnen gibt“.

(Zitat aus dem Buch „Flat Earth News” von Nick Davies – die akkurate  Beschreibung unserer “Nachrichten“)

Der einzige Lichtblick in diesem völlig korrupten System ist die MONITOR-Redaktion des WDR, vor der ich meinen Hut ziehe.

Aus dem Video-Clip: „

Sie bringen Terroristen aus 40 Ländern nach Syrien …!“ Ein Abgeordneter der türkischen Opposition zu Erdogan ….

 4  DÜMMLICHE  UNTERHALTUNG  STATT  SERIÖSER INFORMATION

Was ist mit dem „Bildungsauftrag“ eines Senders, für den wir Gebühren zahlen müssen, der uns aber regelmäßig für dumm verkauft?

Und damit kommen wir zur „ZIB 20“ vom 2. Dezember 2015, die in der „prime time“ um 20 Uhr gesendet wird:

Wurde dort über die wichtige Pressekonferenz des russischen Generalstabs berichtet, die Erdogan und seine Regierung als Unterstützer einer Terror-Organisation entlarvt, die von der UN jüngst als „globale Bedrohung“ klassifiziert wurde?

Nein, natürlich nicht.

Der ORF versteht es „Prioritäten“ zu setzen, soll heißen die Zuschauer mit „kuriosen“ und „skurrilen“ Meldungen zu erfreuen, die in Zeiten von dämlichem „Info-tainment“ als normal empfunden werden und den Zuschauer nicht aufregen. Unter der Schlagzeile:

Erdogan mit Gollum verglichen

Gollum Erdogan ZIB20 212entblödet sich die ZIB-Redaktion nicht, einen Beitrag über einen völlig unwichtigen Twitter-Furz aus der Türkei zu bringen, doch wie wir sehen werden, hatte diese Meldung eines „skurrilen Streits“ durchaus eine politische Funktion:

Der 40-Sekunden lange Beitrag hörte sich so an:

Die Eiszeit nach dem Jet-Abschuss zwischen Russland und der Türkei geht in die nächste Runde. Russland  wirft dem türkischen Präsident Erdogan vor, in Ölgeschäfte mit der Terrormiliz IS verwickelt zu sein. Keine gute Phase für Erdogan, in der er derzeit steht und dann auch noch das: ein Arzt vergleicht ihn mit der Phantasiefigur Gollub aus Herr der Ringe und landet dafür vor Gericht.

Dieses Bild hat er auf Twitter gepostet. Jetzt sollen Experten für das Gericht klären, ob es sich bei dem Vergleich um eine Beleidigung handelt. Zwei Wissenschaftler, 2 Psychologen und ein Filmexperte sollen mögliche Ähnlichkeiten prüfen. Seinen Job im Krankenhaus ist der Arzt jedenfalls los.

MERKE:

Auch hier wendet die ORF-Redaktion den gleichen journalistischen Trick an, den wir schon im Mittagsjournal gesehen haben: ein Ereignis von großer politischer Bedeutung – für die Wahrheitsfindung in mitten eskalierender Gewalt- einfach zu ignorieren, lässt sich mit der Informationspflicht des ORF (der Gebühren zwangsweise einhebt) nicht vereinbaren.

Doch was tun, wenn man unliebsame, (russische) Wahrheiten unter den Teppich kehren will, ohne dass der Redaktion Total-Zensur (durch Verschweigen) vorgeworfen werden kann?

Man bringt einen Satz zu dem politisch äußerst brisanten Thema (das tagelang erörtert werden müsste) und stellt diesen in einen Kontext, der vom Publikum als lächerlich und absurd wahrgenommen werden muss.

Eine Fantasy-Figur aus einem Kino-Kassenschlager, deren Grimassen mit denen von Erdogan verglichen werden, ist dazu sehr gut geeignet.

Zaman Gollub story 1510Doch wieso bringt der ORF diese Twitter-Story ausgerechnet am 2.Dezember, wenn die Meldung über den türkischen Arzt, der wegen „Beleidigung“ von Sultan Erdogan seinen Job verloren hatte, schon fast zwei Monate alt ist?  (vom 15. 10.)

Und warum bringt er sie – als billiges Amusement – und nicht in einem viel kritischeren Kontext, zur Untermauerung der Vorwürfe gegen Erdogan, der massiv gegen Presse- und Meinungsfreiheit vorgeht, Journalisten verhaften lässt, um sein quasi-faschistisches Regime an der Macht zu halten?

Und warum findet man über hundert andere Presseberichte aus dutzenden Ländern, die alle diese Story exakt zur gleichen Zeit aufgegriffen haben?

Gollum newsfeed 1Hier nur eine kleine Auswahl der wichtigsten Medien:

BBC / Zaman / taz / msn / faz / stern /handelsblatt /sueddeutsche /diepresse / foxnews / FP / press-report (PA) / diewelt / telegraph.uk /times-of-israel/ ORF / Spiegel / Kurier / Yahoo / der Standard / tageblatt / WaPo ..

Gollum newsfeed 4Die „Quelle“ all dieser Schafs-Presse-Monotonie scheint die Washington Post gewesen zu sein, die sich wiederum auf eine türkische Presseagentur beruft (DHA).

Lanciert wurde diese „leicht verdauliche“ und amüsante Meldung in unseren Breiten von der Presseagentur AP und wie ferngesteuerte Marionetten haben über 100 Chefredakteure sie übernommen …

Das hätte Goebbels imponiert: man braucht keine Gestapo mehr, um die Inhalte zu kontrollieren …Sieg Heil!

Es handelt sich also um eine inszenierte Medien-Kampagne, für die sich unsere churnalists bereitwillig hergeben.

FAZ  oilsmuggle to Turkey spinAls Beispiel für die „Kollusion“ der Printmedien mit den wirklichen Sponsoren des „Terrors“ soll hier die FAZ vorgeführt werden, deren Artikel so beginnt

Im Streit mit der Türkei hat die russische Regierung schwere Vorwürfe nachgelegt: Der türkische Staatschef …Erdogan und dessen Familie seien in Ölgeschäfte mit ….(IS) verwickelt, sagte der russische Vizeverteidigungsminister Antonow am Mittwoch in Moskau. Erdogan warf Moskau daraufhin „Verleumdung“ vor. Auch das amerikanische Außenministerium wies die russischen Darstellungen als falsch zurück.

Auch hier kein Wort über das umfassende Datenmaterial, das der russische Generalstab als Beweise für den Ölschmuggel in die Türkei vorgelegt hat.

Stattdessen sofort „Dementi“ aus Ankara und Washington, um zu suggerieren, es gäbe große Zweifel an der Darstellung Russlands, die im Kontext des „Streites“ nach dem Flugzeugabschuss [ein kriegerischer, aggressiver Akt der Türkei nach dem Völkerrecht] ja eher emotional und nicht rational analysiert werden soll. Russland legt Fakten auf den Tisch, die USA sagen das sei „falsch“. End of Story.

Das ist also „Journalismus“ in einer „freien“ Gesellschaft. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke …

5 JUST-IN-TIME-TERROR (ON DEMAND)

San Bernadino PSYOPDas zweite große mediale Ablenkungsmanöver war natürlich das mit perfect timing durchgeführte „mass shooting“ (wieder während einer Einsatzübung mit dem gleichen Szenario) sprich der „Terror“ von San Bernadino, dessen „storyline“ so absurd ist, dass man sich jeden Kommentar dazu ersparen kann, außer: wenn das keine inszenierte PSYOP war, fresse ich einen Besen. (Es ist immer das gleiche Muster … siehe dazu meine Artikel über die Anschläge in Paris)

Aber die Medienschafe rennen schön brav dem Leithammel (der Presseagentur) nach, der ein Wolf im Schafspelz ist und übernehmen den BS von Twitter und Facebook ebenso unkritisch.

Die ORF / ZDF / ARD „Nachrichten“-Redaktionen und ihre Kollegen in den Printmedien tun weiter so, als ob die kriminellen Machenschaften der Türkei nur „Vorwürfe“ aus Russland seien, die man nicht weiter verfolgen muss.

Ihre Verpflichtung, durch investigative Recherchen zu klären, was Erdogan und die Türkei wirklich mit IS zu tun haben (und damit auch die Rolle der USA/NATO zu entlarven) wird völlig missachtet.

barbarism IS Syria

Sie tragen deshalb Mitverantwortung am Tod von über 250.000 Menschen (allein in Syrien), unvorstellbarem Terror, Enthauptungen und dem Elend von über 10 Millionen Flüchtlingen (aus Syrien und Irak), das jetzt als „Bumerang“ zu uns zurückkommt (die USA sind ja weit weg und wollen die Opfer ihrer Barbarei ja nicht vor der eigenen Haustür haben …).

(Bild: enthaupteter syrischer Soldat; die tapfere, syrische Armee verteidigt seit vier Jahren ihr Land gegen westliche BARBAREN, die sich feige hinter synthetischen „Islamisten“ verschanzen; dafür sind etwa 100.000 Soldaten gestorben … )

6 DIE TÜRKEI IST EIN MAFIA-STAAT (deshalb so nützlich für die NATO)

Im Internet findet man aber zahlreiche Artikel und Recherchen, die die Behauptungen Russlands über die Rolle der Türkei – und der Familie Erdogan – untermauern, die meisten in englischer Sprache. Aber es gibt auch etwas auf Deutsch: z.B. das:

DWN US Turkei dulden Ölschmuggel

Enge Verbündete der USA und Großbritanniens finanzieren heimlich die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan (ARK) im Norden des Irak und der türkische Militärgeheimdienst haben den verdeckten IS-Ölschmuggel unterstützt und die Terrorgruppe darüber hinaus mit Waffen und Ausrüstung versorgt. Auch britische Ölkonzerne sind in den illegalen Ölschmuggel des IS involviert.

Die Anschuldigungen wurden auch von türkischen Abgeordneten bestätigt, darunter ein hoher Beamter mit Verbindungen zum Büro des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu.

Er bestätigte gegenüber dem MiddleEastEye, dass die Unterstützung der Türkei für islamistische Rebellen im Kampf gegen Assad von entscheidender Bedeutung für den rasanten Aufstieg des IS war.

Das Ausmaß der IS-Schmuggel-Operationen über die türkisch-syrische Grenze ist enorm, und vieles davon geschieht mit der Zustimmung von Erdogan und Davutoglu, die in den Islamisten eine Möglichkeit sehen, den türkischen Einfluss in der Region auszudehnen.“

(Einige Aussagen in diesem Artikel sind widersprüchlich und mit Vorsicht zu genießen …wer den Ölschmuggel duldet, kann nicht gleichzeitig „Verbündeter der USA im Kampf gegen IS sein“ .. hier hat ein „editor“ eingegriffen, um den Artikel zu entschärfen )

Reportagen wie diese zeigen, dass es sich schon seit langem um mehr als nur einen „Verdacht“ handelt.

Spricht man mit Leuten und Journalisten aus der Region (Irak, Syrien, Libanon), so weiß praktisch jeder dort, dass die Türkei (neben Saudi Arabien) der größte Förderer und Beschützer von IS  und den anderen Al Kaida-Ablegern in Syrien ist, den profitablen Ölschmuggel unterstützt, und dahinter leading from behind steht natürlich die größenwahnsinnige USA (und in einer Oscar-reifen „Nebenrolle“ Großbritannien und Frankreich, die ihre neo-kolonialen Pläne endlich realisieren wollen.

Wer verstehen will, was in Ankara wirklich hinter den Kulissen los ist, sollte diesen Artikel lesen.

Auch andere (von Russland unabhängige) Quellen bestätigen die „Vorwürfe“ des russischen Militärs über den illegalen Ölschmuggel in die Türkei. Hier ein Beispiel:

7  ÖLSCHMUGGEL  IN  DIE  TÜRKEI: Eine Tatsache, kein „Vorwurf“

IS oil smuggling studyDie Wissenschaftler haben die Häufigkeit der Charter von Öltankern an südöstlichen Mittelmeerhäfen untersucht und die Aktivität an Öl-Verladestationen in IS-kontrollierten Gebieten damit verglichen.

Sie zitieren Zahlen aus Presseberichten von 45.000 Fass Erdöl (bpd), die IS angeblich seit 2015 PRO TAG produziert (eine Steigerung von 50% seit 2014 innerhalb der Zeit, wo die USA sie angeblich „bombardiert“ hat).

Wenn das stimmt, muss uns klar sein, dass so ein Logistiksystem nicht von einer primitiven Killer- und Verbrecherbande mit schwarzer Flagge auf die Beine gestellt wurde, sondern dass dabei Profis am Werk waren (also Leute aus der westlich dominierten Ölbranche und Geheimdienste, die beste Kontakte zu Schmugglern und kriminellen Netzwerken aller Art haben.

Das sei eine beachtliche Menge, ja „geradezu rätselhaft, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Kriegsgebiet handelt“ schreiben die Autoren. Hohe Profite bzw. Bestechungsgelder (auch für lokale Mittelsmänner, Wachposten und Beduinen-Stämme) garantieren einen reibungslosen Ablauf des Schmuggels.

Die Studie zeigt, dass die Öl-Transporte letztlich im Südosten der Türkei in  Adana enden, wo sich der große Tanker-Hafen Ceyhan befindet. . Dieser Öl-Verladehafen wird von der türkischen Firma BIL kontrolliert (ich erinnere nur daran, dass der Sohn von Erdogan Bilal heißt…) und diese Leute müssen doch wissen, woher das Erdöl kommt, das sie weiterverkaufen.

Schlussfolgerung der Studie:

Jedes Mal, wenn die Islamisten in Regionen mit hohen Ölvorkommen kämpfen, erreichen die Exporte von Ceyhan einen (ungewöhnlichen) Höchststand.

correlation IS gains and tanker spikes

Das sei kein Beweis für eine direkte Kooperation zwischen der türkischen Regierung und dem IS, aber ein „ein deutlicher Hinweis auf eine „illegale Lieferkette“, in der das Öl der Terroristen über Ceyhan in die globalen Märkte gelangt.

[Übrigens: Der türkische Energieminister ist Erdogans Schwiegersohn]

British oilfirms IS smuggleNeben der Türkei sind auch britische Ölfirmen (Genel Energy) und die Kurden in den Schmuggel verwickelt (vor allem aus dem Irak). Jedenfalls der korrupte Barzani-Clan und die „patriotische Union Kurdistans“, die natürlich seit Jahren mit den USA gemeinsame Sache machen und dafür quasi einen Staat im Staat bilden durfte (der die Autorität der irakischen Regierung in Bagdad untergräbt und auch von Israel beeinflusst wird).

Der offizielle Kurdenstaat (in „Syraq“)  ist ja noch in Arbeit ….die ethnische Säuberung dafür erledigt ja der IS für die Türkei, Israel und Frankreich.

Die Türkei kann ja – dank unserer hirntoten Schafsmedien – jetzt auch im Irak „einmarschieren“, ohne rechtliche Konsequenzen. Das Völkerrecht wurde abgeschafft bzw. wird nur dann exhumiert, wenn man es gegen Putin und andere „Bösewichte“ als politische Waffe einsetzen kann. Der Witz dabei ist, dass Russland das einzige Land ist, das seine Aktivitäten in Syrien im Einklang mit dem Völkerrecht durchführt (weil mit Zustimmung der syrischen Regierung).

Damit die Öffentlichkeit versteht, was hier gespielt wird, müssten die Journalisten den größeren, geostrategischen Kontext untersuchen, doch das wird gemieden wie die Pest.

FAZIT 1:

the terror chess pieceDer IS ist eine von Geheimdiensten erschaffene Killerbande, eine künstliches Monster, eine „dual-use“ „Bedrohung“, die die mörderische Außenpolitik der USA und ihrer schäbigen Vasallen AUSFÜHRT aber gleichzeitig TARNT und später das militärische „Eingreifen“ gegen diese Monster legitimieren soll. Alle kämpfen nur mehr gegen „Terroristen“, egal wo die sich befinden und die dortige Regierung (die das Opfer der eingeschleusten Terroristen ist) wird einfach ignoriert und dann auch noch für die Gewalt verantwortlich gemacht . und unsere unspeakable Presse macht dabei mit ….

FAZIT 2:

Unsere Journaille ist das Letzte. Man muss ein neues Wort finden, um die Verachtung, die man für sie empfindet ausdrücken zu können …

Kann man in einem Meer aus Lügen ertrinken? Ich bekomme jedenfalls keine Luft mehr …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AIR TURKEY: Der Kalif von IS sitzt in Ankara

syrian border clashes russia turkey 20 NovBereits am 20. November 2015 meldete die Presseagentur AFP Spannungen zwischen der Türkei und Russland, weil die russischen Bomber „sehr nahe“ an der türkischen Grenze operierten (was sich nicht vermeiden lässt). Der russische Botschafter wurde also ins Außenministerium zitiert, wo man ihn davor warnte, „zivile Ziele in turkmenischen Dörfern“ zu bombardieren und „die Operationen sofort zu beenden“, andernfalls wurden „ernste Konsequenzen“ angedroht.

Es gab ja schon mehrfach solche „Warnungen“ (eher Drohungen), seitdem Präsident Putin in Absprache mit Präsident Assad den Luftkampf gegen die Terroristenbanden in Syrien (IS & Co.) Ende September aufgenommen hat.

Doch die (seit Wochen) zur Schau gestellte “Empörung” Erdogans über die (dramatisierten) Luftraumverletzungen russischer Kampfflugzeuge und der Abschuss einer SU 24 vor zwei Tagen sind nicht das, als was sie erscheinen. Es ist ein Affentheater, um das zu verschleiern, worum es wirklich geht:

ERDOGAN IST DER LOGISTISCHE „KALIF“ VON ISIS

(jedenfalls seit der saudische Prinz Bandar einen unrühmlichen „Abgang“ hatte)

Was damit gemeint ist – und was sich auch demonstrieren lässt – soll im Folgenden (siehe auch weiter unten) erklärt werden:

Sukoi 24Der Abschuss eines russischen SU-24 Bomber-Jets durch türkische F-16 Piloten ist eine klare Provokation der Türkei, wie Außenminister Lavrov richtig feststellte. Gestern meldete RT, dass einer der Piloten, Konstantin Murahtin gerettet werden konnte. Er sagte u.a. folgendes:

Es gab keine Warnung, weder über Funk noch visuell. Es gab überhaupt keinen Kontakt. Deshalb haben wir unsere übliche Route genommen. Sie müssen verstehen, was die Fluggeschwindigkeit eines Bombers ist, verglichen mit einer F-16. Wenn sie uns warnen wollten, hätten sie einen Parallelkurs fliegen können. Aber da war nichts. Und die Rakete traf unser Heck völlig unerwartet. Wir hatten keine Zeit, ein Ausweichmanöver zu fliegen.“

Vergleich: russische Flugroute und türkische Angaben

Vergleich: russische Flugroute und türkische Angaben

Na ja, könnte man jetzt argumentieren: die Türkei sagt das eine, Russland das andere – wem soll man glauben? Abgesehen davon, dass Erdogan so viel Glaubwürdigkeit hat, wie Machiavelli und Goebbels zusammengenommen, kann man seinen Verstand einschalten und die Fakten überprüfen:

Das russische Militär betont, dass das Flugzeug 1 km von der türkischen Grenze entfernt war, als es abgeschossen wurde und sich in ca. 6000 m Höhe befand. Die Absturzstelle liegt ca. 4 km hinter der syrisch-türkischen Grenze, also in Syrien.

TurkeyUNLetterDas Schreiben, das die türkische Regierung (als Beschwerde über den Vorfall) beim UNSC eingereicht hat, wurde mittlerweile veröffentlicht – siehe Bild oben. Die eine Su-24 hat demnach (wenn die türkische Regierung die Wahrheit sagt) für ganze 17 SEKUNDEN (!) und über eine Länge von 1,8 km, die türkische Lufthoheit verletzt.

Gleichzeitig behauptet die Türkei, man habe die russischen Piloten 5 MINUTEN lang gewarnt, bevor die Abfangjäger den Befehl zum Abschuss erhielten. (Normalerweise wird das nicht-feindliche Flugzeug von Kampfjets eskortiert und gezwungen, zu landen oder den Luftraum zu verlassen)

Das ergibt keinen Sinn, denn innerhalb von 17 Sekunden kann kein Kampfflugzeug aufsteigen, die Absicht zu schießen, muss also schon vorher bestanden haben. Auch das ist aber (innerhalb der offiziellen Darstellung) nicht logisch, denn alle Beteiligten wussten ja, dass die russische Luftwaffe nicht die Türkei angreifen will, sondern die Infrastruktur der Terroristen im Norden Syriens.

Reuters russian SU 24 hit in syrian airspaceDie Presseagentur REUTERS veröffentlichte am 25. November 2015 eine kurze, aber sehr brisante Meldung:

Die Vereinigten Staaten glauben, dass der russische Jet, der am Dienstag von der Türkei abgeschossen wurde, innerhalb des syrischen Luftraums getroffen wurde, nachdem er kurz in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Diese Angaben stammen von einem US-Regierungsbeamten, der anonym bleiben wollte. Dieser sagte, diese Bewertung beruhe auf der „Wärme-Signatur“ des Jets. 

Diese Meldung wurde auch von der türkischen Presse übernommen.

Als ein türkisches Kampfflugzeug 2012 von der syrischen Luftabwehr abgeschossen wurde, schlug Erdogan ganz andere Töne an: Er sagte damals vor dem türkischen Parlament:

Ein “kurzzeitiges Eindringen in den Luftraum anderer Staaten kann niemals einen solchen Angriff rechtfertigen“.

Das aggressive Verhalten der Türkei ergibt aber sehr viel Sinn, wenn man den richtigen Kontext dazu liefert, dann wird die politische Interpretation sehr leicht (wie auch Putins Kommentar dazu deutlich macht)

DIE TÜRKEI: MAFIASTAAT UND „TÜRROR“-PATE

isis t-shirt in Turkey

IS „Fan-Artikel“ in der Türkei frei erhältlich ..

Die Türkei ist massiv in jenes Netzwerk verwickelt, dass den Support für die fanatischen Islamisten und Killerbanden, die u.a. nach Syrien eingeschleust wurden, gewährleistet.

Dazu hat sich ja Präsident Putin kürzlich vor der UN mehr oder weniger eindeutig geäußert:

Der IS ist nicht aus dem Nichts entstanden. Er wurde ursprünglich als Waffe gegen unerwünschte, säkulare Regierungen geschaffen. […] Die Lage ist sehr gefährlich. Unter diesen Umständen ist es heuchlerisch und unverantwortlich, Erklärungen über die Gefahr des Terrorismus abzugeben und gleichzeitig wegzuschauen, wenn es um die Kanäle der Finanzierung der Terroristen geht. Dazu gehören Drogen- und Waffenhandel und illegaler Verkauf von (gestohlenem) Erdöl.

Es ist ebenso unverantwortlich, Extremistengruppen zu manipulieren, um politische Ziele zu erreichen – in der Hoffnung, man werde später einen Weg finden, sie loszuwerden.“

(Präsident Putin, Auszug aus seiner Rede vor der UN-Generalversammlung am 28. September 2015)

turkey-ISISWelche perfide Rolle (u.a.) die türkische Regierung unter Erdogan im scheinheiligen „war on terror“ einnimmt, habe ich ja schon in früheren Artikeln geschildert.

David L.Philips, Professor für Politikwissenschaft an der Columbia Universität, machte sich 2014 die Mühe, die immer lauter werdenden Vorwürfe gegen Erdogan, den IS und andere Terrorgruppen (wie Al Nusra) systematisch zu unterstützen, zu untersuchen.

Dazu durchforsteten er und seine Kollegen zahlreiche internationale Presseberichte, in denen die Komplizenschaft der Türkei mit dem Terrorismus in Syrien deutlich wird. Eine Liste dieser sehr aussagekräftigen Indizien hat die Huffington Post am 11. Oktober 2014 veröffentlicht. Hier als „Vorgeschmack“ nur die Absatz-Überschriften:

  • Turkey Provides Military Equipment to ISIS
  • Turkey Provided Training to ISIS Fighters
  • Turkey Offers Medical Care to ISIS Fighters
  • Turkey Supports ISIS Financially Through Purchase of Oil
  • Turkish Forces Are Fighting Alongside ISIS
  • Turkey Helped ISIS in Battle for Kobani
  • Turkey and ISIS Share a Worldview
  • Turkey Provided Transport and Logistical Assistance to ISIS Fighters

Alleine die Tatsache, dass Erdogan Journalisten und Staatsanwälte verhaften lässt und sie mit Todesstrafe oder lebenslanger Haft wegen „Spionage“ bedroht, die die gut belegten „Vorwürfe“ über den Terror-Support der AKP-Regierung aufdecken bzw. untersuchen, spricht ja bereits für sich …

Classified Woman EdmondsAuch die mutige Sibel Edmonds (Expertin für den türkischen “deep state”) hat auf ihrer Website (BFP) die Rolle ihres Heimatlandes (das sie als Kind verlassen hat) im absurden „Kampf gegen den Terror“ entlarvt, z.B. hier:

 “Seit Beginn des sogenannten “syrischen Bürgerkrieges“ hat NATO-Mitglied Türkei eine entscheidende Rolle bei der Eskalation des Konfliktes gespielt, indem sie zahllose Waffen und Kämpfer nach Syrien gebracht hat. Ohne diese große Unterstützung der Terroristen, die in Syrien kämpfen, wäre der Aufstieg des IS nicht möglich gewesen, wie dessen Mitglieder selbst zugegeben haben.“

Zur Rolle unserer Journaille in diesem perfiden Spiel (sie „berichten“ über den Bockmist, den Erdogan, Obama, Hollande, NATO-Propagandist Fogh-Rasmussen, etc. von sich geben, als wäre das die Wahrheit) – das Millionen Menschen das Leben kostet oder sie zu unerwünschten Flüchtlingen macht – zitiere ich Dr. Paul Craig Roberts und schließe mich seiner von Herzen kommenden Polemik voll und ganz an:

The Western media whores are complicit in the crimes, because they fail their responsibility to hold government accountable and make it impossible for valid information to reach people. The Western media serves as cheerleaders for death and destruction.

Zurück zu Erdogan …

TÜRKEI: WIR VERLEGEN EINFACH DIE GRENZE …

Es gab ja schon im Oktober 2015 „Alarm“ wegen einer angeblichen Luftraumverletzung der Türkei durch ein russisches Flugzeug. Damals lauteten die Schlagzeilen etwa so:

Die zionistisch-atlantische Vasallen-Presse machte daraus sogar

Russland drang absichtlich in türkischen Luftraum ein (Der Standard).

Russland gab kurz darauf zu, dass die Maschine für ein paar Sekunden die Grenze überschritten habe, das sei aber ein Versehen gewesen. Doch schon einige Stunden früher hatte die kleinere, amerikanische Presseagentur McClatchy etwas genauer über diese „Luftraumverletzung“ so berichtet:

McClatchy Russan jet Turkish border Oct 5Das russische Flugzeug hatte zuvor das syrische Dorf Yamdiyyah bombardiert, das sich in unmittelbarer Nähe zur türkischen Grenze befindet und war dabei ins „Zielradar“ der türkischen Luftabwehr geraten. Man hätte angegriffen, wenn die Maschine den „türkischen“ Luftraum innerhalb dieses Limits verletzt hätte, sagte eine türkische Quelle den Journalisten.

Dann heißt es wörtlich in dem Artikel:

Aber ein Vertreter des US-Militärs legte nahe, dass der Vorfall sehr knapp an einer „bewaffneten Konfrontation“ vorbeigeschrammt war. Er sagte, das russische Flugzeug sei „5 Meilen weit in den türkischen Luftraum eingedrungen“ …. Die türkische Luftraumsicherung sei sofort gestartet, aber inzwischen sei der russische Jet schon wieder in Syrien gewesen. Der türkische Sicherheitsbeamte konnte diese Darstellung nicht bestätigen.“

Mc Clatchy hat später ein UPDATE hinzugefügt, in dem das türkische Außenministerium bestätigt, das russische Flugzeug habe den türkischen Luftraum am Samstag verletzt. Doch die entscheidende Information in diesem Artikel ist:

Die Türkei betrachtet alle Flugzeug als „feindselig“, die sich innerhalb einer 5-Meilen-Zone vor der syrisch-türkischen Grenze befinden (obwohl sie weiß, dass Russland ja keine Absicht hat, die Türkei anzugreifen).

 Warum reagiert die Türkei also so empfindlich auf die grenznahen Exkursionen der russischen Bomber?

 DW supply lines TurkeyGanz einfach, weil diese in einem Gebiet operieren, dass von Erdogan als „Schutzzone“ deklariert wurde. Aber nicht für irgendwelche Flüchtlinge, (die sind nur humanitäre Tarnung) sondern für seine besonderen „Schützlinge“: Al Nusra, Al Kaida, IS … wie immer man sie nennt, sie sind die Idioten-Armee, die die Drecksarbeit für Erdogan und seine Komplizen machen: die USA, Katar, Saudi Arabien, Israel, Frankreich, usw. und als Vorwand für notwendige„Interventionen“ dienen.

Wenn es Putin gelingt, diese „Schutzzone“ (entscheidend für die Nachschublinien der Terroristen über die Türkei, vor allem für Waffen) auszuräuchern, wird es eng für IS und ihren „Paten“ auf der anderen Seite: den Muslim-Bruder und möchte-gern Sultan Erdogan.

moved border turkey-syria-

Seit Juni 2012 (als die syrische Luftabwehr ein türkisches Jagdflugzeug abgeschossen hat, nachdem es in den syrischen Luftraum eingedrungen war), hat die türkische Regierung – einseitig – beschlossen, die „politische“ Grenzlinie um fünf Meilen nach Süden zu verschieben. Offiziell spricht man von einer „Pufferzone“, oder eben „Schutzzone“, die eben verhindern soll, dass die „Versorgung“ der Terror-Banden über dieses strategisch wichtige Grenzgebiet nicht unterbunden wird. Deshalb fordern Erdogan & Co. ja lautstark eine „No-Fly-Zone“ für dieses Gebiet.

Wenn man das (bereits o.a.) Schreiben des türkischen UN-Botschafters an den Sicherheitsrat genau durchliest, bestätigt sich diese einseitige Manipulation der türkischen Regierung, die daran erinnert, dass man „die neuen militärischen Verhaltensregeln, wie im Juni festgelegt,“ als Rechtfertigung für das gewaltsame Eingreifen genommen hat.

Und wer regt sich noch darüber auf, dass der syrische Luftraum gleich von dutzenden ausländischen (US, Frankreich, Jordanien) Kampfjets verletzt wird, die Kriegsmaterial für die Terroristen abwerfen und dabei so tun, als ob sie IS bombardieren?

Die Doppelmoral und Heuchelei kennt auch keine Grenzen, wenn die Türkei die kurdische PKK im Nord-Irak bombardiert – ohne je die Zustimmung der irakischen Regierung eingeholt zu haben. Aber die braucht man ja nicht, wenn man gegen eine „globale Bedrohung der Sicherheit“ wie IS, kämpft. Auch Israel hat schon mehrfach über Syrien Bomben abgeworfen, das hat auch keine Empörung innerhalb der NATO-Gemeinde ausgelöst. Some are more lethal (equal) than others …

Patriotraketen für TürkeiDer größte Witz war die Stationierung der Patriot-Raketen in der Türkei (auch durch Deutschland), mit dem Erdogan allen Ernstes sein Terroristen-Support-Center als „bedroht“ durch Syrien verkauft hat.

Aber welche Rolle spielt die Türkei in diesem perfiden Spiel wirklich? Handelt Erdogan „auf eigene Rechnung“ oder führt er nur Befehle aus Washington aus? Hat er sich „zu weit aus dem Fenster gelehnt“, seine Rolle in dem perfiden Spiel überschätzt?

 erdoganErdogan ist selbstherrlich und größenwahnsinnig (er holt sogar die Uiguren aus China, die zu den turkmenischen Völkern zählen, um sie für seine neo-kolonialen Pläne zu benutzen), aber er ist letztlich auch nur ein Werkzeug jener Kreise, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Die USA verbreiten schon seit einiger Zeit „Informationen“, wonach ihre „Verbündeten“ (Türkei, Katar, Saudi Arabien) quasi auf eigene Faust und kontraproduktiv gehandelt hätten (siehe Joe Biden in Harvard) und die USA mahnende Worte an sie gerichtet hätten, wie gefährlich es doch sei, diese Terrorbanden zu unterstützen. Und dann war die „edle“ „indispensable nation“ USA gezwungen, mit Bomben die Folgen dieses Irrsinns (IS wurde immer mächtiger) zu bekämpfen …allerdings ohne Erfolg …

Es gibt aber durchaus verlässliche „Quellen“, die klar machen, dass das „good cop – bad cop“ Spiel zwischen Washington und Ankara nur eine billige Inszenierung für das verblödete Publikum ist. Eine davon ist Seymour Hersh.

 ÜBER RATTEN UND TERRORISTEN

 „Seit Monaten gab es aus akutem Anlass Sorge unter ranghohen Offizieren des US-Militärs und der Geheimdienste bezüglich der Rolle von Syriens Nachbarn in diesem Krieg, besonders jene der Türkei. Sie wussten, dass Erdogan die Al-Nusra-Front und andere islamistische Gruppen unterstützte.“

Wir wussten, dass es Leute in der türkischen Regierung gibt, die glaubten, sie könnten Assad den Garaus machen, indem eine Giftgas-Attacke dazu benutzen, Obamas Drohung mit der „Roten Linie“ (die nicht überschritten werden darf) in die Tat umzusetzen .“

Diese Sätze stammen aus einem Artikel des renommierten US-Journalisten Seymour Hersh mit dem Titel:

THE RED LINE AND THE RAT LINE

der im April 2014 vom LRB veröffentlicht wurde.

Sey  Hersh(Da Hersh ein investigativer Journalist ist, der das oberste Gebot seines Berufsstandes (die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Wahrheit) noch ernst nimmt, findet er seit einiger Zeit keine Zeitung mehr in den USA, die seine enorm wichtigen Artikel („eye opener“) veröffentlicht – von unserer Journaille ganz zu schweigen, die ihm nicht das Wasser reichen kann.)

Darin wird auch die Lüge entlarvt, dass Assad für den Einsatz von Giftgas in Ghouta verantwortlich gewesen sei, der Obama dazu bewegen sollte, (offen) militärisch in Syrien einzugreifen, was JCS-Chef Martin Dempsey im letzten Moment verhinderte. Der US-Generalstab (JCS) wusste damals schon, dass Al Nusra die Möglichkeit hatte, selbst Sarin herzustellen und wusste auch, dass der türkische Geheimdienst mit großer Wahrscheinlichkeit die Sarin-Attacke arrangiert hat.

(Anmerkung: Es gibt im amerikanischen Militär auch „anständige“ Offiziere, die noch nach ethischen Grundsätzen handeln, doch sie haben leider nur selten das letzte Wort …)

Jedenfalls war es nicht die syrische Armee, was auch die Untersuchungen des MIT über die Reichweite der Raketen bestätigt haben)

ERDOGAN ALS TERROR-PATE & US-PATSY

Hersh deckt ebenfalls auf, dass es zu einem Untersuchungsbericht des US-Senates über die „Benghazi Affäre“ (Ermordung des „US-Botschafters“ Chris Stevens in Libyen) einen „versteckten“ Anhang gibt.

Warum wurde dieser nie veröffentlicht? Weil darin eine geheime Vereinbarung erörtert wird, die zwischen Obama und Erdogan besteht: Waffen aus dem (als Staat) zerstörten Libyen werden (mithilfe der CIA) über die Türkei nach Syrien geschmuggelt, um damit die „Rebellen“ (sprich: Terrorbanden wie Al Nusra, Al Kaida, IS oder wie immer sie gerade genannt werden) auszurüsten.

DAS „BEFREITE“ LIBYEN: A TERRORIST HUB

PetraeusDie Operation wurde aus den USA von David Petraeus geleitet (damals DCI-Direktor also oberster Geheimdienstchef) und vor Ort von paramilitärischen CIA-Leuten koordiniert, die mit lokalen „Mc Jihadis“ den illegalen Waffentransport organisierten.

Das US-„Konsulat“ (Special Mission Compound) in Benghazi war wohl nicht ganz im Bilde darüber, was hier wirklich gespielt wurde, hatte aber den Auftrag, die „Rebellen“ in Syrien zu unterstützen. Die Tarnung dieser zwielichtigen Aktivitäten als „diplomatische Mission“ hielt nicht lange und Stevens war kein Unschuldslamm: Er hatte im März 2011 die Rolle des Verbindungsmanns zur „libyschen Opposition“ (die Terrorgruppe LIFG übernommen) ganz nach dem Motto: terrorists who work for us are good terrorists.

LIFGDie LIFG war (als angeheuerter Provokateur staatlicher Gewalt) zuständig für terroristische Attacken in Libyen (und später Syrien), die dann als Vorwand für das „humanitäre“ Eingreifen des Westens dienten:

Am 16. Februar 2011 in Bengazi gegen zwei libysche Kasernen und den Luftstützpunkt Al Abrag. Zur Tarnung wurden gleichzeitig „friedliche“, infiltrierte Demonstrationen abgehalten. Am 17. Februar gingen die Überfälle weiter: auf Kasernen in Misurata und Zawiya sowie mehrere Polizeistationen in verschiedenen Orten. Dabei wurden libysche Soldaten gehenkt und einige enthauptet. So begann der „arabische Frühling“ in Libyen, von dem unsere Medienschafe noch heute „berichten“ und der laut unseren Papageienjournalisten „brutal“ von Gaddafi niedergeschlagen wurde …

Belhadj metamorphosisIm November 2011 war der libysche Chef-Terrorist Abdelhakim Belhadj schon Vorstand des „Militärrats von Tripoli“ und traf sich mit Kollegen von der FSA (wie die LIFG ein „Ableger“ von Al Kaida) in der Türkei um die Kollegen in Syrien über die umfangreichen Waffenlieferungen zu informieren. Kurze Zeit später kamen schon 400 Tonnen schwere Waffen (darunter Boden-Luft Raketen) per Schiff in der Türkei an, im Auftrag des Libyan National Council for Relief and Support. Das klingt ja fast wie das Rote Kreuz und soll ja auch eine „humanitäre“ Agenda vortäuschen.

US Turkey faux ATSchlagzeilen wie diese (US, Türkei bereit für gemeinsame Anti-ISIS Operation – trotz Differenzen) demonstrieren, wie das Spiel läuft. Die Schlagzeile bleibt am längsten im Gedächtnis der Leser / Zuschauer hängen, deshalb kann man im Text einige unangenehme Wahrheiten andeuten, die nur der aufmerksame Leser registriert. Voice of America berichtet z.B.:

Der US-Botschafter in Ankara sagte VOA dass die USA und die Türkei ihre Zusammenarbeit verstärken, um den Transport von Nachschub über die Grenze zu stoppen.

US-Präsident Barack Obama und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich bereits in der Nacht zu Donnerstag auf eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen IS verständigt. (Soweit die Propaganda)

Einige haben sogar die türkische Regierung verdächtigt, mit IS zusammenzuarbeiten. Diese Anschuldigungen reichen von Waffentransfer, über logistische Unterstützung bis zur Finanzierung und medizinischen Versorgung.

Cumhurriyet reportDie türkische Tageszeitung Cumhurryet hat diese Woche eine Story veröffentlicht, wonach der türkische Geheimdienst (MIT) Hand-in-Hand mit IS arbeitet.

Ein ehemaliger Geheimdienst-Chef sagte dem Blatt, dass während der Belagerung von Kobani im letzten Jahr, die IS-Kämpfer mit Hamburgern von McDonald’s aus der Türkei versorgt wurden (organisiert vom MIT!).

Einige Analysten sagen, die bevorstehende Operation könnte helfen, diese Kritiker zum Schweigen zu bringen … (!)

Die VOA schreibt auch, dass das türkische Militär die militanten Kurden bombardiert (PKK und YPG), und dass obwohl letztere „gemeinsam mit U.S. Streitkräften“ gegen IS kämpft. Erdogan fordert ja schon länger die Einrichtung einer „Schutzzone“ … doch Präsident Obama sagte dazu, das wäre kontraproduktiv…

training rebels in Syria(An unsere Papageien-Journaille:)

ES GIBT KEINE „GEMÄSSIGTEN“ REBELLEN IN SYRIEN!

Dazu empfehle ich wärmstens einen Artikel von Thierry Meyssan, der im November 2014 in seinem „reseau Voltaire“ erschienen ist und den Titel trägt: Wie und wer manipuliert [man] die Dschihadisten? Dazu nur als Kostprobe zwei Sätze:

Für die NATO nämlich ist und war die Freie Syrische Armee immer aus „Moderaten“ zusammengesetzt.  Es gibt also eine „gemäßigte“ Art, seinen Mitmenschen zu ermorden.

Der Trick, mit dem die systematische Unterstützung der zu Terroristen ausgebildeten „Islamisten“ durch die Türkei, die USA, Frankeich, usw. durchgeht, ist natürlich ein semantischer: der Tarn-Begriff „gemäßigte Rebellen“ oder „syrische Opposition“ soll der verblödeten Öffentlichkeit suggerieren, dass hier „die Guten“ mit Waffen und anderem Material versorgt werden.

  • Warum sind die „gut“ – auch wenn sie massenhaft Menschen umbringen und aus ihrem Land vertreiben? Weil sie gegen den „bösen“ Assad kämpfen!
  • Warum ist der ein Schurke? Weil er “friedliche Demonstranten” niederknüppelt? (Nein, das ist eine Lüge).
  • Weil er sein Land nicht zu einem Vasall für Washington und Tel Aviv degradieren lassen will, und die wirtschaftliche Plünderung und Penetration transnationaler Konzerne der syrischen „Märkte“ bisher verhindert hat. Und natürlich weil er den Freiheitskampf der Palästinenser und den legitimen Widerstand der Hisbollah gegen Israel unterstützt.

Europ gas-pipeline-networkUnd dann ist da natürlich noch das Erdöl bzw. Erdgas … (Übrigens, Erdogans Sohn organisiert den Verkauf des von IS gestohlenen Erdöls über die Türkei … siehe dazu die o.a. Phillips-Liste)

Nachdem Präsident Assad sich im Sommer 2013 geweigert hatte, ein Abkommen mit der Türkei und Katar zu unterzeichnen, in dem eine geplante Erdgas-Pipeline (von Katar über Saudi Arabien, Jordanien, Syrien und über die Türkei nach Europa) die daran beteiligten Staaten zu wichtigen Playern im Energiegeschäft mit Europa machen würde, war sein Schicksal besiegelt.

Er weigerte sich deshalb, weil er damit seinem Verbündeten, Russland in den Rücken gefallen wäre, dessen Rolle als wichtigster Energielieferant Europas damit unterminiert worden wäre.

Erdogan blood stainedDie Türkei und ihre (ebenso fiesen) arabischen wie westlichen Verbündeten (die ihr eigenes, geopolitisches Süppchen kochen) wurden daher entscheidende Architekten des „mobilen“ Terrors in Syrien, der – dank unserer autistischen und korrupten Journaille – der Welt bis heute als „Bürgerkrieg“ verkauft wird.

Angesichts dieser “Beweislage” fällt es aber nicht schwer zu erkennen, wem man glauben darf (Putin) und wem nicht (Erdogan).

armen_hamonangan-indonesia_(1)

Dass Washington ein Interesse daran hat, Russland und die Türkei gegeneinander auszuspielen (schon um das geplante „Turkstream-Projekt“ zu torpedieren), liegt leider auf der Hand.

Dass sich aus solchen Intrigen ein Weltkrieg entwickeln könnte, stört die wahnsinnigen „Strategen“ in Washington nicht …

putinPutin ist ein guter und ehrlicher „Schachspieler“ auf dem geopolitischen „Schachbrett“ und er lässt sich hoffentlich nicht (durch solche hinterhältigen Provokationen)  und das feige Attentat auf den Metrojet über Sinai zu unüberlegten Racheakten verleiten.

Die Türkei ist ein Mafiastaat (deshalb auch ein so geschätzter „Partner“ der NATO …). Die Vorstellung, dass dieses Land in die EU aufgenommen wird, lässt einem die Haare zu Berge stehen.

———–

(Der angekündigte Beitrag über die Hintergründe der Anschläge in Paris wurde wegen des Abschusses der russischen Maschine verschoben und folgt in Kürze … und neue Enthüllungen über  „Charlie Hebdo“ …)

 

Der ORF als THINKPOL: Sind Sie „pro-russisch“?

Es ist uns gelungen, der Revolution neues Leben einzuhauchen

Andrei Parubiy, zu den Vorfällen am 22. Februar 2014 auf dem Maidan

From Hell Odessa 0205Während also in der Ukraine jetzt de facto das Kriegsrecht ausgerufen wurde und fanatische Neo-Nazis, vermummte Milizen und militärische Gewalt im Land Angst und Schrecken verbreiten,– von dem Pogrom und Blutbad in Odessa ganz zu schweigen – was machen unsere Journalisten derweil?

  • Brechen sie in die Ukraine auf, um der Welt zu zeigen, was dort wirklich los ist? Analysieren sie wenigstens einige von hunderten Videos, die über die Ereignisse in Odessa, Kharkov, Slavyansk und die anderen Städte, in denen es zu Gewaltausbrüchen kam, informieren und nicht vom Fließband der Presseagenturen stammen?
  • Lesen sie die Parteiprogramme der Machthaber in Kiew? Interessieren sie sich dafür, welche Leute eigentlich für die innere und äußere Sicherheit der Ukraine nach dem Putsch zuständig sind?
  • Wer die „Nationalhelden“ sind, die von den Svoboda und (jungen) Pravy Sektor Anhängern so inbrünstig verehrt werden? Warum diese Leute den Jahrestag der Gründung der galizischen Division der Waffen-SS mit Fackelzügen und Jubelgesängen feiern?
  • Wissen Sie, dass Svoboda Parteichef Tyanybok die Bevölkerung der Ukraine vor dem „jüdisch-russischen Abschaum“ (oder ebendieser „Mafia“) gewarnt hat? Dass in der Ukraine am helllichten Tag Menschen schwer misshandelt werden, wenn sie die „ultra-nationalen“ Helden der Ukraine kritisieren und „faschisti, faschisti “ rufen?
  • Dass dutzende Politiker verprügelt oder anderweitig eingeschüchtert, wurden, die vorhatten, bei Regional- oder den Präsidentschaftswahlen mitzumachen?
  • Haben sie eine Ahnung davon, dass der stellvertretende Parteivorsitzende und „Chef-Ideologe“, Yuriy Mykhalchyshyn, ein bekennender Faschist und begeisterter Anhänger von Josef Goebbels ist, dem er sogar ein „politisches Forschungszentrum“ gewidmet hat? (Mehr dazu siehe „Goebbels in Galizien“)
Mass Murder Odessa and  Media Silence in Europe

(Klicken Sie auf das Bild)

Weit gefehlt. Der ORF (Österreichische Rundfunk) zum Beispiel hat viel Wichtigeres zu tun. Seine Journalisten haben eine neue Mission gefunden: das Aufspüren „pro-russischer“ Elemente in der österreichischen Polit-Szene. Gerade jetzt, wo die EU-Parlamentswahlen bevorstehen, darf der Journalist nichts unversucht lassen, um der ahnungslosen Öffentlichkeit die gefährlichen „Sympathisanten“ Putins zu präsentieren, damit sie diese ja nicht wählen!

AM PRANGER: DIE „PRO-RUSSISCHEN“ SYMPATHISANTEN

Surreale Interviews geführt im geopolitischen Vakuum sind ja seit der „Fata Maidana“ in Kiew an der medialen Tagesordnung. Hier „profilieren“ sich Journalisten-Attrappen, in dem sie Politikern scheinbar „auf den Zahn fühlen“. Nun ist der investigative Journalismus – gerade in Wahlkampfzeiten – theoretisch eine feine Sache, besonders „in Zeiten des universellen Betrugs“ wie sich George Orwell ausgedrückt hat, „wird die Suche nach der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.“

Was uns hier aber als Interview präsentiert wurde, ist so schäbig, dass man nach den passenden Worten suchen muss, um die Infamie dieser „Pressestunde“ adäquat zu beschreiben. Bevor ich aber auf den Inhalt des Gesprächs eingehe, eine wichtige Klarstellung:

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in die Situation komme, einen FPÖ-Politiker zu verteidigen. Diese „liberalen“Parteien sind für mich seit vielen Jahren ein „rotes Tuch“ und ich halte die perfide, politische Instrumentalisierung des Begriffs „Freiheit“ durch diese Parteien für sehr gefährlich.

Besonders die Führungsfiguren dieser Ideologie im ökonomischen Kontext, allen voran Friedrich von Hayek, dann Milton Friedman samt seinen „Chicago boys“, sowie Leute wie Reagan und Thatcher usw.) sind meine Feindbilder der ersten Ordnung.

Doch man muss auch eingestehen können, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen, deren politische Ideologie man ablehnt, nicht fair ist. Auch wenn man die politische Gruppierung, zu der eine Person gehört, nicht goutiert, heißt das nicht, dass jeder einzelne davon immer mit allem was er oder sie sagt, Unrecht hat.

Aus dieser Perspektive möchte ich daher die Aussagen des FPÖ-Spitzenkandidaten für das Europäische Parlament in der ORF-Pressestunde bewerten (auch jene von Ewald Stadler, ehemals FPÖ-Mitglied, im letzten Beitrag) und die Fragen der Journalisten kommentieren:

ORF pressestunde VilimskyDas Interview wurde geführt von Wolfgang Wagner für den ORF und Ulla Kramar-Schmid für das österreichische Politik-Magazin PROFIL. Das „Opfer“ der „anti-russischen“ Inquisition (um diese wertende Kategorisierung auch mal zu verwenden) ist Harald Vilimsky, wie schon erwähnt Spitzenkandidat der FPÖ für das EP.

DER ORF UND DER EINZIG WAHRE GLAUBE

Der Tenor der Kritik, die sich durch das ganze Interview zieht wie ein roter Faden, ist „die deutliche Sympathie für Russland die die FPÖ „als einzige Partei“ angeblich erkennen lässt. Damit nicht genug, „lehnt sie auch noch die EU-Sanktionen ab (die in Wahrheit natürlich US-Sanktionen sind). So beginnt das Interview …

Sympathie? Was soll das aber konkret heißen? Dass man die Aktionen der russischen Föderation als richtig und legitim erachtet? Dass man die Dämonisierung des russischen Präsidenten für ungerecht und als Teil einer medialen Hetzkampagne ansieht, die von Washington, Berlin und Brüssel lanciert wurde und von den kriminellen Aktionen der Putsch-Regierung und ihrer Sponsoren ablenken soll?

Dass man versteht, warum in der Ost-Ukraine die Menschen sich zu Russland hingezogen fühlen? Und wenn das so ist, muss man sich dann dafür schämen? Weil man „die einzige Partei“ ist, die diesen Standpunkt vertritt? Ist Non-Konformismus in einer so heiklen Angelegenheit peinlich?

Anscheinend schon, so klingen jedenfalls die unterschwelligen Töne der beiden Journalisten, die nichts besseres zu tun haben, als einen „pro-russischen“ Kollaborateur zu entlarven (so hört es sich beinah an).

Vilimsky vertritt in dem Interview folgende Standpunkte:

  • Der Umsturz der gewählten Regierung in Kiew wurde von außen gesteuert, man wollte bewusst einen Konflikt provozieren
  • Echte Demokratiebewegungen würden sich nicht mit „Sturm- und Maschinengewehr artikulieren
  • Europa sollte sich nicht als Propagandainstrument der USA missbrauchen lassen und vor der Realität in der Ukraine die Augen verschließen
  • Österreich sollte sich in diesem Konflikt „neutral“ verhalten, wie es die Verfassung auch vorsieht
  • Die FPÖ sieht er ebenfalls in einer „neutralen Position“ (will nicht für die eine oder andere Seite Partei ergreifen)
  • Russland sei ein Partner Österreichs und die Regierung sollte alles unternehmen, um als neutraler Vermittler eine gütliche Regelung herbeizuführen (Sanktionen würden uns nur selbst schaden)

„Wir brauchen dafür Russland, die Ukraine und die Europäer. Was wir nicht brauchen, sind die Amerikaner, die auch hier offensichtlich Weltpolizei spielen wollen.“

Die Journalisten werfen ihm vor, dass er bzw. seine Partei eben nicht neutral sei, denn praktisch, alles was er sage, zeige die „pro-russische Haltung“ der FPÖ. Vilimsky erklärt, dass er seit einigen Jahren Obmann der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft sei und deshalb einen „sehr emotionalen Bezug“ zu den Ereignissen in der Ukraine habe. Er betont, dass er deswegen über gute Kontakte im Land verfüge und diese Aussagen der Betroffenen höher zu bewerten seien, als die Propaganda-Meldungen in den Medien, (auf die sich aber diese beiden Gestalten immer beziehen).

Da wird ja von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt

Er versucht immer wieder, diesen beiden geopolitischen Autisten klar zu machen, worum es hier geht:

  • Dass die mediale Darstellung der Ereignisse in der Ukraine seit Monaten nicht der politischen Realität entspricht und nur die Perspektive Washingtons (samt seinen Vasallen in Brüssel und Berlin) widerspiegelt.
  • Dass man (den korrupten, aber) legitimen Präsidenten Janukowitsch verfassungswidrig abgesetzt habe (ein Rumpfparlament wurde quasi mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Forderungen der Putschisten zu erfüllen – siehe dazu auch Natalia Vitrenko)

Vilimsky erinnert dann daran, dass sowohl Bush als auch Tony Blair die Weltöffentlichkeit belogen haben und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ nie gefunden wurden (weil es sie nie gab).

Quotation-Ramsey-Clark-world-war-crimeVilimsky hat also den Mut, ein enorm heißes Eisen der internationalen Politik anzufassen: die wahre Rolle der USA auf dieser Welt bei der Entstehung von außenpolitischen Konflikten (bzw. innenpolitischen Krisen aus Sicht der Opfer).

Er versucht, den beiden Fließband-Journalisten klarzumachen, dass aufgrund seiner persönlichen Kontakte mit Ukrainern vor Ort und unter Zugrundelegung der realen, geopolitischen Verhältnisse auf der Welt, die USA mit großer Wahrscheinlichkeit am Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine beteiligt war. (Alleine das abgehörte Telefonat zwischen Victoria Nuland und dem amerikanischen Botschafter in Kiew ist ein gewaltiges Indiz dafür – genau der Politiker, den sie darin als „richtig“ erachtet, wurde ja tatsächlich Ministerpräsident: Yatseniuk und die „fünf Milliarden Dollar“, die laut Victoria Nuland in die Ukraine „investiert wurden“ – wofür wohl ?

Doch die brisanten, aber sehr realistischen Aussagen über die wahren Urheber des Putsches und die unerträgliche Schwarz-Weiß-Propaganda, die aus Washington kommt – und von den Medien schamlos absorbiert wird – interessieren diese beiden „churnalists“ gar nicht.

Sie leiden offenbar an einer schweren Form von „cognitiver Dissonanz“ bzw. „confirmation bias“: Gemeint ist damit, die Neigung (von uns allen), Informationen zu bevorzugen, die mit unserem Weltbild, unseren Werten, etc. übereinstimmen, egal ob diese wahr sind oder nicht und jene abzulehnen, die dieses Wahrnehmungsmuster ins Wanken bringen …). Bei Journalisten ist dies natürlich enorm behindernd bei der Arbeit …..

Die beiden Interviewer konzentrieren sich darauf, dass Vilimsky behauptet, es habe „Blackwater“ Söldner auf dem Maidan gegeben und dass er selbst nicht „neutral“ sei.“ (Der ORF betätigt sich später in der ZIB2 dann auch noch als scheinbarer „Fakten-Checker“ um Vilismkys Aussagen über die BW-Söldner als falsch zu entlarven – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Zunächst geht es aber um die EU-Sanktionen: Hier die Frage verbatim:

EU DornenkroneORF (Wagner) : „Die EU hat Sanktionen, die jetzt laut Merkel und Hollande sogar verschärft werden sollen, wenn in zwei Wochen die Wahlen des Präsidenten nicht ordnungsgemäß abgehalten werden können, weil in der Ost-Ukraine diese Separatisten es verhindern werden, dann wollen eben Merkel und Hollande EU-Sanktionen verschärfen …[vorwurfsvoll] Sie sind ja nicht einmal mit den derzeitigen sehr sanften Sanktionen gegen Russland einverstanden …“

Mal abgesehen von der schwachen Rhetorik, die wie eine hängengebliebene Platte klingt, zeigt diese Haltung eines ORF-Mitarbeiters etwas sehr wichtiges:

Ob die Sanktionen nach dem Völkerrecht legitim sind, interessiert die Journalisten überhaupt nicht, weil sie die Prämisse auf der sie aufbauen kritiklos übernommen haben: dass sich Russland die Krim illegal „einverleibt“ habe und deswegen die „internationale Staatengemeinschaft“ (ein Codewort für den Willen der USA) „Strafen“ verhängen müsse, um dem Schurken Putin klarzumachen, dass solche Unverschämtheiten nicht folgenlos bleiben …warum es sich dabei nicht um einen Bruch des Völkerrechts handelt, habe ich ja im letzten Beitrag erläutert.

NATO eastern expansionDoch da die geopolitischen Hintergründe dieses Konflikts NIE IN DEN MEDIEN ERWÄHNT WERDEN (siehe dazu auch meinen Beitrag Cruelty in Numbers) und stattdessen den Zuschauern vorgegaukelt wird, es handle sich wieder einmal darum, dass der Westen seinen angeblichen Wertekanon gegen einen bedrohlichen Schurken („den jeweils neuen Hitler“) verteidigt, fällt diese wichtige Aussage des FPÖ-Politikers auf unfruchtbaren Boden bei den beiden Journalisten.

COGITO ERGO SUM? (oder fehlt da was?)

Die beiden „Journalisten“ sind darauf geeicht worden, in Russland bzw. Putin den Schurken und im Westen den „Guten“ zu sehen. Seit Monaten leben sie in einem medialen Echo-Chamber, das ständig diese Botschaft verbreitet. Alternative Medien und Personen, die diesem manichäischen Weltbild energisch widersprechen, werden als „pro-russische“ Handlanger, oder „anti-amerikanische „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder – noch effektiver – einfach ignoriert. Zensur durch Schweigen wirkt enorm (das sehen wir ja auch seit Jahren am Beispiel der „Meldungen“ über den „Nahost-Konflikt“ und die absurden „Friedensgespräche“ mit der isarelischen Regierung).

Herr Vilimsky kommt nun mit seinen (der Realität entsprechenden) Behauptungen daher und wird als enormer Störfaktor dieses etablierten Werte-Systems wahrgenommen. Was tun? Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist riskant, denn dann müsste einmal all das auf den Tisch kommen, was in den Medien unterschlagen wird (die systematischen Verbrechen der USA, die ständige „Intervention“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, deren „Verschwinden“ in den Medien Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede so treffend als „brillianten Akt der Hypnose“ bezeichnet hat).

Kissinger truthDas ist zu gefährlich. Deshalb ist die effektivste Methode folgende: ignorieren und einfach das Thema wechseln. Sollte die „unerwünschte“ Botschaft nochmal erwähnt werden, hilft immer noch die ad hominem Attacke. Die „pro-russischen“ Häretiker werden dann als korrupte Marionetten Putins diffamiert, oder ihre gegen-den-Strom-Schwimmen– Attitude wird als Ausdruck ihre „rechten“ Gesinnung in den Dreck gezogen. (Beide Methoden werden später gegenüber Vilimsky angewendet).

DIE KOMMISSION GEGEN PRO-RUSSISCHE UMTRIEBE macht weiter

Ulla Kramar-Schmid, eine Journalistin vom PROFIL reagiert auf den Satz

Als Europäer darf man sich hier nicht zum Spielball amerikanischer Propaganda machen lassen“

so: „Bleiben wir mal bei der Ukraine ..“ (als ob die Frage der amerikanischen Propaganda nicht gerade im Fall der Ukraine von ENORMER BEDEUTUNG sei sie selbst verkörpert die Effektivität dieser als Waffe eingesetzte „strategic information“ und kriegt anscheinend nichts davon mit) und erklärt dem staunenden Zuschauer, dass die Übergangsregierung in Kiew von der EU anerkannt sei und auch „auch über eine Mehrheit im Parlament verfügt“.

Frau Kramar-Schmid, wollen Sie mal sehen, wie es im Parlament in Kiew heute zugeht, wenn die Regierung kritisiert wird:

Dann werden die Häretiker von der FPÖ, vertreten durch Vilimsky, wieder mit der „Inquisition“ gegen pro-russische Umtriebe konfrontiert, weil die Fraktion jüngst von „einer Putschistenregierunggesprochen und sichdamit der Wortwahl Russlands bedient habe. Frau Kramar-Schmid fragt dann weiter, ob er sich nicht davon distanzieren wolle.

Herr Vilimsky versucht der Dame noch mal klarzumachen, dass es hier um „keine ordentlich gewählte Regierung handle, der „Präsident“ verfassungswidrig im Amt sei, weil die alte Regierung ja mit Waffengewalt vertrieben und das Parlament (was davon übrig blieb) eingeschüchtert wurde, um die Enthebung des gewählten Präsidenten scheinbar zu legalisieren.

(Was der gewählte, vertriebene Präsident dazu sagt, ist hier zu sehen. Bei uns darf dieser ja gar nichts mehr sagen …

Der ganze Prozess war eine Form schwerer Nötigung und natürlich verfassungswidrig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die Regierung in Kiew in anderen Teilen des Landes nicht akzeptiert wird und auf den YouTube Videos aus dem Osten fast immer ein aufgeregtes „Faschisti, Fachisti!“ zu hören ist.

Davon weiß aber Frau Kramar-Schmid offenbar nichts, denn ihre Wahrnehmung wurde ja von „pro-amerikanischen“ Kräften geformt, was sie allerdings nicht bemerkt hat. Vilimsky fängt wieder von den Blackwater Söldnern „mit Sturmgewehren“ an, die er auch auf dem Maidan vermutet.

Er weist darauf hin, dass die vertriebene Regierung, „ordentlich gewählt war“ während die jetzige „Regierung“ eingesetzt wurde, ohne demokratische Legitimation sei, also die Illegalität der Regierung außer Zweifel steht; dann wird er vom ORF-Mitarbeiter Wagner unterbrochen, der wie ein echter Presse-Papagei die talking points von Frau Kramar-Schmid wiederholt:  „… mit einer Mehrheit im Parlament.. darauf betont Vilimsky: „mit sehr vielen Repressionen“ wird schon wieder vom ORF unterbrochen .“. auch von der Janukowitsch Partei“.

Spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier zwei Idioten (the ugly truth, I am sorry) vor mir sitzen, die keine Ahnung haben, was in Kiew wirklich passiert ist, weil sie Opfer ihres eigenen Systems geworden sind, das rund um die Uhr die Propaganda des US-Außenministeriums verlautbart und sich hinter „Presseagenturen“ versteckt.

NATÜRLICH handelt es sich hier um eine „Putschregierung“, das ist doch völlig klar und jeder doch denken, kann weiß das auch (das ist ja auch der Grund, warum viele deutschsprachige Redaktionen mit Beschwerden der Zuschauer und Leser überschwemmt wurden).

DIE  SPRACHPOLIZEI  ERMITTELT (aber nur in eine Richtung ..)

Dass sich hier jemand „der Wortwahl Russlands bedient“ als „Argument“ sprich implizite Schuldzuweisung, in einer politischen Debatte vorzubringen, ist derartig dumm und infam, dass einem die Spucke wegbleibt.

Hier zeigt sich auf erschreckende Weise, wie indoktriniert unsere Journaille tatsächlich ist, weil sie das „belief system“ der US Außenpolitik so aufgesogen haben, dass sie glauben, es sei ihr eigenes. (das wahre Ziel jeder effektiven Propaganda).

Und der größte Witz ist, dass die Papageien-Journaille selbst sich laufend „der Wortwahl der USA bedient“, aber eben nicht „schnallt“, dass die Quelle, aus der die „Meldungen“ über die Ukraine sprudeln, im State Department zu finden ist.

Wie sehr das eingebläute Freund-Feind-Denken dieser beiden „Journalisten von der traurigen Gestalt“ ihre Fähigkeit logisch zu denken einschränkt, sieht man auch daran, dass als Gegenargument (zur Verharmlosung der zutreffenden Bemerkungen über die „weggeputschte Regierung“ von Herrn Vilimsky) nur der Einwurf „von der EU anerkannt“ kommt.

  • Wenn also die EU („NATOstan“) etwas für legitim erklärt, stimmt das natürlich: keine kritischen Fragen, keine Untersuchung, was tatsächlich passiert ist. Alle Stimmen, die dieser Version widersprechen, werden ausgegrenzt,  diffamiert oder – noch besser – ignoriert.
  • Die USA (und ihre europäischen Vasallen) sind doch die „Guten“, die für „demokratische Werte“ stehen, fragen Sie doch mal die Leute im Irak, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan, in Pakistan, im Iran, in Palästina, im Sudan, in Chile, Bolivien, Venezuela, Indonesien, im Yemen oder in Serbien, Kroatien, etc,…. Die Liste ist endlos lang.
  • Wenn Russland oder Putin etwas für legitim erklärt, kann das unmöglich so sein, denn dann würde ja Putins Rolle als hinterhältiger Intrigant, der ein neues russisches Imperium schaffen will, ins Wanken geraten. Also wirken die beiden oben genannten Mechanismen und natürlich noch der Drang zur Konformität mit der Mehrheit, was viel bequemer ist, als gegen den Strom zu schwimmen.

Herr Wagner (ORF) sagt über die Vorfälle auf dem Maidan am 22.Februar dann:

demonizing putin_hitler„Wir haben hier sicher nicht die Möglichkeit, alles aufzuklären, aber ich muss Ihnen schon sagen (tadelnder, schulmeisterlicher Ton) ihre Sicht der Dinge muss man als pro-russische sehen …“

SO WHAT? Wenn ich mich auf Ihr rhetorisches Niveau begebe, Herr Wagner …muss Ihnen schon sagen, Ihre Sicht der Dinge muss man als pro-amerikanisch also „anti-russisch“ sehen! 

Dann Wagner weiter: „Herr Janukowitsch war plötzlich nicht mehr da, er ist außer Landes gegangen, wurde nicht verhaftet…“

Wie schon oben gesagt, da der ORF sämtliche Augenzeugenberichte, Videos und sogar die Statements von Janukowitsch selbst über die massiven Repressionen gegen das Parlament in Kiew sowie Todesdrohungen ausgeblendet hat (man bringt natürlich nur „selektiertes“ Material der Presseagenturen, die hauptsächlich als Verteiler für PR und Propaganda dienen) fehlt der politische Kontext, den die kritischen Beobachter weltweit sowie Herr Vilinski mit seinen guten Kontakten in die Ukraine, natürlich kennen.

Wagner spricht nur von „Auseinandersetzungen“ auf dem Maidan, von „Bewaffneten“und räumt ein, dass es vielleicht Dinge gibt, von denen „wir“ nichts wissen. Und wieder kommt der (pro-amerikanische) „bias“ zum Vorschein: er zweifelt die Aussagen über die „Söldner auf dem Maidan“ an, weil es dazu keine Beweise gäbe. Gleichzeitig aber übernimmt er die offizielle Darstellung (derjenigen, die den Putsch organisiert haben), dass „von Regierungsseite auf den Maidan geschossen wurdeund es daraufhin dutzende Tote gab anstandslos.

Dass aber die offizielle Version mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die MONITOR-Recherche des WDR und das abgehörte Telefonat des Außenministers von Estland mit Catherine Ashton).

una unso-gladioVilimsky beweist wiederum Engelsgeduld und erklärt den beiden Autisten, dass er es durchaus verstehe, warum (nicht nur) der Präsident geflüchtet sei [er kennt ja die wahren Umstände des Putsches]: „aus nackter Angst um ihr Leben“. (Wer die Vorbilder der ukrainischen Neo-Nazis kennt, weiß mit welchen Psychopathen wir es hier zu tun haben)

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, mit den Leuten vor Ort zu sprechen, weil es (implizit) eine ungeheure Propagandawelle gäbe, die natürlich von den Urhebern des „regime change“ lanciert werde, um die wahren Umstände des Putsches und die Rolle der Neo-Nazis zu vertuschen. Er habe Berichte vom ehemaligen ukrainischen Botschafter, der natürlich viel besser wisse, was dort wirklich geschieht und auch andere Kontakte in der Ukraine würden es ihm erlauben, die Lage dort realistisch zu bewerten.

Aber wieder geht keiner der beiden Autisten auf die realistische Perspektive von Vilimsky ein, stattdessen erbost sich Frau Kramar-Schmid darüber, dass sich der Parteiobmann der FPÖ „am Höhepunkt der Krise mit einem russischen Diplomaten getroffen habeQuelle horreur! Damit nicht genug: der Parteiobmann hält Putin auch noch für einen „Demokraten“! Wo kommen wir denn dahin?

Und als Krönung kommt was? Die neuerliche, ultimative Stigmatisierung für einen Politiker in Zeiten wie diesen: Sie senden ganz klar pro-russische Signale aus!“

Dass sie selbst ununterbrochen „pro-amerikanische“ Signale aussendet, ja ihre gesamte Perspektive der Ereignisse in der Ukraine aus dem State Department stammt, begreift sie einfach nicht. Wozu auch, ist ja auch zur Berufsausübung nicht erforderlich und schließlich ist sie ja nur eine(r) unter tausenden anderen Papageien der Presse-Fabrik aus der heutzutage die „Meldungen“ kommen.

Vilimsky spricht dann das aus, was das große Problem ist:

Ich würde sagen, Wir verständigen uns darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind ..“

(genau das können oder wollen die beiden Presse-Vertreter aber nicht)

warstateEr kritisiert die Tatsache, dass die absolute Rollenverteilung – Putin, der Böse und die Amerikaner die Guten – eine grobe Verzerrung der Realität ist. Am Beispiel der Todesstrafe ließe sich demonstrieren, wie einseitig die Kritik verteilt wird: während man Putin vorwirft, er sei intolerant gegenüber Homosexuellen, kann man den USA vorwerfen, dass dort immer noch Menschen auf grauenhafte Weise vom Staat umgebracht werden; „

Dem muss man hinzufügen, dass – was die aggressive „Außenpolitik“ betrifft, die Schuld der USA viel, viel schwerer wiegt als alles, was Russland je getan hat. Es gibt ja hunderte Bücher und Dokus, die diese Verbrechen dokumentieren (vor allem von ehemaligen CIA-Agenten oder Offizieren bzw. Soldaten sind erschütternde Berichte vorhanden).

Vilimsky spricht nochmal davon, dass er sich Österreich in einer neutralen Vermittlerrolle wünscht, worauf die Profil-Journalistin wieder mit ihrem „Sie sind ja selbst nicht neutral!Einwurf nervt …. weil der Witz dabei ist, dass das auch auf Sie selbst zutrifft (ebenso auf Herrn Wagner), der ihr sofort zustimmt.

Was beide anscheinend nicht begreifen: wenn es um die Wahrheit geht, um ungeheuerliche, subversive Verbrechen im Ausland, die ganze Völker ins Elend stürzen und oft in einem Blutbad enden, kann und DARF MAN NICHT NEUTRAL SEIN.

Die FPÖ sollte hier nicht versuchen, sich hinter dem Begriff Neutralität zu verschanzen, sondern ganz klar sagen: wir sind in diesem Fall auf der Seite Russlands, weil es nicht Russland war, dass der Ukraine seit Jahren mit 5 Milliarden Dollar (Nuland) eine massive, subversive „Faulbrandinfizierung“ (siehe Pinter Rede) verpasst hat, die zu einem blutigen Bürgerkrieg und zu einem Weltkrieg führen kann.

In der Folge wird dann die Wahlbeobachter-Kommission auf der Krim in den Dreck gezogen, über die ich im letzten Beitrag berichtet habe: klassisches Beispiel für confirmation bias. Dann muss natürlich auch die Abstimmung selbst verunglimpft werden (obwohl keiner der anwesenden Journalisten dabei war)

Herr Wagner hat sich aber anscheinend noch nicht genug blamiert, denn er feuert dann eine (vermeintliche) Breitseite auf die FPÖ ab, indem er deren „Wahlbeobachter“ unterstellt, sie hätten auf der Krim „einen Persilschein“ ausgestellt. Woher er das weiß? Putin selbst habe eine Kommission beauftragt, die Wahlbeteiligung, etc. zu untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass nur die Hälfte teilgenommen habe und davon hätten höchstens 50-60% für die Eingliederung in die russische Föderation gestimmt. Dann wörtlich:

Ist das nicht extrem peinlich, wenn man sich unter nicht geklärten Bedingungen zum Wahlbeobachter machen lässt? Dann fährt man hin, gibt einen Persilschein ab und dann sagen die Russen, nachdem sie sich die Krim einverleibt hatten, Ätsch, war gar nicht so!

Dass diese Meldung (von der extrem niedrigen Wahlbeteiligung etc.) von Julia Timoshenko lanciert wurde, die sehr enge Beziehugen zu „gewissen Kreisen“ in den USA pflegt, hat Herr Wagner nicht verstanden.

Dass Andrey Illarionov – der sich von der amerikanischen „Rechten“ als Putin-Basher einspannen ließ und heute für die neo-liberale Hochburg der USA, das CATO-Institut arbeitet, (das „liberty and prosperity“ der Superreichen verteidigt, zu denen auch Timoshenko gehört), jene Statistik publiziert hat, in der angeblich in den letzten drei Jahren (nur) zwischen 23 und 41% der Krim-Bewohner einer Eingliederung in die russische Föderation zustimmen würden, weiß er offenbar auch nicht.

Dass Illarionov einfach behauptet, zwei Drittel der Krimaner seien gar nicht zur Abstimmung gegangen, aber keine Beweise dafür vorlegt, macht auch nichts. Er „zitiert“ übrigens Timoshenko, um seine Aussagen zu untermauern und die beruft sich auf einen Tatarenführer,  der auch keine Beweise hat.

Solange eine „Meldung“ in das vorgefertigte Deutungsmuster passt (der in diesem Fall „Putin ist ein Arschloch“ heißt), wird sie enthusiastisch aufgenommen. Illarionov ist ein direkter politischer Gegner Putins, er tritt in zahlreichen Veranstaltungen der russischen „Opposition“ auf (die große Unterstützung aus den USA erhält) und kommt deshalb – ebensowenig wie „das Biest“ Tymoshenko als „seriöse“  Quelle für solche Meldungen  in Frage. Er ist auch ein großer Unterstützer des verurteilten Oligarchen Khodorkovsy, der kürzlich von Putin begnadigt wurde.

Was einfach dabei ignoriert wird ist der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in Kiew: dieses Ereignis und die damit verbundene Gewalt der Neo-Nazis könnten natürlich dazu geführt haben, dass viele Menschen auf der Krim sich lieber an Russland klammern.

march 18 referndum pro RussiaAußerdem ist die Krim seit 240 Jahren “russisch” und die Mehrheit der Bewohner auch. Wenn man dann auch liest, dass unter den Auftraggebern der „Umfragen“  die „Institute“ der Republikanischen u. der Demokratischen Partei in den USA sind  hat sich die Sache eigentlich erledigt.

Wir können nicht nachprüfen, wie viele Menschen tatsächlich zur Abstimmung gingen und für Russland votiert haben, doch die Aussagen von Beobachtern wie Stadler und die Affinität der Krim-Bewohner für Russland sprechen eher für eine große Zustimmung als Ablehnung.

Die Krim war der letzte Teil der Ukraine, die von der Nazi-Herrschaft im zweiten Weltkrieg von der Roten Armee befreit wurde – unter enormen Opfern. Das haben die Menschen dort nicht vergessen. Wenn sie also die Neo-Nazis von Svoboda & Co. sehen, die Nazi-Kollaborateure wie Helden verehren und in Kiew die gewählte Regierung stürzen, ist es sehr natürlich, dass sie sich Russland zuwenden. Nicht zuletzt geht es ihnen dort auch besser: z.B. Pensionen werden nach der Eingliederung angehoben (dem höheren russischen Standard angepasst).

Und wieder sehen wir hier, wie der confirmation bias wirkt, denn letztlich läuft die Argumentation der Journalisten darauf hinaus, dass Putin ein hinterhältiger Intrigant ist – und daraus abgeleitet, sind alle „pro-russischen“ Kräfte ebenso verdächtig, aber der Westen wird als vertrauenswürdig dargestellt. Das ist aber angesichts der historischen Realität einfach ein Witz und keine stichhaltige Argumentation.

Wagners Hieb auf die „ungeklärten Bedingungen“ der Beobachter-Kommission kommt wie ein semantischer Bumerang zu ihm zurück, denn die „Beobachter“ unter Leitung der deutschen Bundeswehr (siehe dazu meinen Beitrag: Meldungen vom Fließband) waren auch unter dubiosen Bedingungen in der Ukraine unterwegs und wurde von der gesamten Fließband-Presse irreführend als „OSZE“-Kommission“ bezeichnet, weil niemand die Quelle der Meldung geprüft hat.

Vilimsky hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass „eine Abstimmung eine Abstimmung“ sei und wenn bei Europawahlen meistens weniger als 50% wählen gehen, bedeutet nicht, dass die Wahl ungültig ist. (Wagner hatte gesagt, eine „Minderheit habe mit ihrer Stimme die Vereinigung mit Russland erzwungen“.) Dann ruft er aus:

ORF: Ja aber fair muss eine Abstimmung stattfinden! Und weiter: „Wo tausende mit Waffen herumstehen, haben die Leute unbeeinflusst ihre Stimme angegeben? Das meinen Sie doch nicht ernst? (Das Parlament in Kiew wurde dazu genötigt, den gewählten Präsidenten abzusetzen, damit eine Putschregierung ins Amt kommt – wieso regt sich Wagner darüber nicht auf? Die Antwort kennen wir …)

Dass die russischen Truppen in Erscheinung treten mussten, weil sonst die Abstimmung von  der Putsch-Regierung Kiew verhindert worden wäre, (die Neo-Nazi Schlägertruppen waren bereits unterwegs) begreift Wagner in seinem Tunnelblick nicht. Im Gegensatz zu der brutalen Repression in Kiew und jetzt im Süd-Osten, wo Kampfhubschrauber und paramilitärische „Einheiten“ (bezahlte Killer) eingesetzt werden ist auf der Krim von russischer Seite kein einziger Schuss gefallen.

Die ukrainische Marine, immer mehr Teile der Armee und der Polizei weigern sich , für die neue Regierung Dienst zu tun, genau deshalb müssen ja immer mehr „Söldner“ aus dem Ausland geholt werden bzw. wurden Neo-Nazis in die „Nationalgarde“ integriert.

1 Kathyn then Odessa nowDas pogromartige, grauenvolle Massaker in Odessa haben diese beiden Papageien gar nicht mitbekommen, stattdessen echauffieren sie sich ständig über die „pro-russischen Sympathien“ der FPÖ.

Sie hören nicht die Stimmen jener, die bezeugen, wie brutal die faschistische Regierung in Kiew die Opposition unterdrückt, wie grausam die Neo-Nazis Menschen ermorden, weil sie als „pro-russisch“, „Moskali“, und somit als Verräter und Feinde wahrgenommen werden. (Die Leute in Odessa und auch im Osten wollten ursprünglich keine Abspaltung sondern mehr regionale Selbstbestimmung, dass sie ihre politischen Vertreter selbst wählen können, anstatt von Kiew wieder einen Millionär mit einer Privatarmee vorgesetzt zu bekommen undsie wehren sich gegen die irrationale Hetze der Svoboda-Partei gegen alles „russische“ )

WEHRET DEN ANFÄNGEN

Für uns ist Toleranz ein Verbrechen“ dieser Satz des Chefideologen der Svoboda-Partei dürfte den beiden Autisten auch unbekannt sein, ebenso wie deren Parteiprogramm und historische Vorbilder. (Siehe dazu „Goebbels in Galizien“ hier auf diesem Blog für mehr Info).

Sie begreifen anscheinend auch nicht, dass diese Form der „Befragung“, die sie durchgeführt haben, zwar an der Oberfläche harmlos aussieht, aber wenn man genauer hinsieht, in dem gleichen Geist geführt wurde, der in den 1950er Jahren in den USA schließlich zu einer Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten führte und somit „anti-amerikanische“ Umtriebe aufdecken sollte.

Diese von „oben verordnete“ und durch Indoktrination herbeigeführte Einstufung von Menschen in eine verachtete und schließlich verhasste Kategorie ist der Nährboden, aus dem der Holocaust entstanden ist.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen und den Kontext anpassen, würde aus „russische Sympathien“ (also dem neuen „Feindbild Russland“) dann „jüdische Sympathien“ oder „Judenfreund“ werden (mit dem alten Feindbild „Juden“) … ein absurder Vergleich?

Keineswegs. Oleh Tyanybok, der Parteichef von Svoboda (früher Sozial Nationalistische Partei der Ukraine) spricht ja davon dass die Ukraine „von einer Jüdisch-Russischen Mafia“ beherrscht werde und führende Historiker, die die Neo-Nazi Bewegung in Europa analysieren, fördern noch beängstigenderes Material zu Tage.

Aber diesem Mann haben doch Lady Ashton und andere hochrangige Politiker aus Europa und Amerika die Hand geschüttelt, also muss er doch – nach der schlichten Logik dieser beiden Autisten – ein „Guter“ sein, oder? Und „Sanktionen“ verhängen wir doch immer nur gegen die „Bösen“, den gerade aktuellen neuen „Hitler“ ….

Na dann gibt es ja keinen Grund zur Aufregung, höchstens Grund zur Verzweiflung …

Denn unsere Autisten- und Papageien-Journaille beweist, dass man selbst in einer sogenannten „Informationsgesellschaft“, in der alle rund um die Uhr Zugang zu Medien haben, „NICHTS DAVON GEWUSST HAT“, wenn faschistische Banden Menschen terrorisieren und umbringen …. Weil sie als willige Erfüllungsgehilfen der Machteliten des Westens dafür sorgen, dass diese Informationen unterdrückt werden ….

Am 22. April marschierten die Neo-Nazis in Kiew, wo es zu Zusammenstößen mit den weniger radikalen „Rebellen“ des Maidan kam …

Am 27. April attackierten radikale Nationalisten (Fußballfans) eine Gruppe friedlich demonstrierender Regierungskritiker in Kharkov …

Am 29. April marschierten die Neo-Nazis in Lviv zum Gedenken an die Gründung der galizischen Division der Waffen-SS.

Doch was kümmert das unsere Presse?

 

P.S. (Zum lächerlichen „Faktencheck“ des ORF über die Präsenz von US-Söldnern nehme ich im nächsten Beitrag Stellung)

Ukraine (8): Wer ist hier der KRIMinelle?

 

propagandaschauAngesichts der seit Monaten andauernden, medialen Manipulationskampagne zur Dämonisierung Putins (sprich: Zerstörung seiner Glaubwürdigkeit und Hetze gegen Russland) wird einem Angst und Bange. Diese „Journalisten“, die sich zur „intellektuellen Elite“ zählen, haben anscheinend gar nichts begriffen, wenn es darum geht, die realen geopolitischen Machtverhältnisse und die Absichten dahinter, zu verstehen.

In Odessa wurden höchstwahrscheinlich zwischen 100 und 300 Menschen in einem Neo-Nazi Pogrom abgeschlachtet, aber unsere „Presse“ kriegt nichts davon mit. Sie fungieren nur mehr als Verteiler der „Meldungen“, die von den Machtzentren dieser Welt lanciert werden und arbeiten dann die „Talking Points“ ab, die man ihnen vorgegeben hat. What a shame…

Schön langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie die Deutschen und Österreicher sich in den 1930er Jahren gefühlt haben müssen … rund um die Uhr bombardiert mit Propaganda. Wenn wir das Internet nicht hätten, wären wir verloren …

GEWALT IM POLITISCHEN VAKUUM

GDP impact EU vs Russia

Vergleich BIP-Entwicklung Ukraine – oben EU-Abkommen, unten russische Zollunion

Anstatt die wirtschaftlichen, sozialen und innenpolitischen Hintergründe als Kontext der Unruhen in den Industriegebieten der Ost-Ukraine zu erläutern, wird ständig suggeriert, dass Putin für den Volksaufstand verantwortlich sei. Dieser Vorwurf wird zwar nie mit Beweisen untermauert, aber alleine die ständige Wiederholung hat einen Brainwashing-Effekt.

Vielleicht habe ich ja nicht gründlich genug gesucht ….?

 

  • Kann mir jemand nur einen einzigen Artikel in der deutschen Presse zeigen, in dem die „pro-russischen Aktivisten“ ausführlich zu Wort kommen und in einem kohärenten Statement zusammengefasst wird, was diese Leute wirklich wollen?
  • Kann mir jemand einen einzigen „Beitrag“ in den Rundfunk-Medien zeigen, in dem das Parteiprogramm der Svoboda-Partei analysiert und die historischen und aktuellen Wurzeln der Neo-Nazi Bewegung untersucht werden? (Das ist schwer möglich, denn die Existenz dieser Neo-Nazis wird nicht einmal als Fakt akzeptiert bzw. präsentiert …!)

DER KRIM-(INFO)-KRIEG

Economist Putin diffWas ich bisher verabsäumt habe, ist darauf näher einzugehen, was als Grundlage für die Dämonisierung Putins herangezogen wird: die angeblich illegale „Annexion“ der Krim. Russland habe sie “überfallen”, mit Militärpräsenz die Leute eingeschüchtert, damit sie bei der Abstimmung „richtig“ wählen usw. Diese Vorwürfe geistern seit Wochen ständig durch die Medien und als die Unruhen in der Ost-Ukraine losgingen, wurden sofort Vergleiche mit der Krim hergestellt (warum nicht mit den Aufständen in Kiew?).

Damit wollte man die „core message” verstärken, dass es sich in beiden Fällen um „russische Aggression“ handle und die Gründe für das Vorgehen der dortigen Bevölkerung nicht Ablehnung der faschistischen Putsch-Regierung sowie Ausdruck der Forderung nach mehr Selbstbestimmung (Föderalismus) seien, sondern die Intrigen Moskaus.

Ich möchte auf zwei Wegen diese Behauptung entkräften:

  1. Durch Augenzeugenberichte neutraler Beobachter der Abstimmung auf der Krim
  2. Durch Erläuterung der Rechtsgrundlagen des Völkerrechts, die hier zur Anwendung kommen

DIE BEOBACHTER-KOMMISSION

Der österreichische EU-Abgeordnete Ewald Stadler war als neutraler Beobachter gemeinsam mit anderen Parlamentariern aus Griechenland, Italien, Belgien und dem Baltikum während der Abstimmung auf der Krim vor Ort und berichtete in einer (sehr schlecht besuchten) Pressekonferenz am 19. März 2014 über seine Erfahrungen (siehe dazu das Video unten).

Organisiert wurde die Mission von der Organisation EODE (Eurasian Observatory for Democracy and Elections), das von einem Belgier namens Luc Michel geleitet wird. (Ich kenne diese Gruppe nicht und bin sehr vorsichtig mit solchen „NGOs“, aber Stadler berichtet, was er persönlich auf der Krim gesehen hat und ich habe keinen Grund, an der Authentizität seiner Aussagen zu zweifeln.)

Hier eine Zusammenfassung seiner Aussagen:

Stadler ist offensichtlich sehr empört, weil die Presse-Berichte über die Vorgänge auf der Krim absolut nicht mit dem übereinstimmen, was er dort mit eigenen Augen gesehen hat. Wörtlich sagt er „es wird hetzerisch berichtet“ [was wir alle – die noch selbst denken  – nachvollziehen können!] und jeder der mit diesen Propagandameldungen nicht konform gehe, werde diffamiert.

Die Beobachter konnten sich auf der Krim frei bewegen. Sie sahen kein Militär auf den Straßen, keine Absperrungen, keine Check-Points. Die Fotos, die in den Medien gezeigt wurden (und das Gegenteil beweisen sollten), seien nachweislich in der Ukraine aufgenommen worden. Die Putschregierung wollte auf diese Weise erreichen, dass die Leute Angst bekommen und nicht in die Ukraine fahren. Auf diese Weise könnten sie sich nicht selbst davon überzeugen, was dort wirklich los ist.

Dass die Putsch-Regierung Reisen in den Süden erschwert hat, zeige sich auch daran, dass es keine Flüge mehr von Kiew nach Simferopol gabund die Beobachter über Moskau anreisen mussten.

ABSTIMMUNG KRIM

ua krym coat of armsDie Abstimmung auf der Krim sei in einer „sehr entspannten Atmosphäre“ erfolgt. Die Ordnungskräfte waren in keinem Fall bewaffnet und nur deshalb notwendig, weil der Andrang zu den Wahllokalen so groß war.

Die Bevölkerung der Krim war nahezu geschlossen für die Eingliederung in die russische Föderation. Es gab auf den Stimmzetteln auch die Option für eine größere Autonomie innerhalb der Ukraine zu stimmen. Leute die sich dafür entschieden haben, wurden in keiner Weise drangsaliert. Die Wahlurnen seien durchsichtig gewesen, sodass eine transparente Stimmabgabe (mit offenen Stimmzetteln, die teilweise gefaltet wurden) möglich war. Die Stimmung auf der Krim sei eindeutig pro-russisch, weil dort ja auch überwiegend Russen leben [und das seit Katharina der Großen, also seit mehr als 200 Jahren).

Es sei überhaupt nicht seltsam, dass die Zustimmung so groß war mehr als 96%), weil die „Bevölkerung schon seit 10 Jahren über die Misswirtschaft der Regierung in Kiew murrt“ auch schon unter Julia Timoschenko.

Dann kommt Stadler zum rechtlichen Aspekt der Abstimmung und betont vor den Journalisten, dass die Menschen auf der Krim „ihr Selbstbestimmungsrecht in Einklang mit dem geltenden Völkerrecht ausgeübt“ hätten. Er sei entsetzt darüber, dass sich kein Journalist mehr die Mühe mache, Dokumente selbst anzuschauen, auf deren Grundlage brisante politische Entscheidungen getroffen werden. [Dem kann man nur zustimmen].

Im ArtikeI I, Abs. 2 der UN-CHARTA stehe das „Selbstbestimmungsrecht der VÖLKER, nicht der Staaten im Zentrum“. Die mediale Aufregung über die „Annexion“ bzw. die Unzulässigkeit der Abstimmung sei also eine „infame Verdrehung klarer Tatsachen“.

Stadler ist bestürzt darüber, dass hier offensichtlich „Kriegstreiber am Werk“ seien, die ein erstarkendes Russland in die Knie zwingen“ wollen. (Damit hat er absolut Recht). Das ist aber keine „Verschwörungstheorie“ sondern stützt sich auf die Publikationen von Masterplaner Zbignew Brzezinski (der der außenpolitische Mentor von Obama und (als Pole) ein Russlandhasser ist), in denen nicht nur die Ausdehnung der NATO bis vor die Tür Russlands als „notwendig“ erachtet wird, sondern auch die Zerschlagung der russischen Föderation, damit die Sonderstellung der USA als dominante Supermacht nicht gefährdet sei.

Zur Rolle der österreichischen Bundesregierung äußert sich Stadler wie folgt:

Merkel Timosh-EPP_Summit_March_2011_(67)

Merkel mit Timoshenko

Sie verhalte sich „wie ein Schoßhündchen der Frau Merkel“ und man müsse sich fragen, ob der österreichische Außenminister schon volljährig sei. Er mache jedenfalls das, was Merkel will und diese wiederum führe die Wünsche Washingtons aus. Österreich könnte als neutraler Staat eine wichtige Vermittlerrolle einnehmen und habe (früher) hohes Ansehen bei den Russen und den Ukrainern gehabt.

Die Hetze in den Medien erinnere ihn an den Vorabend des Irak-Krieges, wo sich alle Journalisten „unkritisch vor den Karren der USAußenpolitik spannen ließen“. Er erinnert an die Präsentation von Colin Powell vor der UN, wo Beweise für die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ gezeigt werden sollten. Später habe sich herausgestellt, dass es sich um plumpe Fälschungen gehandelt habe und Powell hat sich öffentlich dafür entschuldigt.

Bamford IraqDie „Zeugen“, die in der gleichen Sache vor dem Senatsausschuss auftraten, waren nie selbst im Irak, usw. Österreich solle sich für den Erhalt des Friedens einsetzen und nicht Teil der Hetzkampagne werden.

Die Sanktionen gegen russische Beamte seien „eine Lachnummer“ und würden der EU (und im konkreten Fall auch Österreich) mehr schaden als Russland. Alleine der VOEST Alpine Stahlkonzern würde im Rahmen des Southstream Projekts über eine Milliarde Euro einbüßen, wenn dieses Projekt torpediert wird (weil es die USA so wollen).

(Den energiepolitischen Hintergrund dazu liefert ein wichtiges Statement von Dirk Müller)

Die jüdische Bevölkerung sowie jüdische Rabbis beklagen in den israelischen Medien, dass sie von den Neo-Nazis drangsaliert werden – so Stadler weiter. Die Situation sei dramatisch, doch deutsche Abgeordnete die die Rolle der deutschen Bundesregierung bei der Anerkennung der Putschregierung kritisieren, werden als Mitglieder einer „rechten Allianz mit Putin“ diffamiert. Das sei ein Skandal, dass die Medien sich vor den Karren der Amerikaner spannen lassen.

Wer etwas Positives über Russland sagt, also eine Gegenposition hat, wird geschnitten (in Österreich, Deutschland und in Brüssel) betont der EU-Abgeordnete. Was Russland immer vorgeworfen werde – die Einschränkung der Pressefreiheit – finde nun bei uns statt.

Er schließt damit ab, dass es unbedingt notwendig sei, die Menschen aus der Ost-Ukraine an der (neuen) Regierung in Kiew zu beteiligen.

Sie müssen in die Gespräche einbezogen werden, damit sie nicht mehr Angst haben, dass ihre Anliegen und Rechte (vor allem in den Industriezentren mit russischer Mehrheit) missachtet werden. Das hat ja auch Putin erst kürzlich bei seinen Gesprächen mit dem Schweizer Präsidenten und OSZE-Direktor betont. Stadler warnt davor, dass die Ost-Ukraine wegbrechen werde, wenn diese Einbindung nicht stattfindet und dann wäre die Ukraine als Staat nicht mehr lebensfähig.

Er sendet diese Botschaft speziell an „jene Hetzer, die im Jänner und Februar auf dem Maidan waren, um die Leute gegen Russland aufzuhetzen. Die unglaubliche Doppelmoral des Westens, die von den Medien sang- und klanglos übernommen wird zeige sich daran, dass die demokratisch legitimierte Abspaltung der Krim (die schon vorher einen Status als autonome Republik  hatte) als illegitim angeprangert wird, während eine Putschregierung, die mithilfe von Neo-Nazis (also Gewalt und Repression) an die Macht kam, vom Westen unterstützt wird.

Zur selektiven Auslegung des Selbstbestimmungsrechts und der Akzeptanz der Methoden, mit der es umgesetzt werden soll, sagte Putin kürzlich:

Ich verstehe die Menschen im Süd-Osten der Ukraine die sich sagen: Wenn die in Kiew machen können, was sie wollen – sich bewaffnen, Regierungsgebäude, Polizeistationen und Militärbasen besetzen – warum dürfen wir dann unsere Interessen und Rechte nicht auf die gleiche Weise verteidigen?

Fast die gleichen Methoden (+ Neo-Nazi Schocktruppen , schwere Nötigung & Misshandlung von Abgeordneten) mit denen die Putsch-Regierung selbst an die Macht kam werden jetzt von derselben „Regierung“ als Begründung für den Einsatz von „Anti-Terror-Einheiten“ gegen jene angeführt, die die Rechtmäßigkeit dieses Regimes nicht anerkennen – vor allem wegen der Neo-Nazis und ihrer Terrorkampagne.

Yanukovic speaks outAls Janukowitsch – als legitimer Präsident – gegenüber gewalttätigen, von außen gesteuerten Horden für „Ordnung sorgen“ wollte, damit die Handlungsfähigkeit der Regierung und des Parlaments gewahrt bleibt, wurde er von Washington an den Pranger gestellt und die Medien droschen alle auf ihn ein (obwohl er enorme Konzessionen machte).

Als die illegitime „Regierung“ (durch einen Putsch, verfassungswidrig an die Macht gekommen) mit der gleichen Argumentation – und viel mehr Gewalt – gegen die eigene Bevölkerung losging (inklusive Nazi-Schlägertruppen und Massakern, die in den Medien völlig ignoriert werden), war das plötzlich „das gute Recht“, das Obama persönlich verteidigte.

Wie absurd ist das?

Damit kommen wir zum zweiten Punkt: Die Rechtmäßigkeit der Abstimmung und der Sezession der Krim.

ORF: ANOTHER MINISTRY OF TRUTH

Ich habe vor zwei Tagen nur ganz kurz (etwa fünf Minuten – dann hatte ich genug) in die „Wahlkampf-Showder EU-Parlamentskandidaten „gezappt“, als Ingrid Turnherr (vom ORF) gerade in inquisitorischem Ton die Kandidaten damit konfrontierte, wie „naiv“ doch die EU gewesen sei, weil sie Putins finstere Absichten nicht richtig eingeschätzt habe.

Democracy deniedIhr Tenor: Seine „Annexion“ der Krim sei quasi von langer Hand geplant gewesen und verdeutliche nur, das der Mann „seine Ziele“ mit allen Mitteln durchsetzen wurde. Dass Putin im Falle der Krim „das Völkerrecht gebrochen“ habe, ist also für Turnherr eine Tatsache und natürlich notwendig, damit die Dämonisierung des russischen Präsidenten und seine „Aggression“ dem Publikum eingehämmert wird.  (Dass die „Krimaner“ kulturell und historisch gesehen,seit mehr als 200 Jahren „russisch“ sind, und sich auch so fühlen …. interessiert die Dame nicht)

Goebbels 2Turnherr hat mit diesem Auftritt (beispielhaft für viele ihrer Kollegen) demonsriert, wie indoktriniert die Journalisten von ihrem eigenen System sind. Diese „beinharten Fragen“ sollen dem naiven Publikum suggerieren, wie unsere Presse ihre Rolle als wichtiges, demokratisches „Kontrollorgan“ erfüllt und mit solchen Sendungen dem „Informationsauftrag“ des nicht kommerziellen Rundfunks Rechnung getragen wird (den wir finanzieren müssen – wofür?).

Was sie aber wirklich demonstriert hat, waren zwei Dinge:

  • Die deutschsprachige Presse übernimmt laufend die Perspektive des US-Außenministeriums in der Darstellung politischer Ereignisse, in die – nicht nur – Russland (Putin) involviert ist und merkt es gar nicht mehr (dabei kommt der Echo-Effekt ins Spiel)
  • Die Behauptung, Putin habe das Völkerrecht gebrochen ist keine Tatsache, sondern eine Ansicht, die natürlich von der USA und ihren Vasallen verbreitet wird, um die Menschen gegen Putin aufzubringen.

Putin double standards USEUWie mehrere seriöse Kommentare erwähnt haben, hat Putin die Doppelmoral des Westens in diesem Zusammenhang zu Recht kritisiert und auf das Beispiel Kosovo hingewiesen. An diesem Beispiel lässt sich demonstrieren, dass auf internationaler Ebene mit zweierlei Maß gemessen wird und zwar nach dem „Recht“ des Stärkeren:

SOME ARE MORE EQAL THAN OTHERS

Am 22. Juli 2010 erließ der Internationale Gerichtshof (ICJ) nach Aufforderung durch die UN-Generalversammlung ein Urteil, das die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo (die in einerAbtrennung von Serbien mündete) bewerten sollte. Dies war notwendig geworden, weil Serbien die Gründung der Republik Kosovo nicht anerkannte.

Der Senat hat darin mit einer Mehrheit von 10 zu 4 Stimmen entschieden, dass „die Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 keine Verletzung des allgemeinen Völkerrechts sei, weil dieses kein Verbot für solche Erklärungen“ enthalte.

Damit ist es auf jeden Fall zumindest unseriös und unprofessionell, wenn Journalisten Putin eine Völkerrechtsverletzung unterstellen, nur weil das immer wieder auf dem amerikanischen Propagandafließband lanciert wurde. Wer sich (vor allem als Journalist) die Mühe macht, brisante Aussagen zu prüfen, bevor er sie unkritisch übernimmt, würde niemals so einen Auftritt hinlegen wie Turnherr (wie gesagt, sie ist nur ein Beispiel für viele andere „churnalists“).

Wer es ganz genau nimmt, würde dann noch folgendes erklären (damit die Leser verstehen, warum daraus eine Kontroverse entstanden ist):

Die Rechtsprechung ist selten absolut, meistens werden „Rechtsmeinungen“ vertreten, weil man fast alle Gesetze verschieden interpretieren kann (dadurch bleiben ja auch die Rechtsanwälte im Geschäft). Deshalb gibt es natürlich auch “Rechtsansichten”, die jener des ICJ widersprechen.

Warum? Weil sich hier zwei Rechtsgrundsätze gegenüberstehen, die schwer miteinander zu vereinbaren sind:

Das Selbstbestimmungsrecht einerseits und das Prinzip der Souveränität und territorialen Unverletzbarkeit eines Staates, das in der UN-Charta festgelegt ist (im Falle Jugoslawiens gab es auch noch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates – 1244), andererseits.

DIE GEGNER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

stellen das moralische Recht eines Gebietes auf Selbstbestimmung nicht in Frage, sondern stützen ihre Kritik darauf, dass die Urheber (eine nicht gewählte „Übergangsregierung“) der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo dazu nicht berechtigt waren. Zu diesem Zeitpunkt lag die Verfügungsgewalt in den Händen eines „Spezialberichterstatters“ des UN-Generalsekretärs)

DIE BEFÜRWORTER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

haben mehrere Argumentationslinien vorzuweisen. Hier die wichtigsten:

  1. Der Schutz ziviler Rechte und der Menschenrechte haben im Völkerrecht hohe Priorität und dieser sei durch die Milosevic-Regierung massiv verletzt worden [von der NATO aber noch viel mehr]
  2. Das Rechtsprinzip der territorialen Integrität bzw. deren Schutz, gelte nur für andere Staaten, aber nicht für einheimische Gruppen (dieses Prinzip sollte ja Vorwände für Angriffskriege entkräften)
  3. Das Recht auf Selbstbestimmung sei ein Recht aller Völker und gelte nicht nur für ehemalige Kolonien (dieses wurde vom ICJ im Falle von Ost-Timor als „zwingendes, also unabdingbares Recht“ eingestuft, lat. jus cogens)

Es ist nach meiner Auffassung ziemlich eindeutig, dass im Fall der Krim die drei oben genannten Punkte geltend gemacht werden können, vor allem Punkt 3 als „unabdingbares Recht“ (siehe auch die UN-Charta). Punkt 1 trifft zu, weil die Neo-Nazi Truppen schon unterwegs waren, um auf der Krim „für Ordnung zu sorgen“ sprich die Opposition niederzuknüppeln wie später in Odessa. Ihr fanatischer Hass auf alles Russische hat der russischen Bevölkerungsmehrheit auf der Krim Angst gemacht und deshalb ist es ganz natürlich, dass sie bei Russland Schutz gesucht haben, das ihnen auch eine bessere wirtschaftliche Zukunft bieten kann.

Die Befürworter des Gegenarguments, dass die Gremien, die auf der Krim die Abstimmung organisierten, dazu nicht berechtigt waren (weil das über den Autonomiestatus hinausgehe) geraten in gefährliches Fahrwasser, denn nach dieser Logik, sind alle Maßnahmen, die das verfassungswidrige Putsch-Regime in Kiew angeordnet hat, ebenfalls illegal und daher null und nichtig: die Verteilung der Ministerposten, die Anordnung von Gewaltmaßnamen gegen die rebellierende Bevölkerung im Osten, die Unterzeichnung des EU-Kooperationsvertrages, des Genfer Abkommens, usw.

Damit ist klar, dass die Grundlage für die mediale Empörung über die „Annexion“ der Krim durch Russland zusammenbricht.

(Im Übrigen hat Russland durch einen Kooperationsvertrag das Recht bis zu 25.000 Soldaten auf der Krim zu stationieren, deshalb ist dort kein Soldat „einmarschiert“. Für die Nutzung der Flottenstützpunkte bezahlte Putin eine hohe Pacht und zusätzlich hat die Ukraine dafür einen sehr günstigen Gaspreis erhalten.)

MIGHT IS RIGHT

Worum es hier aber im machtpolitischen Kontext geht, ist natürlich die Tatsache, dass die „einzige Supermacht“ sich das Recht herausnimmt, im Hintergrund zu bestimmen, welche Rechtsnormen auf welche Länder anzuwenden sind. Oder anders formuliert: das Völkerrecht wird selektiv angewendet, nicht universell womit der wichtigste Rechtsgrundsatz überhaupt – nämlich die Gleichheit aller (Staaten) vor dem Gesetz – ad absurdum geführt wird.

(Dass die USA selbst die größten Verbrecher und Verletzer des Völkerrechts sind, darf nicht einmal mehr gedacht, geschweige denn ausgeprochen werden …)

Als Russland einige Monate später (nach dem Kosovo-Urteil) die Unabhängigkeit der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien anerkannte, berief sich Putin auf die Erkenntnis des ICJ als Präzedenzfall. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los mit den üblichen Floskeln über „russische Aggression“ und kriminelle Absichten etc.

Wir sehen also, dass das internationale Rechtssystem von den USA für ihre Zwecke in Geiselhaft genommen wurde. Wenn man ein moralisches Feigenblatt für „Interventionen“ und die absichtliche Zerschlagung souveräner Staaten braucht (das englische Wort: Balkanization spricht Bände), werden diese Institutionen eingespannt um geopolitische Ziele durchzusetzen. Wenn andere Staaten sich dieser Urteile bedienen, um ihre Interessen zu fördern, ist die Hölle los.

SCHLUSSWORT

media warningAn diesem Beispiel sieht man wieder, wie unsere Fließbandjournaille (mit sehr wenigen Ausnahmen) funktioniert: statt seriöser Recherche, Überprüfen brisanter Behauptungen (die Sanktionen, also wirtschaftliche Kriegsführung und letztlich auch militärische Gewalt nach sich ziehen), werden diese einfach übernommen, ständig wiederholt und darauf aufbauend wird dann spekuliert, „was Putin will“.

So wird im Laufe der Zeit ein „neuer Hitler“ generiert, gegen den der Westen dann als imaginäre Schutzmacht der Unterdrückten mit aller Härte vorgehen muss …. aber diesmal könnte ein Weltkrieg daraus entstehen … Wie lange können wir uns solche Medien noch leisten? Die einen Krieg nach dem anderen (nicht immer mit Waffen geführt)  durch ihre Unterwürfigkeit gegenüber Washington legitimieren und die Opfer der Aggression zu Tätern machen, die eliminiert werden müssen (Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Iran, jetzt Russland etc.)?

Dazu fällt mir spontan nur eins ein: FUCK YOU ….

Wir dürfen dieses irre System icht länger unterstützen, sondern müssen mit dem „Geldbeutel abstimmen“: In diesem Sinne kauft diese Zeitungen nicht mehr und boykottiert die Rundfunkgebühren …  Für diese systemische Form der Volksverblödung dürfen wir nicht länger auch noch zur Kasse gebeten werden ..

Aber viel schlimmer ist, dass mit Hilfe dieses Fließbandes der Lügen und Desinformation andere Länder zerstört werden, nicht immer durch militärische Gewalt, sondern immer öfter durch subversive Gewalt (siehe Fata Maidana) von innen … Harold Pinter nannte das so schön „Faulbrandinfizierung“ … darin sind die USA erste Klasse und Merkel hält Obama dabei schön die Stange.

Es ist zum Verweifeln …

Verarschung für Gebühren

 

 

 

Ukraine (6): Glorified Bastards

Bloodthirsty America. Despicable Europe. Leave Ukraine alone.

(Protest-Schild in Donetsk, Ost-Ukraine, Mitte April)

feeling us valuesDas Märchen von der „Befreiung Europas“ (vom Faschismus) durch die wunderbare USA ist die Grundlage für das unerträgliche, moralische Gehabe amerikanischer Politiker seit 1945, das die „Werte“ ihrer Politik demonstrieren soll. Während der Mafia-Arm des US Außenministeriums (CIA & Co.) seit Jahrzehnten alle Gesetze bricht, die jemals als moralischer Kompass für eine zivilisierte Gesellschaft erdacht wurden, halten hochrangige US-Politiker der Welt Vorträge über Völkerrecht und Demokratie und drohen allen Ländern, die diese Normen angeblich verletzen mit „Sanktionen“ aller Art, die dann auch eintreten. Und die EU („Nato-stan“) macht schön brav mit.

Wir erleben ja gerade am Beispiel der Ukraine wieder, wie selbstgerecht und unglaublich verlogen diese Rhetorik ist, was aber unsere Schafsmedien nicht daran hindert, sie fleißig zu verbreiten. Die (zu 95% manipulierten) aktuellen „Meldungen“ aus der Ukraine zu kommentieren, ist aus meiner Sicht nicht so wichtig, wie die Hintergründe der „Fata Maidana“ und der Nazi Mentalität zu untersuchen, die im Westen der Ukraine so viele Anhänger hat.

Dank dem von Washington organisierten Sturz der gewählten Regierung, sitzen ja derzeit auch mehrere Mitglieder der Nazi-Parteien (Svoboda und Pravy Sektor) in Ministerien in Kiew, während ihre radikalen Schlägertruppen als deklarierte Teile einer „Nationalgarde“ die in der Genfer Vereinbarung festgehaltene Entwaffnung aller illegalen Gruppen unterlaufen.

70 yrs of using NazisAuf der Suche nach den Wurzeln der faschistischen Renaissance in der Ukraine (und anderen osteuropäischen Ländern) stößt man über kurz oder lang (nicht nur) auf die USA. Russ Bellant enthüllte z.B. in seinem Buch Old Nazis, the New Right, and the Republican Party, wie tief die Verstrickungen der Republikanischen Partei (vor allem seit Reagan) mit den Nazis aus Osteuropa ist, und erwähnt auch die Verbindungen westlicher Geheimdienste seit dem zweiten Weltkrieg. Die Spuren gehen noch weiter zurück bis in die Zwischenkriegszeit (1918-1939).

Es gibt eine umfangreiche Literatur, in der Historiker untersuchen, welche Faktoren nach 1918 zum Erstarken des Faschismus bzw. Ultra-Nationalismus in Osteuropa geführt haben. Dieses weite Feld kann natürlich in einem Blog nicht bearbeitet werden, deshalb beschränke ich mich darauf, die Förderung von alten und neuen Nazis durch die amerikanische Regierung seit 1945 und die Rolle der „Nationalhelden“ der Ukraine als Erfüllungsgehilfen des Dritten Reiches aufzuzeigen (die seit Jahrzehnten systematisch gefälscht wurde – ebenfalls mithilfe der US-Geheimdienste und seit der „Orange Revolution“ 2004 von Timoschenko und Juschtschenko, die beide enge Kontakte zu Washington haben.)

SLEEPING WITH THE DEVIL

Nach 1945 befanden sich zehntausende Nazis aus Osteuropa in den Flüchtlingscamps der Alliierten. Die Sowjetarmee legte Listen von Personen vor, deren schwere Kriegsverbrechen zur Last gelegt wurden, doch viele davon wurden nicht ausgeliefert, weil sie als Instrumente des „Kalten Krieges“(eine gigantische Inszenierung an sich) für die westlichen Geheimdienste nützlich waren. Je höher ihre Position in den Nazi-Organisationen war, desto größer die Chance auf „Unterstützung“ der USA und anderer, westlicher Geheimdienste. Man musste nur demonstrieren, wie „anti-kommunistisch“ man war, alles andere spielte keine Rolle.

Dank dem „Freedom of Information Act” (FOIA) und mehreren Untersuchungen wurden tausende Dokumente der CIA (und anderer Behörden) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Obwohl diese natürlich politisch „desinfiziert“ und anonymisiert wurden, bieten sie trotzdem noch wichtige Informationen über die Mentalität (und Skrupellosigkeit) der Geheimdienste. Eine Sammlung von Dokumenten über Mykola Lebed (einen der größten ukrainischen Nazi-Kriegsverbrecher) kann man herunterladen.

Aus diesen Dokumenten ist ersichtlich, dass die CIA (nicht nur) diesen Kriegsverbrecher 40 Jahre lang vor Strafverfolgung geschützt hat, weil seine „speziellen Kenntnisse“ im paranoiden Kampf gegen die kommunistische Sowjetunion so unverzichtbar waren.

Ich möchte an seinem Beispiel deutlich machen, wie die westlichen Geheimdienste dazu beigetragen haben, die schlimmsten Verbrecher und Nazis samt ihren Netzwerken (bis heute) zu fördern, sodass das Auftauchen der „Neo-Nazis“ in Kiew nur die logische Konsequenz dieser Intrigen ist.

OUR SONS OF BITCHES

nazi americaAm 5. Mai 1952 schrieb CIA-Direktor Allen Dulles an die amerikanische Einwanderungsbehörde einen Brief, in dem der „unschätzbare Wert von Mykola Lebed für zukünftige CIA-Operationen von enormer Wichtigkeit“ gleich im ersten Satz hervorgehoben wird. Es sei „dringend notwendig, dass dieser ungehindert in Westeuropa reisen könne, jedoch müsse auch„sichergestellt sein, dass seine Einbürgerung in die USA kein Untersuchungsverfahren auslöst oder sonstiges Aufsehen erregt, weil das unerwünschte Aufmerksamkeit auf seine Aktivitäten lenken würde“.

Der Einwand der Behörde des  Justizministeriums, dass eine solche Zusicherung nicht gegeben werden könne, weil die betreffende Person an der Ermordung des polnischen Innenministers im Jahre 1934 beteiligt war, wird von Dulles damit verharmlost, dass das Verfahren gegen [Lebed] „überwiegend von politischen Faktoren beeinflusst war“ und die CIA keinen Grund habe, seinen Unschuldsbeteuerungen nicht zu glauben.

Der Brief endet damit, dass Dulles der Einwanderungsbehörde quasi befiehlt, der Einbürgerung eines verurteilten Mörders (und Nazi-Kollaborateurs) zuzustimmen, „weil dies für die Förderung der staatlichen Geheimdienstaktivitäten unverzichtbar und im Interesse der nationalen Sicherheit“ sei. (Schließlich verlangt Dulles auch noch, dass Lebeds Einbürgerung rückdatiert wird, auf Oktober 1949, weil damals auch seine Frau und seine Tochter eingereist seien.)

(Quelle: National Archives Washington, RG 263, Records of the Central Intelligence Agency)

OUN: Wollt ihr die Total(ITÄR)E UKRAINE?

Border changes PolandWie bereits in einem früheren Beitrag erwähnt, wurden in der der Zeit der zweiten Polnischen Republik (1918-1939) von der Regierung eine harte „Polnisierung“ der neuen (durch den ersten Weltkrieg dazugekommenen) Staatsgebiete betrieben. Tausende polnische Siedler wurden nach Wolhynien und Galizien geschickt, man schätzt die Zahl auf etwa 300.000. Obwohl mehr als zwei Drittel der Bevölkerung ukrainische Wurzeln hatte (und auch ukrainisch als Muttersprache) wurden fast alle Verwaltungs- und Regierungsämter sowie die Polizeistationen mit Polen besetzt.

In diesem Spannungsfeld verübten radikale Nationalisten– als Katalysator der Gewalt – ihre Terroraktionen und sahen sich selbst als „Befreier“ des ukrainischen Volkes. Als die OUN gegründet wurde, war sie eigentlich nur eine extremistische Splittergruppe, die wenig Unterstützung in der ukrainischen Bevölkerung hatte. Die beliebteste Partei war damals die Nationale Demokratische Allianz, die mit friedlichen und demokratischen Mitteln für die Unabhängigkeit von Polen kämpfte. Wegen ihrer Brutalität, Glorifizierung der Gewalt und totalitären Ideologie wurde die OUN-B von weiten Teilen der Gesellschaft abgelehnt. So kritisierten auch kirchliche Würdenträger deren „Ausbildungslager“ für Jugendliche mit folgenden Worten:

Wer unsere Jugend radikalisiert, ist ein Verbrecher und ein Feind unseres Volkes“.

Im September 1939 wurde Polen gleich doppelt überfallen: im Westen von Hitler und im Osten von Stalin. Wolhynien wurde in zwei sowjetischen Regionen aufgeteilt (Rovno und Volyn). Die russische Geheimpolizei begann mit der „Säuberung“ des Gebietes, wobei in erster Linie die mittleren und oberen Bevölkerungsschichten (die von Polen dominiert waren) ins Visier genommen wurden. Zwischen 1939 und 1941 wurden ca. 200.000 Polen nach Sibirien transportiert, die Gesamtzahl der Deportierten wird auf mehr als eine Million geschätzt.

BARBAROSSA: DIE INVASION DER SOWJETUNION

Am 22. Juni 1941 griff Hitler die Sowjetunion an und die unvorbereitete Sowjetarmee zog sich nach kurzer Zeit zurück. Wolhynien wurde vom Dritten Reich besetzt, wobei die OUN durch Sabotageakte und Propaganda vorbereitende Unterstützung geleistet hatte. Doch auch schlimmere Formen der „Kollaboration“ mit den Nazis wurden ausgeübt: Pogrome (Massaker) gegen Polen und Juden (mehr dazu weiter unten). Die eifrige Teilnahme der ukrainischen „Nationalisten“ als Polizeieinheiten (und später sogar SS-Bataillon) der deutschen Besatzungsmacht wurde ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt.

GRÄUELTATEN  NACH  PLAN

Wie kann ich die Ermordung einer großen Anzahl von Menschen so organisieren, dass sie „reibungslos“ abläuft?

Wie bringe ich „normale“ Ukrainer dazu, auf wehrlose Menschen (inklusive Kinder) mit Äxten, Messern, Sicheln, Zaunpfosten, Nägeln und Rasiermessern loszugehen und sie in einem fanatischen Gewaltexzess umzubringen?

Diese speziellen „Fähigkeiten“ erhielten die faschistischen „Nationalisten“ der OUN-UPA in deutschen „Polizeischulen“  und nutzten sie später, um zigtausende Polen auch „auf eigene Rechnung“ zu ermorden. Heydrich nannte das, die „Selbst-Reinigung der Ukraine“, die man unterstützen müsse.

Neben der OUN-B bildeten sich kleine, lokale Selbst-Verteidigungsgruppen als Antwort auf den deutschen Terror der Besatzung. Im Herbst 1942 begann die OUN damit, diese Gruppen (als Konkurrent) zu unterdrücken und Anfang 1943 bildete die OUN-B die UPA (ukrainische Rebellenarmee). Im März desselben Jahres desertierten rund 5.000 ukrainische Polizisten samt Waffen zur UPA, die schließlich zur dominanten und am besten bewaffneten paramilitärischen Einheit in Wolhynien wurde. Die UPA verbreitete auch Flugzettel und Poster, auf denen die Bevölkerung dazu animiert wurde, Polen und Juden umzubringen.

STRATEGY OF TENSION: NATIONALISTISCHER TERROR (1929-1939)

Schon in den 1920er Jahren gab es eine Untergrundbewegung ukrainischer Nationalisten, die Kontakte zu deutschen Geheimdiensten und Militärs suchte. Sie reisten aber auch mit gefälschten Pässen (aus Litauen) in die USA und nach Kanada, wo sie finanzielle Unterstützung erhielten.

our old and new heroes

Konovalets, Bandera, Stetsko

Die OUN entstand aus dem Zusammenschluss der UVO (ehemalige Offiziere des ersten Weltkriegs bzw. des „Sich-Batallions“) und mehreren nationalistischen Studentenverbindungen. Nach Konferenzen in Berlin (1927) und Prag (1928) würde die OUN Ende Jänner 1929 in Wien gegründet. In der Grundsatzerklärung wird die Errichtung eines unabhängigen „reinen“ Staates auf ethnischer Grundlage angestrebt, die durch eine nationale Revolution (unter diktatorischer Führung) erreicht werden soll. Gewalt wurde als erlaubtes Mittel der Politik angesehen und zwar sowohl gegen äußere wie innere „Feinde“ der Gruppe. Der prägende Ideologe der Bewegung war Dmitry Dontsov.

Slogan: Die Ukraine (nur) für die Ukrainer!

Die systematische Ausschaltung aller gemäßigten bzw. liberalen, politischen Gruppen in dieser Zeit sorgte dafür, dass die Extremisten der OUN (damals im Untergrund) die dominante Kraft im Westen der Ukraine wurde und als einzige über ein gut ausgebautes Informations-Netzwerk verfügte (u.a. von Nazi-Deutschland finanziert, auch der britische Geheimdienst mischte mit).

In Galizien und Wolhynien wurden kurz darauf hunderte Sabotageakte durchgeführt, darunter auch das Abfackeln von Feldern und Häusern polnischer Grundbesitzer. Raubüberfälle auf zivile und staatliche Einrichtungen, Bombenanschläge und an die 60 Morde stellten klar, welcher Fanatismus hier am Werk war. Dies führte natürlich zu harten Repressalien der polnischen Regierung, was wiederum weitere Terrorakte der OUN nach sich zog. Die Ermordung von Tadeusz Hołówko und Bronisław Pieracki (1934) sowie Ivan Babii, dem Direktor des Gymnasiums in Lviv (Lemberg) waren traurige Höhepunkte dieser Widerstandsbewegung, die unter dem Kommando von Konovalets zu einer echten Terrororganisation wurde. (Er wurde 1938 in Rotterdam von einem Sowjetagenten erschossen).

WER IST MYKOLA LEBED?

mykola-lebedLebed, geboren am 23. November 1909 in Strilychi Novi, Bezirk Bibrka in Galizien wird mit 22 Jahren Mitglied der OUN, ein Jahr später (1932) wird er ihr „Sicherheitschef“. 1934 organisiert er im Auftrag Banderas die Ermordung des polnischen Innenministers Pieracki, wofür er 1936 verurteilt und inhaftiert wird. 1939 kommt er frei und „verschwindet“.

Tatsächlich leitet er an der deutschen Polizeiakademie in Zakopane die Ausbildung für subversive Terror-Gruppen, die unter dem Sammelbegriff „Reichssicherheit“ zu Unruhestiftern, Folterknechten und Mördern für das Deutsche Reich im Zuge der Operation Barbarossa ausgebildet werden.

Aus den CIA-Files:

In einem Brief des US-Justizministeriums (der Einwanderungsbehörde) an die CIA, vom 7. Juni, 1951 wird – unter Bezug auf Angaben vieler Immigranten aus der Ukraine – die terroristische (Nazi)-Vergangenheit Lebeds hervorgehoben.

Er sei „gut bekannt als einer der wichtigsten von Banderas Terroristen“ und habe „ukrainische Kampfeinheiten in einer Gestapo-Schule ausgebildet, um Widerstand gegen die deutsche Besatzung zu unterdrücken .. es kam zu Massenmorden anUkrainern, Polen und Juden … in all diesen Aktionen war Lebed einer der wichtigsten Anführer die Aktivitäten dieser „speziellen Abwehr“ seien von der Gestapo geleitet worden. (51)

Der “Security Officer” der CIA reagiert darauf in einem internen Schreiben vom 19. Juni an den Leiter der OSO mit der Warnung, dass die Deportation Lebeds die Abläufe und Techniken der CIA zu Tage fördern könnte, was natürlich zu verhindern sei. Am 3. Oktober 1951 schickt die CIA eine Botschaft an den Einwanderungskommissar, die verdeutlicht, wie groß die Doppelmoral ist, wenn gefährliche Extremisten für die eigenen Zwecke benutzt werden: Die Beschreibung als “Terrorist” wird als voreingenommene Verleumdung klassifiziert, aber die Unschuldsbeteuerungen Lebeds (plante die Ermordung von Minister Pienacki) werden als „glaubwürdig“ eingestuft. Lebed wird als „Außenminister“ der ukrainischen Befreiungsbewegung dargestellt, usw.

Kurz und gut, ein „Terrorist“ ist nur, wer die falschen Leute umbringt und gegen die amerikanischen Interessen handelt …

CIA: REPUTATION MANAGER FOR WAR CRIMINALS

Lebed wird natürlich – trotz seiner kriminellen Nazi-Vergangenheit und der Tatsache, dass er unter falschem Namen einreiste – eingebürgert und bis Ende der 1970er arbeitet er ungestört für die CIA. Als Tarnorganisation wurde „Prolog“, ein Verlag gegründet, der pseudo-wissenschaftliche, historische „Forschung“ betreibt (sprich: Schönfärben der OUN-Verbrechen sowie Leugnung der Rolle als enthusiastische Erfüllungsgehilfen Hitlers). Lebed ist ein wichtiges „asset“ für die politische Kriegsführung gegen die Sowjetunion aber er organisiert auch Mordanschläge und andere Verbrechen für die USA. Das Projekt wurde ursprünglich mit dem Kryptonym AERODYNAMIC, später QRPLUMB geführt. (Verbindung zu GLADIO-Build-up?)

Eine Untersuchungskommission des US Kongresses Ende der 1970er Jahre geht Berichten über die „Interventionen“ der CIA in Lateinamerika und anderen Ländern nach und bringt ungeheuerliche Verbrechen an den Tag.

Hitlers ShadowAuch die Vorwürfe der Strafvereitelung gegenüber Nazi-Kriegsverbrechern werden wieder lauter. Wer 30 Jahre lang gelogen hat, sagt aber auch später nicht mehr die Wahrheit und die CIA macht Druck auf das Justizministerium, um ihr laufenden Operationen gegen die Sowjetunion und ihre Kontakte (zu den anderen Nazis und Verbrechern) nicht zu gefährden (man muss dazu sagen, dass „CIA-Leute“ – verdeckt – in allen Organisationen der US-Regierung sitzen, diese „focal points“ wurden von Allen Dulles organisiert, damit sensible Informationen an die „richtigen Leute“ kommen und der Kreis der Insider klein bleibt.)

Der Kongressabgeordnete und Vorsitzende des Justizausschusses, Peter Rodino gibt 1985 eine Untersuchung des GAO in Auftrag, dessen Ergebnisse Schlagzeilen machen, weil die Rekrutierung von Nazis gegen die Sowjetunion (sprich: gegen alle linken Bewegungen) nicht mehr von der Hand zu weisen war. Er sagte in einem Interview, die Ergebnisse seien “extrem beunruhigend“ weil hier Kriegsverbrecher vor Strafverfolgung geschützt werden (darunter der „Schlächter von Lyon“, Klaus Barbie und der „Schlächter von Borisow“ Stanislav Stankevic). Allan Ryan, der die OSI-Untersuchung leitete, sagte diese Verbrecher seien „zu tausenden in die USA gekommen“.

Angespornt durch den GAO-Bericht nimmt die Sonderkommission des Justizministeriums (OSI) in den USA die Ermittlungen (von 1979) wieder auf und diesmal werden Nägel mit Köpfen gemacht. Die CIA kann nicht verhindern, dass Lebed am 16. Oktober 1985 fünf Stunden lang verhört wird, aber im folgenden Bericht werden keinen Namen genannt. Am 15. Jänner 1986 tauchen zwei Reporter der Zeitung „Village Voice“ vor Lebeds Tür auf und fotografieren ihn. Ihr Artikel lässt die Katze aus dem Sack und sorgt für Aufregung: Ja, Lebed war in der Gestapo-Schule in Polen, er wurde von einem anderen Teilnehmer identifiziert, als er einen jüdischen Mann im Zuge der „Ausbildung“ gefoltert hat. Seine Rolle als Chef der gefürchteten „SB“ (Sluzhba Bezpeky, die Gestapo der OUN) wurde ebenfalls erwähnt.

Die CIA bestreitet aber weiterhin, dass Lebed ein Kriegsverbrecher ist und betont, man habe „keinen Grund zu glauben, dass er ein Nazi-Kollaborateur war“. Stattdessen habe er eine „Widerstandsgruppe“ gegen die Nazi-Besatzung geleitet (1941-1944). Lebed leugnet weiterhin, ein Werkzeug der Nazis gewesen zu sein und schiebt alles auf sowjetische Propaganda.

Ehemalige CIA-Agenten hatten im Zuge der OSI-Befragungen ausgesagt, dass „jeder Mistkerl, der gegen die Russen war, ein (nützlicher) Mistkerl nach unserem Geschmack war“ und dass „wir uns auch mit dem Teufel ins Bett gelegt hätten, um Informationen über die Kommunisten zu bekommen“.

Am Ende der Dokumentensammlung findet sich eine handschriftliche Aufzeichnung, die alles Lügen straft, was die CIA 40 Jahre lang behauptet hatte. Laut einer „hochgestellten“, verlässlichen deutschen Quelle hat die OUN (und damit auch Lebed) für das Dritte Reich

·       Wertvolle Dienste während der Kampagne gegen Polen und im Krieg gegen die USSR geleistet, deren exakter Inhalt und Umfang momentan nicht eruiert werden könne, aber man kann sicher davon ausgehen, dass die UON in der Verwaltung und als Polizeiorgan im Generalgouvernement und in der West Ukraine tätig war …

·       Stepan Bandera sei 1939 von den Deutschen aus dem polnischen Gefängnis befreit worden und habe danach für die Abwehr der deutschen Wehrmacht gearbeitet; Nach 1941 sei er in „Schutzhaft“ genommen worden (wie Melnyk, aber nie Lebed) – in Berlin wurde er, selbst in Sachsenhausen behandelt wie ein VIP; während der Abwesenheit von Bandera und Melnyk wird Lebed der interimsmäßige Führer der OUN; im Herbst 1943 wurde Bandera wieder entlassen.

·       Der (zaghafte) Widerstand gegen Deutschland begann erst nach der großen sowjetischen Gegenoffensive 1943, als die OUN-B erkannte, dass die Deutschen den Krieg verlieren würden. Davor sei ihr Verhalten sehr undurchsichtig … Erst im Frühjahr 1944 wurde der Name in „UPA“ geändert [es gab schon vorher eine Organisation gleichen Namens, die wirklich gegegn die Deutschen gekämpft hat]. Nach der Niederlage von Stalingrad seien die Deutschen entgegenkommender gewesen und hätten die Führer der OUN freigelassen. Sie erhielten Waffen und andere Unterstützung … (244)

·       Lebed wird als skrupelloser Anführer beschrieben, der für mehrere Morde von führenden Mitgliedern der OUN-M (unter Melnyk) verantwortlich sei

Lebed will die Zeitung wegen Verleumdung verklagen, doch die CIA rät ab (mittlerweile erlässt der SCOTUS ein Urteil, wonach in solchen Fällen der Kläger beweisen muss, dass die Angaben der Presse falsch sind, was Lebed natürlich nicht kann). Die CIA ist besorgt darüber, dass die Tarnung für QRPLUMB (der Verlag Prolog) auffliegen könnte, wenn Lebed zu viel Wirbel schlägt, doch weil sich die Journalisten nur mit dem zweiten Weltkrieg befassen und nicht damit, was Lebed danach für die CIA alles leistete, ist man optimistisch. Ein selektierter „Historiker“ wird auf Anraten der CIA damit beauftragt, eine Gegendarstellung an die Presse zu senden, damit Lebeds Ruf wieder hergestellt wird. Doch die NYT weigert sich, diese zu veröffentlichen, worauf Lebed einen erbosten Brief an die Redaktion schickt, in dem er alle Lügen wiederholt.

MORAL ILLUSIONS: NATIONALE „BEFREIUNG“ ALS WERKZEUG FÜR BERLIN

Americas_Nazi_SecretRichtig spannend wird es auf den letzten Seiten der CIA-Files: Der Rechtsanwalt Dr. John Loftus (der für den OSI ermittelte) enthüllt in einem Fax an den australischen Rundfunksender ABC, was hier wirklich gespielt wurde. Er hat persönlich die als streng geheim klassifizierten) Kriegsdokumente des militärischen Geheimdienstes der US Armee gesehen und berichtet folgendes:

Bei seinen Recherchen stieß er auf ein Manuskript mit dem Titel „Die Behandlung der Russischen Frage während der NS-Herrschaft in Deutschland“, das Dr. Friedrich Buchardt während seiner Internierung durch die Alliierten nach 1945 verfasste. Es handelt sich dabei um einen Erfahrungsbericht des berüchtigten SS-Obersturmbannführers und „Einsatzgruppenleiters“ aus dem Baltikum, der darin die geheime Rekrutierung von russischen, weiß-russischen und ukrainischen Gruppen durch deutsche Geheimdienste schildert.

„Als Dank für das [ihnen zur Verfügung gestellte] umfassende Wissen über geheime Nazi-Kollaborateure an der Ostfront – inklusive der OUN – wurde Buchardt dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg entzogen und vom militärischen Geheimdienst der USA (CIC) in Sicherheit gebracht.“

Von den anderen SS-Einsatzgruppen-Leitern wurden etliche (aber nicht alle) in Nürnberg zum Tode verurteilt und gehenkt. Vor Loftus hatte der Historiker Prof. Dallin das Archiv durchforstet und eine Kopie dieses Dokuments erhalten. Diese verglich Loftus mit dem Originalmanuskript der CIC. Zusätzlich hat er das Original von Buchardt mit unveröffentlichten, geheimen EG-Berichten und Mikrofilm-Aufzeichnungen verglichen, auf denen Nazi-Dokumente gespeichert sind, die Ukraine und Weißrussland betreffen.

Er hatte auch unbeschränkten Zugang zu der -immer noch als geheim eingestuften – umfangreichen, eigenen Dokumentensammlung der OUN-B, die Mykola Lebed dem amerikanischen Militärgeheimdienst 1945 übergab. Deswegen ist er in der Lage, die Echtheit des Buchardt-Manuskripts zu bestätigen.

Loftus reagiert mit dem Fax auf heftige Proteste gebürtiger Ukrainer in Australien, die die faschistische Gesinnung und Nazi-Kollaboration der OUN kategorisch bestreiten. Er schreibt dazu:

“Ich finde es amüsant, dass die Nazi-Ideologie der OUN von diesen Leuten bestritten wird. Buchardt bestätigt, dass die OUN schon vor 1933 geheimen Kontakt mit Nazi-Größen hatte und zwar durch einen Mann namens Konowalets, der Anführer einer extremistischen Nationalistenorganisation war, die angeblich von emigrierten Ukrainern in den USA, Canada und Australien finanziell unterstützt wurde. Sie entwickelte subversive und verschwörerische Aktivitäten und schreckte auch vor Gewalttaten nicht zurück.

Admiral Canaris, Chef der Abwehr, notierte in seinem Tagebuch dazu, dass er vorhabe, die OUN für die „Auslöschung der Juden und Polen“ zu benutzen (Dokumente der Nürnberger Prozesse 1047-PE). Buchardt bestätigt, dass diese Pläne auch ausgeführt wurden (Seite 158 des Manuskripts).

Die Effektivität der Zusammenarbeit zwischen den Deutschen (vor allem der Geheimdienste) und der OUN wurde beim Angriff auf Polen sichtbar, als die OUN „Dienste aller Art“ in den ukrainisch dominierten Gebieten Polens leistete. Nachdem die OUN ihre Ergebenheit gegenüber der Nazi-Ideologie bewiesen hatte, wurde sie weiterhin von der Abwehr gefördert, weil man die Absicht hatte, ihre Netzwerke für die Operation Barbarossa zu nutzen. Angespornt durch diese Unterstützung wurde die OUN-Führung immer radikaler und es kam zu einer Spaltung: die älteren Mitglieder (ehemalige Offiziere) verließen die Organisation und bildeten unter Melnyk die OUN-M, während die jüngeren, extremistischen Anhänger sich unter Stefan Bandera zur OUN-B formierten.

Fritz BuchardtNach den Angaben von Buchardt (Bild) bereitete sich die Bandera Gruppe weiter auf die Operation Barbarossa vor (1940-1941): „ Die OUN war für die Vorbereitung des Russlandfeldzugs schon vielfach eingesetzt worden, besonders von der Abwehr. Die Zusammenarbeit wurde weiter vertieft und nach dem Angriff auf die Sowjetunion spielte die OUN-B eine neue, unheimlichere Rolle. Zum ersten Mal bestätigt Buchardt dann, dass die OUN für die Auswahl lokaler Kollaborateure zuständig war, die für Verwaltungs- und Sicherheitsaufgaben im Rahmen der deutschen Besatzung herangezogen wurde.“

Während Bandera in seiner Verblendung das wohl als Auszeichnung sah, waren die Gründe dafür ziemlich profan: man hatte einfach nicht genug deutsches „Personal“ und musste deshalb auf Einheimische zurückgreifen. Diese entsprechend zu „preparieren“ bzw. zu selektieren, war eine zentrale Aufgabe der OUN, dazu gehörte natürlich auch die „Pazifizierung“ von Ukrainern, die erkannten, dass die deutsche Besatzung um keinen Deut besser war, als die sowjetische und deshalb eine Kooperation mit diesen Verbrechern mit echten, „nationalistischen“ Gefühlen unvereinbar war.

„Mykola Lebed war innerhalb der OUN-B verantwortlich für die „Innere Sicherheit“ (á la Gestapo) und half den Nazis dabei, ausgewählte OUN-Mitglieder als Polizisten zu rekrutieren. Er gab seine Akten später den amerikanischen Geheimdiensten, inklusive “Background-checks“ von tausenden OUN-Leuten und ihren Posten in den „Sicherheitsbehörden“ der Nazis.

Buchardt gibt zu, dass diese einheimischen „Polizeieinheiten“ Angst und Schrecken („feelings of terror“ in den besetzten Gebieten verbreiteten und zwar über das hinausgehend, was (O-Ton Buchardt): „ schon der erste Kontakt mit der Besatzungsmacht (das organisatorische Chaos, die willkürlichen Gewaltakte, die ersten Erschießungen der Juden …) an Misstrauen, Hass und Abscheu erzeugt hatte“.

Lebed hat also keine Mühe gescheut, Landsleute einzuschüchtern, zu terrorisieren und umzubringen, wenn es die „Sicherheit“ erforderte. Polen und Juden wurden (als „Eindringlinge“ in der Ukraine quasi selbstverständlich) zu tausenden gefoltert und massakriert, doch eben auch Ukrainer, die sich dem totalitären Wahnsinn der OUN nicht ausliefern wollten.

Ukrainische Nation – Wisse! Moskau, Polen, Ungarn, Juden – das sind deine Feinde. Zerstöre Sie!”

(Aufruf Banderas auf einem Plakat der OUN, 1941 – nach dem Einmarsch der Wehrmacht)

Buchardt bestätigt die Darstellung von Professor Dallin, dass „während der folgenden Tage die Anhänger Banderas (sowie das Nachtigall Regiment) große Initiative zeigten, wenn es darum ging, Säuberungen und Pogrome durchzuführen.“

SS-Dokumente, in denen die Gewaltexzesse der OUN dokumentiert sind, wurden vom militärischen Geheimdienst der US-Armee als streng geheim eingestuft, um ihre Rolle zu verschleiern. In einem Einsatzgruppenbericht vom 13.Juli 1941 heißt es, dass die OUN-M (in ihrem Eifer, die Rivalen der OUN-B an Enthusiasmus für „Säuberungen“ als perfider Akt der nationalen „Selbstverteidigung“ noch zu übertreffen) Hitler versprochen hatte, „ganz Europa von den Juden zu befreien“.

Loftus schreibt weiter, dass Jaroslav Stetsko {nach der voreiligen OUN-Proklamation der „Unabhängigkeit“ der Ukraine am 30.Juni 1941 zum ad hoc „Premierminister“ ernannt] in einer seiner ersten Regierungshandlungen zur „Eliminierung der Jüdisch-Bolschewistischen Bedrohung“ aufgerufen hat. Die Ermordung der Juden war offizielle Politik beider OUN-Faktionen. Die Nazis verfolgten die gleiche Politik in allen Ländern, die sie überfielen: baue eine einheimische Truppe auf, die im Untergrund „Freiwillige“ für die Durchführung der Massenexekutionen rekrutiert.

Die Art dieser „Sicherheitsaufgaben“ sei in deutschen Gerichtsakten dokumentiert, aus denen hervorgehe, dass Ukrainische Polizeieinheiten systematischen Massenmord begangen haben. Das Simon Wiesenthal Center habe darüber hinaus einen der Kommandeure identifiziert, die die Massaker von Babi Yar beaufsichtigt haben.

Den lautstarken Protesten ukrainischer Historiker, all das könne nicht wahr sein, weil die wichtigsten Führer der OUN im Juli 1941 von den Nazis verhaftet wurden (als Folge der proklamierten „Wiederauferstehung“ des Staates am 30.Juni), erteilt Loftus nach seinen intensiven Recherchen eine klare Absage:

UPA-emblem„Die Führer der OUN wurden nur vorübergehend festgenommen und einige von Stetskos „Polizisten“ entfernt, doch im Großen und Ganzen blieb die von der OUN dominierte Polizei nicht nur intakt, sondern wurde auch noch zwischen 1941-42 auch noch zu selbständigen Einheiten ausgebaut. Die OUN-B baute einen eigenen militärischen Arm auf, die UPA und tausende junge Männer meldeten sich „freiwillig“ dafür, wie Buchardt notiert“ um der Deportation nach Deutschland als Zwangsarbeiter zu entgehen“.

Diese Gruppen versteckten sich in den Wäldern und versetzten durch ihre Brutalität und Gesetzlosigkeit die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Weil die UPA immer mehr Zulauf bekam und letztlich unberechenbar war, wurde nach Angaben von Buchardt, die grandiose Idee geboren, eine ukrainische Waffen-SS Einheit zu bilden (natürlich auch, um „deutsches Blut“ zu sparen). Dr. Otto Wächter, der neue „Gouverneur“ von Galizien seit Ende 1942, wurde als „Freund“ der Ukrainer präsentiert der die Selbstverwaltung stärken wollte usw. Wegen seiner guten Beziehungen zu Himmler gab dieser schließlich die Zustimmung für die SS Division-Galizien (die aber an der Front völlig versagte).

DR. FRANKENSTEIN UND SEINE MONSTER

Lebed ist Organisator der ethnischen Säuberungen in Wolhynien (Rzeź wołyńska / Волинська трагедія, die im Jahr 1943 begannen, bei der 100.000 (nach manchen Angaben bis zu 200.000) Polen auf grauenvolle Weise von UPA-Einheiten ermordet wurden. 1944 wurden diese organisierten Massenmorde in Ost-Galizien fortgesetzt. Etwa 500.000 weitere Polen wurden durch den Terror vertrieben.

Nach der ersten Welle von Massakern versuchte die polnische Exilregierung mit der UPA zu verhandeln. Doch die Unterhändler wurden gefangengenommen, gefoltert und am 10. Juli 1943 ermordet.

Am Tag danach, ging das große Abschlachten erst richtig los: UPA Einheiten marschierten von Dorf zu Dorf und verübten ein Massaker nach dem anderen. Die Morde waren kaltblütig geplant, die Dorfbewohner hatten so gut wie keine Chance zu entkommen. Um drei Uhr nachts begannen die Angriffe, nach den unglaublich grausamen Tötungen (samt Folter) wurden die Dörfer niedergebrannt.

Die wenigen Überlebenden sagten aus, die ethnischen Säuberungen seien gut geplant gewesen: wenige Tage vorher fanden Versammlungen statt, in denen die UPA-Anführer den Bewohnern einhämmerten, es sei „notwendig“ die Polen auszuradieren. Hier einige Beispiele für die systemischen Massenmorde:

  • In Gurow überlebten 70 von 480 Einwohnern;
  • in Orzeszyn wurden 306 von 340 Polen ermordet
  • in Sadowa: 20 Überlebende von 600 Einwohnern
  • in Gaj wurden 600 Menschen massakriert

BLUTIGE OSTERN – MÖRDERISCHE WEIHNACHTEN (die UPA griff gerne an kirchlichen Feiertagen an)

“Hiding in the forest, we saw Ukrainians who came on carts in a large group plundering the houses set on fire, loading the loot onto the carts and cruelly torturing our long-time neighbours, tying them to trees, cutting off their limbs, shooting or burning them”.

Die unmenschliche Brutalität und Grausamkeit der UPA Einheiten drehen einem den Magen um. Egal ob es sich um Frauen, Kinder, Greise oder andere, hilflose Personen handelte, die Opfer wurden meistens zu Tode gefoltert. Es gibt Dokumente, in denen 135 Methoden des Folterns / Tötens geschildert werden – das ist eine unvorstellbare Orgie des Hasses und ich frage mich, ob man diesen Männern nicht auch Drogen verabreicht hat, damit sie dazu fähig waren (die Indokrination muss jedenfalls enorm gewesen sein).

uon-b massacreMehrere Historiker (wie z.B. der Zeitzeuge Wladyslaw Filar)beschreiben diese grauenvollen Verbrechen so:

  • Kirchen wurden mit der anwesenden Gemeinde niedergebrannt. Römisch-katholische Priester wurden mit Beilen enthauptet oder ans Kreuz geschlagen.
  • Entlegene Farmen wurden von Banden angegriffen, die mit Küchenmessern, Sicheln und Heugabeln auf die Bewohner losgingen (die nicht selten vorher noch von Priestern „geweiht“ wurden
  • Hälse wurden durchgeschnitten, schwangere Frauen mit Bajonetten aufgespießt. Kinder wurden in zwei Stücke zerteilt oder mit Stacheldraht an Bäumen als „polnische Kinder-Kränze“ aufgehängt (daran war ein Schild befestigt mit dem Satz: Das ist für die Freiheit der Ukraine notwendig).
  • Ohren und Nasen wurden abgeschnitten, Augen ausgestochen (vor dem Tod),
  • Zeitzeugen und Fotos belegen, dass die grausam verstümmelten Opfer nicht immer verbrannt oder verscharrt, sondern zur Schau gestellt wurden, damit die noch lebenden Polen angesichts des Terrors garantiert flüchteten.

13 Lutsk 3 children aged 2-5In Ostrowski (Volyn) wurden am 30. August 1943 von der UPA 438 Polen ermordet, darunter 246 Kinder unter 14. Danach durften die lokalen ukrainischen Kollaborateure den Besitz der Opfer plündern. Am gleichen Tag wurden 529 Polen im Nachbardorf Wola Ostrowiecka massakriert, darunter 220 Kinder. Die „Aktionen” waren professionell geplant und ausgeführt: das Dorf wurde zuerst von bewaffneten Einheiten umstellt, dann wurde den Polen befohlen, sich im Schulgebäude zu versammeln – unter dem Vorwand, man werde beraten, wie man die Deutschen am besten bekämpfen könne. Die Männer und Jungen wurden zuerst liquidiert, dann die Frauen und Mädchen bis zu den Kleinkindern. Dann kamen „deutsche Soldaten“ an, um „die Lage zu prüfen“. Nach ihrer Abfahrt riefen die Ukrainer in polnischer Sprache laut, dass die „Gefahr jetzt vorbei“ sei. Polen, die danach aus ihren Verstecken kamen, wurden ebenfalls getötet (nicht selten eingesperrt und dann wurde das Gebäude angezündet).

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fuhren polnische Überlebende bzw. deren Angehörige im Jahr 1990 nach Ostrovsky, um dort Bewohner des Nachbardorfes Sokil zu treffen. Doch niemand von den Ukrainern wollte darüber reden. Ein Überlebender (damals 13) sagte aus, dass viele Opfer (auch Kinder) durch Hämmer und Äxte getötet wurden. Ein anderer Zeitzeuge erzählte, dass die UPA/UIA den Kindern anfangs sogar Süßigkeiten schenkten und den Polen sagten, es gäbe keinen Grund zur Beunruhigung. Im August 1992 wurde ein Massengrab mit 330 Leichen in Ostrovsky ausgehoben.

testimony 2Alleine im Juli 1943 wurden rund 170 Dörfer und Gemeinden Opfer dieser Massenmorde, die gut „organisiert“ und genau geplant waren. Auch ukrainische Bauern wurden dafür indoktriniert und bildeten eigene Einheiten (genannt „Selbstverteidigungsgruppen“). In gemischten Dörfern wurde den Ukrainern eine materielle Belohnung in Aussicht gestellt, wenn sie an den Angriffen teilnehmen oder vom „Gestapo-Sicherheitsdienst“ der UPA, Sluzhba Bezbeky dazu „ermutigt“ vorher zu fliehen, mit der Drohung, dass alle im Dorf verbliebenen Einwohner bei Anbruch der Dämmerung ermordet werden. Dennoch haben viele Ukrainer den Polen geholfen und auch Überlebende der Massaker aufgenommen. Wer denunziert oder anderweitig “erwischt” wurde, musste mit grausamer Bestrafung rechnen.

Auch in Galizien wurde Ende 1943 bzw. Anfang 1944 eine solche Schreckensherrschaft der ukrainischen „Nationalisten“ ausgeübt. Die UPA/ OUN übte also ein wahres Terrorregime aus und zwar gegen alle, die nicht ihre politische Ideologie teilten – auch ihre ukrainischen Volksgenossen.Die OUN hatte 1929 ihre „1o Gebote des ukrainischen Nationalisten“ verkündet, an die sich alle Mitglieder zu halten hatten, darin hieß es:

„Zögere nicht, die gefährlichsten Taten zu begehen und „Behandle die Feinde deines Volkes mit Hass und Skrupellosigkeit!“

Die Schilderungen der Überlebenden (meistens Kinder, die die Ermordung u. Verstümmelung ihrer Eltern und Angehörigen mitansehen mussten und selbst verletzt wurden) sind sehr schwer zu ertragen, aber notwendig, damit wir in der Lage sind, zu verstehen, was damals wirklich passiert ist und welche Monster hier für politische Zwecke „herangezüchtet“ wurden.

Volnya massacresDie Fotos der Opfer sind ein echter Horror, aber sie machen uns bewusst, wie ungeheuerlich es ist, die Verantwortlichen dieses Wahnsinns vor Strafverfolgung zu schützen und dann auch noch jahrzehntelang (von der CIA finanziertes) Propagandamaterial zu verbreiten, in dem sie als heroische Kämpfer gegen Nazis und Russen dargestellt werden.

DAS VIERTE REICH (begann 1945 …)

Während Lebed, der „bekannte Sadist“ (lt. CIC Bericht 1947) und viele andere Kriegsverbrecher von der CIA umsorgt wurden, hat Stefan Bandera bei der britischen SIS / MI6 und später dem „Gehlen“-BND freundliche Aufnahme gefunden. Dass der angebliche Kämpfer gegen die deutsche Besatzung nach dem Krieg ausgerechnet nach München geht, (wo seine SS-Freunde ihn schon erwarteten) hätte schon Empörung auslösen müssen.

Das „Reichssicherheitshaupt“ (RSHA) mag in Berlin zerstört worden sein, aber es wurde in Washington quasi wieder aufgebaut und heißt dort „NSA“. Tausende Nazis wurden über die „Ratline“ des Vatikans aus Europa geschleust, wo sie neue Netzwerke bildeten und vor allem in Lateinamerika für den Aufbau der brutalen Militärdiktaturen eine wichtige Rolle spielten. Andere bildeten den Kern für das „Gladio“-Netzwerk der NATO, das für zahlreiche Terroranschläge in Europa benutzt wurde, um einen Linksruck zu verhindern und die Kommunisten zu dämonisieren.

Die Früchte dieser großangelegten Täuschung (Amerikas Regierung „bekämpft“ Faschismus) sehen wir ja heute in der Ukraine, wo Neo-Nazis sogar in der „Regierung“ sitzen, für „Sicherheit“ zuständig sind und sich mit anderen faschistischen Gruppen vernetzt haben. Doch anstatt diesen Skandal anzuprangern, ist unsere Schafspresse damit beschäftigt, die hysterischen „Briefings“ des State Departments zu verbreiten, in dem Putin bzw. Russland als die Inkarnation des Bösen hingestellt wird.

Eine unerträgliche Schande, die mit Journalismus geschweige denn Pressefreiheit, nichts mehr zu tun hat.

Im Vorwort eines Buches von John Loftus steht: „Forget the news. This is not news, it is sway.“

Was tun wir dagegen?

 

 

 

 

http://www.stephenhalbrook.com/law_review_articles/sunrise.pdf

Ukraine (4): Goebbels in Galizien

WOHER KOMMEN DIE NAZIS IN DER UKRAINE? WER HAT SIE STARK GEMACHT UND ZU WELCHEM ZWECK?

Nazis Made in USADiese Frage sollte in der Presse an erster Stelle stehen, doch davon ist nicht viel zu sehen. Stattdessen wird weiterhin die Angst vor dem „bösen“ Putin und der „Aggression“ Russlands geschürt und von den geo-politischen Hintergründen im Kontext des US-Imperialismus abgelenkt.

Wir gehen daher selbst auf Spurensuche und dabei hilft uns der schwedische Historiker Dr. Per Anders Rudling. Mit seiner prägnanten Analyse versucht er Antworten auf folgende, wichtige Fragen zu finden:

  • Warum wurde der Nationalismus in der Ukraine (vor allem in Galizien) nach 2004 so extrem und von wem wurde er gefördert?
  • Welches politische Klima hat Svoboda an die Macht gebracht? Welche Ideologie treibt die Partei an?

Rudling profilEr zeigt auf, wie (der selektierte Präsident und „orange-braune“ Freund des Westens) Juschtschenko, seit 2004 das „Management“ der historischen Erinnerung zur Rehabilitation der Ultra-Nationalisten aus den 1930er Jahren benutzt hat. Hier einige Beispiele dafür, wie die Manipulationskampagne – die man nur als systematische Volksverhetzung bezeichnen kann – die nationalistische Stimmung in der Ukraine (vor allem im Westen) so aufheizte, dass die Neo-Nazis immer mehr Zulauf bekamen:

MINISTRY OF TRUTH: Juschtschenko erfindet die Geschichte neu

Kaum im Amt, lancierte der neo-liberale Zentralbanker und „Freund“ der USA, Juschtschenko eine historische Propagandaoffensive, die Goebbels neidisch gemacht hätte. Man könnte aber auch staatlich angeordnete „Geschichtsfälschung“ dazu sagen:

„Er gründete das „Institut für Nationale Erinnerung“, wies den Leuten, die die Archive des ehemaligen KGB verwalten, Propagandaaufgaben zu und unterstützte die Schaffung eines „Museums der Sowjetischen Besatzung“ in Kiew. Volodymyr Viatrovych (VV) wurde zum Verwaltungsdirektor der KGB-Archive ernannt (nun zum Geheimdienst der Ukraine, SBU gehörend). VV kombinierte seine Position als staatlich-ernannter „Erinnerungs-Manager“ mit ultra-nationalen Aktivitäten („ultranational“ ist ein Code-Wort für Neo-Nazis).

"Bandera-Jugend" die Nazis der Zukunft ..

„Bandera-Jugend“ die Nazis der Zukunft ..

Er war Direktor einer OUN-B freundlichen Tarnorganisation (front group), dem „Zentrum für das Studium der Befreiungsbewegung“: staatliche Institutionen verbreiteten nun eine „sterilisierte“ Version der dunkelsten Kapitel der ukrainischen Geschichte, in der die Kollaboration der „ukrainischen Patrioten“ mit den Nazi-Massenmördern schlichtweg totgeschwiegen oder als Akt der Befreiung präsentiert wurde. Stattdessen wurden ihre Anführer als Nationalhelden und Märtyrer mit Heiligenschein dargestellt, die für ihre patriotische Gesinnung viel Unrecht erlitten hatten.

Diese [Lügen-] Konstruktion eines nationalen Mythos unter Juschtschenko hatte zwei tragende Säulen:

  1. Die einseitige Dämonisierung der Sowjetunion (Die Hungersnot 1932-1933 mit 2-3 Millionen Toten, wurde als geplanter Genozid Stalins dargestellt)
  2. Der Heroische Kult Der OUN-B / UPA und ihrer Anführer (was das ist – siehe letzten Beitrag)

Die „Erinnerungsmanager“ stellten der „mörderischen“ Herrschaft der UdSSR das „selbstlose Heldentum“ der OUN-UPA gegenüber und erzeugten so in den Köpfen der indoktrinierten Jugendlichen einen Mythos, der dann auch noch mit göttlicher Gerechtigkeit assoziiert wurde: Das Leiden während der Hungersnot, der tapfere „Widerstand der patriotischen Nationalhelden“ (wie die Nazi-Kollaboration geschönt wurde) und schließlich die „Erlösung“ durch die ausgerufene Unabhängigkeit 1991.

Alles was die finstere Vergangenheit der ukrainischen „Nationalhelden“ in ein schönes, moralisches Licht stellte, wurde somit als „wahre“ Geschichte des Landes präsentiert, während widersprechende Darstellungen anderer Historiker als „sowjetische Märchen“ denunziert wurden. Der SBU-Direktor unter Juschtschenko, Valentyn Nalyvaitschenko, begründete diese Vorgangsweise so: „ … um die ukrainische Geschichte von Lügen und Fälschungen zu befreien“.

Der fanatische Judenhass der OUN und ihre Beteiligung am Holocaust wurden ebenso ignoriert, wie ihre faschistische Ideologie. Die Mitglieder der OUN wurden als demokratische, pluralistische, ja sogar rechtschaffene Erretter der Juden dargestellt …“

Ivan Franko National University_LvivBuchläden in der Ukraine führten häufig „anti-semitische“ Literatur, die den Holocaust leugnet, aber auch in akademischen Kreisen wurde die Grenze zwischen historischer Analyse und Neo-Nazi Propaganda zunehmend unscharf. Die ideologische Infiltration der Universitäten wurde mit „völkischem“ Eifer vorangetrieben. Die Nationale Ivan Franko Universität in Lviv ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Erfolg des akademischen Umerziehungsprogrammes. Sie beschreibt ihre zentrale Aufgabe so:

Die Formung eines ukrainischen, nationalen Selbstbewusstseins und nationaler Würde, die Liebe für die Heimaterde und ukrainische Traditionen, die Ausbildung einer national-bewussten, intellektuellen Elite und die Bewahrung des intellektuellen Gen-Pools der Nation …die Erneuerung der historischen Erinnerung . die Kultivierung der besten Charaktereigenschaften der ukrainischen Mentalität … sowie körperliche und geistige „Abhärtung“ [Kontseptsiia national’noho vykhovannia]

war criminal Bandera our hero

Bandera Bild in einer Parade

Der Höhepunkt von Juschtschenkos „Geschichtspolitik“ war die offizielle Ernennung Stepan Banderas zum „Nationalhelden“. Von Seiten der „liberalen“ Intellektuellen gab es kaum Proteste, einige bestritten die Nazi-Kollaboration der OUN-B und betonten stattdessen die „nationale Solidarität und das idealistische Engagement für gemeinsame Werte und Ziele“.

2010 erklärt das Simon Wiesenthal Center in einer Presseaussendung seine „tiefste Abscheu“ vor der Entscheidung des ukrainischen Präsidenten (Wunschkandidat der USA), den Kriegsverbrecher Bandera posthum zum „Helden der Nation“ zu erklären. Auch das europäische Parlament verurteilt die Ehrung dieses Massenmörders als inkompatibel mit „europäischen Werten“.

N.B. Juschtschenko ist der Mann, der in unseren Schafs-Medien als personifizierte Demokratie im Rahmen der „Orange Revolution“ hochgehalten wurde (bzw. wird), als „Opfer“ russischer Intrigen (PR-Märchen von der Dioxinvergiftung- vom Wiener Krankenhausarzt widerlegt) präsentiert wurde, der 2004 nach angeblich „gefälschten“ vorhergehenden Wahlen (was auch eine PR-Lüge war) zum Präsidenten gewählt wurde und für die „Werte des Westens“ stand.

Dieser Mann hat einen faschistischen Ideologen zum Nationalhelden erhoben und dafür gesorgt, dass die „Orange“ bald sehr braun wurde … Es war jedoch Janukowitsch, (der heute in unseren Medien als autoritärer Mistkerl hingestellt wird und vor den Horden des „Maidan“ flüchten musste), der Bandera den Ehrentitel wieder aberkannte .. Wer ist hier also der Schurke?

Dass unsere „Journ-autisten“ sich routinemäßig als Instrumente der Desinformation und Volksverdummung hergeben, ist ein Skandal, der gar nicht laut genug angeprangert werden kann … „Pressefreiheit“ für Idioten …!

FUN & GAMES: NATIONALISTISCHE „UNTERHALTUNG“ (im Westen der Ukraine)

Wie Hitler im ersten Weltkrieg von der britischen Regierung gelernt hat bzw. richtig erkannte, muss Propaganda immer an das „Zielpublikum“ angepasst werden. Also spezielle Informationsprogramme und „Institute“ für die Intellektuellen und eher die panem et circenses Variante für die (verdummten) Massen. Diesem bewährten Rezept folgten auch die ausländischen PR-Strategen in der Ukraine:

Bandera footballAm 30. Juni 2011, dem 70. Jahrestag der deutschen Invasion, wurde das historische Ereignis in Form eines „Festivals“ nachgestellt: Eltern mit kleinen Kindern begrüßten strahlend und mit Fähnchen in der Hand Männer in SS-Uniformen und bei Fußballspielen in Lviv werden 2010 riesige Transparente mit Banderas Konterfei hochgehalten. „Unser Held“ hat auch posthum erreicht, dass diese Anhänger Lviv (früher: Lemberg) in „Banderstadt“ umbenannt haben.

Nationalistische Rituale und die Instrumentalisierung der historischen „Erinnerung“ erfüllen mittlerweile auch kommerzielle Zwecke, denn die PR-Berater der Neo-Nazis (bzw. ihrer Sponsoren) haben sich mit Unternehmern zusammengetan, um ihre „Geschichte“ auf populäre Art zu verbreiten.

Es gibt seit 2007 ein „Themen-Restaurant“ in Lviv, das Kryivka (Schlupfwinkel – einem Partisanenbunker nachempfunden), das „Deko-Motiv“ ist natürlich die OUN-UPA – patriotisch verklärt. An den Wänden hängen überlebensgroße Bilder von Bandera, auf der Toilette wird der Gast mit Texten von russischen und jüdischen „Anekdoten“ unterhalten. Klopft man an die Tür, wird man von einem Typen mit einem Gewehr aus dem zweiten Weltkrieg empfangen und muss das richtige „Codewort“ (Slava Ukraini!) wissen, um reinzukommen. Unter der Rubrik “Unsere Mission” heißt es auf der Homepage:

To create a unique scope of emotions and impressions, to make itself [sic], the city and the country better.” (!)

„Einzigartige Gefühle“ (der Übelkeit) empfindet man auch, wenn man folgende Informationen erhält:

Der Besitzer betreibt auch ein weiteres „emotionales“ Restaurant, diesmal mit einem „jüdischen“ Thema: dort können sich Gäste als chassidische Juden „verkleiden“ (mit dem schwarzen Hut und den Kringellocken). Auf der Karte gibt es keine Preisangaben, stattdessen muss man bei der Bezahlung „nach jüdischer Manier“ feilschen (um die extrem teuren Speisen).

Damit nicht genug, befindet sich das Lokal unmittelbar neben dem Platz, wo einst die zentrale Synagoge („Goldene Rose“) der Stadt stand … (angesichts der Tatsache, dass in der Ukraine zahlreiche Pogrome und grauenvolle Massaker an Juden stattfanden, auch in Lviv, eine Geschmacklosigkeit der besonderen Art)

Wer besitzt die Schamlosigkeit für solche „Geschäftsideen“? Iurii Nazaruk, ein Absolvent der Ivan Franko Universität. Er sagt, seine Gaststätten erfüllen einen wichtigen Zweck – sie „bestätigen die nationalen Mythen, die Leute brauchen das“ und Andriy Khudo, dem heute eine ganze Restaurantkette („Fest!“) dieser Art gehört.

Das Simon Wiesenthal Center beschrieb diese Restaurants als „nur die Spitze des rassistischen, anti-semitischen Eisberges in Lviv“, die man boykottieren müsse. Obwohl Lviv das Zentrum der Neo-Nazi Aktivitäten ist, breitet sich diese spezielle Form der „völkischen Unterhaltung“ immer weiter aus.

Im Dezember 2011 erklärte VV einen populären Nachtclub in Kiew zum „Territoriia Bandershtadtu“ in dem ein ultra-nationalistischer „event“ stattfinden würde, quasi eine Party „im Geist der Widerstandskämpfer“. Fotos der Kriegsverbrecher an den Wänden, Originaluniformen und Waffen wurden zur Schau gestellt, „patriotische“ Lieder gesungen und das Buch „UPA – Die Armee der Unbesiegten“ an die jungen Leute verteilt.

Von wem das verlegt wird? Vom „Zentrum für das Studium der Befreiungsbewegung“ … Orwell lässt grüßen …

HELDENVEREHRUNG OHNE HIRN

Die Präsentation der OUN als „Widerstandskämpfer“ gegen Nazi-Deutschland und die gleichzeitige, tiefe Verehrung der Waffen-SS Division Galizien wird anscheinend nicht als Widerspruch gesehen (kein Wunder, bei Leuten, denen man das Denken schon abgewöhnt hat …)

Bandera Monument Lviv

Bandera Denkmal in Lviv

Straßen in Lviv wurden nach Nazi-Kollaborateuren (um-)benannt, im Stadtrat von Lviv arbeitete Svoboda in den letzten Jahren daran, den Flughafen der Stadt, das Fußballstadium, ja die ganze Stadt nach den „Volkshelden“ zu nennen. So gibt es heute den „Bandera Boulevard“ wo eine riesige Statue des Kriegsverbrechers zu bewundern ist und aus der „Straße des Friedens“ machte Svoboda die „Nachtigall-Straße“, nach der Nachtigall Brigade, die im ukrainischen Holocaust eine besonders widerliche Rolle gespielt hat. Auf die Frage, warum „Frieden” den anstößig sei, antwortet die Partei der „Freiheit“: das seien „Reste sowjetischer Stereotypen“, die man beseitigen müsse.

Als der deutsche Historiker Gregor Rossolinski-Liebe im Frühjahr 2012 Vorträge über den echten Stepan Bandera halten wollte, erfuhr er am eigenen Leib, dass das Motto von Svobodas Chefideologen ernst gemeint ist: „Wir halten Toleranz für ein Verbrechen“.

Der Wissenschaftler wurde im Vorfeld schon mehrfach bedroht und als er in der West-Ukraine ankam, folgten ihm dutzende Svoboda-Anhänger, egal wo er hinging. Diese nationalistische Form von Stalking ist aber noch die harmloseste Art, wie Svoboda gegen „anti-ukrainische“ Tendenzen vorgeht (mehr dazu siehe weiter unten).

SVOBODA MACHT „FREI“

Nach 1991 hatte die OUN große Schwierigkeiten, sich wieder in der unabhängigen Ukraine zu etablieren. Sie zerfiel in die KUN (Kongress Ukrainischer Nationalisten) und die im Exil befindliche OUN-B, die von der Nachfolgegeneration geleitet wurde (auch aus Deutschland!). Heute beanspruchen sogar vier Gruppierungen, die Nachfolge von Bandera angetreten zu haben: KUN, OUN-B (Exil), die im Untergrund tätige „tryzub imeni Bandery“ (der Dreizack) und die VO Svoboda, die 1991 von Mitgliedern anti-kommunistischer Vereinigungen als „sozial-nationalistische Partei der Ukraine“ gegründet wurde. Sie wurde zum Sammelbecken für Neo-Nazi Gruppen und Studenten-Bruderschaften.

SNPU wolfsangelAls Parteiabzeichen wurde das Spiegelbild der Wolfsangel gewählt, die einige SS-Divisionen benutzten und nach dem Krieg von Neo-Nazi Gruppen übernommen wurde. Die SNU rekrutierte Skinheads und Fußball-Hooligans für ihre „heilige“ Mission, die natürlich auch einen „bewaffneten Arm“ brauchte, eine paramilitärische Truppe mit dem schönen Namen „Ukrainische Patrioten“ (UP), die nach wie vor die Wolfsangel als Abzeichen verwendet, allerdings in veränderter Form.

Es ist äußerst wahrscheinlich, dass Verbindungen zum „Gladio“-Netzwerk bestehen, das die NATO in Europa nach dem zweiten Weltkrieg aufbaute. Die UP wurde 2004 offiziell aufgelöst, aber 2005 in neuer Form wiederbelebt.

Doch die Begeisterung der ukrainischen Wähler hielt sich in Grenzen. 2004 hatte Svoboda 5.000 Mitglieder, 2010 hatte sich die Anhängerschaft verdreifacht. Hier eine kleine Übersicht über die „Wahlerfolge“ der Partei:

• Parlamentswahlen 2006: 0,3% (allerdings zwischen 2 und 5% in Ost-Galizien)
• Vorgezogene P-Wahlen 2007: 0,7% (3,3% in Ost-Galizien)
• Präsidentenwahl 2010: 1,4% (für Tyanhybok) (4,7% in Ost-Galizien)
• Kommunalwahlen 2010 (der Durchbruch) 25% in Ost-Galizien

Die Parteiideologie ist gekennzeichnet durch Ethnozentrismus , die ukrainische „Nation“ wird als natürliche Volksgemeinschaft definiert, wobei der „Blut & Boden“ Ethos der NSDAP nicht zu verleugnen ist. Das „Völkische“ wiegt natürlich schwerer als irgendwelche Menschenrechte, deshalb scheut man auch nicht davor zurück, mehr oder weniger offen rassistische Hetzparolen zu verbreiten. Das Symbol der Partei, die Buchstaben I und N (Idee einer Nation) sehen genauso aus wie die „Wolffsangel“ (oder „Wolfsanker“), die von vielen Neo-Nazigruppen in Europa verwendet wird und in Deutschland verboten ist. Die Wolfsangel wird auch mit der germanischen ‚Eiwaz“ (die Eibe) Rune in Verbindung gebracht.

oleh-tyahnybok-1Die Neo-Nazis dümpelten also bis 2003 nur so dahin, aber dann kam Oleh Tiahnybok und die Partei wurde einer Image-Kampagne, einem „Re-Branding“ unterzogen, das von erfahrenen PR-Strategen durchgeführt wurde:

Für die bevorstehenden Wahlen 2004 mussten das extremistische, Neo-Nazi Image durch ein pseudo-demokratisches ersetzt werden, damit die Partei als „liberale Partei, rechts vom Zentrum“ wahrgenommen wurde. Also wurden geändert:

  • Der Parteinamen (von SNPU zu Svoboda)
  • svoboda logo
  • Das Parteilogo: die SS-Wolfsangel verschwand und das neue Symbol der Partei wurde eine Hand mit drei ausgestreckten Fingern, die einen Dreizack symbolisieren soll. Dieser „tryzub“ war eine beliebte, in der Öffentlichkeit verwendete Geste während der ersten Unabhängigkeits-Demonstrationen Ende der 1980er Jahre, aber er symbolisiert auch die faschistische OUN-M der 1930er Jahre
  • Der Anführer: Tiahnybok: war vorher als „unabhängiger“ Kandidat aufgetreten und verbreitete die Aura politischer Legitimität

Nach außen hin wurde also signalisiert, man wolle sich von den in der Wolle durchgefärbten Nazis absondern und eine „gemäßigte“ Parteilinie einschlagen. Diese kosmetische Imagekampagne wurde zweifellos mithilfe amerikanischer front groups und PR-Firmen durchgeführt, und war Teil der Vorbereitungen für die „Orange Revolution“.

the uebermenschenDoch schon wenige Monaten später hielt Tyahnybok eine volksverhetzende Rede, in der er die OUN-UPA als Inkarnation patriotischen Heldentums hochleben ließ, die „gegen die Deutschen, die „Moskali“, die Juden und anderen Abschaum kämpfte, der uns unseren Staat wegnehmen wollte!“ Nach dieser Rede kam Juschtschenko politisch so unter Druck, dass er Tyahnybok aus der Fraktion Nasha Ukraina ausschloss. Svobodas Strategie, sich auch um soziale Themen zu kümmern und damit eine breitere Basis aufzubauen, ähnelt dem Vorgehen der NPD in Deutschland.

Obwohl Svoboda bei den Parlamentswahlen im Oktober 2012 nur 10% der Stimmen erhielt (ungefähr 40% im Westen des Landes, also in Galizien), wurde Tyahnybok die (zweifelhafte) Ehre eines Besuch von US-Senator John McCain* zuteil, der ihn wie einen Revolutionshelden behandelte während die „Fuck-the-EU-Diplomatin des US Außenministeriums, Victoria Nuland (die Frau von Krypto-Zionist „neo-con“ und „Straussianer“ Robert Kagan) Kekse an die „digital-gesteuerten“ Horden auf dem Maidan verteilte.

*Was hat ein US-Senator überhaupt in der Ukraine zu suchen?? Stellen wir uns vor, ein russischer Politiker würde in die USA reisen und dort frustrierten Demonstranten Unterstützung zum Aufstand gegen die gewählte Regierung in Washington anbieten … das wäre doch ein ungeheuerlicher Skandal! Aber unsere Journaille ist ja das Schoßhündchen des State Departments und bellt immer nur den Baum an, an den sie von Washington geführt werdenit makes you sick!

Für Tiahnybok ist Svoboda eine „Partei der Ordnung, die die wahre Elite des Landes begründet“. Die offiziellen Dokumente sind natürlich „pasteurisiert“, soll heißen enthalten keine rassistischen, eindeutig faschistischen Formulierungen, doch Taten sprechen mehr als Worte und alleine die Forderung, dass in Zukunft die Pässe die „Nationalität“ dokumentieren müssen, zeigt ja die rassistischen Untertöne bzw. die Nähe zu den „weißen Herrenmenschen“, die das Internet bevölkern – ganz zu schweigen von der kaum verdeckten Aggression gegenüber Juden.

Im September 2011 verhaftete die Polizei mehr als 50 Svoboda-Aktivisten, nachdem sie Kundgebungen gegen jüdische Pilger organisiert hatten und mit Tränengaskanistern, Rauchbomben und Katapulten ihre „freiheitliche“ Gesinnung demonstrierten. Als die Polizei eingriff, attackierten Svoboda-Mitglieder auch diese und warfen der Polizei dann auch noch vor, sie habe dabei versagt, „die Aggression der chassidischen Juden gegenüber Ukrainern zu stoppen“. Auch jüdische Friedhöfe wurden von den Neo-Nazis geschändet.

Die Partei der „Freiheit“ verachtet und droht aber nicht nur Juden und Russen, sondern natürlich auch Polen. Aufgrund der leidvollen Geschichte ist es verständlich, dass der Staat Polen von Ukrainern mit Misstrauen betrachtet wird, doch die „Polen“ als ethnische Kategorie tragen dafür keine Kollektivschuld und hätten ihrerseits genug Gründe, die „Ukrainer“ zu hassen – wenn sie sich mit dem Gedankengut der „Sippenhaftung“ anfreunden. Svoboda verlangt eine Entschuldigung Polens für „fünfhundert Jahre gewaltsame Polnisierung“ und Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht. Schön und gut, doch wie sieht es mit dem Unrecht auf der anderen Seite aus?

3 massacre kiev 1944Von den grauenvollen Kriegsverbrechen der UPA / OUN-B bzw. der SS-Division Galizien (auch gegenüber Polen) im Dienste der Nazis – siehe Ukraine (3) will Svoboda nichts wissen.

In Huta Pieniacka stellte sie ein zweisprachiges Plakat auf, das die Beteiligung ukrainischer „Patrioten“ am Massaker der Dorfbewohner (1944) kategorisch bestreitet. (Die UPA hat ca. 100.000 Polen, darunter auch Partisanen massakriert – siehe dazu auch die BBC-Doku im letzten Beitrag)

Huta Pieniacka revised history• Frage: Warum lässt die polnische Regierung das zu?
• Antwort: Die heutige Gefahr die von Polen ausgeht, ist die Nähe zu den USA und ihren imperialen „Werten“, die mit Moral inkompatibel sind …

Svoboda hat natürlich auch Kontakte zu anderen „nationalistischen“ Parteien in Polen, Ungarn, Schweden, Großbritannien, Belgien, usw. und ist Mitglied der „Allianz europäischer Nationalbewegungen“, die sich (teilweise zu Recht) gegen die Finanzmafia Globalisierung wehren wollen (was aber keine Legitimation für Rassismus ist).

Die „Freiheitspartei“ hat seit 2009 auch ein Büro in Kanada (Toronto), wo Tiahnybok im Mai 2010 das „Goldene Kreuz für seine Verdienste um die Ukraine“ erhielt. Von wem denn bloß? Von einer Veteranenvereinigung der „ Ersten Division der Ukrainischen Nationalarmee“. Wer ist das denn? Unsere alten Bekannten, die 14.Waffen-SS-Division „Galizien“ im neuen, sprachlichen Gewand … so funktioniert „Erinnerungs-Management“ also, wenn man alte Nazis braucht, um neue zu generieren.

Dass diese Neo-Nazis zu Vortragsreisen in die USA und Kanada eingeladen werden (auch nach Harvard) ist ein klares Indiz dafür, dass die „braune Brut“ auch mit amerikanischer Nestwärme ausgebrütet wurde… (Victoria Nuland sagte ja, die US-Regierung habe bisher 5 MILLIARDEN Dollar in die Ukraine investiert, wofür könnte diese gewaltige Summe denn ausgegeben worden sein…? Für „Demokratieförderung“ ganz sicher nicht …)

Dass amerikanische Kongressabgeordnete wie John McCain nach Kiew reisen und der „Maidan-Revolution“ gegen einen demokratisch-gewählten Präsidenten ihre Unterstützung zusagen, spricht ebenfalls Bände … (zur Gene Sharp / Robert Helvey / CIA-Connection siehe Die große Fata Maidana)

Im gleichen Jahr reiste Tiahnybok nach Deutschland um seine Solidarität mit John Demjanjuk zu demonstrieren, der wegen Beteiligung am Massenmord im Todeslager Sobibór (28.000 Tote) zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Dort traf er sich mit dem Anwalt des Kriegsverbrechers und betonte, dass der Täter für ihn ein Held sei, ein Opfer politischer Verfolgung, der „für die Wahrheit kämpft“.

yuriy-mykhalchyshynNeben Tiahnybok spielt Yurii Mykalchyshyn (YM) – ganze 31 Jahre alt – eine wichtige Rolle als „Berater der Partei in ideologischen Fragen“. Sein großes Vorbild ist Joseph Goebbels und er macht keinen Hehl daraus, dass er Faschist ist – im Gegenteil. Sein liebster Slogan:

„Wir halten Toleranz für ein Verbrechen“

und Aussprüche wie „Wir schätzen die Echtheit des Geistes und des Blutes höher als Erfolg und Reichtum“ lassen keine Zweifel daran, wohin die Reise gehen wird. Er bewundert die Härte und dem kompromisslosen Radikalismus seiner Idole aus den 1930er Jahren und ist stolz darauf, als Extremist zu gelten. (Nietzsche und Leo Strauß lassen grüßen …!!) So fühlt er sich seinem Helden Bandera noch näher, der „eine Untergrund-Terror-Revolutionsarmee gegründet hat, deren langer Schatten noch heute furchtbare Angst in den Herzen unserer Feinde auslöst“

neo Nazis gladio styleYM dient als Bindeglied zwischen Svoboda und den sogenannten „autonomen Nationalisten“ (die sich übrigens genauso kleiden, organisiert und „gewaltbereit“ sind wie unsere angeblich „linken Autonomen“, die immer vermummt sind … und wohl die gleichen Sponsoren im Hintergrund haben). Er fusionierte die Attribute der einen (Springerstiefel, Skinhead-Frisur, etc.) mit den Ritualen der anderen (nächtliche Fackelzüge mit schwarzen Flaggen und SS-Symbolen) und sorgte dafür, dass Gewalt auf den Straßen gegen Minderheiten glorifiziert wurde

Kruty torchlight march 2011Am 29. Jänner 2011 organisierte YM einen Fackelzug zum Gedenken an die Schlacht von Kruty – siehe das Gänsehaut erzeugende Video oben – (1918 zwischen der Roten Armee und ukrainischen Soldaten (davon etwa 500 Studenten) die wegen des großen Ungleichgewichts der Kräfte nur einige Stunden dauerte) gedacht. Auch für diese volksverhetzerische Aktion legte Juschtschenko während seiner Amtszeit den Grundstein und beschrieb den schnellen Sieg der Roten Armee so:

„Junge Menschen starben wie Spartaner im Interesse ihrer Heimat, in einem Kampf gegen die ausländischen Aggressoren, und ihr Opfer ist ein Beispiel für die selbstlose Liebe zu ihrem Heimatland. Jeder Jahrestag der Helden von Kruty ist nicht nur ein Tag, um die Menschen zu ehren, die ihr Vaterland mehr als ihr Leben geliebt haben. Dies ist auch eine Erinnerung an unsere heutigen Politiker in Bezug auf ihre Verantwortung für das Schicksal ihres Landes und Volkes.“

(Dieses Zitat wird in anderen Quellen auch Julia Timoschenko zugeschrieben, was darauf hindeutet, dass diese korrupten Politiker schön brav Texte aufsagen, die ihnen ihre PR-Berater vorlegen …)

Was man vielleicht noch dazu sagen sollte, ist die Tatsache, dass es 1918 in der Ukraine auch pro-sowjetische Sympathisanten gab, unter den Soldaten, aber vor allem in den Industriegebieten im Osten, wo russische Arbeiter dominierten , viele von ihnen wurden Teil der „Roten Garde“ (pro-sowjetisches Freiwilligenheer). Erst durch das Eingreifen österreichisch-deutscher Truppen wendete sich das Blatt und die Sowjetarmee trat den Rückzug an (siehe dazu den letzten Beitrag …)

INDOKTRINIERTER GEIST IN GESTÄHLTEM KÖRPER

neonazis Ukraine1Sportliche Aktivitäten, besonders Kampfsportarten locken Jugendliche an, die im Rahmen einer Kampagne „gegen Degeneration“ geführt wird. Junge Nationalisten müssen natürlich auch einen gestählten Körper haben; sie sollen Genussgifte meiden, ihren Körper trainieren (wie in Sparta) und sich auf den Hass gegen ihre „Feinde“ konzentrieren … (kommt uns das irgendwie bekannt vor?) Die „Sozial-Nationalisten“ sehen sich also in einem spirituellen Krieg, in dem die Ukrainer sich „wehren“ müssen.

Der „Chef-Ideologe“ der „Freiheitspartei“ trägt vor:

„Die gegenwärtige Situation bewirkt bei den „Entarteten“ einen ständigen Kampf gegen alle normalen Leute, der durch die Auflösung von Nationen, Klassen und Rassen gekennzeichnet ist. In anderen Worten: ein totaler und permanenter nationaler, Klassen- und Rassenkrieg wurde den Ukrainern erklärt. Sie versuchen uns als Gemeinschaft des Blutes und des Geistes zu liquidieren, …Die Sozial-Nationalistische Weltanschauung basiert ausschließlich auf positiven Werten:

Freiheit. Totalität. Gewalt. Hingabe. Gerechtigkeit. Hierarchie. Ordnung. Autorität. Disziplin. Brüderschaft. Glaube. Opfer. Stolz, Missionierung. Gleichheit, Nicht-Anpassung. Hass. Leidenschaft. Das Streben nach etwas Größerem als Du-selbst. Das Unmögliche.

Gleichzeitig ist unsere Weltanschauung durch Widerspruch gegen negative, menschenfeindliche und anti-nationale Phänomene unserer Zeit gekennzeichnet … Anti-bürgerlich, anti-kapitalistisch, anti-globalistisch, anti-demokratisch, anti-liberal, anti-bürokratisch und anti-dogmatisch … „

DIE (PR-) MÜTTER DER NATION

puzata mamaYM propagiert auch eine idealisierte Version der Weiblichkeit, die auf sexueller „Reinheit“ beruht und betont, dass die erste Bürgerplicht der Frau darin besteht, neue „Nationalisten“ zu gebären. Er stützt sich dabei auf die Worte von Luri Lypa (1900-1944) und schreibt in Vatra:

Frauen sind Träger der gesellschaftlichen und rassischen Moral, mehr als der Mann, formen sie die Rasse. Die Ehe ist die Pflicht der Frau gegenüber ihrem eigenen Geschlecht. Die Pflicht des Staates besteht darin, ihr dabei zu helfen … die 300 Eisprünge jeder ukrainischen Frau sowie die 1.500 Ejakulationen jedes ukrainischen Mannes sind ebenso nationale Schätze wie, sagen wir Energiereserven, oder Vorkommen von Eisenerz, Kohle oder Öl“. (!)

Wie diese „Gebärpflicht“ den ukrainischen Frauen mit modernen PR-Methoden schmackhaft gemacht wird, zeigt dieses Beispiel (Video):

„Puzata Mama 2013 „: „Mama“-Wettbewerbe sollen vermitteln, wie „attraktiv und „in“ eine Schwangerschaft doch ist. Die „beste Schwangere“ kann ihre Mutterkapazitäten demonstrieren, sich wie eine „Miss“ fühlen und dabei gleichzeitig für ukrainischen Nachwuchs sorgen. Und das alles generiert auch noch Partystimmung – toll, oder? (Wie es den Kindern in Zukunft ergehen wird, angesichts der düsteren, politisch-wirtschaftlichen Situation ist eine andere Frage …)

FASCISM IS BEAUTIFUL

Im Gegensatz zu den Geschichtsfälschern Juschtschenkos und den „ewig gestrigen“ OUN-Nachfolgern im Exil leugnet Yurii Mykal‘chyshyn nicht, dass Bandera ein Faschist war. Ganz im Gegenteil, der Faschismus ist die Basis für seine Bewunderung, die er auch anderen „braunen Helden“ zollt, wie etwa Carl Schmitt.

M. schrieb seine Dissertation zum Thema „ Die Transformation einer politischen Bewegung in eine Massenpartei neuer Art – Am Beispiel der NSDAP und der PNF (Vergleichsanalyse). Sie erraten sicher, wo er sich seinen „Doktortitel“ geholt hat? Richtig, an der Ivan Franko Universität ..

Auch in den Journalen dieser Universität hat M. publiziert und zwar 2007 u. 2008 zur Frage der „Strategie faschistischer „anti-System“ Bewegungen“. Er propagiert die faschistische Transformation der Gesellschaft in einschlägigen Web-Foren und gründete 2005 das Politische Forschungszentrum* „Joseph-Goebbels“, das aber später – aus verständlichen Gründen umbenannt wurde.

(*Die Webseite des Zentrums lautete: http://nachtigall88.livejournalcom (!) – sie wurde 2011 entfernt und wahrscheinlich unter neuem Namen weitergeführt; die Zahl 8 steht für den achten Buchstaben im Alphabet, also H, und „88“ steht demgemäß für die Initialen Hitlers. „Nachtigall“ war der Name eines gefürchteten ukrainischen SS-Bataillons im zweiten Weltkrieg)

Ukrainian SS com 2011Angeführt von Mykal’chyshyn (ganz links im Bild) feiert man am 28. April den Gründungstag der Waffen-SS Galizien in Lviv mit der Parade der „Größe des Geistes“ (Marsh Velychi Dukhu), die aus dem Dritten Reich stammen könnte:

Kameradschaft, Ehre und die heilige Pflicht, Befehlen zu gehorchen“ das sind die „Werte“, die klapprige 80-jährige Veteranen (als Helden der Freiheit vorgeführt) den Jugendlichen einhämmern und hunderte marschieren vom Bandera Denkmal über den „Bandera Boulevard“ mit den Rufen: Ein Volk, eine Nation, ein Vaterland! / Galizien, Division der Helden! An den Straßen hängen riesige Plakate, die die Einheit zum „Stolz der Nation“ erklären …

GEHORSAM IST „EUROPÄISCH“

SS GaliciaDie Veteranen der Galizia SS-Division präsentieren sich als die „Vorreiter der Europäischen Einheit“, deren Kameraden für Deutschland und Europa gefallen seien. Sie hätten für ein vereintes Europa gekämpft, das „in unseren Divisionen während des defensiven Kampfes gegen den Ansturm aus dem Osten schon als Vision existierte.“ (spätestens jetzt hätte der Groschen bei den anwesenden Ukrainern fallen müssen ….)

Tatsache ist, dass die einzige Parteien in der Ukraine, die gegen diesen Wahnsinn auftraten, jene von Janukowitsch (die Partei der Regionen) und natürlich die „Linken“ waren, also Sozialisten und Kommunisten, während die „liberalen“ Intellektuellen schwiegen. Dieses Gegengewicht zu den Neo-Nazis und fanatischen Nationalisten ist jetzt – dank Washington, Brüssel und Berlin und ihren unterwürfigen „Presstituierten“ – eliminiert worden … die Mitglieder dieser Parteien werden bedroht, schikaniert und müssen um ihr Leben fürchten. (Mehr dazu im nächsten Beitrag)

yuschenkoJuschtschenko und seine schönfärbenden „Historiker“ haben die rechtsextremen Fanatiker – sprich Neo-Nazis – mobilisiert und Kriegsverbrecher zu Pop-Idolen gemacht, um die „ethnische Karte“ zu spielen. Der aufgeblasene Heldenkult und die zur Gehirnwäsche ausgeartete, nationalistische Indoktrination lenkt in Wahrheit die Menschen nur davon ab, sich mit jenen Themen zu befassen, die in der Gegenwart wirklich wichtig sind: ökonomische Selbstbestimmung und ein menschliches, sozial-gerechtes Wirtschaftssystem.

Stattdessen bekommen sie „Sparprogramme“, Lohn- u. Pensionskürzungen und gleichzeitige Preiserhöhungen, soziale Verelendung, brutalen „Wettbewerb“, Gentechnik auf den Feldern, Plünderung ihrer Ressourcen durch ausländische Konzerne und Banken und werden als Schuldsklaven des Bankenkartells IMF ihren Tribut abführen müssen, egal wie schlecht es ihnen geht … aber das alles gibt es im „freien Markt“ … !

Die penible Aufarbeitung der eigenen Geschichte (ihrer finstersten Kapitel und Verbrechen) muss anscheinend nur Deutschland für alle Ewigkeit durchführen, während andere Länder, wie die USA und Großbritannien (die Nazis – bis heute – gefördert, für subversive u. kriminelle Zwecke benutzt und vor Strafverfolgung geschützt haben ) sich immer noch als moralische Instanzen (gerade jetzt gegenüber Russland!) aufspielen können. (Schon wieder Pinters Nobelpreisrede!

(Sehr empfehlenswert ist das Buch „Conjuring Hitler“ von Guido Preparata; sperriger, deutscher Titel: Wer Hitler mächtig machte)

IN MACHIAVELLI WE TRUST

mlk beyoond vietnam--spiritual deathWährend also die psychopathischen, globalisierten Machteliten in Washington, (und ihre Vasallen in Brüssel, Berlin, London, Paris, Tel Aviv, etc.) … irre Neo-Nazis (oder irre Islamisten) als politische Werkzeuge für „regime change“ einsetzen und damit seit Jahren durchkommen, wird von denselben verbrecherischen Heuchlern Russland bzw. Putin (oder Assad bzw. der Schurke, der gerade en vogue ist) als Gefahr für „Frieden und Sicherheit“ präsentiert und mit Sanktionen und anderen Formen der Gewalt für das „bestraft“, was diese Heuchler selbst verbrochen haben …

.. War is Peace. Ignorance is Strength … und wie sagte Edward Bernays so treffend … das ganze Theater, damit die verwirrte Herde (Lippman) sich der „Halluzination der Demokratie“ hingeben kann …