RED SUMMER IN GERMANY: Angst, Wut, Terror

In einem politischen Protest-Song („Biko“) von Peter Gabriel heißt es „when I try to sleep at night, I can only dream in RED“. (Der Film dazu ist  super, aber sehr traurig …) Man sieht allerdings in dem Film wie wichtig es ist, dass mutige Journalisten sich für Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen … (davon können wir auch nur träumen …)

Dieser Satz fiel mir plötzlich ein, als ich die jüngsten Meldungen über synthetische Attentate und „Amokläufe“ in Deutschland (und anderen Ländern) gelesen habe.

Träumen wir (eher ein Albtraum) bald alle „nur mehr in rot, weil  andere „rot sehen“, bzw. weil diese Farbe Zorn und Blut symbolisiert?  Wer kann glauben, dass eine ganze Serie von verrückten Attentaten (wobei die Täter keinerlei Kontakt zueinander hatten) innerhalb kurzer Zeit zufällig geschieht?

Ist der böse Geist von GLADIO wieder auferstanden oder war er nie weg (nur unsichtbar)? 

ISIS-NATO-GLADIO-1Davon müssen wir ausgehen, denn damals wie heute gibt es Leute im „Sicherheitsapparat“ (Polizei, Geheimdienst, Militär, Innenministerium usw.), die nicht davor zurückschrecken, selbst organisierten „Terror“ zu verbreiten, um politische Ziele durchzusetzen und die Bevölkerung durch Angst in Schach zu halten. (Nach „9/11“ müssen sich diese Leute mächtig wie Götter gefühlt haben ….)

Wir haben ja gesehen, dass die massiven Proteste und Streiks  in Frankreich (gegen die neoliberale Diktatur des „Marktes“, die Arbeits- und Sozialrecht aushöhlt und das als notwendige „Reformen“ verkauft) ein Riesenproblem für die Regierung sind, da kommt eine Verlängerung des „Ausnahmezustandes“ (dank dem grotesken Lkw-Rambo in Nizza) Präsident Hollande gerade recht. (Zustimmungsrate unter 15%, die Franzosen haben die Nase wirklich voll …)

vinciguerra gladio

Vinciguerra war selbst „Terrorist“ für GLADIO / NATO, packte aber vor Gericht in Italien aus … klicken auf das Bild führt zu BBC-Video

Die Terror-Inszenierungen in Frankreich und Belgien waren erst der Anfang, es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland „drankommt“. (Rechtzeitig vor der nächsten Anti-TTIP oder Anti-NATO (Ramstein) Demo?? Ausnahmezustand? Damit man richtig „durchgreifen“ kann?)

Doch was auffällt, ist, dass unser erster Täter (München) nicht mit IS oder anderen „islamistischen“ Motiven in Verbindung gebracht wird. (Deshalb mussten dann später noch „Syrer“ her, die scheinbar zur Gefahr für die Allgemeinheit werden (Reutlingen), damit der Hass auf die Flüchtlinge geschürt wird) Seine Beweggründe sind logisch schwer nachvollziehbar, deshalb liefern uns die Behörden eine diffuse Erklärung, die aber ziemlich unglaubwürdig ist, wenn man genau hinsieht.

Schauen wir uns das am Beispiel des „Amoklaufes“ in München OEZ an:

1  WIE LAUTET DIE OFFIZIELLE STORY?

uprising posts video 2Ein 18-jähriger deutscher  Staatsbürger (geboren in Deutschland, persische Eltern (Flüchtlinge aus Iran)), bisher völlig unbescholten, schüchtern und introvertiert, geht am Freitag abend in eine McDonald’s Filiale, (bewaffnet mit einer Glock 17 und 300 Schuss Munition im Rucksack) und sucht dort die Toilette auf. Dann betritt er gegen 17:45 Uhr das Restaurant und schießt wahllos um sich. (Er traf sich aber vorher mit einem 16-jährigen „Afghanen“ – wie passt das zu einem einsamen „Amokläufer“?). Später findet man 58 Patronenhülsen, davon 57 von ihm.

Als er anscheinend aus dem „Mecki“  herauskommt, steht zufällig jemand auf der anderen Straßenseite, der genau in diesem Moment seine Kamera aktiviertsogar auf den Mann zoomt –  obwohl er ja nicht wissen konnte, dass dieser zu schießen beginnt. Wie ist das zu erklären?

Das Gesicht des Mannes („Täters“) oder sein Alter ist nicht zu erkennen, man sieht nur, dass er schwarz gekleidet ist, die Umrisse sind verschwommen. Dann hört man Knallgeräusche, (Kamera weg vom Zielobjekt) die Menschen (und der Filmer) laufen weg.

N.B. Man sieht auf dem Video NICHT, dass (ob) jemand durch die Schüsse verletzt wurde. Seltsam ist auch, dass man nicht schon beim ersten Schuss Schreie hört. Die Macht der Suggestion ist nicht zu unterschätzen.

Dieses „Video“ (ohne Zeit- oder Datumsangabe) wird in Windeseile über die Medien verbreitet. Kaum jemand fragt, WER es aufgenommen hat und WARUM diese Person genau zu diesem Zeitpunkt die Kamera auf die Eingangstür von McDonald‘s gerichtet hatte.

Bei genauerer Analyse des Videos stellt man fest, das  Material wurde manipuliert: (der Täter kommt gar nicht aus der Tür von McDonald’s, wurde möglicherweise in die Szenerie eingefügt!

Dann soll der Täter in das Shopping-Center gegangen sein um noch mehr Panik zu verbreiten bzw. noch mehr Menschen zu töten. Inzwischen wurde die Polizei durch viele Telefonanrufe alarmiert. Dutzende Polizei-Einheiten, darunter Spezialkommandos und Hubschrauber-Staffeln werden aktiviert. In einem englischen Pressebericht heißt es dazu:

„Der Angreifer eröffnete das Feuer in der McDonald’s Filiale (Hanauer Straße)…dann ging er (nach Angaben der Polizei) in das Einkaufszentrum. Bewaffnete Einheiten strömten in das Gelände, wobei auch Polizisten in Zivil gesehen wurden, die auf der Suche nach dem Schützen durch das Einkaufszentrum rannten“. (Gefunden haben sie ihn aber stundenlang nicht, wieso nicht?)

Wie ging es weiter? Das Einkaufszentrum wurde also komplett geräumt, ganze Hundertschaften von Polizisten durchsuchten das Gelände. Doch was genau zwischen 18 und 20:30 Uhr passierte, wurde uns nicht erklärt. (Ganz München wurde in Panik versetzt, eine Art Ausgangssperre ausgerufen, der öffentliche Verkehr lahmgelegt, der  Bahnhof geräumt, mehr als 2000 Polizisten auf den Straßen, sogar Einheiten aus Österreich und der Schweiz wurden eingeflogen, usw. weil es „Meldungen“ gab, dass auch an anderen Orten Anschläge im Gange wären. Dazu hieß es in der Presse z.B.:

„Ein Polizeisprecher sagte später, zahlreiche Hinweise per Notruf über Schusswechsel an anderen Stellen der Stadt hätten sich nicht bestätigt.“

Wie bitte? „… haben sich nicht bestätigt? Laut Pressekonferenz des LKA Bayern gingen zwischen 18 und 24 Uhr 4.320 Anrufe bei der Polizei in München ein, (so viel wie sonst in vier Tagen) die von weiteren Schüssen und vermuteten Anschlägen in der Innenstadt berichteten.

Wer ruft bei der Polizei an und berichtet von „Schusswechseln“, wenn gar nichts passiert ist? Diese „grassierenden Falschmeldungensind nur schwer zu erklären, auch wenn man einräumt, dass Menschen in Angst eine verzerrte Wahrnehmung haben können. Oder sind die Leute wirklich so dumm und geben „aufregende“ Twitter-Meldungen massenhaft weiter, obwohl sie deren Echtheit nicht überprüfen können?

Sollte damit die Polizei abgelenkt werden? Oder wollte man damit nur eine größere, psychologische Wirkung auf die Bevölkerung erzielen?

Man setzt uns dann (wieder) ein anonymes Video vor, dass den Schützen auf dem Dach des Parkhauses zeigen soll, während er von einem Anwohner in ein Wortgefecht verwickelt wird.

Der Mann beschimpft ihn wüst (Arschloch, Wixer, „ins Hirn geschissen“, etc.) und der „Täter“ sagt u.a. „Ich bin Deutscher, lass mich zufrieden (habe es satt in der Hartz IV Gegend zu leben?) und „Ich hab nix getan … (weitere Beleidigungen) …halten Sie die Schnauze … das kann man deutlich hören.

  • Ich frage mich, wieso dieser Mann einen bewaffneten „Amokläufer“, der gerade auf Menschen geschossen haben soll, mit diesen verbalen Beleidigungen provoziert. Ist das nicht völlig absurd? Jeder normale Mensch würde sich schnellstens in Sicherheit bringen und nicht den „Irren“ beschimpfen, weil er ja damit rechnen müsste, auch erschossen zu werden.
  • Auffällig: Der „Täter“ hat absolut keinen bayerischen Tonfall (in München aufgewachsen) sondern spricht eher wie ein Norddeutscher. Er spricht relativ ruhig, zeigt keine Aggression (im Gegenteil zu dem Mann, der ihn beschimpft).
  • Weiß man, wer der Mann ist? Wurde er als Zeuge vernommen?
  • Ich habe mir das Video mehrfach vergrößert angesehen und kann beim besten Willen KEINE Waffe erkennen (man muss natürlich einräumen, dass die Entfernung zur Kamera ziemlich groß ist): Der Mann geht nur auf dem Dach auf und ab und hat (nach meiner Wahrnehmung) die Arme meistens hinter dem Rücken.
  • Dann HÖRT man Schüsse, sieht aber nicht WER schießt, weil der „Kameramann“ sich duckt, als er den ersten Schuss hört.
  • Wieso geht der „Täter“ seelenruhig (weiter) auf dem Dach auf und ab (im Hintergrund Polizeisirenen) und versteckt sich nicht oder versucht zu fliehen? Was hat er damit bezweckt? (Er bot dort eine perfekte Zielscheibe für die Polizei, die ihn aber wohl trotz Hubschrauber (!) „übersehen“ hat…)
  • Wenn er sterben wollte, hätte er sich doch schon erschießen können, warum zweieinhalb Stunden damit warten?
  • Wann wurde das Video aufgenommen?

DAS „LOCH“ IN DER STORY

Was passierte aslso zwischen 18:00 und 20:30? Wie konnte die Polizei mit so einem Riesenaufgebot an Einsatzkräften die Spur des Täters verlieren? Mit Hubschraubern über dem OEZ?! Die Straßen leergefegt?  Wie gesagt, auf dem flachen Dach wäre der Täter ein leichtes Ziel für Scharfschützen gewesen. Wann war er auf dem Dach und wie lange? Wie kam er von dem Dach herunter, ohne dass die Polizei oder sonst jemand es merkte?

2  WIE STARB DER ANGEBLICHE TÄTER WIRKLICH?

Der Münchener Polizeipräsident Hubertus ANDRÄ sagte dazu in einer Pressekonferenz am 23. Juli 2016:

[…] wurde gegen 20:30 Uhr eine männliche Person aufgefunden, die nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen Suizid verübt hatte. Aufgrund von Zeugenaussagen und der Auswertung von Videomaterial, gehen wir davon aus, dass es sich um den gesuchten Tatverdächtigen handelt. Hinweise, dass weitere Personen an der Tat beteiligt waren, liegen derzeit nicht vor, haben die Ermittlungen bisher nicht ergeben.“

N.B. Diese Formulierung suggeriert, dass man den Täter zufällig (tot) gefunden hat und es gab sehr wohl Hinweise auf mehrere Attentäter.

Im Artikel des Guardian heißt es weiter:

„Der Leichnam des Täters wurde in einer Seitenstraße nahe beim Shopping Center gegen 21:30 Uhr gefunden. Laut Polizeiangaben wird angenommen, dass sich der Teenager selbst umgebracht hat, obwohl Andrae einräumte, dass erst die Autopsie klarstellen würde, ob sein Tod durch Schüsse der Polizei verursacht wurde.“

WAS FÄLLT HIER AUF? Zunächst einmal die Differenz der Uhrzeit (der Guardian ist eigentlich nicht so schlampig).

Dann natürlich, dass ein Teil des Statements von Andrä in dem Tagesschau-Clip nicht vorkommt: das mit den „Schüssen der Polizei“, die möglicherweise den Tod des „Verdächtigen“ verursacht haben könnten. Diese Aussage ist von enormer Wichtigkeit, denn sie widerspricht ja der Version, dass der mutmaßliche Täter schon tot war, als er gefunden wurde.

Auch bei RT wurde dieses Thema erwähnt:

RT autopsy confirmed not killed by police bullets

WÄHREND DES SCHUSSWECHSELS versuchten die Polizisten den Angreifer unschädlich zu machen, doch die Autopsie bestätigte, dass der Täter nicht von Polizeikugeln getroffen wurde.“

Und dann findet man auch noch das in einem deutschen Internet-Forum:

„….Der Täter wurde schon gegen 19-20 Uhr eindeutig identifiziert. Auf dem Twitter-Video sieht man ja auch, dass er von Polizisten/Snipes oder von wem auch immer angeschossen wurde. Wenige Meter weiter weg wurde sein Leiche gefunden.
[…] hat die Polizei extrem schlampige Arbeit geleistet, bis sie sich mal erinnert haben, EINEN MANN AM PARKHAUS ERSCHOSSEN ZU HABEN oder man hat die Meldung bewusst später veröffentlicht ….“ (Wo ist dieses Twitter-Video geblieben??!!)

Letztlich hat die Polizei also DREI VERSCHIEDENE VERSIONEN verbreitet, in zwei davon lebt der „Tatverdächtige“ noch, als er gefunden wird:

  1. Polizeistreife „findet“ (zufällig) Leichnam und nimmt an, das sei der Täter (alte Version)
  2. Polizei feuert auf Täter, dieser erschießt sich jedoch selbst (Guardian / RT/)
  3. Polizei stellt den Täter, dieser tötet sich daraufhin durch Kopfschuss selbst (aktuelle Version)

POLMÜN we found a body 2

Alleine diese widersprüchlichen Angaben der Polizei machen die ganze Sache enorm verdächtig.

Die bayerische Polizei hat dann (zur Version 3.) noch ein Statement zur „Auffindesituation“ des Täters abgegeben, die auf Angaben der eingesetzten Beamten beruhen:

„Gegen 20.30 Uhr hatte demnach eine Streife der Münchner Polizei nördlich des Olympiaeinkaufszentrums Kontakt zum mutmaßlichen Täter. ALS REAKTION AUF DIE ANSPRACHE DER BEAMTEN zog er unvermittelt seine Schusswaffe, hielt sie sich an den Kopf und erschoss sich.
Die heutigen Vernehmungen der beteiligten Beamten bestätigen unsere bisherigen Ermittlungsergebnisse
Die Sicherheitshinweise an die Bevölkerung mussten gestern Abend jedoch auch nach diesem Täterkontakt aufrecht gehalten werden, da ZEUGENHINWEISE ZU WEITEREN MÖGLICHEN TÄTERN sowie viele Anrufe beim Polizeinotruf zu zusätzlichen Ereignissen im Stadtgebiet erst genau überprüft und mit Sicherheit ausgeschlossen werden mussten.“

OFFENE FRAGE: Welchen ungefähren Todeszeitpunkt des „Täters“ hat die gerichtsmedizinische Autopsie ermittelt? Wann starb er wirklich und wo?

Und drittens, (was fällt auf)  die Frage, ob weitere Personen an der Tat beteiligt waren.

Die Polizei hat also selbst ursprünglich publiziert, dass es mehrere Hinweise gab, die von drei Tätern sprachen. Zwei Personen, die schnell mit dem Auto weggefahren sind, seien aber nicht mit der Tat in Verbindung gestanden.

Es gab auch Berichte, wonach diese mit „Langwaffen“ ausgerüstet waren, während der uns präsentierte Täter aber nur eine Handfeuerwaffe hatte.

Darf man fragen: Ist das ein deutscher Polizist? OEZ 2207

Die Aussagen, es wurden Polizisten in Zivil eingesetzt machen auch stutzig: denn dann kann die Bevölkerung ja nicht mehr erkennen, ob es sich wirklich um einen Polizeibeamten gehandelt hat (ich unterstelle der Münchener Polizei hier keine geheimen Machenschaften, sondern weise daraufhin, dass sich bewaffnete Männer (Geheimdienst, private „Sicherheits“-Dienste, etc.) bei einem Einsatz dieser Größenordnung leicht tarnen können, wenn alle glauben, sie seien auch Polizeikräfte).

3  WER HAT DAS VIDEO AUF TWITTER BZW. FACEBOOK VERBREITET?

(*das  manipulierte „shooter“-Video vor McDonald’s – siehe Pkt 1)

Dazu findet man folgenden – sehr aufschlussreichen – Dialog: („Uprising“ nennt  sich die Person, die das Video  auf Twitter  (auf Englisch) verbreitet, hier die deutsche Übersetzung:

Uprising alias posts videoUPRISING. Ich weiß nicht, ob es (das Video) echt ist, aber das ist wirklich vor dem Einkaufszentrum.

ATIKAIch bin Journalistin bei CNN. Ist das Dein Video? Können wir uns austauschen um die Details zu überprüfen?

UPRISING: Das ist nicht mein Video. Ich habe es bekommen und dachte, das muss man mit anderen teilen. Aber ich bin in München und das ist wirklich vor dem OEZ.

ATIKA: Danke. Kannst Du mir die Kontaktdaten des Video-Autors übermitteln um den Inhalt zu verifizieren?

CNN journo gets no answer Munich shooter videoDaraufhin taucht „Uprising“ unter und beginnt DAS GROSSE SCHWEIGEN. ER HAT KEIN INTERESSE DARAN, DIESE FRAGEN ZU BEANTWORTEN. (Kein Wunder…)

Mir ist immer noch nicht klar, wie die ZEITANGABEN BEI TWITTER UND FACEBOOK zustandekommen, denn sie stimmen (wie bei Orlando) mit den örtlichen Zeiten nicht überein: (10 Uhr ++ statt 17 Uhr ++  7 Stunden Unterschied?? Wenn 10:57 also 17:57 Uhr ist, dann wäre aber 10:17 > 17:17 Uhr (und 10:23 natürlich 17:23) und da gab es noch keine Schießerei??? )

Aber auch wenn man nur diese Twitter-Zeitangaben miteinander vergleicht, wird klar, dass hier etwas nicht stimmt:

Tim Heilig posts shooter video FB10:17 @Johndeconner (Uprising) postet das Video bei Twitter

  • 10:23 Tim Heilig  postet das Video bei Facebook  BILD
  • 10:57 POL München meldet Schießerei auf Facebook
  • 16:34 ?  POL München meldet Fund der Leiche
POLMÜN we found a body

POLMÜNCHEN glänzt mit einmaligem Englisch …

Das „Shooter-Video“ taucht also bereits in den „social media“ auf, BEVOR die Polizei den Anschlag meldet.

4 WIE IM KINO: DAS GUTJAHR-PHÄNOMEN

Zufälle gibt es, da staunt man: Richard Gutjahr, jener „deutsche Reporter“, der zufällig in Nizza war, als der  „irre“ Lkw-Fahrer den Boulevard des Anglais (trotz aller „Sicherheitsvorkehrungen“ am Bastille Day ) wie eine Dampfwalze überrollte, befand sich nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage in der Nähe eines Tatortes, an dem Menschen spektakulär und brutal ermordet wurden.  Es gelang ihm (offenbar als einzigem Journalist) in das OEZ / Messegelände zu kommen, BEVOR es von der Polizei abgesperrt wurde.

Gutjahr Munich OEZ shooting

Er beschrieb die Szenerie so:

 

 

Polizei ist sehr, sehr nervös … durchkämmen das Innere des EKZ … mit gezogener Waffe ..… um alle Richtungen abzusichern …die Bevölkerung glaubt ihren Augen kaum  … WAS SIE HIER SIEHT ….„Diese Szenerie hier mit dem Helikopter in der Luft, mit den Menschen  auf der anderen Straßenseite, das ist …wie aus einem schlechten Film ich stehe hier unmittelbar vor dem Haupteingang OEZ … hier hat sich die Polizei verschanzt .. und in dieser Igel-Formation, also die Waffen in alle Richtungen gezückt … … ES IST WIE IM KINO. […]

Treffende Beschreibung , Herr Gutjahr!

Gutjahr twitter post erasedInteressant ist auch die Tatsache, dass diverse Meldungen, die Gutjahr auf Twitter zum Anschlag im OEZ München gepostet hat, inzwischen „verschwunden“ sind:

Was war denn nun auf dieser Seite, dass man nicht mehr sehen soll?  Dieses Bild?

Gutjahr stehe vor dem OEZ wiped from twitter(Polizisten vor dem Eingang des OEZ) Was wäre daran so verdächtig? Man sah es ja auch in der Tagesschau. Vielleicht die Uhrzeit? Das Bild wurde um 9:50 Uhr am 22.Juli 2016 ins Netz gestellt, der „Anschlag“ fand aber erst 8 Stunden später statt ….(Selbst wenn man eine 7 Std. Twitter-Zeitdifferenz berücksichtigt, wäre es erst 16:50 Uhr … da wusste noch niemand von dem Anschlag… Wieso war dann Gutjahr schon dort, um Fotos zu machen? Und die Polizei?

 (Wie gesagt, wer kann mir erklären, wie bei Twitter  die „aktuelle“ Uhrzeit zustandekommt??? )

(Die Theorie, dass Gutjahr etwas mit dem israelischen Geheimdienst zu tun hat, halte ich für ziemlich „daneben“, jedoch nicht, dass der „Mossad“ gemeinsam mit anderen Geheimdiensten hinter den Kulissen an diesen „Anschlägen“ (brainwashing oder framing der Täter)  indirekt mitwirkt …)

5  ANGABEN ÜBER DEN „TÄTER“ (Character assassination / 1st degree)

David Ali SonbolyUnser (nicht vertrauenswürdiger) Herr Innenminister sagte in einer Pressekonferenz, der Täter heiße eigentlich DAVID mit Vornamen und das könne ein Hinweis darauf sein, dass die Familie (geflüchtet aus dem Iran vor 20 Jahren) vom Islam zum Christentum gewechselt habe.

In anderen Medien wurde er deshalb auch zunächst als „David S.“ bezeichnet, doch bei uns muss er natürlich „Ali“ (sein zweiter Vorname) heißen, das passt doch besser in das „framing“ der bösen Islamisten.

Wie beschreiben Leute, die den „Täter“ kannten, den Teenager?  (Er war „nicht sportlich und ein bißchen pummelig“, aber das ist ja kein Charakterfehler)

  • „Intelligent, ruhig und schüchtern, ein normaler 18-Jähriger“ (Geschäfts-Inhaber)
  • Er war ein anständiger, normaler Junge“ (Nachbar)
  • Ich kannte diesen Jungen sehr gut. Er war immer hilfsbereit, er war nett. Nie verbittert oder böse. (Delfye Dalbi, 40, Nachbarin aus Mazedonien)
  • Ich hätte nie gedacht, dass er so etwas tun könnte (Ali Sediq, 29, Nachbar, dessen Sohn mit dem Bruder von David Ali Fussball spielte)
  • Es sah nicht so aus, als ob er psychisch labil war. Er war oft alleine, das stimmt, aber es gab keine Probleme mit ihm“ (Tovero Evo, 32, Nachbar)
„Seine Verwandlung zu einem brutalen Killer hat die Menschen sprachlos gemacht, die ihn aufwachsen sahen. Schulkollegen, Freunde der Familie und Nachbarn sagen, der große, introvertierte junge Mann sei immer eher schüchtern als gewalttätig gewesen. Die Polizei bestätigte, dass er nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei.“

(Quelle: The Guardian )

Menschen, die persönliche Erfahrungen mit dem angeblichen Täter hatten, können also nicht fassen, dass er zu einer solchen Tat fähig war.

Er war also ein ganz normaler Junge. Vielleicht schüchtern und introvertiert, eher ein Einzelgänger, aber nie aggressiv oder gewalttätig. Und doch sollen wir jetzt glauben, dass er eiskalt ein solches Verbrechen geplant und ausgeführt hat? Das ist völlig unglaubwürdig, deshalb müssen „Motive“ posthum konstruiert werden:

Wie lässt sich dieses monströse Verbrechen erklären?

Da greifen unsere „Sicherheitsbehörden“ (Gladio 2.0) auf ein bewährtes Rezept zurück: man erschießt einen Mann und behauptet posthum er habe an diversen Persönlichkeitsstörungen gelitten und sei deshalb auch in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Dazu „findet“ man in der Wohnung des Toten Material, das angeblich diese Behauptung rechtfertigt, gezeigt werden uns diese „Beweise“ aber nicht. Auch der Name eines Arztes, der den „Täter“ behandelt haben soll (bzw. den der psychiatrischen Klinik) wird uns verschwiegen.

„Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler Behandlungsunterlagen zu einer psychischen Erkrankung des Amokläufers und Medikamente. Der Schüler sei zwei Monate in stationärer Behandlung gewesen, habe unter „sozialen Phobien“ und Depressionen gelitten. Ein letzter ärztlicher Kontakt habe im Juni 2016 festgestellt werden können.“ Quelle: Tagesschau

(Dasselbe Märchen wurde ja auch als „Erklärung“ für den Todesflug der GermanWings-Maschine  in Südfrankreich präsentiert …)

DW München Depression kein MotivZunächst heißt es, er sei „depressiv gewesen. Das soll suggerieren, „Depressive“ seien unberechenbar, weil psychisch so labil, dass man damit rechnen muss, sie könnten eines Tages „durchdrehen“. Der Münchener Staatsanwalt dazu in einer Pressekonferenz nach der Tat: „Das würde ins Gesamtbild passen“. Eben nicht.

Fragt man jedoch einen Psychologen (oder kennt Leute, die depressiv sind oder waren) lernt man schnell, das diese Darstellung Blödsinn ist:

„Jemand, der unter einer Depression leidet, steht eigentlich einem Amoklauf im Weg. Depressive richten ihre Aggressionen, wenn überhaupt, gegen sich selbst. Man kann also NICHT davon ausgehen, dass eine Depression Ursache oder Auslöser einer solchen Tat ist. … Eine ganze Reihe weiterer Faktoren haben zu der Tat geführt, die rein gar nichts mit der Depression zu tun hatten. Denn eine psychiatrische Diagnose „Depression“ schließt eigentlich solche Taten aus.“ (Quelle: DW)

Ich fasse die wichtigsten Punkte zusammen:

  • Depressiv sein, heisst nicht „verrückt“ oder unberechenbar sein.
  • Depression ist in gewissem Sinn das Gegenteil von Aggression (und die braucht man um eine solche Tat auszuführen): ein Mensch zieht sich „in sich selbst“ zurück, geht kaum mehr aus dem Haus, ist traurig, hat keinen Antrieb mehr, usw. Er bringt also die psychische Energie für eine solche, ungeheuerliche Tat (die angeblich schon ein Jahr vorher geplant wurde) gar nicht auf.
  • „Ballerspiele“ (Ego-Shooter, Counterstrike, etc.) sind Mist und gehören verboten, weil sie die Hemmschwelle für Gewalt heruntersetzen, d.h. aber nicht, dass alleine durch das „Spielen“ ein Mensch zum Mörder wird. Das Auffinden solcher Spiele auf einem PC ist kein Beweis (Erklärung) für eine Straftat.

Die Nummer mit der „Depression“ zieht also nicht (als Erklärung für die Tat)  deshalb müssen zusätzliche psychische Probleme genannt werden, die dann auch ein Motiv liefern sollen:

5.1  MOBBING IN DER SCHULE 

Dann „findet“ man in der Wohnung Material, dass als „Beweis“ für die Täterschaft gelten soll: (Quelle: Tagesschau)

  • ein populär-wissenschaftliches Buch über Amokläufe in amerikanischen Schulen. Ich habe auch so ein Buch (weil mich die psychologischen Hintergründe interessieren), wie tausende andere Menschen. Das ist absolut kein Beweis dafür, dass jemand die darin geschilderten Verbrechen „bewundert“. Das ist reine Spekulation bzw. „framing“ (nach der Tat sehr leicht).
  • Fotos der Schule aus Winnenden in einer Digital-Kamera (2015). Wer hat sie gemacht?
  • Dann wird vom bayerischen Innenminister behauptet, auf dem PC des „Täters“ habe man das „Manifest“ von Breivik gefunden (was aber später widerrufen wird! Mehr dazu weiter unten unter 5.2)
  • und last not least die bereits oben erwähnten „Behandlungsunterlagen“ über eine nebulose „psychische Erkrankung“, die dann später als „soziale Phobien“ (SAD) und „Angststörungen“ deklariert werden, weswegen er sogar „zwei Monate in der geschlossenen Psychiatrie“ (DW) verbringen musste.(Wie gesagt: nennt den Namen des Arztes, lasst ihn das bestätigen…ebenso die Eltern)

Wir halten dazu fest: alle diese „Beweise“ können ihm auch untergeschoben worden bzw. fingiert sein: soll heißen, sie wurden nach seinem Tod in der Wohung platziert oder man behauptet einfach, sie dort gefunden zu haben. (Die Eltern des „Täters“ kommen ja bisher gar nicht zu Wort, weil sie natürlich unter Schock stehen)

DENKEN WIR LOGISCH:

Why kids kill LangmanEr kauft sich ein sozial-analytisches Buch über Schul-Massaker (sehr unwahrscheinlich für einen 18-jährigen) geht dann aber ins Olympia-EKZ und erschießt wahllos junge Menschen? DAS IST BULLSHIT. Völlig unplausibel.

Wenn das Mobbing in der Schule (falls es das gab) wirklich dazu geführt hätte, dass er traumatisiert war, sich für die Demütigung rächen und gleichzeitig einmal Macht über seine Peiniger ausüben wollte, dann hätte er in der Schule einen „Amoklauf“ gemacht (ein Massaker verübt), nicht in einem EKZ. DAS ERGIBT KEINEN SINN. Man erschießt nicht wildfremde Menschen, um sich für Demütigungen von Mitschülern zu rächen.

Außerdem wird hier das Wort „Amoklauf“ irreführend benutzt: ursprünglich bedeutet er, dass jemand spontan eine Gewalttat begeht (also „im Affekt“: er ist emotional so aufgewühlt, so voller Wut, dass er keine moralischen Hemmungen mehr hat, so eine Tat zu begehen). Die Schul-Massaker in den USA wurden aber „eiskalt“ geplant, was dieser Definition völlig widerspricht. Deshalb hat man den Begriff dann erweitert, was aber meines Erachtens die Bedeutung völlig verzerrt. Entweder jemand läuft amok („dreht durch“) oder er ist ein eiskalter Killer, der ein „Massaker“ ein Jahr lang plant.

Dem schüchternen, ruhigen David Ali Sonboly wird aber beides unterstellt …(er handelte also gleichzeitig irrational und „rational“, wenn auch unmoralisch)  das ist nicht sehr überzeugend. (Und nur das „gefundene“ Buch muss als Indiz dafür herhalten)

EMPÖRUNGSMANAGEMENT FÜR ANFÄNGER

Ebenso wie die unsinnige Story, er habe unter falschem Namen (einer hübschen Frau, die wirklich existiert und einen FB-account hat) auf Facebook junge Leute mit dem Versprechen, ihnen etwas zu spendieren, „zu McDonald’s gelockt“, damit er sie dort erschießen konnte.

Am Freitag nachmittag in einem Shopping Center einer Großstadt (bzw. bei McDonald’s) laufen genug Leute herum, die man erschießen könnte, da braucht man niemand „hinlocken“. Jeder Mist wird kritiklos übernommen und weitergegeben, weil die Journalisten nichts „wissen“, nehme sie alles, was ihnen angeboten wird für die nächste Schlagzeile.

(Laut Polizeiangaben sind unter den Opfern bei McDonald’s keine Namen von Personen, die auf diesen Aufruf reagiert hatten)

Außerdem kam schon vor dem Attentat im OEZ auf Facebook eine Meldung, dass der account infiltriert worden sei und es wurde sogar der Name des angeblichen Täters genannt. Wie die Polizei jetzt klar stellte, wurde nichts „gehacked“, sondern ein „fake account“ angelegt.

Das zeigt, dass damit der Charakter des jungen Mannes „ruiniert“ werden sollte; wir sollen glauben, dass er so hinterlistig war und uns darüber aufregen, anstatt rational zu überlegen: was stimmt an der Story nicht.

Vergessen wir doch nicht, dass Einträge auf Twitter oder Facebook NICHT VERIFIZIERT werden können. Jeder, der das nötige Wissen (und betrügerische Absichten)  hat, hätte diese Meldung ins Internet stellen können. Es ist eben Teil der „Legende“, die von Geheimdiensten konstruiert wird, um die Medien als Vertreiter ihrer „cover story“ zu benutzen (je mehr „Aufregungspotential“, desto öfter und schneller wird die „Meldung“ verbreitet)

(FB und Twitter sind Werkzeuge der psycho-sozialen Manipulation, sie beeinflussen wie Leute auf Informationen reagieren: impulsiv, wie eine „Herde“,  nicht überlegt … wie oft muss man das noch betonen, bevor die Leute es kapieren???)

Als zweites Motiv wird von den Ermittlungsbehörden (seine)

2 BEWUNDERUNG  FÜR  DEN  NORWEGISCHEN  ATTENTÄTER  ANDERS BREIVIG
Self confessed mass murderer and right-wing extremist Anders Behring Breivik places a clenched fist on his heart in a salute as he arrive on day three in room 250 at the central court in Oslo on April 18, 2012. Anders Behring Breivik, who killed 77 people in Norway last July, took the stand again Wednesday on the third day of his trial, a day after telling the court he would carry out his attacks again if he could. AFP PHOTO / ODD ANDERSEN (Photo credit should read ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Breivik vor Gericht April 18, 2012. Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

unterstellt. Als „Beweis“ gelten Unterlagen, die auf seinem PC „gefunden“ wurden und entsprechende Zeitungsausschnitte. Wie schon gesagt, können diese Aussagen auch unwahr sein bzw. ihm dieses belastende Material auch nachträglich untergeschoben worden sein (den PC hat man sicher mitgenommen, es wäre also leicht, solche Dateien zu installiere

Aber gehen wir davon aus, er hat wirklich über Breivik und sein Massaker im Internet recherchiert.

Ich habe mir damals auch das „Manifest“ von Breivik (80% davon hat er abgeschrieben aus amerikanischen Quellen) heruntergeladen und es teilweise gelesen, weil ich wissen wollte, was in diesem irregeleiteten Hirn vor sich geht.

Ist man deshalb schon ein potentieller Massenmörder oder Terrorist? Nur weil man sich dafür interessiert? Ich lese auch Bücher und Artikel über die Ermordung von Präsident Kennedy, von Aldo Moro, über die RAF, etc. Plane ich deshalb selbst einen Anschlag? Natürlich nicht. Auch das ist reine Spekulation, die nur „logisch“ ist, wenn das – was zu beweisen wäre – (Sonboly als Täter) schon als bewiesen gilt.

Davon abgesehen, ergibt es keinen Sinn, die Schul-Massaker Theorie und die „Verehrung von Breivik“-Theorie in einen Topf zu werfen (dem angeblichen Täter Sympathie für beides zu unterstellen) denn die Motive von Breivik waren eindeutig politischer Natur, (er fürchtete eine Islamisierung Europas, war in Kontakt mit islamophoben Neo-Nazi Gruppen und zionistischen, amerikanischen Volksverhetzern), doch er tötete eben nicht wahllos, sondern gezielt jugendliche Mitglieder der sozial-demokratischen Partei Schwedens, die sich in einem Ferienlager befanden, weil sie für ihn die „bedrohlichen“  Verfechter der „Multi-Kulti“ Gesellschaft waren (und übrigens wenige Tage vorher gegen die israelischen Verbrechen in Palästina protestiert hatten).

Das war ein politischer Massenmord, ausgeführt von einem Mann, der einer ideologischen und psychologischen „Gehirnwäsche“ (Made in USA  & Israel) unterzogen wurde. Die politischen Hintergründe wurden aber fast völlig ignoriert und stattdessen Breivik vor Gericht einfach als „Psychopath“ behandelt. Dann wird er völlig isoliert und weggesperrt. Das ist doch viel bequemer für diejenigen, die ihn (als politische Waffe) benutzt haben.

(Die groteske Inszenierung mit den Telefonaten zwischen einem Massenmörder und der Polizei (siehe auch Paris, Orlando, etc.) wurde auch im Fall Breivik aufgeführt, wie jetzt bekannt ist.

Daran sieht man, dass es hier ein Muster gibt:

Egal ob Neo-Nazi, „Tempel-Ritter“ oder „IS“-Kämpfer, sie reden alle den gleichen Blödsinn .. fühlen sich als „Soldaten“ einer edlen Armee, die sich einem bösen Feind entgegenstellen muss, damit das „Gute“ und Edle siegt und sie als „Helden“ in Erinnerung bleiben ..

Der inszenierte „Terror“ geht weiter … wird bei uns auch bald der Ausnahmezustand ausgerufen (wie in Frankreich)?

 

 

SCHÖNE BESCHERUNG 2015: Carl-Schmitt-Pralinen in der Geschenkpackung

Schmitt und Führer-Recht

Zur Demokratie gehört als notwendig erstens Homogenität und zweitens – nötigenfalls – die Ausscheidung und Vernichtung des Heterogenen.“

(Carl Schmitt, Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, 3. Aufl. Berlin 1926, S. 14)

In all den Berichten über den IS, die Gewalt in Syrien, die Terroranschläge in Paris, etc. wird immer der gleiche, primitive Kontext vermittelt: die bösen, brutalen Terroristen bedrohen unsere Sicherheit, deshalb muss die „Staatengemeinschaft“ jetzt noch mehr „eingreifen“ und Syrien bombardieren, als ob dort die Quelle des „Terrors“ wäre.

Diese gedankliche Verbindung zu konstruieren, war ja Zweck der Anschläge von Paris, deshalb ja auch der „syrische Pass“ und andere Märchen, die Syrien als neue Heimat des Terrors denunzieren soll.

Woher die Terroristen kommen, wer sie – WOZU – finanziert und ausgerüstet hat, wird nicht untersucht – und das aus gutem Grund.

Preparata coverAuch der rasche Aufstieg der NSDAP, also der „Nazis“ zur „Bedrohung des Weltfriedens“ war ja kein Naturereignis, sondern die Folge besonderer Unterstützung aus dem Ausland (siehe Preparata).

Was ebenfalls in den Medien ignoriert wird, ist die rechtliche Dimension der gemeinsamen „(Anti)-Terror-Kampagne“, zu der Hollande, Cameron, Obama, Van der Leyen u.a. aufgerufen haben. Um zu verstehen, von welcher enormen Tragweite dieses „Wegschauen“ ist, muss man den Begriff des „Völkerstrafrechts“ in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen.

Die „Nürnberger Prinzipien“ die aus den Prozessen gegen die deutschen Nazi-Verbrecher hervorgingen, bildeten die Grundlage für die Schaffung eines Völkerrechts mit universaler Gültigkeit. Dazu heißt es bei Wikipedia:

Die Nürnberger Prozesse gelten als Durchbruch des Prinzips, dass es für einen Kernbestand von Verbrechen keine Immunität geben darf. Erstmals wurden die Vertreter eines zum Zeitpunkt ihrer Taten souveränen Staates für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen. Als „Nürnberger Prinzipien“ gingen die von den vier Alliierten vereinbarten und vom Gericht angewendeten Grundsätze in das Völkerrecht ein.

Das wichtigste Prinzip ist: Jede Person – auch Staatsoberhäupter und Regierungsmitglieder – die ein völkerrechtliches Verbrechen begeht, ist hierfür strafrechtlich verantwortlich, auch wenn es im nationalen Recht dafür keine Entsprechung gibt.

Das Problem der „Siegerjustiz“ ist offensichtlich: die Verbrechen der Alliierten wurden mit einem völlig anderen Maß gemessen, als die von Nazi-Deutschland … heute gibt es diesen Widerspruch ja nicht mehr:

Deutschland ist Teil der NATO-Verbrecherorganisation, doch das Argument, zur „Selbst-Verteidigung“ gegen (selbst erschaffene, brutale) „Monster“ dürfe man sich durch rechtliche und zivilisatorische Normen nicht einengen lassen, wird heute mehr denn je in Anspruch genommen.

Erlaubt ist, was der „Führer“ für notwendig hält (Schmitt-Renaissance nach „911“!) und der „Führer der freien Welt“ ist ja die Regierung in Washington bzw. der US-Präsident, der ja auch „Todeslisten“ unterzeichnet …

Übrigens, das Konzept der „gezielten Tötung“ (also staatlich angeordneter Morde, präsentiert als „notwendige Verteidigung“ gegen angebliche Staatsfeinde (ohne Beweis und Gerichtsverfahren) stammt ja auch aus dem Dritten Reich und wurde von Carl Schmitt vehement befürwortet. Die Drohnenmorde von Obama, das Erschießen angeblicher „Terroristen“, (die nichts mehr sagen können) sind Beispiele für die moderne Auslegung dieses Prinzips ….

Wir kennen die Begriffe „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ aus den Medien, die allerdings immer nur dann angewendet werden, wenn es gilt, „Feinde“ der neoliberalen Ordnung und des faschistischen Finanz-Kapitalismus zu dämonisieren (Milosevic, Gaddafi, Assad, etc.) und zur Strecke zu bringen.

Bei Wikipedia findet man auch diese Feststellung:

liberty killsDer Straftatbestand des Verbrechens gegen den Frieden war völlig neu. Auch die Beteiligung an einer Verschwörung oder an einem gemeinsamen Plan zu dessen Durchführung wurde darin für strafbar erklärt.

Der Einsatz militärischer, wirtschaftlicher oder verdeckt operierender Gewalt („irregular warfare z.B. durch ukrainische Nazis, Al Kaida oder IS = eine solche Verschwörung) gegen einen anderen Staat zur Durchsetzung politischer Ziele ist ein –

VERBRECHEN  GEGEN  DEN  FRIEDEN  UND  GEGEN  DIE MENSCHLICHKEIT

– egal welche Ausreden dafür vorgebracht werden. Das ist das – auf den aktuellen Stand gebrachte – Fazit von „Nürnberg“.

Das Völkerrecht sollte also ein Schutzwall gegen die Planung und Anstiftung von Kriegen sein, die sich – nicht zuletzt dank Militärbündnissen – sehr schnell zu einem Weltkrieg ausweiten können (was gewissen Kreisen ja sehr recht ist)

Henry Ford the Grand Cross of the German Eagle  1938

Henry Ford erhält Orden von Hitler

Doch im Gegensatz zum zerschmetterten Europa, hatten die Eliten der USA kein Interesse daran, Kriege zu vermeiden. Ganz im Gegenteil, der amerikanischen Wirtschaft ging es nie so gut, wie im zweiten Weltkrieg. Das IG-Farben-Kartell (das ja einen amerikanischen „Zwilling“ hatte) machte gigantische Gewinne mithilfe des Dritten Reichs. Die Rechtsanwälte der Wall Street Firmen, (allen voran die Dulles-Brüder) die mit Hitler Geschäfte machten und Geldwäsche organisierten, hatten begriffen, dass diese kriminelle Symbiose zwischen einem autoritären, faschistischen Staat und einer profitbesessenen Wirtschaft die „optimale“ Form der Zusammenarbeit ist.

Dulles OSSIn diesem Sinne wurde ja dann auch die CIA als „Agentur“ der Kapitalinteressen eingesetzt, deren Gründer und erster Direktor Allan Dulles war. (Siehe dazu z.B. die Offenbarungen von John Stockwell u.a. ehemaligen CIA-Leuten)

Dulles Correa Jackson Report 1949

(Nicht ohne Grund bezeichnete Fletcher Prouty den „Dulles-Correa-Jackson-Report“ (1. Jänner 1949) mit dem die Organisation und politische Rolle der CIA definiert wurde, als „Mein Kampf“ von Allen Dulles.)

Business leaders were deeply fearful that the spirit of the New Deal at home and the spread of socialism abroad signalled drastic changes to the American economic system … a highly particularized construction of “freedom” became the key ideological weapon … (the crusading ethos): in reality freedom meant “free enterprise”, … the right of the US to organize the “free world” according to its own interests … Encoded in the word “freedom” then, was an agenda that stood apart and often against such other core values as equality, community and solidarity, and redistributive forms of justice.

… The real point was the orderly (American influenced) development and incorporation of all nations into an American-centered globalism. Even if Marx and Lenin did not exist, we would still have a problem” (Walt Rostow, 1962) [the goal was] creating a single world economic system (the very antithesis of economic freedom …) under US control

(Zitiert aus: Ideal Illusions von James Peck (Hervorhebung von mir]; das beste Buch um zu verstehen, was der „Kalten Krieg“ wirklich war: ein amerikanischer (endloser) Krieg gegen soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Selbstbestimmung der Völker)

WaPo CIA Nazi NetworksAus dieser Perspektive ist es auch „logisch“, dass tausende Nazis und Kriegsverbrecher nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern von den USA und England als „nützliche“, kriminelle Instrumente eingesetzt wurden (siehe dazu auch meine Beiträge über die Ukraine, Lebed, Bandera, etc.):

Als Techniker und skrupellose Wissenschaftler (Experimente an Häftlingen, geistigen Behinderten, etc.), als Geheimdienst-Agenten bzw. „assets“, als fanatische „Partisanen“ und gesteuerte Aufrührer in Osteuropa nach 1945, als „Gladio“-paramilitärische Nazis und Bombenleger in fast allen europäischen Ländern, als „Ausbilder“ von lateinamerikanischen Folterknechten und „Todesschwadronen“ (die Vorläufer von IS, nur ohne pseudo-religiöse Tarnung)

Auch im arabischen Raum wurden schon in den 1920er Jahren faschistische Gruppen gebildet, wie die Muslim-Bruderschaft. (MB), die ein perfides, politisches Werkzeug ist und keine (echte) religiöse Gemeinschaft. Ich teile deshalb die scharfe Kritik an der MB, die aber nicht zur Dämonisierung des Islam (und schon gar nicht des palästinensischen Widerstandes) führen darf.

MB studyMERKE: Auch die AKP, also die Partei des türkischen Regierungschefs Erdogan gehört zum Netzwerk der faschistischen MB, die sich nur ein „islamistisches“ Mäntelchen umhängt.

Die MB wurde nach dem zweiten Weltkrieg von der CIA „übernommen“ (vorher unter Schutz des britischen Geheimdienstes, der sie von Hitler übernahm) und 1954 nach Saudi Arabien „ausgelagert“, nachdem deren Morde und Terror-Anschläge in Ägypten zu harten, staatlichen Repressionen geführt hatten (die MB wurde verboten). Auch in Syrien trieb die MB ihr (vom Westen gesteuertes) Unwesen und wurde ebenfalls vom Staat verfolgt (was in den Medien als „brutale Unterdrückung“ des bösen Diktators (Vater) Assad dargestellt wurde.

Wir sehen also, die „Terror-Show“ ist nichts Neues, aber unsere Journaille „berichtet“ trotzdem so darüber, als ob sie wahr wäre. Aus der Geschichte nichts gelernt?

Al Kaida, der IS und die anderen „Rebellen“ in Syrien sind also nichts anderes als das Ergebnis dieser Fusion von faschistischer, militärischer Indoktrination (Waffen-SS / Einsatzgruppen Modell) und dem Wahabiten-Wahn in Saudi Arabien, der nichts mit dem Islam zu tun hat, aber viel mit dem Britischen Empire. Es ist nur ein perfides Instrument zur „Gehirnwäsche“ einfältiger Männer, die man als geopolitisches Werkzeug benutzt. In Syrien kämpfen aber auch gewöhnliche Verbrecher, Söldner und anderes Gesindel – natürlich unter der Führung von „special forces“ aus dem Militär der Förderer von IS (Frankreich, Israel, Türkei, Großbritannien, etc.)

NATO: PARTNERS IN CRIME

Die politischen Konsequenzen des Abschusses der russischen SU-24 durch die Türkei zeigen, was hier gespielt wird – wie die NATO das Völkerrecht mit Füßen tritt, wenn es ihre „Interessen“ fördert:

Zwar rief die NATO-Heuchlerbande zur „De-eskalation“ auf, hat aber gleichzeitig das Opfer der türkischen Aggression, Russland, eher als Täter behandelt. Die von Obama benutzte, unerträglich hohle Phrase „die Türkei hat das Recht, sich zu verteidigen“, suggeriert sogar eine Gefährdung der Türkei durch Russland, die es nicht gab.

Das russische Militär hat – gemäß Putins Angebot zur Kooperation – seine Flugdaten dem US-Militär zur Verfügung gestellt und somit wusste auch die türkische Luftraumsicherung genau, wann sich die russischen Kampfflugzeuge wo sich aufhalten würden. Der Abschuss war ein heimtückisch geplanter Überfall, deshalb sprach Putin ja von einem unverzeihlichen Verrat und einem „Dolchstoß in den Rücken“.

Die Tragik: Je mehr Putin versucht, „anständig“ und kooperativ zu sein, desto mehr spornt das seine machiavellischen Gegner an, (die das Wort Moral nicht einmal mehr buchstabieren können), ihm in den Rücken zu fallen oder in eine Falle zu locken.

Erdogan 2Die „Bedrohung“, die Erdogan & Co. in Russlands militärischem Eingreifen sehen, ist eine ganz andere:

  • Seine kriminellen Pläne, sich Teile Syriens und des Irak wieder einzuverleiben, die vor dem ersten Weltkrieg zum Ottomanischen Reich gehörten, wurden dadurch erheblich gestört. Dort sollen ausschließlich „Turkmenen“ angesiedelt werden, wozu Erdogan auch Uiguren aus China samt Familien importiert.
  • Das lukrative Geschäft mit gestohlenem Erdöl (an dem seine Familie persönlich beteiligt ist) wurde durch das russische Bombardement der Tanklaster und anderer Installationen massiv beschädigt
  • Der kriminelle Plan, aneinandergrenzende Gebiete aus Syrien und dem Irak „herauszuschneiden“, um dort einen neo-kolonialen Kurdenstaat zu etablieren, der alle Kurden aus der Türkei aufnehmen und damit das „Kurdenproblem“ ein für alle Mal lösen soll, ist ebenfalls gefährdet

Während Putin in der Presse routinemäßig böse Absichten unterstellt werden, werden die Motive Erdogans kaum hinterfragt. Das ist ja auch kein Wunder, denn als wichtiger „Verbündeter“ der allmächtigen USA ist es ein Gebot für alle churnalists nichts Negatives über ihn zu schreiben und wenn, dann nur um der USA „plausible denial“ zu ermöglichen (siehe Joe Biden Rede in Harvard).

SULTAN ERDOGAN ZIEHT NEUE GRENZEN

Der Guardian schilderte die Aussage eines türkischen Regierungsbeamten vor kurzem so:

Glauben Sie nur nicht, dass wir die Grenzen, die uns 1918 … aufgezwungen wurden, akzeptieren. Die Türkei wird einen Weg finden, zu ihren „natürlichen“ Grenzen im Süden zurückzukehreneine Linie zwischen Mosul (Irak) und Homs (Syrien).

Diese eigenmächtige, kriminelle neue „Grenzziehung“ (sprich: Überfall, Besetzung und Annexion) sei gerechtfertigt, wegen des großen Anteils von „Turkmenen“ in diesem Gebiet. Diese Art der Argumentation bzw. Täuschung kennen wir ja schon vom Dritten Reich und der Vergleich ist durchaus angebracht, denn auch Sultan Erdogan hat kein Problem damit, andere ethnische Gruppen (Alewiten, Christen, Schiiten und alle, die keine „Türken“ sind) zu eliminieren, dafür hat er ja alles getan, damit IS diese „Drecksarbeit“ für ihn erledigt.

Außerdem sind die Turkmenen in Syrien nur eine kleine Minderheit, die in keiner Weise unterdrückt wird – ebenso wenig wie die Kurden. Syrien war ja – bis es durch Terrorbanden serien-vergewaltigt wurde – ein Vorzeigeland für das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen und Ethnien. Dazu hat die Regierung in Damaskus noch mehrere Millionen palästinensische und irakische Flüchtlinge aufgenommen.

Unterdrückt und verfolgt wurde nur die faschistische „Muslim-Bruderschaft“ und das aus gutem Grund …(sie war schon seit den 1950er Jahren der subversive Vorläufer von Al Kaida und IS)

SOME ARE MORE EVIL LEGAL THAN OTHERS

Dass die Türkei ungestraft ein Flugzeug – in syrischem Luftraum – abschießen darf, zeigt wohin die Reise geht: jeder Schurkenstaat, der sich am verbrecherischen, verdeckten NATO-Krieg gegen Syrien beteiligt, darf dort (und im Irak) machen, was er will. Völkerrecht? UN-Charta? No Problem.

Die USA erinnert sich nur dann an diese wackeligen Säulen der Zivilisation, wenn man sie gegen aufmüpfige Länder einsetzen kann: die hysterische Reaktion auf Russlands – legitimes – Eingreifen auf der Krim (ohne Gewalt und mit Zustimmung der ohnehin „russischen“ Krim-Bewohner) hat ja die Doppelmoral und Verlogenheit der NATO-Vasallen deutlich gezeigt.

MerkelAuch Merkel hat sich ja damals auch ganz groß ins Zeug gelegt zum Thema „Verletzung des Völkerrechts und derstaatlichen Souveränität“, die Russland vorgeworfen wird und ja Ursache für die noch immer andauernden Sanktionen sind.

Was ist denn mit der staatlichen Souveränität Syriens, Frau Merkel? Hat irgendjemand danach gefragt, als man „beschlossen“ hat, die deutsche Bundeswehr – verfassungswidrig -dorthin zu schicken? Die arrogante Doppelmoral hier ist unerträglich. Und was treibt der BND eigentlich dort?

  • Weder Deutschland, noch Frankreich, Großbritannien, die USA, die Türkei oder sonst wer hat das Recht, „militärisch in Syrien einzugreifen“ schon gar nicht mit Bomben – außer die Regierung in Damaskus stimmt ausdrücklich zu.
  • Die andauernde Bewaffnung von eingeschleusten „Rebellen“ (sprich: Terrorbanden) durch NATO-Länder ist ebenfalls ein schwerer Verstoß des Völkerrechts: nämlich der UN-Charta.
  • Es ist offensichtlich, dass der IS und der „islamistische Terror“ nur zu dem Zweck erschaffen wurden, damit man scheinbar einen Grund hat, sich über diese Rechtsnormen hinwegzusetzen und alles als „notwendige Verteidigung“ zu verkaufen

Man stelle sich vor, Russland kommt zum Schluss, dass die Merkel-Regierung nicht mehr „tragbar“ ist, und bewaffnet deshalb junge, frustrierte und indoktrinierte Männer aus allen möglichen Ländern, um diese loszuwerden und Deutschland aufzuteilen …

Gemäß den o.a. Normen des Völkerrechts sind alle Mitglieder der deutschen Bundesregierung, die Kanzlerin und alle Abgeordneten die für den Einsatz in Syrien gestimmt haben (und die PR-Märchen über Syrien seit Monaten akzeptieren), als Kriegsverbrecher anzusehen. (Zur UN-Resolution 2249 – siehe Anhang)

Während Russland mit heftigen Sanktionen belegt wurde, die seiner Wirtschaft enorm schaden, obwohl es nur seine sicherheitspolitischen Interessen wahrgenommen hat (mit mehrheitlicher Zustimmung der Krim-Bewohner), darf sich die Türkei jetzt alles erlauben:

Man marschiert mit schweren Geschützen, 20 Panzern und über 1.000 Mann in den Norden des Irak (nahe Mosul) ein und hat auch nicht vor, dort wieder wegzugehen …. so what?

Dass all diese Verbrechen immer nur als „Schutz“ gegen eine Bedrohung deklariert werden, kennen wir doch von Hitler, was unsere Journaille aber schon wieder vergessen hat.

Es ist kein Akt der Aggression, sondern ein Akt der Solidarität (Ahmet Davotuglu)

Der türkische Ministerpräsident bedient sich also der „Sudetenland-Rhetorik“ Hitlers, um die türkische Aggression zu legitimieren und kommt damit durch. History repeats itself as farce

Die irakische Regierung darf ja nur soweit „regieren“, als sie den Plänen des größenwahnsinnigen US-Hegemons nicht in die Quere kommt.

turkish tank on Iraqi soilHeftige Proteste aus Bagdad – wegen dieser eklatanten Verletzung der staatlichen Souveränität werden von unserer Presse so dargestellt, dass man diese nicht ernst nehmen darf: die widersprüchlichen Behauptungen der Türkei werden als gleichwertig präsentiert und der Zuschauer darf sich aussuchen, wem er glauben will. Abwertende Formulierungen wie „die Machtzentrale in Bagdad“ (ORF-Spin-Nachrichten) statt der korrekten Bezeichnung „die Regierung in Bagdad“ sollen den „Medienkonsument“ in die vorgegebene Richtung treiben.

Auch die angekündigte Aufnahme von Montenegro (ein privates Rothschild-Fürstentum) in die NATO bedeutet eine Provokation Russlands bzw. eine Bedrohung russischer Sicherheitsinteressen. Montenegro wird als „historischer” Verbündeter Moskaus, jetzt auch in den amerikanischen Macht-Orbit hineingezogen (ob die Bevölkerung will oder nicht).

Turkishsupport ISDie Türkei wird weiterhin ungestraft das Völkerrecht verletzen und Russland – das sich selbst daran hält – wird durch sein „anständiges“ Verhalten immer mehr zur Zielscheibe der NATO-Aggression, weil das als Schwäche ausgelegt wird.

Russlands ehrliche Bemühungen, einen Weltkrieg / „taktischen“ Atomkrieg zu vermeiden, ist also für diese US/NATO-Psychopathen, die an Gruppennarzissmus dritten Grades leiden, ein Ansporn noch etwas mehr Gewalt und Perfidie draufzulegen.

Da kann man nur mehr hoffen, dass Dr.Paul Craig-Roberts mit seiner düsteren Prophezeiung nicht Recht hat:

There is no doubt that Washington is driving the world toward Armageddon, and Europe is the enabler. Washington’s bought-and-paid-for-puppets in Germany, France, and UK are either stupid, unconcerned, or powerless to escape from Washington’s grip. Unless Russia can wake up Europe, war is inevitable.

PERFIDE ALBION 2.0: Cameron pfeift auf das Völkerrecht

Do you know why the sun never sets in the British Empire? Because God does not trust those bastards in the dark

(Treffender Humor von ex-CIA Analyst Ray McGovern, kürzlich bei KenFM zu sehen)

Wer die Geschichte des British Empire kennt, weiß dass dessen geistige Väter und Verwalter völlig skrupellos waren und deren Nachfolger sind es noch heute (der Glaube, dass die angelsächsische Rasse dazu auserkoren ist, sich andere Völker untertan zu machen bzw. deren Bodenschätze zu plündern, ist leider nicht mit dem „Empire“ untergegangen, sondern auch nach Washington exportiert worden …)

Ein moderner Vertreter dieser Ideologie ist der „Schweine-Liebhaber“ David Cameron. Ähnlich wie Obama hält er immer tolle Reden über Demokratie und Menschenrechte, während sein Land (und vor allem seine Finanzmafia in der City) sich keinerlei moralische Hemmungen auferlegt, um politische Ziele zu erreichen – und wenn dafür ein paar Millionen Menschen sterben, who cares?

Cameron comtempt for intl lawDer juristische Beraterstab der britischen Regierung (sicherlich einiges gewöhnt) hat kürzlich Alarm geschlagen, weil unter Cameron die „Verachtung für das Völkerrecht eklatant sei.

Der ehemalige (bis 2014) Vorsitzende dieses Beratergremiums, Paul Jenkins veröffentlichte in einem Brief schwere Vorwürfe dazu: Cameron sei die „allumfassende“ Verpflichtung der Minister, sich an rechtsstaatliche Normen und (vor allem) das Völkerrecht zu halten, „schwer auf die Nerven gegangen“, deshalb habe er angeordnet, den Verhaltenscodex für Regierungsmitglieder zu ändern und durch eine andere Formulierung abzuschwächen.

Diese Vorgehensweise sei an sich schon bedenklich genug, doch ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wenn sich Großbritannien an immer mehr Kriegen beteiligt („den Einsatz tödlicher Gewalt im Ausland ausweitet), sei diese Aufweichung von Rechtsnormen besonders gefährlich. Die NGO “Rights Watch UK” hat diese Änderung angefochten und verlangt die Wiederherstellung der alten Version.

Hier handle es sich um eine Frage der politischen Moral, nicht nur um die Formulierung von Rechtsnormen, so ihr Sprecher.

Wir sehen also, dass die „Wertegemeinschaft“ EU sich immer mehr den „Werten“ von Carl Schmitt, Nitzsche und Leo Strauß annähert – ganz wie die „Auserwählten“ in Washington und Tel Aviv …

THE  ARROGANCE  OF  POWER

Dass Cameron einen Spitzenplatz in der Galerie der politischen assholes einnimmt, kann man auch aus dieser Meldung ersehen:

Cameron attacks syrian armyDie Betreiber von VT haben sehr gute Kontakte zu Geheimdiensten und Militärquellen. Laut ihren Informationen hat Cameron den Befehl zum Angriff auf die syrische Armee gegeben und zwar als „Bestrafung“ für eine Äußerung Assads:

Der syrische Präsident hatte in einem Interview mit der TIMES gewagt, die britische Regierung zu kritisieren, nein noch schlimmer, er hat die Wahrheit gesagt. Auf die (bescheuerte) Frage, ob Assad es richtig finde, dass jetzt auch britische Bomben („im Kampf gegen IS“) in Syrien fallen, antwortete er u.a.:

Die Schlagzeile „die Entschlossenheit, den Terrorismus zu bekämpfen“ möchte ich kommentieren. Wir wissen, dass Großbritannien und Frankreich die Speerspitze der Sponsoren des Terrors in Syrien waren und zwar von Anfang an. Wir wissen also, dass diese „Entschlossenheit“ bei ihnen nicht existiert … Wenn man militärisch wirklich etwas erreichen will, muss man Bodentruppen haben, nicht nur Luftangriffe. Man muss mit der nationalen Armee kooperieren, damit die Intervention legal ist. Sie ist nur dann legal, wenn die Teilnahme an einer Koalition in Übereinstimmung mit der legitimen Regierung in Syrien stattfindet. Daher würde ich sagen, sie haben diese Bereitschaft nicht …“

Assad hatte dann auch noch die Frechheit, den Schein-Kampf der US-geführten Koalition gegen IS bloßzustellen:

Schauen wir uns die Realität an: Seitdem die Koalition ihre Operationen begonnen hat, haben IS, Al Nusra und gleichgesinnte Gruppen ihre Macht ausgedehnt. Doch was passierte, nachdem die Russen eingegriffen haben? IS und Al Nusra wurden schwächer. Daher komme ich zum Schluss, dass diese neue “Koalition“ nicht viel zustande bringen wird. Sie ist schädlich und illegal und wird dem Terrorismus nur Vorschub leisten…“

Da platzte Cameron offenbar der arrogante Kragen: die Wahrheit über die eigenen Verbrechen will niemand in London hören, also muss man diesem Assad einmal zeigen, wo der Hammer hängt: Cameron soll diese Aussagen als „Kriegserklärung“ betrachtet und deshalb einen „Denkzettel“ angeordnet haben:

Quellen aus dem Kriegsministerium sagen, der Angriff sollte wie „ein Versehen“ aussehen, aber nicht zu sehr, denn „Syrien kann ohnehin nichts dagegen machen“.

Die Verbrechenszentrale in Washington hat natürlich bestritten, irgendetwas von diesem Angriff zu wissen, obwohl AWACS-Flugzeuge den Luftraum im Einsatzgebiet überwachen.

Die Bomben fielen auf einen Stützpunkt der syrischen Armee in der Region Deir ez Zor (Ölfelder), bei dem vier syrische Soldaten getötet wurden. 16 wurden verletzt. Kurze Zeit später wurde das Militärcamp von IS-Terroristen überfallen.

Dann gab es nach einer Meldung von FNA noch einen zweiten Angriff, der 20 Zivilisten das Leben kostete (Hasaka Provinz) und 30 Menschen verletzte.

Wenn es um die Bombardierung der Öl-Tanker geht, die unter IS-Kontrolle stehen, zeigt sich die USA aber sehr besorgt um „zivile Opfer“. Sie werfen vor der Bombardierung Flugzettel ab, auf denen vor der „Gefahr“ gewarnt wird:

AIRSTRIKES ARE COMING. Oil trucks will be destroyed. Get away from your oil trucks immediately. DO NOT RISK YOUR LIFE.“ (!!)

Dass damit natürlich auch die Terroristen gewarnt werden und nicht nur die Fahrer der Laster, liegt auf der Hand.

Wer jetzt noch immer nicht begreift, was hier gespielt wird, sollte vielleicht einen Neurologen aufsuchen …

 

ANHANG

UND WAS IST MIT DER UNO?

Ist die, dank dem „Terror in Paris“ von Frankreich durchgesetzte, UNSC-Resolution 2249 ist eine solide Legitimation für die Bombenangriffe in Syrien? Das hängt vom moralischen Niveau des Betrachters ab:

Darin werden der IS (und gleichgesinnte Gruppen) als „globale und noch nie dagewesene Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit eingestuft und die „Entschlossenheit“ bekräftigt, „mit allen Mitteln“ dagegen vorzugehen.

Diese Resolution 2249 wird natürlich von denen, die Syrien seit Jahren zerstören wollen, als Legitimation für ihre (verdeckte und offene) Gewalt gewertet, das sind in erster Linie: die USA, Frankreich, Großbritannien, die Türkei, Israel, Saudi Arabien und der korrupte Emir von Katar.

Aber auch der deutsche Bundestag (mit Ausnahme der Linken) hat sich davon täuschen lassen und dem Einsatz der Bundeswehr in Syrien zugestimmt. Diesen Absatz der Resolution 2249

Reaffirming that Member States must ensure that any measures taken to combat terrorism comply with all their obligations under international law, in particular international human rights, refugee and humanitarian law; …

hat Frau van der Leyen anscheinend nicht gelesen oder sie hat ihn einfach ignoriert, ebenso wie Merkel und der Rest der Bundesregierung. (Es war übrigens Russland, das darauf bestanden hat, diesen Abschnitt einzufügen, der restliche Text war ein „Vorschlag“ von Frankreich, das die angsterfüllte Stimmung nach den Anschlägen von Paris dafür instrumentalisierte)

Die „außerordentliche“ (hochgespielte, künstliche) Bedrohung durch den (als politisches Werkzeug benutzten) IS darf also nicht dazu führen, dass die Verpflichtungen nach dem Völkerrecht außer Kraft gesetzt werden.

Natürlich kann praktisch jeder Gesetzestext unterschiedlich interpretiert werden, davon leben ja auch die Rechtsanwälte, doch in diesem Fall muss wohl die Rolle des Völkerrechts zur Verhinderung militärischer Aggression gegen einen anderen Staat (also  Verhinderung eines Krieges ) im Mittelpunkt stehen.

Das britische Royal Institute on International Affairs (Chatham House) hat kürzlich dazu Stellung bezogen:

Cameron legality of milint SyriaDamit der Einsatz militärischer Gewalt gegen IS (in Syrien) rechtlich autorisiert ist, muss die Resolution des UN-Sicherheitsrates (UNSC) eine Entscheidung gemäß Kapitel VII der UN-Charta treffen, mit der alle notwendigen Maßnahmen gegen ISIS legitimiert werden.

Res. 2249 legt zwar fest, dass IS „eine globale und noch nie dagewesene Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit“ ist, doch die Wortwahl im operativen Teil der Resolution ist nur appellativ (auffordernd) und bezieht sich nicht auf Kapitel VII. Jene, die auf eine spezifische UN-Autorisierung der Militärgewalt gewartet haben, (sollten wissen) das ist sie nicht.

Wenn ein Staat also eine legale Grundlage hat, die mit der UN-Charta im Einklang steht (wie Russland), dann ist es „OK“, sich militärisch in Syrien zu engagieren.

Und was ist mit England, Deutschland und Frankreich?

Paris wasn’t just different because it was so close to us, or because it was so horrific in scale; as different because it showed the extent of terror planning from Daesh in Syria and the approach of sending people back from Syria to Europe.”

Diese Sätze stammen von Premierminister Cameron und der Zweck ist offensichtlich: den Eindruck zu erzeugen, die „Terrorgefahr“ Gefahr gehe vom „heartland“ Syrien aus, deshalb müsse jeder „anständige“ Abgeordnete für den Militäreinsatz in Syrien stimmen. Gegner von Camerons Heuchelei, wie Jeremy Corbyn werden als „terrorist sympathizers“ denunziert und stigmatisiert.

Goering funktioniert also immer noch, aber mit einem großen Unterschied: hier ist es nicht das Volk, das verarscht wird, sondern das Parlament. Nach einer aktuellen Umfrage sind 89% der Briten gegen einen Kriegseinsatz in Syrien und das britische Parlament hatte ja im Juli 2013 auch in diesem Sinn votiert.

In diesem Kontext wird klar, warum schockierende „Anschläge“ in Paris stattfinden mussten: um den letzten Widerstand gegen diese militärische Gewalt in Syrien zu brechen.

Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass die „Planer“ der Anschläge von Paris aus Syrien kamen bzw. sie dort vorbereitet haben. (Siehe meinen Beitrag über Paris – Woher hatten sie die Waffen??? Sicher nicht aus Syrien …) und überhaupt, ist das ganze Szenario in Paris sehr zweifelhaft.

Der Widerstand gegen Krieg ist in modernen Nationen so groß, dass jeder Krieg als Verteidigung gegen einen bösartigen, mörderischen Aggressor erscheinen muss. Es darf keinerlei Zweifel daran geben, wen die Öffentlichkeit hassen muss.“

(Harold Lasswell)

Das sind alles politische Märchen, die Hollande & Co. auftischen, damit ihre neo-kolonialen Pläne mit dem moralischen Feigenblatt der „Verteidigung“ verdeckt werden (man „wehrt“ sich gegen selbst erschaffene, kontrollierte Terror-Banden … wann kriegt unsere Journaille das mit?)

Das zweite Argument des Premierministers ist noch absurder: die Bedrohung des Vereinigten Königreichs habe mittlerweile das Niveau eines „bewaffneten Angriffs“ erreicht. (Wir kennen den Trick: angeblich haben die Terrorfahnder „sieben geplante Anschläge vereitelt“ – behaupten diejenigen, die selbst von der Terror-Angst politisch profitieren)

Damit will Cameron einen Bezug zum Artikel 51 der UN-Charta herstellen, in dem das Recht auf Selbstverteidigung bestätigt wird. Die Notwendigkeit der „Verteidigung“ setzt voraus, dass der Angriff unmittelbar bevorsteht und dass die „Notwehr“ unverzichtbar und proportional ist.

(Ein auf mehreren Ebenen organisiertes Verbrechen mit einem Akt des Krieges gleichzusetzen, war auch der Trick, der nach 911 angewandt wurde)

Wenn mit “Selbstverteidigung” gegen einen nicht-staatlichen Akteur argumentiert wird, muss bewiesen werden, dass das Land, in dem sich diese Gruppe aufhält, „unfähig oder unwillig“ ist, Angriffe auf andere Staaten zu verhindern.

Die Regierung Assad und die tapfere, syrische Armee kämpfen seit fünf Jahren im wahrsten Sinn des Wortes „um ihr Leben“ und den Erhalt des syrischen Staates, was sie ohne Unterstützung der Bevölkerung nie geschafft hätten. Dass man Assad jetzt auch noch für die „Bedrohung” Europas durch die synthetischen Terroristen verantwortlich machen will, ist ein unerträglicher Skandal. Und der größte Witz ist, dass diese Terror-Banden ja nicht aus Syrien stammen, sondern dort eingeschleust wurden – vor allem über die Türkei.

valeurs assad interviewDie ganze Beurteilung der enormen „Bedrohung“ durch den IS beruht ja auf der (primitiven) BIG LIE, dass dieser „aus dem Nichts“ entstanden ist und als einziges Ziel die Erschaffung eines „weltweiten“ Kalifats habe, wozu alle Mittel recht seien. Dass diese „McDjihadis” in Wahrheit eine perfide, politische Waffe sind, die der Westen und seine ebenso verkommenen „Verbündeten“ (Türkei, Israel, Saudi Arabien, Katar,) einsetzt, um die eigene Aggression und das eigene Machtstreben zu verschleiern, darf natürlich nicht ausgesprochen werden – schon gar nicht in der UN.

Wenn man den richtigen Kontext liefert, wird klar, dass die Anschläge von Paris einen politischen Zweck hatten (und deshalb mit 99% Wahrscheinlichkeit mit Wissen des französischen Staates stattfand): in Europa so viel Angst zu erzeugen, dass der längst geplante Militäreinsatz in Syrien akzeptiert und durch eine UN-Resolution abgesegnet wird. Genau das ist ja auch passiert.

Wenn also von nun an ein (einziger) „Terroranschlag“ (der nie von unabhängigen Behörden untersucht wurde) genügt, um militärische Gewalt in einem anderen Land als „Selbstverteidigung“ zu rechtfertigen, dann können wir uns vom Völkerrecht verabschieden (aber das gilt ja ohnehin schon seit „911“…)

Andere Völkerrechtler haben ebenfalls “ihren Senf“ dazugegeben und sprechen von der „Konstruktiven Unklarheit“ der UNSC-Resolution. Die Resolution 2249 sei so formuliert worden, dass sie als politische Unterstützung für das militärische Eingreifen benutzt werden kann, ohne dass sie tatsächlich eine Legitimation des Sicherheitsrates liefert.

Fazit: mit dieser “kreativen Doppeldeutigkeit“ hat die UN die Souveränität von Syrien und dem Irak de facto untergraben (auch wenn sie das nicht beabsichtigte).

Hier wird die Realität auf den Kopf gestellt: während Syrien seit fünf Jahren ECHTE und NOTWENDIGE Selbstverteidigung gegen die eingeschleusten Terrorgruppen ausübt, wird Assad als brutaler Diktator präsentiert, der die „moderate“ Opposition niederknüppelt (die vom Westen massiv bewaffnet wurde und auch nicht „syrisch“ ist)

Die perfide Form der – extrem brutalen – Gewalt, die hier die o.a. Länder gegen Syrien einsetzen (durch die gesteuerten Terroristen) und „False Flag-Terroranschläge“ in Europa werden dann als Vorwand genommen, sich dagegen zu „wehren“, in dem man das –bereits geschundene Land – auch noch mit Bomben terrorisiert? (Infrastruktur zerstört, nicht IS) Wie krank ist das?

LONG-DISTANCE “Notwehr” GEGEN TERROR-MARIONETTEN

best buddies Hollande NetanyahuAuch Hollande hat sich ja nach Charlie Hebdo auf das Prinzip der „Selbstverteidigung“ berufen (ohne dass die Öffentlichkeit je (glaubhaft) darüber informiert wurde, was wirklich passiert ist) und von einer „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ gesprochen. Das nahm ihm aber damals kaum jemand ab (denn als Grund für den Anschlag wurden ja die beleidigenden Islam-Karikaturen angeführt, also ein spezifisches Motiv der Täter beschränkt auf eine kleine Gruppe), also musste eine ganze „Serie“ von Anschlägen her, bei denen scheinbar „wahllos“ Menschen ermordet wurden (die amerikanische Satanisten-Band im Bataclan aber ungeschoren davon kam…). Wer die Geschichte von Gladio kennt, weiß was hier gespielt wurde.

Frau Van der Leyen plappert ja nur das nach, was Hollande und Cameron schon vorgespielt haben. Auf die Frage „Führt Deutschland jetzt Krieg?“ (ZDF-heute) anwortete sie: Nein, denn der IS ist ja kein Staat.

Aber Syrien ist ein Staat, Frau Minister und Sie haben nicht das Recht, dort mit Tornados oder sonstigem Kriegsgerät aufzutauchen, ohne Zustimmung der syrischen Regierung. Gerade Deutschland müsste besonders penibel darauf bedacht sein, das Völkerrecht nicht zu untergraben, doch van der Leyen begreift das nicht …

Die Resolution 2249 hat also schwerwiegende Konsequenzen:

Es ist nicht anscheinend mehr notwendig, die Existenz einer realen, unmittelbaren Bedrohung zu demonstrieren und darüber zu beraten, wie man dagegen vorgeht bzw. zu klären, WOHER diese Bedrohung eigentlich kommt.

IS ist der neue „manichäische Teufel“, der die „kommunistische Weltverschwörung“ des Kalten Krieges ersetzt und der USA und ihren Vasallen erlaubt, sich über Völkerrecht und Menschenrechte hinwegzusetzen – ohne Folgen.

Carl Schmitt ist also der Mann der Stunde und unsere Politiker sorgen dafür, dass das „Vierte Reich“ (auch in Form von TTIP) immer näher kommt …

 

 

 

AFFAIRE SECRETE: Terror in Paris und Syrien

le bon boulut FabiusAuf dem Spielfeld macht die Al Nusra Front einen guten Job gegen Assad, deshalb fällt es schwer, sie nicht [als etwas Positives] anzuerkennen

(Sur le terrain, ils font du bon boulot contre Assad en Syrie donc il est très difficile de les désavouer”)

(Laurent Fabius, französischer Außenminister;  Dezember 2012)

Wessen „gute Arbeit“ lobt hier Monsieur Fabius?

al nusra 2

Die « Al Nusra Front » ist ein Ableger von „Al Kaida im Irak“, (später „ISI“), der speziell für den verdeckten Krieg gegen die Regierung Assad gebildet und von der Papageien-Presse als Teil der „syrischen Opposition“ verkauft wird. Der « gute » Job, den sie in Syrien gemacht haben, lässt sich u.a. durch diese Zahlen verdeutlichen (Stand: August 2015, unter den Opfern auch viele Christen;):

  • 55 Tote und 400 Verletzte in Damaskus,
  • 48 Tote in Aleppo durch eine Autobombe
  • 18 Tote in Qatana (davon 7 Kinder) durch drei Bombenanschläge
  • 100 Tote (darunter ein Priester) in Homs
  • 4 Monate langes Plündern und religiöse Schändungen in Maaloula, wo 12 Nonnen und sieben junge Männer entführt wurden

Die große Lüge ist, dass diese Mörderbande eben nicht in erster Linie „gegen Assad“ kämpft, sondern Zivilisten in Syrien terrorisiert und auf grauenhafte Weise umbringt, wobei auch vor Kindern und alten Leuten nicht Halt gemacht wird.

al nusra moderate killers

Welche Beziehung besteht zwischen den „Terroristen“ in Frankreich, denen in Syrien* und dem französischen Staat? Erst wenn wir diese Fragen beantworten können, wird klar, was hier eigentlich gespielt wird.

*Die „Freie Syrische Armee“ – FSA ist eine Création französischer Geheimdienste bzw. Legionäre und kämpft unter der französisch-syrischen Kolonialflagge. Diese künstlichen „Rebellen“ werden von der CIA, dem Emir von Katar, Saudi Arabien und der Türkei unterstützt. Auch die britische SAS und der Mossad sind mit von der Partie. Sie alle haben nichts mit der legitimen „syrischen Opposition“ zu tun, die in den Schafs-Medien als Grund für das gewaltsame „Eingreifen“ des Westens präsentiert wird.

Die offizielle Version der französischen Regierung lautet so:

cnapd_terrorisme_couvHunderte junge, muslimische Männer aus Europa lassen sich von IS-Propaganda über das Internet und Kontaktleute „rekrutieren“ und gehen dann nach Syrien, um dort zu kämpfen. Dagegen scheint der Staat machtlos zu sein. Einige dieser „radikalisierten“ Franzosen bzw. Belgier kamen aber wieder nach Frankreich zurück, um den Feinden von IS zu zeigen, dass sie überall zuschlagen können: daher die Anschläge von Paris am 13. November.

Um den verstärkten Einsatz militärischer Gewalt in Syrien zu legitimieren, kamen diese Anschläge natürlich „sehr gelegen“ und es gibt – den berechtigten – Verdacht, dass der französische Staat selbst in die Attentate verwickelt war bzw. sie absichtlich nicht verhindert hat.

Welche „Verdachtsmomente“ es hier gibt, soll im Folgenden gezeigt werden:

1 DER EHEMALIGE GEHEIMDIENST-CHEF

Squarcini interview 201115Bernard SQUARCINI, ehemaliger Direktor eines französischen Inland-Geheimdienstes (DST, DCRI) sagte in einem Interview mit der französischen Zeitschrift VALEUR Actuelles (vom 20. November 2015), dass ihm die syrische Regierung 2012 folgendes Angebot gemacht habe:

Wir übergeben Frankreich eine Liste jener Franzosen, die in Syrien auf Seiten der Islamisten kämpfen, Frankreich zieht dafür seine verdeckt operierenden Soldaten ab und die Geheimdienste normalisieren wieder ihre Beziehungen.

Squarcini hatte die Nachricht an den damaligen Innenminister Manuel Valls (seinen Vorgesetzten) weitergeleitet, doch sowohl Außenminister Laurent Fabius, als auch Premierminister Jean-Marc Ayrault waren „aus ideologischen Gründen“ gegen diese Vereinbarung und Valls lehnte also ab.

Das sei sehr schade, sagt der ehemalige DST-Chef, denn damit habe die Regierung (eine Riesenchance vertan und) verhindert, dass die Identifizierung und Überwachung jener Franzosen, die in Syrien kämpfen wesentlich erleichtert wird.

Ergebnis: Wir wissen nichts und haben sehr viel Zeit verloren, indem wir erst die deutschen Geheimdienste befragen müssen, die noch immer dort sind (!), aber auch die jordanischen, russischen, amerikanischen und türkischen Dienste.“

Kommentar: Hier wird deutlich, dass die französische Regierung keinen Vorteil darin sah, die Namen der französischen Djihad-Terroristen zu erfahren (im Rahmen der Prävention von Anschlägen!) Warum wohl nicht? Weil sie diese ohnehin schon kannte …. und ….Was hat der BND eigentlich in Syrien verloren?

(Anmerkung: Squarcini war sowohl gegen den Krieg in Libyen als auch gegen die Aggression in Syrien. Gemeinsam mit anderen Politikern, wie Édouard Lacroix, versuchte er, diese zu verhindern, was aber misslang. Es gelang aber, im Februar 2012 eine Art „Frieden“ zwischen Frankeich und Syrien auszuhandeln. Hollande hat aber die Feindseligkeiten im Sommer wieder aufgenommen und Lacroix wurde bald darauf ermordet. Squarcini zog sich aus dem politischen Leben zurück leitet seitdem einen privaten „Informationsdienst“ )

Auf die Frage: Glauben Sie, dass wir dafür die Konsequenzen tragen werden?     antwortete Squarcini so:

Die Islamisten von Daesh (IS)  haben …ein äußerst bemerkenswertes Attentat verübt. Weil es in einem Stadtteil von Paris passierte, der – wegen der kurz bevorstehenden Klimakonferenz (COP 21) – als extrem abgesichert gilt („ultraprotégée“), …und bei einem Konzert einer amerikanischen Band, die gerade aus Israel zurückkam. … Die Attentate sind passiert. Aber wer weiß, ob die Auftraggeber das wirklich so wollten?

Kommentar: Squarcini wundert sich also, wie die „Terroristen“ in diesem „Hochsicherheitsumfeld“ ihre Anschläge ausüben konnten und warum betont er, dass sie vorher in Israel waren?!

Der Journalist spricht ihn dann darauf an, ob es nicht Probleme zwischen dem DGSI und dem DGSE gab (also innerhalb der französischen Geheimdienste). Squarcini sagt dazu u.a.:

Ich frage mich – Welcher Art war die Arbeit des DGSE innerhalb der syrischen „Linien“, die in Frankreich entstanden sind? [Franzosen, die als Kämpfer nach Syrien gingen]

Man muss die Zusammenarbeit des Inlands- und des Auslandsgeheimdienstes verstärken. Erst vor einigen Monaten haben wir Mohamed Merah identifiziert, der in Belgien lebt. Wir wissen, dass er alle europäischen Kommandos ausgebildet hat und haben den DGSE aufgefordert, ihn zu „neutralisieren“, aber nichts ist passiert. Glücklicherweise ist er letztlich von den Amerikanern „erdrohnt“ worden (also mit einer Drohne getötet), aber viel später.

Kommentar: Squarcini deutet also erneut an, dass der DGSE mit den Djihadisten gemeinsame Sache macht …

Äußerst interessant ist auch seine (schon früher gemachte) Aussage über die Rolle Belgiens in der „Terror-Abwehr“, auf die ihn der Journalist dann noch anspricht:

2 DJIHAD IN BELGIEN

Tatsächlich ist dieses Land die Basis und Rückendeckung für den Terrorismus in Europa. Die Terroristen treffen sich zuerst im Internet (virtuell) und dann wirklich in Belgien, um die Aktion durchzuführen. Wir müssen verstehen, dass der belgische Staat nicht über jene Stabilität verfügt, die wir in Frankreich haben, auch wenn ihre Dienste mit uns gut zusammenarbeiten.“

Gladio CottrellKommentar: Wer sich mit den Hintergründen von „Gladio“ befasst hat, weiß, dass sich in Belgien tatsächlich politische Abgründe auftun, die schauderhaft sind …. (ich erinnere nur an die Affäre Dutrout, deren politischer Kontext bis heute nicht aufgedeckt wurde, mehr unheimliche Informationen dazu liefert Richard Cottrell in seinem Buch – siehe Bild).

Und ausgerechnet in diesem Land sitzen die EU und die NATO (ein „perfektes“ Milieu …)

In Belgien wurde z.B. ein (auf Armageddon und den Messias wartender) „muslimischer Prediger“ wegen Ermutigung zum Djihad angeklagt und in Haft genommen. Sein Rechtsanwalt machte während des Verfahrens geltend, dass tatsächlich Jugendliche dazu animiert werden, in Syrien zu kämpfen, aber nicht von seinem Klienten, sondern vom belgischen Geheimdienst bzw. der belgischen Staatspolizei.

Dieser Anwalt (Sebastien Courtoy, der auch Familien vertritt, deren Söhne nach Syrien gingen) sagte dazu u.a.:

Diese Männer sind ja letztlich dem Aufruf von Monsieur Fabius gefolgt, der den Tod von Assad verlangt hat und dem Aufruf von Guy Verhofstadt, der Waffenlieferungen an die „Rebellen“ befürwortet. Sie kämpfen nicht wegen ihrer Religion …

Er kritisiert den heuchlerischen Diskurs der belgischen und französischen Politiker, die einerseits vor der Bedrohung durch diese islamistischen Kämpfer warnen, aber gleichzeitig junge Männer (emotional) dazu bewegen, nach Syrien zu gehen. Natürlich werden sie auch durch eingeschleuste „Informanten“ manipuliert …(wie in diesem Artikel über die USA beschrieben)

(Für Francophile hier ein französisches Video über die sieben größten Medien-Lügen zum Thema „Terrorismus“ von Michel Collon:

2 RUFMORD: DIE TOTEN PATSIES

empty apartment raid st denisAus einer französischen Zeitung nach dem Großeinsatz der Polizei (der dem angeblichen „Planer“ der Terroranschläge in Paris galt …)

Das Zentrum von Saint-Denis ist erstarrt. Der Polizeieinsatz ist beendet und die Gesichter entspannen sich wieder. Sie können es nicht glauben, dass sie die letzten Stunden neben Terroristen verbracht haben.

Ein junges Mädchen steht auf dem Gehsteig des Boulevard Félix-Faure.… Sie telefoniert mit ihrer Mutter, die im gleichen Haus wohnt, das von dem Einsatzkommando seit Mitternacht belagert wurde.

Die Mutter wurde durch die Schüsse geweckt, sie weinte die ganze Zeit, als sie mir erzählte, was passierte … Sie hat die Wohnung im Erdgeschoß, das „konspirative“ Apartment befindet sich im obersten Stock direkt über ihr.

Aber das ist seltsam, denn meine Mutter sagt, diese Wohnung war leer. Wenn sich die „Terroristen“ doch eingenistet haben, muss das erst vor kurzem passiert sein und keiner der Mieter hat sie je gesehen. Meine Mutter jedenfalls nicht.“

Mais c’est bizarre, d’après ma mère, il était vide, cet appartement. S’ils se sont installés là, c’est récent, et les habitants ne les ont pas vus. En tout cas, pas ma mère…)

????

In einem anderen Artikel dazu heißt es:

In dieser Ladenstraße haben die Wohnungen nur drei bis vier Etagen. Hier leben alle eng zusammen, Menschen die sich kennen, sich ständig begegneten. Es sei unmöglich gewesen, dass sich der mutmaßliche Terrorist hier versteckt habe, ohne dass irgendjemand etwas davon gemerkt hätte, sagen die Anwohner einstimmig. Sie fragen sich, warum die Polizei erst in dieser Nacht gekommen ist. Es sieht so aus, als ob ausgerechnet diese junge Frau, die sich um 4:30 Uhr in die Luft gejagt haben soll, sie hierher geführt hat. 

Wer sind dann diese Leute? [die angeblich dort erschossen wurden] fragen sich die Anwohner. Sie hören in den Medien ständig von Abdelhamid Abaaoud, der – so sagen sie – „wie ein Monster präsentiert wird“ und von dem man behauptet, er habe „in ihrer Mitte“ gelebt. Aber niemand kann sich an ihn erinnern …

Wir sehen also, dass hier etwas nicht stimmt: Zuerst konnten die Anschläge in Paris nicht verhindert werden, (obwohl mehrere „Attentäter“ bereits unter Beobachtung standen und ihre Telefonate überwacht wurden) aber danach tritt die Polizei auf wie in einem Action-Film aus Hollywood: Großfahndung, nächtliche „Anti-Terror-Aktion“, großes Schieß-Spektakel, dann drei Tote. Am nächsten Tag präsentiert der Innenminister voller Stolz die „hervorragende“ Arbeit jener Sicherheitsbehörden, die zuvor völlig versagt hatten.

ARD das LetzteDie offenbar geistig behinderten Redakteure der Tagesschau „berichteten“  (wie alle anderen Presse-Papageien) dazu am 18. November 2015 folgendes:

Frankreichs oberster Staatsanwalt Molins hat noch keine Erkenntnisse darüber, WER beim Polizeieinsatz in Saint-Denis getötet wurde.

Was die ARD aber nicht daran hinderte, diese Schlagzeile zu bringen:

Pariser Polizei stürmt Terroristen-Versteck  (18.11. )

Am 19.11. fragt man sich „Was ist mit Abdelhamid Abaaoud?“

Er gilt als Drahtzieher der Anschläge von Paris – doch ist Abdelhamid Abaaoud überhaupt noch am Leben? Die „Washington Post“ berichtet, der Belgier sei bei der Razzia in Saint-Denis getötet worden. Beweise gibt es auch am Morgen nach dem Großeinsatz noch keine.

Woher die Washington Post dann diese „Information“ hat, fragt sich die ARD nicht, denn auch sie lässt sich mit „Meldungen“ füttern …

Dann wurde verbreitet, die Cousine des „mutmaßlichen“ Attentäters habe sich – in der gestürmten Wohnung –  mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Sie sei eine der drei Leichen, die man in der Wohnung (zerstückelt und verunstaltet) gefunden habe.

Doch auch diese „Meldung“ erweist sich  bald als falsch:

Wie die Pariser Behörden später verlautbarten, war es nun doch keine „Selbstmordattentäterin“, die sich in die Luft gesprengt hatte und deren Pass angeblich nach der Bombenexplosion (bullshit-alarm!!) gefunden wurde.

„Der Selbstmordattentäter war nicht Hasna“ sagte der Pariser Staatsanwalt.

Hasna Aitboulahcen, eigentlich ein 26 Jahre altes, lebensfrohes „Partygirl“, das innerhalb von „sechs Wochen radikalisiert wurde“ (wer glaubt diesen Mist?) starb aber während der „Erstürmung“ des Gebäudes. Wodurch?

Auch hier gibt uns ein Reporter von Le Voix du Nord wichtige Informationen darüber, warum die Story von der Selbstmord-Attentäterin (also einer Frau) geändert wurde: (Link auf dem Bild)

je brule crime Saint DenisHier ein Auszug daraus:

Karim ist der Besitzer einer Wohnung neben dem Apartment, das die Polizei unter Beschuss genommen hat. Er erinnert sich an die höllisch laute Schießerei: „Das war wie im Krieg » sagt er. Zuerst das Geschrei, dann die Erstürmung des Hauses, das ganze dauerte an die drei Stunden.

Was einem wirklich die Haare zu Bergen stehen ließ, war die Stimme dieser Frau, die schrie: Helft mir, ich brenne, helft mir doch! Das hat sie immer wieder gerufen und dann gab es eine Explosion“.

(O-Ton : « .. Le plus glaçant, c’est cette voix de femme, qui criait aidez-moi, je brûle, aidez-moi !… , elle a répété ça, juste ces mots-là, et puis, il y a eu une explosion… »)

Diese Aussage verursacht auch bei mir eine Gänsehaut, denn das kann nur bedeuten, dass die Darstellung in den Medien (vom Selbstmord der Frau durch einen Sprengstoffgürtel) ein Märchen ist. Der Journalist kommentiert das so:

„Die Augenzeugen scheinen zu denken, dass diese junge Frau ihren Sprengstoffgürtel nicht freiwillig aktiviert hat.“

(Les témoins semblent penser que cette jeune femme n’a pas actionné sa ceinture explosive volontairement.)

Woher weiß er denn, dass es überhaupt einen Sprengstoffgürtel gab? Weil es die Behörden einfach behaupten? Die angeblichen Terroristen konnten ja nicht wissen, dass ein Großaufgebot der Polizei mitten in der Nacht vor ihrer Türe stehen würde, wieso war dann der Sprengstoffgürtel einsatzbereit? Lag der einfach auf dem Nachtkästchen? Das ist doch alles absurd …

mind controlAuch hier zeigt die Tagesschau-Redaktion wieder, dass sie jeden Schwachsinn bringt, den man ihr vorsetzt:

„Die französischen Sicherheitskräfte hatten bei einem Großeinsatz in dem Pariser Vorort nach Abaaoud gesucht. Auswertungen überwachter Telefongespräche (!) hatten die Ermittler auf die Spur gebracht. Daraus ergaben sich Hinweise, dass Abaaoud sich in der ausgemachten Wohnung aufhalten könnte.

Salah Abdeslam …sei nicht unter den in Saint-Denis Festgenommenen, sagte Molins, der darüber hinaus betonte, die überwältigte Terrorzelle wäre ohne den Zugriff in der Lage gewesen, zeitnah Anschläge zu begehen“

Gesucht? … sich auf halten könnte ... Überwältigte Terrorzelle?

Frankreichs oberster Staatsanwalt Molins hat noch keine Erkenntnisse darüber, WER beim Polizeieinsatz in Saint-Denis getötet wurde“ …

Was ist hier wirklich passiert?

  • Drei Menschen sterben bei einer nächtlichen Polizeiaktion im Kugelhagel (es wurden mehr als 5000 Patronen verschossen, ein Irrsinn) und es gab eine Explosion (wodurch, wissen wir nicht)
  • Die Wohnung wurde gestürmt, weil es angeblich „Hinweise“ darauf gab, dass sich dort möglicherweise ein Mann aufhält, der „vermutlich“ die Attentate von Paris organisiert hatte (Abbaaoud) und neue Anschläge „hätte planen können
  • Niemand – außer der Anti-Terror-Einheit – weiß, was in der Wohnung wirklich passiert ist. Die ganze Straße wurde vorher abgeriegelt, die anderen Bewohner durften sich nicht rühren und standen ohnehin unter Schock.

Fakt: die Polizei hatte keine Ahnung, wer sich wirklich in der Wohnung aufhielt und überfiel mit einem monströsen Einsatzkommando mitten in der Nacht ein Wohnhaus, nur weil die Möglichkeit bestand, dass sich dort mutmaßliche Terroristen aufhielten.

saint denis assaultDie ganze Aktion war völlig überzogen und die massive Gewalt unverhältnismäßig. (Das Haus sieht aus wie nach einem Krieg, eine Decke ist eingestürzt) Man nutzte die hysterische Stimmung nach den Anschlägen, um den Leuten jedes kritische Denken abzugewöhnen.

Natürlich ist es richtig, dass die Behörden solchen Hinweisen nachgehen, aber warum hat man nicht versucht, die angeblichen bzw. potentiellen Täter lebend zu fassen, damit sie etwas über die Hintermänner aussagen können und durch diese Informationen die Polizei besser ermitteln kann. Man hätte z.B. eine Tränengas-Granate in die Wohnung werfen oder Chemikalien ausbringen können, durch die die „Verdächtigen“ bewusstlos wurden.

WAS IST MIT DER UNSCHULDSVERMUTUNG?

In einem Rechtsstaat wären die so überwältigten Terror-Verdächtigen dann festgenommen, verhört, (bei entsprechenden Beweisen) angeklagt und vor Gericht gestellt worden. All das erspart man sich seit 911.

Stattdessen werden Menschen eiskalt umgebracht, deren Identität den Ermittlungsbehörden nicht einmal bekannt war. Dann wird einfach behauptet, einer davon war ein Terrorist. Der „Mastermind“ der Anschläge von Paris. Woher wissen wir das? Wo sind die Beweise dafür? Wieso laufen diese „Terror-Shows“ immer nach dem gleichen Muster ab?

Die jüngsten Ermittlungen hätten „Elemente ergeben, die uns gestatteten, anzunehmen, dass sich Abbaaoud möglicherweise in diesem konspirativen Apartment befindet“ so der Staatsanwalt Molins wörtlich. Wieso ist das Apartment „konspirativ“, wenn wir gar nicht wissen, wer sich darin befindet? Was zu beweisen ist, wird a priori vorausgesetzt?

Molin erklärt auch, unter den Toten befinde sich eine junge Frau, die sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt hat und ein Mann, der von „Projektilen und Granaten“ getroffen (geradezu durchlöchert) worden sei. Später heißt es aber, nicht eine Frau, sondern ein Mann habe den Bombengürtel aktiviert

AbdelhammidAbdelhammid ABAAOUD, den man posthum zum „mastermind“ der Attentate von Paris erklärt hat, wurde anscheinend so verstümmelt, dass er  durch „Hautpartikel identifiziert“werden musste (?)  Was soll das denn sein, ein DNA-Vergleich?

Innenminister Bernard Cazeneuve erklärte nach dem Tod von Abbaaoud  der 28-jährige sei (als Teil einer Gruppe) in mehrere Attentate in Frankreich verwickelt gewesen und habe eine „ausschlaggebende Rolle“ bei der Rekrutierung von Terroristen und der Organisation der Anschläge gespielt.

Diese „Anschläge“ fanden aber nie statt. „Sechs“ davon wurden angeblich von den französischen Behörden verhindert bzw. vereitelt (seit dem Frühjahr 2015 – Wieso wurde dieser „Erfolg“ dann geheim gehalten?). „Abaaoud war in vier dieser Attentate verwickelt » bestätigte Cazeneuve.

(« Six attentats ont été évités ou déjoués par les services français depuis le printemps 2015, Abaaoud était impliqué dans quatre d’entre eux », a par ailleurs affirmé M. Cazeneuve.)

Das ist eine absurde Behauptung, denn wenn man das wusste, wieso lief dieser dann noch frei herum und konnte am 13. November noch einmal zuschlagen?

MERKE: Es gibt keine Beweise für die Täterschaft von Abaaoud, außer der Behauptung der französischen Behörden, die aber nicht als „unabhängig“ gewertet werden kann, weil der Verdacht besteht, dass der französische Staat selbst in die Terror-Strukturen verwickelt ist.

Man bringt einen Mann um und behauptet danach, er sei für dieses und jenes Verbrechen verantwortlich gewesen. Der „Verdächtige“ wurde also exekutiert und dann – posthum – angeklagt und für schuldig befunden. Ist das die neue 911-Justiz in Europa?

Bien sûr, haben die französischen Behörden darauf eine Antwort parat: Ein französischer Djihadist, den man nach seiner Rückkehr aus Syrien polizeilich befragt habe, bestätigte, dass ihn der „Belgier“ (angeblich Abaaouds nom de guerre) beauftragt habe, eine „Schießerei an einem Veranstaltungsort“ vorzubereiten. Er habe ihm dafür 2000 Dollar gegeben.

Das soll ein Beweis sein? Er nannte nicht einmal den Namen Abaaoud? Vielleicht hat man den Zeugen bestochen oder bedroht, damit er das aussagt? Oder vielleicht gibt es diesen Zeugen gar nicht?

Wieso wird der Name dieses Zeugen geheim gehalten? Und wieso wurde dieser nach seiner Rückkehr aus Syrien verhört, aber Abaaoud nicht? Woher hatten die Täter die Waffen und den Sprengstoff? (Diese hatten sie sicher nicht „im Gepäck“, sondern aus Frankreich oder Belgien …

Salah und Brahim ABDESLAM

Diese beiden Brüder sollen ebenfalls an den Attentaten von Paris beteiligt gewesen sein. Auch sie sind in Molenbeek aufgewachsen, jenem Vorort von Brüssel, aus dem angeblich viele „Djihadisten“ rekrutiert wurden.

Die Ermittler vermuten zudem, dass er dem Attentäterkommando angehörte, das Dutzende Menschen vor Restaurants und Cafés erschoss.“

salah-abdeslamWoher wissen die Behörden überhaupt, dass Salah an den Attentaten beteiligt war? Sie „wissen“ es eben nicht, sondern behaupten es einfach.

Er war angeblich dumm genug, für die Ausführung der drive-by-shooting Anschläge einen Leihwagen – unter seinem echten Namen – zu mieten (!) (Aber auch das ist nur unterstellt, den wenn man einen Pkw abgestellt“ wo auffindet, wieso ist das ein Indiz für eine bestimmte Täterschaft?)

Das ist ebenso unglaubwürdig und arrangiert, wie der „gefundene Ausweis“ bei Charlie Hebdo, der „syrische Pass“, ein „gefundenes Handy“ auf dem die Täter noch schnell eine „jetzt geht’s los“ SMS sendeten, bevor sie zuschlugen … das ist doch alles hirnverbrannter Unsinn, den nur Idioten glauben.

Diese Leute sind clever genug, den französischen Geheimdiensten zu entgehen, verüben also mehrere Anschläge, lassen aber danach immer Indizien zurück, die ihre Täterschaft untermauern – wer soll das glauben?

Es gibt auch Zweifel daran, was in einem der Cafés wirklich passiert ist – Bombe, welche Bombe? (ein Fotograf vor Ort wunderte sich darüber, dass er weder Opfer noch Blut dort sah und rund um das Café Stühle so aufgestellt waren, dass man nicht hineinsehen konnte…

Zuerst werden Männer in Frankreich unter seltsamen Umständen erschossen, (oder „verschwinden“ ins Ausland) dann werden sie uns posthum als Täter/Terroristen präsentiert und zum Schluss heißt es dann auch noch, sie seien alle zu irgendeinem Zeitpunkt mit Abaaoud in Verbindung gestanden bzw. hätten sich (z.B. im Gefängnis) getroffen. Wären die Männer nicht tot, müsste der Staat diese Behauptungen vor Gericht beweisen und die Männer könnten ihre Version der Ereignisse vorbringen, sich also verteidigen. Das alles hat man aber verhindert …. Warum wohl?

Salah soll mit einem Djihadisten verbunden gewesen sein, der später in Terroristenkreisen als „Schlächter von Raqqa“ bekannt wurde. Sagt wer? Beide Männer seien 2013 für vier Wochen wegen eines Raubüberfalls in Untersuchungshaft gewesen. (Auch dieses „Muster“ kennen wir aus den FBI-Methoden: zukünftige „islamistische Terroristen“ lernen sich im Gefängnis kennen, wobei die Assoziation der Männer auch arrangiert sein könnte …(guilt by association)

Mohammed MERAH

Die amerikanische Presseorganisation McClatchy berichtete, dass sowohl die Brüder Kouachi (angebliche Charlie Hebdo-Attentäter) als auch Mohammed Mehra von „Al Kaida“ rekrutiert wurden und dass David DRUGEON  für den französischen Geheimdienst in Syrien in diesem Kontext aktiv war: als „Mitglied“ von Al Kaida.

david drugeonAuch bei Drugeon finden wir das gleiche Muster: Ein  toter Mann, der nichts mehr sagen kann, wird posthum als Planer verschiedener Terroranschläge dargestellt (Anschläge von Toulouse 2012), wobei der ausführende „Terrorist“ (Merah) – nach spektakulärem „Duell“ mit der Polizei ebenfalls getötet wird.

Dass Drugeon zu Al Kaida „übergelaufen“ ist, ist unwahrscheinlich; viel wahrscheinlicher ist, dass der französische Geheimdienst nicht versucht, Djihadisten zu stoppen sondern sie dazu animiert, welche zu werden … (wie das FBI in den USA)

Natürlich hat die französische Regierung das heftig bestritten und der „verdächtige“ Doppelagent konnte – leider -nichts zur Aufklärung der Angelegenheit beitragen, weil er am 6. November 2014 von einer amerikanischen Drohne in Syrien getötet wurde.

3 LE LOI C’EST MOI

„In Frankreich, bringen wir nicht Menschen vor Gericht für ihre Absichten oder für salafistische Ideen. Man kann Menschen nur für Fakten verhaften“.                                             (Claude Guéant, ehemaliger Innenminister Frankreichs)

Das stimmt leider nicht mehr. Wie wir ja schon am Verhalten der amerikanischen Behörden gesehen haben (siehe: Die Terror-Illusion), hat die Panik-Mache nach 911 dazu geführt, dass jetzt auch die „potentielle“ Gefahr, die angeblich von einer Person ausgeht, also die „bösen Absichten“, die sie haben könnte, genügen, ihn oder sie „präventiv“ anzuklagen. (Die Empörung in Frankreich, über das „Versagen“ der Behörden bei der Verhinderung der Anschläge, wird natürlich dazu benutzt, neue Gesetze zu schaffen, die den Strafverfolgungsbehörden immer größere Befugnisse einräumen.

So wurde am 12. 12. 2012 in der französischen Nationalversammlung beschlossen, dass ab sofort auch Personen in Frankreich verurteilt werden können, die im Ausland eine Straftat (im Rahmen der Unterstützung von „Terror“) begangen haben sollen.

Im Juni 2015 wurde ein Gesetz verabschiedet, das schon seit einem Jahr in der Schublade lag, aber erst nach „Charlie Hebdo“ durchgesetzt werden konnte.

big brother 2015Damit wird die Internet-Gestapo, die Edward Snowdon bezüglich der NSA aufdeckte, auch in Frankreich salonfähig. Jetzt ist es legal, “black boxes” bei Internet-Providern zu installieren, in denen die Metadaten der Benutzer in Echtzeit gespeichert werden.

Auch das „Verwanzen“ von Wohnungen und andere Abhörsysteme, das Anbringen von Peilsendern, versteckten Kameras und Spionage-Software und das Sperren von Internet-Seiten ist erlaubt. Diese Maßnahmen betreffen französische Staatsbürger und verletzen somit deren Grundrechte massiv. Die Begründung, man könne damit „potentielle“ Terror-Gefahren abwehren, ist mehr als fadenscheinig, denn wir haben ja gesehen, dass trotz dieser „Big Brother“ Überwachung immer wieder Anschläge passieren (was uns ja auch nicht überrascht).

Der Staat erweitert seine Befugnisse und betrachtet die eigenen Bürger immer mehr als „Bedrohung“ (der Macht): Proteste gegen die neoliberale Umverteilungs-Politik“, TTIP, Milliarden für die Zombie-Banken, Kriege im Ausland, usw. all das könnte bald ein Grund sein, dieses Überwachungssystem zu missbrauchen.

Wird man uns dann auch erschießen und später behaupten, wir seien eine „Bedrohung“ gewesen?

—– —– —–

Nato-are-nazisWas es noch über Charlie Hebdo – Unangenehmes – zu berichten gibt, (und was das mit Neo-Nazis und Gladio zu tun hat) folgt im nächsten Teil … hier ein Vorgeschmack:

„..  Mit dieser Berufung auf „secrèt défense » wird demonstriert, dass die strategischen Interessen des Staates es erfordern, dass das Netzwerk, welches die Attentate vom 7. Jänner arrangiert hat, im Dunkeln bleibt.

…. Demnach besteht dieses Netzwerk aus staatlichen Kräften und den Rechtsextremen, im Dienst der Politik, sowohl in Syrien als auch in Frankreich.

 

 

 

 

 

 

 

UNTER WÖLFEN: GLADIO, CIA, IS und die TÜRKEI

grey wolves propagandaGestern wurde in den Nachrichten von RT eine äußerst wichtige Information veröffentlicht:

Nach dem Abschuss des russischen Kampfflugzeugs über Syrien tauchte ein Video auf, in dem angeblich „turkmenische“ Guerilla-Kämpfer in Nord-Syrien sich damit brüsten, einen der beiden russischen Piloten – während er sich mit dem Fallschirm retten wollte – getötet zu haben.

Der in den Medien dazu suggerierte Kontext ist, dass diese Männer Teil dersyrischen, gemäßigten Rebellen“ sind, die gegen den bösen Assad kämpfen und jetzt von den bösen Russen mit Bomben bedroht werden. In diesem Sinne kann man doch verstehen, wenn diese auf russische Kampf-Piloten nicht gut zu sprechen sind (es wird quasi Selbstverteidigung unterstellt).

Doch das Lügengebäude der „syrischen Rebellen“ bricht nun endgültig zusammen. Warum?

Celik now in SyriaWeil der Anführer der „turkmenischen Kämpfer in Syrien“ in Wahrheit aus der Türkei kommt und Alparsian CELIK heisst. Er wird von türkischen Medien als Sohn eines ehemaligen, „rechten“ Bürgermeisters identifiziert, der schon 2014 im Irak kämpfte.

Der Mann ist also kein Syrer und hat somit mit der  legitimen „syrischen Opposition“ rein gar nichts zu tun, war aber „zufällig“ zur Stelle, als die russischen Piloten nach dem Angriff der Türkei den Schleudersitz betätigten.

Celik Grey WolvesDas ist aber noch nicht alles. Der „Hammer“ ist, dass dieser Celik Mitglied der „Grauen Wölfe“ ist, einer para-militärischen – auch terroristisch einsetzbaren – Kampftruppe, die vom türkischen „deep state“ (der eng mit der CIA liiert ist) in den 1960er Jahren geschaffen wurde.  (Auf dem Bild oben mit dem „Wolfsgruß“)

BBC doc 1992Diese wiederum ist Teil des türkischen, geheimen „Gladio“-Netzwerkes, das die CIA/NATO schon nach 1945 in Europa aufgebaut hat. Also paramilitärische, neo-faschistische Strukturen die eng mit dem „Sicherheitsapparat“ des jeweiligen Landes verbunden sind.

Daniele GANSER, der ja „Gladio-Experte ist, schrieb dazu 2005 (Originaltext Englisch) u.a.:

„… Schon mehrere Jahre vor dem NATO-Beitritt (1952) wurde eine „Geheimarmee“ mit dem Codenamen „counter-guerilla“ in der Türkei gegründet, die während des ganzen kalten Krieges aktiv war und die geheimsten Missionen des türkischen Militärs ausführte. Nach den Enthüllungen über „Gladio“ in Italien, bestätigte General Kemal Yilmaz, Kommandeur der militärischen „Spezialeinheiten“ am 3. Dezember 1990 offiziell seine Existenz. Ihre Aufgabe sei, den „Widerstand zu organisieren, für den Fall einer kommunistischen Besatzung“.

Der ehemalige türkische Premierminister Ecevit sagte in einem Interview, er habe erst 1974 von diesen Strukturen erfahren und der Oberkommandeur der türkischen Armee habe ihm mitgeteilt, dass die USA diese Einheiten schon unmittelbar nach Kriegsende (1945) finanziert hatten. „Es handelt sich dabei um freiwillige Patrioten, deren Namen geheim gehalten werden und die sich lebenslang (!) in dieser Spezialabteilung engagieren“ so Ecevit wörtlich. Er fügte hinzu: „Sie haben Waffenverstecke in verschiedenen Teilen des Landes.“

Als er andeutete, dass diese „Abwehreinheiten“ auch in Terroranschläge auf türkischem Boden verwickelt sein könnten, reagierte der Verteidigungsminister Giray (wütend) darauf mit den Worten:

Ecevit sollte besser seinen Mund halten …!“

(Ganser:  Terrorism in Western Europe – An Approach to NATO’s Secret Stay behind armies)

Taksim massacreDoch dieser ließ sich nicht einschüchtern und verkündete, dass er den begründeten Verdacht habe, die CG-Einheiten seien in das Massaker am Taksim Platz in Istanbul (1977) verwickelt gewesen. Während dieser massiven Protestkundgebung der Gewerkschaften am 1. Mai wurden 36 Menschen getötet (zum Teil absichtlich mit gepanzerten Fahrzeugen überrollt) und hunderte verletzt. Das Massaker dauerte 20 Minuten, doch obwohl hunderte Polizisten vor Ort waren, haben sie nichts unternommen (so Ecevit).

(Erinnert das nicht an das Massaker im Gewerkschaftshaus in  Odessa?...(siehe Ukraine-Beiträge)

Als Ecevit den damaligen Präsident der Türkei am Telefon erreichte und ihm seinen Verdacht über die Täter mitteilte, gab dieser die Botschaft an den neuen Premierminister Süleyman Demirel weiter. Doch dieser vermochte gegen die Militär-Mafia anscheinend nichts auszurichten … (warum nicht, wird weiter unten klar ….)

Talat Turhan, ehemaliger General im türkischen Militär sagte, diese „Abwehr-Einheit“ habe auch Folter praktiziert. (so Ganser) Woher er das wusste? Er selbst wurde von diesen Leuten gefoltert, aber sie ließen ihn am Leben. Nach den „Gladio“-Enthüllungen in Italien (1990) wurde er von Journalisten kontaktiert, um über seine Erfahrungen zu berichten.

Turhan beklagt bis heute, dass diese geheimen – mörderischen – Strukturen nie in einem offiziellen Verfahren untersucht wurden, weder in der Türkei, noch im Rahmen der EU.

ÜLKÜCÜLER: WÖLFE AN DER LEINE

„Ein Idealist ist in der Regel kein Mann des Denkens, sondern immer ein Mann der Tat […] Alle Denkweisen, Handlungen und Meinungen, die von Handlungs- und Denkweise der Idealisten abweichen, sind ungültig

(Beschreibung der „idealistischen“ Wölfe …)

Grey wolves logoDie “Grauen Wölfe” werden von RT als „nationalistische Organisation“ bezeichnet, doch das ist eine sprachliche Verharmlosung. Die „Wölfe“ (gegründet von Alparslan Türkes in den 1960er Jahren) waren ursprünglich ein Ableger der „extrem-rechten“ MHP (die „nationalistische Bewegung“), der speziell Jugendliche anlockte und sie (nach dem Vorbild des Dritten Reiches indoktrinierte und) zu neo-faschistischen, paramilitärischen Werkzeugen (sprich: Mördern auf Abruf) machte. Ähnliche Strukturen wurden ja auch in anderen NATO-Ländern nach 1945 aufgebaut.

Sie spielten eine zentrale und perfide Rolle während der Gewaltausbrüche in der Türkei zwischen 1976 und 1980. Nach Angaben der Behörden sind für die Ermordung von hunderten Menschen verantwortlich, die wegen ihrer Zugehörigkeit zu „linken“ Gruppierungen bzw. ihrer oppositionellen, pro-demokratischen Aktivitäten getötet wurden. Zu ihren Opfern gehörten natürlich auch zahlreiche Kurden und andere Minderheiten.

Zu den schlimmsten Anschlägen gehören das bereits erwähnte Massaker auf dem Taksim-Platz (1977) und das Maras Massaker, bei dem ein Pogrom gegen die Alawiten zum Tod von über hundert Menschen führte. (1978).

pope john paul II with patsyWeniger bekannt ist die Verwicklung der „Wölfe“ in das Attentat auf Papst Johannes-Paul II (1981) durch Mehmet Ali Ağca. (der natürlich nur ein „patsy“ war…, was der „Heilige Vater“ auch wusste und ihm deshalb „vergab“ …)

Während die „Wölfe“ bis in die 1980er Jahre als perfides „Werkzeug“ (der Subversion und des Terrors) gegen linke Parteien, NATO-Gegner und andere anti-kapitalistische Gruppen eingesetzt wurde, setzte Anfang der 1990er Jahre ein bedeutsamer „shift“ der verdeckten Strategie ein, wie Sibel Edmonds ja treffend (als „Gladio B“) skizziert hat.

DER NEUE „GLADIATOR“ LIEST IM KORAN UND TRÄGT SCHWARZ

Die alten (von den USA beschützten) Nazis und die neuen, die sie „ausbildeten“ waren nach effektiver Indoktrination und „patriotischer“ Gehirnwäsche wunderbar geeignet, alles „Linke“ als Feindbild anzusehen und sogar mit Mord und Terroranschlägen dagegen vorzugehen. Damit verhinderte die CIA 45 Jahre lang einen politischen „Linksruck“ in Ländern wie Italien, Frankreich, Belgien, Griechenland, der Türkei, usw. und Deutschlands politische Landschaft wurde natürlich auch kräftig manipuliert (RAF, Ermordung von Herrhausen, Studentenrevolten, Proteste gegen NATO, etc.)

management of savagery

Doch mit dem Ende der Sowjetunion war das grotesk aufgeblasene Feindbild des Kommunismus abhandengekommen und man braucht ein neues , eine „Spezialkonstruktion“ …

  • Erstens, um die wahnsinnigen Rüstungsausgaben in den USA zu rechtfertigen (und noch zu erhöhen), damit der „militärisch-industrielle-Geheimdienst-Wall-Street-Komplex“ seine Profite und seine Macht nicht schrumpfen sieht, sondern ausdehnt.
  • Zweitens, weil die von Washington und Tel Aviv geplante, brutale „Neuordnung des Nahen Ostens“ (eng verbunden mit der Kontrolle von Erdöl und Erdgas und dem Zionismus) Länder betraf, in denen man mit Neo-Nazis nicht viel ausrichten konnte: arabische bzw. muslimische Länder.
  • Also mussten mobile „islamistische“ Schocktruppen generiert werden, die in diesen Ländern einsetzbar waren (wozu natürlich auch die ehemaligen Sowjet-Republiken zählten wie Azerbaidschan, Usbekistan, Georgien, Tschetschenien, usw.) und auch die schon von Mackinder (und später Brzezinsky) identifizierten, strategisch wichtigen Gebiete „Eurasiens“ wie Afghanistan, Pakistan, Iran, Türkei und natürlich „the big prize“: Russland

al-qaeda1Die Erschaffung der „Gotteskrieger“ (damals „Mudjahedin“, heute „Al Kaida“ bzw. IS) in Afghanistan – schon unter Carter – (als Kampf-Werkzeug gegen die pro-sowjetische Regierung in Kabul und letztlich die Sowjetunion selbst) durch die CIA ist ja mittlerweile ausreichend dokumentiert (maßgeblich unterstützt von den Geheimdiensten Saudi Arabiens und Pakistans).

Weniger bekannt ist, dass auch das kriminelle Operationsgebiet der „Wölfe“ in den frühen 1990er Jahren weit über die Türkei hinausging. Die Invasion und Teilung von Zypern war auch das Werk der CIA und dem von ihr kreierten “deep state” in der Türkei. Hier wurde die MHP Kampftruppen zum ersten Mal im Ausland getestet.

Tausende von ihnen kämpften in Aserbaidschan und in den beiden tschetschenischen Kriegen. (Auch damals wurde die von außen geschürte Gewalt als „,als demokratischer Aufstand“ präsentiert, wie später in Syrien )

Putin hat natürlich begriffen, was hier gespielt wird und diesen subversiven und synthetischen Terror mit aller Härte niedergeschlagen, wofür er ja noch heute von unserer Autisten-Presse beschimpft wird.

Die „Wölfe“ wurden mittlerweile in einigen Ländern Zentralasiens als „Terroristische Organisation“ eingestuft.

In der Türkei wurden sie natürlich hauptsächlich gegen die Widerstandsbewegung der Kurden eingesetzt (ihre Terroranschläge wurden der PKK in die Schuhe geschoben).

Die Neo-faschistischen-“Wölfe” haben Netzwerke in mehreren europäischen Ländern aufgebaut, in denen türkische Minderheiten leben: Belgien, die Niederlande und natürlich in Deutschland. Die deutsch-türkischen Mitglieder werden auf mindestens 10.000 geschätzt und wegen ihrer extremistischen Gesinnung von den Geheimdiensten „kontrolliert“ (das kann man ja verschieden interpretieren …)

WIE DIE TÜRKEI (VON DER CIA) NACH „RECHTS“ GERÜCKT WURDE

turkeys killing machine STK

 Serdar Celik beschrieb in einem Artikel, der 1994 erschien, etwas genauer, wie diese Strukturen in der Türkei aufgebaut wurden (die natürlich auf „Erfahrungen“ in Korea und Vietnam beruhen, wo ja auch „Guerillas“ nach „Bedarf“ angefertigt wurden).

„Gladio“ hieß in der Türkei „SEFERBERLIK  TAKTIK  KURULU“ (STK) oder die „taktische Mobilisierungsgruppe“, deren Aktivitäten natürlich von der CIA gesteuert wurden. Diese operierte unter dem Deckmantel einer „Amerikanischen Hilfsorganisation“, JUSMATT in Ankara. 1959 wurde in einem militärischen Abkommen zwischen der USA und der Türkei (vorgeblich im Kampf gegen die Sowjetunion) der Einsatz von geheimen, paramilitärischen Banden beschlossen und zwar auch „im Fall einer internen Rebellion gegen die Regierung“. 1965 wurde die STK in OHD umbenannt (Abteilung für spezielle Kriegsführung) und direkt dem Generalstabschef unterstellt.

Als durch die „Gladio“-Affäre in Italien bekannt wurde, dass solche subversiven, kriminellen Strukturen (in Symbiose mit den Geheimdiensten und den „Sicherheitsbehörden“ bis zum Innenminister) auch in anderen Ländern existierten, stritt die Türkei zunächst ab, dass es solche Terror-Strukturen auch dort gab.

Es war ausgerechnet CIA-Direktor Bill Colby, der später enthüllte, dass „so eine Organisation“ auch in der Türkei vorhanden ist und im Dezember 1990, bestätigten zwei ranghohe Offiziere dies gegenüber der Presse. OZEL HARP DAIRESI (OHD) sei ihr Name und sie sei 1974 in Zypern und 1980 gegen die PKK eingesetzt worden. (Das ganze Ausmaß des organisierten Verbrechens wurde natürlich nicht offenbart ….)

Die Frage „Wozu wurden diese “speziellen Einheiten” geschaffen? wurde ja offiziell immer damit beantwortet, dass man damit eine „kommunistische Übernahme oder Besatzung“ verhindern bzw. sabotieren wollte. Das sollte eine gewaltsame Invasion oder heimtückische Subversion suggerieren, doch in Wahrheit sollte jede – von großen Teilen der Bevölkerung unterstützte – „linke“ Bewegung an einer Regierungsbeteiligung gehindert werden, damit die von Washington verlangte Eingliederung der europäischen Länder in ein amerikanisch-dominiertes Wirtschafts- und Finanzsystem nicht be- oder gar verhindert wurde.

Wir führten Krieg gegen die Armen, die Arbeiter, die Bauern …(so nannte es der Ex-CIA case officer John Stockwell, als er erkannte, was der „Kalte Krieg“ wirklich war)

(Die Griechen und Italiener können ja auch ein Lied davon singen, wie ihre Länder von der CIA in Serie-vergewaltigt wurden… Frankreich entging dieser Tortur dank de Gaulle …der über 40 Mord-Komplotte überlebte und dann die NATO rauswarf …)

Worin wurden die „Geheimarmeen“ denn nun wirklich unterrichtet? (ich finde diesen Begriff, den Ganser verwendet, sehr verharmlosend und irreführend):

Mordanschläge, Bombenattentate, bewaffneter Raubüberfall, Folter, Entführung, Drohung, Provokation, Geiselnahme, Brandstiftung, Sabotage, Propaganda, Desinformation, Erpressung …

(kurz gesagt: amerikanische „Werte“ ….)

Und wer konnte als Lehrer (und Praktiker) solcher „Fertigkeiten“ dank langjähriger Erfahrung auftreten?

statliberty-with-gunNatürlich das US-Militär mit seinen „special forces“ (gebildet nach dem Vorbild der Waffen-SS) und die CIA, deren militärische „Handbücher“ dafür verwendet wurden, Folterknechte und eiskalte Mörder zu „trainieren“ (von Südostasien bis nach Europa, von Europa nach Lateinamerika, usw.) z.B. US Army Field Manual 31/16; 31/20; 31/21 (Terror in Städten) und FM 31/21 A (geheime Operationen).

Seit Mitte der 1980er Jahre wurden diese Methoden noch verfeinert und speziell gegen die Kurden (PKK) gerichtet. Offiziell heißen diese kriminellen Machenschaften „Counter-Terorism“.

Laut Celik gibt es für diese Terror-Ausbildung mehrere Schulen in der Türkei und seit 1974 auch auf Zypern. In einer davon hätten die „green berets“ (die Delta Force – „Männer fürs Grobe“) ihr Training für Vietnam erhalten.

NATO and Turkey

 Jetzt verstehen wir auch, warum die Türkei so ein „wichtiger Partner“ der USA/ NATO ist ….

Diesen STK / OHD-Banden wurden laut Celik neben nationalistischen Parolen „ein fanatischer Hass* auf die „Bedrohung durch den Kommunismus“ in die Köpfe gepflanzt, der dann gegen jeden aktiviert wurde, der sich dem (pro-amerikanischen) Regime entgegenstellte.

 (*NB: der ab 1990 für den neuen „Gladio“ „islamistisch“ gefärbt war: der verordnete Hass auf alle, die nicht dem verlogenen Wahabismus folgen oder Staat und Religion völlig trennen, wie Saddam und Präsident Assad)

MERKE:

Dass es in den 1960er und 70er Jahren zahlreiche „Militärputsche“ auf der Welt gab, ist kein Zufall. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meine Minie-Serie“ über die CIA, die zeigt, wie die „militärischen Assistenzprogramme“ (MAP) der USA für subversive Zwecke missbraucht werden – seit 60 Jahren (Es werden auch Polizisten „trainiert“ nicht nur Soldaten)

Auch die wahren Ziele der “Ausbildung” ausländischer Offiziere in amerikanischen Militärakademien sind leicht zu erkennen:

Das Ziel der militärischen „Kooperation“ (military aid), ist (zitiert von Celik):

„Soldaten aus Entwicklungsländern [zu denen damals auch Griechenland und die Türkei zählten] in Übereinstimmung mit der US Ideologie zu trainieren und sie dann in der Führungsebene ihrer Heimatländer zu installieren.“

Celik betont, dass aber in den Augen dieser (faschistischen) „Gladio“-Kader nicht nur die Kommunisten, sondern jede demokratische Bewegung (die die Machtverhältnisse ändern will) als Bedrohung angesehen wird. Die amerikanische Militärdoktrin (maßgeblich beeinflusst von der CIA, wie Fletcher Prouty gezeigt hat), lässt deshalb keinen Zweifel daran, dass militärische Gewalt auch im Inland eingesetzt werden darf (und muss):

„..our security is threatened not only by open attacks, but also by other types of threats which are even more dangerous than open attacks but which do not look like open attacks. THESE DANGERS CONSIST OF THE ATTAMPTS TO BRING ABOUT TRANSFORMATIONS AND CHANGES FROM THE INSIDE.“

grey wolves 1Dafür lernen die „Rekruten“ auch wie man jemand „ geräuschlos umbringt“, (erdrosselt oder erdolcht), wie man mit Sprengstoff Terroranschläge begeht und andere Fähigkeiten, die „God’s own country“ seine Rolle als „Führer der freien Welt“ ermöglichen …

VON NÜTZLICHEN NAZIS ÜBER GLADIO ZU IS

Es muss uns klar sein, dass „Al Kaida & Co.“ und seit 2014 der „IS“ nur die neuesten Varianten dieser teuflischen Machenschaften sind, die die CIA (gemeinsam mit „Gleichgesinnten“ aus anderen Ländern) seit Jahrzehnten praktiziert. Hier werden „Extremisten“ als einsetzbare Waffen produziert, die man dann (bei Bedarf) als Vorwand für einen Krieg nehmen kann …

Dazu Celik:

Der MIT (mächtigster Geheimdienst in der Türkei) ist ein Ableger der CIA und kollaboriert mit dem israelischen Mossad, dem deutschen BND und (bis 1975) auch mit dem gefürchteten SAVAK (iranischer Geheimdienst unter Shah Reza Pahlewi).“

Die Geheimdienste bedienen sich aber nicht nur dieser indoktrinierten, jungen Männer (die zu gefährlichen, steuerbaren Verbrechern ausgebildet werden), sondern benutzen natürlich auch die Medien, die Universitäten und andere Teile der Zivilgesellschaft, um die Masse zu manipulieren. So erstaunt es nicht, wenn die Abteilung für psychologische Kriegsführung (im Rahmen von „Gladio“) in der Türkei „Ministerium für Soziale Beziehungen“ heißt.

Auch viele „Institute“, die scheinbar wissenschaftlicher Forschung nachgehen, sind nur Tarnung für diese perfide Unterwanderung einer angeblich „freien“ Gesellschaft (z.B. „Turkish World Research Institute“). In der Türkei wurden diese Strukturen hauptsächlich zur Diffamierung und Dämonisierung der PKK benutzt.

Aber die Gladio-Abteilung „Special Warfare“ hat natürlich auch die politischen (Mitte-Rechts) Parteien unter „Aufsicht“ und sorgt dafür, dass sie nicht aus der Reihe tanzen. Der amerikanische Einfluss in der Türkei ist beachtlich:

Selbst der türkische Präsident wird nicht ohne Zustimmung der CIA „gewählt“.

So erhielt Präsident Suleyman Demirel nach dem Krieg (1945) ein amerikanisches „Stipendium“ der Eisenhower –Stiftung, die – what else – ebenfalls von der CIA kontrolliert wird. Nach seinem „Besuch“ in Washington 1963 ging er zur AP und wurde 1965 Premierminister, ein Amt, das er insgesamt sieben Mal bekleidete. Von 1992-2000 war er Präsident der Türkei.

ÜBER DIE MHP

A TürkesDer Gründer der MHP (Milliyetçi Hareket Partisi,) und der „Grauen Wölfe“ war der faschistische Offizier Alparslan TÜRKEŞ. Sein ältester Sohn ist seit Anfang dieses Jahres stellvertretender Premierminister der Türkei.

  • Vater Türkes war der Anführer von 37 türkischen Offizieren, die am 27. Mai 1960 durch einen Militärputsch die demokratisch gewählte Regierung (der Demokratischen Partei) stürzten. Er war einer von 16 „auserwählten“, die schon 1948 in den USA für solche Eventualitäten „trainiert“ und Teil der europäischen „Gladio“-Strukturen wurden.
  • Der Premierminister, der Außenminister und der Finanzminister wurden 1961 „zum Tode verurteilt“ (als ermordet). Der Innenminister beging „Selbstmord“.
  • In den 1970er Jahren wurde die „Strategie der Spannung“ (absichtliche Gewalteskalation durch den „deep state“) praktiziert: also politische Subversion, Infiltration von oppositionellen Gruppen und Terroranschläge, die man den „Linken“ in die Schuhe schiebt
  • Allein im Jahr 1978 gab es über 3.000 Anschläge, in denen 831 Menschen getötet und 3.120 verwundet wurden.

·       Hohe Arbeitslosigkeit und soziale Spannungen wurden (neben den Intrigen der CIA) zum Nährboden für extremistische Gruppen auf beiden Seiten. Am 12. März 1971 fand ein „stiller“ Coup statt: Der Generalstab übergab dem Premierminister ein schriftliches „Memorandum“, das effektiv ein Ultimatum darstellte. Tu, was wir Dir sagen, oder sonst …. Der Premierminister trat drei Stunden später zurück. Noch am gleichen Tag wurde ein Verfahren gegen die Arbeiterpartei eingeleitet. Das „Kapital“ hatte wieder die Oberhand ….

·       Der dritte Militärputsch fand am 12. September 1980 statt (danach gab es plötzlich keine Anschläge mehr …), womit die Illusion gefestigt wurde, das Militär sei nötig, um für „Ordnung und Sicherheit“ zu sorgen. Dazu wurden dutzende Menschen ermordet, 500.000 verhaftet und hunderte starben (unter Folter) im Gefängnis.

·       Drei Jahre lang regierte auf diese Weise der diktatorische „Nationale Sicherheitsrat“ der faschistischen Offiziere: Kriegsrecht, Abschaffung des Parlaments und der Regierung, „Aussetzung“ der Verfassung, Verbot aller politischen Parteien und Gewerkschaften (das war die Chance für Fetullah Güllen … siehe das Video unten)

·       Wirtschaftlich ging es bergauf, nachdem man die Politik und die Kredite des IWF, (und somit der USA) übernommen hatte …

Dass Mitglieder der “Aufzieh-Armee” der MHP jetzt also in Syrien aktiv ist, kann nicht wirklich überraschen, denn die Gladio-Strukturen wurden nicht „aufgelöst“, sondern nur an die neuen Verhältnisse angepasst: die mobile Eingreif- und Terrorgruppe mordet jetzt mit (künstlichem) religiösem Pathos bzw. man lässt die Muslime sich gegenseitig umbringen ….

Als man die Parteizentrale der MHP 1980 durchsuchte, wurden dort eindeutige Dokumente über den Einsatz der Terror-Gruppen und der Organisation in „Zellen“ gefunden. Der italienische Untersuchungsrichter Felice Casson (ohne den „Gladio“ nicht aufgedeckt worden wäre) bestätigte später, dass diese Strukturen genau mit denen von „Gladio“ übereinstimmten.

Die „Wölfe“ und andere MHP-Mörderbanden wurden natürlich nicht zum Schutz des Staates, sondern gegen jeden eingesetzt, den man als politischen „Störfaktor“ loswerden wollte. So wurden tausende Studenten, Lehrer, Akademiker, Journalisten, Gewerkschafts- und Arbeiterführer ermordet und natürlich machte man auch vor Politikern und nicht einmal dem Papst halt. (Siehe dazu das Buch von Richard Cottrell)

Die MHP hat auch in anderen europäischen Ländern ein Netzwerk aufgebaut, vor allem in Deutschland, wo ihr „enge Verbindungen“ zum BND nachgesagt werden (wie auch zum Drogenhandel ….)

Der „Susurluk“ –Skandal (November 1996) ließ für kurze Zeit den ganzen, stinkenden politischen Sumpf der Türkei an die Oberfläche kommen: die engen Verbindungen zwischen Regierung, Militär, Geheimdiensten und dem organisierten Verbrechen (eine Kategorie, nicht drei …).

  • Wenn ein Polizeichef, ein Parlamentsmitglied und ein gesuchter Auftragskiller in einem Auto fahren, muss auch der Dümmste merken, dass es hier kein „schwarz“ und „weiß“ mehr gibt, sondern nur mehr grau …
  • Wenn jene Politiker, die eine politische Lösung des Kurdenproblems befürworten, plötzlich „sterben“ und dann neuer „Terror“ aufflammt …
  • Wenn aufgedeckt wird, dass Teile von Militär, Geheimdienst, Polizei und die Regierung vom Drogenhandel profitieren und ihn deshalb nach Kräften fördern … (wie auch die CIA seit Jahrzehnten)

wird die Präsentation der Türkei in den Medien als „demokratischer Staat“ zu einer schwarzen Real-Satire.

Fazit: die Rolle Erdogans als „Pate“ für den IS, Al Nusra etc. fügt sich angesichts dieser Geschichte nahtlos in das Muster ein ….

P.S.

 („ …wer viel Geld macht, ist Allah wohlgefällig ..“ das hört man gern bei der CIA und ihren Sponsoren aus der Wirtschaft… )

 

 

 

DIE TERROR-ILLUSION oder (Terror on demand)

Am Donnerstag war wieder autistisches Polit-Cabaret der besonderen Art im ZDF zu sehen: Maybrit Ilner stellte (angesichts der Attentate von Paris) wieder einmal die naive Frage: Tun wir genug gegen den Terrorismus?

accept war goeringDie viel wichtigere Frage ist aber: Woher kommt der „islamistische Terror“? Wer hat ihn ermöglicht, finanziert und zu welchem politischen Zweck? Und ist er überhaupt echt? (Der Quatsch, es handle sich dabei um spontan entstandene Horden „fanatischer Islamisten“, die den Westen hassen und mit skrupelloser Gewalt ein weltweites Kalifat errichten wollen, glaubt ja nur ein Idiot)

cover-RoundedUpDer „War on Terror“ ist die größte, politische Scharade, die man der Welt seit Anfang der 1990er Jahre präsentiert hat. Eine psychologische Meisterleistung und eine gefährliche Illusion, die so fest in die Köpfe des Publikums eingepflanzt wurde, dass man sie schwer wieder zerstören kann.

(Wie man mit Stigma-Wörtern wie „Verschwörungstheorie“ versucht, die Entlarvung zu verhindern, habe ich ja schon erläutert – siehe Wiki at War …)

Doch es gibt genügend Beweise dafür, dass alles (wie die Terroranschläge in den 1970er und 80er Jahren in Europa) eine perfide Inszenierung ist, man muss nur danach suchen. Einige davon werden hier beschrieben: (Auf den Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gehe ich später noch ein)

DER  KONSTRUIERTE „TERROR“

HRW Terror Illusion DeutschIm Juli 2014 veröffentlichte Human Rights Watch einen alarmierenden Bericht, der zeigt, wie sehr die zivilen Rechte und die Rechtsstaatlichkeit (an sich) nach “911“ vor allem gegenüber Muslimen mit Füßen getreten werden, damit die „Terrorgefahr“ als real wahrgenommen wird. Der Inhalt des Berichts kann mit diesen Worten zusammengefasst werden:

Die US-Regierung sagt den Amerikanern, dass sie für Sicherheit sorgt, indem sie Terrorismus innerhalb der USA verhindert und verfolgt“. Aber wenn man genauer hinsieht, wird klar, dass viele der vermeintlichen Terroristen nie ein Verbrechen begangen hätten, wenn die Strafverfolgungsbehörden sie nicht dazu ermutigt, gedrängt und manchmal dafür bezahlt hätten.“                                                                                                                                   Andrea Prasow, HRW

false terror plotsDas FBI unterhält tausende „Informanten“, deren offizielle Aufgabe darin besteht, Terroranschläge zu verhindern. Doch wie der HRW-Bericht offenlegt, werden sie dazu benutzt, meist junge, muslimische Männer zu Anschlägen zu verleiten, die dann häufig „im letzten Moment“ verhindert werden (oder auch nicht …wie in Paris?).

Damit soll die Akzeptanz repressiver Maßnahmen und totalitärer Überwachungssysteme in der Bevölkerung sichergestellt werden (und die militärische und indirekte Gewalt der USA im erdölreichen „Eurasien“).

Diese Informanten sind oft selbst Straftäter (sogar Mörder) und erhaltene entsprechende „rechtliche Vergünstigungen“, wenn sie dem FBI nützlich sind und natürlich jede Menge Geld.

Einer dieser (wegen Scheckbetrugs vorbestraften und auf Bewährung freigelassenen) Informanten war Craig Monteilh. Unter Aufsicht zweier FBI-Agenten erhielt er eine neue Identität: Farouk al-Aziz, französisch-syrischer Abstammung (!), der zum Islam übertreten wollte und deshalb in kalifornischen Moscheen „herumhing“.

craig-monteilh2006 konvertierte er zum Islam, ließ sich einen Bart wachsen, trug arabische Roben, las ständig im Koran, usw. Er sollte sich mit Muslimen anfreunden, sie zu unüberlegten Äußerungen provozieren und ihre Gespräche aufzeichnen. Dabei täuschte er vor, selbst „radikal“ zu sein, also Gewalt gegen die westlichen „Feinde des Islams“ (auch als Vergeltung für die US-Aggression im Nahen Osten) zu befürworten um entsprechende Sympathisanten zu finden. Er machte Andeutungen über Waffen, die er besorgen könne, und animierte seine Gesprächspartner dazu, sich positiv zum „Jihad“ zu äußern.

Doch im sonnigen Kalifornien (wohl dem progressivsten, liberalsten Staat der USA, was die Bevölkerung betrifft) fand sich kein passendes Jihadisten-Material. Stattdessen wurde Monteilh selbst zum öffentlichen Ärgernis: sein aufrührerisches Benehmen löste so viel Unbehagen in der friedlichen Islam-Gemeinde aus, dass er mit einer einstweiligen Verfügung daran gehindert wurde, dort wieder aufzutauchen. Die braven, kalifornischen Muslime meldeten ihn auch als „potentiellen Extremist“ beim FBI (!), nichtsahnend, dass er für das „bureau“ als verdeckter Provokateur arbeitete. Damit platzte die „Operation Flex“ und das FBI ließ ihn fallen.

Er landete schließlich für 16 Monate im Gefängnis (weil er verbotene Hormonpräparate für teures Geld an Frauen in Fitnessstudios verkauft hatte (ein Ponzi-scheme) was nach seinen Angaben auch Teil einer „verdeckte Operation“ gewesen sei) und wurde schließlich vom Saulus zum Paulus:

2009 verhaftete das FBI einen afghanischen Flüchtling in Kalifornien als „Terrorverdächtigen“. Die „Beweise“ gegen ihn, waren manipulative Gespräche, die er mit dem falschen „Farouk“ geführt hatte. Doch Monteilh gab seine Geschichte an die Presse weiter, wodurch das FBI zurückrudern musste. Die islamische Gemeinde war schockiert über die Enthüllungen, aber sein Sinneswandel hat einen jungen Afghanen (der schon genug erlitten hatte) vor einer langen Gefängnisstrafe bewahrt, die er keinesfalls verdient hatte.

Die Ironie dabei ist, dass Niazi (der Afghane) einer der beiden Männer war, die gemeinsam mit CAIR, den falschen Farouk als „gefährlich“ bei den Behörden gemeldet hatten. Er sagte später aus, das FBI habe ihm (deswegen) damit gedroht, ihn für Jahre ins Gefängnis zu bringen, wenn er nicht als Informant für sie arbeiten würde (er hatte in seinem Einbürgerungsgesuch „verschwiegen“, dass seine Schwester – die nicht in den USA lebt – mit einem „Mujahedeen“ aus Afghanistan verheiratet sei, der sich später mit den „Taliban“ zusammentat). Er wollte aber kein Informant werden und sagte, er könne doch nichts dafür, wen seine Schwester geheiratet habe. Ein Freund erinnert sich an seine damaligen Worte, die er unter Tränen von sich gab:

I don’t want anything to happen to me. I came to America thinking this was a free country and I’d be treated with dignity and humanity.’

Monteilh (hier in einem aktuellen Video mit pikanten Details zu sehen) hat 2012 dazu eine eindeutige Aussage gemacht:

„Die Art, wie das FBI seine Operationen durchführt – It is all about entrapment” (Es geht darum, jemand in die Falle locken).

Ich kenne das Spiel, es ist ein Witz, ein echter Witz. Es gibt kein wirkliches Programm zur Terror-Prävention. Es ist eine abgekartete Sache.“

Er verklagte das FBI wegen „Vertragsbruch“ und strebt neuerdings eine Karriere als „Experte“ für die Verteidigung von FBI-Dupes an. Seine Enthüllungen führten dazu, dass die ACLU eine Klage gegen das FBI einbrachte, weil es flächendeckend Muslime (nur wegen ihrer Religion) überwacht und ausspioniert. Wie ging das aus? Das Justizministerium stoppte das Verfahren und berief sich dabei auf das „state secret privilege“ (etwas ähnliches passierte vor kurzem auch in Frankreich, mehr dazu später …)

Monteilh The Intercept 2015In diesem Intercept-Artikel vom Mai 2015 bestätigt der windige Monteilh neuerlich, dass alles nur ein gewaltiger Bluff sei:

If you remove the informant, there is no case, there is no operation, there is no jihad. “There’s only talk about American foreign policy — and that’s all you get. The informant enhanced everything by 1,000 percent.”

Doch für die Angeklagten ist das perfide Spiel bitterer Ernst.

Die paranoide Stimmung nach 911 und „braune“ Gesetze wie der „Patriot Act“, oder der NDAA, erlaubten sehr viel rechtlichen Handlungsspielraum auf Kosten der „Verdächtigen“. So akzeptierte ein Bundesrichter in Virginia das “Geständnis” eines Angeklagten (Ahmed Omar Abu Ali, ein US-Staatsbürger) der in einem saudi-arabischen Gefängnis ausgepeitscht worden war, als definitives Beweismittel und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft, weil er George W. Bush umbringen wollte.

(Er wurde also bestraft für etwas, dass er angeblich geplant hatte, und nicht für etwas, dass wirklich stattgefunden hat).

Wenn sich Muslime auf facebook oder in Videos gegen die amerikanischen Kriege äußern, sich für die entrechteten Palästinenser engagieren, Israels brutale Besatzung anprangern, kann bereits als „Unterstützung“ für den Terrorismus ausgelegt werden. (Da freut man sich in Tel Aviv)

Viele der Angeklagten werden jahrelang in Einzelhaft gehalten, bevor es überhaupt zu einem Gerichtsverfahren kommt. Diese soziale Isolation, kombiniert mit endlosen Verhören und dem Gefühl der Hilflosigkeit führt zu seelischen Ausnahmezuständen (regression). Dadurch werden viele psychisch so belastet, dass sie während des Prozesses leichte Opfer eines Rechtssystems werden, dass sich eindeutig gegen sie richtet. Vor Gericht werden nicht selten „Beweise“ vorgelegt, die der Geheimhaltung unterliegen, in einem Fall waren die Geschworenen anonym, sodass die Verteidigung nicht feststellen konnte, ob sie voreingenommen oder beeinflusst waren.

Wenn man sich – ausgestattet mit diesem Wissen – die bekanntesten, in den Medien verbreiteten „Terror-Anschläge“ genauer ansieht, wird klar, dass wir hier gewaltig verarscht werden, damit die Reise in Richtung Finanz-Faschismus zügig weitergehen kann.

Aber wir müssen uns darüber klar sein, dass hier hunderte junge Männer lebenslang ins Gefängnis wandern, obwohl sie – innerhalb eines rechtsstaatlichen Verfahrens – als unschuldig anzusehen ist. Das perfide bei diesem hinterhältigen Spiel ist aber nicht nur die Anstiftung zu Terror-Anschlägen, sondern ein Bumerang-Effekt, der letztlich nicht mehr zu verhindern ist:

Dieses systematische Unrecht, diese Demütigungen, diese menschenverachtende Arroganz staatlicher Behörden führt natürlich (jedenfalls bei einigen Muslimen) dazu, dass sie tatsächlich radikalisiert werden und bereit sind, mit Gewalt dagegen vorzugehen. Der „Terror“ wird somit zur selbst-erfüllenden Prophezeiung. Wenn dann auch noch von den Geheimdiensten ein islamistisches „Superman-Image“ erschaffen wird (bei IS / Al Kaida, etc.), ist kein Wunder wenn sich hunderte auf den Weg machen, um als „Jihadisten“ endlich Prestige und Macht zu haben. Sie begreifen nicht, dass sie auch diesmal „verheizt“ werden, um als „Aufzieh-Armee“ für den Imperialismus zu funktionieren …

inventing terroristsDie Rechtsanwälte Stephen Downs (Gründer des SALAM-Projekts) und Kathy Manley haben ebenfalls 2014 einen Bericht veröffentlicht, der weniger zaghaft wir HRW aufzeigt, dass der Grundsatz des Rechtsstaates in der post-911-Welt begraben wurde. Beide sind Direktoren von nationalen Organisationen zum Schutz der zivilen Rechte in den USA.

Noch deutlicher als der HRW-Report zeigt der Titel dieser Studie was hier gespielt wird:

WIE MAN TERRORISTEN ERFINDET

INVENTING TERRORISTS“ – The Lawfare of Preemptive Prosecution“. Lawfare“ ist ein neu geschaffenes, englisches Wort, mit dem ausgedrückt werden soll, dass das Recht selbst als Waffe im politischen „Krieg“ (war-fare) eingesetzt wird.

Die Behauptung der US-Regierung, die erweiterten Befugnisse der Sicherheitsbehörden und die rechtzeitige Verhaftung hunderter „Islamisten“ habe nach 911 neuerliche Anschläge verhindert, wird auch in dieser Untersuchung als perfide Manipulation der öffentlichen Meinung entlarvt.

Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die „terroristische Bedrohung“ größtenteils vom Staat selbst fabriziert wurde.

Die Anklage wegen „materieller Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ trug in vielen Fällen komische Züge: so handelte es sich z.B. beim „corpus delicti“ in einem Fall um wasserdichte Socken im Gepäck, die der „Terrorverdächtige“ den Taliban in Afghanistan zur „Stärkung ihrer Kampffähigkeit“ offenbar zukommen lassen wollte.

Völlig harmloses Verhalten wurde in der hysterischen Atmosphäre nach 911 auf eine Art und Weise interpretiert, die aus einem Floh einen Elefanten machte und Muslime unter Generalverdacht stellte. So wurden Spenden an islamische Charity-Organisationen (z.B. für die unter brutaler Besatzung lebenden Palästinenser) grundsätzlich als „terror-verdächtig“ eingestuft.

Das FBI zeigte sich als äußerst kreativ, wenn es darum ging, naive (und in einigen Fällen auch geistig minderbemittelte) Muslime in die Falle zu locken oder bereits straffällig gewordene, arbeitslose Jugendliche zu „Islamisten“ zu machen.

DAS VIERTE REICH …

Gemeinsam mit den amerikanischen Justizbehörden wurde also durch die sogenannte „preemptive prosecution“, die Illusion einer Terror-Bedrohung aufrechterhalten, durch die wiederum die repressiven Maßnahmen des Staates legitimiert wurden.

Was ist nach Auffassung der beiden Rechtsanwälte unter diesem Begriff zu verstehen?

Menschen werden zu „Terror-Verdächtigen“ aufgrund ihrer Religion, Ideologie, oder sonstigen politischen Gesinnung und nicht weil es konkrete Hinweise gibt, dass sie gefährlich und / oder kriminell sind.

Die Anklagepunkte im Rahmen der „Anti-Terror“-Fahndung sind also künstlich fabriziert und beinhalten: die Kriminalisierung von demokratisch-legitimierten Aktivitäten wie sich zu versammeln, politische Ansichten zu äußern oder Reden zu halten, sich gegen den Krieg zu engagieren, usw. Harmlose Vereine und Organisationen werden als „Verschwörungen“ (ja, Sie haben richtig gelesen, dass ist in den USA ein Straftatbestand) angesehen, weil dort „verdächtige“ Personen auftreten (oder eben vom FBI eingeschleust werden). Auf diese Weise wird man schnell durch Assoziation ebenfalls zur „gefährlichen Person“ erklärt. In den USA wurden Muslime angeklagt, weil sie mit Leuten befreundet waren, die als „verdächtig“ eingestuft (und auf die o.a. Weise) angeklagt wurden. Sie hatten nie Gewalt angewendet oder dazu aufgerufen.

(Die Analogie zu Methoden des Dritten Reichs, der Kommunistenjagd unter McCarthy, oder Operationen wie COINTELPRO lässt sich schwer übersehen)

Dass eine bestimmte Gruppe Menschen als „potentiell“ gefährlich angesehen wird und deshalb ihre Rechte immer mehr beschnitten werden können und müssen, ist mit einem demokratischen Rechtsstaat völlig unvereinbar. (Doch das waren die USA ohnehin nie).

Dass solche Denkmuster, kombiniert mit Panikmache früher oder später in die Abgründe des Holocaust führen, braucht wohl nicht mehr betont zu werden. (Die Rolle Israels in diesem heimtückischen Spiel ist daher besonders infam …)

Dieses Konzept der „vorbeugenden Anklage“ (VA) wird im Bericht von SALAM mit dem Begriff „lawfare“ verbunden, denn hier handelt es sich offensichtlich um eine Rechtsauffassung, die von Carl Schmitt stammen könnte: wenn die „Staatssicherheit“ bedroht ist, ist alles erlaubt, was die politische Autorität für „notwendig“ hält (Folter, Geheimpolizei, staatlich angeordneter Mord politischer Gegner, etc.). Mit dieser Einstellung könnten sich wahrscheinlich auch viele “anständige” Bürger anfreunden, weil sie eben nicht durchschauen, dass die „Bedrohung“ vom Staat selbst fabriziert wurde, um den Weg in die (akzeptierte) Diktatur zu ebnen.

Mehr als 70% der Verurteilungen wegen Terrorismus (laut einer unvollständigen Liste des amerikanischen Justizministeriums) kamen zustande, weil dieses Prinzip der „vorauseilenden Anklage“ angewendet wurde. Dieses wiederum stützt sich auf eine dem Angeklagten unterstellte Ideologie und nicht auf eine ausgeführte Straftat. Weitere 22% der Verurteilungen betraf Männer, die zwar kleinere Straftaten begangen hatten, deren Aktivitäten aber seitens der Ermittlungsbehörden so verzerrt und aufgeblasen dargestellt wurden, dass sie wie „Terroristen“ aussahen. Z.B. wurde jemandem, der Zigaretten schmuggelte unterstellt, mit dem Geld „materiellen Support“ für Terror-Organisationen zu leisten, usw. Wegen der drakonischen Strafandrohungen lassen sich viele darauf ein, als Belastungszeugen gegen andere „Terrorverdächtige“ auszusagen, so werden künstliche „Fahndungserfolge“ generiert. (Auf diese Weise bekommt das FBI auch immer mehr finanzielle Mittel)

Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass fast 95% aller „Terroristen“ nur durch dieses System verurteilt werden konnten.

(Die Studie enthält auch Annahmen, die ich für falsch halte: dass z.B. (der extrem einfältige) Richard Reid, der „Schuh-Bomber; Farouk Abdulmutallab, der (ebenfalls debile) „Unterhosen-Bomber“ oder die Tsarnaev-Brüder (Boston-Bombing) eine „echte“ Bedrohung der Sicherheit darstellten).

terror factoryAuch das Buch The Terror Factory von Trevor Aaronson dokumentiert etliche Fälle von „entrapment“, mit denen künstliche Terror-Attentate generiert werden sollten. Die eigentliche Rolle des FBI – Verfolgung von Straftaten – wurde auf den Kopf gestellt: Ermöglichung von Straftaten, die man als „Terror“ verkaufen konnte. „Pro-aktive” Terror-Bekämpfung nennt sich das heute, wobei “pro-aktiv“ ein militärisches Codewort für „Anstiftung oder Gewalt-Provokation ist. Dafür bekommt das FBI-CT jährlich 3 Milliarden Dollar aus Steuergeldern.

THE NEWBURGH STING

Diese Video-Dokumentation (siehe unten) zeigt am Beispiel der „verhinderten“ Bombenattentate von Newburgh ebenfalls, was hier gespielt wird. Vier Männer (einer davon geistig behindert) wurden 2011 zu je 25 Jahren Haft verurteilt, weil sie 2009 angeblich geplant hatten, Militär-Flugzeuge mit Raketen abzuschießen und zwei Synagogen in New York in die Luft zu sprengen. (Anklage: Verschwörung zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen)

Alle wurden von FBI-Informanten dazu verleitet, die ihnen auch Stinger-Raketen und Plastiksprengstoff dafür besorgten (die nicht funktionierten). Dem „Anführer“ James Cromitie, hatte der „Informant“ (nach dessen Zögern) 250.000 Dollar versprochen, wenn er bei den Anschlägen mitmachte. Es war auch der Informant, der die „Terrorziele“ auswählte. Keiner der Verurteilten hatte vorher eine Gewalttat (aber zwei davon Drogendelikte) begangen, keiner hätte ohne die „Unterstützung“ des FBI die Möglichkeit gehabt, sich die Mittel oder das Wissen für einen solchen Anschlag zu verschaffen.

Die Verhaftung der Männer (und zur Schau gestellte „Verhinderung“ weiterer Terror-Attacken) wird im Video als theatralische Inszenierung im Stil einer Hollywood-Produktion beschrieben, in der gepanzerte Fahrzeuge und hunderte Polizisten ihren großen Auftritt hatten (wie kürzlich in St. Denis in Frankreich … wir kommen noch darauf zurück)

(Wer nicht so gut Englisch spricht, kann sich mit der folgenden Beschreibung ein Bild machen)

A city drowning in poverty“

NewburghNewburgh ist eine heruntergekommene Stadt, in der Armut und Arbeitslosigkeit der überwiegend afro-amerikanischen Einwohner der Normalzustand ist. Man sieht ein düsteres Bild Amerikas, das gerne versteckt wird. Alle haben Schulden und keine Aussicht auf ein besseres Leben, die meisten Familien sind zerbrochen, es gibt kriminelle Banden und Drogenhandel.

Die Muslime treffen sich in einer (für die Verhältnisse dort) sehr schönen Moschee.

Eines Tages taucht ein pakistanischer Mann auf. Er stellt sich als Geschäftsmann vor, fährt „dicke“ Autos (BMW, Mercedes) und fällt inmitten des Elends auf, wie ein bunter Hund. Der Mann heißt Hussain und ist „Informant“ des New Yorker FBI „Counter-Terrorism“ Büros. Auch er wird manipulative Gespräche mit seinen „Zielpersonen“ aufzeichnen, um sie später damit zu belasten.

James CromitieEr sucht unter den (afro-amerikanischen) Muslimen Männer, die man leicht beeinflussen kann und findet James Cromitie.

Cromitie arbeitet nachts bei Walmart und bessert sein mickriges Gehalt mit dem illegalen Verkauf von Cannabis auf. Er führt große Sprüche, ist ein „Möchte-Gern“-Draufgänger und nicht besonders intelligent. Hussain fängt an, von „Jihad” zu reden, von der damit verbunden „Tapferkeit“ und Cromitie spielt sich vor ihm als „Rambo“ auf: er erfindet Verbrechen mit Schusswaffen, die er nie begangen hat, um den reichen Mann zu beeindrucken. Dann taucht Cromitie einige Zeit unter. Hussain sucht nach ihm und erreicht ihn schließlich telefonisch. Doch Cromitie ist abweisend, da zieht Hussain seine Trumpfkarte: bietet ihm 250.000 Dollar, wenn er mitmacht. Das ist für Leute aus diesem Armutsmilieu ein „life changer“.

Schließlich überredet Hussain Cromitie, Anschläge zu verüben und kündigt an, er könne das Material dafür beschaffen (Sprengstoff und sogar eine Stinger-Rakete). Er drängt Cromitie dazu, noch weitere „brothers“ zu finden, die als Komplizen mitmachen und betont, er solle darauf achten, dass sie Muslime sind (!).

David Williams arrestBald sind drei weitere Männer gefunden, einer davon ist David Williams, (Bild links: bei seiner Verhaftung) dessen Schicksal mich am meisten erschüttert hat. Er ist vorbestraft, saß wegen Drogenhandel im Gefängnis, hat aber danach ein „neues“ Leben begonnen. Er arbeitet und macht nebenbei seinen High-School Abschluss und geht ins College. Seine Mutter ist stolz auf ihn, denkt er sei auf dem Weg in ein besseres Leben.

Eines Tages erfährt er, dass sein „kleiner“ Bruder schwer krank ist: er hat einen riesigen Lebertumor und muss operiert werden. Die Ärzte sagen, er braucht eine Leber-Transplantation, aber das könnte die Familie nie bezahlen. Kurz darauf kommt das Angebot von Cromitie, bei den Anschlägen mitzumachen – für sehr viel Geld. David willigt schließlich ein, er will mit dem Geld seinem Bruder das Leben retten.

We don’t want to hurt people just damage property (take no lives)

Natürlich ist das keine Rechtfertigung für einen Anschlag, aber man sieht in dem Film (aufgezeichnete Gespräche), dass David davon überzeugt war, es würden keine Menschen dabei verletzt. Er dachte, der “Anschlag” auf Militärflugzeuge sollte am Boden erfolgen, wenn niemand an Bord ist und macht sich sogar Gedanken darüber, ob nicht Reinigungspersonal verletzt werden könnte. Die Bomben vor der Synagoge sollten mitten in der Nacht hochgehen, also wenn niemand dort war. (Die Naivität dieser Männer wurde schamlos ausgenutzt).

Auch die „Ziele“ der Anschläge werden vom FBI-Mann ausgewählt: eine jüdische Synagoge und ein „Tempel“ im gepflegten New Yorker Vorort Riverdale (reich im Verhältnis zur restlichen Bronx) und die Stewart Airbase, wo Nachschub in amerikanische Kriegsgebiete geflogen wird.

Als der Tag des Anschlags kam, ging einiges schief. Cromitie schaffte es nicht, die „Bomben“ (die nur Attrappen waren) zu verdrahten, also musste Hussain parken und es selbst tun (das sieht man auf den aus der Luft aufgenommenen Überwachungsvideos des FBI). Als die Bomben später sichergestellt wurden, sah man, dass Cromitie den Schalter für die „Aktivierung“ nicht betätigt hatte.

Bevor die “Bomben” per Mobiltelefon detoniert werden konnten, tauchte ein gigantisches Spezialkommando aus FBI, Homeland Security, Hubschraubern, Hunden und hunderten Polizisten auf und „verhinderte“ mit spektakulärem Medienecho das Attentat.

FBI: rules don’t apply anymore …

Die Doku lässt auch anklingen, wie sehr der Rechtsstaat nach 911 unterminiert wurde: ein früherer Undercover-Agent des FBI (Mike German, diesmal ein „good guy“) schildert, wie sich die Stimmung nach „911“ in seiner Behörde geändert hat. Er hörte seine Kollegen sagen “the rules are off” und dachte welche Regeln meinen die? Die Verfassung?

Mike GermanEr sagt zum Verhalten des FBI als „Anti-Terror“- Behörde: Die ganze muslimische Community wurde als „verdächtig“ eingestuft.

Das Fazit von Mike German:

Die Operation des FBI war darauf angelegt, aus diesen Leuten Terroristen zu machen“.

They certainly weren’t terrorists.. “This government operation over the course of the year was specifically designed to turn them into terrorists.”

Diese Männer hätten ohne die manipulative Beeinflussung des FBI-Informanten (agent provoateur), ohne seine Bereitstellung des Materials niemals eine solche Tat organisieren können. (Sie hatten nicht einmal ein Auto) Dazu fehlte ihnen die Intelligenz, das Geld und das Motiv. Sie waren “patsies”, deren Einfältigkeit und Armut dazu benutzt wurde, einen PR-Stunt abzuziehen, mit dem sich das FBI dann brüsten konnte.

Die Anwälte der Angeklagten betonen, wie abgekartet das Spiel war: Hussain fuhr mit den zukünftige „Terroristen“ von New York nach Connecticut, um dort die Waffen abzuholen. Warum? Weil durch die Überschreitung der Grenze zwischen zwei Bundesstaaten die Zuständigkeit an die Bundespolizei (FBI) ging und nicht an die lokale Polizei. Damit wurde sichergestellt, dass dem FBI niemand “in die Suppe spucken“ konnte.

Auch die Beschaffung einer Stinger-Rakete (!) war von strategischer Wichtigkeit, denn weil diese als „Massenvernichtungswaffe“ deklariert ist, wird damit eine Mindeststrafe von 25 Jahren vorgeschrieben. Diese beiden Faktoren und die Hollywood-reife Inszenierung der Verhinderung der Anschläge in der letzten Minute, garantierten einen maximalen Effekt bei der Beeinflussung der Öffentlichkeit.

Sofort wurde die Lüge verbreitet, die Männer hätten sich im Gefängnis kennengelernt und zur Planung der Anschläge die Moschee benutzt. (Außer Crombie ging keiner je in die Moschee und sie hatten auch vorher kaum Kontakt miteinander). Hussain hatte ja darauf gedrängt, noch andere Männer zu finden, damit der Eindruck eines heimtückischen Komplottes entstand.

Der einzige Zeuge der Anklage in der Verhandlung war Hussain, der selbst eine kriminelle Vergangenheit hat und mehrfach als Lügner und Betrüger entlarvt wurde. (Er hatte 60.000 Dollar für seine Dienste in Newburg erhalten.) Doch das FBI meinte dazu lapidar: Na und? Wir haben ja die Video- und Audioaufzeichnungen der “Terroristen”, das muss reichen für eine Verurteilung.

newburgh detonation demDer „Schocker“ während des Gerichtsverfahrens war ein Video, dass die Anklage den Geschworenen zeigte: darin wurde mit dummies die Zerstörung demonstriert, die bei einer echten Bombe passiert wäre. Der psychologische Effekt einer Stinger-Rakete auf die Jury war ebenfalls vorhersehbar.

Wie in einen Kommentar zu dieser Doku richtig resümiert wurde:

Hier wird gezeigt, wie Medien-Hysterie und staatliche Operationen Hand-in-Hand gehen, um demokratische Rechte zu unterminieren.“

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(Fortsetzung folgt … Was das alles mit den Anschlägen in Paris zu tun hat … damit beschäftigt sich der nächste Beitrag)

 

 

 

CIA (3): KILLING DEMOCRACY

Roosevelt on fascism

(Question: Who „owns“ the CIA?)

POTUS: THE PATSY IN CHIEF? (Ist der US-Präsident wirklich gut informiert?)

Pilger warWie ich ja schon im letzten Beitrag (aufgrund der Schilderungen von Fletcher Prouty) skizziert habe, ist anscheinend weder der Kongress noch der amerikanische Präsident wirklich „im Bilde“ darüber, was auf der Welt passiert (und warum), sondern diese Entscheidungsträger werden regelrecht mit Informationen „gefüttert“, die ihre Zustimmung zu den kriminellen Aktionen der CIA bewirken soll. Sie erhalten also streng kontrollierte, gefilterte „Nachrichten”, die mit der politischen Realität oft nichts mehr zu tun haben und die wahre Rolle der CIA verschleiern.

Dazu schreibt Prouty in eindringlichen Worten, dass die Abgeordneten und sogar der Präsident selbst durch dieses System intellektuell „versklavt“ bzw. indoktriniert und durch die (wieder von der CIA) verordnete Geheimhaltung dazu gebracht werden, erfundene Geschichten zu verbreiten (als Tarnung, also „cover-story“) und schließlich auch selbst zu glauben:

THE DAILY DOSAGE OF MIND-CONTROL

Even as Congress debates whether or not it should be given more intelligence information by the CIA it can be seen that those august men are again being misled by the turn of events. Should Congress rule that the CIA must brief it on current intelligence matters, it will find itself more and more enslaved by the system, just as the President has been by the current intelligence briefings which are his frequent diet.

Not only will the CIA take over the daily indoctrination of key members of Congress, but it will also place them under the “magic” of its security wraps. Every day it briefs the Congress … it will warn that what they are hearing is Super Red-Hot, Top Secret and that now they have heard it, they must not mention it to anyone. Then … the CIA will provide them with a suitable cover-story.

Day after Day they will hear about happenings around the world, as the ST wants them to hear about them, and day after day they will have less time to hear about them from any other source. Thus their own ideas and knowledge of the outside world will decrease from day to day … to finish … consider what the day by day pabulum of cover story after cover story can do to otherwise intelligent … men.” (Chapter 18, p.414)

CONTAINMENT GOES  GLOBAL

Während der ursprüngliche Zweck der militärisch-geheimdienstlichen Programme das „Containment“ der Sowjetunion war, wurde die (künstlich erzeugte) Angst vor dem Kommunismus (heute ist es die Angst vor dem fabrizierten „Terror“) dazu benutzt, die regelmäßige und massive Einmischung Washingtons in die Politik anderer Länder zu legitimieren.

freeing_to death BlumDiese anmaßenden Interventionen wurden natürlich als „Assistenz“, also „Hilfe“ im Kampf gegen den bösen Feind getarnt. Die CIA (als „Koordinator der geheimdienstlichen Informationen“) produzierte fleißig Berichte über „Probleme“ in demokratischen Ländern, die so dargestellt wurden, dass ein „Eingreifen“ der USA unerlässlich schien. Wurde in einem Land die Gewerkschaftsbewegung immer stärker, gewannen die „linken“ Parteien mehr Einfluss, gab es zunehmend Proteste gegen NATO-Basen in Europa, gegen die Ausbeutung amerikanischer Konzerne in Lateinamerika, etc. immer waren das Anzeichen „kommunistischer Infiltration“, als ob sich ein pathogener Virus ausgebreitet hätte, den man ausrotten muss.

Dazu schreibt Colonel Prouty:

What had begun as a plan to contain Russia and Communism with a strong military force, became not a barrier against Russia itself, but a creeping encroachment upon the sovereignty and territory of our friends. Whether they wanted them or not, we have kept military forces on the soil of our friends for more than thirty years and there is no end in sight.

But even more important, we have developed in more than forty countries strong clandestine and paramilitary forces far more dangerous to the internal welfare of those countries than encroachment of Communism, which is supposed to be the reason of such action. And these covert forces exist. The “Communism” there are there to guard against is for the most part no more than an interpretation of intent. (411)

… If the whole concept of sovereignty were to be abandoned, we would of necessity have to fill the void. We would then face the fact tht we are dealing with raw power, and what is important in the nature of power is the end it seeks to serve and the way it serves that end. […] we must realize that these rights … imply certain duties, such as the duty of non-intervention in the affairs of other nations, and the duty to respect the rules and customs of international law. […].

As this nation turned to a broad … covert campaign of anti-Communism, it pressed its military forces, economic forces, and its intelligence arm upon this group of more than forty countries (Philippines, Indonesia, Thailand, Pakistan, India, Iran, etc.)

[The US] abandoned it position of real leadership in favour of creating a vast intelligence organisation and the mightiest peacetime armed force of all time …and we became totally dependent upon the inputs of intelligence (from any and all sources) .. to activate this great force in what …had come to be called “counterinsurgency”.

By this time, the entire might of the US military had become a reservoir and magazine operating in support of the operational machinations of the Secret Team and its paramount force, the CIA.”

econ tyrannyDie geheimen Operationen der CIA (und in deren Schlepptau das US-Militär) hatten sich also 10 Jahre nach ihrer Gründung weg von der Sowjetunion bewegt und sich auf die drohenden „subversiven Aufstände“ in anderen Ländern konzentriert, wo es galt, amerikanische Investitionen zu schützen bzw. die kapitalistische Penetration des Landes zu gewährleisten. Die Vorstellung, dass die einheimische Bevölkerung dabei ein Mitspracherecht, ja ein Vetorecht habe, ist natürlich für das „ST“ und die Business-Interessen dahinter, völlig absurd.

Prouty betont, dass je tiefer diese Länder infiltriert und (mit brutaler Gewalt und perfiden Intrigen) destabilisiert wurden, desto größer die Geheimhaltung der CIA wurde und zwar nicht nur nach außen, sondern auch gegenüber dem US-Kongress und der amerikanischen Öffentlichkeit:

„.. the agency went out of its way to keep this information from Congress and from the people of the United States” (p. 413)

Wie Prouty richtig feststellt, haben diese kriminellen Aktivitäten unter dem Deckmantel der „Aufstandsbekämpfung“ nie aufgehört, weil die Sowjetunion immer nur ein Vorwand dafür war und später durch einen neuen omnipräsenten „Feind“ ersetzt wurde: der islamistische „Terrorismus“. (Wir kommen später darauf zurück.)

MIND CONTROL & …

Wer aus dem Blickwinkel der Weltherrschaft längerfristig plant, begnügt sich natürlich nicht damit, politische „Brandherde“ zu ersticken (die man meistens selbst gelegt hat), sondern baut Programme auf, die eine Infiltration der Zivilgesellschaft ebenso ins Auge fassen, wie eine Indoktrination des Militärs. Da man sich ja gleichzeitig als “Förderer von Demokratie“ verkaufen will, müssen solche Absichten natürlich getarnt werden und das geht ja auch wunderbar, wenn es einen imaginären, monströsen Feind gibt, gegen den sich die Welt „verteidigen“ muss. Man arrangiert also „Ausbildungsprogramme“, die die gemeinsame „Sicherheit“ erhöhen sollen, auf diesem Prinzip beruht ja auch die Kontrolle der europäischen Militär- und Außenpolitik durch die NATO (also Washington).

THE MUTUAL SECURITY SCAM („Gemeinsame” Sicherheit?)

[They were] working quietly on a vast education and reorientation program of civic action, nation building, and such other ideas, which were in reality a cover for the extension of the covert activities of the ST into the countries served by the Mutal Security Program (and similar programs). Military assistance program countries were the primary targets. The military cover personnel and their civilian disciples worked on this project with the zeal and energy of dedicated missionaries in support of a new and vital religion.”

Luce the real USProuty erklärt, wie die CIA die Lehrpläne in den militärischen Ausbildungsstätten manipuliert hat, um die neue „Sicherheits“-Doktrin in die Köpfe der auszubildenden Soldaten einzupflanzen, wobei man gleichzeitig eine Generation von Offizieren geschaffen hat, die sich damit identifizierte.

Der Lehrstoff für “Zivile Angelegenheiten“ (als Teil der militärischen Ausbildung der Armee) wurde nun nicht mehr vor Ort erstellt, sondern im Pentagon. Dort erarbeitete ein spezielles Team von (CIA-erprobten) Offizieren ein Schulungsprogramm für die neue Militärakademie in Fort Bragg (North Carolina), mit dem die „special forces“ der US Armee, aber auch ausländische Teilnehmer, ab sofort indoktriniert und „motiviert“ wurden, politische und soziale Veränderungen herbeizuführen, falls das Volk das Gerede von Demokratie zu ernst nahm.

Bereits 1959 wurde ein spezielles Komitee gegründet, um das „Trainingsprogramm für gemeinsame Sicherheit“ (MAP) in Bezug auf Doktrin und Konzepte zu evaluieren, mit dem die neue Rolle des Militärs „als Instrument im Frieden und im Krieg“ festgelegt wurde.

Im Bericht des Komitees wurde betont, dass „die Ausbildungsziele zu eng gefasst seien und zu wenig das volle Ausmaß unserer nationalen Interessen … berücksichtigen würden.

Was damit gemeint war, ist eine Empfehlung an die US-Regierung, die „gemeinsame Sicherheit“ (Mutual Security Program) durch spezielle Formen „militärischen“ Trainings zu ergänzen, inklusive der Ausbildung paramilitärischer Einheiten in den betroffenen Ländern.

Dazu schreibt Prouty:

The only way this could be carried out would be to mount clandestine operations in every country where this was to apply. By this period the CIA knew that it was ready, equipped, and in a position to do this in any „counterinsurgency-list“ country, as it had been digging its way firmly into the MAP since the earliest days of the Greek and Turkish aid programs.

CREATING US-INSTRUMENTS OF LATENT POWER

CIA NSNun ist es eine Sache, gemeinsame „Trainingsprogramme“ abzuwickeln, bei dem die ausländischen Teilnehmer mit vollem Wissen und mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer gewählten Regierung von amerikanischen Offizieren geschult werden. Doch was den amerikanischen Sponsoren der neuen Doktrin wirklich vorschwebte, war einerseits die subversive Indoktrination und Infiltration der ausländischen Sicherheitsapparate (Militär, Geheimdienste und Polizei) und andererseits die Ausbildung „paramilitärischer“ Kader, die alle für terroristische Zwecke einsetzbar waren, wenn es „die Situation im Land erforderte“.

Diese Form des “MAP” war also nur durch verdeckte Operationen in den „Zielländern“ zu erreichen und die CIA hatte dafür schon entsprechende Strukturen geschaffen, wofür Nazi-Elemente und die organisierte Kriminalität ohne Skrupel eingespannt wurden.

Prouty merkt an, dass die Verfasser des MAP-Berichtes für die CIA arbeiteten, aber offiziell nicht als solche erkannt wurden. Die Tarnung („cover“) in diesem Fall war besonders bemerkenswert, denn sie operierten unter dem Deckmantel des Weißen Hauses:

They were under cover within the White House itself! Both primary authors of this report*, although recognized throughout this period only as an Army general and an Air Force general, had served for many years with the CIA and then for many more years in service assignments directly supporting the CIA. After they wrote these formative and most influential documents, both of these generals saw considerable service in Southeast Asia, all in conjunction with the CIA. By 1959 and 1960 the CIA was so well entrenched in the Government – and for that matter in the governments of the some forty recipient nations – that it could pull the strings even as far up as in Presidential committees.”

(*General Edward Lansdale (USAF) und General Richard G. Stilwell)

Am 23. Oktober 1974 schrieb die New York Times:

Die Rolle der CIA bei der subversiven Entmachtung ausländischer Regierungen (die als „feindselig“ gegenüber amerikanischen Interessen eingestuft werden) ist ja schon seit längerer Zeit bekannt: das Kaufen von Wählerstimmen, die Bewaffnung von Verschwörern, die Infiltration von Gewerkschaften und all die anderen „schwarzen“ Künste der Geheimdienste“.

TEIL 2

Iron StormAls Beispiel für die Penetration eines „souveränen“ Staates in Europa durch die USA und ihre (vor allem militärischen) „Hilfsprogramme“ möchte ich (aus aktuellem Anlass) Griechenland anführen:

KILLING DEMOCRACY IN GREECE

Die ersten Ziele der „militärischen Assistenz“ in Europa nach dem Krieg waren Griechenland und die Türkei (und die Subversion der Wahlen in Italien durch konspirative „Manipulation des politischen Klimas“, weil die kommunistische Partei Italiens sehr beliebt war und eine Regierungsbeteiligung unbedingt verhindert werden musste; dafür wurde ja auch später Aldo Moro ermordet (siehe dazu die Beiträge zu Gladio).

DAE-10381660 - © - DEA PICTURE LIBRARYDie griechischen Kommunisten / Sozialisten (ELAS) hatten unter großen Opfern gegen die Nazi-Besatzung gekämpft und deshalb auch viel Unterstützung der Bevölkerung. Doch nachdem Churchill in seinem perfiden „Prozent-Abkommen“ mit Stalin dafür gesorgt hatte, dass Griechenland nach 1945 zu „90% in die britische Einflusssphäre“ fiel (wodurch Roosevelts „Deklaration für ein freies Europa“ in Jalta völlig unterminiert wurde), hatten die Griechen keine reale Chance ihre Regierung selbst zu bestimmen. Dieses Schicksal – Verweigerung des Rechts auf politische Selbstbestimmung – wurde ja dann auch durch die „Truman Doktrin“ besiegelt (nachdem man Roosevelts „Abgang“ beschleunigt hatte).

Athens december1944Während einer großen Demonstration von EAM / ELAS (den „Linken“) in der griechischen Hauptstadt (Dezember 1944), schoss die Polizei in die Menge, wobei 25 Menschen getötet und 150 verletzt wurden. Die darauffolgende „Schlacht von Athen“ ging bis zum 15. Jänner 1945, womit eine Phase des Bürgerkrieges endete.

1946 flammte in diesem Spannungsfeld (dubioser Wahlsieg der Rechten und Rückkehr des Königs) der Bürgerkrieg neuerlich (noch brutaler) auf und dauerte drei Jahre.

Dieses als „Aufstandsbekämpfung böser Kommunisten“ dargestellte Massaker an mehr als 100.000 Menschen   (die in Wahrheit griechische Freiheitskämpfer waren, denen man ihr Recht auf politische Selbstbestimmung einfach absprach), wurde mit amerikanischer Unterstützung durchgeführt, nachdem die Briten sich als (finanziell) überfordert erklärt hatten.

Damit die Einmischung Washingtons nicht als (demokratiefeindliche) Arroganz der Macht erkennbar wurde, befahl man dem griechischen Botschafter ein formelles Ansuchen um „amerikanische Hilfe“ einzureichen, dessen Text vom US-Außenministerium ebenso formuliert wurde, wie jener der offiziellen „Vereinbarung“, die daraus entstand. Damit übernahm Washington effektiv die Kontrolle über den griechischen Staat unter dem Deckmantel des „Wiederaufbaus“ (eine organisatorische Rolle, die eigentlich der UN zukam …):

US Aid request Greece

William BlumDazu zitiert William Blum in seinem Buch „Killing Hope“ aus einem Brief des damaligen US-Außenministers George Marshall an den Leiter der amerikanischen „Hilfsmission“ (AMAG):

Blum 2A

Die Wirksamkeit der „Mission“ könne also durch eine „Reorganisation der griechischen Regierung erhöht werden und es sei wichtig, „diese in einer Art und Weise zu erreichen, dass sogar die griechischen Politiker glauben, diese Re-Organisation hätten sie selbst herbeigeführt (und sei nicht durch Druck von außen entstanden).“

Griechische Beamte, die sich als unwillig erweisen, die dafür „notwendige Erweiterung der Kooperation“ zuzulassen, müssten natürlich entfernt werden.“

Die massive Vettern-, Misswirtschaft und Korruption in Griechenland – über die ja heute wieder laut geschimpft wird – hat ihre Wurzeln in dieser Zeit und auch die systemische „Steuervermeidung“ der oberen Zehntausend in Griechenland wurde durch die Militärdiktaturen (als Beschützer der Kapitalbesitzer) bzw. die amerikanische Manipulation der Politik jahrzehntelang gefördert.

Im Oktober 1949 endete der Bürgerkrieg mit einem Sieg der USA in Gestalt des „griechischen“ Militärs, das dank der Millionen aus Washington massiv aufgerüstet wurde: materiell und ideologisch … inklusive paramilitärischer Terror-Einheiten, die hauptsächlich aus ehemaligen Nazi-Kollaborateuren bestanden und wohl den Kern der griechischen „Gladio“-Strukturen bildeten (Zitat unten: Blum, Killing Hope)

US weapons for Greece

Das Ergebnis war die Installation eines brutalen Regimes, für das die CIA eine eigene „Sicherheitsagentur“ kreierte, die KYP (sprich: Gestapo). Politischer Terror gegenüber „Linken“, Straflager und Folter waren an der Tagesordnung.

Die häufigen Wechsel der Premierminister in den folgenden Jahren lässt sich durch den Status Griechenlands als „client state“ der USA erklären: jedes Mal, wenn die Regierung eigene Entscheidungen treffen wollte (die Washington nicht genehm waren), wurde damit gedroht die finanzielle und militärische „Hilfe“ einzustellen, wenn nicht ein US-kompatibler Kandidat an die Spitze der Regierung käme. Der Einfluss Washingtons auf die griechische Wirtschaftspolitik in den 1950er Jahren kam einer ökonomischen Diktatur gleich (siehe dazu das Originalzitat bei Blum unten).

Blum 4a econ control

Dank der EU und den dominanten, anglo-amerikanischen Finanzstrukturen wiederholt sich 60 Jahre später ein ähnliches Drama …

APOFASIZOMEN KAI THIATASSOMEN (Αποφασίζομεν και διατάσσομεν)

fascist-us-flag(Die Geister von IG FARBEN & GESTAPO in Griechenland …unterstützt durch die CIA)

Das war also die „Sicherheit“, die die neue Militärdoktrin versprach: Sicherheit des Kapitals vor der gelebten „zu linken“ Demokratie, die als Bedrohung der imperialen Interessen angesehen wird.

Als 1964 eine Regierung gewählt wurde, die die Frechheit besaß, Griechenland als souveränen Staat zu betrachten, der nach eigenem Gutdünken handelt, sorgten die USA – dank der Erfolge des MAP- 1967 für eine Machtübernahme durch faschistische Offiziere wie Georg Papadopoulos, nachdem der demokratisch gewählte George Papandreou und seine Regierung am 15. Juli 1965 durch König Konstantin zum Rücktritt gebracht wurden, was heftige Proteste der „linken“ Wähler zur Folge hatte. Dank der Intrigen des Palastes und finanzieller „Motivation“ durch die amerikanische Botschaft, gelang es, die Zentrumspartei zu spalten und eine Minderheitsregierung des rechten Flügels unter Stephanopoulos zu etablieren.

Georgiu Papandreou

Georgios Papandreou

Trotz häufiger Demonstrationen und Streiks der Linken, wurde eine politische Krise zunächst verhindert, weil es wirtschaftlich (dank ausländischem Kapital) bergauf ging. Im Dezember 1966 vereinbarten Georgios Papandreou und der Parteichef von ERE, Kanellopoulos, am 28. Mai 1967 Neuwahlen abzuhalten. Gerüchte, dass GP bereit sei, zu viele Konzessionen zu machen (die unbeliebte Monarchie nicht zum Thema im Wahlkampf zu machen und das Militär unangetastet zu lassen) verunsicherten die „linken“ Wähler der Zentristen.

OPERATION PROMETHEUS („Gladio“ im Einsatz)

21april1967Am 21.April 1967 wurde per Dekret das Kriegsrecht ausgerufen und jene Teile der griechischen Verfassung, die die Menschenrechte garantieren sollten, außer Kraft gesetzt. Es folgte die Einrichtung spezieller Gerichte, politische Parteien wurden verboten und das Streikrecht abgeschafft. (Das kommt uns ja irgendwie bekannt vor ….)

Tausende Griechen, deren „linke Gesinnung“ nach CIA-Manier dokumentiert worden war, wurden verhaftet und in Internierungslager auf griechischen Inseln verschleppt. Der Oberstaatsanwalt Konstantin Kollias wurde zum neuen „Regierungschef“ ernannt und verkündete, von nun an gäbe es nur mehr eine legitime politische Gruppe: „Griechen, die an Griechenland glauben“. (Εθνικόφρων)

Doch Kollias war nur eine zivile Fassade für die wahren Machthaber, einem Triumvirat aus drei jungen Offizieren: George Papadopoulos (Premierminister), Nicholas Makarezos (Wirtschaft) – beide mit Geheimdienstausbildung à la CIA- und Stylianos Pattakos, der Innenminister wurde.

Greek military juntaDass die von der CIA erdachte neue Militär-Doktrin (neo-faschistische Offiziere übernehmen dauerhaft die politische Kontrolle) hier auf fruchtbaren Boden fiel, zeigt sich auch daran, dass Papadopoulos (nach einem gescheiterten Gegen-Putsch königstreuer Offiziere) noch mehr politische Ämter an sich riss: Außenminister, Verteidigungsminister, Bildungsminister und ab 1972 auch noch Regent. Damals war die absolute Herrschaft des Militärs erreicht und die Vision der CIA über die (von außen gesteuerte) Formung der Zivilgesellschaft realisiert.

Lehrer, Professoren und Beamte mussten ihren Gehorsam gegenüber dem Regime unter Beweis stellen, andernfalls wurden sie ebenso entfernt, wie Rechtsanwälte und Richter, die zu „unabhängig“ waren. Die Bildungsreformen Papandreous wurden wieder rückgängig gemacht, Schulbücher neu geschrieben und der Zutritt zu den Universitäten von „politischen Tests“ abhängig gemacht. Natürlich wurde die Presse einer völligen Zensur unterzogen und eine endlose Propaganda-Flut ergoss sich über die griechische Öffentlichkeit.

Dabei wurde betont, wie wichtig es sei, den „griechischen Charakter“ zu disziplinieren und Griechenland wurde ständig als Patient dargestellt, den man „ans Bett fesseln müsse, damit die nötigen Operationen stattfinden können (ähnliche Töne hören wir ja heute wieder aus Berlin und Brüssel ..)

Die griechischen Reeder waren von der unternehmerfreundlichen Wirtschaftspolitik der Militär-Junta so angetan, dass sie Papadopoulous auf Lebenszeit zum Vorsitzenden ihres Verbandes machten (sie zahlten keine Steuern). Auch ausländische Konzerne erhielten sehr lukrative Verträge, doch trotz steigendem Wohlstand, stieg die Kluft zwischen arm und reich ständig an (wie heute, wo diese Wirtschaftsdoktrin durch Schuldensklaverei durchgesetzt wird).

DIE „ANARCHO-KOMMUNISTEN“ (Αναρχοκομμουνιστές)

To_pistevo_mas PapadopoulosDer Putsch wurde natürlich damit begründet, dass eine kommunistische Machtübernahme bevorstand, die unter allen Umständen verhindert werden musste, (der gängige Vorwand für die subversiven Machenschaften der USA in anderen Ländern.) Das war völlig absurd, denn die Sowjetunion hatte ja Griechenland dem Westen überlassen (Absprache mit Churchill) und sich bei der brutalen Repression der Sozialisten / Anti-Faschisten nach dem Krieg (durch England und später die USA) völlig neutral verhalten.

Doch der wahre Grund für den Militär-Coup war viel eher, dass nach einem Wahlsieg der Zentristen, eine Säuberung der Streitkräfte von faschistischen Elementen zu befürchten war. Papadopoulos, der damals eine hohe Position in der KYP (eine Art griechische CIA) einnahm, und viele seiner Mitverschwörer wären Kandidaten für eine solch erzwungene „Pensionierung“ gewesen.

xounta1Als die Panzer am 21. April 1967 durch Athen rollten, wurde gleichzeitig eine massive Verhaftungswelle politisch Andersdenkender eingeleitet, die sich auf eine vorbereitete Liste von „Verdächtigen“ stützte und hier kam natürlich die CIA groß ins Spiel und ihr spezielles „Training“ von Polizei und Militär. (Ein ähnliches Szenario fand ja auch in Indonesien u. a. Ländern statt)

In der offiziellen Geschichtsschreibung der USA (Foreign Relations: Greece, Cyprus and Turkey 1964-68) findet man (Jahre später) trotz „Entschärfung“ des Textes noch deutliche Hinweise für die subversiven Aktivitäten der CIA in Griechenland. Hier nur einige Beispiele:

#204: Telegramm der US-Botschaft in Athen an das US-Außenministerium vom 5. September 1965:

Papandreous politisches Comeback sollte verhindert werden, wenn dies ohne eine direkte Konfrontation möglich ist“.

#264: Telegramm (Sender – Empfänger wie oben) vom 24. März 1967 (1315Z):

„ … Jeder Versuch des Palastes und der Rechten, den Wahltermin hinauszuzögern, könnte sich positiv für Papandreou auswirken. Es sei denn, das Ganze wird sorgfältig arrangiert, um das direkte Eingreifen des Königs unsichtbar zu machen …

A Papandreou US threatsDie Wahlen waren für den 28. Mai 1967 festgesetzt und es war mit einem Sieg von Andreas Papandreou zu rechnen. Dieser erzählte später, wie er und seine Partei von der US-Botschaft ziemlich unverhohlen bedroht wurden:

Wenn wir uns nicht bereit erklärten, zu „verlieren“ würde man uns eine diktatorische Lösung des Problems präsentieren. Die geplanten Wahlen fanden nie statt. Eine Gruppe junger Armee-Offiziere, die eng mit den amerikanischen und griechischen Geheimdiensten verbunden waren, stürzten das Land in die Dunkelheit einer Militärdiktatur.“

PRESSEBERICHTE

Am 1. Juli 1973 veröffentlichte die britische Zeitung THE OBSERVER einen Artikel, der dann auch von der New York Times zitiert wurde:

Darin hieß es gäbe Beweise dafür, „dass die CIA den Militärcoup von 1967 arrangiert hat und geheime Informationen über Premierminister Papadopoulos benutzt, die aus der Zeit seiner Kollaboration mit den Nazis stammen, um das Regime unter Kontrolle zu halten“.

In diesem Artikel wird auch die „MAAG“ in Athen zitiert (Military Aid Assistance Group – siehe weiter unten), und damit die Warnung von Colonel Prouty bestätigt: Man sei quasi stolz darauf, dass Herr Papadopoulos „der erste CIA-Agent ist, der Premierminister eines europäischen Landes wurde“.

Die NYT schreibt dazu „Herr Papadopoulos, ein ehemaliger Oberst, war einer von hunderten Geheimdienstagenten, die für Trainingszwecke in die USA geschickt wurden …“. Um der „Motivation“ nachzuhelfen, erhielt er aber auch jahrelang Geld von der CIA (wie auch die obersten CIA-Assets von Gladio in Italien und anderen europäischen Ländern)

FUCK  THE  DEMOCRACY  OF  “FLEAS”

LBJIn diesem Zusammenhang ist ein „Gespräch“ von Präsident Lyndon B. Johnson mit dem griechischen Botschafter Matsas am 11. Juni 1964 (von Matsas selbst) überliefert, das den Menschen in Griechenland zeigt, wo’s lang geht und die Verachtung der amerikanischen Machtelite für echte Demokratie deutlich macht: (Die Spaltung Zyperns war auch das Werk der US-CIA)

“… Wir scheißen auf euer Parlament und eure Verfassung … America ist ein Elefant. Zypern ist ein Floh. Wenn diese beiden Flöhe den Elefant weiter jucken, könnte es sein, dass sie bald zerquetscht werden. … Wenn Ihr Premierminister mir weiterhin die Ohren voll singt über Demokratie, Parlament und Verfassung, wird es sein Parlament, seine Verfassung und ihn bald nicht mehr geben…Sagen Sie ihm das!

fuck democracy in Greece LBJ

TEIL 3

ruins of democracyGIVING AID(S) TO DEMOCRACY ON A GLOBAL SCALE

Das MAP-Schulungsprogramm wurde ständig erweitert und intensiviert. Tausende Männer aus [damals] vierzig Ländern wurden in die USA gebracht, um sie zu indoktrinieren und „ihre Ansichten“ zu modellieren. Der neue Ausbildungsplan der Armee entsprach weitgehend dem Lehrstoff in Fort Bragg, wo sozio-ökonomische und politische Fragen immer mehr Platz einnahmen. Diese Erweiterung der militärischen Ausbildung wurde unter dem Titel „Nation-Building“ legitimiert.

Prouty betont auch, dass diese neuen Lehrpläne nicht nur die „Studenten“ aus dem Ausland indoktrinierten, sondern auch die Lehrbeauftragten des US-Militärs, die sie umsetzen sollten:

To them, this non-military, political, social and economic theme was the true doctrine of the U.S. Army. A whole generation of the U.S. Army has grown up with this and now believes, to one degree or another, that the natural world of an army lies in this political field. . . . They believe the army is the chosen instrument in nation building, whether the subject be political-social-economic or military. In many cases, due to the great emphasis the CIA placed on training the police forces of certain foreign countries, a large number of American servicemen who were used for such training became active in what was really police work and not the scope of regular military work.

To me, it is so fundamental, this idea of what we saw so much of in the sixties and seventies where we sensed as a nation (some of us at least) that these police agencies in other countries that were being so repressive were somehow operating under our tutelage, and with our support and blessings.”

Im kalten Krieg wurde also eine ganze Generation von Offizieren herangezüchtet, die es als „natürlich“ ansahen, dass sich das Militär auch (in Friedenszeiten) politisch engagiert und das Instrument der Wahl ist, wenn „nation building“ (Wiederaufbau ziviler Strukturen nach einem Krieg) auf der Agenda steht. Die subversive Rolle des US-Militärs beim Aufbau staatlicher Machtstrukturen in anderen Ländern (wie z.B. das Training von Polizeikräften) wird also als quasi selbstverständlich angesehen und nicht als Verletzung der Souveränität und des Selbstbestimmungsrechts anderer Nationen.

KILLING DEMOCRACY IN IRAN

Kinzer ShahAls Beispiel für diese folgenschwere Einmischung nennt Colonel Prouty den Iran, den die CIA schon 1949 infiltriert hatte und die laut Prouty „überall im Iran die Finger im Spiel hatte“:

Die Agency hat die iranische Fluggesellschaft gegründet und viele andere Organisationen dieser Art. […] Das führte zu Programmen, in denen tausende junge Iraner, die in den USA ausgebildet wurden, wieder in den Iran „importiert“ wurden, weil sei als zukünftige Führungspersönlichkeiten vorgesehen waren.

Die CIA hatte auch ein umfangreiches Dossier über tausende Leute im Iran, die nach einem Umsturz nützlich sein konnten. Dazu gehörten die unterschiedlichsten Berufe wie Techniker, Ärzte, Journalisten, Lehrer, etc. Aus Proutys Sicht war der Iran der erste Testfall für die Planung und Kontrolle einer Zivilgesellschaft durch die CIA. Das Ergebnis dieser systematischen Subversion war (nach Operation Ajax) die Schreckensherrschaft durch Shah Reza Pahlevi, für den ja auch in Deutschland der rote Teppich ausgerollt wurde, wenn er zu Besuch kam.

KILLING DEMOCRACY IN CHILE (und Operation Condor)

pino_cover250Ein weiteres Beispiel für die subversive Indoktrination bzw. Infiltration des Militärs und der Zivilgesellschaft in einem anderen Land, ist natürlich Chile. Der demokratisch gewählte, sozialistische Präsident Salvador Allende wurde durch einen Putsch der Armee gestürzt und durch den brutalen Militärdiktator Pinochet ersetzt. Jener General Pinochet, der in den USA für solche Zwecke „ausgebildet“ worden war. Dazu Prouty:

Pinochet is the man we trained. Allende, we said was a Communist, a Socialist, and so on. So, we reap what we sow when we get that sort of thing. That’s really what I’m trying to say in the book — that this is the way things were going within the world of the Secret Team. Pinochet

This also reveals that, when the Kennedy administration began to realize some of the activities that were going on — how they had been going on — they began to make major changes. They began to stop some of these activities. It’s that kind of pressure — that universal pressure not any given point, but that universal pressure against the system that was heavily implanted — that led to Kennedy’s death.

MILITARY ASSISTANCE (MILITÄR-HILFE ALS TROJANISCHES PFERD)

Das Programm wird in jedem Land kontrolliert von der “Military Assistance Advisory Group” (MAAG). Die CIA hat sowohl militärisches als auch ziviles Personal in diese Organisation eingeschleust und in manchen dieser Gruppen findet man mehr CIA-Leute als Offiziere. Wie Prouty betont, würde die CIA die Existenz dieser „Maulwürfe“ natürlich bestreiten, sollte man sie darauf offiziell ansprechen und darauf hinweisen, dass diese ja als „militärisches Personal“ deklariert seien, womit sie formal auch zum Militär gehörten und nicht zur CIA. Dass diese „Funktionen“ nur Tarnung sind, ist aber kein Thema.

US Flag Around the EarthDas „Military Assistance Program“ (MAP) ermöglichte eine neue Definition der Rolle und Verantwortlichkeiten der amerikanischen Streitkräfte, erklärt Prouty. Dies sei am Anfang durchaus plausibel gewesen, doch im Laufe der Jahre wurde diese (subversive) Doktrin Teil der „militärischen Denke“ beider involvierten Länder, der USA und des jeweiligen „Gastlandes“ und führte dazu, dass die Rolle des US-Militärs immer penetranter wurde:

This led to a very sophisticated form of direct intervention in the internal affairs of the forty host countries, and in some cases, it resulted directly in the separation of that nation’s armed forces from its political control through practices that will be explained. In this sense the elaborate statements of mission of the mutual security programs are a refined cover story.

ENGINEERING CIVIL WARS „ON DEMAND”

Das MAP wurde also ein (getarntes) Instrument des “Secret Team” (ST), um seine Präsenz im Militärapparat und in politischen und zivilen Organisationen des Gastlandes „bei Bedarf“ so zu verstärken, dass es zum Ausbruch offener Feindseligkeiten kommt. So wird die „Feuerwehr“ (die offiziell für mehr „Sicherheit“ vor Bränden sorgen soll) in Wahrheit zum politischen Brandstifter …

(Als aktuelles Beispiel gibt es ja die Ukraine, wo natürlich auch moderne Methoden angewendet wurden – wie die von Gene Sharp, Details dazu siehe den Blog „Fata Maidana“ – um eine unerwünschte Regierung zu entfernen, aber auch auf alte Nazi-Netzwerke zurückgegriffen wurde …)

US military and CIA interventions since WW2Eine Quelle diese Doktrin war die Civil Affairs School in Fort Gordon (Georgia). In dieser Militärakademie wurde im zweiten Weltkrieg ein Programm mit dem Titel „Zivile Angelegenheiten und die Militärregierung“ (CAMG) unterrichtet. Die dort ausgebildeten Offiziere sollten nach dem Krieg in Europa (in Ländern, die davor vom Dritten Reich besetzt waren) beim Aufbau einer neuen Verwaltung „behilflich sein“. Diese Männer waren also mehr für politische Aufgaben ausgebildet worden, als für militärische.

DIE NEUE SA: PARAMILITÄRISCHES TRAINING FÜR „INTERNAL SECURITY“

Prouty schreibt, dass amerikanische Soldaten in den 1950er Jahren keinerlei Erfahrung mit sogenannten „paramilitärischen Einheiten“ hatten und dass ein entsprechendes Trainingsprogramm entscheidend zur Indoktrination einer ganzen Generation von Militärs und ihren zivilen Pendants beigetragen hat. Gleichermaßen wurden auch zehntausende ausländische Absolventen dieser Akademien (wie in Fort Bragg) dadurch massiv beeinflusst und manipuliert.

Die offizielle Definition der US Armee für paramilitärische Gruppen in den 1950er Jahren lautete:

We Americans are not very well acquainted with this type of organization because we have not experienced it in our own country. It resembles nothing so much as a private army. The members accept at least some measure of discipline, and have military organization, and may carry light weapons. In Germany in the 1920’s and early 30’s the parties of the right … had such organizations with membership in the hundreds of thousands. It is readily apparent what a force this can be in the political life of a country, particularly if the paramilitary forces are armed, when the supremacy of the Army itself may be threatened.“

Am Anfang wurde den Kursteilnehmern beigebracht, wie man militärische Einheiten trainiert, damit sie mit den einheimischen Kräften arbeiten können. In vielen Ländern war die Rolle der US Armee (über die CIA Strukturen) getarnt. Diese trainierte aber nicht die legitimen Streitkräfte des Gastlandes, sondern die paramilitärischen Einheiten, die Teil einer Struktur wurden, mit der die Armee (notfalls) auch ausgeschaltet werden konnte.

MockingbirdIn anderen Fällen arbeitete die CIA mit der Polizei, doch das Ergebnis war das gleiche und basierte auf der offiziellen Doktrin der US Armee: mit amerikanischer „Hilfe“ können die so trainierten Streitkräfte „eine entscheidende Rolle beim Aufbau starker, freier Nationen leisten, deren Regierungen wahre Repräsentanten ihres Volkes sind.“

Das war also die Version, die eine noble Mission vorgaukeln sollte. Doch wie Prouty sarkastisch anmerkt, wäre es extrem schwer, auch nur einen einzigen Fall anzuführen, wo dies auch tatsächlich eingetreten ist.

Tatsächlich passierte genau das Gegenteil: diese Militärs waren das imperialistische Werkzeug zum Sturz von Regierungen, die noch am ehesten den Willen des Volkes repräsentierten und stattdessen faschistische Diktaturen etablierten und mit brutaler Repression an der Macht hielten. (z.B. in Uruguay, Chile, Argentinien, Bolivien, Peru, etc.)

Dort, wo in Krisengebieten die “Rebellen” vertrieben worden waren, wurde dem Militär die Doktrin der „Pacification“ eingehämmert, in der es offiziell nur um die Wiederherstellung von „effective government and security“ ging. Doch in Wahrheit wurde die „Ordnung“ durch brutale Repression und Terrormethoden der „Spezialkräfte“ wieder hergestellt.

Im Laufe der Zeit wurden immer mehr die Methoden der zivilen Subversion in diese Programme integriert, ganz im Sinne der CIA.

Im Handbuch für die Armee wurde im Kapitel „Pazifizierung“ darauf hingewiesen, dass man nicht nur das alte Regime durch neue Beamte ersetzen müsse, sondern auch die alten Sitten und Bräuche gleich mit „entsorgt“ werden:

The army turned itself into a social revolutionary force in the same way that the Chinese Red Army had done during the struggle with Chiang Kai-shek. Every army command started a far-reaching scheme for full civilian employment.“ In other words the local army was the new order, and the U.S. Army was being indoctrinated and trained by CIA instructors to do the same thing.”

Wir sehen also, dass das Militär auf diese Weise Aufgaben übernimmt, die weit über eine militärische Dimension hinausgehen: die Armee wird zum Instrument einer sozialen Revolution gemacht, die jener der Roten Armee in China sehr ähnlich ist. (Wie Prouty öfter betont, waren einige US-Generäle sehr vom „Kleinen Roten Buch“ Mao-Tse-Tungs beindruckt und benutzten es als Vorlage für ihre Schulungen …)

ST coverSchließlich findet man in den Gründen für die Bewilligung von „military aid“ durch die USA an ausländische Regierungen folgende entscheidenden Sätze:

  • Erstens, die Fähigkeit des Empfängerlandes, entscheidend zum Widerstand gegen „aktive Aggression“ (aus dem Ausland) beizutragen, wird durch den Aufbau entsprechender Streitkräfte [damit sind auch paramilitärische und Polizeikräfte gemeint, ergänzt Prouty] und Waffenarsenale maximiert.
  • Zweitens, die Fähigkeit des Empfängerlandes, die innere Ordnung aufrechtzuerhalten und Subversion unter Kontrolle zu haben, wird betont. …Hilfe für asiatische Länder soll dazu dienen, interne Subversion zu unterdrücken und, in geringerem Ausmaß, offene Aggression zu bekämpfen.“

Doch das zentrale Thema der (damals neuen) Militärdoktrin (subversive Übernahme ziviler Sicherheitsbereiche und damit letztlich Entmachtung einer gewählten Regierung) wird hier am deutlichsten zum Ausdruck gebracht:

It is not enough, however, to restrict leadership inputs to United States norms. Except in specifically defined circumstances, our Armed Forces have no operative responsibilities within national frontiers; conforming generally to the precepts of Western democracies, they are not an integral part of the mechanism for maintenance of law and order.

The prevailing concept is expeditionary – an instrument of latent power, unentangled domestically, ready for projection abroad should the exigency arise. Not so for the great bulk of the forces of the new nations. Their role has additional dimensions and their missions are actual as opposed to contingent. They are a key element in the maintenance of internal security and are largely determinant of whether stability or instability characterizes the routine of government. The Officer Corps is perforce deeply involved in domestic affairs…”

Zum Nachlesen: Kapitel 19 aus The Secret Team

Die beste Doku im Internet über die wahren Motive der US-Außenpolitik ist THE POWER PRINCIPLE – (in englischer Sprache)

 

http://www.informationclearinghouse.info/article31417.htm

… und der aktuelle Bezug zum Thema wozu  „Training“ durch das US-Militär?

(Dual Use: Einsatz als imperialistische Werkzeuge der Außenpolitik, bei Bedarf auch Vorwand für  „militärische Intervention“ …)

training rebels in Syria

 

 

 

 

 

 

 

DER BLINDE FLECK geht nicht weg: Bombenterror ohne Kontext

Film PosterGestern zeigte die ARD den Spielfilm „Der Blinde Fleck“, in dem das Bombenattentat vom 26. September 1980, während des Oktoberfests in München, im Mittelpunkt steht. Der Protagonist des Films ist der investigative Reporter Ulrich Chaussy, der jahrelang die Umstände des Anschlags untersucht hat und dabei auf jede Menge Ungereimtheiten gestoßen ist. Dabei stellte sich heraus, dass die polizeilichen Ermittlungen „von ganz oben“ beeinflusst wurden, damit die offizielle Theorie vom verwirrten Einzeltäter nicht ins Wanken gerät. Besonders die Hinweise auf Verbindungen zu „rechts-radikalen“ Gruppen wurden systematisch unterdrückt.

2015_Ulrich_ChaussyUlrich Chaussy ist eine reale Person, die seit vielen Jahren für den Bayerischen Rundfunkt arbeitet, ein renommierter Sachbuch-Autor und er trägt bis heute unermüdlich zur Aufklärung des Bombenanschlags bei. Für seine intensiven Recherchen und den politischen Druck, den er als Folge dieser Hartnäckigkeit jahrelang aushalten musste, gebührt ihm großer Respekt (er erhielt dafür auch kürzlich einen bayerischen Verdienstorden) und dieser Blog verfolgt keinesfalls die Absicht, seine journalistische Integrität in Frage zu stellen.

Doch der Spielfilm (in der Mediathek noch abends abrufbar) und die im Anschluss daran gezeigte, kurze „Doku“ über die Wiederaufnahme des Untersuchungsverfahrens – die hauptsächlich Chaussy zu verdanken ist – hatten gravierende Mängel.

Dem Zuschauer wird zwar vermittelt, dass die höchsten Beamten im „Sicherheitsapparat“ (also im Innenministerium, im Verfassungsschutz, usw.) die Aufklärung des Verbrechens massiv behindert haben, aber warum das so gewesen ist, wird nicht erklärt. Der größere, politische Kontext wird ignoriert. Die Frage ist – warum?

Vielleicht können die folgenden Ausführungen darauf eine Antwort geben.

DIE  ERMITTLUNGEN

Laut dem „historischen Lexikon Bayern“ (Überschrift: Kritik an behördlichen Ermittlungen) wurde nie bewiesen, dass Köhler die Bombe gebaut hatte oder auch nur dazu in der Lage gewesen wäre und es gab nur einen einzigen „Belastungszeugen“, der das Gehäuse der Bombe im Haus Köhlers gesehen haben will (dessen Identität aber verschwiegen wird).

Selbst der von den Ermittlern angeführte Hauptzeuge berichtete nur von einer leeren Bombenhülle in Köhlers Werkstatt. Jedoch sind bei der dortigen Durchsuchung weder Gerätschaften zum kontrollierten Erhitzen und Vergießen von Sprengstoff noch Mikrospuren von TNT oder sonstigem militärischem Sprengstoff entdeckt worden.“

Die Ermittlungen führten die Polizei rasch zur “Wehrsportgruppe Hoffmann“, die paramilitärische Übungen mit faschistischer Indoktrination kombinierte. Der 21-jährige Gundolf Köhler, der offiziell als Bombenleger gilt, soll Mitglied dieser Gruppe gewesen sein, was aber keiner der Befragten aus ihren Reihen bestätigte (sie hatten ihn nie gesehen).

Hoffmann patsiesDie Mitglieder von WSGH sagten bei Vernehmungen aus, sie hätten Waffen und Sprengstoff von einem gewissen Heinz Lembke erhalten:

Herr Lembke zeigte uns verschiedene Arten von Sprengmaterial, Zündern, Plastiksprengstoff und militärischen Sprengstoff. Er sagte, er habe viele geheime Verstecke, in denen solches Material im Wald vergraben sei und er könne uns viel davon geben. Er sagte auch, dass er Unterricht über die Handhabung solcher Sprengsätze gibt.“

(Aussage von Raymund Hörnle, zitiert in Gladio: Die geheime Terrororganisation der Nato, 1997, p. 82.)

Diese Spur wurde aber nicht weiter verfolgt… (weil sie sonst zu „Gladio“ bzw. NATO und BND geführt hätte …), sondern an der „Einzeltäter-Theorie“ festgehalten.

Waffenfunde Gladio BRDEnde Oktober 1981 stießen Wanderer in der Nähe von Uelzen (in der Lüneburger Heide, unweit des größten NATO-Übungsplatzes) auf eines dieser geheimen Waffenverstecke, wo auch andere Ausrüstungsgegenstände vorhanden waren. (Dies wird im Film nur ganz kurz erwähnt, man sieht einen Clip aus der damaligen Tagesschau)

Daraufhin wurde der Förster Heinz Lembke festgenommen und dieser führte die Polizei kurz darauf zu einem riesigen Waffenarsenal (33 Einzelverstecke), das die „Einzeltäter-Theorie“ ad absurdum führt. Daniele Ganser zitiert dazu einen Artikel des österreichischen Militärs aus dem Jahr 1991, in dem es heißt:

Die Waffenverstecke wurden sofort dem rechtsextremen Lembke zugeordnet. Doch diese Erklärung hatte einen Haken: Neben automatischen Waffen, chemischen Stoffen (Arsen und Zyankali) und etwa 14.000 Schuss Munition, fand man auch 50 Panzerabwehrkanonen, 156 kg Sprengstoff, 230 Zündvorrichtungen und 258 Handgranaten.

Es ist bemerkenswert, dass ein Staat mit weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen gegen Terroristen*, den Diebstahl oder die Abzweigung einer solch großen Menge an Kriegsmaterial nicht bemerkt hat.“

(Quelle: Österreichische Militärische Zeitschrift, Heft 2 1991, S. 123)

Die ermittelnde Behörde (geleitet vom Generalbundesanwalt) wusste schon lange, dass der Sprengstoff für das Oktoberfest militärischer Herkunft war und diese Bombe nicht von einem 21-jährigen Laien „selbst-gebastelt“ wurde. Die Experten waren auch in der Lage, festzustellen, ob das Material aus NATO-Beständen kam oder nicht.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es einen größeren, politischen Kontext gibt, der unweigerlich zu militärischen, sicherheitspolitischen (und somit geheimdienstlichen) Kreisen führt.

*Für das Verstehen der Zuschauer wäre es notwendig gewesen, das Auftauchen des „linken“ Terrors in Deutschland (in den 1970er Jahren) zu analysieren und natürlich den Kontext zu „Gladio“ herzustellen.

Also die Tatsache, dass unter dem Deckmantel der NATO geheime, paramilitärische Strukturen (in ganz Westeuropa) aufgebaut wurden, die mit Hilfe faschistischer Elemente in den Sicherheitsapparaten (also Polizei, Militär, Geheimdienste, Innenministerium) Terroranschläge verübten. Diese wurden dann den „Linksextremen“ in die Schuhe geschoben, um (vor allem in Italien) einen politischen Linksruck zu verhindern und die kommunistischen Parteien zu dämonisieren. Gruppen, wie die RAF oder Brigade Rosse in Italien waren von den Geheimdiensten infiltriert und wurden regelrecht zu Gewalt- und Terrorakten angestachelt. (Siehe dazu den Beitrag über Gladio).

Die aktuelle Variante des synthetischen Terrors in Europa (Paris, Charlie Hebdo) greift nicht auf Neo-Nazis zurück, sondern auf indoktrinierte „Islamisten“ und ahnungslose Muslime (als „patsies“) die ebenfalls als geopolitische Werkzeuge eingesetzt werden.

Doch – big surprise – die Polizei kam zu dem Schluss, dass Lembke (wieder einmal) ein „Einzeltäter“ war, die Verbindung zu „Gladio“ wurde nicht untersucht. Lembke deutete in einer Vernehmung an, dass er demnächst enthüllen werde, für wen diese Waffen gedacht waren und wer dahinter steckt. Doch am nächsten Tag, am 1. November 1981, fand man ihn erhängt in seiner Zelle.

BIG (BROWN) BROTHER (und das “Neue Deutschland“)

Um den geopolitischen Hintergrund zu verstehen, muss man den Leuten natürlich erklären, dass die USA als Besatzungsmacht federführend am Aufbau der deutschen Geheimdienste und Sicherheitsapparate waren und wenig Interesse daran hatten, die Nazis in den bürokratischen Strukturen zu entfernen – ganz im Gegenteil.

Reinhard GehlenReinhard Gehlen, Spionagechef Hitlers im Osten machte nach dem Krieg eine beachtliche Metamorphose durch: vom General des Dritten Reiches zum amerikanischen General – in no time. Er wurde von den Amerikanern damit beauftragt, einen neuen Geheimdienst aufzubauen, der ja auch anfänglich als „Gehlen Organisation“ bekannt war. Dass damit ein Auffanglager für dutzende Nazi-Verbrecher geschaffen wurde, hat die Regierung in Washington nicht weiter gestört. Sie haben ja (unter Federführung von Allen Dulles) auch tausende Nazis (vor Strafverfolgung geschützt und) in die USA gebracht, weil sie als Wissenschaftler oder als militärische „Berater“ nützlich waren.

Keiner tat mehr als Gehlen, um die Ängste der Amerikaner vor der „roten Gefahr“ zu schüren“ (Video 18:30)

(Kein Wunder, denn das bedeutete mehr Geld und mehr Macht für seine Organisation)

Hitlers shadow StudyDie von amerikanischen Kreisen bewusst erzeugte Hysterie des „Kalten Krieges“ diente dazu, die Förderung von Faschisten (und Milliardenausgaben) zu legitimieren. Nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ musste man für den Kampf gegen den bösen Kommunismus auch Nazis einsetzen, weil moralische Skrupel doch nur dem teuflischen Feind in die Hände gespielt hätten …

Die Wurzeln des BND sind also eindeutig „braun“ und die Antwort von Edward Snowden (auf die Frage, wie er das Verhältnis zwischen BND und NSA [bzw. CIA] beschreiben würde) „They are in bed with each other“ kommt deshalb auch nicht überraschend.

Doch während bekannt ist, dass der BND 1956 gegründet wurde, wird die Existenz der geheimen Gladio-Strukturen bis heute mit wenigen Ausnahmen totgeschwiegen.

GLADIO IN DEUTSCHLAND: Alte Nazis trainieren neue Rekruten unter US-Aufsicht

In den 1950er Jahren gewannen die kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien immer mehr Stimmen. Die anti-kommunistische Hysterie in den USA sollte der CIA zu immer größerer Macht verhelfen und ihre „geheimen Operationen“ (wie Gladio) im Ausland ausweiten und legitimieren. Diese kriminelle Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten – die noch dazu als „Verbündete der USA“ oder „befreundete Staaten“ galten – wurde ab 1947 durch den NSA quasi legalisiert.

(Mehr Details dazu im letzten Beitrag über die CIA, ein weiterer wird folgen)

In den 1960er Jahren wurde also die (eigene) Bevölkerung in Europa zum „Feind“ erklärt, wenn sie gegen Dinge protestierte, die für die Durchsetzung von „amerikanischen Interessen“ notwendig waren, z.B. die Errichtung von US-Militärbasen oder die Stationierung von Trägerraketen mit Nuklearwaffen. Es reichte aber auch, wenn man „linke Ideen“ hatte, die die herrschenden Besitzverhältnisse bedrohten.

Die Manipulation der Bevölkerung durch Angst und Terror (besonders vor anstehenden Wahlen) wurde deshalb als legitimes Mittel der amerikanischen „Außenpolitik“ betrachtet und auch von faschistischen Kreisen in Europa begrüßt.

Wie Daniel Ganser feststellte, gibt es auch ein Papier, in dem der Einsatz der Gladio-Strukturen notfalls GEGEN DIE EIGENE BEVÖLKERUNG dokumentiert ist: Datiert mit 1.Juni 1959 heißt es dort (Originaltext italienisch), dass die Gladio-Strukturen für folgende Zwecke einzusetzen sind:

Sollte der Ernstfall eintreten, in dem Gebiete von NATO-Ländern teilweise oder ganz von inneren Unruhen (und Umstürzen) oder militärischer Invasion betroffen sind“ [mit „Umstürzen“ meinte man einen faschistischen Putsch, bei dem die „gladiatori“ natürlich zum Schutz der Putschisten eingesetzt werden und dafür sorgen, dass „linke“ Gruppen ausgeschaltet werden, wie Prinz Borghese in Italien es vorhatte …]

 

WaPo CIA Nazi NetworksCIA Dokumente, die im Juni 2006 freigegeben wurden zeigen ebenfalls, dass die CIA zwischen 1949 und 1955 geheime „Gladio“-Strukturen in Deutschland aufgebaut und dabei SS-Offiziere eingesetzt hat. Dies bestätigt ja auch u.a. der CIA-Mann in der exzellenten BBC-Doku von Allan Frankovitch, über die ich in diesem Blog ja geschrieben habe (Gladio).

Eine dieser Gruppen war der „Technische Dienst (TD) innerhalb des Bundes Deutscher Jugend (BDJ). Der BDJ wurde 1950 von Erhard Peters und Paul Lüth gegründet. Die Existenz von TD-BDJ war den deutschen Behörden (spätestens) seit 1952 bekannt.   (Siehe dazu Ganser)

Ein erfolgreicher „Anwerber“ für Jugendliche, die zum BDJ gelockt wurden, war der SS-Kriegsverbrecher Klaus Altmann (besser bekannt als Klaus Barbie oder in Frankreich als der „Schlächter von Lyon“). Er tat dies Anfang der 1950er Jahre im Auftrag des CIC, des militärischen Spionagedienstes der USA im zweiten Weltkrieg, der später von der DIA abgelöst wurde.

Am 9. September 1952 betrat ein Mann eine Polizeistation in Frankfurt und erzählte den Polizeibeamten eine erstaunliche Geschichte: er sei Teil einer paramilitärischen Einheit, die über Waffen und Sprengstoff verfüge und von Amerikanern finanziert werde. Den Mitgliedern wird beigebracht wie man Leute umbringt, ohne Spuren zu hinterlassen, wie man sich im Wald versteckt, usw.

Der Mann hieß Hans Otto und war ein ehemaliger Offizier der Waffen-SS, deshalb erschien ihm auch der angebliche Zweck dieser geheimen Übungen anfangs nicht verdächtig: Für den Fall, dass die Sowjetunion Deutschland überfallen und besetzen sollte, würden diese speziell ausgebildeten Einheiten (ähnlich wie die Resistance in Frankreich) den Besatzern das Leben mit „Terroranschlägen“ und Sabotage schwer machen.

Doch als ihm eine Liste von deutschen Politikern (und anderen, insgesamt 40 Personen) vorgelegt wurde, die – nicht nur in diesem Fall, sondern auch bei einem drohenden, innenpolitischen Machtwechsel nach links – zu liquidieren seien (darunter auch viele Sozialdemokraten), wurde Otto die Sache zu unheimlich und er „packte aus“.

Zinn G ADie daraufhin eingeleiteten Untersuchungen führten schon damals zu Waffenverstecken und einem Trainingslager im Odenwald in Hessen. Die Sache wäre wohl damals vertuscht worden, wenn nicht ein mutiger Politiker die Sache öffentlich gemacht hätte: Georg August Zinn, damals Ministerpräsident von Hessen und überzeugter Anti-Faschist. Trotz enormen Drucks von Adenauer und den US-Behörden ließ er sich nicht zum Schweigen bringen und hielt eine flammende Rede vor dem hessischen Landtag, wofür er großen Beifall erntete. Dabei warnte er davor, dass diese geheimen Strukturen, die ja die Grundlage für kriminelle, subversive Tätigkeiten waren, die dann unter Hitler zur Diktatur führten, jetzt wieder aktiv seien.

Am 30. Oktober 1952 ordnete der BGH die Freilassung aller inhaftierten BDJ-Mitglieder an, ohne auch nur mit den Polizeibeamten in Frankfurt gesprochen zu haben oder deren Ermittlungsergebnisse zu kennen (Ganser, 2005).

Der schockierte und empörte Zinn war fassungslos und konnte sich dieses Verhalten nur dadurch erklären, dass die Richter in Karlsruhe „ auf Anordnung der Amerikaner gehandelt haben“.

Dazu gibt es im Internet diese interessanten Informationen:

Bei einer Razzia örtlicher Polizeieinheiten in den Räumen des BDJ stellte sich 1952 heraus, dass die USA die Organisation mit einer monatlichen Summe von 50.000 DM finanzierten sowie mit Waffen, Munition und Sprengstoff beliefert hatten. Im Odenwald bei Frankfurt am Main fand man ein Waffenlager mit Maschinengewehren, Granaten, leichten Artilleriegeschützen und Sprengstoff. Die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen förderte zudem eine Attentatsliste mit 40 deutschen Führungspersönlichkeiten – hauptsächlich Politiker der SPD – zutage, die man als nicht zuverlässig antikommunistisch eingestuft hatte. Unter ihnen befanden sich Herbert Wehner, der damalige SPD-Parteichef Erich Ollenhauer, der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann und die Oberbürgermeister von Hamburg und Bremen. Um im Ernstfall eine möglichst effiziente Ausführung der Attentate zu ermöglichen, hatte der BDJ bereits Mitglieder in die SPD geschleust.

Counterintelligence_corps_badgeDer CIC (Militärgeheimdienst der US-Army im zweiten Weltkrieg) übernahm die von der deutschen Polizei inhaftierten BDJ-Mitglieder und verweigerte im Folgenden den Zugriff der deutschen Behörden, die beabsichtigten, Anklagen aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes und geplanten Mordes zu erheben. CIC-Agenten beschlagnahmten weiterhin alle noch verfügbaren Unterlagen und verweigerten die Übergabe an die deutschen Behörden.“

(CIC“ (dessen Agenten später in der CIA aufgingen) ermöglichte auch das Entkommen hunderter Nazi-Kriegsverbrecher über die „Rattenlinie“ nach Lateinamerika – mit Unterstützung des Vatikans …)

Während amerikanische Diplomaten also Zinn versicherten, es gäbe keine Pläne zur „Manipulation des politischen Klimas“, in Deutschland, beeilte sich die CIA später, die Sache durch die Cover-Story zu verharmlosen, dass diese „Einheiten“ sich quasi in fanatischem Eifer „verselbständigt“ und eigenmächtig „Todeslisten“ erstellt hätten – ohne Wissen und Zustimmung der Geheimdienste. Wer das glaubt, gewinnt den ersten Preis für politische Naivität.

Doch auch in diesem Fall wurden die Verbindungen zu „Gladio“ völlig unter den Teppich gekehrt.

Interessant ist auch die Aussage des ehemaligen CIA-Chefs für Deutschland Peter Sichel (siehe Video-Link):

Adenauer war verärgert darüber, dass man ihn nicht informiert hatte [er wusste Bescheid] nicht weil er etwas gegen diese Operationen gehabt hätte, sondern in dem Sinn – man hätte die Leute dafür sorgfältiger auswählen sollen …“ (Video 21:45)

Adenauer bestritt die Existenz der „Todes-Liste“ und der BDJ wurde im Jänner 1953 verboten. (Man machte aber natürlich unter anderem Namen weiter).

GOD BLESS OUR OLD NAZIS

1955 wurde die BRD Mitglied der NATO und Adenauer unterzeichnete einen geheimen Vertrags-Annex, in dem sich Deutschland verpflichtet, den Mitgliedern des geheimen Netzwerks rechtliche Immunität zu gewähren. Also kein Strafverfahren für alte und neue Nazis im Dienste Amerikas – no way. (Textzitat unten, Ganser 2005)

Ganser legal immunity Gladio Germany

Das dürfte Hans Globke (ehemaliger Ministerialrat im Innenministerium des Dritten Reiches) sehr gefallen haben, der als „Ministerialdirigent“ ab 1949 ein Büro im Kanzleramt hatte und ebenso General Erich von Manstein (geb. von Lewinsky), verurteilter Kriegsverbrecher, der in gewissen Kreisen „Heldenstatus“ hat, und Adenauers Schützling und Berater beim Aufbau der Bundeswehr war.

Aus dem Klappentext des u.a. Buches von Jürgen Bevers:

Globke graue Eminenz hinter AdenauerEr war die Graue Eminenz in Adenauers Kabinett, heute ist er fast vergessen: Hans Maria Globke. Als Staatssekretär im Kanzleramt zog er im Hintergrund die Fäden, baute das Palais Schaumburg zur Machtzentrale aus und bestimmte die Personalpolitik. Globke kontrollierte die Geheimdienste und holte Hitlers Generäle in die Führungsspitze der Bundeswehr. Als heimlicher „Generalsekretär“ der CDU warb er um verdeckte Parteispenden und verteilte sie. Derselbe Hans Globke hatte als hoher Ministerialbeamter den Nazis gedient, einen juristischen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen verfasst und gleichzeitig als gläubiger Katholik die Kirche mit wichtigen Informationen versorgt. Allen späteren Anfeindungen zum Trotz hat Adenauer seinen engsten politischen Vertrauten beschützt und auch vor einem Auftritt als Zeuge im Jerusalemer Prozess gegen Adolf Eichmann, den Organisator des Holocaust, bewahrt.

Die Re-Militarisierung Deutschlands (durch Krypto-Faschisten) als Vasall der USA hatte begonnen und das dadurch entstehende seelische Unbehagen (trotz steigendem Wohlstand) mündete schließlich in die Proteste, die 1968 Schlagzeilen machten.

Die Oktoberfest-Bombe von 1980 brachte das geheime Netzwerk der Subversion wieder ins Spiel, doch die Vertuschung gelang auch dieses Mal.

 

 

POLITISCHER KONTEXT – DEUTSCHLAND 1980

Die Oktoberfest-Bombe explodierte zu einem „günstigen“ Zeitpunkt: Helmut Schmidt wurde schon länger von den rechts-konservativen (wie der CSU) Politikern als „zu schwach“ gegenüber den „linksextremen“ Terroristen (RAF, Schleyer-Entführung, etc.) dargestellt. Auch der wachsende Protest der “linken” Jugend gegen die atomare Rüstung und die zunehmende Militarisierung durch die NATO war den Drahtziehern von Gladio (als Ausdruck einer „anti-amerikanischen“ Gesinnung) ein Dorn im Auge.

Die Gladio-Eliten in den Geheimdiensten (und ihre Sponsoren in Washington bzw. Brüssel (NATO-Hauptquartier) hatten also großes Interesse daran, dass nicht Schmidt, sondern Franz-Josef-Strauß die nächste Wahl gewinnt. Und er natürlich auch .. seine Verstrickung in das Gladio-Netzwerk, bzw. dessen Steuerung über die Tarnorganisation AgInter Press, wird in diesem ZDF-Beitrag skizziert;  Mehr dazu gibt es hier  (Englischer Text)

Bundestagswahl am 5. Oktober 1980

Doch das Attentat in München hatte insofern einen Bumerangeffekt, weil man den Terror nicht den „linken Extremisten“ in die Schuhe schieben und die Verbindungen zu rechts-extremen Kreisen nicht völlig vertuscht werden konnte.

Bundestagswahlen 1980 tagesschauDie Deutschen ließen sich nicht so leicht hinters Licht führen und so hatte die „rechte“ Koalition aus CDU/CSU zwar die Stimmenmehrheit (44,5%, ein Verlust von 4%), doch die SPD lag mit 42,9% nur knapp dahinter, während FDP und erstmals die Grünen Stimmen (dazu) gewannen. Die neue Regierung war wieder „die alte“: eine Koalition zwischen SPD und FPD.

Jedenfalls hatten die „Gladio“-Drahtzieher einen Linksruck verhindert und dafür gesorgt, dass die SPD unter Schmidt sich in Richtung „Mitte“ bewegt hat und schließlich dort endete, wo auch Tony Blair’s „New Labour“ sich befand: als verkommener Rest einer „Sozialdemokratie“, die den Namen nicht mehr verdient hat und sich dem neoliberalen Totalitarismus („Finanz-Faschismus“) unterordnet.

taz Andreas Kramer OFB 1980Andreas Kramer behauptete 2013, dass sein Vater (Offizier der Bundeswehr und Oberst im BND) den Bombenanschlag in München organisiert hatte und selbst beim Bau des Sprengsatzes mitgeholfen hatte. Hier Auszüge aus einem Interview mit ihm, dass die taz im Mai 2013 führte: (Klick auf das Bild führt zum Link)

taz: Herr Kramer, Sie haben beim „Bombenleger“-Prozess in Luxemburg unter Eid ausgesagt, Ihr Vater habe den Sprengstoff für den Anschlag auf das Oktoberfest 1980 geliefert. Und das im Auftrag der geheimen „Gladio/Stay behind“-Truppe der Nato. Wie kommen Sie zu dieser Aussage?

Andreas Kramer: Mein Vater war „Gladio/Stay behind“-Offizier mit dem Codenamen „Cello“ und Mitarbeiter des BND, von dem er 1965 angeworben wurde. Er hat offiziell im Rang eines Hauptmanns als Logistiker in der Abteilung G4 des Streitkräfteamts der Bundeswehr, das zum Bundesverteidigungsministerium in Bonn gehörte, gedient.

Mein Vater leitete mehr als 50 Materiallager der Nato-Geheimarmee in Deutschland. Eines davon war das Lager Uelzen, das 1981 entdeckt wurde. Mein Vater wollte mich als Operationsleiter für „Gladio/Stay behind“-Einsätze aufbauen und hat mit mir die Fernsehbeiträge, welche die Anschläge in Deutschland, also München, und Italien, also der in Bologna am 2. August 1980, betrafen, besprochen und analysiert. Ich habe ihm damals kritische Fragen gestellt, um Informationen über den Zweck dieser Anschläge zu gewinnen.

Was wollte der BND konkret von Ihrem Vater?

Man suchte Offiziere, die in der Lage waren, bestimmte Logistikaufgaben für „Gladio/Stay behind“ zu erfüllen – da war er die ideale Besetzung. Mein Vater war unter anderem der direkte Vorgesetzte von Heinz Lembke

ein deutscher Neonazi mit Verbindungen zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“, der einen Tag vor seiner Vernehmung wegen möglicher Verwicklung in das Münchner Attentat erhängt in seiner Zelle aufgefunden wurde.

Genau, den hat mein Vater angeworben und als Führungsoffizier angeleitet.

Haben Sie dazu schriftliche Aufzeichnungen? Oder beruhen Ihre Behauptungen nur auf mündlichen Aussagen Ihres Vaters Ihnen gegenüber?

Ich weiß, dass der BND solche Aufzeichnungen besitzt. Mein Vater hat davon gesprochen.

Wann ist Ihr Vater bei der Bundeswehr ausgeschieden?

  1. Er hat aber für den BND weitergearbeitet.

Was spielte Ihr Vater Ihrer Meinung nach für eine Rolle beim Münchner Attentat?

Er hat zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“ und zu Gundolf Köhler, dem späteren Attentäter, Kontakt aufgenommen, schon bevor diese 1980 vom damaligen Innenminister Gerhart Baum verboten wurde. Die Vorbereitungen für das Attentat begannen 1979.

Und als was hat er sich dort präsentiert?

Als alter Kamerad, als einer mit Verbindungen, der bereit wäre den Jungs zu helfen, wenn sie mal was richtig Großes durchziehen wollten. Der BND gab dem Anschlag auf das Münchener Oktoberfest 1980 intern den Codenamen „Operation Werwolf“, benannt nach dem SS-Sonderkommando „Werwolf“, das im Zweiten Weltkrieg hinter den feindlichen Linien Attentate und Sabotageakte verübte.

Was soll die strategische Absicht der Bombe gewesen sein?

Der Einsatz der Bombe sollte dazu beitragen, dass in der westdeutschen Bevölkerung eine Stimmung erzeugt wurde, die eine politische Abwahl der Regierung von Kanzler Helmut Schmidt herbeiführte. Franz Josef Strauß stand schon als Kanzlerkandidat der CSU bereit. In Westdeutschland wurde die klassische „Strategie der Spannung“, wie etwa auch in Italien, angewendet.

Woher soll der Sprengstoff für die Bombe gekommen sein?

Aus verschiedenen Nato-Depots. Die Bombe durfte ja nicht professionell gebaut wirken.

Warum gehen Sie erst jetzt an die Öffentlichkeit?

Weil die Opfer des Münchner Attentats bis heute nicht die Unterstützung vonseiten des Staates bekommen haben, die sie verdienen.

 

FAZIT:

Liebe Schüler und Fernsehzuschauer, Amerika (die Eliten der Macht) hat nicht “den Faschismus“ in Europa besiegt, (das waren die Russen!) sondern dafür gesorgt, dass aus dem „Dritten Reich“ das „Vierte Reich“ (transnational) entstanden ist: es hat faschistische Strukturen in den nationalen Sicherheitsapparaten gepflegt und für subversive Tätigkeiten benutzt, die garantiert nichts mit „Freiheit und Demokratie“ zu tun haben, aber viel mit kapitalistischer Plünderung und perfider Weltherrschaft (Full Spectrum Dominance)

Wie sagte Henry Kissinger einst so schön sarkastisch:

Das Kriminelle erledigen wir gleich, das Verfassungwidrige dauert ein bisschen länger.“

Die „Pseudo-Aufklärung“ durch die ARD hat dem offenbar nichts entgegenzusetzen – so viel zum Thema Gedanken- und Pressefreiheit in Deutschland ..

GLADIO: Holy War in Europe

Wenn Sie eine Gruppe infiltrieren, die dann Terroranschläge verübt aber nicht merkt, dass sie nur benutzt wird, das ist eine der raffiniertesten strategischen Operationen, die man sich vorstellen kann.

(Daniele Ganser)

„Operation Gladio“ – Was ist das?

Gladiator RCroweGladius = lateinisch für Schwert; wir kennen ja die „Gladiatoren“ aus den Hollywood-Filme über das antike Rom, zuletzt beeindruckend verkörpert durch Russel Crowe.

„Gladio“ im 20. Jahrhundert war (in Italien) die Bezeichnung für paramilitärischen Einheiten, die von westlichen Geheimdiensten während des kalten Krieges heimlich als Terroristen ausgebildet wurden und (als internationales Netzwerk) Teil von totalitären Machtstrukturen waren bzw. sind, die man heute als „deep state“ bezeichnet (die oft benutzte Bezeichnung „Geheimarmeen“ halte ich für irreführend und lehne sie deshalb ab).

Der Name ist an sich schon sehr verräterisch, wenn man sich fragt, welchen politischen Zweck diese „gladiatori“ erfüllt haben, denn das blutige „Theater“ im antiken Rom waren ja von den Machthabern inszeniert. Die Männer, die zum Kämpfen und Töten ausgebildet wurden, hatten ja keinen echten Grund, den anderen umzubringen. Sie waren in den meisten Fällen Sklaven des römischen Imperiums und wurden daher für politische Zwecke – vordergründig als primitive „Unterhaltung“ des Publikums, aber auch zur Demonstration der absoluten Macht (über Leben und Tod) benutzt.

Der Unterschied zu Gladio im 20. Jahrhundert ist, dass die Zuschauer nicht sehen, wer die Gewalt inszeniert und nicht verstehen, warum …

Als das geheime Netzwerk in den 1990er Jahren (teilweise) enthüllt wurde, beeilten sich die Politiker zu betonen, es handle sich doch nur um eine defensive Einrichtung, die im Fall einer sowjetischen Invasion in Westeuropa eingesetzt werden sollte. Doch wie Daniele Ganser in seinem bahnbrechenden Buch beweist, wurde bereits 1956 beschlossen, Gladio als Instrument für interne politisch-terroristische Subversion einzusetzen, wenn es die innenpolitische „Stabilität“ erforderte.

Das bedeutet, es musste verhindert werden, dass „linke“ Gruppen oder Parteien (die zu Recht oder zu Unrecht als „Kommunisten“ und somit automatisch als Werkzeuge der Sowjets klassifiziert wurden) so viel Zuspruch erhalten, dass sie in die Lage versetzt werden, das bestehende System zu verändern (vor allem durch mehr soziale Gerechtigkeit). Dieses „System” steht für die Durchsetzung amerikanischer Hegemonial- und europäischer Kapital-Interessen, die demokratische Grundsätze sofort über Bord werfen, wenn sie der Machterhaltung im Wege stehen.

Vatican CoverDabei schreckt man auch vor Mord und Massenmord nicht zurück, weshalb es nicht erstaunt, dass zu diesem Netzwerk viele alte und neue Faschisten gehörten (sowohl Organisatoren als auch ausführende „Werkzeuge“), Freimaurer, die Mafia und andere kriminelle Banden. Überraschend für viele dürfte aber die Tatsache sein, dass auch biedere Katholiken, Adelige und Teile des Vatikans darin involviert waren (und sind).

Die psychologische Wirkung des Terrors auf die Bevölkerung steht dabei im Vordergrund, weil dadurch eine effektive, kollektive Verhaltenssteuerung möglich wird. Dass Amerika damit jedoch die Souveränität anderer Staaten seit Jahrzehnten systematisch untergraben hat, vom Recht der Völker auf Selbstbestimmung ganz zu schweigen, ist angesichts der moralisierenden Rhetorik gegenüber Russland ein unerträglicher Gedanke.

„Gladio“ wird mittlerweile als Sammelbegriff für das gesamte, europäische Netzwerk der gesteuerten Terroristen benutzt, das von den westlichen Geheimdiensten und Militärs aufgebaut wurde, obwohl diese Strukturen in jedem Land einen eigenen Namen hatten. (Hier wird zunächst nur auf die Terroranschläge in Italien eingegangen, eine Liste der anderen Verbrechen in Europa, wie z.B. die Oktoberfest-Bombe in München, folgt später.)

1 WIE WURDE „GLADIO“ AUFGEDECKT?

Felice Casson1984 begann der italienische Untersuchungsrichter Felice Casson damit, einen ungelösten Kriminalfall wieder aufzurollen: bei einem Bombenanschlag im Mai 1972 waren drei Polizisten in Peteano (Norditalien) getötet worden. Man hatte versucht, die Urheber der Tat im Milieu von kriminellen Banden zu finden, doch dieser (unbegründete) Verdacht konnte nicht erhärtet werden. Ein politisches Motiv käme nicht in Betracht, verlautbarte damals der Chef der Carabinieri.

Doch als Casson die Akten studierte, fielen ihm einige „Ungereimtheiten“ auf: die Ermittlungen, die ein politisches Motiv für die Tat zu Tage fördern drohten, wurden systematisch von staatlichen Behörden behindert. Beweise „verschwanden“, unliebsame Zeugen und Spuren wurden ignoriert, etc.

1972 wurde in der Nähe von Triest ein geheimes Waffenlager entdeckt (vergraben vor einer Kirche), in dem u.a. der gleiche, militärische Sprengstoff zu finden war, mit dem der Anschlag in Peteano ausgeführt wurde. Doch die Behörden hatten sich beeilt, der Öffentlichkeit einzureden, diese Waffen gehörten kriminellen Banden, seien „von den Deutschen übriggeblieben“, usw.

Es wurde also alles unternommen, um von der Spur zu Geheimdiensten, Militär und dem italienischen Staat selbst, abzulenken (wie heute bei „Charlie Hebdo“ und dem „islamistischen Terror“-Scare …)

Ordine Nuovo

Ordine Nuovo

Die Nachforschungen ergaben schließlich, dass eine neo-faschistische Organisation mit dem Namen Ordine Nuovo („Neue Ordnung“) für das Verbrechen verantwortlich war und der „Bombenleger“ selbst wurde ebenfalls ermittelt: Vincenzo Vinciguerra (seine Aussagen haben maßgeblich zur Aufklärung beigetragen).

Die Untersuchungen brachten aber eine strafrechtliche Lawine ins Rollen, denn Casson fand heraus, dass Peteano zu einer ganzen Serie von politischen Terroranschlägen gehörte, die ihren Anfang im Jahr 1969 nahmen: auf der Piazza Fontana in Mailand explodierte in der Banqua di Agricultura eine Bombe, durch die 16 Menschen getötet und 80 verletzt wurden. Weitere Anschläge folgten.

Bologna massacreDer Bombenterror in Italien erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 1980, als am 2. August in einem Warteraum des Bahnhofes von Bologna eine gewaltige Explosion stattfand. 85 Menschen wurden dabei in Stücke gerissen und 200 verletzt. Die Schockwellen gingen durch ganz Europa.

2  ANALYSEN  UND  ERKLÄRUNGEN  ZU  GLADIO

Vielleicht die beste (auf den Punkt gebrachte) Erklärung, welchen Zweck die Terroranschläge verfolgten, kommt von Vincenzo Vinciguerra:

Wenn du bei den „Rechten“ warst, würdest du doch nicht staatliche Einrichtungen oder Leute angreifen, die die Staatsgewalt repräsentieren. Sie erwarteten von dir, dass du unschuldige Leute umbringst. Frauen, Kinder, Menschen, die nichts mit Politik zu tun hatten, aus dem einfachen Grund, weil dass die Massen dazu bringt, sich in die Arme des Staates zu flüchten um mehr „Sicherheit“ zu bekommen.

Das war genau die Rolle der Rechten in Italien. Sie ließ sich vom Staat dazu benutzen, die „Strategie der Spannung“ umzusetzen. Die Leute sollten so weit gebracht werden, dass sie die Ausrufung des Notstands (Kriegsrecht] … akzeptieren und damit bereitwillig einen Großteil ihre zivilen Rechte und Freiheiten für mehr „Sicherheit“ aufgeben würden; damit sie sich wieder ohne Angst auf der Straße, dem Bahnhof, usw. aufhalten konnten …das ist die politische Logik hinter den Bombenattentaten. Sie bleiben ungesühnt, weil sich der Staat ja nicht selbst bestrafen kann …“

Ganser GladioDie politischen Hintergründe des Skandals wurden (wissenschaftlich) erstmals von Dr. Daniele Ganser untersucht und publiziert. Ganser hat als Historiker und Politikwissenschaftler seine akribischen Recherchen natürlich mit hunderten Quellenangaben untermauert und das Buch hätte eigentlich eine riesige Welle der Empörung auslösen müssen – ganz zu schweigen von massiven politischen Konsequenzen.

Doch dank unserer Schafsmedien wurde das weitgehend verhindert, weil das Buch einfach „totgeschwiegen“ wurde.

Nur wenige Journalisten hatten den Mut es zu rezensieren oder seine Veröffentlichung auch nur zu erwähnen. Soweit ich weiß, wurden deshalb auch nur etwa zehntausend Exemplare im deutschsprachigen Raum verkauft (das Buch hätte natürlich ein Millionen-Bestseller sein müssen, angesichts seines brisanten Inhalts).

BBC doc 1992Die BBC produzierte 1992 eine dreiteilige Dokumentation über „Gladio“, die wahrscheinlich am besten dazu geeignet ist, in nur drei Stunden den Zuschauern nahezubringen, worum es hier wirklich geht. Dank Regisseur Allan Frankovich wird klar, dass es dabei um ein militärisch-geheimdienstlich organisiertes, auf „Knopfdruck“ aktivierbares Terrornetzwerk geht und nicht um „Geheimarmeen“ (ein verharmlosender Ausdruck).

2.1 THE RINGMASTERS (Die Direktoren der Arena)

Aus der “Intro” zum ersten Teil (The Ringmasters) im Originalton:

For 40 years secret terrorist organisations, many trained by western intelligence agencies, have manipulated the political control of European sovereign states by a campaign of terror and murder.” Originally part of a secret network these groups changed from defenders of state security into attackers of the established political order.” (Video 03:06)

Die politische Kontrolle „souveräner“ europäischer Staaten wurde also vierzig Jahre lang durch eine mörderische Terrorkampagne untergraben (manipuliert), wobei die ausführenden Untergrund-Organisationen von westlichen Geheimdiensten für diese Zwecke ausgebildet wurden.

Die Brisanz bzw. Aktualität dieser Feststellung nach dem „Charlie Hebdo“ Theater liegt auf der Hand

Die Aussage des zweiten Satzes des englischen Originaltons muss man insofern hinterfragen, als die Bedeutung des Begriffes „Staatssicherheit“ vorher definiert werden müsste, weil dieser natürlich von den Urhebern der „Gladio“-Strukturen für ihre kriminellen Zwecke missbraucht wurde. Hier wurde nicht „Sicherheit“ verteidigt, sondern Machterhalt bzw. die „etablierte politische Ordnung“ („oben“ regiert „unten“ und „rechts“ unterdrückt „links“…), was im Politjargon „Stabilität“ genannt wird.

Die BBC-Doku ist auch deshalb einzigartig, weil sie sich hauptsächlich auf Aussagen von Personen stützt, die selbst in das geheime Netzwerk involviert waren. Dazu gehören Angehörige der Polizei, der militärischen und zivilen Geheimdienste, Beamte und Minister sowie Staatsanwälte und andere ermittelnde Behörden ebenso wie die (häufig naiven) menschlichen „Werkzeuge“ der Drahtzieher von Gladio.

Aber auch einer der „Terroristen“ selbst kommt darin zu Wort: Vincenzo Vinciguerra, verurteilt für das Bombenattentat in Peteano, gab nach seiner Inhaftierung britischen Journalisten mehrere Interviews. Er beschreibt Gladio so:

Es sind Parallelstrukturen, eine unsichtbare Kampftruppe, die nicht für den Krieg gegen einen hypothetischen, äußeren Feind vorbereitet wird, sondern für den Einsatz im „Inneren“ gegen die – wie das Militär immer sagte – „Fünfte Kolonne der Sowjetunion“, die kommunistische Partei und die extreme Linke.“

Wie wir noch sehen werden, war aber nicht nur die „extreme“ Linke im Visier des „geheimen, unsichtbaren Staates“, sondern alle, die eine Änderung der Machtverhältnisse von „oben rechts“ nach „unten links“ ermöglichen konnten und wollten.

2.2 DIE PUPPENSPIELER

So heißt der zweite Teil der BBC-Doku (The Puppeteers) über das geheime Terror-Netzwerk Gladio. Davon die „Intro“ im Originalton:

Six years later (1986) an official report revealed the existence of an invisible government in Italy run by the state secret services and groups of political terrorists; it also identified a secret military and civilian organisation under which neo-fascists were allowed to commit atrocities against civilians for political motives.”

Sechs Jahre später enthüllte ein offizieller Untersuchungsbericht die Existenz einer unsichtbaren Macht (einer Art Parallelregierung) in Italien, die von Geheimdiensten und politischen Terroristen ausgeübt wurde; durch die Untersuchungen wurde ebenfalls eine geheime militärische und zivile Organisation aufgedeckt, in deren Auftrag Neo-Faschisten Gräueltaten gegen Zivilisten begehen durften, zur Erreichung politischer Ziele.“

vinciguerra_vincenzoUnd wieder hat Vincenzo Vinciguerra eine wichtige Aussage gemacht, die erkennen lässt, welche Motive hinter dem Attentat von Peteano steckten, das er selbst geplant und ausgeführt hat:

Peteano war eine Kriegserklärung [gegen den staatlichen Machtapparat] mit einem sehr einfachen Motiv:

Die politischen Kräfte, die sich der Geheimdienste, der Polizei, etc. bedienen, haben die faschistischen Gruppierungen in Italien seit langem manipuliert, schon seit 1945. Peteano war eine symbolische Auflehnung gegen diese Manipulation, eine Vergeltungsaktion gegen den Staat.“

Der größte „Knall“ während des Gerichtsverfahrens zur Aufklärung des Peteano-Anschlages war aber die Aussage Vinciguerras, diese geheimen Machtstrukturen in Italien seien verbunden mit ausländischen westlichen Geheimdiensten, vor allem der CIA. (53:42 Casson Interview)

Dies bestätige auch General Gianadelio Maletti, ehemaliger Geheimdienst-Chef in Italien von 1971-1975, während des Strafprozesses über den Bombenanschlag auf der Piazza Fontana (1969). Er sagte, die CIA wollte einen Nationalismus erschaffen, „der den Linksruck in Italien aufhalten sollte und für diesen Zweck, habe man auch rechts-extremen Terror eingesetzt. Das sei wohl auch in anderen Ländern so gewesen.“

Vinciguerras Beschreibung der Gladio-Strukturen im Prozess war so detailliert, dass die Hintermänner im italienischen Geheimdienst in Panik gerieten, weil sie gedacht hatten, die Organisation in einzelne „Zellen“ (wo jede nur so viel erfährt, wie sie zur Ausführung ihrer Aufgaben braucht – „need to know“) hätte diese Einsichten verhindert.

RECHTER TERROR – AUF LINKS GEBÜGELT

Die Bombenattentate (der als Werkzeuge benutzten „kleinen“ Faschisten) sollten aber nicht nur „Terror“ (also große Angst und Abscheu) auslösen, sondern vor allem den „Linken“ in die Schuhe geschoben werden. In Italien hatten die Kommunisten und Sozialisten nach dem Krieg großen Zulauf (kein Wunder, bei der großen Armut in weiten Teilen der Bevölkerung und einer quasi feudalen Herrschaft der Oberschicht, die von Adel, Kirche und Mafia unterstützt wurde).

Nach Umfragen war 1948 mit einem Stimmenanteil von 30% zu rechnen, während die Christdemokraten nur mit etwa 25% rechnen konnten. Die „rote Gefahr“ wäre also als stimmenstärkste Partei in der Lage gewesen, eine Koalition zu bilden und damit wären „Kommunisten“ in die Regierung gekommen – für die Fanatiker des kalten Krieges eine Horrorvorstellung. Das musste um jeden Preis verhindert werden – was dann auch geschah.

In der ersten Phase verübten die Neo-Nazis (als Werkzeug der geheimen Strukturen) Bombenattentate, um die „Linke“ zu diskreditieren und politisch zu schwächen: jeder Versuch von Sozialdemokraten, mit den Kommunisten eine Partei der nationalen Einheit zu bilden, sollte dadurch unterbunden werden.

In der zweiten Phase wurden (nachdem die Studenten 1968 radikalisiert wurden) dann linke „militante“ Gruppen infiltriert, manipuliert und radikalisiert. Diese subversive Form der „Organisation“ wird im dritten Teil der BBC-Doku von mehreren Insidern bestätigt. Darunter Oswald le Winter, ehemaliger CIA Agent:

Baader-Meinhof, die Roten Brigaden, Action direct, etc. sie wurden alle von den Geheimdiensten penetriert und missbraucht…

(Hermann Scheer zu den Gladio Enthüllungen in Italien)

2.3 THE FOOTSOLDIERS (die benutzten, menschlichen „Werkzeuge“)

aldo-moro-sequestratoBRNeben dem Bombenterror in Belgien (Brabant Massaker) und der Aufdeckung faschistischer Trainingslager für Jugendliche in den Ardennen, steht die Entführung und Ermordung des italienischen Premierministers Aldo Moro im Mittelpunkt des letzten Teils der BBC-Doku. Auch sie wurde ja zunächst den Roten Brigaden zur Last gelegt, diese Tat konnte aber nicht ohne Mitwirkung des italienischen Sicherheitsapparates stattfinden, wie im Film auch gezeigt wird. Laut Vinciguerra

waren alle Mitglieder der Roten Brigaden der Polizei und den Geheimdiensten bestens bekannt“

und einer der Gründer der Gruppe (die beide während der Entführung Moros in Haft waren) sagt aus, dass der Geheimdienstagent, der die militante Organisation infiltriert hatte, [Mario Moretti] sich so viel Vertrauen erschlichen hatte, dass man ihn zum Leiter der militärischen Ausbildung machen wollte.

Diese Erkenntnisse sollten uns auch in der Gegenwart dazu verhelfen, die Märchen über derzeit aktuelle „Terrorgruppen“ zu durchschauen …

CIA-SCHATTENTHEATER: BRIGATE ROSSE  (DIE MARIONETTEN)

Mario MorettiDie Roten Brigaden hatten enge Beziehungen zu einer Sprachschule in Paris mit dem Namen „Hyperion“. Deren Gründer waren Corrado Simioni, Duccio Berio und Mario Moretti.

Simoni hatte für die CIA in ihrem Propagandasender Radio Free Europe gearbeitet Duccio Berio war Informant für den italienischen Geheimdienst, Moretti beschaffte Waffen und war ebenfalls ein „asset“ der CIA. (Er war der Organisator der Moro Entführung und hat ihn auch persönlich erschossen. In einem Polizeibericht war zu lesen: „Hyperion sei [zu dieser Zeit] das wichtigste CIA-Büro in Europa“.

Nur wenige Wochen vor der Moro Entführung im März 1978, hatte Hyperion eine Zweigstelle in Italien eröffnet, die kurze Zeit später wieder geschlossen wurde. Aldo Moro war eine „Gefahr“ für die faschistischen Verschwörer, weil er mit den Kommunisten eine Einheitsregierung bilden wollte, um damit die zermürbende, politische Instabilität zu beenden. Nach einem Besuch in Washington hatte er seiner Frau erzählt, dass ihn Henry Kissinger davor gewarnt habe, diesen Weg weiterzuverfolgen. Er werde dafür „teuer bezahlen“ und solle den Anweisungen der US-Regierung folgen, wenn seine Frau nicht „Jackie Kennedy Gesellschaft leisten“ solle.

The Sphinx MorettiMoretti wurde erst Jahre später [nach Moros Tod] festgenommen, obwohl lange bekannt war, dass er die Entführung organisiert hatte. Seine „mehrfach lebenslängliche“ Haft wurde nie umgesetzt, er wurde vom Präsidenten persönlich begnadigt und 1998 freigelassen. 1984 kam der venezianische Untersuchungsrichter Carlo Mastelloni zu dem Schluss, dass die Roten Brigaden Waffen über die PLO erhalten hatte. Diese wiederum fungierte nur als „conduit“ für die CIA, wie andere Untersuchungen ergaben.

Ich schließe daraus, dass auch die PLO letztlich ein manipuliertes Gewaltinstrument westlicher Politik war, wie es später eben „Al Kaida“, AQAP, Boko Haram, ISIS, usw. sind. Aus legitimen Widerstandsgruppen (gegen ausländische Aggression, Besatzung) wurden brutale „Extremisten“ gezüchtet, die man zu Terroranschlägen (und heute sogar Bürgerkriegen und ethnischen Säuberungen) anstachelt, um damit bestimmte politische Ziele zu erreichen. Man erschafft ein „Monster“, das man als politische Waffe einsetzen kann, und damit wird dann die eigene Gewalt und Skrupellosigkeit legitimiert … 

Nach Moros Ermordung veröffentlichte der Journalist „Mino“ Pecorelli (1978) mehrere Artikel, in dem von einer „strahlenden Supermacht“ im Hintergrund die Rede ist, die die Roten Brigaden gesteuert habe. Ein Jahr später war auch Pecorelli tot. Man fand ihn erschossen in Rom auf.

DallaChiesaEbenso erging es dem Chef der Carabinieri, General Carlo Alberto Dalla Chiesa, der allem Anschein nach Pecorelli einige Briefe von Moro zugespielt hatte, die die Existenz der Gladio-Strukturen offenbarten. Er wurde nach Sizilien versetzt und dort von der Mafia 1982 ermordet. Thomas Buscetta, ein Informant aus Mafiakreisen, sagte 1979 unter Zeugenschutz aus, Andreotti habe beide Morde angeordnet, um sich selbst zu schützen.  In der BBC-Doku sind die Worte von Francesco Cossiga (Innenminister zum Zeitpunkt von Moros Tod) äußerst verräterisch: „…als ich die Entscheidung traf, die mir über Nacht weiße Haare bescherte, Moro zu opfern, um die Republik zu retten … 

Das internationale Netzwerk der Freimaurer, speziell die Loge „P2“ in Italien, hatte eine wichtige Rolle in diesem deep state. „Oswald le Winter“, der CIA Agent, beschreibt P2 in der BBC-Doku so:

“… a wholly owned subsidiary of the company (CIA)… for the furtherance of American aims and politics in Western Europe”

Vinciguerra (einer der intelligentesten „Terroristen“, von denen ich je gehört habe) beschreibt die Ziele der politischen Hintermänner so:

Destabilisierung (das Code-Wort für Subversion, Terror und Mord) um zu „stabilisieren“: Spannung in einem Land zu erzeugen um konservative, reaktionäre soziale und politische Tendenzen zu stärken.“

Extreme Gewalt, die man der Linken in die Schuhe schiebt um die eigenen Maßnahmen zu rechtfertigen …

Der eskalierende Bombenterror („Strategie der Spannung“) in Zahlen (nur für Italien):

1968: 147 Anschläge … 1969: 398 Anschläge …. 1978: 2.500 Anschläge

DIE BEWEISE VERDICHTEN SICH

1990 erhielt der venezianische Untersuchungsrichter Casson von Premierminister (Andreotti) die Erlaubnis, die Archive des italienischen Militär-Geheimdienstes (SISMI) zu untersuchen. Dort fand er ausreichende Beweise für die Existenz des Gladio-Netzwerkes und für die Verbindungen zur NATO und der amerikanischen Regierung (die von der CIA dominiert wird).

Im August musste Andreotti schließlich vor dem Parlament zugeben, dass Gladio existiert, behauptete aber die geheimen Strukturen wären 1972 aufgelöst worden (diese Lüge wurde aber schon bald von der italienischen Presse entlarvt). Daraufhin räumte der italienische Premier schließlich auch ein, dass Gladio mit der NATO verknüpft war.

Dazu schreibt Daniele Ganser: (Wie Andreotti enthüllte, war Gladio gut bewaffnet):

Die Ausrüstung (von der CIA zur Verfügung gestellt) war in 139 Verstecken im ganzen Land verstreut: in Wäldern, Wiesen und sogar unter Kirchen und Friedhöfen vergraben. Nach Angaben von Andreotti gehörten dazu „tragbare Waffen, Maschinengewehre, Munition, Sprengstoff, Phosphorbomben, Handgranaten, Messer und Dolche, 60 mm Mörser, 57 mm rückstoßfreie Gewehre, Scharfschützen-Gewehre, Funkgeräte, usw.“

In der BBC-Doku ist zu sehen, wie ein italienischer Priester, Pater Giuciano, davon erzählt, wie neben seiner Kirche ein solches Waffenlager ausgehoben wurde, als Folge der Aussagen von Andreotti. Dieser leugnete jedoch, dass die Gladio-Strukturen etwas mit den Terroranschlägen in Italien zu tun hätten (kein Wunder: die „Christ-Demokraten“ waren ja selbst Teil dieser Machenschaften (siehe dazu auch die Entführung und Ermordung von Aldo Moro) und deren größte Profiteure …)

Doch eine parlamentarische Untersuchungskommission in Italien räumte im Jahr 2000 alle Zweifel an der Beteiligung von “Gladio” an den Terroranschlägen endgültig aus:

Diese Massaker, diese Bombenanschläge, diese militärischen Aktionen wurden organisiert, gefördert und unterstützt von Männern aus den staatlichen Institutionen Italiens und – wie erst kürzlich entdeckt wurde – von Männern, die zu den geheimdienstlichen Strukturen der Vereinigten Staaten gehören.“ (Ganser, Seite 14)

Ein größerer Skandal wurde wieder einmal mithilfe der Medienschafe verhindert, weil deren Aufmerksamkeit schon bald von Italien weg in den Nahen Osten gelenkt wurde.

Fast zeitgleich mit den Enthüllungen Andreottis begann Saddam Hussein seine Invasion von Kuwait (nachdem ihm die USA dafür scheinbar „grünes Licht“ gegeben hatte. Mit diesem konstruierten „Sarajewo“ des dritten Jahrtausends wurde ja dann der Golfkrieg eingeleitet und (durch weitere Lügen) legitimiert.

GLADIO IST INTERNATIONAL

Doch in anderen Ländern ging der Skandal weiter: in Griechenland gab Ministerpräsident Papandreou zu, dass auch in seinem Land solche geheimen Strukturen existierten. In Deutschland wurden Schockwellen ausgelöst, als bekannt wurde, dass ehemalige SS-Offiziere in die deutsche Version von Gladio involviert waren. Andere Länder folgten (wie Portugal und Spanien, wo der ehemalige Verteidigungsminister das sarkastische Bonmot fallen ließ:

„Es ist doch kindisch zu fragen, ob unter dem Diktator Franco eine geheime, faschistische Armee im Land existiert hat, weil „bei uns „Gladio“ die Regierung (selbst) war.

aber nur in Belgien, der Schweiz und Italien wurden Untersuchungskommis-sionen eingesetzt.

Das belgische Parlament entdeckte, dass diese geheimen, paramilitärischen Netzwerke noch immer aktiv waren. Sie fanden Unterlagen, die bestätigten, dass noch am 23. und 24. Oktober 1990 ein geheimes Treffen in Brüssel stattgefunden hatte und zwar unter dem Vorsitz von General Raymond Van Calster, dem Chef des belgischen Militärgeheimdienstes SGR.

Francois Mitterand (nicht umsonst in Frankreich als „Sphinx“ bezeichnet) behauptete, in Frankreich sei dieses Netzwerk längst aufgelöst worden,

de_gaulle(doch dessen Beteiligung – mit dem erz-katholischen, fanatischen Offizier Yves Guerin-Serac als Terror-Paten – an den dutzenden, gescheiterten Attentaten auf Präsident Charles de Gaulle hat er vergessen zu erwähnen; Präsident de Gaulle wollte die Kolonie Algerien in die Unabhängigkeit entlassen, was die französischen Offizierseliten als neuerliche Schmach, nach dem Verlust von “Indochine“ (Vietnam) ansahen und ihn dafür hassten. Diese Gefühle wurden von den USA instrumentalisiert, denn de Gaulle war auch für Washington ein Dorn im Auge.

Er erkannte, dass durch die NATO Westeuropa zum politisch-militärischen Vasall Amerikas degradiert wurde und er begriff auch, welche amerikanische Schlange er hier ins französische Haus gelassen hatte. In der Folge warf de Gaulle die NATO-Kanaille deshalb aus Frankreich hinaus, worauf sie bekanntlich nach Brüssel zog und heute die Militarisierung Europas gegenüber Russland u.a. vorantreibt.)

wurde aber von den Aussagen Andreottis Lügen gestraft: Er sagte, die Franzosen (von Gladio) hätten an dem jüngsten Treffen in Brüssel auch teilgenommen.

ENGLAND: PERFIDE ALBION

In totales Schweigen hüllten sich britische Regierungsmitglieder – kein Wunder, war der britische Geheimdienst MI6 doch die „andere Hälfte“ der Gladio-Geburtshelfer in Europa:

Wie ein ehemaliger CIA-Agent in der BBC-Doku erzählt,

war von Anfang an Gladio in zwei Einflussbereiche unterteilt: einen britischen und einen amerikanischen, das wurde bei dem Abkommen zwischen Allan Dulles (Chef der OSS, später CIA) und Sir Stuart Menzies (damals Chef von MI6, dem britischen Auslandsgeheimdienst) ausgehandelt …“.

Ganser Gladio mapDie USA waren also „pro-aktiv“ (subversiv) zuständig für: Deutschland, Frankreich, die nordischen Staaten, Griechenland, Türkei und Italien; aber auch in den neutralen Ländern (Schweiz, Österreich, Finnland) wurden subversive, anti-demokratische Strukturen etabliert.

Die britische Regierung „kümmerte sich“ im speziellen Sinn um die Niederlande, Belgien, Dänemark, Portugal und Spanien.

Das große Schweigen aus London wurde aber nicht zuletzt durch eine Ausstellung im Imperial War Museum in London entlarvt, in der die Existenz dieser geheimen Strukturen („Secret Wars“) bestätigt wurde. Kurze Zeit später bestätigten zwei ehemalige Mitglieder der Marine, dass sie in der Nähe von Portsmouth (in Fort Monckton) gesehen hätten, wie MI6 und SAS ausländische „Gladiatoren“ trainiert hatten. Dies wurde auch durch investigative Reportagen der britischen Presse untermauert.

S.A.S emblem

SAS Emblem

Die Rolle der „Eliteeinheit“ SAS (elitär im Sinne von jemand, das sich als „auserwählt“ betrachtet, für den Staat Verbrechen zu begehen, also eine Art britische SS) im Training von Terror-Gladiatoren war erheblich und wird auch in der BBC-Doku erwähnt. Sie spielte auch eine zentrale Rolle bei der Anlage der Waffenverstecke in West-Deutschland. Diese Informationen kamen im Zuge der schweizerischen Untersuchungskommission zu Gladio ans Licht (dort hieß die Einheit P26). Die Ironie dabei war, dass die britische Regierung (jedenfalls ihre Geheimdienste) offenbar mehr über die geheime P 26 Truppe wusste, als die Regierung in Bern (was natürlich auch eine Schutzbehauptung sein könnte).

Gladio logo

Gladio Emblem

Nach Angaben eines ehemaligen Mitgliedes von P 26, Alois Hurlimann, wurden im Zuge der militärischen „Übungen“ auch echte Einsätze durchgeführt: Er habe im Mai 1984 an einem solchen, geheimen Training in England teilgenommen, bei dem ein echter Angriff auf ein Waffenlager der IRA durchgeführt wurde. Dabei sei mindestens ein IRA-Mitglied getötet worden. (Ganser, Seite 45)

Zur Frage, wieviel die Regierungsmitglieder dieser Länder davon wussten, sagt der ex-CIA Mann (Oswald de Winter):

Nur Leute, die amerikanischen politischen Zielen freundlich gesinnt waren, wurden informiert. Die anderen wussten gar nichts.“

Na, das ist ja nicht wirklich eine Überraschung. Man muss sich heute nur fragen, zu welcher Kategorie gehört wohl Merkel?

(Deutschlands Rolle im Gladio-Netzwerk ist eine eigene Geschichte …)

DIE REAKTION DER EU

Insgesamt waren (mindestens) 12 EU-Länder betroffen und am 22. November 1990 wurde der Skandal im europäischen Parlament debattiert und dann eine Liste von Forderungen beschlossen, die zu einer Aufklärung und Strafverfolgung führen sollten.

Doch wie Daniele Ganser in seinem Buch so treffend feststellt: Der Hund bellte laut, er biss aber nicht.

Bis heute wurde keine der acht Forderungen wirklich erfüllt und von einer Rechenschaft oder Strafverfolgung der verantwortlichen Politiker, Militärs, Geheimdienste, etc. kann keine Rede sein.

DIE REAKTION DER NATO (North Atlantic Terror Organisation?)

Gladio CottrellDie Reaktionen von NATO, CIA und MI6 sind ebenfalls nur als schändlich zu bezeichnen. Zuerst bestritt der NATO Pressesprecher alle Vorwürfe (eigentlich Tatsachen), doch später gab er indirekt die Involvierung zu.

NATO-Generalsekretär Manfred Wörner hat am 7. November 1990 in einer geheimen Sitzung mit 16 NATO-Botschaftern bestätigt, dass seit 1952 SHAPE (Vorgänger von NATO) die Aktivitäten von Gladio koordiniert habe. Dieser spezielle Planungsstab wurde von amerikanischen Militärs geleitet, unterstützt von britischen und französischen Kollegen und natürlich war auch CIA immer dabei.

Diese Informationen stammten von General John Galvin, damals SACEUR, der ranghöchste NATO-Offizier in Europa und wurden an die spanische Presse weitergegeben. Man gab zu, dass SHAPE die Zentrale für Gladio war, aber mehr nicht. Ansonsten hieß es immer „kein Kommentar zu Geheimsachen“.

Laut Ganser ergaben weitere Recherchen, dass Gladio über das CPC (Clandestine Planning Committee) bzw. das untergeordnete ACC (Allied Clandestine Committee) gesteuert wurde. Der italienische General Paolo Inzerilli (Kommandeur von Gladio zwischen 1974 und 1986) sagte vor Gericht aus, dass „die allgegenwärtige USA“ das CPC stets dominiert habe, das vom SACEUR ins Leben gerufen wurde.

Laut General Gerardo Serravalle (Gladio-Kommandeur von 1971-1974 und ebenfalls in der BBC-Doku zu sehen) waren die Mitglieder des CPC (Offiziere) für die geheimen Strukturen in den jeweiligen Ländern verantwortlich.

Die Schnittstelle zwischen SHAPE und den zivilen Geheimdiensten wurde von „ITAC“ ausgefüllt, das nominell zum US-Militär gehörte, aber in Wahrheit immer von CIA-Leuten besetzt war (siehe dazu BBC-Doku, Teil 2). Die Besprechungen dieser höchsten Exekutivorgane fanden ein- bis zweimal jährlich in Brüssel statt.

Die CIA hat auf Anfragen immer die gleiche Antwort parat: „Wir können diese Angaben weder bestätigen noch widerlegen…“

fascist-us-flagSchließlich tauchten geheime SHAPE-Dokumente auf, aus denen hervorging, dass „extrem-rechte“ Gruppen (sprich: Nazis) vor Strafverfolgung geschützt werden müssen, weil sie im Kampf gegen den Kommunismus sehr nützlich seien. Demnach existiert ein geheimer Appendix zu den NATO-Beitrittsverträgen, wonach sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, politische Verbrechen dieser Dual-Use-Faschisten strafrechtlich NICHT zu verfolgen. (Was so manche seltsamen Vorgänge in Deutschland erklären könnte …)

Obwohl es mittlerweile also eindeutige Aussagen von Beteiligten des Netzwerkes gibt, wird weiterhin so getan, als ob diese Verbrechen nie stattgefunden hätten, was ja im Fall der USA „normal“ ist … (Pinter, again …)

Als Schlusswort dieses Artikels soll ein aufschlussreiches Statement aus dem Untersuchungsbericht des italienischen Parlaments (1995) dienen:

Puppetmasters coverMan kommt ohne jeden Zweifel zum Ergebnis, dass Elemente der CIA in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre eine massive Operation begonnen haben, in der unter Einsatz aller Mittel, die Ausbreitung von linken Bewegungen europaweit verhindert werden sollte.“

Diese Operation hat nie aufgehört ….(und schon viel früher angefangen ..)

Mehr interessante Bücher über Gladio (speziell über Italien)

  • GLADIO: THE SECRET U.S. WAR TO SUBVERT ITALIAN DEMOCRACY – ARTHUR E. ROWSE
  • THE BLACK PRINCE AND THE SEA DEVILS – JACK GREENE AND ALESSANDRO MASSIGNANI
  • PUPPETMASTERS: THE POLITICAL USE OF TERRORISM IN ITALYPHILIP P. WILLAN

 

 

 

 

Ukraine (9): Der Altar des Teufels

Das neue Gesicht der Demokratie

Das neue Gesicht der Demokratie

Heute wurde also in der Ukraine „gewählt“. Was für eine ungeheuerliche Farce wird der Welt hier präsentiert.

Im Südosten zieht die eingesetzte „Regierung“ mit gepanzerten Fahrzeugen, Kampfhubschraubern und privaten Söldnern gegen die eigene Bevölkerung zu Felde, weil diese sich weigert einem Putsch-Regime  aus Neo-Liberalen und Neo-Nazis zu gehorchen.

Aber diese massive, militärische Gewalt im Inneren, die sonst immer typisch für „Diktatoren“ ist, die Kritik nicht dulden, heißt jetzt plötzlich „für Ordnung sorgen“.

Washington ist Herr der Definitionen: Wann Gewalt „gut“ ist, bestimmt das Imperium …

In Odessa lag die Wahlbeteiligung bei 12%.

Kann das verwundern, nach dem Massaker am 2. Mai? Was ist an diesem Tag wirklich passiert? Die Tatsache, dass es dazu in inseren Medien ein „blackout“ gibt, kann nur bedeuten, dass hier ein ungeheuerliches Verbrechen vertuscht werden soll.

Nach Angaben der Organisation Oriental Review, die sich auf Informationen eines Insiders, sowie zahlreiche Videos und Zeugenaussagen stützt, gibt es für die dramatischen Ereignisse in Odessa folgende Erklärung:

DIE  PLANER

"Präsident" Turchinov

„Präsident“ Turchinov

Zehn Tage vor dem Massaker traf sich in der Hauptstadt Kiew das „Planungskomitee“ dieses ungeheuerlichen Verbrechens. Dazu gehörten:

    • der interimsmäßige „Präsident“ Alexander Turchinov (ehemaliger SBU-Geheimdienstchef u. Kumpane von Yulia Tymoshenko)

    der Vorsitzende des Nationalen Sicherheits- u. Verteidigungsrates Andriy Parubiy (Mitbegründer der Neo-Nazi Partei Svoboda)

  • der „Innenminister“ Arsenij Avakov (verurteilter Steigbügelhalter für die korrupte Oligarchin Yulia Tymoshenko)
  • der Chef des Geheimdienstes Valentin Nalivaychenkoeh

DIE AKTEURE DES INSZENIERTEN DRAMAS

1 UNA-UNSO

bandera colours with fake st george ribbonDas sind paramilitärische Einheiten, also der „bewaffnete Arm“ (man könnte auch sagen, eine Art „SA“) der Neo-Nazi Parteien, die ihre Hochburg im Westen des Landes, in Galizien haben und den Sicherheitsapparat des Landes kontrollieren; erkennbar sind sie an den roten Armbändern aus Plastik, die ihre Mitglieder bei kriminellen Aktionen tragen; ihre Aufgabe in Odessa bestand darin, Gewalt auf den Straßen zu provozieren und zwar so, dass diese Aggression in den Augen der Öffentlichkeit den „pro-russischenAktivisten zugeschrieben wird.

(Deshalb hat der Mann auf dem Bild unter der linken Schulter auch ein  orange-schwarz gestreiftes Victory-Bändchen angeheftet)

Mit anderen Worten – es sollte so aussehen, als ob die „anti-Maidan“ (AM) Bewegung, (also die Gegner der faschistischen Putsch-Regierung in Kiew, die für regionale Selbstbestimmung eintreten) Auslöser der Gewalt waren und dass man sich gegen solche „Terroristen“ natürlich wehren müsse, die das Land (dargestellt als Agenten Putins) spalten wollen.

Auf dem Kulikovo-Platz spielten sie eine besonders infame Rolle: sie kamen als erste zu den Zelten der Regierungsgegner, die vor dem Gewerkschaftsgebäude seit Wochen friedlich campierten. Dort „warnten“ sie (scheinbar) die Protestbewegung vor den herannahenden Neo-Nazi Horden und aufgehetzten Fußballfans, worauf sich die AM zum Großteil im Gebäude versteckten.

(Was mich auf den Videos immer gewundert hat, dass in dem Moment, wo die aufgehetzten Horden bei den Zelten ankommen und diese anzünden, wenig Vertreter der Protestbewegung zu sehen sind; jetzt wird klar warum – eben weil diese schon im Gewerkschaftshaus Schutz gesucht hatten).

2 DIE „PRO-MAIDAN“ Kämpfer (PM)

Parubiy with Volkov in Odessa 3Also mit nationalistischen Parolen indoktrinierte (und im Straßenkampf trainierte) Leute, die glauben, sie kämpfen für „Demokratie“, aber auch Kriminelle und anderes Gesindel wurden ebenfalls in Odessa als Werkzeug eingesetzt und zwar unter der Führung von Sergei Pashinsky, der so etwas wie die rechte Hand des selektierten Präsidenten ist. Am 29. April ließ sich Andrej Parubiy (links im Bild)  seelenruhig dabei filmen, wie er schusssichere Westen und anderes Material zur „Selbstverteidigung“ an die „Patrioten“ in Odessa verteilte. Der ukrainische Text zu diesem Video wurde von Google-Translator so übersetzt:

Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine überreichte den diensthabenden Freiwilligen an den patriotischen Kontrollpunkten der Zufahrten nach Odessa modernste Schutzausrüstung der fünften Generation.“                                      

(Originaltext: СекретарьСоветанациональнойбезопасностииобороны Украиныподарилдобровольцам, дежурящимнапатриотическихблок-постахнавъездевОдессусовременныебронежилеты 5-гоклассазащиты.)

Parubiy unterhält sich in diesem Clip mit einem sehr dicken Mann in Tarnkleidung. Derselbe Mann ist auch in mehreren Videos zu sehen, die am 2. Mai auf dem Kulikovo-Platz aufgenommen wurden und zeigen, wie er (mit schusssicherer Weste) mehrfach Schüsse auf das Gewerkschaftsgebäude abgibt (man sieht nicht, worauf er genau zielt). Dann sieht und hört man ihn telefonieren bzw. „melden“, dass „diese Leute bewaffnet seien und er schon vier seiner Leute verloren hätte“. Es soll also der Eindruck erweckt werden, dass einige der AM, die im Gebäude eingesperrt waren, sich mit Waffengewalt gewehrt haben, was völlig aus der Luft gegriffen ist.

Mykola VolvovSein Name ist Mykola Volkov. Er ist ein lokaler Krimineller, der mehrfach im Gefängnis gesessen hatte und offensichtlich werden solche Leute als nützlich im Kampf gegen die eigene Bevölkerung angesehen, die sich weigert, die Putschregierung in Kiew zu akzeptieren. Warum Volkov sich bei seinen Schüssen auf angeblich bewaffnete AM-Aktivisten filmen ließ, dürfte mittlerweile klar geworden sein.

Es befanden sich aber vermummte Personen auf dem Dach (mit roten Armbändern), die tatsächlich geschossen haben. Volkov war also offenbar ein Werkzeug auf „need-to-know“ Basis. Um die Illusion der patriotischen „Selbst-Verteidigung“ aufrecht zu erhalten, könnte es natürlich sein, dass er und andere nicht wussten, wer die Schützen auf dem Dach wirklich waren. Nur eine kleine Gruppe „ganz oben“ war über alle Details der geheimen Operation informiert, das ist ja auch bei solchen „covert operations“ üblich ….

3 DER ZIONISTISCHE MAFIA-OLIGARCH

Gesinnungs-T-Shirt ...

Gesinnungs-T-Shirt …

Ihor Kolomoiskiy, wird als Drahtzieher der Operation „Ha’ola“ in Odessa angesehen. Er gehört zu den brutalsten, skrupellosesten und reichsten „Geschäftsleuten“ der Ukraine, der sogar russischen Oligarchen (die ja selbst nicht gerade zimperlich sind) noch schlaflose Nächte bereitet, weil er sie – ohne mit der Wimper zu zucken – betrügt.

Kolomoiskiy hat (ebenso wie der „Schokoladenkönig“ und jetzige Präsidentschaftskandidat Pyotr Poroshenko) einen zweistelligen Millionenbetrag in die Inszenierung der „Fata Maidana“ investiert und davor spendierte er auch eine beträchtliche Summe für die „Orange Revolution“ des Jahres 2004. Er kann es sich leisten, gilt er doch als der drittreichste Mann der Ukraine (geschätztes Vermögen etwa 3-4 Milliarden Dollar)

Der jüdische Oligarch, der sowohl die ukrainische als auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt, wird der ukrainischen Mafia zugeordnet und wurde von der illegitimen Putschregierung in Kiew im März 2014 zum „Gouverneur“ der Region Dnjepropetrovsk ernannt. Er verfügt über eine Privatarmee, also hochbezahlte, bewaffnete Söldner die seinen Befehlen gehorchen und seit seinem Amtsantritt finden auch die Neo-Nazi Schlägertruppen des Pravy Sektors bei ihm neue „Beschäftigungsmöglichkeiten“.

Dazu gehört auch das „Dnjepr-1“Battalion, das in Odessa eingesetzt wurde, mit Zustimmung der Behörden in Kiew. Kolomoiskiy hat auch eine Kopfprämie von zehntausend Dollar ausgesetzt, für jeden „pro-russischen Separatisten“, der ermordet wird.

An den Zufahrtsstraßen nach Odessa wurden Straßensperren errichtet, die von PM-Milizen „gesichert“ waren. Sie standen unter dem Kommando der ranghöchsten Söldner des „Dnjepr 1“ Batallions, das mit den Schocktruppen des Pravy Sektors (aus dem Westen der Ukraine) gemeinsame Sache machte.

Insgesamt waren etwa 1.500 bewaffnete, paramilitärische Kräfte an diesem Tag in Odessa unterwegs, die aus anderen Teilen des Landes gekommen waren.

Wenige Tage nach dem Massaker im Gewerkschaftshaus wurde ein enger Geschäftsfreund Kolomoiskiys, Igor Palitsa zum Gouverneur der Region Odessa ernannt. Man muss schließlich sichergehen, dass bei den „Ermittlungen“ über die Verbrechen des 2. Mais die „richtigen“ Leute an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Kolomoisky gerät immer wieder in die Schlagzeilen, so wurde er von türkischen Behörden festgenommen, weil auf einer seiner Yachten minderjährige Prostituierte als „Unterhaltung“ für die Gäste dienten und selbst bei internationalen Jüdischen Organisationen, in denen es vordergründig um „Gemeinschaft“ gehen soll, reißt der ukrainische Pate die Macht an sich, indem er dafür sorgt, dass er zum Vorsitzenden bestimmt wird.

rabinovitchAuch in der Wahl seiner Freunde ist er nicht zimperlich: zu ihnen gehört z.B. Vadim Rabinowitz, der auf der „No-Fly-List“ der USA steht, weil er in illegalen Waffenhandel verwickelt war. Auch in der Ukraine selbst wurde er verurteilt und 1999 des Landes verwiesen (Vorübergehender Entzug der Staatsbürgerschaft, er hat aber auch einen israelischen Pass).

Was ihn aber nicht daran hindert – oder sollte man nicht besser zynisch sagen – im Gegenteil geradezu befähigt – heute als Präsidentschaftskandidat für die Ukraine in Erscheinung zu treten. Rabinowitch ist ein “Medienzar“ in der Ukraine und besitzt, wie alle Oligarchen, einen eigenen Fußballklub.

Fazit: Die Grenze zwischen Business, Politik und organisiertem Verbrechen in der Ukraine gibt es nicht mehr … egal, wen die Leute „wählen“, die Machtstrukturen werden sich nicht ändern … dazu müsste eine echte Revolution stattfinden.

4 DIE POLIZEI VON ODESSA

dep police chief Dmitry Fuchedze OdessaAls die ersten Videos aus Odessa auftauchten, fiel auf, dass es darunter Aufnahmen gab, in denen ein Polizeioffizier in Uniform sich mit den (scheinbaren) AM-Randalierern, also den Provokateuren mit den roten Armbändern unterhält. Dieser Mann wurde kurz darauf als Dmitry Fuchetsy identifiziert, der stellvertretende Polizeichef von Odessa. Angeblich wurde er bei den Zusammenstößen „verwundet“, wofür es aber keine Beweise gibt.

Er ist seit dem Massaker „verschwunden“ – niemand weiß, wo er sich aufhält. Fuchetsy und sein Vorgesetzter, Petr Lutsyuk waren für die Polizeiaktionen in Odessa verantwortlich und aus den zahlreichen Videos wird klar, dass die Polizei (jedenfalls die oberen Chargen) von den Plänen aus Kiew wusste und dabei mitspielte.

Die gesamte Polizeieinheit von Odessa wurde am 3. Mai „ausgetauscht“, auch der Polizeichef Lutsyuk.

Der 2. Mai wurde ausgesucht, weil an diesem Tag ein Fußballspiel zwischen Odessa und Metall Kharkov stattfand und es deshalb ursprünglich nicht auffiel, dass sich aufgeregte Ansammlungen junger Männer auf den Straßen herumtrieben, darunter auch die „Ultras“, also die Sympathisanten der Neo-Nazis. Außerdem waren viele Leute aus Odessa wegen des Mai-Feiertages nicht in der Stadt.

5 DIE FUSSBALL-FANS

metal kharkovHunderte Anhänger des Fußballvereins “Metall Kharkov“ kamen am 2. Mai auf dem Bahnhof in Odessa an. Die meisten von ihnen waren harmlos und wollten eben nur das Match verfolgen und ihrem Club Unterstützung geben. Doch unter ihnen befanden sich auch etliche Neo-Nazis, die in die geheime Operation eingeweiht waren. Der Verein gibt später eine Pressemeldung heraus, wonach seine Fans nicht an den Ausschreitungen beteiligt waren und zum Zeitpunkt der Eskalation bereits alle Fans auf dem Bahnhof waren bzw. sich im Zug befanden.

DIE  (MEDIEN-)SCHLACHT  BEGINNT

Vor Beginn des Fußballspiels strömten die Mitglieder des „1.Dnjepr-Battallions“ (die Oligarchen-Privatarmee) die Banden des Rechten Sektors und die PM in die Stadt, alle natürlich getarnt als normale Zivilisten. Die Polizei in Odessa hatte an diesem Tag den strikten Befehl erhalten, keine Autos anzuhalten, die Kennzeichen aus Kiew, Lviv oder Dnjepropetrovsk hatten.

Für den Nachmittag war ein Protestmarsch „für eine vereinte Ukraine“ geplant. Dazu versammelte sich die Menge am Sobornaya-Platz in der Stadtmitte. Die „Fußballfans“ wurden von den Provokateuren der Neo-Nazis so aufgehetzt, dass sie grölend durch die Stadt zogen und nationalistische Parolen brüllten. Der Marsch führte ganz bewusst zum Griechischen Platz, wo Barrikaden aufgebaut waren und die Konfrontation mit dem „anderen“ Lager stattfinden sollte.

false pro-russian PS impersonators among their partners in crimeDieses „andere Lager“ war eine Gruppe vermummter Randalierer, die sich (mit angehefteten, orange-schwarz gestreiften „Victory“-Bändern, die ein Symbol für den Sieg der Roten Armee über Hitler sind) aus der Alexandrovsky-Straße kommend, ebenfalls zum griechischen Platz bewegte. Sie verhielten sich extrem aggressiv, grölten obszöne Parolen und taten alles um auf sich aufmerksam zu machen. Diese Spezialeinheit (UN) sollte vortäuschen, dass es sich hier um wildgewordene „pro-russische Separatisten“ handelte. Damit die anderen Verschwörer sie aber als „Freund“ erkennen konnten, trugen sie – wie bereits erwähnt – die roten Bänder auf dem Arm.

Die UN-Provokateure sammelten sich dann in der Nähe eines Einkaufszentrums, wo sie gegen 19:20 Uhr von den „Patrioten“ der UNSA und des Pravy Sektors angegriffen wurden (man hat auf den Videos das Gefühl, das hier z.T. Scheinkämpfe, ähnlich wie ihn Filmen stattfinden). Die Polizei stand dazwischen mit einem lächerlich kleinen Cordon (vielleicht 20 Männer) und wurde mit Steinen, Molotov-Cocktails und Blendgranaten beworfen. Nachdem sie ihre Rolle erfüllt hatten, verschanzten sich die UN-Provokateure im Afina-Shopping Center, wo sie später von der „Polizei“ (den Insidern) abgeholt wurden.

PS thugs with dep police chief(Auch unter den Polizisten befanden sich Kollaborateure – sie trugen ebenfalls die roten Plastikarmbinden. Man sieht in dem Video auch, wie sich der Polizeicordon öffnet und einige Pro-Maidan Kämpfer durchlässt)

Die ukrainischen „Patrioten“, Neo-Nazis und „Verteidiger“ des Maidan bewegten sich nun, vollgepumpt mit Adrenalin, auf den Kulikovo-Platz zu, wo die Regierungsgegner seit Wochen friedlich in Zelten campierten und für regionale Selbstverwaltung, also ein föderatives System eintraten, das sich nicht mehr dem Diktat Kiews (und der Oligarchen dahinter) beugen wollte.

DAS MASSAKER IM GEWERKSCHAFTSHAUS (auf dem Kulikovo Platz)

From Hell Odessa 0205Während also die Aufmerksamkeit der Medien auf die Vorfälle am Griechenplatz gerichtet war (wo die inszenierte Straßenschlacht stattfand), schlichen Mitglieder des Pravy Sektor unbemerkt durch den Hintereingang in das Gewerkschaftsgebäude und versteckten sich im Keller bzw. auf dem Dachboden.

20:00 Einige UN-Provokateure fuhren mit dem Auto zum Kulikovo-Platz und taten so, als ob sie AM-Protestanten vor den marschierenden Neo-Nazis warnen wollten. Sie riefen „Sie werden euch umbringen!“ und lösten damit eine Panikstimmung aus, die die AM-Leute dazu brachte, im Gewerkschaftsgebäude Schutz zu suchen.

Odessa tents on fireEinige davon gingen in den Keller, wo die fanatischen Killer schon auf sie warteten. Sie wurden gefoltert, ermordet und verstümmelt. Andere flohen in die oberen Räume und verbarrikadierten sich, als sie sahen, wie der aufgehetzte Mob die Zelte vor dem Haus anzündete. Die Neo-Nazis stürmten in die Stiegenhäuser und hämmerten an die verschlossenen Türen. Dann kam das Gas: anscheinend wurde Napalm mit Benzin vermischt und daraus ein tödliches Giftgas hergestellt.

Odessa charred bodies on 3rd  floor without fireIn dem Gebäude haben sich unvorstellbare Szenen der Grausamkeit abgespielt. Menschen wurden erdrosselt, erschlagen, Körperteile abgehackt, sie wurden mit Gas vergiftet, in Brand gesteckt, usw. (siehe dazu: Über Leichen Gehen). Einige UN-Mörder haben dann Molotov-Cocktails aus dem Fenster geworfen, damit es so aussieht, als ob die AM-Leute selbst auch solche verwendet haben und das Feuer ein „Unglück“ war.

Während dieses Massakers war keine Polizei auf dem Kulikovo-Platz zu sehen.

Die Feuerwehr kam ebenfalls viel zu spät. Die „Patrioten“ hatten davor auch Feuerwehrfahrzeuge in ihre Gewalt gebracht und die Wasserversorgung des Gewerkschaftsgebäudes wurde sabotiert. Man wollte also sicherstellen, dass der Brand möglichst lange anhält, damit die Leichen bzw. die Todesursache nur mehr schwer zu identifizieren sind.

DER  ALTAR  DES  TEUFELS

Nach Angaben des Informanten wurde die geheime Operation unter dem Titel „Ha’ola“ geführt. Das ist ein Begriff aus dem Hebräischen, der soviel wie „Altar für das Brandopfer“ bedeutet.

Odessa victims only shoulders and heads charredNach dem grausamen Massaker flohen die Mörder durch Seiten- bzw. Hinterausgänge und verließen die Stadt. Erst dann kam die Polizei in das Gebäude. Die offizielle Zahl der Todesopfer – 46 – bezieht sich nur auf Menschen, die sich in den oberen Stockwerken aufhielten. Die Mehrheit der Ermordeten befand sich aber im Keller des Gebäudes, ihre Leichen wurden nach Zeugenaussagen bei Nacht und Nebel weggebracht, um sie später außerhalb von Odessa in einem Massengrab zu verscharren.

Die exakte Zahl der Mordopfer lässt sich nur schwer eruieren, sie dürfte aber zwischen 120 und 300 liegen. Die Einwohner Odessas wundern sich, nach Berichten von Lokalreportern …

  • warum die vom Feuer bedrohten Menschen sich nicht in jene Etagen flüchteten, in denen es gar nicht gebrannt hat
  • warum man niemand „springen“ sah (aber mehrere Personen fallen)
  • warum so viele Leichen nicht identifiziert werden konnten bzw. Menschen seither „verschwunden“ sind …
  • warum die Polizei und die Feuerwehr so spät kamen …

fire victims do not leave blood poolsDie Machthaber in Odessa haben große Teile der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden bereits ausgetauschti. Doch Oleh Makhnitsky, den interimsmäßigen Justizminister hat man offenbar nicht in die geheimen Pläne für Odessa eingeweiht. Er ließ kürzlich in einer Pressemeldung folgendes verlautbaren:

Diese Aktion war nicht nur auf lokaler Ebene geplant, es war eine von langer Hand geplante und eng-koordinierte Operation, an der auch Behördenvertreter teilgenommen haben“.

Tsarev beaten PSSollte er eine ernsthafte Untersuchung der kriminellen Operation in Odessa anstreben, wird man ihn sicherlich in die Schranken weisen. Die Neo-Nazis haben ja sehr effektive Methoden, um Dissidenten wieder auf den „richtigen“ Weg zu bringen, wie viele Oppositionspolitiker und sonstige Kritiker bereits am eigenen Leib erfahren mussten. (Bild: der verprügelte Oleg Tsarev hat seine Kandidatur als Präsident  – wie viele andere -„zurückgezogen“)

Es gibt sehr lange Videos (jeweils mehr als zwei Stunden), die die Ereignisse ziemlich gut wiedergeben, aber da es nicht viele Menschen gibt, die sich die Zeit nehmen, das anzusehen, hier noch ein kurzes, das die oben geschilderten Vorfälle auf den Punkt bringt:

Wir werden nie vergessen, wir werden nie vergeben ….

Das rufen am Anfang trauernde Menschen aus Odessa, doch unsere Medien haben es schon vergessen … sie wollten es gar nicht wissen …

Mass Murder Odessa and  Media Silence in EuropeDie wichtigsten Aussagen in dem Video sind folgende (und decken sich mit den Angaben des Informanten und anderer Zeugenaussagen):

 

  • Es gibt mindestens 116 Tote
  • Die örtliche Polizei gab den Neo-Nazi Gangstern mit den roten Armbinden Anweisungen, es bestand also eine Kooperation zwischen den beiden Gruppen, die ja eigentlich auf zwei verschiedenen Seiten stehen sollten
  • Vermummte Neo-Nazis spielten die Rolle aggressiver Föderalisten (AM), die die Fußball-Ultras zu Angriffen auf die echten AM provozieren sollten (was ja dann auch passierte)
  • Polizisten, die eingeweiht waren, trugen ebenfalls rote Armbinden
  • Der stellvertretende Polizeichef Odessas ist seither untergetaucht
  • KULIKOVO: Junge Mädchen mischen Molotov-Cocktails vor dem Gebäude (mit Begeisterung)
  • Die Zelte werden angezündet, was den Eindruck erweckt, es gäbe ein großes Feuer nahe am Gebäude
  • AM-Anhänger wurden im Gebäude brutal attackiert und ermordet, viele davon angezündet
  • Die PS-Neo-Nazis filmten im Inneren des Gebäudes und deshalb sieht man, dass es in vielen Räumen gar nicht gebrannt hat
  • Man hört einen davon sagen: 1,2,3 … 9 Leichen im oberen Stock, einer lebt noch (05:10 Minuten)
  • Ein Mitglied der Regionalverwaltung sagt aus, viele Leichen hätten zwei Schusswunden im Kopf aufgewiesen
  • Nach dem Brand haben die EM-Verteidiger Twitter-Meldungen verschickt, in denen von einem „Barbecue“ und einer „netten Feuershow“ die Rede ist …

Damit nicht genug, sind die Kommentare einiger Politiker nach der „Tragödie“ bestens dazu geeignet, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen wenn diese Metapher überhaupt noch tragbar ist:

Der Bürgermeister von Odessa, Volodomir Nemirovsky schrieb z.B. auf facebook:

Die Anti-Terror-Operation war rechtmäßig“

Olesya OrobetzOlesya Orobetz, Abgeordnete der (Neo-Nazi) Partei „Svoboda“:

Es ist ein historischer Tag für die Ukraine. Ich bin so froh darüber, dass diese nervenden Separatisten jetzt endlich unschädlich gemacht wurden!“

Svoboda Olesya Orobetz happy about the massacre in Odessa

Hier noch einige Videos:

 

 

 

 

 

Der ORF als THINKPOL: Sind Sie „pro-russisch“?

Es ist uns gelungen, der Revolution neues Leben einzuhauchen

Andrei Parubiy, zu den Vorfällen am 22. Februar 2014 auf dem Maidan

From Hell Odessa 0205Während also in der Ukraine jetzt de facto das Kriegsrecht ausgerufen wurde und fanatische Neo-Nazis, vermummte Milizen und militärische Gewalt im Land Angst und Schrecken verbreiten,– von dem Pogrom und Blutbad in Odessa ganz zu schweigen – was machen unsere Journalisten derweil?

  • Brechen sie in die Ukraine auf, um der Welt zu zeigen, was dort wirklich los ist? Analysieren sie wenigstens einige von hunderten Videos, die über die Ereignisse in Odessa, Kharkov, Slavyansk und die anderen Städte, in denen es zu Gewaltausbrüchen kam, informieren und nicht vom Fließband der Presseagenturen stammen?
  • Lesen sie die Parteiprogramme der Machthaber in Kiew? Interessieren sie sich dafür, welche Leute eigentlich für die innere und äußere Sicherheit der Ukraine nach dem Putsch zuständig sind?
  • Wer die „Nationalhelden“ sind, die von den Svoboda und (jungen) Pravy Sektor Anhängern so inbrünstig verehrt werden? Warum diese Leute den Jahrestag der Gründung der galizischen Division der Waffen-SS mit Fackelzügen und Jubelgesängen feiern?
  • Wissen Sie, dass Svoboda Parteichef Tyanybok die Bevölkerung der Ukraine vor dem „jüdisch-russischen Abschaum“ (oder ebendieser „Mafia“) gewarnt hat? Dass in der Ukraine am helllichten Tag Menschen schwer misshandelt werden, wenn sie die „ultra-nationalen“ Helden der Ukraine kritisieren und „faschisti, faschisti “ rufen?
  • Dass dutzende Politiker verprügelt oder anderweitig eingeschüchtert, wurden, die vorhatten, bei Regional- oder den Präsidentschaftswahlen mitzumachen?
  • Haben sie eine Ahnung davon, dass der stellvertretende Parteivorsitzende und „Chef-Ideologe“, Yuriy Mykhalchyshyn, ein bekennender Faschist und begeisterter Anhänger von Josef Goebbels ist, dem er sogar ein „politisches Forschungszentrum“ gewidmet hat? (Mehr dazu siehe „Goebbels in Galizien“)
Mass Murder Odessa and  Media Silence in Europe

(Klicken Sie auf das Bild)

Weit gefehlt. Der ORF (Österreichische Rundfunk) zum Beispiel hat viel Wichtigeres zu tun. Seine Journalisten haben eine neue Mission gefunden: das Aufspüren „pro-russischer“ Elemente in der österreichischen Polit-Szene. Gerade jetzt, wo die EU-Parlamentswahlen bevorstehen, darf der Journalist nichts unversucht lassen, um der ahnungslosen Öffentlichkeit die gefährlichen „Sympathisanten“ Putins zu präsentieren, damit sie diese ja nicht wählen!

AM PRANGER: DIE „PRO-RUSSISCHEN“ SYMPATHISANTEN

Surreale Interviews geführt im geopolitischen Vakuum sind ja seit der „Fata Maidana“ in Kiew an der medialen Tagesordnung. Hier „profilieren“ sich Journalisten-Attrappen, in dem sie Politikern scheinbar „auf den Zahn fühlen“. Nun ist der investigative Journalismus – gerade in Wahlkampfzeiten – theoretisch eine feine Sache, besonders „in Zeiten des universellen Betrugs“ wie sich George Orwell ausgedrückt hat, „wird die Suche nach der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.“

Was uns hier aber als Interview präsentiert wurde, ist so schäbig, dass man nach den passenden Worten suchen muss, um die Infamie dieser „Pressestunde“ adäquat zu beschreiben. Bevor ich aber auf den Inhalt des Gesprächs eingehe, eine wichtige Klarstellung:

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in die Situation komme, einen FPÖ-Politiker zu verteidigen. Diese „liberalen“Parteien sind für mich seit vielen Jahren ein „rotes Tuch“ und ich halte die perfide, politische Instrumentalisierung des Begriffs „Freiheit“ durch diese Parteien für sehr gefährlich.

Besonders die Führungsfiguren dieser Ideologie im ökonomischen Kontext, allen voran Friedrich von Hayek, dann Milton Friedman samt seinen „Chicago boys“, sowie Leute wie Reagan und Thatcher usw.) sind meine Feindbilder der ersten Ordnung.

Doch man muss auch eingestehen können, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen, deren politische Ideologie man ablehnt, nicht fair ist. Auch wenn man die politische Gruppierung, zu der eine Person gehört, nicht goutiert, heißt das nicht, dass jeder einzelne davon immer mit allem was er oder sie sagt, Unrecht hat.

Aus dieser Perspektive möchte ich daher die Aussagen des FPÖ-Spitzenkandidaten für das Europäische Parlament in der ORF-Pressestunde bewerten (auch jene von Ewald Stadler, ehemals FPÖ-Mitglied, im letzten Beitrag) und die Fragen der Journalisten kommentieren:

ORF pressestunde VilimskyDas Interview wurde geführt von Wolfgang Wagner für den ORF und Ulla Kramar-Schmid für das österreichische Politik-Magazin PROFIL. Das „Opfer“ der „anti-russischen“ Inquisition (um diese wertende Kategorisierung auch mal zu verwenden) ist Harald Vilimsky, wie schon erwähnt Spitzenkandidat der FPÖ für das EP.

DER ORF UND DER EINZIG WAHRE GLAUBE

Der Tenor der Kritik, die sich durch das ganze Interview zieht wie ein roter Faden, ist „die deutliche Sympathie für Russland die die FPÖ „als einzige Partei“ angeblich erkennen lässt. Damit nicht genug, „lehnt sie auch noch die EU-Sanktionen ab (die in Wahrheit natürlich US-Sanktionen sind). So beginnt das Interview …

Sympathie? Was soll das aber konkret heißen? Dass man die Aktionen der russischen Föderation als richtig und legitim erachtet? Dass man die Dämonisierung des russischen Präsidenten für ungerecht und als Teil einer medialen Hetzkampagne ansieht, die von Washington, Berlin und Brüssel lanciert wurde und von den kriminellen Aktionen der Putsch-Regierung und ihrer Sponsoren ablenken soll?

Dass man versteht, warum in der Ost-Ukraine die Menschen sich zu Russland hingezogen fühlen? Und wenn das so ist, muss man sich dann dafür schämen? Weil man „die einzige Partei“ ist, die diesen Standpunkt vertritt? Ist Non-Konformismus in einer so heiklen Angelegenheit peinlich?

Anscheinend schon, so klingen jedenfalls die unterschwelligen Töne der beiden Journalisten, die nichts besseres zu tun haben, als einen „pro-russischen“ Kollaborateur zu entlarven (so hört es sich beinah an).

Vilimsky vertritt in dem Interview folgende Standpunkte:

  • Der Umsturz der gewählten Regierung in Kiew wurde von außen gesteuert, man wollte bewusst einen Konflikt provozieren
  • Echte Demokratiebewegungen würden sich nicht mit „Sturm- und Maschinengewehr artikulieren
  • Europa sollte sich nicht als Propagandainstrument der USA missbrauchen lassen und vor der Realität in der Ukraine die Augen verschließen
  • Österreich sollte sich in diesem Konflikt „neutral“ verhalten, wie es die Verfassung auch vorsieht
  • Die FPÖ sieht er ebenfalls in einer „neutralen Position“ (will nicht für die eine oder andere Seite Partei ergreifen)
  • Russland sei ein Partner Österreichs und die Regierung sollte alles unternehmen, um als neutraler Vermittler eine gütliche Regelung herbeizuführen (Sanktionen würden uns nur selbst schaden)

„Wir brauchen dafür Russland, die Ukraine und die Europäer. Was wir nicht brauchen, sind die Amerikaner, die auch hier offensichtlich Weltpolizei spielen wollen.“

Die Journalisten werfen ihm vor, dass er bzw. seine Partei eben nicht neutral sei, denn praktisch, alles was er sage, zeige die „pro-russische Haltung“ der FPÖ. Vilimsky erklärt, dass er seit einigen Jahren Obmann der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft sei und deshalb einen „sehr emotionalen Bezug“ zu den Ereignissen in der Ukraine habe. Er betont, dass er deswegen über gute Kontakte im Land verfüge und diese Aussagen der Betroffenen höher zu bewerten seien, als die Propaganda-Meldungen in den Medien, (auf die sich aber diese beiden Gestalten immer beziehen).

Da wird ja von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt

Er versucht immer wieder, diesen beiden geopolitischen Autisten klar zu machen, worum es hier geht:

  • Dass die mediale Darstellung der Ereignisse in der Ukraine seit Monaten nicht der politischen Realität entspricht und nur die Perspektive Washingtons (samt seinen Vasallen in Brüssel und Berlin) widerspiegelt.
  • Dass man (den korrupten, aber) legitimen Präsidenten Janukowitsch verfassungswidrig abgesetzt habe (ein Rumpfparlament wurde quasi mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Forderungen der Putschisten zu erfüllen – siehe dazu auch Natalia Vitrenko)

Vilimsky erinnert dann daran, dass sowohl Bush als auch Tony Blair die Weltöffentlichkeit belogen haben und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ nie gefunden wurden (weil es sie nie gab).

Quotation-Ramsey-Clark-world-war-crimeVilimsky hat also den Mut, ein enorm heißes Eisen der internationalen Politik anzufassen: die wahre Rolle der USA auf dieser Welt bei der Entstehung von außenpolitischen Konflikten (bzw. innenpolitischen Krisen aus Sicht der Opfer).

Er versucht, den beiden Fließband-Journalisten klarzumachen, dass aufgrund seiner persönlichen Kontakte mit Ukrainern vor Ort und unter Zugrundelegung der realen, geopolitischen Verhältnisse auf der Welt, die USA mit großer Wahrscheinlichkeit am Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine beteiligt war. (Alleine das abgehörte Telefonat zwischen Victoria Nuland und dem amerikanischen Botschafter in Kiew ist ein gewaltiges Indiz dafür – genau der Politiker, den sie darin als „richtig“ erachtet, wurde ja tatsächlich Ministerpräsident: Yatseniuk und die „fünf Milliarden Dollar“, die laut Victoria Nuland in die Ukraine „investiert wurden“ – wofür wohl ?

Doch die brisanten, aber sehr realistischen Aussagen über die wahren Urheber des Putsches und die unerträgliche Schwarz-Weiß-Propaganda, die aus Washington kommt – und von den Medien schamlos absorbiert wird – interessieren diese beiden „churnalists“ gar nicht.

Sie leiden offenbar an einer schweren Form von „cognitiver Dissonanz“ bzw. „confirmation bias“: Gemeint ist damit, die Neigung (von uns allen), Informationen zu bevorzugen, die mit unserem Weltbild, unseren Werten, etc. übereinstimmen, egal ob diese wahr sind oder nicht und jene abzulehnen, die dieses Wahrnehmungsmuster ins Wanken bringen …). Bei Journalisten ist dies natürlich enorm behindernd bei der Arbeit …..

Die beiden Interviewer konzentrieren sich darauf, dass Vilimsky behauptet, es habe „Blackwater“ Söldner auf dem Maidan gegeben und dass er selbst nicht „neutral“ sei.“ (Der ORF betätigt sich später in der ZIB2 dann auch noch als scheinbarer „Fakten-Checker“ um Vilismkys Aussagen über die BW-Söldner als falsch zu entlarven – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Zunächst geht es aber um die EU-Sanktionen: Hier die Frage verbatim:

EU DornenkroneORF (Wagner) : „Die EU hat Sanktionen, die jetzt laut Merkel und Hollande sogar verschärft werden sollen, wenn in zwei Wochen die Wahlen des Präsidenten nicht ordnungsgemäß abgehalten werden können, weil in der Ost-Ukraine diese Separatisten es verhindern werden, dann wollen eben Merkel und Hollande EU-Sanktionen verschärfen …[vorwurfsvoll] Sie sind ja nicht einmal mit den derzeitigen sehr sanften Sanktionen gegen Russland einverstanden …“

Mal abgesehen von der schwachen Rhetorik, die wie eine hängengebliebene Platte klingt, zeigt diese Haltung eines ORF-Mitarbeiters etwas sehr wichtiges:

Ob die Sanktionen nach dem Völkerrecht legitim sind, interessiert die Journalisten überhaupt nicht, weil sie die Prämisse auf der sie aufbauen kritiklos übernommen haben: dass sich Russland die Krim illegal „einverleibt“ habe und deswegen die „internationale Staatengemeinschaft“ (ein Codewort für den Willen der USA) „Strafen“ verhängen müsse, um dem Schurken Putin klarzumachen, dass solche Unverschämtheiten nicht folgenlos bleiben …warum es sich dabei nicht um einen Bruch des Völkerrechts handelt, habe ich ja im letzten Beitrag erläutert.

NATO eastern expansionDoch da die geopolitischen Hintergründe dieses Konflikts NIE IN DEN MEDIEN ERWÄHNT WERDEN (siehe dazu auch meinen Beitrag Cruelty in Numbers) und stattdessen den Zuschauern vorgegaukelt wird, es handle sich wieder einmal darum, dass der Westen seinen angeblichen Wertekanon gegen einen bedrohlichen Schurken („den jeweils neuen Hitler“) verteidigt, fällt diese wichtige Aussage des FPÖ-Politikers auf unfruchtbaren Boden bei den beiden Journalisten.

COGITO ERGO SUM? (oder fehlt da was?)

Die beiden „Journalisten“ sind darauf geeicht worden, in Russland bzw. Putin den Schurken und im Westen den „Guten“ zu sehen. Seit Monaten leben sie in einem medialen Echo-Chamber, das ständig diese Botschaft verbreitet. Alternative Medien und Personen, die diesem manichäischen Weltbild energisch widersprechen, werden als „pro-russische“ Handlanger, oder „anti-amerikanische „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder – noch effektiver – einfach ignoriert. Zensur durch Schweigen wirkt enorm (das sehen wir ja auch seit Jahren am Beispiel der „Meldungen“ über den „Nahost-Konflikt“ und die absurden „Friedensgespräche“ mit der isarelischen Regierung).

Herr Vilimsky kommt nun mit seinen (der Realität entsprechenden) Behauptungen daher und wird als enormer Störfaktor dieses etablierten Werte-Systems wahrgenommen. Was tun? Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist riskant, denn dann müsste einmal all das auf den Tisch kommen, was in den Medien unterschlagen wird (die systematischen Verbrechen der USA, die ständige „Intervention“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, deren „Verschwinden“ in den Medien Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede so treffend als „brillianten Akt der Hypnose“ bezeichnet hat).

Kissinger truthDas ist zu gefährlich. Deshalb ist die effektivste Methode folgende: ignorieren und einfach das Thema wechseln. Sollte die „unerwünschte“ Botschaft nochmal erwähnt werden, hilft immer noch die ad hominem Attacke. Die „pro-russischen“ Häretiker werden dann als korrupte Marionetten Putins diffamiert, oder ihre gegen-den-Strom-Schwimmen– Attitude wird als Ausdruck ihre „rechten“ Gesinnung in den Dreck gezogen. (Beide Methoden werden später gegenüber Vilimsky angewendet).

DIE KOMMISSION GEGEN PRO-RUSSISCHE UMTRIEBE macht weiter

Ulla Kramar-Schmid, eine Journalistin vom PROFIL reagiert auf den Satz

Als Europäer darf man sich hier nicht zum Spielball amerikanischer Propaganda machen lassen“

so: „Bleiben wir mal bei der Ukraine ..“ (als ob die Frage der amerikanischen Propaganda nicht gerade im Fall der Ukraine von ENORMER BEDEUTUNG sei sie selbst verkörpert die Effektivität dieser als Waffe eingesetzte „strategic information“ und kriegt anscheinend nichts davon mit) und erklärt dem staunenden Zuschauer, dass die Übergangsregierung in Kiew von der EU anerkannt sei und auch „auch über eine Mehrheit im Parlament verfügt“.

Frau Kramar-Schmid, wollen Sie mal sehen, wie es im Parlament in Kiew heute zugeht, wenn die Regierung kritisiert wird:

Dann werden die Häretiker von der FPÖ, vertreten durch Vilimsky, wieder mit der „Inquisition“ gegen pro-russische Umtriebe konfrontiert, weil die Fraktion jüngst von „einer Putschistenregierunggesprochen und sichdamit der Wortwahl Russlands bedient habe. Frau Kramar-Schmid fragt dann weiter, ob er sich nicht davon distanzieren wolle.

Herr Vilimsky versucht der Dame noch mal klarzumachen, dass es hier um „keine ordentlich gewählte Regierung handle, der „Präsident“ verfassungswidrig im Amt sei, weil die alte Regierung ja mit Waffengewalt vertrieben und das Parlament (was davon übrig blieb) eingeschüchtert wurde, um die Enthebung des gewählten Präsidenten scheinbar zu legalisieren.

(Was der gewählte, vertriebene Präsident dazu sagt, ist hier zu sehen. Bei uns darf dieser ja gar nichts mehr sagen …

Der ganze Prozess war eine Form schwerer Nötigung und natürlich verfassungswidrig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die Regierung in Kiew in anderen Teilen des Landes nicht akzeptiert wird und auf den YouTube Videos aus dem Osten fast immer ein aufgeregtes „Faschisti, Fachisti!“ zu hören ist.

Davon weiß aber Frau Kramar-Schmid offenbar nichts, denn ihre Wahrnehmung wurde ja von „pro-amerikanischen“ Kräften geformt, was sie allerdings nicht bemerkt hat. Vilimsky fängt wieder von den Blackwater Söldnern „mit Sturmgewehren“ an, die er auch auf dem Maidan vermutet.

Er weist darauf hin, dass die vertriebene Regierung, „ordentlich gewählt war“ während die jetzige „Regierung“ eingesetzt wurde, ohne demokratische Legitimation sei, also die Illegalität der Regierung außer Zweifel steht; dann wird er vom ORF-Mitarbeiter Wagner unterbrochen, der wie ein echter Presse-Papagei die talking points von Frau Kramar-Schmid wiederholt:  „… mit einer Mehrheit im Parlament.. darauf betont Vilimsky: „mit sehr vielen Repressionen“ wird schon wieder vom ORF unterbrochen .“. auch von der Janukowitsch Partei“.

Spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier zwei Idioten (the ugly truth, I am sorry) vor mir sitzen, die keine Ahnung haben, was in Kiew wirklich passiert ist, weil sie Opfer ihres eigenen Systems geworden sind, das rund um die Uhr die Propaganda des US-Außenministeriums verlautbart und sich hinter „Presseagenturen“ versteckt.

NATÜRLICH handelt es sich hier um eine „Putschregierung“, das ist doch völlig klar und jeder doch denken, kann weiß das auch (das ist ja auch der Grund, warum viele deutschsprachige Redaktionen mit Beschwerden der Zuschauer und Leser überschwemmt wurden).

DIE  SPRACHPOLIZEI  ERMITTELT (aber nur in eine Richtung ..)

Dass sich hier jemand „der Wortwahl Russlands bedient“ als „Argument“ sprich implizite Schuldzuweisung, in einer politischen Debatte vorzubringen, ist derartig dumm und infam, dass einem die Spucke wegbleibt.

Hier zeigt sich auf erschreckende Weise, wie indoktriniert unsere Journaille tatsächlich ist, weil sie das „belief system“ der US Außenpolitik so aufgesogen haben, dass sie glauben, es sei ihr eigenes. (das wahre Ziel jeder effektiven Propaganda).

Und der größte Witz ist, dass die Papageien-Journaille selbst sich laufend „der Wortwahl der USA bedient“, aber eben nicht „schnallt“, dass die Quelle, aus der die „Meldungen“ über die Ukraine sprudeln, im State Department zu finden ist.

Wie sehr das eingebläute Freund-Feind-Denken dieser beiden „Journalisten von der traurigen Gestalt“ ihre Fähigkeit logisch zu denken einschränkt, sieht man auch daran, dass als Gegenargument (zur Verharmlosung der zutreffenden Bemerkungen über die „weggeputschte Regierung“ von Herrn Vilimsky) nur der Einwurf „von der EU anerkannt“ kommt.

  • Wenn also die EU („NATOstan“) etwas für legitim erklärt, stimmt das natürlich: keine kritischen Fragen, keine Untersuchung, was tatsächlich passiert ist. Alle Stimmen, die dieser Version widersprechen, werden ausgegrenzt,  diffamiert oder – noch besser – ignoriert.
  • Die USA (und ihre europäischen Vasallen) sind doch die „Guten“, die für „demokratische Werte“ stehen, fragen Sie doch mal die Leute im Irak, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan, in Pakistan, im Iran, in Palästina, im Sudan, in Chile, Bolivien, Venezuela, Indonesien, im Yemen oder in Serbien, Kroatien, etc,…. Die Liste ist endlos lang.
  • Wenn Russland oder Putin etwas für legitim erklärt, kann das unmöglich so sein, denn dann würde ja Putins Rolle als hinterhältiger Intrigant, der ein neues russisches Imperium schaffen will, ins Wanken geraten. Also wirken die beiden oben genannten Mechanismen und natürlich noch der Drang zur Konformität mit der Mehrheit, was viel bequemer ist, als gegen den Strom zu schwimmen.

Herr Wagner (ORF) sagt über die Vorfälle auf dem Maidan am 22.Februar dann:

demonizing putin_hitler„Wir haben hier sicher nicht die Möglichkeit, alles aufzuklären, aber ich muss Ihnen schon sagen (tadelnder, schulmeisterlicher Ton) ihre Sicht der Dinge muss man als pro-russische sehen …“

SO WHAT? Wenn ich mich auf Ihr rhetorisches Niveau begebe, Herr Wagner …muss Ihnen schon sagen, Ihre Sicht der Dinge muss man als pro-amerikanisch also „anti-russisch“ sehen! 

Dann Wagner weiter: „Herr Janukowitsch war plötzlich nicht mehr da, er ist außer Landes gegangen, wurde nicht verhaftet…“

Wie schon oben gesagt, da der ORF sämtliche Augenzeugenberichte, Videos und sogar die Statements von Janukowitsch selbst über die massiven Repressionen gegen das Parlament in Kiew sowie Todesdrohungen ausgeblendet hat (man bringt natürlich nur „selektiertes“ Material der Presseagenturen, die hauptsächlich als Verteiler für PR und Propaganda dienen) fehlt der politische Kontext, den die kritischen Beobachter weltweit sowie Herr Vilinski mit seinen guten Kontakten in die Ukraine, natürlich kennen.

Wagner spricht nur von „Auseinandersetzungen“ auf dem Maidan, von „Bewaffneten“und räumt ein, dass es vielleicht Dinge gibt, von denen „wir“ nichts wissen. Und wieder kommt der (pro-amerikanische) „bias“ zum Vorschein: er zweifelt die Aussagen über die „Söldner auf dem Maidan“ an, weil es dazu keine Beweise gäbe. Gleichzeitig aber übernimmt er die offizielle Darstellung (derjenigen, die den Putsch organisiert haben), dass „von Regierungsseite auf den Maidan geschossen wurdeund es daraufhin dutzende Tote gab anstandslos.

Dass aber die offizielle Version mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die MONITOR-Recherche des WDR und das abgehörte Telefonat des Außenministers von Estland mit Catherine Ashton).

una unso-gladioVilimsky beweist wiederum Engelsgeduld und erklärt den beiden Autisten, dass er es durchaus verstehe, warum (nicht nur) der Präsident geflüchtet sei [er kennt ja die wahren Umstände des Putsches]: „aus nackter Angst um ihr Leben“. (Wer die Vorbilder der ukrainischen Neo-Nazis kennt, weiß mit welchen Psychopathen wir es hier zu tun haben)

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, mit den Leuten vor Ort zu sprechen, weil es (implizit) eine ungeheure Propagandawelle gäbe, die natürlich von den Urhebern des „regime change“ lanciert werde, um die wahren Umstände des Putsches und die Rolle der Neo-Nazis zu vertuschen. Er habe Berichte vom ehemaligen ukrainischen Botschafter, der natürlich viel besser wisse, was dort wirklich geschieht und auch andere Kontakte in der Ukraine würden es ihm erlauben, die Lage dort realistisch zu bewerten.

Aber wieder geht keiner der beiden Autisten auf die realistische Perspektive von Vilimsky ein, stattdessen erbost sich Frau Kramar-Schmid darüber, dass sich der Parteiobmann der FPÖ „am Höhepunkt der Krise mit einem russischen Diplomaten getroffen habeQuelle horreur! Damit nicht genug: der Parteiobmann hält Putin auch noch für einen „Demokraten“! Wo kommen wir denn dahin?

Und als Krönung kommt was? Die neuerliche, ultimative Stigmatisierung für einen Politiker in Zeiten wie diesen: Sie senden ganz klar pro-russische Signale aus!“

Dass sie selbst ununterbrochen „pro-amerikanische“ Signale aussendet, ja ihre gesamte Perspektive der Ereignisse in der Ukraine aus dem State Department stammt, begreift sie einfach nicht. Wozu auch, ist ja auch zur Berufsausübung nicht erforderlich und schließlich ist sie ja nur eine(r) unter tausenden anderen Papageien der Presse-Fabrik aus der heutzutage die „Meldungen“ kommen.

Vilimsky spricht dann das aus, was das große Problem ist:

Ich würde sagen, Wir verständigen uns darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind ..“

(genau das können oder wollen die beiden Presse-Vertreter aber nicht)

warstateEr kritisiert die Tatsache, dass die absolute Rollenverteilung – Putin, der Böse und die Amerikaner die Guten – eine grobe Verzerrung der Realität ist. Am Beispiel der Todesstrafe ließe sich demonstrieren, wie einseitig die Kritik verteilt wird: während man Putin vorwirft, er sei intolerant gegenüber Homosexuellen, kann man den USA vorwerfen, dass dort immer noch Menschen auf grauenhafte Weise vom Staat umgebracht werden; „

Dem muss man hinzufügen, dass – was die aggressive „Außenpolitik“ betrifft, die Schuld der USA viel, viel schwerer wiegt als alles, was Russland je getan hat. Es gibt ja hunderte Bücher und Dokus, die diese Verbrechen dokumentieren (vor allem von ehemaligen CIA-Agenten oder Offizieren bzw. Soldaten sind erschütternde Berichte vorhanden).

Vilimsky spricht nochmal davon, dass er sich Österreich in einer neutralen Vermittlerrolle wünscht, worauf die Profil-Journalistin wieder mit ihrem „Sie sind ja selbst nicht neutral!Einwurf nervt …. weil der Witz dabei ist, dass das auch auf Sie selbst zutrifft (ebenso auf Herrn Wagner), der ihr sofort zustimmt.

Was beide anscheinend nicht begreifen: wenn es um die Wahrheit geht, um ungeheuerliche, subversive Verbrechen im Ausland, die ganze Völker ins Elend stürzen und oft in einem Blutbad enden, kann und DARF MAN NICHT NEUTRAL SEIN.

Die FPÖ sollte hier nicht versuchen, sich hinter dem Begriff Neutralität zu verschanzen, sondern ganz klar sagen: wir sind in diesem Fall auf der Seite Russlands, weil es nicht Russland war, dass der Ukraine seit Jahren mit 5 Milliarden Dollar (Nuland) eine massive, subversive „Faulbrandinfizierung“ (siehe Pinter Rede) verpasst hat, die zu einem blutigen Bürgerkrieg und zu einem Weltkrieg führen kann.

In der Folge wird dann die Wahlbeobachter-Kommission auf der Krim in den Dreck gezogen, über die ich im letzten Beitrag berichtet habe: klassisches Beispiel für confirmation bias. Dann muss natürlich auch die Abstimmung selbst verunglimpft werden (obwohl keiner der anwesenden Journalisten dabei war)

Herr Wagner hat sich aber anscheinend noch nicht genug blamiert, denn er feuert dann eine (vermeintliche) Breitseite auf die FPÖ ab, indem er deren „Wahlbeobachter“ unterstellt, sie hätten auf der Krim „einen Persilschein“ ausgestellt. Woher er das weiß? Putin selbst habe eine Kommission beauftragt, die Wahlbeteiligung, etc. zu untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass nur die Hälfte teilgenommen habe und davon hätten höchstens 50-60% für die Eingliederung in die russische Föderation gestimmt. Dann wörtlich:

Ist das nicht extrem peinlich, wenn man sich unter nicht geklärten Bedingungen zum Wahlbeobachter machen lässt? Dann fährt man hin, gibt einen Persilschein ab und dann sagen die Russen, nachdem sie sich die Krim einverleibt hatten, Ätsch, war gar nicht so!

Dass diese Meldung (von der extrem niedrigen Wahlbeteiligung etc.) von Julia Timoshenko lanciert wurde, die sehr enge Beziehugen zu „gewissen Kreisen“ in den USA pflegt, hat Herr Wagner nicht verstanden.

Dass Andrey Illarionov – der sich von der amerikanischen „Rechten“ als Putin-Basher einspannen ließ und heute für die neo-liberale Hochburg der USA, das CATO-Institut arbeitet, (das „liberty and prosperity“ der Superreichen verteidigt, zu denen auch Timoshenko gehört), jene Statistik publiziert hat, in der angeblich in den letzten drei Jahren (nur) zwischen 23 und 41% der Krim-Bewohner einer Eingliederung in die russische Föderation zustimmen würden, weiß er offenbar auch nicht.

Dass Illarionov einfach behauptet, zwei Drittel der Krimaner seien gar nicht zur Abstimmung gegangen, aber keine Beweise dafür vorlegt, macht auch nichts. Er „zitiert“ übrigens Timoshenko, um seine Aussagen zu untermauern und die beruft sich auf einen Tatarenführer,  der auch keine Beweise hat.

Solange eine „Meldung“ in das vorgefertigte Deutungsmuster passt (der in diesem Fall „Putin ist ein Arschloch“ heißt), wird sie enthusiastisch aufgenommen. Illarionov ist ein direkter politischer Gegner Putins, er tritt in zahlreichen Veranstaltungen der russischen „Opposition“ auf (die große Unterstützung aus den USA erhält) und kommt deshalb – ebensowenig wie „das Biest“ Tymoshenko als „seriöse“  Quelle für solche Meldungen  in Frage. Er ist auch ein großer Unterstützer des verurteilten Oligarchen Khodorkovsy, der kürzlich von Putin begnadigt wurde.

Was einfach dabei ignoriert wird ist der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in Kiew: dieses Ereignis und die damit verbundene Gewalt der Neo-Nazis könnten natürlich dazu geführt haben, dass viele Menschen auf der Krim sich lieber an Russland klammern.

march 18 referndum pro RussiaAußerdem ist die Krim seit 240 Jahren “russisch” und die Mehrheit der Bewohner auch. Wenn man dann auch liest, dass unter den Auftraggebern der „Umfragen“  die „Institute“ der Republikanischen u. der Demokratischen Partei in den USA sind  hat sich die Sache eigentlich erledigt.

Wir können nicht nachprüfen, wie viele Menschen tatsächlich zur Abstimmung gingen und für Russland votiert haben, doch die Aussagen von Beobachtern wie Stadler und die Affinität der Krim-Bewohner für Russland sprechen eher für eine große Zustimmung als Ablehnung.

Die Krim war der letzte Teil der Ukraine, die von der Nazi-Herrschaft im zweiten Weltkrieg von der Roten Armee befreit wurde – unter enormen Opfern. Das haben die Menschen dort nicht vergessen. Wenn sie also die Neo-Nazis von Svoboda & Co. sehen, die Nazi-Kollaborateure wie Helden verehren und in Kiew die gewählte Regierung stürzen, ist es sehr natürlich, dass sie sich Russland zuwenden. Nicht zuletzt geht es ihnen dort auch besser: z.B. Pensionen werden nach der Eingliederung angehoben (dem höheren russischen Standard angepasst).

Und wieder sehen wir hier, wie der confirmation bias wirkt, denn letztlich läuft die Argumentation der Journalisten darauf hinaus, dass Putin ein hinterhältiger Intrigant ist – und daraus abgeleitet, sind alle „pro-russischen“ Kräfte ebenso verdächtig, aber der Westen wird als vertrauenswürdig dargestellt. Das ist aber angesichts der historischen Realität einfach ein Witz und keine stichhaltige Argumentation.

Wagners Hieb auf die „ungeklärten Bedingungen“ der Beobachter-Kommission kommt wie ein semantischer Bumerang zu ihm zurück, denn die „Beobachter“ unter Leitung der deutschen Bundeswehr (siehe dazu meinen Beitrag: Meldungen vom Fließband) waren auch unter dubiosen Bedingungen in der Ukraine unterwegs und wurde von der gesamten Fließband-Presse irreführend als „OSZE“-Kommission“ bezeichnet, weil niemand die Quelle der Meldung geprüft hat.

Vilimsky hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass „eine Abstimmung eine Abstimmung“ sei und wenn bei Europawahlen meistens weniger als 50% wählen gehen, bedeutet nicht, dass die Wahl ungültig ist. (Wagner hatte gesagt, eine „Minderheit habe mit ihrer Stimme die Vereinigung mit Russland erzwungen“.) Dann ruft er aus:

ORF: Ja aber fair muss eine Abstimmung stattfinden! Und weiter: „Wo tausende mit Waffen herumstehen, haben die Leute unbeeinflusst ihre Stimme angegeben? Das meinen Sie doch nicht ernst? (Das Parlament in Kiew wurde dazu genötigt, den gewählten Präsidenten abzusetzen, damit eine Putschregierung ins Amt kommt – wieso regt sich Wagner darüber nicht auf? Die Antwort kennen wir …)

Dass die russischen Truppen in Erscheinung treten mussten, weil sonst die Abstimmung von  der Putsch-Regierung Kiew verhindert worden wäre, (die Neo-Nazi Schlägertruppen waren bereits unterwegs) begreift Wagner in seinem Tunnelblick nicht. Im Gegensatz zu der brutalen Repression in Kiew und jetzt im Süd-Osten, wo Kampfhubschrauber und paramilitärische „Einheiten“ (bezahlte Killer) eingesetzt werden ist auf der Krim von russischer Seite kein einziger Schuss gefallen.

Die ukrainische Marine, immer mehr Teile der Armee und der Polizei weigern sich , für die neue Regierung Dienst zu tun, genau deshalb müssen ja immer mehr „Söldner“ aus dem Ausland geholt werden bzw. wurden Neo-Nazis in die „Nationalgarde“ integriert.

1 Kathyn then Odessa nowDas pogromartige, grauenvolle Massaker in Odessa haben diese beiden Papageien gar nicht mitbekommen, stattdessen echauffieren sie sich ständig über die „pro-russischen Sympathien“ der FPÖ.

Sie hören nicht die Stimmen jener, die bezeugen, wie brutal die faschistische Regierung in Kiew die Opposition unterdrückt, wie grausam die Neo-Nazis Menschen ermorden, weil sie als „pro-russisch“, „Moskali“, und somit als Verräter und Feinde wahrgenommen werden. (Die Leute in Odessa und auch im Osten wollten ursprünglich keine Abspaltung sondern mehr regionale Selbstbestimmung, dass sie ihre politischen Vertreter selbst wählen können, anstatt von Kiew wieder einen Millionär mit einer Privatarmee vorgesetzt zu bekommen undsie wehren sich gegen die irrationale Hetze der Svoboda-Partei gegen alles „russische“ )

WEHRET DEN ANFÄNGEN

Für uns ist Toleranz ein Verbrechen“ dieser Satz des Chefideologen der Svoboda-Partei dürfte den beiden Autisten auch unbekannt sein, ebenso wie deren Parteiprogramm und historische Vorbilder. (Siehe dazu „Goebbels in Galizien“ hier auf diesem Blog für mehr Info).

Sie begreifen anscheinend auch nicht, dass diese Form der „Befragung“, die sie durchgeführt haben, zwar an der Oberfläche harmlos aussieht, aber wenn man genauer hinsieht, in dem gleichen Geist geführt wurde, der in den 1950er Jahren in den USA schließlich zu einer Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten führte und somit „anti-amerikanische“ Umtriebe aufdecken sollte.

Diese von „oben verordnete“ und durch Indoktrination herbeigeführte Einstufung von Menschen in eine verachtete und schließlich verhasste Kategorie ist der Nährboden, aus dem der Holocaust entstanden ist.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen und den Kontext anpassen, würde aus „russische Sympathien“ (also dem neuen „Feindbild Russland“) dann „jüdische Sympathien“ oder „Judenfreund“ werden (mit dem alten Feindbild „Juden“) … ein absurder Vergleich?

Keineswegs. Oleh Tyanybok, der Parteichef von Svoboda (früher Sozial Nationalistische Partei der Ukraine) spricht ja davon dass die Ukraine „von einer Jüdisch-Russischen Mafia“ beherrscht werde und führende Historiker, die die Neo-Nazi Bewegung in Europa analysieren, fördern noch beängstigenderes Material zu Tage.

Aber diesem Mann haben doch Lady Ashton und andere hochrangige Politiker aus Europa und Amerika die Hand geschüttelt, also muss er doch – nach der schlichten Logik dieser beiden Autisten – ein „Guter“ sein, oder? Und „Sanktionen“ verhängen wir doch immer nur gegen die „Bösen“, den gerade aktuellen neuen „Hitler“ ….

Na dann gibt es ja keinen Grund zur Aufregung, höchstens Grund zur Verzweiflung …

Denn unsere Autisten- und Papageien-Journaille beweist, dass man selbst in einer sogenannten „Informationsgesellschaft“, in der alle rund um die Uhr Zugang zu Medien haben, „NICHTS DAVON GEWUSST HAT“, wenn faschistische Banden Menschen terrorisieren und umbringen …. Weil sie als willige Erfüllungsgehilfen der Machteliten des Westens dafür sorgen, dass diese Informationen unterdrückt werden ….

Am 22. April marschierten die Neo-Nazis in Kiew, wo es zu Zusammenstößen mit den weniger radikalen „Rebellen“ des Maidan kam …

Am 27. April attackierten radikale Nationalisten (Fußballfans) eine Gruppe friedlich demonstrierender Regierungskritiker in Kharkov …

Am 29. April marschierten die Neo-Nazis in Lviv zum Gedenken an die Gründung der galizischen Division der Waffen-SS.

Doch was kümmert das unsere Presse?

 

P.S. (Zum lächerlichen „Faktencheck“ des ORF über die Präsenz von US-Söldnern nehme ich im nächsten Beitrag Stellung)