ATOM (3): GEGEN DAS LEBEN

Cs 137 fallout

It has become appallingly obvious that our technology has exceeded our humanity.

Albert Einstein

TSCHERNOBYL – DIE FOLGEN

Heute, vor 29 Jahren begann die Atom-Katastrophe von Tschernobyl, durch die weite Teile Europas u.a. mit radioaktivem Cäsium verseucht wurden und wahrscheinlich rund 1 Million Menschen frühzeitig sterben werden. Das wahre Ausmaß des Supergaus wird bis heute verschwiegen bzw. die Risiken der erhöhten Radioaktivität für alle Lebewesen verharmlost (wozu das perfide „Strahlenschutzmodell“ der ICRP ja bestens geeignet ist, wie ich in Teil 1 und 2 der ATOM-Serie erläutert habe).

Da seitens der Atom-Lobby kein Interesse daran besteht, die tatsächlichen Folgen der Reaktorkatastrophe aufzudecken, muss man unabhängige Studien, die zur Aufklärung beitragen können, quasi „mit der Lupe suchen“.

Die beiden Wissenschaftler Tim Mousseau und Dr. Anders Pape Møller begannen im Jahr 2000 damit, die Auswirkungen von Tschernobyl auf die Natur zu untersuchen, vor allem auf Vögel, Insekten und Pflanzen.

Als Evolutionsbiologen waren sie natürlich besonders daran interessiert, welche Wirkung die radioaktive Belastung im Kontext höherer Mutationsraten zeigen würde: Gibt es sichtbare, genetische Effekte, Missbildungen, Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, etc.

No wildlife havenIn den Medien wurde ja häufig das Märchen verbreitet, die Wälder rund um Tschernobyl seien quasi nach einer Schockphase wieder zu neuem Leben* erwacht. Bilder von Wölfen oder Wildpferden sollten z.B. dokumentieren, dass hier keineswegs von einer Vergiftung der Natur die Rede sein konnte. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die diese Suggestion untermauern und die Studienvon Mousseau und Möller ergaben ein völlig anderes Bild (sie verglichen auch die Effekte von Tschernobyl und Fukushima).

(*Die Erklärung dafür könnte sein, dass die Strahlenbelastung innerhalb der „Sperrzone“ sehr unterschiedlich ist, wie die Graphik unten zeigt;)

exclusion zone different radiationWICHTIGSTE ERGEBNISSE VON MOUSSEAU & MØLLER

Direkt proportional zur gemessenen radioaktiven Belastung fanden die Biologen

  • Deutlich erhöhte Raten genetischer Schäden
  • Zunahme von Missbildungen und abnormalen Entwicklungen
  • Abnehmende Fruchtbarkeit >
  • Rückgang der Populationen (einer Art)
  • Signifikante Abnahme der Biodiversität (Artenschwund)

Am besten kann man die krankhaften Veränderungen natürlich mit Bildern dokumentieren, wie hier zunächst am Beispiel von Vögeln gezeigt werden soll:

1 DIE VÖGEL

measuring doseAn 300 Orten in der Ukraine und Weißrussland wurden in rund 900 Bestandsaufnahmen Vögel und Insekten untersucht und mit Kontrollgruppen in Spanien, Dänemark, Italien und unbelasteten Gebieten der Ukraine verglichen.

Wieviel (externe) Strahlung haben die Vögel abbekommen? Um diese Frage zu klären, wurden 2000 Vögel in Netzen gefangen, mit winzigen Dosimetern ausgestattet und nach einiger Zeit neuerlich gefangen, um die Werte abzulesen.

abnormalities developmental barn swallowsDie Häufigkeit von Missbildungen (abnormaler Entwicklung) z.B. bei Schwalben ist in den besonders belasteten Gebieten (wie Weißrussland) deutlich höher als in anderen europäischen Ländern:

Welche krankhaften Veränderungen wurden bei den Vögeln insgesamt beobachtet?

  • abnormale Färbung der Federn (weiße Flecken)
  • abnormale Form der Schwanzfedern

genetic damage birds 1

  • bösartige Tumore
  • genetic damage birds 4 large tumour
  • Deformierte Zehen und Schnäbel
  • Kleineres Gehirn
  • Katarakte an den Augen (führen zu Blindheit)

eye defects birdsDie „biotische Inventur“ in den durch Tschernobyl stark belasteten Zonen hat ergeben:

  • deutliche Abnahme der Anzahl von Tieren (Dichte) innerhalb einer Art, wie z.B. bei Spinnen, Heuschrecken, Bienen, Hummeln und Schmetterlingen
  • die Anzahl der Vögel ist um 66% gesunken
  • Abnahme der Biodiversität um mehr als 50%

abundance 2Ähnliche Ergebnisse fanden die Biologen auch rund um Fukushima, wo sie 1500 Bestandsaufnahmen an 400 Orten machten und die Veränderungen von Vögeln und Insekten zwischen 2011 und 2014 untersuchten. Die negativen Effekte bei den Vögeln waren 2014 noch deutlicher als in den Jahren davor (von der stillen Mega-Katastrophe im Pazifik ganz zu schweigen).

FAZIT

birds tumor ratesDie erhöhte Strahlung wirkt sich schädlich auf die Artenvielfalt (Biodiversität) und die Zahl der Tiere innerhalb einer Art aus (Populationsrückgang). Das verheerendste ist aber wohl die Tatsache, dass dadurch genetische Schäden verursacht werden, die zu krankhaften Mutationen / Krebs / Tumoren führen und zu Chromosomen-Brüchen, die alle folgenden Generationen schwächen und schwere Fehlentwicklungen auslösen.

mutant firebugsDie abnormen, genetischen Veränderungen sieht man z.B. hier an den fehlerhaften Mustern der Feuerwanze.

sperm abnormalities

Die Schädigung der Keimzellen  zeigte sich am Beispiel der Vögel auch daran, dass in 9 von 10 untersuchten Arten abnormales Sperma gefunden wurde und 40% der männlichen Vögel in den Sperrgebieten waren völlig steril.

2 DIE PFLANZEN

Auch die Pflanzenwelt hat unter dem Fallout von Tschernobyl gelitten, wie man unten auf dem Bild deutlich sehen kann: diese Bäume sind deformiert, ihr Wuchs ist abnormal.

deformed trees ChernobylAufgefallen ist den Forschern auch, dass abgestorbenes Pflanzenmaterial nicht abgebaut wird. So liegen „tote Bäume“ wie unheimliche Mahnmale herum, weil die dafür zuständigen Mikroorganismen anscheinend getötet wurden oder nicht mehr funktionsfähig sind. Daran wird erkennbar, dass durch die lebensfeindliche Strahlung auch in Ökosystemen dramatische Effekte ausgelöst werden.

tree rings radiation markAn den Jahresringen ist deutlich zu erkennen, wann Tschernobyl stattgefunden hat: die Farbe und Qualität des Holzes hat sich deutlich verändert. Die Bäume wachsen langsamer und wehe, wenn es zu Waldbränden kommt: dann wird die Radioaktivität im Abbrand wieder an die Luft abgegeben und weiter verteilt.

3 TERROR IN UTERO: DIE UNGEBORENEN KINDER

Zum Thema Verbrennen von bzw. Heizen / Kochen mit radioaktivem Holz, ist mir der Vortrag von Vladimir Wertelecki beim Helen Caldicott Symposium im März 2013 in trauriger Erinnerung geblieben:

CM PolissiaEr berichtet von der armen, ländlichen Bevölkerung in Polissia (Rivne Oblast, abgelegene Region im Nordwesten der Ukraine), wo praktisch die gesamte Nahrung selbst angebaut oder im Wald gesammelt wird. Dass diese nach Tschernobyl kontaminiert ist, kann man den Leuten zwar sagen, aber sie haben eigentlich keine Wahl, weil sie von der Regierung nicht mit unbelasteten Lebensmitteln versorgt werden (stattdessen wird verharmlost und vertuscht) und „Supermärkte“ gibt es dort nicht. Der Boden enthält wenig Ton, sodass die Pflanzen die radioaktiven Elemente besonders leicht aufnehmen. (Cäsium verhält sich dabei wie Kalium)

Sie essen also regelmäßig radioaktive Kartoffeln, nehmen die radioaktiv verseuchten Kartoffelstrünke bzw. verstrahltes Brennholz zum Kochen und Heizen und holen radioaktiv verseuchte Pilze und Beeren aus dem Wald. Die radioaktive Asche wird dann auf die Felder gestreut, als Dünger, wodurch die Radioaktivität weiter konzentriert wird. (Die Kartoffeln enthalten u.a. Strontium 90, das im Körper wie Calcium eingelagert wird…)

Eine Tragödie, deren Auswirkungen auf die Kinder das Unerträglichste ist, nämlich schwere genetische bzw. neurologische Defekte bei Neugeborenen (siehe Tabelle unten).

Congenital malformations RovineUnd auch hier wird – dank des verlogenen „Strahlenschutz-Modells“ – wieder alles verharmlost und unter den Teppich gekehrt, wie Prof. Wertelecki auch konstatiert: 

IAEA Big Lie

Die IAEA ist wahrlich eine spezielle Form des „organisierten Verbrechens“ …denn die bittere Realität sieht so aus:

congen malform up 250percent

Auf der Tabelle unten sieht man, dass schwere Fehlentwicklungen (durch die mutagene, radioaktive Strahlenbelastung) in den stark betroffenen Gebieten der Ukraine viel häufiger vorkommen, als im übrigen Europa*. Vor allem Neuralrohrdefekte (NTD) bzw. schwere Missbildungen des Gehirns (Anencephaly), aber auch Kinder, die ohne Augen geboren werden (Anophtalmia), bzw. Katarakte haben.

NTD comp Europe

Das genetische Horrorkabinett wird noch erweitert durch vermehrte Häufigkeit von Teratoma und „siamesischen“ Zwillingen.

Das Leiden der missgebildeten, von ihren Eltern verlassenen Kinder, die überleben, habe ich in ATOM (2) geschildert bzw. darin auf den Film Chernobyl Heart hingewiesen;

* Nord-England, Wales und Teile von Skandinavien haben nach Polissia die höchsten Raten für NTDs. Mehrere Studien zeigen auch, dass bei Kindern, die bereits im Mutterleib der Strahlenbelastung ausgesetzt waren, verminderte kognitive Fähigkeiten häufiger vorkommen (die Kinder haben also eine geringere „Intelligenz“, Lernschwierigkeiten, etc.) und dass die Häufigkeit von Leukämie bei Säuglingen (!) nach Tschernobyl (1987/88) deutlich angestiegen ist (Daten aus Wales, Schottland, Weißrussland und Griechenland)

Warum das mit Tschernobyl in Verbindung gebracht wird, zeigt diese Karte (Verbreitung des Fallouts von Tschernobyl)

Chernobyl path 1986Der berührende Foto-Essay von Paul FuscoChernobyl Legacy“ gehört ebenfalls zu den erschütterndsten Dokumenten über die schwer behinderten Kinder, deren genetische Mutationen durch den radioaktiven Fallout von Tschernobyl verursacht wurde.

Fusco 12 genetic damage creates a monsterAuf dem Foto links sehen wir die untere Körperhälfte von Sasha, damals 4 ½ Jahre alt, dazu der Ton von Paul Fusco:

Er ist ein Monster, das praktisch kein Lymphsystem hat … sein Körper vergiftet sich selbst … doch er ist geistig sehr aktiv, neugierig, aufmerksam…“

Was für ein grausames Schicksal diese Kinder ertragen müssen:

Die einen haben schwerste körperliche Missbildungen und doch normale, geistige Fähigkeiten … ein heller Verstand, eine empfindliche Seele, gefangen in einem monströsen Körper … die anderen sind körperlich normal entwickelt, haben aber schwere neurologische Störungen, wie der Junge unten, der gefesselt werden muss, weil er sonst ständig in die eigenen Hände beißt, bis sie bluten...

Fusco 13 restrained kid bites his own hands…und dann gibt es noch Kinder, die geistig und körperlich behindert sind, sie robben auf dem Boden herum und wimmern den ganzen Tag … können nicht sprechen ..

cm children moaning unable to walk or speakDie Apologeten der Atom-Mafia müsste man dazu zwingen, sich diese – von ihnen verursachten oder vertuschten – monströsen Fehlentwicklungen bei Menschen anzusehen. Wenn das kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit (und die Evolution) ist, was dann?

Chernobyl Legacy zeigt auch das schwer kranke Mädchen Aleysa, damals (1997) 11 Jahre alt.

Aleysa leukemiaSie hat seit sechs Jahren Leukämie, wird bald sterben. Die Mutter ist außer sich vor Angst und Kummer …sie sagt unter Tränen .. Meine Tochter, meine Liebe, verlass mich nicht … erlaubt, dass sie von Paul Fusco fotografiert wird (Aleysa liegt im Koma), damit die Welt sieht, was diese Kinder erdulden müssen .. Aleysa lief als Kleinkind hinaus in den Garten, sie wollte die Regentropfen einfangen .. ihr Pech? Der Regen brachte den Fallout nach der Reaktorexplosion …Kinder in Weissrussland werden bereits geboren mit Schilddrüsenkrebs, mit Multipler Sklerose .. ein Albtraum ohne Ende …

Was ich damals geschrieben habe, gilt noch immer:

melancholy madonnaWie können wir es zulassen, dass für dieses unfassbare Leiden (und Sterben) niemand zur Rechenschaft gezogen wird, ohne dabei unsere Menschlichkeit zu verlieren?

Eine (nicht korrumpierte) Sammlung von Studien über die erhöhten Gesundheitsrisiken nach Tschernobyl gibt es hier:

***

4 FUKUSHIMA: SILENT SPRING

birds abundance 2014In ihrer jüngsten Untersuchung der Natur in der Präfektur Fukushima stellten die Forscher fest, dass die Vögel immer seltener werden. Die vorher überall vorkommenden Schwalben sind jetzt kaum noch zu sehen (aus hunderten wurden einige dutzend). Sowohl die Menge innerhalb einer Art als auch die Artenvielfalt nehmen dramatisch ab.

An manchen Orten (im Grünen) hört man keinen Vogel mehr singen …

In ihrer neuesten Studie kommen Mousseau & Kollegen zum Schluss, dass erhöhte Mutationsraten, Entwicklungsstörungen, Missbildungen und Abnahme der Populationsdichte und der Biodiversität direkte Folgen der Strahlenbelastung durch Fukushima sind. (Und die Vögel sind nur die biologischen Alarmsignale für die Menschen …)

Die von Mousseau gestellte Frage, warum es so wenig Forschung zu diesem Thema gibt (wo es doch relativ einfach für sie war, diese Effekte zu dokumentieren), beantwortet er selbst: Was nicht gesucht wird, wird auch nicht gefunden …oder noch eindeutiger:

DON’T LOOK – DON’T FIND

Was nicht gefunden werden soll, danach wird auch nicht gesucht und so können Politiker, Atomlobbyisten, das Militär und korrupte Wissenschaftler weiterhin behaupten „es gäbe keine wissenschaftlichen Beweise dafür“ (weil Studien, die die Beweise erbringen könnten, erst gar nicht finanziert werden und die wenigen, unabhängigen Forscher werden ausgegrenzt und diffamiert).

Mit Einstein habe ich begonnen, er soll auch das Schlusswort liefern:

In all countries power lies in the hands of ambitious power-hungry men. … Power relies not only on coercion, but on subtle persuasion and deception through the educational system and the media of public information. One can only hope there are enough people the world over who possess the integrity to resist these evil influences. What is important is that individuals have the honesty and courage to stand up for their convictions.‘

 

Warum Atomreaktoren (und unsere ganze Energiepolitik) ein Irrweg sind, lässt sich auch mit diesem Zitat verdeutlichen:

Thinking AE

 

 

 

 

 

 

 

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ATOM (2): Die Vergiftung der Kinder

Fusco 11 toddlers dying from cancer Minsk

An Leukämie erkranktes Kleinkind, Minsk 1997 Foto: Paul Fusco (hier Bildausschnitt)

Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft.      

Albert Schweitzer

Im letzten Beitrag habe ich wichtige Erkenntnisse zweier Wissenschaftler über die „verlogenen“ (wissenschaftlich unseriösen) Grundlagen der gängigen Risikobewertung radioaktiver Spaltprodukte vorgestellt. Einer von ihnen war Steven Starr, der sich besonders mit der Gesundheitsgefährdung durch Cäsium 137 befasst hat. Sein (rational begründeter) Standpunkt:

Es gibt keine „gleichmäßige“ Verteilung der freiwerdenden Energie (Radioaktivität) im „Gewebe“, wenn die Strahlenquelle sich im Inneren des Körpers befindet, vor allem bei Alpha- u. Beta-Strahlung.

Steven Starr: „Es gibt dafür keinerlei wissenschaftliche Grundlage, das ist eine willkürliche Risikoeinschätzung“.

DIE ATOM-MAFIA gegen die FREIHEIT DER WISSENSCHAFT

Es gibt aber immer mehr Erkenntnisse darüber, dass die regelmäßige Aufnahme „niedriger Dosen“ in den Körper sehr schädlich ist, besonders für Kinder. Sehr wichtige Studien darüber verdanken wir Professor Yury Bandazhevsky (Med. Spezialgebiet: Pathologie).

Yuri Bandazhovsky

Prof. Dr. Yuri Bandazhovsky (Mitte)

Professor Bandazhevsky (B.), ein mehrfach ausgezeichneter Wissenschaftler, war Leiter des Medizinischen Instituts in Gomel, einer 700.000 Einwohner-Stadt in Weißrussland, das ja besonders schwer vom Fallout nach der Tschernobyl-Katastrophe getroffen wurde. Er gründete 1989 ein Institut, das sich speziell mit den medizinischen Folgen des Reaktor-Unglücks befassen sollte und leistete in den folgenden Jahren wichtige Forschungsarbeit.

Mit welchen Mitteln die staatliche Atom-Mafia arbeitet, wenn es darum geht, das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der „Atomkraft“ zu verschleiern, lässt sich an seinem Schicksal demonstrieren:

Am 13. Juli 1999 wurde er mitten in der Nacht von der Polizei festgenommen. Nach einer gründlichen Hausdurchsuchung wurden sein Computer, seine Bücher und sonstigen wissenschaftlichen Aufzeichnungen „beschlagnahmt“. Die rechtliche Grundlage für seine Verhaftung war (nach Angaben von Amnesty International) ein Dekret des Präsidenten mit dem Titel:

Dringende Maßnahmen zur Terrorismus-Bekämpfung und andere, besonders gefährliche Gewaltverbrechen

(Hier sehen wir auch sehr deutlich, wie die „Anti-Terror-Gesetzgebung“ vom Staat missbraucht werden kann, um Dissidenten und kritische Denker zum Schweigen zu bringen – und das gilt auch für unsere Pseudo-Demokratien. Das Schicksal von Prof. Dr. Siegwart Günther zeigt ja, wozu die Atom-Mafia (auch) in Deutschland fähig ist …)

B. wurde drei Wochen inhaftiert, ohne Angabe von Gründen und erst im August formell angeklagt. Was wurde ihm vorgeworfen? Er soll Bestechungsgelder von einem Studenten* angenommen haben, damit er in seinem Forschungsinstitut aufgenommen wird. Dafür gab es keine Beweise, sondern nur die Aussage eines Kollegen (der sie später wieder zurückzog).

(*angeblich 4.000 Dollar … Frage: Welcher Student in Weißrussland, wo relativ große Armut herrscht (Monatseinkommen um die 100 Euro ), könnte sich das leisten?

Starr chernobyl contam zone Belarus

Kontaminierte Zonen in Weißrussland und Ukraine

Der „Verdacht“, von Amnesty International, dass es sich hier um Polit-Justiz handelt, ist äußerst naheliegend, wenn man weiß, womit sich B. nach Tschernobyl beschäftigt hat. Zunächst machte er sich extrem „unbeliebt“ bei der Regierung, weil er eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Schein-Studie (des Instituts für Strahlenmedizin) über die Folgen von Tschernobyl kritisierte und selbst eine Arbeit veröffentlichte, die zu besorgniserregenden Ergebnissen kam (mehr dazu weiter unten).

Aufgrund der Anklage drohte ihm eine Haftstrafte bis zu 15 Jahren und die Behörden taten alles, um das Verfahren zu verschleppen und ihn durch menschenunwürdige Behandlung weiter zu zermürben: Er durfte erst nach drei Wochen einen Rechtsbeistand kontaktieren und seine Familie sehen. Als der Anwalt die Erlaubnis bekam, seinen Mandanten zu besuchen, wurde B. in ein 100 km entferntes Gefängnis verlegt, ohne ihn zu informieren. Im Gefängnis von Mogilev wurde er in Isolationshaft gesteckt und später in ein Hochsicherheits-Gefängnis nach Minsk verlegt. Dort kam er in den angeschlossenen Krankenhaus-Trakt, weil er in der Einzelzelle in Mogilev zusammengebrochen war.

Sein Gesundheitszustand hatte sich seither dramatisch verschlechtert. Er wurde trotzdem wieder in Isolationshaft gesteckt.

Im Juni 2001 wurde er zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Der Anwalt von B. hatte geltend gemacht, dass es keinerlei objektive Beweise für die Bestechungsvorwürfe gab, sondern nur eine Zeugenaussage, die aber unter Druck gemacht wurde.

Bandazhevsky war ganz sicher ein „prisoner of conscience“, ein Mann, der wegen seiner persönlichen Integrität als „Bedrohung“ für die staatliche Atom-Mafia gilt, und deshalb eingeschüchtert und weggesperrt werden muss. Natürlich soll das auch ein „Warnschuss“, eine Abschreckung für andere Wissenschaftler sein, die auch das Prinzip der Wahrhaftigkeit nicht von der wissenschaftlichen Forschung trennen wollen.

Er wurde am 5. August 2005 auf „Bewährung“ entlassen (was wohl die Medienkampagne von Menschenrechtsorganisationen bewirkt hatte), erhielt jedoch ein Ausreiseverbot. Als er endlich das Land verlassen durfte, lud ihn der Bürgermeister von Clermont-Ferrand (in Frankreich) ein, an der örtlichen Universität weiter über die Folgen von Tschernobyl zu forschen. Das französische CRIIRAD (Information über Atomgefahren) unterstützt seine Arbeit. (Die Verbindung zu seiner Website ist nach meiner Erfahrung ständig blockiert)

1.1 DIE HÄRESIE (1. Gebot: „Du sollst dem ICRP-Modell nicht widersprechen“ …)

Bandazhevsky Cs 137 child heart diseaseSeine Forschungsarbeit (1991-1999) über die Gesundheitsschäden durch Cäsium 137 bei Kindern ist bahnbrechend, denn sie beweist anhand der Messungen, Autopsien und histologischen Befunde, dass sich die (radioaktive) Energie nicht gleichmäßig im Körper verteilt, sondern in bestimmten Organen unterschiedlich konzentriert.

Tabelle 1: Cäsium 137 – gemessene Werte (Bq/kg) in verschiedenen Organen von 6 verstorbenen Babys (!)

Chronic incorp Cs 137 childrens organsBeispiel aus der Tabelle: Kind „Nr.2“: Frühgeburt mit Missbildungen, hatte folgende Strahlenbelastung in seinen Organen (Auswahl):

  • Herz                              4250
  • Lunge                             2666
  • Leber                                250
  • Nieren                            1687
  • Gehirn                           1363
  • Schilddrüse                  6250
  • Dickdarm                       3125
  • Bauchspeicheldrüse 12500 

Die Konzentration in der Bauchspeicheldrüse war also (z.B.) 50 x höher als in der Leber, 9 x höher als im Gehirn, 7, 4 x höher als in den Nieren und doppelt so hoch wie in der Schilddrüse. Von einer „gleichmäßigen Verteilung“ der Energie kann also keine Rede sein.

Tabelle 2: Durchschnittswerte der gemessenen (Cs 137) Radioaktivität in den Organen von 52 Kindern (bis zu 10 Jahre alt) in der Region Gomel 1997.

Cs 137 accum children BandazhesvkyAm meisten belastet waren die Hormondrüsen: Schilddrüse, Nebennieren, Bauchspeichel- und Thymusdrüse (930-2054 Bequerel/kg)

Wie Steven Starr richtig hervorhebt, sind diese Befunde völlig unvereinbar mit den Methoden der ICRP, also der Kalkulation der „effektiven Äquivalenz-Dosis“ (gemessen in Milli-Sievert, mSv), von der in den Medien immer die Rede ist, weil diese Risikoberechnungen eben davon ausgehen, dass sich die beim radioaktiven Zerfall (hier von Cäsium 137) freiwerdende Energie gleichmäßig im menschlichen Gewebe verteilt, die „Ionisationsdichte“ homogen ist. Auch das Märchen, dass die Schilddrüse „nur“ durch radioaktives Jod gefährdet sei, wird damit widerlegt, weil sich auch Cäsium dort anreichert …

Professor Bandazhevsky hatte seine wichtigsten Forschungsergebnisse (u.a. „Radioaktives Cäsium und das Herz“) vor seiner Verhaftung vor dem Parlament in Minsk vorgetragen und auch den Präsidenten darüber informiert (ein großer Fehler, wie er bald feststellen musste).

Es wurde natürlich dafür gesorgt, dass diese unangenehmen Erkenntnisse „in der Versenkung“ verschwanden, also totgeschwiegen wurden. Seine elektronischen Aufzeichnungen wurden zwar zerstört, doch er hatte viele seiner Daten bereits in vier Büchern veröffentlicht:

  • Clinical and experimental aspects of the effects of incorporated radionuclides in the body, 1995
  • Pathophysiology of Incorporated Radioactivity, 1997
  • Structural and functional effects of radionuclides incorporated into the body,
  • Pathology of Incorporated Radioactivity, Minsk, 1999,

 

Nach Tschernobyl erging es hunderten Wissenschaftlern in der Sowjetunion ähnlich: es wurde ihnen verboten, Krankheiten zu diagnostizieren, die mit der radioaktiven Strahlung begründet wurden. Auf diese Weise wurden zehntausende Strahlenopfer aus der Statistik eliminiert. Bandazhevsky hatte auch dagegen protestiert, auf (mit Cäsium) kontaminiertem Land wieder Menschen anzusiedeln, damit das wahre Ausmaß der Katstrophe vertuscht wird.

Erst 12 Jahre später organisierten amerikanische Wissenschaftler eine Übersetzung seiner Arbeit in die englische Sprache und damit konnte ein „peer-review“ aus dem Westen erfolgen.

2 DAS „TSCHERNOBYL-HERZ“

Bandazhevsky hat durch seine Untersuchungen auch eine Korrelation zwischen der Cäsium-Belastung in lebenden Kindern und ihrer Herzfunktion festgestellt. Ich habe oben die Wörter „incorporated“ rot markiert, weil daraus ersichtlich ist, dass er sich jahrelang mit „interner Strahlenbelastung“ befasste, also wenn die Strahlenquelle im Körper ist (weil vor allem die Lebensmittel mit Radio-Nukliden „verseucht“ sind).

In Zusammenarbeit mit dem Belrad Institut wurden mit Ganzkörperzählern mehr als 100.000 Dosen (nur Gammastrahlung) bei Kindern aus Weißrussland ermittelt. Dazu sagt Steven Starr:

„Es gab so viele kontaminierte Kinder in Weißrussland, dass es schwer war, welche zu finden, die 0 Bequerel (pro kg) – also keine Strahlenbelastung hatten (!).

Cs 137 deposit childrens bodiesDoch nur die, die weniger als 10 Bq/kg aufwiesen, hatten (alle) ein normales Elektrokardiogramm. Je höher die gemessene Belastung war, desto häufiger traten Störungen der Herzfunktion bei den Kindern auf:

  • 11-37 Bq:  nur 35% der Kinder normales EKG
  • 37-74 Bq nur 20% der Kinder normales EKG
  • 74-100 Bq nur 11% der Kinder normales EKG (jeweils Durchschnittswerte)

Natürlich belasten radioaktive Spaltprodukte wie Cäsium auch die Herz- und Organfunktionen von Erwachsenen, wie man auf dem Balkendiagramm unten (rot-Erwachsene, blau-Kinder, die 1997 gestorben sind) sehen kann, doch die Kinder sind viel stärker betroffen:

Cs 137 accum in childrens organsHerz: 4x höhere Belastung, Gehirn und Leber: etwa doppelt so hohe Belastung, Schilddrüse: 3x höher, usw.

Steven Starr betont noch einmal ausdrücklich, dass die derzeit gültige, „anerkannte“ Grundlage für den „Strahlenschutz“ weltweit, die angenommene „gleichmäßige Verteilung“ der radioaktiven Zerfallsenergie im Körpergewebe ist. Er zeigt dazu einen Auszug von der EPA, der amerikanischen Umweltschutzbehörde.

DIE UNTERSUCHUNGEN VON YURI BANDAZHEVSKY BELEGEN EINDEUTIG, DASS DIESE „MODELL“ FALSCH IST.

chernobyl heart surgery on infants

Kleinkind nach Herz-Op in Minsk 2002

Er kommt zum Schluss, dass ab 10 Bq/kg eine Schädigung des Herzens (abnormaler Herzrhythmus) eintritt und ab 50 Bq/kg eine irreversible Schädigung (Herz und anderer Organe) unvermeidlich ist. Die Zellen des Herzmuskels werden durch die chronische Aufnahme von Cs 137 (schleichend) vergiftet und auch andere Organe, die die Herztätigkeit regulieren, werden dadurch geschädigt. Neben den direkten Zellveränderungen wird das Herz auch durch eine permanente Störung von Transport, Bindung und Abbau von Stoffwechselprodukten krank, die durch die Vergiftung mit Cäsium entsteht.

Bandazhevsky Cs 137 neuro-endocrin disturbancesAuch bei sehr „niedrigen“ Dosen (10-20 Bq/kg) tritt ein Schaden ein, weil die Fähigkeit der Herzmuskelzellen, sich an Stresssituationen anzupassen, erheblich reduziert wird. Das bedeutet im Alltag: diese Kinder dürfen nicht laufen, keinen Sport treiben, halten Temperaturschwankungen nicht aus, haben wenig Widerstandskraft bei physischem oder seelischen Stress und gegen Infektionskrankheiten.

3  DER HORROR IN BILDERN

orphaned chern victim 2004Kann man den Horror, den diese Kinder erleben müssen, besser ausdrücken, als mit diesem Bild? (Screenshot aus „Tschernobyl Heart“)

2004 kam eine berührende und schockierende Dokumentation über die kranken Kinder in Weißrussland heraus, die von der Irin Adi Roche organisiert wurde. Sie ist auch die Gründerin von Chernobyl Children International, einer Organisation, die seit 1991 tausenden kranken und verwaisten Kindern geholfen hat, ihr grausames Schicksal besser zu ertragen.

Der Film zeigt geistig und körperlich schwer behinderte Kinder, die in Pflegeheimen aufwachsen und in fast allen Fällen von ihren Eltern verlassen wurden (meistens kurz nach der Geburt).

chernobyl heart film poster(Klicken Sie auf das Bild links, um den Film zu sehen (Englisch)

Es tut weh, diese Bilder anzuschauen, dieses Leid mitzufühlen, das Schreien der Kinder zu hören, die (nach unseren Maßstäben für ein glückliches Leben) „keine Zukunft“ haben, weil vor einigen Jahrzehnten jemand entschieden hat, in Tschernobyl ein Atomkraftwerk zu bauen.

Es ist eine Sache über „genetische Schäden“ zu schreiben, mit Statistiken zu argumentieren, aber eine andere, das Ergebnis der vergifteten Erbanlagen zu sehen. Aber diese Verbrechen der Atomlobby müssen gezeigt werden, um die Menschen gegen diese monströse „Technik“ zu mobilisieren, auch wenn einem mangelnde „Pietät“ vorgeworfen wird.

Wenn ich höre, dass nur mehr 15% der Neugeborenen in Weißrussland gesund auf die Welt kommen, also mehr als vier Fünftel der Babys schon im Mutterleib krank wurden (durch die genetischen Schäden aufgrund der Strahlenbelastung), wird klar, mit welchem Wahnsinn wir es hier zu tun haben.

  • Schwere Missbildungen bei Neugeborenen: + 250% seit Tschernobyl
  • Säuglingssterblichkeit: 3x so hoch wie im restlichen Europa

yulya brain outside the head 4 yrsAuf dem Bild sehen wir Yulya, die ja schon 1997 von Paul Fusco in Minsk fotografiert wurde (das Bild habe ich im letzten Beitrag – ATOM 1 -gezeigt). Sie ist inzwischen mehr als vier Jahre alt (sieht aber nicht so aus) und muss mit einem Gehirn außerhalb des Kopfes leben.

Yevgeni huge inoperable kidney tumourAuch dieser Junge wurde schon 1997 von Fusco im Rahmen der „Chernobyl Legacy“ fotografiert. Er heißt Yevgeni und hat einen riesigen Nierentumor, den man nicht operieren kann.

Wie kann man Kindern so etwas antun? Und dann ihr Leiden und Sterben einfach ignorieren? (Alleine dafür verachte ich unsere Journaille zutiefst …dass sie dabei mitmacht …)

Im letzten Drittel des Films geht es um das „Tschernobyl-Herz“. Hier wird gezeigt, dass die Sache viel schlimmer ist, als man sich das vorstellt. Tausende Kinder werden mit schweren „Herzfehlern“ geboren. Viele davon haben mehrere Löcher im Herz und sterben, wenn man sie nicht operiert. Dazu fehlt aber das Geld und so hat sich ein Chirurgenteam aus Amerika bereit erklärt, einigen dieser Kinder das Leben zu retten.

Wir sehen wie ein 13-jähriges Mädchen, Viktoria, am offenen Herzen operiert wird. Sie hat zwei Löcher im Herzmuskel. Der Chirurg, Dr.Novick, erzählt, dass ein Gore-Tex „patch“, mit dem das Loch „geflickt“ wird, 300 Dollar kostet und das Monatseinkommen eines Arztes in Weißrussland etwa 100 Dollar beträgt.

mother of Tanya with 2 holes in heart 2002Als der Arzt aus dem OP kommt, küsst ihm Viktorias Mutter (Bild rechts) die Hände und bedankt sich mit Tränen in der Stimme. Dr. Novick ist peinlich berührt („dieses Ausmaß an Dankbarkeit zu akzeptieren“, fällt ihm schwer, wie er sagt. Für ihn war das Routine, für die Eltern eine unerwartete Gnade Gottes. Man hatte ihnen in einem anderen Krankenhaus gesagt, der Herzfehler ihrer Tochter sei inoperabel. Tausende Kinder werden sterben, weil sie nicht operiert werden (wegen Geldmangel und Überforderung des Systems).

3 BREAKDOWN: MIT DEN NERVEN AM ENDE

Fusco 14 terrorized by brain damageBild von Paul Fusco,  aufgenommen in einem Heim für (durch Tschernobyl) verwaiste, behinderte Kinder,Minsk 1997

Sein Kommentar dazu ..“dieser Junge scheint in einem ständigen Zustand des Terrors zu leben... der in seinem Kopf existiert…“

Zurück zu Professor Bandazhevsky:

Auch die Regulation des Nervensystems wird durch die Strahlenbelastung gestört, es kommt zu einer gesteigerten Aktivität des Sympathikus, die umso größer wird, je höher die Cäsiumbelastung im Körper ist (was sich wieder durch die hohe Konzentration in den Hormondrüsen, wie der Nebenniere erklären lässt; es besteht eine enge Wechselwirkung zwischen dem Hormon- und dem Nervensystem und das Immunsystem ist auch Teil dieser Vernetzung).

Dies wurde auch durch Blutuntersuchungen festgestellt (erhöhte Cortisol- (Stresshormon) und erniedrigte Thyroxin-Werte). Bei den Kindern äußerste sich das in Dystonie und Erkrankungen der Gallenblase. Mehr als 93% der Kinder mit mehr als 20 Bq/kg wiesen solche Symptome auf.

FAZIT: zehntausende Kinder und Jugendliche in Weißrussland (und der Ukraine) wurden und werden durch den Fallout von Tschernobyl krank, wie auch diese Statistik zeigt:

 

scarred for life Belarus disease

  • Fast die Hälfte aller männlichen Schulabgänger hatte gesundheitliche Probleme, die bei so jungen Menschen eigentlich gar nicht vorkommen dürften: chronische Erkrankungen des Verdauungssystems, Herzschwäche, Katarakte.
  • Bei 40% wurden „Erkrankungen des Blutes“ und Funktionsstörungen der Schilddrüse festgestellt

4 MENSCHENOPFER FÜR DIE ATOMWIRTSCHAFT

In ganz Europa sind mehr als 100 Millionen Menschen betroffen ...

In ganz Europa sind mehr als 100 Millionen Menschen betroffen …

Sieben Millionen Menschen (davon 2 Mio. in Weißrussland) leben auf offiziell „verstrahltem“ Land (alleine durch die Cäsium 137-Belastung, würde man alle Zerfallsprodukte berücksichtigen, wäre es noch viel schlimmer …) und noch viel mehr (auch wir) essen täglich radioaktiv belastete Nahrungsmittel.

Wie wir gesehen haben, reichert sich Cäsium in unseren Organen an. Aber das interessiert hier niemand … von Uran und Plutonium ganz zu schweigen . Uran hat noch dazu eine besondere „Affinität“ für die DNA …

LASSET DIE KINDLEIN ZU MIR KOMMEN ….

  •  Jedes Jahr kommen in Weißrussland 6000 Babys mit (genetisch bedingten) Herz-Defekten auf die Welt. Mehr als die Hälfte davon wird sterben, weil die notwendige medizinische Betreuung nicht geleistet werden kann.
  •  Nach Angaben von UNICEF stieg die Zahl der bösartigen Tumore bei Kindern um 40%, der Blutkreislauf-Erkrankungen um 45% und die Erkrankungen von Knochen, Muskeln und Bindegewebe um 63%.
  •  Für jedes behinderte Kind in den weißrussischen Pflege- und Kinderheimen steht nur ein Dollar pro Tag zur Verfügung

fukushima childrenStarr befürchtet, dass es den Kindern im Norden Japans wegen des – andauernden – Desasters von Fukushima und der enormen Vertuschung und Verharmlosung ähnlich ergehen wird, wie den Kindern in Weißrussland und der Ukraine.

 

Wir brauchen uns nichts vorzumachen: auch die Kinder (und in geringerem Ausmaß die Erwachsenen) im übrigen Europa werden davon betroffen sein. Wie hoch muss der Preis für eine „Technik“ eigentlich noch sein, damit sie als unakzeptabel gilt?

Der Grundsatz, nachdem hier vorgegangen wird lautet nicht „Der Schutz des Lebens hat Vorrang“, sondern „der Nutzen muss großer sein als der Schaden“. Aber auch das ist bei „Atomkraft“ ein schlechter Witz … 30 Jahre Strom für ganze Generationen mit immer mehr missgebildeten, kranken Kindern?

 

A VERY BAD IDEA

Starr beendet seinen Vortrag damit, dass die massenhafte Produktion radioaktiver Gifte zur (kurzfristigen) Stromerzeugung ein unverantwortlicher Wahnsinn sei und wer könnte ihm da noch widersprechen?

Mad Nuclear EnergyZu den gefährlichsten, langlebigen radioaktiven Elementen (die der Mensch produziert hat) gehören: das unvorstellbar giftige Plutonium (Pu 239), Americium (Am 241), Cäsium 137 und Strontium (Sr 90). Sie wurden durch die Atombombentests in den 1950er bis Anfang der 1960er Jahre, durch Katastrophen wie TMI, Tschernobyl und Fukushima weltweit verbreitet. Seit mehr als vier Jahrzehnten sind also Menschen und die Natur dieser wachsenden Strahlenbelastung ausgesetzt und die Frage ist, wie groß sind die Schäden dadurch wirklich?

In Weißrussland zeichnen sich (wie oben ausgeführt) seit Tschernobyl äußerst dramatische Folgen ab (auch Fukushima wird die Kinder krank machen …):

Man kann sagen, dass 85% der Kinder und Jugendlichen krank sind. Wenn Herz-/Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die häufigsten Todesursachen von Kindern und Teenagern sind, dann wird klar, dass der Atomwahnsinn gestoppt werden muss.

Doch es gibt sehr wenige Untersuchungen über die Auswirkungen der internen Strahlenbelastung, weil das Dogma des ICRP-Modells nicht angetastet werden soll. Würde das wahre Ausmaß der Gesundheitsschäden, des enormen Leidens der Betroffenen, die schleichende Vergiftung der Lebensmittel ans Licht kommen, wären die Schadenersatzforderungen an die Atomindustrie so gigantisch, die politischen Konsequenzen so dramatisch, dass man alles tut, um diesen Moment der Wahrheit zu verhindern.

5 GEGEN DEN STROM (der Lügen)

Nur wenige mutige Wissenschaftler wie Dr. Bandazhevsky, wagen es, sich der Atomlobby in den Weg zu stellen.

BusbyEiner davon ist der Biochemiker & Biophysiker Dr. Chris Busby, der schon seit Jahren dafür arbeitet, dass das verlogene Strahlenschutzmodell geändert wird. Nach seinen (und anderen) Forschungsergebnissen führt das derzeit gültige Berechnungsmodell zu einer 1000-fachen Unterschätzung des Risikos. Ja, Sie haben richtig gelesen – eintausend. D.h., dass die derzeit akzeptierten, also tolerierten Werte („biologischer Effekt“ / Strahlenbelastung in Sievert) durch 1000 dividiert werden müssten, um das echte Risiko darzustellen. Anders gesagt: die „Grenzwerte“ sind um das Tausendfache zu hoch angesetzt.

Und siehe da – die vorher „unerklärbaren, zu niedrigen“ Werte rund um deutsche KKW und die hohe Kinder-Leukämierate ergeben plötzlich Sinn …

Im übrigen kann man sagen, dass es überhaupt keine „unschädliche“ (ionisierende) Strahlenbelastung gibt.

Zum Nachlesen: ECCR Report- Tschernobyl: 20 Jahre Später   und Dr. Busbys Folgenabschätzung für Fukushima

Was die Änderung des Risiko-Modells – am Beispiel Fukushima – bedeutet, sehen wir hier: Aus den knapp 3.000 zusätzlichen Krebsfällen (prognostiziert für die nächsten 50 Jahre) der ICRP werden über 190.000 nach dem ECCR-Modell, das Dr. Busby angewendet hat. (In einem 100km Radius um Fukushima Daiichi)

Busby risk Fukushima

 

*Tondel ist ein schwedischer Wissenschaftler, der in seinem Modell zu einer 11%igen Zunahme der Krebsfälle (aufgetreten innerhalb von 10 Jahren) kam, für jeweils 100 kBq Cs 137 zusätzlicher Strahlenbelastung pro m2.

In einem Gespräch (von Dr. Busby) mit dem damaligen ICRP-Direktor Jack Valentin wurde sogar zugegeben, dass deren Modell für die Opfer einer Nuklearkatastrophe nicht anwendbar ist („great uncertainties“) und dass durch radioaktive Strahlung genetische Schäden entstehen. Doch Valentin kommentierte das mit folgenden Worten:

Der einzelne Mensch (von Krebs, anderen Krankheiten oder missgebildeten Kindern betroffen) hätte quasi Pech gehabt, „doch die Bevölkerung insgesamt könnte sogar von einer höheren Mutationsrate profitieren“.

Da fehlen einem die Worte … der Geist von Thomas Malthus und der „Selektion“ der Nazis geht in der Atomlobby um … zynischer geht es nicht mehr: Auslese der „Starken“ durch systemische Vergiftung mit Radionukliden der „Schwachen“ … und die Kinder stehen dabei an erster Stelle …

FORTSETZUNG FOLGT:

Fukushima: Die „Schuldfrage“ (der Tsunami war nicht das Hauptproblem) … Warum Fukushima noch gefährlicher ist als Tschernobyl … Die Vergiftung der Natur (nach Tschernobyl )… über die niemand spricht

twinheaded snake post chernobyl

Ukraine (9): Der Altar des Teufels

Das neue Gesicht der Demokratie

Das neue Gesicht der Demokratie

Heute wurde also in der Ukraine „gewählt“. Was für eine ungeheuerliche Farce wird der Welt hier präsentiert.

Im Südosten zieht die eingesetzte „Regierung“ mit gepanzerten Fahrzeugen, Kampfhubschraubern und privaten Söldnern gegen die eigene Bevölkerung zu Felde, weil diese sich weigert einem Putsch-Regime  aus Neo-Liberalen und Neo-Nazis zu gehorchen.

Aber diese massive, militärische Gewalt im Inneren, die sonst immer typisch für „Diktatoren“ ist, die Kritik nicht dulden, heißt jetzt plötzlich „für Ordnung sorgen“.

Washington ist Herr der Definitionen: Wann Gewalt „gut“ ist, bestimmt das Imperium …

In Odessa lag die Wahlbeteiligung bei 12%.

Kann das verwundern, nach dem Massaker am 2. Mai? Was ist an diesem Tag wirklich passiert? Die Tatsache, dass es dazu in inseren Medien ein „blackout“ gibt, kann nur bedeuten, dass hier ein ungeheuerliches Verbrechen vertuscht werden soll.

Nach Angaben der Organisation Oriental Review, die sich auf Informationen eines Insiders, sowie zahlreiche Videos und Zeugenaussagen stützt, gibt es für die dramatischen Ereignisse in Odessa folgende Erklärung:

DIE  PLANER

"Präsident" Turchinov

„Präsident“ Turchinov

Zehn Tage vor dem Massaker traf sich in der Hauptstadt Kiew das „Planungskomitee“ dieses ungeheuerlichen Verbrechens. Dazu gehörten:

    • der interimsmäßige „Präsident“ Alexander Turchinov (ehemaliger SBU-Geheimdienstchef u. Kumpane von Yulia Tymoshenko)

    der Vorsitzende des Nationalen Sicherheits- u. Verteidigungsrates Andriy Parubiy (Mitbegründer der Neo-Nazi Partei Svoboda)

  • der „Innenminister“ Arsenij Avakov (verurteilter Steigbügelhalter für die korrupte Oligarchin Yulia Tymoshenko)
  • der Chef des Geheimdienstes Valentin Nalivaychenkoeh

DIE AKTEURE DES INSZENIERTEN DRAMAS

1 UNA-UNSO

bandera colours with fake st george ribbonDas sind paramilitärische Einheiten, also der „bewaffnete Arm“ (man könnte auch sagen, eine Art „SA“) der Neo-Nazi Parteien, die ihre Hochburg im Westen des Landes, in Galizien haben und den Sicherheitsapparat des Landes kontrollieren; erkennbar sind sie an den roten Armbändern aus Plastik, die ihre Mitglieder bei kriminellen Aktionen tragen; ihre Aufgabe in Odessa bestand darin, Gewalt auf den Straßen zu provozieren und zwar so, dass diese Aggression in den Augen der Öffentlichkeit den „pro-russischenAktivisten zugeschrieben wird.

(Deshalb hat der Mann auf dem Bild unter der linken Schulter auch ein  orange-schwarz gestreiftes Victory-Bändchen angeheftet)

Mit anderen Worten – es sollte so aussehen, als ob die „anti-Maidan“ (AM) Bewegung, (also die Gegner der faschistischen Putsch-Regierung in Kiew, die für regionale Selbstbestimmung eintreten) Auslöser der Gewalt waren und dass man sich gegen solche „Terroristen“ natürlich wehren müsse, die das Land (dargestellt als Agenten Putins) spalten wollen.

Auf dem Kulikovo-Platz spielten sie eine besonders infame Rolle: sie kamen als erste zu den Zelten der Regierungsgegner, die vor dem Gewerkschaftsgebäude seit Wochen friedlich campierten. Dort „warnten“ sie (scheinbar) die Protestbewegung vor den herannahenden Neo-Nazi Horden und aufgehetzten Fußballfans, worauf sich die AM zum Großteil im Gebäude versteckten.

(Was mich auf den Videos immer gewundert hat, dass in dem Moment, wo die aufgehetzten Horden bei den Zelten ankommen und diese anzünden, wenig Vertreter der Protestbewegung zu sehen sind; jetzt wird klar warum – eben weil diese schon im Gewerkschaftshaus Schutz gesucht hatten).

2 DIE „PRO-MAIDAN“ Kämpfer (PM)

Parubiy with Volkov in Odessa 3Also mit nationalistischen Parolen indoktrinierte (und im Straßenkampf trainierte) Leute, die glauben, sie kämpfen für „Demokratie“, aber auch Kriminelle und anderes Gesindel wurden ebenfalls in Odessa als Werkzeug eingesetzt und zwar unter der Führung von Sergei Pashinsky, der so etwas wie die rechte Hand des selektierten Präsidenten ist. Am 29. April ließ sich Andrej Parubiy (links im Bild)  seelenruhig dabei filmen, wie er schusssichere Westen und anderes Material zur „Selbstverteidigung“ an die „Patrioten“ in Odessa verteilte. Der ukrainische Text zu diesem Video wurde von Google-Translator so übersetzt:

Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine überreichte den diensthabenden Freiwilligen an den patriotischen Kontrollpunkten der Zufahrten nach Odessa modernste Schutzausrüstung der fünften Generation.“                                      

(Originaltext: СекретарьСоветанациональнойбезопасностииобороны Украиныподарилдобровольцам, дежурящимнапатриотическихблок-постахнавъездевОдессусовременныебронежилеты 5-гоклассазащиты.)

Parubiy unterhält sich in diesem Clip mit einem sehr dicken Mann in Tarnkleidung. Derselbe Mann ist auch in mehreren Videos zu sehen, die am 2. Mai auf dem Kulikovo-Platz aufgenommen wurden und zeigen, wie er (mit schusssicherer Weste) mehrfach Schüsse auf das Gewerkschaftsgebäude abgibt (man sieht nicht, worauf er genau zielt). Dann sieht und hört man ihn telefonieren bzw. „melden“, dass „diese Leute bewaffnet seien und er schon vier seiner Leute verloren hätte“. Es soll also der Eindruck erweckt werden, dass einige der AM, die im Gebäude eingesperrt waren, sich mit Waffengewalt gewehrt haben, was völlig aus der Luft gegriffen ist.

Mykola VolvovSein Name ist Mykola Volkov. Er ist ein lokaler Krimineller, der mehrfach im Gefängnis gesessen hatte und offensichtlich werden solche Leute als nützlich im Kampf gegen die eigene Bevölkerung angesehen, die sich weigert, die Putschregierung in Kiew zu akzeptieren. Warum Volkov sich bei seinen Schüssen auf angeblich bewaffnete AM-Aktivisten filmen ließ, dürfte mittlerweile klar geworden sein.

Es befanden sich aber vermummte Personen auf dem Dach (mit roten Armbändern), die tatsächlich geschossen haben. Volkov war also offenbar ein Werkzeug auf „need-to-know“ Basis. Um die Illusion der patriotischen „Selbst-Verteidigung“ aufrecht zu erhalten, könnte es natürlich sein, dass er und andere nicht wussten, wer die Schützen auf dem Dach wirklich waren. Nur eine kleine Gruppe „ganz oben“ war über alle Details der geheimen Operation informiert, das ist ja auch bei solchen „covert operations“ üblich ….

3 DER ZIONISTISCHE MAFIA-OLIGARCH

Gesinnungs-T-Shirt ...

Gesinnungs-T-Shirt …

Ihor Kolomoiskiy, wird als Drahtzieher der Operation „Ha’ola“ in Odessa angesehen. Er gehört zu den brutalsten, skrupellosesten und reichsten „Geschäftsleuten“ der Ukraine, der sogar russischen Oligarchen (die ja selbst nicht gerade zimperlich sind) noch schlaflose Nächte bereitet, weil er sie – ohne mit der Wimper zu zucken – betrügt.

Kolomoiskiy hat (ebenso wie der „Schokoladenkönig“ und jetzige Präsidentschaftskandidat Pyotr Poroshenko) einen zweistelligen Millionenbetrag in die Inszenierung der „Fata Maidana“ investiert und davor spendierte er auch eine beträchtliche Summe für die „Orange Revolution“ des Jahres 2004. Er kann es sich leisten, gilt er doch als der drittreichste Mann der Ukraine (geschätztes Vermögen etwa 3-4 Milliarden Dollar)

Der jüdische Oligarch, der sowohl die ukrainische als auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt, wird der ukrainischen Mafia zugeordnet und wurde von der illegitimen Putschregierung in Kiew im März 2014 zum „Gouverneur“ der Region Dnjepropetrovsk ernannt. Er verfügt über eine Privatarmee, also hochbezahlte, bewaffnete Söldner die seinen Befehlen gehorchen und seit seinem Amtsantritt finden auch die Neo-Nazi Schlägertruppen des Pravy Sektors bei ihm neue „Beschäftigungsmöglichkeiten“.

Dazu gehört auch das „Dnjepr-1“Battalion, das in Odessa eingesetzt wurde, mit Zustimmung der Behörden in Kiew. Kolomoiskiy hat auch eine Kopfprämie von zehntausend Dollar ausgesetzt, für jeden „pro-russischen Separatisten“, der ermordet wird.

An den Zufahrtsstraßen nach Odessa wurden Straßensperren errichtet, die von PM-Milizen „gesichert“ waren. Sie standen unter dem Kommando der ranghöchsten Söldner des „Dnjepr 1“ Batallions, das mit den Schocktruppen des Pravy Sektors (aus dem Westen der Ukraine) gemeinsame Sache machte.

Insgesamt waren etwa 1.500 bewaffnete, paramilitärische Kräfte an diesem Tag in Odessa unterwegs, die aus anderen Teilen des Landes gekommen waren.

Wenige Tage nach dem Massaker im Gewerkschaftshaus wurde ein enger Geschäftsfreund Kolomoiskiys, Igor Palitsa zum Gouverneur der Region Odessa ernannt. Man muss schließlich sichergehen, dass bei den „Ermittlungen“ über die Verbrechen des 2. Mais die „richtigen“ Leute an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Kolomoisky gerät immer wieder in die Schlagzeilen, so wurde er von türkischen Behörden festgenommen, weil auf einer seiner Yachten minderjährige Prostituierte als „Unterhaltung“ für die Gäste dienten und selbst bei internationalen Jüdischen Organisationen, in denen es vordergründig um „Gemeinschaft“ gehen soll, reißt der ukrainische Pate die Macht an sich, indem er dafür sorgt, dass er zum Vorsitzenden bestimmt wird.

rabinovitchAuch in der Wahl seiner Freunde ist er nicht zimperlich: zu ihnen gehört z.B. Vadim Rabinowitz, der auf der „No-Fly-List“ der USA steht, weil er in illegalen Waffenhandel verwickelt war. Auch in der Ukraine selbst wurde er verurteilt und 1999 des Landes verwiesen (Vorübergehender Entzug der Staatsbürgerschaft, er hat aber auch einen israelischen Pass).

Was ihn aber nicht daran hindert – oder sollte man nicht besser zynisch sagen – im Gegenteil geradezu befähigt – heute als Präsidentschaftskandidat für die Ukraine in Erscheinung zu treten. Rabinowitch ist ein “Medienzar“ in der Ukraine und besitzt, wie alle Oligarchen, einen eigenen Fußballklub.

Fazit: Die Grenze zwischen Business, Politik und organisiertem Verbrechen in der Ukraine gibt es nicht mehr … egal, wen die Leute „wählen“, die Machtstrukturen werden sich nicht ändern … dazu müsste eine echte Revolution stattfinden.

4 DIE POLIZEI VON ODESSA

dep police chief Dmitry Fuchedze OdessaAls die ersten Videos aus Odessa auftauchten, fiel auf, dass es darunter Aufnahmen gab, in denen ein Polizeioffizier in Uniform sich mit den (scheinbaren) AM-Randalierern, also den Provokateuren mit den roten Armbändern unterhält. Dieser Mann wurde kurz darauf als Dmitry Fuchetsy identifiziert, der stellvertretende Polizeichef von Odessa. Angeblich wurde er bei den Zusammenstößen „verwundet“, wofür es aber keine Beweise gibt.

Er ist seit dem Massaker „verschwunden“ – niemand weiß, wo er sich aufhält. Fuchetsy und sein Vorgesetzter, Petr Lutsyuk waren für die Polizeiaktionen in Odessa verantwortlich und aus den zahlreichen Videos wird klar, dass die Polizei (jedenfalls die oberen Chargen) von den Plänen aus Kiew wusste und dabei mitspielte.

Die gesamte Polizeieinheit von Odessa wurde am 3. Mai „ausgetauscht“, auch der Polizeichef Lutsyuk.

Der 2. Mai wurde ausgesucht, weil an diesem Tag ein Fußballspiel zwischen Odessa und Metall Kharkov stattfand und es deshalb ursprünglich nicht auffiel, dass sich aufgeregte Ansammlungen junger Männer auf den Straßen herumtrieben, darunter auch die „Ultras“, also die Sympathisanten der Neo-Nazis. Außerdem waren viele Leute aus Odessa wegen des Mai-Feiertages nicht in der Stadt.

5 DIE FUSSBALL-FANS

metal kharkovHunderte Anhänger des Fußballvereins “Metall Kharkov“ kamen am 2. Mai auf dem Bahnhof in Odessa an. Die meisten von ihnen waren harmlos und wollten eben nur das Match verfolgen und ihrem Club Unterstützung geben. Doch unter ihnen befanden sich auch etliche Neo-Nazis, die in die geheime Operation eingeweiht waren. Der Verein gibt später eine Pressemeldung heraus, wonach seine Fans nicht an den Ausschreitungen beteiligt waren und zum Zeitpunkt der Eskalation bereits alle Fans auf dem Bahnhof waren bzw. sich im Zug befanden.

DIE  (MEDIEN-)SCHLACHT  BEGINNT

Vor Beginn des Fußballspiels strömten die Mitglieder des „1.Dnjepr-Battallions“ (die Oligarchen-Privatarmee) die Banden des Rechten Sektors und die PM in die Stadt, alle natürlich getarnt als normale Zivilisten. Die Polizei in Odessa hatte an diesem Tag den strikten Befehl erhalten, keine Autos anzuhalten, die Kennzeichen aus Kiew, Lviv oder Dnjepropetrovsk hatten.

Für den Nachmittag war ein Protestmarsch „für eine vereinte Ukraine“ geplant. Dazu versammelte sich die Menge am Sobornaya-Platz in der Stadtmitte. Die „Fußballfans“ wurden von den Provokateuren der Neo-Nazis so aufgehetzt, dass sie grölend durch die Stadt zogen und nationalistische Parolen brüllten. Der Marsch führte ganz bewusst zum Griechischen Platz, wo Barrikaden aufgebaut waren und die Konfrontation mit dem „anderen“ Lager stattfinden sollte.

false pro-russian PS impersonators among their partners in crimeDieses „andere Lager“ war eine Gruppe vermummter Randalierer, die sich (mit angehefteten, orange-schwarz gestreiften „Victory“-Bändern, die ein Symbol für den Sieg der Roten Armee über Hitler sind) aus der Alexandrovsky-Straße kommend, ebenfalls zum griechischen Platz bewegte. Sie verhielten sich extrem aggressiv, grölten obszöne Parolen und taten alles um auf sich aufmerksam zu machen. Diese Spezialeinheit (UN) sollte vortäuschen, dass es sich hier um wildgewordene „pro-russische Separatisten“ handelte. Damit die anderen Verschwörer sie aber als „Freund“ erkennen konnten, trugen sie – wie bereits erwähnt – die roten Bänder auf dem Arm.

Die UN-Provokateure sammelten sich dann in der Nähe eines Einkaufszentrums, wo sie gegen 19:20 Uhr von den „Patrioten“ der UNSA und des Pravy Sektors angegriffen wurden (man hat auf den Videos das Gefühl, das hier z.T. Scheinkämpfe, ähnlich wie ihn Filmen stattfinden). Die Polizei stand dazwischen mit einem lächerlich kleinen Cordon (vielleicht 20 Männer) und wurde mit Steinen, Molotov-Cocktails und Blendgranaten beworfen. Nachdem sie ihre Rolle erfüllt hatten, verschanzten sich die UN-Provokateure im Afina-Shopping Center, wo sie später von der „Polizei“ (den Insidern) abgeholt wurden.

PS thugs with dep police chief(Auch unter den Polizisten befanden sich Kollaborateure – sie trugen ebenfalls die roten Plastikarmbinden. Man sieht in dem Video auch, wie sich der Polizeicordon öffnet und einige Pro-Maidan Kämpfer durchlässt)

Die ukrainischen „Patrioten“, Neo-Nazis und „Verteidiger“ des Maidan bewegten sich nun, vollgepumpt mit Adrenalin, auf den Kulikovo-Platz zu, wo die Regierungsgegner seit Wochen friedlich in Zelten campierten und für regionale Selbstverwaltung, also ein föderatives System eintraten, das sich nicht mehr dem Diktat Kiews (und der Oligarchen dahinter) beugen wollte.

DAS MASSAKER IM GEWERKSCHAFTSHAUS (auf dem Kulikovo Platz)

From Hell Odessa 0205Während also die Aufmerksamkeit der Medien auf die Vorfälle am Griechenplatz gerichtet war (wo die inszenierte Straßenschlacht stattfand), schlichen Mitglieder des Pravy Sektor unbemerkt durch den Hintereingang in das Gewerkschaftsgebäude und versteckten sich im Keller bzw. auf dem Dachboden.

20:00 Einige UN-Provokateure fuhren mit dem Auto zum Kulikovo-Platz und taten so, als ob sie AM-Protestanten vor den marschierenden Neo-Nazis warnen wollten. Sie riefen „Sie werden euch umbringen!“ und lösten damit eine Panikstimmung aus, die die AM-Leute dazu brachte, im Gewerkschaftsgebäude Schutz zu suchen.

Odessa tents on fireEinige davon gingen in den Keller, wo die fanatischen Killer schon auf sie warteten. Sie wurden gefoltert, ermordet und verstümmelt. Andere flohen in die oberen Räume und verbarrikadierten sich, als sie sahen, wie der aufgehetzte Mob die Zelte vor dem Haus anzündete. Die Neo-Nazis stürmten in die Stiegenhäuser und hämmerten an die verschlossenen Türen. Dann kam das Gas: anscheinend wurde Napalm mit Benzin vermischt und daraus ein tödliches Giftgas hergestellt.

Odessa charred bodies on 3rd  floor without fireIn dem Gebäude haben sich unvorstellbare Szenen der Grausamkeit abgespielt. Menschen wurden erdrosselt, erschlagen, Körperteile abgehackt, sie wurden mit Gas vergiftet, in Brand gesteckt, usw. (siehe dazu: Über Leichen Gehen). Einige UN-Mörder haben dann Molotov-Cocktails aus dem Fenster geworfen, damit es so aussieht, als ob die AM-Leute selbst auch solche verwendet haben und das Feuer ein „Unglück“ war.

Während dieses Massakers war keine Polizei auf dem Kulikovo-Platz zu sehen.

Die Feuerwehr kam ebenfalls viel zu spät. Die „Patrioten“ hatten davor auch Feuerwehrfahrzeuge in ihre Gewalt gebracht und die Wasserversorgung des Gewerkschaftsgebäudes wurde sabotiert. Man wollte also sicherstellen, dass der Brand möglichst lange anhält, damit die Leichen bzw. die Todesursache nur mehr schwer zu identifizieren sind.

DER  ALTAR  DES  TEUFELS

Nach Angaben des Informanten wurde die geheime Operation unter dem Titel „Ha’ola“ geführt. Das ist ein Begriff aus dem Hebräischen, der soviel wie „Altar für das Brandopfer“ bedeutet.

Odessa victims only shoulders and heads charredNach dem grausamen Massaker flohen die Mörder durch Seiten- bzw. Hinterausgänge und verließen die Stadt. Erst dann kam die Polizei in das Gebäude. Die offizielle Zahl der Todesopfer – 46 – bezieht sich nur auf Menschen, die sich in den oberen Stockwerken aufhielten. Die Mehrheit der Ermordeten befand sich aber im Keller des Gebäudes, ihre Leichen wurden nach Zeugenaussagen bei Nacht und Nebel weggebracht, um sie später außerhalb von Odessa in einem Massengrab zu verscharren.

Die exakte Zahl der Mordopfer lässt sich nur schwer eruieren, sie dürfte aber zwischen 120 und 300 liegen. Die Einwohner Odessas wundern sich, nach Berichten von Lokalreportern …

  • warum die vom Feuer bedrohten Menschen sich nicht in jene Etagen flüchteten, in denen es gar nicht gebrannt hat
  • warum man niemand „springen“ sah (aber mehrere Personen fallen)
  • warum so viele Leichen nicht identifiziert werden konnten bzw. Menschen seither „verschwunden“ sind …
  • warum die Polizei und die Feuerwehr so spät kamen …

fire victims do not leave blood poolsDie Machthaber in Odessa haben große Teile der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden bereits ausgetauschti. Doch Oleh Makhnitsky, den interimsmäßigen Justizminister hat man offenbar nicht in die geheimen Pläne für Odessa eingeweiht. Er ließ kürzlich in einer Pressemeldung folgendes verlautbaren:

Diese Aktion war nicht nur auf lokaler Ebene geplant, es war eine von langer Hand geplante und eng-koordinierte Operation, an der auch Behördenvertreter teilgenommen haben“.

Tsarev beaten PSSollte er eine ernsthafte Untersuchung der kriminellen Operation in Odessa anstreben, wird man ihn sicherlich in die Schranken weisen. Die Neo-Nazis haben ja sehr effektive Methoden, um Dissidenten wieder auf den „richtigen“ Weg zu bringen, wie viele Oppositionspolitiker und sonstige Kritiker bereits am eigenen Leib erfahren mussten. (Bild: der verprügelte Oleg Tsarev hat seine Kandidatur als Präsident  – wie viele andere -„zurückgezogen“)

Es gibt sehr lange Videos (jeweils mehr als zwei Stunden), die die Ereignisse ziemlich gut wiedergeben, aber da es nicht viele Menschen gibt, die sich die Zeit nehmen, das anzusehen, hier noch ein kurzes, das die oben geschilderten Vorfälle auf den Punkt bringt:

Wir werden nie vergessen, wir werden nie vergeben ….

Das rufen am Anfang trauernde Menschen aus Odessa, doch unsere Medien haben es schon vergessen … sie wollten es gar nicht wissen …

Mass Murder Odessa and  Media Silence in EuropeDie wichtigsten Aussagen in dem Video sind folgende (und decken sich mit den Angaben des Informanten und anderer Zeugenaussagen):

 

  • Es gibt mindestens 116 Tote
  • Die örtliche Polizei gab den Neo-Nazi Gangstern mit den roten Armbinden Anweisungen, es bestand also eine Kooperation zwischen den beiden Gruppen, die ja eigentlich auf zwei verschiedenen Seiten stehen sollten
  • Vermummte Neo-Nazis spielten die Rolle aggressiver Föderalisten (AM), die die Fußball-Ultras zu Angriffen auf die echten AM provozieren sollten (was ja dann auch passierte)
  • Polizisten, die eingeweiht waren, trugen ebenfalls rote Armbinden
  • Der stellvertretende Polizeichef Odessas ist seither untergetaucht
  • KULIKOVO: Junge Mädchen mischen Molotov-Cocktails vor dem Gebäude (mit Begeisterung)
  • Die Zelte werden angezündet, was den Eindruck erweckt, es gäbe ein großes Feuer nahe am Gebäude
  • AM-Anhänger wurden im Gebäude brutal attackiert und ermordet, viele davon angezündet
  • Die PS-Neo-Nazis filmten im Inneren des Gebäudes und deshalb sieht man, dass es in vielen Räumen gar nicht gebrannt hat
  • Man hört einen davon sagen: 1,2,3 … 9 Leichen im oberen Stock, einer lebt noch (05:10 Minuten)
  • Ein Mitglied der Regionalverwaltung sagt aus, viele Leichen hätten zwei Schusswunden im Kopf aufgewiesen
  • Nach dem Brand haben die EM-Verteidiger Twitter-Meldungen verschickt, in denen von einem „Barbecue“ und einer „netten Feuershow“ die Rede ist …

Damit nicht genug, sind die Kommentare einiger Politiker nach der „Tragödie“ bestens dazu geeignet, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen wenn diese Metapher überhaupt noch tragbar ist:

Der Bürgermeister von Odessa, Volodomir Nemirovsky schrieb z.B. auf facebook:

Die Anti-Terror-Operation war rechtmäßig“

Olesya OrobetzOlesya Orobetz, Abgeordnete der (Neo-Nazi) Partei „Svoboda“:

Es ist ein historischer Tag für die Ukraine. Ich bin so froh darüber, dass diese nervenden Separatisten jetzt endlich unschädlich gemacht wurden!“

Svoboda Olesya Orobetz happy about the massacre in Odessa

Hier noch einige Videos:

 

 

 

 

 

Der ORF als THINKPOL: Sind Sie „pro-russisch“?

Es ist uns gelungen, der Revolution neues Leben einzuhauchen

Andrei Parubiy, zu den Vorfällen am 22. Februar 2014 auf dem Maidan

From Hell Odessa 0205Während also in der Ukraine jetzt de facto das Kriegsrecht ausgerufen wurde und fanatische Neo-Nazis, vermummte Milizen und militärische Gewalt im Land Angst und Schrecken verbreiten,– von dem Pogrom und Blutbad in Odessa ganz zu schweigen – was machen unsere Journalisten derweil?

  • Brechen sie in die Ukraine auf, um der Welt zu zeigen, was dort wirklich los ist? Analysieren sie wenigstens einige von hunderten Videos, die über die Ereignisse in Odessa, Kharkov, Slavyansk und die anderen Städte, in denen es zu Gewaltausbrüchen kam, informieren und nicht vom Fließband der Presseagenturen stammen?
  • Lesen sie die Parteiprogramme der Machthaber in Kiew? Interessieren sie sich dafür, welche Leute eigentlich für die innere und äußere Sicherheit der Ukraine nach dem Putsch zuständig sind?
  • Wer die „Nationalhelden“ sind, die von den Svoboda und (jungen) Pravy Sektor Anhängern so inbrünstig verehrt werden? Warum diese Leute den Jahrestag der Gründung der galizischen Division der Waffen-SS mit Fackelzügen und Jubelgesängen feiern?
  • Wissen Sie, dass Svoboda Parteichef Tyanybok die Bevölkerung der Ukraine vor dem „jüdisch-russischen Abschaum“ (oder ebendieser „Mafia“) gewarnt hat? Dass in der Ukraine am helllichten Tag Menschen schwer misshandelt werden, wenn sie die „ultra-nationalen“ Helden der Ukraine kritisieren und „faschisti, faschisti “ rufen?
  • Dass dutzende Politiker verprügelt oder anderweitig eingeschüchtert, wurden, die vorhatten, bei Regional- oder den Präsidentschaftswahlen mitzumachen?
  • Haben sie eine Ahnung davon, dass der stellvertretende Parteivorsitzende und „Chef-Ideologe“, Yuriy Mykhalchyshyn, ein bekennender Faschist und begeisterter Anhänger von Josef Goebbels ist, dem er sogar ein „politisches Forschungszentrum“ gewidmet hat? (Mehr dazu siehe „Goebbels in Galizien“)
Mass Murder Odessa and  Media Silence in Europe

(Klicken Sie auf das Bild)

Weit gefehlt. Der ORF (Österreichische Rundfunk) zum Beispiel hat viel Wichtigeres zu tun. Seine Journalisten haben eine neue Mission gefunden: das Aufspüren „pro-russischer“ Elemente in der österreichischen Polit-Szene. Gerade jetzt, wo die EU-Parlamentswahlen bevorstehen, darf der Journalist nichts unversucht lassen, um der ahnungslosen Öffentlichkeit die gefährlichen „Sympathisanten“ Putins zu präsentieren, damit sie diese ja nicht wählen!

AM PRANGER: DIE „PRO-RUSSISCHEN“ SYMPATHISANTEN

Surreale Interviews geführt im geopolitischen Vakuum sind ja seit der „Fata Maidana“ in Kiew an der medialen Tagesordnung. Hier „profilieren“ sich Journalisten-Attrappen, in dem sie Politikern scheinbar „auf den Zahn fühlen“. Nun ist der investigative Journalismus – gerade in Wahlkampfzeiten – theoretisch eine feine Sache, besonders „in Zeiten des universellen Betrugs“ wie sich George Orwell ausgedrückt hat, „wird die Suche nach der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.“

Was uns hier aber als Interview präsentiert wurde, ist so schäbig, dass man nach den passenden Worten suchen muss, um die Infamie dieser „Pressestunde“ adäquat zu beschreiben. Bevor ich aber auf den Inhalt des Gesprächs eingehe, eine wichtige Klarstellung:

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in die Situation komme, einen FPÖ-Politiker zu verteidigen. Diese „liberalen“Parteien sind für mich seit vielen Jahren ein „rotes Tuch“ und ich halte die perfide, politische Instrumentalisierung des Begriffs „Freiheit“ durch diese Parteien für sehr gefährlich.

Besonders die Führungsfiguren dieser Ideologie im ökonomischen Kontext, allen voran Friedrich von Hayek, dann Milton Friedman samt seinen „Chicago boys“, sowie Leute wie Reagan und Thatcher usw.) sind meine Feindbilder der ersten Ordnung.

Doch man muss auch eingestehen können, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen, deren politische Ideologie man ablehnt, nicht fair ist. Auch wenn man die politische Gruppierung, zu der eine Person gehört, nicht goutiert, heißt das nicht, dass jeder einzelne davon immer mit allem was er oder sie sagt, Unrecht hat.

Aus dieser Perspektive möchte ich daher die Aussagen des FPÖ-Spitzenkandidaten für das Europäische Parlament in der ORF-Pressestunde bewerten (auch jene von Ewald Stadler, ehemals FPÖ-Mitglied, im letzten Beitrag) und die Fragen der Journalisten kommentieren:

ORF pressestunde VilimskyDas Interview wurde geführt von Wolfgang Wagner für den ORF und Ulla Kramar-Schmid für das österreichische Politik-Magazin PROFIL. Das „Opfer“ der „anti-russischen“ Inquisition (um diese wertende Kategorisierung auch mal zu verwenden) ist Harald Vilimsky, wie schon erwähnt Spitzenkandidat der FPÖ für das EP.

DER ORF UND DER EINZIG WAHRE GLAUBE

Der Tenor der Kritik, die sich durch das ganze Interview zieht wie ein roter Faden, ist „die deutliche Sympathie für Russland die die FPÖ „als einzige Partei“ angeblich erkennen lässt. Damit nicht genug, „lehnt sie auch noch die EU-Sanktionen ab (die in Wahrheit natürlich US-Sanktionen sind). So beginnt das Interview …

Sympathie? Was soll das aber konkret heißen? Dass man die Aktionen der russischen Föderation als richtig und legitim erachtet? Dass man die Dämonisierung des russischen Präsidenten für ungerecht und als Teil einer medialen Hetzkampagne ansieht, die von Washington, Berlin und Brüssel lanciert wurde und von den kriminellen Aktionen der Putsch-Regierung und ihrer Sponsoren ablenken soll?

Dass man versteht, warum in der Ost-Ukraine die Menschen sich zu Russland hingezogen fühlen? Und wenn das so ist, muss man sich dann dafür schämen? Weil man „die einzige Partei“ ist, die diesen Standpunkt vertritt? Ist Non-Konformismus in einer so heiklen Angelegenheit peinlich?

Anscheinend schon, so klingen jedenfalls die unterschwelligen Töne der beiden Journalisten, die nichts besseres zu tun haben, als einen „pro-russischen“ Kollaborateur zu entlarven (so hört es sich beinah an).

Vilimsky vertritt in dem Interview folgende Standpunkte:

  • Der Umsturz der gewählten Regierung in Kiew wurde von außen gesteuert, man wollte bewusst einen Konflikt provozieren
  • Echte Demokratiebewegungen würden sich nicht mit „Sturm- und Maschinengewehr artikulieren
  • Europa sollte sich nicht als Propagandainstrument der USA missbrauchen lassen und vor der Realität in der Ukraine die Augen verschließen
  • Österreich sollte sich in diesem Konflikt „neutral“ verhalten, wie es die Verfassung auch vorsieht
  • Die FPÖ sieht er ebenfalls in einer „neutralen Position“ (will nicht für die eine oder andere Seite Partei ergreifen)
  • Russland sei ein Partner Österreichs und die Regierung sollte alles unternehmen, um als neutraler Vermittler eine gütliche Regelung herbeizuführen (Sanktionen würden uns nur selbst schaden)

„Wir brauchen dafür Russland, die Ukraine und die Europäer. Was wir nicht brauchen, sind die Amerikaner, die auch hier offensichtlich Weltpolizei spielen wollen.“

Die Journalisten werfen ihm vor, dass er bzw. seine Partei eben nicht neutral sei, denn praktisch, alles was er sage, zeige die „pro-russische Haltung“ der FPÖ. Vilimsky erklärt, dass er seit einigen Jahren Obmann der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft sei und deshalb einen „sehr emotionalen Bezug“ zu den Ereignissen in der Ukraine habe. Er betont, dass er deswegen über gute Kontakte im Land verfüge und diese Aussagen der Betroffenen höher zu bewerten seien, als die Propaganda-Meldungen in den Medien, (auf die sich aber diese beiden Gestalten immer beziehen).

Da wird ja von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt

Er versucht immer wieder, diesen beiden geopolitischen Autisten klar zu machen, worum es hier geht:

  • Dass die mediale Darstellung der Ereignisse in der Ukraine seit Monaten nicht der politischen Realität entspricht und nur die Perspektive Washingtons (samt seinen Vasallen in Brüssel und Berlin) widerspiegelt.
  • Dass man (den korrupten, aber) legitimen Präsidenten Janukowitsch verfassungswidrig abgesetzt habe (ein Rumpfparlament wurde quasi mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Forderungen der Putschisten zu erfüllen – siehe dazu auch Natalia Vitrenko)

Vilimsky erinnert dann daran, dass sowohl Bush als auch Tony Blair die Weltöffentlichkeit belogen haben und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ nie gefunden wurden (weil es sie nie gab).

Quotation-Ramsey-Clark-world-war-crimeVilimsky hat also den Mut, ein enorm heißes Eisen der internationalen Politik anzufassen: die wahre Rolle der USA auf dieser Welt bei der Entstehung von außenpolitischen Konflikten (bzw. innenpolitischen Krisen aus Sicht der Opfer).

Er versucht, den beiden Fließband-Journalisten klarzumachen, dass aufgrund seiner persönlichen Kontakte mit Ukrainern vor Ort und unter Zugrundelegung der realen, geopolitischen Verhältnisse auf der Welt, die USA mit großer Wahrscheinlichkeit am Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine beteiligt war. (Alleine das abgehörte Telefonat zwischen Victoria Nuland und dem amerikanischen Botschafter in Kiew ist ein gewaltiges Indiz dafür – genau der Politiker, den sie darin als „richtig“ erachtet, wurde ja tatsächlich Ministerpräsident: Yatseniuk und die „fünf Milliarden Dollar“, die laut Victoria Nuland in die Ukraine „investiert wurden“ – wofür wohl ?

Doch die brisanten, aber sehr realistischen Aussagen über die wahren Urheber des Putsches und die unerträgliche Schwarz-Weiß-Propaganda, die aus Washington kommt – und von den Medien schamlos absorbiert wird – interessieren diese beiden „churnalists“ gar nicht.

Sie leiden offenbar an einer schweren Form von „cognitiver Dissonanz“ bzw. „confirmation bias“: Gemeint ist damit, die Neigung (von uns allen), Informationen zu bevorzugen, die mit unserem Weltbild, unseren Werten, etc. übereinstimmen, egal ob diese wahr sind oder nicht und jene abzulehnen, die dieses Wahrnehmungsmuster ins Wanken bringen …). Bei Journalisten ist dies natürlich enorm behindernd bei der Arbeit …..

Die beiden Interviewer konzentrieren sich darauf, dass Vilimsky behauptet, es habe „Blackwater“ Söldner auf dem Maidan gegeben und dass er selbst nicht „neutral“ sei.“ (Der ORF betätigt sich später in der ZIB2 dann auch noch als scheinbarer „Fakten-Checker“ um Vilismkys Aussagen über die BW-Söldner als falsch zu entlarven – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Zunächst geht es aber um die EU-Sanktionen: Hier die Frage verbatim:

EU DornenkroneORF (Wagner) : „Die EU hat Sanktionen, die jetzt laut Merkel und Hollande sogar verschärft werden sollen, wenn in zwei Wochen die Wahlen des Präsidenten nicht ordnungsgemäß abgehalten werden können, weil in der Ost-Ukraine diese Separatisten es verhindern werden, dann wollen eben Merkel und Hollande EU-Sanktionen verschärfen …[vorwurfsvoll] Sie sind ja nicht einmal mit den derzeitigen sehr sanften Sanktionen gegen Russland einverstanden …“

Mal abgesehen von der schwachen Rhetorik, die wie eine hängengebliebene Platte klingt, zeigt diese Haltung eines ORF-Mitarbeiters etwas sehr wichtiges:

Ob die Sanktionen nach dem Völkerrecht legitim sind, interessiert die Journalisten überhaupt nicht, weil sie die Prämisse auf der sie aufbauen kritiklos übernommen haben: dass sich Russland die Krim illegal „einverleibt“ habe und deswegen die „internationale Staatengemeinschaft“ (ein Codewort für den Willen der USA) „Strafen“ verhängen müsse, um dem Schurken Putin klarzumachen, dass solche Unverschämtheiten nicht folgenlos bleiben …warum es sich dabei nicht um einen Bruch des Völkerrechts handelt, habe ich ja im letzten Beitrag erläutert.

NATO eastern expansionDoch da die geopolitischen Hintergründe dieses Konflikts NIE IN DEN MEDIEN ERWÄHNT WERDEN (siehe dazu auch meinen Beitrag Cruelty in Numbers) und stattdessen den Zuschauern vorgegaukelt wird, es handle sich wieder einmal darum, dass der Westen seinen angeblichen Wertekanon gegen einen bedrohlichen Schurken („den jeweils neuen Hitler“) verteidigt, fällt diese wichtige Aussage des FPÖ-Politikers auf unfruchtbaren Boden bei den beiden Journalisten.

COGITO ERGO SUM? (oder fehlt da was?)

Die beiden „Journalisten“ sind darauf geeicht worden, in Russland bzw. Putin den Schurken und im Westen den „Guten“ zu sehen. Seit Monaten leben sie in einem medialen Echo-Chamber, das ständig diese Botschaft verbreitet. Alternative Medien und Personen, die diesem manichäischen Weltbild energisch widersprechen, werden als „pro-russische“ Handlanger, oder „anti-amerikanische „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder – noch effektiver – einfach ignoriert. Zensur durch Schweigen wirkt enorm (das sehen wir ja auch seit Jahren am Beispiel der „Meldungen“ über den „Nahost-Konflikt“ und die absurden „Friedensgespräche“ mit der isarelischen Regierung).

Herr Vilimsky kommt nun mit seinen (der Realität entsprechenden) Behauptungen daher und wird als enormer Störfaktor dieses etablierten Werte-Systems wahrgenommen. Was tun? Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist riskant, denn dann müsste einmal all das auf den Tisch kommen, was in den Medien unterschlagen wird (die systematischen Verbrechen der USA, die ständige „Intervention“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, deren „Verschwinden“ in den Medien Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede so treffend als „brillianten Akt der Hypnose“ bezeichnet hat).

Kissinger truthDas ist zu gefährlich. Deshalb ist die effektivste Methode folgende: ignorieren und einfach das Thema wechseln. Sollte die „unerwünschte“ Botschaft nochmal erwähnt werden, hilft immer noch die ad hominem Attacke. Die „pro-russischen“ Häretiker werden dann als korrupte Marionetten Putins diffamiert, oder ihre gegen-den-Strom-Schwimmen– Attitude wird als Ausdruck ihre „rechten“ Gesinnung in den Dreck gezogen. (Beide Methoden werden später gegenüber Vilimsky angewendet).

DIE KOMMISSION GEGEN PRO-RUSSISCHE UMTRIEBE macht weiter

Ulla Kramar-Schmid, eine Journalistin vom PROFIL reagiert auf den Satz

Als Europäer darf man sich hier nicht zum Spielball amerikanischer Propaganda machen lassen“

so: „Bleiben wir mal bei der Ukraine ..“ (als ob die Frage der amerikanischen Propaganda nicht gerade im Fall der Ukraine von ENORMER BEDEUTUNG sei sie selbst verkörpert die Effektivität dieser als Waffe eingesetzte „strategic information“ und kriegt anscheinend nichts davon mit) und erklärt dem staunenden Zuschauer, dass die Übergangsregierung in Kiew von der EU anerkannt sei und auch „auch über eine Mehrheit im Parlament verfügt“.

Frau Kramar-Schmid, wollen Sie mal sehen, wie es im Parlament in Kiew heute zugeht, wenn die Regierung kritisiert wird:

Dann werden die Häretiker von der FPÖ, vertreten durch Vilimsky, wieder mit der „Inquisition“ gegen pro-russische Umtriebe konfrontiert, weil die Fraktion jüngst von „einer Putschistenregierunggesprochen und sichdamit der Wortwahl Russlands bedient habe. Frau Kramar-Schmid fragt dann weiter, ob er sich nicht davon distanzieren wolle.

Herr Vilimsky versucht der Dame noch mal klarzumachen, dass es hier um „keine ordentlich gewählte Regierung handle, der „Präsident“ verfassungswidrig im Amt sei, weil die alte Regierung ja mit Waffengewalt vertrieben und das Parlament (was davon übrig blieb) eingeschüchtert wurde, um die Enthebung des gewählten Präsidenten scheinbar zu legalisieren.

(Was der gewählte, vertriebene Präsident dazu sagt, ist hier zu sehen. Bei uns darf dieser ja gar nichts mehr sagen …

Der ganze Prozess war eine Form schwerer Nötigung und natürlich verfassungswidrig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die Regierung in Kiew in anderen Teilen des Landes nicht akzeptiert wird und auf den YouTube Videos aus dem Osten fast immer ein aufgeregtes „Faschisti, Fachisti!“ zu hören ist.

Davon weiß aber Frau Kramar-Schmid offenbar nichts, denn ihre Wahrnehmung wurde ja von „pro-amerikanischen“ Kräften geformt, was sie allerdings nicht bemerkt hat. Vilimsky fängt wieder von den Blackwater Söldnern „mit Sturmgewehren“ an, die er auch auf dem Maidan vermutet.

Er weist darauf hin, dass die vertriebene Regierung, „ordentlich gewählt war“ während die jetzige „Regierung“ eingesetzt wurde, ohne demokratische Legitimation sei, also die Illegalität der Regierung außer Zweifel steht; dann wird er vom ORF-Mitarbeiter Wagner unterbrochen, der wie ein echter Presse-Papagei die talking points von Frau Kramar-Schmid wiederholt:  „… mit einer Mehrheit im Parlament.. darauf betont Vilimsky: „mit sehr vielen Repressionen“ wird schon wieder vom ORF unterbrochen .“. auch von der Janukowitsch Partei“.

Spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier zwei Idioten (the ugly truth, I am sorry) vor mir sitzen, die keine Ahnung haben, was in Kiew wirklich passiert ist, weil sie Opfer ihres eigenen Systems geworden sind, das rund um die Uhr die Propaganda des US-Außenministeriums verlautbart und sich hinter „Presseagenturen“ versteckt.

NATÜRLICH handelt es sich hier um eine „Putschregierung“, das ist doch völlig klar und jeder doch denken, kann weiß das auch (das ist ja auch der Grund, warum viele deutschsprachige Redaktionen mit Beschwerden der Zuschauer und Leser überschwemmt wurden).

DIE  SPRACHPOLIZEI  ERMITTELT (aber nur in eine Richtung ..)

Dass sich hier jemand „der Wortwahl Russlands bedient“ als „Argument“ sprich implizite Schuldzuweisung, in einer politischen Debatte vorzubringen, ist derartig dumm und infam, dass einem die Spucke wegbleibt.

Hier zeigt sich auf erschreckende Weise, wie indoktriniert unsere Journaille tatsächlich ist, weil sie das „belief system“ der US Außenpolitik so aufgesogen haben, dass sie glauben, es sei ihr eigenes. (das wahre Ziel jeder effektiven Propaganda).

Und der größte Witz ist, dass die Papageien-Journaille selbst sich laufend „der Wortwahl der USA bedient“, aber eben nicht „schnallt“, dass die Quelle, aus der die „Meldungen“ über die Ukraine sprudeln, im State Department zu finden ist.

Wie sehr das eingebläute Freund-Feind-Denken dieser beiden „Journalisten von der traurigen Gestalt“ ihre Fähigkeit logisch zu denken einschränkt, sieht man auch daran, dass als Gegenargument (zur Verharmlosung der zutreffenden Bemerkungen über die „weggeputschte Regierung“ von Herrn Vilimsky) nur der Einwurf „von der EU anerkannt“ kommt.

  • Wenn also die EU („NATOstan“) etwas für legitim erklärt, stimmt das natürlich: keine kritischen Fragen, keine Untersuchung, was tatsächlich passiert ist. Alle Stimmen, die dieser Version widersprechen, werden ausgegrenzt,  diffamiert oder – noch besser – ignoriert.
  • Die USA (und ihre europäischen Vasallen) sind doch die „Guten“, die für „demokratische Werte“ stehen, fragen Sie doch mal die Leute im Irak, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan, in Pakistan, im Iran, in Palästina, im Sudan, in Chile, Bolivien, Venezuela, Indonesien, im Yemen oder in Serbien, Kroatien, etc,…. Die Liste ist endlos lang.
  • Wenn Russland oder Putin etwas für legitim erklärt, kann das unmöglich so sein, denn dann würde ja Putins Rolle als hinterhältiger Intrigant, der ein neues russisches Imperium schaffen will, ins Wanken geraten. Also wirken die beiden oben genannten Mechanismen und natürlich noch der Drang zur Konformität mit der Mehrheit, was viel bequemer ist, als gegen den Strom zu schwimmen.

Herr Wagner (ORF) sagt über die Vorfälle auf dem Maidan am 22.Februar dann:

demonizing putin_hitler„Wir haben hier sicher nicht die Möglichkeit, alles aufzuklären, aber ich muss Ihnen schon sagen (tadelnder, schulmeisterlicher Ton) ihre Sicht der Dinge muss man als pro-russische sehen …“

SO WHAT? Wenn ich mich auf Ihr rhetorisches Niveau begebe, Herr Wagner …muss Ihnen schon sagen, Ihre Sicht der Dinge muss man als pro-amerikanisch also „anti-russisch“ sehen! 

Dann Wagner weiter: „Herr Janukowitsch war plötzlich nicht mehr da, er ist außer Landes gegangen, wurde nicht verhaftet…“

Wie schon oben gesagt, da der ORF sämtliche Augenzeugenberichte, Videos und sogar die Statements von Janukowitsch selbst über die massiven Repressionen gegen das Parlament in Kiew sowie Todesdrohungen ausgeblendet hat (man bringt natürlich nur „selektiertes“ Material der Presseagenturen, die hauptsächlich als Verteiler für PR und Propaganda dienen) fehlt der politische Kontext, den die kritischen Beobachter weltweit sowie Herr Vilinski mit seinen guten Kontakten in die Ukraine, natürlich kennen.

Wagner spricht nur von „Auseinandersetzungen“ auf dem Maidan, von „Bewaffneten“und räumt ein, dass es vielleicht Dinge gibt, von denen „wir“ nichts wissen. Und wieder kommt der (pro-amerikanische) „bias“ zum Vorschein: er zweifelt die Aussagen über die „Söldner auf dem Maidan“ an, weil es dazu keine Beweise gäbe. Gleichzeitig aber übernimmt er die offizielle Darstellung (derjenigen, die den Putsch organisiert haben), dass „von Regierungsseite auf den Maidan geschossen wurdeund es daraufhin dutzende Tote gab anstandslos.

Dass aber die offizielle Version mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die MONITOR-Recherche des WDR und das abgehörte Telefonat des Außenministers von Estland mit Catherine Ashton).

una unso-gladioVilimsky beweist wiederum Engelsgeduld und erklärt den beiden Autisten, dass er es durchaus verstehe, warum (nicht nur) der Präsident geflüchtet sei [er kennt ja die wahren Umstände des Putsches]: „aus nackter Angst um ihr Leben“. (Wer die Vorbilder der ukrainischen Neo-Nazis kennt, weiß mit welchen Psychopathen wir es hier zu tun haben)

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, mit den Leuten vor Ort zu sprechen, weil es (implizit) eine ungeheure Propagandawelle gäbe, die natürlich von den Urhebern des „regime change“ lanciert werde, um die wahren Umstände des Putsches und die Rolle der Neo-Nazis zu vertuschen. Er habe Berichte vom ehemaligen ukrainischen Botschafter, der natürlich viel besser wisse, was dort wirklich geschieht und auch andere Kontakte in der Ukraine würden es ihm erlauben, die Lage dort realistisch zu bewerten.

Aber wieder geht keiner der beiden Autisten auf die realistische Perspektive von Vilimsky ein, stattdessen erbost sich Frau Kramar-Schmid darüber, dass sich der Parteiobmann der FPÖ „am Höhepunkt der Krise mit einem russischen Diplomaten getroffen habeQuelle horreur! Damit nicht genug: der Parteiobmann hält Putin auch noch für einen „Demokraten“! Wo kommen wir denn dahin?

Und als Krönung kommt was? Die neuerliche, ultimative Stigmatisierung für einen Politiker in Zeiten wie diesen: Sie senden ganz klar pro-russische Signale aus!“

Dass sie selbst ununterbrochen „pro-amerikanische“ Signale aussendet, ja ihre gesamte Perspektive der Ereignisse in der Ukraine aus dem State Department stammt, begreift sie einfach nicht. Wozu auch, ist ja auch zur Berufsausübung nicht erforderlich und schließlich ist sie ja nur eine(r) unter tausenden anderen Papageien der Presse-Fabrik aus der heutzutage die „Meldungen“ kommen.

Vilimsky spricht dann das aus, was das große Problem ist:

Ich würde sagen, Wir verständigen uns darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind ..“

(genau das können oder wollen die beiden Presse-Vertreter aber nicht)

warstateEr kritisiert die Tatsache, dass die absolute Rollenverteilung – Putin, der Böse und die Amerikaner die Guten – eine grobe Verzerrung der Realität ist. Am Beispiel der Todesstrafe ließe sich demonstrieren, wie einseitig die Kritik verteilt wird: während man Putin vorwirft, er sei intolerant gegenüber Homosexuellen, kann man den USA vorwerfen, dass dort immer noch Menschen auf grauenhafte Weise vom Staat umgebracht werden; „

Dem muss man hinzufügen, dass – was die aggressive „Außenpolitik“ betrifft, die Schuld der USA viel, viel schwerer wiegt als alles, was Russland je getan hat. Es gibt ja hunderte Bücher und Dokus, die diese Verbrechen dokumentieren (vor allem von ehemaligen CIA-Agenten oder Offizieren bzw. Soldaten sind erschütternde Berichte vorhanden).

Vilimsky spricht nochmal davon, dass er sich Österreich in einer neutralen Vermittlerrolle wünscht, worauf die Profil-Journalistin wieder mit ihrem „Sie sind ja selbst nicht neutral!Einwurf nervt …. weil der Witz dabei ist, dass das auch auf Sie selbst zutrifft (ebenso auf Herrn Wagner), der ihr sofort zustimmt.

Was beide anscheinend nicht begreifen: wenn es um die Wahrheit geht, um ungeheuerliche, subversive Verbrechen im Ausland, die ganze Völker ins Elend stürzen und oft in einem Blutbad enden, kann und DARF MAN NICHT NEUTRAL SEIN.

Die FPÖ sollte hier nicht versuchen, sich hinter dem Begriff Neutralität zu verschanzen, sondern ganz klar sagen: wir sind in diesem Fall auf der Seite Russlands, weil es nicht Russland war, dass der Ukraine seit Jahren mit 5 Milliarden Dollar (Nuland) eine massive, subversive „Faulbrandinfizierung“ (siehe Pinter Rede) verpasst hat, die zu einem blutigen Bürgerkrieg und zu einem Weltkrieg führen kann.

In der Folge wird dann die Wahlbeobachter-Kommission auf der Krim in den Dreck gezogen, über die ich im letzten Beitrag berichtet habe: klassisches Beispiel für confirmation bias. Dann muss natürlich auch die Abstimmung selbst verunglimpft werden (obwohl keiner der anwesenden Journalisten dabei war)

Herr Wagner hat sich aber anscheinend noch nicht genug blamiert, denn er feuert dann eine (vermeintliche) Breitseite auf die FPÖ ab, indem er deren „Wahlbeobachter“ unterstellt, sie hätten auf der Krim „einen Persilschein“ ausgestellt. Woher er das weiß? Putin selbst habe eine Kommission beauftragt, die Wahlbeteiligung, etc. zu untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass nur die Hälfte teilgenommen habe und davon hätten höchstens 50-60% für die Eingliederung in die russische Föderation gestimmt. Dann wörtlich:

Ist das nicht extrem peinlich, wenn man sich unter nicht geklärten Bedingungen zum Wahlbeobachter machen lässt? Dann fährt man hin, gibt einen Persilschein ab und dann sagen die Russen, nachdem sie sich die Krim einverleibt hatten, Ätsch, war gar nicht so!

Dass diese Meldung (von der extrem niedrigen Wahlbeteiligung etc.) von Julia Timoshenko lanciert wurde, die sehr enge Beziehugen zu „gewissen Kreisen“ in den USA pflegt, hat Herr Wagner nicht verstanden.

Dass Andrey Illarionov – der sich von der amerikanischen „Rechten“ als Putin-Basher einspannen ließ und heute für die neo-liberale Hochburg der USA, das CATO-Institut arbeitet, (das „liberty and prosperity“ der Superreichen verteidigt, zu denen auch Timoshenko gehört), jene Statistik publiziert hat, in der angeblich in den letzten drei Jahren (nur) zwischen 23 und 41% der Krim-Bewohner einer Eingliederung in die russische Föderation zustimmen würden, weiß er offenbar auch nicht.

Dass Illarionov einfach behauptet, zwei Drittel der Krimaner seien gar nicht zur Abstimmung gegangen, aber keine Beweise dafür vorlegt, macht auch nichts. Er „zitiert“ übrigens Timoshenko, um seine Aussagen zu untermauern und die beruft sich auf einen Tatarenführer,  der auch keine Beweise hat.

Solange eine „Meldung“ in das vorgefertigte Deutungsmuster passt (der in diesem Fall „Putin ist ein Arschloch“ heißt), wird sie enthusiastisch aufgenommen. Illarionov ist ein direkter politischer Gegner Putins, er tritt in zahlreichen Veranstaltungen der russischen „Opposition“ auf (die große Unterstützung aus den USA erhält) und kommt deshalb – ebensowenig wie „das Biest“ Tymoshenko als „seriöse“  Quelle für solche Meldungen  in Frage. Er ist auch ein großer Unterstützer des verurteilten Oligarchen Khodorkovsy, der kürzlich von Putin begnadigt wurde.

Was einfach dabei ignoriert wird ist der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in Kiew: dieses Ereignis und die damit verbundene Gewalt der Neo-Nazis könnten natürlich dazu geführt haben, dass viele Menschen auf der Krim sich lieber an Russland klammern.

march 18 referndum pro RussiaAußerdem ist die Krim seit 240 Jahren “russisch” und die Mehrheit der Bewohner auch. Wenn man dann auch liest, dass unter den Auftraggebern der „Umfragen“  die „Institute“ der Republikanischen u. der Demokratischen Partei in den USA sind  hat sich die Sache eigentlich erledigt.

Wir können nicht nachprüfen, wie viele Menschen tatsächlich zur Abstimmung gingen und für Russland votiert haben, doch die Aussagen von Beobachtern wie Stadler und die Affinität der Krim-Bewohner für Russland sprechen eher für eine große Zustimmung als Ablehnung.

Die Krim war der letzte Teil der Ukraine, die von der Nazi-Herrschaft im zweiten Weltkrieg von der Roten Armee befreit wurde – unter enormen Opfern. Das haben die Menschen dort nicht vergessen. Wenn sie also die Neo-Nazis von Svoboda & Co. sehen, die Nazi-Kollaborateure wie Helden verehren und in Kiew die gewählte Regierung stürzen, ist es sehr natürlich, dass sie sich Russland zuwenden. Nicht zuletzt geht es ihnen dort auch besser: z.B. Pensionen werden nach der Eingliederung angehoben (dem höheren russischen Standard angepasst).

Und wieder sehen wir hier, wie der confirmation bias wirkt, denn letztlich läuft die Argumentation der Journalisten darauf hinaus, dass Putin ein hinterhältiger Intrigant ist – und daraus abgeleitet, sind alle „pro-russischen“ Kräfte ebenso verdächtig, aber der Westen wird als vertrauenswürdig dargestellt. Das ist aber angesichts der historischen Realität einfach ein Witz und keine stichhaltige Argumentation.

Wagners Hieb auf die „ungeklärten Bedingungen“ der Beobachter-Kommission kommt wie ein semantischer Bumerang zu ihm zurück, denn die „Beobachter“ unter Leitung der deutschen Bundeswehr (siehe dazu meinen Beitrag: Meldungen vom Fließband) waren auch unter dubiosen Bedingungen in der Ukraine unterwegs und wurde von der gesamten Fließband-Presse irreführend als „OSZE“-Kommission“ bezeichnet, weil niemand die Quelle der Meldung geprüft hat.

Vilimsky hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass „eine Abstimmung eine Abstimmung“ sei und wenn bei Europawahlen meistens weniger als 50% wählen gehen, bedeutet nicht, dass die Wahl ungültig ist. (Wagner hatte gesagt, eine „Minderheit habe mit ihrer Stimme die Vereinigung mit Russland erzwungen“.) Dann ruft er aus:

ORF: Ja aber fair muss eine Abstimmung stattfinden! Und weiter: „Wo tausende mit Waffen herumstehen, haben die Leute unbeeinflusst ihre Stimme angegeben? Das meinen Sie doch nicht ernst? (Das Parlament in Kiew wurde dazu genötigt, den gewählten Präsidenten abzusetzen, damit eine Putschregierung ins Amt kommt – wieso regt sich Wagner darüber nicht auf? Die Antwort kennen wir …)

Dass die russischen Truppen in Erscheinung treten mussten, weil sonst die Abstimmung von  der Putsch-Regierung Kiew verhindert worden wäre, (die Neo-Nazi Schlägertruppen waren bereits unterwegs) begreift Wagner in seinem Tunnelblick nicht. Im Gegensatz zu der brutalen Repression in Kiew und jetzt im Süd-Osten, wo Kampfhubschrauber und paramilitärische „Einheiten“ (bezahlte Killer) eingesetzt werden ist auf der Krim von russischer Seite kein einziger Schuss gefallen.

Die ukrainische Marine, immer mehr Teile der Armee und der Polizei weigern sich , für die neue Regierung Dienst zu tun, genau deshalb müssen ja immer mehr „Söldner“ aus dem Ausland geholt werden bzw. wurden Neo-Nazis in die „Nationalgarde“ integriert.

1 Kathyn then Odessa nowDas pogromartige, grauenvolle Massaker in Odessa haben diese beiden Papageien gar nicht mitbekommen, stattdessen echauffieren sie sich ständig über die „pro-russischen Sympathien“ der FPÖ.

Sie hören nicht die Stimmen jener, die bezeugen, wie brutal die faschistische Regierung in Kiew die Opposition unterdrückt, wie grausam die Neo-Nazis Menschen ermorden, weil sie als „pro-russisch“, „Moskali“, und somit als Verräter und Feinde wahrgenommen werden. (Die Leute in Odessa und auch im Osten wollten ursprünglich keine Abspaltung sondern mehr regionale Selbstbestimmung, dass sie ihre politischen Vertreter selbst wählen können, anstatt von Kiew wieder einen Millionär mit einer Privatarmee vorgesetzt zu bekommen undsie wehren sich gegen die irrationale Hetze der Svoboda-Partei gegen alles „russische“ )

WEHRET DEN ANFÄNGEN

Für uns ist Toleranz ein Verbrechen“ dieser Satz des Chefideologen der Svoboda-Partei dürfte den beiden Autisten auch unbekannt sein, ebenso wie deren Parteiprogramm und historische Vorbilder. (Siehe dazu „Goebbels in Galizien“ hier auf diesem Blog für mehr Info).

Sie begreifen anscheinend auch nicht, dass diese Form der „Befragung“, die sie durchgeführt haben, zwar an der Oberfläche harmlos aussieht, aber wenn man genauer hinsieht, in dem gleichen Geist geführt wurde, der in den 1950er Jahren in den USA schließlich zu einer Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten führte und somit „anti-amerikanische“ Umtriebe aufdecken sollte.

Diese von „oben verordnete“ und durch Indoktrination herbeigeführte Einstufung von Menschen in eine verachtete und schließlich verhasste Kategorie ist der Nährboden, aus dem der Holocaust entstanden ist.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen und den Kontext anpassen, würde aus „russische Sympathien“ (also dem neuen „Feindbild Russland“) dann „jüdische Sympathien“ oder „Judenfreund“ werden (mit dem alten Feindbild „Juden“) … ein absurder Vergleich?

Keineswegs. Oleh Tyanybok, der Parteichef von Svoboda (früher Sozial Nationalistische Partei der Ukraine) spricht ja davon dass die Ukraine „von einer Jüdisch-Russischen Mafia“ beherrscht werde und führende Historiker, die die Neo-Nazi Bewegung in Europa analysieren, fördern noch beängstigenderes Material zu Tage.

Aber diesem Mann haben doch Lady Ashton und andere hochrangige Politiker aus Europa und Amerika die Hand geschüttelt, also muss er doch – nach der schlichten Logik dieser beiden Autisten – ein „Guter“ sein, oder? Und „Sanktionen“ verhängen wir doch immer nur gegen die „Bösen“, den gerade aktuellen neuen „Hitler“ ….

Na dann gibt es ja keinen Grund zur Aufregung, höchstens Grund zur Verzweiflung …

Denn unsere Autisten- und Papageien-Journaille beweist, dass man selbst in einer sogenannten „Informationsgesellschaft“, in der alle rund um die Uhr Zugang zu Medien haben, „NICHTS DAVON GEWUSST HAT“, wenn faschistische Banden Menschen terrorisieren und umbringen …. Weil sie als willige Erfüllungsgehilfen der Machteliten des Westens dafür sorgen, dass diese Informationen unterdrückt werden ….

Am 22. April marschierten die Neo-Nazis in Kiew, wo es zu Zusammenstößen mit den weniger radikalen „Rebellen“ des Maidan kam …

Am 27. April attackierten radikale Nationalisten (Fußballfans) eine Gruppe friedlich demonstrierender Regierungskritiker in Kharkov …

Am 29. April marschierten die Neo-Nazis in Lviv zum Gedenken an die Gründung der galizischen Division der Waffen-SS.

Doch was kümmert das unsere Presse?

 

P.S. (Zum lächerlichen „Faktencheck“ des ORF über die Präsenz von US-Söldnern nehme ich im nächsten Beitrag Stellung)

Ukraine (8): Wer ist hier der KRIMinelle?

 

propagandaschauAngesichts der seit Monaten andauernden, medialen Manipulationskampagne zur Dämonisierung Putins (sprich: Zerstörung seiner Glaubwürdigkeit und Hetze gegen Russland) wird einem Angst und Bange. Diese „Journalisten“, die sich zur „intellektuellen Elite“ zählen, haben anscheinend gar nichts begriffen, wenn es darum geht, die realen geopolitischen Machtverhältnisse und die Absichten dahinter, zu verstehen.

In Odessa wurden höchstwahrscheinlich zwischen 100 und 300 Menschen in einem Neo-Nazi Pogrom abgeschlachtet, aber unsere „Presse“ kriegt nichts davon mit. Sie fungieren nur mehr als Verteiler der „Meldungen“, die von den Machtzentren dieser Welt lanciert werden und arbeiten dann die „Talking Points“ ab, die man ihnen vorgegeben hat. What a shame…

Schön langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie die Deutschen und Österreicher sich in den 1930er Jahren gefühlt haben müssen … rund um die Uhr bombardiert mit Propaganda. Wenn wir das Internet nicht hätten, wären wir verloren …

GEWALT IM POLITISCHEN VAKUUM

GDP impact EU vs Russia

Vergleich BIP-Entwicklung Ukraine – oben EU-Abkommen, unten russische Zollunion

Anstatt die wirtschaftlichen, sozialen und innenpolitischen Hintergründe als Kontext der Unruhen in den Industriegebieten der Ost-Ukraine zu erläutern, wird ständig suggeriert, dass Putin für den Volksaufstand verantwortlich sei. Dieser Vorwurf wird zwar nie mit Beweisen untermauert, aber alleine die ständige Wiederholung hat einen Brainwashing-Effekt.

Vielleicht habe ich ja nicht gründlich genug gesucht ….?

 

  • Kann mir jemand nur einen einzigen Artikel in der deutschen Presse zeigen, in dem die „pro-russischen Aktivisten“ ausführlich zu Wort kommen und in einem kohärenten Statement zusammengefasst wird, was diese Leute wirklich wollen?
  • Kann mir jemand einen einzigen „Beitrag“ in den Rundfunk-Medien zeigen, in dem das Parteiprogramm der Svoboda-Partei analysiert und die historischen und aktuellen Wurzeln der Neo-Nazi Bewegung untersucht werden? (Das ist schwer möglich, denn die Existenz dieser Neo-Nazis wird nicht einmal als Fakt akzeptiert bzw. präsentiert …!)

DER KRIM-(INFO)-KRIEG

Economist Putin diffWas ich bisher verabsäumt habe, ist darauf näher einzugehen, was als Grundlage für die Dämonisierung Putins herangezogen wird: die angeblich illegale „Annexion“ der Krim. Russland habe sie “überfallen”, mit Militärpräsenz die Leute eingeschüchtert, damit sie bei der Abstimmung „richtig“ wählen usw. Diese Vorwürfe geistern seit Wochen ständig durch die Medien und als die Unruhen in der Ost-Ukraine losgingen, wurden sofort Vergleiche mit der Krim hergestellt (warum nicht mit den Aufständen in Kiew?).

Damit wollte man die „core message” verstärken, dass es sich in beiden Fällen um „russische Aggression“ handle und die Gründe für das Vorgehen der dortigen Bevölkerung nicht Ablehnung der faschistischen Putsch-Regierung sowie Ausdruck der Forderung nach mehr Selbstbestimmung (Föderalismus) seien, sondern die Intrigen Moskaus.

Ich möchte auf zwei Wegen diese Behauptung entkräften:

  1. Durch Augenzeugenberichte neutraler Beobachter der Abstimmung auf der Krim
  2. Durch Erläuterung der Rechtsgrundlagen des Völkerrechts, die hier zur Anwendung kommen

DIE BEOBACHTER-KOMMISSION

Der österreichische EU-Abgeordnete Ewald Stadler war als neutraler Beobachter gemeinsam mit anderen Parlamentariern aus Griechenland, Italien, Belgien und dem Baltikum während der Abstimmung auf der Krim vor Ort und berichtete in einer (sehr schlecht besuchten) Pressekonferenz am 19. März 2014 über seine Erfahrungen (siehe dazu das Video unten).

Organisiert wurde die Mission von der Organisation EODE (Eurasian Observatory for Democracy and Elections), das von einem Belgier namens Luc Michel geleitet wird. (Ich kenne diese Gruppe nicht und bin sehr vorsichtig mit solchen „NGOs“, aber Stadler berichtet, was er persönlich auf der Krim gesehen hat und ich habe keinen Grund, an der Authentizität seiner Aussagen zu zweifeln.)

Hier eine Zusammenfassung seiner Aussagen:

Stadler ist offensichtlich sehr empört, weil die Presse-Berichte über die Vorgänge auf der Krim absolut nicht mit dem übereinstimmen, was er dort mit eigenen Augen gesehen hat. Wörtlich sagt er „es wird hetzerisch berichtet“ [was wir alle – die noch selbst denken  – nachvollziehen können!] und jeder der mit diesen Propagandameldungen nicht konform gehe, werde diffamiert.

Die Beobachter konnten sich auf der Krim frei bewegen. Sie sahen kein Militär auf den Straßen, keine Absperrungen, keine Check-Points. Die Fotos, die in den Medien gezeigt wurden (und das Gegenteil beweisen sollten), seien nachweislich in der Ukraine aufgenommen worden. Die Putschregierung wollte auf diese Weise erreichen, dass die Leute Angst bekommen und nicht in die Ukraine fahren. Auf diese Weise könnten sie sich nicht selbst davon überzeugen, was dort wirklich los ist.

Dass die Putsch-Regierung Reisen in den Süden erschwert hat, zeige sich auch daran, dass es keine Flüge mehr von Kiew nach Simferopol gabund die Beobachter über Moskau anreisen mussten.

ABSTIMMUNG KRIM

ua krym coat of armsDie Abstimmung auf der Krim sei in einer „sehr entspannten Atmosphäre“ erfolgt. Die Ordnungskräfte waren in keinem Fall bewaffnet und nur deshalb notwendig, weil der Andrang zu den Wahllokalen so groß war.

Die Bevölkerung der Krim war nahezu geschlossen für die Eingliederung in die russische Föderation. Es gab auf den Stimmzetteln auch die Option für eine größere Autonomie innerhalb der Ukraine zu stimmen. Leute die sich dafür entschieden haben, wurden in keiner Weise drangsaliert. Die Wahlurnen seien durchsichtig gewesen, sodass eine transparente Stimmabgabe (mit offenen Stimmzetteln, die teilweise gefaltet wurden) möglich war. Die Stimmung auf der Krim sei eindeutig pro-russisch, weil dort ja auch überwiegend Russen leben [und das seit Katharina der Großen, also seit mehr als 200 Jahren).

Es sei überhaupt nicht seltsam, dass die Zustimmung so groß war mehr als 96%), weil die „Bevölkerung schon seit 10 Jahren über die Misswirtschaft der Regierung in Kiew murrt“ auch schon unter Julia Timoschenko.

Dann kommt Stadler zum rechtlichen Aspekt der Abstimmung und betont vor den Journalisten, dass die Menschen auf der Krim „ihr Selbstbestimmungsrecht in Einklang mit dem geltenden Völkerrecht ausgeübt“ hätten. Er sei entsetzt darüber, dass sich kein Journalist mehr die Mühe mache, Dokumente selbst anzuschauen, auf deren Grundlage brisante politische Entscheidungen getroffen werden. [Dem kann man nur zustimmen].

Im ArtikeI I, Abs. 2 der UN-CHARTA stehe das „Selbstbestimmungsrecht der VÖLKER, nicht der Staaten im Zentrum“. Die mediale Aufregung über die „Annexion“ bzw. die Unzulässigkeit der Abstimmung sei also eine „infame Verdrehung klarer Tatsachen“.

Stadler ist bestürzt darüber, dass hier offensichtlich „Kriegstreiber am Werk“ seien, die ein erstarkendes Russland in die Knie zwingen“ wollen. (Damit hat er absolut Recht). Das ist aber keine „Verschwörungstheorie“ sondern stützt sich auf die Publikationen von Masterplaner Zbignew Brzezinski (der der außenpolitische Mentor von Obama und (als Pole) ein Russlandhasser ist), in denen nicht nur die Ausdehnung der NATO bis vor die Tür Russlands als „notwendig“ erachtet wird, sondern auch die Zerschlagung der russischen Föderation, damit die Sonderstellung der USA als dominante Supermacht nicht gefährdet sei.

Zur Rolle der österreichischen Bundesregierung äußert sich Stadler wie folgt:

Merkel Timosh-EPP_Summit_March_2011_(67)

Merkel mit Timoshenko

Sie verhalte sich „wie ein Schoßhündchen der Frau Merkel“ und man müsse sich fragen, ob der österreichische Außenminister schon volljährig sei. Er mache jedenfalls das, was Merkel will und diese wiederum führe die Wünsche Washingtons aus. Österreich könnte als neutraler Staat eine wichtige Vermittlerrolle einnehmen und habe (früher) hohes Ansehen bei den Russen und den Ukrainern gehabt.

Die Hetze in den Medien erinnere ihn an den Vorabend des Irak-Krieges, wo sich alle Journalisten „unkritisch vor den Karren der USAußenpolitik spannen ließen“. Er erinnert an die Präsentation von Colin Powell vor der UN, wo Beweise für die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ gezeigt werden sollten. Später habe sich herausgestellt, dass es sich um plumpe Fälschungen gehandelt habe und Powell hat sich öffentlich dafür entschuldigt.

Bamford IraqDie „Zeugen“, die in der gleichen Sache vor dem Senatsausschuss auftraten, waren nie selbst im Irak, usw. Österreich solle sich für den Erhalt des Friedens einsetzen und nicht Teil der Hetzkampagne werden.

Die Sanktionen gegen russische Beamte seien „eine Lachnummer“ und würden der EU (und im konkreten Fall auch Österreich) mehr schaden als Russland. Alleine der VOEST Alpine Stahlkonzern würde im Rahmen des Southstream Projekts über eine Milliarde Euro einbüßen, wenn dieses Projekt torpediert wird (weil es die USA so wollen).

(Den energiepolitischen Hintergrund dazu liefert ein wichtiges Statement von Dirk Müller)

Die jüdische Bevölkerung sowie jüdische Rabbis beklagen in den israelischen Medien, dass sie von den Neo-Nazis drangsaliert werden – so Stadler weiter. Die Situation sei dramatisch, doch deutsche Abgeordnete die die Rolle der deutschen Bundesregierung bei der Anerkennung der Putschregierung kritisieren, werden als Mitglieder einer „rechten Allianz mit Putin“ diffamiert. Das sei ein Skandal, dass die Medien sich vor den Karren der Amerikaner spannen lassen.

Wer etwas Positives über Russland sagt, also eine Gegenposition hat, wird geschnitten (in Österreich, Deutschland und in Brüssel) betont der EU-Abgeordnete. Was Russland immer vorgeworfen werde – die Einschränkung der Pressefreiheit – finde nun bei uns statt.

Er schließt damit ab, dass es unbedingt notwendig sei, die Menschen aus der Ost-Ukraine an der (neuen) Regierung in Kiew zu beteiligen.

Sie müssen in die Gespräche einbezogen werden, damit sie nicht mehr Angst haben, dass ihre Anliegen und Rechte (vor allem in den Industriezentren mit russischer Mehrheit) missachtet werden. Das hat ja auch Putin erst kürzlich bei seinen Gesprächen mit dem Schweizer Präsidenten und OSZE-Direktor betont. Stadler warnt davor, dass die Ost-Ukraine wegbrechen werde, wenn diese Einbindung nicht stattfindet und dann wäre die Ukraine als Staat nicht mehr lebensfähig.

Er sendet diese Botschaft speziell an „jene Hetzer, die im Jänner und Februar auf dem Maidan waren, um die Leute gegen Russland aufzuhetzen. Die unglaubliche Doppelmoral des Westens, die von den Medien sang- und klanglos übernommen wird zeige sich daran, dass die demokratisch legitimierte Abspaltung der Krim (die schon vorher einen Status als autonome Republik  hatte) als illegitim angeprangert wird, während eine Putschregierung, die mithilfe von Neo-Nazis (also Gewalt und Repression) an die Macht kam, vom Westen unterstützt wird.

Zur selektiven Auslegung des Selbstbestimmungsrechts und der Akzeptanz der Methoden, mit der es umgesetzt werden soll, sagte Putin kürzlich:

Ich verstehe die Menschen im Süd-Osten der Ukraine die sich sagen: Wenn die in Kiew machen können, was sie wollen – sich bewaffnen, Regierungsgebäude, Polizeistationen und Militärbasen besetzen – warum dürfen wir dann unsere Interessen und Rechte nicht auf die gleiche Weise verteidigen?

Fast die gleichen Methoden (+ Neo-Nazi Schocktruppen , schwere Nötigung & Misshandlung von Abgeordneten) mit denen die Putsch-Regierung selbst an die Macht kam werden jetzt von derselben „Regierung“ als Begründung für den Einsatz von „Anti-Terror-Einheiten“ gegen jene angeführt, die die Rechtmäßigkeit dieses Regimes nicht anerkennen – vor allem wegen der Neo-Nazis und ihrer Terrorkampagne.

Yanukovic speaks outAls Janukowitsch – als legitimer Präsident – gegenüber gewalttätigen, von außen gesteuerten Horden für „Ordnung sorgen“ wollte, damit die Handlungsfähigkeit der Regierung und des Parlaments gewahrt bleibt, wurde er von Washington an den Pranger gestellt und die Medien droschen alle auf ihn ein (obwohl er enorme Konzessionen machte).

Als die illegitime „Regierung“ (durch einen Putsch, verfassungswidrig an die Macht gekommen) mit der gleichen Argumentation – und viel mehr Gewalt – gegen die eigene Bevölkerung losging (inklusive Nazi-Schlägertruppen und Massakern, die in den Medien völlig ignoriert werden), war das plötzlich „das gute Recht“, das Obama persönlich verteidigte.

Wie absurd ist das?

Damit kommen wir zum zweiten Punkt: Die Rechtmäßigkeit der Abstimmung und der Sezession der Krim.

ORF: ANOTHER MINISTRY OF TRUTH

Ich habe vor zwei Tagen nur ganz kurz (etwa fünf Minuten – dann hatte ich genug) in die „Wahlkampf-Showder EU-Parlamentskandidaten „gezappt“, als Ingrid Turnherr (vom ORF) gerade in inquisitorischem Ton die Kandidaten damit konfrontierte, wie „naiv“ doch die EU gewesen sei, weil sie Putins finstere Absichten nicht richtig eingeschätzt habe.

Democracy deniedIhr Tenor: Seine „Annexion“ der Krim sei quasi von langer Hand geplant gewesen und verdeutliche nur, das der Mann „seine Ziele“ mit allen Mitteln durchsetzen wurde. Dass Putin im Falle der Krim „das Völkerrecht gebrochen“ habe, ist also für Turnherr eine Tatsache und natürlich notwendig, damit die Dämonisierung des russischen Präsidenten und seine „Aggression“ dem Publikum eingehämmert wird.  (Dass die „Krimaner“ kulturell und historisch gesehen,seit mehr als 200 Jahren „russisch“ sind, und sich auch so fühlen …. interessiert die Dame nicht)

Goebbels 2Turnherr hat mit diesem Auftritt (beispielhaft für viele ihrer Kollegen) demonsriert, wie indoktriniert die Journalisten von ihrem eigenen System sind. Diese „beinharten Fragen“ sollen dem naiven Publikum suggerieren, wie unsere Presse ihre Rolle als wichtiges, demokratisches „Kontrollorgan“ erfüllt und mit solchen Sendungen dem „Informationsauftrag“ des nicht kommerziellen Rundfunks Rechnung getragen wird (den wir finanzieren müssen – wofür?).

Was sie aber wirklich demonstriert hat, waren zwei Dinge:

  • Die deutschsprachige Presse übernimmt laufend die Perspektive des US-Außenministeriums in der Darstellung politischer Ereignisse, in die – nicht nur – Russland (Putin) involviert ist und merkt es gar nicht mehr (dabei kommt der Echo-Effekt ins Spiel)
  • Die Behauptung, Putin habe das Völkerrecht gebrochen ist keine Tatsache, sondern eine Ansicht, die natürlich von der USA und ihren Vasallen verbreitet wird, um die Menschen gegen Putin aufzubringen.

Putin double standards USEUWie mehrere seriöse Kommentare erwähnt haben, hat Putin die Doppelmoral des Westens in diesem Zusammenhang zu Recht kritisiert und auf das Beispiel Kosovo hingewiesen. An diesem Beispiel lässt sich demonstrieren, dass auf internationaler Ebene mit zweierlei Maß gemessen wird und zwar nach dem „Recht“ des Stärkeren:

SOME ARE MORE EQAL THAN OTHERS

Am 22. Juli 2010 erließ der Internationale Gerichtshof (ICJ) nach Aufforderung durch die UN-Generalversammlung ein Urteil, das die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo (die in einerAbtrennung von Serbien mündete) bewerten sollte. Dies war notwendig geworden, weil Serbien die Gründung der Republik Kosovo nicht anerkannte.

Der Senat hat darin mit einer Mehrheit von 10 zu 4 Stimmen entschieden, dass „die Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 keine Verletzung des allgemeinen Völkerrechts sei, weil dieses kein Verbot für solche Erklärungen“ enthalte.

Damit ist es auf jeden Fall zumindest unseriös und unprofessionell, wenn Journalisten Putin eine Völkerrechtsverletzung unterstellen, nur weil das immer wieder auf dem amerikanischen Propagandafließband lanciert wurde. Wer sich (vor allem als Journalist) die Mühe macht, brisante Aussagen zu prüfen, bevor er sie unkritisch übernimmt, würde niemals so einen Auftritt hinlegen wie Turnherr (wie gesagt, sie ist nur ein Beispiel für viele andere „churnalists“).

Wer es ganz genau nimmt, würde dann noch folgendes erklären (damit die Leser verstehen, warum daraus eine Kontroverse entstanden ist):

Die Rechtsprechung ist selten absolut, meistens werden „Rechtsmeinungen“ vertreten, weil man fast alle Gesetze verschieden interpretieren kann (dadurch bleiben ja auch die Rechtsanwälte im Geschäft). Deshalb gibt es natürlich auch “Rechtsansichten”, die jener des ICJ widersprechen.

Warum? Weil sich hier zwei Rechtsgrundsätze gegenüberstehen, die schwer miteinander zu vereinbaren sind:

Das Selbstbestimmungsrecht einerseits und das Prinzip der Souveränität und territorialen Unverletzbarkeit eines Staates, das in der UN-Charta festgelegt ist (im Falle Jugoslawiens gab es auch noch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates – 1244), andererseits.

DIE GEGNER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

stellen das moralische Recht eines Gebietes auf Selbstbestimmung nicht in Frage, sondern stützen ihre Kritik darauf, dass die Urheber (eine nicht gewählte „Übergangsregierung“) der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo dazu nicht berechtigt waren. Zu diesem Zeitpunkt lag die Verfügungsgewalt in den Händen eines „Spezialberichterstatters“ des UN-Generalsekretärs)

DIE BEFÜRWORTER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

haben mehrere Argumentationslinien vorzuweisen. Hier die wichtigsten:

  1. Der Schutz ziviler Rechte und der Menschenrechte haben im Völkerrecht hohe Priorität und dieser sei durch die Milosevic-Regierung massiv verletzt worden [von der NATO aber noch viel mehr]
  2. Das Rechtsprinzip der territorialen Integrität bzw. deren Schutz, gelte nur für andere Staaten, aber nicht für einheimische Gruppen (dieses Prinzip sollte ja Vorwände für Angriffskriege entkräften)
  3. Das Recht auf Selbstbestimmung sei ein Recht aller Völker und gelte nicht nur für ehemalige Kolonien (dieses wurde vom ICJ im Falle von Ost-Timor als „zwingendes, also unabdingbares Recht“ eingestuft, lat. jus cogens)

Es ist nach meiner Auffassung ziemlich eindeutig, dass im Fall der Krim die drei oben genannten Punkte geltend gemacht werden können, vor allem Punkt 3 als „unabdingbares Recht“ (siehe auch die UN-Charta). Punkt 1 trifft zu, weil die Neo-Nazi Truppen schon unterwegs waren, um auf der Krim „für Ordnung zu sorgen“ sprich die Opposition niederzuknüppeln wie später in Odessa. Ihr fanatischer Hass auf alles Russische hat der russischen Bevölkerungsmehrheit auf der Krim Angst gemacht und deshalb ist es ganz natürlich, dass sie bei Russland Schutz gesucht haben, das ihnen auch eine bessere wirtschaftliche Zukunft bieten kann.

Die Befürworter des Gegenarguments, dass die Gremien, die auf der Krim die Abstimmung organisierten, dazu nicht berechtigt waren (weil das über den Autonomiestatus hinausgehe) geraten in gefährliches Fahrwasser, denn nach dieser Logik, sind alle Maßnahmen, die das verfassungswidrige Putsch-Regime in Kiew angeordnet hat, ebenfalls illegal und daher null und nichtig: die Verteilung der Ministerposten, die Anordnung von Gewaltmaßnamen gegen die rebellierende Bevölkerung im Osten, die Unterzeichnung des EU-Kooperationsvertrages, des Genfer Abkommens, usw.

Damit ist klar, dass die Grundlage für die mediale Empörung über die „Annexion“ der Krim durch Russland zusammenbricht.

(Im Übrigen hat Russland durch einen Kooperationsvertrag das Recht bis zu 25.000 Soldaten auf der Krim zu stationieren, deshalb ist dort kein Soldat „einmarschiert“. Für die Nutzung der Flottenstützpunkte bezahlte Putin eine hohe Pacht und zusätzlich hat die Ukraine dafür einen sehr günstigen Gaspreis erhalten.)

MIGHT IS RIGHT

Worum es hier aber im machtpolitischen Kontext geht, ist natürlich die Tatsache, dass die „einzige Supermacht“ sich das Recht herausnimmt, im Hintergrund zu bestimmen, welche Rechtsnormen auf welche Länder anzuwenden sind. Oder anders formuliert: das Völkerrecht wird selektiv angewendet, nicht universell womit der wichtigste Rechtsgrundsatz überhaupt – nämlich die Gleichheit aller (Staaten) vor dem Gesetz – ad absurdum geführt wird.

(Dass die USA selbst die größten Verbrecher und Verletzer des Völkerrechts sind, darf nicht einmal mehr gedacht, geschweige denn ausgeprochen werden …)

Als Russland einige Monate später (nach dem Kosovo-Urteil) die Unabhängigkeit der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien anerkannte, berief sich Putin auf die Erkenntnis des ICJ als Präzedenzfall. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los mit den üblichen Floskeln über „russische Aggression“ und kriminelle Absichten etc.

Wir sehen also, dass das internationale Rechtssystem von den USA für ihre Zwecke in Geiselhaft genommen wurde. Wenn man ein moralisches Feigenblatt für „Interventionen“ und die absichtliche Zerschlagung souveräner Staaten braucht (das englische Wort: Balkanization spricht Bände), werden diese Institutionen eingespannt um geopolitische Ziele durchzusetzen. Wenn andere Staaten sich dieser Urteile bedienen, um ihre Interessen zu fördern, ist die Hölle los.

SCHLUSSWORT

media warningAn diesem Beispiel sieht man wieder, wie unsere Fließbandjournaille (mit sehr wenigen Ausnahmen) funktioniert: statt seriöser Recherche, Überprüfen brisanter Behauptungen (die Sanktionen, also wirtschaftliche Kriegsführung und letztlich auch militärische Gewalt nach sich ziehen), werden diese einfach übernommen, ständig wiederholt und darauf aufbauend wird dann spekuliert, „was Putin will“.

So wird im Laufe der Zeit ein „neuer Hitler“ generiert, gegen den der Westen dann als imaginäre Schutzmacht der Unterdrückten mit aller Härte vorgehen muss …. aber diesmal könnte ein Weltkrieg daraus entstehen … Wie lange können wir uns solche Medien noch leisten? Die einen Krieg nach dem anderen (nicht immer mit Waffen geführt)  durch ihre Unterwürfigkeit gegenüber Washington legitimieren und die Opfer der Aggression zu Tätern machen, die eliminiert werden müssen (Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Iran, jetzt Russland etc.)?

Dazu fällt mir spontan nur eins ein: FUCK YOU ….

Wir dürfen dieses irre System icht länger unterstützen, sondern müssen mit dem „Geldbeutel abstimmen“: In diesem Sinne kauft diese Zeitungen nicht mehr und boykottiert die Rundfunkgebühren …  Für diese systemische Form der Volksverblödung dürfen wir nicht länger auch noch zur Kasse gebeten werden ..

Aber viel schlimmer ist, dass mit Hilfe dieses Fließbandes der Lügen und Desinformation andere Länder zerstört werden, nicht immer durch militärische Gewalt, sondern immer öfter durch subversive Gewalt (siehe Fata Maidana) von innen … Harold Pinter nannte das so schön „Faulbrandinfizierung“ … darin sind die USA erste Klasse und Merkel hält Obama dabei schön die Stange.

Es ist zum Verweifeln …

Verarschung für Gebühren

 

 

 

Über Leichen Gehen: Odessa und die Medien

Odessa PS marchingSlava Ukraina! (Ruhm der Ukraine), „Tod unseren Feinden!“ und „Stecht die Moskalis* ab!“ (Schimpfwort für alle „Russen“ und Russland-freundliche)  sind die Slogans der indoktrinierten Schlägertruppen, die am 2. Mai 2014 bewaffnet mit Schlagstöcken und Ketten durch die Straßen von Odessa ziehen. Am Abend spielen sich grauenvolle Szenen im Gewerkschaftsgebäude ab …ein Massaker fanatischer Neo-Nazis, die den Geist der UPA wieder auferstehen lassen (mehr dazu weiter unten – was die UPA ist weiß jeder, der meinen Blog „Glorified Bastards“ und die Vorgeschichte gelesen hat …)

WARNUNG – Dieser Beitrag enthält schockierende Bilder von Mordopfern (im zweiten Teil)

Die grauenhaften Ereignisse in Odessa vom 2. Mai 2014 (ein Pogrom) wurden von unseren Fließband-Journalisten bereits abgehakt, ja sie haben gar nichts davon mitbekommen … Ein neuerlicher „Gewaltausbruch“ in der Ukraine, diesmal im Süden des Landes ist ja keine große Sache mehr. Man gewöhnt sich an diese Meldungen von „Zusammenstößen“, lässt sich mit vor-selektiertem Material füttern und muss nur darauf achten, das Wort „pro-russisch“ im Kontext einer aggressiven Gewalt in die Köpfe der Leser bzw. Zuschauer einzuhämmern. (Wenn wir für jede Erwähnung dieses Wortes in den Medien 10 Euro bekommen würden, hätten wir schon eine große Summe zusammen …)

MASSENWARE VOM FLIESSBAND

Fließband News Odessa

Warum ich den Ausdruck „Fließband“ immer wieder verwende, sieht man an diesem Beispiel: Sie schreiben alle das gleiche, wobei „Schreiben“ schon zu viel gesagt ist, denn es handelt sich eher um „Copy & Paste“: Texte, Bilder, Videos alles liefern die drei, vier Presseagenturen und wo die ihr Material herhaben, ist den Medienschafen egal. Alle nehmen das, also machen wir es auch und schließlich ist es viel bequemer und spart Geld.

Jetzt könnte man sagen, das ist zwar bedauerlich aber ist das wirklich so schlimm?

Ja, das ist sehr schlimm und ich kann hoffentlich mit diesem Beitrag demonstrieren, dass diese Art von Papageienjournalismus oder „churnalism“, wie es international heißt, katastrophale Folgen hat:

Menschen werden auf grauenvolle Weise umgebracht, Bürgerkriege und Angriffskriege angezettelt, ganze Gesellschaften zerstört und die Verantwortlichen haben nichts zu befürchten, weil unsere Schafsmedien ihnen dienstbar als verlängerter Propaganda-arm zur Hand gehen.

Heute heißt das „strategic information“ verbreiten (dazwischen hieß es „Management der Wahrnehmung“). Man könnte auch sagen, sie verarschen uns von morgens bis abends und die meisten haben auch selbst keine Ahnung davon, was wirklich auf der Welt los ist.

Vor unseren Augen wird – wieder einmal – ein Land aus geostrategischen Gründen in den Bürgerkrieg getrieben, fanatische Neo-Nazis sitzen in der vom Westen installierten Regierung und schicken ihre Schlägertruppen durchs Land. Doch unsere Pressepapageien haben davon keine Ahnung. Ihnen wurde nur beigebracht „pro-russisch“ so oft wie möglich aufzusagen und reflexartig alles dem bösen Putin in die Schuhe zu schieben.

In diesem Beitrag gehen wir zwei entscheidenden Fragen nach: Was ist in Odessa am 2. Mai 2014 wirklich passiert und hält die Darstellung in den Medien einer kritischen Überprüfung stand? (Antwort: Nein – es ist eine Propaganda-Meldung ……)

ODESSA IN  DEN  MEDIEN

Diese Tagesschau-Meldung ist typisch für hunderte andere Medienberichte zum gleichen Thema:

Feuer nach Kämpfen – Mehr als 30 Tote

In der Ukraine haben sich die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Kiewer Zentralregierung und pro-russischen Separatisten abermals verschärft und auf die Schwarzmeerstadt Odessa ausgeweitet. Dort kam es zu blutigen Unruhen. Bei einem Feuer, das bei Kämpfen zwischen pro-russischen Kräften und ukrainischen Regierungsanhängern in einem Gewerkschaftsgebäude ausgebrochen war, kamen nach jüngsten Angaben der Polizei mindestens 31 Menschen ums Leben. Einige Menschen seien vom Rauch erstickt worden, andere seien aus dem Fenster gesprungen und dadurch gestorben. Das Feuer sei auf „kriminelle Brandstiftung“ zurückzuführen, so die Polizei. Zunächst hatten die Behörden von 38 Toten gesprochen.“

 ZDF Storyline 0205

Auch das ZDF singt über seine „Heute“-Sendung mit im Chor, kein Wunder, da praktisch alle das gleiche Material aus dem „News-feed“ von REUTERS & Co. verwenden und es – inhaltlich konform – nur in „Nuancen“ ändern – ganz so wie es sich Goebbels immer gewünscht hat.

Im ukrainischen Odessa sind nach einem Brand in einem Gewerkschaftshaus mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, Behörden sprachen zunächst von 38 Toten, später war von 31 Opfern die Rede. Einige starben demnach, als sie aus dem brennenden Gebäude sprangen. Andere seien Rauchvergiftungen erlegen ..usw.“

Dazu bringt man dann natürlich ein Foto von einem „brennenden Gebäude“, um die Story vom Feuertod der „pro-russischen Aktivisten“ auch optisch zu verstärken. Was haben die beiden „öffentlich-rechtlichen“ deutschen TV-Sender sonst noch über dieses „Unglück“ zu sagen? Schauen wir uns das mal an:

ARD in den „Tagesthemen“ (2. Mai 2014)

Der Moderator Thomas Roth wiederholt die gleiche stenographische Version der Story von dem „Gewerkschaftsgebäude, das nach Zusammenstößen […] in Flammen aufgegangen war“ und hämmert den Zuschauern, wie seine Kollegen, schön brav die so antrainierte (quasi-automatische) Assoziation von „pro-russisch“ mit Aggression und Gewalt aus Moskau ein.

Dass Dr. Martin Luther King schon 1968 die USA als „größten Exporteur der Gewalt in der Welt“ genannt hat (was natürlich auch heute noch zutrifft und sich anhand historischer Fakten beweisen lässt), davon wissen diese „Journalisten“ natürlich nichts. Stattdessen wird rund um die Uhr, Putin bzw. Russland eine Aggression unterstellt, die es einfach in der realen Welt nicht gibt. Diese absurde Perspektive kann man nur mehr als „pro-amerikanische“ Halluzinationen bezeichnen, aber Washingtons Motive werden nie in Frage gestellt, nur die jener Staaten, die sich nicht als Vasallen einspannen lassen.

Dann folgt ein Videoclip, der in einer Minute und 20 Sekunden die Ereignisse in Odessa schildern soll (der Rest ist zu 95% Bildmaterial der ukrainischen Putsch-Regierung über die Niederschlagung der „Terroristen“ im Osten) und von Frau Atai mit ein paar Sätzen kommentiert wird. Schließlich wendet sich Roth an die „Auslands-Korrespondentin“ in der Ukraine:

Roth: Golineh Atai, …. Was wissen Sie über die näheren Umstände dieser furchtbaren … äh…äh Anzahl von Opfern?

Die Polizei spricht mittlerweile von über 40 Toten und weit über 100 Verletzten, das hat angefangen mit einer riesigen pro-ukrainischen Demo, es sollen sich über 1500 Anhänger dort zusammengefunden haben, pro-russische …. Aktivisten sind mit Bussen weitgehend in die Stadt gekommen und haben mit Waffen, Schlagstöcken, mit Molotov-Cocktails die Menge angegriffen, in dieser pro-ukrainischen Menge sollen sich auch viele gewaltbereite Fußballfans befunden haben, die sollen die pro-russischen Demonstranten eingekesselt haben, sie in die Enge getrieben haben, in das Gewerkschaftshaus ….sie sollen das Gebäude mit Molotococktails beworfen haben …. Alleine 30 seien dort qualvoll erstickt … acht haben sich aus dem Fenster gestürzt … Polizei hat sich weitgehend hilflos verhalten … am Ende ist es ihr gelungen, einige der pro-russischen Demonstranten in Sicherheit zu bringen

(Video bis 1:20; der Rest behandelt die „Geiselnahme“ der „Militärbeobachter“, die vorher immer „OSZE-Beobachter“ hießen, obwohl sie nie solche waren – siehe den letzten Beitrag).

Die „tagesthemen“ Redaktion verwendet also ganze 80 Sekunden, um den Zuschauern zu erklären, was in Odessa passiert ist.

Frau Atai „weiß“ tatsächlich aber gar nichts darüber, warum und auf welche Weise die Menschen im Gewerkschaftsgebäude gestorben sind. Da sie in Donetsk und nicht in Odessa ist, kann sie eigentlich auch nichts „berichten“, was man von einem „Reporter“ aber erwarten darf. (Dass Bildmaterial aus Odessa gezeigt wird, bedeutet nicht, dass es vom ZDF selbst gedreht wurde; Journalisten werden heute mit solchen „Press-Kits“ versorgt um eine homogene Medienlandschaft sicherzustellen)

„OFFICIALS SAY“ – DER  JOURNALIST  ALS  HOFBERICHT-ERSTATTER

churno 3Stattdessen wiederholt sie schön brav das, was die Polizei in Odessa in Absprache mit dem Innenministerium bekanntgegeben hat. Sie schildert keine tatsächlichen Vorgänge, die auf eigener Beobachtung, Interviews mit Augenzeugen beruhen oder Schlussfolgerungen aus Background-Recherche sind, sondern fungiert als Propagandaarm der ukrainischen Sicherheitsbehörden, die seit dem Sturz der gewählten Regierung von Neo-Nazis kontrolliert werden (Mehr dazu später).

Dementsprechend heißt es dann auch „die Polizei spricht von“ und immer wieder „es soll“ dies oder jenes passiert sein (nur bei den pro-russischen … lässt sie es weg). Im Grunde werden also Gerüchte verbreitet, die die Perspektive der „pro-amerikanischen“ Machthaber in Kiew widerspiegelt.

Damit nicht genug, benutzt sie (auch) ständig die polarisierenden Adjektive „pro-ukrainisch“ (PU) und „pro-russisch“ (PR) um die zwei Bevölkerungsgruppen zu beschreiben, die jetzt gegeneinander gehetzt werden. Damit wird dem Zuschauer immer wieder suggeriert, dass jemand der „pro-russisch“ ist, automatisch „anti-ukrainisch“ sein muss und umgekehrt. Die PU-Fraktion wird also als patriotisch dargestellt, die ein demokratisches, vereintes Land mit EU-Anschluss will, während die PR-Leute ein von Russland gesteuerter Separatistenverein ist, der das Land spalten will und jetzt auch noch gewalttätig wurde.

Diese Suggestion ist aber – gelinde gesagt – sehr irreführend und die beiden politischen Etiketten (pro-dies und pro-das) sind absolut ungeeignet dafür, den Zuschauern zu erklären, was diese beiden Gruppen wirklich wollen – aber gerade das ist ja Absicht. Die „Nachrichten“, die man uns täglich vorsetzt haben Kindergartenniveau und man ist doch immer wieder überrascht, dass diese „Journalisten“ es schaffen, von einem ohnehin schon niedrigen Niveau auch noch tiefer zu fallen.

Damit kommen wir zum

ZDF „heute-Journal“ vom 2. Mai 2014

Hier wird dem Zuschauer statt Hintergrundinformation und politischem Kontext rührseliges „Herzkino“ samt einem Pot-Pourri aus Zensur und Propaganda geboten: Das Video beginnt mit Bildern von Odessa, in denen Menschen Blumen vor dem Gewerkschaftsgebäude niederlegen, in dem laut Presse rund 40 Personen dem „Feuer“ zum Opfer fielen. (Dagegen ist nichts zu sagen) Doch dann kommt das „Voice-over“ von Frau Eigendorf:

Selbst in Momenten der Trauer regiert der Hass und die Verblendung“ – dieser (bescheuerte) Satz wird als diffamierender Kontext für die folgende Aussage einer alten Dame gewählt, die weinend vor der Kamera steht und ihren Emotionen freien Lauf lässt:

Diese Schweine und Faschisten, sie müssen ausgelöscht werden, diese Faschisten.(Banderas)

Was die alte Frau damit gemeint hat und ob sie triftige Gründe dafür hat, so zu sprechen bleibt den Zuschauern verborgen. Erstens, weil uns vorenthalten wird, was sie sonst noch gesagt hat (der Kontext also fehlt) und zweitens sorgt die von Katrin Eigendorf gewählte Einleitung dafür, dass dieser Satz als Ausdruck von Irrationalität (in Form von „Hass und Verblendung“) interpretiert werden soll.

Das ist eine bewusste Manipulation, die mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun hat. Wenn Frau Eigendorf (oder die ZDF-Redaktion) sich die Mühe gemacht hätten, nachzuforschen, wüssten Sie, dass Ausdrücke wie „Schweine“ und „Faschisten“ für die Neo-Nazis des Pravy Sektors und ihre Ideologen mehr als angebracht sind. (Ich komme darauf noch zurück) .

SCHON  VERGESSEN?  HITLER  ZERSTÖRT  DIE  DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTEN

2 Mai 1933Am 2. Mai 1933 haben tausende SA und SS-Männer mit der Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften begonnen, ist das diesen „Journalisten“ eigentlich klar? Hunderte Gewerkschaftsmitglieder wurden „als Schutzhäftlinge“ ins KZ gebracht.

Da ich die historischen Wurzeln der ukrainischen Neo-Nazis kenne, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass die Stürmung eines Gewerkschaftsgebäudes in Odessa an diesem Jahrestag ein Zufall war. In der Ukraine werden Gewerkschaften aufgrund der Geschichte natürlich mit dem Sowjet-Kommunismus in Verbindung gebracht und die Neo-Nazis wurden extrem indoktriniert, alles Kommunistische (= Russische) zu hassen und als „Bedrohung“ aufzufassen, gegen die man sich „wehren“ müsse.

Genau so wurden die Mitglieder der OUN-UPA vor 70 Jahren zu hasserfüllten Fanatikern gemacht, wobei ein primitives „Trio Infernal“ als Feind konstruiert wurde: russisch-jüdisch-bolschewistisch. Dieselben Mechanismen also, die auch die NSDAP benutzt hat …)

Dass deutsche Journalisten über diese wichtigen, historischen Zusammenhänge schweigen, ist ein ungeheuerlicher Skandal.

Dann folgen Bilder von Klitschko und Präsidentschaftskandidat Poroschenko wieder mit Blumengaben. Klitschkos sentimentale Platitüden

Es ist eine Tragödie, was passiert. Jeder einzelne Tod ist eine Tragödie für die Menschen, die in dieser Stadt leben.“

(das ganze ist offensichtlich ein billiger PR-Event) werden von Frau Eigendorf aber mit einem ganz anderen Rahmen versehen: Er sei „sichtlich erschüttert“ (tatsächlich verzieht der Mann keine Miene).

Dann wieder die Stimme von Eigendorf:

Odessa, Slavyansk, Lugansk, Kramatorsk, jeden Tag werden es mehr Städte, in denen pro-russische Separatisten und pro-ukrainische Aktivisten aufeinanderprallen. Unaufhaltsam zieht sich die Spur der Verwüstung durchs Land, das in vielen Teilen längst von Kämpfern und nicht mehr von Politikern regiert wird. Slavyansk wird weiterhin von pro-russischen Kämpfern kontrolliert … ein Teil der Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken und der selbst-ernannte Bürgermeister gibt westlichen Journalisten Interviews über seine Pläne, das Land zu regieren. … In Andrejewka haben die Bewohner die Truppen vertrieben, die für Ordnung sorgen sollen. Hier ist das Militär der Feind. Pro-russische Rebellen kontrollieren wichtige Straßen, Ausweise … für eine echte Befriedung fehlt Kiew die Kraft.“ (Video: 2 min)

DOUBLE-THINK IN ACTION

doublethinkAn diesem Beispiel sehen wir, dass der moderne Journalist mühelos eine argumentative Drehung um 180 Grad hinlegt, wenn es darum geht, politisch nicht anzuecken und der Karriere nicht zu schaden.

Dass die jetzige „Regierung“ auch durch gewaltsame Besetzung von Regierungsgebäuden, Attacken auf Polizisten samt taktisch eingesetzten Nazi-Schlägertruppen an die Macht kam und Kiew deshalb „längst von Kämpfern und nicht mehr Politikern regiert wurde“, ist eine Überforderung des Denkvermögens einer Journalistin, die heute den Einsatz des Militärs – einer Putschregierunggegen die eigene Bevölkerung als „für Ordnung sorgen“ bezeichnet, während Janukowitsch, der ja als gewählter Präsident auch für Ordnung sorgen musste, von allen Seiten bedrängt wurde, keine Gewalt gegen die Protestbewegung einzusetzen und das bisschen, was er tat, sofort in den Medien als Beweis für seine autoritäre Gesinnung verdammt wurde. (Dann folgte natürlich die inszenierte Sniper-Attacke, die einfach seiner Regierung in die Schuhe geschoben wurde, bis heute ohne Beweise, aber sehr effektiv als „psy-op“ zur Beeinflussung des Zielpublikums)

Was gestern für medial aufbereitete Mega-Empörung sorgte, ist heute der legitime Versuch einer Regierung, „Terroristen“ (gleichgesetzt mit Separatisten, gleichgesetzt mit ungehorsamen Regierungskritikern) zu bekämpfen, auch wenn dazu Panzerfahrzeuge, Kampfhubschrauber und private Söldner eingesetzt werden. (Letztere sind „notwendig“, weil sich immer mehr Polizisten bzw. Militärangehörige weigern, gegen die eigenen Landsleute mit Gewalt vorzugehen.)

THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY

Doch die Kehrtwendung in der Darstellung von Regierungsgewalt von „böse“ zu „gut“ ist natürlich kein Zufall, sondern Ausdruck der Tatsache, dass der dominante „narrative“ der Medien von Kommunikationsstrategen aus Washington, Berlin, etc. gesteuert wird und das ZDF (wie auch die ARD und der ORF und den Printmedien) ein verlässlicher Transporteur dieser Propaganda ist. Das lässt sich ganz leicht beweisen, indem man die Äußerungen Obamas (oder Kerrys) mit dem vergleicht, was unsere Papageien-Presse von sich gibt.

„“We are united in our determination to impose costs on Russia for its actions, including through coordinated sanctions….And as Ukrainian forces move to restore order in eastern Ukraine, it is obvious to the world that these Russian-backed groups are not peaceful protesters. They are heavily armed militants who are receiving significant support from Russia. The Ukrainian government has the right and responsibility to uphold law and order within its territory, and Russia needs to use its influence over these paramilitary groups so they disarm and stop provoking violence […].”

(Pressekonferenz des US-Präsidenten im Rosengarten des Weißen Hauses mit Angela Merkel vom 2. Mai 2014; Text im 10. Absatz) – (Er nennt sie tatsächlich „Angela“ … mir wird übel …)

Wir sehen also, woher der jeweilige Tenor unserer „Nachrichten kommt. Von „unabhängiger“ Berichterstattung kann keine Rede sein, von „Pressefreiheit“ auch nicht, weil die (im Jargon de jour „pro-amerikanische“) Zensur schon im Kopf stattfindet und nur selektierte „Nachrichten“ verbreitet werden.

Solange die Existenz und Verbrechen der ukrainischen Neo-Nazis in den Medien zensuriert werden (durch Schweigen darüber), kann kein Zuschauer verstehen, dass die Angst der Ukrainer vor einer solchen „Regierung“ enorm ist und sie sich natürlich dagegen wehren. (Über die wirtschaftlichen Hintergründe habe ich ja bereits geschrieben – siehe Cruelty in Numbers)

Dass dabei auch Russland um Hilfe gebeten wird, heißt nicht, dass jeder, der gegen die Nazi-Regierung ist, zu Russland gehören will. Das ist doch Blödsinn. Wie sehr die Fans von Bandera alles Russische hassen, hat Frau Eigendorf noch gar nicht mitbekommen. Hier könnte sie die „Macht des Irrationalen“ mal live miterleben, wenn die fanatischen Mobs nachts mit Fackelzügen Kriegsverbrechern huldigen und die Waffen-SS anhimmeln.

Frau Eigendorf hat uns mit ihrem dummen, voreingenommenen Gefasel aber noch nicht genug geärgert, denn sie führt auch noch ein online „Ukraine-Tagebuch“, das etwa auf dem intellektuellen Niveau von Rosamunde Pilcher anzusiedeln ist.

Unter dem unheilschwangeren Titel „Die Macht des Irrationalen wächst“ erfahren wir (wieder nichts über die Hintergründe in Odessa oder sonstwo, aber ) dass die „pro-russischen“ Elemente eine „schwer durchschaubare Ansammlung von Ideologen, Kriminellen und Waffennarren“ sind, von denen einige furchterregend mit ihren Kalaschnikows herumfuchteln“.

Ausgerüstet mit diesen Informationen können wir jetzt die „Meldungen“ besser verstehen … oder doch nicht? Dass für Frau Eigendorf die Situation „schwer durchschaubar“ ist, können wir leicht erkennen (sie hat offenbar keine Ahnung, welche Kräfte in der Ukraine wirklich die Fäden ziehen), aber warum schreibt sie dann ein „Tagebuch“, das so nützlich ist, wie ein Fußpilz? Die Banalität ist schwer zu ertragen und wenn dann endlich mal ein wichtiger Satz kommt „die Realität ist vielschichtiger, komplizierter und schmerzhafter“ (als die primitive Gegenüberstellung von pro-dies und pro-das) wird er sofort wieder von der Voreingenommenheit der Autorin und einer neuen banalen Floskel erschlagen:

„Denn auf der einen Seite stehen die selbsternannten Führer und Ideologen, ihnen gegenüber eine weitgehend unfähige und uneinige Regierung in Kiew. Dazwischen stehen die Menschen, die in ihrer Wut und Hoffnung mitten in unsere Herzen zielen, egal auf welcher Seite sie stehen.“

oleh-tyahnybok-1Frau Eigendorf, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass die „selbsternannten Führer und Ideologen“, die das Land durch Fanatismus und Ethnozentrismus spalten, in Kiew und Lviv (Lemberg) sitzen und nicht in Donetsk, Slavyansk oder einer anderen Stadt im Industriegebiet des Ostens. Aber statt das Parteiprogramm von Svoboda & Co zu lesen und die Geschichte der fanatischen UON-UPA zu studieren, (deren Anführer von den „pro-ukrainischen“ Nazi-Aktivisten wie mystische Helden verehrt werden), verbringen Sie ihre Zeit damit, die Propaganda des State Departments zu wiederholen und mit sentimentalen Worthülsen zu dekorieren..

Dann folgt wieder das obligate Putin-Bashing. „Dass dieser Konflikt angeheizt wird durch russische Propaganda, die Hass sät, der irgendwann kaum noch einzufangen sein wird, macht nicht optimistisch.“

Eine Behauptung, die ständig wiederholt wird, ist effektives Brainwashing, aber kein Faktum. Präsentieren Sie uns doch mal Beweise für die „russische Propaganda, die Hass sät“ und schauen Sie mal in das Nationalarchiv in Washington. Dort können Sie aus CIA-Dokumenten lernen, wie „Propaganda, die Hass sät“ wirklich gemacht wird.

WAS IST IN ODESSA WIRKLICH PASSIERT?

Dass es in Odessa am 2. Mai zu „Zusammenstößen“ zwischen Kritikern der Putsch-Regierung und fanatischen „Ultra-Nationalisten“ (sprich: Neo-Nazis) gekommen ist, ist richtig. Doch schon hier ist – wie bereits oben ausgeführt – die Wortwahl entscheidend und pro-dies und pro-das sind Verdummungsetiketten, die abzulehnen sind. Man kann Abkürzungen benutzen, aber nur wenn vorher klargestellt wird, was damit gemeint ist. Ich benutze von nun an

  • AM für „Anti-Maidan“ (findet man oft in den ukrainischen Medien) was für die Regierungskritiker steht, die keine Neo-Nazis im Kabinett wollen, auch keine Oligarchen-Marktherrschaft, sondern eine Änderung der wirtschaftlichen Machtstrukturen im Land; die wirtschaftliche Kooperation mit Russland soll beibehalten werden; für diese Menschen darf Russisch zu sprechen oder sich positiv über Russland zu äußern nicht zu einem Stigma werden, aus dem sich pogromartige Gewalt entwickelt (wie wir sie ja bereits sehen)
  • PS für „Pravy Sektor“: eine Vereinigung faschistischer Gruppierungen, deren fanatische Schlägertruppen im Land Angst und Schrecken verbreiten und von Teilen der Putsch-Regierung als Instrument des Terrors benutzt werden. Sie enthalten paramilitärische Elemente, die man durchaus mit der SA und der SS vergleichen kann (UNA-UNSO). Nach dem Besuch von CIA-Direktor Brennan darf man davon ausgehen, dass diese Kräfte jetzt carte blanche für „Operationen“ haben, die extreme Gewalt und Hinterlist einsetzt. Deren Opfer werden dann selbstverständlich auch der „russischen Aggression“ in die Schuhe geschoben, gegen die man sich „verteidigen“ muss.

Natürlich sind nicht alle Personen, die bei solchen Krawallen mitlaufen Neo-Nazis oder Schläger. Viele sind einfach frustrierte Jugendliche, Arbeitslose, ausgegrenzte Fußball-Hooligans, manche auch Klein-Kriminelle, die nicht selten dafür bezahlt werden, dass sie bei den Krawallen mitmachen („rent-a-mob“ das macht die CIA schon seit dem Sturz von Mossadegh im Iran 1953 …) Aber die Leute des PS sind die Anführer und Provokateure der Gewaltexzesse, deshalb verwende ich dieses Kürzel.

SICHERHEIT und „VERTEIDIGUNG“ IN DER UKRAINE: WER IST DAFÜR ZUSTÄNDIG?

Banderas heirs Ukraine 2014Um die Rolle der Neo-Nazis in diesem intriganten Spiel verstehen zu können, muss man wissen, dass die Kontrolle über die Sicherheitskräfte seit dem „Euro-Maidan“ Putsch in den Händen der Neo-Nazi Führungsfiguren liegt, die bei der Eskalation der Gewalt auf dem „Euromaidan“, (gemeinsam mit Julia Timoshenko im Hintergrund) eine entscheidende Rolle spielten. Dieser „Rechte Sektor“ hat vor kurzembeschlossen, sich als politische Partei registrieren zu lassen und ihren „Führer“ Dmitry Yarosh als Präsidentschaftskandidat aufzustellen.

Yarosh with bandera colorsYarosh rief Mitte April in einem Video zu einer Art totalen Mobilmachung seiner Nazi-Truppe auf um dafür vorbereitet zu sein „entscheidende Schritte zur Verteidigung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine zu unternehmen“. (Was das bedeutet, sehen wir ja in Odessa die Farben Rot und Schwarz stehen für die OUN-UPA bzw. die „Blut & Boden“ Ideologie der Nazis)

Damit nicht genug, forderte er dazu auf, nicht nur keinen Widerstand gegen den Rechten Sektor (RS) zu leisten sondern (ihm) dabei zu helfen, für „Recht und Ordnung im Land“ zu sorgen. Diese Neo-Nazi Mobs mit paramilitärischer Ausbildung verstehen aber unter „Ordnung“ etwas ganz anderes als unsere Polizeiorgane. Sie wollen eine Ukraine, die ethnisch „rein“ ist, also werden Minderheiten und eingebildete „Feinde“ zur Zielscheibe des Hasses, aber vor allem alles Russische muss als „Vergiftung des Volkskörpers“ eliminiert werden.

Die Sicherheitsbehörden des Landes stehen nach dem Sturz der gewählten Regierung also unter „einschlägiger“ Kontrolle:

  • Andriy Parubiy(Андрій Парубій) ist Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Рада національної безпеки іоборони України,Abkürzung: RNBOU) dem sowohl das Verteidigungsministerium als auch das Militär untersteht. Er gründete gemeinsam mit Oleh Tyahnybok die “Sozial-Nationale (Nazi) Partei der Ukraine“, die später in Svoboda (Свобода = „Freiheit“) umbenannt wurde.
  • Dmytro Yarosh (ДмитроЯрош) ist sein Stellvertreter im RNBOU und Anführer der Neo-Nazi Koalition aus dem „Rechten Sektor“ und dem „Stefan Bandera Dreizack“. (Bandera – siehe Ukraine (6) Er kämpfte Seite an Seite mit tschetschenischen Islamisten gegen russische SoldYarosh plays victim of policeaten. Es war Yarosh, der in dem „Skandalvideo“ den nackten Demonstranten spielte, der – in Winterkälte – von der bösen Polizei misshandelt wurde. Die Rolle des Polizisten spielte Andrej Dubovik, (pro-Timoshenko) wie ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt wurde. Yarosh ist „Oberkommandeur“ der neu geschaffenen „Nationalgarde“, in die die illegalen Nazi-Truppen jetzt integriert werden.
  • Ihor Tenyukh (ИгорьТенюх) Verteidigungsminister und Mitglied von Svoboda; Absolvierte das US Defense Language Institute (1994) und wurde anschließend Dozent an der Nationalen Militärakademie der Ukraine. Befürwortet einen NATO-Beitritt der Ukraine. Von 2006 bis 2010 war er Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine (wurde vor kurzem „zurückgetreten“, weil er die Integration der Neo-Nazis in die Streitkräfte ablehnte).
  • Oleh Makhnitsky(ОлегМахницкий), Justizminister, Mitglied der „ultra-nationalistischen“ Svoboda-Partei
  • Arsen Avakov, Innenminister, seit 2010 Mitglied und Organisator der “Vaterlandspartei” der (verurteilten) Oligarchin Julia Timoschenko; er wurde im Jänner 2012 wegen illegalem Landverkaufs angeklagt, setzte sich ab und kam im März 2012 auf die Interpol-Fahndungsliste. In Italien wurde er dann festgenommen und unter „Hausarrest“ gestellt. Im Oktober 2012 wurde er ins Parlament gewählt (von wem?) und kam im Dezember zurück ins Land, nachdem der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben wurde. (Beziehungen muss man haben …)

Man muss diese Informationen im Kopf haben, um die „Meldungen“ dieser Sicherheitsbehörden über das Massaker in Odessa einordnen zu können, die von unseren Medien einfach übernommen wurden.

WAS PASSIERTE AM 2. MAI?

Nach offizieller Darstellung kam es am Nachmittag bzw. Abend des 2. Mai zwischen den AM und den PS zu Zusammenstößen, wobei auch ein Fußballspiel zwischen „Metalist“ Kharkov und Odessa eine Rolle spielte.

Zahlreiche Meldungen wurden lanciert, wonach sich die beiden Lager (etwa ab 15 Uhr) Straßenschlachten geliefert hätten. Es gibt aber kein einziges Video, wo das zu sehen ist. Das Problem ist natürlich, das Kämpfe zwischen (großteils) Vermummten schwer zu analysieren sind (deren wahre Identität oder Gruppenzugehörigkeit kann nicht eruiert werden). Die PS sind leicht akustisch zu erkennen, da sie immer „Slava Ukraina!“ und andere (nicht druckreife) Slogans brüllen und von einem Einpeitscher begleitet werden.

Dagegen gibt es mehrere Videos, auf denen man sieht, wie ein minimaler Polizeicordon, der die Straße zu einem Shopping Center blockiert, wo die angeblichen „pro-russischen“ Randalierer sich befinden, vom PS mit Rauchbomben und Steinen beworfen wird. Man sieht darin auch, wie sich der Cordon öffnet und einige Vermummte durchlässt.

AM tents peaceful before attackFakt ist, dass die AM-Aktivisten (die mehr Autonomie und ein föderales System wollen – nicht eine russische Annexion) seit einigen Wochen in Zelten „friedlich“ vor dem Gewerkschaftsgebäude in Odessa campiert haben, das zu einer Art Zentrale der Bewegung wurde. (Ähnlich wie die „occupy“-Bewegung in den USA.) Nach Berichten lokaler Reporter hat sich dann folgendes ereignet:

Gegen 19.30 Uhr ziehen die Neo-Nazis des PS grölend durch die Straßen in Richtung Kulikowoplatz (wo die Zelte stehen). Auf dem Weg dorthin zerschlagen sie alle “citylights” (beleuchtete Reklame), die Wahlkampfplakate von Mikhail Dobkin enthalten.

Gegen 19:45 Uhr erreichen sie den Platz vor dem Gewerkschaftsgebäude und fallen über das „linke“ Protestcamp her. Es kommt zu Kämpfen mit Stöcken, Baseball-Schlägern, ja sogar Äxte werden gesehen, aber auch Schüsse sind zu hören. Die Zelte werden von den PS angezündet. Die noch gehfähigen AM flüchten dann in das Gewerkschaftsgebäude.

Lokale Reporter berichten, dass sich zu diesem Zeitpunkt KEINE POLIZEI auf dem Kulikovo-Platz befindet (obwohl es nach offizieller Version des Innenministers schon seit Stunden Zusammenstöße der beiden Gruppen im Stadtinneren gibt).

Drei von vier Polizeichefs der Region Odessa befinden sich – zufällig – außer Landes.

Die PS bewarfen das Haus nur an der Vorderseite an zwei Stellen mit Molotov-Cocktails, worauf im Erdgeschoß und im zweiten Stock ein Feuer ausbrach. Der Rauch breitete sich zwar nach oben aus, aber gebrannt hat es dort nicht. (Man sieht das an Fotos und Videos, die im Inneren danach aufgenommen wurden: im Gebäude liegt ein Parkettboden, viele Möbel aus Holz sind zu sehen, Teppiche, die keine Brandspuren aufweisen – mehr dazu weiter unten)

Auf Twitter wurden von den Tätern Meldungen verschickt, die Übelkeit verursachen:

Der grausame Tod der politisch Andersdenkenden und Gegner der Putsch-Regierung in Kiew wurde dann auch noch via „social media“ zynisch gefeiert: „Die Kartoffelkäfer werden gerade in Odessa geröstet*“.

(Caveat: Diese Meldung könnte aber absichtlich verbreitet worden sein, damit die Story vom Verbrennungstod mehr Gewicht bekommt)

*Die Streifen und die Farben der Käfer werden mit dem Orden des Heiligen Georg (Symbol für den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland) in Verbindung gebracht, um die „anti-ukrainischen“ (gegen Svoboda & Co. und somit als „pro-russisch“ abqualifizierten) Ukrainer zu demütigen und sie als „Freiwild“ für Pogrome darzustellen.

Nach manchen Berichten fielen die Neo-Nazis („wie ein Wolfsrudel“) auch noch über jene her, die aus dem Gebäude „gesprungen“ waren und überlebt hatten: sie wurden zu Tode geprügelt. Bei genauerer Betrachtung der Videos fällt auf, dass mehrere Leute aus Stockwerken „sprangen“, in denen es gar nicht brannte. Das Gebäude ging keinesfalls „in Flammen auf“, wie manche Medienberichte und Bilder suggerieren. Es brannte nur in bestimmten Räumen in zwei Etagen.

DAS HORROR-KABINETT IM GEWERKSCHAFTSHAUS

Als das Feuer gelöscht war, gingen die PS in das Gebäude und filmten die grauenvoll aussehenden Leichen.

Die meisten Türen waren versperrt und mussten aufgebrochen werden.

doused with gasoline partly burnedFotos der Opfer widerlegen aber die offizielle Version, wonach die AM entweder verbrannt oder erstickt sind. Man sieht, dass nur bestimmte Körperteile verbrannt sind (z.B. nur Kopf und Oberkörper), der Rest (inklusive Kleidung) ist völlig unversehrt. Viele der Opfer haben nur im Gesicht und an den Händen Verbrennungen (Säure? Napalm?). Diese Bilder legen nahe, dass die Opfer in Eile mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und dann angezündet wurden.

Einige haben Schusswunden, andere wurden erdrosselt. Wie schon erwähnt, sieht man in den Videos, dass ein Großteil der Büroräume keinerlei Brandspuren aufweist (Holzmöbel, Teppich, etc. alles intakt). Einige Leichen wurden bewegt, man sieht Schleifspuren auf dem Boden (ein weißlicher Belag, vermutlich von Feuerlöschern?). Der größte Horror ist das Foto einer hochschwangeren Frau, die anscheinend von hinten mit einem Elektrokabel erdrosselt wurde und dann auf dem Schreibtisch hängend, liegengelassen wurde.

Das Gesamtbild, das sich aus den Videos, Zeugenaussagen, Internet-Informationen aus Odessa und lokalen Reportagen (wie vesti.ua) ergibt sieht nach meinen Recherchen (mit Dank an VT) so aus:

fire victims do not leave blood poolsDiese Menschen sind keinesfalls durch einen Brand umgekommen. (Feueropfer hinterlassen keine Blutlachen …)

Während die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die (wenigen) brennenden Räume gelenkt wurde, zog einer fanatische, indoktrinierte Killerbande durch das Haus und ermordete kaltblütig die politischen Gegner, die als „Bedrohung“ der nationalen Identität wahrgenommen werden.

Diese organisierte Grausamkeit in Kombination mit dem historischen Datum des 2. Mai (1933) ist für mich ein klarer Hinweis darauf, dass die legendäre „UPA“ wieder auferstanden ist.

Man hat es wieder einmal geschafft, ein „indigenes Monster“ für politische Zwecke zu züchten

Dass die damaligen „Monster“, wie Mykola Lebed, (unter dessen Führung 1943-1944 zig-tausende Polen und Juden abgeschlachtet wurde) von den USA mit offenen Armen als „Kriegsflüchtlinge“ aufgenommen und für „spezielle Operationen“ eingesetzt wurden, habe ich ja bereits erläutert – siehe Ukraine (5): Glorified Bastards.

Auf der amerikanischen Seite “Veterans-Today“ – LINK-WARNUNG! SCHOCKIERENE BILDER! – habe ich dann zum ersten Mal die grauenhaften Fotos der Opfer aus Odessa gesehen. Dort findet man auch das Video einer Frau, die sich aus dem Gewerkschaftsgebäude retten konnte und ihre Erlebnisse darin schildert:

Sie hat sich mit drei anderen Frauen und etwa 12 Männern in einem Raum aufgehalten. Zwei Männer, die bereits erstickt waren, lagen im Raum nebenan. Man wollte noch Erste Hilfe leisten, aber sie waren schon tot. Sie hatten alle Angst, dass die Neo-Nazi Hooligans zu ihnen vordringen könnten und verbarrikadierten die Tür mit Büroschränken. Damit konnten Sie etwa 15 Minuten lang die „Stellung halten“. Während dieser Zeit hörten sie Schüsse auf dem Gang. Dann hämmerte jemand gegen die Tür und flehte sie an, ihn hereinzulassen. Er sei auch ein AM Aktivist.

Nach kurzem Zögern öffnete eine der Frauen die Tür eine kleinen Spalt, um zu sehen, was los war. Dann begannen die (sehr jungen) Hooligans sofort durch den Spalt zu schießen (es war also ein Trick gewesen – man hatte auf ihre Hilfsbereitschaft spekuliert).  Die Frau im Video sah einen der Banditen an: er trug eine schwarze Maske und rief lachend „Ich habe einen Coloradin umgebracht!“ (der Name kommt von Coloradokäfer, wie die Kartoffelkäfer in den USA heißen und wird als Schimpfwort für die „pro-russischen“ AM benutzt)

Dann warfen sie mit Gas gefüllte Behälter in den Raum. Nach 2-3 Minuten begann es zu wirken. Die Hooligans haben dann die Barrikade durchbrochen und sind in den Raum eingedrungen. Sie haben sofort auf alle Männer geschossen und dann alle die noch lebten, mit schweren Stöcken erschlagen. (Sie sagten dabei „Sparen wir lieber die Munition”…)

Die Frau im Video sagt dann wörtlich: „Diese Monster haben sogar auf die Toten noch eingedroschen…“ Dann sprachen sie darüber, die Toten in den Keller zu bringen. Die vier Frauen baten um Gnade und eine sagte, sie habe ein kleines Kind … Dann wurden sie auf den Gang geführt, wo die Hölle los war. Überall lagen Leichen, auch auf den Treppen. Die Nazi-Hooligans machten schmutzige Witze und schleppten die Leichen weg, um sie in den Keller zu werfen. Dann ergriff einer der Männer eine Frau aus der Gruppe und schob sie in ein anderes Zimmer. Die Frau im Video hörte sie dann schreien … (Es gibt ein Foto einer toten Frau, deren Zustand eine Vergewaltigung sehr wahrscheinlich macht – grauenvoll)

Dann wurde sie selbst etwa 15 Minuten verhört. Man verlangte von ihr, sie solle zugeben, dass sie Russin sei. Aber sie hatte einen ukrainischen Pass mit Wohnort Odessa. Schließlich gelang es ihr, inmitten des Chaos zu fliehen. Die Feuerwehr kam erst nach eineinhalb Stunden, obwohl sich direkt gegenüber eine Feuerwehrstation befindet. Sie sagten, man hätte sie daran gehindert, früher zu kommen.

Im Keller des Gebäudes hätte man später noch viele Leichen gefunden. Andere Personen aus der AM-Protestbewegung seien aber einfach “verschwunden”. Von den Verletzten, die man ins Krankenhaus gebracht habe, seien viele bald wieder „geflüchtet“, weil die SBU von allen die Personalien aufgenommen hätte (der Inlands-Geheimdienst der Ukraine).

Ein weiterer Augenzeuge „Vania“, erzählt in diesem Video im Telegramstil, was er gesehen hat: (Ich vermute, dass das Video inzwischen blockiert wurde – ich habe aber jede Szene als Screenshot gespeichert)

eyewitness odessa 1Wir gingen (buchstäblich) über Leichen ….Wie viele Tote waren es? Mindestens 116 … sie begraben sie heimlich … 6 km außerhalb von Odessa … sie haben eine Frau mit ihren beiden Kindern in Brand gesteckt! … sie starben im ersten Stock … und die ukrainischen Medien nennen uns „Terroristen“! Der Pravy Sektor, diese Wixer, haben uns bis auf das Dach gejagt .. dann warfen sie Molotov-Cocktails nach uns und schrien „Tod unseren Feinden! Welche Feinde denn? Und dann riefen sie „Vereinte Ukraine! Vereinte Ukraine!“

Zum Teufel mit der „Vereinten Ukraine. Zum Teufel mit diesem Land. Viele Kinder, Frauen und ältere Leute wurden umgebracht. Sie haben die Verwundeten erledigt. Mit Kopfschüssen. Sie sprangen auf ihre Köpfe.

Sie haben nicht nur Gas verwendet sondern auch Blendgranaten, Pistolen, Pump-guns und Spezialgeschosse.

eyewitness odessa 2Die Polizei hat gar nichts getan. Sie war hilflos. Sie haben nur das Gebäude umstellt. Als die Polizei zu uns raufkommen wollte, ging eine Granate los. Die Schweine sind dann auf den toten Polizisten herumgesprungen. Die restlichen Leichen sind 6 km von Odessa vergraben. Wir müssen sie holen.“

Auf einer anderen Website wird die Zahl der Opfer mit bis zu 300 angegeben. Frauen und Kinder seien mit Äxten attackiert und im Keller des Gewerkschaftsgebäudes erschlagen worden:

Убитых может быть до 300. Большую часть, особенно детей и женщин, рубили топорами и забивали палками в подвале

Dass man dann auch noch die ukrainische Flagge über dem Gebäude hisste, in dem dutzende Leichen der eigenen Landsleute lagen, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Und die Gänsehaut wird noch schlimmer, wenn Beobachter feststellen, dass dies eine schauderhafte Metapher dafür sei, wie weit die Machthaber in Kiew (und ihre Sponsoren im Ausland) gehen, um an der Macht zu bleiben.

Diese Psychopathen haben dann auch eine Collage verbreitet, auf der man die erdrosselte, hochschwangere Frau sieht – dazu der Text: „Wir haben die Mama erledigt – Ruhm der Ukraine!“

Odessa sick killer displayAuf einer Website aus Odessa (inzwischen blockiert) fand ich folgenden Titel in ukrainisch und englisch:

Alle Menschen, die gegen Faschismus sind, wir brauchen eure Hilfe!

 

Die deutsche Presse ist auf diesem Ohr leider taub …

 

Fortsetzung folgt …

 

[i]

Ukraine (7): Meldungen vom Fließband

USSADie Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich: tägliche kommen neue Meldungen über Gewaltausbrüche im Osten des Landes, (aber auch an der Schwarzmeerküste, wie in Odessa) über die Medien zu uns, die wir aber nur schwer einordnen können, weil uns der notwendige politische Kontext vorenthalten wird. (Mehr dazu und über die in den Medien ignorierte Gewalt der Neo-Nazis im nächsten Beitrag)

Der paranoide Tenor im Hintergrund ist immer der gleiche: Russland bedroht die Welt und Putin ist an allem schuld (am besten wir bekreuzigen uns, wenn wir ihn sehen …) Die deutsche Journaille merkt gar nicht mehr, wie sehr sie von ihrem eigenen Apparat indoktriniert wird und dass ohne Hinterfragung des ganzen Mediensystems eine wahrheitsgemäße Darstellung politischer Absichten und Ziele unmöglich wird.

Ich möchte an zwei Beispielen zeigen, wie sehr unsere Presse als Fließband für Spin funktioniert und sich zu „churnalists“ reduzieren lässt, solange die „Meldungen“ in den vorgefertigten Rahmen passen. (Hier zunächst Nr.1):

DIE OSZE BEOBACHTER (die keine waren)

Seit Wochen sorgt ein Thema in den Medien für Schlagzeilen: Die „Entführung“ von Mitgliedern einer „OSZE-Beobachter“-Mission im Osten der Ukraine (aktuelle Meldung: sie wurden freigelassen). Natürlich wurde auch dieses Ereignis so dargestellt, dass nur „pro-russische Aktivisten“ – diesmal in Gestalt eines „selbsternannten“ Bürgermeisters – dahinterstecken können, also wieder einmal der böse, hinterhältige Putin im Hintergrund die Fäden zieht.

In praktisch allen Schlagzeilen (Ende April) wurden die festgehaltenen Männer als „OSZE-Beobachter“ bezeichnet. Hier nur einige Beispiele:

  • Separatisten setzen OSZE-Beobachter fest“ (Süddeutsche Zeitung) 26. April 2014
  • Steinmeier verurteilt Vorführung der festgehaltenen OSZE-Beobachter“ (Focus Newsticker mit Zeitangaben, aber ohne Datum ..?)
  • Deutsche OSZE-Beobachter in Ostukraine festgehalten“ (SPIEGEL Video)

Diesen Meldungen waren andere vorausgegangen, mit denen die Entsendung der OSZE-Beobachter angekündigt wurde, z.B. hier:

  • Ukraine OSZE entsendet Beobachter (FAZ)21. März 2014
  • Erste OSZE-Beobachter sind da (Tagesschau) 23. März 2014

Obwohl in einigen Presseberichten weiter hinten im Artikel erwähnt wurde, dass es hier um zwei verschiedene Gruppen ging, nahm die große Mehrheit der Leser bzw. Zuschauer natürlich an, dass es sich um die gleiche Mission handelte, was aber nicht stimmte. Die echte OSZE-Mission besteht aus ca. 130 (bis zu 500) Beobachtern, die tatsächlich Delegierte der OSZE sind und (bisher) aus 30 Mitgliedsländern kommen, die auf der OSCE-Website auch namentlich genannt werden. Diese Mission wird auch von Russland unterstützt.

Nach offiziellen Angaben hat die „Regierung“ der Ukraine diese Beobachter „eingeladen“, um auf der Basis des Wiener Abkommens von 2011 Besorgnis über „ungewöhnliche Militäraktivitäten“ (der Putsch-Regierung gegen die eigene Bevölkerung) zu entkräften. Nach diesem Vertrag sind aber alle Mitgliedsstaaten über solche Inspektionen zu informieren.

Die „festgehaltenen“ Beobachter, die Schlagzeilen machten, haben aber kein Mandat der OSZE sondern sind im Auftrag der deutschen Bundesregierung in die Ukraine gereist. Unter deutscher Führung sind aktive Offiziere aus Tschechien, Polen, Schweden Dänemark und natürlich Deutschland selbst, in Begleitung fünf ukrainischer Militärs im Land unterwegs – zu welchem Zweck und wodurch legitimiert? (Alle Länder sind „enge“ Verbündete, also Vasallen)  der USA, die das NATO-Kommando hat)

BIG BROTHER IN UKRAINE: Wer beobachtet hier wen?

Carl Neukirch, stellvertretender Leiter des OSZE-Krisenpräventionszentrums erklärte in einem ORF-Interview* am 25. April 2014 dazu folgendes:

(Einleitung ORF:Wir wollen jetzt über die Situation der festgehaltenen OSZE-Mitarbeiter sprechen13 OSZE-Mitarbeiter werden derzeit festgehalten … die Journalisten selber glaubten also auch, dass es sich um OSZE-Leute handelte … media-self-indoctrination works …!)

Neukirch:Genau genommen muss man sagen, dass es sich nicht um OSZE-Mitarbeiter handelt, sondern es sind Militärbeobachter, die bilateral auf Basis eines OSZE-Dokuments tätig sind. Wir haben parallel dazu auch eine OSZE-Mission, die schon über 125 zivile Beobachter im Land hat, auch in dieser Region, und diese Leute sind glücklicherweise nicht betroffen, aber sie helfen uns jetzt dabei, mehr über die Situation dieser Militärbeobachter […] herauszufinden“

Die Journalistin reagiert überhaupt nicht auf diese (peinliche) Richtigstellung, sondern arbeitet schön brav ihren vorbereiteten Fragenkatalog ab, der natürlich darauf basiert, dass es sich um OSZE-Mitarbeiter handelt (was ja nicht der Fall ist) … was der ganzen Sache etwas Surreales (à la „1984“) verleiht.

Sie fragt z.B. weiter: Mit wem verhandeln Sie jetzt? Worauf er ihr (zum wiederholten Mal) erklärt, dass es sich um eine bilaterale Mission (keine OSZE-Mission) handelt, die unter Führung der deutschen Bundeswehr (des Zentrums für Verifikationsaufgaben ZVBW) stattfindet, weshalb eben „OSZE im Augenblick nicht verhandelt“. Schließlich soll er noch zur Frage der Risikoabschätzung (für eine OSZE-Mission) etwas sagen und antwortet darauf, dass man eine solche nicht gemacht habe, „weil es nicht unser Besuch ist“. Für die eigene (echte OSZE-Mission) gäbe es natürlich Verhaltensregeln, aber man müsse dann vor Ort einschätzen, wo man hingehen könne und wohin nicht.

(*Der ORF hat allem Anschein nach den brisanten Beitrag mittlerweile entfernt, ich konnte ihn jedenfalls in der „TV-Thek“ nicht mehr finden, obwohl wesentlich ältere Beiträge noch vorhanden sind … so viel zum Thema „öffentlich-rechtlicher Informationsauftrag“ … forget it …!)

(Die Bundeskanzlerin hat mittlerweile erreicht, dass die OSZE offiziell „interveniert“, damit die Rolle der Bundesregierung in diesem Spiel im Dunkeln bleibt – siehe Pressemeldungen über die Freilassung …)

WAS  „VERIFIZIERT“  DIE  DEUTSCHE  BUNDESWEHR  IN  DER UKRAINE?

Axel SchneiderBereits am 23. April hat der Leiter der (fälschlich als OSZE-Mission bezeichneten) Gruppe von „Beobachtern“, Oberst Axel Schneider in einem Radiointerview klargestellt, dass es sich um zwei völlig verschiedene Dinge handelt. Auch die Journalistin von Bayern 2 spricht von Anfang an von einer „Delegation der Bundeswehr“ im Zuge der „Rüstungskontrolle“ an der ostukrainischen Grenze und fragt Schneider, was man denn in der Ukraine kontrollieren und herausfinden könne.

Schneider sagt, Ziel der Mission sei die „Überwachung der regulären, staatsbewaffneten Kräfte“ – nicht die Frage zu klären, ob es russische Spezialeinheiten gibt und ob diese die Lage verschärfen. Man habe ein „schlagkräftiges Dokument“, mit dem man überprüfen könne, „in welchem Zustand die bewaffneten Kräfte sind und was sie leisten können, ob sie offensiv oder defensiv ausgerichtet sind. Man habe auch Gespräche mit Soldaten geführt, die zeigen „wie sich die einzelnen Soldaten mit ihrem Land identifizieren“, was wiederum den Grad der „Bereitschaft, in den Einsatz zu gehen“ deutlich mache. Auch Sport und Verpflegung spielten eine Rolle und alle diese Faktoren seien zur Bewertung der „Schlagkraft der Einsatzkräfteausschlaggebend.

Was denn für ihn schon „sichtbar geworden“ sei, fragte die Moderatorin. Darauf Oberst Schneider:

Ein offensives Auftreten, möglicherweise eskalierend, wird seitens der Streitkräfte im Moment nicht agiert. Sie vermeiden alles um ein falsches Signal zu geben.“ Ob es allerdings so bleibt, könne niemand sagen. Russische Spezialeinheiten habe man nicht gesehen, das sei aber auch nicht der Auftrag gewesen.

Schließlich wundert sich die Journalistin, wieso „ein diplomatischer Auftrag von Bundeswehrsoldaten ausgeführt wird“? Darauf kann Schneider keine richtige Antwort geben. Man habe schon seit 1991 „als Soldaten eine diplomatische Funktion übernommen und das sei alles „sehr eng mit dem AuswärtigemAmt koordiniert“.

GEILENKIRCHEN GOES EAST oder What the hell is going on?

inspecting what

„Inspector“ – Wofür?

Das Interview mit Oberst Schneider wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Die „Bewertung der Schlagkraft“ und der Motivation der Soldaten (auch Polizisten und anderer „Sicherheitskräfte“?) ob sie „offensiv oder defensiv“ agieren, was hat das mit „Rüstungskontrolle“ oder mit „diplomatischen Funktionen“ zu tun? Und seit wann ist es Aufgabe der Bundeswehr, sich um den Zustand ausländischer Militäreinheiten zu kümmern? Noch dazu gerade jetzt in einer solchen Krisensituation?

Wenn die OSZE ohnehin eine offizielle Beobachtermission entsandt hat, um „Besorgnis im Zusammenhang mit ungewöhnlichen militärischen Aktivitäten“ in „Anwendungszonen für vertrauensbildende Maßnahmen“ zu entkräften (Abschnitt III. des Wiener Abkommens), was machen dann Offiziere der Bundeswehr und anderer EU-Staaten (in Zivil) in der Ukraine?

Und was genau ist mit „ungewöhnlichen Aktivitäten“ gemeint? Neo-Nazis als (politische) Oberbefehlshaber der Streitkräfte? Die Schlägertruppen von UNA-UNSO bzw. dem Pravy Sektor, die alle politischen Gegner bedrohen und auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken? (Mehr dazu im nächsten Beitrag). Wohl kaum, denn die Rolle der Nazis wird in den Medien weitgehend ignoriert, sie lassen sich ja mit „Informationen“ füttern, die PR-Firmen selektiert bzw. fabriziert haben.

Festzuhalten ist folgendes:

  • Die genannten Länder (aus denen die „Beobachter“ kommen) sind alle Mitglieder der NATO, stehen also unter dem strategischen und ideologischen Kommando Washingtons. US-NATO wiederum steht zu 100% hinter der illegitimen „Regierung“ in Kiew. Das bedeutet also, dass diese Offiziere keinesfalls als neutrale Beobachter für eine Mission in Betracht kommen, wie sie die OSZE verkörpern soll.
  • Auch die Berufung auf das Wiener Abkommen als Legitimation für die „Beobachter“ ist äußerst fragwürdig, da die angebliche Einladung für den Besuch von einer „Regierung“ stammt, die durch kriminelle und verfassungswidrige Aktionen an die Macht gekommen ist und ganz sicher nicht den Willen der Bevölkerungsmehrheit repräsentiert.
  • Wie diese „Mission“ das ukrainische Militär untersuchen soll, wenn fünf ukrainische Offiziere (als Aufpasser) mit dabei sind, ist mir auch nicht ganz klar …
  • Das ganze Gefasel von „vertrauensbildenden Maßnahmen“ im Kontext militärischer Aufgaben erscheint mir sehr heuchlerisch, denn die Crux militärischer Planung liegt doch darin, dass die „anderen“ nicht wissen, was man wirklich vorhat. Verträge über militärische „Zusammenarbeit“ sind daher mit äußerster Vorsicht zu genießen, besonders in Zeiten wie diesen …. (letztes Stadium des Plünderungskapitalismus und zunehmender Militarismus)

Carl Neukirch stellte im o.a. ORF-Interview klar, dass die (in den Medien falsch bzw. irreführend deklarierte OSZE-Mission) tatsächlich unter Leitung der deutschen Bundeswehr unterwegs war und zwar deren ZVBW.

Was ist das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBW) nach offiziellen Angaben bzw. was macht es wirklich?

ZVBW logoDiese Frage hätten die Journalisten stellen müssen, anstatt rund um die Uhr Putin-Bashing zu betreiben. Hier geht es um die Überprüfung von Vereinbarungen, die sich aus dem CFE Vertrag ergeben, der am 19. November 1990 unterzeichnet wurde, aber erst zwei Jahre später, im November 1992 für alle Vertragsparteien bindend wurde.

Während die bisherigen Rüstungsbeschränkungsabkommen keinen besonders hohen Personalaufwand zur „Verifizierung“ nach sich zogen, wurde mit dem CFE eine neue Ära eingeleitet. Es reichte nun nicht mehr, ein Segment des Militärs für Inspektionsaufgaben auszubilden, sondern alle Unterzeichnerstaaten begannen damit, eigene „Verifizierungsagenturen“ zu gründen, die dem Militär bei der Einhaltung der Vertragsbedingungen Hilfe leisten sollten.

Das ZVBW wurde im Oktober 1990 in Geilenkirchen (bei Aachen) gegründet. Der Hauptgrund dafür war, so Brigadegeneral Dr. Heinz Loquai „der voraussichtliche große Aufwand, der auf Deutschland im Rahmen des CFE-Vertrages zukam. Deutschland hatte mehr Inspektionsorte vorzuweisen als die Sowjetunion.“ Mit jedem zusätzlichen Abkommen wurde der Kontrollrahmen noch zusätzlich erweitert, was sich auch in der Personalstärke auswirkte: 1990 hatte das ZVBW 65 Mitarbeiter (nicht alle Offiziere), zwei Jahre später waren es 400.

Bei der Gestaltung des Vertragstextes samt Anhängen war natürlich die US-geführte NATO (High Level Task Force (HLTF in Brüssel) sehr stark involviert, doch in den Dokumenten wird so getan, als ob es NATO gar nicht gäbe (das Wort kommt nicht einmal vor) und auch der Warschauer Pakt wird nicht erwähnt. Stattdessen ist die Rede von “zwei Gruppen von Staaten” und jeder Staat für sich ist (formal) verantwortlich für die Implementierung des Vertrages.

NATO CALLS THE SHOTS

Doch da gibt es auch noch das Verification Coordination Committeeder NATO (VCC)

Hier handelt es sich um eine Organisation, die politische und militärische Ziele kombiniert und durch jeweils zwei Vertreter jedes NATO-Mitglieds repräsentiert wird. Üblicherweise findet einmal im Monat ein Treffen statt. Auch hier finden wir eine „Verifizierungs“- bzw. Implementierungs-Abteilung, das VICS, das mehrere wichtige Funktionen hat. Es legt z.B. die Inspektionsquoten der Mitgliedsstaaten fest (wie oft kontrolliert werden muss) und überprüft die Übereinstimmung mit den Vertragsinhalten.

Das VCC verfügt über eine riesige Datenbank und „unterstützt“ die NATO-Mitglieder dabei, relevante Daten einzuordnen und im Hinblick auf Vertragsübereinstimmung zu bewerten. Das VCC hält aber auch „Kurse“ ab, um einen „einheitlichen Zugang“ zur Implementierung der Vertragsbedingungen sicherzustellen und schließlich sorgt es auch noch dafür, dass es zu einem „Informationsaustausch“ der Unterzeichnerstaaten bei den „Verifizierungsangelegenheiten“ kommt.

Das VCC wurde bereits sechs Monate VOR der Vertragsunterzeichnung in Paris gegründet, um die die Umsetzung der Vereinbarungen zu „koordinieren“. Maßgeblich daran beteiligt war General John R. Galvin, (USA, USCINCEUR), der darauf bestand, dass NATO eine zentrale Rolle bei der Implementierung des Vertrages, der Koordination und der „Schulung“ hatte. (Unter seiner Führung als SACEUR (Supreme Allied Commander Europe) sollen die „Gladio-Strukturen“ in Europa nach dem Skandal in Italien aufgelöst worden sein .. wer’s glaubt, wird selig …) Der Vorsitzende des VCC wurde der „beigeordnete“ Generalsekretär für Politische Angelegenheiten, Gebhardt von Moltke.

Fazit: Man darf davon ausgehen, dass alle Daten aus diesen „Verifizierungsstellen“ im großen NATO-Computer in Brüssel landen, wo sie vernetzt werden und somit unter Kontrolle der USA stehen, die selbst den größten Militärapparat aller Zeiten aufgebaut hat und alle „Begrenzungsabkommen“ daher ad absurdum führt (von der NSA ganz zu schweigen – „vertrauensbildende Maßnahmen“ im Kontext der aggressiven US-Außenpolitik und NSA-Affäre – Soll das ein Witz sein?)

NATO the good terroristsEin Staat, der „Full Spectrum Dominance“ als politisches und militärisches Ziel hat, sich das Recht herausnimmt, mit allen Mitteln in jedem Land zu „intervenieren“, wenn die dortige Regierung nicht konveniert und dann auch den Moralapostel mimt und anderen Ländern Vorträge über Völkerrecht hält und „Strafen“ (für fehlende Unterwürfigkeit) verhängt – bekommt durch diese „Abkommen“ Einblick in die militärischen Strukturen aller Unterzeichner-Staaten …. Man kann doch nicht so naiv sein, zu glauben, die USA würden ihre eigenen Daten wirklich offenlegen. Außerdem gibt es da noch so etwas wie „Scheininspektionen“ ….

Aber kommen wir zurück zur Rolle des ZVBW in der Ukraine. Wenn diese Mission so nobel und durch Verträge abgedeckt ist, warum dann die Geheimhaltung? Warum werden die anderen Mitglieder nicht namentlich genannt? Warum gehen Offiziere in Zivil in ein Land (quasi im Kriegszustand) um dort die Streitkräfte zu „überprüfen“? Warum will die Bundesregierung den Anschein erwecken, dass die OSZE der Auftraggeber ist?

Darauf gibt es zwei mögliche Antworten:

  1. Die „Einladung“ war eine Falle, die die ukrainische Putsch-Regierung (beraten von amerikanischen „Freunden“) dem ahnungslosen Team gestellt hat. Man wollte die Mission torpedieren bzw. einen Eklat herbeiführen, der Putins Rolle als Erzschurke (dem die Entführung als indirekt Verantwortlicher in die Schuhe geschoben wird) noch stärker in die Köpfe der Zuschauer einbrennt. Besonders die deutsche Bundesregierung sollte gegen Russland aufgebracht werden (aus Sicht der deutschen Exportwirtschaft ist eine Konfrontation mit Russland glatter Selbstmord, das kann der „Wirtschaftspartei“ CDU nicht egal sein, deshalb ist Merkel bei den Sanktionen zögerlich)
  2. Das ZVBW (bzw. die anderen Teilnehmer) hatten in Wahrheit eine ganze andere „Mission“, nämlich die von „pro-russischer“ Seite unterstellte Spionageaktivität.

Scheinbar „neutrale Beobachter“ und „Inspektionen“ können für Spionagezwecke missbraucht werden, das liegt doch auf der Hand

Am Beispiel des Kosovo lässt sich ja demonstrieren, wie unter dem Deckmantel der OSZE „Verifizierungsmission“ Verbindung zwischen US-Geheimdiensten (inklusive privater Söldnerfirmen) und der KLA aufgenommen wurde, zur Vorbereitung der verdeckten Kooperation für den Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien. (Was nicht bedeutet, dass alle echten OSZE-Mitarbeiter darin involviert waren oder davon wussten)

Der Kriegsvorwand der „humanitären Intervention“ war ja an sich eine große Lüge, die aber erst nach der Zerstörung Jugoslawiens von wenigen Medienberichten entlarvt wurde. Die „humanitäre Katastrophe“ entstand erst DURCH den NATO-Angriff, wie auch andere Analysen später klarstellten.

(Mehr zum Vorgehen der NATO im Jugoslawien Krieg in diesem Interview)

Dass deutsche Politiker und Regierungsmitglieder uns gezielt mit Lügen füttern, um „Zustimmung“ zu bereits geplanten Kriegen und anderen (kriminellen) außenpolitischen „Maßnahmen“ zu erhalten, ist also eine Tatsache. Wenn die Medien diese Desinformation unkritisch übernehmen, hat die Gerechtigkeit keine Chance und letztlich sterben Menschen deswegen (wie gerade jetzt in der Ukraine, in Syrien, im Irak und vielen anderen Ländern der Welt).

Die Journalisten haben also eine enorme Verantwortung, die sie aber anscheinend nicht ernstnehmen.

Ein sehr interessantes Gespräch über die USA, NATO, „9/11“, Rohstoff-Kriege, die Rolle der Medien etc. gibt es hier.

DER KAISER IST NACKT (ABER BEWAFFNET)

NATOs real faceDer Historiker Dr. Daniele Ganser bezeichnet das Pentagon darin als „Angriffsministerium“ und die  NATO als „aggressive Organisation„. Er betont, dass diese Bezeichnungen im offiziellen Diskurs (der Journalisten und Politker) quasi tabu seien, weil die USA als imperiale Macht die „Deutungshoheit“ über (passende oder unpassende) Begriffe habe. Deshalb werden Leute, die sich nicht daran halten und das böse Kind beim Namen nennen sofort mit Stigma-Labels wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „anti-amerikanisch“ versehen. Das wirkt immer (besonders auf die Zuschauer).

Er bezeichnet die Rolle der Medien (als Transporteur von Lügen) als „ganz großes Versagen“ und „fundamentales Problem“. Der Mann hat ja so Recht ….

NATO – LEAVE UKRAINE ALONE

Die Rolle der NATO bei der Eskalation der Gewalt in der Ukraine wird von den Medien kaum beachtet ebenso wenig die Tatsache, dass in Geilenkirchen nicht nur das ZVBW zu finden ist, sondern ein ganzer NATO-Stützpunkt.

Von dort werden „Aufklärungsflüge“ (sprich: Spionage aus der Luft) mit den modernsten Flugzeugendurchgeführt. Ohne NATO geht in Europa (geschweige denn Deutschland) – nicht nur militärisch – gar nichts mehr. Deutschland gibt sich ja auch dafür her, dass von hier aus Drohnen gesteuert werden, die im Auftrag der US-Regierung praktisch jede Woche irgendwo Menschen umbringen (vor allem in Afrika). Dass das ein klarer Bruch des Grundgesetzes bzw. des Völkerrechts ist, spielt bei Merkel keine Rolle (sie ist ja schließlich Trägerin der „Medal of Freedom“, da weiß man, auf wessen „Freiheit“ es ankommt …).

Während die Fließband-Medien immer (vorgeben) nur fragen „Was will Putin?“ sollten sich die Journalisten mal damit beschäftigen, was die deutsche Außenpolitik eigentlich will und inwiefern diese von Washington dominiert wird.

Übrigens: Das „Nachrichten“- Fließband der Papageienpresse läuft ungehindert weiter: Immer noch heißt es „OSZE-Beobachter“ …

  • „Nach der Freilassung der OSZE-Beobachtersollen bei neuen Gefechten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk wieder mehrere Menschen getötet worden sein.“Tagesspiegel
  • OSZE-Beobachter in der Ostukraine freigelassenAPA-Meldung (APA ist die österreichische Presseagentur)
  • Die in der Ostukraine freigelassenen OSZE-Militärbeobachter sind unterwegs nach Deutschland. Das Flugzeug der Bundeswehr sei in Donezk gestartet, teilte die OSZE-Mission in der Ukraine am Samstagnachmittag mit. Die Männer, darunter vier Deutsche, wurden abends auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel erwartet – unter anderem von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). STERN Newsticker
  • Ukraine-Krise: Geiselnehmer lässt OSZE-Beobachter freiFocus

mass deceptionWas lernen wir noch daraus? „Newsticker“ sind so was von sinnlos  (und irreführend) … Was nützt es, im Stundentakt „Nachrichten“ zu bekommen, deren Wahrheitsgehalt niemand geprüft hat, weil die Presseagenturen immer als „vertrauenswürdige“ Quellen gelten? Solange alle das gleiche schreiben, kann man das auch noch als „Bestätigung“ auffassen.

P.S. Wer über die Hintergründe des modernen Presse-(Un-)wesens informiert werden will, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen:

(Siehe auch frühere Beiträge mit dem Schlagwort „Medienkritik“ bzw. „Churnalism“)

 

 

Ukraine (6): Glorified Bastards

Bloodthirsty America. Despicable Europe. Leave Ukraine alone.

(Protest-Schild in Donetsk, Ost-Ukraine, Mitte April)

feeling us valuesDas Märchen von der „Befreiung Europas“ (vom Faschismus) durch die wunderbare USA ist die Grundlage für das unerträgliche, moralische Gehabe amerikanischer Politiker seit 1945, das die „Werte“ ihrer Politik demonstrieren soll. Während der Mafia-Arm des US Außenministeriums (CIA & Co.) seit Jahrzehnten alle Gesetze bricht, die jemals als moralischer Kompass für eine zivilisierte Gesellschaft erdacht wurden, halten hochrangige US-Politiker der Welt Vorträge über Völkerrecht und Demokratie und drohen allen Ländern, die diese Normen angeblich verletzen mit „Sanktionen“ aller Art, die dann auch eintreten. Und die EU („Nato-stan“) macht schön brav mit.

Wir erleben ja gerade am Beispiel der Ukraine wieder, wie selbstgerecht und unglaublich verlogen diese Rhetorik ist, was aber unsere Schafsmedien nicht daran hindert, sie fleißig zu verbreiten. Die (zu 95% manipulierten) aktuellen „Meldungen“ aus der Ukraine zu kommentieren, ist aus meiner Sicht nicht so wichtig, wie die Hintergründe der „Fata Maidana“ und der Nazi Mentalität zu untersuchen, die im Westen der Ukraine so viele Anhänger hat.

Dank dem von Washington organisierten Sturz der gewählten Regierung, sitzen ja derzeit auch mehrere Mitglieder der Nazi-Parteien (Svoboda und Pravy Sektor) in Ministerien in Kiew, während ihre radikalen Schlägertruppen als deklarierte Teile einer „Nationalgarde“ die in der Genfer Vereinbarung festgehaltene Entwaffnung aller illegalen Gruppen unterlaufen.

70 yrs of using NazisAuf der Suche nach den Wurzeln der faschistischen Renaissance in der Ukraine (und anderen osteuropäischen Ländern) stößt man über kurz oder lang (nicht nur) auf die USA. Russ Bellant enthüllte z.B. in seinem Buch Old Nazis, the New Right, and the Republican Party, wie tief die Verstrickungen der Republikanischen Partei (vor allem seit Reagan) mit den Nazis aus Osteuropa ist, und erwähnt auch die Verbindungen westlicher Geheimdienste seit dem zweiten Weltkrieg. Die Spuren gehen noch weiter zurück bis in die Zwischenkriegszeit (1918-1939).

Es gibt eine umfangreiche Literatur, in der Historiker untersuchen, welche Faktoren nach 1918 zum Erstarken des Faschismus bzw. Ultra-Nationalismus in Osteuropa geführt haben. Dieses weite Feld kann natürlich in einem Blog nicht bearbeitet werden, deshalb beschränke ich mich darauf, die Förderung von alten und neuen Nazis durch die amerikanische Regierung seit 1945 und die Rolle der „Nationalhelden“ der Ukraine als Erfüllungsgehilfen des Dritten Reiches aufzuzeigen (die seit Jahrzehnten systematisch gefälscht wurde – ebenfalls mithilfe der US-Geheimdienste und seit der „Orange Revolution“ 2004 von Timoschenko und Juschtschenko, die beide enge Kontakte zu Washington haben.)

SLEEPING WITH THE DEVIL

Nach 1945 befanden sich zehntausende Nazis aus Osteuropa in den Flüchtlingscamps der Alliierten. Die Sowjetarmee legte Listen von Personen vor, deren schwere Kriegsverbrechen zur Last gelegt wurden, doch viele davon wurden nicht ausgeliefert, weil sie als Instrumente des „Kalten Krieges“(eine gigantische Inszenierung an sich) für die westlichen Geheimdienste nützlich waren. Je höher ihre Position in den Nazi-Organisationen war, desto größer die Chance auf „Unterstützung“ der USA und anderer, westlicher Geheimdienste. Man musste nur demonstrieren, wie „anti-kommunistisch“ man war, alles andere spielte keine Rolle.

Dank dem „Freedom of Information Act” (FOIA) und mehreren Untersuchungen wurden tausende Dokumente der CIA (und anderer Behörden) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Obwohl diese natürlich politisch „desinfiziert“ und anonymisiert wurden, bieten sie trotzdem noch wichtige Informationen über die Mentalität (und Skrupellosigkeit) der Geheimdienste. Eine Sammlung von Dokumenten über Mykola Lebed (einen der größten ukrainischen Nazi-Kriegsverbrecher) kann man herunterladen.

Aus diesen Dokumenten ist ersichtlich, dass die CIA (nicht nur) diesen Kriegsverbrecher 40 Jahre lang vor Strafverfolgung geschützt hat, weil seine „speziellen Kenntnisse“ im paranoiden Kampf gegen die kommunistische Sowjetunion so unverzichtbar waren.

Ich möchte an seinem Beispiel deutlich machen, wie die westlichen Geheimdienste dazu beigetragen haben, die schlimmsten Verbrecher und Nazis samt ihren Netzwerken (bis heute) zu fördern, sodass das Auftauchen der „Neo-Nazis“ in Kiew nur die logische Konsequenz dieser Intrigen ist.

OUR SONS OF BITCHES

nazi americaAm 5. Mai 1952 schrieb CIA-Direktor Allen Dulles an die amerikanische Einwanderungsbehörde einen Brief, in dem der „unschätzbare Wert von Mykola Lebed für zukünftige CIA-Operationen von enormer Wichtigkeit“ gleich im ersten Satz hervorgehoben wird. Es sei „dringend notwendig, dass dieser ungehindert in Westeuropa reisen könne, jedoch müsse auch„sichergestellt sein, dass seine Einbürgerung in die USA kein Untersuchungsverfahren auslöst oder sonstiges Aufsehen erregt, weil das unerwünschte Aufmerksamkeit auf seine Aktivitäten lenken würde“.

Der Einwand der Behörde des  Justizministeriums, dass eine solche Zusicherung nicht gegeben werden könne, weil die betreffende Person an der Ermordung des polnischen Innenministers im Jahre 1934 beteiligt war, wird von Dulles damit verharmlost, dass das Verfahren gegen [Lebed] „überwiegend von politischen Faktoren beeinflusst war“ und die CIA keinen Grund habe, seinen Unschuldsbeteuerungen nicht zu glauben.

Der Brief endet damit, dass Dulles der Einwanderungsbehörde quasi befiehlt, der Einbürgerung eines verurteilten Mörders (und Nazi-Kollaborateurs) zuzustimmen, „weil dies für die Förderung der staatlichen Geheimdienstaktivitäten unverzichtbar und im Interesse der nationalen Sicherheit“ sei. (Schließlich verlangt Dulles auch noch, dass Lebeds Einbürgerung rückdatiert wird, auf Oktober 1949, weil damals auch seine Frau und seine Tochter eingereist seien.)

(Quelle: National Archives Washington, RG 263, Records of the Central Intelligence Agency)

OUN: Wollt ihr die Total(ITÄR)E UKRAINE?

Border changes PolandWie bereits in einem früheren Beitrag erwähnt, wurden in der der Zeit der zweiten Polnischen Republik (1918-1939) von der Regierung eine harte „Polnisierung“ der neuen (durch den ersten Weltkrieg dazugekommenen) Staatsgebiete betrieben. Tausende polnische Siedler wurden nach Wolhynien und Galizien geschickt, man schätzt die Zahl auf etwa 300.000. Obwohl mehr als zwei Drittel der Bevölkerung ukrainische Wurzeln hatte (und auch ukrainisch als Muttersprache) wurden fast alle Verwaltungs- und Regierungsämter sowie die Polizeistationen mit Polen besetzt.

In diesem Spannungsfeld verübten radikale Nationalisten– als Katalysator der Gewalt – ihre Terroraktionen und sahen sich selbst als „Befreier“ des ukrainischen Volkes. Als die OUN gegründet wurde, war sie eigentlich nur eine extremistische Splittergruppe, die wenig Unterstützung in der ukrainischen Bevölkerung hatte. Die beliebteste Partei war damals die Nationale Demokratische Allianz, die mit friedlichen und demokratischen Mitteln für die Unabhängigkeit von Polen kämpfte. Wegen ihrer Brutalität, Glorifizierung der Gewalt und totalitären Ideologie wurde die OUN-B von weiten Teilen der Gesellschaft abgelehnt. So kritisierten auch kirchliche Würdenträger deren „Ausbildungslager“ für Jugendliche mit folgenden Worten:

Wer unsere Jugend radikalisiert, ist ein Verbrecher und ein Feind unseres Volkes“.

Im September 1939 wurde Polen gleich doppelt überfallen: im Westen von Hitler und im Osten von Stalin. Wolhynien wurde in zwei sowjetischen Regionen aufgeteilt (Rovno und Volyn). Die russische Geheimpolizei begann mit der „Säuberung“ des Gebietes, wobei in erster Linie die mittleren und oberen Bevölkerungsschichten (die von Polen dominiert waren) ins Visier genommen wurden. Zwischen 1939 und 1941 wurden ca. 200.000 Polen nach Sibirien transportiert, die Gesamtzahl der Deportierten wird auf mehr als eine Million geschätzt.

BARBAROSSA: DIE INVASION DER SOWJETUNION

Am 22. Juni 1941 griff Hitler die Sowjetunion an und die unvorbereitete Sowjetarmee zog sich nach kurzer Zeit zurück. Wolhynien wurde vom Dritten Reich besetzt, wobei die OUN durch Sabotageakte und Propaganda vorbereitende Unterstützung geleistet hatte. Doch auch schlimmere Formen der „Kollaboration“ mit den Nazis wurden ausgeübt: Pogrome (Massaker) gegen Polen und Juden (mehr dazu weiter unten). Die eifrige Teilnahme der ukrainischen „Nationalisten“ als Polizeieinheiten (und später sogar SS-Bataillon) der deutschen Besatzungsmacht wurde ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt.

GRÄUELTATEN  NACH  PLAN

Wie kann ich die Ermordung einer großen Anzahl von Menschen so organisieren, dass sie „reibungslos“ abläuft?

Wie bringe ich „normale“ Ukrainer dazu, auf wehrlose Menschen (inklusive Kinder) mit Äxten, Messern, Sicheln, Zaunpfosten, Nägeln und Rasiermessern loszugehen und sie in einem fanatischen Gewaltexzess umzubringen?

Diese speziellen „Fähigkeiten“ erhielten die faschistischen „Nationalisten“ der OUN-UPA in deutschen „Polizeischulen“  und nutzten sie später, um zigtausende Polen auch „auf eigene Rechnung“ zu ermorden. Heydrich nannte das, die „Selbst-Reinigung der Ukraine“, die man unterstützen müsse.

Neben der OUN-B bildeten sich kleine, lokale Selbst-Verteidigungsgruppen als Antwort auf den deutschen Terror der Besatzung. Im Herbst 1942 begann die OUN damit, diese Gruppen (als Konkurrent) zu unterdrücken und Anfang 1943 bildete die OUN-B die UPA (ukrainische Rebellenarmee). Im März desselben Jahres desertierten rund 5.000 ukrainische Polizisten samt Waffen zur UPA, die schließlich zur dominanten und am besten bewaffneten paramilitärischen Einheit in Wolhynien wurde. Die UPA verbreitete auch Flugzettel und Poster, auf denen die Bevölkerung dazu animiert wurde, Polen und Juden umzubringen.

STRATEGY OF TENSION: NATIONALISTISCHER TERROR (1929-1939)

Schon in den 1920er Jahren gab es eine Untergrundbewegung ukrainischer Nationalisten, die Kontakte zu deutschen Geheimdiensten und Militärs suchte. Sie reisten aber auch mit gefälschten Pässen (aus Litauen) in die USA und nach Kanada, wo sie finanzielle Unterstützung erhielten.

our old and new heroes

Konovalets, Bandera, Stetsko

Die OUN entstand aus dem Zusammenschluss der UVO (ehemalige Offiziere des ersten Weltkriegs bzw. des „Sich-Batallions“) und mehreren nationalistischen Studentenverbindungen. Nach Konferenzen in Berlin (1927) und Prag (1928) würde die OUN Ende Jänner 1929 in Wien gegründet. In der Grundsatzerklärung wird die Errichtung eines unabhängigen „reinen“ Staates auf ethnischer Grundlage angestrebt, die durch eine nationale Revolution (unter diktatorischer Führung) erreicht werden soll. Gewalt wurde als erlaubtes Mittel der Politik angesehen und zwar sowohl gegen äußere wie innere „Feinde“ der Gruppe. Der prägende Ideologe der Bewegung war Dmitry Dontsov.

Slogan: Die Ukraine (nur) für die Ukrainer!

Die systematische Ausschaltung aller gemäßigten bzw. liberalen, politischen Gruppen in dieser Zeit sorgte dafür, dass die Extremisten der OUN (damals im Untergrund) die dominante Kraft im Westen der Ukraine wurde und als einzige über ein gut ausgebautes Informations-Netzwerk verfügte (u.a. von Nazi-Deutschland finanziert, auch der britische Geheimdienst mischte mit).

In Galizien und Wolhynien wurden kurz darauf hunderte Sabotageakte durchgeführt, darunter auch das Abfackeln von Feldern und Häusern polnischer Grundbesitzer. Raubüberfälle auf zivile und staatliche Einrichtungen, Bombenanschläge und an die 60 Morde stellten klar, welcher Fanatismus hier am Werk war. Dies führte natürlich zu harten Repressalien der polnischen Regierung, was wiederum weitere Terrorakte der OUN nach sich zog. Die Ermordung von Tadeusz Hołówko und Bronisław Pieracki (1934) sowie Ivan Babii, dem Direktor des Gymnasiums in Lviv (Lemberg) waren traurige Höhepunkte dieser Widerstandsbewegung, die unter dem Kommando von Konovalets zu einer echten Terrororganisation wurde. (Er wurde 1938 in Rotterdam von einem Sowjetagenten erschossen).

WER IST MYKOLA LEBED?

mykola-lebedLebed, geboren am 23. November 1909 in Strilychi Novi, Bezirk Bibrka in Galizien wird mit 22 Jahren Mitglied der OUN, ein Jahr später (1932) wird er ihr „Sicherheitschef“. 1934 organisiert er im Auftrag Banderas die Ermordung des polnischen Innenministers Pieracki, wofür er 1936 verurteilt und inhaftiert wird. 1939 kommt er frei und „verschwindet“.

Tatsächlich leitet er an der deutschen Polizeiakademie in Zakopane die Ausbildung für subversive Terror-Gruppen, die unter dem Sammelbegriff „Reichssicherheit“ zu Unruhestiftern, Folterknechten und Mördern für das Deutsche Reich im Zuge der Operation Barbarossa ausgebildet werden.

Aus den CIA-Files:

In einem Brief des US-Justizministeriums (der Einwanderungsbehörde) an die CIA, vom 7. Juni, 1951 wird – unter Bezug auf Angaben vieler Immigranten aus der Ukraine – die terroristische (Nazi)-Vergangenheit Lebeds hervorgehoben.

Er sei „gut bekannt als einer der wichtigsten von Banderas Terroristen“ und habe „ukrainische Kampfeinheiten in einer Gestapo-Schule ausgebildet, um Widerstand gegen die deutsche Besatzung zu unterdrücken .. es kam zu Massenmorden anUkrainern, Polen und Juden … in all diesen Aktionen war Lebed einer der wichtigsten Anführer die Aktivitäten dieser „speziellen Abwehr“ seien von der Gestapo geleitet worden. (51)

Der “Security Officer” der CIA reagiert darauf in einem internen Schreiben vom 19. Juni an den Leiter der OSO mit der Warnung, dass die Deportation Lebeds die Abläufe und Techniken der CIA zu Tage fördern könnte, was natürlich zu verhindern sei. Am 3. Oktober 1951 schickt die CIA eine Botschaft an den Einwanderungskommissar, die verdeutlicht, wie groß die Doppelmoral ist, wenn gefährliche Extremisten für die eigenen Zwecke benutzt werden: Die Beschreibung als “Terrorist” wird als voreingenommene Verleumdung klassifiziert, aber die Unschuldsbeteuerungen Lebeds (plante die Ermordung von Minister Pienacki) werden als „glaubwürdig“ eingestuft. Lebed wird als „Außenminister“ der ukrainischen Befreiungsbewegung dargestellt, usw.

Kurz und gut, ein „Terrorist“ ist nur, wer die falschen Leute umbringt und gegen die amerikanischen Interessen handelt …

CIA: REPUTATION MANAGER FOR WAR CRIMINALS

Lebed wird natürlich – trotz seiner kriminellen Nazi-Vergangenheit und der Tatsache, dass er unter falschem Namen einreiste – eingebürgert und bis Ende der 1970er arbeitet er ungestört für die CIA. Als Tarnorganisation wurde „Prolog“, ein Verlag gegründet, der pseudo-wissenschaftliche, historische „Forschung“ betreibt (sprich: Schönfärben der OUN-Verbrechen sowie Leugnung der Rolle als enthusiastische Erfüllungsgehilfen Hitlers). Lebed ist ein wichtiges „asset“ für die politische Kriegsführung gegen die Sowjetunion aber er organisiert auch Mordanschläge und andere Verbrechen für die USA. Das Projekt wurde ursprünglich mit dem Kryptonym AERODYNAMIC, später QRPLUMB geführt. (Verbindung zu GLADIO-Build-up?)

Eine Untersuchungskommission des US Kongresses Ende der 1970er Jahre geht Berichten über die „Interventionen“ der CIA in Lateinamerika und anderen Ländern nach und bringt ungeheuerliche Verbrechen an den Tag.

Hitlers ShadowAuch die Vorwürfe der Strafvereitelung gegenüber Nazi-Kriegsverbrechern werden wieder lauter. Wer 30 Jahre lang gelogen hat, sagt aber auch später nicht mehr die Wahrheit und die CIA macht Druck auf das Justizministerium, um ihr laufenden Operationen gegen die Sowjetunion und ihre Kontakte (zu den anderen Nazis und Verbrechern) nicht zu gefährden (man muss dazu sagen, dass „CIA-Leute“ – verdeckt – in allen Organisationen der US-Regierung sitzen, diese „focal points“ wurden von Allen Dulles organisiert, damit sensible Informationen an die „richtigen Leute“ kommen und der Kreis der Insider klein bleibt.)

Der Kongressabgeordnete und Vorsitzende des Justizausschusses, Peter Rodino gibt 1985 eine Untersuchung des GAO in Auftrag, dessen Ergebnisse Schlagzeilen machen, weil die Rekrutierung von Nazis gegen die Sowjetunion (sprich: gegen alle linken Bewegungen) nicht mehr von der Hand zu weisen war. Er sagte in einem Interview, die Ergebnisse seien “extrem beunruhigend“ weil hier Kriegsverbrecher vor Strafverfolgung geschützt werden (darunter der „Schlächter von Lyon“, Klaus Barbie und der „Schlächter von Borisow“ Stanislav Stankevic). Allan Ryan, der die OSI-Untersuchung leitete, sagte diese Verbrecher seien „zu tausenden in die USA gekommen“.

Angespornt durch den GAO-Bericht nimmt die Sonderkommission des Justizministeriums (OSI) in den USA die Ermittlungen (von 1979) wieder auf und diesmal werden Nägel mit Köpfen gemacht. Die CIA kann nicht verhindern, dass Lebed am 16. Oktober 1985 fünf Stunden lang verhört wird, aber im folgenden Bericht werden keinen Namen genannt. Am 15. Jänner 1986 tauchen zwei Reporter der Zeitung „Village Voice“ vor Lebeds Tür auf und fotografieren ihn. Ihr Artikel lässt die Katze aus dem Sack und sorgt für Aufregung: Ja, Lebed war in der Gestapo-Schule in Polen, er wurde von einem anderen Teilnehmer identifiziert, als er einen jüdischen Mann im Zuge der „Ausbildung“ gefoltert hat. Seine Rolle als Chef der gefürchteten „SB“ (Sluzhba Bezpeky, die Gestapo der OUN) wurde ebenfalls erwähnt.

Die CIA bestreitet aber weiterhin, dass Lebed ein Kriegsverbrecher ist und betont, man habe „keinen Grund zu glauben, dass er ein Nazi-Kollaborateur war“. Stattdessen habe er eine „Widerstandsgruppe“ gegen die Nazi-Besatzung geleitet (1941-1944). Lebed leugnet weiterhin, ein Werkzeug der Nazis gewesen zu sein und schiebt alles auf sowjetische Propaganda.

Ehemalige CIA-Agenten hatten im Zuge der OSI-Befragungen ausgesagt, dass „jeder Mistkerl, der gegen die Russen war, ein (nützlicher) Mistkerl nach unserem Geschmack war“ und dass „wir uns auch mit dem Teufel ins Bett gelegt hätten, um Informationen über die Kommunisten zu bekommen“.

Am Ende der Dokumentensammlung findet sich eine handschriftliche Aufzeichnung, die alles Lügen straft, was die CIA 40 Jahre lang behauptet hatte. Laut einer „hochgestellten“, verlässlichen deutschen Quelle hat die OUN (und damit auch Lebed) für das Dritte Reich

·       Wertvolle Dienste während der Kampagne gegen Polen und im Krieg gegen die USSR geleistet, deren exakter Inhalt und Umfang momentan nicht eruiert werden könne, aber man kann sicher davon ausgehen, dass die UON in der Verwaltung und als Polizeiorgan im Generalgouvernement und in der West Ukraine tätig war …

·       Stepan Bandera sei 1939 von den Deutschen aus dem polnischen Gefängnis befreit worden und habe danach für die Abwehr der deutschen Wehrmacht gearbeitet; Nach 1941 sei er in „Schutzhaft“ genommen worden (wie Melnyk, aber nie Lebed) – in Berlin wurde er, selbst in Sachsenhausen behandelt wie ein VIP; während der Abwesenheit von Bandera und Melnyk wird Lebed der interimsmäßige Führer der OUN; im Herbst 1943 wurde Bandera wieder entlassen.

·       Der (zaghafte) Widerstand gegen Deutschland begann erst nach der großen sowjetischen Gegenoffensive 1943, als die OUN-B erkannte, dass die Deutschen den Krieg verlieren würden. Davor sei ihr Verhalten sehr undurchsichtig … Erst im Frühjahr 1944 wurde der Name in „UPA“ geändert [es gab schon vorher eine Organisation gleichen Namens, die wirklich gegegn die Deutschen gekämpft hat]. Nach der Niederlage von Stalingrad seien die Deutschen entgegenkommender gewesen und hätten die Führer der OUN freigelassen. Sie erhielten Waffen und andere Unterstützung … (244)

·       Lebed wird als skrupelloser Anführer beschrieben, der für mehrere Morde von führenden Mitgliedern der OUN-M (unter Melnyk) verantwortlich sei

Lebed will die Zeitung wegen Verleumdung verklagen, doch die CIA rät ab (mittlerweile erlässt der SCOTUS ein Urteil, wonach in solchen Fällen der Kläger beweisen muss, dass die Angaben der Presse falsch sind, was Lebed natürlich nicht kann). Die CIA ist besorgt darüber, dass die Tarnung für QRPLUMB (der Verlag Prolog) auffliegen könnte, wenn Lebed zu viel Wirbel schlägt, doch weil sich die Journalisten nur mit dem zweiten Weltkrieg befassen und nicht damit, was Lebed danach für die CIA alles leistete, ist man optimistisch. Ein selektierter „Historiker“ wird auf Anraten der CIA damit beauftragt, eine Gegendarstellung an die Presse zu senden, damit Lebeds Ruf wieder hergestellt wird. Doch die NYT weigert sich, diese zu veröffentlichen, worauf Lebed einen erbosten Brief an die Redaktion schickt, in dem er alle Lügen wiederholt.

MORAL ILLUSIONS: NATIONALE „BEFREIUNG“ ALS WERKZEUG FÜR BERLIN

Americas_Nazi_SecretRichtig spannend wird es auf den letzten Seiten der CIA-Files: Der Rechtsanwalt Dr. John Loftus (der für den OSI ermittelte) enthüllt in einem Fax an den australischen Rundfunksender ABC, was hier wirklich gespielt wurde. Er hat persönlich die als streng geheim klassifizierten) Kriegsdokumente des militärischen Geheimdienstes der US Armee gesehen und berichtet folgendes:

Bei seinen Recherchen stieß er auf ein Manuskript mit dem Titel „Die Behandlung der Russischen Frage während der NS-Herrschaft in Deutschland“, das Dr. Friedrich Buchardt während seiner Internierung durch die Alliierten nach 1945 verfasste. Es handelt sich dabei um einen Erfahrungsbericht des berüchtigten SS-Obersturmbannführers und „Einsatzgruppenleiters“ aus dem Baltikum, der darin die geheime Rekrutierung von russischen, weiß-russischen und ukrainischen Gruppen durch deutsche Geheimdienste schildert.

„Als Dank für das [ihnen zur Verfügung gestellte] umfassende Wissen über geheime Nazi-Kollaborateure an der Ostfront – inklusive der OUN – wurde Buchardt dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg entzogen und vom militärischen Geheimdienst der USA (CIC) in Sicherheit gebracht.“

Von den anderen SS-Einsatzgruppen-Leitern wurden etliche (aber nicht alle) in Nürnberg zum Tode verurteilt und gehenkt. Vor Loftus hatte der Historiker Prof. Dallin das Archiv durchforstet und eine Kopie dieses Dokuments erhalten. Diese verglich Loftus mit dem Originalmanuskript der CIC. Zusätzlich hat er das Original von Buchardt mit unveröffentlichten, geheimen EG-Berichten und Mikrofilm-Aufzeichnungen verglichen, auf denen Nazi-Dokumente gespeichert sind, die Ukraine und Weißrussland betreffen.

Er hatte auch unbeschränkten Zugang zu der -immer noch als geheim eingestuften – umfangreichen, eigenen Dokumentensammlung der OUN-B, die Mykola Lebed dem amerikanischen Militärgeheimdienst 1945 übergab. Deswegen ist er in der Lage, die Echtheit des Buchardt-Manuskripts zu bestätigen.

Loftus reagiert mit dem Fax auf heftige Proteste gebürtiger Ukrainer in Australien, die die faschistische Gesinnung und Nazi-Kollaboration der OUN kategorisch bestreiten. Er schreibt dazu:

“Ich finde es amüsant, dass die Nazi-Ideologie der OUN von diesen Leuten bestritten wird. Buchardt bestätigt, dass die OUN schon vor 1933 geheimen Kontakt mit Nazi-Größen hatte und zwar durch einen Mann namens Konowalets, der Anführer einer extremistischen Nationalistenorganisation war, die angeblich von emigrierten Ukrainern in den USA, Canada und Australien finanziell unterstützt wurde. Sie entwickelte subversive und verschwörerische Aktivitäten und schreckte auch vor Gewalttaten nicht zurück.

Admiral Canaris, Chef der Abwehr, notierte in seinem Tagebuch dazu, dass er vorhabe, die OUN für die „Auslöschung der Juden und Polen“ zu benutzen (Dokumente der Nürnberger Prozesse 1047-PE). Buchardt bestätigt, dass diese Pläne auch ausgeführt wurden (Seite 158 des Manuskripts).

Die Effektivität der Zusammenarbeit zwischen den Deutschen (vor allem der Geheimdienste) und der OUN wurde beim Angriff auf Polen sichtbar, als die OUN „Dienste aller Art“ in den ukrainisch dominierten Gebieten Polens leistete. Nachdem die OUN ihre Ergebenheit gegenüber der Nazi-Ideologie bewiesen hatte, wurde sie weiterhin von der Abwehr gefördert, weil man die Absicht hatte, ihre Netzwerke für die Operation Barbarossa zu nutzen. Angespornt durch diese Unterstützung wurde die OUN-Führung immer radikaler und es kam zu einer Spaltung: die älteren Mitglieder (ehemalige Offiziere) verließen die Organisation und bildeten unter Melnyk die OUN-M, während die jüngeren, extremistischen Anhänger sich unter Stefan Bandera zur OUN-B formierten.

Fritz BuchardtNach den Angaben von Buchardt (Bild) bereitete sich die Bandera Gruppe weiter auf die Operation Barbarossa vor (1940-1941): „ Die OUN war für die Vorbereitung des Russlandfeldzugs schon vielfach eingesetzt worden, besonders von der Abwehr. Die Zusammenarbeit wurde weiter vertieft und nach dem Angriff auf die Sowjetunion spielte die OUN-B eine neue, unheimlichere Rolle. Zum ersten Mal bestätigt Buchardt dann, dass die OUN für die Auswahl lokaler Kollaborateure zuständig war, die für Verwaltungs- und Sicherheitsaufgaben im Rahmen der deutschen Besatzung herangezogen wurde.“

Während Bandera in seiner Verblendung das wohl als Auszeichnung sah, waren die Gründe dafür ziemlich profan: man hatte einfach nicht genug deutsches „Personal“ und musste deshalb auf Einheimische zurückgreifen. Diese entsprechend zu „preparieren“ bzw. zu selektieren, war eine zentrale Aufgabe der OUN, dazu gehörte natürlich auch die „Pazifizierung“ von Ukrainern, die erkannten, dass die deutsche Besatzung um keinen Deut besser war, als die sowjetische und deshalb eine Kooperation mit diesen Verbrechern mit echten, „nationalistischen“ Gefühlen unvereinbar war.

„Mykola Lebed war innerhalb der OUN-B verantwortlich für die „Innere Sicherheit“ (á la Gestapo) und half den Nazis dabei, ausgewählte OUN-Mitglieder als Polizisten zu rekrutieren. Er gab seine Akten später den amerikanischen Geheimdiensten, inklusive “Background-checks“ von tausenden OUN-Leuten und ihren Posten in den „Sicherheitsbehörden“ der Nazis.

Buchardt gibt zu, dass diese einheimischen „Polizeieinheiten“ Angst und Schrecken („feelings of terror“ in den besetzten Gebieten verbreiteten und zwar über das hinausgehend, was (O-Ton Buchardt): „ schon der erste Kontakt mit der Besatzungsmacht (das organisatorische Chaos, die willkürlichen Gewaltakte, die ersten Erschießungen der Juden …) an Misstrauen, Hass und Abscheu erzeugt hatte“.

Lebed hat also keine Mühe gescheut, Landsleute einzuschüchtern, zu terrorisieren und umzubringen, wenn es die „Sicherheit“ erforderte. Polen und Juden wurden (als „Eindringlinge“ in der Ukraine quasi selbstverständlich) zu tausenden gefoltert und massakriert, doch eben auch Ukrainer, die sich dem totalitären Wahnsinn der OUN nicht ausliefern wollten.

Ukrainische Nation – Wisse! Moskau, Polen, Ungarn, Juden – das sind deine Feinde. Zerstöre Sie!”

(Aufruf Banderas auf einem Plakat der OUN, 1941 – nach dem Einmarsch der Wehrmacht)

Buchardt bestätigt die Darstellung von Professor Dallin, dass „während der folgenden Tage die Anhänger Banderas (sowie das Nachtigall Regiment) große Initiative zeigten, wenn es darum ging, Säuberungen und Pogrome durchzuführen.“

SS-Dokumente, in denen die Gewaltexzesse der OUN dokumentiert sind, wurden vom militärischen Geheimdienst der US-Armee als streng geheim eingestuft, um ihre Rolle zu verschleiern. In einem Einsatzgruppenbericht vom 13.Juli 1941 heißt es, dass die OUN-M (in ihrem Eifer, die Rivalen der OUN-B an Enthusiasmus für „Säuberungen“ als perfider Akt der nationalen „Selbstverteidigung“ noch zu übertreffen) Hitler versprochen hatte, „ganz Europa von den Juden zu befreien“.

Loftus schreibt weiter, dass Jaroslav Stetsko {nach der voreiligen OUN-Proklamation der „Unabhängigkeit“ der Ukraine am 30.Juni 1941 zum ad hoc „Premierminister“ ernannt] in einer seiner ersten Regierungshandlungen zur „Eliminierung der Jüdisch-Bolschewistischen Bedrohung“ aufgerufen hat. Die Ermordung der Juden war offizielle Politik beider OUN-Faktionen. Die Nazis verfolgten die gleiche Politik in allen Ländern, die sie überfielen: baue eine einheimische Truppe auf, die im Untergrund „Freiwillige“ für die Durchführung der Massenexekutionen rekrutiert.

Die Art dieser „Sicherheitsaufgaben“ sei in deutschen Gerichtsakten dokumentiert, aus denen hervorgehe, dass Ukrainische Polizeieinheiten systematischen Massenmord begangen haben. Das Simon Wiesenthal Center habe darüber hinaus einen der Kommandeure identifiziert, die die Massaker von Babi Yar beaufsichtigt haben.

Den lautstarken Protesten ukrainischer Historiker, all das könne nicht wahr sein, weil die wichtigsten Führer der OUN im Juli 1941 von den Nazis verhaftet wurden (als Folge der proklamierten „Wiederauferstehung“ des Staates am 30.Juni), erteilt Loftus nach seinen intensiven Recherchen eine klare Absage:

UPA-emblem„Die Führer der OUN wurden nur vorübergehend festgenommen und einige von Stetskos „Polizisten“ entfernt, doch im Großen und Ganzen blieb die von der OUN dominierte Polizei nicht nur intakt, sondern wurde auch noch zwischen 1941-42 auch noch zu selbständigen Einheiten ausgebaut. Die OUN-B baute einen eigenen militärischen Arm auf, die UPA und tausende junge Männer meldeten sich „freiwillig“ dafür, wie Buchardt notiert“ um der Deportation nach Deutschland als Zwangsarbeiter zu entgehen“.

Diese Gruppen versteckten sich in den Wäldern und versetzten durch ihre Brutalität und Gesetzlosigkeit die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Weil die UPA immer mehr Zulauf bekam und letztlich unberechenbar war, wurde nach Angaben von Buchardt, die grandiose Idee geboren, eine ukrainische Waffen-SS Einheit zu bilden (natürlich auch, um „deutsches Blut“ zu sparen). Dr. Otto Wächter, der neue „Gouverneur“ von Galizien seit Ende 1942, wurde als „Freund“ der Ukrainer präsentiert der die Selbstverwaltung stärken wollte usw. Wegen seiner guten Beziehungen zu Himmler gab dieser schließlich die Zustimmung für die SS Division-Galizien (die aber an der Front völlig versagte).

DR. FRANKENSTEIN UND SEINE MONSTER

Lebed ist Organisator der ethnischen Säuberungen in Wolhynien (Rzeź wołyńska / Волинська трагедія, die im Jahr 1943 begannen, bei der 100.000 (nach manchen Angaben bis zu 200.000) Polen auf grauenvolle Weise von UPA-Einheiten ermordet wurden. 1944 wurden diese organisierten Massenmorde in Ost-Galizien fortgesetzt. Etwa 500.000 weitere Polen wurden durch den Terror vertrieben.

Nach der ersten Welle von Massakern versuchte die polnische Exilregierung mit der UPA zu verhandeln. Doch die Unterhändler wurden gefangengenommen, gefoltert und am 10. Juli 1943 ermordet.

Am Tag danach, ging das große Abschlachten erst richtig los: UPA Einheiten marschierten von Dorf zu Dorf und verübten ein Massaker nach dem anderen. Die Morde waren kaltblütig geplant, die Dorfbewohner hatten so gut wie keine Chance zu entkommen. Um drei Uhr nachts begannen die Angriffe, nach den unglaublich grausamen Tötungen (samt Folter) wurden die Dörfer niedergebrannt.

Die wenigen Überlebenden sagten aus, die ethnischen Säuberungen seien gut geplant gewesen: wenige Tage vorher fanden Versammlungen statt, in denen die UPA-Anführer den Bewohnern einhämmerten, es sei „notwendig“ die Polen auszuradieren. Hier einige Beispiele für die systemischen Massenmorde:

  • In Gurow überlebten 70 von 480 Einwohnern;
  • in Orzeszyn wurden 306 von 340 Polen ermordet
  • in Sadowa: 20 Überlebende von 600 Einwohnern
  • in Gaj wurden 600 Menschen massakriert

BLUTIGE OSTERN – MÖRDERISCHE WEIHNACHTEN (die UPA griff gerne an kirchlichen Feiertagen an)

“Hiding in the forest, we saw Ukrainians who came on carts in a large group plundering the houses set on fire, loading the loot onto the carts and cruelly torturing our long-time neighbours, tying them to trees, cutting off their limbs, shooting or burning them”.

Die unmenschliche Brutalität und Grausamkeit der UPA Einheiten drehen einem den Magen um. Egal ob es sich um Frauen, Kinder, Greise oder andere, hilflose Personen handelte, die Opfer wurden meistens zu Tode gefoltert. Es gibt Dokumente, in denen 135 Methoden des Folterns / Tötens geschildert werden – das ist eine unvorstellbare Orgie des Hasses und ich frage mich, ob man diesen Männern nicht auch Drogen verabreicht hat, damit sie dazu fähig waren (die Indokrination muss jedenfalls enorm gewesen sein).

uon-b massacreMehrere Historiker (wie z.B. der Zeitzeuge Wladyslaw Filar)beschreiben diese grauenvollen Verbrechen so:

  • Kirchen wurden mit der anwesenden Gemeinde niedergebrannt. Römisch-katholische Priester wurden mit Beilen enthauptet oder ans Kreuz geschlagen.
  • Entlegene Farmen wurden von Banden angegriffen, die mit Küchenmessern, Sicheln und Heugabeln auf die Bewohner losgingen (die nicht selten vorher noch von Priestern „geweiht“ wurden
  • Hälse wurden durchgeschnitten, schwangere Frauen mit Bajonetten aufgespießt. Kinder wurden in zwei Stücke zerteilt oder mit Stacheldraht an Bäumen als „polnische Kinder-Kränze“ aufgehängt (daran war ein Schild befestigt mit dem Satz: Das ist für die Freiheit der Ukraine notwendig).
  • Ohren und Nasen wurden abgeschnitten, Augen ausgestochen (vor dem Tod),
  • Zeitzeugen und Fotos belegen, dass die grausam verstümmelten Opfer nicht immer verbrannt oder verscharrt, sondern zur Schau gestellt wurden, damit die noch lebenden Polen angesichts des Terrors garantiert flüchteten.

13 Lutsk 3 children aged 2-5In Ostrowski (Volyn) wurden am 30. August 1943 von der UPA 438 Polen ermordet, darunter 246 Kinder unter 14. Danach durften die lokalen ukrainischen Kollaborateure den Besitz der Opfer plündern. Am gleichen Tag wurden 529 Polen im Nachbardorf Wola Ostrowiecka massakriert, darunter 220 Kinder. Die „Aktionen” waren professionell geplant und ausgeführt: das Dorf wurde zuerst von bewaffneten Einheiten umstellt, dann wurde den Polen befohlen, sich im Schulgebäude zu versammeln – unter dem Vorwand, man werde beraten, wie man die Deutschen am besten bekämpfen könne. Die Männer und Jungen wurden zuerst liquidiert, dann die Frauen und Mädchen bis zu den Kleinkindern. Dann kamen „deutsche Soldaten“ an, um „die Lage zu prüfen“. Nach ihrer Abfahrt riefen die Ukrainer in polnischer Sprache laut, dass die „Gefahr jetzt vorbei“ sei. Polen, die danach aus ihren Verstecken kamen, wurden ebenfalls getötet (nicht selten eingesperrt und dann wurde das Gebäude angezündet).

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fuhren polnische Überlebende bzw. deren Angehörige im Jahr 1990 nach Ostrovsky, um dort Bewohner des Nachbardorfes Sokil zu treffen. Doch niemand von den Ukrainern wollte darüber reden. Ein Überlebender (damals 13) sagte aus, dass viele Opfer (auch Kinder) durch Hämmer und Äxte getötet wurden. Ein anderer Zeitzeuge erzählte, dass die UPA/UIA den Kindern anfangs sogar Süßigkeiten schenkten und den Polen sagten, es gäbe keinen Grund zur Beunruhigung. Im August 1992 wurde ein Massengrab mit 330 Leichen in Ostrovsky ausgehoben.

testimony 2Alleine im Juli 1943 wurden rund 170 Dörfer und Gemeinden Opfer dieser Massenmorde, die gut „organisiert“ und genau geplant waren. Auch ukrainische Bauern wurden dafür indoktriniert und bildeten eigene Einheiten (genannt „Selbstverteidigungsgruppen“). In gemischten Dörfern wurde den Ukrainern eine materielle Belohnung in Aussicht gestellt, wenn sie an den Angriffen teilnehmen oder vom „Gestapo-Sicherheitsdienst“ der UPA, Sluzhba Bezbeky dazu „ermutigt“ vorher zu fliehen, mit der Drohung, dass alle im Dorf verbliebenen Einwohner bei Anbruch der Dämmerung ermordet werden. Dennoch haben viele Ukrainer den Polen geholfen und auch Überlebende der Massaker aufgenommen. Wer denunziert oder anderweitig “erwischt” wurde, musste mit grausamer Bestrafung rechnen.

Auch in Galizien wurde Ende 1943 bzw. Anfang 1944 eine solche Schreckensherrschaft der ukrainischen „Nationalisten“ ausgeübt. Die UPA/ OUN übte also ein wahres Terrorregime aus und zwar gegen alle, die nicht ihre politische Ideologie teilten – auch ihre ukrainischen Volksgenossen.Die OUN hatte 1929 ihre „1o Gebote des ukrainischen Nationalisten“ verkündet, an die sich alle Mitglieder zu halten hatten, darin hieß es:

„Zögere nicht, die gefährlichsten Taten zu begehen und „Behandle die Feinde deines Volkes mit Hass und Skrupellosigkeit!“

Die Schilderungen der Überlebenden (meistens Kinder, die die Ermordung u. Verstümmelung ihrer Eltern und Angehörigen mitansehen mussten und selbst verletzt wurden) sind sehr schwer zu ertragen, aber notwendig, damit wir in der Lage sind, zu verstehen, was damals wirklich passiert ist und welche Monster hier für politische Zwecke „herangezüchtet“ wurden.

Volnya massacresDie Fotos der Opfer sind ein echter Horror, aber sie machen uns bewusst, wie ungeheuerlich es ist, die Verantwortlichen dieses Wahnsinns vor Strafverfolgung zu schützen und dann auch noch jahrzehntelang (von der CIA finanziertes) Propagandamaterial zu verbreiten, in dem sie als heroische Kämpfer gegen Nazis und Russen dargestellt werden.

DAS VIERTE REICH (begann 1945 …)

Während Lebed, der „bekannte Sadist“ (lt. CIC Bericht 1947) und viele andere Kriegsverbrecher von der CIA umsorgt wurden, hat Stefan Bandera bei der britischen SIS / MI6 und später dem „Gehlen“-BND freundliche Aufnahme gefunden. Dass der angebliche Kämpfer gegen die deutsche Besatzung nach dem Krieg ausgerechnet nach München geht, (wo seine SS-Freunde ihn schon erwarteten) hätte schon Empörung auslösen müssen.

Das „Reichssicherheitshaupt“ (RSHA) mag in Berlin zerstört worden sein, aber es wurde in Washington quasi wieder aufgebaut und heißt dort „NSA“. Tausende Nazis wurden über die „Ratline“ des Vatikans aus Europa geschleust, wo sie neue Netzwerke bildeten und vor allem in Lateinamerika für den Aufbau der brutalen Militärdiktaturen eine wichtige Rolle spielten. Andere bildeten den Kern für das „Gladio“-Netzwerk der NATO, das für zahlreiche Terroranschläge in Europa benutzt wurde, um einen Linksruck zu verhindern und die Kommunisten zu dämonisieren.

Die Früchte dieser großangelegten Täuschung (Amerikas Regierung „bekämpft“ Faschismus) sehen wir ja heute in der Ukraine, wo Neo-Nazis sogar in der „Regierung“ sitzen, für „Sicherheit“ zuständig sind und sich mit anderen faschistischen Gruppen vernetzt haben. Doch anstatt diesen Skandal anzuprangern, ist unsere Schafspresse damit beschäftigt, die hysterischen „Briefings“ des State Departments zu verbreiten, in dem Putin bzw. Russland als die Inkarnation des Bösen hingestellt wird.

Eine unerträgliche Schande, die mit Journalismus geschweige denn Pressefreiheit, nichts mehr zu tun hat.

Im Vorwort eines Buches von John Loftus steht: „Forget the news. This is not news, it is sway.“

Was tun wir dagegen?

 

 

 

 

http://www.stephenhalbrook.com/law_review_articles/sunrise.pdf

Ukraine (5): Crime and Punishment

the new democrats 2

1945 endete der zweite Weltkrieg und der dritte begann.“

Vincent Vinciguerra, (verurteiltes) Mitglied der faschistischen Untergrundbewegung Ordine Nuovo in Italien – in einer BBC-Dokumentation über das geheime Terrornetzwerk „Gladio“

(Was er damit meinte – und was das mit den Neo-Nazis in der Ukraine zu tun hat – wird hoffentlich beim Lesen dieses Blogs deutlich ..)

Im Osten der Ukraine (in den Industriegebieten, wo es eine russische Mehrheit gibt) ist also eine Separatistenbewegung entstanden, die sich weigert, die Legitimität der neuen „Regierung“ in Kiew anzuerkennen und sich zu Russland bekennt. Das kann doch nur wieder eines bedeuten: der böse Putin hat im Untergrund politische Intrigen geschmiedet, um die Ukraine zu „destabilisieren“. Dazu US-Außenminister John Kerry:

“What we see from Russia is an illegal and illegitimate effort to destabilize a sovereign state and create a contrived crisis with paid operatives across an international boundary”

Ja Leute, die russische „Aggression“ soll uns wieder vor Augen geführt werden, doch man muss schon völlig blind sein, um nicht zu erkennen, wer hier der Aggressor ist – sicher nicht Russland.

Lektion 1: „AMERICAN VALUES“

Wenn jemand der absolute Weltmeister in der subversiven „Destabilisierung eines souveränen Staates und dem Herbeiführen einer künstlichen Krise ist“, dann ist es klar und deutlich die USA selbst. Die besten Beweise dafür liefern Untersuchungsausschüsse des US-Senats über die kriminellen Aktivitäten der CIA (wie der Church Report) und die Bücher und Interviews der CIA-„whistleblower“, wie Philip Agee oder John Stockwell.

democracyAgee weist im Interview auch darauf hin, dass seit Ronald Reagan hinter der Fassade der „Demokratieförderung“ private Organisationen dazu benutzt werden, unerwünschte Regierungen zu Fall zu bringen oder ihre Wahl zu verhindern (siehe dazu Teil 1: Große Fata Maidana).

Die verfassungswidrige, gewaltsame Entfernung eines korrupten, aber demokratisch gewählten Präsidenten kommt bei den Wählern eben gar nicht gut an. Die Drangsalierung der Russen bzw. Einschüchterung politisch Andersdenkender durch Neo-Nazis aus Galizien noch viel weniger, deshalb ist es kein Wunder, dass im Osten der Ukraine das politische Fass übergelaufen ist.

Angesichts der historischen Fakten (mit welchen „speziellen Werkzeugen“ die USA seit Jahrzehnten ihre inoffizielle Außenpolitik betreiben) können die von Kerry angesprochenen „ Destabilisierungsaktionen“ – die natürlich eine Welle der moralischen Empörung generieren soll – nur auf eine Weise interpretiert werden: massive Projektion zur Entlastung des eigenen Gewissens bzw. Rechtfertigung der eigenen Verbrechen gegen den politischen Gegner.

Dieser totalitäre „group-think“, den Philosophieprofessor John McMurtry schon seit Jahren treffend analysiert führt dazu, dass die USA (als größter Schurkenstaat auf diesem Planeten) sich weiterhin als moralische Autorität gebärden kann – unterstützt von unserer Papageien-Journaille.

William Blum hat es einfacher formuliert:

„Die Amerikaner sind wie Kinder eines Mafia-Bosses, die nicht wissen, was ihr Vater beruflich macht“

Wie immer funktioniert die Dämonisierung Russlands in den Medien nur dann, wenn man die Ereignisse in der Ukraine aus dem politischen Kontext isoliert und gewisse Umstände einfach nicht erwähnt. Stattdessen werden negative Emotionen geschürt, die der von Washington designierte „neue Hitler“ (derzeit Putin) bei den Zuschauern auslösen soll.

WAS HAT DIE LEUTE IM OSTEN SO AUFGEBRACHT?

Das illegitime Regime, das nach der großen Fata Maidana an die Macht kam, ernannte per Dekret zwei neue Regionalminister für die Industriegebiete im Osten und Süden, deren Qualifikation darin bestand, dass sie beide zu den reichsten Männern der Ukraine gehören:

Zwei Oligarchen (also genau die Leute, gegen die sich der echte Protest eigentlich richtete) wurden den Ukrainern als Regionalminister vor die Nase gesetzt: Sergei Taruta in Donetsk und Ihor Kolomoyskiy in Dnipropetrovsk. Sie lassen pro-russische Agitatoren verhaften und begehen andere Formen von Machtmissbrauch. Yury Noyevy von der Svoboda Partei gab offen zu, dass die EU-Integration nur ein Vorwand sei, in Wahrheit gehe es darum „die Brücken zu Russland abzubrechen“ (was sich die Ukraine aber wirtschaftlich gar nicht leisten kann – es wäre ein Schuss ins eigene Knie …)

Übrigens Yatseniuk (Washingtons und „Fuck-the-EU Nulands“ Wunschkandidat) ist – wie Juschtschenko vor ihm – ein Banker, der in den USA auf neo-liberale Politik „geeicht wurde …(es geht auch das Gerücht, er sei Mitglied von Scientology …)

Lektion 2: “EUROPEAN VALUES” 

vitrenkoDr. Natalia Vitrenko, Vorsitzende der Progressiven Sozialistischen Partei in der Ukraine veröffentlichte Ende Februar folgendes Statement: (englische Übersetzung von Dr. Webster Tarpley)

(Hier ein ähnlicher Vortrag mit deutscher Übersetzung)

[…] Am 22. Februar wurde in Kiew ein Neo-Nazi Coup mit Waffengewalt ausgeführt, bei dem die Verfassung, das Völkerrecht und die „europäischen Werte“ mit Füßen getreten wurden. Washington und Brüssel – die der Welt die Ereignisse des“Euromaidan“ als gewaltfreien Widerstand des ukrainischen Volkes präsentierten, das sich „für Europa“ und seine Werte entschieden habe – sollten nun eingestehen, dass das ukrainische Volk gar nichts davon bekommen hat. [Stattdessen] wurde ein Nazi-Putsch von Aufständischen, Terroristen und Politikern des „Euromaidan“ ausgeführt, um die geopolitischen Interessen des Westens zu bedienen.

Welche unwiderlegbaren Fakten sprechen dafür?

  1. Der Regierungswechsel war verfassungswidrig und widersprach den demokratischen, europäischen Rechtsnormen. Die ukrainische Verfassung gibt dem Parlament keine Ermächtigung, einen amtierenden Präsidenten auf diese Weise auszuschalten, sondern sieht ein klar definiertes Amtsenthebungsverfahren vor.
  2. Die Rada hat ihre gesetzlichen Befugnisse überschritten und Artikel 19 der Verfassung verletzt, indem folgende staatliche Ämter unter „Aufsicht“ gestellt wurden: das Innenministerium, die Sicherheitsbehörden und das Justizministerium. Diese „Überwacher“ wurden installiert, um die politische Gewalt des Euromaidan über die rechtstaatlichen Institutionen zugunsten der Interessen des Westens ausüben zu können.
  3. Das (Rumpf-)Parlament war nicht nur äußerst willig, die militanten Rebellen und Terroristen des Euromaidan zu begnadigen, sondern machte aus ihnen auch noch Helden:. Das bedeutet, dass jene, die Waffengewalt eingesetzt (u. Zivilisten und Polizisten getötet) haben, die Verwaltungsgebäude und Lagerhäuser besetzt und verwüstet haben, die Erpressung und Entführung auf ihrem Gewissen haben, nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Damit wird die Basis für einen repressiven Neo-Nazi Staat geschaffen.

Und Brüssel soll unsere Warnungen hören:

Wir machen euch für all das verantwortlich, was ihr zur Machtübernahme jener politischen Kräfte beigetragen habt, die jetzt dieses totalitäre Nazi-Regime in der Ukraine aufbauen und die damit verbundenen, schweren Verletzungen der zivilen Rechte unserer Mitbürger.

Die USA und die EU sollen wissen, dass diese so ermächtigten Parteien (die Neo-Nazis wie Svoboda und den Rechten Sektor einschließen) die nationale Revolution mit den Parolen „Die Ukraine für die Ukrainer!“, „Ehre der Nation, Tod ihren Feinden“ und „Freunde Moskaus [abwertend: Moskali] und Kommunisten an den Galgen!“ eingeläutet haben. Diese Regierung muss die Verantwortung für alle Rechtsverletzungen und Übergriffe übernehmen.

no democracyRebellen und Extremisten besetzten weiterhin Verwaltungsgebäude und bedrohen lokale Behörden im Süden und Osten der Ukraine. Mit Terrormethoden wurden die Wähler ihrer Rechte beraubt und ihre rechtmäßigen, gewählten Vertreter in kommunalen Regierungen mit Gewalt abgesetzt. Wer sich dagegen wehrte, wurde von bewaffneten para-militärischen Einheiten erschossen, wie z.B. am 22. Februar in Lugansk.“

Aktuelles Beispiel: Auch die Anhänger von “Pravy Sector”, der Hooligan-Ansammlung von Neo-Nazis in der Ukraine, sind nicht untätig, wenn es darum geht, zu demonstrieren welche „Werte“ von nun in der Politik den Ton angeben:

Am 7. April wird das Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Kiewvon rund hundert Pravyi Sector „Aktivisten“ belagert: sie blockieren alle Eingänge um eine Sitzung zu verhindern und installieren eine Bühne und ein Audio System. Von der Polizei ist nichts zu sehen. Einige Richter, die sich im Gebäude befanden, werden von PSA-Leuten herausgezerrt, während andere Mitglieder des obersten Senats am Betreten des Gebäudes gehindert werden.

Nach Augenzeugenberichten haben Männer in Kampfuniform den früheren Justizminister angegriffen. Sie schlugen ihm auf den Kopf und versuchten ihn in Gewahrsam zu nehmen, als er herauskam. Mit dieser massiven Einschüchterung soll die „Säuberung“ der Justiz von allen „anti-ukrainischen“ Elementen (die das neue Regime nicht unterstützen) durchgesetzt werden.

(Zurück zu Dr. Vitrenko):

Paramilitärische Einheiten, die keinerlei verfassungsmäßige Legitimation zur Gewaltausübung haben, gebärden sich heute wie Polizisten in einem rechtlichen Ausnahmezustand: sie blockieren wichtige Straßenzüge, halten Fahrzeuge an um „Kontrollen“ durchzuführen und verlangen die Ausweise der Insassen. Sie „verhaften“ Leute ohne Rechtsgrundlage und haben auch den Eingang zum Flughafen blockiert. All das sind schwere Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und grundlegende Bürgerrechte.

Bereits am 23. Februar haben Vertreter der neuen „Regierung“ die Gründung der „Ukrainischen Nation“ proklamiert: jeder, der die russische Sprache benutzt, soll den Status der ukrainischen „Nationalität“ verlieren und im Hinblick auf zivile und politische Rechte diskriminiert werden.

Auch die Ausstrahlung von Rundfunk- und TV- Programmen aus Russland soll verboten werden, da es sich um „feindliche Propaganda“ handle. Das ist also die Art, wie die neue Regierung die „europäischen Werte“ der Rede- und Pressefreiheit hochhält.

Das Regime hat damit angefangen, Listen von politischen „Feinden“ zu erstellen, die Repressalien ausgesetzt werden sollen. (siehe auch Appendix: Svoboda Parteiprogram )

Quer durch das Land werden Leute gelyncht, geschlagen und mit Steinen beworfen, während unliebsame Mitglieder der Rada Opfer systemischer Einschüchterung werden: lokale Politiker erleben mit Schrecken, wie ihre Familien lebensgefährlichen Drohungen ausgesetzt sind, wenn sie die neuen politischen Machthaber nicht akzeptieren.

Die neuen Machthaber zünden die Büros jener Parteien an, die ihnen nicht wohlgesonnen sind und haben öffentlich angekündigt, dass politische Parteien und Organisationen, die nicht ihre ideologischen Ziele mittragen, mit Strafverfolgung und Parteiverboten zu rechnen haben.“

EU - USWie Martin Schulz in einer Pressekonferenz (im EU-Parlament) mit dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman auf diese Meldungen reagierte, ist hier zu sehen: (Weil sie anderweitig von der EU ignoriert wurden, nutzten Vitrenko und ihre Mitstreiter diese Gelegenheit, um in den Medien auf sich aufmerksam zu machen – ein formaler Verstoß gegen „Regeln“, aber durchaus verständlich)

Auf die konkrete Frage, ob nicht zuerst die radikalen Milizen von Svoboda und Pravyi Sektor) entwaffnet und Neo-Nazi Parteien verboten werden müssten [weil das europäischen Rechtsgrundsätzen geschuldet sei] antwortete Schulz – nachdem er die Äußerung eines „politischen Statements“ in der Pressekonferenz kritisiert hatte -:

„Ich habe keine Absicht, mehr zu sagen als das: Die EU wird alles tun und mit allen reden um eine friedliche, dauerhafte, demokratische Entwicklung in der Ukraine sicherzustellen. Nach meinen Informationen wurde auch Svoboda in die Gespräche miteinbezogen. Wenn das Neo-Nazis sind, habe ich nichts zu sagen außer: Ich nehme ihre Anschuldigen ernst und werde sie prüfen, aber im Moment glaube ich, wir müssen alle einschließen, um eine friedliche Lösung zu finden.“

(Und dann wundert man sich, warum an den „Europawahlen“ so wenig Interesse besteht … bei solchen Leuten …. Was ist bloß aus der SPD geworden, die 1933 als einzige Partei den Ermächtigungsgesetzen Hitlers nicht zugestimmt hat …?!)

Dr. Vitrenko spricht auch den Religionskrieg an, der sich (in unseren Medien unsichtbar) in der Ukraine im Hintergrund abzeichnet:

„Die Milizen des Euromaidan nehmen Heiligenschreine der russisch-orthodoxen Kirche in Besitz mit der Absicht, sie an Mitglieder des renitenten Klerus zu übertragen und letztlich alle ukrainischen Kirchen (die dem Patriarch von Moskau unterstehen) zum Vatikan zu überführen.“

Und so hört sich die “Sonntagspredigt” dieser Tage in der Ukraine an: Mykhailo Arsenych, von der “Uniat-kirche“ in Ivano-Frankovsk:

“ Wir sind bereit für eine Revolution!“ Die einzig wirksame Methode zu kämpfen ist Terror und Mord! Wir müssen sichergehen, dass keine Chinesen, Neger, Juden oder Moskali (Russen) morgen zu uns kommen, um unser Land zu stehlen!

Abschließend noch einmal Dr. Vitrenko:

Im Namen der UPSP erklären wir, dass wir die Legitimität der neuen ukrainischen Amtsgewalt nicht anerkennen, die durch einen Putsch an die Macht gekommen ist.

Wir verurteilen die weitreichende Verletzung der Rechte und Freiheiten der ukrainischen Bürger nach nationalen, ethnischen, kulturellen und politischen Grundsätzen.

NATO cartoon2Wir appellieren an das Europäische Parlament und den UN-Sicherheitsrat, sofort in die Vorgänge in der Ukraine zu intervenieren um die Rechte unserer Bürger zu schützen und um die Entfesselung des Dritten Weltkrieges auf dem eurasischen Kontinent zu stoppen.“

Lektion 3: „EURO-MAIDAN“ VALUES

Am 25. Jänner 2014 schrieben 29 politische und zivile Führungspersönlichkeiten einen offenen Brief an den UN-Generalsekretär, den US-Kongres und die wichtigsten Entscheidungsträger in der EU, um gegen die Unterstützung des Westens für den faschistischen Coup in der Ukraine zu protestieren.

Die Verfasser (darunter auch Dr. Vitrenko) betonten, dass die treibenden Kräfte des „Euromaidan“ offen Nazi-Symbole zur Schau stellen, rassistische Hetzparolen von sich geben und Kriegsverbrecher glorifizieren und stellten diese Fragen an die nebulose „Staatengemeinschaft“:

  • Haben die UN, die EU und die USA aufgehört, die Charta und die Urteile der Nürnberger Prozesse anzuerkennen, nach denen die Nazis des Dritten Reiches verurteilt wurden?
  • Sind Menschenrechte nicht länger die Basis für gesetzliche Normen in diesen Ländern?
  • Wird die Verehrung der ukrainischen Nationalisten für Hitler und seine Massenmorde jetzt als „demokratische“ Gesinnung dargestellt?

Die tragikomische Seite dieses (sehr ernsten) Briefes ist nicht zu übersehen:

1 dollarDie zu Recht aufgebrachten ukrainischen Verfasser dieser Petition bitten genau jene um Hilfe, die ihnen die braune Suppe eingebrockt haben und rühren damit an die Wurzel des Übels:

1 swastikaDie unglaubliche Show, die die westlichen Regierungen seit Jahren abziehen, um den Schein der „demokratischen Werte“ zu wahren, die angeblich die Basis unserer „zivilisierten“ Gesellschaft sind. Doch der kapitalistische Kaiser ist nackt, auch wenn alle seine schönen Kleider bewundern (die o.a. Reaktion von Martin Schulz spricht ja Bände ….)

BLINDENVERBAND EU: Blind Obedience to „Free Trade“

An den Protesten des „Euromaidan“ waren von Anfang an Neo-Nazis beteiligt und man bediente sich natürlich auch bei der „unterste Lade“ der indoktrinierten Fanatiker: Fußball-Hooligans und brutalisierte Veteranen aus den Kriegen in Afghanistan und Tschetschenien.

Nach Angaben von Oleh Tsaryov (Mitglied der Partei von Präsident Janukowitsch) kamen 350 dieser CIA-Kampfroboter im Jänner 2014 aus Syrien zurück, wo sie Seite an Seite mit syrischen „Rebellen“ gekämpft hatten – Al Nusra und ISIS inkludiert. (Wie politische Gegner wie Tsaryov von den Anhängern der Neo-Nazis behandelt werden, zeigt dieses Video: er wurde zuerst beschimpft, dann körperlich attackiert)

Es kam mehrfach zu gewaltsamen Übergriffen der „Aktivisten“ auf die Polizei, die mit Stöcken, Ketten, Pfeffersprays und Molotov-Cocktails attackiert wurde (sich aber weitgehend passiv verhielt) – siehe dazu das Video von Natalia Vitrenko (aus dem Vortrag mit englischer Übersetzung). Laut Vitrenko passierte folgendes:

Um zwei Uhr nachts (Ende November 2013) wurde die Demonstration plötzlich von den Veranstaltern offiziell aufgelöst, die Mikrofone abgebaut, tausende gingen nach Hause. Nur einige hundert blieben auf dem Platz. Dann kamen maskierte „Berkut-Polizisten“ (Wer schickte sie und waren sie überhaupt echt?) und schlugen brutal auf die restlichen Randalierer ein. „Zufällig“ waren zu diesem Zeitpunkt die großen TV-Sender vor Ort und hatten ihre Kameras an den optimalen Stellen aufgebaut, sodass diese Bilder binnen kurzer Zeit rund um den Globus gingen und die gewünschte „Welle der Empörung“ auslösten.

police burningDass unbewaffnete Polizisten mit Molotov-Cocktails beworfen wurden (einige wurden davon in Brand gesetzt), andere zusammengeschlagen, ja ihnen sogar (bei späteren Zusammenstößen) die Augen ausgestochen, bzw. sie gelyncht wurden, davon weiß die Hof-Presse Washingtons nichts.

Die fanatischen Horden stürmten auch das Büro des Bürgermeisters in Kiew und erklärten das Gebäude zur „Revolutionszentrale“. Gleichzeitig marschierten die Anhänger der „sozial-nationalistischen“ Partei der „Freiheit“, Svoboda unter dem schwarz-roten Banner der OUN-B grölend durch die Straßen, um ihrem großen „Nationalhelden“, dem Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher Stepan Bandera zu huldigen. Banderas Einheiten zeichneten sich durch Übelkeit-erregende Grausamkeiten aus, als sie dem Dritten Reich bei der „Säuberung“ des Landes von unerwünschten Gruppen zu Diensten waren. Vor allem Juden und Polen wurden zu tausenden massakriert, um die eigenen, kranken Vorstellungen der „ethnischen Reinheit“ der Nation in die Tat umzusetzen.

our old and new heroes(Über Banderas schockierende „Nachkriegs-Karriere“ in Deutschland müsste man einen Roman schreiben). Für den Augenblick genügt es festzuhalten: Es sind die geistige Hinterlassenschaft (von Bandera und Lebed) bzw. die darauf beruhenden Netzwerke, die in den Nachkriegsjahren von den US-UK Geheimdiensten (und dem „Gehlen“-BND) geschaffen wurden, aus denen die Neo-Nazis in der Ukraine hervorgegangen sind.

Banderas Schlachtruf „Die Ukraine für die Ukrainer!“ findet ihren Widerhall in den Parolen von Svoboda Anführer Oleh Tyanybok, der trotz eindeutiger „brauner“ Gesinnung von führenden Politikern der EU sowie der USA für salonfähig erklärt wurde – solchen Leuten schütteln unsere Politiker also heute die Hand und wollen „Dialoge“ mit ihnen führen, während Staatsmänner wie Putin rund um die Uhr dämonisiert werden.

Wie heißt es doch? Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte …

white power symbolsPravy Sektor benutzt nicht nur NS-/Bandera Abzeichen sondern auch Symbole der „Vorherrschaft der weißen Rasse“ (white supremacists) wie die „14“: sie steht für die 14 Worte des Anführers der US-Terrorgruppe „The Order“: „Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft für unsere weißen Kinder sichern“. („88” steht für die Initialen von “Heil Hitler”, dem 8. Buchstaben des Alphabets) Übrigens, während Putin als homophober Diktator denunziert wird, machen diese Leute natürlich kurzen Prozess mit „abartigen“ Leuten wie Homosexuellen oder Transsexuellen – aber darüber spricht man hier nicht.

Parteichef Dmitry Yarosh spricht in diesem Zusammenhang (wie der Ehe gleichgeschlechtlicher Partner) von “Degeneration” und „totalitärem Liberalismus“ und mahnt traditionelle „nationale Moral und Familienwerte“ an (klingt wie das Echo der „Tea Party“ Republikaner in den USA, oder?)

Die “Shock-Truppen” des Pravy Sektor haben mehrfach Politiker und Beamte eingeschüchtert und bedroht, um ihre Forderungen durchzusetzen. So erzählte Alla Ivoylovoy, der stellvertretende Vorsitzende der URP in Volyn: „Sie haben mich und meine Familie bedroht, sind bewaffnet in verschiedenen Ämtern erschienen und verlangten die Entlassung der obersten Beamten (die politische „Säuberung“ beginnt).

Andere bewaffnete Extremisten seien in die Wohnungen der Parteimitglieder eingedrungen und hätten eine Liste von Aktivisten verlangt, die an „Anti-Maidan-Protesten“ teilgenommen hätten (ja, die gab es auch, wurden aber bei uns ignoriert). Die kommunistische Partei ist ebenfalls Opfer von Repressalien geworden: das Haus des Parteivorsitzenden Pyotr Simonenko wurde angezündet.

Svoboda gab dazu eine Pressemeldung heraus, in er es hieß, man sei über den jüngsten Ausbruch der „anti-kommunistischen Psychose“ und dem Vandalismus besorgt (Statuen von Lenin und Kriegsdenkmale von sowjetische Soldaten, die die Ukraine von den Nazis befreit hatten, wurden zerstört).

Als Ende März der “Sturmbahnführer“ des „Rechten Sektors“ und terrorist for hire, Oleksandr Muzychko – auch bekannt als Sasha Biliy (zuletzt in mehreren Videos unangenehm aufgefallen als Drangsalierer lokaler Politker) ermordet aufgefunden wurde, belagerten seine aufgebrachten Anhänger das Parlament und verlangten die „Auslieferung“ des Innenministers – or else.

muzyco(Muzychko erhielt 1994 den Orden “Held der Nation” für außerordentliche Verdienste im Kampf gegen Russen in Tschetschenien. Seine „Verdienste” bestanden im Wesentlichen darin, russische Einheiten in einen Hinterhalt zu locken um sie dann persönlich zu foltern (inklusive Enthauptung). Nachdem er 1995 in die Ukraine zurückkehrte, wurde er Anführer einer kriminellen Bande in Rovno. Schließlich wurde er angeklagt und zu acht Jahren Haft wegen Entführung und versuchten Mordes eines ukrainischen Geschäftsmannes verurteilt. Nach seiner Entlassung trat er in die Politik ein und fand Gleichgesinnte im Pravy Sektor ..)

Hier sehen wir wie die Neo-Nazi Symbole im Parlament aufgehängt werden:

Da kamen plötzlich besorgte Töne von Catherine Ashton aus Brüssel:

I strongly condemn the pressure by activists of the Right Sector who have surrounded the building of the Verkhovna Rada of Ukraine. Such an intimidation of the parliament is against the democratic principles and rule of law.

  • War das die gleiche Ashton, die Monate zuvor mit dem Neo-Nazi und Rassist Tyanybok lächelnd vor der Kamera posiert hat?
  • Die gleiche Ashton, die stumm blieb, als Oleksandr Turchinov, dem ehemaligen Geheimdienstchef dank dem „Euromaidan“ – verfassungswidrig – legislative und exekutive Macht übertragen wurde?
  • Die gleiche Ashton, die nichts unternahm, als ihr der Außenminister Estlands, Urmas Paet am Telefon sagte, es gäbe klare Hinweise darauf, dass die Scharfschützen aus der Opposition kamen und nicht von der Regierung?

OPPOSITION, EUROPAEISCHE UNION, ASSOZIERUNGSVERTRAG, ASSOZIERUNGSABKOMMEN,Wie lange kann sich de EU noch in die eigene Tasche lügen?

And who the hell is Jerzy Pomianowski?

 

Das schlimmste ist aber, je tiefer man gräbt, um die Wurzeln der europäischen Neo-Nazis (nicht nur) in der Ukraine zu finden, desto stinkender wird der Sumpf …..

70 yrs of using Nazis

 

 

 

 

 

 

APPENDIX: SVOBODA – DAS PARTEIPROGRAMM: „Zum Schutz der Ukrainer“ (Auszüge)

http://svoboda.org.ua/pro-partiyu/prohrama/

Svobodas politisches Credo ist neben dem „Völkischen“ durch einen enormen Hass auf alles Russische und alles Kommunistische gekennzeichnet. Sie verlangt quasi eine „Ent-Kommunisierung“, (a „radical cleanup“ auf der englischen Homepage) in allen staatlichen Strukturen. Das würde bedeuten, alle Staatsangestellten, die schon zu Sowjetzeiten im Amt waren, zu entfernen. Damit macht sich die Partei natürlich bei der älteren Generation in der Ukraine keine Freunde.

Nach dieser gründlichen „Reinigung“ der Behörden sollen die so freigewordenen Stellen mit jungen, „patriotischen“ Fachleuten besetzt werden, die spezielle Seminare über Verwaltungsaufgaben der Regierung absolviert haben.

Zusätzlich verlangt die SNPU die Entfernung aller Gedenkstätten, Straßennamen, etc., die an sowjetische Widerstandskämpfer (gegen die Nazis) erinnern und eine Entschuldigung Russlands für die Verbrechen der UDSSR. (DIESE PROZESSE SIND JA BEREITS IM GANGE)

Das Big Brother Programm der Partei der „Freiheit“ enthält u. a. noch folgende Forderungen:

  • (4) Regierungsbeamte und Kandidaten, die sich für ein politisches Amt bewerben, sollen gezwungen werden, sich einem Lügendetektortest zu unterziehen, bei dem ihre Ehrlichkeit zu Fragen der Korruption, der Spionage und der dualen Staatsbürgerschaft unter die Lupe genommen wird.
  • (5) Das Einkommen von Regierungsbeamten soll ebenso kontrolliert werden, wie ihre Ausgaben (inklusive Familienmitglieder).
  • (6) Neues Strafrechtsprinzip: Je höher die Position, desto größer die Haftung für strafbare Handlungen
  • (7) Die „Nationalität“ muss separat im Reisepass vermerkt sein
  • (8) Öffentliche Kritik an dem von der SNPU propagierten, totalitären Nationalismus, erfüllt den Tatbestand der „Ukrainophobie“ und soll strafrechtlich verfolgt werden
  • (16) Die parlamentarische Immunität für „ökonomische Verbrechen“ und andere Straftaten soll abgeschafft werden, gleichzeitig soll aber jegliche rechtliche Haftung von Abgeordneten für ihre politischen Standpunkte, öffentliche Aussagen usw. verboten werden, außer wenn sie sich gegen den Kanon der SNPU richtet und somit also „anti-ukrainisch“ zu verstehen ist (Welche beiden anderen Länder verwenden diesen Stigma-Begriff sonst noch häufig, um Kritiker zu diskreditieren? Die USA und Israel …)
  • (18) Die Abstimmungen im Parlament sollen durch „Fingerabdruck-Wahlen“ die Identität des Abgeordneten überprüfen
  • (23) Für „moralische“ und materielle Schäden, die durch „rechtswidrige Entscheidungen“ und Handlungen von Behörden entstanden sind, müssen die „Täter“ haften. Die Verluste, die durch ein „falsches Urteil“ hervorgerufen wurden, müssen „auf Kosten des Richters kompensiert werden, der das Fehlurteil gefällt hat.

Quizfrage: Wo sind hier die „europäischen Werte“?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ukraine (4): Goebbels in Galizien

WOHER KOMMEN DIE NAZIS IN DER UKRAINE? WER HAT SIE STARK GEMACHT UND ZU WELCHEM ZWECK?

Nazis Made in USADiese Frage sollte in der Presse an erster Stelle stehen, doch davon ist nicht viel zu sehen. Stattdessen wird weiterhin die Angst vor dem „bösen“ Putin und der „Aggression“ Russlands geschürt und von den geo-politischen Hintergründen im Kontext des US-Imperialismus abgelenkt.

Wir gehen daher selbst auf Spurensuche und dabei hilft uns der schwedische Historiker Dr. Per Anders Rudling. Mit seiner prägnanten Analyse versucht er Antworten auf folgende, wichtige Fragen zu finden:

  • Warum wurde der Nationalismus in der Ukraine (vor allem in Galizien) nach 2004 so extrem und von wem wurde er gefördert?
  • Welches politische Klima hat Svoboda an die Macht gebracht? Welche Ideologie treibt die Partei an?

Rudling profilEr zeigt auf, wie (der selektierte Präsident und „orange-braune“ Freund des Westens) Juschtschenko, seit 2004 das „Management“ der historischen Erinnerung zur Rehabilitation der Ultra-Nationalisten aus den 1930er Jahren benutzt hat. Hier einige Beispiele dafür, wie die Manipulationskampagne – die man nur als systematische Volksverhetzung bezeichnen kann – die nationalistische Stimmung in der Ukraine (vor allem im Westen) so aufheizte, dass die Neo-Nazis immer mehr Zulauf bekamen:

MINISTRY OF TRUTH: Juschtschenko erfindet die Geschichte neu

Kaum im Amt, lancierte der neo-liberale Zentralbanker und „Freund“ der USA, Juschtschenko eine historische Propagandaoffensive, die Goebbels neidisch gemacht hätte. Man könnte aber auch staatlich angeordnete „Geschichtsfälschung“ dazu sagen:

„Er gründete das „Institut für Nationale Erinnerung“, wies den Leuten, die die Archive des ehemaligen KGB verwalten, Propagandaaufgaben zu und unterstützte die Schaffung eines „Museums der Sowjetischen Besatzung“ in Kiew. Volodymyr Viatrovych (VV) wurde zum Verwaltungsdirektor der KGB-Archive ernannt (nun zum Geheimdienst der Ukraine, SBU gehörend). VV kombinierte seine Position als staatlich-ernannter „Erinnerungs-Manager“ mit ultra-nationalen Aktivitäten („ultranational“ ist ein Code-Wort für Neo-Nazis).

"Bandera-Jugend" die Nazis der Zukunft ..

„Bandera-Jugend“ die Nazis der Zukunft ..

Er war Direktor einer OUN-B freundlichen Tarnorganisation (front group), dem „Zentrum für das Studium der Befreiungsbewegung“: staatliche Institutionen verbreiteten nun eine „sterilisierte“ Version der dunkelsten Kapitel der ukrainischen Geschichte, in der die Kollaboration der „ukrainischen Patrioten“ mit den Nazi-Massenmördern schlichtweg totgeschwiegen oder als Akt der Befreiung präsentiert wurde. Stattdessen wurden ihre Anführer als Nationalhelden und Märtyrer mit Heiligenschein dargestellt, die für ihre patriotische Gesinnung viel Unrecht erlitten hatten.

Diese [Lügen-] Konstruktion eines nationalen Mythos unter Juschtschenko hatte zwei tragende Säulen:

  1. Die einseitige Dämonisierung der Sowjetunion (Die Hungersnot 1932-1933 mit 2-3 Millionen Toten, wurde als geplanter Genozid Stalins dargestellt)
  2. Der Heroische Kult Der OUN-B / UPA und ihrer Anführer (was das ist – siehe letzten Beitrag)

Die „Erinnerungsmanager“ stellten der „mörderischen“ Herrschaft der UdSSR das „selbstlose Heldentum“ der OUN-UPA gegenüber und erzeugten so in den Köpfen der indoktrinierten Jugendlichen einen Mythos, der dann auch noch mit göttlicher Gerechtigkeit assoziiert wurde: Das Leiden während der Hungersnot, der tapfere „Widerstand der patriotischen Nationalhelden“ (wie die Nazi-Kollaboration geschönt wurde) und schließlich die „Erlösung“ durch die ausgerufene Unabhängigkeit 1991.

Alles was die finstere Vergangenheit der ukrainischen „Nationalhelden“ in ein schönes, moralisches Licht stellte, wurde somit als „wahre“ Geschichte des Landes präsentiert, während widersprechende Darstellungen anderer Historiker als „sowjetische Märchen“ denunziert wurden. Der SBU-Direktor unter Juschtschenko, Valentyn Nalyvaitschenko, begründete diese Vorgangsweise so: „ … um die ukrainische Geschichte von Lügen und Fälschungen zu befreien“.

Der fanatische Judenhass der OUN und ihre Beteiligung am Holocaust wurden ebenso ignoriert, wie ihre faschistische Ideologie. Die Mitglieder der OUN wurden als demokratische, pluralistische, ja sogar rechtschaffene Erretter der Juden dargestellt …“

Ivan Franko National University_LvivBuchläden in der Ukraine führten häufig „anti-semitische“ Literatur, die den Holocaust leugnet, aber auch in akademischen Kreisen wurde die Grenze zwischen historischer Analyse und Neo-Nazi Propaganda zunehmend unscharf. Die ideologische Infiltration der Universitäten wurde mit „völkischem“ Eifer vorangetrieben. Die Nationale Ivan Franko Universität in Lviv ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Erfolg des akademischen Umerziehungsprogrammes. Sie beschreibt ihre zentrale Aufgabe so:

Die Formung eines ukrainischen, nationalen Selbstbewusstseins und nationaler Würde, die Liebe für die Heimaterde und ukrainische Traditionen, die Ausbildung einer national-bewussten, intellektuellen Elite und die Bewahrung des intellektuellen Gen-Pools der Nation …die Erneuerung der historischen Erinnerung . die Kultivierung der besten Charaktereigenschaften der ukrainischen Mentalität … sowie körperliche und geistige „Abhärtung“ [Kontseptsiia national’noho vykhovannia]

war criminal Bandera our hero

Bandera Bild in einer Parade

Der Höhepunkt von Juschtschenkos „Geschichtspolitik“ war die offizielle Ernennung Stepan Banderas zum „Nationalhelden“. Von Seiten der „liberalen“ Intellektuellen gab es kaum Proteste, einige bestritten die Nazi-Kollaboration der OUN-B und betonten stattdessen die „nationale Solidarität und das idealistische Engagement für gemeinsame Werte und Ziele“.

2010 erklärt das Simon Wiesenthal Center in einer Presseaussendung seine „tiefste Abscheu“ vor der Entscheidung des ukrainischen Präsidenten (Wunschkandidat der USA), den Kriegsverbrecher Bandera posthum zum „Helden der Nation“ zu erklären. Auch das europäische Parlament verurteilt die Ehrung dieses Massenmörders als inkompatibel mit „europäischen Werten“.

N.B. Juschtschenko ist der Mann, der in unseren Schafs-Medien als personifizierte Demokratie im Rahmen der „Orange Revolution“ hochgehalten wurde (bzw. wird), als „Opfer“ russischer Intrigen (PR-Märchen von der Dioxinvergiftung- vom Wiener Krankenhausarzt widerlegt) präsentiert wurde, der 2004 nach angeblich „gefälschten“ vorhergehenden Wahlen (was auch eine PR-Lüge war) zum Präsidenten gewählt wurde und für die „Werte des Westens“ stand.

Dieser Mann hat einen faschistischen Ideologen zum Nationalhelden erhoben und dafür gesorgt, dass die „Orange“ bald sehr braun wurde … Es war jedoch Janukowitsch, (der heute in unseren Medien als autoritärer Mistkerl hingestellt wird und vor den Horden des „Maidan“ flüchten musste), der Bandera den Ehrentitel wieder aberkannte .. Wer ist hier also der Schurke?

Dass unsere „Journ-autisten“ sich routinemäßig als Instrumente der Desinformation und Volksverdummung hergeben, ist ein Skandal, der gar nicht laut genug angeprangert werden kann … „Pressefreiheit“ für Idioten …!

FUN & GAMES: NATIONALISTISCHE „UNTERHALTUNG“ (im Westen der Ukraine)

Wie Hitler im ersten Weltkrieg von der britischen Regierung gelernt hat bzw. richtig erkannte, muss Propaganda immer an das „Zielpublikum“ angepasst werden. Also spezielle Informationsprogramme und „Institute“ für die Intellektuellen und eher die panem et circenses Variante für die (verdummten) Massen. Diesem bewährten Rezept folgten auch die ausländischen PR-Strategen in der Ukraine:

Bandera footballAm 30. Juni 2011, dem 70. Jahrestag der deutschen Invasion, wurde das historische Ereignis in Form eines „Festivals“ nachgestellt: Eltern mit kleinen Kindern begrüßten strahlend und mit Fähnchen in der Hand Männer in SS-Uniformen und bei Fußballspielen in Lviv werden 2010 riesige Transparente mit Banderas Konterfei hochgehalten. „Unser Held“ hat auch posthum erreicht, dass diese Anhänger Lviv (früher: Lemberg) in „Banderstadt“ umbenannt haben.

Nationalistische Rituale und die Instrumentalisierung der historischen „Erinnerung“ erfüllen mittlerweile auch kommerzielle Zwecke, denn die PR-Berater der Neo-Nazis (bzw. ihrer Sponsoren) haben sich mit Unternehmern zusammengetan, um ihre „Geschichte“ auf populäre Art zu verbreiten.

Es gibt seit 2007 ein „Themen-Restaurant“ in Lviv, das Kryivka (Schlupfwinkel – einem Partisanenbunker nachempfunden), das „Deko-Motiv“ ist natürlich die OUN-UPA – patriotisch verklärt. An den Wänden hängen überlebensgroße Bilder von Bandera, auf der Toilette wird der Gast mit Texten von russischen und jüdischen „Anekdoten“ unterhalten. Klopft man an die Tür, wird man von einem Typen mit einem Gewehr aus dem zweiten Weltkrieg empfangen und muss das richtige „Codewort“ (Slava Ukraini!) wissen, um reinzukommen. Unter der Rubrik “Unsere Mission” heißt es auf der Homepage:

To create a unique scope of emotions and impressions, to make itself [sic], the city and the country better.” (!)

„Einzigartige Gefühle“ (der Übelkeit) empfindet man auch, wenn man folgende Informationen erhält:

Der Besitzer betreibt auch ein weiteres „emotionales“ Restaurant, diesmal mit einem „jüdischen“ Thema: dort können sich Gäste als chassidische Juden „verkleiden“ (mit dem schwarzen Hut und den Kringellocken). Auf der Karte gibt es keine Preisangaben, stattdessen muss man bei der Bezahlung „nach jüdischer Manier“ feilschen (um die extrem teuren Speisen).

Damit nicht genug, befindet sich das Lokal unmittelbar neben dem Platz, wo einst die zentrale Synagoge („Goldene Rose“) der Stadt stand … (angesichts der Tatsache, dass in der Ukraine zahlreiche Pogrome und grauenvolle Massaker an Juden stattfanden, auch in Lviv, eine Geschmacklosigkeit der besonderen Art)

Wer besitzt die Schamlosigkeit für solche „Geschäftsideen“? Iurii Nazaruk, ein Absolvent der Ivan Franko Universität. Er sagt, seine Gaststätten erfüllen einen wichtigen Zweck – sie „bestätigen die nationalen Mythen, die Leute brauchen das“ und Andriy Khudo, dem heute eine ganze Restaurantkette („Fest!“) dieser Art gehört.

Das Simon Wiesenthal Center beschrieb diese Restaurants als „nur die Spitze des rassistischen, anti-semitischen Eisberges in Lviv“, die man boykottieren müsse. Obwohl Lviv das Zentrum der Neo-Nazi Aktivitäten ist, breitet sich diese spezielle Form der „völkischen Unterhaltung“ immer weiter aus.

Im Dezember 2011 erklärte VV einen populären Nachtclub in Kiew zum „Territoriia Bandershtadtu“ in dem ein ultra-nationalistischer „event“ stattfinden würde, quasi eine Party „im Geist der Widerstandskämpfer“. Fotos der Kriegsverbrecher an den Wänden, Originaluniformen und Waffen wurden zur Schau gestellt, „patriotische“ Lieder gesungen und das Buch „UPA – Die Armee der Unbesiegten“ an die jungen Leute verteilt.

Von wem das verlegt wird? Vom „Zentrum für das Studium der Befreiungsbewegung“ … Orwell lässt grüßen …

HELDENVEREHRUNG OHNE HIRN

Die Präsentation der OUN als „Widerstandskämpfer“ gegen Nazi-Deutschland und die gleichzeitige, tiefe Verehrung der Waffen-SS Division Galizien wird anscheinend nicht als Widerspruch gesehen (kein Wunder, bei Leuten, denen man das Denken schon abgewöhnt hat …)

Bandera Monument Lviv

Bandera Denkmal in Lviv

Straßen in Lviv wurden nach Nazi-Kollaborateuren (um-)benannt, im Stadtrat von Lviv arbeitete Svoboda in den letzten Jahren daran, den Flughafen der Stadt, das Fußballstadium, ja die ganze Stadt nach den „Volkshelden“ zu nennen. So gibt es heute den „Bandera Boulevard“ wo eine riesige Statue des Kriegsverbrechers zu bewundern ist und aus der „Straße des Friedens“ machte Svoboda die „Nachtigall-Straße“, nach der Nachtigall Brigade, die im ukrainischen Holocaust eine besonders widerliche Rolle gespielt hat. Auf die Frage, warum „Frieden” den anstößig sei, antwortet die Partei der „Freiheit“: das seien „Reste sowjetischer Stereotypen“, die man beseitigen müsse.

Als der deutsche Historiker Gregor Rossolinski-Liebe im Frühjahr 2012 Vorträge über den echten Stepan Bandera halten wollte, erfuhr er am eigenen Leib, dass das Motto von Svobodas Chefideologen ernst gemeint ist: „Wir halten Toleranz für ein Verbrechen“.

Der Wissenschaftler wurde im Vorfeld schon mehrfach bedroht und als er in der West-Ukraine ankam, folgten ihm dutzende Svoboda-Anhänger, egal wo er hinging. Diese nationalistische Form von Stalking ist aber noch die harmloseste Art, wie Svoboda gegen „anti-ukrainische“ Tendenzen vorgeht (mehr dazu siehe weiter unten).

SVOBODA MACHT „FREI“

Nach 1991 hatte die OUN große Schwierigkeiten, sich wieder in der unabhängigen Ukraine zu etablieren. Sie zerfiel in die KUN (Kongress Ukrainischer Nationalisten) und die im Exil befindliche OUN-B, die von der Nachfolgegeneration geleitet wurde (auch aus Deutschland!). Heute beanspruchen sogar vier Gruppierungen, die Nachfolge von Bandera angetreten zu haben: KUN, OUN-B (Exil), die im Untergrund tätige „tryzub imeni Bandery“ (der Dreizack) und die VO Svoboda, die 1991 von Mitgliedern anti-kommunistischer Vereinigungen als „sozial-nationalistische Partei der Ukraine“ gegründet wurde. Sie wurde zum Sammelbecken für Neo-Nazi Gruppen und Studenten-Bruderschaften.

SNPU wolfsangelAls Parteiabzeichen wurde das Spiegelbild der Wolfsangel gewählt, die einige SS-Divisionen benutzten und nach dem Krieg von Neo-Nazi Gruppen übernommen wurde. Die SNU rekrutierte Skinheads und Fußball-Hooligans für ihre „heilige“ Mission, die natürlich auch einen „bewaffneten Arm“ brauchte, eine paramilitärische Truppe mit dem schönen Namen „Ukrainische Patrioten“ (UP), die nach wie vor die Wolfsangel als Abzeichen verwendet, allerdings in veränderter Form.

Es ist äußerst wahrscheinlich, dass Verbindungen zum „Gladio“-Netzwerk bestehen, das die NATO in Europa nach dem zweiten Weltkrieg aufbaute. Die UP wurde 2004 offiziell aufgelöst, aber 2005 in neuer Form wiederbelebt.

Doch die Begeisterung der ukrainischen Wähler hielt sich in Grenzen. 2004 hatte Svoboda 5.000 Mitglieder, 2010 hatte sich die Anhängerschaft verdreifacht. Hier eine kleine Übersicht über die „Wahlerfolge“ der Partei:

• Parlamentswahlen 2006: 0,3% (allerdings zwischen 2 und 5% in Ost-Galizien)
• Vorgezogene P-Wahlen 2007: 0,7% (3,3% in Ost-Galizien)
• Präsidentenwahl 2010: 1,4% (für Tyanhybok) (4,7% in Ost-Galizien)
• Kommunalwahlen 2010 (der Durchbruch) 25% in Ost-Galizien

Die Parteiideologie ist gekennzeichnet durch Ethnozentrismus , die ukrainische „Nation“ wird als natürliche Volksgemeinschaft definiert, wobei der „Blut & Boden“ Ethos der NSDAP nicht zu verleugnen ist. Das „Völkische“ wiegt natürlich schwerer als irgendwelche Menschenrechte, deshalb scheut man auch nicht davor zurück, mehr oder weniger offen rassistische Hetzparolen zu verbreiten. Das Symbol der Partei, die Buchstaben I und N (Idee einer Nation) sehen genauso aus wie die „Wolffsangel“ (oder „Wolfsanker“), die von vielen Neo-Nazigruppen in Europa verwendet wird und in Deutschland verboten ist. Die Wolfsangel wird auch mit der germanischen ‚Eiwaz“ (die Eibe) Rune in Verbindung gebracht.

oleh-tyahnybok-1Die Neo-Nazis dümpelten also bis 2003 nur so dahin, aber dann kam Oleh Tiahnybok und die Partei wurde einer Image-Kampagne, einem „Re-Branding“ unterzogen, das von erfahrenen PR-Strategen durchgeführt wurde:

Für die bevorstehenden Wahlen 2004 mussten das extremistische, Neo-Nazi Image durch ein pseudo-demokratisches ersetzt werden, damit die Partei als „liberale Partei, rechts vom Zentrum“ wahrgenommen wurde. Also wurden geändert:

  • Der Parteinamen (von SNPU zu Svoboda)
  • svoboda logo
  • Das Parteilogo: die SS-Wolfsangel verschwand und das neue Symbol der Partei wurde eine Hand mit drei ausgestreckten Fingern, die einen Dreizack symbolisieren soll. Dieser „tryzub“ war eine beliebte, in der Öffentlichkeit verwendete Geste während der ersten Unabhängigkeits-Demonstrationen Ende der 1980er Jahre, aber er symbolisiert auch die faschistische OUN-M der 1930er Jahre
  • Der Anführer: Tiahnybok: war vorher als „unabhängiger“ Kandidat aufgetreten und verbreitete die Aura politischer Legitimität

Nach außen hin wurde also signalisiert, man wolle sich von den in der Wolle durchgefärbten Nazis absondern und eine „gemäßigte“ Parteilinie einschlagen. Diese kosmetische Imagekampagne wurde zweifellos mithilfe amerikanischer front groups und PR-Firmen durchgeführt, und war Teil der Vorbereitungen für die „Orange Revolution“.

the uebermenschenDoch schon wenige Monaten später hielt Tyahnybok eine volksverhetzende Rede, in der er die OUN-UPA als Inkarnation patriotischen Heldentums hochleben ließ, die „gegen die Deutschen, die „Moskali“, die Juden und anderen Abschaum kämpfte, der uns unseren Staat wegnehmen wollte!“ Nach dieser Rede kam Juschtschenko politisch so unter Druck, dass er Tyahnybok aus der Fraktion Nasha Ukraina ausschloss. Svobodas Strategie, sich auch um soziale Themen zu kümmern und damit eine breitere Basis aufzubauen, ähnelt dem Vorgehen der NPD in Deutschland.

Obwohl Svoboda bei den Parlamentswahlen im Oktober 2012 nur 10% der Stimmen erhielt (ungefähr 40% im Westen des Landes, also in Galizien), wurde Tyahnybok die (zweifelhafte) Ehre eines Besuch von US-Senator John McCain* zuteil, der ihn wie einen Revolutionshelden behandelte während die „Fuck-the-EU-Diplomatin des US Außenministeriums, Victoria Nuland (die Frau von Krypto-Zionist „neo-con“ und „Straussianer“ Robert Kagan) Kekse an die „digital-gesteuerten“ Horden auf dem Maidan verteilte.

*Was hat ein US-Senator überhaupt in der Ukraine zu suchen?? Stellen wir uns vor, ein russischer Politiker würde in die USA reisen und dort frustrierten Demonstranten Unterstützung zum Aufstand gegen die gewählte Regierung in Washington anbieten … das wäre doch ein ungeheuerlicher Skandal! Aber unsere Journaille ist ja das Schoßhündchen des State Departments und bellt immer nur den Baum an, an den sie von Washington geführt werdenit makes you sick!

Für Tiahnybok ist Svoboda eine „Partei der Ordnung, die die wahre Elite des Landes begründet“. Die offiziellen Dokumente sind natürlich „pasteurisiert“, soll heißen enthalten keine rassistischen, eindeutig faschistischen Formulierungen, doch Taten sprechen mehr als Worte und alleine die Forderung, dass in Zukunft die Pässe die „Nationalität“ dokumentieren müssen, zeigt ja die rassistischen Untertöne bzw. die Nähe zu den „weißen Herrenmenschen“, die das Internet bevölkern – ganz zu schweigen von der kaum verdeckten Aggression gegenüber Juden.

Im September 2011 verhaftete die Polizei mehr als 50 Svoboda-Aktivisten, nachdem sie Kundgebungen gegen jüdische Pilger organisiert hatten und mit Tränengaskanistern, Rauchbomben und Katapulten ihre „freiheitliche“ Gesinnung demonstrierten. Als die Polizei eingriff, attackierten Svoboda-Mitglieder auch diese und warfen der Polizei dann auch noch vor, sie habe dabei versagt, „die Aggression der chassidischen Juden gegenüber Ukrainern zu stoppen“. Auch jüdische Friedhöfe wurden von den Neo-Nazis geschändet.

Die Partei der „Freiheit“ verachtet und droht aber nicht nur Juden und Russen, sondern natürlich auch Polen. Aufgrund der leidvollen Geschichte ist es verständlich, dass der Staat Polen von Ukrainern mit Misstrauen betrachtet wird, doch die „Polen“ als ethnische Kategorie tragen dafür keine Kollektivschuld und hätten ihrerseits genug Gründe, die „Ukrainer“ zu hassen – wenn sie sich mit dem Gedankengut der „Sippenhaftung“ anfreunden. Svoboda verlangt eine Entschuldigung Polens für „fünfhundert Jahre gewaltsame Polnisierung“ und Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht. Schön und gut, doch wie sieht es mit dem Unrecht auf der anderen Seite aus?

3 massacre kiev 1944Von den grauenvollen Kriegsverbrechen der UPA / OUN-B bzw. der SS-Division Galizien (auch gegenüber Polen) im Dienste der Nazis – siehe Ukraine (3) will Svoboda nichts wissen.

In Huta Pieniacka stellte sie ein zweisprachiges Plakat auf, das die Beteiligung ukrainischer „Patrioten“ am Massaker der Dorfbewohner (1944) kategorisch bestreitet. (Die UPA hat ca. 100.000 Polen, darunter auch Partisanen massakriert – siehe dazu auch die BBC-Doku im letzten Beitrag)

Huta Pieniacka revised history• Frage: Warum lässt die polnische Regierung das zu?
• Antwort: Die heutige Gefahr die von Polen ausgeht, ist die Nähe zu den USA und ihren imperialen „Werten“, die mit Moral inkompatibel sind …

Svoboda hat natürlich auch Kontakte zu anderen „nationalistischen“ Parteien in Polen, Ungarn, Schweden, Großbritannien, Belgien, usw. und ist Mitglied der „Allianz europäischer Nationalbewegungen“, die sich (teilweise zu Recht) gegen die Finanzmafia Globalisierung wehren wollen (was aber keine Legitimation für Rassismus ist).

Die „Freiheitspartei“ hat seit 2009 auch ein Büro in Kanada (Toronto), wo Tiahnybok im Mai 2010 das „Goldene Kreuz für seine Verdienste um die Ukraine“ erhielt. Von wem denn bloß? Von einer Veteranenvereinigung der „ Ersten Division der Ukrainischen Nationalarmee“. Wer ist das denn? Unsere alten Bekannten, die 14.Waffen-SS-Division „Galizien“ im neuen, sprachlichen Gewand … so funktioniert „Erinnerungs-Management“ also, wenn man alte Nazis braucht, um neue zu generieren.

Dass diese Neo-Nazis zu Vortragsreisen in die USA und Kanada eingeladen werden (auch nach Harvard) ist ein klares Indiz dafür, dass die „braune Brut“ auch mit amerikanischer Nestwärme ausgebrütet wurde… (Victoria Nuland sagte ja, die US-Regierung habe bisher 5 MILLIARDEN Dollar in die Ukraine investiert, wofür könnte diese gewaltige Summe denn ausgegeben worden sein…? Für „Demokratieförderung“ ganz sicher nicht …)

Dass amerikanische Kongressabgeordnete wie John McCain nach Kiew reisen und der „Maidan-Revolution“ gegen einen demokratisch-gewählten Präsidenten ihre Unterstützung zusagen, spricht ebenfalls Bände … (zur Gene Sharp / Robert Helvey / CIA-Connection siehe Die große Fata Maidana)

Im gleichen Jahr reiste Tiahnybok nach Deutschland um seine Solidarität mit John Demjanjuk zu demonstrieren, der wegen Beteiligung am Massenmord im Todeslager Sobibór (28.000 Tote) zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Dort traf er sich mit dem Anwalt des Kriegsverbrechers und betonte, dass der Täter für ihn ein Held sei, ein Opfer politischer Verfolgung, der „für die Wahrheit kämpft“.

yuriy-mykhalchyshynNeben Tiahnybok spielt Yurii Mykalchyshyn (YM) – ganze 31 Jahre alt – eine wichtige Rolle als „Berater der Partei in ideologischen Fragen“. Sein großes Vorbild ist Joseph Goebbels und er macht keinen Hehl daraus, dass er Faschist ist – im Gegenteil. Sein liebster Slogan:

„Wir halten Toleranz für ein Verbrechen“

und Aussprüche wie „Wir schätzen die Echtheit des Geistes und des Blutes höher als Erfolg und Reichtum“ lassen keine Zweifel daran, wohin die Reise gehen wird. Er bewundert die Härte und dem kompromisslosen Radikalismus seiner Idole aus den 1930er Jahren und ist stolz darauf, als Extremist zu gelten. (Nietzsche und Leo Strauß lassen grüßen …!!) So fühlt er sich seinem Helden Bandera noch näher, der „eine Untergrund-Terror-Revolutionsarmee gegründet hat, deren langer Schatten noch heute furchtbare Angst in den Herzen unserer Feinde auslöst“

neo Nazis gladio styleYM dient als Bindeglied zwischen Svoboda und den sogenannten „autonomen Nationalisten“ (die sich übrigens genauso kleiden, organisiert und „gewaltbereit“ sind wie unsere angeblich „linken Autonomen“, die immer vermummt sind … und wohl die gleichen Sponsoren im Hintergrund haben). Er fusionierte die Attribute der einen (Springerstiefel, Skinhead-Frisur, etc.) mit den Ritualen der anderen (nächtliche Fackelzüge mit schwarzen Flaggen und SS-Symbolen) und sorgte dafür, dass Gewalt auf den Straßen gegen Minderheiten glorifiziert wurde

Kruty torchlight march 2011Am 29. Jänner 2011 organisierte YM einen Fackelzug zum Gedenken an die Schlacht von Kruty – siehe das Gänsehaut erzeugende Video oben – (1918 zwischen der Roten Armee und ukrainischen Soldaten (davon etwa 500 Studenten) die wegen des großen Ungleichgewichts der Kräfte nur einige Stunden dauerte) gedacht. Auch für diese volksverhetzerische Aktion legte Juschtschenko während seiner Amtszeit den Grundstein und beschrieb den schnellen Sieg der Roten Armee so:

„Junge Menschen starben wie Spartaner im Interesse ihrer Heimat, in einem Kampf gegen die ausländischen Aggressoren, und ihr Opfer ist ein Beispiel für die selbstlose Liebe zu ihrem Heimatland. Jeder Jahrestag der Helden von Kruty ist nicht nur ein Tag, um die Menschen zu ehren, die ihr Vaterland mehr als ihr Leben geliebt haben. Dies ist auch eine Erinnerung an unsere heutigen Politiker in Bezug auf ihre Verantwortung für das Schicksal ihres Landes und Volkes.“

(Dieses Zitat wird in anderen Quellen auch Julia Timoschenko zugeschrieben, was darauf hindeutet, dass diese korrupten Politiker schön brav Texte aufsagen, die ihnen ihre PR-Berater vorlegen …)

Was man vielleicht noch dazu sagen sollte, ist die Tatsache, dass es 1918 in der Ukraine auch pro-sowjetische Sympathisanten gab, unter den Soldaten, aber vor allem in den Industriegebieten im Osten, wo russische Arbeiter dominierten , viele von ihnen wurden Teil der „Roten Garde“ (pro-sowjetisches Freiwilligenheer). Erst durch das Eingreifen österreichisch-deutscher Truppen wendete sich das Blatt und die Sowjetarmee trat den Rückzug an (siehe dazu den letzten Beitrag …)

INDOKTRINIERTER GEIST IN GESTÄHLTEM KÖRPER

neonazis Ukraine1Sportliche Aktivitäten, besonders Kampfsportarten locken Jugendliche an, die im Rahmen einer Kampagne „gegen Degeneration“ geführt wird. Junge Nationalisten müssen natürlich auch einen gestählten Körper haben; sie sollen Genussgifte meiden, ihren Körper trainieren (wie in Sparta) und sich auf den Hass gegen ihre „Feinde“ konzentrieren … (kommt uns das irgendwie bekannt vor?) Die „Sozial-Nationalisten“ sehen sich also in einem spirituellen Krieg, in dem die Ukrainer sich „wehren“ müssen.

Der „Chef-Ideologe“ der „Freiheitspartei“ trägt vor:

„Die gegenwärtige Situation bewirkt bei den „Entarteten“ einen ständigen Kampf gegen alle normalen Leute, der durch die Auflösung von Nationen, Klassen und Rassen gekennzeichnet ist. In anderen Worten: ein totaler und permanenter nationaler, Klassen- und Rassenkrieg wurde den Ukrainern erklärt. Sie versuchen uns als Gemeinschaft des Blutes und des Geistes zu liquidieren, …Die Sozial-Nationalistische Weltanschauung basiert ausschließlich auf positiven Werten:

Freiheit. Totalität. Gewalt. Hingabe. Gerechtigkeit. Hierarchie. Ordnung. Autorität. Disziplin. Brüderschaft. Glaube. Opfer. Stolz, Missionierung. Gleichheit, Nicht-Anpassung. Hass. Leidenschaft. Das Streben nach etwas Größerem als Du-selbst. Das Unmögliche.

Gleichzeitig ist unsere Weltanschauung durch Widerspruch gegen negative, menschenfeindliche und anti-nationale Phänomene unserer Zeit gekennzeichnet … Anti-bürgerlich, anti-kapitalistisch, anti-globalistisch, anti-demokratisch, anti-liberal, anti-bürokratisch und anti-dogmatisch … „

DIE (PR-) MÜTTER DER NATION

puzata mamaYM propagiert auch eine idealisierte Version der Weiblichkeit, die auf sexueller „Reinheit“ beruht und betont, dass die erste Bürgerplicht der Frau darin besteht, neue „Nationalisten“ zu gebären. Er stützt sich dabei auf die Worte von Luri Lypa (1900-1944) und schreibt in Vatra:

Frauen sind Träger der gesellschaftlichen und rassischen Moral, mehr als der Mann, formen sie die Rasse. Die Ehe ist die Pflicht der Frau gegenüber ihrem eigenen Geschlecht. Die Pflicht des Staates besteht darin, ihr dabei zu helfen … die 300 Eisprünge jeder ukrainischen Frau sowie die 1.500 Ejakulationen jedes ukrainischen Mannes sind ebenso nationale Schätze wie, sagen wir Energiereserven, oder Vorkommen von Eisenerz, Kohle oder Öl“. (!)

Wie diese „Gebärpflicht“ den ukrainischen Frauen mit modernen PR-Methoden schmackhaft gemacht wird, zeigt dieses Beispiel (Video):

„Puzata Mama 2013 „: „Mama“-Wettbewerbe sollen vermitteln, wie „attraktiv und „in“ eine Schwangerschaft doch ist. Die „beste Schwangere“ kann ihre Mutterkapazitäten demonstrieren, sich wie eine „Miss“ fühlen und dabei gleichzeitig für ukrainischen Nachwuchs sorgen. Und das alles generiert auch noch Partystimmung – toll, oder? (Wie es den Kindern in Zukunft ergehen wird, angesichts der düsteren, politisch-wirtschaftlichen Situation ist eine andere Frage …)

FASCISM IS BEAUTIFUL

Im Gegensatz zu den Geschichtsfälschern Juschtschenkos und den „ewig gestrigen“ OUN-Nachfolgern im Exil leugnet Yurii Mykal‘chyshyn nicht, dass Bandera ein Faschist war. Ganz im Gegenteil, der Faschismus ist die Basis für seine Bewunderung, die er auch anderen „braunen Helden“ zollt, wie etwa Carl Schmitt.

M. schrieb seine Dissertation zum Thema „ Die Transformation einer politischen Bewegung in eine Massenpartei neuer Art – Am Beispiel der NSDAP und der PNF (Vergleichsanalyse). Sie erraten sicher, wo er sich seinen „Doktortitel“ geholt hat? Richtig, an der Ivan Franko Universität ..

Auch in den Journalen dieser Universität hat M. publiziert und zwar 2007 u. 2008 zur Frage der „Strategie faschistischer „anti-System“ Bewegungen“. Er propagiert die faschistische Transformation der Gesellschaft in einschlägigen Web-Foren und gründete 2005 das Politische Forschungszentrum* „Joseph-Goebbels“, das aber später – aus verständlichen Gründen umbenannt wurde.

(*Die Webseite des Zentrums lautete: http://nachtigall88.livejournalcom (!) – sie wurde 2011 entfernt und wahrscheinlich unter neuem Namen weitergeführt; die Zahl 8 steht für den achten Buchstaben im Alphabet, also H, und „88“ steht demgemäß für die Initialen Hitlers. „Nachtigall“ war der Name eines gefürchteten ukrainischen SS-Bataillons im zweiten Weltkrieg)

Ukrainian SS com 2011Angeführt von Mykal’chyshyn (ganz links im Bild) feiert man am 28. April den Gründungstag der Waffen-SS Galizien in Lviv mit der Parade der „Größe des Geistes“ (Marsh Velychi Dukhu), die aus dem Dritten Reich stammen könnte:

Kameradschaft, Ehre und die heilige Pflicht, Befehlen zu gehorchen“ das sind die „Werte“, die klapprige 80-jährige Veteranen (als Helden der Freiheit vorgeführt) den Jugendlichen einhämmern und hunderte marschieren vom Bandera Denkmal über den „Bandera Boulevard“ mit den Rufen: Ein Volk, eine Nation, ein Vaterland! / Galizien, Division der Helden! An den Straßen hängen riesige Plakate, die die Einheit zum „Stolz der Nation“ erklären …

GEHORSAM IST „EUROPÄISCH“

SS GaliciaDie Veteranen der Galizia SS-Division präsentieren sich als die „Vorreiter der Europäischen Einheit“, deren Kameraden für Deutschland und Europa gefallen seien. Sie hätten für ein vereintes Europa gekämpft, das „in unseren Divisionen während des defensiven Kampfes gegen den Ansturm aus dem Osten schon als Vision existierte.“ (spätestens jetzt hätte der Groschen bei den anwesenden Ukrainern fallen müssen ….)

Tatsache ist, dass die einzige Parteien in der Ukraine, die gegen diesen Wahnsinn auftraten, jene von Janukowitsch (die Partei der Regionen) und natürlich die „Linken“ waren, also Sozialisten und Kommunisten, während die „liberalen“ Intellektuellen schwiegen. Dieses Gegengewicht zu den Neo-Nazis und fanatischen Nationalisten ist jetzt – dank Washington, Brüssel und Berlin und ihren unterwürfigen „Presstituierten“ – eliminiert worden … die Mitglieder dieser Parteien werden bedroht, schikaniert und müssen um ihr Leben fürchten. (Mehr dazu im nächsten Beitrag)

yuschenkoJuschtschenko und seine schönfärbenden „Historiker“ haben die rechtsextremen Fanatiker – sprich Neo-Nazis – mobilisiert und Kriegsverbrecher zu Pop-Idolen gemacht, um die „ethnische Karte“ zu spielen. Der aufgeblasene Heldenkult und die zur Gehirnwäsche ausgeartete, nationalistische Indoktrination lenkt in Wahrheit die Menschen nur davon ab, sich mit jenen Themen zu befassen, die in der Gegenwart wirklich wichtig sind: ökonomische Selbstbestimmung und ein menschliches, sozial-gerechtes Wirtschaftssystem.

Stattdessen bekommen sie „Sparprogramme“, Lohn- u. Pensionskürzungen und gleichzeitige Preiserhöhungen, soziale Verelendung, brutalen „Wettbewerb“, Gentechnik auf den Feldern, Plünderung ihrer Ressourcen durch ausländische Konzerne und Banken und werden als Schuldsklaven des Bankenkartells IMF ihren Tribut abführen müssen, egal wie schlecht es ihnen geht … aber das alles gibt es im „freien Markt“ … !

Die penible Aufarbeitung der eigenen Geschichte (ihrer finstersten Kapitel und Verbrechen) muss anscheinend nur Deutschland für alle Ewigkeit durchführen, während andere Länder, wie die USA und Großbritannien (die Nazis – bis heute – gefördert, für subversive u. kriminelle Zwecke benutzt und vor Strafverfolgung geschützt haben ) sich immer noch als moralische Instanzen (gerade jetzt gegenüber Russland!) aufspielen können. (Schon wieder Pinters Nobelpreisrede!

(Sehr empfehlenswert ist das Buch „Conjuring Hitler“ von Guido Preparata; sperriger, deutscher Titel: Wer Hitler mächtig machte)

IN MACHIAVELLI WE TRUST

mlk beyoond vietnam--spiritual deathWährend also die psychopathischen, globalisierten Machteliten in Washington, (und ihre Vasallen in Brüssel, Berlin, London, Paris, Tel Aviv, etc.) … irre Neo-Nazis (oder irre Islamisten) als politische Werkzeuge für „regime change“ einsetzen und damit seit Jahren durchkommen, wird von denselben verbrecherischen Heuchlern Russland bzw. Putin (oder Assad bzw. der Schurke, der gerade en vogue ist) als Gefahr für „Frieden und Sicherheit“ präsentiert und mit Sanktionen und anderen Formen der Gewalt für das „bestraft“, was diese Heuchler selbst verbrochen haben …

.. War is Peace. Ignorance is Strength … und wie sagte Edward Bernays so treffend … das ganze Theater, damit die verwirrte Herde (Lippman) sich der „Halluzination der Demokratie“ hingeben kann …