THE WILDERNESS OF PAIN

moments of empathy Iraq warViele Menschen erinnern sich in dieser Woche an den fünften Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima, aber die „Iden des März“ haben einige Tage später noch ein anderes, furchtbares Ereignis hervorgebracht: den amerikanischen Krieg gegen den Irak, der (nicht erst) 2003 mit einem „Shock & Awe“ Bombardement begann, eine ganze Gesellschaft zerstörte und über Generationen ihre Gene vergiftete (durch neue radioaktive Waffen, siehe weiter unten). Insofern ist auch dieser Artikel ein Beitrag zum Thema „atomarer Wahnsinn“.

Angesichts der Gewalt in Syrien und der medialen Hetze gegen Assad und Putin, ist das Schicksal der Iraker ziemlich untergegangen. Sie sind nur mehr Statisten in der Inszenierung des Stückes „Islamischer Staat“, der rund um die Uhr auf der weltpolitischen Bühne gespielt wird (ohne den Regisseur zu erwähnen).

Wie sieht es denn nun im „demokratischen“ Irak aus, nach der glorreichen „Befreiung“ durch die amerikanischen Bomben, acht Jahren Besatzung und inszeniertem Religionskrieg?

Lassen wir zunächst die Zahlen sprechen:

Vom Fußballfeld zum Friedhof Iraq 2003

  • 1,5 Millionen Tote (Schätzung nach IBC und Lancet-Studie 2006) und 4 Millionen Verletzte
  • 5 Millionen Kinder wurden durch den Krieg (der nie aufgehört hat) zu Waisen
  • Mehr als 2 Millionen Frauen wurden durch die Gewalteskalation zu Witwen, die kein Einkommen haben
  • 3,2 Millionen Iraker sind Vertriebene im eigenen Land und 2,2 Millionen flohen ins Ausland (UNHCR); das bedeutet jeder fünfte Iraker hat sein Zuhause verloren.
  • Allein seit Jänner 2014 („IS“ als Terror-Werkzeug in Aktion) verloren mehr als eine Million Iraker ihr Zuhause, die UN schätzt, dass 2016 noch einmal 2-3 Millionen dazukommen werden (die vor dem IS-Horror fliehen)
  • Nur mehr 50% der Kinder gehen in die Schule; unter den internen Flüchtlingen nur mehr 32%
  • In IS-kontrollierten Gebieten werden Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht, als „Selbstmord-Attentäter“ eingesetzt und als „Waren“ verkauft. Systematische Vergewaltigungen und Handel mit Frauen und Mädchen sind an der Tagesordnung.
  • Dramatische Zunahme der Kindersterblichkeit

infant mortality Iraq after 'liberation'„IRAQI FREEDOM“

Trotz Milliarden Dollar an „Hilfsgeldern“, die nach 2003 in den Irak (aber nicht zu den Irakern) geflossen sind, ist das Elend groß: eine vor dem Krieg hoch entwickelte Gesellschaft (die beste der arabischen Länder), mit einer gut ausgebildeten Mittelschicht, weltoffen, mit einem modernen Gesundheits-system, wurde auf Dritte Welt-Status reduziert:

OCHA Report 2016

  • 10 Millionen Iraker (Tendenz steigend) sind auf „humanitäre Hilfe“ angewiesen (davon 4,8 Mio. Kinder)
  • 7 Millionen Iraker haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser bzw. Sanitäranlagen
  • In Bagdad haben 84% der internen Flüchtlinge keinen Zugang zu medizinischer Versorgung; es gibt bereits viele Fälle von Cholera und anderen gefährlichen Krankheiten, weil die Infrastruktur völlig überfordert ist
  • mehr als 50% leben in extremer Armut, (Arbeitslosigkeit: 70%)
  • Im November 2010 erklärte der Sprecher des irakischen Parlaments, der Staat könne keine Unterstützung mehr für Witwen leisten und andere Hilfsprogramme für Arme sowie Subventionen für kleine Bauern nicht mehr finanzieren
  • In einem internationalen Ranking von Städten nach der Lebensqualität wurde Bagdad an die letzte Stelle (230) gereiht, als „unsicherste Stadt der Welt“ und weil die zerstörte Infrastruktur bis heute nicht wieder hergestellt wurde
  • Auch die Vereinten Nationen haben 2011 einen Bericht veröffentlicht, in dem die Verelendung der Iraker durch die US-Invasion und Transformation des Staates erkennbar ist: 1990 lebten 17% der städtischen Bevölkerung in Slums. 2009 waren es fast 53%. Heute sind es 57%: das sind rund 20 Millionen Menschen.

Iraq destruction 1Das Sozialsystem und der gesellschaftliche Zusammenhalt im Irak wurden durch die amerikanische Gewaltorgie (militärisch, durch anhaltenden pseudo-religiösen Terror und systemisch durch „Reformen“) weitgehend zerstört. Dazu heißt es in einem UN-Bericht (OCHA 2016):

Wegen der andauernden Krise und den sich ständig verschlechternden Lebensbedingungen sehen viele irakischen Familien keine Alternative mehr, als nach Europa zu gehen.“

Laut aktuellem OCHA-Bericht leben 90% der internen Flüchtlinge nicht in Lagern. Sie wurden von 3.500 irakischen Kommunen aufgenommen, die selbst durch den Krieg und die Plünderung der irakischen Wirtschaft sehr gelitten haben. Sie kommen durch den neuerlichen Ansturm (wegen IS-Besatzung) an ihre Belastungsgrenzen.

Bei uns jammern Politiker über die Probleme, die durch die Flüchtlingswelle entstehen, (etwa 52.000 aus dem Irak 2015) aber denken wir doch daran, was dort los ist, durch Krieg und Korruption „Made in USA“: desolate Infrastruktur, hohe Arbeitslosigkeit, „privatisierte“ Wirtschaft (steigende Preise, Misswirtschaft, Korruption in der Krise) und jetzt auch noch der IS-Terror. Katastrophal ist auch, dass wichtige Teile des irakischen „Korngürtels“ (wo also große Getreideanbauflächen sind) jetzt unter IS-Herrschaft stehen, wodurch die Ernährungssituation sich weiter verschlimmern wird.

Die Kosten für die humanitäre Katastrophe müssten eigentlich DIE USA UND IHRE „VERBÜNDETEN“ TRAGEN und  die Flüchtlinge aus Irak (und Syrien) müsste man vor den US-Botschaften bzw. den NATO-Militärstützpunkten „abladen“!

DIE ERMORDUNG VON ZIVILISTEN IST SEIT DER INVASION „NORMAL“ IM IRAK

terror in Iraq2007 galt der Irak als gefährlichstes Land der Welt, 2011 wurde es im „Global Peace Index“ nur von Somalia (negativ) „überholt“ und 2015raten Sie mal? – natürlich „knapp“ von Syrien (162 Gewalt-Punkte – Irak 161) und auf Platz 3 der „mörderischsten“ Länder finden man – auch keine große Überraschung – Afghanistan. Dann folgen Somalia, Sudan, Pakistan, Ukraine und Nigeria.

Was haben alle diese Länder gemeinsam? Richtig, die „US-Intervention“ dank selbst gezüchteter „Terroristen“, meist „islamistisch“, aber auch als „Nazi-Variante“ (Ukraine), die den Gewaltpegel in astronomische Höhen schnellen lässt.

Security Wall BagdadDie irakischen Behörden haben nach Presseberichten (Angaben des Militärs) mit dem Bau eines Schutzwalles rund um Bagdad begonnen, der mit acht „Checkpoints“ versehen werden soll (Zustände wie in Israel, aber das ist ja kein Wunder…). Die einstige Metropole des Orients wird also quasi ins Mittelalter zurückversetzt, wo es Stadtmauern fast überall gab, um sich gegen einfallende Horden zu schützen. (Die Meldung wurde aber vom Premierminister dementiert).

Dazu muss man wissen, dass die Stadt schon seit 2006 in Distrikte eingeteilt wurde, die durch zahlreiche Betonwände und „Checkpoints“ abgetrennt sind. Das löste natürlich erhebliche Verkehrsstaus aus, hinderte aber die “Terroristen“ nicht daran, Anschläge zu verüben (den Grund dafür kennen wir ja …)

DIE TERROR-DEMOKRATIE

torture victim iraqZu den schweren Menschenrechtsverletzungen (unbegrenzte Haft in Geheimgefängnissen, ohne rechtstaatliches Verfahren, Folter, brutale Ermordung, Zerstückelung und andere Terror-methoden) habe ich ja bereits 2013 einen Beitrag verfasst.

Merke: es waren die von den USA trainierten „irakischen Sicherheitskräfte“, die die grauenvollsten Verbrechen begangen haben, um einen „Religionskrieg“ zwischen Sunniten und Schiiten auszulösen und damit den Widerstand gegen die amerikanische Besatzung in die „richtigen“ Bahnen zu lenken: Sollen die Iraker sich doch gegenseitig umbringen, das kann uns nur recht sein …. (Wie sagte Kissinger seinerzeit: I hope they kill each other …).. und das neu geschaffene „Monster“ IS kann man dann als Vorwand nehmen, sich wieder militärisch zu „engagieren“, so geht die lukrative Kriegsspirale ewig weiter.

Auf den Dollar-Noten müsste stehen: Wir gehen über Leichen …(In Death we trust, nicht „in God we trust“!)

WHY ARE THEY DOING THIS TO US?

Der wunderbare „citizen-journalistDahr Jamahl schildert einige persönliche Schicksale von Menschen im Irak während der Besatzung. Einer von ihnen ist Sadiq Zoman:

Er wurde 2003 von amerikanischen Soldaten aus seinem Haus verschleppt und dann in ein Militärgefängnis bei Tikrit gebracht. Vier Wochen später haben ihn die “Befreier” bewusstlos (im Koma) in einem Krankenhaus abgegeben. Auf dem medizinischen Begleitbrief stand: sein Zustand sei Folge eines Herzinfarktes, der wiederum durch einen Hitzschlag ausgelöst worden sei. Nicht erwähnt waren die Folgen der „Verhöre“ durch das amerikanische Militär: Hämatome am ganzen Körper, Verbrennungen an seinem Penis und auf den Fußsohlen (durch Elektroschock).

Jamahl besuchte im Mai 2004 seine Frau und seine acht Töchter in ihrer Wohnung in Bagdad, die fast leer war. Die Familie hatte fast die gesamte Einrichtung auf dem Schwarzmarkt verkauft, um sich ernähren zu können. In der irakischen Hauptstadt gab es ungefähr sechs Stunden Strom am Tag, weil die amerikanische Besatzung es nicht eilig hatte, die von ihren Bomben zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen (die riesige US-Botschaft in Bagdad hat eine eigene Strom- und Wasserversorgung, sie ist perfekt ausgestattet wie eine kleine Stadt).

displaced Iraqi womanEine 55-Jahre alte Frau, die namentlich nicht genannt werden wollte, erzählte auch eine traurige Geschichte: Sie wurde vier Monate lang in vier verschiedenen Gefängnissen festgehalten (darunter auch Abu Ghraib). Man hat sie in jeder Nacht daran gehindert, längere Zeit zu schlafen. Sie wurde mehrmals pro Tag verhört (sie war Englisch-Lehrerin von Beruf), Zugang zu einem Anwalt und ihrer Familie wurde verweigert. Sie bekam sehr wenig zu essen und zu trinken. Sie wurde psychisch und verbal misshandelt.

Ihr Ehemann, 70 Jahre alt, wurde ebenfalls verhaftet und wiederholt brutal verhört und geschlagen. Nach sieben Monaten starb er im Militärgefängnis. (Es gab nie eine Anklage in beiden Fällen).

„Ich vermisse meinen Mann so sehr“. Die Frau beginnt zu weinen. „Warum tun Sie uns das an? Wir haben doch nichts getan.“ Zwei von ihren Söhnen wurden ebenfalls ins Folter-Gefängnis gebracht und ihre ganze Familie ist dank der „Befreiung“ zerbrochen.

Iraqi victim of USrael 4 GW 2007Die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen, UNHCR berichtete 2008, dass irakische Flüchtlinge in Syrien durch extreme Gewalterfahrung enorm traumatisiert* sind, viel mehr als Menschen, die aus anderen Konfliktländern kommen. 500.000 Familien waren davon betroffen, rund 100.000 Kinder werden vermisst. Aber auch viele Erwachsene sind „verschwunden“: entführt oder festgenommen und nie wieder gesehen; ihre Zahl wird auf eine Million geschätzt

(Andererseits gibt es tausende Leichen in Bagdad, die so verstümmelt sind, dass man sie nicht identifizieren konnte …).

*Inzwischen gilt natürlich das gleiche für die Syrer selbst: extreme Grausamkeit gegenüber Zivilisten wurde ja dort auch eingesetzt, um die „Aufstands-unwilligen“ Syrer, die loyal zu ihrem Präsidenten sind, durch Terror in die Knie zu zwingen.

DIE TERROR-WIRTSCHAFT

Dazu kommt noch die enorme Korruption im Irak (die USA sucht sich natürlich immer Leute mit hoher krimineller Energie als „Verbündete“), die es in diesem Ausmaß nicht unter Saddam Hussein gab. Er war ein brutaler Diktator, aber er hat auch einen erheblichen Anteil der Gewinne aus dem Ölgeschäft in sein Land und seine Leute investiert und verhindert, dass sich amerikanische Konzerne dort einnisten und das Kommando übernehmen. Dafür musste er mit seinem Leben bezahlen und sein Land wurde ebenso barbarisch vergewaltigt.

Über die wirtschaftlichen “Reformen” von Paul Bremer im Irak habe ich ja schon früher berichtet. Die neoliberale „Schock-Therapie“ hat dort voll eingeschlagen und dem ausländischen Kapital die Übernahme irakischer Vermögenswerte enorm leicht gemacht.

ERDÖL: SELBST-BEDIENUNG LEICHTGEMACHT

oil theftZur Erinnerung: fast alle Regierungsgebäude wurden 2003 in Bagdad durch Bomben zerstört, nur eines nicht: das Ölministerium. Es war auch das einzige Gebäude, das durch Soldaten gegen sichtbare „Plünderer“ geschützt wurde, während die ökonomische Plünderung erst richtig in Gang kam.

Im April 2011 überraschte die amerikanische Wirtschaftsprüfungs-Firma PWC mit der Aussage, dass im Irak „noch immer“ kein modernes Messsystem zur Erfassung der geförderten, transportierten und verkauften Menge Erdöl gibt. Dies wurde auch durch andere Organisationen bestätigt. Experten aus der Ölindustrie schätzten den Verlust auf mehrere Milliarden Dollar pro Jahr. Dazu ist zu sagen, dass die Firmen, die für die Ausrüstung der Ölindustrie engagiert wurden, natürlich amerikanische Unternehmen (wie Halliburton) sind, denen es aber seit mehr als 10 Jahren einfach nicht „gelingt“, die seit 2003 „kaputten“ Messgeräte an den südlichen Tanker-Terminals zu ersetzen.

Ein Bericht von Transparency International bezeichnete vor einigen Jahren die „freie Marktwirtschaft“ im Irak als „den größten Korruptionsskandal aller Zeiten“.

UND DAMIT KOMMEN WIR ZUM SCHLIMMSTEN VERBRECHEN IM IRAK:

DER DNA-TERROR (GENOZID in neuer Dimension)

Toxic Legacy Iraq 2010Die irakische Stadt Fallujah wurde 2004 von der US Armee (im Zuge der „Aufstands-bekämpfung“) in einem Ausmaß bombardiert, das man (auch als moralisches Verbrechen) mit Dresden vergleichen könnte. Doch während die sächsische Hauptstadt heute wieder eine lebenswerte, schöne Stadt ist, hört der Horror in Fallujah nicht auf.

Warum? Weil hier von den „Befreiern“ neue (auch radioaktive) Waffen eingesetzt wurden, die offenbar eine mutagene und teratogene Wirkung haben. Eine 2010 veröffentlichte Studie kommt zum dem Ergebnis, dass die gesundheitlichen Schäden (14 x) größer sind, als nach dem Einsatz von Atombomben in Hiroshima und Nagasaki.

Fallujah battle lab victim in uteroDramatische Zunahmen bei Kindersterblichkeit, Krebs und Leukämie sowie extreme Missbildungen bei Neugeborenen sind die Folge von OperationIraqi Liberation“, (OIL) Codewort „Freedom“) für den verbrecherischen Angriffskrieg der USA im Jahr 2003.

Die Ärzte in Fallujah (und nicht nur dort) schlagen schon seit 2005 Alarm: die Zahl der „Monster-Kinder“ nimmt stetig zu: Babys mit zwei Köpfen, schweren Fehlbildungen der Gliedmaßen (siehe Bild), mit nur einem riesigen Auge mitten in der Stirn, vollständige Lähmung der unteren Extremitäten sind nur einige Beispiele für das enorme Leiden, das dieser verlogene Krieg ausgelöst hat.

WARNUNG: Das Video unten zeigt den Horror in Bildern.

Was man diesen Kindern und Eltern angetan hat, dem ganzen irakischen Volk, ist nicht mehr in Worte zu fassen.

Dass sich amerikanische Politiker TROTZDEM noch immer ALS MORALISCHE INSTANZ aufspielen können und moralische Empörung als Begründung für „militärisches Eingreifen“ vortäuschen (wie in Syrien) – ist unerträglich. Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Auch diese ungeheuerliche Scharade ist nur möglich, weil unsere Presse so ein erbärmlicher Haufen ….. ist.

(Unsere Journaille übernimmt auch generell die Lügen der Atomlobby, nicht nur im Fall von Uran-Munition; was sie über Tschernobyl bzw. Fukushima „berichten“, ist skandalöse Verharmlosung und „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ – keine Polemik!)

Wenn die Krebs-Rate bei Kindern (die es eigentlich gar nicht geben dürfte, der Preis der Profitgesellschaft) um 1200% ansteigt und die Kindersterblichkeit viermal höher ist, als im Nachbarland Jordanien und achtmal höher als in Kuwait, wird klar, dass hier eine spezielle Form von Völkermord stattfindet, das Wort „Genozid“ bekommt eine neue Bedeutung: die Gene dieser Menschen sind so vergiftet worden, dass bei jeder nachfolgenden Generation schwere Chromosomenschäden vorhanden sind.

BusbyEiner der Autoren dieser Studie, Dr. Chris Busby (einer meiner persönlichen „Anti-Atom“-Helden) versucht ja seit Jahren auf das verlogene „Strahlenschutzmodell“ aufmerksam zu machen und die systematische Verschleierung der atomaren Bedrohung aufzudecken.

Erschreckend auch die Zunahme von Leukämie (+ 3800%) und Brustkrebs (+1000%). Zum Vergleich – in Hiroshima erhöhte sich die Leukämie-Häufigkeit um 1700%. In einer früheren Studie zeigte sich auch schon eine weitere Anomalie: das Verhältnis der Geschlechter bei Neugeborenen hat sich verändert: es kommen 18% weniger Jungen auf die Welt, also entsprechend mehr Mädchen. Ein ähnlicher Effekt wurde auch nach Hiroshima beobachtet.

Ein Radio-Interview mit Dr. Busby gibt es hier. (nach der ersten Stunde) (Transkript in Englisch hier).

Die amerikanischen Verbrechen in Fallujah werden auch in diesem Video des italienischen Fernsehens deutlich gemacht: (nichts für schwache Nerven, … „geschmolzene“ Körper, aber intakte Kleidung … eine perfide Neutronenwaffe, getestet? (N.B. Es wurde angereichertes Uran in den Haaren der Eltern gefunden, nicht DU. Beschämend: als ein Iraker darüber im EU-Parlament berichtet, ist der Saal fast leer …)

Die Ungeheuerlichkeit (Fallujah war ein „battle lab“, die Menschen darin Versuchskaninchen für neue Waffen) der Vorgänge schildert dieser Bericht. N.B. Die Iraker haben friedlich gegen die US-Besatzung demonstriert, auf sie wurde geschossen um eine Gewaltspirale in Gang zu setzen. Genau das, was man Gaddafi und Assad vorwirft, haben die „Befreier“ selbst verbrochen.

WARNUNG: Die Fotos darin sind extrem verstörend, vor allem die Bilder der missgebildeten Kinder (einige davon sind nicht mehr als Menschen zu erkennen …)

Auf den Grabsteinen dieser Kinder könnte das stehen (Trauer-Poesie von W.H. Auden):

angelThe stars are not wanted now: put out every one;
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the wood.
For nothing now can ever come to any good.

Was das Leiden der Iraker noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass die massive (absichtliche) Zerstörung der Infrastruktur (2003 und davor) bis heute nicht behoben wurde. Weder die Stromversorgung, noch Wasser- und Sanitäranlagen wurden so instandgesetzt, wie sie vor dem Krieg waren und das staatliche Gesundheitssystem verkommt dank amerikanischer „Intervention“ auf den Status von „Entwicklungsländern“.

child victim of US sanctions in Iraq500.000 Kinder starben einen qualvollen Tod, weil die „Sanktionen“ nach dem ersten Golfkrieg selbst den Import von Medikamenten (sogar Schmerzmittel, Antibiotika, Krebs-Therapie) untersagte. Hans von Sponeck, Koordinator des „Oil for Food“ Programms (offiziell UN, aber de facto von Washington bestimmt) trat (angewidert) aus Protest zurück, als er mitansehen musste, wie hier ein schleichender Völkermord organisiert wurde: viele Kinder starben an Infektionskrankheiten und Unterernährung, andere erkrankten an Leukämie (wegen der Uranmunition) und konnten nicht behandelt werden.

Vergessen wir nicht das berüchtigte CBS-Interview mit der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright zum Tod dieser Kinder: „Wir denken, das war es wert …

Frage: Wer wird für diese Orgie der Gewalt, diesen Genozid, diesen Holocaust zur Rechenschaft gezogen?

IT NEVER HAPPENED …

HybrisDie amerikanische Invasion war das schwerste Verbrechen nach dem Völkerstrafrecht, eine totale Missachtung der UN-Charta und auch ein Bruch der US-Verfassungl. Das US-Militär hat während der Besatzung unzählige Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, wobei die genetische Vergiftung wohl das schlimmste ist. (Dieser Terror wird heute von „IS“ und anderen „special forces“ weitergeführt.)

  • Wie viele US-Politiker und Militärische Befehlshaber wurden dafür zur Verantwortung gezogen? KEINER.
  • Wie viele amerikanische Untersuchungen gab es über die Opferzahlen bei Irakern? KEINE
  • Welche Reparationen hat die US-Regierung für die ungeheuren Schäden bezahlt? KEINE
  • Wie oft hat Präsident Obama die irakischen Opfer in seiner Rede zum 10. Jahrestag erwähnt? GAR NICHT:

Dazu Mike Whitney (gewohnt sarkastisch):

We’re way too important to apologize for killing a million of your people and reducing your five thousand year old civilization to a pile of rubble.  Instead, we’ll just screw you some more and paper it over with a little public relations, like Obama did a couple weeks ago when he promised to “leave behind a sovereign, stable and self-reliant Iraq, with a representative government that was elected by its people” (!)

Iraq was the Cradle of Civilization. Now it’s the cradle of shit. The US decimated Iraq; blew it to bits, bombed its industries, its bridges, its schools, its hospitals, levelled its cities, polluted its water, spread diseases everywhere, killed its kids,  pitted brother against brother,   and transformed a vibrant, unique country into a dysfunctional cesspit run by opportunists, gangsters, and fanatics.

 

ANHANG

BLEEDING A CITY TO DEATH

Ich denke, wir brauchen alle eine Ohrfeige, um uns daran zu erinnern, welche Hölle wir im Irak geschaffen haben …“

Wilson_The_Politics_of_TruthIm Zuge des „E-Mail-Skandals“ von Hilary Clinton wurde auch ein sehr aufschlussreicher Brief veröffentlicht, den  Joseph Wilson an die damalige US-Außenministerin schrieb, um über die Lage in Bagdad zu berichten. Mit ungewöhnlicher Offenheit (und Betroffenheit) beschreibt der Diplomat Wilson, wie sehr die einst blühende Stadt zerstört worden ist:

Meine Reise nach Bagdad hat mich fassungslos gemacht: ich habe versucht, eine passende, historische Analogie dafür zu finden, wie eine wichtige, vorher lebendige Stadt im Nahen Osten langsam ausblutet (und damit dem Tod geweiht ist).

Berlin und Dresden wurden im zweiten Weltkrieg verwüstet, aber ihre Einwohner mussten nicht eine sieben Jahre lange Besatzung ertragen, zu der ethnische Säuberungen [also geplanter Massenmord], Apartheid (Trennung nach Religionszugehörigkeit) und unermessliche Gewalt gehörten, die ihnen vom Militär und von Söldnertruppen angetan wurden.

Zwei Wochen vor „Desert Storm“ konnte ich mich noch frei und ohne Angst auf den Straßen und Märkten bewegen, mit den Ladenbesitzern plaudern, die ich während der letzten zweieinhalb Jahre kennengelernt hatte.

Heute kann sich jeder Ausländer in Bagdad, der keine Sicherheitsleute hat, gleich „einen Sarg bestellen“.

Bagdad 3Straßen, die von lebhaften Irakern bevölkert waren, Flussufer, an denen man das Lachen irakischer Familien bei einem abendlichen Spaziergang hörte, sind heute einsame Orte, an denen man verstörte, wütende junge Männer findet. Die Besatzung und vor allem die Abtrennung von Vierteln (Sunniten – Schiiten) haben das Gefüge der urbanen Gesellschaft zerstört.

Ich musste deshalb im Flughafen-Hotel bleiben, wo man fast täglich hörte, wie Granaten in die „Sichere Zone“ abgefeuert wurden. Manchmal landeten sie so nahe, dass bei uns die Fenster klapperten. Ein Beweis dafür, dass wir noch immer nicht als „Befreier“ angesehen werden (was uns Cheney ja versprochen hatte…)

Das ist auch daran zu sehen, dass wir schusssichere Westen und Helme tragen müssen und die Fahrt vom Flughafen zur Botschaft (weniger als 10 km) nur in einem Konvoy von gepanzerten SUVs möglich ist. Diese „Reise“ muss 24 Stunden vorher „geplant“ werden, um alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen treffen zu können.

bagdad wallDie Bomben-Schutzwände, die entlang der Straße hochgezogen wurden, verhindern, dass man weiß, wo man sich gerade befindet (wie Fahren in einem Tunnel), selbst wenn man in Bagdad gelebt hat.

Nach dem Treffen in der Botschaft wollte ich mir noch die Gegend unmittelbar rund um die „Green Zone“ ansehen, aber es war zu gefährlich, auch nur zwei Blöcke weit (egal in welcher Richtung) zu fahren – sich den Obst- und Gemüsemarkt in Karrada anzusehen, die Teppich und Kupfer-Handwerksmärkte am rechten Flussufer, den früheren Sitz des Botschafters, mein altes Haus – nichts davon war mehr möglich.

Kaffeehäuser, die früher voll von Wasserpfeife-rauchenden und Tee-trinkende Irakern waren, sind leer oder geschlossen. Der Mansour-Distrikt, vor dem Krieg ein Ort voller Leben, mit Restaurants und Geschäften, war auf den Status einer Müllhalde reduziert … man sah nur verwilderte Hunde und vereinzelte Gruppen junger Männer, die sich, mit ihren Zigaretten und bösen Blicken in dunklen Ecken versammeln.“

Wilson wollte für seine Kinder ein paar T-Shirts (aus dem Army-Shop) mitnehmen, doch er fand praktisch nur Motive, die entweder extrem kriegslüstern oder rassistisch waren. So gab es z.B. ein T-Shirt, auf dem eine „Atompilz“-Wolke zu sehen war mit dem Text: Wetter in Bagdad: 32.000 Grad und teilweise „bewölkt“ (!)

Auf anderen wurden die Araber als „Kamel-Jockeys“ bezeichnet (und das war noch die harmloseste Beleidigung; sehr beliebt war auch „sand-nigger“) …

Wilson warnt schließlich vor der politischen Macht der amerikanischen Generäle (und Geheimdienste) die uns „alle fertigmachen werden“, („eat us alive“) wenn wir sie nicht aufhalten.

(Da hat der Mann völlig recht)

lady liberty bloodUnd die EU zahlt an einen der größten Sponsoren islamistischer Terrorbanden, (Washingtons „good friend“, die Türkei),  3 Milliarden Euro … und erteilt dem Narco-Terror-Mafiastaat demnächst Visafreiheit ….

 

Da fehlen einem die Worte ….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

SCHÖNE BESCHERUNG 2015: Carl-Schmitt-Pralinen in der Geschenkpackung

Schmitt und Führer-Recht

Zur Demokratie gehört als notwendig erstens Homogenität und zweitens – nötigenfalls – die Ausscheidung und Vernichtung des Heterogenen.“

(Carl Schmitt, Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, 3. Aufl. Berlin 1926, S. 14)

In all den Berichten über den IS, die Gewalt in Syrien, die Terroranschläge in Paris, etc. wird immer der gleiche, primitive Kontext vermittelt: die bösen, brutalen Terroristen bedrohen unsere Sicherheit, deshalb muss die „Staatengemeinschaft“ jetzt noch mehr „eingreifen“ und Syrien bombardieren, als ob dort die Quelle des „Terrors“ wäre.

Diese gedankliche Verbindung zu konstruieren, war ja Zweck der Anschläge von Paris, deshalb ja auch der „syrische Pass“ und andere Märchen, die Syrien als neue Heimat des Terrors denunzieren soll.

Woher die Terroristen kommen, wer sie – WOZU – finanziert und ausgerüstet hat, wird nicht untersucht – und das aus gutem Grund.

Preparata coverAuch der rasche Aufstieg der NSDAP, also der „Nazis“ zur „Bedrohung des Weltfriedens“ war ja kein Naturereignis, sondern die Folge besonderer Unterstützung aus dem Ausland (siehe Preparata).

Was ebenfalls in den Medien ignoriert wird, ist die rechtliche Dimension der gemeinsamen „(Anti)-Terror-Kampagne“, zu der Hollande, Cameron, Obama, Van der Leyen u.a. aufgerufen haben. Um zu verstehen, von welcher enormen Tragweite dieses „Wegschauen“ ist, muss man den Begriff des „Völkerstrafrechts“ in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen.

Die „Nürnberger Prinzipien“ die aus den Prozessen gegen die deutschen Nazi-Verbrecher hervorgingen, bildeten die Grundlage für die Schaffung eines Völkerrechts mit universaler Gültigkeit. Dazu heißt es bei Wikipedia:

Die Nürnberger Prozesse gelten als Durchbruch des Prinzips, dass es für einen Kernbestand von Verbrechen keine Immunität geben darf. Erstmals wurden die Vertreter eines zum Zeitpunkt ihrer Taten souveränen Staates für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen. Als „Nürnberger Prinzipien“ gingen die von den vier Alliierten vereinbarten und vom Gericht angewendeten Grundsätze in das Völkerrecht ein.

Das wichtigste Prinzip ist: Jede Person – auch Staatsoberhäupter und Regierungsmitglieder – die ein völkerrechtliches Verbrechen begeht, ist hierfür strafrechtlich verantwortlich, auch wenn es im nationalen Recht dafür keine Entsprechung gibt.

Das Problem der „Siegerjustiz“ ist offensichtlich: die Verbrechen der Alliierten wurden mit einem völlig anderen Maß gemessen, als die von Nazi-Deutschland … heute gibt es diesen Widerspruch ja nicht mehr:

Deutschland ist Teil der NATO-Verbrecherorganisation, doch das Argument, zur „Selbst-Verteidigung“ gegen (selbst erschaffene, brutale) „Monster“ dürfe man sich durch rechtliche und zivilisatorische Normen nicht einengen lassen, wird heute mehr denn je in Anspruch genommen.

Erlaubt ist, was der „Führer“ für notwendig hält (Schmitt-Renaissance nach „911“!) und der „Führer der freien Welt“ ist ja die Regierung in Washington bzw. der US-Präsident, der ja auch „Todeslisten“ unterzeichnet …

Übrigens, das Konzept der „gezielten Tötung“ (also staatlich angeordneter Morde, präsentiert als „notwendige Verteidigung“ gegen angebliche Staatsfeinde (ohne Beweis und Gerichtsverfahren) stammt ja auch aus dem Dritten Reich und wurde von Carl Schmitt vehement befürwortet. Die Drohnenmorde von Obama, das Erschießen angeblicher „Terroristen“, (die nichts mehr sagen können) sind Beispiele für die moderne Auslegung dieses Prinzips ….

Wir kennen die Begriffe „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ aus den Medien, die allerdings immer nur dann angewendet werden, wenn es gilt, „Feinde“ der neoliberalen Ordnung und des faschistischen Finanz-Kapitalismus zu dämonisieren (Milosevic, Gaddafi, Assad, etc.) und zur Strecke zu bringen.

Bei Wikipedia findet man auch diese Feststellung:

liberty killsDer Straftatbestand des Verbrechens gegen den Frieden war völlig neu. Auch die Beteiligung an einer Verschwörung oder an einem gemeinsamen Plan zu dessen Durchführung wurde darin für strafbar erklärt.

Der Einsatz militärischer, wirtschaftlicher oder verdeckt operierender Gewalt („irregular warfare z.B. durch ukrainische Nazis, Al Kaida oder IS = eine solche Verschwörung) gegen einen anderen Staat zur Durchsetzung politischer Ziele ist ein –

VERBRECHEN  GEGEN  DEN  FRIEDEN  UND  GEGEN  DIE MENSCHLICHKEIT

– egal welche Ausreden dafür vorgebracht werden. Das ist das – auf den aktuellen Stand gebrachte – Fazit von „Nürnberg“.

Das Völkerrecht sollte also ein Schutzwall gegen die Planung und Anstiftung von Kriegen sein, die sich – nicht zuletzt dank Militärbündnissen – sehr schnell zu einem Weltkrieg ausweiten können (was gewissen Kreisen ja sehr recht ist)

Henry Ford the Grand Cross of the German Eagle  1938

Henry Ford erhält Orden von Hitler

Doch im Gegensatz zum zerschmetterten Europa, hatten die Eliten der USA kein Interesse daran, Kriege zu vermeiden. Ganz im Gegenteil, der amerikanischen Wirtschaft ging es nie so gut, wie im zweiten Weltkrieg. Das IG-Farben-Kartell (das ja einen amerikanischen „Zwilling“ hatte) machte gigantische Gewinne mithilfe des Dritten Reichs. Die Rechtsanwälte der Wall Street Firmen, (allen voran die Dulles-Brüder) die mit Hitler Geschäfte machten und Geldwäsche organisierten, hatten begriffen, dass diese kriminelle Symbiose zwischen einem autoritären, faschistischen Staat und einer profitbesessenen Wirtschaft die „optimale“ Form der Zusammenarbeit ist.

Dulles OSSIn diesem Sinne wurde ja dann auch die CIA als „Agentur“ der Kapitalinteressen eingesetzt, deren Gründer und erster Direktor Allan Dulles war. (Siehe dazu z.B. die Offenbarungen von John Stockwell u.a. ehemaligen CIA-Leuten)

Dulles Correa Jackson Report 1949

(Nicht ohne Grund bezeichnete Fletcher Prouty den „Dulles-Correa-Jackson-Report“ (1. Jänner 1949) mit dem die Organisation und politische Rolle der CIA definiert wurde, als „Mein Kampf“ von Allen Dulles.)

Business leaders were deeply fearful that the spirit of the New Deal at home and the spread of socialism abroad signalled drastic changes to the American economic system … a highly particularized construction of “freedom” became the key ideological weapon … (the crusading ethos): in reality freedom meant “free enterprise”, … the right of the US to organize the “free world” according to its own interests … Encoded in the word “freedom” then, was an agenda that stood apart and often against such other core values as equality, community and solidarity, and redistributive forms of justice.

… The real point was the orderly (American influenced) development and incorporation of all nations into an American-centered globalism. Even if Marx and Lenin did not exist, we would still have a problem” (Walt Rostow, 1962) [the goal was] creating a single world economic system (the very antithesis of economic freedom …) under US control

(Zitiert aus: Ideal Illusions von James Peck (Hervorhebung von mir]; das beste Buch um zu verstehen, was der „Kalten Krieg“ wirklich war: ein amerikanischer (endloser) Krieg gegen soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Selbstbestimmung der Völker)

WaPo CIA Nazi NetworksAus dieser Perspektive ist es auch „logisch“, dass tausende Nazis und Kriegsverbrecher nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern von den USA und England als „nützliche“, kriminelle Instrumente eingesetzt wurden (siehe dazu auch meine Beiträge über die Ukraine, Lebed, Bandera, etc.):

Als Techniker und skrupellose Wissenschaftler (Experimente an Häftlingen, geistigen Behinderten, etc.), als Geheimdienst-Agenten bzw. „assets“, als fanatische „Partisanen“ und gesteuerte Aufrührer in Osteuropa nach 1945, als „Gladio“-paramilitärische Nazis und Bombenleger in fast allen europäischen Ländern, als „Ausbilder“ von lateinamerikanischen Folterknechten und „Todesschwadronen“ (die Vorläufer von IS, nur ohne pseudo-religiöse Tarnung)

Auch im arabischen Raum wurden schon in den 1920er Jahren faschistische Gruppen gebildet, wie die Muslim-Bruderschaft. (MB), die ein perfides, politisches Werkzeug ist und keine (echte) religiöse Gemeinschaft. Ich teile deshalb die scharfe Kritik an der MB, die aber nicht zur Dämonisierung des Islam (und schon gar nicht des palästinensischen Widerstandes) führen darf.

MB studyMERKE: Auch die AKP, also die Partei des türkischen Regierungschefs Erdogan gehört zum Netzwerk der faschistischen MB, die sich nur ein „islamistisches“ Mäntelchen umhängt.

Die MB wurde nach dem zweiten Weltkrieg von der CIA „übernommen“ (vorher unter Schutz des britischen Geheimdienstes, der sie von Hitler übernahm) und 1954 nach Saudi Arabien „ausgelagert“, nachdem deren Morde und Terror-Anschläge in Ägypten zu harten, staatlichen Repressionen geführt hatten (die MB wurde verboten). Auch in Syrien trieb die MB ihr (vom Westen gesteuertes) Unwesen und wurde ebenfalls vom Staat verfolgt (was in den Medien als „brutale Unterdrückung“ des bösen Diktators (Vater) Assad dargestellt wurde.

Wir sehen also, die „Terror-Show“ ist nichts Neues, aber unsere Journaille „berichtet“ trotzdem so darüber, als ob sie wahr wäre. Aus der Geschichte nichts gelernt?

Al Kaida, der IS und die anderen „Rebellen“ in Syrien sind also nichts anderes als das Ergebnis dieser Fusion von faschistischer, militärischer Indoktrination (Waffen-SS / Einsatzgruppen Modell) und dem Wahabiten-Wahn in Saudi Arabien, der nichts mit dem Islam zu tun hat, aber viel mit dem Britischen Empire. Es ist nur ein perfides Instrument zur „Gehirnwäsche“ einfältiger Männer, die man als geopolitisches Werkzeug benutzt. In Syrien kämpfen aber auch gewöhnliche Verbrecher, Söldner und anderes Gesindel – natürlich unter der Führung von „special forces“ aus dem Militär der Förderer von IS (Frankreich, Israel, Türkei, Großbritannien, etc.)

NATO: PARTNERS IN CRIME

Die politischen Konsequenzen des Abschusses der russischen SU-24 durch die Türkei zeigen, was hier gespielt wird – wie die NATO das Völkerrecht mit Füßen tritt, wenn es ihre „Interessen“ fördert:

Zwar rief die NATO-Heuchlerbande zur „De-eskalation“ auf, hat aber gleichzeitig das Opfer der türkischen Aggression, Russland, eher als Täter behandelt. Die von Obama benutzte, unerträglich hohle Phrase „die Türkei hat das Recht, sich zu verteidigen“, suggeriert sogar eine Gefährdung der Türkei durch Russland, die es nicht gab.

Das russische Militär hat – gemäß Putins Angebot zur Kooperation – seine Flugdaten dem US-Militär zur Verfügung gestellt und somit wusste auch die türkische Luftraumsicherung genau, wann sich die russischen Kampfflugzeuge wo sich aufhalten würden. Der Abschuss war ein heimtückisch geplanter Überfall, deshalb sprach Putin ja von einem unverzeihlichen Verrat und einem „Dolchstoß in den Rücken“.

Die Tragik: Je mehr Putin versucht, „anständig“ und kooperativ zu sein, desto mehr spornt das seine machiavellischen Gegner an, (die das Wort Moral nicht einmal mehr buchstabieren können), ihm in den Rücken zu fallen oder in eine Falle zu locken.

Erdogan 2Die „Bedrohung“, die Erdogan & Co. in Russlands militärischem Eingreifen sehen, ist eine ganz andere:

  • Seine kriminellen Pläne, sich Teile Syriens und des Irak wieder einzuverleiben, die vor dem ersten Weltkrieg zum Ottomanischen Reich gehörten, wurden dadurch erheblich gestört. Dort sollen ausschließlich „Turkmenen“ angesiedelt werden, wozu Erdogan auch Uiguren aus China samt Familien importiert.
  • Das lukrative Geschäft mit gestohlenem Erdöl (an dem seine Familie persönlich beteiligt ist) wurde durch das russische Bombardement der Tanklaster und anderer Installationen massiv beschädigt
  • Der kriminelle Plan, aneinandergrenzende Gebiete aus Syrien und dem Irak „herauszuschneiden“, um dort einen neo-kolonialen Kurdenstaat zu etablieren, der alle Kurden aus der Türkei aufnehmen und damit das „Kurdenproblem“ ein für alle Mal lösen soll, ist ebenfalls gefährdet

Während Putin in der Presse routinemäßig böse Absichten unterstellt werden, werden die Motive Erdogans kaum hinterfragt. Das ist ja auch kein Wunder, denn als wichtiger „Verbündeter“ der allmächtigen USA ist es ein Gebot für alle churnalists nichts Negatives über ihn zu schreiben und wenn, dann nur um der USA „plausible denial“ zu ermöglichen (siehe Joe Biden Rede in Harvard).

SULTAN ERDOGAN ZIEHT NEUE GRENZEN

Der Guardian schilderte die Aussage eines türkischen Regierungsbeamten vor kurzem so:

Glauben Sie nur nicht, dass wir die Grenzen, die uns 1918 … aufgezwungen wurden, akzeptieren. Die Türkei wird einen Weg finden, zu ihren „natürlichen“ Grenzen im Süden zurückzukehreneine Linie zwischen Mosul (Irak) und Homs (Syrien).

Diese eigenmächtige, kriminelle neue „Grenzziehung“ (sprich: Überfall, Besetzung und Annexion) sei gerechtfertigt, wegen des großen Anteils von „Turkmenen“ in diesem Gebiet. Diese Art der Argumentation bzw. Täuschung kennen wir ja schon vom Dritten Reich und der Vergleich ist durchaus angebracht, denn auch Sultan Erdogan hat kein Problem damit, andere ethnische Gruppen (Alewiten, Christen, Schiiten und alle, die keine „Türken“ sind) zu eliminieren, dafür hat er ja alles getan, damit IS diese „Drecksarbeit“ für ihn erledigt.

Außerdem sind die Turkmenen in Syrien nur eine kleine Minderheit, die in keiner Weise unterdrückt wird – ebenso wenig wie die Kurden. Syrien war ja – bis es durch Terrorbanden serien-vergewaltigt wurde – ein Vorzeigeland für das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen und Ethnien. Dazu hat die Regierung in Damaskus noch mehrere Millionen palästinensische und irakische Flüchtlinge aufgenommen.

Unterdrückt und verfolgt wurde nur die faschistische „Muslim-Bruderschaft“ und das aus gutem Grund …(sie war schon seit den 1950er Jahren der subversive Vorläufer von Al Kaida und IS)

SOME ARE MORE EVIL LEGAL THAN OTHERS

Dass die Türkei ungestraft ein Flugzeug – in syrischem Luftraum – abschießen darf, zeigt wohin die Reise geht: jeder Schurkenstaat, der sich am verbrecherischen, verdeckten NATO-Krieg gegen Syrien beteiligt, darf dort (und im Irak) machen, was er will. Völkerrecht? UN-Charta? No Problem.

Die USA erinnert sich nur dann an diese wackeligen Säulen der Zivilisation, wenn man sie gegen aufmüpfige Länder einsetzen kann: die hysterische Reaktion auf Russlands – legitimes – Eingreifen auf der Krim (ohne Gewalt und mit Zustimmung der ohnehin „russischen“ Krim-Bewohner) hat ja die Doppelmoral und Verlogenheit der NATO-Vasallen deutlich gezeigt.

MerkelAuch Merkel hat sich ja damals auch ganz groß ins Zeug gelegt zum Thema „Verletzung des Völkerrechts und derstaatlichen Souveränität“, die Russland vorgeworfen wird und ja Ursache für die noch immer andauernden Sanktionen sind.

Was ist denn mit der staatlichen Souveränität Syriens, Frau Merkel? Hat irgendjemand danach gefragt, als man „beschlossen“ hat, die deutsche Bundeswehr – verfassungswidrig -dorthin zu schicken? Die arrogante Doppelmoral hier ist unerträglich. Und was treibt der BND eigentlich dort?

  • Weder Deutschland, noch Frankreich, Großbritannien, die USA, die Türkei oder sonst wer hat das Recht, „militärisch in Syrien einzugreifen“ schon gar nicht mit Bomben – außer die Regierung in Damaskus stimmt ausdrücklich zu.
  • Die andauernde Bewaffnung von eingeschleusten „Rebellen“ (sprich: Terrorbanden) durch NATO-Länder ist ebenfalls ein schwerer Verstoß des Völkerrechts: nämlich der UN-Charta.
  • Es ist offensichtlich, dass der IS und der „islamistische Terror“ nur zu dem Zweck erschaffen wurden, damit man scheinbar einen Grund hat, sich über diese Rechtsnormen hinwegzusetzen und alles als „notwendige Verteidigung“ zu verkaufen

Man stelle sich vor, Russland kommt zum Schluss, dass die Merkel-Regierung nicht mehr „tragbar“ ist, und bewaffnet deshalb junge, frustrierte und indoktrinierte Männer aus allen möglichen Ländern, um diese loszuwerden und Deutschland aufzuteilen …

Gemäß den o.a. Normen des Völkerrechts sind alle Mitglieder der deutschen Bundesregierung, die Kanzlerin und alle Abgeordneten die für den Einsatz in Syrien gestimmt haben (und die PR-Märchen über Syrien seit Monaten akzeptieren), als Kriegsverbrecher anzusehen. (Zur UN-Resolution 2249 – siehe Anhang)

Während Russland mit heftigen Sanktionen belegt wurde, die seiner Wirtschaft enorm schaden, obwohl es nur seine sicherheitspolitischen Interessen wahrgenommen hat (mit mehrheitlicher Zustimmung der Krim-Bewohner), darf sich die Türkei jetzt alles erlauben:

Man marschiert mit schweren Geschützen, 20 Panzern und über 1.000 Mann in den Norden des Irak (nahe Mosul) ein und hat auch nicht vor, dort wieder wegzugehen …. so what?

Dass all diese Verbrechen immer nur als „Schutz“ gegen eine Bedrohung deklariert werden, kennen wir doch von Hitler, was unsere Journaille aber schon wieder vergessen hat.

Es ist kein Akt der Aggression, sondern ein Akt der Solidarität (Ahmet Davotuglu)

Der türkische Ministerpräsident bedient sich also der „Sudetenland-Rhetorik“ Hitlers, um die türkische Aggression zu legitimieren und kommt damit durch. History repeats itself as farce

Die irakische Regierung darf ja nur soweit „regieren“, als sie den Plänen des größenwahnsinnigen US-Hegemons nicht in die Quere kommt.

turkish tank on Iraqi soilHeftige Proteste aus Bagdad – wegen dieser eklatanten Verletzung der staatlichen Souveränität werden von unserer Presse so dargestellt, dass man diese nicht ernst nehmen darf: die widersprüchlichen Behauptungen der Türkei werden als gleichwertig präsentiert und der Zuschauer darf sich aussuchen, wem er glauben will. Abwertende Formulierungen wie „die Machtzentrale in Bagdad“ (ORF-Spin-Nachrichten) statt der korrekten Bezeichnung „die Regierung in Bagdad“ sollen den „Medienkonsument“ in die vorgegebene Richtung treiben.

Auch die angekündigte Aufnahme von Montenegro (ein privates Rothschild-Fürstentum) in die NATO bedeutet eine Provokation Russlands bzw. eine Bedrohung russischer Sicherheitsinteressen. Montenegro wird als „historischer” Verbündeter Moskaus, jetzt auch in den amerikanischen Macht-Orbit hineingezogen (ob die Bevölkerung will oder nicht).

Turkishsupport ISDie Türkei wird weiterhin ungestraft das Völkerrecht verletzen und Russland – das sich selbst daran hält – wird durch sein „anständiges“ Verhalten immer mehr zur Zielscheibe der NATO-Aggression, weil das als Schwäche ausgelegt wird.

Russlands ehrliche Bemühungen, einen Weltkrieg / „taktischen“ Atomkrieg zu vermeiden, ist also für diese US/NATO-Psychopathen, die an Gruppennarzissmus dritten Grades leiden, ein Ansporn noch etwas mehr Gewalt und Perfidie draufzulegen.

Da kann man nur mehr hoffen, dass Dr.Paul Craig-Roberts mit seiner düsteren Prophezeiung nicht Recht hat:

There is no doubt that Washington is driving the world toward Armageddon, and Europe is the enabler. Washington’s bought-and-paid-for-puppets in Germany, France, and UK are either stupid, unconcerned, or powerless to escape from Washington’s grip. Unless Russia can wake up Europe, war is inevitable.

PERFIDE ALBION 2.0: Cameron pfeift auf das Völkerrecht

Do you know why the sun never sets in the British Empire? Because God does not trust those bastards in the dark

(Treffender Humor von ex-CIA Analyst Ray McGovern, kürzlich bei KenFM zu sehen)

Wer die Geschichte des British Empire kennt, weiß dass dessen geistige Väter und Verwalter völlig skrupellos waren und deren Nachfolger sind es noch heute (der Glaube, dass die angelsächsische Rasse dazu auserkoren ist, sich andere Völker untertan zu machen bzw. deren Bodenschätze zu plündern, ist leider nicht mit dem „Empire“ untergegangen, sondern auch nach Washington exportiert worden …)

Ein moderner Vertreter dieser Ideologie ist der „Schweine-Liebhaber“ David Cameron. Ähnlich wie Obama hält er immer tolle Reden über Demokratie und Menschenrechte, während sein Land (und vor allem seine Finanzmafia in der City) sich keinerlei moralische Hemmungen auferlegt, um politische Ziele zu erreichen – und wenn dafür ein paar Millionen Menschen sterben, who cares?

Cameron comtempt for intl lawDer juristische Beraterstab der britischen Regierung (sicherlich einiges gewöhnt) hat kürzlich Alarm geschlagen, weil unter Cameron die „Verachtung für das Völkerrecht eklatant sei.

Der ehemalige (bis 2014) Vorsitzende dieses Beratergremiums, Paul Jenkins veröffentlichte in einem Brief schwere Vorwürfe dazu: Cameron sei die „allumfassende“ Verpflichtung der Minister, sich an rechtsstaatliche Normen und (vor allem) das Völkerrecht zu halten, „schwer auf die Nerven gegangen“, deshalb habe er angeordnet, den Verhaltenscodex für Regierungsmitglieder zu ändern und durch eine andere Formulierung abzuschwächen.

Diese Vorgehensweise sei an sich schon bedenklich genug, doch ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wenn sich Großbritannien an immer mehr Kriegen beteiligt („den Einsatz tödlicher Gewalt im Ausland ausweitet), sei diese Aufweichung von Rechtsnormen besonders gefährlich. Die NGO “Rights Watch UK” hat diese Änderung angefochten und verlangt die Wiederherstellung der alten Version.

Hier handle es sich um eine Frage der politischen Moral, nicht nur um die Formulierung von Rechtsnormen, so ihr Sprecher.

Wir sehen also, dass die „Wertegemeinschaft“ EU sich immer mehr den „Werten“ von Carl Schmitt, Nitzsche und Leo Strauß annähert – ganz wie die „Auserwählten“ in Washington und Tel Aviv …

THE  ARROGANCE  OF  POWER

Dass Cameron einen Spitzenplatz in der Galerie der politischen assholes einnimmt, kann man auch aus dieser Meldung ersehen:

Cameron attacks syrian armyDie Betreiber von VT haben sehr gute Kontakte zu Geheimdiensten und Militärquellen. Laut ihren Informationen hat Cameron den Befehl zum Angriff auf die syrische Armee gegeben und zwar als „Bestrafung“ für eine Äußerung Assads:

Der syrische Präsident hatte in einem Interview mit der TIMES gewagt, die britische Regierung zu kritisieren, nein noch schlimmer, er hat die Wahrheit gesagt. Auf die (bescheuerte) Frage, ob Assad es richtig finde, dass jetzt auch britische Bomben („im Kampf gegen IS“) in Syrien fallen, antwortete er u.a.:

Die Schlagzeile „die Entschlossenheit, den Terrorismus zu bekämpfen“ möchte ich kommentieren. Wir wissen, dass Großbritannien und Frankreich die Speerspitze der Sponsoren des Terrors in Syrien waren und zwar von Anfang an. Wir wissen also, dass diese „Entschlossenheit“ bei ihnen nicht existiert … Wenn man militärisch wirklich etwas erreichen will, muss man Bodentruppen haben, nicht nur Luftangriffe. Man muss mit der nationalen Armee kooperieren, damit die Intervention legal ist. Sie ist nur dann legal, wenn die Teilnahme an einer Koalition in Übereinstimmung mit der legitimen Regierung in Syrien stattfindet. Daher würde ich sagen, sie haben diese Bereitschaft nicht …“

Assad hatte dann auch noch die Frechheit, den Schein-Kampf der US-geführten Koalition gegen IS bloßzustellen:

Schauen wir uns die Realität an: Seitdem die Koalition ihre Operationen begonnen hat, haben IS, Al Nusra und gleichgesinnte Gruppen ihre Macht ausgedehnt. Doch was passierte, nachdem die Russen eingegriffen haben? IS und Al Nusra wurden schwächer. Daher komme ich zum Schluss, dass diese neue “Koalition“ nicht viel zustande bringen wird. Sie ist schädlich und illegal und wird dem Terrorismus nur Vorschub leisten…“

Da platzte Cameron offenbar der arrogante Kragen: die Wahrheit über die eigenen Verbrechen will niemand in London hören, also muss man diesem Assad einmal zeigen, wo der Hammer hängt: Cameron soll diese Aussagen als „Kriegserklärung“ betrachtet und deshalb einen „Denkzettel“ angeordnet haben:

Quellen aus dem Kriegsministerium sagen, der Angriff sollte wie „ein Versehen“ aussehen, aber nicht zu sehr, denn „Syrien kann ohnehin nichts dagegen machen“.

Die Verbrechenszentrale in Washington hat natürlich bestritten, irgendetwas von diesem Angriff zu wissen, obwohl AWACS-Flugzeuge den Luftraum im Einsatzgebiet überwachen.

Die Bomben fielen auf einen Stützpunkt der syrischen Armee in der Region Deir ez Zor (Ölfelder), bei dem vier syrische Soldaten getötet wurden. 16 wurden verletzt. Kurze Zeit später wurde das Militärcamp von IS-Terroristen überfallen.

Dann gab es nach einer Meldung von FNA noch einen zweiten Angriff, der 20 Zivilisten das Leben kostete (Hasaka Provinz) und 30 Menschen verletzte.

Wenn es um die Bombardierung der Öl-Tanker geht, die unter IS-Kontrolle stehen, zeigt sich die USA aber sehr besorgt um „zivile Opfer“. Sie werfen vor der Bombardierung Flugzettel ab, auf denen vor der „Gefahr“ gewarnt wird:

AIRSTRIKES ARE COMING. Oil trucks will be destroyed. Get away from your oil trucks immediately. DO NOT RISK YOUR LIFE.“ (!!)

Dass damit natürlich auch die Terroristen gewarnt werden und nicht nur die Fahrer der Laster, liegt auf der Hand.

Wer jetzt noch immer nicht begreift, was hier gespielt wird, sollte vielleicht einen Neurologen aufsuchen …

 

ANHANG

UND WAS IST MIT DER UNO?

Ist die, dank dem „Terror in Paris“ von Frankreich durchgesetzte, UNSC-Resolution 2249 ist eine solide Legitimation für die Bombenangriffe in Syrien? Das hängt vom moralischen Niveau des Betrachters ab:

Darin werden der IS (und gleichgesinnte Gruppen) als „globale und noch nie dagewesene Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit eingestuft und die „Entschlossenheit“ bekräftigt, „mit allen Mitteln“ dagegen vorzugehen.

Diese Resolution 2249 wird natürlich von denen, die Syrien seit Jahren zerstören wollen, als Legitimation für ihre (verdeckte und offene) Gewalt gewertet, das sind in erster Linie: die USA, Frankreich, Großbritannien, die Türkei, Israel, Saudi Arabien und der korrupte Emir von Katar.

Aber auch der deutsche Bundestag (mit Ausnahme der Linken) hat sich davon täuschen lassen und dem Einsatz der Bundeswehr in Syrien zugestimmt. Diesen Absatz der Resolution 2249

Reaffirming that Member States must ensure that any measures taken to combat terrorism comply with all their obligations under international law, in particular international human rights, refugee and humanitarian law; …

hat Frau van der Leyen anscheinend nicht gelesen oder sie hat ihn einfach ignoriert, ebenso wie Merkel und der Rest der Bundesregierung. (Es war übrigens Russland, das darauf bestanden hat, diesen Abschnitt einzufügen, der restliche Text war ein „Vorschlag“ von Frankreich, das die angsterfüllte Stimmung nach den Anschlägen von Paris dafür instrumentalisierte)

Die „außerordentliche“ (hochgespielte, künstliche) Bedrohung durch den (als politisches Werkzeug benutzten) IS darf also nicht dazu führen, dass die Verpflichtungen nach dem Völkerrecht außer Kraft gesetzt werden.

Natürlich kann praktisch jeder Gesetzestext unterschiedlich interpretiert werden, davon leben ja auch die Rechtsanwälte, doch in diesem Fall muss wohl die Rolle des Völkerrechts zur Verhinderung militärischer Aggression gegen einen anderen Staat (also  Verhinderung eines Krieges ) im Mittelpunkt stehen.

Das britische Royal Institute on International Affairs (Chatham House) hat kürzlich dazu Stellung bezogen:

Cameron legality of milint SyriaDamit der Einsatz militärischer Gewalt gegen IS (in Syrien) rechtlich autorisiert ist, muss die Resolution des UN-Sicherheitsrates (UNSC) eine Entscheidung gemäß Kapitel VII der UN-Charta treffen, mit der alle notwendigen Maßnahmen gegen ISIS legitimiert werden.

Res. 2249 legt zwar fest, dass IS „eine globale und noch nie dagewesene Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit“ ist, doch die Wortwahl im operativen Teil der Resolution ist nur appellativ (auffordernd) und bezieht sich nicht auf Kapitel VII. Jene, die auf eine spezifische UN-Autorisierung der Militärgewalt gewartet haben, (sollten wissen) das ist sie nicht.

Wenn ein Staat also eine legale Grundlage hat, die mit der UN-Charta im Einklang steht (wie Russland), dann ist es „OK“, sich militärisch in Syrien zu engagieren.

Und was ist mit England, Deutschland und Frankreich?

Paris wasn’t just different because it was so close to us, or because it was so horrific in scale; as different because it showed the extent of terror planning from Daesh in Syria and the approach of sending people back from Syria to Europe.”

Diese Sätze stammen von Premierminister Cameron und der Zweck ist offensichtlich: den Eindruck zu erzeugen, die „Terrorgefahr“ Gefahr gehe vom „heartland“ Syrien aus, deshalb müsse jeder „anständige“ Abgeordnete für den Militäreinsatz in Syrien stimmen. Gegner von Camerons Heuchelei, wie Jeremy Corbyn werden als „terrorist sympathizers“ denunziert und stigmatisiert.

Goering funktioniert also immer noch, aber mit einem großen Unterschied: hier ist es nicht das Volk, das verarscht wird, sondern das Parlament. Nach einer aktuellen Umfrage sind 89% der Briten gegen einen Kriegseinsatz in Syrien und das britische Parlament hatte ja im Juli 2013 auch in diesem Sinn votiert.

In diesem Kontext wird klar, warum schockierende „Anschläge“ in Paris stattfinden mussten: um den letzten Widerstand gegen diese militärische Gewalt in Syrien zu brechen.

Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass die „Planer“ der Anschläge von Paris aus Syrien kamen bzw. sie dort vorbereitet haben. (Siehe meinen Beitrag über Paris – Woher hatten sie die Waffen??? Sicher nicht aus Syrien …) und überhaupt, ist das ganze Szenario in Paris sehr zweifelhaft.

Der Widerstand gegen Krieg ist in modernen Nationen so groß, dass jeder Krieg als Verteidigung gegen einen bösartigen, mörderischen Aggressor erscheinen muss. Es darf keinerlei Zweifel daran geben, wen die Öffentlichkeit hassen muss.“

(Harold Lasswell)

Das sind alles politische Märchen, die Hollande & Co. auftischen, damit ihre neo-kolonialen Pläne mit dem moralischen Feigenblatt der „Verteidigung“ verdeckt werden (man „wehrt“ sich gegen selbst erschaffene, kontrollierte Terror-Banden … wann kriegt unsere Journaille das mit?)

Das zweite Argument des Premierministers ist noch absurder: die Bedrohung des Vereinigten Königreichs habe mittlerweile das Niveau eines „bewaffneten Angriffs“ erreicht. (Wir kennen den Trick: angeblich haben die Terrorfahnder „sieben geplante Anschläge vereitelt“ – behaupten diejenigen, die selbst von der Terror-Angst politisch profitieren)

Damit will Cameron einen Bezug zum Artikel 51 der UN-Charta herstellen, in dem das Recht auf Selbstverteidigung bestätigt wird. Die Notwendigkeit der „Verteidigung“ setzt voraus, dass der Angriff unmittelbar bevorsteht und dass die „Notwehr“ unverzichtbar und proportional ist.

(Ein auf mehreren Ebenen organisiertes Verbrechen mit einem Akt des Krieges gleichzusetzen, war auch der Trick, der nach 911 angewandt wurde)

Wenn mit “Selbstverteidigung” gegen einen nicht-staatlichen Akteur argumentiert wird, muss bewiesen werden, dass das Land, in dem sich diese Gruppe aufhält, „unfähig oder unwillig“ ist, Angriffe auf andere Staaten zu verhindern.

Die Regierung Assad und die tapfere, syrische Armee kämpfen seit fünf Jahren im wahrsten Sinn des Wortes „um ihr Leben“ und den Erhalt des syrischen Staates, was sie ohne Unterstützung der Bevölkerung nie geschafft hätten. Dass man Assad jetzt auch noch für die „Bedrohung” Europas durch die synthetischen Terroristen verantwortlich machen will, ist ein unerträglicher Skandal. Und der größte Witz ist, dass diese Terror-Banden ja nicht aus Syrien stammen, sondern dort eingeschleust wurden – vor allem über die Türkei.

valeurs assad interviewDie ganze Beurteilung der enormen „Bedrohung“ durch den IS beruht ja auf der (primitiven) BIG LIE, dass dieser „aus dem Nichts“ entstanden ist und als einziges Ziel die Erschaffung eines „weltweiten“ Kalifats habe, wozu alle Mittel recht seien. Dass diese „McDjihadis” in Wahrheit eine perfide, politische Waffe sind, die der Westen und seine ebenso verkommenen „Verbündeten“ (Türkei, Israel, Saudi Arabien, Katar,) einsetzt, um die eigene Aggression und das eigene Machtstreben zu verschleiern, darf natürlich nicht ausgesprochen werden – schon gar nicht in der UN.

Wenn man den richtigen Kontext liefert, wird klar, dass die Anschläge von Paris einen politischen Zweck hatten (und deshalb mit 99% Wahrscheinlichkeit mit Wissen des französischen Staates stattfand): in Europa so viel Angst zu erzeugen, dass der längst geplante Militäreinsatz in Syrien akzeptiert und durch eine UN-Resolution abgesegnet wird. Genau das ist ja auch passiert.

Wenn also von nun an ein (einziger) „Terroranschlag“ (der nie von unabhängigen Behörden untersucht wurde) genügt, um militärische Gewalt in einem anderen Land als „Selbstverteidigung“ zu rechtfertigen, dann können wir uns vom Völkerrecht verabschieden (aber das gilt ja ohnehin schon seit „911“…)

Andere Völkerrechtler haben ebenfalls “ihren Senf“ dazugegeben und sprechen von der „Konstruktiven Unklarheit“ der UNSC-Resolution. Die Resolution 2249 sei so formuliert worden, dass sie als politische Unterstützung für das militärische Eingreifen benutzt werden kann, ohne dass sie tatsächlich eine Legitimation des Sicherheitsrates liefert.

Fazit: mit dieser “kreativen Doppeldeutigkeit“ hat die UN die Souveränität von Syrien und dem Irak de facto untergraben (auch wenn sie das nicht beabsichtigte).

Hier wird die Realität auf den Kopf gestellt: während Syrien seit fünf Jahren ECHTE und NOTWENDIGE Selbstverteidigung gegen die eingeschleusten Terrorgruppen ausübt, wird Assad als brutaler Diktator präsentiert, der die „moderate“ Opposition niederknüppelt (die vom Westen massiv bewaffnet wurde und auch nicht „syrisch“ ist)

Die perfide Form der – extrem brutalen – Gewalt, die hier die o.a. Länder gegen Syrien einsetzen (durch die gesteuerten Terroristen) und „False Flag-Terroranschläge“ in Europa werden dann als Vorwand genommen, sich dagegen zu „wehren“, in dem man das –bereits geschundene Land – auch noch mit Bomben terrorisiert? (Infrastruktur zerstört, nicht IS) Wie krank ist das?

LONG-DISTANCE “Notwehr” GEGEN TERROR-MARIONETTEN

best buddies Hollande NetanyahuAuch Hollande hat sich ja nach Charlie Hebdo auf das Prinzip der „Selbstverteidigung“ berufen (ohne dass die Öffentlichkeit je (glaubhaft) darüber informiert wurde, was wirklich passiert ist) und von einer „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ gesprochen. Das nahm ihm aber damals kaum jemand ab (denn als Grund für den Anschlag wurden ja die beleidigenden Islam-Karikaturen angeführt, also ein spezifisches Motiv der Täter beschränkt auf eine kleine Gruppe), also musste eine ganze „Serie“ von Anschlägen her, bei denen scheinbar „wahllos“ Menschen ermordet wurden (die amerikanische Satanisten-Band im Bataclan aber ungeschoren davon kam…). Wer die Geschichte von Gladio kennt, weiß was hier gespielt wurde.

Frau Van der Leyen plappert ja nur das nach, was Hollande und Cameron schon vorgespielt haben. Auf die Frage „Führt Deutschland jetzt Krieg?“ (ZDF-heute) anwortete sie: Nein, denn der IS ist ja kein Staat.

Aber Syrien ist ein Staat, Frau Minister und Sie haben nicht das Recht, dort mit Tornados oder sonstigem Kriegsgerät aufzutauchen, ohne Zustimmung der syrischen Regierung. Gerade Deutschland müsste besonders penibel darauf bedacht sein, das Völkerrecht nicht zu untergraben, doch van der Leyen begreift das nicht …

Die Resolution 2249 hat also schwerwiegende Konsequenzen:

Es ist nicht anscheinend mehr notwendig, die Existenz einer realen, unmittelbaren Bedrohung zu demonstrieren und darüber zu beraten, wie man dagegen vorgeht bzw. zu klären, WOHER diese Bedrohung eigentlich kommt.

IS ist der neue „manichäische Teufel“, der die „kommunistische Weltverschwörung“ des Kalten Krieges ersetzt und der USA und ihren Vasallen erlaubt, sich über Völkerrecht und Menschenrechte hinwegzusetzen – ohne Folgen.

Carl Schmitt ist also der Mann der Stunde und unsere Politiker sorgen dafür, dass das „Vierte Reich“ (auch in Form von TTIP) immer näher kommt …

 

 

 

AIR TURKEY: Der Kalif von IS sitzt in Ankara

syrian border clashes russia turkey 20 NovBereits am 20. November 2015 meldete die Presseagentur AFP Spannungen zwischen der Türkei und Russland, weil die russischen Bomber „sehr nahe“ an der türkischen Grenze operierten (was sich nicht vermeiden lässt). Der russische Botschafter wurde also ins Außenministerium zitiert, wo man ihn davor warnte, „zivile Ziele in turkmenischen Dörfern“ zu bombardieren und „die Operationen sofort zu beenden“, andernfalls wurden „ernste Konsequenzen“ angedroht.

Es gab ja schon mehrfach solche „Warnungen“ (eher Drohungen), seitdem Präsident Putin in Absprache mit Präsident Assad den Luftkampf gegen die Terroristenbanden in Syrien (IS & Co.) Ende September aufgenommen hat.

Doch die (seit Wochen) zur Schau gestellte “Empörung” Erdogans über die (dramatisierten) Luftraumverletzungen russischer Kampfflugzeuge und der Abschuss einer SU 24 vor zwei Tagen sind nicht das, als was sie erscheinen. Es ist ein Affentheater, um das zu verschleiern, worum es wirklich geht:

ERDOGAN IST DER LOGISTISCHE „KALIF“ VON ISIS

(jedenfalls seit der saudische Prinz Bandar einen unrühmlichen „Abgang“ hatte)

Was damit gemeint ist – und was sich auch demonstrieren lässt – soll im Folgenden (siehe auch weiter unten) erklärt werden:

Sukoi 24Der Abschuss eines russischen SU-24 Bomber-Jets durch türkische F-16 Piloten ist eine klare Provokation der Türkei, wie Außenminister Lavrov richtig feststellte. Gestern meldete RT, dass einer der Piloten, Konstantin Murahtin gerettet werden konnte. Er sagte u.a. folgendes:

Es gab keine Warnung, weder über Funk noch visuell. Es gab überhaupt keinen Kontakt. Deshalb haben wir unsere übliche Route genommen. Sie müssen verstehen, was die Fluggeschwindigkeit eines Bombers ist, verglichen mit einer F-16. Wenn sie uns warnen wollten, hätten sie einen Parallelkurs fliegen können. Aber da war nichts. Und die Rakete traf unser Heck völlig unerwartet. Wir hatten keine Zeit, ein Ausweichmanöver zu fliegen.“

Vergleich: russische Flugroute und türkische Angaben

Vergleich: russische Flugroute und türkische Angaben

Na ja, könnte man jetzt argumentieren: die Türkei sagt das eine, Russland das andere – wem soll man glauben? Abgesehen davon, dass Erdogan so viel Glaubwürdigkeit hat, wie Machiavelli und Goebbels zusammengenommen, kann man seinen Verstand einschalten und die Fakten überprüfen:

Das russische Militär betont, dass das Flugzeug 1 km von der türkischen Grenze entfernt war, als es abgeschossen wurde und sich in ca. 6000 m Höhe befand. Die Absturzstelle liegt ca. 4 km hinter der syrisch-türkischen Grenze, also in Syrien.

TurkeyUNLetterDas Schreiben, das die türkische Regierung (als Beschwerde über den Vorfall) beim UNSC eingereicht hat, wurde mittlerweile veröffentlicht – siehe Bild oben. Die eine Su-24 hat demnach (wenn die türkische Regierung die Wahrheit sagt) für ganze 17 SEKUNDEN (!) und über eine Länge von 1,8 km, die türkische Lufthoheit verletzt.

Gleichzeitig behauptet die Türkei, man habe die russischen Piloten 5 MINUTEN lang gewarnt, bevor die Abfangjäger den Befehl zum Abschuss erhielten. (Normalerweise wird das nicht-feindliche Flugzeug von Kampfjets eskortiert und gezwungen, zu landen oder den Luftraum zu verlassen)

Das ergibt keinen Sinn, denn innerhalb von 17 Sekunden kann kein Kampfflugzeug aufsteigen, die Absicht zu schießen, muss also schon vorher bestanden haben. Auch das ist aber (innerhalb der offiziellen Darstellung) nicht logisch, denn alle Beteiligten wussten ja, dass die russische Luftwaffe nicht die Türkei angreifen will, sondern die Infrastruktur der Terroristen im Norden Syriens.

Reuters russian SU 24 hit in syrian airspaceDie Presseagentur REUTERS veröffentlichte am 25. November 2015 eine kurze, aber sehr brisante Meldung:

Die Vereinigten Staaten glauben, dass der russische Jet, der am Dienstag von der Türkei abgeschossen wurde, innerhalb des syrischen Luftraums getroffen wurde, nachdem er kurz in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Diese Angaben stammen von einem US-Regierungsbeamten, der anonym bleiben wollte. Dieser sagte, diese Bewertung beruhe auf der „Wärme-Signatur“ des Jets. 

Diese Meldung wurde auch von der türkischen Presse übernommen.

Als ein türkisches Kampfflugzeug 2012 von der syrischen Luftabwehr abgeschossen wurde, schlug Erdogan ganz andere Töne an: Er sagte damals vor dem türkischen Parlament:

Ein “kurzzeitiges Eindringen in den Luftraum anderer Staaten kann niemals einen solchen Angriff rechtfertigen“.

Das aggressive Verhalten der Türkei ergibt aber sehr viel Sinn, wenn man den richtigen Kontext dazu liefert, dann wird die politische Interpretation sehr leicht (wie auch Putins Kommentar dazu deutlich macht)

DIE TÜRKEI: MAFIASTAAT UND „TÜRROR“-PATE

isis t-shirt in Turkey

IS „Fan-Artikel“ in der Türkei frei erhältlich ..

Die Türkei ist massiv in jenes Netzwerk verwickelt, dass den Support für die fanatischen Islamisten und Killerbanden, die u.a. nach Syrien eingeschleust wurden, gewährleistet.

Dazu hat sich ja Präsident Putin kürzlich vor der UN mehr oder weniger eindeutig geäußert:

Der IS ist nicht aus dem Nichts entstanden. Er wurde ursprünglich als Waffe gegen unerwünschte, säkulare Regierungen geschaffen. […] Die Lage ist sehr gefährlich. Unter diesen Umständen ist es heuchlerisch und unverantwortlich, Erklärungen über die Gefahr des Terrorismus abzugeben und gleichzeitig wegzuschauen, wenn es um die Kanäle der Finanzierung der Terroristen geht. Dazu gehören Drogen- und Waffenhandel und illegaler Verkauf von (gestohlenem) Erdöl.

Es ist ebenso unverantwortlich, Extremistengruppen zu manipulieren, um politische Ziele zu erreichen – in der Hoffnung, man werde später einen Weg finden, sie loszuwerden.“

(Präsident Putin, Auszug aus seiner Rede vor der UN-Generalversammlung am 28. September 2015)

turkey-ISISWelche perfide Rolle (u.a.) die türkische Regierung unter Erdogan im scheinheiligen „war on terror“ einnimmt, habe ich ja schon in früheren Artikeln geschildert.

David L.Philips, Professor für Politikwissenschaft an der Columbia Universität, machte sich 2014 die Mühe, die immer lauter werdenden Vorwürfe gegen Erdogan, den IS und andere Terrorgruppen (wie Al Nusra) systematisch zu unterstützen, zu untersuchen.

Dazu durchforsteten er und seine Kollegen zahlreiche internationale Presseberichte, in denen die Komplizenschaft der Türkei mit dem Terrorismus in Syrien deutlich wird. Eine Liste dieser sehr aussagekräftigen Indizien hat die Huffington Post am 11. Oktober 2014 veröffentlicht. Hier als „Vorgeschmack“ nur die Absatz-Überschriften:

  • Turkey Provides Military Equipment to ISIS
  • Turkey Provided Training to ISIS Fighters
  • Turkey Offers Medical Care to ISIS Fighters
  • Turkey Supports ISIS Financially Through Purchase of Oil
  • Turkish Forces Are Fighting Alongside ISIS
  • Turkey Helped ISIS in Battle for Kobani
  • Turkey and ISIS Share a Worldview
  • Turkey Provided Transport and Logistical Assistance to ISIS Fighters

Alleine die Tatsache, dass Erdogan Journalisten und Staatsanwälte verhaften lässt und sie mit Todesstrafe oder lebenslanger Haft wegen „Spionage“ bedroht, die die gut belegten „Vorwürfe“ über den Terror-Support der AKP-Regierung aufdecken bzw. untersuchen, spricht ja bereits für sich …

Classified Woman EdmondsAuch die mutige Sibel Edmonds (Expertin für den türkischen “deep state”) hat auf ihrer Website (BFP) die Rolle ihres Heimatlandes (das sie als Kind verlassen hat) im absurden „Kampf gegen den Terror“ entlarvt, z.B. hier:

 “Seit Beginn des sogenannten “syrischen Bürgerkrieges“ hat NATO-Mitglied Türkei eine entscheidende Rolle bei der Eskalation des Konfliktes gespielt, indem sie zahllose Waffen und Kämpfer nach Syrien gebracht hat. Ohne diese große Unterstützung der Terroristen, die in Syrien kämpfen, wäre der Aufstieg des IS nicht möglich gewesen, wie dessen Mitglieder selbst zugegeben haben.“

Zur Rolle unserer Journaille in diesem perfiden Spiel (sie „berichten“ über den Bockmist, den Erdogan, Obama, Hollande, NATO-Propagandist Fogh-Rasmussen, etc. von sich geben, als wäre das die Wahrheit) – das Millionen Menschen das Leben kostet oder sie zu unerwünschten Flüchtlingen macht – zitiere ich Dr. Paul Craig Roberts und schließe mich seiner von Herzen kommenden Polemik voll und ganz an:

The Western media whores are complicit in the crimes, because they fail their responsibility to hold government accountable and make it impossible for valid information to reach people. The Western media serves as cheerleaders for death and destruction.

Zurück zu Erdogan …

TÜRKEI: WIR VERLEGEN EINFACH DIE GRENZE …

Es gab ja schon im Oktober 2015 „Alarm“ wegen einer angeblichen Luftraumverletzung der Türkei durch ein russisches Flugzeug. Damals lauteten die Schlagzeilen etwa so:

Die zionistisch-atlantische Vasallen-Presse machte daraus sogar

Russland drang absichtlich in türkischen Luftraum ein (Der Standard).

Russland gab kurz darauf zu, dass die Maschine für ein paar Sekunden die Grenze überschritten habe, das sei aber ein Versehen gewesen. Doch schon einige Stunden früher hatte die kleinere, amerikanische Presseagentur McClatchy etwas genauer über diese „Luftraumverletzung“ so berichtet:

McClatchy Russan jet Turkish border Oct 5Das russische Flugzeug hatte zuvor das syrische Dorf Yamdiyyah bombardiert, das sich in unmittelbarer Nähe zur türkischen Grenze befindet und war dabei ins „Zielradar“ der türkischen Luftabwehr geraten. Man hätte angegriffen, wenn die Maschine den „türkischen“ Luftraum innerhalb dieses Limits verletzt hätte, sagte eine türkische Quelle den Journalisten.

Dann heißt es wörtlich in dem Artikel:

Aber ein Vertreter des US-Militärs legte nahe, dass der Vorfall sehr knapp an einer „bewaffneten Konfrontation“ vorbeigeschrammt war. Er sagte, das russische Flugzeug sei „5 Meilen weit in den türkischen Luftraum eingedrungen“ …. Die türkische Luftraumsicherung sei sofort gestartet, aber inzwischen sei der russische Jet schon wieder in Syrien gewesen. Der türkische Sicherheitsbeamte konnte diese Darstellung nicht bestätigen.“

Mc Clatchy hat später ein UPDATE hinzugefügt, in dem das türkische Außenministerium bestätigt, das russische Flugzeug habe den türkischen Luftraum am Samstag verletzt. Doch die entscheidende Information in diesem Artikel ist:

Die Türkei betrachtet alle Flugzeug als „feindselig“, die sich innerhalb einer 5-Meilen-Zone vor der syrisch-türkischen Grenze befinden (obwohl sie weiß, dass Russland ja keine Absicht hat, die Türkei anzugreifen).

 Warum reagiert die Türkei also so empfindlich auf die grenznahen Exkursionen der russischen Bomber?

 DW supply lines TurkeyGanz einfach, weil diese in einem Gebiet operieren, dass von Erdogan als „Schutzzone“ deklariert wurde. Aber nicht für irgendwelche Flüchtlinge, (die sind nur humanitäre Tarnung) sondern für seine besonderen „Schützlinge“: Al Nusra, Al Kaida, IS … wie immer man sie nennt, sie sind die Idioten-Armee, die die Drecksarbeit für Erdogan und seine Komplizen machen: die USA, Katar, Saudi Arabien, Israel, Frankreich, usw. und als Vorwand für notwendige„Interventionen“ dienen.

Wenn es Putin gelingt, diese „Schutzzone“ (entscheidend für die Nachschublinien der Terroristen über die Türkei, vor allem für Waffen) auszuräuchern, wird es eng für IS und ihren „Paten“ auf der anderen Seite: den Muslim-Bruder und möchte-gern Sultan Erdogan.

moved border turkey-syria-

Seit Juni 2012 (als die syrische Luftabwehr ein türkisches Jagdflugzeug abgeschossen hat, nachdem es in den syrischen Luftraum eingedrungen war), hat die türkische Regierung – einseitig – beschlossen, die „politische“ Grenzlinie um fünf Meilen nach Süden zu verschieben. Offiziell spricht man von einer „Pufferzone“, oder eben „Schutzzone“, die eben verhindern soll, dass die „Versorgung“ der Terror-Banden über dieses strategisch wichtige Grenzgebiet nicht unterbunden wird. Deshalb fordern Erdogan & Co. ja lautstark eine „No-Fly-Zone“ für dieses Gebiet.

Wenn man das (bereits o.a.) Schreiben des türkischen UN-Botschafters an den Sicherheitsrat genau durchliest, bestätigt sich diese einseitige Manipulation der türkischen Regierung, die daran erinnert, dass man „die neuen militärischen Verhaltensregeln, wie im Juni festgelegt,“ als Rechtfertigung für das gewaltsame Eingreifen genommen hat.

Und wer regt sich noch darüber auf, dass der syrische Luftraum gleich von dutzenden ausländischen (US, Frankreich, Jordanien) Kampfjets verletzt wird, die Kriegsmaterial für die Terroristen abwerfen und dabei so tun, als ob sie IS bombardieren?

Die Doppelmoral und Heuchelei kennt auch keine Grenzen, wenn die Türkei die kurdische PKK im Nord-Irak bombardiert – ohne je die Zustimmung der irakischen Regierung eingeholt zu haben. Aber die braucht man ja nicht, wenn man gegen eine „globale Bedrohung der Sicherheit“ wie IS, kämpft. Auch Israel hat schon mehrfach über Syrien Bomben abgeworfen, das hat auch keine Empörung innerhalb der NATO-Gemeinde ausgelöst. Some are more lethal (equal) than others …

Patriotraketen für TürkeiDer größte Witz war die Stationierung der Patriot-Raketen in der Türkei (auch durch Deutschland), mit dem Erdogan allen Ernstes sein Terroristen-Support-Center als „bedroht“ durch Syrien verkauft hat.

Aber welche Rolle spielt die Türkei in diesem perfiden Spiel wirklich? Handelt Erdogan „auf eigene Rechnung“ oder führt er nur Befehle aus Washington aus? Hat er sich „zu weit aus dem Fenster gelehnt“, seine Rolle in dem perfiden Spiel überschätzt?

 erdoganErdogan ist selbstherrlich und größenwahnsinnig (er holt sogar die Uiguren aus China, die zu den turkmenischen Völkern zählen, um sie für seine neo-kolonialen Pläne zu benutzen), aber er ist letztlich auch nur ein Werkzeug jener Kreise, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Die USA verbreiten schon seit einiger Zeit „Informationen“, wonach ihre „Verbündeten“ (Türkei, Katar, Saudi Arabien) quasi auf eigene Faust und kontraproduktiv gehandelt hätten (siehe Joe Biden in Harvard) und die USA mahnende Worte an sie gerichtet hätten, wie gefährlich es doch sei, diese Terrorbanden zu unterstützen. Und dann war die „edle“ „indispensable nation“ USA gezwungen, mit Bomben die Folgen dieses Irrsinns (IS wurde immer mächtiger) zu bekämpfen …allerdings ohne Erfolg …

Es gibt aber durchaus verlässliche „Quellen“, die klar machen, dass das „good cop – bad cop“ Spiel zwischen Washington und Ankara nur eine billige Inszenierung für das verblödete Publikum ist. Eine davon ist Seymour Hersh.

 ÜBER RATTEN UND TERRORISTEN

 „Seit Monaten gab es aus akutem Anlass Sorge unter ranghohen Offizieren des US-Militärs und der Geheimdienste bezüglich der Rolle von Syriens Nachbarn in diesem Krieg, besonders jene der Türkei. Sie wussten, dass Erdogan die Al-Nusra-Front und andere islamistische Gruppen unterstützte.“

Wir wussten, dass es Leute in der türkischen Regierung gibt, die glaubten, sie könnten Assad den Garaus machen, indem eine Giftgas-Attacke dazu benutzen, Obamas Drohung mit der „Roten Linie“ (die nicht überschritten werden darf) in die Tat umzusetzen .“

Diese Sätze stammen aus einem Artikel des renommierten US-Journalisten Seymour Hersh mit dem Titel:

THE RED LINE AND THE RAT LINE

der im April 2014 vom LRB veröffentlicht wurde.

Sey  Hersh(Da Hersh ein investigativer Journalist ist, der das oberste Gebot seines Berufsstandes (die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Wahrheit) noch ernst nimmt, findet er seit einiger Zeit keine Zeitung mehr in den USA, die seine enorm wichtigen Artikel („eye opener“) veröffentlicht – von unserer Journaille ganz zu schweigen, die ihm nicht das Wasser reichen kann.)

Darin wird auch die Lüge entlarvt, dass Assad für den Einsatz von Giftgas in Ghouta verantwortlich gewesen sei, der Obama dazu bewegen sollte, (offen) militärisch in Syrien einzugreifen, was JCS-Chef Martin Dempsey im letzten Moment verhinderte. Der US-Generalstab (JCS) wusste damals schon, dass Al Nusra die Möglichkeit hatte, selbst Sarin herzustellen und wusste auch, dass der türkische Geheimdienst mit großer Wahrscheinlichkeit die Sarin-Attacke arrangiert hat.

(Anmerkung: Es gibt im amerikanischen Militär auch „anständige“ Offiziere, die noch nach ethischen Grundsätzen handeln, doch sie haben leider nur selten das letzte Wort …)

Jedenfalls war es nicht die syrische Armee, was auch die Untersuchungen des MIT über die Reichweite der Raketen bestätigt haben)

ERDOGAN ALS TERROR-PATE & US-PATSY

Hersh deckt ebenfalls auf, dass es zu einem Untersuchungsbericht des US-Senates über die „Benghazi Affäre“ (Ermordung des „US-Botschafters“ Chris Stevens in Libyen) einen „versteckten“ Anhang gibt.

Warum wurde dieser nie veröffentlicht? Weil darin eine geheime Vereinbarung erörtert wird, die zwischen Obama und Erdogan besteht: Waffen aus dem (als Staat) zerstörten Libyen werden (mithilfe der CIA) über die Türkei nach Syrien geschmuggelt, um damit die „Rebellen“ (sprich: Terrorbanden wie Al Nusra, Al Kaida, IS oder wie immer sie gerade genannt werden) auszurüsten.

DAS „BEFREITE“ LIBYEN: A TERRORIST HUB

PetraeusDie Operation wurde aus den USA von David Petraeus geleitet (damals DCI-Direktor also oberster Geheimdienstchef) und vor Ort von paramilitärischen CIA-Leuten koordiniert, die mit lokalen „Mc Jihadis“ den illegalen Waffentransport organisierten.

Das US-„Konsulat“ (Special Mission Compound) in Benghazi war wohl nicht ganz im Bilde darüber, was hier wirklich gespielt wurde, hatte aber den Auftrag, die „Rebellen“ in Syrien zu unterstützen. Die Tarnung dieser zwielichtigen Aktivitäten als „diplomatische Mission“ hielt nicht lange und Stevens war kein Unschuldslamm: Er hatte im März 2011 die Rolle des Verbindungsmanns zur „libyschen Opposition“ (die Terrorgruppe LIFG übernommen) ganz nach dem Motto: terrorists who work for us are good terrorists.

LIFGDie LIFG war (als angeheuerter Provokateur staatlicher Gewalt) zuständig für terroristische Attacken in Libyen (und später Syrien), die dann als Vorwand für das „humanitäre“ Eingreifen des Westens dienten:

Am 16. Februar 2011 in Bengazi gegen zwei libysche Kasernen und den Luftstützpunkt Al Abrag. Zur Tarnung wurden gleichzeitig „friedliche“, infiltrierte Demonstrationen abgehalten. Am 17. Februar gingen die Überfälle weiter: auf Kasernen in Misurata und Zawiya sowie mehrere Polizeistationen in verschiedenen Orten. Dabei wurden libysche Soldaten gehenkt und einige enthauptet. So begann der „arabische Frühling“ in Libyen, von dem unsere Medienschafe noch heute „berichten“ und der laut unseren Papageienjournalisten „brutal“ von Gaddafi niedergeschlagen wurde …

Belhadj metamorphosisIm November 2011 war der libysche Chef-Terrorist Abdelhakim Belhadj schon Vorstand des „Militärrats von Tripoli“ und traf sich mit Kollegen von der FSA (wie die LIFG ein „Ableger“ von Al Kaida) in der Türkei um die Kollegen in Syrien über die umfangreichen Waffenlieferungen zu informieren. Kurze Zeit später kamen schon 400 Tonnen schwere Waffen (darunter Boden-Luft Raketen) per Schiff in der Türkei an, im Auftrag des Libyan National Council for Relief and Support. Das klingt ja fast wie das Rote Kreuz und soll ja auch eine „humanitäre“ Agenda vortäuschen.

US Turkey faux ATSchlagzeilen wie diese (US, Türkei bereit für gemeinsame Anti-ISIS Operation – trotz Differenzen) demonstrieren, wie das Spiel läuft. Die Schlagzeile bleibt am längsten im Gedächtnis der Leser / Zuschauer hängen, deshalb kann man im Text einige unangenehme Wahrheiten andeuten, die nur der aufmerksame Leser registriert. Voice of America berichtet z.B.:

Der US-Botschafter in Ankara sagte VOA dass die USA und die Türkei ihre Zusammenarbeit verstärken, um den Transport von Nachschub über die Grenze zu stoppen.

US-Präsident Barack Obama und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich bereits in der Nacht zu Donnerstag auf eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen IS verständigt. (Soweit die Propaganda)

Einige haben sogar die türkische Regierung verdächtigt, mit IS zusammenzuarbeiten. Diese Anschuldigungen reichen von Waffentransfer, über logistische Unterstützung bis zur Finanzierung und medizinischen Versorgung.

Cumhurriyet reportDie türkische Tageszeitung Cumhurryet hat diese Woche eine Story veröffentlicht, wonach der türkische Geheimdienst (MIT) Hand-in-Hand mit IS arbeitet.

Ein ehemaliger Geheimdienst-Chef sagte dem Blatt, dass während der Belagerung von Kobani im letzten Jahr, die IS-Kämpfer mit Hamburgern von McDonald’s aus der Türkei versorgt wurden (organisiert vom MIT!).

Einige Analysten sagen, die bevorstehende Operation könnte helfen, diese Kritiker zum Schweigen zu bringen … (!)

Die VOA schreibt auch, dass das türkische Militär die militanten Kurden bombardiert (PKK und YPG), und dass obwohl letztere „gemeinsam mit U.S. Streitkräften“ gegen IS kämpft. Erdogan fordert ja schon länger die Einrichtung einer „Schutzzone“ … doch Präsident Obama sagte dazu, das wäre kontraproduktiv…

training rebels in Syria(An unsere Papageien-Journaille:)

ES GIBT KEINE „GEMÄSSIGTEN“ REBELLEN IN SYRIEN!

Dazu empfehle ich wärmstens einen Artikel von Thierry Meyssan, der im November 2014 in seinem „reseau Voltaire“ erschienen ist und den Titel trägt: Wie und wer manipuliert [man] die Dschihadisten? Dazu nur als Kostprobe zwei Sätze:

Für die NATO nämlich ist und war die Freie Syrische Armee immer aus „Moderaten“ zusammengesetzt.  Es gibt also eine „gemäßigte“ Art, seinen Mitmenschen zu ermorden.

Der Trick, mit dem die systematische Unterstützung der zu Terroristen ausgebildeten „Islamisten“ durch die Türkei, die USA, Frankeich, usw. durchgeht, ist natürlich ein semantischer: der Tarn-Begriff „gemäßigte Rebellen“ oder „syrische Opposition“ soll der verblödeten Öffentlichkeit suggerieren, dass hier „die Guten“ mit Waffen und anderem Material versorgt werden.

  • Warum sind die „gut“ – auch wenn sie massenhaft Menschen umbringen und aus ihrem Land vertreiben? Weil sie gegen den „bösen“ Assad kämpfen!
  • Warum ist der ein Schurke? Weil er “friedliche Demonstranten” niederknüppelt? (Nein, das ist eine Lüge).
  • Weil er sein Land nicht zu einem Vasall für Washington und Tel Aviv degradieren lassen will, und die wirtschaftliche Plünderung und Penetration transnationaler Konzerne der syrischen „Märkte“ bisher verhindert hat. Und natürlich weil er den Freiheitskampf der Palästinenser und den legitimen Widerstand der Hisbollah gegen Israel unterstützt.

Europ gas-pipeline-networkUnd dann ist da natürlich noch das Erdöl bzw. Erdgas … (Übrigens, Erdogans Sohn organisiert den Verkauf des von IS gestohlenen Erdöls über die Türkei … siehe dazu die o.a. Phillips-Liste)

Nachdem Präsident Assad sich im Sommer 2013 geweigert hatte, ein Abkommen mit der Türkei und Katar zu unterzeichnen, in dem eine geplante Erdgas-Pipeline (von Katar über Saudi Arabien, Jordanien, Syrien und über die Türkei nach Europa) die daran beteiligten Staaten zu wichtigen Playern im Energiegeschäft mit Europa machen würde, war sein Schicksal besiegelt.

Er weigerte sich deshalb, weil er damit seinem Verbündeten, Russland in den Rücken gefallen wäre, dessen Rolle als wichtigster Energielieferant Europas damit unterminiert worden wäre.

Erdogan blood stainedDie Türkei und ihre (ebenso fiesen) arabischen wie westlichen Verbündeten (die ihr eigenes, geopolitisches Süppchen kochen) wurden daher entscheidende Architekten des „mobilen“ Terrors in Syrien, der – dank unserer autistischen und korrupten Journaille – der Welt bis heute als „Bürgerkrieg“ verkauft wird.

Angesichts dieser “Beweislage” fällt es aber nicht schwer zu erkennen, wem man glauben darf (Putin) und wem nicht (Erdogan).

armen_hamonangan-indonesia_(1)

Dass Washington ein Interesse daran hat, Russland und die Türkei gegeneinander auszuspielen (schon um das geplante „Turkstream-Projekt“ zu torpedieren), liegt leider auf der Hand.

Dass sich aus solchen Intrigen ein Weltkrieg entwickeln könnte, stört die wahnsinnigen „Strategen“ in Washington nicht …

putinPutin ist ein guter und ehrlicher „Schachspieler“ auf dem geopolitischen „Schachbrett“ und er lässt sich hoffentlich nicht (durch solche hinterhältigen Provokationen)  und das feige Attentat auf den Metrojet über Sinai zu unüberlegten Racheakten verleiten.

Die Türkei ist ein Mafiastaat (deshalb auch ein so geschätzter „Partner“ der NATO …). Die Vorstellung, dass dieses Land in die EU aufgenommen wird, lässt einem die Haare zu Berge stehen.

———–

(Der angekündigte Beitrag über die Hintergründe der Anschläge in Paris wurde wegen des Abschusses der russischen Maschine verschoben und folgt in Kürze … und neue Enthüllungen über  „Charlie Hebdo“ …)

 

Paris 1311: Gladio 2.0 ?

There’s nobody in the streets protesting, the media has convinced most people that Syria is in the throes of a civil war …..For all practical purposes, .. [they] have created our first completely invisible war. That’s quite an accomplishment, don’t you think?                                                                                            Mike Whitney

poison_propagandaImmer, wenn man denkt „unsere erbärmliche Journaille kann nicht mehr tiefer sinken“, wird man bald eines besseren belehrt. Besonders das von ihnen ermöglichte „Empörungsmanagement“ im Rahmen der Außenpolitik ist ein Zeichen dafür, wie monoton und moralisch korrumpiert unsere Medien sind.

Der aktuelle terror-scare in Paris macht dies auf erschreckende Weise deutlich, denn statt kritischer Analyse gibt es wieder nur Fließbandjournalismus (gefüttert mit „Meldungen“ aus Regierungskreisen), rührselige Pseudo-Empathie per „hashtag“ und jede Menge Desinformation.

Spätestens seit „911“ müsste klar sein, dass eine realistische Einordnung solcher Terror-Anschläge nur möglich ist, wenn sie in einem politischen Kontext präsentiert werden, der die wahren Machtverhältnisse und Ziele unserer „Führungseliten“ erkennbar werden lässt.

Davon kann jedoch keine Rede sein: anstatt ihrer demokratischen Kontrollfunktion (der Macht) nachzukommen, lassen sich die Journalisten routinemäßig dafür einspannen, die Bevölkerung systematisch hinters Licht zu führen.

Pilger invisible warWir (das Publikum, die Leser) werden nicht aufgeklärt, sondern systematisch betrogen – das ist schon schlimm genug – doch das „Versagen“ der Medien führt letztlich dazu, dass (die Anordnung für) Mord, Krieg, Vertreibung, wirtschaftliche Not durch Sanktionen, die Subversion und Zerstörung ganzer Gesellschaften als legitim dargestellt wird. Die (politisch aktiven) psychopathischen Verbrecher, die diese Orgien der Gewalt in Gang setzen werden deshalb nie zur Rechenschaft gezogen, im Gegenteil: sie spielen sich auch noch als moralische Instanzen auf (US-Regierung, NATO, EU, Israel, usw.)

Hätten die Journalisten ihren Job (nach ethischen Prinzipien) gemacht, gäbe es auch keine riesigen „Flüchtlingsströme“ nach Europa ….

Die Drahtzieher dieser ungeheuerlichen Verbrechen können in diesem Verblödungs-System sicher sein, dass der Großteil der Bevölkerung keine Ahnung davon hat, was hier wirklich passiert und warum es passiert … Sie sind sich so sicher, dass sie den gleichen Mist verbreiten, der schon nach früheren „Terror-Anschlägen“ angewendet wurde.

Schauen wir uns das am Beispiel der Anschläge von Paris an:

charlie-front-cover-460x640Nach dem Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Jänner dieses Jahres habe ich einen Artikel geschrieben, der die Absurdität der offiziellen Story verdeutlichen sollte.

Es gibt eine Reihe von Merkmalen, die einen klaren Hinweis darauf liefern, dass es sich um eine „false flag“ Operation handelt (damit die wahren Drahtzieher der Anschläge unerkannt im Hintergrund bleiben), dazu gehören:

  • Das Auftauchen von  („explosionsresistenten“) Ausweisen (eines angeblichen Täters) unmittelbar nach der Tat
  • Das gleichzeitige Abhalten von „Notfallübungen“, bei denen sehr realitätsnah das Eingreifen von Polizei, Rettung, Feuerwehr usw. nach solchen Attentaten geprobt wird oder militärische Übungen stattfinden
  • Das „Versagen“ der ausufernden Überwachungssysteme der „Anti-Terror“-Spezialisten (weswegen die Anschläge „leider nicht verhindert werden können) – doch im Gegensatz dazu –
  • Die rasche Identifizierung aller „Täter“ nach den Anschlägen
  • Die Tatsache, dass einige der Täter bereits den Behörden bekannt waren
  • Die Täter werden (über kurz oder lang) alle getötet (können also nichts mehr sagen …) und nicht vor Gericht gestellt
  • Der Anschlag wird sofort als „kriegerischer Akt“ bezeichnet >>>
  • Die Anschläge dienen also als Legitimation für militärische Gewalt (oder deren Eskalation) in anderen Ländern, wodurch das Völkerrecht völlig unterminiert wird (keine UNSC-Resolution mehr notwendig, weil als „Verteidigung“ gegen eine globale Bedrohung deklariert)
  • Die Anschläge dienen als Legitimation für weitere „Notstandsgesetze“, mit denen die „Befugnisse der Sicherheitskräfte“ weiter ausgedehnt und die Bürgerrechte weiter eingeschränkt werden

Alle diese Merkmale gab es für „911“ und einige davon nach den Bombenanschlägen von Boston bzw. dem Attentat auf Charlie Hebdo.

Fast alle diese Punkte treffen auch für „1311“ in Paris zu …. Das kann kein Zufall sein.

SHOCK & AWE: EMPÖRUNGSMANAGEMENT FÜR ANFÄNGER

Der emotionale Schock und die moralische Empörung über diese Anschläge auf „unschuldige Menschen“ soll natürlich dafür missbraucht werden, längst beschlossene Maßnahmen (Ausweitung von illegaler Gewalt und Krieg in Syrien) in den Augen der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

Dass die „Ziele“ der europäischen und amerikanischen Gewalt in Syrien auch unschuldige Opfer sind, darf nicht gedacht werden, weil sonst die moralische Empörung in die falsche Richtung geht. Also hören wir ständig: wir bombardieren ja nur IS. Das ist die große Lüge, die täglich wiederholt wird.

war on terror farceIS (vorher Al Kaida, etc.) ist aber in Wahrheit ein WERKZEUG derjenigen, die angeblich gegen sie kämpfen wie sonst lässt sich erklären, dass nach 7.200 „Luftschlägen“ der US-geführten „Koalition“ in Syrien (und über 4.000 Bombenangriffen im Irak) der „IS“ seine Macht ausdehnt und nicht verliert?

Erst durch das Eingreifen Putins hat sich das Blatt gewendet …Deshalb musste jetzt ein „Event“ eintreten, der die Europäer geradezu dazu zwingt (aus „moralischen“ Gründen und in Solidarität mit Frankreich), sich militärisch in Syrien zu engagieren …

HollandeDie Reaktionen von Präsident Hollande und anderen Regierungsmitgliedern lassen keinen Zweifel daran, dass es sich hier um eine „PSYOP“ (Ein Ereignis zur manipulativen Beeinflussung der Bevölkerung) handelt:

LA  FRANCE  EST  EN  GUERRE

Er erklärte sofort, dass sich Frankreich jetzt „im Krieg befindet“ (wie Bush nach 911). Damit kann dann auch gleich die Entsendung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle (die schon eine Woche vorher veranlasst wurde) an die syrische Küste gerechtfertigt werden – wie praktisch.

aircraft carrier de Gaulle

Wir führen Krieg gegen Terroristen, zu Hause und im Ausland. Die Antwort der Republik wird hart sein. Sie wird total sein.“

Diese Aussage von Frankreichs Innenminister Cazeneuve erinnert an dunkle Zeiten in Deutschland, in denen „Sondergesetze“ erlassen wurden, um den Staat vordergründig vor seinen „Feinden zu schützen“ …(man muss nur Terroristen durch Kommunisten ersetzen).

Hollande demands change of constitutionHollande kündigte bereits an, er wolle die Verfassung ändern, um der Terrorgefahr besser begegnen zu können. Artikel 16, der die Bedingungen für die Ausweitung der Regierungsmacht regelt und Artikel 36, der den „Belagerungszustand“ betrifft seien der „derzeitigen Situation“ nicht mehr angepasst. Der „Ausnahmezustand“ der Republik wurde auf drei Monate verlängert.

Cazeneuve verbreitet am Sonntag nach Gesprächen mit seinem belgischen Amtskollegen ebenfalls den „Talking Point“, die Anschläge seien „im Ausland geplant“ und von „Akteuren ausgeführt worden, die eigentlich in Belgien leben“ und (lediglich) von „Komplizen in Frankreich“ profitiert haben. Dementsprechend seien jetzt sieben Personen in Belgien festgenommen worden.

Damit soll wohl das „Versagen“ der französischen Sicherheitsdienste bei der Verhinderung der Anschläge gerechtfertigt werden: zwei der angeblichen Täter lebten in Belgien, hatten aber nach Angaben der Behörden die französische Staatsbürgerschaft.

Fünf der sieben festgenommen Personen in Belgien wurden inzwischen aber wieder freigelassen, darunter der Bruder eines der „Attentäter“, Mohamed Abdeslam. Die Großoperation der belgischen Polizei im Stadtteil Molenbeek (Suche nach dem „Verdächtigen“ Abdelsam in Brüssel) wurde inzwischen nach Angaben der Staatsanwaltschaft ebenfalls ergebnislos (ohne Festnahme) beendet. Gegen die beiden anderen „Verdächtigen“ wurde inzwischen wegen „Teilnahme an Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung“ Anklage erhoben.

Hollande hält also chauvinistische Reden (die schon teilweise an Goebbels erinnern) und spricht von Vergeltung. Tenor: Frankreich ist stark und wird sich „so etwas“ nicht gefallen lassen.

Rafale Kampfjets in „Operation Chammal“

THE  GOOD  (?!) WAR

Wenige Stunden später greifen (noch mehr) französische Kampfjets Syrien an (ein klarer Bruch des Völkerrechts), angeblich bombardieren sie „Stellungen des IS“. Doch das glauben nur jene Dummköpfe (auch unter den Journalisten gibt es solche) die ihre Informationen über die Außenpolitik Frankreichs aus der Mainstream-Presse beziehen und nichts über die Kolonialmacht Frankreich wissen.

the syrian flagsEngland und Frankreich haben schon einmal „die Araber“ als Kampftruppen benutzt, betrogen (die Unabhängigkeit versprochen – siehe Sykes-Picot) und dann große Gebiete im Nahen Osten untereinander in Einflusszonen „aufgeteilt“ (Syrien, Libanon, Irak, Palästina, etc.). Ein ähnliches Szenario gibt es auch heute …(auch „Sultan“ Erdogan, der IS protegiert, will ein Stück vom syrischen „Kuchen“ und Israel endgültig die – illegal besetzten – Golanhöhen, wo es wichtige Wasservorkommen und neuerdings auch Erdölvorräte auszubeuten gibt).

Free_syrian_army_coat_of_arms.svgDie Flagge der „freien syrischen Armee“ (Orwell pur) ist ja schon verräterisch, denn sie ähnelt der „syrischen“ Flagge des Staates unter französischer Kontrolle (drei Sterne statt zwei- siehe Bild oben).

PM of France on terrorAuch die Wortwahl des französischen Premierministers Manuel Valls in einem RTL-Interview lässt keinen Zweifel daran, dass hier die (absichtlich geschürte) Angst der Bevölkerung als Instrument politischer Manipulation eingesetzt wird, um die unrechtmäßige Gewalt Frankreichs gegen Syrien (250.000 Tote, davon etwa 80.000 syrische Soldaten (ja, das sind auch Menschen!) und über 10 Millionen Flüchtlinge) auszuweiten bzw. zu legitimieren:

Er warnt davor,

  • dass Frankreich „noch für eine lange Zeit“ mit der terroristischen Bedrohung leben müsse
  • dass man „in den kommenden Tagen und Wochen“ mit Neuauflagen der Anschläge rechnen müsse,
  • Er betont mehrfach und eindringlich, dass die Anschläge vom 13. November „in Syrien organisiert, ausgedacht und geplant wurden“ (Wo sind die Beweise dafür? Die Pässe? Das ist einfach lächerlich*)
  • dass die Regierung keine wie immer gearteten Mittel im „Krieg“ gegen den Terrorismus scheuen werde

*Die Tatsache, dass der „gefundene“ Pass ausgerechnet aus Syrien ist, zeigt, auf welch primitive Weise hier politische Zusammenhänge konstruiert werden sollen.

Passport_of_SyriaWir wissen ja bereits, dass tausende gefälschte syrische Pässe im Umlauf sind (siehe dazu diesen Beitrag). Die meisten von ihnen wurden in Katar hergestellt und an „gemäßigte Rebellen“ (auch Orwell pur) in Syrien verteilt, damit die Farce aufrecht erhalten werden kann, es handle sich bei diesen gekauften und indoktrinierten Söldnern aus dem Ausland um die „syrische Opposition“. Ein Teil dieser Pässe wurde zur begehrten „Ware“ für Flüchtlinge aus anderen Ländern, seitdem Merkel für syrische „Migranten“ die Dublin-Verordnung aufgehoben hat.

Und selbst wenn der Pass echt ist, ist sein „Auffindenneben einer völlig verstümmelten Leiche (der Attentäter hat sich angeblich in die Luft gesprengt) ebenso unglaubwürdig wie „praktisch“ für jene Kreise, die unbedingt einen Vorwand für eine militärische Eskalation in Syrien brauchen.

Und dann kommt noch ein sehr verräterischer Satz von Cazeneuve:

Wir wissen, dass es Operationen gibt, die vorbereitet wurden und die weiterhin vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder“.

(O-Ton : Nous savons qu’il y a des opérations qui se préparaient et qui se préparent encore, pas seulement contre la France, mais contre d’autres pays européens“)

WENN „IHR“ (DIE GEHEIMDIENSTE) DAS WISST, WARUM WERDEN DIE ANSCHLÄGE DANN NICHT VERHINDERT?

  • Warum können trotz gigantischer elektronischer Überwachung, immer größerer, staatlicher Penetration unserer Privatleben, trotz Milliarden für „Homeland-Security“, erweiterter Polizeibefugnisse, usw. diese „Terroristen“ offenbar ihre Anschläge ungehindert planen und ausführen?
  • Warum haben die „islamistischen Terrorgruppen“ weltweit nach 911 nicht ab- sondern dramatisch zugenommen?
  • Warum werden unsere finanziellen Transaktionen flächendeckend überwacht, aber die Finanzierung „des Terrors“ läuft ungehindert weiter?

cnapd_terrorisme_couvDie Antwort ist nicht schwer: weil sie das können SOLLEN. Weil das ihre politische Funktion ist. Die « Strategie der Spannung » (und Angst) die vor mehr als 30 Jahren mit den Terror-Operationen der „Gladio“-Einheiten in Europa praktiziert wurde, um daraus politisches Kapital zu schlagen, ist offenbar immer noch wirksam.

MAN  MERKT  DIE  ABSICHT  UND  IST  VERSTIMMT …

Es liegt für den informierten Beobachter auf der Hand, dass hier eine Verbindung zu Syrien konstruiert wurde, die nach dem gleichen (dämlichen, aber effektiven) Muster abläuft, wie nach „911“:

  • Die angebliche „Kommandozentrale“ für diese perfiden Anschläge (auf „unsere Werte“) war damals in Afghanistan (Bin Laden in seiner high-tech Höhle wie der Ultra-Bösewicht in den James Bond Filmen), also haben „wir das Recht“, Afghanistan zu bombardieren
  • Diesmal liegt die „Kommandozentrale“ des Bösen in Syrien, also …. sind wird befugt, ja verpflichtet (!) Syrien zu bombardieren.

Mit solchen primitiven, emotional gesteuerten Denkmustern wird heute kriminelle Außenpolitik legitimiert und dieser Mist wird – 14 Jahre nach 911 noch immer – kritiklos von unserer Journaille übernommen und (implizit) verbreitet.

Das Märchen von der „humanitären Intervention“ oder „R2P“ (responsibility to protect, also eine „Verantwortung zu schützen“), und der „Kampf gegen den Terror (der selbst inszeniert wurde) mit dem das Völkerrecht seit 911 Stück für Stück ausgehöhlt wurde, wird also weiterhin von unseren Schafsmedien nicht hinterfragt. Was für eine Schande für eine „Informationsgesellschaft“, die Tag und Nacht vor dem Touch-Screen hängt …

In diesem Kontext wird auch klar, warum die absolut berechtigten Zweifel an der offiziellen 911-Story immer diffamiert werden müssen: warum Menschen, die noch denken können, mit dem Stigma-Label „Verschwörungstheoretiker“ ausgegrenzt werden.

Wer begriffen hat, dass 911 eine gigantische Lüge ist, eine Inszenierung zur Legitimation amerikanischer Gewaltexzesse in jedem Land, das „amerikanische Interessen bedroht“, erkennt sofort, dass der ganze „War on Terror“ eine gewaltige Fata Morgana ist.

GWOT is BOGUS Meacher

Die gute « Teamarbeit“ zwischen Paris und London bei der Tarnung kolonialer (verbrecherischer) Ambitionen wird auch heute fortgesetzt, was man an den Reaktionen von Premierminister Cameron sehen kann:

Er behauptete heute, die Anschläge von Paris „hätten auch in Großbritannien stattfinden können“, doch die britischen Sicherheitsbehörden hätten rechtzeitig eingegriffen: ganze „sieben Attentate“ seien in den letzten sechs Monaten dank ihrer Wachsamkeit verhindert worden. (Bullshit-Alarm ….)

Wir erinnern uns: das britische Parlament hat im Sommer 2013 mit knapper Mehrheit gegen einen militärischen Einsatz in Syrien gestimmt (und damit ausnahmsweise den Willen des britischen Volkes respektiert). Die peinlichen Enthüllungen über die fabrizierten „Beweise“ für die (nicht existierenden) Massenvernichtungswaffen im Irak und die zentrale Rolle, die Tony Blair dabei spielte, haben wohl doch einige britische Abgeordnete aufgerüttelt und dazu bewogen, bei diesem Lügentheater nicht mehr mitzuspielen.

Cameron sagte damals, er habe die Botschaft verstanden und werde entsprechend handeln. Doch wir wissen, dass die britische Regierung die ganze Zeit „verdeckt“ am Krieg gegen Syrien teilgenommen hat und danach trachtet, einen Vorwand für ein offizielles Eingreifen zu finden.

Dementsprechend ist auch diese Aussage Camerons einzuordnen:

Wenn die britischen Interessen auf dem Spiel stehen, werden wir in Syrien handeln und danach das Parlament informieren

So sprechen „lupenreine“ Demokraten, oder?

Die Rolle Deutschlands in diesem tragischen Schmierentheater ist auch nicht ehrenhaft und es wird höchste Zeit, dass wir dabei nicht mehr tatenlos zuschauen.

Wer Angst davor hat, dass uns die „Flüchtlingswelle“ überrollt, muss etwas gegen deren Ursachen unternehmen (Widerstand gegen die NATO, die amerikanischen Militärbasen, die Verdummung der Bevölkerung (durch die Journalisten und nicht nur) im Hinblick auf die Außenpolitik Deutschlands, der EU und der USA …

(Zeigen wir doch mal Kleber & Co. was wir von ihnen halten (Boykott der GEZ-Gebühren und massive Proteste vor den Gebäuden…  )

WIKI AT WAR: Wenn Wörter zu Waffen werden

arundhati-royKen FM hat kürzlich ein interessantes Video veröffentlicht, in dem ein engagierter Biologie-Lehrer zeigt, wie bei Wikipedia Einträge manipuliert werden, wenn es um politisch brisante Themen wie „911“ geht. Am Beispiel von Dr. Daniele Ganser wird deutlich, wie der Ruf eines brillianten Wissenschaftlers beschädigt werden soll, um seine Glaubwürdigkeit zu unterminieren.

Als Historiker muss Ganser akribisch Fakten recherchieren, bevor er sich zu politischen Themen und Ereignissen äußert und natürlich in seinen Büchern immer genaue Quellen angeben, also seine Erkentnisse belegen. Mit seinem Buch über „Gladio“ hat er bereits in gewissen Kreisen für Irritationen gesorgt und seine mutige „911“-Forschung macht ihn umso mehr (aber zu Unrecht) zur Zielscheibe für Diffamierung und Ausgrenzung.

Eine faire Diskussion wird aber vermieden, denn dann müssten Gansers Argumente widerlegt und unangenehme Fragen beantwortet werden. Also bleibt nur ein Ausweg: die semantische Kampfansage, mit der die Seriosität seiner Forschung in ein schiefes Licht gestellt werden soll.

Rhetorische Kunstgriffe zur Manipulation einer Debatte sind zwar nichts Neues (das kannten schon die alten Griechen), doch leider wird die Kunst der Rede bzw. die Fähigkeit, sprachliche Tricks zu durchschauen, heute nicht mehr in Schulen unterrichtet. Man darf davon ausgehen, dass ein politisches Kalkül dahintersteht, denn wenn die Bürger mehrheitlich erkennen, wie sie durch die Sprache manipuliert werden, wäre es sehr viel schwerer die „Herde“ zu kontrollieren (und die Journaille könnte „einpacken“).

Der effektivste, sprachliche Kampfbegriff in diesem Kontext ist natürlich „Verschwörungstheorie“ (oder „Verschwörungstheoretiker“), der auch im Wikipedia-Eintrag zu Ganser vorkommt:

Er greift Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auf und stellt sie als von Historikern zu prüfende Erklärungsansätze dar.“

Das klingt doch eigentlich ziemlich harmlos …. oder?

Ganser wehrt sich gegen diese Etikettierung durch Wikipedia (warum bzw. welche negativen, psychologischen Effekte der Begriff auslöst, wird unten erläutert) und viele andere User haben wiederholt versucht, dieses „Un-Wort“ durch eine neutrale Formulierung zu ersetzen. Doch „Administratoren“ von Wikipedia haben jedesmal die Änderungen entfernt und als unzulässig deklassiert.

Das erstaunt niemanden, der weiss, dass wir uns in einem Informationskrieg befinden und ein Medium wie Wikipedia natürlich nicht verschont bleibt. Trotzdem sollte Wikipedia nicht pauschal verurteilt werden, was auch im Video betont wird. Es gibt vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich sehr gute Beiträge. Aber zurück zum Kernthema:

1 DIE „VERSCHWÖRUNGSTHEORIE“ ALS POLITISCHE WAFFE

(„Verschwörungstheorie“ oder – theoretiker wird im folgen mit VT abgekürzt)

Was ist denn überhaupt eine VT? Dazu findet man in Wörterbüchern u.a. folgende Definitionen:

  • Eine Theorie, die ein Ereignis als Resultat eines geheimen Planes mächtiger Leute erklärt
  • Eine erklärende Hypothese, die andere Personen oder bestimmte Gruppen beschuldigt, ein Verbrechen oder eine unmoralische Tat im Geheimen geplant bzw. ausgeführt zu haben.

1 angletonIch persönlich finde das Wort „Verschwörung“ ziemlich altmodisch und nicht mehr zeitgemäß. Auch „Komplott“ klingt im dritten Jahrtausend ziemlich seltsam. Um welche Art von geheim geplanten Aktivitäten – als Teil eines Systems- es hier (im außenpolitischen Kontext) geht, hat die amerikanische Regierung ja schon 1947 (das Jahr, in dem die CIA gegründet wurde) festgelegt:

Mit NSC 4-A wurde die CIA ermächtigt, auch in Friedenszeiten „psychologische Kriegsführung“ zu betreiben. Am 18. Juni 1948, wurde diese durch NSC 10/2 ersetzt und der Handlungsspielraum der CIA für „geheime Aktionen“ (Verbrechen im Ausland) erweitert. Einzige Bedingung war, dass sie so durchgeführt werden, dass die Veranwortung der US Regierung (dafür) gegenüber „nicht autorisierten Personen“ verborgen bleibt und, falls aufgedeckt, von dieser „glaubhaft bestritten“ werden kann.

Hier die Liste der erlaubten, geheimen Aktivitäten im Originalton:

propaganda; political action; economic warfare, including sabotage, anti-sabotage, demolition; preventive direct action, , and evacuation measures; subversion against hostile states or groups, including assistance to underground resistance movements, guerrillas and refugee liberations [sic] groups, and support of indigenous anti-Communist elements, deception plans and operations …”

Dass die CIA auch (illegal) im eigenen Land „verdeckte“, widerwärtige und demokratiefeindliche Operationen durchgeführt hat, ist ja auch längst bewiesen, z.B. Operation Mockingbird, MKULTRA, Artichoke, etc. Auch das FBI war nicht untätig …

(Der Einwurf, selbst die abgebrühtesten amerikanischen Geheim-Akteure würden doch ihren eigenen Landsleuten nichts antun (911 VT) ist deshalb nicht stichhältig …)

Arglistige Täuschung der Öffentlichkeit, geheime Planung und Ausführung, keinerlei Schuldgefühle und absolute Skrupellosgkeit kennzeichnen diese politischen „Verschwörungen“.

Konspiration Soz des VerschwörungsdenkensKonspiration: Soziologie des V-Denkens

Die Wissens-Soziologie kann sich dem Thema VT – spätestens seit 911 – natürlich nicht entziehen, doch die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen dazu sind eigentlich inakzeptabel, weil ihr negativer „bias“ (ihre Voreingenommenheit) nicht zu übersehen ist.

Wie z.B. Andreas Anton feststellt, erfolgt diese Art der Forschung auf der Prämisse, dass VT eine Form des „illegitimen Wissens“ darstellen und (immer) einen „fiktiven Charakter“ haben. Mit anderen Worten es handelt sich – in dieser Darstellung – um unwahre, absurde Behauptungen, wobei „unbewiesen“ (nur hier) allem Anschein nach mit „unwahr“ gleichgesetzt wird.

(Dass es im Wesen geheimer Operationen liegt, nur schwer beweisbar zu sein, ist anscheinend kein Thema.)

  • Daraus ergibt sich, dass die bloße Verwendung des Begriffes Verschwörungstheorieeine reflexartige Distanzierung vom Inhalt (dessen spontane, unreflektierte Ablehnung) bewirkt.
  • Die Suggestion ist enorm: die unbequemen Sichtweisen sollen als irrational, abwegig und „extrem“ wahrgenommen werden, und zwar ohne faire Überprüfung der Argumente.

Die Motive und Gründe, die zur Entstehung und Verbreitung von VT beitragen, werden hauptsächlich in der „krankhaften“ Interpretation ihrer Anhänger verortet und nicht in historisch belegten „Verschwörungen“ (Geheimdienstoperationen) bzw. im suspekten Verhalten von Regierungen und anderen Machtapparaten, die durchaus (rational) ein tiefes Misstrauen rechtfertigen.

Anton spricht von einer “Pathologisierenden Beurteilung (sozial-psychologisch u. gesellschaftspolitisch). D.h. die Klassifizierung von VT als „abnormal“ reduziert die Zweifler und Kritiker der offiziellen Darstellung zu „Spinnern“, die dann auch noch als „gefährlich“ bezeichnet werden, weil sie angeblich einen „Nährboden für Extremismus“ liefern und „den Diskurs vergiften“.

Die angebotenen, „wissenschaftlichen“ Erklärungen zu Ursachen für die VT und deren Verbreitung werden immer in einem negativen Kontext dargestellt und meistens auf „Persönlichkeitsdefizite“ ihrer Anhänger reduziert, Z.B.:

verweltlichter Aberglauben“; Misstrauen, Angst, Ohnmacht, geringes Selbstwert-Gefühl; „Paranoia-Haltung“, „pathogene Störung der Eltern-Kind Beziehung“ (!); politische Entfremdung; „wahnhafte Verfolgung“ usw.

Den kritischen Denkern und Zweiflern (eigentlich Säulen der Demokratie) werden eine „kognitive Inferiorität ihres verschwörungstheoretischen Denkens unterstellt und „epistemische Naivität“, die dazu führen, dass primitive Erklärungsmodelle für komplexe Ereignisse konstruiert werden.

Klartext: ihr seid zu doof, um die Realität zu erkennen und zu bewältigen …und flüchtet euch in eine simple, schwarz-weiße Fantasiewelt, die von geheimen Organisationen beherrscht wird.

Nach Anton haben wir es hier also mit einer „Trias der Mangelhaftigkeit“ zu tun: VT seien demnach

UNWAHR – KRANKHAFT – GEFÄHRLICH

Hier findet also ein Kampf um die Definitionsmacht über „Wirklichkeit“ statt; Dass VT immer fiktiv (also Unsinn) sind, ist ja keine bewiesene Tatsache, sondern eine „diskursive Zuschreibung“, eine Behauptung, die nur durch Konditionierung des Publikums und der Journalisten aufrecht erhalten wird.

Die ketzerischen VT sind – politisch betrachtet – eine „Bedrohung“ für die offizielle Darstellung (hier am Beispiel 911), die als „orthodoxes Wissen“ akzeptiert wird. Mit anderen Worten, die Version der US-Regierung ist keinesfalls glaubwürdiger als die VT (ganz im Gegenteil), doch dieser „gesellschaftlich anerkannte Verschwörungsnarrativ der US-Regierungdarf / soll nicht angezweifelt werden.

Warum denn nicht? Die Antwort liegt auf der Hand (siehe dazu auch „Empörungsmanagement“ von Rainer Mausfeld)

„Verschwörungstheorie“ ist deshalb (so Anton) ein delegitimierendes, stigmatisierendes Synonym für alternative Deutungen und – was am wichtigsten ist – eine effektive Immunisierung gegen Kritik.

Die 911-Zweifler werden – wie Häretiker (Ketzer) von der katholischen Kirche – als Anhänger und Verbreiter einer „Irrlehre“ behandelt, weil sie die als „richtig“ zu geltende Darstellung ins Wanken bringen, die Autorität (Deutungshoheit) dahinter gefährden.

Hier werden Denkverbote exekutiert, weil die Leute nicht merken, wie sie manipuliert werden, wie ihr Verhalten gesteuert wird. Jeder, der diesen Begriff benutzt und nicht hinterfragt, macht sich zum Komplizen dieser hinterhältigen Zensur (vor allem die Journalisten).

censorshipDer Begriff VT wird als politische Waffe eingesetzt, aber von Wissenschaftlern übernommen, die seinen „abwertenden, sozialen Zuschreibungen“ damit „die Aura der Wissenschaftlichkeit“ verleihen, konstatiert Anton völlig richtig.

Man kann es auch plakativer ausdrücken: „Verschwörungstheorie“ hat die gleiche psychologische Wirkung wie der „Judenstern“ („Achtung, Jude!“) im Dritten Reich: Menschen werden durch Einordnung in eine bestimmte (durch Manipulation als negativ wahrgenommene, verachtete) Kategorie ausgegrenzt, zur „Gefahr“ stilisiert: diese Leute sind nicht vertrauenswürdig, mit denen will ein „anständiger“ Mensch nichts zu tun haben .. sie sind anders als wir, haben „extreme“ Ansichten … usw.

DUBITO ERGO COGITO; COGITO ERGO SUM

 (Ich zweifle, daher denke ich; ich denke, daher bin ich; René Descartes (1596-1650)

In seiner Magisterarbeit hat ein Student der Soziologie sich (2004) auch dem Thema VT gewidmet. Schon in der Einleitung wird festgestellt, dass trotz „Hochkonjunktur“ der VT kaum wissenschaftliche Forschung darüber vorhanden sei. Das habe verschiedene Gründe, wie etwa dass

  • der „fragwürdige Charakterder VT die Reputation der Wissenschaftler (die sich damit befassen) gefährden könnte (!)
  • das Thema „wegen seiner Unseriosität und Vulgarität“ und dem „niedrigen, intellektuellen Niveau der VT“ als „unter ihrer Würde“ betrachtet werde (!)

conspiracy Theory against dissidentsWenn ein Sozial-Wissenschaftler sich von solchen Stigma-Etiketten abschrecken lässt, frage ich mich, wer hier „kognitiv“ minderbemittelt ist …

One can hurl no greater insult at a colleague than by describing his position as the result of a conspiracy theory (!)

Nur der häufige Hinweis, dass auch der Holocaust im Dritten Reich als Folge solcher VT („jüdische Weltverschwörung) angesehen wird, lässt das Thema dann doch noch als „gesellschaftlich relevantes“ Phänomen erscheinen, das auch soziologisch aufgeklärt werden müsse.

Welche politische Funktion haben Verschwörungstheorien „von oben“?

  • Ablenkungs- und „Sündenbock“-Funktion: Entlastung für die Regierung oder Gruppe, deren Ideologie für die schädlichen Konsequenzen verantwortlich ist, Umlenkung von Frustration und Wut des Volkes auf konstruierte „Feinde“, die als Urheber der Probleme präsentiert werden: „Juden“ … „Kommunisten“ … „radikale Islamisten“ ….“Ausländer“ ….
  • Einsatz als Herrschaftsinstrument durch Autoritäten: Legitimation für repressive und kriminelle Maßnahmen, „Sondergesetze“, „Interventionen“ in andere Ländern, etc. die als notwendiger Schutz vor diesen bedrohlichen Verschwörungen dargestellt werden (von Hitler über den „Kalten Krieg“ bis 911 – NDAA, Syrien, etc.…)

Interessant ist, dass wenn VT als Propagandainstrument von Machthabern eingesetzt werden, dieses Verhalten von Wissenschaftlern anscheinend als rational (wenn auch unmoralisch) akzeptiert wird, aber die vermutete Verschwörung „von unten“ (aus dem Volk), immer als „verrückt“ und irrational dargestellt wird. So ist die Rede von „der übertriebenen Art der Behauptungen“, von „übertriebenem Misstrauen gegenüber politischen Institutionen“, von „politischer Paranoia“, usw.

conspiracy 1Man konstruiert sogar eine eigene „Verschwörungsmentalität“, um die Denkweisen der Zweifler und Kritiker (VT) abzuwerten und unterstellt eine „besondere Charakterstruktur“, die „autoritär“ sei und „das konspirative Denken begünstige“.

Der Autor schreibt, dass „die Existenz von realen Verschwörungen zwar nicht geleugnet werden könne“ (weil es historische Beweise dafür gibt), dass er jedoch „größte Zweifel“ bezüglich der VT habe (konkret bei 911) und das, obwohl er an einer anderen Stelle einräumt, dass die stigmatisierende Wirkung des Etiketts VT „zu einer automatischen Negierung des Wahrheitsgehaltes“ führe.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die Logik auf der Strecke bleibt:

Was zu beweisen wäre (die Unwahrheit der als VT deklarierten, alternativen Ansichten und Erklärungsmodelle, z.B. für „911“ ) wird von diesen Leuten (unbewusst?) als Prämisse für ihre negativen Denkmuster „axiomatisch“ vorausgesetzt und was sie den VT unterstellen – confirmation bias – also die Neigung zum Ausblenden von Informationen, die im Widerspruch zum eigenen Standpunkt stehen, zur Bewältigung von kognitiver Dissonanz – gilt natürlich auch für sie selbst (für uns alle). Dass darauf die „Fehlerhaftigkeit“ der Betrachtungsweise der VT aufgebaut wird, ist also wenig überzeugend.

Den VT werden u.a. folgende Fehlleistungen vorgeworfen:

Ihre Annahmen seien nicht „korrekturfähig“, sie würden sich gegen andere Sichtweisen abschotten, seien unfähig zur Selbstreflexion, es handle sich um einen „Glauben“ an VT, man brauche keine Beweise usw.

Dasselbe könnte man auch der anderen Seite vorwerfen …

4 impossible flight BS

Wo sind denn die Beweise für die Darstellung der amerikanischen Regierung zu 911?

Das Verbrechen wurde nie kriminalistisch (im rechtstaatlichen Sinn) untersucht, sondern als „kriegerischer Akt“ deklariert, damit das US-Militär darauf „reagieren“ konnte.

Binnen kürzester Zeit wurden die „Täter identifiziert“ (sie hinterließen netterweise Pässe, Reisetaschen, Testamente u.a. Hinweise) und da sie ja selbst dabei umkamen, gab es auch keinen Untersuchungs- bzw. Strafprozess. Stattdessen illegale Bombenangriffe auf Afghanistan und Irak und „Ermächtigungsgesetze“, die den Rechtsstaat außer Kraft setzen …

Als Erklärung für das Totalversagen der Geheimdienste und Ermittlungsbehörden zur Verhinderung von „911“ (CIA, FBI, DOJ, etc.) wird quasi „Shit happens“ angeführt.

Für das unglaubliche „Versagen“ der militärischen Luftüberwachung NORAD gibt es bis heute keine vernünftige Erklärung, außer der logischen Schlussfolgerung, dass es ein „Inside-Job“ war. Dass Bin Laden von Afghanistan aus dafür sorgen konnte, die Kampfjets der USAF zu „neutralisieren“, ist so absurd, dass alleine dieser Punkt den Verdacht einer „Verschwörung“ rechtfertigt.

BBC OBL guilt 911Als Beispiel für die „Ignoranz der VT gegenüber Gegenbeweisen“ wird in der Magisterarbeit u.a. das „Bekennervideo von Osama Bin Laden“ angeführt.

Was soll das denn sein?

Die Echtheit dieses Videos wurde nie von einer unabhängigen Stelle verifiziert. Die Bild- und Tonqualität ist miserabel, es gibt berechtigte Zweifel, ob überhaupt Bin Laden darauf zu sehen ist und die Übersetzung (vom Pentagon beauftragt) wurde nach Recherchen von Monitor so „hingebogen“, dass ein Bezug zu 911 konstruiert werden konnte.

Die MONITOR-Recherchen stellten die Beweiskraft der vom Pentagon verbreiteten und von den meisten westlichen Medien übernommenen Version in Frage: „Die amerikanischen Übersetzer, die die Bänder abgehört haben und transkribiert haben, haben offensichtlich an vielen Stellen Dinge hineingeschrieben, die sie hören wollten, die aber so – auch nach mehrmaligem Anhören – nicht zu hören sind„, sagte Professor Rotter dem Politikmagazin.“

Im Video unten wird Rotter (englisch) so zitiert:

Viele Stellen sind völlig unverständlich und jene, die man versteht (akustisch) wurden aus dem Zusammenhang gerissen, sodass man sie nicht als Beweismittel verwenden kann.

Die durchaus logische Hypothese, dass Teile des US-Militärs selbst in die Planung von 911 verwickelt waren (eben wegen „Versagen“ der Luftabwehr und dem grotesken „Angriff auf das Pentagon“) wurde ja bis heute nicht widerlegt. Daher ist alleine die Veröffentlichung eines „Bin Laden Videos“ durch eine Behörde, die selbst tatverdächtig ist, als äußerst fragwürdig anzusehen. Dass Bin Laden selbst ein CIA „asset“ war, der als Gallionsfigur für den „Jihad“ in Afghanistan (gegen die Sowjetunion) eingesetzt wurde, ist mittlerweile bekannt, wodurch das „Bekennervideo“ als Beweismittel endgültig disqualifiziert wird.

modterus

(Wie war das noch mit dem Confirmation bias?)

 

 

ICH  SEHE  WAS,  WAS  DU  NICHT  SIEHST

Die Verteilung der „Protokolle von Zion“ im Dritten Reich wird von Soziologen verständlicherweise als „konspiratorische Geschichtsfälschung“ der Nazis bezeichnet, doch das „Verschwinden-Lassen“ wirklicher, unangenehmer historischer Fakten (siehe z.B. Mausfeld – USA für den Tod von mehr als 20 Mio. Menschen weltweit nach 1945 verantwortlich, who cares? Oder auch „Nakba“ und die brutale, israelische bald 50-jährige Besatzung in Palästina) durch die Medien wird in der ganzen Magisterarbeit (und wohl auch in den Quellen) mit keinem Wort erwähnt.

screenshot14Dass solche fiesen Methoden der Manipulation (des öffentlichen Diskurses) wie sie Mausfeld skizziert, natürlich das Misstrauen und damit VT schüren, liegt auf der Hand. Daran ist nichts Irrationales, im Gegenteil.

Die offizielle Darstellung zu „911“ ist so lächerlich, so voller Widersprüche, lässt viele Fragen unbeantwortet und wirft neue auf (seit 14 Jahren!), dass jeder selbst-denkende Mensch sie anzweifeln muss.

Die Ursache für VT im „gestörten“ Erkenntnisvermögen, unzulänglichem „psycho-sozialen Krisenmanagement“ und in „Persönlichkeitsdefiziten“ der Zweifler zu suchen, ist keine seriöse wissenschaftliche Analyse, sondern eine Schande für eine „Wissensgesellschaft“.

Die als „paranoide Umdeutung der Realität“ diffamierten, völlig gerechtfertigten Zweifel an der offiziellen Version der Ereignisse von 911, sind das Resultat des kriminellen Verhaltens der US-Regierung, ihrer Geheimdienste und der historischen Präzedenzfälle die als false flag, PSYOPS, covert operations, usw. bekannt geworden sind und ja auch z.T. von Herrn Ganser angeführt werden. (vom Gulf of Tonkin bis zur Brutkastenlüge, der „Fata Maidana“, etc.)

2 POLITIK UND VERSCHWÖRUNG: Business as usual

In der soziologischen „Forschung“ zu Verschwörungstheorien findet man auch Anmerkungen zur „Weltanschauung der VT“ Darin wird z. B kritisiert, dass bei ihnen die „Dominanz des Kausalitätsgedankens“ festgestellt wurde. Was heißt das? „Sie beschreiben Ereignisse, als wären sie das Resultat von Absichten“ – really? Schon mal etwas von Machiavelli gehört? Oder von den o.a. besonderen Befugnissen der CIA, dem „Office of Special Plans“?

Auch der Cui Bono? Ansatz werde von 911-Zweiflern „überstrapaziert“ (wer von einem Verbrechen profitiert, muss deswegen nicht automatisch der Täter sein …). Stimmt, aber wenn man dann noch die Frage – Wer hatte Motiv, Gelegenheit und die organisatorischen Mittel dazu? Und die Macht zur Steuerung der Medien? (BBC „meldet Einsturz“ von WTC 7 bevor er stattfindet …die anderen Medien ignorieren ihn völlig) – verbindet, wird klar, dass Bin Laden und seine „40 Räuber“ dem politischen „Täterprofil“ nicht einmal nahekommen.

Die VT reduzieren angeblich komplexe Beziehungen zu „binären Gegensätzen“ (Dualismus): gut – böse, für – gegen; Eine „emotionale, dogmatische Darstellungsweise“ sei typisch und vorherrschend für VT …

Moment mal: Wer sagte „You are either with us or against us? … undLet us never tolerate outrageous conspiracy theories …!

Das war doch Bush jun., der Verfechter-in-chief der „gesellschaftlich anerkannten“ V-Theorie zu 911 …

Dann wird auch noch die von VT „unterstellte Existenz einer verborgenen Realität“ (Okkultismus) kritisiert, die also zwischen „Schein“ und „Sein“ unterscheidet und der Politik misstrauisch gegenübersteht.

Der Verfasser will anhand dieser und anderer diagnostizierter Makel die „Fehlerhaftigkeit der VT im Umgang mit der Beobachtung der Realität beweisen“, sollte aber bei sich selber anfangen, denn seine politische Naivität verhindert offenbar die Erkenntnis, dass in der politischen Realität (die durch massive Manipulation der Wahrnehmung und systematische Täuschung gekennzeichnet ist) „Verschwörungen“ zur Routine geworden sind.

Sie heißen bloß anders, wurden von ihren Urhebern „rationalisiert“ und in „moralisch desinfizierte“ Sprache gekleidet (strategic information / perception management / psyops / irregular warfare/ special ops / counter-terrorism, etc.

Wie schon erwähnt, das Wort „Verschwörung“ ist uralt und kann den „modernen“ politischen Verhältnissen kaum gerecht werden. Hier geht es prinzipiell darum, zu verhindern, dass die Bevölkerung über die wahren Absichten und Ziele der Machthaber informiert wird. Diese Erkenntnis ist nicht die irrationale Folge „konspirativen Denkens“, sondern der Fähigkeit zu „sapere aude“.

Bernays manipulate opinionsEdward Bernays schrieb schon 1928 von der „bewussten und intelligenten Manipulation der […] Massen“, die in unserer Gesellschaft notwendig sei, damit die Illusion der Demokratie aufrechterhalten werden kann.

Die „unsichtbare Regierung“ seien Organisationen, die im Verborgenen tätig sind, aber die wahre Macht im Staat ausüben, während die an der Nase herumgeführte „Herde“ glaubt, sie habe tatsächlich etwas zu entscheiden. (Bernays hat auch die Frauen zum (giftigen) Rauchen verleitet, in dem er Zigaretten als „torches of freedom“ bezeichnete …daher auch „free trade“, „free market“, usw.)

Sein Buch „Propaganda“ hat Kultstatus bei allen PR-Agenturen und Organisationen, die die gewünschten Meinungen bzw. Zustimmung zu bereits gefallenen Entscheidungen der Mächtigen im Volk „herstellen“ sollen (z.B. Akzeptanz von kriegerischen und verdeckten Interventionen, die völkerrechtswidrig und kriminell sind, wie in Jugoslawien, Kosovo, Irak, Libyen, Syrien, etc. aber auch von TTIP, EZB, EU, NATO, usw.)

Professor Mausfeld von der Uni Kiel hat ja in seinem Vortrag dargelegt, wie diese Mechanismen funktionieren:  Fakten als Meinungen deklariern / Fragmentierung der Information (Sinn-Zusammenhang geht verloren) / De-kontextualisierung bzw. Re-Kontextualisierung (was man ja auch bei den VT macht)

Hier ein Bild aus seinem Vortrag zum Thema „Täuschung“ (Deception):

APA 1science of deceptionAm 17./ 18.Julifand der The Science of Deception workshop der APA und RAND Corporation (Think Tank des Pentagons) in Arlington (Va.) mit großzügiger, finanzieller Unterstützung der CIA statt.

Eine Gelegenheit, Menschen zusammenzubringen, für die (einerseits) das Verstehen und die Anwendung von Täuschung im Rahmen der nationalen Sicherheit wichtig sind, und die (andererseits) die Phänomene und Mechanismen der Irreführung untersuchen.

Hier trafen sich etwa 40 Leute – Psychologen, Neurologen, etc. und Vertreter von CIA, FBI und DoD mit Interesse an geheimdienstlichen Operationen …

911: AND THE  TRUTH  WILL  SET  YOU  FREE ….

Wenn also manche Soziologen allen Ernstes behaupten, die „VT“ leiden an „einem übermäßigen Misstrauen gegen Verlautbarungen der US-Regierung (das sei das wesentliche, konspirative Element für 911) und staatlichen Behörden wie FBI und CIA, dann kann man nur den Kopf schütteln und sich fragen, wer hier an „kognitiver Inferiorität“ leidet.

MLK greatest purveyor of violenceWährend Mausfeld anprangert, dass die außenpolitischen „Interventionen“ der USA den Tod von mehr als 20 Millionen Menschen verschuldet haben, und MLK die USA zu Recht als „größten Exporteur der Gewalt in der heutigen Welt bezeichnete, (was noch immer gültig ist) formuliert der frischgebackene Magister der Soziologie das so (Hervorhebung von mir):

Die „historisch zu beobachtende US-Außenpolitik (bestehend aus) unrechtmäßigen Eingriffen in die Politik anderer Länder fungiert als „welcome structure“ für die konspiratorische Sichtweisen zu 911 …“

Klartext: die lange Liste der Verbrechen der USA rechtfertigen die Annahme einer „Verschwörung“ bzw. Täuschung bei 911 durchaus …

Die Geheimhaltung (von Informationen zu 911) der US-Regierung beschreibt er so:

Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von Sach-Hinweisen, die die herkömmliche Sichtweise untermauern würde“

Die Frage:

Welche logischen Gründe könnte die US-Regierung haben, solche „Beweise“ nicht zu veröffentlichen?

stellt er nicht, denn darauf gibt es nur eine Antwort: die Veröffentlichung der unterdrückten Informationen würde die offizielle Version nicht untermauern, sondern noch mehr in Frage stellen … z.B. Flugschreiber, Voice Recorder, Videos vom Pentagon, etc.

Die Tatsache, dass die offizielle Darstellung von 911 natürlich auch eine – unbewiesene -VT ist, die allerdings „von den Leitmedien, anderen Deutungsinstanzen und einer Mehrheit der Bevölkerung anerkannt wird“, wird generell tunlichst verschwiegen.

Der Grund, warum die VT (hier am Beispiel 911) als so „outlandish“ angesehen werden, liegt nicht an der übersteigerten, „paranoiden“ Fantasie ihrer Vertreter, sondern daran, dass die wirkliche Rolle der Supermacht USA (als aggressiver und destruktiver Machtfaktor – wie auch das „kleine“, arme Israel) auf dieser Welt dem „Tagesschau“-Konsumenten stets verborgen bleibt.

Darin besteht eben die permanente Täuschung der „Zuschauer“, die dann einfach nicht glauben können, dass dieses „Symbol für Freiheit und Demokratie“, dass uns „von den Nazis befreit hat“ (auch eine Täuschung) zu solcher Arglist, zu solch ungeheuerlichen Verbrechen fähig ist (siehe wieder einmal Harold Pinter, den Mausfeld ja auch zitiert).

Der Verfasser der Magisterarbeit über VT konzediert zwar, dass die „meist linken“ VT im Sinne einer Aufklärung aktiv seien und „Antworten auf offene Fragen suchten, die die US-Regierung bis heute schuldig blieb aber er ortet auch „Amerika-Feindlichkeit“ als Motiv z.B. bei „VT“ Mathias Bröckers, der die massive Unterstützung der NSDAP durch amerikanisches Kapital sarkastisch auf den Punkt bringt: „ohne US-Hilfe für Hitler … hätte Deutschland wahrscheinlich gar nicht befreit werden müssen. (Genau)

Das seien „revisionistische Äußerungen“ behauptet der Autor und merkt nicht, dass er als „Soziologe“ die perfide Wirkung dieser Stigma-Etiketten (auf ihn selbst) nicht durchschaut …

Er selbst kritisiert zwar an einer Stelle den Spiegel (911-Was wirklich geschah, 3.12.2001) sei „eher eine Erzählung als eine Dokumentationund der Leser muss sich auf die Richtigkeit der Spiegel-Annahmen verlassen“ wegen geheimnisvoller Vorenthaltung prozessualen Wissens“ (Quellen nicht angegeben); die Andeutung von Andreas von Bülow, auch Spiegel-Redakteure könnten für Geheimdienste tätig sein, weist er als „völlig absurd zurück und nennt das „Aussagen und Sachverhalte werden manipuliert“.

Bernstein CIA infiltration & control mediaVon Bülow (u.a.) hätten „das Feindbild der Geheimdienste entdeckt“, weil man daraus (als Buchautor) Profit schlagen könne, so die Diagnose. Dass dieser aufgrund seiner ehemaligen Funktion in einem Kontrollausschuss des Bundestages über Geheimdienste sehr viel mehr Wissen (und Lebenserfahrung) vorrätig hat, als der Student der Soziologie und Carl Bernstein schon in den 1970er Jahren über die Unterwanderung der Printmedien durch die CIA geschrieben hat (siehe auch Mockingbird), wird ebenso ignoriert, damit die behauptete „Irrationalität“ der VT aufrechterhalten werden kann.

Dass mehrere Millionen Menschen 2003 gegen den Irakkrieg demonstrierten, was aber die Kriegstreiber nicht interessierte, wird in der Magisterarbeit unter „Ermöglichungsrahmen“ für VT registriert. Daraus entstandene „Wut und Hassgefühle auf Amerika“ passten nach Einschätzung des Autors in das „virulente Deutungsmuster des Anti-Amerikanismus“. Schon wieder ein Stigma-Wort für Dissidenten. Noch dazu eines aus dem stalinistischen Vokabular, wie Noam Chomsky mehrfach feststellte:

In totalitarian societies, the usage is standard. In the former Soviet Union, for example, dissidents were condemned as “anti-Soviet” or “anti-Russian.” Where a democratic culture prevails, the usage would be regarded as comical. If people who criticize Irish government policies were condemned as “anti-Irish,” I suppose people would collapse in ridicule in the streets of Dublin. At least they should.”

GWOT is BOGUS MeacherDer Hinweis vieler „VT“ (911-Zweifler), die Belege zu Operation Northwoods (mittlerweile in den staatlichen US-Archiven einsehbar), zeigten doch, dass inszenierter Terror, den man anderen in die Schuhe schiebt, schon in den 1960er Jahren vom US-Militär geplant wurde (ohne Skrupel, auch gegen die eigene Bevölkerung), was die Plausibilität für ein ähnliches Szenario zu 911 erhöht, wird vom Autor damit zurückgewiesen, „dass dieser Plan von JFK vehement abgelehnt wurde“. Diesen Umstand würden die VT einfach übergehen.

Dass diese Ablehnung Kennedys (u.a.) zu seiner Ermordung (natürlich nicht durch Oswald) beigetragen haben könnte, wird aber vom „Soziologen“ ignoriert, denn das wäre ja auch eine „Verschwörungstheorie“ und damit will er nichts zu tun haben … Stattdessen hält er an seinem Tunnelblick fest: Northwoods fungiert „als Blaupause für die konspirative Sichtweise ..“

Der Autor kritisiert zwar die Rolle der Presse nach 911, so z.B.

Die Medien beteiligten sich nicht an der Aufarbeitung der Hintergründe“ – doch die Gründe dafür werden auf unglaublich naive Weise verharmlost – denn „sie vertrauten den polizeilichen Ermittlungsbehörden“ (!)

Die VT wurden zunächst weitgehend ignoriert bzw.als fragwürdig und lächerlich hingestellt, was den Eindruck einer Verschwörung nur begünstigen konnte. Als die 911 „Truther“ drei Jahre später immer noch da waren, änderte die Presse ihre Taktik und griff die VT jetzt an. Diese „konfrontierende Berichterstattung“ in den Medien sei aber legitim, weil die VT – nach seiner Diagnose – eine „Gefahr für die Gesellschaft“ seien. (!)

Insofern kamen die Medien, wenn auch spät, als ein der Aufklärung verpflichtetes Organ, ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nach, der Verbreitung irrationaler VT Einhalt zu gebieten.“

Das hätte Goebbels nicht besser formulieren können… der Geist des „Heiligen Officiums“  lebt in Soziologie-Studenten des dritten Jahrtausends weiter …. Da wird einem Angst und Bange …

Fazit: Wir brauchen mehr „Gansers“  und „Ken Jebsens“ auf dieser Welt ….. intelligent, sympathisch, integer, mutig … damit wir nicht  verzweifeln …

 

 

 

 

CIA (2): INVISIBLE GOVERNMENT

Prouty secret team„What really matters is its relative power in the U.S. Government. Control of a good share of what the Pentagon is doing is more important to the CIA than control over the government of Jordan or Syria.… It is much more factual to say that, „What the CIA does is to find ways to initiate major foreign policy moves without having the President find out — or at least without discovery until it is too late.“  

Colonel Fletcher Prouty , 1993

CIA- DIE  TROJANER  IN  DER  REGIERUNG

HaigAls Beispiel für dieses CIA-System der Infiltration führt Oberst Prouty Alexander Haig an, dessen Aufstieg in der Machthierarchie rasant war. Er arbeitete zunächst als Stellvertreter für den Focal Point Officer in der US Army, Joe Califano. Dieser war damals als Rechtsberater für die Armee tätig und als diese Position später „weiter nach oben“, nämlich direkt ins Büro des Verteidigungsministers verlegt wurde (damals McNamara), nahm er Lt. Colonel Alexander Haig mit.

Als Johnson Präsident wurde, kamen beide ins Weiße Haus und während der Nixon Administration arbeitete er (im Rahmen dieses geheimen Systems) mit Außenminister Kissinger zusammen. Er war wegen seiner Verbindung zum „Secret Team“ in der Lage, Dinge zu organisieren, die nur wenige verstanden.

Haig wurde später Außenminister bzw. NATO SACEUR (Oberbefehlshaber), machte also eine steile Karriere bis in die obersten Etagen der Macht. Er war auch Mitglied des scheinheiligen Malteser Ritterordens (wie James Angleton, William Colby und William F. Buckley – alle CIA) und P2-Logengroßmeister (Freimaurer) Licio Gelli -siehe dazu Gladio in Italien.

Viele dieser Leute kamen bis ins Weiße Haus und auch dort unterstützten sie die geheimen Operationen der CIA (auch gegen den Präsidenten, wenn notwendig), während ihr offizieller Job nur Tarnung war. Die Geheimhaltung, die für verdeckte Operationen (nach außen) notwendig erscheint, wurde also auch nach innen ausgeübt, wie Prouty ausdrücklich betont:

We must understand what happens when things happen clandestingly – and by this we mean clandestingly within the Government of the United States.”

An dieser Stelle ist eine Nachdenkpause angesagt: Warum sollte uns das interessieren? Was haben diese Enthüllungen aus den 1950er und 1960er Jahren mit der heutigen Zeit zu tun?

freeing_to death BlumSehr viel, denn die Strukturen, die Colonel Prouty erwähnt, existieren noch heute und ohne sie wären weder die Ermordung von Präsident Kennedy (seinem Bruder Robert, Martin Luther Kings, etc.), der Bombenterror von „Gladio“ in Europa und schon gar nicht „911“ möglich gewesen. (Was dieser Artikel mit der Bombe des Oktoberfestes von 1980 zu tun hat, steht weiter unten …)

Ein scheinbares Argument gegen die These, dass „911“ ein Inside-Job war, ist, dass es unmöglich sei, so etwas geheimzuhalten, weil dazu komplexe Organisationsstrukturen mit sehr vielen Leuten notwendig wären. Wie Prouty in seinem Buch und seinen Interviews immer wieder betont, wurden genau dafür diese geheimen Strukturen aufgebaut, wo jedes Rädchen nur so viel wusste, wie notwendig war, um die zugeteilte Rolle zu erfüllen.

1960 gab es 605 dieser „Abteilungen“ im US-Militär mit über 5.000 Leuten, die von der CIA kontrolliert und finanziert wurden.

Knight_of_MaltaAber das Netzwerk erstreckt sich natürlich nicht nur in die Bereiche von Geheimdiensten u. Militär, sondern auch quer durch die Zivilgesellschaft: Business, Medien, Universitäten, Think Tanks, harmlos scheinende NGOs, etc. Die Tentakel der „unsichtbaren Regierung“ sind weitreichend und schließen auch religiöse Gruppen mit ein bzw. okkulte Vereine, die hinter dem Deckmantel „religiöser Werke“ politische Intrigen schmieden und durchführen. Sehr prominent sind z.B. der „Malteser Ritterorden“ (der diplomatische Immunität genießt und wie ein Staat behandelt wird) und der Johanniterorden, wo sich reaktionäre, katholische Aristokraten mit Krypto-Faschisten vermischen. (Das ist Stoff für einen anderen „Da Vinci Code“ …)

Wieso ließen andere Regierungsorganisationen zu, dass die CIA dort „under cover“ operierte? Diese Frage wurde auch Prouty gestellt. Das sei eigentlich ganz einfach, antwortete er. Die meisten Leute, die für die Regierung arbeiten, sehen es als selbstverständlich an, mit anderen Abteilungen zu kooperieren. Schließlich fällt das alles doch unter “serving one’s country” (seinem Land dienen) oder?

Nehmen wir z.B. die FAA (die amerikanische Flugaufsichtsbehörde). Man geht zum Leiter der Behörde und sagt ungefähr folgendes:

Zur Durchführung einer geheimen Operation ist es ist von Zeit zu Zeit notwendig, ein Flugzeug zu benutzen, ohne dass wir von den offiziellen FAA-Vorschriften behindert werden. Das kann z.B. bedeuten, dass wir zwei Flugzeuge brauchen, die gleichzeitig unter derselben Nummer registriert sind, damit das eine als Cover für den Einsatz des anderen dienen kann. Wenn also so ein Flug bei euren Fluglotsen auftaucht (z.B. Maschine Nr. 2345 landet heute Morgen, ein zweites Flugzeug mit derselben Nummer landet am Abend, wundert euch nicht und unternehmt nichts.“

Was diese Infiltration der Flugaufsichtsbehörde im Kontext von 911 bedeutet, lässt sich erahnen.

Und dann würde Allen Dulles noch hinzufügen: „Ich würde gerne noch einen Focal Point Officer (FPO = Kontaktmann, „Doppelagent“ für CIA) bei euch etablieren. Wenn dann so etwas in der Art bei euch vorkommt, soll jeder in der FAA diesen Mann kontaktieren bzw. wird er dann rechtzeitig darauf hinweisen.“ Das hat immer gut funktioniert (besonders in der aufgeheizten Atmosphäre des kalten Krieges und seit den späten 1990er Jahren im „War on Terror“) und wenn es viel zu tun gab, hat die CIA auch zwei oder drei solche FPOs in einer Abteilung eingesetzt. Ging die geheime Operation über mehrere Monate, konnten es auch 10 Leute sein, wobei gelegentlich nur fünf wieder entfernt, die anderen aber dort gelassen wurden.

Auf diese Art und Weise wurde das Netzwerk immer größer. Prouty erzählt, dass er nach kurzer Zeit mehrere tausend Leute in diesem System hatte, und zwar weltweit.

SEID UMSCHLUNGEN, MILLIONEN

Ein Netzwerk aus Informanten und „Doppelagenten“ im Regierungsapparat und Zugriff auf die riesige Militärmaschinerie der USA ist schon schlimm genug, doch damit dieses geheime System nicht auffliegt, müssen natürlich auch die Finanzströme getarnt werden. Waffen, Flugzeuge, Logistik, spezielles Personal, all das nahm die CIA für ihre geheime Kriegsführung in Anspruch, doch nur selten hinterließen diese Gewaltaktionen auch eindeutige Spuren in der Bürokratie.

Als Empfänger von Waffen schien eben nicht die CIA auf, sondern ein „Unit“ der Army, Navy, Air Force, etc. den es eigentlich gar nicht gab. Er wurde nur geschaffen, damit es “auf dem Papier“ so aussah, als ob das Material nur innerhalb des Militärs ausgegeben bzw. benutzt wurde.

Beispiele für dieses Tarnsystem:

Helio courier 2Die Helio-Courier Flugzeuge wurden Ende der 1950er Jahre offiziell von der Luftwaffe gekauft (USAF), aber bezahlt und benutzt von der CIA. Da sie zum Starten / Landen nur sehr kurze Strecken benötigten, aber wesentlich mehr Ladekapazität und Treibstoff als ein Hubschrauber hatten, waren sie perfekt für den „verdeckten“ Einsatz in Laos, Kambodscha und Vietnam. Zig Millionen Dollar wurden dafür ausgegeben und doch erfolgte diese „Beschaffung“ unter völliger Umgehung der ansonsten in der Air Force üblichen Vorschriften. Der „FPO“, der in der Beschaffungsstelle arbeitete, sorgte dafür, dass entsprechende „dummy papers“ in der Verwaltung auftauchten.

Auch die berühmte „U2“ (Spionageflugzeug im Auftrag der CIA) begann auf diese Weise und nur wenige wussten, wer wirklich dahinter steckte.

Auf NSC 10/ 2 (was das ist – siehe den ersten Beitrag über die CIA) hatte Eisenhower 1955 nach Aussagen von Prouty, handschriftlich vermerkt, dass die Unterstützung der CIA mit Waffen, Personal u.a. Material durch das Militär immer nur für eine konkrete Operation zu gelten hätte. Er wollte nicht, dass die CIA eine ständige Versorgung mit Kriegsmaterial bekam, doch genau das passierte später.

Sie wurde immer mächtiger und es gab keine rechtsstaatlichen Strukturen mehr, die sie noch aufhalten konnten.

Schon 1949 sicherte das Pentagon zu, die geheimen Operationen der CIA voll zu unterstützen, wenn dem Militär dadurch keine Extra-Kosten entstehen. Das heißt, wenn die Agency z. B. ein Flugzeug der Air Force benützt, muss sie die „Einsatzkosten“ bezahlen, also den Aufwand des Militärs (z.B. einen Stundenlohn für den Piloten, Treibstoff, etc.) ersetzen.

Dieses Arrangement ist bei geheimen Operationen sehr wichtig, weil damit das Auftauchen von Rechnungen in der offiziellen Buchführung verhindert wird, die unangenehme Fragen hervorrufen könnten. Deshalb wurde ein internes Abrechnungssystem geschaffen, aus dem nicht erkennbar war, wofür das US-Militär (wirklich) Kosten verursacht hatte, wenn es der CIA Material und / oder Personal zur Verfügung stellte.

Der DCI konnte diesen ständig wachsenden Kostenersatz an das Militär (Flugzeuge, U-Boote, ja sogar Flugzeugträger) auch noch vor dem Kongress dazu benutzen, mehr Steuergelder einzufordern, sodass das Budget der CIA immer grösser wurde.

BLACK OPERATIONS  &  BLACK BUDGET

Prouty schreibt in seinem Buch über die finanziellen Tricks der CIA u.a.:

Noch wichtiger als die Gelder, die die Agency bekommt, ist die Tatsache, dass man damit alles Mögliche beschaffen kann (Forschung, Entwicklung, Immobiliengeschäfte, Warenlager, einfach alles, was man für Geld bekommt), auch ein Heer von zehntausend Leuten, die nirgends als „Personalkosten“ auftauchen.“

Das bedeutet, man zahlt „Löhne“ aus, die aber nicht als solche in der

Buchhaltung zu finden sind. Der DCI zeichnet die Summe als „Ausgabe“ ab, und kein Aussenstehender sieht, dass damit die „Gehälter“ für hunderte Leute bezahlt wurden. Das ist wichtig, weil innerhalb der Regierungsorganisationen ein detailliertes, jährliches Budget für Personalkosten erstellt wird, und Abweichungen davon natürlich auffallen würden. Wofür man denn dieses Extra-Personal brauche, wäre dann die nächste Frage, die unbedingt vermieden werden muss.

So konnte die CIA z.B. in einem Monat zweihunderttausend Dollar für „Dienstleistungen“ ausgeben, deren Empfänger unsichtbar waren. Millionen für Ausrüstung, Flugzeuge, etc. die „unsichtbar“ waren. Der Kongress hatte keine Ahnung, was hier wirklich los war, aber er bewilligte die Gelder.

There’s no end to the things you can do with government money that way.

Indeed ... z.B. Finanzierung von synthetischen Terroristen bzw. „Rebellen“, je nach Bedarf …

Air America Laos 1964Natürlich hatte die CIA auch spezielle Bankkonten für ihre undurchsichtigen Operationen, z.B. für die Gewinne aus dem Air America Geschäft (Private, kommerzielle Fluglinie der CIA, die aber auch für geheime Operationen Drogen und Waffen transportierte und Ersatzteile in großem Stil kopierte …).

Die Förderung des Drogenhandels durch die CIA – bis heute – ist ja ausreichend dokumentiert, z.B. in den Büchern von Alfred W. McCoy und Peter Dale Scott.

Die-CIA-und-das-HeroinHeute, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des kalten Krieges, stehen die Amerikaner vor einer klaren Wahl. Sie können entweder dem Geheimdienst die Erlaubnis entziehen, verdeckte Operationen durchzuführen, oder müssen akzeptieren, dass eben diese Missionen die CIA in kriminelle Bündnisse verstricken. Diese Wahl hat natürlich eine moralische Dimension.

Aber Nationen im Frieden haben nach amerikanischen und auch nach internationalen Gesetzen kein Recht, ihre Außenpolitik mit verdeckten Operationen durchzusetzen, zu denen Lügenpropaganda, Bestechung, Verbrechen, Mord und unerklärte Kriege gehören.  (Alfred W. McCoy)

CIA  ALS  EIGENER  KRIEGSAPPARAT

Die CIA begann im Rahmen dieses Systems auch damit, weltweit (für ihre eigenen Zwecke) Lager für militärische Ausrüstung anzulegen. Dies wurde möglich, weil die Hysterie des kalten Krieges es dem Geheimdienst gestattete, eine immer größere Rolle bei der strategischen Planung (des an die Wand gemalten „heißen“ Krieges) einzunehmen, wobei auch Nuklearwaffen eingesetzt werden sollten.

Prouty im Originalton über die Verselbständigung der CIA Militärlogistik:

As a result of the war planning role of the CIA, it was easy for the CIA planners to enter in the plans of all armed forces, requirements for wartime equipment, vehicles, aircraft, and facilities that had to be earmarked and stockpiled for use by the Agency in the event of war. Once such requirements were listed in the war plans they could be requisitioned along with all other war-plan material.

This meant that the cost of this equipment would be worked into the military budget, and then in due time each item would be purchased and delivered to the advance base site where war plan material was stockpiled. Warehouse after warehouse of „military equipment“ is stored in the Far East, in Europe, and throughout the United States for the eventual use of the CIA. The cost of this material and of its storage, care, and conditioning is inestimable. . . . As the years passed and as the Agency’s „military“ role became more a matter of custom and generally accepted, Agency military cover units became so deeply covered that their neighbouring military units did not know, or forgot, that the unit near them was not a regular military unit. By that time, requisitions from these CIA units were as readily acceptable as any others and the units became easily self-supporting without any Agency funding input.

170. Oktoberfest MahnmalDie (von Daniele Ganser zitierte) Frage im letzten Beitrag (Wie große Bestände an militärischem Material, Waffen, Sprengstoff, etc. unbemerkt abgezweigt werden konnten – im Kontext des Bombenterrors in München 1980, aber auch der anderen Terroranschläge in Europa (Gladio)- kann jetzt beantwortet werden:

Durch dieses geheime, gut getarnte Logistiksystem der CIA.

Wer geheime Kriege führt, Aufstände und Revolutionen anzettelt, Bombenterror usw. arrangiert, braucht Zugriff auf dieses Netzwerk, in dem nur mehr Eingeweihte unterscheiden können, ob „eine militärische Abteilung“ echt ist oder nicht und für welche Zwecke Kriegsmaterial wirklich eingesetzt wird.

Dazu Prouty:

„Wir erschufen z.B. die Einheit … Provisional Support Group in Deutschland, deren „militärisches“ Personal – natürlich CIA-Leute in Uniform – begannen damit, die Lagerhäuser zu füllen. Sie hatten Lkws, Jeeps, Waffen, Funkgeräte und alles andere, was das echte Militär auch hatte. Die Agency erkannte schnell, dass umso wichtiger sie ihre post-strike [nach einem Nuklear-Angriff] Rolle darstellte, desto mehr Ausrüstung würden sie bekommen. Dann trugen natürlich auch die jährlichen NATO- Übungen dazu bei, dass die Lagerhäuser immer gut gefüllt waren.

Sie [CIA] waren sehr gut darin, diese Ausrüstung dann für „Übungen“ zu verwenden, die in Wahrheit geheime Operationen waren.“

Prouty betont, dass dieses logistische Netzwerk es der CIA erlaubt, für fast alle geheimen Operationen die notwendige Ausrüstung zu erhalten. Als Beispiel führt er den Einsatz eines speziellen Flugzeugtyps (C-123, „Chase“) an, das in Nicaragua bzw. El Salvador von der CIA im Rahmen ihrer verdeckten Operationen (Support von Terrorgruppen) benutzt wurde.

Ein weiteres Beispiel zeigt die gewaltige Dimension, die dieses Logistik & Cover-Up-System erreicht hat:

INDONESIEN oder  WIE MAN EIN LAND  MIT HILFE  DER CIA AUSPLÜNDERT

Cold WarriorJoseph Burkholder Smith, ex-CIA Agent, hat in seinem Buch Portrait of a Cold Warrior bestätigt, was Colonel Prouty (siehe CIA – Teil 1) beschrieben hat: Die CIA hat nicht Anweisungen des Präsidenten oder des NSC ausgeführt, sondern selbst Außenpolitik gemacht.

Dafür „fütterte“ man die 5412-Gruppe (Untereinheit des Nationalen Sicherheitsrates NSC) so lange mit „alarmierenden Nachrichten“ (die die CIA selbst fabriziert hatte), bis die (von der CIA schon längst beschlossenen und oft schon laufenden Aktionen) „genehmigt“ wurden.

SukarnoAm Beispiel des geheimen Krieges gegen Sukarno („Destabilisation“ einer Regierung genannt) schreibt Smith darin:

Before any direct action against Sukarno’s position could be taken, we would have to have the approval of the Special Group-the small group of top National Security Council officials who approved covert action plans. So we began to feed the State Department and Defense departments intelligenceWhen they had read enough alarming reports, we planned to spring the suggestion we should support the colonels‘ plan to reduce Sukarno’s power. This was a method of operation which became the basis of many of the political action adventures of the 1960s and 1970s.

In other words, the statement is false that CIA undertook to intervene in the affairs of countries like Chile only after being ordered to do soIn many instances, we made the action programs up ourselves after we had collected enough intelligence to make them appear required by the circumstance. Our activity in Indonesia in 1957-1958 was one such instance.

Während des „Aufstandes“ in Indonesien (1958) stellte die CIA für zehntausende (von der CIA manipulierte) „Rebellen“ Flugzeuge, Schiffe, U-Boote, und jede Menge Waffen zur Verfügung, um die sozialistische Regierung Sukarno zu stürzen.

Eines Tages (so erzählt Prouty) sollten 42.000 Gewehre besorgt werden, doch die US-Militärbasis in Okinawa (Japan) hatte nur 30.000. Daraufhin wurde die Marine kontaktiert und diese konnte die fehlenden 12.000 liefern.

Dann wurde eine C 54 (gesteuert von einem Air America Pilot, unter militärischer Tarnung) nach Okinawa geschickt, dieser holte die 42.000 Gewehre und warf sie über Indonesien ab (mit Zwischenlandung auf den Philippinen).

Doch nur sehr wenige Leute wussten, wohin die 12.000 Gewehre wirklich gegangen waren.

Sie wurden später ersetzt, waren also nur „geliehen“ und der Anruf für die Beschaffung war doch aus dem Pentagon gekommen. Ein unauffälliger Waffentransfer von der Marine zur Armee (auf dem Papier) war also tatsächlich eine kriminelle Aktion, Teil einer größeren Operation zum gewaltsamen Umsturz einer gewählten Regierung in einem anderen Land. (Für die CIA „Routine“). Ein schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht, der von der diplomatischen Lügen-Rhetorik einer „Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ begleitet war.

Auch den als „Gegenputsch“ inszenierten Coup von 1965 hat die CIA natürlich organisiert und den Massenmord an mehreren hunderttausend Kommunisten (Sichtbar als politische Rahmenhandlung des Spielfilms „The Year of Living Dangerously“) durch „Todeslisten“ ermöglicht.

Indonesia was going to fall into the Western lap like a rotten apple.“ Western intelligence agencies, would organize a „premature communist coup … [which would be] foredoomed to fail, providing a legitimate and welcome opportunity to the army to crush the communists and make Sukarno a prisoner of the army’s goodwill.“, (Diplomatischer Bericht, December 1964)

Letztlich starben rund eine Million Menschen dafür, dass amerikanische Geschäftsinteressen in Indonesien „beschützt“ wurden, siehe dazu auch die erschütternde Doku von John Pilger, die auch die aktuellen Bezüge zur „Globalisierung“ aufzeigt).

 

INVISIBLE GOVERNMENT (IG FARBEN /GESTAPO / SSconsolidation of power the American Way)

Das „Secret Team“, von dem Prouty spricht, besteht nicht nur aus der CIA, aber sie ist ein zentraler Bestandteil davon. Eine Art internationaler Mafia-Arm der Business-Oligarchie, für deren Interessen ja Allen Dulles (u.a. CIA-Direktoren) tatsächlich arbeitete. Zum Zeitpunkt der „Schweinebucht-Invasion“ war diese Organisation bereits so groß und einflussreich, dass sie beinahe jede geheime Operation durchführen konnte, die sie wollte.

The CIA is a great, monstrous machine with tremendous and terrible power. It can be set in motion from the outside like a programmer setting a computer in operation, and then it covers up what it is doing … in a majority of cases, the power behind it all is big business, big banks, big law firms and big money. The agency exists to be used by them.“

Colonel Fletcher Prouty

An der Schweinebucht-Operation nahmen Offiziere aus der philippinischen Armee teil, die die CIA in den 1950er Jahren rekrutiert hatte, einige von ihnen wurden auch in Guatemala eingesetzt (Putsch gegen die Regierung Arbenz). Man sieht daran, dass hier weltweit Material, Personal, Waffen, Flugzeuge, Schiffe, etc. eingesetzt wurden, ja sogar Leute aus anderen Regierungen gehörten dazu.

Prouty erzählt auch, dass die erste „Anforderung“ der CIA (im Zuge des geheimen Krieges gegen Fidel Castro in Kuba) an das Pentagon ungewöhnlich war: Wir brauchen zwei Ärzte.

image_aidsHier zeigt sich die „Spitze des Eisbergs“, eines der finstersten Kapitel der CIA: medizinisch-biologische Forschung als geheime Waffe; wir wissen ja bereits, dass in diesen Kreisen danach geforscht wurde, ein Virus zu konstruieren, der (sehr schnell) Krebs auslösen konnte (um z.B. Castro zu töten, was Zeit- u. Augenzeugen bestätigen, z.B. Judith Baker) und dabei das AIDS-Virus (HIV) erschaffen wurde.

Schon in den 1960er Jahren war die Agency also in der Lage, Großoperationen, – richtige Kriege – zu führen, ohne von irgendjemand wirklich  „Genehmigungen“ einholen zu müssen.

Eisenhower hat niemals eine „Invasion“ Kubas genehmigt, ihm wurde ein Plan vorgelegt, in dem der „Widerstand“ gegen Castro von außen unterstützt werden sollte. Doch in Wahrheit war ja die überwältigende Mehrheit der kubanischen Bevölkerung ja für Castro und die sozialistische Revolution.

CIA: DIE  UNFEHLBAREN  MISSIONARE

The_CIA_and_the_Cult_of_IntelligenceProuty erklärt in seinem Buch auch, dass die CIA mehr wie eine religiöse Bruderschaft, ein Kult funktioniert, als eine rationale Regierungsorganisation, also die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen, nicht mehr vorhanden ist und der „group-think“ Kritik von außen nicht akzeptiert. Selbst die unmenschlichsten Verbrechen werden als Notwendigkeit zur Erfüllung einer edlen Mission betrachtet, die als „nationale Sicherheit“ unantastbar ist.

Dass man neu rekrutierten CIA-Leuten suggeriert, sie gehörten jetzt zur geistigen und politischen (auserwählten) „Elite“ des Landes und den „special forces“, sie seien die mutigsten Kerle der Welt, die für edle Ziele kämpfen, ist ja auch nichts Neues. Das funktionierte ja auch schon im Dritten Reich, wo ja ebenfalls der Begriff „Sicherheit“ allgegenwärtig war, um totalitäre Strukturen zu rechtfertigen.

Wenn die gleiche Organisation (CIA) die Autorität erhält,

  • außenpolitisch relevante „Informationen“ zu kontrollieren, (basierend auf „geheimen Nachrichten“, die die CIA oft selbst fabriziert hat)
  • diese dann (gefiltert) – täglich – dem Präsidenten vorzulegen (wodurch er enorm beeinflusst wird)
  • die Macht hat, in Friedenszeiten umfangreiche „verdeckte Operationen“ im Ausland durchzuführen (die wiederum aus den „geheimen Nachrichten“ generiert werden)

dann hat die „Agency“ effektiv die (kriminellen) Auslandsoperationen der Regierung übernommen, die nur mehr auf das „reagiert“, was ihr einflussreiche Kreise einflüstern); von „leadership“ kann keine Rede mehr sein …

 Aber es ist eben meistens nicht die offizielle Regierung, die das Kommando hat, sondern das „invisible government“, das die CIA als exekutives Mafia-Organ für „regime change“ und andere machtpolitische Ziele einsetzt. Für diese Leute, ist die Welt „nur ein großes Schachbrett“ sagt Prouty und das kennen wir ja schon von der grauen Eminenz der US-Außenpolitik, „Zbig“ Brzesinsky, der auch Obama stark beeinflusst hat.

CIA:  „RECHTS“  HAT  IMMER  VORRANG  VOR  DEM  RECHT

IG Farben finances HitlerIst es Zufall, dass so viele der mächtigsten CIA-Direktoren Wirtschaftsanwälte waren? Wohl kaum, denn wie wir aus dem IG Farben System gesehen haben, werden hier staatliche Machtstrukturen für private Profite und Ausschaltung der Konkurrenz benutzt (also genau das Gegenteil eines „Marktes“), ganz zu schweigen von der völligen Zerstörung demokratischer Strukturen in den Ländern, wo es noch was „zu holen“ gibt (wie seit Jahren in der Ukraine).

 Auch brutale Gewalt, Subversion, Anstacheln von Bürgerkriegen und Revolutionen (um eine unerwünschte Regierung zu stürzen) bzw. Einsatz von grauenvollen Terrormethoden um echte Revolutionen zu unterdrücken (um die gewünschte, faschistische Regierung zu erhalten), das Abschlachten von zigtausenden Menschen, der Einsatz von Chemiewaffen (wie Agent Orange und Sarin in Vietnam; Giftgas im Irak und in Syrien), radioaktiven Waffen (wie die DU-Munition in Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan, usw.) – all das wird als „notwendig“ und legitim angesehen, wenn es darum geht, die eigenen Interessen durchzusetzen und eine neue „Ordnung“ zu erschaffen.

Für sie war Hitler auch nur ein Werkzeug, um diese apokalyptische Politik durchzusetzen und (bevor es zur endgültigen Schlacht von Armageddon kommt) noch kräftig daran zu verdienen.

Die künstlich erzeugte Hysterie gegenüber den teuflischen „Kommunisten“ bzw. der Sowjetunion war notwendig, um die geheimen Kriege der CIA (die in einigen Fällen zu offenen Kriegen führten) zu rechtfertigen – auch vor dem eigenen Gewissen.

Ideal IllusionsEine faszinierende Analyse dieser Selbst-Indoktrination (und gigantischer Projektion) der Strategen des „Kalten Krieges“ lieferte James Peck in seinem Buch „IDEAL ILLUSIONS“.

 Prouty schreibt dazu:

 „Wie das ganze Land, die ganze Welt dazu gebracht wurde, aus einem Verbündeten im zweiten Weltkrieg [der Sowjetunion, die Hitler’s Divisionen unter großen Opfern besiegt hat, nicht die westlichen Alliierten] einen „manichäischen Teufel“ zu machen, ist beeindruckend. Diesen Widerpart quasi aus der Asche des zweiten Weltkriegs zu erschaffen – und aus irrationalen Gründen – wie kann man das rechtfertigen? Sie waren unsere Partner im Krieg und plötzlich waren sie unsere Feinde.

 Everything that we didn’t like was communist right away — anything the Soviets did was against the West

 Als letzten – und vielleicht wichtigsten – Punkt aus dem Buch von Prouty muss die “militärische Assistenz” (MAP) hinterfragt werden, die die US-Regierung dutzenden Ländern gewährt und natürlich die wahren Motive dafür verschleiert.

_schattenkrieg_AfrikaEine beachtliche Reportage von ARTE hat dazu vor kurzem wichtige Informationen geliefert, die den „Kampf gegen den Terror“ (hier speziell) in Afrika als schäbige Tarnung imperialer und subversiver Absichten entlarvt:

Nachdem Europa jahrelang China freie Hand auf dem afrikanischen Kontinent gelassen hatte, tritt nun eine weitere Macht in Erscheinung: die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Namen der Terrorismusbekämpfung beschlossen die USA, ihren Antiterrorkrieg mit all ihrer militärischen Macht in der Sahara fortzusetzen.

Aber verdeckt der Kampf gegen den Terror nicht eine ganz andere Schlacht?..“

(Darauf kannst du wetten …)

 

Mehr dazu im nächsten Beitrag …

DER BLINDE FLECK geht nicht weg: Bombenterror ohne Kontext

Film PosterGestern zeigte die ARD den Spielfilm „Der Blinde Fleck“, in dem das Bombenattentat vom 26. September 1980, während des Oktoberfests in München, im Mittelpunkt steht. Der Protagonist des Films ist der investigative Reporter Ulrich Chaussy, der jahrelang die Umstände des Anschlags untersucht hat und dabei auf jede Menge Ungereimtheiten gestoßen ist. Dabei stellte sich heraus, dass die polizeilichen Ermittlungen „von ganz oben“ beeinflusst wurden, damit die offizielle Theorie vom verwirrten Einzeltäter nicht ins Wanken gerät. Besonders die Hinweise auf Verbindungen zu „rechts-radikalen“ Gruppen wurden systematisch unterdrückt.

2015_Ulrich_ChaussyUlrich Chaussy ist eine reale Person, die seit vielen Jahren für den Bayerischen Rundfunkt arbeitet, ein renommierter Sachbuch-Autor und er trägt bis heute unermüdlich zur Aufklärung des Bombenanschlags bei. Für seine intensiven Recherchen und den politischen Druck, den er als Folge dieser Hartnäckigkeit jahrelang aushalten musste, gebührt ihm großer Respekt (er erhielt dafür auch kürzlich einen bayerischen Verdienstorden) und dieser Blog verfolgt keinesfalls die Absicht, seine journalistische Integrität in Frage zu stellen.

Doch der Spielfilm (in der Mediathek noch abends abrufbar) und die im Anschluss daran gezeigte, kurze „Doku“ über die Wiederaufnahme des Untersuchungsverfahrens – die hauptsächlich Chaussy zu verdanken ist – hatten gravierende Mängel.

Dem Zuschauer wird zwar vermittelt, dass die höchsten Beamten im „Sicherheitsapparat“ (also im Innenministerium, im Verfassungsschutz, usw.) die Aufklärung des Verbrechens massiv behindert haben, aber warum das so gewesen ist, wird nicht erklärt. Der größere, politische Kontext wird ignoriert. Die Frage ist – warum?

Vielleicht können die folgenden Ausführungen darauf eine Antwort geben.

DIE  ERMITTLUNGEN

Laut dem „historischen Lexikon Bayern“ (Überschrift: Kritik an behördlichen Ermittlungen) wurde nie bewiesen, dass Köhler die Bombe gebaut hatte oder auch nur dazu in der Lage gewesen wäre und es gab nur einen einzigen „Belastungszeugen“, der das Gehäuse der Bombe im Haus Köhlers gesehen haben will (dessen Identität aber verschwiegen wird).

Selbst der von den Ermittlern angeführte Hauptzeuge berichtete nur von einer leeren Bombenhülle in Köhlers Werkstatt. Jedoch sind bei der dortigen Durchsuchung weder Gerätschaften zum kontrollierten Erhitzen und Vergießen von Sprengstoff noch Mikrospuren von TNT oder sonstigem militärischem Sprengstoff entdeckt worden.“

Die Ermittlungen führten die Polizei rasch zur “Wehrsportgruppe Hoffmann“, die paramilitärische Übungen mit faschistischer Indoktrination kombinierte. Der 21-jährige Gundolf Köhler, der offiziell als Bombenleger gilt, soll Mitglied dieser Gruppe gewesen sein, was aber keiner der Befragten aus ihren Reihen bestätigte (sie hatten ihn nie gesehen).

Hoffmann patsiesDie Mitglieder von WSGH sagten bei Vernehmungen aus, sie hätten Waffen und Sprengstoff von einem gewissen Heinz Lembke erhalten:

Herr Lembke zeigte uns verschiedene Arten von Sprengmaterial, Zündern, Plastiksprengstoff und militärischen Sprengstoff. Er sagte, er habe viele geheime Verstecke, in denen solches Material im Wald vergraben sei und er könne uns viel davon geben. Er sagte auch, dass er Unterricht über die Handhabung solcher Sprengsätze gibt.“

(Aussage von Raymund Hörnle, zitiert in Gladio: Die geheime Terrororganisation der Nato, 1997, p. 82.)

Diese Spur wurde aber nicht weiter verfolgt… (weil sie sonst zu „Gladio“ bzw. NATO und BND geführt hätte …), sondern an der „Einzeltäter-Theorie“ festgehalten.

Waffenfunde Gladio BRDEnde Oktober 1981 stießen Wanderer in der Nähe von Uelzen (in der Lüneburger Heide, unweit des größten NATO-Übungsplatzes) auf eines dieser geheimen Waffenverstecke, wo auch andere Ausrüstungsgegenstände vorhanden waren. (Dies wird im Film nur ganz kurz erwähnt, man sieht einen Clip aus der damaligen Tagesschau)

Daraufhin wurde der Förster Heinz Lembke festgenommen und dieser führte die Polizei kurz darauf zu einem riesigen Waffenarsenal (33 Einzelverstecke), das die „Einzeltäter-Theorie“ ad absurdum führt. Daniele Ganser zitiert dazu einen Artikel des österreichischen Militärs aus dem Jahr 1991, in dem es heißt:

Die Waffenverstecke wurden sofort dem rechtsextremen Lembke zugeordnet. Doch diese Erklärung hatte einen Haken: Neben automatischen Waffen, chemischen Stoffen (Arsen und Zyankali) und etwa 14.000 Schuss Munition, fand man auch 50 Panzerabwehrkanonen, 156 kg Sprengstoff, 230 Zündvorrichtungen und 258 Handgranaten.

Es ist bemerkenswert, dass ein Staat mit weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen gegen Terroristen*, den Diebstahl oder die Abzweigung einer solch großen Menge an Kriegsmaterial nicht bemerkt hat.“

(Quelle: Österreichische Militärische Zeitschrift, Heft 2 1991, S. 123)

Die ermittelnde Behörde (geleitet vom Generalbundesanwalt) wusste schon lange, dass der Sprengstoff für das Oktoberfest militärischer Herkunft war und diese Bombe nicht von einem 21-jährigen Laien „selbst-gebastelt“ wurde. Die Experten waren auch in der Lage, festzustellen, ob das Material aus NATO-Beständen kam oder nicht.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es einen größeren, politischen Kontext gibt, der unweigerlich zu militärischen, sicherheitspolitischen (und somit geheimdienstlichen) Kreisen führt.

*Für das Verstehen der Zuschauer wäre es notwendig gewesen, das Auftauchen des „linken“ Terrors in Deutschland (in den 1970er Jahren) zu analysieren und natürlich den Kontext zu „Gladio“ herzustellen.

Also die Tatsache, dass unter dem Deckmantel der NATO geheime, paramilitärische Strukturen (in ganz Westeuropa) aufgebaut wurden, die mit Hilfe faschistischer Elemente in den Sicherheitsapparaten (also Polizei, Militär, Geheimdienste, Innenministerium) Terroranschläge verübten. Diese wurden dann den „Linksextremen“ in die Schuhe geschoben, um (vor allem in Italien) einen politischen Linksruck zu verhindern und die kommunistischen Parteien zu dämonisieren. Gruppen, wie die RAF oder Brigade Rosse in Italien waren von den Geheimdiensten infiltriert und wurden regelrecht zu Gewalt- und Terrorakten angestachelt. (Siehe dazu den Beitrag über Gladio).

Die aktuelle Variante des synthetischen Terrors in Europa (Paris, Charlie Hebdo) greift nicht auf Neo-Nazis zurück, sondern auf indoktrinierte „Islamisten“ und ahnungslose Muslime (als „patsies“) die ebenfalls als geopolitische Werkzeuge eingesetzt werden.

Doch – big surprise – die Polizei kam zu dem Schluss, dass Lembke (wieder einmal) ein „Einzeltäter“ war, die Verbindung zu „Gladio“ wurde nicht untersucht. Lembke deutete in einer Vernehmung an, dass er demnächst enthüllen werde, für wen diese Waffen gedacht waren und wer dahinter steckt. Doch am nächsten Tag, am 1. November 1981, fand man ihn erhängt in seiner Zelle.

BIG (BROWN) BROTHER (und das “Neue Deutschland“)

Um den geopolitischen Hintergrund zu verstehen, muss man den Leuten natürlich erklären, dass die USA als Besatzungsmacht federführend am Aufbau der deutschen Geheimdienste und Sicherheitsapparate waren und wenig Interesse daran hatten, die Nazis in den bürokratischen Strukturen zu entfernen – ganz im Gegenteil.

Reinhard GehlenReinhard Gehlen, Spionagechef Hitlers im Osten machte nach dem Krieg eine beachtliche Metamorphose durch: vom General des Dritten Reiches zum amerikanischen General – in no time. Er wurde von den Amerikanern damit beauftragt, einen neuen Geheimdienst aufzubauen, der ja auch anfänglich als „Gehlen Organisation“ bekannt war. Dass damit ein Auffanglager für dutzende Nazi-Verbrecher geschaffen wurde, hat die Regierung in Washington nicht weiter gestört. Sie haben ja (unter Federführung von Allen Dulles) auch tausende Nazis (vor Strafverfolgung geschützt und) in die USA gebracht, weil sie als Wissenschaftler oder als militärische „Berater“ nützlich waren.

Keiner tat mehr als Gehlen, um die Ängste der Amerikaner vor der „roten Gefahr“ zu schüren“ (Video 18:30)

(Kein Wunder, denn das bedeutete mehr Geld und mehr Macht für seine Organisation)

Hitlers shadow StudyDie von amerikanischen Kreisen bewusst erzeugte Hysterie des „Kalten Krieges“ diente dazu, die Förderung von Faschisten (und Milliardenausgaben) zu legitimieren. Nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ musste man für den Kampf gegen den bösen Kommunismus auch Nazis einsetzen, weil moralische Skrupel doch nur dem teuflischen Feind in die Hände gespielt hätten …

Die Wurzeln des BND sind also eindeutig „braun“ und die Antwort von Edward Snowden (auf die Frage, wie er das Verhältnis zwischen BND und NSA [bzw. CIA] beschreiben würde) „They are in bed with each other“ kommt deshalb auch nicht überraschend.

Doch während bekannt ist, dass der BND 1956 gegründet wurde, wird die Existenz der geheimen Gladio-Strukturen bis heute mit wenigen Ausnahmen totgeschwiegen.

GLADIO IN DEUTSCHLAND: Alte Nazis trainieren neue Rekruten unter US-Aufsicht

In den 1950er Jahren gewannen die kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien immer mehr Stimmen. Die anti-kommunistische Hysterie in den USA sollte der CIA zu immer größerer Macht verhelfen und ihre „geheimen Operationen“ (wie Gladio) im Ausland ausweiten und legitimieren. Diese kriminelle Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten – die noch dazu als „Verbündete der USA“ oder „befreundete Staaten“ galten – wurde ab 1947 durch den NSA quasi legalisiert.

(Mehr Details dazu im letzten Beitrag über die CIA, ein weiterer wird folgen)

In den 1960er Jahren wurde also die (eigene) Bevölkerung in Europa zum „Feind“ erklärt, wenn sie gegen Dinge protestierte, die für die Durchsetzung von „amerikanischen Interessen“ notwendig waren, z.B. die Errichtung von US-Militärbasen oder die Stationierung von Trägerraketen mit Nuklearwaffen. Es reichte aber auch, wenn man „linke Ideen“ hatte, die die herrschenden Besitzverhältnisse bedrohten.

Die Manipulation der Bevölkerung durch Angst und Terror (besonders vor anstehenden Wahlen) wurde deshalb als legitimes Mittel der amerikanischen „Außenpolitik“ betrachtet und auch von faschistischen Kreisen in Europa begrüßt.

Wie Daniel Ganser feststellte, gibt es auch ein Papier, in dem der Einsatz der Gladio-Strukturen notfalls GEGEN DIE EIGENE BEVÖLKERUNG dokumentiert ist: Datiert mit 1.Juni 1959 heißt es dort (Originaltext italienisch), dass die Gladio-Strukturen für folgende Zwecke einzusetzen sind:

Sollte der Ernstfall eintreten, in dem Gebiete von NATO-Ländern teilweise oder ganz von inneren Unruhen (und Umstürzen) oder militärischer Invasion betroffen sind“ [mit „Umstürzen“ meinte man einen faschistischen Putsch, bei dem die „gladiatori“ natürlich zum Schutz der Putschisten eingesetzt werden und dafür sorgen, dass „linke“ Gruppen ausgeschaltet werden, wie Prinz Borghese in Italien es vorhatte …]

 

WaPo CIA Nazi NetworksCIA Dokumente, die im Juni 2006 freigegeben wurden zeigen ebenfalls, dass die CIA zwischen 1949 und 1955 geheime „Gladio“-Strukturen in Deutschland aufgebaut und dabei SS-Offiziere eingesetzt hat. Dies bestätigt ja auch u.a. der CIA-Mann in der exzellenten BBC-Doku von Allan Frankovitch, über die ich in diesem Blog ja geschrieben habe (Gladio).

Eine dieser Gruppen war der „Technische Dienst (TD) innerhalb des Bundes Deutscher Jugend (BDJ). Der BDJ wurde 1950 von Erhard Peters und Paul Lüth gegründet. Die Existenz von TD-BDJ war den deutschen Behörden (spätestens) seit 1952 bekannt.   (Siehe dazu Ganser)

Ein erfolgreicher „Anwerber“ für Jugendliche, die zum BDJ gelockt wurden, war der SS-Kriegsverbrecher Klaus Altmann (besser bekannt als Klaus Barbie oder in Frankreich als der „Schlächter von Lyon“). Er tat dies Anfang der 1950er Jahre im Auftrag des CIC, des militärischen Spionagedienstes der USA im zweiten Weltkrieg, der später von der DIA abgelöst wurde.

Am 9. September 1952 betrat ein Mann eine Polizeistation in Frankfurt und erzählte den Polizeibeamten eine erstaunliche Geschichte: er sei Teil einer paramilitärischen Einheit, die über Waffen und Sprengstoff verfüge und von Amerikanern finanziert werde. Den Mitgliedern wird beigebracht wie man Leute umbringt, ohne Spuren zu hinterlassen, wie man sich im Wald versteckt, usw.

Der Mann hieß Hans Otto und war ein ehemaliger Offizier der Waffen-SS, deshalb erschien ihm auch der angebliche Zweck dieser geheimen Übungen anfangs nicht verdächtig: Für den Fall, dass die Sowjetunion Deutschland überfallen und besetzen sollte, würden diese speziell ausgebildeten Einheiten (ähnlich wie die Resistance in Frankreich) den Besatzern das Leben mit „Terroranschlägen“ und Sabotage schwer machen.

Doch als ihm eine Liste von deutschen Politikern (und anderen, insgesamt 40 Personen) vorgelegt wurde, die – nicht nur in diesem Fall, sondern auch bei einem drohenden, innenpolitischen Machtwechsel nach links – zu liquidieren seien (darunter auch viele Sozialdemokraten), wurde Otto die Sache zu unheimlich und er „packte aus“.

Zinn G ADie daraufhin eingeleiteten Untersuchungen führten schon damals zu Waffenverstecken und einem Trainingslager im Odenwald in Hessen. Die Sache wäre wohl damals vertuscht worden, wenn nicht ein mutiger Politiker die Sache öffentlich gemacht hätte: Georg August Zinn, damals Ministerpräsident von Hessen und überzeugter Anti-Faschist. Trotz enormen Drucks von Adenauer und den US-Behörden ließ er sich nicht zum Schweigen bringen und hielt eine flammende Rede vor dem hessischen Landtag, wofür er großen Beifall erntete. Dabei warnte er davor, dass diese geheimen Strukturen, die ja die Grundlage für kriminelle, subversive Tätigkeiten waren, die dann unter Hitler zur Diktatur führten, jetzt wieder aktiv seien.

Am 30. Oktober 1952 ordnete der BGH die Freilassung aller inhaftierten BDJ-Mitglieder an, ohne auch nur mit den Polizeibeamten in Frankfurt gesprochen zu haben oder deren Ermittlungsergebnisse zu kennen (Ganser, 2005).

Der schockierte und empörte Zinn war fassungslos und konnte sich dieses Verhalten nur dadurch erklären, dass die Richter in Karlsruhe „ auf Anordnung der Amerikaner gehandelt haben“.

Dazu gibt es im Internet diese interessanten Informationen:

Bei einer Razzia örtlicher Polizeieinheiten in den Räumen des BDJ stellte sich 1952 heraus, dass die USA die Organisation mit einer monatlichen Summe von 50.000 DM finanzierten sowie mit Waffen, Munition und Sprengstoff beliefert hatten. Im Odenwald bei Frankfurt am Main fand man ein Waffenlager mit Maschinengewehren, Granaten, leichten Artilleriegeschützen und Sprengstoff. Die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen förderte zudem eine Attentatsliste mit 40 deutschen Führungspersönlichkeiten – hauptsächlich Politiker der SPD – zutage, die man als nicht zuverlässig antikommunistisch eingestuft hatte. Unter ihnen befanden sich Herbert Wehner, der damalige SPD-Parteichef Erich Ollenhauer, der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann und die Oberbürgermeister von Hamburg und Bremen. Um im Ernstfall eine möglichst effiziente Ausführung der Attentate zu ermöglichen, hatte der BDJ bereits Mitglieder in die SPD geschleust.

Counterintelligence_corps_badgeDer CIC (Militärgeheimdienst der US-Army im zweiten Weltkrieg) übernahm die von der deutschen Polizei inhaftierten BDJ-Mitglieder und verweigerte im Folgenden den Zugriff der deutschen Behörden, die beabsichtigten, Anklagen aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes und geplanten Mordes zu erheben. CIC-Agenten beschlagnahmten weiterhin alle noch verfügbaren Unterlagen und verweigerten die Übergabe an die deutschen Behörden.“

(CIC“ (dessen Agenten später in der CIA aufgingen) ermöglichte auch das Entkommen hunderter Nazi-Kriegsverbrecher über die „Rattenlinie“ nach Lateinamerika – mit Unterstützung des Vatikans …)

Während amerikanische Diplomaten also Zinn versicherten, es gäbe keine Pläne zur „Manipulation des politischen Klimas“, in Deutschland, beeilte sich die CIA später, die Sache durch die Cover-Story zu verharmlosen, dass diese „Einheiten“ sich quasi in fanatischem Eifer „verselbständigt“ und eigenmächtig „Todeslisten“ erstellt hätten – ohne Wissen und Zustimmung der Geheimdienste. Wer das glaubt, gewinnt den ersten Preis für politische Naivität.

Doch auch in diesem Fall wurden die Verbindungen zu „Gladio“ völlig unter den Teppich gekehrt.

Interessant ist auch die Aussage des ehemaligen CIA-Chefs für Deutschland Peter Sichel (siehe Video-Link):

Adenauer war verärgert darüber, dass man ihn nicht informiert hatte [er wusste Bescheid] nicht weil er etwas gegen diese Operationen gehabt hätte, sondern in dem Sinn – man hätte die Leute dafür sorgfältiger auswählen sollen …“ (Video 21:45)

Adenauer bestritt die Existenz der „Todes-Liste“ und der BDJ wurde im Jänner 1953 verboten. (Man machte aber natürlich unter anderem Namen weiter).

GOD BLESS OUR OLD NAZIS

1955 wurde die BRD Mitglied der NATO und Adenauer unterzeichnete einen geheimen Vertrags-Annex, in dem sich Deutschland verpflichtet, den Mitgliedern des geheimen Netzwerks rechtliche Immunität zu gewähren. Also kein Strafverfahren für alte und neue Nazis im Dienste Amerikas – no way. (Textzitat unten, Ganser 2005)

Ganser legal immunity Gladio Germany

Das dürfte Hans Globke (ehemaliger Ministerialrat im Innenministerium des Dritten Reiches) sehr gefallen haben, der als „Ministerialdirigent“ ab 1949 ein Büro im Kanzleramt hatte und ebenso General Erich von Manstein (geb. von Lewinsky), verurteilter Kriegsverbrecher, der in gewissen Kreisen „Heldenstatus“ hat, und Adenauers Schützling und Berater beim Aufbau der Bundeswehr war.

Aus dem Klappentext des u.a. Buches von Jürgen Bevers:

Globke graue Eminenz hinter AdenauerEr war die Graue Eminenz in Adenauers Kabinett, heute ist er fast vergessen: Hans Maria Globke. Als Staatssekretär im Kanzleramt zog er im Hintergrund die Fäden, baute das Palais Schaumburg zur Machtzentrale aus und bestimmte die Personalpolitik. Globke kontrollierte die Geheimdienste und holte Hitlers Generäle in die Führungsspitze der Bundeswehr. Als heimlicher „Generalsekretär“ der CDU warb er um verdeckte Parteispenden und verteilte sie. Derselbe Hans Globke hatte als hoher Ministerialbeamter den Nazis gedient, einen juristischen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen verfasst und gleichzeitig als gläubiger Katholik die Kirche mit wichtigen Informationen versorgt. Allen späteren Anfeindungen zum Trotz hat Adenauer seinen engsten politischen Vertrauten beschützt und auch vor einem Auftritt als Zeuge im Jerusalemer Prozess gegen Adolf Eichmann, den Organisator des Holocaust, bewahrt.

Die Re-Militarisierung Deutschlands (durch Krypto-Faschisten) als Vasall der USA hatte begonnen und das dadurch entstehende seelische Unbehagen (trotz steigendem Wohlstand) mündete schließlich in die Proteste, die 1968 Schlagzeilen machten.

Die Oktoberfest-Bombe von 1980 brachte das geheime Netzwerk der Subversion wieder ins Spiel, doch die Vertuschung gelang auch dieses Mal.

 

 

POLITISCHER KONTEXT – DEUTSCHLAND 1980

Die Oktoberfest-Bombe explodierte zu einem „günstigen“ Zeitpunkt: Helmut Schmidt wurde schon länger von den rechts-konservativen (wie der CSU) Politikern als „zu schwach“ gegenüber den „linksextremen“ Terroristen (RAF, Schleyer-Entführung, etc.) dargestellt. Auch der wachsende Protest der “linken” Jugend gegen die atomare Rüstung und die zunehmende Militarisierung durch die NATO war den Drahtziehern von Gladio (als Ausdruck einer „anti-amerikanischen“ Gesinnung) ein Dorn im Auge.

Die Gladio-Eliten in den Geheimdiensten (und ihre Sponsoren in Washington bzw. Brüssel (NATO-Hauptquartier) hatten also großes Interesse daran, dass nicht Schmidt, sondern Franz-Josef-Strauß die nächste Wahl gewinnt. Und er natürlich auch .. seine Verstrickung in das Gladio-Netzwerk, bzw. dessen Steuerung über die Tarnorganisation AgInter Press, wird in diesem ZDF-Beitrag skizziert;  Mehr dazu gibt es hier  (Englischer Text)

Bundestagswahl am 5. Oktober 1980

Doch das Attentat in München hatte insofern einen Bumerangeffekt, weil man den Terror nicht den „linken Extremisten“ in die Schuhe schieben und die Verbindungen zu rechts-extremen Kreisen nicht völlig vertuscht werden konnte.

Bundestagswahlen 1980 tagesschauDie Deutschen ließen sich nicht so leicht hinters Licht führen und so hatte die „rechte“ Koalition aus CDU/CSU zwar die Stimmenmehrheit (44,5%, ein Verlust von 4%), doch die SPD lag mit 42,9% nur knapp dahinter, während FDP und erstmals die Grünen Stimmen (dazu) gewannen. Die neue Regierung war wieder „die alte“: eine Koalition zwischen SPD und FPD.

Jedenfalls hatten die „Gladio“-Drahtzieher einen Linksruck verhindert und dafür gesorgt, dass die SPD unter Schmidt sich in Richtung „Mitte“ bewegt hat und schließlich dort endete, wo auch Tony Blair’s „New Labour“ sich befand: als verkommener Rest einer „Sozialdemokratie“, die den Namen nicht mehr verdient hat und sich dem neoliberalen Totalitarismus („Finanz-Faschismus“) unterordnet.

taz Andreas Kramer OFB 1980Andreas Kramer behauptete 2013, dass sein Vater (Offizier der Bundeswehr und Oberst im BND) den Bombenanschlag in München organisiert hatte und selbst beim Bau des Sprengsatzes mitgeholfen hatte. Hier Auszüge aus einem Interview mit ihm, dass die taz im Mai 2013 führte: (Klick auf das Bild führt zum Link)

taz: Herr Kramer, Sie haben beim „Bombenleger“-Prozess in Luxemburg unter Eid ausgesagt, Ihr Vater habe den Sprengstoff für den Anschlag auf das Oktoberfest 1980 geliefert. Und das im Auftrag der geheimen „Gladio/Stay behind“-Truppe der Nato. Wie kommen Sie zu dieser Aussage?

Andreas Kramer: Mein Vater war „Gladio/Stay behind“-Offizier mit dem Codenamen „Cello“ und Mitarbeiter des BND, von dem er 1965 angeworben wurde. Er hat offiziell im Rang eines Hauptmanns als Logistiker in der Abteilung G4 des Streitkräfteamts der Bundeswehr, das zum Bundesverteidigungsministerium in Bonn gehörte, gedient.

Mein Vater leitete mehr als 50 Materiallager der Nato-Geheimarmee in Deutschland. Eines davon war das Lager Uelzen, das 1981 entdeckt wurde. Mein Vater wollte mich als Operationsleiter für „Gladio/Stay behind“-Einsätze aufbauen und hat mit mir die Fernsehbeiträge, welche die Anschläge in Deutschland, also München, und Italien, also der in Bologna am 2. August 1980, betrafen, besprochen und analysiert. Ich habe ihm damals kritische Fragen gestellt, um Informationen über den Zweck dieser Anschläge zu gewinnen.

Was wollte der BND konkret von Ihrem Vater?

Man suchte Offiziere, die in der Lage waren, bestimmte Logistikaufgaben für „Gladio/Stay behind“ zu erfüllen – da war er die ideale Besetzung. Mein Vater war unter anderem der direkte Vorgesetzte von Heinz Lembke

ein deutscher Neonazi mit Verbindungen zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“, der einen Tag vor seiner Vernehmung wegen möglicher Verwicklung in das Münchner Attentat erhängt in seiner Zelle aufgefunden wurde.

Genau, den hat mein Vater angeworben und als Führungsoffizier angeleitet.

Haben Sie dazu schriftliche Aufzeichnungen? Oder beruhen Ihre Behauptungen nur auf mündlichen Aussagen Ihres Vaters Ihnen gegenüber?

Ich weiß, dass der BND solche Aufzeichnungen besitzt. Mein Vater hat davon gesprochen.

Wann ist Ihr Vater bei der Bundeswehr ausgeschieden?

  1. Er hat aber für den BND weitergearbeitet.

Was spielte Ihr Vater Ihrer Meinung nach für eine Rolle beim Münchner Attentat?

Er hat zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“ und zu Gundolf Köhler, dem späteren Attentäter, Kontakt aufgenommen, schon bevor diese 1980 vom damaligen Innenminister Gerhart Baum verboten wurde. Die Vorbereitungen für das Attentat begannen 1979.

Und als was hat er sich dort präsentiert?

Als alter Kamerad, als einer mit Verbindungen, der bereit wäre den Jungs zu helfen, wenn sie mal was richtig Großes durchziehen wollten. Der BND gab dem Anschlag auf das Münchener Oktoberfest 1980 intern den Codenamen „Operation Werwolf“, benannt nach dem SS-Sonderkommando „Werwolf“, das im Zweiten Weltkrieg hinter den feindlichen Linien Attentate und Sabotageakte verübte.

Was soll die strategische Absicht der Bombe gewesen sein?

Der Einsatz der Bombe sollte dazu beitragen, dass in der westdeutschen Bevölkerung eine Stimmung erzeugt wurde, die eine politische Abwahl der Regierung von Kanzler Helmut Schmidt herbeiführte. Franz Josef Strauß stand schon als Kanzlerkandidat der CSU bereit. In Westdeutschland wurde die klassische „Strategie der Spannung“, wie etwa auch in Italien, angewendet.

Woher soll der Sprengstoff für die Bombe gekommen sein?

Aus verschiedenen Nato-Depots. Die Bombe durfte ja nicht professionell gebaut wirken.

Warum gehen Sie erst jetzt an die Öffentlichkeit?

Weil die Opfer des Münchner Attentats bis heute nicht die Unterstützung vonseiten des Staates bekommen haben, die sie verdienen.

 

FAZIT:

Liebe Schüler und Fernsehzuschauer, Amerika (die Eliten der Macht) hat nicht “den Faschismus“ in Europa besiegt, (das waren die Russen!) sondern dafür gesorgt, dass aus dem „Dritten Reich“ das „Vierte Reich“ (transnational) entstanden ist: es hat faschistische Strukturen in den nationalen Sicherheitsapparaten gepflegt und für subversive Tätigkeiten benutzt, die garantiert nichts mit „Freiheit und Demokratie“ zu tun haben, aber viel mit kapitalistischer Plünderung und perfider Weltherrschaft (Full Spectrum Dominance)

Wie sagte Henry Kissinger einst so schön sarkastisch:

Das Kriminelle erledigen wir gleich, das Verfassungwidrige dauert ein bisschen länger.“

Die „Pseudo-Aufklärung“ durch die ARD hat dem offenbar nichts entgegenzusetzen – so viel zum Thema Gedanken- und Pressefreiheit in Deutschland ..

CIA (1): Die Unsichtbare Macht

 

the liberty to tortureWir wissen spätestens seit „Gladio“, dass die westlichen Geheimdienste in der Lage sind, geheime Machtstrukturen aufzubauen, die sich jeder demokratischen Kontrolle entziehen. Eine zentrale Rolle in diesem unheimlichen Spiel hat die CIA. Doch welche Rolle spielt diese Organisation wirklich? Zu welchem Zweck wurde sie gegründet und wer bestimmt, welche „verdeckten Operationen“ die CIA weltweit durchführen darf?

Diese Fragen zu beantworten ist fast unmöglich, denn das Wesen dieser „Agency“ besteht ja darin, dass der Großteil ihrer Aktivitäten unter dem Schleier der Geheimhaltung stattfindet, weil das angeblich die „nationale Sicherheit“ erfordert. Doch dank den dokumentierten Aussagen ehemaliger CIA- „Mitarbeiter“ kann man zumindest ein Licht darauf werfen, was diese undurchsichtige Organisation seit ihrer Gründung wirklich unternommen hat, um „amerikanische Interessen“ durchzusetzen.

Colonel ProutyEiner dieser Leute ist Colonel (Oberst der Air Force) Fletcher Prouty, der die Konstruktion und Manipulation des „Kalten Krieges“ nach 1945 in den Zentralen der Macht in Washington selbst miterlebt hat. Er arbeitete von 1955-1964 in verschiedenen Bereichen des Pentagon, wo er ein Logistiksystem zur militärischen Unterstützung der weltweiten, geheimen Operationen der CIA aufbaute und später zum Leiter der Abteilung „Spezielle Operationen“ wurde.

Er war auch dabei, als die CIA „geboren“ wurde und konnte daher aus eigener Erfahrung berichten, unter welchen Umständen und von welchen Personen die Weichenstellungen vorgenommen wurden, die sie zu einer unheimlichen, unkontrollierbaren Macht werden ließen, die er das „Secret Team“ nennt und in seinem gleichnamigen Buch beschreibt.

Für den aufsehenerregenden Oliver Stone Film „JFK“, in dem die Hintergründe der Ermordung von Präsident Kennedy untersucht werden, war L. Fletcher Prouty (neben dem Buch von Staatsanwalt Jim Garrison, das als Grundlage diente) als historischer Berater unverzichtbar. Die Aussagen des mysteriösen „Mr. X“ (im Film gespielt von Donald Sutherland) basieren auf den Erfahrungen und Beobachtungen von Colonel Prouty.

ALLEN DULLES: THE GODFATHER OF THE CIA

Vor dem zweiten Weltkrieg war die Rolle der Geheimdienste in Friedenszeiten sehr eingeschränkt und es gab auch kein dauerhaftes militärisches Establishment, das jährlich Milliarden verschlag. 1945 hatte das US-Militär dank des glorreichen Sieges eine dominante Rolle in der amerikanischen Politik und wollte diesen Zustand auch nicht ändern. Die gewaltige Militärmaschinerie für den Krieg bescherte den Vereinigten Staaten auch die größte Produktivitätssteigerung seit Jahrzehnten, mit anderen Worten: das globale Morden und die Schaffung krimineller Kartelle (wie IG Farben) bescherte US-Firmen gigantische Profite in enger Zusammenarbeit mit dem Dritten Reich.

allen_dullesEine zentrale Figur der Wirtschaftskriminalität, die sich in den 1920er und 1930er Jahren im Kontext der politischen Ereignisse entwickelte, war Allen Dulles. Er war auch die entscheidende Person für die Entwicklung der CIA zu einer politischen Gestapo mit angeschlossenem Militärapparat, die systematisch Terror als Werkzeug einsetzte.

1914 schloss er sein Studium in Princeton ab, trat bald darauf in den diplomatischen Dienst (zunächst in Wien) ein und wurde nach dem Kriegseintritt der USA in Bern stationiert. Sein Onkel war Robert Lansing, damals US-Außenminister unter Präsident Wilson, der dafür sorgte, dass Allen und sein Bruder John Foster an der „Friedenskonferenz“ in Paris teilnahmen, die den ersten Weltkrieg formal beendete (und den Grundstein für den zweiten legte).

1920 wird Allen der erste Sekretär der US-Botschaft in Berlin und sein Bruder vertritt die Interessen von JP Morgan in Europa. John Foster wird auch mit der Implementierung des Dawes Planes beauftragt, der die deutschen (nach oben offenen) Reparationszahlungen regeln soll. 1926 wird JF der Direktor des Rechtsanwaltsbüros Sullivan & Cromwell, das die Kartelle aufbaut und berät und im gleichen Jahr wechselt auch Allen in diese Firma.

Der Vertrag von Versailles verbot Export von Kriegsmaterial nach Deutschland, doch Dulles versicherte seinen Business-Kontakten in den USA, dass ihre Geschäfte dadurch nicht eingeschränkt würden. Es gäbe Mittel und Wege, solche Bestimmungen zu umgehen. (Mehr über die Biographie von Dulles gibt es hier.)

Die Familien Harriman bzw. Bush hatten Mitte der 1920er Jahre bereits amerikanische Banken etabliert, die speziell für Investitionen in Deutschland gute Kontakte nach Berlin unterhielten, wo sie 1922 eine Filiale eröffneten und mit Fritz Thyssen eine Partnerschaft eingingen. Ein Netzwerk aus Privatbanken in mehreren Ländern erlaubte es dem Stahlkonzern, undurchsichtige finanzielle Transaktionen durchzuführen. 1926 wurde Prescott Bush (der Großvater von George W. Bush und Freund von Allen Dulles) Vizepräsident der Bank, die fünf Jahre später mit einer britischen Firma zu Brown Bros., Harriman fusionierte. In den 1920er und 1930er Jahren wurden über diese Banken riesige Summen amerikanischen Kapitals nach Deutschland geschleust, um die Rüstung zu finanzieren und durch die Kartelle gigantische Gewinne zu machen.

Without I. G.’s immense productive facilities, its intense research, and vast international affiliations, Germany’s prosecution of the war would have been unthinkable and impossible; Farben not only directed its energies toward arming Germany, but concentrated on weakening her intended victims, and this double-barrelled attempt to expand the German industrial potential for war and to restrict that of the rest of the world was not conceived and executed „in the normal course of business.“ The proof is overwhelming that I. G. Farben officials had full prior knowledge of Germany’s plan for world conquest and of each specific aggressive act later undertaken..

wall street and Bolshewik revEine detaillierte Schilderung dieses Systems gibt es z.B. in den Büchern von Antony Sutton oder der Analyse von Guido Preparata, der auch klar macht, dass Hitler ohne amerikanisches Geld nie an die Macht gekommen wäre. Beide Autoren kommen zu dem Schluss, dass die angloamerikanischen Machteliten sowohl die Bolschewiken als auch die Nazis gefördert haben, um Deutschland und Russland gegeneinander zu hetzen, und damit (im Sinne von Mackinder) eine kontinentale Zusammenarbeit zu verhindern, die als machtpolitische Bedrohung für das britische Imperium gesehen wurde (das nach 1945 vom amerikanischen abgelöst wurde).

Howard Zinn [in A People’s History of the United States] makes it totally clear that “American freedom, democracy, liberty, blah-blah” are nothing but a disguise for the rule over America by money. Wave the flag, sing patriot songs, see enemies where the government tells you to see them, and above all, never think. Just listen. The government and its presstitute media will tell you what you must believe.“                                     Paul Craig Roberts (2015)

DULLES  UND  HITLER

Wall Street and Hitler SuttonIn dieser Hoch-Zeit der Finanzmanipulation und politischen Intrige stieg also Allen Dulles bei Sullivan & Cromwell ein. Er war speziell zuständig für Geschäfte mit der Deutschen Industrie. So vertrat er z.B. die Thyssen Bank (u.a. in Rotterdam) und saß im Vorstand des Bankhauses Schroeder, über das später die NSDAP finanziert wurde. Sein Bruder war der amerikanische Generalrepräsentant der IG Farben (in Deutschland), es gab auch eine amerikanische Variante, abgekürzt „AIG“ (klingelt da was?).

IG Farben war mehr als ein Kartell, es war der Vorläufer der crypto-faschistischen „New World Order“, die ja bereits spürbar im Gange ist …

Henry Ford the Grand Cross of the German Eagle  1938

1938 Ford erhält das große Verdienstkreuz von Hitler

Aufgrund seiner exzellenten Kontakte zur Politik und seiner Teilnahme an Abrüstungsverhandlungen war Allen Dulles auch für die Klientel aus der Rüstungsindustrie der geeignete Ansprechpartner. Der überzeugte Anti-Semit Henry Ford gehörte ebenfalls zu seinen Klienten, den Hitler (wegen dessen Buches „International Jew“) als „seine Inspiration“ bezeichnet hat und der als einziger Amerikaner in „Mein Kampf“ erwähnt wird.

Hitler war gut fürs Geschäft: nicht nur wegen der Rüstungsmilliarden (war socialism) sondern auch, weil er den Gewerkschaften an den Kragen ging und den Massen das Gehirn vernebelte, die sich steuern ließen, wie eine Herde Schafe. Währen in den USA Anti-Trust-Gesetze erlassen wurden, konnte man sich in Nazi-Deutschland darauf verlassen, dass Kartelle, Monopole, Geldwäsche, usw. vom Staat nicht verfolgt wurde. Faschismus, wie ihn Mussolini definierte

Allen Dulles OSS

Allen Dulles OSS

Nach dem Drama von Pearl Harbour wurde Dulles 1942 in Bern als „station chief” der neu gegründeten OSS, dem Vorläufer der CIA, etabliert und koordinierte von dort Spionageaktivitäten während des Krieges in Europa. Er war der Drahtzieher der Operation Sunrise, mit der die Kapitulation der deutschen Truppen in Italien in die Wege geleitet wurde. Nach dem Krieg war er noch sechs Monate lang der OSS-Chef in Berlin (wo er dafür sorgte, dass viele wirtschaftliche Kollaborateure mit Nazi-Deutschland nicht angeklagt wurden).

(Über die Tatsache, dass tausende Nazi-Kriegsverbrecher der Strafverfolgung entzogen wurden, weil sie für die USA „nützlich“ waren, habe ich ja bereits im Kontext der Neo-Nazis in der Ukraine geschrieben).

1947 wurde durch den National Security Act auch die CIA gegründet. Zum ersten Mal hatten die USA jetzt einen nicht-militärischen Geheimdienst und ein ständiges „Kriegsministerium“, das man aus PR-Gründen aber „Verteidigungsministerium“ oder kurz „Pentagon“ nannte. Der „Nationale Sicherheitsrat“ (NSC) war ebenfalls damit ins Leben gerufen worden, das sicherste Anzeichen, dass die äußere „Bedrohung“ von nun an permanent sein musste,

Dulles arbeitete zunächst als Berater für die US-Regierung. 1948 wird er als Vorsitzender einer dreiköpfigen Kommission damit beauftragt, die Organisation des Geheimdienstes zu bewerten. Dieser „Dulles-Correa-Jackson-Report” wird wegweisend für die künftige CIA.

Dulles betonte darin z.B., dass die CIA „keine direkte Kontrolle durch das Außenministerium oder das Pentagon“ erfahren solle und bezweifelte, ob „der NSC eine effektive Lenkung der CIA“ bewerkstelligen könnte. Dafür sei er nicht geeignet und „sollte erst gar nicht versuchen“ laufende Operationen zu dirigieren. Es sei besonders wichtig, die CIA in der Öffentlichkeit als „Koordinator von „intelligence“ zu präsentieren, weil das helfen würde, die geheimen (kriminellen) Operationen zu verschleiern. Präsident Eisenhower ernennt Dulles 1953 zum Chef der CIA, eine Funktion die er 12 Jahre lang ausübt.

DIE GEISTER, DIE ICH RIEF …

Per Gesetz war die CIA ursprünglich damit betraut, geheimdienstliche Informationen zu koordinieren, um dem Präsidenten in Fragen der nationalen Sicherheit eine effektive Beratung zu geben. Doch damit wollte sich Dulles & Co. nicht begnügen und so stütze man sich auf die nebulose Formulierung „such other functions“, um die CIA von einer „Agentur“ die eine Dienstleistung erbringen soll, in eine Mafia-Organisation zu verwandeln, die nicht vom Nationalen Sicherheitsrat gesteuert wird, sondern sich selbst und andere Teile der Bürokratie steuert und sich jeder „Aufsicht“ entzieht.

Es gab zunächst kein Gesetz, das die CIA explizit dazu ermächtigte, geheime Operationen durchzuführen, doch wie heißt es so schön: Context is everything. Die Entscheidung, ob die USA in geheime Operationen verwickelt werden, musste eigentlich der Nationale Sicherheitsrat treffen. Dieser beauftragte dann den DCI, also de facto den CIA-Direktor. Soweit die Theorie.

Doch Stück für Stück wurde die Entscheidungsgewalt den exekutiven „Aufsichtsgremien“ entzogen und schließlich hat der CIA-Direktor das Kommando übernommen …

VERBRECHEN  ALS NORMALER BESTANDTEIL  DER  US-AUSSENPOLITIK

CIA paramil opsMit NSC 4-A wurde im Dezember 1947 (dank ständig geschürter Ängste vor dem kommunistischen Monster) psychologische Kriegsführung auch in Friedenszeiten erlaubt.  Diese wurde im Juni 1948 durch eine neue Verordnung ersetzt – NSC 10/2 – die das Spektrum der geheimen Aktivitäten erweitert und beschreibt

propaganda; economic warfare; preventive direct action, including sabotage, demolition and evacuation measures; subversion against hostile states, including assistance to underground resistance movements, guerrillas and refugee liberations [sic] groups, and support of indigenous anti-Communist elements in threatened countries of the free world. Such operations should not include armed conflict by recognized military forces, espionage, counter-espionage, and cover and deception for military operations.

Unter der Bedingung, dass deren Ausführung es im Notfall der Regierung gestattet, jede Mitwisserschaft glaubhaft abzustreiten.

activities „which are conducted or sponsored by this Government against hostile foreign states or groups or in support of friendly foreign states or groups but which are so planned and executed that any US Government responsibility for them is not evident to unauthorized persons and that if uncovered the US Government can plausibly disclaim any responsibility for them.“

Viele (noch nicht gekaufte) Journalisten und sonstige Tatsachenverdreher sollten sich an diese Dokumente erinnern, bevor sie mit dem Stigma-Wort „Verschwörungstheorien“ die öffentliche Debatte vergiften und die Redefreiheit zensurieren.

Frank Wisner srEntsprechend den Vorgaben von NSC 10/2 wurde am 1. September 1948 das Office of Policy Coordination (OPC) gegründet, (in dem die ehemaligen OSS-Verbrecher aufgefangen wurden), das offiziell für die „Organisation der „verdeckten Operationen“ zuständig war. Der Exekutiv-Direktor war Frank Wisner, der während des Krieges als OSS-Spion in Osteuropa aktiv war und  ab 1948  bei der Operation Mockingbird eine entscheidende Rolle spielte.

colby on CIA media assetsDieses internationale Medien-Netzwerk zur Meinungsmanipulation wurde durch Abzweigung von Mitteln aus dem „Marshall-Plan“ finanziert und auch zur Bestechung von Journalisten verwendet.

Wisner (wie Dulles ein Rechtsanwalt) hat auch systematisch Nazi-Kriegsverbrecher für seine „geheimen Operationen“ benutzt (Reinhard Gehlen als „Vater“ des BND etabliert) und in Guatemala den Putsch gegen Präsident Arbenz organisiert. FBI-Direktor Edgar Hoover (selber nicht gerade eine moralische Instanz) warnte Präsident Truman vor Wisner und seinen OSS-Verbrechern mit den Worten, diese würden sich zu einer „amerikanischen Gestapo“ entwickeln, wenn man sie nicht stoppen würde.

In Friedenszeiten sollte das OPC vom Außenministerium, in Kriegszeiten vom Pentagon direkte Weisungen erhalten. 1950 wurde dieser Prozess entscheidend geändert: von nun an erfolgte die Lenkung des OPC durch den DCI (Director of Central Intelligence), damals Walter Bedell Smith.

1952 wurde das OPC in die CIA eingegliedert und verschmolz mit dem Office of Special Operations (OSO) zum Directorate of Plans und Allen Dulles wurde als stellvertretender Direktor (DD/P) eingesetzt.

Die GO der CIA wurden rasch zum teuersten und dominierenden Teil ihrer Aktivitäten, sodass General Bedell Smith 1951 danach trachtete, den Umfang und das Ausmaß der CIA-Operationen genauer zu definieren. Präsident Truman reagierte darauf mit NSC 10/5, in dem die Autorität der CIA für Guerilla-Taktiken und andere Mittel der geheimen Kriegsführung erweitert wurde. Als Eisenhower Präsident wurde, war die CIA ihrem Ziel – geheime Operationen mit größtmöglicher Unabhängigkeit durchzuführen – schon sehr nahe gekommen.

Sie wurde zwar „beraten“ von Vertretern der zuständigen Ministerien, doch keine Gruppe oder Person (außer dem DCI selbst) war befugt, ihre Operationen anzuordnen, zu managen, einzuschränken oder zu genehmigen.

Truman(Ex-)Präsident Truman war später besorgt darüber, „wie die CIA von ihrem ursprünglichen Mandat abgewichen“ und „ein operativer und manchmal auch politik-machender Arm der Regierung geworden ist“. Nach der Ermordung von Präsident Kennedy schrieb Truman in einem Zeitungskommentar:

For some time I have been disturbed by the way the CIA has been diverted from its original assignment. It has become an operational and at times a policy-making arm of the government. . . . I never had any thought that when I set up the CIA that it would be injected into peacetime cloak-and-dagger operations. Some of the complications and embarrassment that I think we have experienced are in part attributable to the fact that this quiet intelligence arm of the President has been so removed from its intended role that it is being interpreted as a symbol of sinister and mysterious foreign intrigue and a subject for cold war enemy propaganda.“

Washington Post, December 21, 1963.

NSC 5412/2 SPECIAL GROUP

Eisenhower versuchte, die CIA mehr unter Kontrolle zu bekommen. Im März 1954 genehmigte er NSC 5412, in der die Zuständigkeit der CIA für verdeckte Kriegsführung im Ausland bestätigt wird und diese Aktivitäten definiert werden.

Der DCI musste aber seine Pläne mit Designierten des Außen- und Verteidigungsministeriums koordinieren, damit deren Ausführung in Übereinstimmung mit den Zielen der US Außenpolitik gewährleistet war. Dazu wurde (zuerst das OCB, dann 1955) die PCG geschaffen, ein Gremium aus Staatssekretären, das natürlich auch den Präsidenten im Vorhinein über größere GO informieren sollte.

Diese Gruppe wurde schließlich NSC 5412/2 Special Group genannt und entwickelte sich zum Exekutivorgan für die Genehmigung geheimer Operationen, die die CIA initiiert hatte. Wohlgemerkt, die Initiative für diese verbrecherischen Aktionen lag bei der CIA, nicht beim Präsidenten oder dem NSC.

Bis 1963 war es der DCI, der bestimmte, ob ein CIA-Projekt überhaupt der „Special Group“ vorgelegt wurde (Kennedy wollte das nach dem Schweinebucht-Desaster ändern ….)

DULLES: MASTER AND COMMANDER

Wie auch Colonel Prouty klar macht, wurde unter Dulles die Entscheidung, im Ausland verdeckte Kriegsführung anzuordnen und auszuführen, erosionsartig von den Aufsichtsgremien weg und hin zur CIA selbst verlagert.

Die 5412/2 Leute (Stellvertreter der zuständigen Ministerien) saßen einfach da und hörten sich Vorschläge der CIA an, worauf sie dann Aktionen autorisierten, die sie nicht wirklich verstanden, weil große Teile davon als „streng geheim“ klassifiziert wurden und nur sehr wenigen Personen das ganze Bild bekannt war.

Wegen der großen Geheimhaltung wurde es so unmöglich, die ursprüngliche Aufsichtsfunktion (des OCB) auszuüben. Das war genau das, was Allen Dulles wollte. Er hatte den Dirigentenstab für geheime Kriegsführung in die Hand genommen und weite Teile der Regierung zum Orchester degradiert.

JFK with DullesDurch seine effektive Kontrolle der Kommunikationswege, konnte er den Eindruck erwecken, dass die Projekte mit Personal aus allen Bereichen der Regierung ausgestattet waren und dass die Genehmigung durch 5412 nur mehr eine Formalität war.

INFORMATION ALS MANIPULATION

Wenn die CIA bereits beschlossen hat, in einem bestimmten Land solche „verdeckten Operationen“ durchzuführen – und diese in vielen Fällen schon im Gange sind – aber die Ermächtigung des NSC (und damit des Präsidenten) braucht, gibt es ja Mittel und Wege, das zu erreichen. Besonders dann, wenn man gleichzeitig auch für die Sammlung, Analyse und Präsentation der „Informationen“ zuständig ist, die als Grundlage für dieses „Eingreifen“ dienen sollen.

Man fabriziert also geheimdienstliche „Nachrichten“, die geeignet sind, dem NSC den Eindruck zu vermitteln, dass die „red menace “ (also der zum globalen Monster aufgeblasene Kommunismus) etwas getan hat, dass eine sofortige Reaktion der USA notwendig macht, damit das Reich des Bösen* nicht die Oberhand gewinnt. ( *Heute natürlich das Phantom des internationalen „Terrors“)

Das klingt lächerlich, aber in der paranoiden Atmosphäre des Kalten Krieges (in erster Linie fanatische Selbst-Indoktrination) funktionierte das sehr gut. Die CIA hat also Gewalt provoziert, die aber dann nicht als Reaktion auf die eigenen „verdeckten Operationen“ präsentiert wurde, sondern als aggressiver Akt, der dann reflexartig als „Beweis“ für die Bösartigkeit des Kommunismus (bzw. der Sowjetunion) diente.

Als eklatantes Beispiel nennt Prouty den „Golf von Tonkin“ Vorfall. Die CIA attackiert Ende August 1964 (mit der US Navy) heimlich nord-vietnamesische Schiffe und Kommunikationseinrichtungen (OPLAN 34A) und als daraufhin Torpedoboote losgeschickt werden, wird das als grundloser Angriff auf die US-Flotte dargestellt.

Opfer des brutalen Vietnamkriegs, der von der CIA bereits seit 1945 angezettelt wurde

Diese „Aggression“ muss natürlich von Washington beantwortet werden und so hat man einen Grund, den Vietnamkrieg zu eskalieren, der 600 Milliarden Dollar in den „militärisch-industriellen Komplex“ spült, vor dem Eisenhower gewarnt hatte.

Dass man uns, die Öffentlichkeit mit solchen „false flag“ Aktionen oder „black ops“ hinters Licht führt, dürfte sich ja herumgesprochen haben, doch wenn Prouty die Wahrheit sagt, wurden sowohl der Präsident als auch der Kongress angelogen:

They did not initiate the attack. But in the discussion of that, both by President Johnson and in the Congress when they were discussing the Gulf of Tonkin resolution, they were only told that the attack had been made by the North Vietnamese upon our Navy without provocation.

Mit dieser Masche kann man dann dafür sorgen, dass die US-Militärmaschinerie (heute Anti-Terror-Kampf) wieder einmal „eingreifen“ muss – weltweit. In mehr als hundert Ländern wurde diese militärische Aggression, Untergrabung der Souveränität und absolute Missachtung von Menschenrechten unter dem Deckmantel der „notwendigen Intervention“ durchgeführt.

old COIN  handbookAuf diese Weise wurden auch die „special forces“ von der CIA für ihre Zwecke vereinnahmt: so genannte „counter-insurgency Programme wurden zur millionenschweren Aktivität von Militär und Geheimdiensten. Der berechtigte (echte) Widerstand verarmter, unterdrückter Bevölkerungsgruppen in Lateinamerika wurde als „kommunistische Verschwörung“ gebrandmarkt und musste mit allen Mitteln bekämpft werden.

Demokratisch gewählte Regierungen, die die feudalen Besitzverhältnisse ändern und eine gerechtere Verteilung wollten, wurden von „synthetischen“ Volksaufständen hinweggefegt, die in Wahrheit von der CIA inszeniert worden waren, um reaktionäre, faschistische Regime zu installieren, die mit den Profitinteressen der kapitalistischen Oligarchie bestens harmonieren.

Dafür mussten Millionen Menschen sterben und unvorstellbaren Terror erleiden.

DIE FABRIKATION DES TEUFLISCHEN FEINDES

(um 6 Billionen Dollar für den Kalten Krieg zu rechtfertigen)

Wenn man feststellt, dass monströse Kriege gigantische Profite einbringen und die Installierung von korrupten Marionetten-Regierungen erleichtern, ist die Motivation für eine Politik der „friedliche Zusammenarbeit“ in diesen Zirkeln der Macht gleich Null. Keynes hatte sich noch 1945 gewundert, wie die USA das Ende der Kriegswirtschaft wirtschaftlich kompensiere werde, doch die Frage wurde bald beantwortet:

indem man einen permanenten Kriegszustand ausruft, der dem „militärisch-industriellen Komplex“ Jahr für Jahr Milliarden einbringt und den Einfluss von Militär und Geheimdiensten weiter ausbaut.

stop communismDamit diese irrsinnigen Rüstungsausgaben vor dem Volk vertretbar sind, muss man natürlich einen bedrohlichen Feind haben. Colonel Prouty zitiert dazu Norbert Wiener mit folgenden Worten:

Der manichäische Teufel … ist entschlossen unter allen Umständen zu siegen und wird jede nur erdenkliche List anwenden, um dieses Ziel zu erreichen. Diese Art von Feind entfaltet seine Wirkung am stärksten, wenn er eingebildet ist.“

Wie die Sowjetunion über Nacht vom Bündnispartner zu diesem „manichäischen Teufel“ mutieren konnte, hat mir bis heute niemand vernünftig erklären können. Doch die wichtigste Frage ist nicht wie, sondern warum? Die Antwort ist leicht zu finden, z.B. in einem Satz von Vincenzo Vinciguerra: 1945 war der zweite Weltkrieg zu Ende und der dritte begann.

Wie Prouty als Zeitzeuge in den militärischen Machtzentralen natürlich erkannt hat, wurde der „Kalte Krieg“ konstruiert, damit das Milliardengeschäft weitergehen konnte –

You can’t get Congress to appropriate money for an enormous war organization unless you can show a reason for it. We had to create the reason, we had to create this devil so we created Communism. Even the Soviets don’t understand the communism we think about; it goes so far beyond their model. And we saw it in every closet, every country. We divided the entire world up into „us“ and „them“ and then began to create a military establishment that could counter, we thought, every move made by anybody … there were no neutrals, it was all „us“ and „them.“

red menace propagandaOn the other side of it, if you create this devil, and he’s in every closet around the world, then you can justify having a 600-ship navy and a something-or-other wing air force, and an enormous army, because you keep telling the Congress and the American people that `My goodness, this great enormous devil is going to leap out of a closet any day at any time — the war could start here or could start there — we’ve got to be ready for the whole world.‘ And that’s how you spend the money. 

– aber auch damit die USA einen Vorwand hatte, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischenbis hin zu Terroranschlägen und Umstürzen gewählter Regierungen. Der Größenwahn von “God’s Own Country“, also der Anspruch der Hegemonie einer narzisstischen Elite spielte natürlich eine große Rolle, doch die wahren Drahtzieher waren die internationalen Finanz- und Industrieoligarchen im Hintergrund (was schon General Smedley Butler ja deutlich zum Ausdruck brachte), aus deren Dunstkreis ja die Dulles Brüder gekommen waren.

Prouty erwähnt auch, dass dieser selbst kreierte „Teufel“ die Denkfähigkeit untergräbt und nennt als Beispiel für ein milliardenschweres Militärprojekt den „Stealth Bomber“. Der soll ja auf Radarschirmen unsichtbar sein, doch er produziert extrem laute Fluggeräusche, sodass man ihn mit einfachem Audioequipment von weitem hören kann. 65 Milliarden für ein Flugzeug, das keinen militärischen Vorteil hat …

DAS SECRET TEAM: WIE WURDE ES AUFGEBAUT?

Dulles war klar, dass die mächtige CIA, die er sich vorstellte, als Konkurrenz für das Militär (oder andere Regierungsstellen) angesehen wurde und deshalb diese Institutionen gegen eine Machtausweitung der CIA sein würden. Doch auch damit wurde er fertig: Er platzierte CIA-Leute nicht nur in allen Bereichen des Militärs, sondern quer durch alle Institutionen, die als Teile der Bundesregierung für seine Zwecke wichtig waren, so z.B. die Zoll- und Finanzbehörden, die Drogenfahndung, die Flugaufsicht (FAA), das FBI, NSA, usw.

Diese Leute besetzen also wichtige Schaltstellen und verhalten sich auf den ersten Blick wie ihre jeweiligen Kollegen, Doch in Wahrheit arbeiten sie für die CIA. Dazu Prouty:

This was the plan and the wisdom of the Dulles idea from the beginning. On the basis of security he would place people in all areas of the Government, and then he would move them up and deeper into their cover jobs, until they began to take a very active part in the role of their own organizations. This is how the ST was born. Today, the role of the CIA is performed by an ad hoc organization that is much greater in size, strength, and resources than the CIA has ever been visualized to be.

Nur die Vorgesetzen dieser “Maulwürfe“ wussten Bescheid, doch diese werden relativ schnell befördert und der Nachfolger wurde nicht informiert. Schriftliche Aufzeichnungen gab es nicht. So gelang es über die Jahre CIA-Leute in immer höhere Posten zu bringen und niemand wusste mehr, dass sie für den Geheimdienst arbeiteten.

CIA NSUnter dem Deckmantel der “Sicherheit“ gelang es Dulles also, sogenannte „focal points“ in allen Regierungsbereichen zu schaffen; also eine Kontaktperson, die von der CIA ausgewählt (und informiert) wurde, um den Kreis der Mitwisser so klein wie möglich zu halten. Prouty selbst baute 1955 im Pentagon ein solches Focal Point Office for the CIA auf, um logistische, militärische Unterstützung für die verdeckten Operationen der CIA weltweit zu gewährleisten.

Dulles wollte nicht, dass CIA-Leute mit unterschiedlichen Ansprechpartnern zu tun haben, weil dies ein höheres Risiko für die Geheimhaltung darstellte. Auf diese Weise konnte die CIA sich Material aus allen Bereichen des Militärs beschaffen und hatte nur mit einer Person direkten Kontakt (Prouty). Er sorgte dafür, dass die “Beschaffung” (für kriminelle Aktionen) reibungslos funktionierte und die Abteilungen, die das Material (Waffen, Flugzeuge, etc.) zur Verfügung stellten, gar nicht wussten, dass die CIA der Empfänger war. In den offiziellen Papieren schien als anfordernde Stelle eine militärische Einheit auf (die oft nur „auf dem Papier“ existierte). In der riesigen Bürokratie des Militärs sah es so aus, als sei die Anfrage vom Pentagon gekommen und nicht vom DCI.

Auf diese Weise wurden überall Focal Point Büros (mit „eingeweihten“ Kontakten und speziellen Befugnissen) errichtet, was auch für die Intransparenz der finanziellen Transaktionen wichtig war. Dulles baute also ein geheimes Netzwerk auf, das schnell reagieren und unerkannt geheime Aktionen ermöglichen konnte, deren Umfang und Ziele jeglicher Kontrolle durch Außenstehende entzogen waren.

Das Verwirrspiel war aber nicht nur eine Tarnung nach außen, sondern auch nach innen: denn tauchte z.B. ein Offizier der Marine in einer anderen Schaltstelle der Macht auf, war nicht mehr zu erkennen, ob er „echt“ oder ein Agent der CIA war. Selbst im Büro des Verteidigungsministers wurden CIA Leute platziert (z.B. Colonel Edward Lansdale, der eine zentrale Rolle bei der Ermordung Kennedys spielte), von denen alle dachten, sie seien ganz normale Angestellte, die aber von der CIA bezahlt wurden. Lansdale wurde, so Prouty, sogar zum “General” der Airforce befördert, nur weil Allen Dulles ihn dafür vorgeschlagen und damit er im Pentagon mehr Einfluss und Zugang zu Informationen hatte.

Und solche Leute gab (und gibt) es – nach Aussagen von Prouty – auch, im Außenministerium, sogar im Weißen Haus (McGeorge Bundy war ein solcher „CIA-Maulwurf“ im Kabinett von Präsident Kennedy.) Diese Unterwanderung aller Regierungsbereiche machte Dulles zu einem sehr mächtigen und gefährlichen Mann (mächtiger als der Präsident …wie man am 22. November 1963 sehen konnte ..)

(Fortsetzung folgt …)

 

GLADIO: Holy War in Europe

Wenn Sie eine Gruppe infiltrieren, die dann Terroranschläge verübt aber nicht merkt, dass sie nur benutzt wird, das ist eine der raffiniertesten strategischen Operationen, die man sich vorstellen kann.

(Daniele Ganser)

„Operation Gladio“ – Was ist das?

Gladiator RCroweGladius = lateinisch für Schwert; wir kennen ja die „Gladiatoren“ aus den Hollywood-Filme über das antike Rom, zuletzt beeindruckend verkörpert durch Russel Crowe.

„Gladio“ im 20. Jahrhundert war (in Italien) die Bezeichnung für paramilitärischen Einheiten, die von westlichen Geheimdiensten während des kalten Krieges heimlich als Terroristen ausgebildet wurden und (als internationales Netzwerk) Teil von totalitären Machtstrukturen waren bzw. sind, die man heute als „deep state“ bezeichnet (die oft benutzte Bezeichnung „Geheimarmeen“ halte ich für irreführend und lehne sie deshalb ab).

Der Name ist an sich schon sehr verräterisch, wenn man sich fragt, welchen politischen Zweck diese „gladiatori“ erfüllt haben, denn das blutige „Theater“ im antiken Rom waren ja von den Machthabern inszeniert. Die Männer, die zum Kämpfen und Töten ausgebildet wurden, hatten ja keinen echten Grund, den anderen umzubringen. Sie waren in den meisten Fällen Sklaven des römischen Imperiums und wurden daher für politische Zwecke – vordergründig als primitive „Unterhaltung“ des Publikums, aber auch zur Demonstration der absoluten Macht (über Leben und Tod) benutzt.

Der Unterschied zu Gladio im 20. Jahrhundert ist, dass die Zuschauer nicht sehen, wer die Gewalt inszeniert und nicht verstehen, warum …

Als das geheime Netzwerk in den 1990er Jahren (teilweise) enthüllt wurde, beeilten sich die Politiker zu betonen, es handle sich doch nur um eine defensive Einrichtung, die im Fall einer sowjetischen Invasion in Westeuropa eingesetzt werden sollte. Doch wie Daniele Ganser in seinem bahnbrechenden Buch beweist, wurde bereits 1956 beschlossen, Gladio als Instrument für interne politisch-terroristische Subversion einzusetzen, wenn es die innenpolitische „Stabilität“ erforderte.

Das bedeutet, es musste verhindert werden, dass „linke“ Gruppen oder Parteien (die zu Recht oder zu Unrecht als „Kommunisten“ und somit automatisch als Werkzeuge der Sowjets klassifiziert wurden) so viel Zuspruch erhalten, dass sie in die Lage versetzt werden, das bestehende System zu verändern (vor allem durch mehr soziale Gerechtigkeit). Dieses „System” steht für die Durchsetzung amerikanischer Hegemonial- und europäischer Kapital-Interessen, die demokratische Grundsätze sofort über Bord werfen, wenn sie der Machterhaltung im Wege stehen.

Vatican CoverDabei schreckt man auch vor Mord und Massenmord nicht zurück, weshalb es nicht erstaunt, dass zu diesem Netzwerk viele alte und neue Faschisten gehörten (sowohl Organisatoren als auch ausführende „Werkzeuge“), Freimaurer, die Mafia und andere kriminelle Banden. Überraschend für viele dürfte aber die Tatsache sein, dass auch biedere Katholiken, Adelige und Teile des Vatikans darin involviert waren (und sind).

Die psychologische Wirkung des Terrors auf die Bevölkerung steht dabei im Vordergrund, weil dadurch eine effektive, kollektive Verhaltenssteuerung möglich wird. Dass Amerika damit jedoch die Souveränität anderer Staaten seit Jahrzehnten systematisch untergraben hat, vom Recht der Völker auf Selbstbestimmung ganz zu schweigen, ist angesichts der moralisierenden Rhetorik gegenüber Russland ein unerträglicher Gedanke.

„Gladio“ wird mittlerweile als Sammelbegriff für das gesamte, europäische Netzwerk der gesteuerten Terroristen benutzt, das von den westlichen Geheimdiensten und Militärs aufgebaut wurde, obwohl diese Strukturen in jedem Land einen eigenen Namen hatten. (Hier wird zunächst nur auf die Terroranschläge in Italien eingegangen, eine Liste der anderen Verbrechen in Europa, wie z.B. die Oktoberfest-Bombe in München, folgt später.)

1 WIE WURDE „GLADIO“ AUFGEDECKT?

Felice Casson1984 begann der italienische Untersuchungsrichter Felice Casson damit, einen ungelösten Kriminalfall wieder aufzurollen: bei einem Bombenanschlag im Mai 1972 waren drei Polizisten in Peteano (Norditalien) getötet worden. Man hatte versucht, die Urheber der Tat im Milieu von kriminellen Banden zu finden, doch dieser (unbegründete) Verdacht konnte nicht erhärtet werden. Ein politisches Motiv käme nicht in Betracht, verlautbarte damals der Chef der Carabinieri.

Doch als Casson die Akten studierte, fielen ihm einige „Ungereimtheiten“ auf: die Ermittlungen, die ein politisches Motiv für die Tat zu Tage fördern drohten, wurden systematisch von staatlichen Behörden behindert. Beweise „verschwanden“, unliebsame Zeugen und Spuren wurden ignoriert, etc.

1972 wurde in der Nähe von Triest ein geheimes Waffenlager entdeckt (vergraben vor einer Kirche), in dem u.a. der gleiche, militärische Sprengstoff zu finden war, mit dem der Anschlag in Peteano ausgeführt wurde. Doch die Behörden hatten sich beeilt, der Öffentlichkeit einzureden, diese Waffen gehörten kriminellen Banden, seien „von den Deutschen übriggeblieben“, usw.

Es wurde also alles unternommen, um von der Spur zu Geheimdiensten, Militär und dem italienischen Staat selbst, abzulenken (wie heute bei „Charlie Hebdo“ und dem „islamistischen Terror“-Scare …)

Ordine Nuovo

Ordine Nuovo

Die Nachforschungen ergaben schließlich, dass eine neo-faschistische Organisation mit dem Namen Ordine Nuovo („Neue Ordnung“) für das Verbrechen verantwortlich war und der „Bombenleger“ selbst wurde ebenfalls ermittelt: Vincenzo Vinciguerra (seine Aussagen haben maßgeblich zur Aufklärung beigetragen).

Die Untersuchungen brachten aber eine strafrechtliche Lawine ins Rollen, denn Casson fand heraus, dass Peteano zu einer ganzen Serie von politischen Terroranschlägen gehörte, die ihren Anfang im Jahr 1969 nahmen: auf der Piazza Fontana in Mailand explodierte in der Banqua di Agricultura eine Bombe, durch die 16 Menschen getötet und 80 verletzt wurden. Weitere Anschläge folgten.

Bologna massacreDer Bombenterror in Italien erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 1980, als am 2. August in einem Warteraum des Bahnhofes von Bologna eine gewaltige Explosion stattfand. 85 Menschen wurden dabei in Stücke gerissen und 200 verletzt. Die Schockwellen gingen durch ganz Europa.

2  ANALYSEN  UND  ERKLÄRUNGEN  ZU  GLADIO

Vielleicht die beste (auf den Punkt gebrachte) Erklärung, welchen Zweck die Terroranschläge verfolgten, kommt von Vincenzo Vinciguerra:

Wenn du bei den „Rechten“ warst, würdest du doch nicht staatliche Einrichtungen oder Leute angreifen, die die Staatsgewalt repräsentieren. Sie erwarteten von dir, dass du unschuldige Leute umbringst. Frauen, Kinder, Menschen, die nichts mit Politik zu tun hatten, aus dem einfachen Grund, weil dass die Massen dazu bringt, sich in die Arme des Staates zu flüchten um mehr „Sicherheit“ zu bekommen.

Das war genau die Rolle der Rechten in Italien. Sie ließ sich vom Staat dazu benutzen, die „Strategie der Spannung“ umzusetzen. Die Leute sollten so weit gebracht werden, dass sie die Ausrufung des Notstands (Kriegsrecht] … akzeptieren und damit bereitwillig einen Großteil ihre zivilen Rechte und Freiheiten für mehr „Sicherheit“ aufgeben würden; damit sie sich wieder ohne Angst auf der Straße, dem Bahnhof, usw. aufhalten konnten …das ist die politische Logik hinter den Bombenattentaten. Sie bleiben ungesühnt, weil sich der Staat ja nicht selbst bestrafen kann …“

Ganser GladioDie politischen Hintergründe des Skandals wurden (wissenschaftlich) erstmals von Dr. Daniele Ganser untersucht und publiziert. Ganser hat als Historiker und Politikwissenschaftler seine akribischen Recherchen natürlich mit hunderten Quellenangaben untermauert und das Buch hätte eigentlich eine riesige Welle der Empörung auslösen müssen – ganz zu schweigen von massiven politischen Konsequenzen.

Doch dank unserer Schafsmedien wurde das weitgehend verhindert, weil das Buch einfach „totgeschwiegen“ wurde.

Nur wenige Journalisten hatten den Mut es zu rezensieren oder seine Veröffentlichung auch nur zu erwähnen. Soweit ich weiß, wurden deshalb auch nur etwa zehntausend Exemplare im deutschsprachigen Raum verkauft (das Buch hätte natürlich ein Millionen-Bestseller sein müssen, angesichts seines brisanten Inhalts).

BBC doc 1992Die BBC produzierte 1992 eine dreiteilige Dokumentation über „Gladio“, die wahrscheinlich am besten dazu geeignet ist, in nur drei Stunden den Zuschauern nahezubringen, worum es hier wirklich geht. Dank Regisseur Allan Frankovich wird klar, dass es dabei um ein militärisch-geheimdienstlich organisiertes, auf „Knopfdruck“ aktivierbares Terrornetzwerk geht und nicht um „Geheimarmeen“ (ein verharmlosender Ausdruck).

2.1 THE RINGMASTERS (Die Direktoren der Arena)

Aus der “Intro” zum ersten Teil (The Ringmasters) im Originalton:

For 40 years secret terrorist organisations, many trained by western intelligence agencies, have manipulated the political control of European sovereign states by a campaign of terror and murder.” Originally part of a secret network these groups changed from defenders of state security into attackers of the established political order.” (Video 03:06)

Die politische Kontrolle „souveräner“ europäischer Staaten wurde also vierzig Jahre lang durch eine mörderische Terrorkampagne untergraben (manipuliert), wobei die ausführenden Untergrund-Organisationen von westlichen Geheimdiensten für diese Zwecke ausgebildet wurden.

Die Brisanz bzw. Aktualität dieser Feststellung nach dem „Charlie Hebdo“ Theater liegt auf der Hand

Die Aussage des zweiten Satzes des englischen Originaltons muss man insofern hinterfragen, als die Bedeutung des Begriffes „Staatssicherheit“ vorher definiert werden müsste, weil dieser natürlich von den Urhebern der „Gladio“-Strukturen für ihre kriminellen Zwecke missbraucht wurde. Hier wurde nicht „Sicherheit“ verteidigt, sondern Machterhalt bzw. die „etablierte politische Ordnung“ („oben“ regiert „unten“ und „rechts“ unterdrückt „links“…), was im Politjargon „Stabilität“ genannt wird.

Die BBC-Doku ist auch deshalb einzigartig, weil sie sich hauptsächlich auf Aussagen von Personen stützt, die selbst in das geheime Netzwerk involviert waren. Dazu gehören Angehörige der Polizei, der militärischen und zivilen Geheimdienste, Beamte und Minister sowie Staatsanwälte und andere ermittelnde Behörden ebenso wie die (häufig naiven) menschlichen „Werkzeuge“ der Drahtzieher von Gladio.

Aber auch einer der „Terroristen“ selbst kommt darin zu Wort: Vincenzo Vinciguerra, verurteilt für das Bombenattentat in Peteano, gab nach seiner Inhaftierung britischen Journalisten mehrere Interviews. Er beschreibt Gladio so:

Es sind Parallelstrukturen, eine unsichtbare Kampftruppe, die nicht für den Krieg gegen einen hypothetischen, äußeren Feind vorbereitet wird, sondern für den Einsatz im „Inneren“ gegen die – wie das Militär immer sagte – „Fünfte Kolonne der Sowjetunion“, die kommunistische Partei und die extreme Linke.“

Wie wir noch sehen werden, war aber nicht nur die „extreme“ Linke im Visier des „geheimen, unsichtbaren Staates“, sondern alle, die eine Änderung der Machtverhältnisse von „oben rechts“ nach „unten links“ ermöglichen konnten und wollten.

2.2 DIE PUPPENSPIELER

So heißt der zweite Teil der BBC-Doku (The Puppeteers) über das geheime Terror-Netzwerk Gladio. Davon die „Intro“ im Originalton:

Six years later (1986) an official report revealed the existence of an invisible government in Italy run by the state secret services and groups of political terrorists; it also identified a secret military and civilian organisation under which neo-fascists were allowed to commit atrocities against civilians for political motives.”

Sechs Jahre später enthüllte ein offizieller Untersuchungsbericht die Existenz einer unsichtbaren Macht (einer Art Parallelregierung) in Italien, die von Geheimdiensten und politischen Terroristen ausgeübt wurde; durch die Untersuchungen wurde ebenfalls eine geheime militärische und zivile Organisation aufgedeckt, in deren Auftrag Neo-Faschisten Gräueltaten gegen Zivilisten begehen durften, zur Erreichung politischer Ziele.“

vinciguerra_vincenzoUnd wieder hat Vincenzo Vinciguerra eine wichtige Aussage gemacht, die erkennen lässt, welche Motive hinter dem Attentat von Peteano steckten, das er selbst geplant und ausgeführt hat:

Peteano war eine Kriegserklärung [gegen den staatlichen Machtapparat] mit einem sehr einfachen Motiv:

Die politischen Kräfte, die sich der Geheimdienste, der Polizei, etc. bedienen, haben die faschistischen Gruppierungen in Italien seit langem manipuliert, schon seit 1945. Peteano war eine symbolische Auflehnung gegen diese Manipulation, eine Vergeltungsaktion gegen den Staat.“

Der größte „Knall“ während des Gerichtsverfahrens zur Aufklärung des Peteano-Anschlages war aber die Aussage Vinciguerras, diese geheimen Machtstrukturen in Italien seien verbunden mit ausländischen westlichen Geheimdiensten, vor allem der CIA. (53:42 Casson Interview)

Dies bestätige auch General Gianadelio Maletti, ehemaliger Geheimdienst-Chef in Italien von 1971-1975, während des Strafprozesses über den Bombenanschlag auf der Piazza Fontana (1969). Er sagte, die CIA wollte einen Nationalismus erschaffen, „der den Linksruck in Italien aufhalten sollte und für diesen Zweck, habe man auch rechts-extremen Terror eingesetzt. Das sei wohl auch in anderen Ländern so gewesen.“

Vinciguerras Beschreibung der Gladio-Strukturen im Prozess war so detailliert, dass die Hintermänner im italienischen Geheimdienst in Panik gerieten, weil sie gedacht hatten, die Organisation in einzelne „Zellen“ (wo jede nur so viel erfährt, wie sie zur Ausführung ihrer Aufgaben braucht – „need to know“) hätte diese Einsichten verhindert.

RECHTER TERROR – AUF LINKS GEBÜGELT

Die Bombenattentate (der als Werkzeuge benutzten „kleinen“ Faschisten) sollten aber nicht nur „Terror“ (also große Angst und Abscheu) auslösen, sondern vor allem den „Linken“ in die Schuhe geschoben werden. In Italien hatten die Kommunisten und Sozialisten nach dem Krieg großen Zulauf (kein Wunder, bei der großen Armut in weiten Teilen der Bevölkerung und einer quasi feudalen Herrschaft der Oberschicht, die von Adel, Kirche und Mafia unterstützt wurde).

Nach Umfragen war 1948 mit einem Stimmenanteil von 30% zu rechnen, während die Christdemokraten nur mit etwa 25% rechnen konnten. Die „rote Gefahr“ wäre also als stimmenstärkste Partei in der Lage gewesen, eine Koalition zu bilden und damit wären „Kommunisten“ in die Regierung gekommen – für die Fanatiker des kalten Krieges eine Horrorvorstellung. Das musste um jeden Preis verhindert werden – was dann auch geschah.

In der ersten Phase verübten die Neo-Nazis (als Werkzeug der geheimen Strukturen) Bombenattentate, um die „Linke“ zu diskreditieren und politisch zu schwächen: jeder Versuch von Sozialdemokraten, mit den Kommunisten eine Partei der nationalen Einheit zu bilden, sollte dadurch unterbunden werden.

In der zweiten Phase wurden (nachdem die Studenten 1968 radikalisiert wurden) dann linke „militante“ Gruppen infiltriert, manipuliert und radikalisiert. Diese subversive Form der „Organisation“ wird im dritten Teil der BBC-Doku von mehreren Insidern bestätigt. Darunter Oswald le Winter, ehemaliger CIA Agent:

Baader-Meinhof, die Roten Brigaden, Action direct, etc. sie wurden alle von den Geheimdiensten penetriert und missbraucht…

(Hermann Scheer zu den Gladio Enthüllungen in Italien)

2.3 THE FOOTSOLDIERS (die benutzten, menschlichen „Werkzeuge“)

aldo-moro-sequestratoBRNeben dem Bombenterror in Belgien (Brabant Massaker) und der Aufdeckung faschistischer Trainingslager für Jugendliche in den Ardennen, steht die Entführung und Ermordung des italienischen Premierministers Aldo Moro im Mittelpunkt des letzten Teils der BBC-Doku. Auch sie wurde ja zunächst den Roten Brigaden zur Last gelegt, diese Tat konnte aber nicht ohne Mitwirkung des italienischen Sicherheitsapparates stattfinden, wie im Film auch gezeigt wird. Laut Vinciguerra

waren alle Mitglieder der Roten Brigaden der Polizei und den Geheimdiensten bestens bekannt“

und einer der Gründer der Gruppe (die beide während der Entführung Moros in Haft waren) sagt aus, dass der Geheimdienstagent, der die militante Organisation infiltriert hatte, [Mario Moretti] sich so viel Vertrauen erschlichen hatte, dass man ihn zum Leiter der militärischen Ausbildung machen wollte.

Diese Erkenntnisse sollten uns auch in der Gegenwart dazu verhelfen, die Märchen über derzeit aktuelle „Terrorgruppen“ zu durchschauen …

CIA-SCHATTENTHEATER: BRIGATE ROSSE  (DIE MARIONETTEN)

Mario MorettiDie Roten Brigaden hatten enge Beziehungen zu einer Sprachschule in Paris mit dem Namen „Hyperion“. Deren Gründer waren Corrado Simioni, Duccio Berio und Mario Moretti.

Simoni hatte für die CIA in ihrem Propagandasender Radio Free Europe gearbeitet Duccio Berio war Informant für den italienischen Geheimdienst, Moretti beschaffte Waffen und war ebenfalls ein „asset“ der CIA. (Er war der Organisator der Moro Entführung und hat ihn auch persönlich erschossen. In einem Polizeibericht war zu lesen: „Hyperion sei [zu dieser Zeit] das wichtigste CIA-Büro in Europa“.

Nur wenige Wochen vor der Moro Entführung im März 1978, hatte Hyperion eine Zweigstelle in Italien eröffnet, die kurze Zeit später wieder geschlossen wurde. Aldo Moro war eine „Gefahr“ für die faschistischen Verschwörer, weil er mit den Kommunisten eine Einheitsregierung bilden wollte, um damit die zermürbende, politische Instabilität zu beenden. Nach einem Besuch in Washington hatte er seiner Frau erzählt, dass ihn Henry Kissinger davor gewarnt habe, diesen Weg weiterzuverfolgen. Er werde dafür „teuer bezahlen“ und solle den Anweisungen der US-Regierung folgen, wenn seine Frau nicht „Jackie Kennedy Gesellschaft leisten“ solle.

The Sphinx MorettiMoretti wurde erst Jahre später [nach Moros Tod] festgenommen, obwohl lange bekannt war, dass er die Entführung organisiert hatte. Seine „mehrfach lebenslängliche“ Haft wurde nie umgesetzt, er wurde vom Präsidenten persönlich begnadigt und 1998 freigelassen. 1984 kam der venezianische Untersuchungsrichter Carlo Mastelloni zu dem Schluss, dass die Roten Brigaden Waffen über die PLO erhalten hatte. Diese wiederum fungierte nur als „conduit“ für die CIA, wie andere Untersuchungen ergaben.

Ich schließe daraus, dass auch die PLO letztlich ein manipuliertes Gewaltinstrument westlicher Politik war, wie es später eben „Al Kaida“, AQAP, Boko Haram, ISIS, usw. sind. Aus legitimen Widerstandsgruppen (gegen ausländische Aggression, Besatzung) wurden brutale „Extremisten“ gezüchtet, die man zu Terroranschlägen (und heute sogar Bürgerkriegen und ethnischen Säuberungen) anstachelt, um damit bestimmte politische Ziele zu erreichen. Man erschafft ein „Monster“, das man als politische Waffe einsetzen kann, und damit wird dann die eigene Gewalt und Skrupellosigkeit legitimiert … 

Nach Moros Ermordung veröffentlichte der Journalist „Mino“ Pecorelli (1978) mehrere Artikel, in dem von einer „strahlenden Supermacht“ im Hintergrund die Rede ist, die die Roten Brigaden gesteuert habe. Ein Jahr später war auch Pecorelli tot. Man fand ihn erschossen in Rom auf.

DallaChiesaEbenso erging es dem Chef der Carabinieri, General Carlo Alberto Dalla Chiesa, der allem Anschein nach Pecorelli einige Briefe von Moro zugespielt hatte, die die Existenz der Gladio-Strukturen offenbarten. Er wurde nach Sizilien versetzt und dort von der Mafia 1982 ermordet. Thomas Buscetta, ein Informant aus Mafiakreisen, sagte 1979 unter Zeugenschutz aus, Andreotti habe beide Morde angeordnet, um sich selbst zu schützen.  In der BBC-Doku sind die Worte von Francesco Cossiga (Innenminister zum Zeitpunkt von Moros Tod) äußerst verräterisch: „…als ich die Entscheidung traf, die mir über Nacht weiße Haare bescherte, Moro zu opfern, um die Republik zu retten … 

Das internationale Netzwerk der Freimaurer, speziell die Loge „P2“ in Italien, hatte eine wichtige Rolle in diesem deep state. „Oswald le Winter“, der CIA Agent, beschreibt P2 in der BBC-Doku so:

“… a wholly owned subsidiary of the company (CIA)… for the furtherance of American aims and politics in Western Europe”

Vinciguerra (einer der intelligentesten „Terroristen“, von denen ich je gehört habe) beschreibt die Ziele der politischen Hintermänner so:

Destabilisierung (das Code-Wort für Subversion, Terror und Mord) um zu „stabilisieren“: Spannung in einem Land zu erzeugen um konservative, reaktionäre soziale und politische Tendenzen zu stärken.“

Extreme Gewalt, die man der Linken in die Schuhe schiebt um die eigenen Maßnahmen zu rechtfertigen …

Der eskalierende Bombenterror („Strategie der Spannung“) in Zahlen (nur für Italien):

1968: 147 Anschläge … 1969: 398 Anschläge …. 1978: 2.500 Anschläge

DIE BEWEISE VERDICHTEN SICH

1990 erhielt der venezianische Untersuchungsrichter Casson von Premierminister (Andreotti) die Erlaubnis, die Archive des italienischen Militär-Geheimdienstes (SISMI) zu untersuchen. Dort fand er ausreichende Beweise für die Existenz des Gladio-Netzwerkes und für die Verbindungen zur NATO und der amerikanischen Regierung (die von der CIA dominiert wird).

Im August musste Andreotti schließlich vor dem Parlament zugeben, dass Gladio existiert, behauptete aber die geheimen Strukturen wären 1972 aufgelöst worden (diese Lüge wurde aber schon bald von der italienischen Presse entlarvt). Daraufhin räumte der italienische Premier schließlich auch ein, dass Gladio mit der NATO verknüpft war.

Dazu schreibt Daniele Ganser: (Wie Andreotti enthüllte, war Gladio gut bewaffnet):

Die Ausrüstung (von der CIA zur Verfügung gestellt) war in 139 Verstecken im ganzen Land verstreut: in Wäldern, Wiesen und sogar unter Kirchen und Friedhöfen vergraben. Nach Angaben von Andreotti gehörten dazu „tragbare Waffen, Maschinengewehre, Munition, Sprengstoff, Phosphorbomben, Handgranaten, Messer und Dolche, 60 mm Mörser, 57 mm rückstoßfreie Gewehre, Scharfschützen-Gewehre, Funkgeräte, usw.“

In der BBC-Doku ist zu sehen, wie ein italienischer Priester, Pater Giuciano, davon erzählt, wie neben seiner Kirche ein solches Waffenlager ausgehoben wurde, als Folge der Aussagen von Andreotti. Dieser leugnete jedoch, dass die Gladio-Strukturen etwas mit den Terroranschlägen in Italien zu tun hätten (kein Wunder: die „Christ-Demokraten“ waren ja selbst Teil dieser Machenschaften (siehe dazu auch die Entführung und Ermordung von Aldo Moro) und deren größte Profiteure …)

Doch eine parlamentarische Untersuchungskommission in Italien räumte im Jahr 2000 alle Zweifel an der Beteiligung von “Gladio” an den Terroranschlägen endgültig aus:

Diese Massaker, diese Bombenanschläge, diese militärischen Aktionen wurden organisiert, gefördert und unterstützt von Männern aus den staatlichen Institutionen Italiens und – wie erst kürzlich entdeckt wurde – von Männern, die zu den geheimdienstlichen Strukturen der Vereinigten Staaten gehören.“ (Ganser, Seite 14)

Ein größerer Skandal wurde wieder einmal mithilfe der Medienschafe verhindert, weil deren Aufmerksamkeit schon bald von Italien weg in den Nahen Osten gelenkt wurde.

Fast zeitgleich mit den Enthüllungen Andreottis begann Saddam Hussein seine Invasion von Kuwait (nachdem ihm die USA dafür scheinbar „grünes Licht“ gegeben hatte. Mit diesem konstruierten „Sarajewo“ des dritten Jahrtausends wurde ja dann der Golfkrieg eingeleitet und (durch weitere Lügen) legitimiert.

GLADIO IST INTERNATIONAL

Doch in anderen Ländern ging der Skandal weiter: in Griechenland gab Ministerpräsident Papandreou zu, dass auch in seinem Land solche geheimen Strukturen existierten. In Deutschland wurden Schockwellen ausgelöst, als bekannt wurde, dass ehemalige SS-Offiziere in die deutsche Version von Gladio involviert waren. Andere Länder folgten (wie Portugal und Spanien, wo der ehemalige Verteidigungsminister das sarkastische Bonmot fallen ließ:

„Es ist doch kindisch zu fragen, ob unter dem Diktator Franco eine geheime, faschistische Armee im Land existiert hat, weil „bei uns „Gladio“ die Regierung (selbst) war.

aber nur in Belgien, der Schweiz und Italien wurden Untersuchungskommis-sionen eingesetzt.

Das belgische Parlament entdeckte, dass diese geheimen, paramilitärischen Netzwerke noch immer aktiv waren. Sie fanden Unterlagen, die bestätigten, dass noch am 23. und 24. Oktober 1990 ein geheimes Treffen in Brüssel stattgefunden hatte und zwar unter dem Vorsitz von General Raymond Van Calster, dem Chef des belgischen Militärgeheimdienstes SGR.

Francois Mitterand (nicht umsonst in Frankreich als „Sphinx“ bezeichnet) behauptete, in Frankreich sei dieses Netzwerk längst aufgelöst worden,

de_gaulle(doch dessen Beteiligung – mit dem erz-katholischen, fanatischen Offizier Yves Guerin-Serac als Terror-Paten – an den dutzenden, gescheiterten Attentaten auf Präsident Charles de Gaulle hat er vergessen zu erwähnen; Präsident de Gaulle wollte die Kolonie Algerien in die Unabhängigkeit entlassen, was die französischen Offizierseliten als neuerliche Schmach, nach dem Verlust von “Indochine“ (Vietnam) ansahen und ihn dafür hassten. Diese Gefühle wurden von den USA instrumentalisiert, denn de Gaulle war auch für Washington ein Dorn im Auge.

Er erkannte, dass durch die NATO Westeuropa zum politisch-militärischen Vasall Amerikas degradiert wurde und er begriff auch, welche amerikanische Schlange er hier ins französische Haus gelassen hatte. In der Folge warf de Gaulle die NATO-Kanaille deshalb aus Frankreich hinaus, worauf sie bekanntlich nach Brüssel zog und heute die Militarisierung Europas gegenüber Russland u.a. vorantreibt.)

wurde aber von den Aussagen Andreottis Lügen gestraft: Er sagte, die Franzosen (von Gladio) hätten an dem jüngsten Treffen in Brüssel auch teilgenommen.

ENGLAND: PERFIDE ALBION

In totales Schweigen hüllten sich britische Regierungsmitglieder – kein Wunder, war der britische Geheimdienst MI6 doch die „andere Hälfte“ der Gladio-Geburtshelfer in Europa:

Wie ein ehemaliger CIA-Agent in der BBC-Doku erzählt,

war von Anfang an Gladio in zwei Einflussbereiche unterteilt: einen britischen und einen amerikanischen, das wurde bei dem Abkommen zwischen Allan Dulles (Chef der OSS, später CIA) und Sir Stuart Menzies (damals Chef von MI6, dem britischen Auslandsgeheimdienst) ausgehandelt …“.

Ganser Gladio mapDie USA waren also „pro-aktiv“ (subversiv) zuständig für: Deutschland, Frankreich, die nordischen Staaten, Griechenland, Türkei und Italien; aber auch in den neutralen Ländern (Schweiz, Österreich, Finnland) wurden subversive, anti-demokratische Strukturen etabliert.

Die britische Regierung „kümmerte sich“ im speziellen Sinn um die Niederlande, Belgien, Dänemark, Portugal und Spanien.

Das große Schweigen aus London wurde aber nicht zuletzt durch eine Ausstellung im Imperial War Museum in London entlarvt, in der die Existenz dieser geheimen Strukturen („Secret Wars“) bestätigt wurde. Kurze Zeit später bestätigten zwei ehemalige Mitglieder der Marine, dass sie in der Nähe von Portsmouth (in Fort Monckton) gesehen hätten, wie MI6 und SAS ausländische „Gladiatoren“ trainiert hatten. Dies wurde auch durch investigative Reportagen der britischen Presse untermauert.

S.A.S emblem

SAS Emblem

Die Rolle der „Eliteeinheit“ SAS (elitär im Sinne von jemand, das sich als „auserwählt“ betrachtet, für den Staat Verbrechen zu begehen, also eine Art britische SS) im Training von Terror-Gladiatoren war erheblich und wird auch in der BBC-Doku erwähnt. Sie spielte auch eine zentrale Rolle bei der Anlage der Waffenverstecke in West-Deutschland. Diese Informationen kamen im Zuge der schweizerischen Untersuchungskommission zu Gladio ans Licht (dort hieß die Einheit P26). Die Ironie dabei war, dass die britische Regierung (jedenfalls ihre Geheimdienste) offenbar mehr über die geheime P 26 Truppe wusste, als die Regierung in Bern (was natürlich auch eine Schutzbehauptung sein könnte).

Gladio logo

Gladio Emblem

Nach Angaben eines ehemaligen Mitgliedes von P 26, Alois Hurlimann, wurden im Zuge der militärischen „Übungen“ auch echte Einsätze durchgeführt: Er habe im Mai 1984 an einem solchen, geheimen Training in England teilgenommen, bei dem ein echter Angriff auf ein Waffenlager der IRA durchgeführt wurde. Dabei sei mindestens ein IRA-Mitglied getötet worden. (Ganser, Seite 45)

Zur Frage, wieviel die Regierungsmitglieder dieser Länder davon wussten, sagt der ex-CIA Mann (Oswald de Winter):

Nur Leute, die amerikanischen politischen Zielen freundlich gesinnt waren, wurden informiert. Die anderen wussten gar nichts.“

Na, das ist ja nicht wirklich eine Überraschung. Man muss sich heute nur fragen, zu welcher Kategorie gehört wohl Merkel?

(Deutschlands Rolle im Gladio-Netzwerk ist eine eigene Geschichte …)

DIE REAKTION DER EU

Insgesamt waren (mindestens) 12 EU-Länder betroffen und am 22. November 1990 wurde der Skandal im europäischen Parlament debattiert und dann eine Liste von Forderungen beschlossen, die zu einer Aufklärung und Strafverfolgung führen sollten.

Doch wie Daniele Ganser in seinem Buch so treffend feststellt: Der Hund bellte laut, er biss aber nicht.

Bis heute wurde keine der acht Forderungen wirklich erfüllt und von einer Rechenschaft oder Strafverfolgung der verantwortlichen Politiker, Militärs, Geheimdienste, etc. kann keine Rede sein.

DIE REAKTION DER NATO (North Atlantic Terror Organisation?)

Gladio CottrellDie Reaktionen von NATO, CIA und MI6 sind ebenfalls nur als schändlich zu bezeichnen. Zuerst bestritt der NATO Pressesprecher alle Vorwürfe (eigentlich Tatsachen), doch später gab er indirekt die Involvierung zu.

NATO-Generalsekretär Manfred Wörner hat am 7. November 1990 in einer geheimen Sitzung mit 16 NATO-Botschaftern bestätigt, dass seit 1952 SHAPE (Vorgänger von NATO) die Aktivitäten von Gladio koordiniert habe. Dieser spezielle Planungsstab wurde von amerikanischen Militärs geleitet, unterstützt von britischen und französischen Kollegen und natürlich war auch CIA immer dabei.

Diese Informationen stammten von General John Galvin, damals SACEUR, der ranghöchste NATO-Offizier in Europa und wurden an die spanische Presse weitergegeben. Man gab zu, dass SHAPE die Zentrale für Gladio war, aber mehr nicht. Ansonsten hieß es immer „kein Kommentar zu Geheimsachen“.

Laut Ganser ergaben weitere Recherchen, dass Gladio über das CPC (Clandestine Planning Committee) bzw. das untergeordnete ACC (Allied Clandestine Committee) gesteuert wurde. Der italienische General Paolo Inzerilli (Kommandeur von Gladio zwischen 1974 und 1986) sagte vor Gericht aus, dass „die allgegenwärtige USA“ das CPC stets dominiert habe, das vom SACEUR ins Leben gerufen wurde.

Laut General Gerardo Serravalle (Gladio-Kommandeur von 1971-1974 und ebenfalls in der BBC-Doku zu sehen) waren die Mitglieder des CPC (Offiziere) für die geheimen Strukturen in den jeweiligen Ländern verantwortlich.

Die Schnittstelle zwischen SHAPE und den zivilen Geheimdiensten wurde von „ITAC“ ausgefüllt, das nominell zum US-Militär gehörte, aber in Wahrheit immer von CIA-Leuten besetzt war (siehe dazu BBC-Doku, Teil 2). Die Besprechungen dieser höchsten Exekutivorgane fanden ein- bis zweimal jährlich in Brüssel statt.

Die CIA hat auf Anfragen immer die gleiche Antwort parat: „Wir können diese Angaben weder bestätigen noch widerlegen…“

fascist-us-flagSchließlich tauchten geheime SHAPE-Dokumente auf, aus denen hervorging, dass „extrem-rechte“ Gruppen (sprich: Nazis) vor Strafverfolgung geschützt werden müssen, weil sie im Kampf gegen den Kommunismus sehr nützlich seien. Demnach existiert ein geheimer Appendix zu den NATO-Beitrittsverträgen, wonach sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, politische Verbrechen dieser Dual-Use-Faschisten strafrechtlich NICHT zu verfolgen. (Was so manche seltsamen Vorgänge in Deutschland erklären könnte …)

Obwohl es mittlerweile also eindeutige Aussagen von Beteiligten des Netzwerkes gibt, wird weiterhin so getan, als ob diese Verbrechen nie stattgefunden hätten, was ja im Fall der USA „normal“ ist … (Pinter, again …)

Als Schlusswort dieses Artikels soll ein aufschlussreiches Statement aus dem Untersuchungsbericht des italienischen Parlaments (1995) dienen:

Puppetmasters coverMan kommt ohne jeden Zweifel zum Ergebnis, dass Elemente der CIA in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre eine massive Operation begonnen haben, in der unter Einsatz aller Mittel, die Ausbreitung von linken Bewegungen europaweit verhindert werden sollte.“

Diese Operation hat nie aufgehört ….(und schon viel früher angefangen ..)

Mehr interessante Bücher über Gladio (speziell über Italien)

  • GLADIO: THE SECRET U.S. WAR TO SUBVERT ITALIAN DEMOCRACY – ARTHUR E. ROWSE
  • THE BLACK PRINCE AND THE SEA DEVILS – JACK GREENE AND ALESSANDRO MASSIGNANI
  • PUPPETMASTERS: THE POLITICAL USE OF TERRORISM IN ITALYPHILIP P. WILLAN

 

 

 

 

Wenn „Tatort“ zur Propaganda wird …

Tatort kidonGestern lief in der ARD wieder eine Folge aus der Serie „Tatort“, die (laut Wikipedia) von fast 8,5 Millionen Menschen gesehen wurde. So what? Es läuft praktisch jeden Tag irgendwo ein „Tatort“ (alte Folgen werden bis zum Erbrechen wiederholt) und schließlich gilt diese Krimiserie als besonders hochkarätig, weil in den Drehbüchern auch brisante, gesellschaftspolitische Themen behandelt werden, die „Story“ sich also nicht nur auf die Lösung eines Mordfalles beschränkt.

Die gestern ausgestrahlte Folge (produziert vom österreichischen Rundfunk – ORF) trägt den Titel „Deckname Kidon und schon der Vorspann deutete an, dass es sich hier um etwas „besonderes“ handelt, denn die Namen der Schauspieler erschienen auf dem Bildschirm zuerst in persisch-arabischen Schriftzeichen, die dann in lateinische Buchstaben umgewandelt wurden. Das ganze wird begleitet von „orientalischer“ Musik …

Die Handlung wird von der ARD so zusammengefasst:

Aus dem obersten Stock eines Wiener Nobelhotels stürzt ein Mann in die Tiefe. Der iranische Diplomat und Atomphysiker Dr. Bansari verübte allem Anschein nach Selbstmord. Warum aber kaufte er für denselben Abend noch teure Opernkarten? Moritz Eisner und seine Kollegin Bibi Fellner wollen der Frage nachgehen, doch sofort mischen sich die iranische Botschaft und das österreichische Außenministerium ein.

Der Fall unterliegt strengster Geheimhaltung – Laptop und Handy des Toten werden beschlagnahmt. Die beiden Ermittler sind angefressen, geben aber nicht auf. Das Überwachungsvideo des Hotels führt sie auf die Spur des zwielichtigen Lobbyisten Johannes Leopold Trachtenfels-Lissé. Dieser hat mit Dr. Bansari einen geheimen Deal eingefädelt.

Eisner und Fellner finden heraus, dass es um Ventile und Pumpen geht, die für Kernreaktoren benötigt werden. Eine Zugladung der hochwertigen Bauteile soll über Drittländer in den Iran verschickt werden. Für die beiden Ermittler beginnt ein Wettlauf mit der Zeit – und dem israelischen Geheimdienst Mossad.

WARUM  IST  DIESER „TATORT“  EINDEUTIG  POLITISCHE PROPAGANDA?

„Tatort“ ist eine Unterhaltungssendung und somit sind Handlung und Personen in der Regel fiktiv, doch der politische u. gesellschaftliche Rahmen in den die Ereignisse eingebettet sind, soll ja realistisch wirken, deshalb werden hier Fakten und Fiktion mehr oder weniger unvermeidlich vermischt.

Man baut reale Personen oder reale Umstände und Hintergründe in das Drehbuch ein und für den durchschnittlichen Zuschauer ist es schwer möglich, eine klare Trennlinie zwischen Wahrheit und Erfindung auszumachen. Personen, die als reale Vorbilder für bestimmte Rollen dienen, werden natürlich mit einem anderen Namen versehen, um dem Vorwurf der Verleumdung- und Rufschädigung auszuweichen.

KORRUPTIONS-U-AUSSCHUSS: MENSDORFF-POUILLYSo weiß z.B. jeder Österreicher, dass die fiktive der Figur des „Grafen Trachtenfels-Lissé“ in diesem Tatort angelehnt ist an den realen, österreichischen Lobbyisten (vor allem der britischen Rüstungsindustrie u.a. Unternehmen) Graf Mensdorff-Pouilly, der zwar wegen „Geldwäsche“ angeklagt, aber von diesem Vorwurf freigesprochen wurde. Dass praktisch alle Rüstungsgeschäfte mit Bestechung (Zahlung von „Schmiergeldern“) verbunden sind, ist eine hässliche Realität, aber die Leute, die solche Geschäfte vermitteln, sind natürlich nicht das Hauptproblem, sondern nur Symptom einer Krankheit, die 1967 von Martin Luther King so treffend beschrieben wurde und in zwei Sätzen auf den Punkt gebracht werden kann:

mlk beyoond vietnam--spiritual death

 

Ein Staat, der  Jahr für Jahr mehr Geld für Rüstung ausgibt, als für die Verbesserung der sozialen Bedingungen, ist dem spirituellen Tod nahe …“

 

Mein Land ist der größte Exporteur von Gewalt in der Welt von heute“   (daran hat sich nichts geändert …)

O-Ton: […] I knew that I could never again raise my voice against the violence of the oppressed in the ghettos without having first spoken clearly to the greatest purveyor of violence in the world today: my own government. For the sake of those boys, for the sake of this government, for the sake of the hundreds of thousands trembling under our violence, I cannot be silent.”

DER BÖSE, BEDROHLICHE IRAN – FAKT ODER FIKTION?

Die zentrale politische Aussage (und Handlungs-Prämisse) dieses „Krimis“ ist, dass der iranische Staat nach Atomwaffen trachtet und sich über die Sanktionen des Westens hinwegsetzt, um über dunkle Kanäle an Material heranzukommen, das zur Herstellung von Nuklearwaffen notwendig ist.

porterFür diese Behauptung (die von Washington und Tel Aviv lanciert wurde, um den Iran politisch zu isolieren und als russlandfreundliche Regionalmacht zu zerstören ) gibt es aber bis heute keinerlei Beweise.

(Fakt ist, dass der Iran als Unterzeichner des NPT das Recht hat, Atomreaktoren zu betreiben, die der Energiegewinnung dienen. Die Beschaffung von „Ventilen“, die auch für AKWs verwendet werden könnten, stellt daher in keiner Weise eine kriminelle Handlung oder den Bruch von Verträgen dar. Die Suggestion, dass die verhängten “Sanktionen” mit dem Völkerrecht konform sind, ist ebenfalls ein Trugschluss.)

 

Sie wurde einfach jahrelang so oft in den Medien wiederholt, bis die meisten „Zuschauer“ (in der „Zuschauerdemokratie“) dieses Hetz- und Dämonisierungskampagne zum Opfer gefallen sind. Das gleiche perfide Schauspiel gab es ja auch gegen Saddam Hussein, den libyschen Staatschef Gaddafi und den syrischen Präsident Assad, doch im Moment ist eindeutig Vladimir Putin auf dem medialen Weg zum „neuen Hitler“, der die Welt mit seiner „Aggression“ bedroht.

Dass die speichelleckende, korrupte Journaille in Deutschland und Österreich sich seit Jahren für dieses unwürdige Theater hergibt (Zerstörung der Glaubwürdigkeit von Staaten bzw. deren Behandlung als Aussätzige, die ökonomisch u. schließlich auch militärisch angegriffen werden, weil sie es gewagt haben, sich nicht zum Vasall der USA degradieren zu lassen) kann ja spätestens nach der Veröffentlichung des Buches „Gekaufte Journalisten“ auch als gesicherte Tatsache angesehen werden.

Ich habe zu diesem Thema ja schon mehrere Artikel geschrieben, in denen ich die „Kanaille“ der Medien (Journaille kann man das nicht mehr nennen) häufig als „Journ-autisten“ bezeichne, weil ihre Darstellung der politischen Realität so absurd ist. Sie machen Propaganda, geben sich als „Multiplikatoren“ für bewusst verbreitete Desinformation und Lügen her, die eine gewünschte Stimmung in der Bevölkerung erzeugen soll und lassen sich dafür auch noch fürstlich entlohnen. Dieses Gesindel fühlt sich dann (dank genossener Privilegien) auch noch als Teil der intellektuellen „Elite“.

Herr Ulfkotte spricht von „Alpha-Journalisten“, ich denke „Alpha-Arschlöcher“ wäre mehr angebracht:

Goebbels PressSie haben nicht nur die journalistische Ethik verraten und verkauft, sondern ermöglichen durch ihre willfährige Unterstützung auch die moralische „Rechtfertigung“ von Verbrechen (Subversion, Umstürze, angezettelte Bürgerkriege, Massenmord, synthetische Terroristen, etc.) der einzigen „Supermacht“ samt ihren Vasallen in der EU und anderswo.

Damit stehen sie nach meiner Ansicht moralisch auf der gleichen Stufe wie die Presse im Dritten Reich … Nein, eigentlich sind sie noch schäbiger, denn unter Hitler musste man damit rechnen von der Gestapo abgeholt zu werden. Unsere Papageien-Presse muss nur um die Karriere fürchten … (siehe dazu Ulfkotte).

Anders formuliert: wir werden von morgens bis abends von den Medien verarscht und (im Fall von ORF, ARD und ZDF) auch noch gezwungen, für diese systemische Verblödung „Gebühren“ zu bezahlen.

Dass die „Nachrichten“ und Talk-Shows massiv von politischen Netzwerken beeinflusst werden, die im Hintergrund die Fäden ziehen und als eine Art „Denkpolizei“ erfolgreich die öffentliche Meinung steuern (auch bei den Journalisten selbst), dürfte sich ja inzwischen herumgesprochen haben (dank mutigen Leuten wie Ken Jebsen, Jürgen Elsässer oder Christoph Hörstel).

Was wir hier, in diesem „Tatort“ erleben, ist die Unterwanderung von Unterhaltungssendungen mit politischer Propaganda, die das künstlich produzierte „Feindbild Iran“ weiter verstärken soll. Die nächste Frage muss also lauten: Cui Bono?

statue of tortureWer hat etwas davon, den Iran zu dämonisieren und als Erzschurkenstaat zu präsentieren? Die Antwort darauf ist schnell gefunden: Washington und Tel Aviv. Diese beiden politischen Kräfte (radikale Gruppen in diesen Ländern, innerhalb und außerhalb der Regierung) lassen ja seit Jahren nichts unversucht, den Iran als Bedrohung für den Weltfrieden darzustellen, gegen den der Westen mit seinen „Werten“ entschlossen vorgehen muss. Was für eine unerträgliche Farce das alles ist.

Der jüngste „Folterbericht“ des US-Senates stellt klar, welche „Werte“ hier tatsächlich vertreten werden …

DIE ROLLE DES MOSSAD ALS „SCHWERT DER GERECHTIGKEIT“

Iran stopped Nuclear ProgramIn diesem „Tatort“ wird aber nicht nur das „Atomprogramm“ des Iran als illegal und gefährlich hingestellt, sondern gleichzeitig die Rolle Israels (in Form des Geheimdienstes Mossad) geradezu verherrlicht, wobei man sich fragen muss, wer solche Drehbücher verfasst (Max Gruber, eine undurchsichtige Figur) und welche Zwecke damit verfolgt werden.

Das Buch ist nicht besonders intelligent: Wenn ein Geheimdienst jemand umbringt und einen Selbstmord oder Unfall vortäuschen will, stellt er sich sicher nicht so dumm an, wie im Film anfangs suggeriert wird.

Das ist doch Selbstmord, was machen wir denn da überhaupt?“, motzt Eisner über den Einsatz am Sonntagmorgen. Doch ganz so einfach ist das nicht. Schluckt jemand Kopfschmerz-Tabletten zum Frühstück, hängt sein Handy an die Ladestation, bestellt noch teure Opernkarten und bringt sich dann um? Eisner und Fellner kommen Zweifel. Diese wachsen noch, als ein iranischer Botschaftssekretär in das Hotelzimmer platzt, einfach wichtige Beweisstücke einsammelt und sich höflich verabschiedet – mit Verweis auf seine Immunität.“

(Quelle: Stern bzw. dpa / C. Bock)

Dass es kein Selbstmord war liegt also von Anfang an ganz klar auf der Hand, nicht nur wegen der oben geschilderten Aktivitäten (wer geht als „iranischer Diplomat“ in ein Nobelhotel und springt von dort aus dem Fenster auf ein parkendes Auto, mitten in Wien, wodurch massive Aufmerksamkeit garantiert ist? Und wo ist das Motiv?) Warum sollte sich überhaupt ein „Atomwissenschaftler“ nach Wien begeben, um einen Deal für Ventile abzuwickeln? Das ist doch lächerlich …)

Der barsche Polizei-Major Eisner ist stinksauer. Doch sein aalglatter Vorgesetzter Ernst Rauter (Hubert Kramar) wäscht ihm den Kopf. Der Tote sei führender Kopf des iranischen Atomprogramms gewesen und habe an der nuklearen Aufrüstung seines Landes gearbeitet. Rund um die Welt soll Bansari am Handelsembargo vorbei Material besorgt haben. Schon ein halbes Dutzend solcher iranischer Experten seien mehr oder weniger mysteriös ums Leben gekommen, sagt der Chef. „Einige wurden gezielt eliminiert oder sind „verunfallt“.“ Möglicherweise stecke dahinter eine Spezialeinheit des israelischen Geheimdienstes.“

Herr Bock von der dpa suggeriert also, dass die „nukleare Aufrüstung“ des Iran real sei,  traut sich aber nicht einmal den Namen „Mossad“ zu erwähnen und ist offensichtlich bemüht, die Ermordung iranischer Physiker (und anderer Iraner, die wirklich stattfindet) im Auftrag israelischer Geheimdienste als reine Spekulation abzutun. Wo ist hier also die Grenze zwischen Realität und Fiktion?

BÖSER IRAN – GUTES (GERECHTES) ISRAEL

sword-of-justiceDie Öffentlichkeit soll die – suggerierten – finsteren Absichten des Irans als Tatsache akzeptieren, während die Rolle des Mossad (und der ominösen „Spezialeinheit“ Kidon) als Organisator „gezielter Tötungen“ (staatlich organisierte Morde) zunächst angezweifelt wird, aber am Ende des Filmes als grandioses Finale, nämlich als Sieg der Gerechtigkeit inszeniert wird.

Dem zwielichtigen, selbstherrlichen Grafen (der als Vermittler des „illegalen Geschäftes“ mit Ventilen tätig war) kann das BKA laut Drehbuch nichts anhaben, weil er offenbar von einflussreichen österreichischen Politikern geschützt wird.

Das „Böse“ siegt also über die Gerechtigkeit und dem adeligen Mittelsmann für dunkle Geschäfte legt der Drehbuchautor auch noch am Ende folgende Worte in den Mund:

Herr Eisner, Sie können nicht gewinnen. Wir haben das Geld, wir haben die Beziehungen und wir scheißen uns nichts. Und Sie? Sie haben kein Geld, keine Beziehungen und müssen sich an die Regeln halten.“

Während also Eisner hier die eigene Impotenz gegenüber solchen Netzwerken der Macht demonstriert wird, taucht plötzlich ein Motorrad mit zwei Personen auf, diese erschießen nicht nur den „bösen“ Grafen (der im Auto sitzt) am helllichten Tag in Wien, (Kamera zeigt die blutigen Schusswunden am Kopf als Nahaufnahme) sondern lüften dann auch noch das Visier des Helmes, damit Eisner sieht, wer die Mörder sind.

Es sind jene zwei Mossad-Agenten (eine Frau und ein Mann), die schon vorher Eisner’s Mobiltelefon mit einem Trojaner ausspioniert hatten und deshalb Einblick in die Ermittlungen hatten. (In der politischen Mord-Realität wird natürlich in solchen Fällen nicht geschossen, sondern mit Sprengsätzen gearbeitet)

Der „Hammer“ kommt aber ganz am Ende der Tatort-Folge, denn die letzte Szene zeigt Eisner, wie er vor seinem Vorgesetzten aus dem Innenministerium aussagt, es sei alles so schnell gegangen, man habe nichts tun können um die Täter zu fassen. Dabei lassen sein Gesichtsausdruck und sein Ton darauf schließen, dass er dieses Verbrechen eigentlich nicht bedauert, im Gegenteil …

Den Zuschauern wird also suggeriert, dass ein Beamter des österreichischen Bundeskriminalamtes die Ermordung eines österreichischen Staatsbürgers durch einen ausländischen Geheimdienst gutheißt, weil das Opfer dieses Anschlags es „verdient hatte“ bestraft zu werden, auch zu sterben.

Da er wegen seiner Kontakte zu hohen Politikern das normale Rechtssystem umgehen konnte und illegale Deals einfädelte, die (so die Suggestion) den Bau von iranische Atomwaffen möglich machen würde, sei das quasi eine Art „höhere“ Gerechtigkeit.

just-warDie unheimliche Macht des Staates Israel, dessen psychopatische Version von „Gerechtigkeit“ zig-tausenden Menschen Elend und Tod gebracht hat, wird also dargestellt als Schwert der Vergeltung, fast wie der Vollstrecker eines göttlichen Urteils … die „Feinde“ Israels werden diesem Urteil nicht entkommen …wer schreibt so ein Drehbuch für den Tatort? Anstatt die Mörder (oder Auftraggeber aus Israel) zu fassen, werden sie als Helden der Gerechtigkeit dargestellt?

Wer sich „an die Regeln hält“, wird also verlieren? Soll heißen Gesetze (im moralischen und rechtlichen Sinn) dürfen und sollen, ja müssen gebrochen werden, damit „Gerechtigkeit“ (aus israelischer Sicht) hergestellt wird?

In einem älteren Blog habe ich über diese fanatische Selbstgerechtigkeit Israels (moralischer Absolutismus) u.a. geschrieben:

„Aus dieser Perspektive sind die Ausführungen von Herrn Augstein ein Affront, weil sie die verlogene Selbstdarstellung der israelischen Regierung (und des Zionismus als emanzipatorisches, moralisches  Unternehmen) gewaltig ins Wanken bringt.  Das „Opfervolk“ als gefährliche und unheimliche Atommacht zu präsentieren, für die die gleichen Spielregeln gelten müssen, wie für den Iran – also Kontrollen durch die IAEA, von der Unterfertigung des NPT (Iran hat unterzeichnet und nichts verbrochen, wird aber trotzdem sanktioniert) ganz zu schweigen – das geht nun aber wirklich nicht.“

Dieser „Tatort“ ist ein Skandal und die Verantwortlichen bei ORF, ARD, aber vor allem der Drehbuchautor müssten öffentlich Rede und Antwort stehen, was sie eigentlich mit diesem „Krimi“ wirklich bezwecken wollten. (Das „framing“ in den „Nachrichten“ durch „embedded spin“ im Unterhaltungssektor zu verstärken?)

Wenn diese Art der „psychologischen Operation“ (PSYOP) zum Vorteil der israelischen Regierung als „Unterhaltung“ durchgeht, dann steht uns noch Schlimmes bevor …

Können wir es uns leisten, dieses System weiterhin mit unseren Gebühren zu unterstützen? Die Hetze gegen den Iran, gegen Syrien und jetzt vor allem gegen Russland (Putin) als „Routine“ abtun, die in allen „Informationssendungen“ zur Normalität gehört?

Und jetzt werden auch noch die Unterhaltungsfilme dazu missbraucht, Stimmungen zu schüren und Verbrechen Israels zu verharmlosen?

Bacevich targeted killings

Prof. Andrew Bacevich (der seinen Sohn im zweiten Irak-Krieg verloren hat) schrieb in diesem Kontext („Gezielte Tötungen“) allerdings bezogen auf die USA, nicht Israel (aber die beiden sind ohnehin, moralisch betrachtet, siamesische Zwillinge) vor einiger Zeit:

Der Präsident darf jetzt [im Kampf gegen den „Terror“]  jeden umbringen […] Die Rolle, die man dem amerikanischen Volk dabei zugedacht hat,  besteht darin, zu applaudieren … falls, es über eine erfolgreiche „Aktion“ (Ermordung) dieser Art informiert wurde.“

Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Drehbuchautor dieses „Tatorts“ (und seine Auftraggeber) ähnliche Reaktionen beim Publikum auslösen wollten.

Was muss noch passieren, damit wir uns gegen diese Manipulation der Wahrnehmung wehren, die uns für den nächsten Krieg einstimmen soll?

ANHANG

Hintergründe und geopolitischer Kontext zur Dämonisierung des Iran und der Rolle der USA & Israels:

https://medienschafe.wordpress.com/2012/04/20/grass-thinkpol-4-the-dark-stars/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/04/15/grass-und-die-thinkpol-3-iran-vs-israel/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/10/15/es-ist-angerichtet-churnalism-2012/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/07/22/superman-is-jack-the-ripper/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/06/09/monster-morder-moralapostel-3-terrorr-us/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/06/07/monster-morder-moralapostel-2/

https://medienschafe.wordpress.com/tag/iran/

Link zum Tatort (nur in Deutschland):

http://mediathek.daserste.de/Tatort/Deckname-Kidon-H%C3%B6rfassung-Video-tgl-/Das-Erste/Video?documentId=25668026&topRessort=tv&bcastId=602916