AFFAIRE SECRETE: Terror in Paris und Syrien

le bon boulut FabiusAuf dem Spielfeld macht die Al Nusra Front einen guten Job gegen Assad, deshalb fällt es schwer, sie nicht [als etwas Positives] anzuerkennen

(Sur le terrain, ils font du bon boulot contre Assad en Syrie donc il est très difficile de les désavouer”)

(Laurent Fabius, französischer Außenminister;  Dezember 2012)

Wessen „gute Arbeit“ lobt hier Monsieur Fabius?

al nusra 2

Die « Al Nusra Front » ist ein Ableger von „Al Kaida im Irak“, (später „ISI“), der speziell für den verdeckten Krieg gegen die Regierung Assad gebildet und von der Papageien-Presse als Teil der „syrischen Opposition“ verkauft wird. Der « gute » Job, den sie in Syrien gemacht haben, lässt sich u.a. durch diese Zahlen verdeutlichen (Stand: August 2015, unter den Opfern auch viele Christen;):

  • 55 Tote und 400 Verletzte in Damaskus,
  • 48 Tote in Aleppo durch eine Autobombe
  • 18 Tote in Qatana (davon 7 Kinder) durch drei Bombenanschläge
  • 100 Tote (darunter ein Priester) in Homs
  • 4 Monate langes Plündern und religiöse Schändungen in Maaloula, wo 12 Nonnen und sieben junge Männer entführt wurden

Die große Lüge ist, dass diese Mörderbande eben nicht in erster Linie „gegen Assad“ kämpft, sondern Zivilisten in Syrien terrorisiert und auf grauenhafte Weise umbringt, wobei auch vor Kindern und alten Leuten nicht Halt gemacht wird.

al nusra moderate killers

Welche Beziehung besteht zwischen den „Terroristen“ in Frankreich, denen in Syrien* und dem französischen Staat? Erst wenn wir diese Fragen beantworten können, wird klar, was hier eigentlich gespielt wird.

*Die „Freie Syrische Armee“ – FSA ist eine Création französischer Geheimdienste bzw. Legionäre und kämpft unter der französisch-syrischen Kolonialflagge. Diese künstlichen „Rebellen“ werden von der CIA, dem Emir von Katar, Saudi Arabien und der Türkei unterstützt. Auch die britische SAS und der Mossad sind mit von der Partie. Sie alle haben nichts mit der legitimen „syrischen Opposition“ zu tun, die in den Schafs-Medien als Grund für das gewaltsame „Eingreifen“ des Westens präsentiert wird.

Die offizielle Version der französischen Regierung lautet so:

cnapd_terrorisme_couvHunderte junge, muslimische Männer aus Europa lassen sich von IS-Propaganda über das Internet und Kontaktleute „rekrutieren“ und gehen dann nach Syrien, um dort zu kämpfen. Dagegen scheint der Staat machtlos zu sein. Einige dieser „radikalisierten“ Franzosen bzw. Belgier kamen aber wieder nach Frankreich zurück, um den Feinden von IS zu zeigen, dass sie überall zuschlagen können: daher die Anschläge von Paris am 13. November.

Um den verstärkten Einsatz militärischer Gewalt in Syrien zu legitimieren, kamen diese Anschläge natürlich „sehr gelegen“ und es gibt – den berechtigten – Verdacht, dass der französische Staat selbst in die Attentate verwickelt war bzw. sie absichtlich nicht verhindert hat.

Welche „Verdachtsmomente“ es hier gibt, soll im Folgenden gezeigt werden:

1 DER EHEMALIGE GEHEIMDIENST-CHEF

Squarcini interview 201115Bernard SQUARCINI, ehemaliger Direktor eines französischen Inland-Geheimdienstes (DST, DCRI) sagte in einem Interview mit der französischen Zeitschrift VALEUR Actuelles (vom 20. November 2015), dass ihm die syrische Regierung 2012 folgendes Angebot gemacht habe:

Wir übergeben Frankreich eine Liste jener Franzosen, die in Syrien auf Seiten der Islamisten kämpfen, Frankreich zieht dafür seine verdeckt operierenden Soldaten ab und die Geheimdienste normalisieren wieder ihre Beziehungen.

Squarcini hatte die Nachricht an den damaligen Innenminister Manuel Valls (seinen Vorgesetzten) weitergeleitet, doch sowohl Außenminister Laurent Fabius, als auch Premierminister Jean-Marc Ayrault waren „aus ideologischen Gründen“ gegen diese Vereinbarung und Valls lehnte also ab.

Das sei sehr schade, sagt der ehemalige DST-Chef, denn damit habe die Regierung (eine Riesenchance vertan und) verhindert, dass die Identifizierung und Überwachung jener Franzosen, die in Syrien kämpfen wesentlich erleichtert wird.

Ergebnis: Wir wissen nichts und haben sehr viel Zeit verloren, indem wir erst die deutschen Geheimdienste befragen müssen, die noch immer dort sind (!), aber auch die jordanischen, russischen, amerikanischen und türkischen Dienste.“

Kommentar: Hier wird deutlich, dass die französische Regierung keinen Vorteil darin sah, die Namen der französischen Djihad-Terroristen zu erfahren (im Rahmen der Prävention von Anschlägen!) Warum wohl nicht? Weil sie diese ohnehin schon kannte …. und ….Was hat der BND eigentlich in Syrien verloren?

(Anmerkung: Squarcini war sowohl gegen den Krieg in Libyen als auch gegen die Aggression in Syrien. Gemeinsam mit anderen Politikern, wie Édouard Lacroix, versuchte er, diese zu verhindern, was aber misslang. Es gelang aber, im Februar 2012 eine Art „Frieden“ zwischen Frankeich und Syrien auszuhandeln. Hollande hat aber die Feindseligkeiten im Sommer wieder aufgenommen und Lacroix wurde bald darauf ermordet. Squarcini zog sich aus dem politischen Leben zurück leitet seitdem einen privaten „Informationsdienst“ )

Auf die Frage: Glauben Sie, dass wir dafür die Konsequenzen tragen werden?     antwortete Squarcini so:

Die Islamisten von Daesh (IS)  haben …ein äußerst bemerkenswertes Attentat verübt. Weil es in einem Stadtteil von Paris passierte, der – wegen der kurz bevorstehenden Klimakonferenz (COP 21) – als extrem abgesichert gilt („ultraprotégée“), …und bei einem Konzert einer amerikanischen Band, die gerade aus Israel zurückkam. … Die Attentate sind passiert. Aber wer weiß, ob die Auftraggeber das wirklich so wollten?

Kommentar: Squarcini wundert sich also, wie die „Terroristen“ in diesem „Hochsicherheitsumfeld“ ihre Anschläge ausüben konnten und warum betont er, dass sie vorher in Israel waren?!

Der Journalist spricht ihn dann darauf an, ob es nicht Probleme zwischen dem DGSI und dem DGSE gab (also innerhalb der französischen Geheimdienste). Squarcini sagt dazu u.a.:

Ich frage mich – Welcher Art war die Arbeit des DGSE innerhalb der syrischen „Linien“, die in Frankreich entstanden sind? [Franzosen, die als Kämpfer nach Syrien gingen]

Man muss die Zusammenarbeit des Inlands- und des Auslandsgeheimdienstes verstärken. Erst vor einigen Monaten haben wir Mohamed Merah identifiziert, der in Belgien lebt. Wir wissen, dass er alle europäischen Kommandos ausgebildet hat und haben den DGSE aufgefordert, ihn zu „neutralisieren“, aber nichts ist passiert. Glücklicherweise ist er letztlich von den Amerikanern „erdrohnt“ worden (also mit einer Drohne getötet), aber viel später.

Kommentar: Squarcini deutet also erneut an, dass der DGSE mit den Djihadisten gemeinsame Sache macht …

Äußerst interessant ist auch seine (schon früher gemachte) Aussage über die Rolle Belgiens in der „Terror-Abwehr“, auf die ihn der Journalist dann noch anspricht:

2 DJIHAD IN BELGIEN

Tatsächlich ist dieses Land die Basis und Rückendeckung für den Terrorismus in Europa. Die Terroristen treffen sich zuerst im Internet (virtuell) und dann wirklich in Belgien, um die Aktion durchzuführen. Wir müssen verstehen, dass der belgische Staat nicht über jene Stabilität verfügt, die wir in Frankreich haben, auch wenn ihre Dienste mit uns gut zusammenarbeiten.“

Gladio CottrellKommentar: Wer sich mit den Hintergründen von „Gladio“ befasst hat, weiß, dass sich in Belgien tatsächlich politische Abgründe auftun, die schauderhaft sind …. (ich erinnere nur an die Affäre Dutrout, deren politischer Kontext bis heute nicht aufgedeckt wurde, mehr unheimliche Informationen dazu liefert Richard Cottrell in seinem Buch – siehe Bild).

Und ausgerechnet in diesem Land sitzen die EU und die NATO (ein „perfektes“ Milieu …)

In Belgien wurde z.B. ein (auf Armageddon und den Messias wartender) „muslimischer Prediger“ wegen Ermutigung zum Djihad angeklagt und in Haft genommen. Sein Rechtsanwalt machte während des Verfahrens geltend, dass tatsächlich Jugendliche dazu animiert werden, in Syrien zu kämpfen, aber nicht von seinem Klienten, sondern vom belgischen Geheimdienst bzw. der belgischen Staatspolizei.

Dieser Anwalt (Sebastien Courtoy, der auch Familien vertritt, deren Söhne nach Syrien gingen) sagte dazu u.a.:

Diese Männer sind ja letztlich dem Aufruf von Monsieur Fabius gefolgt, der den Tod von Assad verlangt hat und dem Aufruf von Guy Verhofstadt, der Waffenlieferungen an die „Rebellen“ befürwortet. Sie kämpfen nicht wegen ihrer Religion …

Er kritisiert den heuchlerischen Diskurs der belgischen und französischen Politiker, die einerseits vor der Bedrohung durch diese islamistischen Kämpfer warnen, aber gleichzeitig junge Männer (emotional) dazu bewegen, nach Syrien zu gehen. Natürlich werden sie auch durch eingeschleuste „Informanten“ manipuliert …(wie in diesem Artikel über die USA beschrieben)

(Für Francophile hier ein französisches Video über die sieben größten Medien-Lügen zum Thema „Terrorismus“ von Michel Collon:

2 RUFMORD: DIE TOTEN PATSIES

empty apartment raid st denisAus einer französischen Zeitung nach dem Großeinsatz der Polizei (der dem angeblichen „Planer“ der Terroranschläge in Paris galt …)

Das Zentrum von Saint-Denis ist erstarrt. Der Polizeieinsatz ist beendet und die Gesichter entspannen sich wieder. Sie können es nicht glauben, dass sie die letzten Stunden neben Terroristen verbracht haben.

Ein junges Mädchen steht auf dem Gehsteig des Boulevard Félix-Faure.… Sie telefoniert mit ihrer Mutter, die im gleichen Haus wohnt, das von dem Einsatzkommando seit Mitternacht belagert wurde.

Die Mutter wurde durch die Schüsse geweckt, sie weinte die ganze Zeit, als sie mir erzählte, was passierte … Sie hat die Wohnung im Erdgeschoß, das „konspirative“ Apartment befindet sich im obersten Stock direkt über ihr.

Aber das ist seltsam, denn meine Mutter sagt, diese Wohnung war leer. Wenn sich die „Terroristen“ doch eingenistet haben, muss das erst vor kurzem passiert sein und keiner der Mieter hat sie je gesehen. Meine Mutter jedenfalls nicht.“

Mais c’est bizarre, d’après ma mère, il était vide, cet appartement. S’ils se sont installés là, c’est récent, et les habitants ne les ont pas vus. En tout cas, pas ma mère…)

????

In einem anderen Artikel dazu heißt es:

In dieser Ladenstraße haben die Wohnungen nur drei bis vier Etagen. Hier leben alle eng zusammen, Menschen die sich kennen, sich ständig begegneten. Es sei unmöglich gewesen, dass sich der mutmaßliche Terrorist hier versteckt habe, ohne dass irgendjemand etwas davon gemerkt hätte, sagen die Anwohner einstimmig. Sie fragen sich, warum die Polizei erst in dieser Nacht gekommen ist. Es sieht so aus, als ob ausgerechnet diese junge Frau, die sich um 4:30 Uhr in die Luft gejagt haben soll, sie hierher geführt hat. 

Wer sind dann diese Leute? [die angeblich dort erschossen wurden] fragen sich die Anwohner. Sie hören in den Medien ständig von Abdelhamid Abaaoud, der – so sagen sie – „wie ein Monster präsentiert wird“ und von dem man behauptet, er habe „in ihrer Mitte“ gelebt. Aber niemand kann sich an ihn erinnern …

Wir sehen also, dass hier etwas nicht stimmt: Zuerst konnten die Anschläge in Paris nicht verhindert werden, (obwohl mehrere „Attentäter“ bereits unter Beobachtung standen und ihre Telefonate überwacht wurden) aber danach tritt die Polizei auf wie in einem Action-Film aus Hollywood: Großfahndung, nächtliche „Anti-Terror-Aktion“, großes Schieß-Spektakel, dann drei Tote. Am nächsten Tag präsentiert der Innenminister voller Stolz die „hervorragende“ Arbeit jener Sicherheitsbehörden, die zuvor völlig versagt hatten.

ARD das LetzteDie offenbar geistig behinderten Redakteure der Tagesschau „berichteten“  (wie alle anderen Presse-Papageien) dazu am 18. November 2015 folgendes:

Frankreichs oberster Staatsanwalt Molins hat noch keine Erkenntnisse darüber, WER beim Polizeieinsatz in Saint-Denis getötet wurde.

Was die ARD aber nicht daran hinderte, diese Schlagzeile zu bringen:

Pariser Polizei stürmt Terroristen-Versteck  (18.11. )

Am 19.11. fragt man sich „Was ist mit Abdelhamid Abaaoud?“

Er gilt als Drahtzieher der Anschläge von Paris – doch ist Abdelhamid Abaaoud überhaupt noch am Leben? Die „Washington Post“ berichtet, der Belgier sei bei der Razzia in Saint-Denis getötet worden. Beweise gibt es auch am Morgen nach dem Großeinsatz noch keine.

Woher die Washington Post dann diese „Information“ hat, fragt sich die ARD nicht, denn auch sie lässt sich mit „Meldungen“ füttern …

Dann wurde verbreitet, die Cousine des „mutmaßlichen“ Attentäters habe sich – in der gestürmten Wohnung –  mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Sie sei eine der drei Leichen, die man in der Wohnung (zerstückelt und verunstaltet) gefunden habe.

Doch auch diese „Meldung“ erweist sich  bald als falsch:

Wie die Pariser Behörden später verlautbarten, war es nun doch keine „Selbstmordattentäterin“, die sich in die Luft gesprengt hatte und deren Pass angeblich nach der Bombenexplosion (bullshit-alarm!!) gefunden wurde.

„Der Selbstmordattentäter war nicht Hasna“ sagte der Pariser Staatsanwalt.

Hasna Aitboulahcen, eigentlich ein 26 Jahre altes, lebensfrohes „Partygirl“, das innerhalb von „sechs Wochen radikalisiert wurde“ (wer glaubt diesen Mist?) starb aber während der „Erstürmung“ des Gebäudes. Wodurch?

Auch hier gibt uns ein Reporter von Le Voix du Nord wichtige Informationen darüber, warum die Story von der Selbstmord-Attentäterin (also einer Frau) geändert wurde: (Link auf dem Bild)

je brule crime Saint DenisHier ein Auszug daraus:

Karim ist der Besitzer einer Wohnung neben dem Apartment, das die Polizei unter Beschuss genommen hat. Er erinnert sich an die höllisch laute Schießerei: „Das war wie im Krieg » sagt er. Zuerst das Geschrei, dann die Erstürmung des Hauses, das ganze dauerte an die drei Stunden.

Was einem wirklich die Haare zu Bergen stehen ließ, war die Stimme dieser Frau, die schrie: Helft mir, ich brenne, helft mir doch! Das hat sie immer wieder gerufen und dann gab es eine Explosion“.

(O-Ton : « .. Le plus glaçant, c’est cette voix de femme, qui criait aidez-moi, je brûle, aidez-moi !… , elle a répété ça, juste ces mots-là, et puis, il y a eu une explosion… »)

Diese Aussage verursacht auch bei mir eine Gänsehaut, denn das kann nur bedeuten, dass die Darstellung in den Medien (vom Selbstmord der Frau durch einen Sprengstoffgürtel) ein Märchen ist. Der Journalist kommentiert das so:

„Die Augenzeugen scheinen zu denken, dass diese junge Frau ihren Sprengstoffgürtel nicht freiwillig aktiviert hat.“

(Les témoins semblent penser que cette jeune femme n’a pas actionné sa ceinture explosive volontairement.)

Woher weiß er denn, dass es überhaupt einen Sprengstoffgürtel gab? Weil es die Behörden einfach behaupten? Die angeblichen Terroristen konnten ja nicht wissen, dass ein Großaufgebot der Polizei mitten in der Nacht vor ihrer Türe stehen würde, wieso war dann der Sprengstoffgürtel einsatzbereit? Lag der einfach auf dem Nachtkästchen? Das ist doch alles absurd …

mind controlAuch hier zeigt die Tagesschau-Redaktion wieder, dass sie jeden Schwachsinn bringt, den man ihr vorsetzt:

„Die französischen Sicherheitskräfte hatten bei einem Großeinsatz in dem Pariser Vorort nach Abaaoud gesucht. Auswertungen überwachter Telefongespräche (!) hatten die Ermittler auf die Spur gebracht. Daraus ergaben sich Hinweise, dass Abaaoud sich in der ausgemachten Wohnung aufhalten könnte.

Salah Abdeslam …sei nicht unter den in Saint-Denis Festgenommenen, sagte Molins, der darüber hinaus betonte, die überwältigte Terrorzelle wäre ohne den Zugriff in der Lage gewesen, zeitnah Anschläge zu begehen“

Gesucht? … sich auf halten könnte ... Überwältigte Terrorzelle?

Frankreichs oberster Staatsanwalt Molins hat noch keine Erkenntnisse darüber, WER beim Polizeieinsatz in Saint-Denis getötet wurde“ …

Was ist hier wirklich passiert?

  • Drei Menschen sterben bei einer nächtlichen Polizeiaktion im Kugelhagel (es wurden mehr als 5000 Patronen verschossen, ein Irrsinn) und es gab eine Explosion (wodurch, wissen wir nicht)
  • Die Wohnung wurde gestürmt, weil es angeblich „Hinweise“ darauf gab, dass sich dort möglicherweise ein Mann aufhält, der „vermutlich“ die Attentate von Paris organisiert hatte (Abbaaoud) und neue Anschläge „hätte planen können
  • Niemand – außer der Anti-Terror-Einheit – weiß, was in der Wohnung wirklich passiert ist. Die ganze Straße wurde vorher abgeriegelt, die anderen Bewohner durften sich nicht rühren und standen ohnehin unter Schock.

Fakt: die Polizei hatte keine Ahnung, wer sich wirklich in der Wohnung aufhielt und überfiel mit einem monströsen Einsatzkommando mitten in der Nacht ein Wohnhaus, nur weil die Möglichkeit bestand, dass sich dort mutmaßliche Terroristen aufhielten.

saint denis assaultDie ganze Aktion war völlig überzogen und die massive Gewalt unverhältnismäßig. (Das Haus sieht aus wie nach einem Krieg, eine Decke ist eingestürzt) Man nutzte die hysterische Stimmung nach den Anschlägen, um den Leuten jedes kritische Denken abzugewöhnen.

Natürlich ist es richtig, dass die Behörden solchen Hinweisen nachgehen, aber warum hat man nicht versucht, die angeblichen bzw. potentiellen Täter lebend zu fassen, damit sie etwas über die Hintermänner aussagen können und durch diese Informationen die Polizei besser ermitteln kann. Man hätte z.B. eine Tränengas-Granate in die Wohnung werfen oder Chemikalien ausbringen können, durch die die „Verdächtigen“ bewusstlos wurden.

WAS IST MIT DER UNSCHULDSVERMUTUNG?

In einem Rechtsstaat wären die so überwältigten Terror-Verdächtigen dann festgenommen, verhört, (bei entsprechenden Beweisen) angeklagt und vor Gericht gestellt worden. All das erspart man sich seit 911.

Stattdessen werden Menschen eiskalt umgebracht, deren Identität den Ermittlungsbehörden nicht einmal bekannt war. Dann wird einfach behauptet, einer davon war ein Terrorist. Der „Mastermind“ der Anschläge von Paris. Woher wissen wir das? Wo sind die Beweise dafür? Wieso laufen diese „Terror-Shows“ immer nach dem gleichen Muster ab?

Die jüngsten Ermittlungen hätten „Elemente ergeben, die uns gestatteten, anzunehmen, dass sich Abbaaoud möglicherweise in diesem konspirativen Apartment befindet“ so der Staatsanwalt Molins wörtlich. Wieso ist das Apartment „konspirativ“, wenn wir gar nicht wissen, wer sich darin befindet? Was zu beweisen ist, wird a priori vorausgesetzt?

Molin erklärt auch, unter den Toten befinde sich eine junge Frau, die sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt hat und ein Mann, der von „Projektilen und Granaten“ getroffen (geradezu durchlöchert) worden sei. Später heißt es aber, nicht eine Frau, sondern ein Mann habe den Bombengürtel aktiviert

AbdelhammidAbdelhammid ABAAOUD, den man posthum zum „mastermind“ der Attentate von Paris erklärt hat, wurde anscheinend so verstümmelt, dass er  durch „Hautpartikel identifiziert“werden musste (?)  Was soll das denn sein, ein DNA-Vergleich?

Innenminister Bernard Cazeneuve erklärte nach dem Tod von Abbaaoud  der 28-jährige sei (als Teil einer Gruppe) in mehrere Attentate in Frankreich verwickelt gewesen und habe eine „ausschlaggebende Rolle“ bei der Rekrutierung von Terroristen und der Organisation der Anschläge gespielt.

Diese „Anschläge“ fanden aber nie statt. „Sechs“ davon wurden angeblich von den französischen Behörden verhindert bzw. vereitelt (seit dem Frühjahr 2015 – Wieso wurde dieser „Erfolg“ dann geheim gehalten?). „Abaaoud war in vier dieser Attentate verwickelt » bestätigte Cazeneuve.

(« Six attentats ont été évités ou déjoués par les services français depuis le printemps 2015, Abaaoud était impliqué dans quatre d’entre eux », a par ailleurs affirmé M. Cazeneuve.)

Das ist eine absurde Behauptung, denn wenn man das wusste, wieso lief dieser dann noch frei herum und konnte am 13. November noch einmal zuschlagen?

MERKE: Es gibt keine Beweise für die Täterschaft von Abaaoud, außer der Behauptung der französischen Behörden, die aber nicht als „unabhängig“ gewertet werden kann, weil der Verdacht besteht, dass der französische Staat selbst in die Terror-Strukturen verwickelt ist.

Man bringt einen Mann um und behauptet danach, er sei für dieses und jenes Verbrechen verantwortlich gewesen. Der „Verdächtige“ wurde also exekutiert und dann – posthum – angeklagt und für schuldig befunden. Ist das die neue 911-Justiz in Europa?

Bien sûr, haben die französischen Behörden darauf eine Antwort parat: Ein französischer Djihadist, den man nach seiner Rückkehr aus Syrien polizeilich befragt habe, bestätigte, dass ihn der „Belgier“ (angeblich Abaaouds nom de guerre) beauftragt habe, eine „Schießerei an einem Veranstaltungsort“ vorzubereiten. Er habe ihm dafür 2000 Dollar gegeben.

Das soll ein Beweis sein? Er nannte nicht einmal den Namen Abaaoud? Vielleicht hat man den Zeugen bestochen oder bedroht, damit er das aussagt? Oder vielleicht gibt es diesen Zeugen gar nicht?

Wieso wird der Name dieses Zeugen geheim gehalten? Und wieso wurde dieser nach seiner Rückkehr aus Syrien verhört, aber Abaaoud nicht? Woher hatten die Täter die Waffen und den Sprengstoff? (Diese hatten sie sicher nicht „im Gepäck“, sondern aus Frankreich oder Belgien …

Salah und Brahim ABDESLAM

Diese beiden Brüder sollen ebenfalls an den Attentaten von Paris beteiligt gewesen sein. Auch sie sind in Molenbeek aufgewachsen, jenem Vorort von Brüssel, aus dem angeblich viele „Djihadisten“ rekrutiert wurden.

Die Ermittler vermuten zudem, dass er dem Attentäterkommando angehörte, das Dutzende Menschen vor Restaurants und Cafés erschoss.“

salah-abdeslamWoher wissen die Behörden überhaupt, dass Salah an den Attentaten beteiligt war? Sie „wissen“ es eben nicht, sondern behaupten es einfach.

Er war angeblich dumm genug, für die Ausführung der drive-by-shooting Anschläge einen Leihwagen – unter seinem echten Namen – zu mieten (!) (Aber auch das ist nur unterstellt, den wenn man einen Pkw abgestellt“ wo auffindet, wieso ist das ein Indiz für eine bestimmte Täterschaft?)

Das ist ebenso unglaubwürdig und arrangiert, wie der „gefundene Ausweis“ bei Charlie Hebdo, der „syrische Pass“, ein „gefundenes Handy“ auf dem die Täter noch schnell eine „jetzt geht’s los“ SMS sendeten, bevor sie zuschlugen … das ist doch alles hirnverbrannter Unsinn, den nur Idioten glauben.

Diese Leute sind clever genug, den französischen Geheimdiensten zu entgehen, verüben also mehrere Anschläge, lassen aber danach immer Indizien zurück, die ihre Täterschaft untermauern – wer soll das glauben?

Es gibt auch Zweifel daran, was in einem der Cafés wirklich passiert ist – Bombe, welche Bombe? (ein Fotograf vor Ort wunderte sich darüber, dass er weder Opfer noch Blut dort sah und rund um das Café Stühle so aufgestellt waren, dass man nicht hineinsehen konnte…

Zuerst werden Männer in Frankreich unter seltsamen Umständen erschossen, (oder „verschwinden“ ins Ausland) dann werden sie uns posthum als Täter/Terroristen präsentiert und zum Schluss heißt es dann auch noch, sie seien alle zu irgendeinem Zeitpunkt mit Abaaoud in Verbindung gestanden bzw. hätten sich (z.B. im Gefängnis) getroffen. Wären die Männer nicht tot, müsste der Staat diese Behauptungen vor Gericht beweisen und die Männer könnten ihre Version der Ereignisse vorbringen, sich also verteidigen. Das alles hat man aber verhindert …. Warum wohl?

Salah soll mit einem Djihadisten verbunden gewesen sein, der später in Terroristenkreisen als „Schlächter von Raqqa“ bekannt wurde. Sagt wer? Beide Männer seien 2013 für vier Wochen wegen eines Raubüberfalls in Untersuchungshaft gewesen. (Auch dieses „Muster“ kennen wir aus den FBI-Methoden: zukünftige „islamistische Terroristen“ lernen sich im Gefängnis kennen, wobei die Assoziation der Männer auch arrangiert sein könnte …(guilt by association)

Mohammed MERAH

Die amerikanische Presseorganisation McClatchy berichtete, dass sowohl die Brüder Kouachi (angebliche Charlie Hebdo-Attentäter) als auch Mohammed Mehra von „Al Kaida“ rekrutiert wurden und dass David DRUGEON  für den französischen Geheimdienst in Syrien in diesem Kontext aktiv war: als „Mitglied“ von Al Kaida.

david drugeonAuch bei Drugeon finden wir das gleiche Muster: Ein  toter Mann, der nichts mehr sagen kann, wird posthum als Planer verschiedener Terroranschläge dargestellt (Anschläge von Toulouse 2012), wobei der ausführende „Terrorist“ (Merah) – nach spektakulärem „Duell“ mit der Polizei ebenfalls getötet wird.

Dass Drugeon zu Al Kaida „übergelaufen“ ist, ist unwahrscheinlich; viel wahrscheinlicher ist, dass der französische Geheimdienst nicht versucht, Djihadisten zu stoppen sondern sie dazu animiert, welche zu werden … (wie das FBI in den USA)

Natürlich hat die französische Regierung das heftig bestritten und der „verdächtige“ Doppelagent konnte – leider -nichts zur Aufklärung der Angelegenheit beitragen, weil er am 6. November 2014 von einer amerikanischen Drohne in Syrien getötet wurde.

3 LE LOI C’EST MOI

„In Frankreich, bringen wir nicht Menschen vor Gericht für ihre Absichten oder für salafistische Ideen. Man kann Menschen nur für Fakten verhaften“.                                             (Claude Guéant, ehemaliger Innenminister Frankreichs)

Das stimmt leider nicht mehr. Wie wir ja schon am Verhalten der amerikanischen Behörden gesehen haben (siehe: Die Terror-Illusion), hat die Panik-Mache nach 911 dazu geführt, dass jetzt auch die „potentielle“ Gefahr, die angeblich von einer Person ausgeht, also die „bösen Absichten“, die sie haben könnte, genügen, ihn oder sie „präventiv“ anzuklagen. (Die Empörung in Frankreich, über das „Versagen“ der Behörden bei der Verhinderung der Anschläge, wird natürlich dazu benutzt, neue Gesetze zu schaffen, die den Strafverfolgungsbehörden immer größere Befugnisse einräumen.

So wurde am 12. 12. 2012 in der französischen Nationalversammlung beschlossen, dass ab sofort auch Personen in Frankreich verurteilt werden können, die im Ausland eine Straftat (im Rahmen der Unterstützung von „Terror“) begangen haben sollen.

Im Juni 2015 wurde ein Gesetz verabschiedet, das schon seit einem Jahr in der Schublade lag, aber erst nach „Charlie Hebdo“ durchgesetzt werden konnte.

big brother 2015Damit wird die Internet-Gestapo, die Edward Snowdon bezüglich der NSA aufdeckte, auch in Frankreich salonfähig. Jetzt ist es legal, “black boxes” bei Internet-Providern zu installieren, in denen die Metadaten der Benutzer in Echtzeit gespeichert werden.

Auch das „Verwanzen“ von Wohnungen und andere Abhörsysteme, das Anbringen von Peilsendern, versteckten Kameras und Spionage-Software und das Sperren von Internet-Seiten ist erlaubt. Diese Maßnahmen betreffen französische Staatsbürger und verletzen somit deren Grundrechte massiv. Die Begründung, man könne damit „potentielle“ Terror-Gefahren abwehren, ist mehr als fadenscheinig, denn wir haben ja gesehen, dass trotz dieser „Big Brother“ Überwachung immer wieder Anschläge passieren (was uns ja auch nicht überrascht).

Der Staat erweitert seine Befugnisse und betrachtet die eigenen Bürger immer mehr als „Bedrohung“ (der Macht): Proteste gegen die neoliberale Umverteilungs-Politik“, TTIP, Milliarden für die Zombie-Banken, Kriege im Ausland, usw. all das könnte bald ein Grund sein, dieses Überwachungssystem zu missbrauchen.

Wird man uns dann auch erschießen und später behaupten, wir seien eine „Bedrohung“ gewesen?

—– —– —–

Nato-are-nazisWas es noch über Charlie Hebdo – Unangenehmes – zu berichten gibt, (und was das mit Neo-Nazis und Gladio zu tun hat) folgt im nächsten Teil … hier ein Vorgeschmack:

„..  Mit dieser Berufung auf „secrèt défense » wird demonstriert, dass die strategischen Interessen des Staates es erfordern, dass das Netzwerk, welches die Attentate vom 7. Jänner arrangiert hat, im Dunkeln bleibt.

…. Demnach besteht dieses Netzwerk aus staatlichen Kräften und den Rechtsextremen, im Dienst der Politik, sowohl in Syrien als auch in Frankreich.

 

 

 

 

 

 

 

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DIE TERROR-ILLUSION oder (Terror on demand)

Am Donnerstag war wieder autistisches Polit-Cabaret der besonderen Art im ZDF zu sehen: Maybrit Ilner stellte (angesichts der Attentate von Paris) wieder einmal die naive Frage: Tun wir genug gegen den Terrorismus?

accept war goeringDie viel wichtigere Frage ist aber: Woher kommt der „islamistische Terror“? Wer hat ihn ermöglicht, finanziert und zu welchem politischen Zweck? Und ist er überhaupt echt? (Der Quatsch, es handle sich dabei um spontan entstandene Horden „fanatischer Islamisten“, die den Westen hassen und mit skrupelloser Gewalt ein weltweites Kalifat errichten wollen, glaubt ja nur ein Idiot)

cover-RoundedUpDer „War on Terror“ ist die größte, politische Scharade, die man der Welt seit Anfang der 1990er Jahre präsentiert hat. Eine psychologische Meisterleistung und eine gefährliche Illusion, die so fest in die Köpfe des Publikums eingepflanzt wurde, dass man sie schwer wieder zerstören kann.

(Wie man mit Stigma-Wörtern wie „Verschwörungstheorie“ versucht, die Entlarvung zu verhindern, habe ich ja schon erläutert – siehe Wiki at War …)

Doch es gibt genügend Beweise dafür, dass alles (wie die Terroranschläge in den 1970er und 80er Jahren in Europa) eine perfide Inszenierung ist, man muss nur danach suchen. Einige davon werden hier beschrieben: (Auf den Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gehe ich später noch ein)

DER  KONSTRUIERTE „TERROR“

HRW Terror Illusion DeutschIm Juli 2014 veröffentlichte Human Rights Watch einen alarmierenden Bericht, der zeigt, wie sehr die zivilen Rechte und die Rechtsstaatlichkeit (an sich) nach “911“ vor allem gegenüber Muslimen mit Füßen getreten werden, damit die „Terrorgefahr“ als real wahrgenommen wird. Der Inhalt des Berichts kann mit diesen Worten zusammengefasst werden:

Die US-Regierung sagt den Amerikanern, dass sie für Sicherheit sorgt, indem sie Terrorismus innerhalb der USA verhindert und verfolgt“. Aber wenn man genauer hinsieht, wird klar, dass viele der vermeintlichen Terroristen nie ein Verbrechen begangen hätten, wenn die Strafverfolgungsbehörden sie nicht dazu ermutigt, gedrängt und manchmal dafür bezahlt hätten.“                                                                                                                                   Andrea Prasow, HRW

false terror plotsDas FBI unterhält tausende „Informanten“, deren offizielle Aufgabe darin besteht, Terroranschläge zu verhindern. Doch wie der HRW-Bericht offenlegt, werden sie dazu benutzt, meist junge, muslimische Männer zu Anschlägen zu verleiten, die dann häufig „im letzten Moment“ verhindert werden (oder auch nicht …wie in Paris?).

Damit soll die Akzeptanz repressiver Maßnahmen und totalitärer Überwachungssysteme in der Bevölkerung sichergestellt werden (und die militärische und indirekte Gewalt der USA im erdölreichen „Eurasien“).

Diese Informanten sind oft selbst Straftäter (sogar Mörder) und erhaltene entsprechende „rechtliche Vergünstigungen“, wenn sie dem FBI nützlich sind und natürlich jede Menge Geld.

Einer dieser (wegen Scheckbetrugs vorbestraften und auf Bewährung freigelassenen) Informanten war Craig Monteilh. Unter Aufsicht zweier FBI-Agenten erhielt er eine neue Identität: Farouk al-Aziz, französisch-syrischer Abstammung (!), der zum Islam übertreten wollte und deshalb in kalifornischen Moscheen „herumhing“.

craig-monteilh2006 konvertierte er zum Islam, ließ sich einen Bart wachsen, trug arabische Roben, las ständig im Koran, usw. Er sollte sich mit Muslimen anfreunden, sie zu unüberlegten Äußerungen provozieren und ihre Gespräche aufzeichnen. Dabei täuschte er vor, selbst „radikal“ zu sein, also Gewalt gegen die westlichen „Feinde des Islams“ (auch als Vergeltung für die US-Aggression im Nahen Osten) zu befürworten um entsprechende Sympathisanten zu finden. Er machte Andeutungen über Waffen, die er besorgen könne, und animierte seine Gesprächspartner dazu, sich positiv zum „Jihad“ zu äußern.

Doch im sonnigen Kalifornien (wohl dem progressivsten, liberalsten Staat der USA, was die Bevölkerung betrifft) fand sich kein passendes Jihadisten-Material. Stattdessen wurde Monteilh selbst zum öffentlichen Ärgernis: sein aufrührerisches Benehmen löste so viel Unbehagen in der friedlichen Islam-Gemeinde aus, dass er mit einer einstweiligen Verfügung daran gehindert wurde, dort wieder aufzutauchen. Die braven, kalifornischen Muslime meldeten ihn auch als „potentiellen Extremist“ beim FBI (!), nichtsahnend, dass er für das „bureau“ als verdeckter Provokateur arbeitete. Damit platzte die „Operation Flex“ und das FBI ließ ihn fallen.

Er landete schließlich für 16 Monate im Gefängnis (weil er verbotene Hormonpräparate für teures Geld an Frauen in Fitnessstudios verkauft hatte (ein Ponzi-scheme) was nach seinen Angaben auch Teil einer „verdeckte Operation“ gewesen sei) und wurde schließlich vom Saulus zum Paulus:

2009 verhaftete das FBI einen afghanischen Flüchtling in Kalifornien als „Terrorverdächtigen“. Die „Beweise“ gegen ihn, waren manipulative Gespräche, die er mit dem falschen „Farouk“ geführt hatte. Doch Monteilh gab seine Geschichte an die Presse weiter, wodurch das FBI zurückrudern musste. Die islamische Gemeinde war schockiert über die Enthüllungen, aber sein Sinneswandel hat einen jungen Afghanen (der schon genug erlitten hatte) vor einer langen Gefängnisstrafe bewahrt, die er keinesfalls verdient hatte.

Die Ironie dabei ist, dass Niazi (der Afghane) einer der beiden Männer war, die gemeinsam mit CAIR, den falschen Farouk als „gefährlich“ bei den Behörden gemeldet hatten. Er sagte später aus, das FBI habe ihm (deswegen) damit gedroht, ihn für Jahre ins Gefängnis zu bringen, wenn er nicht als Informant für sie arbeiten würde (er hatte in seinem Einbürgerungsgesuch „verschwiegen“, dass seine Schwester – die nicht in den USA lebt – mit einem „Mujahedeen“ aus Afghanistan verheiratet sei, der sich später mit den „Taliban“ zusammentat). Er wollte aber kein Informant werden und sagte, er könne doch nichts dafür, wen seine Schwester geheiratet habe. Ein Freund erinnert sich an seine damaligen Worte, die er unter Tränen von sich gab:

I don’t want anything to happen to me. I came to America thinking this was a free country and I’d be treated with dignity and humanity.’

Monteilh (hier in einem aktuellen Video mit pikanten Details zu sehen) hat 2012 dazu eine eindeutige Aussage gemacht:

„Die Art, wie das FBI seine Operationen durchführt – It is all about entrapment” (Es geht darum, jemand in die Falle locken).

Ich kenne das Spiel, es ist ein Witz, ein echter Witz. Es gibt kein wirkliches Programm zur Terror-Prävention. Es ist eine abgekartete Sache.“

Er verklagte das FBI wegen „Vertragsbruch“ und strebt neuerdings eine Karriere als „Experte“ für die Verteidigung von FBI-Dupes an. Seine Enthüllungen führten dazu, dass die ACLU eine Klage gegen das FBI einbrachte, weil es flächendeckend Muslime (nur wegen ihrer Religion) überwacht und ausspioniert. Wie ging das aus? Das Justizministerium stoppte das Verfahren und berief sich dabei auf das „state secret privilege“ (etwas ähnliches passierte vor kurzem auch in Frankreich, mehr dazu später …)

Monteilh The Intercept 2015In diesem Intercept-Artikel vom Mai 2015 bestätigt der windige Monteilh neuerlich, dass alles nur ein gewaltiger Bluff sei:

If you remove the informant, there is no case, there is no operation, there is no jihad. “There’s only talk about American foreign policy — and that’s all you get. The informant enhanced everything by 1,000 percent.”

Doch für die Angeklagten ist das perfide Spiel bitterer Ernst.

Die paranoide Stimmung nach 911 und „braune“ Gesetze wie der „Patriot Act“, oder der NDAA, erlaubten sehr viel rechtlichen Handlungsspielraum auf Kosten der „Verdächtigen“. So akzeptierte ein Bundesrichter in Virginia das “Geständnis” eines Angeklagten (Ahmed Omar Abu Ali, ein US-Staatsbürger) der in einem saudi-arabischen Gefängnis ausgepeitscht worden war, als definitives Beweismittel und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft, weil er George W. Bush umbringen wollte.

(Er wurde also bestraft für etwas, dass er angeblich geplant hatte, und nicht für etwas, dass wirklich stattgefunden hat).

Wenn sich Muslime auf facebook oder in Videos gegen die amerikanischen Kriege äußern, sich für die entrechteten Palästinenser engagieren, Israels brutale Besatzung anprangern, kann bereits als „Unterstützung“ für den Terrorismus ausgelegt werden. (Da freut man sich in Tel Aviv)

Viele der Angeklagten werden jahrelang in Einzelhaft gehalten, bevor es überhaupt zu einem Gerichtsverfahren kommt. Diese soziale Isolation, kombiniert mit endlosen Verhören und dem Gefühl der Hilflosigkeit führt zu seelischen Ausnahmezuständen (regression). Dadurch werden viele psychisch so belastet, dass sie während des Prozesses leichte Opfer eines Rechtssystems werden, dass sich eindeutig gegen sie richtet. Vor Gericht werden nicht selten „Beweise“ vorgelegt, die der Geheimhaltung unterliegen, in einem Fall waren die Geschworenen anonym, sodass die Verteidigung nicht feststellen konnte, ob sie voreingenommen oder beeinflusst waren.

Wenn man sich – ausgestattet mit diesem Wissen – die bekanntesten, in den Medien verbreiteten „Terror-Anschläge“ genauer ansieht, wird klar, dass wir hier gewaltig verarscht werden, damit die Reise in Richtung Finanz-Faschismus zügig weitergehen kann.

Aber wir müssen uns darüber klar sein, dass hier hunderte junge Männer lebenslang ins Gefängnis wandern, obwohl sie – innerhalb eines rechtsstaatlichen Verfahrens – als unschuldig anzusehen ist. Das perfide bei diesem hinterhältigen Spiel ist aber nicht nur die Anstiftung zu Terror-Anschlägen, sondern ein Bumerang-Effekt, der letztlich nicht mehr zu verhindern ist:

Dieses systematische Unrecht, diese Demütigungen, diese menschenverachtende Arroganz staatlicher Behörden führt natürlich (jedenfalls bei einigen Muslimen) dazu, dass sie tatsächlich radikalisiert werden und bereit sind, mit Gewalt dagegen vorzugehen. Der „Terror“ wird somit zur selbst-erfüllenden Prophezeiung. Wenn dann auch noch von den Geheimdiensten ein islamistisches „Superman-Image“ erschaffen wird (bei IS / Al Kaida, etc.), ist kein Wunder wenn sich hunderte auf den Weg machen, um als „Jihadisten“ endlich Prestige und Macht zu haben. Sie begreifen nicht, dass sie auch diesmal „verheizt“ werden, um als „Aufzieh-Armee“ für den Imperialismus zu funktionieren …

inventing terroristsDie Rechtsanwälte Stephen Downs (Gründer des SALAM-Projekts) und Kathy Manley haben ebenfalls 2014 einen Bericht veröffentlicht, der weniger zaghaft wir HRW aufzeigt, dass der Grundsatz des Rechtsstaates in der post-911-Welt begraben wurde. Beide sind Direktoren von nationalen Organisationen zum Schutz der zivilen Rechte in den USA.

Noch deutlicher als der HRW-Report zeigt der Titel dieser Studie was hier gespielt wird:

WIE MAN TERRORISTEN ERFINDET

INVENTING TERRORISTS“ – The Lawfare of Preemptive Prosecution“. Lawfare“ ist ein neu geschaffenes, englisches Wort, mit dem ausgedrückt werden soll, dass das Recht selbst als Waffe im politischen „Krieg“ (war-fare) eingesetzt wird.

Die Behauptung der US-Regierung, die erweiterten Befugnisse der Sicherheitsbehörden und die rechtzeitige Verhaftung hunderter „Islamisten“ habe nach 911 neuerliche Anschläge verhindert, wird auch in dieser Untersuchung als perfide Manipulation der öffentlichen Meinung entlarvt.

Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die „terroristische Bedrohung“ größtenteils vom Staat selbst fabriziert wurde.

Die Anklage wegen „materieller Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ trug in vielen Fällen komische Züge: so handelte es sich z.B. beim „corpus delicti“ in einem Fall um wasserdichte Socken im Gepäck, die der „Terrorverdächtige“ den Taliban in Afghanistan zur „Stärkung ihrer Kampffähigkeit“ offenbar zukommen lassen wollte.

Völlig harmloses Verhalten wurde in der hysterischen Atmosphäre nach 911 auf eine Art und Weise interpretiert, die aus einem Floh einen Elefanten machte und Muslime unter Generalverdacht stellte. So wurden Spenden an islamische Charity-Organisationen (z.B. für die unter brutaler Besatzung lebenden Palästinenser) grundsätzlich als „terror-verdächtig“ eingestuft.

Das FBI zeigte sich als äußerst kreativ, wenn es darum ging, naive (und in einigen Fällen auch geistig minderbemittelte) Muslime in die Falle zu locken oder bereits straffällig gewordene, arbeitslose Jugendliche zu „Islamisten“ zu machen.

DAS VIERTE REICH …

Gemeinsam mit den amerikanischen Justizbehörden wurde also durch die sogenannte „preemptive prosecution“, die Illusion einer Terror-Bedrohung aufrechterhalten, durch die wiederum die repressiven Maßnahmen des Staates legitimiert wurden.

Was ist nach Auffassung der beiden Rechtsanwälte unter diesem Begriff zu verstehen?

Menschen werden zu „Terror-Verdächtigen“ aufgrund ihrer Religion, Ideologie, oder sonstigen politischen Gesinnung und nicht weil es konkrete Hinweise gibt, dass sie gefährlich und / oder kriminell sind.

Die Anklagepunkte im Rahmen der „Anti-Terror“-Fahndung sind also künstlich fabriziert und beinhalten: die Kriminalisierung von demokratisch-legitimierten Aktivitäten wie sich zu versammeln, politische Ansichten zu äußern oder Reden zu halten, sich gegen den Krieg zu engagieren, usw. Harmlose Vereine und Organisationen werden als „Verschwörungen“ (ja, Sie haben richtig gelesen, dass ist in den USA ein Straftatbestand) angesehen, weil dort „verdächtige“ Personen auftreten (oder eben vom FBI eingeschleust werden). Auf diese Weise wird man schnell durch Assoziation ebenfalls zur „gefährlichen Person“ erklärt. In den USA wurden Muslime angeklagt, weil sie mit Leuten befreundet waren, die als „verdächtig“ eingestuft (und auf die o.a. Weise) angeklagt wurden. Sie hatten nie Gewalt angewendet oder dazu aufgerufen.

(Die Analogie zu Methoden des Dritten Reichs, der Kommunistenjagd unter McCarthy, oder Operationen wie COINTELPRO lässt sich schwer übersehen)

Dass eine bestimmte Gruppe Menschen als „potentiell“ gefährlich angesehen wird und deshalb ihre Rechte immer mehr beschnitten werden können und müssen, ist mit einem demokratischen Rechtsstaat völlig unvereinbar. (Doch das waren die USA ohnehin nie).

Dass solche Denkmuster, kombiniert mit Panikmache früher oder später in die Abgründe des Holocaust führen, braucht wohl nicht mehr betont zu werden. (Die Rolle Israels in diesem heimtückischen Spiel ist daher besonders infam …)

Dieses Konzept der „vorbeugenden Anklage“ (VA) wird im Bericht von SALAM mit dem Begriff „lawfare“ verbunden, denn hier handelt es sich offensichtlich um eine Rechtsauffassung, die von Carl Schmitt stammen könnte: wenn die „Staatssicherheit“ bedroht ist, ist alles erlaubt, was die politische Autorität für „notwendig“ hält (Folter, Geheimpolizei, staatlich angeordneter Mord politischer Gegner, etc.). Mit dieser Einstellung könnten sich wahrscheinlich auch viele “anständige” Bürger anfreunden, weil sie eben nicht durchschauen, dass die „Bedrohung“ vom Staat selbst fabriziert wurde, um den Weg in die (akzeptierte) Diktatur zu ebnen.

Mehr als 70% der Verurteilungen wegen Terrorismus (laut einer unvollständigen Liste des amerikanischen Justizministeriums) kamen zustande, weil dieses Prinzip der „vorauseilenden Anklage“ angewendet wurde. Dieses wiederum stützt sich auf eine dem Angeklagten unterstellte Ideologie und nicht auf eine ausgeführte Straftat. Weitere 22% der Verurteilungen betraf Männer, die zwar kleinere Straftaten begangen hatten, deren Aktivitäten aber seitens der Ermittlungsbehörden so verzerrt und aufgeblasen dargestellt wurden, dass sie wie „Terroristen“ aussahen. Z.B. wurde jemandem, der Zigaretten schmuggelte unterstellt, mit dem Geld „materiellen Support“ für Terror-Organisationen zu leisten, usw. Wegen der drakonischen Strafandrohungen lassen sich viele darauf ein, als Belastungszeugen gegen andere „Terrorverdächtige“ auszusagen, so werden künstliche „Fahndungserfolge“ generiert. (Auf diese Weise bekommt das FBI auch immer mehr finanzielle Mittel)

Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass fast 95% aller „Terroristen“ nur durch dieses System verurteilt werden konnten.

(Die Studie enthält auch Annahmen, die ich für falsch halte: dass z.B. (der extrem einfältige) Richard Reid, der „Schuh-Bomber; Farouk Abdulmutallab, der (ebenfalls debile) „Unterhosen-Bomber“ oder die Tsarnaev-Brüder (Boston-Bombing) eine „echte“ Bedrohung der Sicherheit darstellten).

terror factoryAuch das Buch The Terror Factory von Trevor Aaronson dokumentiert etliche Fälle von „entrapment“, mit denen künstliche Terror-Attentate generiert werden sollten. Die eigentliche Rolle des FBI – Verfolgung von Straftaten – wurde auf den Kopf gestellt: Ermöglichung von Straftaten, die man als „Terror“ verkaufen konnte. „Pro-aktive” Terror-Bekämpfung nennt sich das heute, wobei “pro-aktiv“ ein militärisches Codewort für „Anstiftung oder Gewalt-Provokation ist. Dafür bekommt das FBI-CT jährlich 3 Milliarden Dollar aus Steuergeldern.

THE NEWBURGH STING

Diese Video-Dokumentation (siehe unten) zeigt am Beispiel der „verhinderten“ Bombenattentate von Newburgh ebenfalls, was hier gespielt wird. Vier Männer (einer davon geistig behindert) wurden 2011 zu je 25 Jahren Haft verurteilt, weil sie 2009 angeblich geplant hatten, Militär-Flugzeuge mit Raketen abzuschießen und zwei Synagogen in New York in die Luft zu sprengen. (Anklage: Verschwörung zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen)

Alle wurden von FBI-Informanten dazu verleitet, die ihnen auch Stinger-Raketen und Plastiksprengstoff dafür besorgten (die nicht funktionierten). Dem „Anführer“ James Cromitie, hatte der „Informant“ (nach dessen Zögern) 250.000 Dollar versprochen, wenn er bei den Anschlägen mitmachte. Es war auch der Informant, der die „Terrorziele“ auswählte. Keiner der Verurteilten hatte vorher eine Gewalttat (aber zwei davon Drogendelikte) begangen, keiner hätte ohne die „Unterstützung“ des FBI die Möglichkeit gehabt, sich die Mittel oder das Wissen für einen solchen Anschlag zu verschaffen.

Die Verhaftung der Männer (und zur Schau gestellte „Verhinderung“ weiterer Terror-Attacken) wird im Video als theatralische Inszenierung im Stil einer Hollywood-Produktion beschrieben, in der gepanzerte Fahrzeuge und hunderte Polizisten ihren großen Auftritt hatten (wie kürzlich in St. Denis in Frankreich … wir kommen noch darauf zurück)

(Wer nicht so gut Englisch spricht, kann sich mit der folgenden Beschreibung ein Bild machen)

A city drowning in poverty“

NewburghNewburgh ist eine heruntergekommene Stadt, in der Armut und Arbeitslosigkeit der überwiegend afro-amerikanischen Einwohner der Normalzustand ist. Man sieht ein düsteres Bild Amerikas, das gerne versteckt wird. Alle haben Schulden und keine Aussicht auf ein besseres Leben, die meisten Familien sind zerbrochen, es gibt kriminelle Banden und Drogenhandel.

Die Muslime treffen sich in einer (für die Verhältnisse dort) sehr schönen Moschee.

Eines Tages taucht ein pakistanischer Mann auf. Er stellt sich als Geschäftsmann vor, fährt „dicke“ Autos (BMW, Mercedes) und fällt inmitten des Elends auf, wie ein bunter Hund. Der Mann heißt Hussain und ist „Informant“ des New Yorker FBI „Counter-Terrorism“ Büros. Auch er wird manipulative Gespräche mit seinen „Zielpersonen“ aufzeichnen, um sie später damit zu belasten.

James CromitieEr sucht unter den (afro-amerikanischen) Muslimen Männer, die man leicht beeinflussen kann und findet James Cromitie.

Cromitie arbeitet nachts bei Walmart und bessert sein mickriges Gehalt mit dem illegalen Verkauf von Cannabis auf. Er führt große Sprüche, ist ein „Möchte-Gern“-Draufgänger und nicht besonders intelligent. Hussain fängt an, von „Jihad” zu reden, von der damit verbunden „Tapferkeit“ und Cromitie spielt sich vor ihm als „Rambo“ auf: er erfindet Verbrechen mit Schusswaffen, die er nie begangen hat, um den reichen Mann zu beeindrucken. Dann taucht Cromitie einige Zeit unter. Hussain sucht nach ihm und erreicht ihn schließlich telefonisch. Doch Cromitie ist abweisend, da zieht Hussain seine Trumpfkarte: bietet ihm 250.000 Dollar, wenn er mitmacht. Das ist für Leute aus diesem Armutsmilieu ein „life changer“.

Schließlich überredet Hussain Cromitie, Anschläge zu verüben und kündigt an, er könne das Material dafür beschaffen (Sprengstoff und sogar eine Stinger-Rakete). Er drängt Cromitie dazu, noch weitere „brothers“ zu finden, die als Komplizen mitmachen und betont, er solle darauf achten, dass sie Muslime sind (!).

David Williams arrestBald sind drei weitere Männer gefunden, einer davon ist David Williams, (Bild links: bei seiner Verhaftung) dessen Schicksal mich am meisten erschüttert hat. Er ist vorbestraft, saß wegen Drogenhandel im Gefängnis, hat aber danach ein „neues“ Leben begonnen. Er arbeitet und macht nebenbei seinen High-School Abschluss und geht ins College. Seine Mutter ist stolz auf ihn, denkt er sei auf dem Weg in ein besseres Leben.

Eines Tages erfährt er, dass sein „kleiner“ Bruder schwer krank ist: er hat einen riesigen Lebertumor und muss operiert werden. Die Ärzte sagen, er braucht eine Leber-Transplantation, aber das könnte die Familie nie bezahlen. Kurz darauf kommt das Angebot von Cromitie, bei den Anschlägen mitzumachen – für sehr viel Geld. David willigt schließlich ein, er will mit dem Geld seinem Bruder das Leben retten.

We don’t want to hurt people just damage property (take no lives)

Natürlich ist das keine Rechtfertigung für einen Anschlag, aber man sieht in dem Film (aufgezeichnete Gespräche), dass David davon überzeugt war, es würden keine Menschen dabei verletzt. Er dachte, der “Anschlag” auf Militärflugzeuge sollte am Boden erfolgen, wenn niemand an Bord ist und macht sich sogar Gedanken darüber, ob nicht Reinigungspersonal verletzt werden könnte. Die Bomben vor der Synagoge sollten mitten in der Nacht hochgehen, also wenn niemand dort war. (Die Naivität dieser Männer wurde schamlos ausgenutzt).

Auch die „Ziele“ der Anschläge werden vom FBI-Mann ausgewählt: eine jüdische Synagoge und ein „Tempel“ im gepflegten New Yorker Vorort Riverdale (reich im Verhältnis zur restlichen Bronx) und die Stewart Airbase, wo Nachschub in amerikanische Kriegsgebiete geflogen wird.

Als der Tag des Anschlags kam, ging einiges schief. Cromitie schaffte es nicht, die „Bomben“ (die nur Attrappen waren) zu verdrahten, also musste Hussain parken und es selbst tun (das sieht man auf den aus der Luft aufgenommenen Überwachungsvideos des FBI). Als die Bomben später sichergestellt wurden, sah man, dass Cromitie den Schalter für die „Aktivierung“ nicht betätigt hatte.

Bevor die “Bomben” per Mobiltelefon detoniert werden konnten, tauchte ein gigantisches Spezialkommando aus FBI, Homeland Security, Hubschraubern, Hunden und hunderten Polizisten auf und „verhinderte“ mit spektakulärem Medienecho das Attentat.

FBI: rules don’t apply anymore …

Die Doku lässt auch anklingen, wie sehr der Rechtsstaat nach 911 unterminiert wurde: ein früherer Undercover-Agent des FBI (Mike German, diesmal ein „good guy“) schildert, wie sich die Stimmung nach „911“ in seiner Behörde geändert hat. Er hörte seine Kollegen sagen “the rules are off” und dachte welche Regeln meinen die? Die Verfassung?

Mike GermanEr sagt zum Verhalten des FBI als „Anti-Terror“- Behörde: Die ganze muslimische Community wurde als „verdächtig“ eingestuft.

Das Fazit von Mike German:

Die Operation des FBI war darauf angelegt, aus diesen Leuten Terroristen zu machen“.

They certainly weren’t terrorists.. “This government operation over the course of the year was specifically designed to turn them into terrorists.”

Diese Männer hätten ohne die manipulative Beeinflussung des FBI-Informanten (agent provoateur), ohne seine Bereitstellung des Materials niemals eine solche Tat organisieren können. (Sie hatten nicht einmal ein Auto) Dazu fehlte ihnen die Intelligenz, das Geld und das Motiv. Sie waren “patsies”, deren Einfältigkeit und Armut dazu benutzt wurde, einen PR-Stunt abzuziehen, mit dem sich das FBI dann brüsten konnte.

Die Anwälte der Angeklagten betonen, wie abgekartet das Spiel war: Hussain fuhr mit den zukünftige „Terroristen“ von New York nach Connecticut, um dort die Waffen abzuholen. Warum? Weil durch die Überschreitung der Grenze zwischen zwei Bundesstaaten die Zuständigkeit an die Bundespolizei (FBI) ging und nicht an die lokale Polizei. Damit wurde sichergestellt, dass dem FBI niemand “in die Suppe spucken“ konnte.

Auch die Beschaffung einer Stinger-Rakete (!) war von strategischer Wichtigkeit, denn weil diese als „Massenvernichtungswaffe“ deklariert ist, wird damit eine Mindeststrafe von 25 Jahren vorgeschrieben. Diese beiden Faktoren und die Hollywood-reife Inszenierung der Verhinderung der Anschläge in der letzten Minute, garantierten einen maximalen Effekt bei der Beeinflussung der Öffentlichkeit.

Sofort wurde die Lüge verbreitet, die Männer hätten sich im Gefängnis kennengelernt und zur Planung der Anschläge die Moschee benutzt. (Außer Crombie ging keiner je in die Moschee und sie hatten auch vorher kaum Kontakt miteinander). Hussain hatte ja darauf gedrängt, noch andere Männer zu finden, damit der Eindruck eines heimtückischen Komplottes entstand.

Der einzige Zeuge der Anklage in der Verhandlung war Hussain, der selbst eine kriminelle Vergangenheit hat und mehrfach als Lügner und Betrüger entlarvt wurde. (Er hatte 60.000 Dollar für seine Dienste in Newburg erhalten.) Doch das FBI meinte dazu lapidar: Na und? Wir haben ja die Video- und Audioaufzeichnungen der “Terroristen”, das muss reichen für eine Verurteilung.

newburgh detonation demDer „Schocker“ während des Gerichtsverfahrens war ein Video, dass die Anklage den Geschworenen zeigte: darin wurde mit dummies die Zerstörung demonstriert, die bei einer echten Bombe passiert wäre. Der psychologische Effekt einer Stinger-Rakete auf die Jury war ebenfalls vorhersehbar.

Wie in einen Kommentar zu dieser Doku richtig resümiert wurde:

Hier wird gezeigt, wie Medien-Hysterie und staatliche Operationen Hand-in-Hand gehen, um demokratische Rechte zu unterminieren.“

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(Fortsetzung folgt … Was das alles mit den Anschlägen in Paris zu tun hat … damit beschäftigt sich der nächste Beitrag)

 

 

 

Paris 1311: Gladio 2.0 ?

There’s nobody in the streets protesting, the media has convinced most people that Syria is in the throes of a civil war …..For all practical purposes, .. [they] have created our first completely invisible war. That’s quite an accomplishment, don’t you think?                                                                                            Mike Whitney

poison_propagandaImmer, wenn man denkt „unsere erbärmliche Journaille kann nicht mehr tiefer sinken“, wird man bald eines besseren belehrt. Besonders das von ihnen ermöglichte „Empörungsmanagement“ im Rahmen der Außenpolitik ist ein Zeichen dafür, wie monoton und moralisch korrumpiert unsere Medien sind.

Der aktuelle terror-scare in Paris macht dies auf erschreckende Weise deutlich, denn statt kritischer Analyse gibt es wieder nur Fließbandjournalismus (gefüttert mit „Meldungen“ aus Regierungskreisen), rührselige Pseudo-Empathie per „hashtag“ und jede Menge Desinformation.

Spätestens seit „911“ müsste klar sein, dass eine realistische Einordnung solcher Terror-Anschläge nur möglich ist, wenn sie in einem politischen Kontext präsentiert werden, der die wahren Machtverhältnisse und Ziele unserer „Führungseliten“ erkennbar werden lässt.

Davon kann jedoch keine Rede sein: anstatt ihrer demokratischen Kontrollfunktion (der Macht) nachzukommen, lassen sich die Journalisten routinemäßig dafür einspannen, die Bevölkerung systematisch hinters Licht zu führen.

Pilger invisible warWir (das Publikum, die Leser) werden nicht aufgeklärt, sondern systematisch betrogen – das ist schon schlimm genug – doch das „Versagen“ der Medien führt letztlich dazu, dass (die Anordnung für) Mord, Krieg, Vertreibung, wirtschaftliche Not durch Sanktionen, die Subversion und Zerstörung ganzer Gesellschaften als legitim dargestellt wird. Die (politisch aktiven) psychopathischen Verbrecher, die diese Orgien der Gewalt in Gang setzen werden deshalb nie zur Rechenschaft gezogen, im Gegenteil: sie spielen sich auch noch als moralische Instanzen auf (US-Regierung, NATO, EU, Israel, usw.)

Hätten die Journalisten ihren Job (nach ethischen Prinzipien) gemacht, gäbe es auch keine riesigen „Flüchtlingsströme“ nach Europa ….

Die Drahtzieher dieser ungeheuerlichen Verbrechen können in diesem Verblödungs-System sicher sein, dass der Großteil der Bevölkerung keine Ahnung davon hat, was hier wirklich passiert und warum es passiert … Sie sind sich so sicher, dass sie den gleichen Mist verbreiten, der schon nach früheren „Terror-Anschlägen“ angewendet wurde.

Schauen wir uns das am Beispiel der Anschläge von Paris an:

charlie-front-cover-460x640Nach dem Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Jänner dieses Jahres habe ich einen Artikel geschrieben, der die Absurdität der offiziellen Story verdeutlichen sollte.

Es gibt eine Reihe von Merkmalen, die einen klaren Hinweis darauf liefern, dass es sich um eine „false flag“ Operation handelt (damit die wahren Drahtzieher der Anschläge unerkannt im Hintergrund bleiben), dazu gehören:

  • Das Auftauchen von  („explosionsresistenten“) Ausweisen (eines angeblichen Täters) unmittelbar nach der Tat
  • Das gleichzeitige Abhalten von „Notfallübungen“, bei denen sehr realitätsnah das Eingreifen von Polizei, Rettung, Feuerwehr usw. nach solchen Attentaten geprobt wird oder militärische Übungen stattfinden
  • Das „Versagen“ der ausufernden Überwachungssysteme der „Anti-Terror“-Spezialisten (weswegen die Anschläge „leider nicht verhindert werden können) – doch im Gegensatz dazu –
  • Die rasche Identifizierung aller „Täter“ nach den Anschlägen
  • Die Tatsache, dass einige der Täter bereits den Behörden bekannt waren
  • Die Täter werden (über kurz oder lang) alle getötet (können also nichts mehr sagen …) und nicht vor Gericht gestellt
  • Der Anschlag wird sofort als „kriegerischer Akt“ bezeichnet >>>
  • Die Anschläge dienen also als Legitimation für militärische Gewalt (oder deren Eskalation) in anderen Ländern, wodurch das Völkerrecht völlig unterminiert wird (keine UNSC-Resolution mehr notwendig, weil als „Verteidigung“ gegen eine globale Bedrohung deklariert)
  • Die Anschläge dienen als Legitimation für weitere „Notstandsgesetze“, mit denen die „Befugnisse der Sicherheitskräfte“ weiter ausgedehnt und die Bürgerrechte weiter eingeschränkt werden

Alle diese Merkmale gab es für „911“ und einige davon nach den Bombenanschlägen von Boston bzw. dem Attentat auf Charlie Hebdo.

Fast alle diese Punkte treffen auch für „1311“ in Paris zu …. Das kann kein Zufall sein.

SHOCK & AWE: EMPÖRUNGSMANAGEMENT FÜR ANFÄNGER

Der emotionale Schock und die moralische Empörung über diese Anschläge auf „unschuldige Menschen“ soll natürlich dafür missbraucht werden, längst beschlossene Maßnahmen (Ausweitung von illegaler Gewalt und Krieg in Syrien) in den Augen der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

Dass die „Ziele“ der europäischen und amerikanischen Gewalt in Syrien auch unschuldige Opfer sind, darf nicht gedacht werden, weil sonst die moralische Empörung in die falsche Richtung geht. Also hören wir ständig: wir bombardieren ja nur IS. Das ist die große Lüge, die täglich wiederholt wird.

war on terror farceIS (vorher Al Kaida, etc.) ist aber in Wahrheit ein WERKZEUG derjenigen, die angeblich gegen sie kämpfen wie sonst lässt sich erklären, dass nach 7.200 „Luftschlägen“ der US-geführten „Koalition“ in Syrien (und über 4.000 Bombenangriffen im Irak) der „IS“ seine Macht ausdehnt und nicht verliert?

Erst durch das Eingreifen Putins hat sich das Blatt gewendet …Deshalb musste jetzt ein „Event“ eintreten, der die Europäer geradezu dazu zwingt (aus „moralischen“ Gründen und in Solidarität mit Frankreich), sich militärisch in Syrien zu engagieren …

HollandeDie Reaktionen von Präsident Hollande und anderen Regierungsmitgliedern lassen keinen Zweifel daran, dass es sich hier um eine „PSYOP“ (Ein Ereignis zur manipulativen Beeinflussung der Bevölkerung) handelt:

LA  FRANCE  EST  EN  GUERRE

Er erklärte sofort, dass sich Frankreich jetzt „im Krieg befindet“ (wie Bush nach 911). Damit kann dann auch gleich die Entsendung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle (die schon eine Woche vorher veranlasst wurde) an die syrische Küste gerechtfertigt werden – wie praktisch.

aircraft carrier de Gaulle

Wir führen Krieg gegen Terroristen, zu Hause und im Ausland. Die Antwort der Republik wird hart sein. Sie wird total sein.“

Diese Aussage von Frankreichs Innenminister Cazeneuve erinnert an dunkle Zeiten in Deutschland, in denen „Sondergesetze“ erlassen wurden, um den Staat vordergründig vor seinen „Feinden zu schützen“ …(man muss nur Terroristen durch Kommunisten ersetzen).

Hollande demands change of constitutionHollande kündigte bereits an, er wolle die Verfassung ändern, um der Terrorgefahr besser begegnen zu können. Artikel 16, der die Bedingungen für die Ausweitung der Regierungsmacht regelt und Artikel 36, der den „Belagerungszustand“ betrifft seien der „derzeitigen Situation“ nicht mehr angepasst. Der „Ausnahmezustand“ der Republik wurde auf drei Monate verlängert.

Cazeneuve verbreitet am Sonntag nach Gesprächen mit seinem belgischen Amtskollegen ebenfalls den „Talking Point“, die Anschläge seien „im Ausland geplant“ und von „Akteuren ausgeführt worden, die eigentlich in Belgien leben“ und (lediglich) von „Komplizen in Frankreich“ profitiert haben. Dementsprechend seien jetzt sieben Personen in Belgien festgenommen worden.

Damit soll wohl das „Versagen“ der französischen Sicherheitsdienste bei der Verhinderung der Anschläge gerechtfertigt werden: zwei der angeblichen Täter lebten in Belgien, hatten aber nach Angaben der Behörden die französische Staatsbürgerschaft.

Fünf der sieben festgenommen Personen in Belgien wurden inzwischen aber wieder freigelassen, darunter der Bruder eines der „Attentäter“, Mohamed Abdeslam. Die Großoperation der belgischen Polizei im Stadtteil Molenbeek (Suche nach dem „Verdächtigen“ Abdelsam in Brüssel) wurde inzwischen nach Angaben der Staatsanwaltschaft ebenfalls ergebnislos (ohne Festnahme) beendet. Gegen die beiden anderen „Verdächtigen“ wurde inzwischen wegen „Teilnahme an Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung“ Anklage erhoben.

Hollande hält also chauvinistische Reden (die schon teilweise an Goebbels erinnern) und spricht von Vergeltung. Tenor: Frankreich ist stark und wird sich „so etwas“ nicht gefallen lassen.

Rafale Kampfjets in „Operation Chammal“

THE  GOOD  (?!) WAR

Wenige Stunden später greifen (noch mehr) französische Kampfjets Syrien an (ein klarer Bruch des Völkerrechts), angeblich bombardieren sie „Stellungen des IS“. Doch das glauben nur jene Dummköpfe (auch unter den Journalisten gibt es solche) die ihre Informationen über die Außenpolitik Frankreichs aus der Mainstream-Presse beziehen und nichts über die Kolonialmacht Frankreich wissen.

the syrian flagsEngland und Frankreich haben schon einmal „die Araber“ als Kampftruppen benutzt, betrogen (die Unabhängigkeit versprochen – siehe Sykes-Picot) und dann große Gebiete im Nahen Osten untereinander in Einflusszonen „aufgeteilt“ (Syrien, Libanon, Irak, Palästina, etc.). Ein ähnliches Szenario gibt es auch heute …(auch „Sultan“ Erdogan, der IS protegiert, will ein Stück vom syrischen „Kuchen“ und Israel endgültig die – illegal besetzten – Golanhöhen, wo es wichtige Wasservorkommen und neuerdings auch Erdölvorräte auszubeuten gibt).

Free_syrian_army_coat_of_arms.svgDie Flagge der „freien syrischen Armee“ (Orwell pur) ist ja schon verräterisch, denn sie ähnelt der „syrischen“ Flagge des Staates unter französischer Kontrolle (drei Sterne statt zwei- siehe Bild oben).

PM of France on terrorAuch die Wortwahl des französischen Premierministers Manuel Valls in einem RTL-Interview lässt keinen Zweifel daran, dass hier die (absichtlich geschürte) Angst der Bevölkerung als Instrument politischer Manipulation eingesetzt wird, um die unrechtmäßige Gewalt Frankreichs gegen Syrien (250.000 Tote, davon etwa 80.000 syrische Soldaten (ja, das sind auch Menschen!) und über 10 Millionen Flüchtlinge) auszuweiten bzw. zu legitimieren:

Er warnt davor,

  • dass Frankreich „noch für eine lange Zeit“ mit der terroristischen Bedrohung leben müsse
  • dass man „in den kommenden Tagen und Wochen“ mit Neuauflagen der Anschläge rechnen müsse,
  • Er betont mehrfach und eindringlich, dass die Anschläge vom 13. November „in Syrien organisiert, ausgedacht und geplant wurden“ (Wo sind die Beweise dafür? Die Pässe? Das ist einfach lächerlich*)
  • dass die Regierung keine wie immer gearteten Mittel im „Krieg“ gegen den Terrorismus scheuen werde

*Die Tatsache, dass der „gefundene“ Pass ausgerechnet aus Syrien ist, zeigt, auf welch primitive Weise hier politische Zusammenhänge konstruiert werden sollen.

Passport_of_SyriaWir wissen ja bereits, dass tausende gefälschte syrische Pässe im Umlauf sind (siehe dazu diesen Beitrag). Die meisten von ihnen wurden in Katar hergestellt und an „gemäßigte Rebellen“ (auch Orwell pur) in Syrien verteilt, damit die Farce aufrecht erhalten werden kann, es handle sich bei diesen gekauften und indoktrinierten Söldnern aus dem Ausland um die „syrische Opposition“. Ein Teil dieser Pässe wurde zur begehrten „Ware“ für Flüchtlinge aus anderen Ländern, seitdem Merkel für syrische „Migranten“ die Dublin-Verordnung aufgehoben hat.

Und selbst wenn der Pass echt ist, ist sein „Auffindenneben einer völlig verstümmelten Leiche (der Attentäter hat sich angeblich in die Luft gesprengt) ebenso unglaubwürdig wie „praktisch“ für jene Kreise, die unbedingt einen Vorwand für eine militärische Eskalation in Syrien brauchen.

Und dann kommt noch ein sehr verräterischer Satz von Cazeneuve:

Wir wissen, dass es Operationen gibt, die vorbereitet wurden und die weiterhin vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder“.

(O-Ton : Nous savons qu’il y a des opérations qui se préparaient et qui se préparent encore, pas seulement contre la France, mais contre d’autres pays européens“)

WENN „IHR“ (DIE GEHEIMDIENSTE) DAS WISST, WARUM WERDEN DIE ANSCHLÄGE DANN NICHT VERHINDERT?

  • Warum können trotz gigantischer elektronischer Überwachung, immer größerer, staatlicher Penetration unserer Privatleben, trotz Milliarden für „Homeland-Security“, erweiterter Polizeibefugnisse, usw. diese „Terroristen“ offenbar ihre Anschläge ungehindert planen und ausführen?
  • Warum haben die „islamistischen Terrorgruppen“ weltweit nach 911 nicht ab- sondern dramatisch zugenommen?
  • Warum werden unsere finanziellen Transaktionen flächendeckend überwacht, aber die Finanzierung „des Terrors“ läuft ungehindert weiter?

cnapd_terrorisme_couvDie Antwort ist nicht schwer: weil sie das können SOLLEN. Weil das ihre politische Funktion ist. Die « Strategie der Spannung » (und Angst) die vor mehr als 30 Jahren mit den Terror-Operationen der „Gladio“-Einheiten in Europa praktiziert wurde, um daraus politisches Kapital zu schlagen, ist offenbar immer noch wirksam.

MAN  MERKT  DIE  ABSICHT  UND  IST  VERSTIMMT …

Es liegt für den informierten Beobachter auf der Hand, dass hier eine Verbindung zu Syrien konstruiert wurde, die nach dem gleichen (dämlichen, aber effektiven) Muster abläuft, wie nach „911“:

  • Die angebliche „Kommandozentrale“ für diese perfiden Anschläge (auf „unsere Werte“) war damals in Afghanistan (Bin Laden in seiner high-tech Höhle wie der Ultra-Bösewicht in den James Bond Filmen), also haben „wir das Recht“, Afghanistan zu bombardieren
  • Diesmal liegt die „Kommandozentrale“ des Bösen in Syrien, also …. sind wird befugt, ja verpflichtet (!) Syrien zu bombardieren.

Mit solchen primitiven, emotional gesteuerten Denkmustern wird heute kriminelle Außenpolitik legitimiert und dieser Mist wird – 14 Jahre nach 911 noch immer – kritiklos von unserer Journaille übernommen und (implizit) verbreitet.

Das Märchen von der „humanitären Intervention“ oder „R2P“ (responsibility to protect, also eine „Verantwortung zu schützen“), und der „Kampf gegen den Terror (der selbst inszeniert wurde) mit dem das Völkerrecht seit 911 Stück für Stück ausgehöhlt wurde, wird also weiterhin von unseren Schafsmedien nicht hinterfragt. Was für eine Schande für eine „Informationsgesellschaft“, die Tag und Nacht vor dem Touch-Screen hängt …

In diesem Kontext wird auch klar, warum die absolut berechtigten Zweifel an der offiziellen 911-Story immer diffamiert werden müssen: warum Menschen, die noch denken können, mit dem Stigma-Label „Verschwörungstheoretiker“ ausgegrenzt werden.

Wer begriffen hat, dass 911 eine gigantische Lüge ist, eine Inszenierung zur Legitimation amerikanischer Gewaltexzesse in jedem Land, das „amerikanische Interessen bedroht“, erkennt sofort, dass der ganze „War on Terror“ eine gewaltige Fata Morgana ist.

GWOT is BOGUS Meacher

Die gute « Teamarbeit“ zwischen Paris und London bei der Tarnung kolonialer (verbrecherischer) Ambitionen wird auch heute fortgesetzt, was man an den Reaktionen von Premierminister Cameron sehen kann:

Er behauptete heute, die Anschläge von Paris „hätten auch in Großbritannien stattfinden können“, doch die britischen Sicherheitsbehörden hätten rechtzeitig eingegriffen: ganze „sieben Attentate“ seien in den letzten sechs Monaten dank ihrer Wachsamkeit verhindert worden. (Bullshit-Alarm ….)

Wir erinnern uns: das britische Parlament hat im Sommer 2013 mit knapper Mehrheit gegen einen militärischen Einsatz in Syrien gestimmt (und damit ausnahmsweise den Willen des britischen Volkes respektiert). Die peinlichen Enthüllungen über die fabrizierten „Beweise“ für die (nicht existierenden) Massenvernichtungswaffen im Irak und die zentrale Rolle, die Tony Blair dabei spielte, haben wohl doch einige britische Abgeordnete aufgerüttelt und dazu bewogen, bei diesem Lügentheater nicht mehr mitzuspielen.

Cameron sagte damals, er habe die Botschaft verstanden und werde entsprechend handeln. Doch wir wissen, dass die britische Regierung die ganze Zeit „verdeckt“ am Krieg gegen Syrien teilgenommen hat und danach trachtet, einen Vorwand für ein offizielles Eingreifen zu finden.

Dementsprechend ist auch diese Aussage Camerons einzuordnen:

Wenn die britischen Interessen auf dem Spiel stehen, werden wir in Syrien handeln und danach das Parlament informieren

So sprechen „lupenreine“ Demokraten, oder?

Die Rolle Deutschlands in diesem tragischen Schmierentheater ist auch nicht ehrenhaft und es wird höchste Zeit, dass wir dabei nicht mehr tatenlos zuschauen.

Wer Angst davor hat, dass uns die „Flüchtlingswelle“ überrollt, muss etwas gegen deren Ursachen unternehmen (Widerstand gegen die NATO, die amerikanischen Militärbasen, die Verdummung der Bevölkerung (durch die Journalisten und nicht nur) im Hinblick auf die Außenpolitik Deutschlands, der EU und der USA …

(Zeigen wir doch mal Kleber & Co. was wir von ihnen halten (Boykott der GEZ-Gebühren und massive Proteste vor den Gebäuden…  )

FLUECHTLINGE: THEATER und WIRKLICHKEIT

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dann brauchen auch die Menschen nicht mehr aus ihrer Heimat fliehen …

Wir erleben in den Medien derzeit ein besonderes Schauspiel: die inszenierte Betroffenheit über das Schicksal der Flüchtlinge, die zu Zehntausenden aus „Krisengebieten“ (vor allem aus Syrien) kommen, wo „der Westen“ gewaltsam und hinterlistig die politischen Machtverhältnisse ändert. Man nennt das jetzt nicht mehr Krieg oder Kriegsverbrechen, sondern „notwendige Intervention“, „Schutzverantwortung“ (R2P), etc. (politisch zu interpretieren in der semantischen Tradition der „Schutzhaft“ unter den Nazis)

Doch statt Aufdeckung der tatsächlichen Ursachen für die massenhafte Flucht (schwere Verbrechen der USA samt ihren Vasallen in Europa und im Nahen Osten) gibt es rührselige Stories über tote Kleinkinder, die an Stränden angespült werden und politische Attacken auf die Schlepper, die aus dem Flüchtlingselend Kapital schlagen.

Warum wird das Leiden (und Sterben) der Menschen während der Flucht emotional von den Medien hochgespielt, aber das von unseren Politikern verursachte zugrundeliegende Elend (Massenmord und Terror) in ihren Heimatländern unter den Teppich gekehrt?

Wenn ich Frau Illner von ihrer Talk-Runde, in ihren high-heels zu einem fünf-minütigem „Steh-Interview“ mit einem perfekt gestylten, syrischen Vorzeigeflüchtling der BILD-Zeitung (!) watscheln sehe, wird mir schlecht…

refugees hungaryDie gestrandeten Menschenmassen , die auf griechischen Inseln oder ungarischen Bahnhöfen zum Störfaktor der Ordnung werden, und anscheinend alle nach Deutschland wollen, stellen die angeblichen, „europäischen Werte“ massiv auf den Prüfstand.

Doch in einer Gesellschaft,

  • in der Sozialsysteme (und damit Solidarität mit den Schwächeren) nur mehr als wirtschaftlich-unhaltbarer Ballast präsentiert und deshalb ausgehöhlt werden, während gleichzeitig tausende Milliarden für „Bankenrettung“ zur Verfügung stehen ist es kein Wunder, wenn Unterkünfte für Asyl-Bewerber abgefackelt werden.
  • in der Regierungen sich mehr darum bemühen das „Vertrauen der Finanzmärkte“ zu gewinnen (von denen wir systematisch ausgeplündert werden), als das Vertrauen ihrer Bürger nicht endgültig zu verlieren, können Appelle an die Menschlichkeit auch nur mehr als blanker Hohn empfunden werden.

Wo war denn diese „Menschlichkeit“ als man die perfide inszenierten Kriege gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, etc. gebilligt hat bzw. noch immer unterstützt?

Dass diese Flüchtlinge „Hilfe brauchen“ ist ein Gemeinplatz, den man täglich von irgendeinem Politiker hört und die Journaille organisiert „Brennpunkte“ und Talk-Runden, um das dringende Problem zu erörtern. Währenddessen werden Stacheldrahtzäune errichtet, Grenzen dicht gemacht und Bahnverbindungen gekappt, um den Zustrom des Elends zu unterbinden.

SOME REFUGEES ARE MORE EQUAL THAN OTHERS

Zoll findet Pakete mit syr Pässen 0409Skurrile Meldungen (mdr) über hunderte syrische Pässe, die per Post nach Deutschland geschickt werden und vom Zoll wegen Fälschungsverdacht beschlagnahmt wurden, sind darauf zurückzuführen, dass die deutsche Regierung die Asylbewerber in zwei Klassen eingeteilt hat:

Die „Armutsflüchtlinge“ (aus Ländern, wo es keine offensichtlichen Kriegshandlungen gibt, die deshalb als „sicher“ gelten) und jene, die aus Kriegsgebieten fliehen, wobei Syrien offenbar als einziges Land im Nahen Osten gilt, wo es „Krieg“ gibt.

Diese perfide Klassifizierung lässt sich wohl darauf zurückführen, dass hier „gebombt“ wird und zwar von der syrischen Armee. Präsident Assad ist ja seit 2011 der von der Verbrechenszentrale in Washington stigmatisierte „böse Diktator“, der, dargestellt als brutaler Feind der Demokratie, von der „Wertegemeinschaft“ entfernt werden muss.

Die politische Realität wurde natürlich völlig auf den Kopf gestellt, denn der „Volksaufstand“ in Syrien wurde von den US-Geheimdiensten und ihren Verbündeten in der Region angezettelt und die militärische Gewalt der syrischen Regierung ist deshalb defensiv, nicht offensiv. Die Bomben der syrischen Armee richten sich gegen die eingeschleusten Terrorbanden (Al Nusra, IS, oder wie sie gerade heißen) und nicht gegen die eigene Bevölkerung, während die USA und ihre Vasallen die selbst herangezüchteten „Islamisten“ mit allem Nötigen für den Terrorkampf versorgen.

Die hinterlistigen Politiker, die also für die Gewaltspirale und den Terror in Syrien verantwortlich sind, haben die Chuzpah, sich gleichzeitig als moralische Richter (und Henker) aufzuspielen und die Opfer zu Tätern zu machen. Und die Medien stenographieren brav mit …

Wagenknecht(Die einzige deutsche Politikerin, die den Mut hat, die Wahrheit zu sagen ist Frau Wagenknecht, wofür man ihr nur den größten Respekt entgegenbringen kann)

Wer „vor dem Assad-Regime“ flieht, genießt also besondere „Schutzverantwortung“ in Deutschland, deshalb hat Merkel für syrische Flüchtlinge das erste „Dublin Abkommen“ ausgesetzt, wonach das Land, in das der Flüchtling zuerst eingereist ist, das Asylverfahren abwickeln muss.

BUMIG dublin III beamtenjargon(Bild oben: Die „Information“ des Bundesamtes für Migration zu diesem Thema (Dublin) muss man gelesen haben: ein schauderhaftes Beispiel für „Beamtendeutsch“, das Kopfschmerzen verursacht .. kann man diesen Paragraphenreitern das Schicksal tausender Flüchtlinge überlassen?

Stattdessen wird nach Art. 17 von „Dublin III“ vorgegangen (dem „Selbsteintrittsrecht“), Deutschland bearbeitet also die Asylanträge selbst.

Die Folge? Jetzt wollen natürlich alle verzweifelten Flüchtlinge zu den Privilegierten gehören und „Syrer“ sein, deshalb blüht in der Türkei das Geschäft mit gefälschten syrischen Pässen und deshalb jetzt der große Ansturm (bevor Merkel es sich anders überlegt …)

Mir fällt dazu noch eine Szene aus dem Film „Der englische Patient“ ein:

Fiennes english patientGraf Almassy (gespielt von Ralph Fiennes) kommt nach Tagen aus der Wüste völlig erschöpft bei einem Militärposten an und bittet um Hilfe (ein Flugzeug) für die geliebte Frau , die er ohne Proviant in einer Höhle zurücklassen musste, weil sie gebrochene Beine hatte.

Die Reaktion der Behörden: Wo ist ihr Pass?? (Haben sie den richtigen, aus dem „richtigen“ Land? Dann nehmen sie ihn fest ..

MEDIEN & VERANTWORTUNG

Wie auch bei der „Finanzkrise“ spielen die Medien eine entscheidende Rolle in diesem tragischen Theaterstück, denn ohne ihre willfährige Unterstützung wäre es den Verantwortlichen der jeweiligen Misère nicht gelungen, die Ursachen und Hintergründe der Probleme zu verschleiern und sich damit der moralischen Verantwortung zu entziehen.

Die bereits erwähnte Einteilung der Flüchtlinge in zwei Kategorien „Armutsflüchtlinge“ und Kriegsflüchtlinge ist verlogen und unmoralisch, was in einem sehenswerten Beitrag des WDR, in der Sendung MONITOR vor drei Tagen gezeigt wurde:

Was hat uns die Monitor-Redaktion darin mitgeteilt?

  • Die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland angekommen sind, ist kein Grund zur Besorgnis (es sind derzeit etwa 400.000); verglichen mit den Flüchtlingswellen nach 1945 (12 Mio.), den „Gastarbeitern“ in den 1960/70er Jahren (3,4 Mio.) und der Migration nach dem Mauerfall 1988-93 (3,1 Mio.) sind das keine Mengen, die „dramatisch“ sind.
  • „Zuwanderung“ muss nicht als Bedrohung wahrgenommen werden, im Gegenteil, sie eröffnet durchaus „riesige“ Chancen für positive Effekte in der Gesellschaft, was „Migrationsexperten“, die die Flüchtlingsströme analysieren, uns nahebringen können; Wir sehen junge Syrer und Iraker im Erstaufnahmelager, die Deutsch lernen. Sie sind jung und motiviert und könnten die demographische Fehl-Entwicklung (Überalterung der Gesellschaft) „abfedern“ (zu wenig Kinder in Deutschland) und den drohenden Fachkräfte-Mangel entschärfen.
  • Monitor zeigt auch, dass viel zu wenig Mittel für die Ausbildung / Eingliederung der jungen Flüchtlinge zur Verfügung stehen (überfüllte Klassen, zu wenig Lehrpersonal – niemand, der arabisch spricht?!) und das deutsche Bildungssystem ohnehin schon sehr selektiv ist (Erfolg abhängig von der sozialen Herkunft).

KOSOVO-FLÜCHTLINGE – DEUTSCHLANDS VERSAGEN AUF DEM BALKAN (Monitor-Titel)

Im dritten Beitrag geht es um die Kosovo-Flüchtlinge, die als Armutsflüchtlinge (von Politkern „Wirtschaftsflüchtlinge“ genannt) massenhaft wieder abgeschoben werden.

Dann sehen wir ein Video, in dem ein abgeschobenes Ehepaar am Flughafen in Pristina ankommt und dann wieder in ihr „Haus“ einzieht: (Monitor-Ton: „vor 20 Jahren herrschte ein Bürgerkrieg…“) eine Kriegs-Ruine ohne Fenster, fließendes Wasser, Kanalisation, WC und Strom. Das Kleinkind spielt auf dem nackten Betonboden mit einem winzigen Auto …Bonjour Tristesse.

Arbeit gibt es keine, man ist auf Almosen und Gutherzigkeit anderer angewiesen. Die Mutter sagt, sie habe überlegt, sich umzubringen, als sie von der Abschiebung erfuhr, doch was hätten dann die Kinder gemacht? „Wir sind einfach bitter arm“, doch eine arme Mutter sei doch immer noch besser als gar keine.

Ein Experte der SWP erklärt dann, Kosovo sei ein „Land der Armut und Perspektivlosigkeit, das Armenhaus Europas, in dem die Kinder heute schlechter leben als ihre Eltern und diese auch schon schlechter als deren Eltern…“

Klartext: im sozialistischen Jugoslawien – bevor man „humanitär intervenierte“ war das Leben viel besser.

Monitor macht dann einen kurzen Blick in die jüngere Geschichte –

1999 jubeln die Menschen im Kosovo den deutschen Soldaten zu, … sie sollen helfen, den Aufbau von Demokratie und Rechtsstaat militärisch abzusichern … Zuvor hatten die Deutschen und ihre NATO-Verbündeten einen Krieg geführt um den Kosovo zu befreien (!) …erster Kampfeinsatz der Bundeswehr seit 1945 .. nach dem Krieg versprach die Bundesregierung, dem Land wieder auf die Beine zu helfen …“

– und stellt fest: Doch vielen geht es noch schlechter als vor dem Krieg … jeder vierte lebt von weniger als 1,20 Euro am Tag, 70% der Bevölkerung unter 30 Jahren ist arbeitslos Hilfsgelder versickern in der Korruption … man hat beim „Aufbau“ des Kosovo versagt … Ein Balkanexperte erklärt, dass die politischen Strukturen im Kosovo „kriminell und mafiös“ seien, dass der Westen eine erhebliche Mitschuld an der extremen Korruption und Rechtlosigkeit habe („die Justiz ist politisch unterwandert, es wurden keine Untersuchungen bzw. Anklagen gegen die „großen Fische“ erhoben)

[Historische Analogie: Integration von Nazi-Verbrechern in deutsche und andere staatliche Strukturen nach 1945 …)

EULEX logoNach dem scheinheiligen UN-Mandat hatte die EU offiziell die Aufgabe übernommen, im Kosovo ein „Rechtssystem aufzubauen“ (funktionierende Polizei, Justiz, etc.) und zwar mit EULEX. Doch deren „Anstrengungen“ sind bestenfalls wirkungslos, denn Männer, die schwere Kriegsverbrechen und organisierte Kriminalität mittragen, sind nach wie vor Machtfaktoren im politischen System und haben natürlich kein Interesse daran, dass Untersuchungen stattfinden, die ihre Schuld beweisen könnten.

Der Westen setzt auf Politiker, denen schwerste Verbrechen zur Last gelegt werden, wie Hashim Taci, der heute Premierminister ist. Laut Monitor war er früher „Guerilla-Chef“ (Anführer der brutalen Verbrecherorganisation KLA/UCK, die in Drogen-, Waffen und Menschenhandel und „Terror-Training“ für außenpolitisch nützliche Islamisten involviert ist), ein Mann, den der BND schon vor Jahren als „Schlüsselfigur“ im organisierten Verbrechen klassifizierte, was aber deutsche Politiker nicht daran hindert, ihm die Hand zu schütteln. (Monitor: „es konnte ihm nichts nachgewiesen werden“ – kein Wunder, wo kein Kläger …)

Man sieht dann noch ein zweites Ehepaar, das in einem Container haust. Dieser ist so klein, dass die Kinder darin keinen Platz haben und natürlich gibt es auch hier weder Wasser, Kanalisation noch Strom. Die Familie ist „freiwillig“ in den Kosovo zurückgekehrt, weil man ihr versprochen hatte, dort werde die deutsche Regierung ihnen beim Aufbau eines besseren Lebens behilflich sein.

Für diese „Re-integration“ wurde „URA2“ ins Leben gerufen, ein scheinheiliges Programm, das unter Geld- und Personalmangel leidet und laut Monitor derzeit für 290 „Rückkehrer“ sorgen soll. Doch heuer wurden schon 8 x so viele Menschen abgeschoben. Dieser mismatch von angeblich edlen Absichten, tatsächlichem Bedarf und vorhandenen Mitteln ist natürlich kein behördliches Versagen, sondern Absicht: das Ganze ist „ein humanes Feigenblatt“ wie es am Ende des Beitrags heißt.

Doch die humanitäre Heuchelei löst keine Probleme, denn „Wenn sie nichts haben, kommen sie wieder …“

Frage an Frau Merkel: Die Abschiebung in ein „sicheres“ Mafia-Land ohne Lebensgrundlage – welche „europäischen Werte“ werden denn hier umgesetzt?

In der Anmoderation zu diesem Monitor-Beitrag hieß es:

Erstaunlich, über die Fluchtursachen wird eher selten gesprochen, fast gar nicht darüber, welchen Anteil die deutsche und europäische Politik daran hat …“

Absolut richtig, doch mehr darf anscheinend auch die Monitor-Redaktion nicht dazu sagen … Damit kommen wir zum Kern dieser Kritik:

Wir haben also gesehen, dass der Aufbau rechtstaatlicher Strukturen im Kosovo völlig gescheitert und die „Eingliederungshilfe“ für die abgeschobenen Rückkehrer eine Illusion ist. Das Land versinkt in Armut und Kriminalität, doch es ist doch jetzt „frei“, oder nicht?

FACTS DO NOT CEASE TO EXIST BECAUSE THEY ARE IGNORED (Aldous Huxley)

Der Monitor-Beitrag ist wichtig, doch ein grundlegendes Problem der Reportage ist auch hier nicht zu übersehen:

Die wahren Hintergründe der „Interventionen“ der NATO (bzw. ihrer verdeckt operierenden Akteure) im Balkan, die wahren Absichten der deutschen und anglo-amerikanischen Außenpolitik bleiben im Dunkeln, werden nicht hinterfragt. Ein journalistisches Tabu, das nicht gebrochen werden darf …so viel zur Pressefreiheit in Deutschland.

Darüber spricht man nicht, sonst kommt die Keule der „Verschwörungstheorie“, mit der man sich nicht stigmatisieren lassen will oder anders gesagt: Jetzt hat man auch der Monitor-Redaktion einen Maulkorb umgehängt. Wie sonst ist es zu erklären, dass solche Sätze vorkommen (und die schmutzige Rolle der USA mit keinem einzigen Wort erwähnt wird):

Zuvor hatten die Deutschen und ihre NATO-Verbündeten einen Krieg geführt um den Kosovo zu befreien“.

Das ist natürlich völliger Bullshit und hat mit der geostrategischen Realität nichts zu tun.

Die Monitor-Redaktion präsentiert hier außenpolitische Propaganda als historische Tatsache, das ist völlig inakzeptabel.

dschihad made foryouDie „Freiheit“ des Kosovo oder irgendwelcher „Minderheiten“ ist den Politikern scheißegal. Auch handelte es sich im Falle Jugoslawiens / Serbiens nicht um einen „Bürgerkrieg“, sondern eine bewusst von außen angezettelte „Destabilisierung“ eines eigenständigen Landes, dass aus geopolitischen und wirtschaftlichen Gründen in kleine, schwache Mini-Staaten zerschlagen wurde.

Damit bei aller Aggression die Scharade der „westlichen Werte“ aufrechterhalten werden kann, muss ein Vorwand geschaffen werden, der das „Eingreifen der Staatengemeinschaft“ als notwendig und moralisch gerechtfertigt erscheinen lässt. Dazu wird ein Feindbild konstruiert (der Kommunismus steht ja nicht mehr zur Verfügung), in diesem Fall Milosevic, der skrupellose „Diktator“, der brutal gegen eine „Freiheitsbewegung“ vorgeht und „Massaker“ und „ethnische Säuberungen“ verübt. Dieser Darth Vader auf dem Balkan wird dann durch eine mediale Hetz- und Lügenkampagne zur größten Bedrohung der „Wertegemeinschaft“ hochstilisiert, die natürlich – wie der edle, weiße Ritter – den Unterdrückten mit Bomben und Waffen unter die Arme greift und den bösen Schurken besiegt. Alles nur im Namen der „Menschenrechte“ und der „Freiheit“.

Wären die Folgen nicht so verheerend, müsste man sich über diese PSYOP-Kindergarten-Story totlachen, doch in den Medien wird diese schwachsinnige Schwarz-Weiß-Malerei tatsächlich – immer noch – als glaubwürdig gehandelt (das gleiche Muster erleben wir ja auch in Syrien).

The Grand chessboard ZbigMan kann ja bei „Zbig“ Brzezinski und seinem „Schachbrett“ nachlesen, worum es wirklich geht:

In the wake of the First World War the borders of the Balkans and Central-Eastern Europe were redrawn. This region experienced a period of upheaval, violence and conflict, before and after World War I, which was the direct result of foreign economic interests and interference.

Die KLA war nie eine „Freiheitsbewegung“, sondern ein Teil der organisierten Kriminalität Albaniens, die von Deutschland, England und den USA zur paramilitärischen Kampftruppe und Terroreinheit ausgebildet wurde, damit man sie als perfides Instrument der Außenpolitik einsetzen konnte. (So wie vorher Al Kaida-Krieger, die ja auch in Bosnien und im Kosovo eingesetzt wurden, und nachher „IS“).

UCK_KLA.svgUnd das, obwohl die UCK / KLA 1997 von den USA selbst als „Terror-Organisation“ klassifiziert wurde. Der Abgesandte von Präsident Clinton, Robert Gelbard, bezeichnete sie so und zwar „ohne jeden Zweifel“.

Doch wie wir ja aus der Geschichte der CIA gelernt haben, kann der „Terrorist“ von gestern, schnell zum „Freiheitskämpfer“ von morgen mutieren. Er muss nur die richtigen Leute umbringen …

Aus diesem Sumpf wurde dann die „Demokratische Partei des Kosovo“ konstruiert, die heute in der EU hoffähig ist.

Das ist Geopolitik ohne Skrupel denn Serbien ist geostrategisch ein wichtiger Teil von „Eurasien“ bzw. einer bedeutenden Route für die Kontrolle von Energieströmen und Transportwegen vom Nahen Osten, über das Mittelmeer bis nach Zentralasien. Und auch zur Vorbereitung eines Krieges gegen Russland bestens geeignet.

Da trifft es sich gut, wenn die USA dort ein riesiges Militärlager hat  (mehr dazu weiter unten) das von keiner funktionsfähigen Regierung belästigt wird. Die Milliarden aus dem Heroinhandel (der von der CIA protegiert wird) kommen in klammen Zeiten, wo man viel für Terror-Ausbildung braucht, auch gerade recht.

Thaci Kosovo gangster state organ traffickingIm Dezember 2010 veröffentlichte die britische Zeitung The Guardian einen aufsehenerregenden Artikel mit dem Titel:

DER MINISTERPRÄSIDENT DES KOSOVO – WIE EIN MAFIA-BOSS

Hacim Thaci sei „der Kopf einer mafia-ähnlichen albanischen Gruppe, die für Waffen-, Drogenschmuggel und illegalem Organhandel in Osteuropa verantwortlich ist“, so die Aussage eines Untersuchungsberichtes des Europäischen Rats über das organisierte Verbrechen.

Dieses Verbrecher-Netzwerk gab es schon vor dem (1998-99) Kosovo-Krieg und es hat bis heute nichts von seiner Macht eingebüßt – im Gegenteil. Organisationen zur Bekämpfung des Drogenhandels aus fünf Ländern haben schon seit mehr als zehn Jahren darüber berichtet, dass Thaci und andere Mitglieder der „Drenica Gruppe“ die gewaltsame Kontrolle über den Handel mit Heroin und anderen verbotenen Drogen übernommen hat.

Die Untersuchung wurde ausgelöst durch Aussagen von Carla del Ponte, wonach sie als ermittelnde „Anklägerin“ daran gehindert worden sei, kriminelle Verbindungen ranghoher Mitglieder der KLA zu überprüfen. Doch der größte Schock war ihre Behauptung, dass die KLA serbische Zivilisten nach Albanien verschleppte, wo ihnen aus finanziellen Gründen Organe für Transplantationen entnommen und sie dann getötet wurden (viele sind einfach „verschwunden“).

EC report organ trafficking Kosovo

Der Bericht stellt fest, dass der illegale Organ-Handel nur eine Facette eines weitreichenden, kriminellen Netzwerks ist, in dem Drogenhandel, Menschenhandel (vor allem Frauen für Prostitution), illegale Waffengeschäfte und Geldwäsche an der Tagesordnung sind und kommt zu folgendem Schluss:

Die Anzeichen einer geheimen Absprache zwischen der kriminellen Klasse und den höchsten, politischen Amtsträgern sind zu zahlreich und zu ernst, um ignoriert zu werden.“

Während also die Monitor-Redaktion zaghaft anprangert, dass im Kosovo große Armut und Perspektivlosigkeit herrscht und man deshalb Flüchtlinge nicht dorthin abschieben sollte, werden die tieferen Ursachen des Elends (auch in anderen Ländern) nicht untersucht (ist auch schwer möglich, bei 10-Minuten pro Beitrag)

Auf den Punkt gebracht:

Kosovo ist ein absichtlich konstruierter Narco-Mafia-Staat, ein Sumpf aus Gewalt-, Wirtschaftsverbrechen und Korruption, der von Deutschland und den USA bewusst in Kauf genommen wird, weil ohne funktionierende (rechts-)staatliche Strukturen, ein strategisch wichtiges Gebiet für kriminelle, außenpolitische Zwecke genutzt werden kann, ohne dass man einen teure Besatzung organisieren muss, die Widerstand auslöst und PR-Probleme schafft. Ein Paradies für die dunklen Machenschaften der Geheimdienste: Von den Medien totgeschwiegen …

DIE UNSICHTBARE US-MILITÄR-KOLONIE

camp-bondsteel_2000Die USA haben im Kosovo eine riesige Militär-Basis errichtet: Camp Bondsteel, wo etwa 8000 Soldaten stationiert sind. Das „Camp“ – eher eine kleine Stadt – gilt als die „größte und teuerste Armeebasis seit Vietnam“.

Bereits im Juni 1999, unmittelbar nach dem Bombenhagel auf Jugoslawien, wurde das Land bei Uresevic, in der Nähe der mazedonischen Grenze konfisziert und mit dem Bau der riesigen Anlage begonnen.

Sie umfasst mehr als 300 Gebäude, 25 km Straßen und ist von 14 km langen Schutz-Wällen, 84 km Stacheldraht-Zaun und 11 Beobachtungstürmen umgeben. Es gibt wegen der Ausdehnung, wie bei Städten, eine „Nord-, Mittel- und Südzone“. Darin findet man Geschäfte, Sportanlagen, ein state-of-the-art Krankenhaus, Unterhaltungsmöglichkeiten, Fast-Food-Ketten, etc.

Versorgt wird die Anlage von KBR (einer Tochterfirma von Halliburton, die seit Cheney Vize-Präsident war, ganz groß mit dem US-Militär „im Geschäft“ ist: man verrechnet Luxuspreise), dazu gehören täglich über 4 Mio. Liter Wasser, Strom für eine Stadt mit 25.000 Einwohnern, 18.000 Portionen Essen pro Tag, Wäscheservice, Feuerwehr, usw. KBR ist der größte Arbeitgeber im Kosovo, allerdings werden Billiglöhne (ca. 2 Euro pro Stunde)gezahlt. Aber die Albaner („Kosovaren“) kennen ja nichts anderes …

Die Feindseligkeit der Albaner gegenüber der Anlage wächst, denn ihre ultra-modernen Annehmlichkeiten, ihre technische Ausrüstung stehen im krassen Gegensatz zu der eklatanten Armut und Rückständigkeit der Anrainer. Besucher sprechen von einer „Zeitreise”, so fühle man sich, wenn man aus dem geschniegelten Militärstützpunkt wieder in die schmuddelige Realität des „befreiten“ Kosovo kommt, wo 80% Arbeitslosigkeit herrscht und niemand investiert, um die Lage zu verbessern.

Übrigens, seitdem die Amerikaner in „Bondsteel“ angekommen waren, hatte sich die „Aktivität“ der KLA merklich erhöht: Serben, Roma, aber auch Albaner, die anderer Meinung waren, wurden massenweise vertrieben oder ermordet.

Camp Bondsteel hat aber neben den üblichen militärischen Einrichtungen auch „special facilities“ á la Guantanamo vorzuweisen. Mit anderen Worte: dort wird gefoltert (in erster Linie psychisch), Menschen verschwinden in ein dunkles Loch, aus dem sie nie wieder „normal“ herauskommen (oder nach „Gehirnwäsche“ als nützliche Terroristen).

Die Menschen im Kosovo wurden natürlich nicht gefragt, ob sie damit einverstanden sind, auf diese weise „militarisiert“ zu werden. Die USA hat sich das Gebiet einfach angeeignet, was in einem „rechtsfreien“ Raum, den Kosovo ja heute darstellt, auch kein Problem ist.

DEUTSCHLAND – USA: DIE TRANSATLANTISCHE HEUCHLERGEMEINSCHAFT

Die Geheimdiensteliten Deutschlands und der USA (selbst staatlich autorisierte Verbrecher) haben sich also bewusst mit dem organisierten Verbrechen verbündet, um Jugoslawien zu zerstören. Man sah ja auch bei dem „Kriegsverbrecher-Tribunal“ gegen Milosevic, wie einseitig hier „Strafrecht“ praktiziert wurde. Alle Gräueltaten wurden Serbien in die Schuhe geschoben, alle Verbrechen der KLA (oder der Bosnier und Nazi-Kroaten) wurden ignoriert. Entlastungszeugen für Milosevic fanden in den Medien keine Beachtung. (Siehe weiter unten)

Der EC-Bericht prangert auch an, dass hier “wichtige Rechtsprinzipien geopfert wurden (indem man die KLA-Bande für eigene Zwecke „angestellt“ hat und die schweren Verbrechen gegen Serben und Albaner (die gegen die KLA waren) unter den Teppich gekehrt hat.

Das politische System, die „Wirtschaft“ und das organisierte Verbrechen sind eins geworden … das ist doch die Freiheit, von der Hayek immer geträumt hat …

-EC report lawlessness Kosovo

(Bild: aus dem EC-Bericht über das „befreite“, in Korruption und Verbrechen versumpfte Kosovo)

Das letzte Wort zur US-Außenpolitik geht an den Experten William Blum:

BLUM our useful terrorists

ANHANG 1- QUELLEN (Kosovo)

Als verlässliche Quellen für die Aufdeckung der Propaganda-Lügen über Milosevic und die „Gräueltaten“ im Kosovo gibt es u.a. die Zeugenaussagen von

1 Oberleutnant Dietmar HARTWIG, der von 1. Jänner bis Ende Juni 1999 als Leiter der EU-Beobachtermission Zeitzeuge der perfiden Destabilisierung wurde. (Zeugenaussagen im Milosevic Prozess ab Seite 36984)

So for my part, the most striking difference was after the return, after the evacuation to Germany where in the media I read about a picture of Kosovo, and I didn’t think it had anything to do with reality(engl. Übersetzung seiner Aussage, Seite 36991)

Hartwig wertete die UCK als kriminelle Organisation, die nicht nur die Sezession von Serbien zum Ziel hatte, sondern auch die Vertreibung aller Serben aus dem Kosovo. Nicht nur die Angriffe auf jugoslawische Sicherheitskräfte, auch die Ermordung von Albanern, die sich für den Verbleib des Kosovo in Jugoslawien und damit gegen die Ziele der UCK aussprachen, gehörten demnach zum Alltag in der südserbischen Krisenprovinz. Nach Meinung Hartwigs gab es bis zum Abzug seiner Mission aus dem Kosovo wenige Tage vor Beginn der NATO-Angriffe am 24. März 1999 »keinen einzigen Grund für irgendjemanden, sich in die Aktivitäten der jugoslawischen Regierung im Kosovo einzumischen«.

2 Brigadegeneral Heinz LOQUAI, damals Leiter des militärischen Beraterstabes bei der deutschen OSZE-Vertretung in Wien (siehe auch seine Bücher dazu und das Video weiter unten)

Robin Cook3 Robin COOK, damals britischer Außenminister, sagte z.B. vor dem Parlament in London

am 19.Oktober 1998 (KLA bricht die Waffenruhe, ermordet vier serbische Polizisten, kein Interesse an friedlicher Lösung…)

We also expect the Kosovo Liberation Army to abide by its commitment to honour a ceasefire. Over the weekend, there have been several breaches of the ceasefire by the Kosovo Liberation Army, including the murder of four policemen. Such continuing acts of hostility serve only the interests of those who wish to undermine the political process and return to war.”

am 27. Oktober 1998 (Milosevic halt sich an die Holbrooke-Vereinbarung über einen Rückzug der Sicherheitskräfte)

Since my statement to the House last week, Britain has remained fully engaged in efforts to implement the Holbrooke package. At the weekend, after hours of intensive negotiation, President Milosevic gave a detailed commitment to reduce the levels of army, police and heavy weapons in Kosovo to their levels before the conflict. Diplomatic observers in Kosovo report that several thousand security troops have left over the past 24 hours

am 27. November 1998 (wie oben – serbische Militärpräsenz abgebaut, wie vereinbart)

In Kosovo, there has been steady progress on implementing some elements of the Holbrooke package. There has been a marked improvement in the humanitarian situation. Within two months, the number of refugees on the open hillside has fallen from 50,000 to a few hundred. There has been a substantial reduction in the presence of the Serbian security forces, which have been cut, as agreed, to the level that existed before the conflict began.”

Ich bedauere, zu berichten, dass nach dem vereinbarten Waffenstillstand ein Großteil der Anschläge durch die KLA verübt wurde ..

The killing continues in Kosovo. I regret to report that most of the killings since the Holbrooke agreement have been carried out by the Kosovo Liberation Army. Since the Holbrooke package was signed, 19 members of the Serbian security forces have been killed. Five Kosovo Albanians are known to have been killed – all of them in the full uniform of the Kosovo Liberation Army. I cannot stress too strongly that a ceasefire will hold only if both sides cease firing.”

am 18. Jänner 1999:

Die KLA/UCK hat mehr Verletzungen des Waffenstillstands begangen und ist für mehr Todesfälle verantwortlich, als die serbischen Sicherheitskräfte. Sie muss aufhören, den politischen Dialog zu blockieren und die Waffenruhe zu unterminieren

4 General Klaus NAUMANN, bestätigte dies ebenfalls vor einem Ausschuss des britischen Parlaments:

Ich denke, es ist fair zu sagen, dass Milosevic die Zusagen, die er mir und General Clark am 25. Oktober 1998 gegeben hat, auch eingehalten hat. Er zog Militär und Polizei zurück. Doch dann nutzte die UCK / KLA das entstandene Vakuum und eskalierte die Gewalt. Ich habe das auch im NATO-Council schon vorgebracht. In den meisten Fällen kam die Eskalation von der kosovarischen, nicht von der serbischen Seite.

5 Henning HENSCH, deutscher Polizist und OSZE-Beobachter im Kosovo (siehe Video unten) sah mit eigenen Augen, wie das „Massaker von Racak“ künstlich fabriziert wurde, bei dem in Wahrheit UCK-Kämpfer bei einem Gefecht ums Leben kamen.

6 „Die STORY“ Die hervorragende Reportage des WDR über die Lügen deutscher Politiker, die im Sinne der NATO den Krieg legitimierten ( Video unten), aber die Gründe für die deutsche Beteiligung und die Rolle der Geheimdienste wurden nicht wirklich analysiert …(haben sie die deutschen Politiker mit Desinformation „gefüttert“, oder wussten alle, was wirklich im Kosovo los war..?)

Französische Journalisten (Renaud Girard, Le Figaro, 20.Januar 1999 über die Racak-Lüge, übersetzt von Diana Johnstone)

WDR-VIDEO: ES BEGANN MIT EINER LÜGE – (diestory Redaktion)

„(Deutsche Politiker wie Scharping) …Ein großartiges Beispiel für politische Führer, die verstehen .. die öffentliche Meinung zu formen.“.

(NATO-Sprecher Jamie Shea)

 

ZITATE ZUR RECHTFERTIGUNG EINES ANGRIFFSKRIEGES UNTER DEUTSCHER BETEILIGUNG GEGEN SERBIEN:

JOSCHKA FISCHER: Nie wieder Ausschwitz!

Gerhard SCHRÖDER (da wird George Orwell vor Neid blass…)

„…Milosevic führt doch einen erbarmungslosen Krieg. Wir führen keinen Krieg. Aber wir sind aufgerufen, eine friedliche Lösung des Konflikts auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen“.

RUDOLF SCHARPING (aufgeregt, bei Sabine Christiansen): Wenn ich höre, dass im Norden ..ein Konzentrationslager eingerichtet hat, wenn ich höre, dass man die Eltern und die Lehrer zusammentreibt und die Lehrer vor den Augen der Kinder erschießt, wenn ich höre, dass man in Pristina die Serben auffordert, ein großes S an die Tür zu malen, damit sie von den Säuberungen nicht betroffen sind, dann ist da etwas im Gange, wo kein zivilisierter Europäer die Augen zumachen darf… (triumphierend) außer er wollte in die Fratze der eigenen Geschichte schauen!

[alles frei erfundene Gräuelpropaganda …wie auch im Video festgestellt wird]

ANHANG 2:

Zum Nachlesen: Ein unvollständiges Transkript der WDR-Doku (ergänzt mit Kommentaren von mir), für den Fall, dass das Video auf YouTube nicht mehr verfügbar ist)

(Scharping rechtfertigt sich später, er habe [nur] gesagt, dass der VERDACHT bestünde, dass eine „Internierung“ (der Albaner) unter dem Stadium in Pristina stattgefunden habe und dass es dafür Zeugenaussagen gegeben habe…) Shaban Kelmendi (wohnt direkt gegenüber vom Stadium) sagt dem WDR-Team, es habe in Wirklichkeit keinen einzigen Gefangenen oder eine Geisel gegeben. Die Fläche im Stadium hatte immer nur als Landeplatz für Helikopter gedient, sonst nichts.

WDR: Ein Konzentrationslager? … bestenfalls eine gutgläubig weitergetragene Propaganda, wahrscheinlich aber eine frei erfundene Gräuelgeschichte.

Heinz Loquai screenshot WDR Lüge KosovoInterview-Clip von Heinz Loquai, General a.D., damals OSZE-Berater:

Hier muss ich mich wirklich beherrschen, weil der Vergleich mit Auschwitz und der Situation im Kosovo eine ungeheuerliche Behauptung ist.

Man muss sich als Deutscher schämen, dass deutsche Minister so etwas getan haben, denn ein normaler Mensch wird (wegen Verharmlosung von Nazi-Verbrechen ) vor Gericht zitiert. Von einem „KZ“ zu sprechen … finde ich ungeheuerlich, dass gerade Deutsche diese Vergleiche gewählt haben.

Das war aber nicht die einzige Kriegslüge, ein weiteres Beispiel ist

Rugovo: Am 29. Januar 1999, zwei Monate vor Beginn der NATO-Luftangriffe hörten die Nachbarn von REMZI SHALA (Bauer in Rugovo) plötzlich Schüsse. Er erzählt darüber:

Es waren Schüsse aus Maschinengewehren, drei- oder vier Stunden lang. So gegen 10 Uhr kam eine Gruppe Polizisten aus dieser Richtung auf uns zu. Mein Vater und ich haben sie gesehen. Als sie bis auf 50 m an mich herangekommen waren, lief ich weg, in die andere Richtung.

Was war geschehen? Ein Massaker der Serben an unschuldigen Zivilisten, sagte Scharping. Zwei Monate später, am 27. April 1999, präsentierte der Verteidigungsminister seine „Beweise“:

Clip-Scharping-Pressekonferenz:

„… Man braucht starke Nerven, um …solch grauenhafte Bilder ertragen zu können. Sie machen aber deutlich, mit welcher Brutalität das damals begonnen wurde und seither weitergegangen ist. …(zeigt ein großes Foto der Presse) die Uniformen, die sie da sehen, sind Uniformen der serbischen Spezial-Polizei. Das macht auch deutlich, dass Armeekräfte, Spezialpolizei, später .. dann auch ..äh.. regelrechte Banden, freigelassene Strafgefangene ..,an solchen Morden beteiligt sind. Es sind .… erschütternde Bilder …“

Rugovo Scharping-Lüge deshalb führen wir Krieg(Foto links – mit großer BILD Schlagzeile Deshalb führen wir Krieg)

WDR: Doch seine eigenen Experten wussten es schon damals besser: DIES WAR KEIN MASSAKER AN ZIVILISTEN.

Aus dem geheimen Lagebericht:

VERSCHLUSSSACHE – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH:

Am 29.Januar 1999 wurden in Rugovo bei einem Gefecht 24 Kosovo-Albaner und ein serbischer Polizist getötet.

Fernsehbilder, die am gleichen Tag, unmittelbar danach, von einem westlichen Kamerateam aufgenommen worden waren, zeigten jedoch ein ganz anderes Bild: Gewehre neben den toten Albanern, sie tragen Militärstiefel, haben Mitgliedsausweise der UCK (KLA) und tragen deren Rangabzeichen.

WDR fragt: Wurden diese Bilder (möglicherweise) arrangiert, von den Serben, vor dem Eintreffen der Kamerateams?

Interview-Clip – Rudolf Scharping:

WDR-Frage: Bei den Bildern aus Rugovo, auf wen haben Sie sich da berufen?

Antwort: Auf OSZE-Beobachter, die als erste da waren. [CIA-Freund Walker]

WDR-Frage: Waren diese Schilderungen von damals, aus ihrer heutigen Sicht korrekt?

Antwort: Ja, die sind völlig korrekt.

Henning Hensch Rogovo OSZE ZeugeDoch der erste OSZE-Beobachter vor Ort war ein deutscher Polizist, Henning Hensch. Er sagt dem WDR-Team (und schon vorher der Deutschen Welle) dass die Bilder, die über Rugovo veröffentlicht wurden, mit der Realität unvereinbar seien („so ist es nicht gewesen“). Sein offizieller Ermittlungsbericht sagte ganz klar, dass es kein Massaker an Zivilisten gab.

Am Tatort fanden wir einen zerschossenen, roten Van mit insgesamt 14 Leichen in diesem Fahrzeug und drei Leichen lagen außerhalb des Fahrzeuges. In der „Garage“ genannten Stallung auf der Rückseite der .. befanden sich fünf UCK-Kämpfer in den typischen Uniformen …die dort im 10cm hohen Wasser lagen und dann ging wir noch weiter zu einem zweiten Tatort (etwa 300m entfernt), in dem wir wiederum vier Leichen fanden und darüber hinaus sind die Leichen, die der Verteidigungsminister zeigen ließ, dort von den serbischen Sicherheitsbehörden, mir und meinen beiden russischen Kollegen abgelegt worden, weil wir sie von den verschiedenen Fund- bzw. Tatorten zusammengetragen hatten.

WDR: So also entstanden diese Bilder einer angeblichen Exekution, die Minister Scharping präsentierte. Bilder, die mit den tatsächlichen Ereignissen nichts zu tun hatten.

HEINZ LOQUAI: Es war auch ganz klar, dass das kein Massaker an der Zivilbevölkerung war, denn nach den OSZE-Berichten haben Kommandeure der UCK ja selbst gesagt, es seien Kämpfer … „für die große Sache“ dort gestorben. Zu einem Massaker hat es der deutsche Verteidigungsminister dann interpretiert“. (24:06)

WDR: Währenddessen war der Kosovo-Krieg weiter in vollem Gange und es wurde in Deutschland und in den USA Stimmung dafür gemacht. Das war notwendig, denn der Krieg war völkerrechtswidrig, weil ohne UN-Mandat [ein brutaler Angriffskrieg],

[…] April 1999: Bei den Vereinten Nationen wird um den Krieg gestritten. Zur gleichen Zeit fliegen NATO-Bomber bereits Angriff um Angriff, 6.000 Mal und immer ohne UN-Mandat. Überraschend ist das nicht, denn bei der UN kennt man nicht erst seit heute die amerikanische Regierungspolitik und deren kaum verhüllte Geringschätzung der UN:

Mit der UN wenn möglich, ohne sie, wenn nötig (Clinton-Papier, 1993)

Die NATO (US) sagt also der UN „wo’s völkerrechtlich langgeht“, nicht umgekehrt.

WDR: Der Kosovo-Krieg ist ein klarer Bruch des Völkerrechts. Der deutsche Verteidigungsminister hat ihn mitgetragen. Doch warum?

Ein wichtiger Berater der US-Regierung, Wayne Merry hatte laut WDR Zugang zu den geheimen Planungsunterlagen der US-Regierung. Er sagte im Interview, dass laut Aussagen einiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums, Kosovo nur der Auftakt für weitere Kriege gewesen sei. (Was wir ja inzwischen gesehen haben…)

Mein Kommentar: Quasi ein Testfall für die Akzeptanz von „out of area“ Einsätzen der NATO, die ja eigentlich als Verteidigungsbündnis gilt und nur Mitgliedern „zu Hilfe kommen“ soll, wenn sie militärisch bedroht sind.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hätte man sie eigentlich auflösen müssen, denn die große „Bedrohung“ war ja abhandengekommen. Doch die USA (die ja die NATO auch politisch instrumentalisiert) wollten der Welt demonstrieren, dass die NATO weiterhin eine Existenzberechtigung bzw. einen neuen Zweck hat: durch die unglaubliche Scharade des „humanitären Eingreifens“. (43:02)

WDR: Soll die NATO der neue Weltpolizist werden?  … der deutschen Öffentlichkeit wäre das sehr schwer zu vermitteln gewesen … der Kosovo-Krieg ist immer heftiger geworden.

Als die NATO militärische Ziele in Serbien verfehlte (?!) und versehentlich Flüchtlingstreks angegriffen wurden, sank die Zustimmung in Deutschland. Doch Jamie Shea, NATO-Sprecher verweist auf Bilder, die dieses „Defizit“ wieder korrigierten …)

Operation Hufeisen Scharping Lüge 3WDR: Bilder jugoslawischer Flüchtlinge an der Grenze zu Mazedonien. Jeden Abend, in jeder Nachrichten-Sendung war es nun zu sehen: Leid, Flucht und Vertreibung. Doch in Deutschland haben diese Bilder offenbar nicht ausgereicht. Jetzt hieß es, von langer Hand hätten die Serben die Vertreibung und die ethnischen Säuberung des Kosovo geplant. Mord und Vertreibung im Kosovo erhielten einen Namen: Operation Hufeisen

Clip-Pressekonferenz Scharping: „… zeigt deutlich, dass in klar erkennbaren Abschnitten die jugoslawische Armee, … seit Oktober bis zu Beginn der Verhandlungen im Rambouillet,… diese Vertreibungen schon begonnen hat, das brutale, mörderische Vorgehen schon seit Oktober 1998 geplant und seit Januar 1999 ins Werk gesetzt worden ist …(29:38)

Hufeisen-Scharping Lüge planmäßige VertreibungWDR: Eine Broschüre des BM für Verteidigung sollte demonstrieren, dass die Serben schon seit Jänner 1999 planmäßig vorgegangen seien, doch die Datenzeile des Fotos weckt Zweifel (April 1999) und schon deshalb ist das kein Beweis für den „Hufeisen-Plan“.

Die WDR-Team geht in das Dorf, das angeblich – laut Scharping – schon vor den NATO-Luftangriffen überfallen und in Brand gesetzt wurde und fragt nach. Und wurde die Zivilbevölkerung wirklich planmäßig vertrieben?

Ein Anwohner (siehe Bild) sagt aus:

Augenzeuge Rudobraya Scharping-Lüge 4Die Bewohner haben das Dorf Randubraya am 25.März, nach den Angriffen der NATO verlassen. Wir haben abends den Befehl von der UCK erhalten, die Bevölkerung zu evakuieren. Am 26. März hat es hier keine Dorfbewohner mehr gegeben. Dann erst beschossen uns die Serben mit Granaten. Wir waren UCK-Soldaten … wir (85 Männer) haben uns verteidigt (!) aber es gab auch noch andere von außerhalb.

Auf die Frage, wie sich Scharping über die Lage in den betroffenen Dörfern informiert hatte, antwortet er: über die Luftaufklärung, Zeugenaussagen und OSZE-Beobachter. (Auch das Foto von Sanhovici (das gar nicht so heißt) entstand erst im April 1999, also nach der Bombardierung durch die NATO) (33:23)

WDR: Dieses Dorf wollte die serbische Armee auf besonders heimtückische Weise zerstören, so steht es in der Broschüre des BM für Verteidigung, die Scharping herausgegeben hatte.

Zitat daraus: Man stellt eine brennende Kerze auf den Dachboden, dann öffnet man im Keller den Gashahn.

Das allen fand – laut Scharping – vor den NATO-Angriffen statt als Teil des „Hufeisen“-Planes.

Doch in Petershtika (das falsche „Sanhovici“) erinnert sich die Bevölkerung an etwas ganz anderes: schon im Juni 1998 habe die jugoslawische Armee das Dorf beschossen. Das Feuer wurde in einigen Fällen durch die Granaten ausgelöst (Stroh in Brand etc.) auf gar keinen Fall durch die von Scharping behauptete Methode

WDR: Wieder kein Beleg für den sogenannten Hufeisenplan, wohl aber ein weiterer Beweis für Manipulation und Fälschung im Verteidigungsministeriums.

In einem Interview konfrontiert der WDR Scharping auch mit der Tatsache, dass die „Kerze im Dach-Gas im Keller Theorie auch physikalischer Unsinn ist (Gas ist schwerer als Luft), was den notorischen Lügner und Kriegsverbrecher Scharping aber nicht aus der Ruhe bringt. [ich bezweifle auch, dass die verarmten Albaner eine Gasheizung haben..]

Doch die Recherchen führen dazu, dass die verräterischen Aufnahme-Daten der Bilder aus der nächsten Auflage der Kosovo-Broschüre (28. Mai 1999) entfernt werden. (38:09)

WDR: Mai 1999, BW-Soldaten bereiten sich auf Tornado-Flüge vor. Längst war bekanntgeworden, dass nicht nur militärische Ziele, sondern auch zivile bombardiert wurden [also Kriegsverbrechen] und die Nato setzte sowohl grausame Splitterbomben als auch umstrittene Uran-Munition ein. In Deutschland mehren sich Zweifel daran, ob der Einsatz der Kampfflugzeuge gerechtfertigt sei und … Scharping blieb stichhaltige Beweise für die Existenz des Hufeisenplanes schuldig.

Zwei Jahre nach dem Krieg sagt er dazu: Wir hatten geheimdienstliche Informationen, ich erhielt sie Anfang April 1999 über den Außenminister.

Erst nach einem „Abgleich“ (von HUMINT) mit den Ergebnissen der elektronischen Aufklärung (SIGINT, Abhören von Funk, etc.) sei er dann von der Echtheit des Hufeisen-Planes überzeugt gewesen. (information dominance siehe dazu meine kleine Serie über die CIA)

Heinz Loquai wurde aber auf Anfrage vom BM für Verteidigung mitgeteilt, es habe diesen Plan nie gegeben, nur eine „Darstellung“ der Ereignisse …die auch mit OSZE-Beobachtungen übereinstimmten …

[Mein Kommentar: die Leitung der OSZE-Mission war von den USA manipuliert, sie „sah“ nur, was den amerikanischen Plänen nicht im Wege stand; bestes Beispiel William Walker, der ja auch später nach massiven Protesten zurücktreten musste .. er war es, der das PR-Märchen vom „Massaker von Racak“ in die Welt setlte; der Mann war in seinem früheren Leben, in den 1980er Jahren US-Diplomat in El Salvador … mehr braucht man nicht zu wissen …]

Das Elend der Flüchtlinge und der Hass zwischen den Volksgruppen wurden erst durch die NATO-Bombardierung dramatisch verschärft, das ist eine bittere Tatsache.

Dass „kein Kriegsziel der NATO erreicht wurde“, wie der WDR am Ende resümiert, ist natürlich ein gewaltiger Trugschluss. Man hat alles erreicht, was man – wirklich – wollte, wie weiter oben ausgeführt. General Loquai sagt abschließend, er wollte zu den Lügen (die Verbrechen des Westens verschleiern sollen) in diesem Krieg nicht schweigen, wie man es den Generälen unter Hitler vorgeworfen hatte. Dazu der WDR: Doch die Propaganda sei stärker

„Lügen und Propaganda sind Waffen. Sie töten die Wahrheit“.

Stimmt. Doch in der letzten Konsequenz töten sie auch Menschen. Deshalb ist es unverzeihlich, dass unsere Medien weiterhin vor und während der verbrecherischen US & NATO-Kriege (die seit dem Irak-Krieg immer häufiger „verdeckt“ geführt werden, also ohne dass Soldaten dort sind, sondern eingeschleuste Terror-Banden, wie IS, dafür benutzt werden) alles übernehmen, was ihnen vorgesetzt wird (besonders die „Nachrichten“-Redaktionen gehören wegen passiver Beihilfe zu Völkermord angeklagt).

Wenn Journalisten unter Druck gesetzt werden, sollen sie damit an die Öffentlichkeit gehen und sich solidarisieren, anstatt sich zur Rechtfertigung von Verbrechen missbrauchen zu lassen.

Scharping hat also von Anfang bis Ende gelogen, um die deutsche Öffentlichkeit zu manipulieren und einen Krieg zu legitimieren, der ein schweres Verbrechen war.

Dass dafür an die Schuldgefühle der Deutschen appelliert wurde und man Vergleiche mit den ungeheuerlichen Verbrechen der Nazis dafür benutzte, wieder Krieg, Vertreibung, die Zerstörung einer friedlichen, lebenswerten Gesellschaft zu legitimieren, ist unfassbar zynisch und widerlich.

Die meisten Verbrechen, die Milosevic angelastet wurden, hat die NATO (vor allem die USA – auch über die KLA und dafür benutzte Islamisten – mit Billigung Deutschlands) indirekt „selbst“ begangen.

Die moralische Empörung, das Mitgefühl und Rechtsempfinden der deutschen Bevölkerung dafür zu missbrauchen, genau das zu rechtfertigen, was man dem Opfer der Aggression vorwirft und selbst getan hat –VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT (wirtschaftliches Elend durch IWF-Auflagen, Aufhetzung von Volksgruppen, Mordanschläge auf serbische Polizisten, Terror gegen die Zivilbevölkerung – auch Albaner, die gegen die UCK waren – und dann, wenn die serbischen Sicherheitskräfte dagegen vorgehen, laut aufzuschreien und mit „humanitärem Bombenhagel“ zu beantworten ) ist auf der Skala der Skrupellosigkeit nicht mehr zu überbieten.

Dass Leute wie Scharping, Fischer, (von den amerikanischen Politikern ganz zu schweigen) heute noch frei herumlaufen, ist ein Skandal.

Aber solange die Medien immer erst Jahre später die Hintergründe und Vorwände für diese Verbrechen aufdecken, wird sich nichts ändern.

Kosovo war ein Testfall: man wollte sehen, wie weit man die Medien in der Hand hat, wie weit „information warfare“ dazu führt, dass die Emotionalisierung der Massen das eigene Denkvermögen ausschaltet. Ob man das Völkerrecht „bedarfsgerecht“ benutzen kann. Es war ein voller Erfolg.

„Mitleid“-Stories über Flüchtlinge statt Anprangern der verbrecherischen Politik, die dahinter steht – vor allem die verordnete Blindheit gegenüber dem Schurkenstaat USA – helfen da nicht weiter, sie zeigen nur, wie tief unsere Presse gesunken ist. (Monitor ist dabei nur die Ausnahme der Regel …)

SWP: Volksverblödung durch die Denkfabrik

quotation-ramsey-clark-world-war-crimeWährend das geplante Morden und Sterben in Syrien (und anderswo) weitergeht und der außenpolitische Bumerang zu uns zurückkommt (riesige Flüchtlingswelle über das Mittelmeer), müssen wir uns fragen, wieso unsere Politiker die barbarische Zerstörung des syrischen Staates tatenlos hinnehmen bzw. als treue Vasallen der USA sogar unterstützen.

WIR NEHMEN EUCH DAS DENKEN AB …

Eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung von Entscheidungsträgern und Journalisten spielen die sogenannten „Think-Tanks“, die seit den 1980er Jahren als gemeinnützige „Stiftungen“ wie Pilze aus dem Boden schossen. In Deutschland gehört die „Stiftung Wissenschaft und Politik(SWP) zu den wichtigsten Beratern der Bundesregierung und des Bundestages in außenpolitischen Fragen und deren Mitarbeiter werden auch von Journalisten gerne (und unkritisch) als Experten für diesen Politikbereich herangezogen.

Der Direktor der SWP, Dr. Volker Perthes ist einer der häufigsten Interview-Partner, wenn es um Fragen des Nahen Ostens geht. Er wurde z.B. letzten Freitag, am 14.8.2015 im österreichischen Rundfunk (ORF / Ö1 „Kontext“ – kann noch bis Donnerstag „nachgehört“ werden ) zu seinem neuen „Essay“ mit dem Titel „Das Ende des Nahen Ostens, wie wir ihn kennen“ befragt, der auch in den Printmedien präsent war.

Ich habe dieses Werk nicht gelesen, kann also keinen Kommentar zum konkreten Inhalt abgeben, doch die während des Interviews zitierten bzw. gefallenen Aussagen sind so skandalös, dass man sie nicht einfach stehen lassen kann. Einige irreführenden Schlagwörter daraus sollen hier hinterfragt werden:

1 „MEGATREND“  ORDUNGSZERFALL (oder Polit-Alzheimer?)

Zunächst wird von Wolfgang Ritschl (ORF) festgestellt, dass laut Perthes „in Syrien, im Irak oder in Libyen die staatliche Ordnung zerfallen [sei], der Begriff „Ordnungszerfall aber den ganzen Nahen Osten betreffe.

KOMMENTAR: die staatliche Ordnung in diesen Ländern ist natürlich nicht „zerfallen“, sondern von außen zerstört worden.

Das ist ein Riesenunterschied: „Zerfall“ suggeriert ja, dass der Abbau-Prozess von innen in Gang gesetzt wurde, quasi eine natürliche Auflösung von Strukturen, die schon immer wackelig waren und es nur eine Frage der Zeit war, bis sie nicht mehr tragfähig sind. Der „Arabische Frühling“ als fabrizierter Deutungsrahmen sollte ja bewirken, dass „Aufstände“ in diesem Kontext als spontan und hausgemacht wahrgenommen werden.

Doch die staatliche Ordnung im Irak, in Libyen und in Syrien wurde bewusst von außen attackiert und demontiert: durch eine gezielte „Destabilisierungskampagne“, wie man sie aus aus inzwischen freigegebenen Dokumenten der Geheimdienste kennt.

Das verdeckte Anzetteln von „Volksaufständen“ und „Bürgerkriegen“ (schon lange im Repertoire der britischen und amerikanischen Geheimdienste, auch in Syrien) wurde nach dem kalten Krieg durch moderne Methoden ergänzt: die subversive Unterwanderung der Zivilgesellschaft durch dutzende amerikanische NGOs (Tarnbegriff: „empowering civil society), woraus dann „Color revolutions“ und andere Inszenierungen „demokratischer Opposition“ hervorgehen. Die Gewalteskalation wird – wenn nötig – durch Einschleusen von Sonderkommandos bewirkt, die sowohl staatliche als auch zivile Kräfte umbringen, aber diese Verbrechen dann der Regierung in die Schuhe geschoben werden. Dann „muss“ die „Staatengemeinschaft“ militärisch eingreifen, um den Schurken zu besiegen …

LIBYEN

Die USA haben schon seit den 1980er Jahren – mit allen Mitteln – versucht, Gaddafi zu stürzen, das ist ausreichend belegt und wird sogar zur Erheiterung bei politischen Reden benutzt; hier eine kleine Anekdote von Robert Gates, die er 2010 erzählte:

Gates speech 2010 overthrow GaddafiAls ich in den 1980er Jahren stellvertretender Geheimdienst-Direktor war, wurde ich über einen Plan informiert, Luftballons über Libyen loszulassen, mit einem Flugblatt daran, das eine Aufforderung zum Sturz der Regierung enthielt. Ich sagte ihnen, sie sollten sicherstellen, dass darin Gaddafi wörtlich erwähnt wird, weil ich mir vorstellte, wie starke Winde diese „stürzt eure Regierung“-Ballons nach Ägypten trieben. Ich dachte, Präsident Mubarak wäre nicht erfreut darüber …“ [der „ewige“ Mubarak war ein Protegé der USA)

Von subversiven „Luftballons“ über Wirtschaftssanktionen, einen organisierten Flugzeugabsturz, eine mediale Hetzkampagne, NATO-Bomben … bis zur barbarischen Ermordung Gaddafis durch herangezüchtete Terroristen der USA, die „Toolbox“ der amerikanischen Außenpolitik ist sehr vielseitig und lässt die Mafia blass aussehen. Mehr über die politischen Hintergründe (und Abgründe) zur Gewalt gegen Libyen siehe hier, hier und hier.

IRAK

we dont do tortureWas den „Zerfall“ des Irak betrifft, ist ja ausreichend dokumentiert, wer das Land zerstört und Millionen Menschen auf dem Gewissen hat: die USA (und im Hintergrund Israel). Ebenso ist klar, dass das Theater um die „Massenvernichtungswaffen“ ebenso inszeniert war, wie die „Brutkastenlüge“. Wieder eine gezielte, mediale Hetzkampagne gefolgt von einer „Show“ vor der UN, Lügen aus London, und schließlich (nach Ausschaltung der irakischen Luftabwehr in gewohnt feiger US-Manier) ein Bombenhagel, „Shock and Awe“ für die Zivilbevölkerung.

Der Irakkrieg, die grausame Besatzung, die neoliberale Transformation der irakischen Wirtschaft, die Erschaffung von Terror-Banden (Salvador Option), der inszenierte „Religionskrieg“, der Einsatz von Uran-Munition, daraus resultierende, häufige Missgeburten und hohe Krebsraten, das qualvolle Sterben von 500.000 Kindern (wegen Sanktionen und verseuchtem Trinkwasser) all das sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für die die verantwortlichen US-Politiker (und ihre „Partner“) verurteilt werden müssten (in diesem Fall plädiere ich für die Todesstrafe).

Mehr über die Verbrechen im Irak siehe hier und hier.

SYRIEN

HufPo golden age of SOCUnd auch im Fall Syrien ist klar, dass hier nichts „zerfällt“, sondern der Staat bewusst zerstört wird. Nach dem negativen „Image-Fall-Out“ des Irakkriegs (tote US-Soldaten, Amoklauf und Selbstmorde von Soldaten, Wikileaks-Enthüllungen, Folter in Abu Ghraib etc.) begann das „goldene Zeitalter“ der US-Spezialkommandos: um einen Staat zu zerstören, schickt man nicht mehr bewaffnete Männer in Uniform, sondern bewaffnete, vermummte Männer aus dem Ausland, also indoktrinierte, von westlichen SOC-Militärs ausgebildete, terroristische Guerilla-Kämpfer, die man zuerst als „proxies“ (Stellvertreter, nützliche Idioten) benutzt, um ein Land „aufzuweichen“ und dann als Vorwand, um dort mit militärischen Mitteln einzugreifen (was wir ja in Syrien am Beispiel IS gesehen haben, aber auch in Jugoslawien und natürlich in vielen afrikanischen Ländern, wo auch Frankreich dabei ist).

2 DER  FALSCHE  RELIGIONSKRIEG

Hands Off syriaEin zweites Schlagwort von Perthes ist die „konfessionelle Polarisierung“ (also der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten). Dazu wird im ORF-Interview folgende Passage zitiert:

Die konfessionelle Polarisierung zwischen Sunniten und Schiiten fördert eine Spirale aus Hass und Angst und stellt die Hoffnung in Frage, dass Staaten und Gesellschaften einfach wieder zusammenfinden werden, wenn nur die eine oder andere Terror-Organisation besiegt oder das eine oder andere Regime gefallen ist.“

KOMMENTAR:

Die „konfessionelle Polarisierung“ ist aber nicht (wie suggeriert wird) der Normalzustand im Irak oder in Syrien, sondern das Ergebnis der perfiden „Intervention“ und Destabilisierung von außen. Im Irak haben Schiiten und Sunniten größtenteils friedlich zusammengelebt, auch untereinander geheiratet, es gab keine religiöse Ghettoisierung. Die Baath-Partei (zu der Saddam Hussein gehörte) hat mit Religion gar nichts am Hut, sie ist ja sozialistisch (geht auf die Zeit Nassers zurück) und Irak war natürlich ein säkularer Staat. Heute gibt es in Bagdad – dank der dunklen Machenschaften der USA – ein Apartheid-System: in einem Viertel leben die Shia, in einem anderen die Sunnite, eine Atmosphäre aus gegenseitigem Misstrauen, Verbitterung und Angst ist das Ergebnis.

great mosque damascusSyrien war seit vielen Jahren das Vorzeigeland im Nahen Osten, wenn es um die friedliche Ko-Existenz der Religionen ging, dafür sorgte die Regierung (was immer man ihr auch sonst vorwerfen kann). Die brutale Gewalt der eingeschleusten, ausländischen Terrorbanden, von denen viele von den Saudis zu religiösen Fanatikern (Takfiris) gemacht wurden, richtet sich gegen alle anderen Religionsformen des Islam, die als „häretisch“ wahrgenommen werden und auch gegen Christen. Sie sind nur eine Neuauflage der von den USA konstruierten Terrorbanden in Lateinamerika, nur eben mit religiöser Verbrämung.

Die „konfessionelle Polarisierung“ wie sie Herr Perthes nennt, ist also Folge eines teuflischen Plans ausländischer Mächte, die unter dem Deckmantel eines „Religionskrieges“ einen Stellvertreter-Krieg führen (getarnt als „Bürgerkrieg“) und im Hintergrund die Fäden ziehen. Das hat Seymour Hersh schon 2007 in seinem Artikel The Redirection beschrieben.

Die Gewalt im Irak, in Libyen und in Syrien war/ist zu 100% „importiert“ und hat nichts mit einer demokratischen Volkserhebung oder authentischer Religion zu tun.

Das ist nur die „cover-story“ für die Verbrechen der involvierten Geheimdienste. Von dieser dunklen Seite der Macht spricht Herr Perthes allerdings nie, für ihn gibt es gegenüber den Medien nur Staaten und ihre Bevölkerung, alle anderen (sehr mächtigen Akteure) ignoriert er einfach.

Seine fünf-minütigen „Analysen“ in der Tagesschau sind für Dummköpfe.

DIE  (ETWAS ANDEREN) „SELBSTMORD-ATTENTÄTER“

 Wie diese „Spirale aus Hass und Angst“ zustande kam, lässt sich auch durch eine Geschichte verdeutlichen, die der Analyst Marius Nazemroaya bei einem Vortrag (siehe Video weiter unten) erzählt hat:

Ein junger Iraker sagte ihm, er habe sich bei den Amerikanern gemeldet, um sich als Polizist ausbilden zu lassen. Er wunderte sich darüber, dass er den Großteil der Ausbildung mit dem Lenken von Fahrzeugen verbrachte. Eines Tages wurde er angewiesen, mit dem Auto an einen Ort in der Stadt zu fahren und dann eine bestimmte Nummer anzurufen. Er stellte also den Wagen ab und wollte telefonieren. Doch die Verbindung war so schlecht (kam nicht zustande), dass er ausstieg und es in einiger Entfernung noch einmal versuchte. Als er die Nummer gewählt hatte und es läutete, explodierte das Fahrzeug. Es stand vor einer Moschee. Zerrissene Körper, überall Blut, Szenen des Grauens spielten sich ab.

Dann wird natürlich verbreitet, hier habe ein religiös-motivierter Anschlag stattgefunden, um den Hass zwischen Sunni und Shia anzustacheln. Irgendwann gibt es einen Vergeltungsschlag und so entsteht ein „Religionskrieg“, der nach dem alten Kolonialprinzip „divide et impera“ funktioniert und in Wahrheit nichts mit Religion zu tun hat …(das haben die Briten ja schon vor vielen Jahren u.a. in Indien vorexerziert…)

USSAPerthes Darstellung soll den Eindruck verstärken, dass es sich dabei um ein regionales Phänomen handelt. Das stimmt aber nur insofern, als Saudi Arabien (selbst ein Konstrukt des britischen Empires) die treibende Kraft der Radikalisierung des Islams ist (Der dort praktizierte, brutae Wahabismus wird aber von den seriösen Religionsgelehrten in anderen Ländern strikt abgelehnt) und hunderte Koranschulen finanziert hat.

Ein Interview über den „Zerfall“ sprich die Zerstörung, das inszenierte Chaos des Nahen Ostens zu geben, ohne auch nur ein Wort über die wirkliche Rolle der USA und ihrer Vasallen wie die Türkei oder Israel, aber auch Frankreich und Großbritannien zu verlieren, ist allerdings mit seriöser Politikwissenschaft unvereinbar (und mit seriösem Journalismus auch nicht).

Aber Perthes kann sich darauf verlassen, das ihm ein „Stenographen- oder „Papageien-Journalist“ gegenüber sitzt, der nichts hinterfragt.

3 WOHER  KOMMT  DAS  PHÄNOMEN „IS“?

isis-a-creature-of-usaudisraelZur Frage, ob mit einem Sieg über IS „nicht so wahnsinnig viel gewonnen sei“ (ORF) sagt Perthes u.a.:

Wir müssen uns immer klarmachen, einen solchen Herrschaftsverband könnte es nicht geben, wenn wir es mit funktionierenden Staaten zu tun hätten, die ihre Bürger mitnehmen, inkludieren würden und das ist in Syrien, im Irak nicht der Fall und in v.a. Ländern der Region haben wir da zumindest große Defizite.“

KOMMENTAR: Auch das ist eine sehr irreführende Aussage, denn der „Erfolg“ von IS, ja seine bloße Existenz ist nicht die Folge fehlender „ Inklusion“ in diesen Staaten, wie Perthes suggeriert und auch nicht der fehlenden Demokratie.

Was ist denn nun ein „funktionierender Staat“?

Libyen, Syrien und Irak haben insofern als Staat gut „funktioniert“, als sie ihren Bürgern eine gute Infrastruktur, Bildung, ein staatliches Gesundheitssystem und ein nicht von US-Finanzinteressen dominiertes Wirtschaftssystem geboten haben und staatlich gestützte Preise für die nötigsten Produkte, also keine „Marktherrschaft“ wie bei uns.

Libyen unter Gaddafi hatte den höchsten Entwicklungsstandard aller afrikanischen Länder (niedrigste Kindersterblichkeit, höchstes pro-Kopf Einkommen, höchste Lebenserwartung, Zugang zu Bildung, geringste soziale Ungleichheit, etc. laut HDI) und viele aus Nachbarländern geflüchtete Afrikaner fanden dort Arbeit (die jetzt alle zu uns kommen wollen).

Es gab in diesen Ländern keine politische Freiheit, das ist richtig, aber die Menschen mussten nicht Angst haben, dass jeden Tag irgendwo eine Bombe losgeht, oder Terrorbanden einfallen, wie das heute der Fall ist. Auch waren die Strukturen nicht demokratisch, das stimmt, doch weder in Libyen noch im Irak wäre es deshalb zu solchen Gewaltexzessen gekommen.

„IS“ ist nicht entstanden, weil diese Staaten „nicht funktioniert“ haben, sondern weil man sie als außenpolitisches Werkzeug benutzt, um zu zerstören, was sich dem USraelischen Hegemon (bzw. der neoliberalen Weltordnung) nicht unterordnen will.

Herr Perthes will damit wohl suggerieren, dass der „Bürgerkrieg“ in Syrien durch die politische Unterdrückung entstanden ist (die autoritäre Regierung von Assad), also quasi eine natürliche Entwicklung sei. Das ist aber völlig falsch.

Es ist gar kein „Bürgerkrieg“, denn die echte syrische Opposition wollte weder Gewalt anwenden, noch die Einmischung fremder Mächte. Der „Volksaufstand“ wurde inszeniert, die politische „Opposition“ (Syrer im Ausland) vom Westen finanziert und organisiert, die ausländischen Terrorgruppen über die Türkei und Jordanien eingeschleust, von den Saudis und Katar finanziert, von Israel am Golan unterstützt, usw. (Siehe dazu auch diesen Beitrag)

Wieso Herr Perthes als „wissenschaftlicher Berater“ durchgeht, obwohl er eine völlig eindimensionale, realitätsfremde Version der Probleme in diesen Ländern kolportiert, ist mir ein Rätsel. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte bzw. Regierungen in der Region und spricht nie von den geopolitischen Hintergründen und den hegemonialen Interessen der USA.

4 DIE  LÜGE  VOM  „HERAUSHALTEN“

Die SWP verbreitet diese völlig falsche Darstellung über das „Spielfeld“ (der Zerstörung) im Nahen Osten – Auszug aus einem Artikel von Perthes, erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 10. März 2015:

SWP kein Interesse an Neuordnung BSDas ist natürlich völliger Unsinn und eine Beleidigung für die Intelligenz der Leser (aber anscheinend nicht der Journalisten, die so etwas drucken und vervielfältigen).

Wie ich oben bereits skizziert habe (und was ausreichend dokumentiert ist), sind die „internationalen Spieler“ – allen voran die Weltmacht USA– natürlich ganz und gar nicht daran interessiert, sich aus den Machtverhältnissen der geostrategisch enorm wichtigen Region „herauszuhalten“. Das ist völlig absurd. Es geht ja nicht nur um die Öl- und Gasvorkommen, die Kontrolle der Verteilung der Ressourcen als Machtfaktor, sondern auch darum, auf dem Weg nach „Eurasien“ (siehe Brzezinski) alle Verbündeten Russlands aus dem Weg zu räumen und auch den Interessen Chinas in der Region zu schaden.

Auch die sprachliche Argumentation von Perthes ist Non-Sense: Er behauptet etwas  in einem Satz, negiert es im zweiten und „bestätigt“ dann im dritten die falsche Prämisse:

  1. die USA will sich heraushalten. Dann räumt er ein, dass man
  2. zwar weiterhin Interessen wahrt und „Partner“ unterstützt (sprachliche Verharmlosung von Subversion und versteckter Aggression) und
  3. interpretiert „Luftschläge, Ausrüstung und Training“ (für Terrorbanden, die man selbst erschaffen hat) und massive Eingriffe in die Souveränität anderer Länder und schwere Völkerrechtsbrüche) als Zeichen für Zurückhaltung und Vorsicht.

Hat der Mann noch alle Tassen im Schrank? Kann er zwischen „plausible deniability“ und echten politischen Absichten nicht unterscheiden? Dieser Gedanke lässt sich angesichts solchen Schwachsinns nicht unterdrücken.

Saban Brookings Syria 2012Vielleicht sollte er mal bei Brookings nachschlagen (auch ein geistiger „Anstifter“-Verein, der sich Think-Tank nennt), dort konnte man schon vor Jahren nachlesen, was Sache ist. (Der Deal mit dem Iran war natürlich nicht vorgesehen)

Seine Glanzleistung an totaler Verdrehung der politischen Tatsachen „sie haben weder Interesse noch Intention, Strukturveränderungen in diesen Ländern der Region selbst auf den Weg zu bringen oder gar politische Ereignisse zu bestimmen lässt den Leser fassungslos auf die Zeilen starren. Dieser Mist wird natürlich vom ORF-Journalisten im Interview brav wiedergekäut – schließlich hat man doch einen „Nahostexperten“ vor sich, oder?

ORF / WOLFANG RITSCHL: „Nun erscheint die Situation insofern heute ganz anders weil es keine externen Mächte … gibt, die dem Nahen Osten eine neue Ordnung aufzwingen wollen oder die dazu in der Lage wären“ (!)

Dass die Weltmacht USA, flankiert von ihren Vasallen und Klienten in Europa und der Region, „keine Absicht hat, politische Ereignisse dort zu bestimmen“, sollen wir glauben, nachdem wir seit „911“ Zeuge der Ausbreitung einer gigantischen Propaganda-, Überwachungs- und Gewaltmaschinerie geworden sind, die sich über alle Rechtsnormen hinwegsetzt, um amerikanische Interessen unter dem Deckmantel der „Terrorbekämpfung“ durchzusetzen, hat Herr Perthes das verschlafen? Dass seit fünf Jahren eine skrupellose Hetzkampagne gegen die Assad-Regierung läuft (vom Washington, Paris und Tel Aviv organisiert), hat er das vergessen?

Der Mann ist ein solcher Scharlatan, dass einem die Spucke wegbleibt und kein Journalist stellt in Frage, was er von sich gibt ….unglaublich, diese Konformität des Denkens.

FAKT: DIE BRUTALE NEUORDNUNG IST SCHON SEIT „911“ IM GANGE

Schon seit 2003 ist bekannt, dass bestimmte Machteliten in den USA (vor allem die Israel-hörigen „Neocons“) die Fragmentierung der Region geplant haben.

brithpangs ME riceCondoleeza Rice sprach von „den Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens“ während im Libanon Zivilisten von Israel bombardiert wurden.

Leslie Gelb, der emeritierte Präsident des CFR argumentierte schon 2003 in der New York Times, die beste Lösung im Irak sei die Aufteilung in drei Ministaaten für Sunniten, Schiiten und Kurden.

Projected-New-Middle-East-MapDer pensionierte US-Geheim-dienst Offizier Ralph Peters präsentierte im Juni 2006 im „Armed Forces Journaleine Karte für einen „besseren Nahen Osten“, die die Neuordnung (Balkanisierung nach religiöser Zugehörigkeit oder Volksgruppe) deutlich machte. (Peters forderte öffentlich die Ermordung von Julian Assange, nach den Wikileaks Enthüllungen über die Brutalität und Kriegsverbrechen des US-Militärs im Irak).

  • Die amerikanische, vielfach ausgezeichnete Auslands-Journalistin Robin Wright (und quasi Kollegin von Volker Perthes, da sie auch für USIP arbeitet, (gegründet 1984 als Moral-Fassade von Reagan) wo ähnlich „profunde“ (irreführende) Analysen verbreitet werden, wie von der SWP) legte im September 2013 in der NYT noch nach und zeigte eine Landkarte, in der aus fünf Ländern (Libyen, Irak, Syrien, Saudi Arabien und Yemen) 14 neue Einheiten geformt werden (wieder getrennt nach Religionsgruppen oder Stammeszugehörigkeit).

Robin-Wrights-Remapped-Middle-East

Auch sie fördert den Eindruck, dass dieser „Zerfall“  quasi die Lösung für die „natürlichen“ Spannungen in der Region zurückzuführen sei. Bei Libyen spricht sie von über 100 bewaffneten Milizen, die sich im Land herumtreiben, doch kein Wort davon, dass dieses Chaos  ja von der USA / NATO verursacht wurde und unter Gaddafi solche Zustände nicht möglich waren.

Wer aus „Zerstörung“ einen „Zerfall“ macht, kann nur als Geschichtsfälscher bezeichnet werden.

ZU BEACHTEN:

Yinon 1Alle oben genannten „Neuordnungen“ lassen sich in wesentlichen Punkten auf den Yinon-Plan Israels zurückführen der ja schon Anfang der 1980er Jahre entstand und sowohl den „Zerfall“ des Irak als auch Syriens als strategisches Ziel erster Ordnung für Israel bezeichnet (beide unterstützten ja den Freiheitskampf der Palästinenser gegen die verbrecherische Besatzung und sind daher Feinde Israels).

Hier eine Textstelle (22) daraus, übersetzt von Israel Shahak 1982:

The dissolution of Syria and Iraq later on into ethnically or religiously unqiue areas such as in Lebanon, is Israel’s primary target on the Eastern front in the long run, while the dissolution of the military power of those states serves as the primary short term target. Syria will fall apart, in accordance with its ethnic and religious structure, into several states such as in present day Lebanon, so that there will be a Shi’ite Alawi state along its coast, a Sunni state in the Aleppo area, another Sunni state in Damascus […].

PerthesPerthes spricht angesichts dieser Tatsachen von „“kein Interresse an einer Neuordnung“ durch ausländische Mächte. Wie verrückt ist das? Will uns der Mann verarschen? Wird er dafür bezahlt?

Perthes-Zitat aus dem ORF-Interview:

„…Politisch ist es sinnvoll, nach den Bedingungen zu fragen… um die Bürgerkriege zu beenden und die betroffenen Staaten wieder zusammenzubauen .“

Wer hätte denn, nach ihrer Meinung Herr Perthes, unter den Mächtigen, ein echtes Interesse daran, diese Staaten „wieder zusammenzubauen“? deren perfide Zerstörung (am Beispiel Syriens) auch die SWP mit ihren „Empfehlungen“ legitimiert hat:

  • Die SWP hat monatelang dafür „geworben“, dass die Bundesregierung sich an einer „militärischen Intervention“ in Syrien beteiligt und sie wegen ihrer Zurückhaltung massiv kritisiert: Die Weigerung, militärisch einzugreifen, „würde die deutsche Außenpolitik diskreditieren“ und „moralisch massiv unterminieren“ so Dr. Markus Kaim, SWP.
  • Kaim schlägt später auch vor, „Spezialkommandos“ zur Unterstützung der Rebellen einzusetzen und militärische Einrichtungen in Syrien zu sabotieren, was natürlich alles schwere Verbrechen sind, aber anscheinend ist alles erlaubt, um Assad zu vernichten …
  • Die SWP hat also einen kriegerischen Akt als legitim angesehen (Tarnbegriff: „militärische Intervention“ – klingt moralisch steriler und harmloser als Krieg) obwohl es dafür kein UN-Mandat gibt, also Deutschland damit einen Bruch des Völkerrechts begangen hätte; für die SWP läuft das unterVerantwortung übernehmen“ (R2P)
  • Die SWP hat schon 2012 (mit dem amerikanischen USIP) einen Plan für die Zeit nach dem Sturz Assads ausgearbeitet (The Day After) – mit welchem Recht wird hier in die inneren Angelegenheiten Syriens eingegriffen? (Was wäre, wenn Assad oder Putin finden würde, „Merkel muss weg“ und (nachdem er einen „Militärschlag“ fordert) einen Plan „für danach“ ausarbeitet? Wer würde das tolerieren???)
  • Alle Papiere der SWP basieren auf der Prämisse „Assad muss weg“ und alles was dafür „notwendig“ ist, ist auch legitim. Also auch eine konfrontative, deutsche Militärpolitik. Was hat das mit „unabhängiger Wissenschaft“ zu tun?

Die SWP befürwortet den Einsatz von Gewalt für politische Zwecke in Syrien (außer bei Assad …) getarnt als „notwendiges Eingreifen“ . Was ist daran „unabhängig“ oder „wissenschaftlich“?

 

Perthes empfiehlt IT Sabotage IranVolker Perthes war es auch, der in Washington vorgeschlagen hat, die (legalen) iranischen Atomanlagen mit einem Virus zu sabotieren, was ja auch durch „Stuxnet“ passierte (der Mann ist also eigentlich ein Straftäter)

 

Am 14.12.2010 beschließt der Bundestag die Entsendung von deutschen Soldaten und Patriot-Raketen in die Türkei (ein illegaler Akt, den 62% der Deutschen lt. DIMAP-Umfrage ablehnen.) Dr. Markus Kaim von der SWP ist auch dagegen, aber nicht aus moralischen Gründen, sondern weil er darin nur eine leere „Drohgebärde“ sieht. (Die angebliche Bedrohung der Türkei durch Syrien – das sich ja nur verteidigt – ist ein Witz, der die Sache moralisch legitimieren soll).

Gestern (16.8.2015) wurde gemeldet, dass die deutschen Truppen samt Raketen demnächst wieder abgezogen werden.

Kaim befürwortet auch Waffenlieferungen an die kämpfende „Opposition“ (die zu 95% aus Ausländern besteht – siehe Biden in Harvard)

Es sieht so aus, als ob die SWP manchmal wie ein „Good Cop – Bad Cop“ Team funktioniert: während Kaim darauf drängt, den notwendigen „Militärschlag“ (und noch mehr subversive Gewalt) zu verwirklichen, warnt ein anderer SWP-Experte vor einer Erosion des Völkerrechts (R2P ist ja keine völkerrechtliche Norm, sondern eine Erfindung der Kommunikationsstrategen, um außenpolitische Verbrechen moralisch zu legitimieren). Doch die Kriegs-Befürworter des SWP sind medial immer präsenter als die Völkerrechts-Bewahrer, so kann man US-freundliche „Politikberatung“ machen und den Anschein erwecken, man sei „unabhängig“.

(Quelle für diese Informationen und ausgewählte Text-Passagen siehe IMI-Bericht hier)

4 DIE  SWP und DAS  GIFTGAS-MÄRCHEN

Agnes mariam GhoutaDer Giftgasanschlag am 21. August 2013 –in Ghouta (Vorort von Damaskus) soll natürlich der „catalyzing event“ werden, der so viel moralische Empörung erzeugt, dass der Krieg nun beginnen kann. (Dass vorher auch auf syrische Soldaten ein solcher Anschlag verübt wurde, – siehe Lavrov unten – bleibt in den Medien unerwähnt)

Im Gegensatz zur SWP traut sich ein mutiger Akademiker der Uni Mainz, Prof. Dr. Günter Meyer, das auszusprechen, was Perthes & Co. nie thematisieren: die perfide Rolle der USA im Nahen Osten. Er sagte im ZDF am 27. August 2013 („Rote Linie überschritten? Greift der Westen in Syrien ein?“) folgendes: (siehe zuerst Bild)

Günter Meyer gefälschte Beweise USAAllein die Aufständischen dürften das inszeniert haben. […] Wir haben schon einmal gesehen, welche Belege die Amerikaner vor dem Einmarsch in den Irak vorgelegt haben. Diese

kann man beliebig fälschen und auslegen.

Er weist auch darauf hin, dass die UN-Kommission ja nicht beweisen sollte, wer für die Anschläge verantwortlich ist, sondern nur dass Sarin verwendet wurde.

Im Gegensatz dazu sprach Volker Perthes am 26. August 2013 in den „Tagesthemen“ der ARD wieder ganz im Sinne der Kriegstreiber  in Washington und Tel Aviv:

Ich glaube ich muss klar sagenich weiß es nicht, ich war ja nicht dort, aber wahrscheinlicher und plausibler ist, dass das Assad-Regime die Waffen eingesetzt hat.“

Das könne man daran erkennen, an welchen Orten es eingesetzt worden sei, welche militärische Lage dort geherrscht habe und wer überhaupt die Möglichkeit habe, in solchen Mengen systematisch (?) Giftgas einzusetzen. (siehe dazu auch Tagesschau vom 27.8.2013)

Diese Bewertung von Perthes ist wieder IRREFÜHREND UND UNWAHR (er plappert nur die Desinformation des US-Außenministeriums nach), denn wir wissen durch die investigative Arbeit von Seymour Hersh, dass die „Rebellen“ durchaus in der Lage waren und sind, Sarin herzustellen und die Geheimdienste bzw. das US-Militär das auch wussten. Eine geheime Studie der DIA bestätigte laut Hersh, dass Al Nusra Terroristen Sarin herstellen konnte und auch Zugang zu anderen Chemiewaffen hatte.

MIT rockets CW not from syrian armyAußerdem hat eine Studie des MIT bewiesen, dass die Amateur-Raketen mit dem Sarin nicht aus syrischen Positionen abgefeuert werden konnten (sie hatten nicht die technische Reichweite), sondern von den „Rebellen“ stammen musste.

Hersh bestätigt auch, dass es eine geheime Kooperation zwischen der USA und dem Trio Infernal Saudi Arabien, der Türkei und Katar gibt. Schon 2012 wurde von Washington eine „Rattenlinie“ autorisiert, also eine von der CIA überwachte Schmuggelroute für Waffen und Munition von Libyen über die Süd-Türkei nach Syrien zu genau jenen „Terroristen“, die man angeblich bekämpfen wollte.

 In einer E-Mail von STRATFOR vom 7.12.2011 wird bereits ersichtlich, dass die „Entfernung“ Assads von langer Hand geplant war und man trotz erschwerter Verhältnisse (syrische Luftabwehr nicht ausgeschaltet) guten Mutes war, das Land in die Knie zu zwingen:

Obama’s people were “saying that the idea ‘hypothetically’ is to commit guerrilla attacks, assassination campaigns, try to break the back of the Alawite forces, elicit collapse from within. There wouldn’t be a need for air cover, and they wouldn’t expect these Syrian rebels to be marching in columns anyway.”

Und hier sehen wir auch wie der “Zerfall” erreicht werden sollte: Guerilla-(Terror)-Taktiken, systematische Mordanschläge, den „alawitischen Truppen das Rückgrat brechen“, den Zusammenbruch „von innen“ herbeiführen …

 HAT  DIE  SWP  DAVON  ETWAS  MITBEKOMMEN?  WELCHE ART VON „BERATUNG“ WIRD HIER EIGENTLICH PRAKTIZIERT?

Der dramatische Hinweis von Perthes (in den o.a. Tagesthemen) es gäbe ein „Chemiewaffenverbot“, das auch für Syrien zu gelten habe und man dürfte nicht den Eindruck erwecken, dass jemand ungestraft Chemiewaffen einsetzen könne, deshalb müsse der Westen jetzt „reagieren“, klingt ja wunderbar, zeigt aber wieder, wie voreingenommen der Mann ist (und dass er die israelischen Absichten unterstützt …)

Denn er geht stets davon aus, dass alle Gräueltaten, die in Syrien verübt werden, von Assad angeordnet sind.

SWP bias(Bild: IMI) Dass die vom Westen unterstützten Rebellen das Giftgas eingesetzt haben (um es Assad in die Schuhe zu schieben und damit die „Intervention“ zu rechtfertigen, wird von Perthes erst gar nicht in Betracht gezogen (jedenfalls nicht gegenüber den Medien).

Auch neueste Meldungen bestätigen, dass IS chemische Waffen benutzt (diesmal gegen die Kurden)

Perthes „freundliche“ Haltung zu aggressiven Kreisen in Washington äußert sich auch in folgendem Satz:

Wenn die Amerikaner sich entscheiden zu handeln, … (auch ohne UN-Resolution) dann wird Deutschland, denke ich, dürfte Deutschland (meiner Ansicht nach) nicht im Wege stehen …

Gleichzeitig „empfiehlt“ Dr. Margarete Klein, ebenfalls SWP, man müsse Druck auf Russland machen, Moskau die Gefahr seiner Isolation verdeutlichen, wenn es die Forderung, Assad an einer politischen Lösung zu beteiligen, nicht aufgibt.

Russlands intensive Bemühungen für eine diplomatische Lösung „müssen also aufhören“, so damals die SWP, das „militärische Eingreifen“ (verdeckt – sowieso schon die ganze Zeit), Waffenlieferungen, etc.wird als „notwendig“ präsentiert.

Der russische Außenminister Lavrov betonte damals in einem Interview, dass die Bemühungen Russlands (die Konfliktparteien in Syrien an einen Tisch zu bringen) von der „Opposition“ torpediert wurden. Hier ein Zitat daraus:

„Der Ablauf der Ereignisse mache klar, dass jedes Mal, wenn es eine kleine Chance für die Wiederaufnahme von Gesprächen gibt, ein Vorfall inszeniert werde, der diese Chance zunichtemacht (so erging es den LAS Beobachtern und dem Plan von Kofi Annan). Im Gegensatz zur syrischen Regierung, die sofort damit einverstanden war, eine Delegation zur geplanten Konferenz Anfang Mai zu entsenden (und zwar ohne Bedingungen zu stellen), hat die Opposition sich stets geweigert – Monate lang. Wir fragen uns daher, welche Signale die Opposition von ihren Sponsoren bekommt (USA, Saudi Arabien, Qatar,  Türkei,) Mehr dazu siehe hier)

Doch jetzt macht Perthes plötzlich eine 180o Kehrtwendung und betont:

Es geht darum, mit ziemlich traditioneller Diplomatie Konflikte mit und zwischen regionalen Staaten, also zwischen Staaten im Nahen und Mittleren Osten zu überwinden zu versuchen“ 

Während die SWP also die ganze Zeit Gewaltandrohung und Gewaltanwendung (auch verdeckt) gegenüber Syrien begrüßt, Deutschlands Unterstützung dabei gefordert hat und damit den öffentlichen Diskurs massiv beeinflusste, wird jetzt auf einmal die wichtige Rolle „ziemlich traditioneller Diplomatie“ im Nahen Osten betont?

Dann wiederum wird an anderer Stelle (für Deutschlands Außenpolitik) mehr Mut zur Aggressivität gefordert, wie in diesem Bericht

Neue Macht, neue Verantwortung: Elemente einer deutschen Außen- und Sicherheitspolitik

Was soll das sein – surreale Politikberatung nach dem Windbeutel-Prinzip?

SWP: WIR  ANALYSIEREN „BEDARFSORIENTIERT“

Das IMI kommt also zu dem Schluss, dass die SWP Krieg und Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele in Syrien gutheißt, sie als legitim erachtet, den „regime change“ in Syrien durchzusetzen.  Die Rolle der Opposition wird nicht hinterfragt, die anderen Drahtzieher nicht erwähnt.

 

Das Agieren der SWP wird – als Fazit des IMI – als „hochgradig kontraproduktivaus friedenspolitischer Sicht eingestuft.

 

Das ist aber auch kein Wunder, denn die geistige Ahnengalerie der SWP (amerikanische Geheimdienste, Kissinger und Gehlens „brauner“ BND) hat mit „Friedenspolitik“ auch gar nichts am Hut . Der „military-industrialfinancial Komplex lebt davon, Konflikte zu schüren und damit Milliarden zu verdienen und auch die „Politikberater“ hätten wenig zu tun, wenn alle nur friedlich miteinander umgehen würden.

 

Deadly export BlumPerthes stellt die Situation so dar, als es ob es bei dem Abschlachten in Syrien primär um eine Konfrontation zwischen dem Iran und Saudi Arabien handelte. Natürlich spielt diese Rivalität im Hintergrund eine Rolle, doch er lenkt völlig davon ab, wie Washington  diesen blutigen Konflikt steuert. Auch die Rolle Israels bei der Zerstörung Syriens (und des Irak) wird völlig außer Acht gelassen, ebenso die dunklen Machenschaften der Türkei unter Erdogan.

 

Der Journalist des ORF kommt mit den alten Geschichten von Sykes-Picot, als ob die Welt 1918 stehengeblieben wäre und faselt auch noch vom „30-jährigen Krieg“ (Vergleich von Kissinger) und vom Wiener Kongress (wofür gibt es denn die UN, Herr Ritschl und wer hat sie zu einem „Debattierclub“ reduziert?).

Die USA wurden nach dem zweiten Weltkrieg die beherrschende Macht im Nahen Osten und konnte gar nicht schnell genug den Staat Israel anerkennen. Sie verbündeten sich mit den Saudis (den schlimmsten, primitivsten Diktatoren in der Region) und sorgten gemeinsam dafür, dass alle Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt (auf Basis einer Sozialdemokratie) gescheitert sind. Die herrschende Klasse in den USA hat ja die gleichen Interessen wie die arabischen Herrscher-Dynastien. doch diese Symbiose der Interessen „analysiert“ Herr Perthes nicht.

Wenn also Herr Ritschl (ORF) fragend suggeriert, „… dass die Europäer gar nicht so schlecht gehandelt haben, als Sie den Arabern 1918 eine Ordnung aufgezwungen haben (weil die ja anscheinend nur Chaos produzieren können) und Herr Perthes von „Elitenversagen“ spricht , denen es nicht gelang „lebensfähige Gemeinschaften aufzubauen“, dann wird damit wieder der Eindruck erweckt, diese arabische Welt ist einfach unfähig, eine haltbare Ordnung aufzubauen, die einen dauerhaften Zusammenhalt der Gesellschaft möglich macht.

Dass dieser Region (vor allem den unteren Gesellschaftsschichten) – wegen ihrer strategisch wichtigen Bedeutung (Suez Kanal, Erdöl, Transportwege, Eurasien, etc.) niemals vom „Westen“ das Recht zuerkannt wurde, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln (ohne politische Intrigen aus Washington, London oder Paris und gegen die kriminellen „Interessen“ Israels) wird von Perthes nicht erwähnt. Als sei das ohne Bedeutung.

Dass er dann noch empfiehlt, der Iran möchte doch bitte konstruktiver mit anderen regionalen Parteien umgehen, sich um eine Re-Stabilisierung der Region bemühen, zeigt endgültig, wie absurd seine „Analysen“ und „Empfehlungen“ sind.

Es war doch nicht der Iran, der sich seit Jahren aggressiv oder subversiv gegenüber den anderen Staaten in der Region verhalten hat, sondern Israel und Saudi Arabien (mit Washingtons Hilfe natürlich). Der achtjährige Krieg zwischen dem Irak und dem Iran wäre ohne Washingtons Unterstützung auch nicht zustande gekommen (damals war Saddam ihr „Verbündeter“, das Giftgas kam aus Deutschland), ganz zu schweigen von den beiden Kriegen gegen den Irak, den die USA geführt haben.

FAZIT:

mind controlDie SWP ist kein unabhängiger „Think-Tank“ (das Wort gibt es ja eigentlich nicht, es soll Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit suggerieren). Sie ist allem Anschein nach ein trojanisches Pferd, eine „front-group“, die sich ein wissenschaftliches Mäntelchen umhängt, um ihre ideologisch gefärbte  „Beratung“ und Maniplation der Öffentlichkeit zu tarnen, die unzweifelhaft den Interessen der US-Außenpolitik und den dahinter agierenden Netzwerken dienlich ist.

Mit solchen „Beratern“ und solchen Journalisten (die nur nachplappern, was ihnen der „Experte“ vorsetzt) haben wir keine Chance der großen Apokalypse zu entgehen (dritter Weltkrieg bzw. die finanzielle, soziale und ökologische Katastrophe auf die wir zusteuern).

Wie die Flüchtlinge aus den von dieser Politik (und ihren Erfüllungsgehilfen in den Medien) zerstörten „Krisengebieten“ behandelt werden und die Menschen in Griechenland spricht ja schon Bände …wohin die Reise geht.

MONSTER AN DER LEINE

is wolves on the leashSeit Monaten gelingt es einer Truppe angeblich fanatischer „islamistischer Terroristen“ gegen das „beste“ Militär der Welt, also jenes der Supermacht USA, an der Spitze einer „Koalition von 60 Ländern“ (so Außenminister Kerry) siegreich zu sein. Trotz andauernden „Luftschlägen“, Satellitenüberwachung, Drohnen, etc. und anhaltenden Beteuerungen über die Entschlossenheit der US-Regierung, die „Terror-Miliz“ unschädlich zu machen, ist sie weiter auf dem Vormarsch in Syrien und im Irak. Wie ist das möglich?

Diese furchterregenden, bärtigen, head-chopping Rambos schaffen es also, gegen Soldaten aus Syrien, dem Irak, der Hisbollah-Miliz und das US-CENTCOM zu bestehen und ein „salafistisches Fürstentum“ zu errichten, in der unter dem Vorwand der Religion, eine brutale Tyrannei ausgeübt werden soll (wie schon seit langem in Saudi Arabien).

Wie viele es wirklich sind, ist schwer zu überprüfen, aber man darf davon ausgehen, dass es sich um mehrere zehntausend Kämpfer handelt (nach manchen Angaben sind es sogar über 100.000). Daher stellt sich die wichtige Frage:

Woher kommt die Versorgung für so viele Männer? Woher kommt das Geld dafür?

In den Medien heißt es ständig, IS finanziere sich aus dem illegalen Ölgeschäft (Verkauf auf dem Schwarzmarkt), aus Entführungen bzw. Lösegeldeinnahmen und neuerdings auch aus dem „Sklavenhandel“ (mit Frauen).

Woher diese primitiven „Gotteskrieger“ (in erster Linie aufgesammelte Hinterwäldler aus dem Kaukasus und anderen „backwater“-Regionen, wo mit saudischem Geld pseudo-religiöse Indoktrination arbeitsloser junger Männer stattfindet; aber auch brutale Kriminelle und Söldner, kontrolliert von Geheimdiensten) das Know-How haben, sich erfolgreich im Ölgeschäft zu betätigen, wird uns allerdings nicht erklärt.

MANAGING TERROR-FINANCE

Die neuesten „Enthüllungen“ des SPIEGEL („Keine Angst vor der Wahrheit“ (!)… aber auch garantiert nicht vor der Lüge) wollen uns jetzt weismachen, sunnitische Ex-Offiziere der irakischen Armee (leider nicht mehr aussagefähig, weil von „special forces“ der USA ermordet) unter Saddam seien die „Manager“ dieser effizienten Finanzoperationen (mehr dazu später).

IS gelingt es also – anscheinend – nicht nur, die eroberten Gebiete zu halten und sogar zu erweitern, sondern auch eine außerordentlich effektive Logistik auf die Beine zu stellen, die auch die „Verwaltung“ der unterjochten Bevölkerung miteinschließen soll.

ISIS_ConvoysWenn wir uns an die amerikanische Invasion (2003) des Irak erinnern, gab es damals Bilder von hunderten Lkws, die die Truppen ständig mit Proviant versorgten. Es muss also auch Lkw-Konvois geben, die der IS das notwendigem Material bringen und man muss sich fragen, warum gelingt es nicht, diese Nachschublinien abzuschneiden?

Man muss kein Militärstratege sein, um darauf eine logische Antwort zu finden:

TERRORIST-FRIENDS IN HIGH PLACES

Weil diese „Logistik“ aus Zonen gespeist und beschützt werden, die für die syrischen Luftstreitkräfte unerreichbar sind: das sind die angrenzenden Länder Türkei, Jordanien und Saudi Arabien.

IDF cooperates with phony armed oppositionAuch ISRAEL gewährt den IS-Terroristen (nicht nur) medizinische Versorgung und ein Aufenthaltsrecht auf den syrischen Golanhöhen, die es 1967 besetzt und schließlich völkerrechtswidrig annektiert hat. (Wo bleiben die „Sanktionen“!?) In Berichten von UNDOF wurde 2014 die seit Monaten anhaltende Fraternisierung zwischen der IDF (israelisches Militär) und der bewaffneten „syrischen Opposition“ (also den eingeschleusten Terrorgruppen, hier „Al Nusra“, die ja auch von Erdogan beschützt wird – siehe weiter unten) klar erkennbar:

UNDOF beobachtete [in mehreren Vorfällen] bewaffnete Mitglieder der Opposition dabei, wie sie 89 verwundete Personen von der Bravo Seite über die Waffenstillstandslinie zur IDF brachten, und die IDF von der Alpha-Seite 19 medizinisch-versorgte und zwei verstorbene Personen an die bewaffnete Opposition übergaben“.

Dass UNDOF inzwischen als unliebsamer Beobachter aus diesem Gebiet vertrieben wurde, dürfte in Tel Aviv große Heiterkeit und Zufriedenheit ausgelöst haben. Jetzt kann man in Ruhe mit den nützlichen Terror-Idioten kooperieren.

Israel hatte auch das größte Interesse daran, den “islamistischen Terror“ (der mit politisch-motiviertem Widerstand von Hamas, Hisbollah, etc. gleichgesetzt wird) als globales Schreckgespenst zu installieren, was ja dank „911“ auch passiert ist.

Die synthetischen Terroristen (Al Nusra, AQAP, ISIS oder wie immer sie gerade heißen) werden offensichtlich dazu benutzt, den alten Yinon-Plan umzusetzen. Das sollte klar machen, welche entscheidende Rolle das zionistische Israel hier spielt. Wer profitiert am meisten von der Zerstörung Libyens, des Irak und Syriens? Alle drei Regierungen unterstützten den Freiheitskampf der Palästinenser. Syrien ist (neben Iran, der ja auch auf der Abschussliste steht) der größte Unterstützer der Hisbollah, die seit Jahren erfolgreich gegen die israelische Aggression im Libanon kämpft.

Wesley ClarkDer pensionierte US-General Wesley Clark sagte im Februar 2015 in einem CNN-Interview, ISIS sei „von unseren Freunden und Verbündeten“ [im Nahen Osten] geschaffen worden, um Hisbollah zu besiegen (auszuschalten).

Look, ISIS got started from our friends and allies because as people will tell you in the region, if you want somebody to fight until the death against Hisbollah, you don’t put up a recruiting poster saying sign up, we’re gonna build a better world – you go after zealots ..these religious fundamentalists, that’s who fights Hisbollah .. its like a Frankenstein …”

– und für diesen Zweck – so habe man ihm gesagt – „sucht man nicht Leute, die für eine bessere Welt kämpfen wollen, sondern Fanatiker, religiöse Extremisten …. die kämpfen dann (bis zum Tod) gegen Hisbollah …[sie sind] eine Art Frankenstein-Monster …“

(Damit bestätigt auch Clark indirekt, dass die „gemäßigte Opposition “in Syrien ein Phantom ist, das nur erfunden wurde, um die Bewaffnung der „Frankenstein-Truppe“ einige Zeit zu kaschieren. Dass Washington die „Guten“, doch gleichzeitig seine Verbündeten in der Region die „Bösen“ bewaffnet haben, wobei letztere unglücklicherweise die Oberhand gewinnen, wer soll das glauben?)

davoud_kazemi-iran_(2)Und wer hat daran wohl das größte Interesse? Natürlich die Größenwahnsinnigen („Auserwählten“) in Tel Aviv. Dass man die Araber/Muslime gegeneinander aufhetzt, damit die Gegner Israels beseitigt und ihre Staaten durch ein blutiges Chaos zerstört werden, ist ein teuflisch-genialer Plan, weil dabei kein jüdisches Blut vergossen wird. Den Yinon-Plan für ein „Groß-Israel“ habe ich ja schon weiter oben erwähnt und die IDF hat ja auch mehrfach „Ziele“ in Syrien bombardiert (natürlich ohne dass irgendwer nach „Sanktionen“ schreit, weil hier Völkerrecht gebrochen wird, Israel darf alles …).

Alle sind enge Verbündete Washingtons und drei davon machen keinen Hehl daraus, dass sie Assad entmachten wollen – auch um den Preis eines Massakers an der Zivilbevölkerung, das Völkermord-Dimensionen annimmt. Hier geht es aber nicht nur um regime change, sondern den Zerfall (die „Balkanisierung“) des syrischen Staates.

effat_amjadipour-iran_(1)Dass SAUDI ARABIEN seit Jahren eine zentrale Rolle in der „Produktion“ nützlicher Jihad-Idioten einnimmt (Finanzierung von hunderten Koranschulen & Indoktrination zur Züchtung synthetischer „Gotteskrieger; Verteufelung säkularer, arabischer Regierungen als „Feinde des Glaubens“, etc.) sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.

(Die „Mujahedin“ in Afghanistan waren in den 1970er Jahren der erste große Erfolg der Inszenierung, aus der schließlich die berühmte Terror-Marke „Al Kaida“ hervorgegangen ist).

Der fanatische Wahabismus selbst (die „Staatsreligion“ der Saudis mit angeschlossener „Religionspolizei“) – also Missbrauch der Religion als politische Waffe – ist ja ein geopolitisches Instrument, das vom Britischen Empire schon im 19. Jahrhundert erfolgreich eingesetzt wurde, und „IS“ verkörpert somit nur dessen neueste Version.

Selbst der CFR schrieb schon 2002 in seinem “Terrorism Task Force Report“:

Seit Jahren sind Personen und Organisationen in Saudi Arabien die wichtigste Finanzierungsquelle für Al Qaeda.“

SPONSORS OF TERROR PLAY HIDE AND SEEK

Doch warum es der US-Regierung partout „nicht gelingt“, diese Quellen der Terrorfinanzierung auszutrocknen, fragt der CFR aus gutem Grund nicht, denn die Saudis betreiben natürlich die Fabrikation von nützlichen, „islamistischen“ Idioten nicht im Alleingang, sondern werden seit Jahren dabei von den USA und Geheimdiensten aus Pakistan, Jordanien, Israel und kleineren Golf-Despotien unterstützt . Auch unsere europäischen Geheimdienste leisten einen „Beitrag“, davon können wir ausgehen.

BidenDer Vortrag von US-Vizepräsident Joe Biden („Remarks on Foreign Policy“ am 2.Oktober 2014 enthielt dazu u.a. folgendes, aufsehenerregendes Statement: (Originalzitat und Kontext siehe weiter unten)

Biden stellte die Sache so dar, als ob „unsere Freunde“ in der Region, Erdogan in der Türkei, die Saudis, die Emiratis, etc. – auf eigene Rechnung

„- hunderte Millionen Dollar und tausende Tonnen Waffen an jeden geliefert haben, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen, … doch die Leute, die man damit versorgt hat, waren AL NUSRA und AL QAIDA und die extremistischen Elemente der Jihadis, die aus anderen Teilen der Welt kamen“.

(Video nach ca. 54 Minuten)

Damit haben wir die offizielle Bestätigung eines Mitglieds der US-Regierung:

  • dass die islamistischen Terrorgruppen in Syrien aus dem Ausland finanziert werden
  • dass diese Ausländer sind (also keine Syrer und somit keine syrische „Opposition“)
  • das praktisch jeder Mistkerl bewaffnet und benutzt wurde, der „bereit war gegen Assad zu kämpfen“
  • dass bewusst ein Stellvertreterkrieg zwischen Sunnis und Schiiten angezettelt wurde (s.u.)

Biden tut aber so, als ob die USA bei diesen Vorgängen nur unbeteiligter Zuschauer gewesen wäre, der sich besorgt über diese Zustände äußert, aber leider nichts dagegen tun konnte, was natürlich ein absurder Witz ist.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Biden die o.a. Sätze als Antwort auf eine Frage aus dem Publikum von sich gab, die folgende Punkte beinhaltete:

My question is, in retrospect, do you believe the US should have acted earlier in Syria, and if not, why is now the right moment?

(Hätten die USA nicht schon früher in Syrien eingreifen sollen …. und falls nicht, wieso ist jetzt der richtige Moment?)

Antwort von Biden: Nein …aus zwei Gründen:

The idea of identifying a moderate middle has been a chase America has been engaged in for a long time. […] The fact of the matter is, the ability to identify a moderate middle was … ah …there was no … ah … moderate middle because … were made up of shopkeepers, NOT SOLDIERS; made up of people who have ordinary elements of the middle class of that country and what happened was …

Biden sagt also, Amerika habe schon lange nach dieser „gemäßigten Mitte“ in Syrien gesucht, aber nichts Verwertbares gefunden und dann wörtlich:

Es gab keine moderate Mitte, weil die… bestand aus Kaufleuten (Ladenbesitzern), nicht aus Soldaten“… bestand aus Leuten … aus “gewöhnlichen Elementen der Mittelklasse” (dann bricht er ab und wechselt zu den Problemen mit den Verbündeten vor Ort – siehe weiter unten)

Diese Sätze sind enorm wichtig, weil Biden damit zum Ausdruck bringt, was kritischen Beobachtern schon lange klar war:

Es gab und gibt keine echte „gemäßigte Opposition“ in Syrien, die bereit wäre, unter US-Kommando gegen die syrische Regierung zu kämpfen und das eigene Land dabei zu zerstören – von dem blutrünstigen Bruderkrieg ganz zu schweigen.

Dass Biden beklagt, man habe in Syrien keine Soldaten (für den künstlich erzeugten „Aufstand“) verwerten können, sondern nur „Ladenbesitzer“ vorgefunden und „gewöhnliche“ Leute aus dem Volk, klingt ziemlich seltsam. Wurde uns nicht eingehämmert, es sei das gewöhnliche Volk, das sich gegen den bösen Assad erhoben hat?

Man begreift, wenn man den verborgenen Kontext zu Bidens Aussage kennt:

saeid_sadeghi-iran_(1)Wie ich in meiner 3-teiligen CIA-Serie erklärt habe, haben die USA seit Jahrzehnten mit ihren MAP (militärischen „Assistenzprogrammen“) in vielen Ländern dieser Welt die Sicherheitskräfte (Armee, Polizei, Geheimdienste, etc.) infiltriert und subversive Strukturen geschaffen, die bei Bedarf „aktiviert“ werden.

Diese selektierten zukünftigen „Führungskräfte“, lassen sich nach entsprechender Indoktrination dazu bringen, Gewalt gegen die eigene Regierung und die eigene Bevölkerung einzusetzen, wenn Washington dies für notwendig hält. Sie begehen also Hochverrat, weil man ihnen eingehämmert hat, das Militär sei besser dafür geeignet, Politik zu machen, als die „Zivilisten“ und weil ihnen natürlich eine entsprechende Machtposition in Aussicht gestellt wird.

Dieses Modell war sehr erfolgreich in vielen Ländern, wo auf diese Weise ein Putsch gegen eine gewählte Regierung stattfand und ein faschistisches Regime errichtet wurde, das Kapitalinteressen diente, nicht der eigenen Bevölkerung (z.B. in Chile oder in Griechenland).

In Syrien ging das aber nicht (auch nicht im Irak), weil in diesen Ländern eine Infiltration bzw. Penetration der Sicherheitsapparate so nicht möglich war. Und die “gewöhnlichen” Leute konnten wegen staatlicher Kontrolle der Medien und Fehlen einer „open society“ a la Orwell-Soros, auch nicht zur geopolitischen Manövriermasse verkommen, wie etwa in der Ukraine oder in Georgien.

USEFUL MONSTERS FROM ABROAD

Also muss der „Aufstand“ importiert bzw. inszeniert werden, damit die Scharade vom „arabischen Frühling“, der brutal vom „Diktator“ niedergeknüppelt wird, neu aufgeführt werden kann und „westliche Werte“ (wie Full Spectrum Dominance) durchgesetzt werden.

abolfazl_rahimi-iranEs war also niemand aus der echten, politischen Opposition in Syrien vorhanden, den man als proxy-Kämpfer benutzen konnte, deshalb musste man die „Dschihadis“ aus dem Ausland importieren – vor allem aus dem Kaukasus (weil ja Russland das ultimative Ziel der Kampagne zur Destabilisierung und Zerschlagung funktionierender Staaten ist, das perfekte (nicht konstruktive!) „Chaos“ nach Leo Strauss)

KHALIMOV: TALES OF THE (UN)EXPECTED

the phony  CT-defector

At a Blackwater facility in North Carolina, Col. Gulmurod Khalimov received “counter-terrorism training between 2003-2014*, Colonel Khalimov participated in five counterterrorism training courses in the United States and in Tajikistan, through the Department of State’s Diplomatic Security/Anti-Terrorism Assistance program,” said US State Department spokeswoman Pooja Jhunjhunwala.”
[*Khalimov selbst spricht aber nur von 2003-2008 – aber diese Diskrepanz wird nicht hinterfragt …]

ISIS-Oberst wurde von Blackwater und dem US-Außenministerium 11-Jahre lang trainiert“

Diese CNN-Schlagzeile bestätigt ebenfalls meine These, dass das subversive „MAP“ (die militärischen „Assistenzprogramme“ vor denen Colonel Fletcher Prouty in den 1970er Jahren warnte,), noch immer eine wichtige Rolle spielt, um ausgewählte, ausländische Offiziere und später ganze Banden in staatlichen Terrormethoden (gegen eine fremde Zivilbevölkerung bzw. unerwünschte Regierung eines Landes) auszubilden und dann als „Waffen“ einzusetzen.

Das macht die USA ja schon seit vielen Jahrzehnten unter dem offiziellen Titel „counter-insurgency oder counter-terrorism“ und dies wurde sogar – leider nur im Fall Nicaraguas am 27.Juni 1986 – durch ein Urteil des Internationalen  Gerichtshofes festgestellt:

Nicaragua ICJ  US guilty verdictHier ein Auszug daraus:

(3) The court, by twelve votes to three,

Decides that the United States of America, by training, arming, equipping, financing and supplying the contra forces or otherwise encouraging, supporting and aiding military and paramilitary activities in and against Nicaragua, has acted, against the Republic of Nicaragua, in breach of its obligation under customary international law not to intervene in the affairs of another State;

Die „Contras“ waren in den 1980er Jahren ähnlich (brutal) „erfolgreich“, wie heute AQ oder IS, nur ohne Religion. Aber die CIA hat ja langjährige Erfahrung im Heranzüchten von Folterknechten, Schlächtern und Ersatz-Soldaten, da findet man immer die richtige Methode der Gehirnwäsche ….

KhalimovDer „Held” oder Schurke dieser Story, Gulmurod Khalimov war Kommandeur der OMON, (einer „Spezialabteilung“ der Polizei) in Tadschikistan, wie sie im Zuge des „War on Terror“ nach 911 in vielen Ländern etabliert wurde. Dass diese „Spezialkräfte“, die in den USA ausgebildet wurden und werden, letztlich für ganz andere Zwecke bestimmt sind als offiziell angegeben, hat sich anscheinend noch immer nicht herumgesprochen.

Hat man aus der Geschichte („Gladio“ in Europa, Contras in Nicaragua, „Salvador Option“ im Irak, etc.) nichts gelernt?

Im April war Khalimov plötzlich “verschwunden” und tauchte Ende Mai per Video wieder auf. Darin schwört er, den „Dschihad“ nach Russland zu bringen , was aber von CNN nicht erwähnt wird. Stattdessen soll er gedroht haben, Amerikaner umzubringen: „die Schweine“, die Soldaten ausbilden, um Muslime zu töten.

In der Darstellung von CNN soll Khalimov also den Amerikanern Angst und Schrecken einjagen (und natürlich ein offizielles „militärisches Eingreifen“ der USA in Irak und in Syrien („ohne geographische Einschränkung“ laut US-Kongress) legitimieren, ja als „notwendig“ erscheinen lassen.

IS ist also das neue, flexibel einsetzbare Feindbild (Ersatz für die „kommunistische Bedrohung“ im kalten Krieg) mit dem der US-Hegemon seine gewaltsame und hinterhältige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten rechtfertigt.

Die BBC erwähnt aber in ihrem Beitrag auch, dass der IS-Kommandeur gelobt hat, in seiner Heimat ein „Gemetzel“ zu verursachen, also in Tadschikistan der Regierung zeigen will, wo der Hammer hängt (als Bestrafung dafür, dass Islamisten als subversive Staatsfeinde verfolgt werden). Er beklagt auch die große Armut und Arbeitslosigkeit in seinem Land, wodurch hunderttausende Tadschiken gezwungen seien, in Russland Arbeit zu suchen (wo sie als billige Kräfte ausgenutzt werden).

 Das Land ist so arm, (mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als 2 Dollar am Tag zur Verfügung) dass die Gelder, die diese Arbeitsmigranten nach Hause schicken, einen erheblichen Wirtschafts- bzw. Einkommensfaktor darstellen. Durch die (von den USA arrangierte) dramatische Abwertung des Rubels und die völlig illegitimen Wirtschaftssanktionen verschärft sich natürlich die Lage der Tadschiken weiter. Alleine im Jahr 2014 verloren 200.000 ihre Arbeit in Russland.

Oxfam poverty tajikistanDie systemische Armut und jetzt auch noch die Klimaveränderung lässt kaum noch Hoffnung auf ein besseres Leben aufkommen (siehe Oxfam-Bericht rechts)

Es ist also nicht hauptsächlich religiöser Fanatismus, der diese Männer dazu bringt, sich IS anzuschließen, sondern die Hoffnungslosigkeit und das Elend in ihren Heimatländern. Sie haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren und der Gemeinschaftsgeist, der in IS beschworen wird sowie das religiöse Pathos bringen viele dazu, sich diesen Kämpfern anzuschließen. Sie haben wohl nichts mehr zu verlieren … außer ihr Leben, wobei ein gewaltsamer Tod in dieser verzerrten Realität wohl als „heldenhaft“ wahrgenommen wird. Ein Leben ohne Würde endet dann wenigstens mit einem „ehrenvollen“ Tod.

(Dass diese Menschen als machtpolitische „Werkzeuge“ radikalisiert und auf perfide Weise instrumentalisiert werden, finde ich so widerlich, dass mir übel wird, wenn ich daran denke …)

Dieser dramatische, soziale u. wirtschaftspolitische Kontext wird von CNN (und unseren Medien) völlig unterschlagen.

Stattdessen muss Wolf Blitzer noch am Ende unbedingt erwähnen, dass Khalimov auch von russischen Anti-Terroreinheiten ausgebildet worden sein soll (wenn er das so sagte, wieso zeigt man es dann nicht im Video?). Putin weiß natürlich seit Tschetschenien, wie Washington Islamisten fördert und bewaffnet und sie dann gegen den vermeintlichen „Feind“ loslässt, um unliebsame Regierungen zu destabilisieren, Bürgerkriege auszulösen und „Empörung“ des Westens über die Niederschlagung der gesteuerten Rebellion auszulösen – ohne dass sich die USA selbst die Finger schmutzig (blutig) machen muss.

Das „doppelte Spiel“ der USA nach „911“ zur Konfliktbeschleunigung in diesen Ländern:

  • Einerseits immer mehr Repressalien gegen „Islamisten“ erwirken (Panikmache,  Überwachung, Anti-Terror-Training, brutales Durchgreifen der Sicherheitskräfte in anderen Ländern forcieren)
  • Andererseits genau diese „Islamisten“ erschaffen und fördern (mithilfe der saudischen, pakistanischen, israelischen u.a. Geheimdienste und effektiver PR), was aufgrund der großen Armut und Perspektivlosigkeit in diesen Ländern nicht schwer ist;

Die Sprecherin des US-Außenministeriums versicherte CNN, dass alle Teilnehmer der Spezial-Ausbildung vorher einer „gründlichen Sicherheitsüberprüfung“ unterzogen worden seien. You bet. Man suchte natürlich Leute aus, die für die perfiden Pläne der CIA bestens geeignet waren. Ich denke, Khalimov ist nicht wirklich „übergelaufen“, er war von Anfang an dafür vorgesehen, die Rolle des nützlichen „Terroristen“ zu spielen – für die USA und ihre Verbündeten.

Hat er es gemerkt und sich jetzt gegen „Dr. Frankenstein“ gewendet? Wir werden sehen …

BACK TO BIDEN

truthinadvertising-Biden lamentiert dann über die Probleme mit „seinen Freunden“ in der Region, die die Terrorgruppen finanziert und bewaffnet hätten, weil sie Assad um jeden Preis loswerden wollen:

„… what my constant cry was that our biggest problem is our allies in the region. Our allies in the region were our largest problem in Syria. The Turks were great friends… [and] the Saudis, the Emirates, they were so determined to take down Assad and essentially have a proxy Sunni-Shia war – what did they do?“

(O-Ton des weiter oben erwähnten Zitates in deutscher Übersetzung):

„They poured hundreds of millions of dollars and tens, thousands of tons of weapons into anyone who would fight gainst Assad — except that the people who were being supplied, were Al-Nusra, and al-Qaeda, and the extremist elements of jihadis who were coming from other parts of the world.“

Die TÜRKEI nimmt in diesem teuflischen Spiel auch eine besondere Stellung ein, was aber in den von uns finanzierten Verblödungsmedien kein Thema ist: die sind ja damit beschäftigt, Putin und Assad zu kriminalisieren bzw. die Texte ihrer langjährigen Souffleuse (US State Department) nachzusprechen.

DW supply lines TurkeyAber es gibt auch Ausnahmen. So z.B. die Deutsche Welle, die schon im November 2014 in einem Video dokumentierte, dass täglich hunderte türkische Lkws über die Grenze nach Syrien fahren, obwohl das (vorher gute) legale Exportgeschäft mit Syrien seit den Sanktionen zusammengebrochen ist.

Es gibt keine offiziellen Angaben darüber, wer die „Endverbraucher“ der Waren sind, man liefert an Mittelsmänner. Doch die Spediteure sind überzeugt, es sei IS.

Im Video sieht man Säcke, auf denen „Ahmed, Rakka“ als Empfänger angegeben ist. Rakka ist das Zentrum der von IS kontrollierten Zone, wohin ein Grossteil der Lieferungen auch geht.

Die Kurden versuchen, durch eigene Patroullien, die Lieferung von Waffen an IS zu verhindern, während die türkische Regierung sich dumm stellt bzw. von „Hilfsgütern“ spricht – ganz im Sinne Orwells. Auch IS-Kämpfer (also „Terroristen“) werden über die Türkei eingeschleust.

Fazit der DW:Es scheint, IS braucht sich über seinen Nachschub keine Sorgen zu machen“

Versuche der syrischen Luftwaffe, diese Transporte zu stoppen, wurden mit Angriffen der türkischen „Luftabwehr“ beantwortet, wobei natürlich von „syrischer Aggression“ gesprochen wird, um die Wahrheit zu verschleiern. Die Einführung von Pufferzonen (vorgeblich für geflüchtete Zivilisten) macht die Sache noch leichter.

Der Bericht der Deutschen Welle erhärtet nur, was sich schon früher abzeichnete und von vielen Analysten erkannt wurde: IS ist so erfolgreich, weil es von potenten, ausländischen Sponsoren „gefüttert“ und gehegt wird.

ERDOGAN: DER PATE DES „TÜRROR“ IN SYRIEN

Turkishsupport ISDer jüngste Eklat in der türkischen Presselandschaft lässt nun keinen Zweifel mehr daran, welches perfide Spiel Erdogan hier betreibt:

Die Türkei bewirtet nicht nur den SNC (künstlichen „Syrischen Nationalrat“) und die „Nationale Koalition für Revolutionäre und Oppositionskräfte“, sondern versorgt auch die nützlichen Idioten der „Terrormiliz“ mit dem Notwendigen, wozu auch die „Koordination“ durch den türkischen Geheimdienst gehört. Der MIT sorgt dafür, dass die Kämpfer (aus Zentralasien) in gebrauchsfähigem Zustand nach Syrien gelangen, ist also eine Art orientalischer „Terror-TÜV“ für imperiale Patsies.

Cumhurriyet reportDie türkische Zeitung Cumhuriyet deckte auf, dass illegale Waffentransporte nach Syrien gehen, die unter dem Deckmantel von „Hilfsgütern“ stattfinden. Versteckt unter Paketen mit Medikamenten, fanden türkische Ermittler (schon im Jänner) 1000 Mörser-Granaten, 50.000 Patronen, 30.000 MG-Patronen und hunderte Granatwerfer.

Wie reagierte Erdogan?

Er leugnet alles, spricht von einem perfiden Komplott und behandelt die involvierten Aufdecker wie Staatsfeinde:

Mehr als 30 Sicherheitskräfte, die an der Durchsuchung der Lkws teilnahmen wurden verhaftet und wegen „Spionage“ und geplantem „Sturz der Regierung“ angeklagt. Selbst vier Staatsanwälte wurden festgenommen und sitzen seither in U-Haft

life sentence cumhuriyetCan Dündar, der Chefredakteur der Zeitung, gilt jetzt als Staatsfeind Nr.1 und soll unter Berufung auf die „Anti-Terrorgesetze“ mit extremer Härte bestraft werden (mehrfach lebenslang, etc.)

Die Behauptungen der Regierung werden immer unglaubwürdiger, weil sie nicht konsistent sind:

  • Anfangs war von „Hilfsgütern“ die Rede, die an die Turkmanen in Syrien gehen sollte.
  • Dann gab Davutoglu im Juni zu, dass es sich um Waffen handelte, aber für die Turkman-Brüder in Syrien …
  • Doch die „Gendarmerie“ sagte aus, dass die Lieferung für ein Gebiet bestimmt war, wo es keine Turkmanen gibt … wo das türkische Militär aber nach Angaben der Fahrer häufig „Aufklärungsmissionen“ durchführte
  • In diesem Gebiet halten sich AQ und ISIL –Kämpfer auf, so die Gendarmen …
  • Die Turkmanen aber wissen nichts von Hilfslieferungen aus der Türkei:
  • Der Vorsitzende ihres Vereins, Hussein al-Abdullah, sagte im Jänner 2014, dass solche Lieferungen nie angekommen seien …
  • Yasin Aktay, der außenpolitische Sprecher der AK Partei, gab schließlich u, dass tatsächlich Waffen geliefert wurden, aber – doch nur – an die FSA*, nicht IS …
  • İbrahim Kalın, Pressesprecher von Erdoğan, sagte hingegen, die Türkei habe nie Waffen nach Syrien geliefert ..

(* die „Freie Syrische Armee“ hat es aber als authentischen Widerstand nie gegeben, es ist eine PR-Marke, die die (kriminelle) ausländische Unterstützung der (nicht-)syrischen „Rebellen“ legitimieren soll: Geld, Waffen, Training, Logistik, Proviant für die „moderate Opposition“ lässt sich in den Medien besser verkaufen, als die Erkenntnis, dass damit islamistische Fanatiker ausgerüstet werden, die man als außenpolitische Werkzeuge benutzt … )

Cumhurriyet wurden auch Abschriften von abgehörten Gesprächen zugespielt, die gemeinsam mit dem brisanten Videomaterial die Rolle der türkischen Regierung (bzw. des Geheimdienstes MIT) bei der Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien dokumentieren sollen.

Diese bestätigen die Aussagen von Syrern, wonach türkische Spezialeinheiten auch direkt in Kämpfe involviert sind, um die Al Nusra Front und andere gewalttätige Islamisten gegen die syrische Regierung zu unterstützen.

Turkish forces support Al NusraDas würde auch erklären, wie diese Terrorgruppen (die sich jetzt als „IS“ konsolidieren) in der Lage waren, dieses Gebiet 2014 zu erobern und es in diesem Jahr neuerlich zu besetzen. Augenzeugen in Kessab haben die Berichte syrischer Soldaten erhärtet, wonach die Terrorbanden im Kampf gegen die syrische Armee von türkischen Hubschraubern und schwerer Artillerie begleitet wurden (und werden).

Diese Meldung („Türkei entfernt Al Nusra von der Liste terroristischer Organisationen“) kann daher nicht überraschen …

Der US-Botschafter in Ankara, Francis Riccardione, spielt natürlich auch eine zentrale Rolle in dieser mörderischen Scharade.

Und was sagte Biden über die Rolle der Türkei und seines „guten Freundes“ Erdogan?

Devil's GameWie bereits oben erwähnt, tut der Vizepräsident zunächst so, als ob die mächtige USA nicht in der Lage war, die massive Bewaffnung der Terrorbanden durch ihre Verbündeten zu verhindern und dann

Now … all of a sudden everybody is waking up because this outfit called ISIL (which was Al Qaeda in Iraq) . which – when they were essentially thrown out of Iraq – found open space in territory in … Eastern Syria, work with Al Nusra, who we declared a terrorist group earlier on, and we could not convince our colleagues to stop supplying them. So what happened? All of a sudden, … they have seen the Lord … (Video 54:27)

ISIL (vorher AQI) wurde also laut Biden aus dem Irak vertrieben, fand dann in Ost-Syrien einen Zufluchtsort und begann mit Al Nusra zu kooperieren … erst jetzt hätten die „Freunde“ erkannt, welches Monster sie da an ihrem Busen genährt hatten und –

Now we have … the President has been able to put together a coalition of our Sunni neighbours … because Americans can’t once again go in … to a Muslim nation and be the aggressor, it has to be led by Sunnis to go and attack a Sunni organisation .. so what do we have for the first time ? … Saudi Arabia has stopped the funding …allowing training on their soil, Qataris have cut off support for most extreme elements ..

CIA ships weapons to Syrian Rebels– Präsident Obama sei es jetzt gelungen, eine Koalition der sunnitischen „Nachbarn“ zu bilden; weil Amerika nicht schon wieder ein muslimisches Land angreifen und als Aggressor dastehen könne, müsse also die Attacke von Sunnis – gegen Sunnis -geführt werden, um den Schein zu wahren (dass die USA nur passiv, notgedrungen eingreift).

Erdogan: you are right, we let too many people through … now trying to seal their border ….they did what Erdogan said, he would do … they voted in the Turkish parliament to send ground forces … Turkish airspace to be able to be used by NATO and by other allies …Turkish airspace be able to accommodate our drones …

Erdogan – so Biden – habe eingesehen, dass man „zu viele Leute [Terroristen] durchgelassen habe“ und versuche nun, die Grenze zu versiegeln. [Wochen später rollen die Waffen weiterhin massenhaft über die türkische Grenze, wie die DW ja im November 2014 dokumentiert hat] Außerdem sei beschlossen worden, türkische Bodentruppen nach Syrien zu entsenden und NATO gestattet, türkischen Luftraum zu benutzen, inklusive Drohnen.

Angesichts dessen, was wir oben u.a. aus der türkischen Presse gehört haben und der Tatsache, dass IS immer noch ihr Unwesen treiben (auch wieder im Irak), muss man sich fragen, wen Biden hier verarschen will, die Studenten in Harvard?

(Auf die geopolitisch wichtige Erdgas-/Erdölkomponente – wer liefert Erdgas nach Europa? – gehe ich hier nicht ein, das kann man z.B. bei William Engdahl nachlesen).

seyed_ali_miraee-iran_(1)Es muss dem Dümmsten inzwischen klar geworden sein, dass IS ein perfides Werkzeug der Auslands-Geheimdienste (CIA & Co., in der Region vor allem Israels) ist, und kein schief gelaufenes Söldner-Abenteuer der Saudis. Sie sind die Schocktruppen für die „Drecksarbeit“, deren extreme, medial inszenierte Brutalität dann als Vorwand für ein „härteres Eingreifen“ des Westens benutzt wird.

Doch die amerikanischen Bomben fallen nicht auf IS, sondern auf syrische Infrastruktur und irakische Truppen – was ja auch nicht mehr überraschend ist.

Unsere Journaille macht aber weiter wie bisher, plappert die bescheuerten „Meldungen“ des selbstgerechten US-Hegemons nach und leistet somit aktive Beihilfe zur Legitimation von Völkermord und Krieg (der 1. und „4.“Generation).

Wann werden diese „Unterstützer einer terroristischen Vereinigung“ endlich zur Rechenschaft gezogen?

 

(P.S. Die IS Cartoons stammen aus einem Karikaturen-Wettbewerb in Tehran, den man im Internet finden kann)

D-Logo

Target Syrien (3): Moral Illusions

che statliberty with gunWenn sich ausgerechnet der US-Präsident über die Effektivität des UN-Sicherheitsrates (UNSC)  als moralischer Wächter Sorgen macht, wird die traurige Sache zur Realsatire: Obama beklagte die Tatsache, dass Russland und China ihr Veto gegen einen „Militärschlag“ in Syrien eingelegt haben mit den Worten

wenn wir soweit kommen, dass der UNSC nicht der Durchsetzung internationaler Normen (und des Völkerrechts) dient, sondern als dessen Barriere, dann sind Zweifel an diesem System wohl angebracht“ …

Obama leidet natürlich, wie alle seine Vorgänger, an selektiver Amnesie, wenn es um die Rolle der USA bei der Wahrung des Völkerrechts geht:

Das Konzept der „humanitären Intervention“, das seit dem illegalen Angriffskrieg auf Jugoslawien bzw. Kosovo von den USA bzw. deren neu gestylter „globaler Eingreifftruppe“ NATO salonfähig gemacht wurde, ist ja die Quintessenz der systematischen Unterminierung des Völkerrechts:

Nämlich die Beschlüsse der Nürnberger Prozesse (dass der Krieg – Drohung, Planung, Organisation und Durchführung an sich ein  monströses Verbrechen („gegen den Frieden) ist  bzw. die  UN-Charta auszuhebeln: nur Selbstverteidigung gegen eine unmittelbare Bedrohung oder ein Beschluss des UNSC können demnach einen kriegerischen Akt legitimieren. Die USA haben ja schon wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg wieder Kriege (einige davon offen, andere als „verdeckte“ Interventionen geführt … bis heute hat sich daran nichts geändert … auch „Syrien“ ist ein Fall für „covert warfare“ …

Um die Scheinheiligkeit („we are exceptional, God’s own country, etc.“) zu wahren – „die USA setzen militärische Gewalt immer nur für gute Zwecke ein“ – müssen daher vor jedem Akt kriegerischer Aggression (auch  NATO),  Gründe für ein Eingreifen konstruiert werden, die die massive Gewalt als „notwendig“, ja wünschenswert erscheinen lässt …

victimhood TMDutzende Male  haben die USA im UNSC ihr Veto eingelegt, am häufigsten zur Verhinderung einer Resolution gegen Israel (das sich im Dauerkrieg gegen die Palästinenser befindet). (Die Mühe hätte man sich eigentlich sparen können, denn Israel verstößt seit Jahrzehnten gegen UN-Resolutionen …ohne irgendwelche Folgen … stattdessen gibt es „scharfe Sanktionen“ gegen seine „Feinde“, deren Verbrechen darin besteht, nicht vor USrael zu Kreuze zu kriechen …)

Doch wenn das absurde System des UNSC (Siegermächte des zweiten Weltkriegs  und die größten Waffenhändler sollen über den „Weltfrieden“ wachen und für Abrüstung sorgen …) den  Interessen der USA und ihrer Verbündeten dient, beschwert sich niemand in Washington. Aber wenn die USA selbst einmal ihre Pläne durch die Vetos anderer Mitglieder durchkreuzt sehen, wird ein rhetorischer Großangriff gestartet: „Russland habe den Sicherheitsrat in Geiselhaft genommen“ usw.

Kommentatoren wie der britische Journalist George Monbiot haben die moralische Empörung der USA über die „Unterminierung  internationaler Normen“  durch den Assad unterstellten Chemiewaffen (CW) -Einsatz  ja schon gründlich als unglaubliche Heuchelei entlarvt:

Obama warnte davor, dass der Einsatz von Giftgas in Syrien die  internationale Vereinbarung gegen CW, die von 189 Nationen angenommen wurde“ untergrabe.

Doch das Untergaben internationaler Normen, auch im Bezug auf die Kontrolle von CW ist die Spezialität der USA:

1997 erklärte sich die US-Regierung damit einverstanden, 31.000 Tonnen chemischer Waffen (Sarin, VX, Senfgas) innerhalb von 10 Jahren zu „entsorgen“ (Man fragt sich, wie …?).  Doch 2007 suchte man um Verlängerung der Frist um weitere fünf Jahre an, also bis 2012,  damit war das Maximum nach der CW-Konvention erreicht. 2012 hieß es dann, man würde sie bis 2021 eliminieren …

2 José Maurício Bustani statement 2002Unter Clinton wurde ein Gesetz verabschiedet, dass  es Waffeninspektoren untersagte, unangemeldet auch nur irgendetwas  in den USA zu untersuchen. 2002 setzte die Bush-Regierung die Entlassung von José Maurício Bustani durch, dem damaligen Generaldirektor der OPCW, weil er sein Mandat gewissenhaft ausgeführt hatte (keine Sonderrechte für die USA: auch ihre Verpflichtungen sollten gründlich geprüft werden … und  er versuchte, den Irak als Mitglied zu gewinnen, was natürlich die Kriegspläne der Neocons sabotiert hätte..usw.)“

(Bild oben: ein Auszug aus Bustanis Statement zu seinem verlangten „Rücktritt“ ..die USA dürfen nicht einmal beim Namen genannt werden, es ist immer nur von einem „Mitgliedsland“ die Rede …)

Syrien soll jetzt also seine CW unter „internationale Aufsicht“ stellen, was nur ein schlechter Witz sein kann, angesichts der Tatsache, dass die USA selbst „Massenvernichtungswaffen“ auf Lager und eingesetzt haben, die man nur als grauenhaft bezeichnen kann.

Agent Orange victims 50yrs laterDie USA haben tonnenweise Chemiewaffen im Vietnamkrieg eingesetzt („Operation Hades“ in Vietnam, Laos und Kambodscha), vor allem das dioxinhältige Agent Orange, (hergestellt von der Giftküche Monsanto, die sich jetzt um die Ernährung der Welt durch „life sciences“ (Gentechnik) „kümmert“ …)  unter dem die Bevölkerung heute noch leidet.

Auch im Irakkrieg (2003) setzten die amerikanischen Truppen CW ein, wie z.B. weißen Phosphor in Falludja.

1 Monbiot Guardian CW Falludja 2003Was aber Monbiot nicht erwähnt (weil er ein Freund und Verharmloser der Atomenergie ist), ist der Einsatz von Uranmunition im Irak. „Depleted Uranium“ (DU)-Waffen sind vielleicht die schlimmste (bekannte) Form dieser WMD, weil  sie eine Art Fusion aller drei Arten von „ABC-Waffen“ (radioaktiv, biologisch, und chemisch) darstellen. Was im Irakkrieg durch diese Waffen („Hellfire“-Missiles, „Bunker-Buster“ Bomben, etc.) freigesetzt wurde, ist ein „radioaktives Gas“ bzw. ein Aerosol mit radioaktiven Nanopartikeln, das verheerende bio-chemische Wirkungen hat, weil es in erster Linie die DNA der Opfer (also die Keimzellen, somit das Leben selbst) vergiftet. Die grauenhaften Folgen sehen Sie hier …

Natürlich haben die USA (und auch Russland) auch biologische Kampfstoffe „auf Vorrat“. Angeblich muss in dieser Richtung eifrig geforscht werden, damit man sich gegen „Angriffe“ wappnen kann. Doch auch das ist natürlich eine Form der Projektion, die für die US-Außen- und „Sicherheits“-politik  typisch ist.  Wie Monbiot in seinem Artikel erwähnt, berichtete 2001 die New York Times, das Pentagon habe eine Biowaffenfabrik gebaut, die genug tödliche Mikroben herstellen kann, um ganze Städte auszurotten.

Chem_CrestDass das US-Militär  sich alles erlauben kann, weil es die eigenen Aktivitäten (seien sie auch noch so unmenschlich und kriminell) mit Orwell‘schen Tarnbegriffen beschreibt, zeigt sich auch hier: Die zuständige Abteilung des Pentagons heisst „Defense Threat Reduction Agency“, also die „Agentur zur Reduzierung verteidigungsrelevanter Bedrohungen …“.

Dass der Churnalist wieder einmal gar keine Ahnung von dem Thema hat, über das er schreibt, zeigt sich schon in einem Satz:

Officials stressed that the plant never made anthrax or any other lethal pathogen. Rather, it produced only harmless biopesticides during two production test runs in 1999 and 2000.“

Es gibt keine „harmlosen Biopestizide“, alle Pestizide sind giftig und eigentlich Biozide (die nicht nur „Schadorganismen“ zerstören …)

  • Dass solche Aktivitäten gegen die Biowaffen-Konvention verstoßen – who cares, when it’s the USA…?, ist kein Thema, denn wir wisssen ja, dass nach Auffassung  amerikanischer  Politiker  im Völkerrecht der Grundsatz gilt: some are more equal than others ..
  • Dass Washingtons siamesischer Zwilling (joined at the hip bei Doppelmoral und Skrupellosigkeit) Israel – die Chemiewaffenkonvention nicht ratifiziert und CW schon mehrfach gegen die Palästinenser eingesetzt hat, tut nichts zur Sache.
  • Dass das zionistische Horrorkabinett in Tel Aviv ein ganzes Arsenal an Atomwaffen hat – über die man nicht einmal sprechen darf – und die im Kontext der ständig gehypten „Bedrohung“ durch Israels böse Nachbarn nie erwähnt werden, was solls? Schließlich muss sich das „arme, kleine Israel“ doch gegen die Schurken nebenan verteidigen, oder?
  • Dass Syrien in erster Linie wegen Israels Atomwaffen einen Vorrat an Chemiewaffen hält, dieser Kontext muss natürlich auch unter den Tisch fallen, damit die Rolle des Erz-Bösewichts, die man Assad seit zwei Jahren zugedacht hat, nicht ins Wanken gerät. (Assad ist sicher für zahlreiche Verbrechen verantwortlich, doch das sind unsere Politiker auch …)

Diese unglaublich selbstgerechte und verlogene Doppelmoral, diese zur Schau gestellte moralische Empörung eines Staates, der ohne Zweifel mehr Verbrechen auf diesem Planeten begangen hat, als jedes andere Land, wird anstandslos von den Fließband-Medien übernommen, als ob auch nur ein Körnchen Wahrheit daran wäre.

Dass damit – schon wieder – eine politische Kampagne zur Rechtfertigung brutaler Waffengewalt gegen einen souveränen Staat legitimiert wird, bei dem hunderttausende Menschen sterben, scheint der Presse egal zu sein. Journalistische Verantwortung – was ist das denn?

Aber kommen wir zurück nach Syrien und dem furchtbaren „Giftgasanschlag“ (der weniger als 1%  der bisherigen Kriegsopfer gefordert hat, aber als „unerträglich“ und inakzeptabel für den Westen präsentiert wird …)

DIE TOTEN KINDER VON GHUTA  kommen wahrscheinlich aus LATAKIA

Alawites  kidnapped - Ghouta victims

Am 11. August meldete der britische Telegraph, dass die fanatischen Takfiri-Mörderbanden, die uns als „Rebellen“ präsentiert werden,  in das alawitische Kernland vorgedrungen sind und eine ganze Reihe von Dörfern entlang der Küste terrorisiert haben. Sheik Mohammad Reda Hatem, (ein religiöser Führer) sagte aus, dass immer noch ermordete Alawiten in ihren Häusern und hinter Büschen aufgefunden werden und 150 Personen entführt wurden. Darunter auch viele Frauen und Kinder.

Nachdem die „Rebellen/Terroristen“ eine Serie militärischer Niederlagen in der Provinz Homs einstecken mussten,  wollten sie Assad dort treffen, „wo es ihm am meisten weh tut“, also in der Nähe seines Heimatdorfes Qardaha. Dort kam es zu erbitterten Kämpfen zwischen den fanatischen Islamisten und lokalen Milizen, die sich spontan der „Nationalen Verteidigungsfront“ angeschlossen haben, nachdem sie mitansehen mussten, welche Grausamkeiten  von den „Rebellen“ begangen wurden.

Sind das die Kinder, die in Ghuta als „Giftgasopfer“ Assads der Welt vorgeführt wurden? Es sieht ganz danach aus …

Aus Syrien (Voltairenet) wird jetzt gemeldet, dass die getöteten Kinder, die in den Videos zu sehen sind, teilweise  von Angehörigen aus Latakia identifiziert wurden. Das würde bedeuten, dass die Opfer des „Giftgasangriffs“ aus alawitischen Familien kommen, also  jener Religionsgruppe, der auch Assad angehört (seine Frau ist aber Sunni).

Die Kinder sind  anscheinend vergiftet worden, aber nicht mit Sarin (Speichel bzw. Schaum ist zu weiß, müsste gelblicher bzw. mit Blut versetzt sein, die Symptome sind nicht bei allen gezeigten Opfern gleich, wie forensische Experten (im Video: ab 2:13) schon früher bemerkten)

Was mir auch aufgefallen ist, wo sind die Mütter der Kinder? Man sieht nur ein paar Männer auf den Videos …einige der Kinder haben bereits Leichenflecken, als sie „beerdigt“ (in einem Loch verscharrt werden), wo sind die trauernden Familien? Und wieso waren all diese Kinder am gleichen Ort (mitten in der Nacht, alle angezogen) ohne Mütter?

Mutter Oberin Agnes Mariam de la Croix, die wir ja schon aus dem vorletzten Beitrag kennen, bringt in einem Interview neue Indizien dafür, dass die toten Kinder nicht aus Ghouta stammen (sondern dorthin gebracht wurden, als sie schon tot waren), also der „Giftgasangriff“ nicht von der Regierung durchgeführt wurde (was jeder intelligente Mensch ohnehin nicht glaubt).

(Sie ist schwer zu übersetzen, weil sie sehr holpriges Englisch spricht und noch dazu ihre Gedanken häufig nicht (in ganzen Sätzen) zu Ende führt …)

Hier die wichtigsten Aussagen der Karmeliternonne (so weit verständlich):

Die Mainstream-Medien wollen die Regierung immer in einer bestimmten Art und Weise (als Verbrecher) vorführen … jedes Mal, wenn etwas Wichtiges passiert, eine Sitzung im UN-Sicherheitsrat  usw. ist diese Regierung (anscheinend) dumm genug, etwas zu tun, das genau dieses Bild (der Medien) verstärkt .. Das macht doch keinen Sinn …(für Assad)

Ich arbeite in Damaskus und zwar nicht weit von dem Hotel entfernt, wo die UN-Untersuchungskommission gerade angekommen war. Also von dort bis zum Abbasiden-Platz und bis nach Jobar sind es nicht mehr als 2 km. Wir fragen uns:

Wie ist es also möglich, dass chemische Waffen eingesetzt werden, ohne dass wir irgendetwas davon merken?

Zweitens, jeder begann sich zu fragen: Wie ist es möglich, dass das in einem Viertel wie Jobar oder Ghouta passiert, wo die Kämpfe doch im Bergland stattfinden? Diese Viertel gehören zu den Vororten von Damaskus und dort gibt es kaum noch Syrer. Warum? Weil alles zerstört wurde [sie getötet wurden oder geflohen sind].

Spätestens mit dem Beginn der großen Gegenoffensive („Shield of Damascus“ der syrischen Armee) am 20. August wäre kein Zivilist mehr dort geblieben. Woher kommen also all diese Zivilisten am selben Ort (die angeblichen Opfer der Giftgasattacke)?

Drittens, wie kann es sein, dass in so einem Umfeld, wo die Familien schon so viel gelitten haben, wo kaum noch jemand da ist, wie kann es sein, dass so viele Kinder dort sind? Das ist wirklich unheimlich: Haben sie die Kinder dorthin gebracht? Warum? Und wir sehen sie alle zusammen .. und wir verlagen nach einer Untersuchung. Warum? Weil wir wissen wollen, wer diese Kinder eingesammelt und wer sie getötet hat.

Am gleichen Tag (22. August) sind – vor unseren Augen – mehr als 40 Rettungsfahrzeuge der Armee (aus diesen Vierteln kommend) im Krankenhaus in M. eingetroffen und man sagte uns, diese Soldaten seien von chemischen Waffen erstickt worden (die die Wachposten der Rebellen benutzt haben) Also, wo ist die Wahrheit?

Warum diese Eile, sofort eine Beschuldigung hervorzubringen, damit man einen Krieg anfangen kann? … So ein Krieg (Bombenangriff, getarnt als „humanitäre Intervention“ ) wird die Regierung oder jene, die  für den Angriff verantwortlich sind, nicht bestrafen …sondern die unschuldige Bevölkerung und das ist inakzeptabel. Und wir sagen der Welt: genug ist genug.

Wir wissen nicht, warum ihr eure Stärke und eure Macht gegen die Zivilisten richtet, gegen die Unschuldigen. Ihr verwendet große Worte, aber was ihr am Boden tut, ist die Unschuldigen zu töten. Wir wollen nicht eine Konfliktpartei verteidigen, Nein! Alle diese Leute sind menschliche Wesen. Aber die Unschuldigen, jene Leute, die auf keiner Seite stehen, die einfach nur in Syrien leben wollen, was werdet ihr mit denen machen? Ihr werdet sie umbringen. Wir hatten doch schon so viele verletzte und getötete Menschen: 1 Million im Irak, hunderttausende in Libyen und es geht weiter.

Was ist also die Rechtfertigung für einen solchen Massenmord, der begangen wird um einen „Täter“ zu bestrafen, von dem wir nicht wissen, ob er einer ist, denn wie kann man eine solche Beschuldigung vor einem befangenen, gefälligen Gericht vorbringen? Das darf man nicht und das sagt auch der Vatikan, und alle geistigen Führer Syriens … auch die Friedensnobelpreisträger sagen das. Aber wert hört diese Stimmen? Denn diese Koalition, … es sind jetzt sechs oder sieben Länder …

Diese Koalition, wissen Sie, wo ist die Rechtmäßigkeit ihrer Handlungen? Und wenn es keine gibt, dann bedeutet das, dass jede Verletzung, jeder Tod der durch diese Invasion entsteht, ein Verbrechen ist. Und deshalb rufen wir zur Vernunft auf, zur De-eskalation des Konfliktes, wir verlangen einen (echten) Waffenstillstand.

Wir müssen jene zur Rede stellen, die die Untersuchung (der UN) torpediert haben, weil jemand nicht will, dass die Wahrheit über diesen CW-Angriff herauskommt … also verlangen wir, dass die Untersuchungskommission zu uns kommt, ihre Untersuchung auch wirklich durchführt .. wir brauchen internationale Beobachter, damit die Öffentlichkeit sicher sein kann, dass es kein Trick ist …keine Rechtfertigung für eine verstecktes Absicht… (eigene Interessen) wir müssen uns dagegen wehren, weil es nicht das erste Mal ist, dass sie so etwas versuchen ..und jedes Mal ist es gescheitert. Es hat nichts gebracht (um die Gewalt zu beenden) …

Ich meine es wirklich ernst und ich sage Ihnen noch etwas – was man in unserem Viertel sagt: hier gibt es keine Regierung, wir sind unter Kontrolle der bewaffneten Opposition. Aber die ist zersplittert: die FSA wird von der internationalen Koalition gegen die syrische Regierung unterstützt, aber diese FSA sagt uns: falls die USA eingreifen, werden AQ, Jhabat al-Nusra und die anderen Fanatiker die Oberhand gewinnen und alle umbringen …

Und alle in Syrien haben davor Angst, was wird aus uns? Wo sind die Vereinten Nationen? Wo sind alle Prinzipien, auf denen unsere Zivilisation basiert? Wo sind die Prinzipien, die Gesetze des Völkerrechts? Wohin gehen wir? Wer herrscht über uns?

Es gibt keine internationale Gemeinschaft mehr. Wir haben keine Hoffnung mehr, was die UN betrifft … Das bedeutet, dass die Unschuldigen – völlig schutzlos – diesen Mächten, diesen Supermächten ausgeliefert sind.

Ich glaube, wir treten in eine barbarisches Zeitalter ein … es ist eine weitere, große Invasion … und wir haben niemand, der uns hilft ..“  

OVERHEARD: Das andere „abgehörte“ Gespräch …

Es gibt aber noch ein weiteres Indiz dafür, dass nicht die syrische Regierung für den Giftgasanschlag verantwortlich ist: die Aussagen eines belgischen Professors für Politologie, der fünf Monate lang als Geisel der „Freien Syrischen Armee“ oder „Rebellen“ wie sie jetzt pauschal genannt werden, festgehalten wurde.

1 Pierre PicciniPierre Piccinin, wird in diesem Artikel als „umstrittene Persönlichkeit“ beschrieben , weil er „noch vor einem Jahr nach einer Syrien-Reise vor dem Assad-Regime gewarnt hat und jetzt sagt er, die Rebellen stecken hinter dem Giftgasangriff.

Er erzählte, „dass er und die andere Geisel während der brutalen Haft ein Gespräch zwischen drei Kommandeuren* der Freien Syrischen Armee (FSA), also von den Rebellen mitbekommen haben, in dem sie zugeben, dass die Aufständischen hinter dem Chemiewaffen-Angriff stecken. Sie hätten damit eine Reaktion der internationalen Gemeinschaft auslösen wollen. Das hat Piccinin den Kollegen der RTBF erklärt. Piccinin ist sich sicher, dass das Assad-Regime nicht hinter dem Angriff steckt.“

(*Zwei „Kommandeure“ der FSA vor Ort unterhielten sich mit einer dritten Person über Skype in englischer Sprache; eine davon war ein „General“ der FSA; Piccinin betont auf seinem Blog, dass die beiden Geiseln den „FaroukBrigaden“ unter der Führung von Abu Omar  ausgeliefert wurden. Diese hätten versucht, ihre wahre Identität zu verbergen, indem sie sich als Mitglieder von Al Nusra ausgaben. Die beiden Männer waren von 8. April bis 8. September 2013 in Geiselhaft)

Assad non e responsabile LIBEROPiccinin war nicht die einzige Geisel der „Rebellen“, auch der langgediente, italienische Journalist Domenico Qurico (La Stampa) wurde Opfer der Kidnapper. Er bestätigt  zwar, dass man ein solches Gespräch belauscht habe, doch er warnt davor, dass „man diese Informationen nicht überprüfen könne“ und man doch nicht genau wisse, wer diese  FSA-Kommandeure waren.

Ähnliche Töne gibt der belgische Außenminister Didier Reynders von sich: eine genaue Überprüfung sei notwendig, bevor man voreilige Schlüsse ziehen könne.

Piccinin von Rebellen gefoltertSchön und gut,  aber wieso hören wir solche Sprüche nicht, wenn es um die „Angaben“ der US-Geheimdienste geht, die Assad Schuld zuweisen, oder die Angaben der Rebellen, oder die Angaben des SOHR (das seit zwei Jahren die gesamte westliche Presse mit Propaganda über den Syrienkonflikt füttert)?

Dass unsere Freunde, die „Rebellen“ Menschen entführen, foltern, Lösegeld erpressen, vergewaltigen und Menschen massenweise hinrichten, passt nicht in das Schwarz-Weiß-Bild, das man uns einhämmern will (wie gestern beim ZDF-Format „Debatte“: emotionale Agitation im geopolitischen Vakuum (der vorgestellten „Befürworter“ des „Militärschlages“). Gott sei Dank haben sich die „Gegner“ in der Debatte,  Lüders und Todenhöfer (die wissen, worum es hier wirklich geht) mit ihrer ruhigen, souveränen und authentischen Präsentation durchgesetzt … )

DIE „FREIE PRESSE“ ZENSURIERT  …

Propaganda und Zensur  getarnt als „Nachrichten“: Die  britische Daily Mail unterschlägt die Aussagen von Piccinin (die Assad entlasten) und behauptet einfach, es gäbe derzeit keine Informationen darüber, wer für die Entführung der beiden Männer verantwortlich sei

Der FOCUS ONLINE bringt nur eine Meldung im Telegramm-Stil und zensuriert ebenfalls die „näheren Umstände“ der Entführung und die Aussagen Piccinins, die Assad im Bezug auf den „Giftgasangriff“ entlasten.

„Italiens Ministerpräsident Enrico Letta und Außenministerin Emma Bonino haben die Befreiung des Journalisten Domenico Quirico in Syrien bestätigt. Zu den Umständen wurde zunächst nichts bekannt. Wie aus Regierungskreisen verlautete, wurde der gemeinsam mit Quirico entführte Belgier Pierre Piccinin ebenfalls befreit. […]

Bei ARD und ZDF weiß man davon gar nichts …beim SPIEGEL anscheinend auch nicht …

DER  SELTSAME  PROFESSOR?

Kann man „vor dem Assad-Regime warnen“, also die Brutalität des Systems kritisieren und Assad trotzdem von dem Giftgasangriff entlasten?

Natürlich, wenn man sich nicht in das primitive Schwarz-Weiß-Denkschema der Medien einspannen lässt.

pierre-piccininWenn eine Person oder eine Regierung in der Vergangenheit Verbrechen begangen hat, heißt das doch nicht, dass dessen / deren Gegner über jeden Verdacht erhaben sind oder dass alle Schandtaten, die in einem Krieg passieren, nur einer Seite anzulasten sind. Piccinin erklärt auf seinem Blog dazu:

Ma pensée va aussi à mes amis de l’Armée syrienne libre d’Alep, d’Idlib et de Damas et à tous mes amis syriens qui poursuivent leur combat courageux et juste contre le régime féroce qui enchaîne leur pays, la Syrie.

P.s. : selon les informations et éléments factuels auxquels j’ai eu accès durant ma détention en Syrie, je confirme que le gouvernement syrien n’est très probablement pas l’auteur de l’attaque chimique qui a provoqué le décès de plusieurs centaines de personnes dans la banlieue damascène d’al-Ghuta.“

Meine Gedanken gehen auch an meine Freunde der FSA in Aleppo, Idlib und Damaskus und an alle meine syrischen Freunde, die ihren mutigen und gerechten Kampf gegen ein brutales Regime weiterführen, das ihr Land, Syrien, versklavt hat.

P.S.  Nach den Informationen und den tatsächlichen Begebenheiten, die ich während meiner Inhaftierung erlebte, bestätige ich, dass die syrische Regierung wahrscheinlich nicht der Urheber des chemischen Angriffs ist, der den Tod hunderter Menschen in Ghouta (Vorort von Damaskus) bewirkt hat.“

NAIVITÄT, MORAL UND MEDIEN

Piccinin war in den letzten beiden Jahren mehrmals in Syrien. Er sah mit eigenen Augen, dass die Darstellung des Konflikts in den Medien mit der Realität wenig zu tun hatte:

„Ich wollte selbst heraufinden, wo die Wurzeln des Konfliktes waren … Ich konnte [im Juli 2011]  ungehindert im Land herumfahren, von Dera, Damascus, Homs, Hama, Maraat-an-Numan, Jisr-al-Shigur, an der türkischen Grenze, sogar  Deir-ez-Sor, alle Orte, wo es nach Medienangaben zu „Gewaltausbrüchen“ gekommen war. Die Konfrontationen, die ich sah, waren unterschiedlicher Natur: einige davon waren gewalttätig und hatte völlig andere Ziele, als die der demokratischen Pazifisten. Die Muslimbruderschaft z.B. will eine islamistische Republik, was die Christen und andere Minderheiten in Angst und Schrecken versetzt.

Was mich überrascht hat, war, dass das Image des Landes wie es in den westlichen Medien  dargestellt wurde, – als ob hier eine große Revolution stattfinden würde – überhaupt nicht dem entspricht, was hier wirklich passiert.  

Homs 500 T media lies… Bei den Protestkundgebungen kommen höchstens einige hundert Leute, normalerweise rund um die Moscheen … was den Einfluss der Islamisten offenlegt. Nur in der Stadt Hama, dem kulturellen Zentrum der Muslimbruderschaft – die sich in einem Belagerungszustand befindet – kommen größere Demonstrationen vor. Schon 1982 gab es dort Gewaltausbrüche, die von Hafez-al-Assad, dem Vater des jetzigen Präsidenten mit großer Härte niedergeschlagen wurden.

Die Stadt ist von Panzereinheiten umzingelt, doch die Regierung will ein Blutbad vermeiden – auch wegen der befürchteten Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Als ich im Stadtzentrum ankam, hatten die Gläubigen gerade ihre Gebete beendet und kamen zu tausenden auf den Asidi-Platz mit dem Ruf: Allah-u-akbar (Gott ist der Größte). Stunden später verbreitete die AFP (französische Presseagentur) die Meldung, dass eine Million Menschen gegen Assad protestiert hätten, davon alleine 500.000 in Hama.

Doch was ich dort sah, können höchstens 10.000 Demonstranten gewesen sein …. Ganz zu schweigen davon, dass Hama gar nicht so viele Einwohner hat … Das war keine Ungenauigkeit in der Reportage, das war Desinformation, Propaganda … es sollte so aussehen, als ob sich die Massen gegen das Regime erheben

Und das war kein Einzelfall: alle „Informationen“ über die Lage in Syrien wurden schon seit Monaten  auf ähnliche Weise manipuliert …

Als Quelle für ihre Meldung gibt AFP die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ (SOHR) an, die quasi eine Monopolstellung  hat, wenn es darum geht, westliche Medien mit Desinformation zu füttern. Hinter dem beeindruckend klingenden Namen (klassische front group) steht ein einziger Mann:  Rami Abdel Raman,  der seit Jahren ein erbitterter Gegner der Baath-Partei in Syrien ist und enge Verbindungen zur Muslimbruderschaft hat. Finanziert von den USA und mit Sitz in England, das ja auch Assad stürzen will, beliefert Raman die Medien mit völlig einseitigen Informationen über die „Lage in Syrien“, obwohl er selbst seit Jahren nicht mehr dort war.

Piccinins Resumé:

Wir sehen also, dass seit vielen Monaten die westlichen Medien eine bearbeitete Version der Realität verbreitet haben, geformt von einer einzigen Quelle, die niemand in Frage gestellt hat …doch die Konsequenzen dieser Desinformation seien weitreichend: aus den Golfkriegen, dem Krieg in Jugoslawien, etc. haben die Medien nichts gelernt: sie lassen sich immer noch dazu verleiten, Stories auf wackeligen Beinen zu verbreiten und … damit den Lesern / Zuschauern, eine virtuelle Realität zu präsentieren …

Wenn aber die Medien ihre Pflicht versäumen, wahrhaftige Informationen zu sammeln, ist es die Demokratie selbst, die in Gefahr gerät. Exactement. 

Man kann Piccinin nicht vorwerfen, dass er für Assad Partei ergreift, denn er hat am eigenen Leib gespürt, wie politisch „Verdächtige“ dort behandelt werden:

Piccinin wurde 2012 vom syrischen Geheimdienst aufgegriffen und gefoltert, weil er sich mit den „Rebellen“ anscheinend zu gut verstanden, also aus Sicht der Regierung den „Terroristen“ Vorschub geleistet hat … Man stellte aber bald fest, dass er harmlos ist und ließ ihn wieder laufen … was er im Folterkeller hören und sehen musste, beschreibt er als „Reise in die Hölle“ …) 

Dass in „solchen Ländern“ Geheimdienste foltern ist furchtbar, aber für uns nicht überraschend; dass aber auch Israel , europäische Geheimdienste und vor allem die USA auch Foltermethoden anwenden, wollen wir doch lieber vergessen ….

ArarErinnern wir uns an das Schicksal von Maher Arar? Er  wurde am Flughaften in New York festgenommen und zur Folter nach Syrien geschickt … bei solchen Angelegenheiten war Assad unser „Verbündeter“ … so lange „für unsere Interessen“ gefoltert wird, no problem … )

Die massive Brutalität eines Staatsapparates zu kritisieren  ist eine Sache, aber deswegen das Völkerrecht außer Kraft zu setzen bzw. zu missbrauchen , eine andere, wie Piccinin richtig erkannt hat.

Ich unterstütze die Freie Syrische Armee, aber es ist eine moralische Pflicht, die Wahrheit zu sagen“

Gibt es diese „moralische Pflicht“ bei Journalisten nicht (mehr)?

THE BIG LIE 2.2: NATO und Terror

Zuerst mussten wir die ganze Propaganda abwerfen, mit der man uns gefüttert hatte: in den Schulen, in den Medien, zu Hause und dem ganzen Rest unserer sogenannten „Kultur“; dann mussten wir der Tatsache ins Auge sehen, dass unsere Regierung eine Politik des Massenmordes billigte, bei der Millionen unschuldiger Menschen getötet wurden, die weder die Absicht noch die Mittel hatten, uns zu Schaden und wofür – für Profit und Macht. Es war eine abscheuliche Erkenntnis, besonders inmitten des ganzen „Disney“-Mists, mit dem wir aufgewachsen sind.“                                            US-Soldat, Vietnam Veteran

And I gave my heart to know wisdom, and to know madness and folly: I perceived that this also is vexation of spirit. For in much wisdom is much grief: and to increase knowledge is to increase sorrow

(Der Mann am Anfang des Videos hat seine Frau und seine beiden Söhne, 3 und 5 Jahre alt durch den NATO Bombenterror verloren, auch sein Haus wurde dabei völlig zerstört, ebenso wie eine Schule  …. er steht nur stellvertretend für tausende Libyer, denen ein ähnliches Unrecht angetan wurde ... Wer wird für diese Kriegsverbrechen der NATO zur Rechenschaft gezogen?

Die  Darstellung der Ereignisse in Libyen in unseren Medien (Fernsehen, Radio, Zeitungen) hat etwa so viel Wahrheitsgehalt wie eine “Reality Show” im Fernsehen. Idealisierte „Rebellen“ gewinnen die Schlacht gegen einen „Erz- Bösewicht“, der so echt ist, wie sein Pendant aus den James-Bond Filmen. Und wir können uns darauf verlassen: am Ende siegen immer „die Guten“.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Fall des Eisernen Vorhangs samt Berliner Mauer, stand die NATO bzw. ihr Boss, die USA irgendwie verloren da. Der „Feind“ war ihnen abhandengekommen. Wie sollte man die perversen Summen, die jedes Jahr für Rüstung, pardon „Verteidigung“ ausgegeben wurden, jetzt noch vor dem Volk legitimieren? Wie, die zahlreichen „Interventionen“ – Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder, die gewaltsam herbeigeführten „Regierungswechsel“, die Unterstützung von Todesschwadronen in Lateinamerika, Indonesien, u. anderen Ländern, wenn der „Kommunismus“ als „Bedrohung der Freiheit“, als universales Feindbild nicht mehr zur Verfügung stand?

Ein amerikanisches Strategiepapier eines „Think-Tanks“ half da enorm weiter: im PNAC (Projekt für das Neue Amerikanische Jahrhundert) wurde davor gewarnt, das enorme Militärbudget zu verkleinern (man könnte ja auf die Idee kommen, dass die Billionen sinnvoller investiert werden können, als in Kampfjets, Mega-Bomben und Uranmunition) und dass es für die Tarnung der imperialen Kreuzzüge für eine globale Dominanz auf allen Ebenen (die die USA als „Gottgegeben“ ansehen)  günstig wäre, wenn ein Ereignis wie der Angriff auf Pearl Harbour, eintreten würde … das kam ja dann auch am 11. September 2001.

Der neue, globale Feind war geboren: radikale Islamisten, die unsere “Freiheit hassen“ und ein weltweites Kalifat errichten wollen, die in ihrem Fanatismus nicht davor zurückschrecken, tausende unschuldige Menschen umzubringen. Gegen diese Geißel der Menschheit musste man mobil machen, neue Gesetze schaffen, die bürgerliche Rechte aufweichen, den Datenschutz ad absurdum führen und unbescholtene Bürger als Opfer von Übergriffen durch die Polizei und „Anti-Terror“- Einheiten zulassen. Eine ganze „Sicherheits- und Überwachungsindustrie“ ist seither entstanden, die Milliarden verdient. Überwachung von Telefon, E-Mail, Body-Scanner, biometrischer Pass, alles kein Problem für die „Demokraten“.

Abgesehen davon, dass die offizielle Version der Terroranschläge vom 11.September so absurd ist, dass sie nur ein Idiot glauben kann, ist natürlich die Motivation für den „Terror“ eine politische und nicht eine religiös-fanatische, wobei die zahllosen Verbrechen Israels eine große Rolle spielen, doch dieser Kontext wird in den Medien einfach weggelassen. Verrückte Islamisten passen da besser ins Bild, denn dabei werden die Täter (Militär und Regierung Israels) wieder einmal zu Opfern (der bösen,“ anti-semitischen“ Hamas und Hisbollah und ihrer Anhänger). Dass Israel, gemeinsam mit den USA (die ihnen u. anderen die Waffen und das Geld dafür liefern) selbst seit Jahrzehnten Staatsterrorismus betreibt, darf auch nicht erwähnt werden. So werden die Rollen vertauscht: die Aggressoren sprechen immer davon, dass sie das „Recht hätten, sich zu verteidigen“ und diejenigen, die das wirklich tun, werden als „Terroristen“ gebrandmarkt. (Für mehr Hintergrund siehe dazu meine Beiträge zu „Israel“.)

Nachdem der Mega-Bösewicht Bin Laden in Pakistan ermordet wurde, sollte die Welt eigentlich aufatmen, doch Washington findet immer raschen Ersatz für diese Hauptrolle im absurden Theaterstück, das „Kampf gegen den Terror“ oder „Demokratie-Promotion“ heißt. Zuerst war es Saddam, dann Ahmadinejad, jetzt ist Gaddafi dran. Die weißen Ritter der NATO – inzwischen nicht mehr zu Pferd, sondern in Kampfbombern – zogen aus, um Freiheit und Demokratie nach Libyen zu bringen und den finsteren Schurken zu vertreiben. Bomben für die Freiheit, „responsibility to protect“ (R2P) das klingt doch gut, nicht? Aber wer kämpfte eigentlich am Boden und woher kamen die Waffen?

R2P“ : REGIME TO PUT OUT

Aus dem Schutz der „Rebellen“ (die im Gegensatz zu Ägypten oder Tunesien von Anfang an bewaffnet waren), den die UN mit einer Flugverbotszone zu erreichen suchte, nachdem Gerüchte über Luftangriffe Gaddafis auf die Demonstranten  verbreitet wurden, wurde auf wundersame Weise ein Mandat für „regime change“, also Sturz der Regierung. Auch die Bewaffnung der Aufständischen war durch kein UN-Mandat abgedeckt und somit ein kriegerischer Akt und massive Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates.

Dass die „Rebellen“ aber von westlichen Geheimdiensten und arabischen Söldnern „unterstützt“ wurden und werden, bleibt im Dunkeln. Dass es diesen Rebellen nach wochenlangen Kämpfen nicht gelungen war, einen „Sieg“ zu erringen, weil die libysche Armee bereit war, für Gaddafi zu kämpfen und nicht reihenweise davonzulaufen, wie im Falle Saddams, ist auch vergessen, denn dann kam die große Wende: die massenhafte Bombardierung der Hauptstadt Tripoli (siehe dazu auch THE BIG LIE 2.1).

AL QAIDA – UNSERE VERBÜNDETEN

Die heute in den Medien vorgeführten „Rebellen“  der LIFG waren schon in den 1990er Jahren ein Werkzeug der CIA und des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6. Sie wurden mit Geld, Waffen und Training  unterstützt und begannen ab 1995 einen „Jihad“ (heiligen Krieg) gegen Gaddafi, dazu gehörten auch Versuche, ihn zu töten.

Zuerst wurde die Bombenexplosion in der Berliner Diskothek LaBelle Gaddafi untergeschoben. Man brauchte einen Vorwand, mit Gewalt gegen ihn vorzugehen und musste sein Image als „Terrorsponsor“ aufbauen. 1986 bombardierte Präsident Reagan seine Residenz in Tripoli. Gaddafis 14 Monate alte Adoptivtochter und 100 weitere Menschen wurden dabei getötet. Dann bezichtigte man Gaddafi, er sei für die Lockerbie Katstrophe verantwortlich (270 Menschen starben bei einem Flugzeugabsturz in Schottland, weil eine Bombe an Bord war) und verhängte strenge Sanktionen gegen das Land, um die Wirtschaft zu ruinieren. (In der Hoffnung, die Menschen würden sich gegen Gaddafi erheben, aber das trat nicht ein). Über die LOCKERBIE Affäre kommt noch ein eigener Beitrag – das ist Stoff für einen Polit-Thriller.

1996 nutzte die britische Regierung die Dienste der LIFG / Al Qaida Gruppierung um Gaddafi zu ermorden. Doch die Autobombe brachte die falschen Leute um.

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter David Shayler bestätigte, dass er während seiner Tätigkeit in Libyen, Mitte der 1990er Jahre, selbst Zeuge wurde, wie der MI6 mit der LIFG  zusammenarbeitete, die inzwischen von „Al Qaida“ nicht mehr zu trennen war. Die LIFG gilt auch in Großbritannien als terroristische Vereinigung, doch man hat kein Problem damit, ihren Anführer als Helden der Revolution in Libyen zu stilisieren. Der Saulus wurde angeblich zum Paulus, das sollen wir jedenfalls glauben.

Die terroristische LIFG hatte aber auch Unterstützung vom libyschen Geheimdienst, das wurde spätestens klar, als dessen ehemaliger Chef und späterer Außenminister Moussa Koussa, sich im März 2011 nach London absetzte. Schon im Oktober 2001 hatte er sich mit ranghohen Beamten des US Außenministeriums und des britischen MI6 getroffen, darunter Sir John Scarlett, Vorsitzender des JIC. Dieses Komitee kümmert sich um die Festsetzung von „Prioritäten“ für die Geheimdienste des Militärs und von MI6.

Koussa war also seit Jahren ein Doppelagent, so wusste der britische Geheimdienst nicht nur,  was in Libyen vor sich ging, sondern Koussa billigte auch die Radikalisierung und Unterstützung der radikalen Islamisten als paramilitärische Kampftruppe, die man gegen Gaddafi mobil machen konnte. Ein ehemaliger LFIG Führer erzählte der BBC wie er Koussa dabei half, sich abzusetzen.

Gaddafi hat schließlich eingewilligt, mehrere Milliarden „Entschädigung“ an die Angehörigen der Lockerbie-Opfer zu zahlen, und nicht mehr nach „Massenvernichtungswaffen“ zu streben, weil damit die Sanktionen gegen das Land beendet wurden. Danach mutierte er zum „Partner“ im „Kampf gegen den Terror“, und sogar das US Außenministerium lobte ihn 2008 für „seine Zusammenarbeit mit den USA und der internationalen Gemeinschaft zur Bekämpfung des Terrorismus und dessen Finanzierung“. Man hoffte „die Assistenz zur Terrorbekämpfung (in Libyen) noch weiter auszubauen“

Das geschah dann ganz nach Plan auch im Jahr 2009, wo der libysche Geheimdienst unter Koussa „spezielles Training“ im Kampf gegen islamistischen Terror erhielt, natürlich auch in den USA. Auf dem Papier sollte das dazu dienen, die LIFG zu zerschlagen, seine Mitglieder zu verhaften, usw. unter tatkräftiger Hilfe der CIA counterterrorism Spezialisten. Doch in Wahrheit war die LIFG selbst ein zentraler Bestandteil der CIA Strategie, einen libyschen Arm von Al Qaida zu erschaffen, deren Fantasien vom „heiligen Krieg“  man für „US Interessen“ instrumentalisieren konnte, in diesem Fall, um Gaddafi loszuwerden, ohne selbst US-Truppen ins Land schicken zu müssen.

Das „Anti-Terror“ Trainingsprogramm war also nur ein trojanisches Pferd, in dem sich ein Infiltration des libyschen Geheimdienstes und die Unterstützung der terroristischen LIFG verbarg.

Gaddafi ahnte nichts, im Gegenteil, er erließ sogar eine Amnestie für politische Gefangene, bei der der Gründer der LIFG freigelassen wurde (mehr dazu weiter unten: Wer sind diese Leute ….).

OPERATION SIRENEN

Nach Ende des Ramadan-Fastenmonats, begann die Invasion Tripolis. Die Bomben fielen auf Wohnhäuser, Universitäten, Krankenhäuser, Kraftwerke, Telekommunikationseinrichtungen, Wasserwerke – genug Zerstörung, damit westliche Unternehmen wieder kräftig am „Wiederaufbau“ verdienen können. Wen kümmert es da noch, dass das Kriegsverbrechen sind? Die Zahl der Toten wird derzeit auf 60.000 geschätzt …

Die Darsteller dieser „Show“ sind: islamistische Fanatiker (die nichts mit den Palästinensern zu tun haben), naive Journalisten, „Volk“ auf der Straße, das immer gern vor der Kamera posiert, und Abtrünnige des Gaddafi Regimes, die sich von „Zuwendungen“ der Ölfirmen beeindrucken lassen und im Hintergrund: die CIA und der MI6, die special forces (JSOC) des US Militärs und die SAS, das britische Gegenstück der  effektivsten Mörder in Uniform.

Hunderte Truppen landeten in der Küstenstadt Misrata, östlich von Tripoli und wurden von einem NATO Kriegsschiff mit schweren Waffen ausgestattet. Dann kam das ganze Höllenprogramm für die Hauptstadt: Apache Kampfhubschrauber feuern endlose Runden, Kampfflugzeuge werfen hunderte Bomben auf die Stadt: „Shock & Awe“, treibe die Menschen mit Bombenterror zur hilflosen Erstarrung, wie in Bagdad.

Alleine am Sonntag wurden mehr als tausend Menschen getötet und 5.000 verwundet. Die Krankenhäuser waren überwältigt. Strom war nur mehr sporadisch verfügbar. Das Embargo erschwerte die Versorgung. Jeder der jetzt noch glaubte, dass dieser Bombenterror etwas mit der UN-Resolution 1973 zu tun hatte, muss geistig umnachtet sein.

Zuvor wurde die Stadt Zawiya, (etwas 50 km westlich von Tripoli), wo sich eine wichtige Ölraffinerie befindet, massiv bombardiert. Damit wurde der Treibstoffnachschub für die Hauptstadt blockiert. Nach NATO Angaben war bereits die Hälfte der libyschen Armee „unschädlich gemacht“, also entweder tot oder schwer verletzt. Das sind zehntausende Menschen.

Alleine in Tripoli befanden sich 65.000 Soldaten zur Verteidigung der Stadt – was ist mit ihnen passiert? Sie hatten wohl Kontakt mit einer „Bunker-Buster Bombe“ oder ähnlichen Massenvernichtungswaffen der glorreichen NATO Mission.

Tausende Einsätze der Kampfjets, etwa 30.000 Bombenabwürfe , tausende Tote und Verletzte, Uranmunition (was bedeutet, dass der Staub, der Boden, das Trinkwasser radioaktiv kontaminiert sind) – und das alles für die „Demokratie“ ….?!

Es wird keine “Regierung” in Libyen geben, jedenfalls nicht was wir darunter verstehen.

Viele der Berber, die an den Kämpfen teilgenommen haben, sind Salafis – eine extreme Gruppierung im Islam, ebenso wie die Muslim-Bruderschaft aus Cyrenaica, die von CIA Leuten „trainiert“ wurden (wie die Mujahedeen in Afghanistan, aus denen dann „Al Qaida“ (die Basis,) entstanden ist: Al Qaida wurde von der CIA „erschaffen“ und mit Unterstützung des pakistanischen Geheimdiensts zum Guerillakrieg gegen die russischen Besatzer „ausgebildet“. Es gibt zahlreiche Bücher, in denen diese Vorgänge genauer beschrieben und analysiert werden, z.B. Ghost Wars von Steve Coll)

Daraus könnte sich eine üble Guerilla-Truppe entwickeln, wenn sie erst merken, wie sie von den ausländischen Geheimdiensten benutzt wurden.

Eine echte, indigene “Revolution” in Libyen gibt es nicht. Die „Rebellen“ waren weniger als 1000 Leute und kamen aus der Region um Benghazi. Da musste die NATO nachhelfen und eine Söldnerarmee auf die Beine stellen, wobei man bei der Wahl des Personals nicht zimperlich war: von ehemaligen Mitgliedern kolumbianischer Todesschwadronen, über Rekruten aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, arbeitslosen Tunesiern und Stämmen, die mit Gaddafi noch eine Rechnung offen hatten bis zu den „Männern fürs ganz Grobe“: Salafis aus Benghazi und Derna, die Prätorianer der Saudis und die Bande der libyschen Variante der Muslim-Bruderschaft.

(Das Rekrutierungsmuster ist nicht neu: Im Kosovo machte man gemeinsame Sache mit den Drogen- u. Menschenhändlern der UCK, die auch vor einem Mord nicht zurückschrecken – deren Führer bilden jetzt die „Regierung“ von Kosovo)

WER  SIND DIESE LEUTE UND WAS  IST DER  „NATIONALE ÜBERGANGSRAT“ (TNC)?

Belhaj (Mitte)

Abdelhakim Belhaj alias Abu Abdallah al-Sadek, geboren 1966, übte sich schon in jungen Jahren als Jihad-Kämpfer: In den 1980er Jahren kämpfte er in Afghanistan gegen die russische Armee.  Nachdem die Taliban 1996 die Macht übernommen hatten, unterhielt die LIFG zwei Trainingscamps in Afghanistan, eines davon, etwa 30 km nördlich von Kabul, war für Al Qaida Leute reserviert. Nach 9/11 ging Belhaj nach Pakistan und später in den Irak, wo er sich mit niemand geringerem anfreundete, als  Abu Musab al-Zarqawi, der ja als die „Nr.2“ im „Terrornetzwerk“ Al Qaida galt.

Belhaj, der heutige Chef der „Tripoli Brigaden“ ist Gründer und Anführer der berüchtigten LIFG, einer islamistischen Terrorgruppe. Er wurde 2003  von den USA verschleppt und gefoltert, 2004 aber nach Libyen zurückgebracht, weil Gaddafi inzwischen als „Verbündeter“ im „Kampf gegen den Terror“ galt. Belhaj konnte einige Jahre später glaubhaft versichern, dass der “heilige Krieg gegen Gaddafi” vorbei sei und das ganze wurde auch noch in einem offiziellen Bericht dokumentiert: „Terrorismusbekämpfung in Libyen durch Dialog und Wiedereingliederung“. Im März 2010 wurde er dann aus dem Gefängnis entlassen, als Teil einer Amnestie die Gaddafi angeordnet hatte. Ein schwerer Fehler, wie sich jetzt herausgestellt hat. Im Februar 2011 wurde aus dem „Reformierten“ wieder ein „Gotteskrieger“, der sich von der NATO instrumentalisieren ließ, aber nicht ohne weiteres das Feld räumen wird.

Die LIFG hatte sich mit „Al Qaida im Maghreb“ 2007 verbündet und war somit eine Terroreinheit, deren „Emir“ Belhaj nach wie vor ist. Im selben Jahr rief die LIFG zu einem Jihad gegen Gaddafi auf .. aber auch gegen die USA und andere „Ungläubige“.

Es waren die Männer von Belhaj, die an der Spitze einer Truppe aus Berberstämmen aus dem Südwesten Gaddafis Festung Bab-Al-Aziziyah eroberten (nach den NATO Bomben).

Diese Banden  haben mit Demokratie nichts am Hut, das ist ganz klar. Sie sind äußerst nützlich im Kampf gegen Regime, die nicht mehr mit westlichen Machtinteressen kompatibel sind und fanatische Kämpfer – aber wie soll das enden?

Abdel Fatah Younis, der Anführer der Rebellen wurde ja kürzlich von seinen “Leuten” ermordet.  Er hat allem Anschein nach für den französischen Geheimdienst gearbeitet. Sarkozy dürfte nicht erfreut sein über diese Entwicklung, dachte der „kleine Napoleon“ doch, er könne sich mit den „Entscheidern“ aus den USA und Großbritannien an einen Tisch setzen, wenn es um die Aufteilung der Beute geht.

Es ist wichtig zu wissen, dass Younis – bevor er zum Überläufer wurde – der Chef der libyschen Spezialeinheiten war, die in den 1990er Jahren harte Kämpfe gegen die LIFG in Cyrenaic führte. Die Frage, wer also ein Motiv hatte, ihm umzubringen, lässt sich leicht beantworten.

Alle militärischen Anführer dieser „Rebellion“ sind LIFG Mitglieder, also anerkannte „Terroristen“ und einer sitzt auch im Zentrum des TNC: Ali Salabi, der mit Gaddafis Sohn Saif das „Ende“ des Jihad ausgehandelt hatte, ein Riesenbetrug wie man jetzt sieht.

Wie man diesen steinzeitlichen, islamistischen Verbrechern eine „Demokratie” errichten will, diese Frage stellt sich dem intelligenten Beobachter nicht einmal. Es ist klar, dass das ganze  Spektakel  eine Illusion für die Medien ist, die das trojanische Pferd der “humanitären Intervention”, der “Verpflichtung zu Beschützen” immer noch nicht entlarven. Das gleiche Lügengespinst wie im Irak – die Medienkontrolle ist diesmal noch besser – aber nichts dazugelernt. „Truth-avoiding journalism“ ist der passende Ausdruck dafür.

Der Führer des TNC, Mustafa Abdel-Jalil studierte Zivilrecht und die Gesetze der Sharia bevor er 2007 Gaddafis Justizminister wurde. Seine genaue Kenntnis des drakonischen Islamischen Rechts  wird er noch brauchen, wenn er die Fundamentalisten aus Benghazi, al-Baida and Delna in Schach halten will. Die Frage ist nur, will er das überhaupt?

Mahmoud Jibril, der Vorsitzende des Exekutivkommitees, studierte in Kairo und den USA – er ist die Verbindung nach Katar, wo er als „Vermögensberater“ für die Frau des Emirs von Katar tätig war.

Wer glaubt die NATO habe allen Ernstes vor, diesen Leuten die Macht in Libyen zu überlassen, lebt in einer anderen Welt. Die Agentur REUTERS berichtete ja schon, dass 1000 Soldaten aus Katar, den Emiraten und Jordanien als „Überbrückung“ dienen sollen, sie sollen die Rolle der Polizei übernehmen. US-Soldaten werden ebenfalls dabei behilflich sein, die „Waffen sicherzustellen“, die man großzügig an die Söldner verteilt hatte.

Die „humanitären“ Neo-Kolonialisten (Made in USA bzw. in the UK mit Sarkozy als „Hofnarr“)  und ihre arabischen Kollaborateure sind also die neuen Machthaber in Libyen, von Demokratie kann keine Rede sein. Sie haben bereits Personal vor Ort, dass die Verhandlungen über die Kontrolle des libyschen Erdöls und die Etablierung einer AFRICOM Militärbasis führt.

Libyen wird das gleiche Schicksal ereilen, wie Irak: Ein neoliberales Paradies für ausländisches Kapital, das sich alles aneignen wird, was Gaddafi gehütet hat (obwohl er in den letzten Jahren ausländische Investitionen in einem strengen Rahmen zuließ): Bodenschätze, Land, Wasser, kostenlose Bildungs- u. Gesundheitseinrichtungen, die Banken, usw. (seine Rolle in der Afrikanischen Union habe ich im vorhergehenden Beitrag erläutert).

Ausländische Firmen müssen den inländischen gleichgestellt werden, sie zahlen kaum Steuern und ziehen alle Profite ab (keine Re-Investition die dem Land zugutekommt).

Die westlichen Ölfirmen (BP, Total, Exxon, ) werden als Dank für ihre „Unterstützung“ großzügige Verträge vom TNC erhalten, während die Firmen aus China und Russland, die Gaddafi bevorzugte, durch die Finger schauen werden.
Libyen verfügt über 3% der Weltölreserven, das sind rund 50 Milliarden Barrel mit einer täglichen Förderkapazität von 1,6 Millionen Fässern. Aber auch die Erdgasreserven sind beträchtlich und somit werden hier Billionen verteilt, die eigentlich dem libyschen Volk gehören.

JSOC, SAS, AL QAIDA: DRESSED TO KILL

Die Wahrheit ist immer das erste Opfer in einem Krieg, die Realität wird auf den Kopf gestellt. Dass man die eigene Aggression immer als „notwendig“ darstellt, als Morden für den guten Zweck ist ja nicht neu. Hitlers berühmter Satz „Ab heute wird zurückgeschossen“, mit dem der Überfall auf Polen legitimiert werden sollte, ist auch heute noch ein wirksames Propagandamittel. Doch die Methoden der Volksverdummung und Instrumentalisierung der Medien wurden inzwischen noch effektiver als im zweiten Weltkrieg und – was wichtig ist – die  Manipulation und Formung der öffentlichen Meinung ist heute ein Dauerzustand, auch wenn in Europa selbst nicht gekämpft wird.

Managing perceptions“, „public diplomacy“ oder „strategic communication“, das und mehr sind die neuen Techniken, mit der die Masse der „Zuschauer“ in der Demokratie, dazu gebracht werden, die schlimmsten Verbrechen zu akzeptieren, ja es geht soweit, dass der Großteil der Menschen gar nicht mitkriegt, was hier wirklich abgeht. Dank unseren ach so intellektuellen Journalisten.

Durch ihr passives Wiederkäuen der lancierten Desinformation haben sie sich – mit ganz wenigen Ausnahmen -indirekt mitschuldig gemacht an den Verbrechen, die Irak, in Afghanistan und jetzt in Libyen begangen werden. Im letzten Fall sprechen wir von mindestens 6o.ooo Toten, die bisher durch die perverse „Schutzaktion“ der NATO zu beklagen sind.

Die NATO ist selbst – nach dem Fall der Sowjetunion – zum Terroristen geworden, das ist die bittere Wahrheit.

Fortsetzung folgt : Lockerbie – oder wie man die „Wirklichkeit“ erschafft

THE BIG LIE 2.1 : Gaddafis Schandtaten

In den Medien wird meistens nur über „London“, „Berlin“, Paris oder „Washington“, etc. berichtet, also für wichtig erachtet, was in den Zentren der Macht gesagt und getan wird – besonders wenn es um die Bekämpfung von angeblichen Despoten geht. Aber es wird Zeit, dass auch Stimmen aus Afrika gehört werden, schließlich geht es um ihre Länder, ihre Völker, die jetzt im „Endspiel“ des Kapitalismus, bedroht werden.

Der folgende Beitrag enthält Auszüge aus zwei  hervorragenden Artikeln über die Vorfälle in Libyen, die von Afrikanern verfasst wurden, ergänzt durch meine eigenen Recherchen bzw. Kommentare:

  “What happens in Libya is a harbinger of what the West has in store for Africa. True independence and African unity will not be tolerated. Africa is too rich in resources that the world cannot allow it to control its own destiny. This war is not just about Gaddafi. It is an opening salvo in a war to reclaim the continent for foreign interests, just as it was in 1896 in the Scramble for Africa.

Gaddafis “Schandtaten”: Verbrechen gegen die herrschende Welt-Wirtschaftsordnung:

1992 haben 45 afrikanische Staaten RASCOM gegründet, mit dem Ziel, Afrika einen eigenen Kommunikationssatellit zu verschaffen. Warum war das ein entscheidender Schritt? Weil die Telefon- bzw. Telekommunikationskosten bis dahin enorm hoch waren: Anrufe von / nach Afrika waren extrem teuer, weil Europa als Nutzungsgebühr für INTELSAT jährlich 500 Millionen Dollar verlangte.

Der afrikanische Satellit kostete einmalig 400 Millionen Dollar – eine enorme Ersparnis an jährlichen Kosten für die verschuldeten Länder Afrikas. Doch die Finanzierung  über die Banken war schwierig und außer großen Worten kam auch keine Hilfe aus Europa oder den USA – so wartete man fast 15 Jahre auf  echte „Entwicklungshilfe“. Gaddafi hat diesem Spiel (nach Ende der Sanktionen gegen sein Land) ein Ende gemacht: er legte 300 Millionen Dollar auf den Tisch, die Afrikanische Entwicklungsbank steuerte den Rest bei und schließlich erhielt Afrika seinen ersten eigenen Satellit am 26.Dezember 2007.

China und Russland förderten dieses Projekt durch Technologietransfer und Investitionen in afrikanische Länder, sodass ein zweiter Satellit im Juli 2010 in Betrieb genommen wurde. Damit nicht genug, wurde ein Projekt gestartet, in dem ein dritter Satellit IN AFRIKA gebaut werden soll – ein Riesenschritt für einen Kontinent, dessen zugeteilte Rolle im geostrategischen, wirtschaftlichen „Spiel“ „Rohstofflieferant“ ist und bleiben soll. Der Status Quo, also die extrem ungleichen Kräfteverhältnisse zwischen Europa / USA und Afrika soll erhalten bleiben, die afrikanischen Länder immer nur Almosenempfänger, während der Westen seine Rohstoffe plündert und durch Kredite und unfaire Welthandelsbedingungen der Süden den Norden finanziert.

Aber Gaddafi setzte sich noch mehr in die Nesseln: Er begriff, dass die afrikanischen Länder nie aus ihrem Elend herauskommen, solange sie von ausländischen Finanzsystemen abhängig sind, ihre Kredite in Dollar bezahlen müssen und dafür auch noch diktiert wird, dass die  Wirtschaftspolitik mit den Profitinteressen der „Finanzmärkte“ und TNC kompatibel sein muss.

Die 30 Milliarden Dollar, die die US-Regierung jetzt „eingefroren“ hat, waren reserviert als der Beitrag Libyens für drei Schlüsselprojekte, die entscheidend für die Bildung einer Afrikanischen Union (im eigentlichen Sinn) sind:

  • Die Afrikanische Investment Bank in Sirte (Libyen)
  • Die Gründung eines Afrikanischen Währungsfonds (AMF) in Yaounde (Kapital: 42 Milliarden Dollar, mehr als 60% kommen von Libyen und Algerien)
  • Die Gründung der Afrikanischen Zentralbank in Nigeria
  • Die, sobald sie anfängt eigenes Geld zu drucken, das Todesurteil für den französischen CFA (Währung aus der Kolonialzeit, die noch heute in manchen Ländern Afrikas zirkuliert), durch den die Regierung in Paris immer noch Kontrolle über die ehemaligen Kolonien hat (durch die Geldpolitik). Kein Wunder, dass Frankreich wütend auf Gaddafi war und deshalb einen militärischen Schlag befürwortete …
  • Ja Gaddafi träumte sogar von einer afrikanischen Armee mit einer Million Soldaten (ein Albtraum für NATO & Co.)

Der AMF soll die Aktivitäten des IMF (IWF) in Afrika schrittweise ersetzen, der mit Krediten von ursprünglich 25 Milliarden Dollar (durch den exponentiell steigenden Zinsenanteil) erreicht hat, den ganzen Kontinent in die Knie zu zwingen und ihn genötigt hat, die äußerst fraglichen Privatisierungen öffentlicher Güter zugunsten des internationalen Kapitals durchzuführen.

Deshalb war es auch keine Überraschung, als am 16./17.Dezember 2010 die AU einstimmig alle Versuche westlicher Staaten dem AMF beizutreten, ablehnten.

Es wird immer offensichtlicher, dass nach Libyen, Algerien das nächste Opfer des Westens sein wird. Nicht nur wegen seiner großen Energievorkommen, sondern auch wegen der Währungsreserven von 150 Milliarden Dollar. Die Länder, die Libyen bombardieren, sind praktisch alle bankrott. Die USA allein, haben Schulden von 14.000 Milliarden Dollar, Frankreich, England und Italien haben jeweils ein riesiges Budgetdefizit, während alle 46 afrikanischen Staaten insgesamt „nur“ 400 Milliarden $ Schulden haben. […]

Die Destabilisierung und Zerstörung der Afrikanischen Union, die sich immer näher in Richtung der “Vereinigten Staaten von Afrika” bewegte, ist „notwendig“, weil sie als eine Bedrohung der westlichen Dominanz angesehen wird. Um solche solidarischen Bestrebungen zu unterminieren, hat die EU eigene Initiativen gestartet, die große Lippenbekenntnisse zur „Partnerschaft“ mit nordafrikanischen Ländern enthält.

So wurde zunächst, ohne Erfolg, die Schaffung einer „Union der Mittelmeerstaaten“ (UPM) angepeilt: Nordafrika musste irgendwie vom restlichen Kontinent abgesondert werden, da kamen die alten rassistischen Klischees aus dem 18. /19. Jahrhundert gerade recht, wonach Araber (als Afrikaner) höher „entwickelt“ seien, als die Schwarzafrikaner in Zentral- u. Südafrika. Doch darauf fiel Gaddafi nicht herein. Er verstand, welches Spiel hier gespielt wurde, als nur eine Handvoll afrikanischer Staaten dazu eingeladen wurden, ohne die Afrikanische Union zu informieren.

Die UPM scheiterte deshalb, und der geplante “Präsident Sarkozy” und  sein „Vizepräsident“ Mubarak erwiesen sich als Illusion. Der französische Außenminister Juppe versucht nun, die Totgeburt wieder zu reanimieren – ohne Zweifel, weil man ohne Gaddafi leichteres Spiel hat.

Was die Führer der afrikanischen Staaten nicht verstehen, ist, dass solange die EU die Afrikanische Union finanziert, keine Änderung des Status Quo möglich ist, weil dazu Unabhängigkeit notwendig ist. Aus diesem Grund hat die EU regionale Gruppierungen unterstützt und finanziert („herrsche und teile / divide et impera“ funktioniert immer)

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikas), die ein Büro in Brüssel hat und den Großteil ihrer Finanzierung von Brüssel erhält, gegen eine echte Afrikanische Union ist. Genau deshalb hat Lincoln den Sezessionskrieg in den USA geführt, weil regionale politische Organisationen zu einer Splitterung des Ganzen führen und damit den Staat schwächen.

Das ist  es, was Europa will und die Afrikaner haben den Plan nicht durchschaut: eine Fülle von regionalen Organisationen COMESA, UDEAC, SADC und „Der große Maghreb“, der nie das Licht der Welt erblickte – dank Gaddafi, der erkannte, was hier gespielt wurde

Für die meisten Afrikaner ist Gaddafi ein großzügiger Mann, ein Humanist, bekannt für seine uneigennützige Rolle im Kampf gegen das rassistische Regime in Südafrika. Wäre er ein solcher Unmensch, hätte er nicht den Zorn des Westens riskiert, als er den ANC militärisch und finanziell im Kampf gegen Apartheid und Polizei-Terror unterstützte.

(Ein sehr erschütterndes und wahrheitsgetreues Bild über die Brutalität des Afrikaaner Regimes zeigt der Film „Cry Freedom / Schrei nach Freiheitvon Richard Attenborough – ein Muss für alle, die  Sehnsucht nach historischer Wahrheit und Gerechtigkeit haben und ein spannender, wunderbarer Film)

Das war der Grund, warum Mandela, kurz nach seiner Entlassung aus 27 Jahren Haft, entschlossen war, das UN-Embargo zu durchbrechen und Libyen am 23.Oktober 1997 zu besuchen. Fünf lange Jahre konnte kein Flugzeug in Libyen landen, wegen des Embargos. Man musste nach Tunesien fliegen, dann fünf Stunden mit dem Auto zur Grenze fahren, und schließlich noch drei Stunden durch eine Wüstenstraße um nach Tripoli zu gelangen. Ansonsten gab es nur die klapprigen Fähren, die von Malta zur libyschen Küste fuhren. Eine anstrengende Reise für tausende Menschen, nur um einen Mann zu bestrafen (wofür?).

Mandela nahm auch kein Blatt vor den Mund, als der damalige Präsident Clinton ihm sagte, dieser Besuch sei  äußerst unerwüscht:

Kein Land kann für sich beanspruchen, die Weltpolizei zu sein und kein Staat darf einem anderen diktieren, was er zu tun hat. Diejenigen, die noch gestern die Freunde unserer Feinde waren, haben den Nerv, mir heute zu sagen, ich solle meinen Bruder Gaddafi nicht besuchen. Sie raten uns, undankbar zu sein und die Freunde in der Not  zu vergessen.“

Der ANC wurde erst am 2.Juli 2009 von der „Terrorliste“ der USA entfernt, zum 90. Geburtstag Mandelas. Wenn der Westen wirklich die Unterstützung des Apartheid-Regimes bedauerte, wie kann er dann gegen jemand Krieg führen, der Mandela so viel Unterstützung gegeben hat?

Und wie demokratisch sind die Länder, die angeblich Demokratie „exportieren“ wollen?

Was wäre, wenn Gaddafis Libyen demokratischer wäre als die USA, Frankreich, England …? Am 19. März 2003 regneten die Bomben der USA auf Bagdad (unter dem Vorwand, die Welt vor Massenvernichtungswaffen in den Händen eines Irren zu beschützen). Genau 8 Jahre später hat Sarkozy seine Bomben auf Libyen geworfen, und wieder mit falschen Beteuerungen über „Hilfe für Rebellen“, die von Präsident Obama – dem „Friedensnobelpreisträger“ (!) mitgetragen wird, der seine Cruise Missiles als „Demokratiewaffen“ einsetzt …

Klarstellung: Gaddafi ist nicht Mutter Theresa, das ist offensichtlich. Mit seinen politischen Gegnern war er alles andere als zimperlich und hat sie beinhart verfolgt (auch „Verräter“ im Ausland) . Doch genau das tun westliche Politiker auch, allen voran die „Mutter der Demokratie“: die USA (sie beherrscht nur die Kunst der Desinformation „information dominance“,  besser). Jeder Präsident – ob in Asien, Lateinamerika oder Afrika, der nicht mit den „US-Interessen“ kompatibel ist (sprich: Finanz- und Industrieoligarchen), wird weggeräumt, ob durch Handelssanktionen, geschürte Unruhen, Militärcoup oder Bomben, die als „humanitäre Intervention“ getarnt werden, das Endergebnis ist immer gleich: regieren darf nur, wer die Wirtschaftsinteressen des Imperiums nicht behindert und auf einen eigenen Weg verzichtet.

Zu den Verbrechen der USA (und deren Totschweigen durch unsere Medien und Politiker) hat

Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede die richtigen Worte gefunden (erster Teil über Wahrheit im Theater, zweiter Teil über Wahrheit in der Politik)

Die bittere, unerträgliche Ironie ist, dass die USA mit den schlimmsten Diktatoren und Mördern wunderbar zusammengearbeitet hat (oft auch selbst „installiert“) wie zB Pinochet in Chile, Suharto in Indonesien, der Marcos Clan auf den Philippinen, Mobuto im Kongo, Saddam im Irak, etc.  ….)

Leider müssen wir uns inzwischen eingestehen, dass auch die EU bzw. Länder der EU (über die NATO und unfaire Handelsabkommen) an diesen Verbrechen teilnehmen, zum „Wohle“ der europäischen Konzerne die vom „Markt“ regiert werden.

Bemerkenswert ist auch, dass im Gegensatz zu Saddam, die libyschen Soldaten nicht reihenweise desertiert sind, sondern dem „Revolutionsführer“ anscheinend treu dienen. So überraschte (viele) ein Interview, dass die New York Times veröffentlicht hat. Ein verwundeter, 20 jähriger Soldat sagt darin:

 „Ich persönlich würde tausendfach für Gaddafi sterben, sogar jetzt noch. Ich liebe ihn, weil er uns Würde gegeben hat und er ist ein Symbol für den Patriotismus des Landes.“ […) Was jetzt passiert, haben die Rebellen zu verantworten, nicht Gaddafi.“

Natürlich ist dieser eine Soldat nicht repräsentativ für die ganze Armee, aber seine Worte zeigen doch, dass die Dämonisierung Gaddafis ein übler Propagandatrick ist, dass er natürlich auch ein Mensch ist, kein Monster. Doch in den Medien wird das verzerrte Bild des irren „Diktators“ gerne aufgenommen und immer wieder verstärkt, das erhöht die Auflage und macht die Arbeit viel leichter. Ich frage mich nur, wie es diese „Journalisten“ noch aushalten, morgens in den Spiegel zu schauen.

In unserem System („freie Presse??“) erfolgt die Zensur zugunsten der Machthaber nicht durch äußere Gewalt, sondern in den Köpfen der Journalisten, durch ausgeklügelte PR-Methoden, „story placement“, den Fließbandjournalismus (alle werden von einer Handvoll Presseagenturen „gefüttert“) und verdecktem Einfluss der Geheimdienste auf die Presse. Die Konzentration wirtschaftlicher Macht in den Medienkonzernen (siehe Rupert Murdoch oder Bertelsmann) macht das Ganze noch schlimmer für die „Demokratie“.

Im Gegensatz zu Ägypten war das kein friedlicher Protest, sondern der bewaffnete Aufstand einer Minderheit, die von ausländischen Geheimdiensten als „asset“ genutzt wird.  (Wer diese „Rebellen“ eigentlich sind und woher sie plötzlich kommen – damit befassen wir uns im nächsten Beitrag genauer)

Wer ist hier der Verbrecher?

Der Westen nutzte die schönen Illusionen des “Arabischen Frühlings” um einen Dorn in seinem Fleisch loszuwerden: Gadaffi, der die afrikanischen Staaten auf eigene Füße stellen wollte, ihnen jene Würde und Selbstbestimmung ermöglichen wollte, die „Entwicklungshilfe“ und „Wirtschaftsberater“ seit Jahrzehnten verhindert hatten.

Über Nacht tauchten bewaffnete Gruppen in Benghazi auf und ein Plan zum Sturz Gaddafis zeichnete sich rasch ab: Zuerst die „Sorge um das Wohl der Zivilisten“, immer ein effektiver PR-Slogan, der emotionalisiert, aber von den Fakten ablenkt. Dann machten die Franzosen und die Briten Druck im UN-Sicherheitsrat, und erreichten schließlich die Resolution 1973 [für eine „No-Fly-Zone“ – die wie im Irak dazu genutzt wurde, die Luftabwehr Libyens zu zerstören].

Obama zeigte sich zunächst zögerlich (das schuldet er seinem Image als „good guy“, der mit dem Pathos eines Priesters spricht, immer das Gute will, aber dann doch nichts machen kann, weil er von seinen Widersachern überrumpelt wird), doch die geostrategisch bedeutsame Lage Libyens und seine wichtigen Ressourcen ließen keine Zweifel daran, dass die USA  ebenso hoch „motiviert“ war, Gaddafi zu beseitigen, wie Frankreich und England (Über die finstere Tragödie von LOCKERBIE (mit der Gaddafi nichts zu tun  hatte) schreibe ich noch einen eigenen Beitrag – eine unglaubliche Geschichte, die einem die Haare zu Berge stehen lässt)

Einige Gründe dafür habe ich oben bereits geschildert und auch das Video unten erwähnt einen wichtigen Punkt: die Rolle Chinas in Afrika

In krassem Widerspruch zu den offiziellen Beteuerungen, und der völlig ineffektiven „Entwicklungshilfe“ haben weder die USA noch Europa ein Interesse daran, dass Afrika ein gleichwertiger „Partner“ wird, dass es sich wirklich wirtschaftlich weiterentwickelt (einen eigenen Weg geht, der sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung richtet und nicht jenen des „globalisierten“ Finanzkapitals) und weniger abhängig von Importen und Krediten aus den Industrieländern wird.

China investiert in Afrika natürlich weil es  auch im eigenen wirtschaftlichen Interesse ist, aber im Gegensatz zu den USA und Europa, streifen die Chinesen den afrikanischen Ländern keine wirtschaftspolitische Zwangsjacke über, sondern unterstützen sie dabei, selbst eine Industrie zu entwickeln, auch selbst an der Veredelung der Rohstoffe zu verdienen. Das könnte zu mehr Eigenständigkeit führen, mehr Selbstbewusstsein, die neokoloniale Diktatur über IMF, Weltbank und andere Machtstrukturen könnte so ins Wanken geraten.

Mit China selbst kann man sich nicht anlegen, dazu ist es zu mächtig (vor allem auch wegen der Milliarden Dollarreserven), aber einer wie Gaddafi, der schon durch sein Aussehen für die Rolle des Schurken prädestiniert ist, der muss die ganze Härte der „unsichtbaren Hand“ des Marktes (die eher eine Faust ist) zu spüren bekommen. Sehen sie dazu auch das folgende Video (Englisch): „

Zwei wichtige Punkte: (Auf die Frage der Moderatorin, warum man die Angebote Gaddafis zu Gesprächen abgelehnt habe und stattdessen militärisch eingegriffen hat (sprich: unschuldige Menschen getötet): „Afrika muss seine untergeordnete Stellung in der globalen Wirtschaftsordnung behalten …und Chinas Investitionen in Afrika gefährden diesen Status Quo …und die USA versuchen seit langem, eine Militärbasis in Afrika zu etablieren (AFRICOM), doch die Afrikanische Union unter Führung Gaddafis hat beschlossen, dass kein Land dies zulassen wird… Dieser enorm relevante Kontext wird aber in den Medien NIE erwähnt.

Der amerikanische Soziologe C. Wright Mills schrieb 1956, “die amerikanische Demokratie sei eine Diktatur der Eliten”. Mills kam zu diesem Schluss, weil nach seiner Wahrnehmung das „Geld“ den Wahlausgang bestimmt und nicht die Menschen. Egal welcher Präsident gewählt wird, er ist immer „die Stimme des Geldes“ und nicht die des Volkes. […] Eine Person wird gewählt (eine sehr reiche), aber die wirkliche Macht liegt in der Kaste der Wohlhabenden, die dann als Botschafter, Generäle, hohe Beamte, etc. nominiert werden.

Wie viele Leute in diesen selbst ernannten „Demokratien“ wissen, dass die Verfassung Perus einem scheidenden Präsidenten eine zweite (konsekutive) Amtszeit verbietet? Wie viele wissen, dass in Guatemala dieser sich nicht nur keiner Wiederwahl stellen, sondern auch keiner aus seiner Familie für den Posten kandidieren darf? Oder dass Ruanda (!) als einziges Land der Welt, 56% weibliche Parlamentarier hat? Wie viele Leute wissen, dass die Staatsverschuldung Guineas nur 1,14 % des BIP beträgt?

Nach Rousseau gehören Bürgerkriege, Revolten und Rebellionen zu den Anfängen einer Demokratie, die aber kein Endzustand sein kann, sondern ein permanenter Prozess zur Stärkung der Menschenrechte, die in allen Ländern der Welt mit Füßen getreten werden.  Von einer kleinen Gruppe, die die Macht (des Volkes) an sich gerissen hat, um ihre Überlegenheit  zu zementieren. Diese Leute (bei uns und bei den anderen) haben den Begriff „Demokratie“ für sich gepachtet, ihn seiner Bedeutung beraubt. Statt eines Ideals, für das man sich einsetzen und kämpfen muss, wurde es zu einem Schlagwort, einem Slogan, den jene verwenden, deren Stimme lauter ist, als die der anderen. Wenn es in einem Land keine Unruhen gibt […], dann heißt das, aus Rousseaus Perspektive, dass das System repressiv genug ist, um jedem Aufstand zuvorzukommen.

[…] Zu behaupten, das man Libyer umbringt, um „ihnen zu helfen“ (zur Demokratie zu gelangen) ist ein übler Scherz.

Es ist beklagenswert, dass drei Sub-Sahara Länder der UN-Resolution 1973 zugestimmt haben (Nigeria, Südafrika und Gabon), die die neueste Form der Kolonisation eingeläutet hat, getauft als „Schutz der Zivilbevölkerung“ […]. Es ist als ob, Tunesien, Ägypten, Libyen und Algerien nicht Teil von Afrika wären.

Das Ziel ist, Afrika aufzuteilen, die Sub-Sahara Länder zu isolieren, damit man die einzelnen Regionen besser kontrollieren kann.[…]

Es ist gelinde gesagt beunruhigend, dass zum ersten Mal in der Geschichte der UN, ein Krieg erklärt wurde, ohne dass man auch nur den geringsten Versuch gemacht hatte, eine friedliche Lösung zu finden. Gehört Afrika wirklich noch  zu dieser Organisation? Nigeria und Südafrika sind bereit, mit „Ja“ für alles zu stimmen, was der Westen will, weil sie so naiv sind, zu glauben, man werden ihnen dann vielleicht einen Sitz im Sicherheitsrat einräumen (?!) Sie vergessen beide, dass Frankreich gar nicht die Macht hat, ihnen irgendetwas anzubieten (ansonst  hätte schon Mitterand dafür gesorgt, dass Deutschland (unter Kohl) einen permanenten Sitz im Sicherheitsrat bekommt).

Dass es auch in Frankreich heftige öffentliche Debatten über die Verlogenheit dieser „Hilfsaktion“ gibt, können Sie hier sehen:

Jeder Krieg wurde mit einer großen Medien-Lüge begonnen ...“ (exactement!)

(Unsere „Demokratie“ besteht darin, dass zwar jeder sagen kann, was er will, auch auf der Straße (durch Proteste), aber wirklich entscheiden können wir eigentlich nichts ….)

Eine Reform der Vereinten Nationen steht nicht auf der Karte. Der einzige Weg ist der chinesische: alle 50 afrikanischen Ländern sollten die UN verlassen und nur zurückkommen, wenn ihr seit langem bestehender Anspruch auf einen Sitz – für die ganze afrikanische Federation – endlich respektiert wird. Die UN ist schon durch ihre Struktur und Hierarchie ein Instrument für die Mächtigsten.

Wir sollten die UN verlassen, um damit  unsere Ablehnung einer Weltanschauung zu verdeutlichen, die darauf beruht, dass die Schwachen vernichtet werden. Sie werden zwar weitermachen, aber wir werden zumindest nicht mehr dabei sein („dafür“ zu stimmen, ohne dass man uns je wirklich nach unserer Meinung gefragt hätte) […]

Als dieser Konflikt dem libyschen Volk aufgezwungen wurde, hat die Afrikanische Union gegen jede militärische Intervention protestiert, wurde aber schon bald marginalisiert, von den Putsch-Organisatoren und einer fügsamen westlichen Presse. Während eine souveräne Nation, ein Mitglieder der Afrikanischen Union attackiert wurde, wurden alle Versuche der AU, eine friedliche Lösung zu finden, einfach ignoriert und lächerlich gemacht.

Afrikas Stärke und echte Freiheit wird nur erreicht werden, wenn es gut überlegte Aktionen auch durchführt und die Konsequenzen trägt. Würde  und Respekt gibt es nicht gratis. Sind wir bereit, diesen Preis zu zahlen?

Wenn nicht, ist unser Platz in der Küche und in den Toiletten, um das Leben der anderen angenehmer zu machen.

Libyen hätte gerettet werden können, wenn die Afrikaner mit einer Stimme gesprochen, und gegen diesen Angriffskrieg protestiert hätten. Die AU hätte die Diplomaten jener Länder ausweisen können, die am Krieg teilnehmen, sie hätten ihre Bürger dazu aufrufen können, auf den Straßen für ein „Hände weg von Libyen“ zu demonstrieren. Die ölproduzierenden Länder hätten die Hähne etwas zudrehen können, etc.

Dieselben Kräfte, die den Sudan in zwei Stücke gebrochen haben, führen diesen Prozess jetzt weiter: Afrika in  immer schwächere Einheiten zu zerlegen, die man leichter “managen” kann. Was wird passieren, wenn Gaddafi gestürzt ist? Alle fortschrittlichen Programme, die er initiiert hat, werden demontiert werden und seine Vision einer afrikanischen Einheit als die Utopie eines Irren verworfen.

Ausländische Mächte werden sich bald daran machen, den Kuchen aufzuteilen, Instabilität wird sich wie im Irak breit machen – unter dem Deckmantel der demokratischen „Parteienvielfalt“. Der Westen [AFRICOM] wird dauerhafte Militärbasen etablieren, um den Mittelmeerraum als Brückenkopf für die Wiedereroberung Afrikas zu sichern.

“This is no fantasy. The West is not prepared to relinquish its hegemony and go quietly into the night. The neo-colonializing of Africa had begun immediately after ‘independence’ with aid programs that created dependencies, French military bases that never closed, structural adjustments, missionaries dividing and spiritually confusing the people, dumping of toxic waste and the signing and enforcement of economic agreements that were never in the interests of the African peoples”.(Originalzitat)

Viele afrikanische – korrupte – Führer haben mit dieser Plünderung Afrikas kollaboriert, den Willen ihres Volkes ignoriert. Gaddafis Entmachtung ist kein Grund zum Feiern für Afrikaner, sondern ein Grund zu trauern, denn wir werden in jene dunkle Zeit zurückgeworfen, in der Freiheit für uns unerreichbar war. […]

Fortsetzung folgt (Teil 3: darin „Wer zum Teufel sind die „Rebellen“? / „Al Kaida“ als  Medienphantom und „strategic information„)


THE BIG LIE 2.0: Goebbels, Gaddafi und ….. (?) Gandhi

Wenn es um die „Aufarbeitung“ der Verbrechen im Dritten Reich geht, wird noch heute beinahe 70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs immer wieder hervorgehoben, dass jeder Deutsche (der alt genug war) hätte wissen müssen, was im Dritten Reich vor sich ging.

Jeder, der später behauptete, er habe „nichts gewusst“ sei also einfach ein Lügner und Feigling, der sich vor der moralischen Verantwortung drücken wolle. Auch der Einwand, dass die Nazis eine einzigartige und äußerst effektive Propagandamaschinerie aufbauten, die die Bevölkerung gezielt mit Desinformation fütterte, wird nicht akzeptiert. Die Rolle der Medien als „Kontrollinstanz“ der Macht war natürlich ausgeschaltet, weil es eine extreme Pressezensur gab und jeder, der regimekritische Schriften veröffentlichte, mit einer Verhaftung  und Deportation ins KZ rechnen musste.

Was hat das mit den aktuellen politischen Ereignissen zu tun?

Unsere Journalisten brauchen nicht befürchten, von der Gestapo abgeholt zu werden,  sie haben „Pressefreiheit“, doch die „Zensur“ erfolgt auf andere Weise …

Konkret geht es um die mediale Darstellung der  „militärischen Intervention“ in Libyen, die ja jetzt angeblich dem erfolgreichen Ende entgegensieht. Die „Rebellen“ haben nach eigenen Angaben bereits 80% von Tripoli unter Kontrolle und der Erzbösewicht und Terrorpate Gaddafi ist angeblich auf der Flucht.

Egal welche Medien man betrachtet, alle schreiben das Gleiche: Die glorreiche NATO Intervention, abgesegnet durch eine UN-Resolution, hat demnach nur den einen, noblen Zweck, nämlich die armen, unterdrückten Libyer in ihrem Streben nach Demokratie zu unterstützen (dass man dabei auch ein Auge auf das libysche Öl hat, wird quasi als wirtschaftliche Realpolitik interpretiert). Das Monster Gaddafi hätte nach diesen Angaben die Proteste der unzufriedenen Bevölkerung auf die brutalste Art niedergeschlagen: er griff die eigenen Leute aus der Luft an, deshalb brauchte man eine UN-Resolution für eine Flugverbotszone (aus der dann die Erlaubnis zum Bombenkrieg abgeleitet wurde..)

Dann kamen die Horrorstories:

„Gaddafis Soldaten vergewaltigen systematisch Frauen“ – schlimm genug. Doch angeblich hat der Revolutionsführer diese Männer auch noch mit Viagra ausgestattet …. das ist doch widerlich …. (soll man denken).

Doch weder Amnesty International noch Human Rights Watch ( und andere humanitäre Organisationen in Libyen) haben irgendwelche Beweise für diese Behauptung gefunden.

Jedes Mal wenn irgendwo in Libyen Leichen gefunden werden (oft grauenhaft ermordet), dann waren es natürlich wieder die Soldaten des bösen Gaddafi.

Die Welt hat wieder ein neues Monster, nachdem Saddam von den „Befreiern des irakischen Volkes“ gehenkt worden war (obwohl er keine Massenvernichtungswaffen hatte und noch wenige Jahre vorher, ein wichtiger Verbündeter der USA gewesen war, die ihm Geld und Waffen geliefert hatten).

Die Welt wird wieder Zeuge eines inszenierten Medienspektakels, das die Verteidiger der „westlichen Werte“ als Helden im Kampf gegen Unterdrückung und Korruption in arabischen Ländern darstellt. Die NATO bombardiert wieder einmal Zivilisten, aber natürlich nur für den guten Zweck! Der Slogan „responsibility to protect“ (abgekürzt: „R2P“) sagt doch schon alles, oder?

Dazu werden die passenden Foto-Ops und vorgefertigte Videos geliefert und immer derselbe einstimmige Chorgesang: Gaddafi ist weg und alle, die die „Rebellen“ unterstützt haben sind jetzt die „Guten“, während sich Guido Westerwelle vor den Journalisten rechtfertigen muss, weil er Deutschland nicht an einem Krieg beteiligen wollte, der als „notwendige humanitäre Intervention“ gilt.

DOCH WO SIND DIE BEWEISE FÜR ALL DIESE BEHAUPTUNGEN? WAS HAT DENN GADDAFI SEINEM VOLK WIRKLICH ANGETAN?  WAR / IST ER WIRKLICH SO EIN MONSTER?

Wenn ja, wieso hat dann NELSON MANDELA, der selbst wegen seines Kampfes gegen Apartheid und Unterdrückung   jahrzehntelang im Gefängnis war, wenige Wochen nach seiner Entlassung ausgerechnet Gaddafi besucht und umarmt?

Weil Gaddafi und Libyen jahrelang große Unterstützer der schwarzen Anti-Apartheidbewegung waren, im Gegensatz zu den USA, die das brutale, rassistische Regime in Johannisburg förderte und den ANC bis 2008 als Terrorgruppe einstuften (zum 90. Geburtstag Mandelas wurde die Organisation dann aus der Liste entfernt)

Könnte es sein, dass uns hier eine gewaltige Flut an Lügen und Propaganda überrollt und die Journalisten sich wieder nur als „Verstärker“ und Verteiler der Desinformation betätigen?

Schauen wir uns doch einmal an, was Leute sagen, die das Land kennen, schon selbst in Libyen waren und über ihre Erfahrungen berichtet haben. Ein amerikanischer, unabhängiger Journalist sagte in einem einstündigen Interview folgendes über seine Erlebnisse in Libyen (er war im Oktober 2009 in Tripoli):

Tripoli ist eine angenehme Stadt. Es wurde viel gebaut (man sah die Baukräne überall) und man konnte sehen, wie gut die Häuser innen ausgestattet waren. Den Leuten geht es gut. Jeder hat ein Haus oder ist Eigentümer einer Wohnung (keine Miete, keine Schulden). Ein eigenes Heim zu besitzen, gilt hier als Menschenrecht. Bildung und Gesundheitswesen sind kostenlos für alle Libyer.

 „Es besteht hier ein gewaltiger Widerspruch zwischen dem hohen Lebensstandard und der Vorstellung eines „Aufstandes“.

(In Ägypten, Tunesien, etc. waren die Hauptgründe für die Proteste hohe Arbeitslosigkeit, Armut u. Hoffnungslosigkeit)

Wikipedia hat dazu folgenden Eintrag:

Libyen hat eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasst die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht besteht für Sechs- bis Fünfzehnjährige.

[…] Seit der Revolution 1969 wurden sozialpolitische Maßnahmen ergriffen; Subventionierung der Grundnahrungsmittel, von Strom, Benzin und Gas, Wohnungsbauprogramme, Erhöhung der Mindestlöhne, seit 1973 Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen. Seit 1992 wurden allerdings verstaatlichte Immobilien wieder privatisiert. In der Folge dieser sozialpolitischen Maßnahmen ist Libyen das Land mit dem geringsten Wohlstandsgefälle Afrikas.

Während also tausende Afrikaner so verzweifelt sind, dass sie mit Hilfe von Schleppern versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, wobei viele ertrinken und der Rest meistens wieder abeschoben wird, hat Gaddafi dafür gesorgt, dass sein Volk am Ölreichtum teilhat und nicht dem  „Markt“ ausgeliefert wird … und das soll eine Basis für einen Volksaufstand sein?

Frage des Moderators: (die sich hier kein Journalist stellt)

Die Rebellen sagen, Gaddafi hat Millionen von Waffen an die Bevölkerung verteilt. Welcher „Diktator“ würde das tun, wenn sein Volk ihn hasst?“ Das ergibt doch keinen Sinn (Richtig. Hier stimmt etwas nicht, das ist offensichtlich …)

Frage: Was ist mit der brutalen Niederschlagung der Proteste durch Luftangriffe? Gibt es dafür Beweise?

Nein. Nur die Behauptung der „Rebellen“ bzw. ihrer Unterstützer. Dennoch hat  die UN Resolutionen 1970 und 1973 verabschiedet und das obwohl Russland eingewendet hat, dass man aufgrund von Satellitenbildern klar sehe, dass keine Flugzeuge in der Luft waren.

Alle Indizien deuten darauf hin, dass es sich hier um einen Staatsstreich handelt, der von der NATO unterstützt wird (vor allem Frankreich, England und die USA) aber auch von den ganz und gar undemokratischen Herrschern aus Saudi-Arabien, Bahrain und Katar.

In Bahrain gab es einen echten (friedlichen)Aufstand, der aber mit unglaublicher Härte niedergeschlagen wurde.

So  berichtet der ehemalige britische Diplomat Craig Murray, dass dort sogar Ärzte angeklagt werden, die die verletzten Aufständischen behandelt haben … doch darüber empört sich hier niemand. Schließlich ist Bahrain eine wichtige Militärbasis der USA und die dortigen Herrscher keine „Spielverderber“ wie Gaddafi.

Man hat den „arabischen Frühling“ dazu benutzt,  den  Coup  in Libyen  – der von außen gesteuert ist (mehr dazu im nächsten Teil) – als Teil dieser Entwicklung darzustellen. Die brutale Entmachtung Gaddafis  unter „Verwendung“ radikaler Steinzeit-Islamisten bzw. „Al Qaeda“ Mitgliedern (Sie haben richtig gelesen, genau diejenigen, die man offiziell als „Terroristen“ weltweit bekämpft) und die massenhafte Bombardierung  Tripolis sind ein Verbrechen, jedenfalls für alle Staatenlenker, die den Titel „Rechtsstaat“ für ihr Land noch in Anspruch nehmen wollen.

Lesen Sie mehr dazu:

The U.S.-al-Qaeda Alliance in Libya

Die NATO-Intervention in Libyen wird als humanitäres Mission  dargestellt. (deutsche Übersetzung von mir – Auszug)

Doch das ist sie nicht: Beide Parteien haben Greueltaten begangen, doch dank der sehr effektiven Propaganda der NTC (Übergangsregierung), vertreten durch die PR-Firma „Harbour Group“ wurde der Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild präsentiert: immer nur Gaddafis Truppen sollen Greueltaten begangen  haben …[…] doch wie der Daily Telegraph in London berichtet hat, sind die Bewohner der Stadt Bengazi, die von den Rebellen kontrolliert wird,  „völlig eingeschüchtert und terrorisiert,  viele trauen sich nicht mehr nachts Auto zu fahren, aus Angst, dass sie an einem der zahlreichen Checkpoints angehalten werden und dann den Rebellen ausgeliefert sind …“

Dazu kommt noch, dass etwa 1,5 Millionen der schwarzen Arbeitsmigranten jetzt quasi in der Falle sind: Viele von ihnen wurden angegriffen, verfolgt, aus ihren Wohnungen gezerrt, misshandelt und ermordet. Sogenannte „Freiheitskämpfer“ sind in Wahrheit, bewaffnete Horden, die Greueltaten begehen…. doch die Presseberichte verschweigen diese Brutalität, weil sie nicht willens sind, das „neue Libyen“ so zu zeigen wie es wirklich ist (nach Gaddafis Vertreibung).“

 

Die USA haben Gaddafi schon seit den 1980er Jahren dämonisiert und gemeinsam mit dem englischen “ Nachrichtendienst“ einen geheimen Krieg (covert war) gegen ihn geführt.

Es gibt grauenvolle Videos, die zeigen wie brutal die „Rebellen“ sind und das ist auch kein Wunder, denn sie bestehen größtenteils aus radikalen Islamisten, Mitgliedern von Al Qaeda (ja, sie haben richtig gelesen), ausländischen Söldnern und Soldaten aus Katar (die sich wie Libyer kleiden). Die ganze Bande wurde trainiert und zusammengestellt von den „Spezialisten“ der CIA und natürlich auch englischer Geheimdienste sowie Unterstützung der britischen SAS (die „Männer fürs Grobe“). Sarkozys Rolle in diesem mörderischen „Theaterstück“  müsste noch näher untersucht werden.

Das ganze Terrorensemble heißt in der Fachsprache „counter-insurgency“, was eigentlich eine brutaler Strategie gegen Aufständische ist (bei Regierungen, die dem Westen gefällig sind) aber auch- wie hier – umgedreht werden kann, wenn die Regierung nicht kompatibel mit westlichen Machtansprüchen ist. In diesem Falle werden die „insurgents“ unterstützt und so instrumentalisiert, dass man das Verbrechen (Verletzung der staatlichen Souveränität und getarnter Angriffskrieg)  als „Befreiungsaktion“ präsentieren kann. (Wir kennen das ja aus dem Irak).

Dass diese „Hilfsaktion“ in Wahrheit grauenvollen Terror der Bevölkerung bedeutet, bleibt dank unserer Medienschafe gänzlich verborgen: Folter, Lynchen, Verstümmelung (vor den Angehörigen als Abschreckung für Gaddafi Anhänger) und brutale Morde durch das Gesindel, das „wir“ unterstützen und dann nicht wissen, wie wir es wieder loswerden sollen.

Da muss man ins Internet gehen, um noch Quellen zu finden, die sich auf der Suche nach der Wahrheit machen. Dort findet man z.B. Schilderungen der früheren US-Kongressabgeordneten Cynthia McKinney, die im Juni 2011 in Libyen war, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen – und aus Solidarität – sie ist Afro-Amerikanerin.

Sie beschreibt die Bombardierungen in Tripoli und nimmt kein Blatt vor den Mund. Das sind Kriegsverbrechen, denn es wurden zivile Ziele bombardiert, Uranwaffen eingesetzt („Bunker Buster“ u.a.) und dafür gab und gibt es kein UN-Mandat.

ÜBER DIE ZERSTÖRUNG

„Was früher einmal eine wunderschöne Stadt war, und ein so hoffnungsvolles Land … wurde jetzt in Schutt und Asche gelegt … Libyer kämpfen jetzt gegen Libyer … es gibt ein Blutbad …viele Ausländer, die so wie ich in das Land kamen, um die Wahrheit herauszufinden, sitzen jetzt in der Falle. Sie können nicht mehr aus dem Hotel heraus, und selbst dort wird jetzt geschossen!

ÜBER DEN BOMBENTERROR

…. Diese Bombardierung, morgens, am Nachmittag, am Abend und in der Nacht, immer  wieder, immer wieder .. diese Folgen sind schrecklich – nicht nur für die einzelnen Menschen sondern auch für die Umwelt … Es war so dunkel … man konnte die Sonne gar nicht mehr sehen … es war völlig finster, dunkelgraue Wolken, der Himmel war schwarz, weil so viel Staub aufgewirbelt wurde, soviel Schmutz und Debris … der Staub geht in die Augen, in den Mund … man muss die Augen auswaschen, weil es weh tut … jetzt muss es noch schlimmer sein …“

http://www.youtube.com/watch?v=mPVJMSZsXeA

ÜBER DAS SCHICKSAL DER SCHWARZEN BEVÖLKERUNG

Ich wurde eingeladen, um etwas über das „Green Book“ zu erfahren … es gab ein Problem in Europa: Menschen aus Afrika wurden angegriffen … Gaddafi hat zu einer Konferenz in Tripoli eingeladen (für Afrikaner in der Diaspora) … Er sagte, wenn ihr nicht in der Lage seid, in Würde in Europe oder den USA zu leben, dann kommt zurück nach Afrika (das war, als die Sanktionen gegen Libyen beendet waren und der Prozess des Neuanfangs begonnen hatte) … Es war eine Einladung nach Libyen zu kommen, um zu studieren, ein Geschäft zu eröffnen, mitzuhelfen, dass die Wirtschaft, die Gesellschaft funktioniert … man sah Farmer, Fischer, Ladenbesitzer, … das ist jetzt alles vorbei

… mehr als 30% der Libyer sind Schwarzafrikaner … [manche arabische Stämme verachten sie als „minderwertig] … und jetzt werden sie „zum Abschuss freigegeben“ …. ein Mann erzählte ihr „we will be targeted, we will be killed“ … die Rebellen bringen routinemäßig schwarze Libyer um ….

ÜBER DAS EMBARGO UND DIE INTENSIVIERUNG DER BOMBARDIERUNG

Es gibt keinen Strom mehr, kaum noch Wasser und Lebensmittel in Tripoli …. Das ist eine Belagerung … eine Form der kollektiven Bestrafung (ein Kriegsverbrechen) …Sie haben Tripoli 26 mal bombardiert … an einem Tag … doch wie im Irak haben weder die Sanktionen noch die Bombardierungen dazu geführt, dass die Bevölkerung gegen Gaddafi mobil machte… da haben sie 89 Bomben auf Tripoli abgeworfen … dieser Staub der „Bunker-Buster“, die auch im Irak eingesetzt wurden, hat unsere Veteranen krank gemacht … Ich habe ihn auch eingeatmet … man spürt einen metallischen Geschmack im Mund (ein Zeichen für radioaktive Metallpartikel)

Der mächtigste Militärapparat der Welt … F 16 Kampfjets, Apache Kampfhubschrauber, Drohnen, Missiles, Hellfire (Uranwaffen) … alles wird eingesetzt … wir haben es selbst gesehen … und dokumentiert … doch leider … was man Euch und der Welt sagt … was uns diese Art von Presse sagt … sind Lügen … diese Medien der „speziellen Interessen“ praktizieren die Kunst der Dämonisierung …

Das Pentagon hat jetzt eine eigene Abteilung für Wahrnehmungs-Management … die CIA  gibt jedes Jahr Millionen aus, um die Meinung (durch Beeinflussung der Medien) zu manipulieren…

ÜBER DEN PRÄSIDENTENPALAST BAB-AL-AZEEZA

Dort versammelten sich die Menschen jeden Abend … es gab Trommeln, Musik, Tanz und Gesang … wir sahen eine Zeltstadt daneben … die Migranten entschieden sich zu bleiben, trotz der Bomben … weil sie das Land so liebten …

Jetzt ist dieser Ort nur mehr ein Haufen Schutt … NATO wusste, jede Nacht, wenn die Bomben kamen, dass es kein militärisches Ziel war … jetzt ist es völlig zerstört … einer der unabhängigen Journalisten ging dorthin, er sah, dass dort noch Teile von Menschen herumliegen…

Auch der Ort, an dem die drei Enkel von Gaddafi ermordet wurden (Babys) ….man kann noch Überreste ihrer Körper sehen …Libyen ist nicht das einzige Land auf der Abschussliste der USA … auch Evo Morales wurde angegriffen … das Recht auf Selbstbestimmung darf nicht wahrgenommen werden …. Das erlaubt der Hegemon nicht … (selbst die Frauen des Hegemons sind zum Fürchten: Madeleine Albright „Wir denken, es war den Preis wert“:  500.000 tote Kinder im Irak als Folge der Sanktionen… )

“Wir sind hungrig und durstig nach Veränderung .. nach Wahrhaftigkeit  … uns ist schlecht von den Lügen unserer Regierung und unserer Medien … wir wollen dass sie aufhören, die Lügen zu wiederholen … das ist alles was wir wollen“

Cynthia McKinney beschreibt auch ihren Besuch der Universität Al Fateh und deren Bombardierung durch die NATO: (Hier der Originaltext – ein Auszug:)

„…Libyan boys and girls are like ours. My son would easily fit into the life of this university.

The campus seemed vibrant, too. Cranes everywhere indicated a healthy building program, adding new buildings to enhance the student learning environment. Despite the students‘ fracas, Dean Mansur had everything to be happy about as he saw his university becoming bigger, better, and stronger. He told me that they had even signed an agreement with a British university to begin programs in the English language. Not English studies, Dean Mansur emphasized, but an entire curriculum of study taught in the English language! Of course, he intoned, that’s all disappointingly ended now.

Dean Mansur told me that life at the university and, for him personally, changed forever on the afternoon of Thursday 9 June, 2011.

He said it began out of nowhere, a loud roar. Then a frightful high pitched the hissing sound.  He said he looked up into the sky and could hardly believe his eyes: Something shiny up in the sky appeared dancing in front of him. He said it moved about like an Atari game or something. It danced and zig-zagged all over the sky. He said he was transfixed on the object for what seemed like minutes but in truth must have only been seconds.

Up and down and sideways it raced in the sky and then, without warning, it just came crashing down into the ground nearby. It was a NATO missile.

Tragically it had found its target: Al Fateh University, Campus B.

Dean Mansur said he saw one missile, lots of fire, lots of different colors all around it, and then a huge plume of smoke. He saw one missile, but heard what seemed like many explosions. He said he now can’t honestly say how many.

Dr. Mansur said the force and shock of the blast held him frozen in place. He said his heart stopped for a moment. He wasn’t afraid, just frozen.  He didn’t run away; he didn’t cower; he said he just stood stupefied.”

DIE BOMBARDIERUNG ZIVILER EINRICHTUNGEN IST EIN KRIEGSVERBRECHEN (Die NATO hat auch Kraftwerke, Wasserversorgungs- u. Kommunikationseinrichtungen, sowie Wohngebiete bombardiert ….)

Cynthia erwähnt noch, dass Gaddafi sich sehr für eine Pan-Afrikanische Union eingesetzt hat, dafür, dass sich die afrikanischen Staaten auf eigene Füße stellen, mit einer eigenen Währung, eigener Wirtschaftspolitik, unabhängig von IWF, Weltbank, Washington, Paris, etc.und damit kommen wir zu den wahren Motiven für seinen gewaltsamen Abgang:

Wer soll in Libyen ab jetzt regieren? Der Markt natürlich, wer sonst …..?

(Fortsetzung folgt, darin: Stimmen aus Afrika, Wie man den „Aufstand“ von außen organisierte, warum Obama noch scheinheiliger ist, als George W.Bush …)