UNTER WÖLFEN: GLADIO, CIA, IS und die TÜRKEI

grey wolves propagandaGestern wurde in den Nachrichten von RT eine äußerst wichtige Information veröffentlicht:

Nach dem Abschuss des russischen Kampfflugzeugs über Syrien tauchte ein Video auf, in dem angeblich „turkmenische“ Guerilla-Kämpfer in Nord-Syrien sich damit brüsten, einen der beiden russischen Piloten – während er sich mit dem Fallschirm retten wollte – getötet zu haben.

Der in den Medien dazu suggerierte Kontext ist, dass diese Männer Teil dersyrischen, gemäßigten Rebellen“ sind, die gegen den bösen Assad kämpfen und jetzt von den bösen Russen mit Bomben bedroht werden. In diesem Sinne kann man doch verstehen, wenn diese auf russische Kampf-Piloten nicht gut zu sprechen sind (es wird quasi Selbstverteidigung unterstellt).

Doch das Lügengebäude der „syrischen Rebellen“ bricht nun endgültig zusammen. Warum?

Celik now in SyriaWeil der Anführer der „turkmenischen Kämpfer in Syrien“ in Wahrheit aus der Türkei kommt und Alparsian CELIK heisst. Er wird von türkischen Medien als Sohn eines ehemaligen, „rechten“ Bürgermeisters identifiziert, der schon 2014 im Irak kämpfte.

Der Mann ist also kein Syrer und hat somit mit der  legitimen „syrischen Opposition“ rein gar nichts zu tun, war aber „zufällig“ zur Stelle, als die russischen Piloten nach dem Angriff der Türkei den Schleudersitz betätigten.

Celik Grey WolvesDas ist aber noch nicht alles. Der „Hammer“ ist, dass dieser Celik Mitglied der „Grauen Wölfe“ ist, einer para-militärischen – auch terroristisch einsetzbaren – Kampftruppe, die vom türkischen „deep state“ (der eng mit der CIA liiert ist) in den 1960er Jahren geschaffen wurde.  (Auf dem Bild oben mit dem „Wolfsgruß“)

BBC doc 1992Diese wiederum ist Teil des türkischen, geheimen „Gladio“-Netzwerkes, das die CIA/NATO schon nach 1945 in Europa aufgebaut hat. Also paramilitärische, neo-faschistische Strukturen die eng mit dem „Sicherheitsapparat“ des jeweiligen Landes verbunden sind.

Daniele GANSER, der ja „Gladio-Experte ist, schrieb dazu 2005 (Originaltext Englisch) u.a.:

„… Schon mehrere Jahre vor dem NATO-Beitritt (1952) wurde eine „Geheimarmee“ mit dem Codenamen „counter-guerilla“ in der Türkei gegründet, die während des ganzen kalten Krieges aktiv war und die geheimsten Missionen des türkischen Militärs ausführte. Nach den Enthüllungen über „Gladio“ in Italien, bestätigte General Kemal Yilmaz, Kommandeur der militärischen „Spezialeinheiten“ am 3. Dezember 1990 offiziell seine Existenz. Ihre Aufgabe sei, den „Widerstand zu organisieren, für den Fall einer kommunistischen Besatzung“.

Der ehemalige türkische Premierminister Ecevit sagte in einem Interview, er habe erst 1974 von diesen Strukturen erfahren und der Oberkommandeur der türkischen Armee habe ihm mitgeteilt, dass die USA diese Einheiten schon unmittelbar nach Kriegsende (1945) finanziert hatten. „Es handelt sich dabei um freiwillige Patrioten, deren Namen geheim gehalten werden und die sich lebenslang (!) in dieser Spezialabteilung engagieren“ so Ecevit wörtlich. Er fügte hinzu: „Sie haben Waffenverstecke in verschiedenen Teilen des Landes.“

Als er andeutete, dass diese „Abwehreinheiten“ auch in Terroranschläge auf türkischem Boden verwickelt sein könnten, reagierte der Verteidigungsminister Giray (wütend) darauf mit den Worten:

Ecevit sollte besser seinen Mund halten …!“

(Ganser:  Terrorism in Western Europe – An Approach to NATO’s Secret Stay behind armies)

Taksim massacreDoch dieser ließ sich nicht einschüchtern und verkündete, dass er den begründeten Verdacht habe, die CG-Einheiten seien in das Massaker am Taksim Platz in Istanbul (1977) verwickelt gewesen. Während dieser massiven Protestkundgebung der Gewerkschaften am 1. Mai wurden 36 Menschen getötet (zum Teil absichtlich mit gepanzerten Fahrzeugen überrollt) und hunderte verletzt. Das Massaker dauerte 20 Minuten, doch obwohl hunderte Polizisten vor Ort waren, haben sie nichts unternommen (so Ecevit).

(Erinnert das nicht an das Massaker im Gewerkschaftshaus in  Odessa?...(siehe Ukraine-Beiträge)

Als Ecevit den damaligen Präsident der Türkei am Telefon erreichte und ihm seinen Verdacht über die Täter mitteilte, gab dieser die Botschaft an den neuen Premierminister Süleyman Demirel weiter. Doch dieser vermochte gegen die Militär-Mafia anscheinend nichts auszurichten … (warum nicht, wird weiter unten klar ….)

Talat Turhan, ehemaliger General im türkischen Militär sagte, diese „Abwehr-Einheit“ habe auch Folter praktiziert. (so Ganser) Woher er das wusste? Er selbst wurde von diesen Leuten gefoltert, aber sie ließen ihn am Leben. Nach den „Gladio“-Enthüllungen in Italien (1990) wurde er von Journalisten kontaktiert, um über seine Erfahrungen zu berichten.

Turhan beklagt bis heute, dass diese geheimen – mörderischen – Strukturen nie in einem offiziellen Verfahren untersucht wurden, weder in der Türkei, noch im Rahmen der EU.

ÜLKÜCÜLER: WÖLFE AN DER LEINE

„Ein Idealist ist in der Regel kein Mann des Denkens, sondern immer ein Mann der Tat […] Alle Denkweisen, Handlungen und Meinungen, die von Handlungs- und Denkweise der Idealisten abweichen, sind ungültig

(Beschreibung der „idealistischen“ Wölfe …)

Grey wolves logoDie “Grauen Wölfe” werden von RT als „nationalistische Organisation“ bezeichnet, doch das ist eine sprachliche Verharmlosung. Die „Wölfe“ (gegründet von Alparslan Türkes in den 1960er Jahren) waren ursprünglich ein Ableger der „extrem-rechten“ MHP (die „nationalistische Bewegung“), der speziell Jugendliche anlockte und sie (nach dem Vorbild des Dritten Reiches indoktrinierte und) zu neo-faschistischen, paramilitärischen Werkzeugen (sprich: Mördern auf Abruf) machte. Ähnliche Strukturen wurden ja auch in anderen NATO-Ländern nach 1945 aufgebaut.

Sie spielten eine zentrale und perfide Rolle während der Gewaltausbrüche in der Türkei zwischen 1976 und 1980. Nach Angaben der Behörden sind für die Ermordung von hunderten Menschen verantwortlich, die wegen ihrer Zugehörigkeit zu „linken“ Gruppierungen bzw. ihrer oppositionellen, pro-demokratischen Aktivitäten getötet wurden. Zu ihren Opfern gehörten natürlich auch zahlreiche Kurden und andere Minderheiten.

Zu den schlimmsten Anschlägen gehören das bereits erwähnte Massaker auf dem Taksim-Platz (1977) und das Maras Massaker, bei dem ein Pogrom gegen die Alawiten zum Tod von über hundert Menschen führte. (1978).

pope john paul II with patsyWeniger bekannt ist die Verwicklung der „Wölfe“ in das Attentat auf Papst Johannes-Paul II (1981) durch Mehmet Ali Ağca. (der natürlich nur ein „patsy“ war…, was der „Heilige Vater“ auch wusste und ihm deshalb „vergab“ …)

Während die „Wölfe“ bis in die 1980er Jahre als perfides „Werkzeug“ (der Subversion und des Terrors) gegen linke Parteien, NATO-Gegner und andere anti-kapitalistische Gruppen eingesetzt wurde, setzte Anfang der 1990er Jahre ein bedeutsamer „shift“ der verdeckten Strategie ein, wie Sibel Edmonds ja treffend (als „Gladio B“) skizziert hat.

DER NEUE „GLADIATOR“ LIEST IM KORAN UND TRÄGT SCHWARZ

Die alten (von den USA beschützten) Nazis und die neuen, die sie „ausbildeten“ waren nach effektiver Indoktrination und „patriotischer“ Gehirnwäsche wunderbar geeignet, alles „Linke“ als Feindbild anzusehen und sogar mit Mord und Terroranschlägen dagegen vorzugehen. Damit verhinderte die CIA 45 Jahre lang einen politischen „Linksruck“ in Ländern wie Italien, Frankreich, Belgien, Griechenland, der Türkei, usw. und Deutschlands politische Landschaft wurde natürlich auch kräftig manipuliert (RAF, Ermordung von Herrhausen, Studentenrevolten, Proteste gegen NATO, etc.)

management of savagery

Doch mit dem Ende der Sowjetunion war das grotesk aufgeblasene Feindbild des Kommunismus abhandengekommen und man braucht ein neues , eine „Spezialkonstruktion“ …

  • Erstens, um die wahnsinnigen Rüstungsausgaben in den USA zu rechtfertigen (und noch zu erhöhen), damit der „militärisch-industrielle-Geheimdienst-Wall-Street-Komplex“ seine Profite und seine Macht nicht schrumpfen sieht, sondern ausdehnt.
  • Zweitens, weil die von Washington und Tel Aviv geplante, brutale „Neuordnung des Nahen Ostens“ (eng verbunden mit der Kontrolle von Erdöl und Erdgas und dem Zionismus) Länder betraf, in denen man mit Neo-Nazis nicht viel ausrichten konnte: arabische bzw. muslimische Länder.
  • Also mussten mobile „islamistische“ Schocktruppen generiert werden, die in diesen Ländern einsetzbar waren (wozu natürlich auch die ehemaligen Sowjet-Republiken zählten wie Azerbaidschan, Usbekistan, Georgien, Tschetschenien, usw.) und auch die schon von Mackinder (und später Brzezinsky) identifizierten, strategisch wichtigen Gebiete „Eurasiens“ wie Afghanistan, Pakistan, Iran, Türkei und natürlich „the big prize“: Russland

al-qaeda1Die Erschaffung der „Gotteskrieger“ (damals „Mudjahedin“, heute „Al Kaida“ bzw. IS) in Afghanistan – schon unter Carter – (als Kampf-Werkzeug gegen die pro-sowjetische Regierung in Kabul und letztlich die Sowjetunion selbst) durch die CIA ist ja mittlerweile ausreichend dokumentiert (maßgeblich unterstützt von den Geheimdiensten Saudi Arabiens und Pakistans).

Weniger bekannt ist, dass auch das kriminelle Operationsgebiet der „Wölfe“ in den frühen 1990er Jahren weit über die Türkei hinausging. Die Invasion und Teilung von Zypern war auch das Werk der CIA und dem von ihr kreierten “deep state” in der Türkei. Hier wurde die MHP Kampftruppen zum ersten Mal im Ausland getestet.

Tausende von ihnen kämpften in Aserbaidschan und in den beiden tschetschenischen Kriegen. (Auch damals wurde die von außen geschürte Gewalt als „,als demokratischer Aufstand“ präsentiert, wie später in Syrien )

Putin hat natürlich begriffen, was hier gespielt wird und diesen subversiven und synthetischen Terror mit aller Härte niedergeschlagen, wofür er ja noch heute von unserer Autisten-Presse beschimpft wird.

Die „Wölfe“ wurden mittlerweile in einigen Ländern Zentralasiens als „Terroristische Organisation“ eingestuft.

In der Türkei wurden sie natürlich hauptsächlich gegen die Widerstandsbewegung der Kurden eingesetzt (ihre Terroranschläge wurden der PKK in die Schuhe geschoben).

Die Neo-faschistischen-“Wölfe” haben Netzwerke in mehreren europäischen Ländern aufgebaut, in denen türkische Minderheiten leben: Belgien, die Niederlande und natürlich in Deutschland. Die deutsch-türkischen Mitglieder werden auf mindestens 10.000 geschätzt und wegen ihrer extremistischen Gesinnung von den Geheimdiensten „kontrolliert“ (das kann man ja verschieden interpretieren …)

WIE DIE TÜRKEI (VON DER CIA) NACH „RECHTS“ GERÜCKT WURDE

turkeys killing machine STK

 Serdar Celik beschrieb in einem Artikel, der 1994 erschien, etwas genauer, wie diese Strukturen in der Türkei aufgebaut wurden (die natürlich auf „Erfahrungen“ in Korea und Vietnam beruhen, wo ja auch „Guerillas“ nach „Bedarf“ angefertigt wurden).

„Gladio“ hieß in der Türkei „SEFERBERLIK  TAKTIK  KURULU“ (STK) oder die „taktische Mobilisierungsgruppe“, deren Aktivitäten natürlich von der CIA gesteuert wurden. Diese operierte unter dem Deckmantel einer „Amerikanischen Hilfsorganisation“, JUSMATT in Ankara. 1959 wurde in einem militärischen Abkommen zwischen der USA und der Türkei (vorgeblich im Kampf gegen die Sowjetunion) der Einsatz von geheimen, paramilitärischen Banden beschlossen und zwar auch „im Fall einer internen Rebellion gegen die Regierung“. 1965 wurde die STK in OHD umbenannt (Abteilung für spezielle Kriegsführung) und direkt dem Generalstabschef unterstellt.

Als durch die „Gladio“-Affäre in Italien bekannt wurde, dass solche subversiven, kriminellen Strukturen (in Symbiose mit den Geheimdiensten und den „Sicherheitsbehörden“ bis zum Innenminister) auch in anderen Ländern existierten, stritt die Türkei zunächst ab, dass es solche Terror-Strukturen auch dort gab.

Es war ausgerechnet CIA-Direktor Bill Colby, der später enthüllte, dass „so eine Organisation“ auch in der Türkei vorhanden ist und im Dezember 1990, bestätigten zwei ranghohe Offiziere dies gegenüber der Presse. OZEL HARP DAIRESI (OHD) sei ihr Name und sie sei 1974 in Zypern und 1980 gegen die PKK eingesetzt worden. (Das ganze Ausmaß des organisierten Verbrechens wurde natürlich nicht offenbart ….)

Die Frage „Wozu wurden diese “speziellen Einheiten” geschaffen? wurde ja offiziell immer damit beantwortet, dass man damit eine „kommunistische Übernahme oder Besatzung“ verhindern bzw. sabotieren wollte. Das sollte eine gewaltsame Invasion oder heimtückische Subversion suggerieren, doch in Wahrheit sollte jede – von großen Teilen der Bevölkerung unterstützte – „linke“ Bewegung an einer Regierungsbeteiligung gehindert werden, damit die von Washington verlangte Eingliederung der europäischen Länder in ein amerikanisch-dominiertes Wirtschafts- und Finanzsystem nicht be- oder gar verhindert wurde.

Wir führten Krieg gegen die Armen, die Arbeiter, die Bauern …(so nannte es der Ex-CIA case officer John Stockwell, als er erkannte, was der „Kalte Krieg“ wirklich war)

(Die Griechen und Italiener können ja auch ein Lied davon singen, wie ihre Länder von der CIA in Serie-vergewaltigt wurden… Frankreich entging dieser Tortur dank de Gaulle …der über 40 Mord-Komplotte überlebte und dann die NATO rauswarf …)

Worin wurden die „Geheimarmeen“ denn nun wirklich unterrichtet? (ich finde diesen Begriff, den Ganser verwendet, sehr verharmlosend und irreführend):

Mordanschläge, Bombenattentate, bewaffneter Raubüberfall, Folter, Entführung, Drohung, Provokation, Geiselnahme, Brandstiftung, Sabotage, Propaganda, Desinformation, Erpressung …

(kurz gesagt: amerikanische „Werte“ ….)

Und wer konnte als Lehrer (und Praktiker) solcher „Fertigkeiten“ dank langjähriger Erfahrung auftreten?

statliberty-with-gunNatürlich das US-Militär mit seinen „special forces“ (gebildet nach dem Vorbild der Waffen-SS) und die CIA, deren militärische „Handbücher“ dafür verwendet wurden, Folterknechte und eiskalte Mörder zu „trainieren“ (von Südostasien bis nach Europa, von Europa nach Lateinamerika, usw.) z.B. US Army Field Manual 31/16; 31/20; 31/21 (Terror in Städten) und FM 31/21 A (geheime Operationen).

Seit Mitte der 1980er Jahre wurden diese Methoden noch verfeinert und speziell gegen die Kurden (PKK) gerichtet. Offiziell heißen diese kriminellen Machenschaften „Counter-Terorism“.

Laut Celik gibt es für diese Terror-Ausbildung mehrere Schulen in der Türkei und seit 1974 auch auf Zypern. In einer davon hätten die „green berets“ (die Delta Force – „Männer fürs Grobe“) ihr Training für Vietnam erhalten.

NATO and Turkey

 Jetzt verstehen wir auch, warum die Türkei so ein „wichtiger Partner“ der USA/ NATO ist ….

Diesen STK / OHD-Banden wurden laut Celik neben nationalistischen Parolen „ein fanatischer Hass* auf die „Bedrohung durch den Kommunismus“ in die Köpfe gepflanzt, der dann gegen jeden aktiviert wurde, der sich dem (pro-amerikanischen) Regime entgegenstellte.

 (*NB: der ab 1990 für den neuen „Gladio“ „islamistisch“ gefärbt war: der verordnete Hass auf alle, die nicht dem verlogenen Wahabismus folgen oder Staat und Religion völlig trennen, wie Saddam und Präsident Assad)

MERKE:

Dass es in den 1960er und 70er Jahren zahlreiche „Militärputsche“ auf der Welt gab, ist kein Zufall. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meine Minie-Serie“ über die CIA, die zeigt, wie die „militärischen Assistenzprogramme“ (MAP) der USA für subversive Zwecke missbraucht werden – seit 60 Jahren (Es werden auch Polizisten „trainiert“ nicht nur Soldaten)

Auch die wahren Ziele der “Ausbildung” ausländischer Offiziere in amerikanischen Militärakademien sind leicht zu erkennen:

Das Ziel der militärischen „Kooperation“ (military aid), ist (zitiert von Celik):

„Soldaten aus Entwicklungsländern [zu denen damals auch Griechenland und die Türkei zählten] in Übereinstimmung mit der US Ideologie zu trainieren und sie dann in der Führungsebene ihrer Heimatländer zu installieren.“

Celik betont, dass aber in den Augen dieser (faschistischen) „Gladio“-Kader nicht nur die Kommunisten, sondern jede demokratische Bewegung (die die Machtverhältnisse ändern will) als Bedrohung angesehen wird. Die amerikanische Militärdoktrin (maßgeblich beeinflusst von der CIA, wie Fletcher Prouty gezeigt hat), lässt deshalb keinen Zweifel daran, dass militärische Gewalt auch im Inland eingesetzt werden darf (und muss):

„..our security is threatened not only by open attacks, but also by other types of threats which are even more dangerous than open attacks but which do not look like open attacks. THESE DANGERS CONSIST OF THE ATTAMPTS TO BRING ABOUT TRANSFORMATIONS AND CHANGES FROM THE INSIDE.“

grey wolves 1Dafür lernen die „Rekruten“ auch wie man jemand „ geräuschlos umbringt“, (erdrosselt oder erdolcht), wie man mit Sprengstoff Terroranschläge begeht und andere Fähigkeiten, die „God’s own country“ seine Rolle als „Führer der freien Welt“ ermöglichen …

VON NÜTZLICHEN NAZIS ÜBER GLADIO ZU IS

Es muss uns klar sein, dass „Al Kaida & Co.“ und seit 2014 der „IS“ nur die neuesten Varianten dieser teuflischen Machenschaften sind, die die CIA (gemeinsam mit „Gleichgesinnten“ aus anderen Ländern) seit Jahrzehnten praktiziert. Hier werden „Extremisten“ als einsetzbare Waffen produziert, die man dann (bei Bedarf) als Vorwand für einen Krieg nehmen kann …

Dazu Celik:

Der MIT (mächtigster Geheimdienst in der Türkei) ist ein Ableger der CIA und kollaboriert mit dem israelischen Mossad, dem deutschen BND und (bis 1975) auch mit dem gefürchteten SAVAK (iranischer Geheimdienst unter Shah Reza Pahlewi).“

Die Geheimdienste bedienen sich aber nicht nur dieser indoktrinierten, jungen Männer (die zu gefährlichen, steuerbaren Verbrechern ausgebildet werden), sondern benutzen natürlich auch die Medien, die Universitäten und andere Teile der Zivilgesellschaft, um die Masse zu manipulieren. So erstaunt es nicht, wenn die Abteilung für psychologische Kriegsführung (im Rahmen von „Gladio“) in der Türkei „Ministerium für Soziale Beziehungen“ heißt.

Auch viele „Institute“, die scheinbar wissenschaftlicher Forschung nachgehen, sind nur Tarnung für diese perfide Unterwanderung einer angeblich „freien“ Gesellschaft (z.B. „Turkish World Research Institute“). In der Türkei wurden diese Strukturen hauptsächlich zur Diffamierung und Dämonisierung der PKK benutzt.

Aber die Gladio-Abteilung „Special Warfare“ hat natürlich auch die politischen (Mitte-Rechts) Parteien unter „Aufsicht“ und sorgt dafür, dass sie nicht aus der Reihe tanzen. Der amerikanische Einfluss in der Türkei ist beachtlich:

Selbst der türkische Präsident wird nicht ohne Zustimmung der CIA „gewählt“.

So erhielt Präsident Suleyman Demirel nach dem Krieg (1945) ein amerikanisches „Stipendium“ der Eisenhower –Stiftung, die – what else – ebenfalls von der CIA kontrolliert wird. Nach seinem „Besuch“ in Washington 1963 ging er zur AP und wurde 1965 Premierminister, ein Amt, das er insgesamt sieben Mal bekleidete. Von 1992-2000 war er Präsident der Türkei.

ÜBER DIE MHP

A TürkesDer Gründer der MHP (Milliyetçi Hareket Partisi,) und der „Grauen Wölfe“ war der faschistische Offizier Alparslan TÜRKEŞ. Sein ältester Sohn ist seit Anfang dieses Jahres stellvertretender Premierminister der Türkei.

  • Vater Türkes war der Anführer von 37 türkischen Offizieren, die am 27. Mai 1960 durch einen Militärputsch die demokratisch gewählte Regierung (der Demokratischen Partei) stürzten. Er war einer von 16 „auserwählten“, die schon 1948 in den USA für solche Eventualitäten „trainiert“ und Teil der europäischen „Gladio“-Strukturen wurden.
  • Der Premierminister, der Außenminister und der Finanzminister wurden 1961 „zum Tode verurteilt“ (als ermordet). Der Innenminister beging „Selbstmord“.
  • In den 1970er Jahren wurde die „Strategie der Spannung“ (absichtliche Gewalteskalation durch den „deep state“) praktiziert: also politische Subversion, Infiltration von oppositionellen Gruppen und Terroranschläge, die man den „Linken“ in die Schuhe schiebt
  • Allein im Jahr 1978 gab es über 3.000 Anschläge, in denen 831 Menschen getötet und 3.120 verwundet wurden.

·       Hohe Arbeitslosigkeit und soziale Spannungen wurden (neben den Intrigen der CIA) zum Nährboden für extremistische Gruppen auf beiden Seiten. Am 12. März 1971 fand ein „stiller“ Coup statt: Der Generalstab übergab dem Premierminister ein schriftliches „Memorandum“, das effektiv ein Ultimatum darstellte. Tu, was wir Dir sagen, oder sonst …. Der Premierminister trat drei Stunden später zurück. Noch am gleichen Tag wurde ein Verfahren gegen die Arbeiterpartei eingeleitet. Das „Kapital“ hatte wieder die Oberhand ….

·       Der dritte Militärputsch fand am 12. September 1980 statt (danach gab es plötzlich keine Anschläge mehr …), womit die Illusion gefestigt wurde, das Militär sei nötig, um für „Ordnung und Sicherheit“ zu sorgen. Dazu wurden dutzende Menschen ermordet, 500.000 verhaftet und hunderte starben (unter Folter) im Gefängnis.

·       Drei Jahre lang regierte auf diese Weise der diktatorische „Nationale Sicherheitsrat“ der faschistischen Offiziere: Kriegsrecht, Abschaffung des Parlaments und der Regierung, „Aussetzung“ der Verfassung, Verbot aller politischen Parteien und Gewerkschaften (das war die Chance für Fetullah Güllen … siehe das Video unten)

·       Wirtschaftlich ging es bergauf, nachdem man die Politik und die Kredite des IWF, (und somit der USA) übernommen hatte …

Dass Mitglieder der “Aufzieh-Armee” der MHP jetzt also in Syrien aktiv ist, kann nicht wirklich überraschen, denn die Gladio-Strukturen wurden nicht „aufgelöst“, sondern nur an die neuen Verhältnisse angepasst: die mobile Eingreif- und Terrorgruppe mordet jetzt mit (künstlichem) religiösem Pathos bzw. man lässt die Muslime sich gegenseitig umbringen ….

Als man die Parteizentrale der MHP 1980 durchsuchte, wurden dort eindeutige Dokumente über den Einsatz der Terror-Gruppen und der Organisation in „Zellen“ gefunden. Der italienische Untersuchungsrichter Felice Casson (ohne den „Gladio“ nicht aufgedeckt worden wäre) bestätigte später, dass diese Strukturen genau mit denen von „Gladio“ übereinstimmten.

Die „Wölfe“ und andere MHP-Mörderbanden wurden natürlich nicht zum Schutz des Staates, sondern gegen jeden eingesetzt, den man als politischen „Störfaktor“ loswerden wollte. So wurden tausende Studenten, Lehrer, Akademiker, Journalisten, Gewerkschafts- und Arbeiterführer ermordet und natürlich machte man auch vor Politikern und nicht einmal dem Papst halt. (Siehe dazu das Buch von Richard Cottrell)

Die MHP hat auch in anderen europäischen Ländern ein Netzwerk aufgebaut, vor allem in Deutschland, wo ihr „enge Verbindungen“ zum BND nachgesagt werden (wie auch zum Drogenhandel ….)

Der „Susurluk“ –Skandal (November 1996) ließ für kurze Zeit den ganzen, stinkenden politischen Sumpf der Türkei an die Oberfläche kommen: die engen Verbindungen zwischen Regierung, Militär, Geheimdiensten und dem organisierten Verbrechen (eine Kategorie, nicht drei …).

  • Wenn ein Polizeichef, ein Parlamentsmitglied und ein gesuchter Auftragskiller in einem Auto fahren, muss auch der Dümmste merken, dass es hier kein „schwarz“ und „weiß“ mehr gibt, sondern nur mehr grau …
  • Wenn jene Politiker, die eine politische Lösung des Kurdenproblems befürworten, plötzlich „sterben“ und dann neuer „Terror“ aufflammt …
  • Wenn aufgedeckt wird, dass Teile von Militär, Geheimdienst, Polizei und die Regierung vom Drogenhandel profitieren und ihn deshalb nach Kräften fördern … (wie auch die CIA seit Jahrzehnten)

wird die Präsentation der Türkei in den Medien als „demokratischer Staat“ zu einer schwarzen Real-Satire.

Fazit: die Rolle Erdogans als „Pate“ für den IS, Al Nusra etc. fügt sich angesichts dieser Geschichte nahtlos in das Muster ein ….

P.S.

 („ …wer viel Geld macht, ist Allah wohlgefällig ..“ das hört man gern bei der CIA und ihren Sponsoren aus der Wirtschaft… )

 

 

 

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DER BLINDE FLECK geht nicht weg: Bombenterror ohne Kontext

Film PosterGestern zeigte die ARD den Spielfilm „Der Blinde Fleck“, in dem das Bombenattentat vom 26. September 1980, während des Oktoberfests in München, im Mittelpunkt steht. Der Protagonist des Films ist der investigative Reporter Ulrich Chaussy, der jahrelang die Umstände des Anschlags untersucht hat und dabei auf jede Menge Ungereimtheiten gestoßen ist. Dabei stellte sich heraus, dass die polizeilichen Ermittlungen „von ganz oben“ beeinflusst wurden, damit die offizielle Theorie vom verwirrten Einzeltäter nicht ins Wanken gerät. Besonders die Hinweise auf Verbindungen zu „rechts-radikalen“ Gruppen wurden systematisch unterdrückt.

2015_Ulrich_ChaussyUlrich Chaussy ist eine reale Person, die seit vielen Jahren für den Bayerischen Rundfunkt arbeitet, ein renommierter Sachbuch-Autor und er trägt bis heute unermüdlich zur Aufklärung des Bombenanschlags bei. Für seine intensiven Recherchen und den politischen Druck, den er als Folge dieser Hartnäckigkeit jahrelang aushalten musste, gebührt ihm großer Respekt (er erhielt dafür auch kürzlich einen bayerischen Verdienstorden) und dieser Blog verfolgt keinesfalls die Absicht, seine journalistische Integrität in Frage zu stellen.

Doch der Spielfilm (in der Mediathek noch abends abrufbar) und die im Anschluss daran gezeigte, kurze „Doku“ über die Wiederaufnahme des Untersuchungsverfahrens – die hauptsächlich Chaussy zu verdanken ist – hatten gravierende Mängel.

Dem Zuschauer wird zwar vermittelt, dass die höchsten Beamten im „Sicherheitsapparat“ (also im Innenministerium, im Verfassungsschutz, usw.) die Aufklärung des Verbrechens massiv behindert haben, aber warum das so gewesen ist, wird nicht erklärt. Der größere, politische Kontext wird ignoriert. Die Frage ist – warum?

Vielleicht können die folgenden Ausführungen darauf eine Antwort geben.

DIE  ERMITTLUNGEN

Laut dem „historischen Lexikon Bayern“ (Überschrift: Kritik an behördlichen Ermittlungen) wurde nie bewiesen, dass Köhler die Bombe gebaut hatte oder auch nur dazu in der Lage gewesen wäre und es gab nur einen einzigen „Belastungszeugen“, der das Gehäuse der Bombe im Haus Köhlers gesehen haben will (dessen Identität aber verschwiegen wird).

Selbst der von den Ermittlern angeführte Hauptzeuge berichtete nur von einer leeren Bombenhülle in Köhlers Werkstatt. Jedoch sind bei der dortigen Durchsuchung weder Gerätschaften zum kontrollierten Erhitzen und Vergießen von Sprengstoff noch Mikrospuren von TNT oder sonstigem militärischem Sprengstoff entdeckt worden.“

Die Ermittlungen führten die Polizei rasch zur “Wehrsportgruppe Hoffmann“, die paramilitärische Übungen mit faschistischer Indoktrination kombinierte. Der 21-jährige Gundolf Köhler, der offiziell als Bombenleger gilt, soll Mitglied dieser Gruppe gewesen sein, was aber keiner der Befragten aus ihren Reihen bestätigte (sie hatten ihn nie gesehen).

Hoffmann patsiesDie Mitglieder von WSGH sagten bei Vernehmungen aus, sie hätten Waffen und Sprengstoff von einem gewissen Heinz Lembke erhalten:

Herr Lembke zeigte uns verschiedene Arten von Sprengmaterial, Zündern, Plastiksprengstoff und militärischen Sprengstoff. Er sagte, er habe viele geheime Verstecke, in denen solches Material im Wald vergraben sei und er könne uns viel davon geben. Er sagte auch, dass er Unterricht über die Handhabung solcher Sprengsätze gibt.“

(Aussage von Raymund Hörnle, zitiert in Gladio: Die geheime Terrororganisation der Nato, 1997, p. 82.)

Diese Spur wurde aber nicht weiter verfolgt… (weil sie sonst zu „Gladio“ bzw. NATO und BND geführt hätte …), sondern an der „Einzeltäter-Theorie“ festgehalten.

Waffenfunde Gladio BRDEnde Oktober 1981 stießen Wanderer in der Nähe von Uelzen (in der Lüneburger Heide, unweit des größten NATO-Übungsplatzes) auf eines dieser geheimen Waffenverstecke, wo auch andere Ausrüstungsgegenstände vorhanden waren. (Dies wird im Film nur ganz kurz erwähnt, man sieht einen Clip aus der damaligen Tagesschau)

Daraufhin wurde der Förster Heinz Lembke festgenommen und dieser führte die Polizei kurz darauf zu einem riesigen Waffenarsenal (33 Einzelverstecke), das die „Einzeltäter-Theorie“ ad absurdum führt. Daniele Ganser zitiert dazu einen Artikel des österreichischen Militärs aus dem Jahr 1991, in dem es heißt:

Die Waffenverstecke wurden sofort dem rechtsextremen Lembke zugeordnet. Doch diese Erklärung hatte einen Haken: Neben automatischen Waffen, chemischen Stoffen (Arsen und Zyankali) und etwa 14.000 Schuss Munition, fand man auch 50 Panzerabwehrkanonen, 156 kg Sprengstoff, 230 Zündvorrichtungen und 258 Handgranaten.

Es ist bemerkenswert, dass ein Staat mit weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen gegen Terroristen*, den Diebstahl oder die Abzweigung einer solch großen Menge an Kriegsmaterial nicht bemerkt hat.“

(Quelle: Österreichische Militärische Zeitschrift, Heft 2 1991, S. 123)

Die ermittelnde Behörde (geleitet vom Generalbundesanwalt) wusste schon lange, dass der Sprengstoff für das Oktoberfest militärischer Herkunft war und diese Bombe nicht von einem 21-jährigen Laien „selbst-gebastelt“ wurde. Die Experten waren auch in der Lage, festzustellen, ob das Material aus NATO-Beständen kam oder nicht.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es einen größeren, politischen Kontext gibt, der unweigerlich zu militärischen, sicherheitspolitischen (und somit geheimdienstlichen) Kreisen führt.

*Für das Verstehen der Zuschauer wäre es notwendig gewesen, das Auftauchen des „linken“ Terrors in Deutschland (in den 1970er Jahren) zu analysieren und natürlich den Kontext zu „Gladio“ herzustellen.

Also die Tatsache, dass unter dem Deckmantel der NATO geheime, paramilitärische Strukturen (in ganz Westeuropa) aufgebaut wurden, die mit Hilfe faschistischer Elemente in den Sicherheitsapparaten (also Polizei, Militär, Geheimdienste, Innenministerium) Terroranschläge verübten. Diese wurden dann den „Linksextremen“ in die Schuhe geschoben, um (vor allem in Italien) einen politischen Linksruck zu verhindern und die kommunistischen Parteien zu dämonisieren. Gruppen, wie die RAF oder Brigade Rosse in Italien waren von den Geheimdiensten infiltriert und wurden regelrecht zu Gewalt- und Terrorakten angestachelt. (Siehe dazu den Beitrag über Gladio).

Die aktuelle Variante des synthetischen Terrors in Europa (Paris, Charlie Hebdo) greift nicht auf Neo-Nazis zurück, sondern auf indoktrinierte „Islamisten“ und ahnungslose Muslime (als „patsies“) die ebenfalls als geopolitische Werkzeuge eingesetzt werden.

Doch – big surprise – die Polizei kam zu dem Schluss, dass Lembke (wieder einmal) ein „Einzeltäter“ war, die Verbindung zu „Gladio“ wurde nicht untersucht. Lembke deutete in einer Vernehmung an, dass er demnächst enthüllen werde, für wen diese Waffen gedacht waren und wer dahinter steckt. Doch am nächsten Tag, am 1. November 1981, fand man ihn erhängt in seiner Zelle.

BIG (BROWN) BROTHER (und das “Neue Deutschland“)

Um den geopolitischen Hintergrund zu verstehen, muss man den Leuten natürlich erklären, dass die USA als Besatzungsmacht federführend am Aufbau der deutschen Geheimdienste und Sicherheitsapparate waren und wenig Interesse daran hatten, die Nazis in den bürokratischen Strukturen zu entfernen – ganz im Gegenteil.

Reinhard GehlenReinhard Gehlen, Spionagechef Hitlers im Osten machte nach dem Krieg eine beachtliche Metamorphose durch: vom General des Dritten Reiches zum amerikanischen General – in no time. Er wurde von den Amerikanern damit beauftragt, einen neuen Geheimdienst aufzubauen, der ja auch anfänglich als „Gehlen Organisation“ bekannt war. Dass damit ein Auffanglager für dutzende Nazi-Verbrecher geschaffen wurde, hat die Regierung in Washington nicht weiter gestört. Sie haben ja (unter Federführung von Allen Dulles) auch tausende Nazis (vor Strafverfolgung geschützt und) in die USA gebracht, weil sie als Wissenschaftler oder als militärische „Berater“ nützlich waren.

Keiner tat mehr als Gehlen, um die Ängste der Amerikaner vor der „roten Gefahr“ zu schüren“ (Video 18:30)

(Kein Wunder, denn das bedeutete mehr Geld und mehr Macht für seine Organisation)

Hitlers shadow StudyDie von amerikanischen Kreisen bewusst erzeugte Hysterie des „Kalten Krieges“ diente dazu, die Förderung von Faschisten (und Milliardenausgaben) zu legitimieren. Nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ musste man für den Kampf gegen den bösen Kommunismus auch Nazis einsetzen, weil moralische Skrupel doch nur dem teuflischen Feind in die Hände gespielt hätten …

Die Wurzeln des BND sind also eindeutig „braun“ und die Antwort von Edward Snowden (auf die Frage, wie er das Verhältnis zwischen BND und NSA [bzw. CIA] beschreiben würde) „They are in bed with each other“ kommt deshalb auch nicht überraschend.

Doch während bekannt ist, dass der BND 1956 gegründet wurde, wird die Existenz der geheimen Gladio-Strukturen bis heute mit wenigen Ausnahmen totgeschwiegen.

GLADIO IN DEUTSCHLAND: Alte Nazis trainieren neue Rekruten unter US-Aufsicht

In den 1950er Jahren gewannen die kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien immer mehr Stimmen. Die anti-kommunistische Hysterie in den USA sollte der CIA zu immer größerer Macht verhelfen und ihre „geheimen Operationen“ (wie Gladio) im Ausland ausweiten und legitimieren. Diese kriminelle Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten – die noch dazu als „Verbündete der USA“ oder „befreundete Staaten“ galten – wurde ab 1947 durch den NSA quasi legalisiert.

(Mehr Details dazu im letzten Beitrag über die CIA, ein weiterer wird folgen)

In den 1960er Jahren wurde also die (eigene) Bevölkerung in Europa zum „Feind“ erklärt, wenn sie gegen Dinge protestierte, die für die Durchsetzung von „amerikanischen Interessen“ notwendig waren, z.B. die Errichtung von US-Militärbasen oder die Stationierung von Trägerraketen mit Nuklearwaffen. Es reichte aber auch, wenn man „linke Ideen“ hatte, die die herrschenden Besitzverhältnisse bedrohten.

Die Manipulation der Bevölkerung durch Angst und Terror (besonders vor anstehenden Wahlen) wurde deshalb als legitimes Mittel der amerikanischen „Außenpolitik“ betrachtet und auch von faschistischen Kreisen in Europa begrüßt.

Wie Daniel Ganser feststellte, gibt es auch ein Papier, in dem der Einsatz der Gladio-Strukturen notfalls GEGEN DIE EIGENE BEVÖLKERUNG dokumentiert ist: Datiert mit 1.Juni 1959 heißt es dort (Originaltext italienisch), dass die Gladio-Strukturen für folgende Zwecke einzusetzen sind:

Sollte der Ernstfall eintreten, in dem Gebiete von NATO-Ländern teilweise oder ganz von inneren Unruhen (und Umstürzen) oder militärischer Invasion betroffen sind“ [mit „Umstürzen“ meinte man einen faschistischen Putsch, bei dem die „gladiatori“ natürlich zum Schutz der Putschisten eingesetzt werden und dafür sorgen, dass „linke“ Gruppen ausgeschaltet werden, wie Prinz Borghese in Italien es vorhatte …]

 

WaPo CIA Nazi NetworksCIA Dokumente, die im Juni 2006 freigegeben wurden zeigen ebenfalls, dass die CIA zwischen 1949 und 1955 geheime „Gladio“-Strukturen in Deutschland aufgebaut und dabei SS-Offiziere eingesetzt hat. Dies bestätigt ja auch u.a. der CIA-Mann in der exzellenten BBC-Doku von Allan Frankovitch, über die ich in diesem Blog ja geschrieben habe (Gladio).

Eine dieser Gruppen war der „Technische Dienst (TD) innerhalb des Bundes Deutscher Jugend (BDJ). Der BDJ wurde 1950 von Erhard Peters und Paul Lüth gegründet. Die Existenz von TD-BDJ war den deutschen Behörden (spätestens) seit 1952 bekannt.   (Siehe dazu Ganser)

Ein erfolgreicher „Anwerber“ für Jugendliche, die zum BDJ gelockt wurden, war der SS-Kriegsverbrecher Klaus Altmann (besser bekannt als Klaus Barbie oder in Frankreich als der „Schlächter von Lyon“). Er tat dies Anfang der 1950er Jahre im Auftrag des CIC, des militärischen Spionagedienstes der USA im zweiten Weltkrieg, der später von der DIA abgelöst wurde.

Am 9. September 1952 betrat ein Mann eine Polizeistation in Frankfurt und erzählte den Polizeibeamten eine erstaunliche Geschichte: er sei Teil einer paramilitärischen Einheit, die über Waffen und Sprengstoff verfüge und von Amerikanern finanziert werde. Den Mitgliedern wird beigebracht wie man Leute umbringt, ohne Spuren zu hinterlassen, wie man sich im Wald versteckt, usw.

Der Mann hieß Hans Otto und war ein ehemaliger Offizier der Waffen-SS, deshalb erschien ihm auch der angebliche Zweck dieser geheimen Übungen anfangs nicht verdächtig: Für den Fall, dass die Sowjetunion Deutschland überfallen und besetzen sollte, würden diese speziell ausgebildeten Einheiten (ähnlich wie die Resistance in Frankreich) den Besatzern das Leben mit „Terroranschlägen“ und Sabotage schwer machen.

Doch als ihm eine Liste von deutschen Politikern (und anderen, insgesamt 40 Personen) vorgelegt wurde, die – nicht nur in diesem Fall, sondern auch bei einem drohenden, innenpolitischen Machtwechsel nach links – zu liquidieren seien (darunter auch viele Sozialdemokraten), wurde Otto die Sache zu unheimlich und er „packte aus“.

Zinn G ADie daraufhin eingeleiteten Untersuchungen führten schon damals zu Waffenverstecken und einem Trainingslager im Odenwald in Hessen. Die Sache wäre wohl damals vertuscht worden, wenn nicht ein mutiger Politiker die Sache öffentlich gemacht hätte: Georg August Zinn, damals Ministerpräsident von Hessen und überzeugter Anti-Faschist. Trotz enormen Drucks von Adenauer und den US-Behörden ließ er sich nicht zum Schweigen bringen und hielt eine flammende Rede vor dem hessischen Landtag, wofür er großen Beifall erntete. Dabei warnte er davor, dass diese geheimen Strukturen, die ja die Grundlage für kriminelle, subversive Tätigkeiten waren, die dann unter Hitler zur Diktatur führten, jetzt wieder aktiv seien.

Am 30. Oktober 1952 ordnete der BGH die Freilassung aller inhaftierten BDJ-Mitglieder an, ohne auch nur mit den Polizeibeamten in Frankfurt gesprochen zu haben oder deren Ermittlungsergebnisse zu kennen (Ganser, 2005).

Der schockierte und empörte Zinn war fassungslos und konnte sich dieses Verhalten nur dadurch erklären, dass die Richter in Karlsruhe „ auf Anordnung der Amerikaner gehandelt haben“.

Dazu gibt es im Internet diese interessanten Informationen:

Bei einer Razzia örtlicher Polizeieinheiten in den Räumen des BDJ stellte sich 1952 heraus, dass die USA die Organisation mit einer monatlichen Summe von 50.000 DM finanzierten sowie mit Waffen, Munition und Sprengstoff beliefert hatten. Im Odenwald bei Frankfurt am Main fand man ein Waffenlager mit Maschinengewehren, Granaten, leichten Artilleriegeschützen und Sprengstoff. Die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen förderte zudem eine Attentatsliste mit 40 deutschen Führungspersönlichkeiten – hauptsächlich Politiker der SPD – zutage, die man als nicht zuverlässig antikommunistisch eingestuft hatte. Unter ihnen befanden sich Herbert Wehner, der damalige SPD-Parteichef Erich Ollenhauer, der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann und die Oberbürgermeister von Hamburg und Bremen. Um im Ernstfall eine möglichst effiziente Ausführung der Attentate zu ermöglichen, hatte der BDJ bereits Mitglieder in die SPD geschleust.

Counterintelligence_corps_badgeDer CIC (Militärgeheimdienst der US-Army im zweiten Weltkrieg) übernahm die von der deutschen Polizei inhaftierten BDJ-Mitglieder und verweigerte im Folgenden den Zugriff der deutschen Behörden, die beabsichtigten, Anklagen aufgrund unerlaubten Waffenbesitzes und geplanten Mordes zu erheben. CIC-Agenten beschlagnahmten weiterhin alle noch verfügbaren Unterlagen und verweigerten die Übergabe an die deutschen Behörden.“

(CIC“ (dessen Agenten später in der CIA aufgingen) ermöglichte auch das Entkommen hunderter Nazi-Kriegsverbrecher über die „Rattenlinie“ nach Lateinamerika – mit Unterstützung des Vatikans …)

Während amerikanische Diplomaten also Zinn versicherten, es gäbe keine Pläne zur „Manipulation des politischen Klimas“, in Deutschland, beeilte sich die CIA später, die Sache durch die Cover-Story zu verharmlosen, dass diese „Einheiten“ sich quasi in fanatischem Eifer „verselbständigt“ und eigenmächtig „Todeslisten“ erstellt hätten – ohne Wissen und Zustimmung der Geheimdienste. Wer das glaubt, gewinnt den ersten Preis für politische Naivität.

Doch auch in diesem Fall wurden die Verbindungen zu „Gladio“ völlig unter den Teppich gekehrt.

Interessant ist auch die Aussage des ehemaligen CIA-Chefs für Deutschland Peter Sichel (siehe Video-Link):

Adenauer war verärgert darüber, dass man ihn nicht informiert hatte [er wusste Bescheid] nicht weil er etwas gegen diese Operationen gehabt hätte, sondern in dem Sinn – man hätte die Leute dafür sorgfältiger auswählen sollen …“ (Video 21:45)

Adenauer bestritt die Existenz der „Todes-Liste“ und der BDJ wurde im Jänner 1953 verboten. (Man machte aber natürlich unter anderem Namen weiter).

GOD BLESS OUR OLD NAZIS

1955 wurde die BRD Mitglied der NATO und Adenauer unterzeichnete einen geheimen Vertrags-Annex, in dem sich Deutschland verpflichtet, den Mitgliedern des geheimen Netzwerks rechtliche Immunität zu gewähren. Also kein Strafverfahren für alte und neue Nazis im Dienste Amerikas – no way. (Textzitat unten, Ganser 2005)

Ganser legal immunity Gladio Germany

Das dürfte Hans Globke (ehemaliger Ministerialrat im Innenministerium des Dritten Reiches) sehr gefallen haben, der als „Ministerialdirigent“ ab 1949 ein Büro im Kanzleramt hatte und ebenso General Erich von Manstein (geb. von Lewinsky), verurteilter Kriegsverbrecher, der in gewissen Kreisen „Heldenstatus“ hat, und Adenauers Schützling und Berater beim Aufbau der Bundeswehr war.

Aus dem Klappentext des u.a. Buches von Jürgen Bevers:

Globke graue Eminenz hinter AdenauerEr war die Graue Eminenz in Adenauers Kabinett, heute ist er fast vergessen: Hans Maria Globke. Als Staatssekretär im Kanzleramt zog er im Hintergrund die Fäden, baute das Palais Schaumburg zur Machtzentrale aus und bestimmte die Personalpolitik. Globke kontrollierte die Geheimdienste und holte Hitlers Generäle in die Führungsspitze der Bundeswehr. Als heimlicher „Generalsekretär“ der CDU warb er um verdeckte Parteispenden und verteilte sie. Derselbe Hans Globke hatte als hoher Ministerialbeamter den Nazis gedient, einen juristischen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen verfasst und gleichzeitig als gläubiger Katholik die Kirche mit wichtigen Informationen versorgt. Allen späteren Anfeindungen zum Trotz hat Adenauer seinen engsten politischen Vertrauten beschützt und auch vor einem Auftritt als Zeuge im Jerusalemer Prozess gegen Adolf Eichmann, den Organisator des Holocaust, bewahrt.

Die Re-Militarisierung Deutschlands (durch Krypto-Faschisten) als Vasall der USA hatte begonnen und das dadurch entstehende seelische Unbehagen (trotz steigendem Wohlstand) mündete schließlich in die Proteste, die 1968 Schlagzeilen machten.

Die Oktoberfest-Bombe von 1980 brachte das geheime Netzwerk der Subversion wieder ins Spiel, doch die Vertuschung gelang auch dieses Mal.

 

 

POLITISCHER KONTEXT – DEUTSCHLAND 1980

Die Oktoberfest-Bombe explodierte zu einem „günstigen“ Zeitpunkt: Helmut Schmidt wurde schon länger von den rechts-konservativen (wie der CSU) Politikern als „zu schwach“ gegenüber den „linksextremen“ Terroristen (RAF, Schleyer-Entführung, etc.) dargestellt. Auch der wachsende Protest der “linken” Jugend gegen die atomare Rüstung und die zunehmende Militarisierung durch die NATO war den Drahtziehern von Gladio (als Ausdruck einer „anti-amerikanischen“ Gesinnung) ein Dorn im Auge.

Die Gladio-Eliten in den Geheimdiensten (und ihre Sponsoren in Washington bzw. Brüssel (NATO-Hauptquartier) hatten also großes Interesse daran, dass nicht Schmidt, sondern Franz-Josef-Strauß die nächste Wahl gewinnt. Und er natürlich auch .. seine Verstrickung in das Gladio-Netzwerk, bzw. dessen Steuerung über die Tarnorganisation AgInter Press, wird in diesem ZDF-Beitrag skizziert;  Mehr dazu gibt es hier  (Englischer Text)

Bundestagswahl am 5. Oktober 1980

Doch das Attentat in München hatte insofern einen Bumerangeffekt, weil man den Terror nicht den „linken Extremisten“ in die Schuhe schieben und die Verbindungen zu rechts-extremen Kreisen nicht völlig vertuscht werden konnte.

Bundestagswahlen 1980 tagesschauDie Deutschen ließen sich nicht so leicht hinters Licht führen und so hatte die „rechte“ Koalition aus CDU/CSU zwar die Stimmenmehrheit (44,5%, ein Verlust von 4%), doch die SPD lag mit 42,9% nur knapp dahinter, während FDP und erstmals die Grünen Stimmen (dazu) gewannen. Die neue Regierung war wieder „die alte“: eine Koalition zwischen SPD und FPD.

Jedenfalls hatten die „Gladio“-Drahtzieher einen Linksruck verhindert und dafür gesorgt, dass die SPD unter Schmidt sich in Richtung „Mitte“ bewegt hat und schließlich dort endete, wo auch Tony Blair’s „New Labour“ sich befand: als verkommener Rest einer „Sozialdemokratie“, die den Namen nicht mehr verdient hat und sich dem neoliberalen Totalitarismus („Finanz-Faschismus“) unterordnet.

taz Andreas Kramer OFB 1980Andreas Kramer behauptete 2013, dass sein Vater (Offizier der Bundeswehr und Oberst im BND) den Bombenanschlag in München organisiert hatte und selbst beim Bau des Sprengsatzes mitgeholfen hatte. Hier Auszüge aus einem Interview mit ihm, dass die taz im Mai 2013 führte: (Klick auf das Bild führt zum Link)

taz: Herr Kramer, Sie haben beim „Bombenleger“-Prozess in Luxemburg unter Eid ausgesagt, Ihr Vater habe den Sprengstoff für den Anschlag auf das Oktoberfest 1980 geliefert. Und das im Auftrag der geheimen „Gladio/Stay behind“-Truppe der Nato. Wie kommen Sie zu dieser Aussage?

Andreas Kramer: Mein Vater war „Gladio/Stay behind“-Offizier mit dem Codenamen „Cello“ und Mitarbeiter des BND, von dem er 1965 angeworben wurde. Er hat offiziell im Rang eines Hauptmanns als Logistiker in der Abteilung G4 des Streitkräfteamts der Bundeswehr, das zum Bundesverteidigungsministerium in Bonn gehörte, gedient.

Mein Vater leitete mehr als 50 Materiallager der Nato-Geheimarmee in Deutschland. Eines davon war das Lager Uelzen, das 1981 entdeckt wurde. Mein Vater wollte mich als Operationsleiter für „Gladio/Stay behind“-Einsätze aufbauen und hat mit mir die Fernsehbeiträge, welche die Anschläge in Deutschland, also München, und Italien, also der in Bologna am 2. August 1980, betrafen, besprochen und analysiert. Ich habe ihm damals kritische Fragen gestellt, um Informationen über den Zweck dieser Anschläge zu gewinnen.

Was wollte der BND konkret von Ihrem Vater?

Man suchte Offiziere, die in der Lage waren, bestimmte Logistikaufgaben für „Gladio/Stay behind“ zu erfüllen – da war er die ideale Besetzung. Mein Vater war unter anderem der direkte Vorgesetzte von Heinz Lembke

ein deutscher Neonazi mit Verbindungen zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“, der einen Tag vor seiner Vernehmung wegen möglicher Verwicklung in das Münchner Attentat erhängt in seiner Zelle aufgefunden wurde.

Genau, den hat mein Vater angeworben und als Führungsoffizier angeleitet.

Haben Sie dazu schriftliche Aufzeichnungen? Oder beruhen Ihre Behauptungen nur auf mündlichen Aussagen Ihres Vaters Ihnen gegenüber?

Ich weiß, dass der BND solche Aufzeichnungen besitzt. Mein Vater hat davon gesprochen.

Wann ist Ihr Vater bei der Bundeswehr ausgeschieden?

  1. Er hat aber für den BND weitergearbeitet.

Was spielte Ihr Vater Ihrer Meinung nach für eine Rolle beim Münchner Attentat?

Er hat zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“ und zu Gundolf Köhler, dem späteren Attentäter, Kontakt aufgenommen, schon bevor diese 1980 vom damaligen Innenminister Gerhart Baum verboten wurde. Die Vorbereitungen für das Attentat begannen 1979.

Und als was hat er sich dort präsentiert?

Als alter Kamerad, als einer mit Verbindungen, der bereit wäre den Jungs zu helfen, wenn sie mal was richtig Großes durchziehen wollten. Der BND gab dem Anschlag auf das Münchener Oktoberfest 1980 intern den Codenamen „Operation Werwolf“, benannt nach dem SS-Sonderkommando „Werwolf“, das im Zweiten Weltkrieg hinter den feindlichen Linien Attentate und Sabotageakte verübte.

Was soll die strategische Absicht der Bombe gewesen sein?

Der Einsatz der Bombe sollte dazu beitragen, dass in der westdeutschen Bevölkerung eine Stimmung erzeugt wurde, die eine politische Abwahl der Regierung von Kanzler Helmut Schmidt herbeiführte. Franz Josef Strauß stand schon als Kanzlerkandidat der CSU bereit. In Westdeutschland wurde die klassische „Strategie der Spannung“, wie etwa auch in Italien, angewendet.

Woher soll der Sprengstoff für die Bombe gekommen sein?

Aus verschiedenen Nato-Depots. Die Bombe durfte ja nicht professionell gebaut wirken.

Warum gehen Sie erst jetzt an die Öffentlichkeit?

Weil die Opfer des Münchner Attentats bis heute nicht die Unterstützung vonseiten des Staates bekommen haben, die sie verdienen.

 

FAZIT:

Liebe Schüler und Fernsehzuschauer, Amerika (die Eliten der Macht) hat nicht “den Faschismus“ in Europa besiegt, (das waren die Russen!) sondern dafür gesorgt, dass aus dem „Dritten Reich“ das „Vierte Reich“ (transnational) entstanden ist: es hat faschistische Strukturen in den nationalen Sicherheitsapparaten gepflegt und für subversive Tätigkeiten benutzt, die garantiert nichts mit „Freiheit und Demokratie“ zu tun haben, aber viel mit kapitalistischer Plünderung und perfider Weltherrschaft (Full Spectrum Dominance)

Wie sagte Henry Kissinger einst so schön sarkastisch:

Das Kriminelle erledigen wir gleich, das Verfassungwidrige dauert ein bisschen länger.“

Die „Pseudo-Aufklärung“ durch die ARD hat dem offenbar nichts entgegenzusetzen – so viel zum Thema Gedanken- und Pressefreiheit in Deutschland ..

Ukraine (9): Der Altar des Teufels

Das neue Gesicht der Demokratie

Das neue Gesicht der Demokratie

Heute wurde also in der Ukraine „gewählt“. Was für eine ungeheuerliche Farce wird der Welt hier präsentiert.

Im Südosten zieht die eingesetzte „Regierung“ mit gepanzerten Fahrzeugen, Kampfhubschraubern und privaten Söldnern gegen die eigene Bevölkerung zu Felde, weil diese sich weigert einem Putsch-Regime  aus Neo-Liberalen und Neo-Nazis zu gehorchen.

Aber diese massive, militärische Gewalt im Inneren, die sonst immer typisch für „Diktatoren“ ist, die Kritik nicht dulden, heißt jetzt plötzlich „für Ordnung sorgen“.

Washington ist Herr der Definitionen: Wann Gewalt „gut“ ist, bestimmt das Imperium …

In Odessa lag die Wahlbeteiligung bei 12%.

Kann das verwundern, nach dem Massaker am 2. Mai? Was ist an diesem Tag wirklich passiert? Die Tatsache, dass es dazu in inseren Medien ein „blackout“ gibt, kann nur bedeuten, dass hier ein ungeheuerliches Verbrechen vertuscht werden soll.

Nach Angaben der Organisation Oriental Review, die sich auf Informationen eines Insiders, sowie zahlreiche Videos und Zeugenaussagen stützt, gibt es für die dramatischen Ereignisse in Odessa folgende Erklärung:

DIE  PLANER

"Präsident" Turchinov

„Präsident“ Turchinov

Zehn Tage vor dem Massaker traf sich in der Hauptstadt Kiew das „Planungskomitee“ dieses ungeheuerlichen Verbrechens. Dazu gehörten:

    • der interimsmäßige „Präsident“ Alexander Turchinov (ehemaliger SBU-Geheimdienstchef u. Kumpane von Yulia Tymoshenko)

    der Vorsitzende des Nationalen Sicherheits- u. Verteidigungsrates Andriy Parubiy (Mitbegründer der Neo-Nazi Partei Svoboda)

  • der „Innenminister“ Arsenij Avakov (verurteilter Steigbügelhalter für die korrupte Oligarchin Yulia Tymoshenko)
  • der Chef des Geheimdienstes Valentin Nalivaychenkoeh

DIE AKTEURE DES INSZENIERTEN DRAMAS

1 UNA-UNSO

bandera colours with fake st george ribbonDas sind paramilitärische Einheiten, also der „bewaffnete Arm“ (man könnte auch sagen, eine Art „SA“) der Neo-Nazi Parteien, die ihre Hochburg im Westen des Landes, in Galizien haben und den Sicherheitsapparat des Landes kontrollieren; erkennbar sind sie an den roten Armbändern aus Plastik, die ihre Mitglieder bei kriminellen Aktionen tragen; ihre Aufgabe in Odessa bestand darin, Gewalt auf den Straßen zu provozieren und zwar so, dass diese Aggression in den Augen der Öffentlichkeit den „pro-russischenAktivisten zugeschrieben wird.

(Deshalb hat der Mann auf dem Bild unter der linken Schulter auch ein  orange-schwarz gestreiftes Victory-Bändchen angeheftet)

Mit anderen Worten – es sollte so aussehen, als ob die „anti-Maidan“ (AM) Bewegung, (also die Gegner der faschistischen Putsch-Regierung in Kiew, die für regionale Selbstbestimmung eintreten) Auslöser der Gewalt waren und dass man sich gegen solche „Terroristen“ natürlich wehren müsse, die das Land (dargestellt als Agenten Putins) spalten wollen.

Auf dem Kulikovo-Platz spielten sie eine besonders infame Rolle: sie kamen als erste zu den Zelten der Regierungsgegner, die vor dem Gewerkschaftsgebäude seit Wochen friedlich campierten. Dort „warnten“ sie (scheinbar) die Protestbewegung vor den herannahenden Neo-Nazi Horden und aufgehetzten Fußballfans, worauf sich die AM zum Großteil im Gebäude versteckten.

(Was mich auf den Videos immer gewundert hat, dass in dem Moment, wo die aufgehetzten Horden bei den Zelten ankommen und diese anzünden, wenig Vertreter der Protestbewegung zu sehen sind; jetzt wird klar warum – eben weil diese schon im Gewerkschaftshaus Schutz gesucht hatten).

2 DIE „PRO-MAIDAN“ Kämpfer (PM)

Parubiy with Volkov in Odessa 3Also mit nationalistischen Parolen indoktrinierte (und im Straßenkampf trainierte) Leute, die glauben, sie kämpfen für „Demokratie“, aber auch Kriminelle und anderes Gesindel wurden ebenfalls in Odessa als Werkzeug eingesetzt und zwar unter der Führung von Sergei Pashinsky, der so etwas wie die rechte Hand des selektierten Präsidenten ist. Am 29. April ließ sich Andrej Parubiy (links im Bild)  seelenruhig dabei filmen, wie er schusssichere Westen und anderes Material zur „Selbstverteidigung“ an die „Patrioten“ in Odessa verteilte. Der ukrainische Text zu diesem Video wurde von Google-Translator so übersetzt:

Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine überreichte den diensthabenden Freiwilligen an den patriotischen Kontrollpunkten der Zufahrten nach Odessa modernste Schutzausrüstung der fünften Generation.“                                      

(Originaltext: СекретарьСоветанациональнойбезопасностииобороны Украиныподарилдобровольцам, дежурящимнапатриотическихблок-постахнавъездевОдессусовременныебронежилеты 5-гоклассазащиты.)

Parubiy unterhält sich in diesem Clip mit einem sehr dicken Mann in Tarnkleidung. Derselbe Mann ist auch in mehreren Videos zu sehen, die am 2. Mai auf dem Kulikovo-Platz aufgenommen wurden und zeigen, wie er (mit schusssicherer Weste) mehrfach Schüsse auf das Gewerkschaftsgebäude abgibt (man sieht nicht, worauf er genau zielt). Dann sieht und hört man ihn telefonieren bzw. „melden“, dass „diese Leute bewaffnet seien und er schon vier seiner Leute verloren hätte“. Es soll also der Eindruck erweckt werden, dass einige der AM, die im Gebäude eingesperrt waren, sich mit Waffengewalt gewehrt haben, was völlig aus der Luft gegriffen ist.

Mykola VolvovSein Name ist Mykola Volkov. Er ist ein lokaler Krimineller, der mehrfach im Gefängnis gesessen hatte und offensichtlich werden solche Leute als nützlich im Kampf gegen die eigene Bevölkerung angesehen, die sich weigert, die Putschregierung in Kiew zu akzeptieren. Warum Volkov sich bei seinen Schüssen auf angeblich bewaffnete AM-Aktivisten filmen ließ, dürfte mittlerweile klar geworden sein.

Es befanden sich aber vermummte Personen auf dem Dach (mit roten Armbändern), die tatsächlich geschossen haben. Volkov war also offenbar ein Werkzeug auf „need-to-know“ Basis. Um die Illusion der patriotischen „Selbst-Verteidigung“ aufrecht zu erhalten, könnte es natürlich sein, dass er und andere nicht wussten, wer die Schützen auf dem Dach wirklich waren. Nur eine kleine Gruppe „ganz oben“ war über alle Details der geheimen Operation informiert, das ist ja auch bei solchen „covert operations“ üblich ….

3 DER ZIONISTISCHE MAFIA-OLIGARCH

Gesinnungs-T-Shirt ...

Gesinnungs-T-Shirt …

Ihor Kolomoiskiy, wird als Drahtzieher der Operation „Ha’ola“ in Odessa angesehen. Er gehört zu den brutalsten, skrupellosesten und reichsten „Geschäftsleuten“ der Ukraine, der sogar russischen Oligarchen (die ja selbst nicht gerade zimperlich sind) noch schlaflose Nächte bereitet, weil er sie – ohne mit der Wimper zu zucken – betrügt.

Kolomoiskiy hat (ebenso wie der „Schokoladenkönig“ und jetzige Präsidentschaftskandidat Pyotr Poroshenko) einen zweistelligen Millionenbetrag in die Inszenierung der „Fata Maidana“ investiert und davor spendierte er auch eine beträchtliche Summe für die „Orange Revolution“ des Jahres 2004. Er kann es sich leisten, gilt er doch als der drittreichste Mann der Ukraine (geschätztes Vermögen etwa 3-4 Milliarden Dollar)

Der jüdische Oligarch, der sowohl die ukrainische als auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt, wird der ukrainischen Mafia zugeordnet und wurde von der illegitimen Putschregierung in Kiew im März 2014 zum „Gouverneur“ der Region Dnjepropetrovsk ernannt. Er verfügt über eine Privatarmee, also hochbezahlte, bewaffnete Söldner die seinen Befehlen gehorchen und seit seinem Amtsantritt finden auch die Neo-Nazi Schlägertruppen des Pravy Sektors bei ihm neue „Beschäftigungsmöglichkeiten“.

Dazu gehört auch das „Dnjepr-1“Battalion, das in Odessa eingesetzt wurde, mit Zustimmung der Behörden in Kiew. Kolomoiskiy hat auch eine Kopfprämie von zehntausend Dollar ausgesetzt, für jeden „pro-russischen Separatisten“, der ermordet wird.

An den Zufahrtsstraßen nach Odessa wurden Straßensperren errichtet, die von PM-Milizen „gesichert“ waren. Sie standen unter dem Kommando der ranghöchsten Söldner des „Dnjepr 1“ Batallions, das mit den Schocktruppen des Pravy Sektors (aus dem Westen der Ukraine) gemeinsame Sache machte.

Insgesamt waren etwa 1.500 bewaffnete, paramilitärische Kräfte an diesem Tag in Odessa unterwegs, die aus anderen Teilen des Landes gekommen waren.

Wenige Tage nach dem Massaker im Gewerkschaftshaus wurde ein enger Geschäftsfreund Kolomoiskiys, Igor Palitsa zum Gouverneur der Region Odessa ernannt. Man muss schließlich sichergehen, dass bei den „Ermittlungen“ über die Verbrechen des 2. Mais die „richtigen“ Leute an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Kolomoisky gerät immer wieder in die Schlagzeilen, so wurde er von türkischen Behörden festgenommen, weil auf einer seiner Yachten minderjährige Prostituierte als „Unterhaltung“ für die Gäste dienten und selbst bei internationalen Jüdischen Organisationen, in denen es vordergründig um „Gemeinschaft“ gehen soll, reißt der ukrainische Pate die Macht an sich, indem er dafür sorgt, dass er zum Vorsitzenden bestimmt wird.

rabinovitchAuch in der Wahl seiner Freunde ist er nicht zimperlich: zu ihnen gehört z.B. Vadim Rabinowitz, der auf der „No-Fly-List“ der USA steht, weil er in illegalen Waffenhandel verwickelt war. Auch in der Ukraine selbst wurde er verurteilt und 1999 des Landes verwiesen (Vorübergehender Entzug der Staatsbürgerschaft, er hat aber auch einen israelischen Pass).

Was ihn aber nicht daran hindert – oder sollte man nicht besser zynisch sagen – im Gegenteil geradezu befähigt – heute als Präsidentschaftskandidat für die Ukraine in Erscheinung zu treten. Rabinowitch ist ein “Medienzar“ in der Ukraine und besitzt, wie alle Oligarchen, einen eigenen Fußballklub.

Fazit: Die Grenze zwischen Business, Politik und organisiertem Verbrechen in der Ukraine gibt es nicht mehr … egal, wen die Leute „wählen“, die Machtstrukturen werden sich nicht ändern … dazu müsste eine echte Revolution stattfinden.

4 DIE POLIZEI VON ODESSA

dep police chief Dmitry Fuchedze OdessaAls die ersten Videos aus Odessa auftauchten, fiel auf, dass es darunter Aufnahmen gab, in denen ein Polizeioffizier in Uniform sich mit den (scheinbaren) AM-Randalierern, also den Provokateuren mit den roten Armbändern unterhält. Dieser Mann wurde kurz darauf als Dmitry Fuchetsy identifiziert, der stellvertretende Polizeichef von Odessa. Angeblich wurde er bei den Zusammenstößen „verwundet“, wofür es aber keine Beweise gibt.

Er ist seit dem Massaker „verschwunden“ – niemand weiß, wo er sich aufhält. Fuchetsy und sein Vorgesetzter, Petr Lutsyuk waren für die Polizeiaktionen in Odessa verantwortlich und aus den zahlreichen Videos wird klar, dass die Polizei (jedenfalls die oberen Chargen) von den Plänen aus Kiew wusste und dabei mitspielte.

Die gesamte Polizeieinheit von Odessa wurde am 3. Mai „ausgetauscht“, auch der Polizeichef Lutsyuk.

Der 2. Mai wurde ausgesucht, weil an diesem Tag ein Fußballspiel zwischen Odessa und Metall Kharkov stattfand und es deshalb ursprünglich nicht auffiel, dass sich aufgeregte Ansammlungen junger Männer auf den Straßen herumtrieben, darunter auch die „Ultras“, also die Sympathisanten der Neo-Nazis. Außerdem waren viele Leute aus Odessa wegen des Mai-Feiertages nicht in der Stadt.

5 DIE FUSSBALL-FANS

metal kharkovHunderte Anhänger des Fußballvereins “Metall Kharkov“ kamen am 2. Mai auf dem Bahnhof in Odessa an. Die meisten von ihnen waren harmlos und wollten eben nur das Match verfolgen und ihrem Club Unterstützung geben. Doch unter ihnen befanden sich auch etliche Neo-Nazis, die in die geheime Operation eingeweiht waren. Der Verein gibt später eine Pressemeldung heraus, wonach seine Fans nicht an den Ausschreitungen beteiligt waren und zum Zeitpunkt der Eskalation bereits alle Fans auf dem Bahnhof waren bzw. sich im Zug befanden.

DIE  (MEDIEN-)SCHLACHT  BEGINNT

Vor Beginn des Fußballspiels strömten die Mitglieder des „1.Dnjepr-Battallions“ (die Oligarchen-Privatarmee) die Banden des Rechten Sektors und die PM in die Stadt, alle natürlich getarnt als normale Zivilisten. Die Polizei in Odessa hatte an diesem Tag den strikten Befehl erhalten, keine Autos anzuhalten, die Kennzeichen aus Kiew, Lviv oder Dnjepropetrovsk hatten.

Für den Nachmittag war ein Protestmarsch „für eine vereinte Ukraine“ geplant. Dazu versammelte sich die Menge am Sobornaya-Platz in der Stadtmitte. Die „Fußballfans“ wurden von den Provokateuren der Neo-Nazis so aufgehetzt, dass sie grölend durch die Stadt zogen und nationalistische Parolen brüllten. Der Marsch führte ganz bewusst zum Griechischen Platz, wo Barrikaden aufgebaut waren und die Konfrontation mit dem „anderen“ Lager stattfinden sollte.

false pro-russian PS impersonators among their partners in crimeDieses „andere Lager“ war eine Gruppe vermummter Randalierer, die sich (mit angehefteten, orange-schwarz gestreiften „Victory“-Bändern, die ein Symbol für den Sieg der Roten Armee über Hitler sind) aus der Alexandrovsky-Straße kommend, ebenfalls zum griechischen Platz bewegte. Sie verhielten sich extrem aggressiv, grölten obszöne Parolen und taten alles um auf sich aufmerksam zu machen. Diese Spezialeinheit (UN) sollte vortäuschen, dass es sich hier um wildgewordene „pro-russische Separatisten“ handelte. Damit die anderen Verschwörer sie aber als „Freund“ erkennen konnten, trugen sie – wie bereits erwähnt – die roten Bänder auf dem Arm.

Die UN-Provokateure sammelten sich dann in der Nähe eines Einkaufszentrums, wo sie gegen 19:20 Uhr von den „Patrioten“ der UNSA und des Pravy Sektors angegriffen wurden (man hat auf den Videos das Gefühl, das hier z.T. Scheinkämpfe, ähnlich wie ihn Filmen stattfinden). Die Polizei stand dazwischen mit einem lächerlich kleinen Cordon (vielleicht 20 Männer) und wurde mit Steinen, Molotov-Cocktails und Blendgranaten beworfen. Nachdem sie ihre Rolle erfüllt hatten, verschanzten sich die UN-Provokateure im Afina-Shopping Center, wo sie später von der „Polizei“ (den Insidern) abgeholt wurden.

PS thugs with dep police chief(Auch unter den Polizisten befanden sich Kollaborateure – sie trugen ebenfalls die roten Plastikarmbinden. Man sieht in dem Video auch, wie sich der Polizeicordon öffnet und einige Pro-Maidan Kämpfer durchlässt)

Die ukrainischen „Patrioten“, Neo-Nazis und „Verteidiger“ des Maidan bewegten sich nun, vollgepumpt mit Adrenalin, auf den Kulikovo-Platz zu, wo die Regierungsgegner seit Wochen friedlich in Zelten campierten und für regionale Selbstverwaltung, also ein föderatives System eintraten, das sich nicht mehr dem Diktat Kiews (und der Oligarchen dahinter) beugen wollte.

DAS MASSAKER IM GEWERKSCHAFTSHAUS (auf dem Kulikovo Platz)

From Hell Odessa 0205Während also die Aufmerksamkeit der Medien auf die Vorfälle am Griechenplatz gerichtet war (wo die inszenierte Straßenschlacht stattfand), schlichen Mitglieder des Pravy Sektor unbemerkt durch den Hintereingang in das Gewerkschaftsgebäude und versteckten sich im Keller bzw. auf dem Dachboden.

20:00 Einige UN-Provokateure fuhren mit dem Auto zum Kulikovo-Platz und taten so, als ob sie AM-Protestanten vor den marschierenden Neo-Nazis warnen wollten. Sie riefen „Sie werden euch umbringen!“ und lösten damit eine Panikstimmung aus, die die AM-Leute dazu brachte, im Gewerkschaftsgebäude Schutz zu suchen.

Odessa tents on fireEinige davon gingen in den Keller, wo die fanatischen Killer schon auf sie warteten. Sie wurden gefoltert, ermordet und verstümmelt. Andere flohen in die oberen Räume und verbarrikadierten sich, als sie sahen, wie der aufgehetzte Mob die Zelte vor dem Haus anzündete. Die Neo-Nazis stürmten in die Stiegenhäuser und hämmerten an die verschlossenen Türen. Dann kam das Gas: anscheinend wurde Napalm mit Benzin vermischt und daraus ein tödliches Giftgas hergestellt.

Odessa charred bodies on 3rd  floor without fireIn dem Gebäude haben sich unvorstellbare Szenen der Grausamkeit abgespielt. Menschen wurden erdrosselt, erschlagen, Körperteile abgehackt, sie wurden mit Gas vergiftet, in Brand gesteckt, usw. (siehe dazu: Über Leichen Gehen). Einige UN-Mörder haben dann Molotov-Cocktails aus dem Fenster geworfen, damit es so aussieht, als ob die AM-Leute selbst auch solche verwendet haben und das Feuer ein „Unglück“ war.

Während dieses Massakers war keine Polizei auf dem Kulikovo-Platz zu sehen.

Die Feuerwehr kam ebenfalls viel zu spät. Die „Patrioten“ hatten davor auch Feuerwehrfahrzeuge in ihre Gewalt gebracht und die Wasserversorgung des Gewerkschaftsgebäudes wurde sabotiert. Man wollte also sicherstellen, dass der Brand möglichst lange anhält, damit die Leichen bzw. die Todesursache nur mehr schwer zu identifizieren sind.

DER  ALTAR  DES  TEUFELS

Nach Angaben des Informanten wurde die geheime Operation unter dem Titel „Ha’ola“ geführt. Das ist ein Begriff aus dem Hebräischen, der soviel wie „Altar für das Brandopfer“ bedeutet.

Odessa victims only shoulders and heads charredNach dem grausamen Massaker flohen die Mörder durch Seiten- bzw. Hinterausgänge und verließen die Stadt. Erst dann kam die Polizei in das Gebäude. Die offizielle Zahl der Todesopfer – 46 – bezieht sich nur auf Menschen, die sich in den oberen Stockwerken aufhielten. Die Mehrheit der Ermordeten befand sich aber im Keller des Gebäudes, ihre Leichen wurden nach Zeugenaussagen bei Nacht und Nebel weggebracht, um sie später außerhalb von Odessa in einem Massengrab zu verscharren.

Die exakte Zahl der Mordopfer lässt sich nur schwer eruieren, sie dürfte aber zwischen 120 und 300 liegen. Die Einwohner Odessas wundern sich, nach Berichten von Lokalreportern …

  • warum die vom Feuer bedrohten Menschen sich nicht in jene Etagen flüchteten, in denen es gar nicht gebrannt hat
  • warum man niemand „springen“ sah (aber mehrere Personen fallen)
  • warum so viele Leichen nicht identifiziert werden konnten bzw. Menschen seither „verschwunden“ sind …
  • warum die Polizei und die Feuerwehr so spät kamen …

fire victims do not leave blood poolsDie Machthaber in Odessa haben große Teile der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden bereits ausgetauschti. Doch Oleh Makhnitsky, den interimsmäßigen Justizminister hat man offenbar nicht in die geheimen Pläne für Odessa eingeweiht. Er ließ kürzlich in einer Pressemeldung folgendes verlautbaren:

Diese Aktion war nicht nur auf lokaler Ebene geplant, es war eine von langer Hand geplante und eng-koordinierte Operation, an der auch Behördenvertreter teilgenommen haben“.

Tsarev beaten PSSollte er eine ernsthafte Untersuchung der kriminellen Operation in Odessa anstreben, wird man ihn sicherlich in die Schranken weisen. Die Neo-Nazis haben ja sehr effektive Methoden, um Dissidenten wieder auf den „richtigen“ Weg zu bringen, wie viele Oppositionspolitiker und sonstige Kritiker bereits am eigenen Leib erfahren mussten. (Bild: der verprügelte Oleg Tsarev hat seine Kandidatur als Präsident  – wie viele andere -„zurückgezogen“)

Es gibt sehr lange Videos (jeweils mehr als zwei Stunden), die die Ereignisse ziemlich gut wiedergeben, aber da es nicht viele Menschen gibt, die sich die Zeit nehmen, das anzusehen, hier noch ein kurzes, das die oben geschilderten Vorfälle auf den Punkt bringt:

Wir werden nie vergessen, wir werden nie vergeben ….

Das rufen am Anfang trauernde Menschen aus Odessa, doch unsere Medien haben es schon vergessen … sie wollten es gar nicht wissen …

Mass Murder Odessa and  Media Silence in EuropeDie wichtigsten Aussagen in dem Video sind folgende (und decken sich mit den Angaben des Informanten und anderer Zeugenaussagen):

 

  • Es gibt mindestens 116 Tote
  • Die örtliche Polizei gab den Neo-Nazi Gangstern mit den roten Armbinden Anweisungen, es bestand also eine Kooperation zwischen den beiden Gruppen, die ja eigentlich auf zwei verschiedenen Seiten stehen sollten
  • Vermummte Neo-Nazis spielten die Rolle aggressiver Föderalisten (AM), die die Fußball-Ultras zu Angriffen auf die echten AM provozieren sollten (was ja dann auch passierte)
  • Polizisten, die eingeweiht waren, trugen ebenfalls rote Armbinden
  • Der stellvertretende Polizeichef Odessas ist seither untergetaucht
  • KULIKOVO: Junge Mädchen mischen Molotov-Cocktails vor dem Gebäude (mit Begeisterung)
  • Die Zelte werden angezündet, was den Eindruck erweckt, es gäbe ein großes Feuer nahe am Gebäude
  • AM-Anhänger wurden im Gebäude brutal attackiert und ermordet, viele davon angezündet
  • Die PS-Neo-Nazis filmten im Inneren des Gebäudes und deshalb sieht man, dass es in vielen Räumen gar nicht gebrannt hat
  • Man hört einen davon sagen: 1,2,3 … 9 Leichen im oberen Stock, einer lebt noch (05:10 Minuten)
  • Ein Mitglied der Regionalverwaltung sagt aus, viele Leichen hätten zwei Schusswunden im Kopf aufgewiesen
  • Nach dem Brand haben die EM-Verteidiger Twitter-Meldungen verschickt, in denen von einem „Barbecue“ und einer „netten Feuershow“ die Rede ist …

Damit nicht genug, sind die Kommentare einiger Politiker nach der „Tragödie“ bestens dazu geeignet, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen wenn diese Metapher überhaupt noch tragbar ist:

Der Bürgermeister von Odessa, Volodomir Nemirovsky schrieb z.B. auf facebook:

Die Anti-Terror-Operation war rechtmäßig“

Olesya OrobetzOlesya Orobetz, Abgeordnete der (Neo-Nazi) Partei „Svoboda“:

Es ist ein historischer Tag für die Ukraine. Ich bin so froh darüber, dass diese nervenden Separatisten jetzt endlich unschädlich gemacht wurden!“

Svoboda Olesya Orobetz happy about the massacre in Odessa

Hier noch einige Videos:

 

 

 

 

 

Der ORF als THINKPOL: Sind Sie „pro-russisch“?

Es ist uns gelungen, der Revolution neues Leben einzuhauchen

Andrei Parubiy, zu den Vorfällen am 22. Februar 2014 auf dem Maidan

From Hell Odessa 0205Während also in der Ukraine jetzt de facto das Kriegsrecht ausgerufen wurde und fanatische Neo-Nazis, vermummte Milizen und militärische Gewalt im Land Angst und Schrecken verbreiten,– von dem Pogrom und Blutbad in Odessa ganz zu schweigen – was machen unsere Journalisten derweil?

  • Brechen sie in die Ukraine auf, um der Welt zu zeigen, was dort wirklich los ist? Analysieren sie wenigstens einige von hunderten Videos, die über die Ereignisse in Odessa, Kharkov, Slavyansk und die anderen Städte, in denen es zu Gewaltausbrüchen kam, informieren und nicht vom Fließband der Presseagenturen stammen?
  • Lesen sie die Parteiprogramme der Machthaber in Kiew? Interessieren sie sich dafür, welche Leute eigentlich für die innere und äußere Sicherheit der Ukraine nach dem Putsch zuständig sind?
  • Wer die „Nationalhelden“ sind, die von den Svoboda und (jungen) Pravy Sektor Anhängern so inbrünstig verehrt werden? Warum diese Leute den Jahrestag der Gründung der galizischen Division der Waffen-SS mit Fackelzügen und Jubelgesängen feiern?
  • Wissen Sie, dass Svoboda Parteichef Tyanybok die Bevölkerung der Ukraine vor dem „jüdisch-russischen Abschaum“ (oder ebendieser „Mafia“) gewarnt hat? Dass in der Ukraine am helllichten Tag Menschen schwer misshandelt werden, wenn sie die „ultra-nationalen“ Helden der Ukraine kritisieren und „faschisti, faschisti “ rufen?
  • Dass dutzende Politiker verprügelt oder anderweitig eingeschüchtert, wurden, die vorhatten, bei Regional- oder den Präsidentschaftswahlen mitzumachen?
  • Haben sie eine Ahnung davon, dass der stellvertretende Parteivorsitzende und „Chef-Ideologe“, Yuriy Mykhalchyshyn, ein bekennender Faschist und begeisterter Anhänger von Josef Goebbels ist, dem er sogar ein „politisches Forschungszentrum“ gewidmet hat? (Mehr dazu siehe „Goebbels in Galizien“)
Mass Murder Odessa and  Media Silence in Europe

(Klicken Sie auf das Bild)

Weit gefehlt. Der ORF (Österreichische Rundfunk) zum Beispiel hat viel Wichtigeres zu tun. Seine Journalisten haben eine neue Mission gefunden: das Aufspüren „pro-russischer“ Elemente in der österreichischen Polit-Szene. Gerade jetzt, wo die EU-Parlamentswahlen bevorstehen, darf der Journalist nichts unversucht lassen, um der ahnungslosen Öffentlichkeit die gefährlichen „Sympathisanten“ Putins zu präsentieren, damit sie diese ja nicht wählen!

AM PRANGER: DIE „PRO-RUSSISCHEN“ SYMPATHISANTEN

Surreale Interviews geführt im geopolitischen Vakuum sind ja seit der „Fata Maidana“ in Kiew an der medialen Tagesordnung. Hier „profilieren“ sich Journalisten-Attrappen, in dem sie Politikern scheinbar „auf den Zahn fühlen“. Nun ist der investigative Journalismus – gerade in Wahlkampfzeiten – theoretisch eine feine Sache, besonders „in Zeiten des universellen Betrugs“ wie sich George Orwell ausgedrückt hat, „wird die Suche nach der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.“

Was uns hier aber als Interview präsentiert wurde, ist so schäbig, dass man nach den passenden Worten suchen muss, um die Infamie dieser „Pressestunde“ adäquat zu beschreiben. Bevor ich aber auf den Inhalt des Gesprächs eingehe, eine wichtige Klarstellung:

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in die Situation komme, einen FPÖ-Politiker zu verteidigen. Diese „liberalen“Parteien sind für mich seit vielen Jahren ein „rotes Tuch“ und ich halte die perfide, politische Instrumentalisierung des Begriffs „Freiheit“ durch diese Parteien für sehr gefährlich.

Besonders die Führungsfiguren dieser Ideologie im ökonomischen Kontext, allen voran Friedrich von Hayek, dann Milton Friedman samt seinen „Chicago boys“, sowie Leute wie Reagan und Thatcher usw.) sind meine Feindbilder der ersten Ordnung.

Doch man muss auch eingestehen können, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen, deren politische Ideologie man ablehnt, nicht fair ist. Auch wenn man die politische Gruppierung, zu der eine Person gehört, nicht goutiert, heißt das nicht, dass jeder einzelne davon immer mit allem was er oder sie sagt, Unrecht hat.

Aus dieser Perspektive möchte ich daher die Aussagen des FPÖ-Spitzenkandidaten für das Europäische Parlament in der ORF-Pressestunde bewerten (auch jene von Ewald Stadler, ehemals FPÖ-Mitglied, im letzten Beitrag) und die Fragen der Journalisten kommentieren:

ORF pressestunde VilimskyDas Interview wurde geführt von Wolfgang Wagner für den ORF und Ulla Kramar-Schmid für das österreichische Politik-Magazin PROFIL. Das „Opfer“ der „anti-russischen“ Inquisition (um diese wertende Kategorisierung auch mal zu verwenden) ist Harald Vilimsky, wie schon erwähnt Spitzenkandidat der FPÖ für das EP.

DER ORF UND DER EINZIG WAHRE GLAUBE

Der Tenor der Kritik, die sich durch das ganze Interview zieht wie ein roter Faden, ist „die deutliche Sympathie für Russland die die FPÖ „als einzige Partei“ angeblich erkennen lässt. Damit nicht genug, „lehnt sie auch noch die EU-Sanktionen ab (die in Wahrheit natürlich US-Sanktionen sind). So beginnt das Interview …

Sympathie? Was soll das aber konkret heißen? Dass man die Aktionen der russischen Föderation als richtig und legitim erachtet? Dass man die Dämonisierung des russischen Präsidenten für ungerecht und als Teil einer medialen Hetzkampagne ansieht, die von Washington, Berlin und Brüssel lanciert wurde und von den kriminellen Aktionen der Putsch-Regierung und ihrer Sponsoren ablenken soll?

Dass man versteht, warum in der Ost-Ukraine die Menschen sich zu Russland hingezogen fühlen? Und wenn das so ist, muss man sich dann dafür schämen? Weil man „die einzige Partei“ ist, die diesen Standpunkt vertritt? Ist Non-Konformismus in einer so heiklen Angelegenheit peinlich?

Anscheinend schon, so klingen jedenfalls die unterschwelligen Töne der beiden Journalisten, die nichts besseres zu tun haben, als einen „pro-russischen“ Kollaborateur zu entlarven (so hört es sich beinah an).

Vilimsky vertritt in dem Interview folgende Standpunkte:

  • Der Umsturz der gewählten Regierung in Kiew wurde von außen gesteuert, man wollte bewusst einen Konflikt provozieren
  • Echte Demokratiebewegungen würden sich nicht mit „Sturm- und Maschinengewehr artikulieren
  • Europa sollte sich nicht als Propagandainstrument der USA missbrauchen lassen und vor der Realität in der Ukraine die Augen verschließen
  • Österreich sollte sich in diesem Konflikt „neutral“ verhalten, wie es die Verfassung auch vorsieht
  • Die FPÖ sieht er ebenfalls in einer „neutralen Position“ (will nicht für die eine oder andere Seite Partei ergreifen)
  • Russland sei ein Partner Österreichs und die Regierung sollte alles unternehmen, um als neutraler Vermittler eine gütliche Regelung herbeizuführen (Sanktionen würden uns nur selbst schaden)

„Wir brauchen dafür Russland, die Ukraine und die Europäer. Was wir nicht brauchen, sind die Amerikaner, die auch hier offensichtlich Weltpolizei spielen wollen.“

Die Journalisten werfen ihm vor, dass er bzw. seine Partei eben nicht neutral sei, denn praktisch, alles was er sage, zeige die „pro-russische Haltung“ der FPÖ. Vilimsky erklärt, dass er seit einigen Jahren Obmann der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft sei und deshalb einen „sehr emotionalen Bezug“ zu den Ereignissen in der Ukraine habe. Er betont, dass er deswegen über gute Kontakte im Land verfüge und diese Aussagen der Betroffenen höher zu bewerten seien, als die Propaganda-Meldungen in den Medien, (auf die sich aber diese beiden Gestalten immer beziehen).

Da wird ja von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt

Er versucht immer wieder, diesen beiden geopolitischen Autisten klar zu machen, worum es hier geht:

  • Dass die mediale Darstellung der Ereignisse in der Ukraine seit Monaten nicht der politischen Realität entspricht und nur die Perspektive Washingtons (samt seinen Vasallen in Brüssel und Berlin) widerspiegelt.
  • Dass man (den korrupten, aber) legitimen Präsidenten Janukowitsch verfassungswidrig abgesetzt habe (ein Rumpfparlament wurde quasi mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Forderungen der Putschisten zu erfüllen – siehe dazu auch Natalia Vitrenko)

Vilimsky erinnert dann daran, dass sowohl Bush als auch Tony Blair die Weltöffentlichkeit belogen haben und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ nie gefunden wurden (weil es sie nie gab).

Quotation-Ramsey-Clark-world-war-crimeVilimsky hat also den Mut, ein enorm heißes Eisen der internationalen Politik anzufassen: die wahre Rolle der USA auf dieser Welt bei der Entstehung von außenpolitischen Konflikten (bzw. innenpolitischen Krisen aus Sicht der Opfer).

Er versucht, den beiden Fließband-Journalisten klarzumachen, dass aufgrund seiner persönlichen Kontakte mit Ukrainern vor Ort und unter Zugrundelegung der realen, geopolitischen Verhältnisse auf der Welt, die USA mit großer Wahrscheinlichkeit am Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine beteiligt war. (Alleine das abgehörte Telefonat zwischen Victoria Nuland und dem amerikanischen Botschafter in Kiew ist ein gewaltiges Indiz dafür – genau der Politiker, den sie darin als „richtig“ erachtet, wurde ja tatsächlich Ministerpräsident: Yatseniuk und die „fünf Milliarden Dollar“, die laut Victoria Nuland in die Ukraine „investiert wurden“ – wofür wohl ?

Doch die brisanten, aber sehr realistischen Aussagen über die wahren Urheber des Putsches und die unerträgliche Schwarz-Weiß-Propaganda, die aus Washington kommt – und von den Medien schamlos absorbiert wird – interessieren diese beiden „churnalists“ gar nicht.

Sie leiden offenbar an einer schweren Form von „cognitiver Dissonanz“ bzw. „confirmation bias“: Gemeint ist damit, die Neigung (von uns allen), Informationen zu bevorzugen, die mit unserem Weltbild, unseren Werten, etc. übereinstimmen, egal ob diese wahr sind oder nicht und jene abzulehnen, die dieses Wahrnehmungsmuster ins Wanken bringen …). Bei Journalisten ist dies natürlich enorm behindernd bei der Arbeit …..

Die beiden Interviewer konzentrieren sich darauf, dass Vilimsky behauptet, es habe „Blackwater“ Söldner auf dem Maidan gegeben und dass er selbst nicht „neutral“ sei.“ (Der ORF betätigt sich später in der ZIB2 dann auch noch als scheinbarer „Fakten-Checker“ um Vilismkys Aussagen über die BW-Söldner als falsch zu entlarven – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Zunächst geht es aber um die EU-Sanktionen: Hier die Frage verbatim:

EU DornenkroneORF (Wagner) : „Die EU hat Sanktionen, die jetzt laut Merkel und Hollande sogar verschärft werden sollen, wenn in zwei Wochen die Wahlen des Präsidenten nicht ordnungsgemäß abgehalten werden können, weil in der Ost-Ukraine diese Separatisten es verhindern werden, dann wollen eben Merkel und Hollande EU-Sanktionen verschärfen …[vorwurfsvoll] Sie sind ja nicht einmal mit den derzeitigen sehr sanften Sanktionen gegen Russland einverstanden …“

Mal abgesehen von der schwachen Rhetorik, die wie eine hängengebliebene Platte klingt, zeigt diese Haltung eines ORF-Mitarbeiters etwas sehr wichtiges:

Ob die Sanktionen nach dem Völkerrecht legitim sind, interessiert die Journalisten überhaupt nicht, weil sie die Prämisse auf der sie aufbauen kritiklos übernommen haben: dass sich Russland die Krim illegal „einverleibt“ habe und deswegen die „internationale Staatengemeinschaft“ (ein Codewort für den Willen der USA) „Strafen“ verhängen müsse, um dem Schurken Putin klarzumachen, dass solche Unverschämtheiten nicht folgenlos bleiben …warum es sich dabei nicht um einen Bruch des Völkerrechts handelt, habe ich ja im letzten Beitrag erläutert.

NATO eastern expansionDoch da die geopolitischen Hintergründe dieses Konflikts NIE IN DEN MEDIEN ERWÄHNT WERDEN (siehe dazu auch meinen Beitrag Cruelty in Numbers) und stattdessen den Zuschauern vorgegaukelt wird, es handle sich wieder einmal darum, dass der Westen seinen angeblichen Wertekanon gegen einen bedrohlichen Schurken („den jeweils neuen Hitler“) verteidigt, fällt diese wichtige Aussage des FPÖ-Politikers auf unfruchtbaren Boden bei den beiden Journalisten.

COGITO ERGO SUM? (oder fehlt da was?)

Die beiden „Journalisten“ sind darauf geeicht worden, in Russland bzw. Putin den Schurken und im Westen den „Guten“ zu sehen. Seit Monaten leben sie in einem medialen Echo-Chamber, das ständig diese Botschaft verbreitet. Alternative Medien und Personen, die diesem manichäischen Weltbild energisch widersprechen, werden als „pro-russische“ Handlanger, oder „anti-amerikanische „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder – noch effektiver – einfach ignoriert. Zensur durch Schweigen wirkt enorm (das sehen wir ja auch seit Jahren am Beispiel der „Meldungen“ über den „Nahost-Konflikt“ und die absurden „Friedensgespräche“ mit der isarelischen Regierung).

Herr Vilimsky kommt nun mit seinen (der Realität entsprechenden) Behauptungen daher und wird als enormer Störfaktor dieses etablierten Werte-Systems wahrgenommen. Was tun? Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist riskant, denn dann müsste einmal all das auf den Tisch kommen, was in den Medien unterschlagen wird (die systematischen Verbrechen der USA, die ständige „Intervention“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, deren „Verschwinden“ in den Medien Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede so treffend als „brillianten Akt der Hypnose“ bezeichnet hat).

Kissinger truthDas ist zu gefährlich. Deshalb ist die effektivste Methode folgende: ignorieren und einfach das Thema wechseln. Sollte die „unerwünschte“ Botschaft nochmal erwähnt werden, hilft immer noch die ad hominem Attacke. Die „pro-russischen“ Häretiker werden dann als korrupte Marionetten Putins diffamiert, oder ihre gegen-den-Strom-Schwimmen– Attitude wird als Ausdruck ihre „rechten“ Gesinnung in den Dreck gezogen. (Beide Methoden werden später gegenüber Vilimsky angewendet).

DIE KOMMISSION GEGEN PRO-RUSSISCHE UMTRIEBE macht weiter

Ulla Kramar-Schmid, eine Journalistin vom PROFIL reagiert auf den Satz

Als Europäer darf man sich hier nicht zum Spielball amerikanischer Propaganda machen lassen“

so: „Bleiben wir mal bei der Ukraine ..“ (als ob die Frage der amerikanischen Propaganda nicht gerade im Fall der Ukraine von ENORMER BEDEUTUNG sei sie selbst verkörpert die Effektivität dieser als Waffe eingesetzte „strategic information“ und kriegt anscheinend nichts davon mit) und erklärt dem staunenden Zuschauer, dass die Übergangsregierung in Kiew von der EU anerkannt sei und auch „auch über eine Mehrheit im Parlament verfügt“.

Frau Kramar-Schmid, wollen Sie mal sehen, wie es im Parlament in Kiew heute zugeht, wenn die Regierung kritisiert wird:

Dann werden die Häretiker von der FPÖ, vertreten durch Vilimsky, wieder mit der „Inquisition“ gegen pro-russische Umtriebe konfrontiert, weil die Fraktion jüngst von „einer Putschistenregierunggesprochen und sichdamit der Wortwahl Russlands bedient habe. Frau Kramar-Schmid fragt dann weiter, ob er sich nicht davon distanzieren wolle.

Herr Vilimsky versucht der Dame noch mal klarzumachen, dass es hier um „keine ordentlich gewählte Regierung handle, der „Präsident“ verfassungswidrig im Amt sei, weil die alte Regierung ja mit Waffengewalt vertrieben und das Parlament (was davon übrig blieb) eingeschüchtert wurde, um die Enthebung des gewählten Präsidenten scheinbar zu legalisieren.

(Was der gewählte, vertriebene Präsident dazu sagt, ist hier zu sehen. Bei uns darf dieser ja gar nichts mehr sagen …

Der ganze Prozess war eine Form schwerer Nötigung und natürlich verfassungswidrig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die Regierung in Kiew in anderen Teilen des Landes nicht akzeptiert wird und auf den YouTube Videos aus dem Osten fast immer ein aufgeregtes „Faschisti, Fachisti!“ zu hören ist.

Davon weiß aber Frau Kramar-Schmid offenbar nichts, denn ihre Wahrnehmung wurde ja von „pro-amerikanischen“ Kräften geformt, was sie allerdings nicht bemerkt hat. Vilimsky fängt wieder von den Blackwater Söldnern „mit Sturmgewehren“ an, die er auch auf dem Maidan vermutet.

Er weist darauf hin, dass die vertriebene Regierung, „ordentlich gewählt war“ während die jetzige „Regierung“ eingesetzt wurde, ohne demokratische Legitimation sei, also die Illegalität der Regierung außer Zweifel steht; dann wird er vom ORF-Mitarbeiter Wagner unterbrochen, der wie ein echter Presse-Papagei die talking points von Frau Kramar-Schmid wiederholt:  „… mit einer Mehrheit im Parlament.. darauf betont Vilimsky: „mit sehr vielen Repressionen“ wird schon wieder vom ORF unterbrochen .“. auch von der Janukowitsch Partei“.

Spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier zwei Idioten (the ugly truth, I am sorry) vor mir sitzen, die keine Ahnung haben, was in Kiew wirklich passiert ist, weil sie Opfer ihres eigenen Systems geworden sind, das rund um die Uhr die Propaganda des US-Außenministeriums verlautbart und sich hinter „Presseagenturen“ versteckt.

NATÜRLICH handelt es sich hier um eine „Putschregierung“, das ist doch völlig klar und jeder doch denken, kann weiß das auch (das ist ja auch der Grund, warum viele deutschsprachige Redaktionen mit Beschwerden der Zuschauer und Leser überschwemmt wurden).

DIE  SPRACHPOLIZEI  ERMITTELT (aber nur in eine Richtung ..)

Dass sich hier jemand „der Wortwahl Russlands bedient“ als „Argument“ sprich implizite Schuldzuweisung, in einer politischen Debatte vorzubringen, ist derartig dumm und infam, dass einem die Spucke wegbleibt.

Hier zeigt sich auf erschreckende Weise, wie indoktriniert unsere Journaille tatsächlich ist, weil sie das „belief system“ der US Außenpolitik so aufgesogen haben, dass sie glauben, es sei ihr eigenes. (das wahre Ziel jeder effektiven Propaganda).

Und der größte Witz ist, dass die Papageien-Journaille selbst sich laufend „der Wortwahl der USA bedient“, aber eben nicht „schnallt“, dass die Quelle, aus der die „Meldungen“ über die Ukraine sprudeln, im State Department zu finden ist.

Wie sehr das eingebläute Freund-Feind-Denken dieser beiden „Journalisten von der traurigen Gestalt“ ihre Fähigkeit logisch zu denken einschränkt, sieht man auch daran, dass als Gegenargument (zur Verharmlosung der zutreffenden Bemerkungen über die „weggeputschte Regierung“ von Herrn Vilimsky) nur der Einwurf „von der EU anerkannt“ kommt.

  • Wenn also die EU („NATOstan“) etwas für legitim erklärt, stimmt das natürlich: keine kritischen Fragen, keine Untersuchung, was tatsächlich passiert ist. Alle Stimmen, die dieser Version widersprechen, werden ausgegrenzt,  diffamiert oder – noch besser – ignoriert.
  • Die USA (und ihre europäischen Vasallen) sind doch die „Guten“, die für „demokratische Werte“ stehen, fragen Sie doch mal die Leute im Irak, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan, in Pakistan, im Iran, in Palästina, im Sudan, in Chile, Bolivien, Venezuela, Indonesien, im Yemen oder in Serbien, Kroatien, etc,…. Die Liste ist endlos lang.
  • Wenn Russland oder Putin etwas für legitim erklärt, kann das unmöglich so sein, denn dann würde ja Putins Rolle als hinterhältiger Intrigant, der ein neues russisches Imperium schaffen will, ins Wanken geraten. Also wirken die beiden oben genannten Mechanismen und natürlich noch der Drang zur Konformität mit der Mehrheit, was viel bequemer ist, als gegen den Strom zu schwimmen.

Herr Wagner (ORF) sagt über die Vorfälle auf dem Maidan am 22.Februar dann:

demonizing putin_hitler„Wir haben hier sicher nicht die Möglichkeit, alles aufzuklären, aber ich muss Ihnen schon sagen (tadelnder, schulmeisterlicher Ton) ihre Sicht der Dinge muss man als pro-russische sehen …“

SO WHAT? Wenn ich mich auf Ihr rhetorisches Niveau begebe, Herr Wagner …muss Ihnen schon sagen, Ihre Sicht der Dinge muss man als pro-amerikanisch also „anti-russisch“ sehen! 

Dann Wagner weiter: „Herr Janukowitsch war plötzlich nicht mehr da, er ist außer Landes gegangen, wurde nicht verhaftet…“

Wie schon oben gesagt, da der ORF sämtliche Augenzeugenberichte, Videos und sogar die Statements von Janukowitsch selbst über die massiven Repressionen gegen das Parlament in Kiew sowie Todesdrohungen ausgeblendet hat (man bringt natürlich nur „selektiertes“ Material der Presseagenturen, die hauptsächlich als Verteiler für PR und Propaganda dienen) fehlt der politische Kontext, den die kritischen Beobachter weltweit sowie Herr Vilinski mit seinen guten Kontakten in die Ukraine, natürlich kennen.

Wagner spricht nur von „Auseinandersetzungen“ auf dem Maidan, von „Bewaffneten“und räumt ein, dass es vielleicht Dinge gibt, von denen „wir“ nichts wissen. Und wieder kommt der (pro-amerikanische) „bias“ zum Vorschein: er zweifelt die Aussagen über die „Söldner auf dem Maidan“ an, weil es dazu keine Beweise gäbe. Gleichzeitig aber übernimmt er die offizielle Darstellung (derjenigen, die den Putsch organisiert haben), dass „von Regierungsseite auf den Maidan geschossen wurdeund es daraufhin dutzende Tote gab anstandslos.

Dass aber die offizielle Version mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die MONITOR-Recherche des WDR und das abgehörte Telefonat des Außenministers von Estland mit Catherine Ashton).

una unso-gladioVilimsky beweist wiederum Engelsgeduld und erklärt den beiden Autisten, dass er es durchaus verstehe, warum (nicht nur) der Präsident geflüchtet sei [er kennt ja die wahren Umstände des Putsches]: „aus nackter Angst um ihr Leben“. (Wer die Vorbilder der ukrainischen Neo-Nazis kennt, weiß mit welchen Psychopathen wir es hier zu tun haben)

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, mit den Leuten vor Ort zu sprechen, weil es (implizit) eine ungeheure Propagandawelle gäbe, die natürlich von den Urhebern des „regime change“ lanciert werde, um die wahren Umstände des Putsches und die Rolle der Neo-Nazis zu vertuschen. Er habe Berichte vom ehemaligen ukrainischen Botschafter, der natürlich viel besser wisse, was dort wirklich geschieht und auch andere Kontakte in der Ukraine würden es ihm erlauben, die Lage dort realistisch zu bewerten.

Aber wieder geht keiner der beiden Autisten auf die realistische Perspektive von Vilimsky ein, stattdessen erbost sich Frau Kramar-Schmid darüber, dass sich der Parteiobmann der FPÖ „am Höhepunkt der Krise mit einem russischen Diplomaten getroffen habeQuelle horreur! Damit nicht genug: der Parteiobmann hält Putin auch noch für einen „Demokraten“! Wo kommen wir denn dahin?

Und als Krönung kommt was? Die neuerliche, ultimative Stigmatisierung für einen Politiker in Zeiten wie diesen: Sie senden ganz klar pro-russische Signale aus!“

Dass sie selbst ununterbrochen „pro-amerikanische“ Signale aussendet, ja ihre gesamte Perspektive der Ereignisse in der Ukraine aus dem State Department stammt, begreift sie einfach nicht. Wozu auch, ist ja auch zur Berufsausübung nicht erforderlich und schließlich ist sie ja nur eine(r) unter tausenden anderen Papageien der Presse-Fabrik aus der heutzutage die „Meldungen“ kommen.

Vilimsky spricht dann das aus, was das große Problem ist:

Ich würde sagen, Wir verständigen uns darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind ..“

(genau das können oder wollen die beiden Presse-Vertreter aber nicht)

warstateEr kritisiert die Tatsache, dass die absolute Rollenverteilung – Putin, der Böse und die Amerikaner die Guten – eine grobe Verzerrung der Realität ist. Am Beispiel der Todesstrafe ließe sich demonstrieren, wie einseitig die Kritik verteilt wird: während man Putin vorwirft, er sei intolerant gegenüber Homosexuellen, kann man den USA vorwerfen, dass dort immer noch Menschen auf grauenhafte Weise vom Staat umgebracht werden; „

Dem muss man hinzufügen, dass – was die aggressive „Außenpolitik“ betrifft, die Schuld der USA viel, viel schwerer wiegt als alles, was Russland je getan hat. Es gibt ja hunderte Bücher und Dokus, die diese Verbrechen dokumentieren (vor allem von ehemaligen CIA-Agenten oder Offizieren bzw. Soldaten sind erschütternde Berichte vorhanden).

Vilimsky spricht nochmal davon, dass er sich Österreich in einer neutralen Vermittlerrolle wünscht, worauf die Profil-Journalistin wieder mit ihrem „Sie sind ja selbst nicht neutral!Einwurf nervt …. weil der Witz dabei ist, dass das auch auf Sie selbst zutrifft (ebenso auf Herrn Wagner), der ihr sofort zustimmt.

Was beide anscheinend nicht begreifen: wenn es um die Wahrheit geht, um ungeheuerliche, subversive Verbrechen im Ausland, die ganze Völker ins Elend stürzen und oft in einem Blutbad enden, kann und DARF MAN NICHT NEUTRAL SEIN.

Die FPÖ sollte hier nicht versuchen, sich hinter dem Begriff Neutralität zu verschanzen, sondern ganz klar sagen: wir sind in diesem Fall auf der Seite Russlands, weil es nicht Russland war, dass der Ukraine seit Jahren mit 5 Milliarden Dollar (Nuland) eine massive, subversive „Faulbrandinfizierung“ (siehe Pinter Rede) verpasst hat, die zu einem blutigen Bürgerkrieg und zu einem Weltkrieg führen kann.

In der Folge wird dann die Wahlbeobachter-Kommission auf der Krim in den Dreck gezogen, über die ich im letzten Beitrag berichtet habe: klassisches Beispiel für confirmation bias. Dann muss natürlich auch die Abstimmung selbst verunglimpft werden (obwohl keiner der anwesenden Journalisten dabei war)

Herr Wagner hat sich aber anscheinend noch nicht genug blamiert, denn er feuert dann eine (vermeintliche) Breitseite auf die FPÖ ab, indem er deren „Wahlbeobachter“ unterstellt, sie hätten auf der Krim „einen Persilschein“ ausgestellt. Woher er das weiß? Putin selbst habe eine Kommission beauftragt, die Wahlbeteiligung, etc. zu untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass nur die Hälfte teilgenommen habe und davon hätten höchstens 50-60% für die Eingliederung in die russische Föderation gestimmt. Dann wörtlich:

Ist das nicht extrem peinlich, wenn man sich unter nicht geklärten Bedingungen zum Wahlbeobachter machen lässt? Dann fährt man hin, gibt einen Persilschein ab und dann sagen die Russen, nachdem sie sich die Krim einverleibt hatten, Ätsch, war gar nicht so!

Dass diese Meldung (von der extrem niedrigen Wahlbeteiligung etc.) von Julia Timoshenko lanciert wurde, die sehr enge Beziehugen zu „gewissen Kreisen“ in den USA pflegt, hat Herr Wagner nicht verstanden.

Dass Andrey Illarionov – der sich von der amerikanischen „Rechten“ als Putin-Basher einspannen ließ und heute für die neo-liberale Hochburg der USA, das CATO-Institut arbeitet, (das „liberty and prosperity“ der Superreichen verteidigt, zu denen auch Timoshenko gehört), jene Statistik publiziert hat, in der angeblich in den letzten drei Jahren (nur) zwischen 23 und 41% der Krim-Bewohner einer Eingliederung in die russische Föderation zustimmen würden, weiß er offenbar auch nicht.

Dass Illarionov einfach behauptet, zwei Drittel der Krimaner seien gar nicht zur Abstimmung gegangen, aber keine Beweise dafür vorlegt, macht auch nichts. Er „zitiert“ übrigens Timoshenko, um seine Aussagen zu untermauern und die beruft sich auf einen Tatarenführer,  der auch keine Beweise hat.

Solange eine „Meldung“ in das vorgefertigte Deutungsmuster passt (der in diesem Fall „Putin ist ein Arschloch“ heißt), wird sie enthusiastisch aufgenommen. Illarionov ist ein direkter politischer Gegner Putins, er tritt in zahlreichen Veranstaltungen der russischen „Opposition“ auf (die große Unterstützung aus den USA erhält) und kommt deshalb – ebensowenig wie „das Biest“ Tymoshenko als „seriöse“  Quelle für solche Meldungen  in Frage. Er ist auch ein großer Unterstützer des verurteilten Oligarchen Khodorkovsy, der kürzlich von Putin begnadigt wurde.

Was einfach dabei ignoriert wird ist der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in Kiew: dieses Ereignis und die damit verbundene Gewalt der Neo-Nazis könnten natürlich dazu geführt haben, dass viele Menschen auf der Krim sich lieber an Russland klammern.

march 18 referndum pro RussiaAußerdem ist die Krim seit 240 Jahren “russisch” und die Mehrheit der Bewohner auch. Wenn man dann auch liest, dass unter den Auftraggebern der „Umfragen“  die „Institute“ der Republikanischen u. der Demokratischen Partei in den USA sind  hat sich die Sache eigentlich erledigt.

Wir können nicht nachprüfen, wie viele Menschen tatsächlich zur Abstimmung gingen und für Russland votiert haben, doch die Aussagen von Beobachtern wie Stadler und die Affinität der Krim-Bewohner für Russland sprechen eher für eine große Zustimmung als Ablehnung.

Die Krim war der letzte Teil der Ukraine, die von der Nazi-Herrschaft im zweiten Weltkrieg von der Roten Armee befreit wurde – unter enormen Opfern. Das haben die Menschen dort nicht vergessen. Wenn sie also die Neo-Nazis von Svoboda & Co. sehen, die Nazi-Kollaborateure wie Helden verehren und in Kiew die gewählte Regierung stürzen, ist es sehr natürlich, dass sie sich Russland zuwenden. Nicht zuletzt geht es ihnen dort auch besser: z.B. Pensionen werden nach der Eingliederung angehoben (dem höheren russischen Standard angepasst).

Und wieder sehen wir hier, wie der confirmation bias wirkt, denn letztlich läuft die Argumentation der Journalisten darauf hinaus, dass Putin ein hinterhältiger Intrigant ist – und daraus abgeleitet, sind alle „pro-russischen“ Kräfte ebenso verdächtig, aber der Westen wird als vertrauenswürdig dargestellt. Das ist aber angesichts der historischen Realität einfach ein Witz und keine stichhaltige Argumentation.

Wagners Hieb auf die „ungeklärten Bedingungen“ der Beobachter-Kommission kommt wie ein semantischer Bumerang zu ihm zurück, denn die „Beobachter“ unter Leitung der deutschen Bundeswehr (siehe dazu meinen Beitrag: Meldungen vom Fließband) waren auch unter dubiosen Bedingungen in der Ukraine unterwegs und wurde von der gesamten Fließband-Presse irreführend als „OSZE“-Kommission“ bezeichnet, weil niemand die Quelle der Meldung geprüft hat.

Vilimsky hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass „eine Abstimmung eine Abstimmung“ sei und wenn bei Europawahlen meistens weniger als 50% wählen gehen, bedeutet nicht, dass die Wahl ungültig ist. (Wagner hatte gesagt, eine „Minderheit habe mit ihrer Stimme die Vereinigung mit Russland erzwungen“.) Dann ruft er aus:

ORF: Ja aber fair muss eine Abstimmung stattfinden! Und weiter: „Wo tausende mit Waffen herumstehen, haben die Leute unbeeinflusst ihre Stimme angegeben? Das meinen Sie doch nicht ernst? (Das Parlament in Kiew wurde dazu genötigt, den gewählten Präsidenten abzusetzen, damit eine Putschregierung ins Amt kommt – wieso regt sich Wagner darüber nicht auf? Die Antwort kennen wir …)

Dass die russischen Truppen in Erscheinung treten mussten, weil sonst die Abstimmung von  der Putsch-Regierung Kiew verhindert worden wäre, (die Neo-Nazi Schlägertruppen waren bereits unterwegs) begreift Wagner in seinem Tunnelblick nicht. Im Gegensatz zu der brutalen Repression in Kiew und jetzt im Süd-Osten, wo Kampfhubschrauber und paramilitärische „Einheiten“ (bezahlte Killer) eingesetzt werden ist auf der Krim von russischer Seite kein einziger Schuss gefallen.

Die ukrainische Marine, immer mehr Teile der Armee und der Polizei weigern sich , für die neue Regierung Dienst zu tun, genau deshalb müssen ja immer mehr „Söldner“ aus dem Ausland geholt werden bzw. wurden Neo-Nazis in die „Nationalgarde“ integriert.

1 Kathyn then Odessa nowDas pogromartige, grauenvolle Massaker in Odessa haben diese beiden Papageien gar nicht mitbekommen, stattdessen echauffieren sie sich ständig über die „pro-russischen Sympathien“ der FPÖ.

Sie hören nicht die Stimmen jener, die bezeugen, wie brutal die faschistische Regierung in Kiew die Opposition unterdrückt, wie grausam die Neo-Nazis Menschen ermorden, weil sie als „pro-russisch“, „Moskali“, und somit als Verräter und Feinde wahrgenommen werden. (Die Leute in Odessa und auch im Osten wollten ursprünglich keine Abspaltung sondern mehr regionale Selbstbestimmung, dass sie ihre politischen Vertreter selbst wählen können, anstatt von Kiew wieder einen Millionär mit einer Privatarmee vorgesetzt zu bekommen undsie wehren sich gegen die irrationale Hetze der Svoboda-Partei gegen alles „russische“ )

WEHRET DEN ANFÄNGEN

Für uns ist Toleranz ein Verbrechen“ dieser Satz des Chefideologen der Svoboda-Partei dürfte den beiden Autisten auch unbekannt sein, ebenso wie deren Parteiprogramm und historische Vorbilder. (Siehe dazu „Goebbels in Galizien“ hier auf diesem Blog für mehr Info).

Sie begreifen anscheinend auch nicht, dass diese Form der „Befragung“, die sie durchgeführt haben, zwar an der Oberfläche harmlos aussieht, aber wenn man genauer hinsieht, in dem gleichen Geist geführt wurde, der in den 1950er Jahren in den USA schließlich zu einer Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten führte und somit „anti-amerikanische“ Umtriebe aufdecken sollte.

Diese von „oben verordnete“ und durch Indoktrination herbeigeführte Einstufung von Menschen in eine verachtete und schließlich verhasste Kategorie ist der Nährboden, aus dem der Holocaust entstanden ist.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen und den Kontext anpassen, würde aus „russische Sympathien“ (also dem neuen „Feindbild Russland“) dann „jüdische Sympathien“ oder „Judenfreund“ werden (mit dem alten Feindbild „Juden“) … ein absurder Vergleich?

Keineswegs. Oleh Tyanybok, der Parteichef von Svoboda (früher Sozial Nationalistische Partei der Ukraine) spricht ja davon dass die Ukraine „von einer Jüdisch-Russischen Mafia“ beherrscht werde und führende Historiker, die die Neo-Nazi Bewegung in Europa analysieren, fördern noch beängstigenderes Material zu Tage.

Aber diesem Mann haben doch Lady Ashton und andere hochrangige Politiker aus Europa und Amerika die Hand geschüttelt, also muss er doch – nach der schlichten Logik dieser beiden Autisten – ein „Guter“ sein, oder? Und „Sanktionen“ verhängen wir doch immer nur gegen die „Bösen“, den gerade aktuellen neuen „Hitler“ ….

Na dann gibt es ja keinen Grund zur Aufregung, höchstens Grund zur Verzweiflung …

Denn unsere Autisten- und Papageien-Journaille beweist, dass man selbst in einer sogenannten „Informationsgesellschaft“, in der alle rund um die Uhr Zugang zu Medien haben, „NICHTS DAVON GEWUSST HAT“, wenn faschistische Banden Menschen terrorisieren und umbringen …. Weil sie als willige Erfüllungsgehilfen der Machteliten des Westens dafür sorgen, dass diese Informationen unterdrückt werden ….

Am 22. April marschierten die Neo-Nazis in Kiew, wo es zu Zusammenstößen mit den weniger radikalen „Rebellen“ des Maidan kam …

Am 27. April attackierten radikale Nationalisten (Fußballfans) eine Gruppe friedlich demonstrierender Regierungskritiker in Kharkov …

Am 29. April marschierten die Neo-Nazis in Lviv zum Gedenken an die Gründung der galizischen Division der Waffen-SS.

Doch was kümmert das unsere Presse?

 

P.S. (Zum lächerlichen „Faktencheck“ des ORF über die Präsenz von US-Söldnern nehme ich im nächsten Beitrag Stellung)

Über Leichen Gehen: Odessa und die Medien

Odessa PS marchingSlava Ukraina! (Ruhm der Ukraine), „Tod unseren Feinden!“ und „Stecht die Moskalis* ab!“ (Schimpfwort für alle „Russen“ und Russland-freundliche)  sind die Slogans der indoktrinierten Schlägertruppen, die am 2. Mai 2014 bewaffnet mit Schlagstöcken und Ketten durch die Straßen von Odessa ziehen. Am Abend spielen sich grauenvolle Szenen im Gewerkschaftsgebäude ab …ein Massaker fanatischer Neo-Nazis, die den Geist der UPA wieder auferstehen lassen (mehr dazu weiter unten – was die UPA ist weiß jeder, der meinen Blog „Glorified Bastards“ und die Vorgeschichte gelesen hat …)

WARNUNG – Dieser Beitrag enthält schockierende Bilder von Mordopfern (im zweiten Teil)

Die grauenhaften Ereignisse in Odessa vom 2. Mai 2014 (ein Pogrom) wurden von unseren Fließband-Journalisten bereits abgehakt, ja sie haben gar nichts davon mitbekommen … Ein neuerlicher „Gewaltausbruch“ in der Ukraine, diesmal im Süden des Landes ist ja keine große Sache mehr. Man gewöhnt sich an diese Meldungen von „Zusammenstößen“, lässt sich mit vor-selektiertem Material füttern und muss nur darauf achten, das Wort „pro-russisch“ im Kontext einer aggressiven Gewalt in die Köpfe der Leser bzw. Zuschauer einzuhämmern. (Wenn wir für jede Erwähnung dieses Wortes in den Medien 10 Euro bekommen würden, hätten wir schon eine große Summe zusammen …)

MASSENWARE VOM FLIESSBAND

Fließband News Odessa

Warum ich den Ausdruck „Fließband“ immer wieder verwende, sieht man an diesem Beispiel: Sie schreiben alle das gleiche, wobei „Schreiben“ schon zu viel gesagt ist, denn es handelt sich eher um „Copy & Paste“: Texte, Bilder, Videos alles liefern die drei, vier Presseagenturen und wo die ihr Material herhaben, ist den Medienschafen egal. Alle nehmen das, also machen wir es auch und schließlich ist es viel bequemer und spart Geld.

Jetzt könnte man sagen, das ist zwar bedauerlich aber ist das wirklich so schlimm?

Ja, das ist sehr schlimm und ich kann hoffentlich mit diesem Beitrag demonstrieren, dass diese Art von Papageienjournalismus oder „churnalism“, wie es international heißt, katastrophale Folgen hat:

Menschen werden auf grauenvolle Weise umgebracht, Bürgerkriege und Angriffskriege angezettelt, ganze Gesellschaften zerstört und die Verantwortlichen haben nichts zu befürchten, weil unsere Schafsmedien ihnen dienstbar als verlängerter Propaganda-arm zur Hand gehen.

Heute heißt das „strategic information“ verbreiten (dazwischen hieß es „Management der Wahrnehmung“). Man könnte auch sagen, sie verarschen uns von morgens bis abends und die meisten haben auch selbst keine Ahnung davon, was wirklich auf der Welt los ist.

Vor unseren Augen wird – wieder einmal – ein Land aus geostrategischen Gründen in den Bürgerkrieg getrieben, fanatische Neo-Nazis sitzen in der vom Westen installierten Regierung und schicken ihre Schlägertruppen durchs Land. Doch unsere Pressepapageien haben davon keine Ahnung. Ihnen wurde nur beigebracht „pro-russisch“ so oft wie möglich aufzusagen und reflexartig alles dem bösen Putin in die Schuhe zu schieben.

In diesem Beitrag gehen wir zwei entscheidenden Fragen nach: Was ist in Odessa am 2. Mai 2014 wirklich passiert und hält die Darstellung in den Medien einer kritischen Überprüfung stand? (Antwort: Nein – es ist eine Propaganda-Meldung ……)

ODESSA IN  DEN  MEDIEN

Diese Tagesschau-Meldung ist typisch für hunderte andere Medienberichte zum gleichen Thema:

Feuer nach Kämpfen – Mehr als 30 Tote

In der Ukraine haben sich die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Kiewer Zentralregierung und pro-russischen Separatisten abermals verschärft und auf die Schwarzmeerstadt Odessa ausgeweitet. Dort kam es zu blutigen Unruhen. Bei einem Feuer, das bei Kämpfen zwischen pro-russischen Kräften und ukrainischen Regierungsanhängern in einem Gewerkschaftsgebäude ausgebrochen war, kamen nach jüngsten Angaben der Polizei mindestens 31 Menschen ums Leben. Einige Menschen seien vom Rauch erstickt worden, andere seien aus dem Fenster gesprungen und dadurch gestorben. Das Feuer sei auf „kriminelle Brandstiftung“ zurückzuführen, so die Polizei. Zunächst hatten die Behörden von 38 Toten gesprochen.“

 ZDF Storyline 0205

Auch das ZDF singt über seine „Heute“-Sendung mit im Chor, kein Wunder, da praktisch alle das gleiche Material aus dem „News-feed“ von REUTERS & Co. verwenden und es – inhaltlich konform – nur in „Nuancen“ ändern – ganz so wie es sich Goebbels immer gewünscht hat.

Im ukrainischen Odessa sind nach einem Brand in einem Gewerkschaftshaus mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, Behörden sprachen zunächst von 38 Toten, später war von 31 Opfern die Rede. Einige starben demnach, als sie aus dem brennenden Gebäude sprangen. Andere seien Rauchvergiftungen erlegen ..usw.“

Dazu bringt man dann natürlich ein Foto von einem „brennenden Gebäude“, um die Story vom Feuertod der „pro-russischen Aktivisten“ auch optisch zu verstärken. Was haben die beiden „öffentlich-rechtlichen“ deutschen TV-Sender sonst noch über dieses „Unglück“ zu sagen? Schauen wir uns das mal an:

ARD in den „Tagesthemen“ (2. Mai 2014)

Der Moderator Thomas Roth wiederholt die gleiche stenographische Version der Story von dem „Gewerkschaftsgebäude, das nach Zusammenstößen […] in Flammen aufgegangen war“ und hämmert den Zuschauern, wie seine Kollegen, schön brav die so antrainierte (quasi-automatische) Assoziation von „pro-russisch“ mit Aggression und Gewalt aus Moskau ein.

Dass Dr. Martin Luther King schon 1968 die USA als „größten Exporteur der Gewalt in der Welt“ genannt hat (was natürlich auch heute noch zutrifft und sich anhand historischer Fakten beweisen lässt), davon wissen diese „Journalisten“ natürlich nichts. Stattdessen wird rund um die Uhr, Putin bzw. Russland eine Aggression unterstellt, die es einfach in der realen Welt nicht gibt. Diese absurde Perspektive kann man nur mehr als „pro-amerikanische“ Halluzinationen bezeichnen, aber Washingtons Motive werden nie in Frage gestellt, nur die jener Staaten, die sich nicht als Vasallen einspannen lassen.

Dann folgt ein Videoclip, der in einer Minute und 20 Sekunden die Ereignisse in Odessa schildern soll (der Rest ist zu 95% Bildmaterial der ukrainischen Putsch-Regierung über die Niederschlagung der „Terroristen“ im Osten) und von Frau Atai mit ein paar Sätzen kommentiert wird. Schließlich wendet sich Roth an die „Auslands-Korrespondentin“ in der Ukraine:

Roth: Golineh Atai, …. Was wissen Sie über die näheren Umstände dieser furchtbaren … äh…äh Anzahl von Opfern?

Die Polizei spricht mittlerweile von über 40 Toten und weit über 100 Verletzten, das hat angefangen mit einer riesigen pro-ukrainischen Demo, es sollen sich über 1500 Anhänger dort zusammengefunden haben, pro-russische …. Aktivisten sind mit Bussen weitgehend in die Stadt gekommen und haben mit Waffen, Schlagstöcken, mit Molotov-Cocktails die Menge angegriffen, in dieser pro-ukrainischen Menge sollen sich auch viele gewaltbereite Fußballfans befunden haben, die sollen die pro-russischen Demonstranten eingekesselt haben, sie in die Enge getrieben haben, in das Gewerkschaftshaus ….sie sollen das Gebäude mit Molotococktails beworfen haben …. Alleine 30 seien dort qualvoll erstickt … acht haben sich aus dem Fenster gestürzt … Polizei hat sich weitgehend hilflos verhalten … am Ende ist es ihr gelungen, einige der pro-russischen Demonstranten in Sicherheit zu bringen

(Video bis 1:20; der Rest behandelt die „Geiselnahme“ der „Militärbeobachter“, die vorher immer „OSZE-Beobachter“ hießen, obwohl sie nie solche waren – siehe den letzten Beitrag).

Die „tagesthemen“ Redaktion verwendet also ganze 80 Sekunden, um den Zuschauern zu erklären, was in Odessa passiert ist.

Frau Atai „weiß“ tatsächlich aber gar nichts darüber, warum und auf welche Weise die Menschen im Gewerkschaftsgebäude gestorben sind. Da sie in Donetsk und nicht in Odessa ist, kann sie eigentlich auch nichts „berichten“, was man von einem „Reporter“ aber erwarten darf. (Dass Bildmaterial aus Odessa gezeigt wird, bedeutet nicht, dass es vom ZDF selbst gedreht wurde; Journalisten werden heute mit solchen „Press-Kits“ versorgt um eine homogene Medienlandschaft sicherzustellen)

„OFFICIALS SAY“ – DER  JOURNALIST  ALS  HOFBERICHT-ERSTATTER

churno 3Stattdessen wiederholt sie schön brav das, was die Polizei in Odessa in Absprache mit dem Innenministerium bekanntgegeben hat. Sie schildert keine tatsächlichen Vorgänge, die auf eigener Beobachtung, Interviews mit Augenzeugen beruhen oder Schlussfolgerungen aus Background-Recherche sind, sondern fungiert als Propagandaarm der ukrainischen Sicherheitsbehörden, die seit dem Sturz der gewählten Regierung von Neo-Nazis kontrolliert werden (Mehr dazu später).

Dementsprechend heißt es dann auch „die Polizei spricht von“ und immer wieder „es soll“ dies oder jenes passiert sein (nur bei den pro-russischen … lässt sie es weg). Im Grunde werden also Gerüchte verbreitet, die die Perspektive der „pro-amerikanischen“ Machthaber in Kiew widerspiegelt.

Damit nicht genug, benutzt sie (auch) ständig die polarisierenden Adjektive „pro-ukrainisch“ (PU) und „pro-russisch“ (PR) um die zwei Bevölkerungsgruppen zu beschreiben, die jetzt gegeneinander gehetzt werden. Damit wird dem Zuschauer immer wieder suggeriert, dass jemand der „pro-russisch“ ist, automatisch „anti-ukrainisch“ sein muss und umgekehrt. Die PU-Fraktion wird also als patriotisch dargestellt, die ein demokratisches, vereintes Land mit EU-Anschluss will, während die PR-Leute ein von Russland gesteuerter Separatistenverein ist, der das Land spalten will und jetzt auch noch gewalttätig wurde.

Diese Suggestion ist aber – gelinde gesagt – sehr irreführend und die beiden politischen Etiketten (pro-dies und pro-das) sind absolut ungeeignet dafür, den Zuschauern zu erklären, was diese beiden Gruppen wirklich wollen – aber gerade das ist ja Absicht. Die „Nachrichten“, die man uns täglich vorsetzt haben Kindergartenniveau und man ist doch immer wieder überrascht, dass diese „Journalisten“ es schaffen, von einem ohnehin schon niedrigen Niveau auch noch tiefer zu fallen.

Damit kommen wir zum

ZDF „heute-Journal“ vom 2. Mai 2014

Hier wird dem Zuschauer statt Hintergrundinformation und politischem Kontext rührseliges „Herzkino“ samt einem Pot-Pourri aus Zensur und Propaganda geboten: Das Video beginnt mit Bildern von Odessa, in denen Menschen Blumen vor dem Gewerkschaftsgebäude niederlegen, in dem laut Presse rund 40 Personen dem „Feuer“ zum Opfer fielen. (Dagegen ist nichts zu sagen) Doch dann kommt das „Voice-over“ von Frau Eigendorf:

Selbst in Momenten der Trauer regiert der Hass und die Verblendung“ – dieser (bescheuerte) Satz wird als diffamierender Kontext für die folgende Aussage einer alten Dame gewählt, die weinend vor der Kamera steht und ihren Emotionen freien Lauf lässt:

Diese Schweine und Faschisten, sie müssen ausgelöscht werden, diese Faschisten.(Banderas)

Was die alte Frau damit gemeint hat und ob sie triftige Gründe dafür hat, so zu sprechen bleibt den Zuschauern verborgen. Erstens, weil uns vorenthalten wird, was sie sonst noch gesagt hat (der Kontext also fehlt) und zweitens sorgt die von Katrin Eigendorf gewählte Einleitung dafür, dass dieser Satz als Ausdruck von Irrationalität (in Form von „Hass und Verblendung“) interpretiert werden soll.

Das ist eine bewusste Manipulation, die mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun hat. Wenn Frau Eigendorf (oder die ZDF-Redaktion) sich die Mühe gemacht hätten, nachzuforschen, wüssten Sie, dass Ausdrücke wie „Schweine“ und „Faschisten“ für die Neo-Nazis des Pravy Sektors und ihre Ideologen mehr als angebracht sind. (Ich komme darauf noch zurück) .

SCHON  VERGESSEN?  HITLER  ZERSTÖRT  DIE  DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTEN

2 Mai 1933Am 2. Mai 1933 haben tausende SA und SS-Männer mit der Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften begonnen, ist das diesen „Journalisten“ eigentlich klar? Hunderte Gewerkschaftsmitglieder wurden „als Schutzhäftlinge“ ins KZ gebracht.

Da ich die historischen Wurzeln der ukrainischen Neo-Nazis kenne, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass die Stürmung eines Gewerkschaftsgebäudes in Odessa an diesem Jahrestag ein Zufall war. In der Ukraine werden Gewerkschaften aufgrund der Geschichte natürlich mit dem Sowjet-Kommunismus in Verbindung gebracht und die Neo-Nazis wurden extrem indoktriniert, alles Kommunistische (= Russische) zu hassen und als „Bedrohung“ aufzufassen, gegen die man sich „wehren“ müsse.

Genau so wurden die Mitglieder der OUN-UPA vor 70 Jahren zu hasserfüllten Fanatikern gemacht, wobei ein primitives „Trio Infernal“ als Feind konstruiert wurde: russisch-jüdisch-bolschewistisch. Dieselben Mechanismen also, die auch die NSDAP benutzt hat …)

Dass deutsche Journalisten über diese wichtigen, historischen Zusammenhänge schweigen, ist ein ungeheuerlicher Skandal.

Dann folgen Bilder von Klitschko und Präsidentschaftskandidat Poroschenko wieder mit Blumengaben. Klitschkos sentimentale Platitüden

Es ist eine Tragödie, was passiert. Jeder einzelne Tod ist eine Tragödie für die Menschen, die in dieser Stadt leben.“

(das ganze ist offensichtlich ein billiger PR-Event) werden von Frau Eigendorf aber mit einem ganz anderen Rahmen versehen: Er sei „sichtlich erschüttert“ (tatsächlich verzieht der Mann keine Miene).

Dann wieder die Stimme von Eigendorf:

Odessa, Slavyansk, Lugansk, Kramatorsk, jeden Tag werden es mehr Städte, in denen pro-russische Separatisten und pro-ukrainische Aktivisten aufeinanderprallen. Unaufhaltsam zieht sich die Spur der Verwüstung durchs Land, das in vielen Teilen längst von Kämpfern und nicht mehr von Politikern regiert wird. Slavyansk wird weiterhin von pro-russischen Kämpfern kontrolliert … ein Teil der Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken und der selbst-ernannte Bürgermeister gibt westlichen Journalisten Interviews über seine Pläne, das Land zu regieren. … In Andrejewka haben die Bewohner die Truppen vertrieben, die für Ordnung sorgen sollen. Hier ist das Militär der Feind. Pro-russische Rebellen kontrollieren wichtige Straßen, Ausweise … für eine echte Befriedung fehlt Kiew die Kraft.“ (Video: 2 min)

DOUBLE-THINK IN ACTION

doublethinkAn diesem Beispiel sehen wir, dass der moderne Journalist mühelos eine argumentative Drehung um 180 Grad hinlegt, wenn es darum geht, politisch nicht anzuecken und der Karriere nicht zu schaden.

Dass die jetzige „Regierung“ auch durch gewaltsame Besetzung von Regierungsgebäuden, Attacken auf Polizisten samt taktisch eingesetzten Nazi-Schlägertruppen an die Macht kam und Kiew deshalb „längst von Kämpfern und nicht mehr Politikern regiert wurde“, ist eine Überforderung des Denkvermögens einer Journalistin, die heute den Einsatz des Militärs – einer Putschregierunggegen die eigene Bevölkerung als „für Ordnung sorgen“ bezeichnet, während Janukowitsch, der ja als gewählter Präsident auch für Ordnung sorgen musste, von allen Seiten bedrängt wurde, keine Gewalt gegen die Protestbewegung einzusetzen und das bisschen, was er tat, sofort in den Medien als Beweis für seine autoritäre Gesinnung verdammt wurde. (Dann folgte natürlich die inszenierte Sniper-Attacke, die einfach seiner Regierung in die Schuhe geschoben wurde, bis heute ohne Beweise, aber sehr effektiv als „psy-op“ zur Beeinflussung des Zielpublikums)

Was gestern für medial aufbereitete Mega-Empörung sorgte, ist heute der legitime Versuch einer Regierung, „Terroristen“ (gleichgesetzt mit Separatisten, gleichgesetzt mit ungehorsamen Regierungskritikern) zu bekämpfen, auch wenn dazu Panzerfahrzeuge, Kampfhubschrauber und private Söldner eingesetzt werden. (Letztere sind „notwendig“, weil sich immer mehr Polizisten bzw. Militärangehörige weigern, gegen die eigenen Landsleute mit Gewalt vorzugehen.)

THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY

Doch die Kehrtwendung in der Darstellung von Regierungsgewalt von „böse“ zu „gut“ ist natürlich kein Zufall, sondern Ausdruck der Tatsache, dass der dominante „narrative“ der Medien von Kommunikationsstrategen aus Washington, Berlin, etc. gesteuert wird und das ZDF (wie auch die ARD und der ORF und den Printmedien) ein verlässlicher Transporteur dieser Propaganda ist. Das lässt sich ganz leicht beweisen, indem man die Äußerungen Obamas (oder Kerrys) mit dem vergleicht, was unsere Papageien-Presse von sich gibt.

„“We are united in our determination to impose costs on Russia for its actions, including through coordinated sanctions….And as Ukrainian forces move to restore order in eastern Ukraine, it is obvious to the world that these Russian-backed groups are not peaceful protesters. They are heavily armed militants who are receiving significant support from Russia. The Ukrainian government has the right and responsibility to uphold law and order within its territory, and Russia needs to use its influence over these paramilitary groups so they disarm and stop provoking violence […].”

(Pressekonferenz des US-Präsidenten im Rosengarten des Weißen Hauses mit Angela Merkel vom 2. Mai 2014; Text im 10. Absatz) – (Er nennt sie tatsächlich „Angela“ … mir wird übel …)

Wir sehen also, woher der jeweilige Tenor unserer „Nachrichten kommt. Von „unabhängiger“ Berichterstattung kann keine Rede sein, von „Pressefreiheit“ auch nicht, weil die (im Jargon de jour „pro-amerikanische“) Zensur schon im Kopf stattfindet und nur selektierte „Nachrichten“ verbreitet werden.

Solange die Existenz und Verbrechen der ukrainischen Neo-Nazis in den Medien zensuriert werden (durch Schweigen darüber), kann kein Zuschauer verstehen, dass die Angst der Ukrainer vor einer solchen „Regierung“ enorm ist und sie sich natürlich dagegen wehren. (Über die wirtschaftlichen Hintergründe habe ich ja bereits geschrieben – siehe Cruelty in Numbers)

Dass dabei auch Russland um Hilfe gebeten wird, heißt nicht, dass jeder, der gegen die Nazi-Regierung ist, zu Russland gehören will. Das ist doch Blödsinn. Wie sehr die Fans von Bandera alles Russische hassen, hat Frau Eigendorf noch gar nicht mitbekommen. Hier könnte sie die „Macht des Irrationalen“ mal live miterleben, wenn die fanatischen Mobs nachts mit Fackelzügen Kriegsverbrechern huldigen und die Waffen-SS anhimmeln.

Frau Eigendorf hat uns mit ihrem dummen, voreingenommenen Gefasel aber noch nicht genug geärgert, denn sie führt auch noch ein online „Ukraine-Tagebuch“, das etwa auf dem intellektuellen Niveau von Rosamunde Pilcher anzusiedeln ist.

Unter dem unheilschwangeren Titel „Die Macht des Irrationalen wächst“ erfahren wir (wieder nichts über die Hintergründe in Odessa oder sonstwo, aber ) dass die „pro-russischen“ Elemente eine „schwer durchschaubare Ansammlung von Ideologen, Kriminellen und Waffennarren“ sind, von denen einige furchterregend mit ihren Kalaschnikows herumfuchteln“.

Ausgerüstet mit diesen Informationen können wir jetzt die „Meldungen“ besser verstehen … oder doch nicht? Dass für Frau Eigendorf die Situation „schwer durchschaubar“ ist, können wir leicht erkennen (sie hat offenbar keine Ahnung, welche Kräfte in der Ukraine wirklich die Fäden ziehen), aber warum schreibt sie dann ein „Tagebuch“, das so nützlich ist, wie ein Fußpilz? Die Banalität ist schwer zu ertragen und wenn dann endlich mal ein wichtiger Satz kommt „die Realität ist vielschichtiger, komplizierter und schmerzhafter“ (als die primitive Gegenüberstellung von pro-dies und pro-das) wird er sofort wieder von der Voreingenommenheit der Autorin und einer neuen banalen Floskel erschlagen:

„Denn auf der einen Seite stehen die selbsternannten Führer und Ideologen, ihnen gegenüber eine weitgehend unfähige und uneinige Regierung in Kiew. Dazwischen stehen die Menschen, die in ihrer Wut und Hoffnung mitten in unsere Herzen zielen, egal auf welcher Seite sie stehen.“

oleh-tyahnybok-1Frau Eigendorf, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass die „selbsternannten Führer und Ideologen“, die das Land durch Fanatismus und Ethnozentrismus spalten, in Kiew und Lviv (Lemberg) sitzen und nicht in Donetsk, Slavyansk oder einer anderen Stadt im Industriegebiet des Ostens. Aber statt das Parteiprogramm von Svoboda & Co zu lesen und die Geschichte der fanatischen UON-UPA zu studieren, (deren Anführer von den „pro-ukrainischen“ Nazi-Aktivisten wie mystische Helden verehrt werden), verbringen Sie ihre Zeit damit, die Propaganda des State Departments zu wiederholen und mit sentimentalen Worthülsen zu dekorieren..

Dann folgt wieder das obligate Putin-Bashing. „Dass dieser Konflikt angeheizt wird durch russische Propaganda, die Hass sät, der irgendwann kaum noch einzufangen sein wird, macht nicht optimistisch.“

Eine Behauptung, die ständig wiederholt wird, ist effektives Brainwashing, aber kein Faktum. Präsentieren Sie uns doch mal Beweise für die „russische Propaganda, die Hass sät“ und schauen Sie mal in das Nationalarchiv in Washington. Dort können Sie aus CIA-Dokumenten lernen, wie „Propaganda, die Hass sät“ wirklich gemacht wird.

WAS IST IN ODESSA WIRKLICH PASSIERT?

Dass es in Odessa am 2. Mai zu „Zusammenstößen“ zwischen Kritikern der Putsch-Regierung und fanatischen „Ultra-Nationalisten“ (sprich: Neo-Nazis) gekommen ist, ist richtig. Doch schon hier ist – wie bereits oben ausgeführt – die Wortwahl entscheidend und pro-dies und pro-das sind Verdummungsetiketten, die abzulehnen sind. Man kann Abkürzungen benutzen, aber nur wenn vorher klargestellt wird, was damit gemeint ist. Ich benutze von nun an

  • AM für „Anti-Maidan“ (findet man oft in den ukrainischen Medien) was für die Regierungskritiker steht, die keine Neo-Nazis im Kabinett wollen, auch keine Oligarchen-Marktherrschaft, sondern eine Änderung der wirtschaftlichen Machtstrukturen im Land; die wirtschaftliche Kooperation mit Russland soll beibehalten werden; für diese Menschen darf Russisch zu sprechen oder sich positiv über Russland zu äußern nicht zu einem Stigma werden, aus dem sich pogromartige Gewalt entwickelt (wie wir sie ja bereits sehen)
  • PS für „Pravy Sektor“: eine Vereinigung faschistischer Gruppierungen, deren fanatische Schlägertruppen im Land Angst und Schrecken verbreiten und von Teilen der Putsch-Regierung als Instrument des Terrors benutzt werden. Sie enthalten paramilitärische Elemente, die man durchaus mit der SA und der SS vergleichen kann (UNA-UNSO). Nach dem Besuch von CIA-Direktor Brennan darf man davon ausgehen, dass diese Kräfte jetzt carte blanche für „Operationen“ haben, die extreme Gewalt und Hinterlist einsetzt. Deren Opfer werden dann selbstverständlich auch der „russischen Aggression“ in die Schuhe geschoben, gegen die man sich „verteidigen“ muss.

Natürlich sind nicht alle Personen, die bei solchen Krawallen mitlaufen Neo-Nazis oder Schläger. Viele sind einfach frustrierte Jugendliche, Arbeitslose, ausgegrenzte Fußball-Hooligans, manche auch Klein-Kriminelle, die nicht selten dafür bezahlt werden, dass sie bei den Krawallen mitmachen („rent-a-mob“ das macht die CIA schon seit dem Sturz von Mossadegh im Iran 1953 …) Aber die Leute des PS sind die Anführer und Provokateure der Gewaltexzesse, deshalb verwende ich dieses Kürzel.

SICHERHEIT und „VERTEIDIGUNG“ IN DER UKRAINE: WER IST DAFÜR ZUSTÄNDIG?

Banderas heirs Ukraine 2014Um die Rolle der Neo-Nazis in diesem intriganten Spiel verstehen zu können, muss man wissen, dass die Kontrolle über die Sicherheitskräfte seit dem „Euro-Maidan“ Putsch in den Händen der Neo-Nazi Führungsfiguren liegt, die bei der Eskalation der Gewalt auf dem „Euromaidan“, (gemeinsam mit Julia Timoshenko im Hintergrund) eine entscheidende Rolle spielten. Dieser „Rechte Sektor“ hat vor kurzembeschlossen, sich als politische Partei registrieren zu lassen und ihren „Führer“ Dmitry Yarosh als Präsidentschaftskandidat aufzustellen.

Yarosh with bandera colorsYarosh rief Mitte April in einem Video zu einer Art totalen Mobilmachung seiner Nazi-Truppe auf um dafür vorbereitet zu sein „entscheidende Schritte zur Verteidigung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine zu unternehmen“. (Was das bedeutet, sehen wir ja in Odessa die Farben Rot und Schwarz stehen für die OUN-UPA bzw. die „Blut & Boden“ Ideologie der Nazis)

Damit nicht genug, forderte er dazu auf, nicht nur keinen Widerstand gegen den Rechten Sektor (RS) zu leisten sondern (ihm) dabei zu helfen, für „Recht und Ordnung im Land“ zu sorgen. Diese Neo-Nazi Mobs mit paramilitärischer Ausbildung verstehen aber unter „Ordnung“ etwas ganz anderes als unsere Polizeiorgane. Sie wollen eine Ukraine, die ethnisch „rein“ ist, also werden Minderheiten und eingebildete „Feinde“ zur Zielscheibe des Hasses, aber vor allem alles Russische muss als „Vergiftung des Volkskörpers“ eliminiert werden.

Die Sicherheitsbehörden des Landes stehen nach dem Sturz der gewählten Regierung also unter „einschlägiger“ Kontrolle:

  • Andriy Parubiy(Андрій Парубій) ist Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Рада національної безпеки іоборони України,Abkürzung: RNBOU) dem sowohl das Verteidigungsministerium als auch das Militär untersteht. Er gründete gemeinsam mit Oleh Tyahnybok die “Sozial-Nationale (Nazi) Partei der Ukraine“, die später in Svoboda (Свобода = „Freiheit“) umbenannt wurde.
  • Dmytro Yarosh (ДмитроЯрош) ist sein Stellvertreter im RNBOU und Anführer der Neo-Nazi Koalition aus dem „Rechten Sektor“ und dem „Stefan Bandera Dreizack“. (Bandera – siehe Ukraine (6) Er kämpfte Seite an Seite mit tschetschenischen Islamisten gegen russische SoldYarosh plays victim of policeaten. Es war Yarosh, der in dem „Skandalvideo“ den nackten Demonstranten spielte, der – in Winterkälte – von der bösen Polizei misshandelt wurde. Die Rolle des Polizisten spielte Andrej Dubovik, (pro-Timoshenko) wie ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt wurde. Yarosh ist „Oberkommandeur“ der neu geschaffenen „Nationalgarde“, in die die illegalen Nazi-Truppen jetzt integriert werden.
  • Ihor Tenyukh (ИгорьТенюх) Verteidigungsminister und Mitglied von Svoboda; Absolvierte das US Defense Language Institute (1994) und wurde anschließend Dozent an der Nationalen Militärakademie der Ukraine. Befürwortet einen NATO-Beitritt der Ukraine. Von 2006 bis 2010 war er Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine (wurde vor kurzem „zurückgetreten“, weil er die Integration der Neo-Nazis in die Streitkräfte ablehnte).
  • Oleh Makhnitsky(ОлегМахницкий), Justizminister, Mitglied der „ultra-nationalistischen“ Svoboda-Partei
  • Arsen Avakov, Innenminister, seit 2010 Mitglied und Organisator der “Vaterlandspartei” der (verurteilten) Oligarchin Julia Timoschenko; er wurde im Jänner 2012 wegen illegalem Landverkaufs angeklagt, setzte sich ab und kam im März 2012 auf die Interpol-Fahndungsliste. In Italien wurde er dann festgenommen und unter „Hausarrest“ gestellt. Im Oktober 2012 wurde er ins Parlament gewählt (von wem?) und kam im Dezember zurück ins Land, nachdem der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben wurde. (Beziehungen muss man haben …)

Man muss diese Informationen im Kopf haben, um die „Meldungen“ dieser Sicherheitsbehörden über das Massaker in Odessa einordnen zu können, die von unseren Medien einfach übernommen wurden.

WAS PASSIERTE AM 2. MAI?

Nach offizieller Darstellung kam es am Nachmittag bzw. Abend des 2. Mai zwischen den AM und den PS zu Zusammenstößen, wobei auch ein Fußballspiel zwischen „Metalist“ Kharkov und Odessa eine Rolle spielte.

Zahlreiche Meldungen wurden lanciert, wonach sich die beiden Lager (etwa ab 15 Uhr) Straßenschlachten geliefert hätten. Es gibt aber kein einziges Video, wo das zu sehen ist. Das Problem ist natürlich, das Kämpfe zwischen (großteils) Vermummten schwer zu analysieren sind (deren wahre Identität oder Gruppenzugehörigkeit kann nicht eruiert werden). Die PS sind leicht akustisch zu erkennen, da sie immer „Slava Ukraina!“ und andere (nicht druckreife) Slogans brüllen und von einem Einpeitscher begleitet werden.

Dagegen gibt es mehrere Videos, auf denen man sieht, wie ein minimaler Polizeicordon, der die Straße zu einem Shopping Center blockiert, wo die angeblichen „pro-russischen“ Randalierer sich befinden, vom PS mit Rauchbomben und Steinen beworfen wird. Man sieht darin auch, wie sich der Cordon öffnet und einige Vermummte durchlässt.

AM tents peaceful before attackFakt ist, dass die AM-Aktivisten (die mehr Autonomie und ein föderales System wollen – nicht eine russische Annexion) seit einigen Wochen in Zelten „friedlich“ vor dem Gewerkschaftsgebäude in Odessa campiert haben, das zu einer Art Zentrale der Bewegung wurde. (Ähnlich wie die „occupy“-Bewegung in den USA.) Nach Berichten lokaler Reporter hat sich dann folgendes ereignet:

Gegen 19.30 Uhr ziehen die Neo-Nazis des PS grölend durch die Straßen in Richtung Kulikowoplatz (wo die Zelte stehen). Auf dem Weg dorthin zerschlagen sie alle “citylights” (beleuchtete Reklame), die Wahlkampfplakate von Mikhail Dobkin enthalten.

Gegen 19:45 Uhr erreichen sie den Platz vor dem Gewerkschaftsgebäude und fallen über das „linke“ Protestcamp her. Es kommt zu Kämpfen mit Stöcken, Baseball-Schlägern, ja sogar Äxte werden gesehen, aber auch Schüsse sind zu hören. Die Zelte werden von den PS angezündet. Die noch gehfähigen AM flüchten dann in das Gewerkschaftsgebäude.

Lokale Reporter berichten, dass sich zu diesem Zeitpunkt KEINE POLIZEI auf dem Kulikovo-Platz befindet (obwohl es nach offizieller Version des Innenministers schon seit Stunden Zusammenstöße der beiden Gruppen im Stadtinneren gibt).

Drei von vier Polizeichefs der Region Odessa befinden sich – zufällig – außer Landes.

Die PS bewarfen das Haus nur an der Vorderseite an zwei Stellen mit Molotov-Cocktails, worauf im Erdgeschoß und im zweiten Stock ein Feuer ausbrach. Der Rauch breitete sich zwar nach oben aus, aber gebrannt hat es dort nicht. (Man sieht das an Fotos und Videos, die im Inneren danach aufgenommen wurden: im Gebäude liegt ein Parkettboden, viele Möbel aus Holz sind zu sehen, Teppiche, die keine Brandspuren aufweisen – mehr dazu weiter unten)

Auf Twitter wurden von den Tätern Meldungen verschickt, die Übelkeit verursachen:

Der grausame Tod der politisch Andersdenkenden und Gegner der Putsch-Regierung in Kiew wurde dann auch noch via „social media“ zynisch gefeiert: „Die Kartoffelkäfer werden gerade in Odessa geröstet*“.

(Caveat: Diese Meldung könnte aber absichtlich verbreitet worden sein, damit die Story vom Verbrennungstod mehr Gewicht bekommt)

*Die Streifen und die Farben der Käfer werden mit dem Orden des Heiligen Georg (Symbol für den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland) in Verbindung gebracht, um die „anti-ukrainischen“ (gegen Svoboda & Co. und somit als „pro-russisch“ abqualifizierten) Ukrainer zu demütigen und sie als „Freiwild“ für Pogrome darzustellen.

Nach manchen Berichten fielen die Neo-Nazis („wie ein Wolfsrudel“) auch noch über jene her, die aus dem Gebäude „gesprungen“ waren und überlebt hatten: sie wurden zu Tode geprügelt. Bei genauerer Betrachtung der Videos fällt auf, dass mehrere Leute aus Stockwerken „sprangen“, in denen es gar nicht brannte. Das Gebäude ging keinesfalls „in Flammen auf“, wie manche Medienberichte und Bilder suggerieren. Es brannte nur in bestimmten Räumen in zwei Etagen.

DAS HORROR-KABINETT IM GEWERKSCHAFTSHAUS

Als das Feuer gelöscht war, gingen die PS in das Gebäude und filmten die grauenvoll aussehenden Leichen.

Die meisten Türen waren versperrt und mussten aufgebrochen werden.

doused with gasoline partly burnedFotos der Opfer widerlegen aber die offizielle Version, wonach die AM entweder verbrannt oder erstickt sind. Man sieht, dass nur bestimmte Körperteile verbrannt sind (z.B. nur Kopf und Oberkörper), der Rest (inklusive Kleidung) ist völlig unversehrt. Viele der Opfer haben nur im Gesicht und an den Händen Verbrennungen (Säure? Napalm?). Diese Bilder legen nahe, dass die Opfer in Eile mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und dann angezündet wurden.

Einige haben Schusswunden, andere wurden erdrosselt. Wie schon erwähnt, sieht man in den Videos, dass ein Großteil der Büroräume keinerlei Brandspuren aufweist (Holzmöbel, Teppich, etc. alles intakt). Einige Leichen wurden bewegt, man sieht Schleifspuren auf dem Boden (ein weißlicher Belag, vermutlich von Feuerlöschern?). Der größte Horror ist das Foto einer hochschwangeren Frau, die anscheinend von hinten mit einem Elektrokabel erdrosselt wurde und dann auf dem Schreibtisch hängend, liegengelassen wurde.

Das Gesamtbild, das sich aus den Videos, Zeugenaussagen, Internet-Informationen aus Odessa und lokalen Reportagen (wie vesti.ua) ergibt sieht nach meinen Recherchen (mit Dank an VT) so aus:

fire victims do not leave blood poolsDiese Menschen sind keinesfalls durch einen Brand umgekommen. (Feueropfer hinterlassen keine Blutlachen …)

Während die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die (wenigen) brennenden Räume gelenkt wurde, zog einer fanatische, indoktrinierte Killerbande durch das Haus und ermordete kaltblütig die politischen Gegner, die als „Bedrohung“ der nationalen Identität wahrgenommen werden.

Diese organisierte Grausamkeit in Kombination mit dem historischen Datum des 2. Mai (1933) ist für mich ein klarer Hinweis darauf, dass die legendäre „UPA“ wieder auferstanden ist.

Man hat es wieder einmal geschafft, ein „indigenes Monster“ für politische Zwecke zu züchten

Dass die damaligen „Monster“, wie Mykola Lebed, (unter dessen Führung 1943-1944 zig-tausende Polen und Juden abgeschlachtet wurde) von den USA mit offenen Armen als „Kriegsflüchtlinge“ aufgenommen und für „spezielle Operationen“ eingesetzt wurden, habe ich ja bereits erläutert – siehe Ukraine (5): Glorified Bastards.

Auf der amerikanischen Seite “Veterans-Today“ – LINK-WARNUNG! SCHOCKIERENE BILDER! – habe ich dann zum ersten Mal die grauenhaften Fotos der Opfer aus Odessa gesehen. Dort findet man auch das Video einer Frau, die sich aus dem Gewerkschaftsgebäude retten konnte und ihre Erlebnisse darin schildert:

Sie hat sich mit drei anderen Frauen und etwa 12 Männern in einem Raum aufgehalten. Zwei Männer, die bereits erstickt waren, lagen im Raum nebenan. Man wollte noch Erste Hilfe leisten, aber sie waren schon tot. Sie hatten alle Angst, dass die Neo-Nazi Hooligans zu ihnen vordringen könnten und verbarrikadierten die Tür mit Büroschränken. Damit konnten Sie etwa 15 Minuten lang die „Stellung halten“. Während dieser Zeit hörten sie Schüsse auf dem Gang. Dann hämmerte jemand gegen die Tür und flehte sie an, ihn hereinzulassen. Er sei auch ein AM Aktivist.

Nach kurzem Zögern öffnete eine der Frauen die Tür eine kleinen Spalt, um zu sehen, was los war. Dann begannen die (sehr jungen) Hooligans sofort durch den Spalt zu schießen (es war also ein Trick gewesen – man hatte auf ihre Hilfsbereitschaft spekuliert).  Die Frau im Video sah einen der Banditen an: er trug eine schwarze Maske und rief lachend „Ich habe einen Coloradin umgebracht!“ (der Name kommt von Coloradokäfer, wie die Kartoffelkäfer in den USA heißen und wird als Schimpfwort für die „pro-russischen“ AM benutzt)

Dann warfen sie mit Gas gefüllte Behälter in den Raum. Nach 2-3 Minuten begann es zu wirken. Die Hooligans haben dann die Barrikade durchbrochen und sind in den Raum eingedrungen. Sie haben sofort auf alle Männer geschossen und dann alle die noch lebten, mit schweren Stöcken erschlagen. (Sie sagten dabei „Sparen wir lieber die Munition”…)

Die Frau im Video sagt dann wörtlich: „Diese Monster haben sogar auf die Toten noch eingedroschen…“ Dann sprachen sie darüber, die Toten in den Keller zu bringen. Die vier Frauen baten um Gnade und eine sagte, sie habe ein kleines Kind … Dann wurden sie auf den Gang geführt, wo die Hölle los war. Überall lagen Leichen, auch auf den Treppen. Die Nazi-Hooligans machten schmutzige Witze und schleppten die Leichen weg, um sie in den Keller zu werfen. Dann ergriff einer der Männer eine Frau aus der Gruppe und schob sie in ein anderes Zimmer. Die Frau im Video hörte sie dann schreien … (Es gibt ein Foto einer toten Frau, deren Zustand eine Vergewaltigung sehr wahrscheinlich macht – grauenvoll)

Dann wurde sie selbst etwa 15 Minuten verhört. Man verlangte von ihr, sie solle zugeben, dass sie Russin sei. Aber sie hatte einen ukrainischen Pass mit Wohnort Odessa. Schließlich gelang es ihr, inmitten des Chaos zu fliehen. Die Feuerwehr kam erst nach eineinhalb Stunden, obwohl sich direkt gegenüber eine Feuerwehrstation befindet. Sie sagten, man hätte sie daran gehindert, früher zu kommen.

Im Keller des Gebäudes hätte man später noch viele Leichen gefunden. Andere Personen aus der AM-Protestbewegung seien aber einfach “verschwunden”. Von den Verletzten, die man ins Krankenhaus gebracht habe, seien viele bald wieder „geflüchtet“, weil die SBU von allen die Personalien aufgenommen hätte (der Inlands-Geheimdienst der Ukraine).

Ein weiterer Augenzeuge „Vania“, erzählt in diesem Video im Telegramstil, was er gesehen hat: (Ich vermute, dass das Video inzwischen blockiert wurde – ich habe aber jede Szene als Screenshot gespeichert)

eyewitness odessa 1Wir gingen (buchstäblich) über Leichen ….Wie viele Tote waren es? Mindestens 116 … sie begraben sie heimlich … 6 km außerhalb von Odessa … sie haben eine Frau mit ihren beiden Kindern in Brand gesteckt! … sie starben im ersten Stock … und die ukrainischen Medien nennen uns „Terroristen“! Der Pravy Sektor, diese Wixer, haben uns bis auf das Dach gejagt .. dann warfen sie Molotov-Cocktails nach uns und schrien „Tod unseren Feinden! Welche Feinde denn? Und dann riefen sie „Vereinte Ukraine! Vereinte Ukraine!“

Zum Teufel mit der „Vereinten Ukraine. Zum Teufel mit diesem Land. Viele Kinder, Frauen und ältere Leute wurden umgebracht. Sie haben die Verwundeten erledigt. Mit Kopfschüssen. Sie sprangen auf ihre Köpfe.

Sie haben nicht nur Gas verwendet sondern auch Blendgranaten, Pistolen, Pump-guns und Spezialgeschosse.

eyewitness odessa 2Die Polizei hat gar nichts getan. Sie war hilflos. Sie haben nur das Gebäude umstellt. Als die Polizei zu uns raufkommen wollte, ging eine Granate los. Die Schweine sind dann auf den toten Polizisten herumgesprungen. Die restlichen Leichen sind 6 km von Odessa vergraben. Wir müssen sie holen.“

Auf einer anderen Website wird die Zahl der Opfer mit bis zu 300 angegeben. Frauen und Kinder seien mit Äxten attackiert und im Keller des Gewerkschaftsgebäudes erschlagen worden:

Убитых может быть до 300. Большую часть, особенно детей и женщин, рубили топорами и забивали палками в подвале

Dass man dann auch noch die ukrainische Flagge über dem Gebäude hisste, in dem dutzende Leichen der eigenen Landsleute lagen, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Und die Gänsehaut wird noch schlimmer, wenn Beobachter feststellen, dass dies eine schauderhafte Metapher dafür sei, wie weit die Machthaber in Kiew (und ihre Sponsoren im Ausland) gehen, um an der Macht zu bleiben.

Diese Psychopathen haben dann auch eine Collage verbreitet, auf der man die erdrosselte, hochschwangere Frau sieht – dazu der Text: „Wir haben die Mama erledigt – Ruhm der Ukraine!“

Odessa sick killer displayAuf einer Website aus Odessa (inzwischen blockiert) fand ich folgenden Titel in ukrainisch und englisch:

Alle Menschen, die gegen Faschismus sind, wir brauchen eure Hilfe!

 

Die deutsche Presse ist auf diesem Ohr leider taub …

 

Fortsetzung folgt …

 

[i]

Ukraine (6): Glorified Bastards

Bloodthirsty America. Despicable Europe. Leave Ukraine alone.

(Protest-Schild in Donetsk, Ost-Ukraine, Mitte April)

feeling us valuesDas Märchen von der „Befreiung Europas“ (vom Faschismus) durch die wunderbare USA ist die Grundlage für das unerträgliche, moralische Gehabe amerikanischer Politiker seit 1945, das die „Werte“ ihrer Politik demonstrieren soll. Während der Mafia-Arm des US Außenministeriums (CIA & Co.) seit Jahrzehnten alle Gesetze bricht, die jemals als moralischer Kompass für eine zivilisierte Gesellschaft erdacht wurden, halten hochrangige US-Politiker der Welt Vorträge über Völkerrecht und Demokratie und drohen allen Ländern, die diese Normen angeblich verletzen mit „Sanktionen“ aller Art, die dann auch eintreten. Und die EU („Nato-stan“) macht schön brav mit.

Wir erleben ja gerade am Beispiel der Ukraine wieder, wie selbstgerecht und unglaublich verlogen diese Rhetorik ist, was aber unsere Schafsmedien nicht daran hindert, sie fleißig zu verbreiten. Die (zu 95% manipulierten) aktuellen „Meldungen“ aus der Ukraine zu kommentieren, ist aus meiner Sicht nicht so wichtig, wie die Hintergründe der „Fata Maidana“ und der Nazi Mentalität zu untersuchen, die im Westen der Ukraine so viele Anhänger hat.

Dank dem von Washington organisierten Sturz der gewählten Regierung, sitzen ja derzeit auch mehrere Mitglieder der Nazi-Parteien (Svoboda und Pravy Sektor) in Ministerien in Kiew, während ihre radikalen Schlägertruppen als deklarierte Teile einer „Nationalgarde“ die in der Genfer Vereinbarung festgehaltene Entwaffnung aller illegalen Gruppen unterlaufen.

70 yrs of using NazisAuf der Suche nach den Wurzeln der faschistischen Renaissance in der Ukraine (und anderen osteuropäischen Ländern) stößt man über kurz oder lang (nicht nur) auf die USA. Russ Bellant enthüllte z.B. in seinem Buch Old Nazis, the New Right, and the Republican Party, wie tief die Verstrickungen der Republikanischen Partei (vor allem seit Reagan) mit den Nazis aus Osteuropa ist, und erwähnt auch die Verbindungen westlicher Geheimdienste seit dem zweiten Weltkrieg. Die Spuren gehen noch weiter zurück bis in die Zwischenkriegszeit (1918-1939).

Es gibt eine umfangreiche Literatur, in der Historiker untersuchen, welche Faktoren nach 1918 zum Erstarken des Faschismus bzw. Ultra-Nationalismus in Osteuropa geführt haben. Dieses weite Feld kann natürlich in einem Blog nicht bearbeitet werden, deshalb beschränke ich mich darauf, die Förderung von alten und neuen Nazis durch die amerikanische Regierung seit 1945 und die Rolle der „Nationalhelden“ der Ukraine als Erfüllungsgehilfen des Dritten Reiches aufzuzeigen (die seit Jahrzehnten systematisch gefälscht wurde – ebenfalls mithilfe der US-Geheimdienste und seit der „Orange Revolution“ 2004 von Timoschenko und Juschtschenko, die beide enge Kontakte zu Washington haben.)

SLEEPING WITH THE DEVIL

Nach 1945 befanden sich zehntausende Nazis aus Osteuropa in den Flüchtlingscamps der Alliierten. Die Sowjetarmee legte Listen von Personen vor, deren schwere Kriegsverbrechen zur Last gelegt wurden, doch viele davon wurden nicht ausgeliefert, weil sie als Instrumente des „Kalten Krieges“(eine gigantische Inszenierung an sich) für die westlichen Geheimdienste nützlich waren. Je höher ihre Position in den Nazi-Organisationen war, desto größer die Chance auf „Unterstützung“ der USA und anderer, westlicher Geheimdienste. Man musste nur demonstrieren, wie „anti-kommunistisch“ man war, alles andere spielte keine Rolle.

Dank dem „Freedom of Information Act” (FOIA) und mehreren Untersuchungen wurden tausende Dokumente der CIA (und anderer Behörden) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Obwohl diese natürlich politisch „desinfiziert“ und anonymisiert wurden, bieten sie trotzdem noch wichtige Informationen über die Mentalität (und Skrupellosigkeit) der Geheimdienste. Eine Sammlung von Dokumenten über Mykola Lebed (einen der größten ukrainischen Nazi-Kriegsverbrecher) kann man herunterladen.

Aus diesen Dokumenten ist ersichtlich, dass die CIA (nicht nur) diesen Kriegsverbrecher 40 Jahre lang vor Strafverfolgung geschützt hat, weil seine „speziellen Kenntnisse“ im paranoiden Kampf gegen die kommunistische Sowjetunion so unverzichtbar waren.

Ich möchte an seinem Beispiel deutlich machen, wie die westlichen Geheimdienste dazu beigetragen haben, die schlimmsten Verbrecher und Nazis samt ihren Netzwerken (bis heute) zu fördern, sodass das Auftauchen der „Neo-Nazis“ in Kiew nur die logische Konsequenz dieser Intrigen ist.

OUR SONS OF BITCHES

nazi americaAm 5. Mai 1952 schrieb CIA-Direktor Allen Dulles an die amerikanische Einwanderungsbehörde einen Brief, in dem der „unschätzbare Wert von Mykola Lebed für zukünftige CIA-Operationen von enormer Wichtigkeit“ gleich im ersten Satz hervorgehoben wird. Es sei „dringend notwendig, dass dieser ungehindert in Westeuropa reisen könne, jedoch müsse auch„sichergestellt sein, dass seine Einbürgerung in die USA kein Untersuchungsverfahren auslöst oder sonstiges Aufsehen erregt, weil das unerwünschte Aufmerksamkeit auf seine Aktivitäten lenken würde“.

Der Einwand der Behörde des  Justizministeriums, dass eine solche Zusicherung nicht gegeben werden könne, weil die betreffende Person an der Ermordung des polnischen Innenministers im Jahre 1934 beteiligt war, wird von Dulles damit verharmlost, dass das Verfahren gegen [Lebed] „überwiegend von politischen Faktoren beeinflusst war“ und die CIA keinen Grund habe, seinen Unschuldsbeteuerungen nicht zu glauben.

Der Brief endet damit, dass Dulles der Einwanderungsbehörde quasi befiehlt, der Einbürgerung eines verurteilten Mörders (und Nazi-Kollaborateurs) zuzustimmen, „weil dies für die Förderung der staatlichen Geheimdienstaktivitäten unverzichtbar und im Interesse der nationalen Sicherheit“ sei. (Schließlich verlangt Dulles auch noch, dass Lebeds Einbürgerung rückdatiert wird, auf Oktober 1949, weil damals auch seine Frau und seine Tochter eingereist seien.)

(Quelle: National Archives Washington, RG 263, Records of the Central Intelligence Agency)

OUN: Wollt ihr die Total(ITÄR)E UKRAINE?

Border changes PolandWie bereits in einem früheren Beitrag erwähnt, wurden in der der Zeit der zweiten Polnischen Republik (1918-1939) von der Regierung eine harte „Polnisierung“ der neuen (durch den ersten Weltkrieg dazugekommenen) Staatsgebiete betrieben. Tausende polnische Siedler wurden nach Wolhynien und Galizien geschickt, man schätzt die Zahl auf etwa 300.000. Obwohl mehr als zwei Drittel der Bevölkerung ukrainische Wurzeln hatte (und auch ukrainisch als Muttersprache) wurden fast alle Verwaltungs- und Regierungsämter sowie die Polizeistationen mit Polen besetzt.

In diesem Spannungsfeld verübten radikale Nationalisten– als Katalysator der Gewalt – ihre Terroraktionen und sahen sich selbst als „Befreier“ des ukrainischen Volkes. Als die OUN gegründet wurde, war sie eigentlich nur eine extremistische Splittergruppe, die wenig Unterstützung in der ukrainischen Bevölkerung hatte. Die beliebteste Partei war damals die Nationale Demokratische Allianz, die mit friedlichen und demokratischen Mitteln für die Unabhängigkeit von Polen kämpfte. Wegen ihrer Brutalität, Glorifizierung der Gewalt und totalitären Ideologie wurde die OUN-B von weiten Teilen der Gesellschaft abgelehnt. So kritisierten auch kirchliche Würdenträger deren „Ausbildungslager“ für Jugendliche mit folgenden Worten:

Wer unsere Jugend radikalisiert, ist ein Verbrecher und ein Feind unseres Volkes“.

Im September 1939 wurde Polen gleich doppelt überfallen: im Westen von Hitler und im Osten von Stalin. Wolhynien wurde in zwei sowjetischen Regionen aufgeteilt (Rovno und Volyn). Die russische Geheimpolizei begann mit der „Säuberung“ des Gebietes, wobei in erster Linie die mittleren und oberen Bevölkerungsschichten (die von Polen dominiert waren) ins Visier genommen wurden. Zwischen 1939 und 1941 wurden ca. 200.000 Polen nach Sibirien transportiert, die Gesamtzahl der Deportierten wird auf mehr als eine Million geschätzt.

BARBAROSSA: DIE INVASION DER SOWJETUNION

Am 22. Juni 1941 griff Hitler die Sowjetunion an und die unvorbereitete Sowjetarmee zog sich nach kurzer Zeit zurück. Wolhynien wurde vom Dritten Reich besetzt, wobei die OUN durch Sabotageakte und Propaganda vorbereitende Unterstützung geleistet hatte. Doch auch schlimmere Formen der „Kollaboration“ mit den Nazis wurden ausgeübt: Pogrome (Massaker) gegen Polen und Juden (mehr dazu weiter unten). Die eifrige Teilnahme der ukrainischen „Nationalisten“ als Polizeieinheiten (und später sogar SS-Bataillon) der deutschen Besatzungsmacht wurde ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt.

GRÄUELTATEN  NACH  PLAN

Wie kann ich die Ermordung einer großen Anzahl von Menschen so organisieren, dass sie „reibungslos“ abläuft?

Wie bringe ich „normale“ Ukrainer dazu, auf wehrlose Menschen (inklusive Kinder) mit Äxten, Messern, Sicheln, Zaunpfosten, Nägeln und Rasiermessern loszugehen und sie in einem fanatischen Gewaltexzess umzubringen?

Diese speziellen „Fähigkeiten“ erhielten die faschistischen „Nationalisten“ der OUN-UPA in deutschen „Polizeischulen“  und nutzten sie später, um zigtausende Polen auch „auf eigene Rechnung“ zu ermorden. Heydrich nannte das, die „Selbst-Reinigung der Ukraine“, die man unterstützen müsse.

Neben der OUN-B bildeten sich kleine, lokale Selbst-Verteidigungsgruppen als Antwort auf den deutschen Terror der Besatzung. Im Herbst 1942 begann die OUN damit, diese Gruppen (als Konkurrent) zu unterdrücken und Anfang 1943 bildete die OUN-B die UPA (ukrainische Rebellenarmee). Im März desselben Jahres desertierten rund 5.000 ukrainische Polizisten samt Waffen zur UPA, die schließlich zur dominanten und am besten bewaffneten paramilitärischen Einheit in Wolhynien wurde. Die UPA verbreitete auch Flugzettel und Poster, auf denen die Bevölkerung dazu animiert wurde, Polen und Juden umzubringen.

STRATEGY OF TENSION: NATIONALISTISCHER TERROR (1929-1939)

Schon in den 1920er Jahren gab es eine Untergrundbewegung ukrainischer Nationalisten, die Kontakte zu deutschen Geheimdiensten und Militärs suchte. Sie reisten aber auch mit gefälschten Pässen (aus Litauen) in die USA und nach Kanada, wo sie finanzielle Unterstützung erhielten.

our old and new heroes

Konovalets, Bandera, Stetsko

Die OUN entstand aus dem Zusammenschluss der UVO (ehemalige Offiziere des ersten Weltkriegs bzw. des „Sich-Batallions“) und mehreren nationalistischen Studentenverbindungen. Nach Konferenzen in Berlin (1927) und Prag (1928) würde die OUN Ende Jänner 1929 in Wien gegründet. In der Grundsatzerklärung wird die Errichtung eines unabhängigen „reinen“ Staates auf ethnischer Grundlage angestrebt, die durch eine nationale Revolution (unter diktatorischer Führung) erreicht werden soll. Gewalt wurde als erlaubtes Mittel der Politik angesehen und zwar sowohl gegen äußere wie innere „Feinde“ der Gruppe. Der prägende Ideologe der Bewegung war Dmitry Dontsov.

Slogan: Die Ukraine (nur) für die Ukrainer!

Die systematische Ausschaltung aller gemäßigten bzw. liberalen, politischen Gruppen in dieser Zeit sorgte dafür, dass die Extremisten der OUN (damals im Untergrund) die dominante Kraft im Westen der Ukraine wurde und als einzige über ein gut ausgebautes Informations-Netzwerk verfügte (u.a. von Nazi-Deutschland finanziert, auch der britische Geheimdienst mischte mit).

In Galizien und Wolhynien wurden kurz darauf hunderte Sabotageakte durchgeführt, darunter auch das Abfackeln von Feldern und Häusern polnischer Grundbesitzer. Raubüberfälle auf zivile und staatliche Einrichtungen, Bombenanschläge und an die 60 Morde stellten klar, welcher Fanatismus hier am Werk war. Dies führte natürlich zu harten Repressalien der polnischen Regierung, was wiederum weitere Terrorakte der OUN nach sich zog. Die Ermordung von Tadeusz Hołówko und Bronisław Pieracki (1934) sowie Ivan Babii, dem Direktor des Gymnasiums in Lviv (Lemberg) waren traurige Höhepunkte dieser Widerstandsbewegung, die unter dem Kommando von Konovalets zu einer echten Terrororganisation wurde. (Er wurde 1938 in Rotterdam von einem Sowjetagenten erschossen).

WER IST MYKOLA LEBED?

mykola-lebedLebed, geboren am 23. November 1909 in Strilychi Novi, Bezirk Bibrka in Galizien wird mit 22 Jahren Mitglied der OUN, ein Jahr später (1932) wird er ihr „Sicherheitschef“. 1934 organisiert er im Auftrag Banderas die Ermordung des polnischen Innenministers Pieracki, wofür er 1936 verurteilt und inhaftiert wird. 1939 kommt er frei und „verschwindet“.

Tatsächlich leitet er an der deutschen Polizeiakademie in Zakopane die Ausbildung für subversive Terror-Gruppen, die unter dem Sammelbegriff „Reichssicherheit“ zu Unruhestiftern, Folterknechten und Mördern für das Deutsche Reich im Zuge der Operation Barbarossa ausgebildet werden.

Aus den CIA-Files:

In einem Brief des US-Justizministeriums (der Einwanderungsbehörde) an die CIA, vom 7. Juni, 1951 wird – unter Bezug auf Angaben vieler Immigranten aus der Ukraine – die terroristische (Nazi)-Vergangenheit Lebeds hervorgehoben.

Er sei „gut bekannt als einer der wichtigsten von Banderas Terroristen“ und habe „ukrainische Kampfeinheiten in einer Gestapo-Schule ausgebildet, um Widerstand gegen die deutsche Besatzung zu unterdrücken .. es kam zu Massenmorden anUkrainern, Polen und Juden … in all diesen Aktionen war Lebed einer der wichtigsten Anführer die Aktivitäten dieser „speziellen Abwehr“ seien von der Gestapo geleitet worden. (51)

Der “Security Officer” der CIA reagiert darauf in einem internen Schreiben vom 19. Juni an den Leiter der OSO mit der Warnung, dass die Deportation Lebeds die Abläufe und Techniken der CIA zu Tage fördern könnte, was natürlich zu verhindern sei. Am 3. Oktober 1951 schickt die CIA eine Botschaft an den Einwanderungskommissar, die verdeutlicht, wie groß die Doppelmoral ist, wenn gefährliche Extremisten für die eigenen Zwecke benutzt werden: Die Beschreibung als “Terrorist” wird als voreingenommene Verleumdung klassifiziert, aber die Unschuldsbeteuerungen Lebeds (plante die Ermordung von Minister Pienacki) werden als „glaubwürdig“ eingestuft. Lebed wird als „Außenminister“ der ukrainischen Befreiungsbewegung dargestellt, usw.

Kurz und gut, ein „Terrorist“ ist nur, wer die falschen Leute umbringt und gegen die amerikanischen Interessen handelt …

CIA: REPUTATION MANAGER FOR WAR CRIMINALS

Lebed wird natürlich – trotz seiner kriminellen Nazi-Vergangenheit und der Tatsache, dass er unter falschem Namen einreiste – eingebürgert und bis Ende der 1970er arbeitet er ungestört für die CIA. Als Tarnorganisation wurde „Prolog“, ein Verlag gegründet, der pseudo-wissenschaftliche, historische „Forschung“ betreibt (sprich: Schönfärben der OUN-Verbrechen sowie Leugnung der Rolle als enthusiastische Erfüllungsgehilfen Hitlers). Lebed ist ein wichtiges „asset“ für die politische Kriegsführung gegen die Sowjetunion aber er organisiert auch Mordanschläge und andere Verbrechen für die USA. Das Projekt wurde ursprünglich mit dem Kryptonym AERODYNAMIC, später QRPLUMB geführt. (Verbindung zu GLADIO-Build-up?)

Eine Untersuchungskommission des US Kongresses Ende der 1970er Jahre geht Berichten über die „Interventionen“ der CIA in Lateinamerika und anderen Ländern nach und bringt ungeheuerliche Verbrechen an den Tag.

Hitlers ShadowAuch die Vorwürfe der Strafvereitelung gegenüber Nazi-Kriegsverbrechern werden wieder lauter. Wer 30 Jahre lang gelogen hat, sagt aber auch später nicht mehr die Wahrheit und die CIA macht Druck auf das Justizministerium, um ihr laufenden Operationen gegen die Sowjetunion und ihre Kontakte (zu den anderen Nazis und Verbrechern) nicht zu gefährden (man muss dazu sagen, dass „CIA-Leute“ – verdeckt – in allen Organisationen der US-Regierung sitzen, diese „focal points“ wurden von Allen Dulles organisiert, damit sensible Informationen an die „richtigen Leute“ kommen und der Kreis der Insider klein bleibt.)

Der Kongressabgeordnete und Vorsitzende des Justizausschusses, Peter Rodino gibt 1985 eine Untersuchung des GAO in Auftrag, dessen Ergebnisse Schlagzeilen machen, weil die Rekrutierung von Nazis gegen die Sowjetunion (sprich: gegen alle linken Bewegungen) nicht mehr von der Hand zu weisen war. Er sagte in einem Interview, die Ergebnisse seien “extrem beunruhigend“ weil hier Kriegsverbrecher vor Strafverfolgung geschützt werden (darunter der „Schlächter von Lyon“, Klaus Barbie und der „Schlächter von Borisow“ Stanislav Stankevic). Allan Ryan, der die OSI-Untersuchung leitete, sagte diese Verbrecher seien „zu tausenden in die USA gekommen“.

Angespornt durch den GAO-Bericht nimmt die Sonderkommission des Justizministeriums (OSI) in den USA die Ermittlungen (von 1979) wieder auf und diesmal werden Nägel mit Köpfen gemacht. Die CIA kann nicht verhindern, dass Lebed am 16. Oktober 1985 fünf Stunden lang verhört wird, aber im folgenden Bericht werden keinen Namen genannt. Am 15. Jänner 1986 tauchen zwei Reporter der Zeitung „Village Voice“ vor Lebeds Tür auf und fotografieren ihn. Ihr Artikel lässt die Katze aus dem Sack und sorgt für Aufregung: Ja, Lebed war in der Gestapo-Schule in Polen, er wurde von einem anderen Teilnehmer identifiziert, als er einen jüdischen Mann im Zuge der „Ausbildung“ gefoltert hat. Seine Rolle als Chef der gefürchteten „SB“ (Sluzhba Bezpeky, die Gestapo der OUN) wurde ebenfalls erwähnt.

Die CIA bestreitet aber weiterhin, dass Lebed ein Kriegsverbrecher ist und betont, man habe „keinen Grund zu glauben, dass er ein Nazi-Kollaborateur war“. Stattdessen habe er eine „Widerstandsgruppe“ gegen die Nazi-Besatzung geleitet (1941-1944). Lebed leugnet weiterhin, ein Werkzeug der Nazis gewesen zu sein und schiebt alles auf sowjetische Propaganda.

Ehemalige CIA-Agenten hatten im Zuge der OSI-Befragungen ausgesagt, dass „jeder Mistkerl, der gegen die Russen war, ein (nützlicher) Mistkerl nach unserem Geschmack war“ und dass „wir uns auch mit dem Teufel ins Bett gelegt hätten, um Informationen über die Kommunisten zu bekommen“.

Am Ende der Dokumentensammlung findet sich eine handschriftliche Aufzeichnung, die alles Lügen straft, was die CIA 40 Jahre lang behauptet hatte. Laut einer „hochgestellten“, verlässlichen deutschen Quelle hat die OUN (und damit auch Lebed) für das Dritte Reich

·       Wertvolle Dienste während der Kampagne gegen Polen und im Krieg gegen die USSR geleistet, deren exakter Inhalt und Umfang momentan nicht eruiert werden könne, aber man kann sicher davon ausgehen, dass die UON in der Verwaltung und als Polizeiorgan im Generalgouvernement und in der West Ukraine tätig war …

·       Stepan Bandera sei 1939 von den Deutschen aus dem polnischen Gefängnis befreit worden und habe danach für die Abwehr der deutschen Wehrmacht gearbeitet; Nach 1941 sei er in „Schutzhaft“ genommen worden (wie Melnyk, aber nie Lebed) – in Berlin wurde er, selbst in Sachsenhausen behandelt wie ein VIP; während der Abwesenheit von Bandera und Melnyk wird Lebed der interimsmäßige Führer der OUN; im Herbst 1943 wurde Bandera wieder entlassen.

·       Der (zaghafte) Widerstand gegen Deutschland begann erst nach der großen sowjetischen Gegenoffensive 1943, als die OUN-B erkannte, dass die Deutschen den Krieg verlieren würden. Davor sei ihr Verhalten sehr undurchsichtig … Erst im Frühjahr 1944 wurde der Name in „UPA“ geändert [es gab schon vorher eine Organisation gleichen Namens, die wirklich gegegn die Deutschen gekämpft hat]. Nach der Niederlage von Stalingrad seien die Deutschen entgegenkommender gewesen und hätten die Führer der OUN freigelassen. Sie erhielten Waffen und andere Unterstützung … (244)

·       Lebed wird als skrupelloser Anführer beschrieben, der für mehrere Morde von führenden Mitgliedern der OUN-M (unter Melnyk) verantwortlich sei

Lebed will die Zeitung wegen Verleumdung verklagen, doch die CIA rät ab (mittlerweile erlässt der SCOTUS ein Urteil, wonach in solchen Fällen der Kläger beweisen muss, dass die Angaben der Presse falsch sind, was Lebed natürlich nicht kann). Die CIA ist besorgt darüber, dass die Tarnung für QRPLUMB (der Verlag Prolog) auffliegen könnte, wenn Lebed zu viel Wirbel schlägt, doch weil sich die Journalisten nur mit dem zweiten Weltkrieg befassen und nicht damit, was Lebed danach für die CIA alles leistete, ist man optimistisch. Ein selektierter „Historiker“ wird auf Anraten der CIA damit beauftragt, eine Gegendarstellung an die Presse zu senden, damit Lebeds Ruf wieder hergestellt wird. Doch die NYT weigert sich, diese zu veröffentlichen, worauf Lebed einen erbosten Brief an die Redaktion schickt, in dem er alle Lügen wiederholt.

MORAL ILLUSIONS: NATIONALE „BEFREIUNG“ ALS WERKZEUG FÜR BERLIN

Americas_Nazi_SecretRichtig spannend wird es auf den letzten Seiten der CIA-Files: Der Rechtsanwalt Dr. John Loftus (der für den OSI ermittelte) enthüllt in einem Fax an den australischen Rundfunksender ABC, was hier wirklich gespielt wurde. Er hat persönlich die als streng geheim klassifizierten) Kriegsdokumente des militärischen Geheimdienstes der US Armee gesehen und berichtet folgendes:

Bei seinen Recherchen stieß er auf ein Manuskript mit dem Titel „Die Behandlung der Russischen Frage während der NS-Herrschaft in Deutschland“, das Dr. Friedrich Buchardt während seiner Internierung durch die Alliierten nach 1945 verfasste. Es handelt sich dabei um einen Erfahrungsbericht des berüchtigten SS-Obersturmbannführers und „Einsatzgruppenleiters“ aus dem Baltikum, der darin die geheime Rekrutierung von russischen, weiß-russischen und ukrainischen Gruppen durch deutsche Geheimdienste schildert.

„Als Dank für das [ihnen zur Verfügung gestellte] umfassende Wissen über geheime Nazi-Kollaborateure an der Ostfront – inklusive der OUN – wurde Buchardt dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg entzogen und vom militärischen Geheimdienst der USA (CIC) in Sicherheit gebracht.“

Von den anderen SS-Einsatzgruppen-Leitern wurden etliche (aber nicht alle) in Nürnberg zum Tode verurteilt und gehenkt. Vor Loftus hatte der Historiker Prof. Dallin das Archiv durchforstet und eine Kopie dieses Dokuments erhalten. Diese verglich Loftus mit dem Originalmanuskript der CIC. Zusätzlich hat er das Original von Buchardt mit unveröffentlichten, geheimen EG-Berichten und Mikrofilm-Aufzeichnungen verglichen, auf denen Nazi-Dokumente gespeichert sind, die Ukraine und Weißrussland betreffen.

Er hatte auch unbeschränkten Zugang zu der -immer noch als geheim eingestuften – umfangreichen, eigenen Dokumentensammlung der OUN-B, die Mykola Lebed dem amerikanischen Militärgeheimdienst 1945 übergab. Deswegen ist er in der Lage, die Echtheit des Buchardt-Manuskripts zu bestätigen.

Loftus reagiert mit dem Fax auf heftige Proteste gebürtiger Ukrainer in Australien, die die faschistische Gesinnung und Nazi-Kollaboration der OUN kategorisch bestreiten. Er schreibt dazu:

“Ich finde es amüsant, dass die Nazi-Ideologie der OUN von diesen Leuten bestritten wird. Buchardt bestätigt, dass die OUN schon vor 1933 geheimen Kontakt mit Nazi-Größen hatte und zwar durch einen Mann namens Konowalets, der Anführer einer extremistischen Nationalistenorganisation war, die angeblich von emigrierten Ukrainern in den USA, Canada und Australien finanziell unterstützt wurde. Sie entwickelte subversive und verschwörerische Aktivitäten und schreckte auch vor Gewalttaten nicht zurück.

Admiral Canaris, Chef der Abwehr, notierte in seinem Tagebuch dazu, dass er vorhabe, die OUN für die „Auslöschung der Juden und Polen“ zu benutzen (Dokumente der Nürnberger Prozesse 1047-PE). Buchardt bestätigt, dass diese Pläne auch ausgeführt wurden (Seite 158 des Manuskripts).

Die Effektivität der Zusammenarbeit zwischen den Deutschen (vor allem der Geheimdienste) und der OUN wurde beim Angriff auf Polen sichtbar, als die OUN „Dienste aller Art“ in den ukrainisch dominierten Gebieten Polens leistete. Nachdem die OUN ihre Ergebenheit gegenüber der Nazi-Ideologie bewiesen hatte, wurde sie weiterhin von der Abwehr gefördert, weil man die Absicht hatte, ihre Netzwerke für die Operation Barbarossa zu nutzen. Angespornt durch diese Unterstützung wurde die OUN-Führung immer radikaler und es kam zu einer Spaltung: die älteren Mitglieder (ehemalige Offiziere) verließen die Organisation und bildeten unter Melnyk die OUN-M, während die jüngeren, extremistischen Anhänger sich unter Stefan Bandera zur OUN-B formierten.

Fritz BuchardtNach den Angaben von Buchardt (Bild) bereitete sich die Bandera Gruppe weiter auf die Operation Barbarossa vor (1940-1941): „ Die OUN war für die Vorbereitung des Russlandfeldzugs schon vielfach eingesetzt worden, besonders von der Abwehr. Die Zusammenarbeit wurde weiter vertieft und nach dem Angriff auf die Sowjetunion spielte die OUN-B eine neue, unheimlichere Rolle. Zum ersten Mal bestätigt Buchardt dann, dass die OUN für die Auswahl lokaler Kollaborateure zuständig war, die für Verwaltungs- und Sicherheitsaufgaben im Rahmen der deutschen Besatzung herangezogen wurde.“

Während Bandera in seiner Verblendung das wohl als Auszeichnung sah, waren die Gründe dafür ziemlich profan: man hatte einfach nicht genug deutsches „Personal“ und musste deshalb auf Einheimische zurückgreifen. Diese entsprechend zu „preparieren“ bzw. zu selektieren, war eine zentrale Aufgabe der OUN, dazu gehörte natürlich auch die „Pazifizierung“ von Ukrainern, die erkannten, dass die deutsche Besatzung um keinen Deut besser war, als die sowjetische und deshalb eine Kooperation mit diesen Verbrechern mit echten, „nationalistischen“ Gefühlen unvereinbar war.

„Mykola Lebed war innerhalb der OUN-B verantwortlich für die „Innere Sicherheit“ (á la Gestapo) und half den Nazis dabei, ausgewählte OUN-Mitglieder als Polizisten zu rekrutieren. Er gab seine Akten später den amerikanischen Geheimdiensten, inklusive “Background-checks“ von tausenden OUN-Leuten und ihren Posten in den „Sicherheitsbehörden“ der Nazis.

Buchardt gibt zu, dass diese einheimischen „Polizeieinheiten“ Angst und Schrecken („feelings of terror“ in den besetzten Gebieten verbreiteten und zwar über das hinausgehend, was (O-Ton Buchardt): „ schon der erste Kontakt mit der Besatzungsmacht (das organisatorische Chaos, die willkürlichen Gewaltakte, die ersten Erschießungen der Juden …) an Misstrauen, Hass und Abscheu erzeugt hatte“.

Lebed hat also keine Mühe gescheut, Landsleute einzuschüchtern, zu terrorisieren und umzubringen, wenn es die „Sicherheit“ erforderte. Polen und Juden wurden (als „Eindringlinge“ in der Ukraine quasi selbstverständlich) zu tausenden gefoltert und massakriert, doch eben auch Ukrainer, die sich dem totalitären Wahnsinn der OUN nicht ausliefern wollten.

Ukrainische Nation – Wisse! Moskau, Polen, Ungarn, Juden – das sind deine Feinde. Zerstöre Sie!”

(Aufruf Banderas auf einem Plakat der OUN, 1941 – nach dem Einmarsch der Wehrmacht)

Buchardt bestätigt die Darstellung von Professor Dallin, dass „während der folgenden Tage die Anhänger Banderas (sowie das Nachtigall Regiment) große Initiative zeigten, wenn es darum ging, Säuberungen und Pogrome durchzuführen.“

SS-Dokumente, in denen die Gewaltexzesse der OUN dokumentiert sind, wurden vom militärischen Geheimdienst der US-Armee als streng geheim eingestuft, um ihre Rolle zu verschleiern. In einem Einsatzgruppenbericht vom 13.Juli 1941 heißt es, dass die OUN-M (in ihrem Eifer, die Rivalen der OUN-B an Enthusiasmus für „Säuberungen“ als perfider Akt der nationalen „Selbstverteidigung“ noch zu übertreffen) Hitler versprochen hatte, „ganz Europa von den Juden zu befreien“.

Loftus schreibt weiter, dass Jaroslav Stetsko {nach der voreiligen OUN-Proklamation der „Unabhängigkeit“ der Ukraine am 30.Juni 1941 zum ad hoc „Premierminister“ ernannt] in einer seiner ersten Regierungshandlungen zur „Eliminierung der Jüdisch-Bolschewistischen Bedrohung“ aufgerufen hat. Die Ermordung der Juden war offizielle Politik beider OUN-Faktionen. Die Nazis verfolgten die gleiche Politik in allen Ländern, die sie überfielen: baue eine einheimische Truppe auf, die im Untergrund „Freiwillige“ für die Durchführung der Massenexekutionen rekrutiert.

Die Art dieser „Sicherheitsaufgaben“ sei in deutschen Gerichtsakten dokumentiert, aus denen hervorgehe, dass Ukrainische Polizeieinheiten systematischen Massenmord begangen haben. Das Simon Wiesenthal Center habe darüber hinaus einen der Kommandeure identifiziert, die die Massaker von Babi Yar beaufsichtigt haben.

Den lautstarken Protesten ukrainischer Historiker, all das könne nicht wahr sein, weil die wichtigsten Führer der OUN im Juli 1941 von den Nazis verhaftet wurden (als Folge der proklamierten „Wiederauferstehung“ des Staates am 30.Juni), erteilt Loftus nach seinen intensiven Recherchen eine klare Absage:

UPA-emblem„Die Führer der OUN wurden nur vorübergehend festgenommen und einige von Stetskos „Polizisten“ entfernt, doch im Großen und Ganzen blieb die von der OUN dominierte Polizei nicht nur intakt, sondern wurde auch noch zwischen 1941-42 auch noch zu selbständigen Einheiten ausgebaut. Die OUN-B baute einen eigenen militärischen Arm auf, die UPA und tausende junge Männer meldeten sich „freiwillig“ dafür, wie Buchardt notiert“ um der Deportation nach Deutschland als Zwangsarbeiter zu entgehen“.

Diese Gruppen versteckten sich in den Wäldern und versetzten durch ihre Brutalität und Gesetzlosigkeit die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Weil die UPA immer mehr Zulauf bekam und letztlich unberechenbar war, wurde nach Angaben von Buchardt, die grandiose Idee geboren, eine ukrainische Waffen-SS Einheit zu bilden (natürlich auch, um „deutsches Blut“ zu sparen). Dr. Otto Wächter, der neue „Gouverneur“ von Galizien seit Ende 1942, wurde als „Freund“ der Ukrainer präsentiert der die Selbstverwaltung stärken wollte usw. Wegen seiner guten Beziehungen zu Himmler gab dieser schließlich die Zustimmung für die SS Division-Galizien (die aber an der Front völlig versagte).

DR. FRANKENSTEIN UND SEINE MONSTER

Lebed ist Organisator der ethnischen Säuberungen in Wolhynien (Rzeź wołyńska / Волинська трагедія, die im Jahr 1943 begannen, bei der 100.000 (nach manchen Angaben bis zu 200.000) Polen auf grauenvolle Weise von UPA-Einheiten ermordet wurden. 1944 wurden diese organisierten Massenmorde in Ost-Galizien fortgesetzt. Etwa 500.000 weitere Polen wurden durch den Terror vertrieben.

Nach der ersten Welle von Massakern versuchte die polnische Exilregierung mit der UPA zu verhandeln. Doch die Unterhändler wurden gefangengenommen, gefoltert und am 10. Juli 1943 ermordet.

Am Tag danach, ging das große Abschlachten erst richtig los: UPA Einheiten marschierten von Dorf zu Dorf und verübten ein Massaker nach dem anderen. Die Morde waren kaltblütig geplant, die Dorfbewohner hatten so gut wie keine Chance zu entkommen. Um drei Uhr nachts begannen die Angriffe, nach den unglaublich grausamen Tötungen (samt Folter) wurden die Dörfer niedergebrannt.

Die wenigen Überlebenden sagten aus, die ethnischen Säuberungen seien gut geplant gewesen: wenige Tage vorher fanden Versammlungen statt, in denen die UPA-Anführer den Bewohnern einhämmerten, es sei „notwendig“ die Polen auszuradieren. Hier einige Beispiele für die systemischen Massenmorde:

  • In Gurow überlebten 70 von 480 Einwohnern;
  • in Orzeszyn wurden 306 von 340 Polen ermordet
  • in Sadowa: 20 Überlebende von 600 Einwohnern
  • in Gaj wurden 600 Menschen massakriert

BLUTIGE OSTERN – MÖRDERISCHE WEIHNACHTEN (die UPA griff gerne an kirchlichen Feiertagen an)

“Hiding in the forest, we saw Ukrainians who came on carts in a large group plundering the houses set on fire, loading the loot onto the carts and cruelly torturing our long-time neighbours, tying them to trees, cutting off their limbs, shooting or burning them”.

Die unmenschliche Brutalität und Grausamkeit der UPA Einheiten drehen einem den Magen um. Egal ob es sich um Frauen, Kinder, Greise oder andere, hilflose Personen handelte, die Opfer wurden meistens zu Tode gefoltert. Es gibt Dokumente, in denen 135 Methoden des Folterns / Tötens geschildert werden – das ist eine unvorstellbare Orgie des Hasses und ich frage mich, ob man diesen Männern nicht auch Drogen verabreicht hat, damit sie dazu fähig waren (die Indokrination muss jedenfalls enorm gewesen sein).

uon-b massacreMehrere Historiker (wie z.B. der Zeitzeuge Wladyslaw Filar)beschreiben diese grauenvollen Verbrechen so:

  • Kirchen wurden mit der anwesenden Gemeinde niedergebrannt. Römisch-katholische Priester wurden mit Beilen enthauptet oder ans Kreuz geschlagen.
  • Entlegene Farmen wurden von Banden angegriffen, die mit Küchenmessern, Sicheln und Heugabeln auf die Bewohner losgingen (die nicht selten vorher noch von Priestern „geweiht“ wurden
  • Hälse wurden durchgeschnitten, schwangere Frauen mit Bajonetten aufgespießt. Kinder wurden in zwei Stücke zerteilt oder mit Stacheldraht an Bäumen als „polnische Kinder-Kränze“ aufgehängt (daran war ein Schild befestigt mit dem Satz: Das ist für die Freiheit der Ukraine notwendig).
  • Ohren und Nasen wurden abgeschnitten, Augen ausgestochen (vor dem Tod),
  • Zeitzeugen und Fotos belegen, dass die grausam verstümmelten Opfer nicht immer verbrannt oder verscharrt, sondern zur Schau gestellt wurden, damit die noch lebenden Polen angesichts des Terrors garantiert flüchteten.

13 Lutsk 3 children aged 2-5In Ostrowski (Volyn) wurden am 30. August 1943 von der UPA 438 Polen ermordet, darunter 246 Kinder unter 14. Danach durften die lokalen ukrainischen Kollaborateure den Besitz der Opfer plündern. Am gleichen Tag wurden 529 Polen im Nachbardorf Wola Ostrowiecka massakriert, darunter 220 Kinder. Die „Aktionen” waren professionell geplant und ausgeführt: das Dorf wurde zuerst von bewaffneten Einheiten umstellt, dann wurde den Polen befohlen, sich im Schulgebäude zu versammeln – unter dem Vorwand, man werde beraten, wie man die Deutschen am besten bekämpfen könne. Die Männer und Jungen wurden zuerst liquidiert, dann die Frauen und Mädchen bis zu den Kleinkindern. Dann kamen „deutsche Soldaten“ an, um „die Lage zu prüfen“. Nach ihrer Abfahrt riefen die Ukrainer in polnischer Sprache laut, dass die „Gefahr jetzt vorbei“ sei. Polen, die danach aus ihren Verstecken kamen, wurden ebenfalls getötet (nicht selten eingesperrt und dann wurde das Gebäude angezündet).

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fuhren polnische Überlebende bzw. deren Angehörige im Jahr 1990 nach Ostrovsky, um dort Bewohner des Nachbardorfes Sokil zu treffen. Doch niemand von den Ukrainern wollte darüber reden. Ein Überlebender (damals 13) sagte aus, dass viele Opfer (auch Kinder) durch Hämmer und Äxte getötet wurden. Ein anderer Zeitzeuge erzählte, dass die UPA/UIA den Kindern anfangs sogar Süßigkeiten schenkten und den Polen sagten, es gäbe keinen Grund zur Beunruhigung. Im August 1992 wurde ein Massengrab mit 330 Leichen in Ostrovsky ausgehoben.

testimony 2Alleine im Juli 1943 wurden rund 170 Dörfer und Gemeinden Opfer dieser Massenmorde, die gut „organisiert“ und genau geplant waren. Auch ukrainische Bauern wurden dafür indoktriniert und bildeten eigene Einheiten (genannt „Selbstverteidigungsgruppen“). In gemischten Dörfern wurde den Ukrainern eine materielle Belohnung in Aussicht gestellt, wenn sie an den Angriffen teilnehmen oder vom „Gestapo-Sicherheitsdienst“ der UPA, Sluzhba Bezbeky dazu „ermutigt“ vorher zu fliehen, mit der Drohung, dass alle im Dorf verbliebenen Einwohner bei Anbruch der Dämmerung ermordet werden. Dennoch haben viele Ukrainer den Polen geholfen und auch Überlebende der Massaker aufgenommen. Wer denunziert oder anderweitig “erwischt” wurde, musste mit grausamer Bestrafung rechnen.

Auch in Galizien wurde Ende 1943 bzw. Anfang 1944 eine solche Schreckensherrschaft der ukrainischen „Nationalisten“ ausgeübt. Die UPA/ OUN übte also ein wahres Terrorregime aus und zwar gegen alle, die nicht ihre politische Ideologie teilten – auch ihre ukrainischen Volksgenossen.Die OUN hatte 1929 ihre „1o Gebote des ukrainischen Nationalisten“ verkündet, an die sich alle Mitglieder zu halten hatten, darin hieß es:

„Zögere nicht, die gefährlichsten Taten zu begehen und „Behandle die Feinde deines Volkes mit Hass und Skrupellosigkeit!“

Die Schilderungen der Überlebenden (meistens Kinder, die die Ermordung u. Verstümmelung ihrer Eltern und Angehörigen mitansehen mussten und selbst verletzt wurden) sind sehr schwer zu ertragen, aber notwendig, damit wir in der Lage sind, zu verstehen, was damals wirklich passiert ist und welche Monster hier für politische Zwecke „herangezüchtet“ wurden.

Volnya massacresDie Fotos der Opfer sind ein echter Horror, aber sie machen uns bewusst, wie ungeheuerlich es ist, die Verantwortlichen dieses Wahnsinns vor Strafverfolgung zu schützen und dann auch noch jahrzehntelang (von der CIA finanziertes) Propagandamaterial zu verbreiten, in dem sie als heroische Kämpfer gegen Nazis und Russen dargestellt werden.

DAS VIERTE REICH (begann 1945 …)

Während Lebed, der „bekannte Sadist“ (lt. CIC Bericht 1947) und viele andere Kriegsverbrecher von der CIA umsorgt wurden, hat Stefan Bandera bei der britischen SIS / MI6 und später dem „Gehlen“-BND freundliche Aufnahme gefunden. Dass der angebliche Kämpfer gegen die deutsche Besatzung nach dem Krieg ausgerechnet nach München geht, (wo seine SS-Freunde ihn schon erwarteten) hätte schon Empörung auslösen müssen.

Das „Reichssicherheitshaupt“ (RSHA) mag in Berlin zerstört worden sein, aber es wurde in Washington quasi wieder aufgebaut und heißt dort „NSA“. Tausende Nazis wurden über die „Ratline“ des Vatikans aus Europa geschleust, wo sie neue Netzwerke bildeten und vor allem in Lateinamerika für den Aufbau der brutalen Militärdiktaturen eine wichtige Rolle spielten. Andere bildeten den Kern für das „Gladio“-Netzwerk der NATO, das für zahlreiche Terroranschläge in Europa benutzt wurde, um einen Linksruck zu verhindern und die Kommunisten zu dämonisieren.

Die Früchte dieser großangelegten Täuschung (Amerikas Regierung „bekämpft“ Faschismus) sehen wir ja heute in der Ukraine, wo Neo-Nazis sogar in der „Regierung“ sitzen, für „Sicherheit“ zuständig sind und sich mit anderen faschistischen Gruppen vernetzt haben. Doch anstatt diesen Skandal anzuprangern, ist unsere Schafspresse damit beschäftigt, die hysterischen „Briefings“ des State Departments zu verbreiten, in dem Putin bzw. Russland als die Inkarnation des Bösen hingestellt wird.

Eine unerträgliche Schande, die mit Journalismus geschweige denn Pressefreiheit, nichts mehr zu tun hat.

Im Vorwort eines Buches von John Loftus steht: „Forget the news. This is not news, it is sway.“

Was tun wir dagegen?

 

 

 

 

http://www.stephenhalbrook.com/law_review_articles/sunrise.pdf

Ukraine (5): Crime and Punishment

the new democrats 2

1945 endete der zweite Weltkrieg und der dritte begann.“

Vincent Vinciguerra, (verurteiltes) Mitglied der faschistischen Untergrundbewegung Ordine Nuovo in Italien – in einer BBC-Dokumentation über das geheime Terrornetzwerk „Gladio“

(Was er damit meinte – und was das mit den Neo-Nazis in der Ukraine zu tun hat – wird hoffentlich beim Lesen dieses Blogs deutlich ..)

Im Osten der Ukraine (in den Industriegebieten, wo es eine russische Mehrheit gibt) ist also eine Separatistenbewegung entstanden, die sich weigert, die Legitimität der neuen „Regierung“ in Kiew anzuerkennen und sich zu Russland bekennt. Das kann doch nur wieder eines bedeuten: der böse Putin hat im Untergrund politische Intrigen geschmiedet, um die Ukraine zu „destabilisieren“. Dazu US-Außenminister John Kerry:

“What we see from Russia is an illegal and illegitimate effort to destabilize a sovereign state and create a contrived crisis with paid operatives across an international boundary”

Ja Leute, die russische „Aggression“ soll uns wieder vor Augen geführt werden, doch man muss schon völlig blind sein, um nicht zu erkennen, wer hier der Aggressor ist – sicher nicht Russland.

Lektion 1: „AMERICAN VALUES“

Wenn jemand der absolute Weltmeister in der subversiven „Destabilisierung eines souveränen Staates und dem Herbeiführen einer künstlichen Krise ist“, dann ist es klar und deutlich die USA selbst. Die besten Beweise dafür liefern Untersuchungsausschüsse des US-Senats über die kriminellen Aktivitäten der CIA (wie der Church Report) und die Bücher und Interviews der CIA-„whistleblower“, wie Philip Agee oder John Stockwell.

democracyAgee weist im Interview auch darauf hin, dass seit Ronald Reagan hinter der Fassade der „Demokratieförderung“ private Organisationen dazu benutzt werden, unerwünschte Regierungen zu Fall zu bringen oder ihre Wahl zu verhindern (siehe dazu Teil 1: Große Fata Maidana).

Die verfassungswidrige, gewaltsame Entfernung eines korrupten, aber demokratisch gewählten Präsidenten kommt bei den Wählern eben gar nicht gut an. Die Drangsalierung der Russen bzw. Einschüchterung politisch Andersdenkender durch Neo-Nazis aus Galizien noch viel weniger, deshalb ist es kein Wunder, dass im Osten der Ukraine das politische Fass übergelaufen ist.

Angesichts der historischen Fakten (mit welchen „speziellen Werkzeugen“ die USA seit Jahrzehnten ihre inoffizielle Außenpolitik betreiben) können die von Kerry angesprochenen „ Destabilisierungsaktionen“ – die natürlich eine Welle der moralischen Empörung generieren soll – nur auf eine Weise interpretiert werden: massive Projektion zur Entlastung des eigenen Gewissens bzw. Rechtfertigung der eigenen Verbrechen gegen den politischen Gegner.

Dieser totalitäre „group-think“, den Philosophieprofessor John McMurtry schon seit Jahren treffend analysiert führt dazu, dass die USA (als größter Schurkenstaat auf diesem Planeten) sich weiterhin als moralische Autorität gebärden kann – unterstützt von unserer Papageien-Journaille.

William Blum hat es einfacher formuliert:

„Die Amerikaner sind wie Kinder eines Mafia-Bosses, die nicht wissen, was ihr Vater beruflich macht“

Wie immer funktioniert die Dämonisierung Russlands in den Medien nur dann, wenn man die Ereignisse in der Ukraine aus dem politischen Kontext isoliert und gewisse Umstände einfach nicht erwähnt. Stattdessen werden negative Emotionen geschürt, die der von Washington designierte „neue Hitler“ (derzeit Putin) bei den Zuschauern auslösen soll.

WAS HAT DIE LEUTE IM OSTEN SO AUFGEBRACHT?

Das illegitime Regime, das nach der großen Fata Maidana an die Macht kam, ernannte per Dekret zwei neue Regionalminister für die Industriegebiete im Osten und Süden, deren Qualifikation darin bestand, dass sie beide zu den reichsten Männern der Ukraine gehören:

Zwei Oligarchen (also genau die Leute, gegen die sich der echte Protest eigentlich richtete) wurden den Ukrainern als Regionalminister vor die Nase gesetzt: Sergei Taruta in Donetsk und Ihor Kolomoyskiy in Dnipropetrovsk. Sie lassen pro-russische Agitatoren verhaften und begehen andere Formen von Machtmissbrauch. Yury Noyevy von der Svoboda Partei gab offen zu, dass die EU-Integration nur ein Vorwand sei, in Wahrheit gehe es darum „die Brücken zu Russland abzubrechen“ (was sich die Ukraine aber wirtschaftlich gar nicht leisten kann – es wäre ein Schuss ins eigene Knie …)

Übrigens Yatseniuk (Washingtons und „Fuck-the-EU Nulands“ Wunschkandidat) ist – wie Juschtschenko vor ihm – ein Banker, der in den USA auf neo-liberale Politik „geeicht wurde …(es geht auch das Gerücht, er sei Mitglied von Scientology …)

Lektion 2: “EUROPEAN VALUES” 

vitrenkoDr. Natalia Vitrenko, Vorsitzende der Progressiven Sozialistischen Partei in der Ukraine veröffentlichte Ende Februar folgendes Statement: (englische Übersetzung von Dr. Webster Tarpley)

(Hier ein ähnlicher Vortrag mit deutscher Übersetzung)

[…] Am 22. Februar wurde in Kiew ein Neo-Nazi Coup mit Waffengewalt ausgeführt, bei dem die Verfassung, das Völkerrecht und die „europäischen Werte“ mit Füßen getreten wurden. Washington und Brüssel – die der Welt die Ereignisse des“Euromaidan“ als gewaltfreien Widerstand des ukrainischen Volkes präsentierten, das sich „für Europa“ und seine Werte entschieden habe – sollten nun eingestehen, dass das ukrainische Volk gar nichts davon bekommen hat. [Stattdessen] wurde ein Nazi-Putsch von Aufständischen, Terroristen und Politikern des „Euromaidan“ ausgeführt, um die geopolitischen Interessen des Westens zu bedienen.

Welche unwiderlegbaren Fakten sprechen dafür?

  1. Der Regierungswechsel war verfassungswidrig und widersprach den demokratischen, europäischen Rechtsnormen. Die ukrainische Verfassung gibt dem Parlament keine Ermächtigung, einen amtierenden Präsidenten auf diese Weise auszuschalten, sondern sieht ein klar definiertes Amtsenthebungsverfahren vor.
  2. Die Rada hat ihre gesetzlichen Befugnisse überschritten und Artikel 19 der Verfassung verletzt, indem folgende staatliche Ämter unter „Aufsicht“ gestellt wurden: das Innenministerium, die Sicherheitsbehörden und das Justizministerium. Diese „Überwacher“ wurden installiert, um die politische Gewalt des Euromaidan über die rechtstaatlichen Institutionen zugunsten der Interessen des Westens ausüben zu können.
  3. Das (Rumpf-)Parlament war nicht nur äußerst willig, die militanten Rebellen und Terroristen des Euromaidan zu begnadigen, sondern machte aus ihnen auch noch Helden:. Das bedeutet, dass jene, die Waffengewalt eingesetzt (u. Zivilisten und Polizisten getötet) haben, die Verwaltungsgebäude und Lagerhäuser besetzt und verwüstet haben, die Erpressung und Entführung auf ihrem Gewissen haben, nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Damit wird die Basis für einen repressiven Neo-Nazi Staat geschaffen.

Und Brüssel soll unsere Warnungen hören:

Wir machen euch für all das verantwortlich, was ihr zur Machtübernahme jener politischen Kräfte beigetragen habt, die jetzt dieses totalitäre Nazi-Regime in der Ukraine aufbauen und die damit verbundenen, schweren Verletzungen der zivilen Rechte unserer Mitbürger.

Die USA und die EU sollen wissen, dass diese so ermächtigten Parteien (die Neo-Nazis wie Svoboda und den Rechten Sektor einschließen) die nationale Revolution mit den Parolen „Die Ukraine für die Ukrainer!“, „Ehre der Nation, Tod ihren Feinden“ und „Freunde Moskaus [abwertend: Moskali] und Kommunisten an den Galgen!“ eingeläutet haben. Diese Regierung muss die Verantwortung für alle Rechtsverletzungen und Übergriffe übernehmen.

no democracyRebellen und Extremisten besetzten weiterhin Verwaltungsgebäude und bedrohen lokale Behörden im Süden und Osten der Ukraine. Mit Terrormethoden wurden die Wähler ihrer Rechte beraubt und ihre rechtmäßigen, gewählten Vertreter in kommunalen Regierungen mit Gewalt abgesetzt. Wer sich dagegen wehrte, wurde von bewaffneten para-militärischen Einheiten erschossen, wie z.B. am 22. Februar in Lugansk.“

Aktuelles Beispiel: Auch die Anhänger von “Pravy Sector”, der Hooligan-Ansammlung von Neo-Nazis in der Ukraine, sind nicht untätig, wenn es darum geht, zu demonstrieren welche „Werte“ von nun in der Politik den Ton angeben:

Am 7. April wird das Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Kiewvon rund hundert Pravyi Sector „Aktivisten“ belagert: sie blockieren alle Eingänge um eine Sitzung zu verhindern und installieren eine Bühne und ein Audio System. Von der Polizei ist nichts zu sehen. Einige Richter, die sich im Gebäude befanden, werden von PSA-Leuten herausgezerrt, während andere Mitglieder des obersten Senats am Betreten des Gebäudes gehindert werden.

Nach Augenzeugenberichten haben Männer in Kampfuniform den früheren Justizminister angegriffen. Sie schlugen ihm auf den Kopf und versuchten ihn in Gewahrsam zu nehmen, als er herauskam. Mit dieser massiven Einschüchterung soll die „Säuberung“ der Justiz von allen „anti-ukrainischen“ Elementen (die das neue Regime nicht unterstützen) durchgesetzt werden.

(Zurück zu Dr. Vitrenko):

Paramilitärische Einheiten, die keinerlei verfassungsmäßige Legitimation zur Gewaltausübung haben, gebärden sich heute wie Polizisten in einem rechtlichen Ausnahmezustand: sie blockieren wichtige Straßenzüge, halten Fahrzeuge an um „Kontrollen“ durchzuführen und verlangen die Ausweise der Insassen. Sie „verhaften“ Leute ohne Rechtsgrundlage und haben auch den Eingang zum Flughafen blockiert. All das sind schwere Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und grundlegende Bürgerrechte.

Bereits am 23. Februar haben Vertreter der neuen „Regierung“ die Gründung der „Ukrainischen Nation“ proklamiert: jeder, der die russische Sprache benutzt, soll den Status der ukrainischen „Nationalität“ verlieren und im Hinblick auf zivile und politische Rechte diskriminiert werden.

Auch die Ausstrahlung von Rundfunk- und TV- Programmen aus Russland soll verboten werden, da es sich um „feindliche Propaganda“ handle. Das ist also die Art, wie die neue Regierung die „europäischen Werte“ der Rede- und Pressefreiheit hochhält.

Das Regime hat damit angefangen, Listen von politischen „Feinden“ zu erstellen, die Repressalien ausgesetzt werden sollen. (siehe auch Appendix: Svoboda Parteiprogram )

Quer durch das Land werden Leute gelyncht, geschlagen und mit Steinen beworfen, während unliebsame Mitglieder der Rada Opfer systemischer Einschüchterung werden: lokale Politiker erleben mit Schrecken, wie ihre Familien lebensgefährlichen Drohungen ausgesetzt sind, wenn sie die neuen politischen Machthaber nicht akzeptieren.

Die neuen Machthaber zünden die Büros jener Parteien an, die ihnen nicht wohlgesonnen sind und haben öffentlich angekündigt, dass politische Parteien und Organisationen, die nicht ihre ideologischen Ziele mittragen, mit Strafverfolgung und Parteiverboten zu rechnen haben.“

EU - USWie Martin Schulz in einer Pressekonferenz (im EU-Parlament) mit dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman auf diese Meldungen reagierte, ist hier zu sehen: (Weil sie anderweitig von der EU ignoriert wurden, nutzten Vitrenko und ihre Mitstreiter diese Gelegenheit, um in den Medien auf sich aufmerksam zu machen – ein formaler Verstoß gegen „Regeln“, aber durchaus verständlich)

Auf die konkrete Frage, ob nicht zuerst die radikalen Milizen von Svoboda und Pravyi Sektor) entwaffnet und Neo-Nazi Parteien verboten werden müssten [weil das europäischen Rechtsgrundsätzen geschuldet sei] antwortete Schulz – nachdem er die Äußerung eines „politischen Statements“ in der Pressekonferenz kritisiert hatte -:

„Ich habe keine Absicht, mehr zu sagen als das: Die EU wird alles tun und mit allen reden um eine friedliche, dauerhafte, demokratische Entwicklung in der Ukraine sicherzustellen. Nach meinen Informationen wurde auch Svoboda in die Gespräche miteinbezogen. Wenn das Neo-Nazis sind, habe ich nichts zu sagen außer: Ich nehme ihre Anschuldigen ernst und werde sie prüfen, aber im Moment glaube ich, wir müssen alle einschließen, um eine friedliche Lösung zu finden.“

(Und dann wundert man sich, warum an den „Europawahlen“ so wenig Interesse besteht … bei solchen Leuten …. Was ist bloß aus der SPD geworden, die 1933 als einzige Partei den Ermächtigungsgesetzen Hitlers nicht zugestimmt hat …?!)

Dr. Vitrenko spricht auch den Religionskrieg an, der sich (in unseren Medien unsichtbar) in der Ukraine im Hintergrund abzeichnet:

„Die Milizen des Euromaidan nehmen Heiligenschreine der russisch-orthodoxen Kirche in Besitz mit der Absicht, sie an Mitglieder des renitenten Klerus zu übertragen und letztlich alle ukrainischen Kirchen (die dem Patriarch von Moskau unterstehen) zum Vatikan zu überführen.“

Und so hört sich die “Sonntagspredigt” dieser Tage in der Ukraine an: Mykhailo Arsenych, von der “Uniat-kirche“ in Ivano-Frankovsk:

“ Wir sind bereit für eine Revolution!“ Die einzig wirksame Methode zu kämpfen ist Terror und Mord! Wir müssen sichergehen, dass keine Chinesen, Neger, Juden oder Moskali (Russen) morgen zu uns kommen, um unser Land zu stehlen!

Abschließend noch einmal Dr. Vitrenko:

Im Namen der UPSP erklären wir, dass wir die Legitimität der neuen ukrainischen Amtsgewalt nicht anerkennen, die durch einen Putsch an die Macht gekommen ist.

Wir verurteilen die weitreichende Verletzung der Rechte und Freiheiten der ukrainischen Bürger nach nationalen, ethnischen, kulturellen und politischen Grundsätzen.

NATO cartoon2Wir appellieren an das Europäische Parlament und den UN-Sicherheitsrat, sofort in die Vorgänge in der Ukraine zu intervenieren um die Rechte unserer Bürger zu schützen und um die Entfesselung des Dritten Weltkrieges auf dem eurasischen Kontinent zu stoppen.“

Lektion 3: „EURO-MAIDAN“ VALUES

Am 25. Jänner 2014 schrieben 29 politische und zivile Führungspersönlichkeiten einen offenen Brief an den UN-Generalsekretär, den US-Kongres und die wichtigsten Entscheidungsträger in der EU, um gegen die Unterstützung des Westens für den faschistischen Coup in der Ukraine zu protestieren.

Die Verfasser (darunter auch Dr. Vitrenko) betonten, dass die treibenden Kräfte des „Euromaidan“ offen Nazi-Symbole zur Schau stellen, rassistische Hetzparolen von sich geben und Kriegsverbrecher glorifizieren und stellten diese Fragen an die nebulose „Staatengemeinschaft“:

  • Haben die UN, die EU und die USA aufgehört, die Charta und die Urteile der Nürnberger Prozesse anzuerkennen, nach denen die Nazis des Dritten Reiches verurteilt wurden?
  • Sind Menschenrechte nicht länger die Basis für gesetzliche Normen in diesen Ländern?
  • Wird die Verehrung der ukrainischen Nationalisten für Hitler und seine Massenmorde jetzt als „demokratische“ Gesinnung dargestellt?

Die tragikomische Seite dieses (sehr ernsten) Briefes ist nicht zu übersehen:

1 dollarDie zu Recht aufgebrachten ukrainischen Verfasser dieser Petition bitten genau jene um Hilfe, die ihnen die braune Suppe eingebrockt haben und rühren damit an die Wurzel des Übels:

1 swastikaDie unglaubliche Show, die die westlichen Regierungen seit Jahren abziehen, um den Schein der „demokratischen Werte“ zu wahren, die angeblich die Basis unserer „zivilisierten“ Gesellschaft sind. Doch der kapitalistische Kaiser ist nackt, auch wenn alle seine schönen Kleider bewundern (die o.a. Reaktion von Martin Schulz spricht ja Bände ….)

BLINDENVERBAND EU: Blind Obedience to „Free Trade“

An den Protesten des „Euromaidan“ waren von Anfang an Neo-Nazis beteiligt und man bediente sich natürlich auch bei der „unterste Lade“ der indoktrinierten Fanatiker: Fußball-Hooligans und brutalisierte Veteranen aus den Kriegen in Afghanistan und Tschetschenien.

Nach Angaben von Oleh Tsaryov (Mitglied der Partei von Präsident Janukowitsch) kamen 350 dieser CIA-Kampfroboter im Jänner 2014 aus Syrien zurück, wo sie Seite an Seite mit syrischen „Rebellen“ gekämpft hatten – Al Nusra und ISIS inkludiert. (Wie politische Gegner wie Tsaryov von den Anhängern der Neo-Nazis behandelt werden, zeigt dieses Video: er wurde zuerst beschimpft, dann körperlich attackiert)

Es kam mehrfach zu gewaltsamen Übergriffen der „Aktivisten“ auf die Polizei, die mit Stöcken, Ketten, Pfeffersprays und Molotov-Cocktails attackiert wurde (sich aber weitgehend passiv verhielt) – siehe dazu das Video von Natalia Vitrenko (aus dem Vortrag mit englischer Übersetzung). Laut Vitrenko passierte folgendes:

Um zwei Uhr nachts (Ende November 2013) wurde die Demonstration plötzlich von den Veranstaltern offiziell aufgelöst, die Mikrofone abgebaut, tausende gingen nach Hause. Nur einige hundert blieben auf dem Platz. Dann kamen maskierte „Berkut-Polizisten“ (Wer schickte sie und waren sie überhaupt echt?) und schlugen brutal auf die restlichen Randalierer ein. „Zufällig“ waren zu diesem Zeitpunkt die großen TV-Sender vor Ort und hatten ihre Kameras an den optimalen Stellen aufgebaut, sodass diese Bilder binnen kurzer Zeit rund um den Globus gingen und die gewünschte „Welle der Empörung“ auslösten.

police burningDass unbewaffnete Polizisten mit Molotov-Cocktails beworfen wurden (einige wurden davon in Brand gesetzt), andere zusammengeschlagen, ja ihnen sogar (bei späteren Zusammenstößen) die Augen ausgestochen, bzw. sie gelyncht wurden, davon weiß die Hof-Presse Washingtons nichts.

Die fanatischen Horden stürmten auch das Büro des Bürgermeisters in Kiew und erklärten das Gebäude zur „Revolutionszentrale“. Gleichzeitig marschierten die Anhänger der „sozial-nationalistischen“ Partei der „Freiheit“, Svoboda unter dem schwarz-roten Banner der OUN-B grölend durch die Straßen, um ihrem großen „Nationalhelden“, dem Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher Stepan Bandera zu huldigen. Banderas Einheiten zeichneten sich durch Übelkeit-erregende Grausamkeiten aus, als sie dem Dritten Reich bei der „Säuberung“ des Landes von unerwünschten Gruppen zu Diensten waren. Vor allem Juden und Polen wurden zu tausenden massakriert, um die eigenen, kranken Vorstellungen der „ethnischen Reinheit“ der Nation in die Tat umzusetzen.

our old and new heroes(Über Banderas schockierende „Nachkriegs-Karriere“ in Deutschland müsste man einen Roman schreiben). Für den Augenblick genügt es festzuhalten: Es sind die geistige Hinterlassenschaft (von Bandera und Lebed) bzw. die darauf beruhenden Netzwerke, die in den Nachkriegsjahren von den US-UK Geheimdiensten (und dem „Gehlen“-BND) geschaffen wurden, aus denen die Neo-Nazis in der Ukraine hervorgegangen sind.

Banderas Schlachtruf „Die Ukraine für die Ukrainer!“ findet ihren Widerhall in den Parolen von Svoboda Anführer Oleh Tyanybok, der trotz eindeutiger „brauner“ Gesinnung von führenden Politikern der EU sowie der USA für salonfähig erklärt wurde – solchen Leuten schütteln unsere Politiker also heute die Hand und wollen „Dialoge“ mit ihnen führen, während Staatsmänner wie Putin rund um die Uhr dämonisiert werden.

Wie heißt es doch? Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte …

white power symbolsPravy Sektor benutzt nicht nur NS-/Bandera Abzeichen sondern auch Symbole der „Vorherrschaft der weißen Rasse“ (white supremacists) wie die „14“: sie steht für die 14 Worte des Anführers der US-Terrorgruppe „The Order“: „Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft für unsere weißen Kinder sichern“. („88” steht für die Initialen von “Heil Hitler”, dem 8. Buchstaben des Alphabets) Übrigens, während Putin als homophober Diktator denunziert wird, machen diese Leute natürlich kurzen Prozess mit „abartigen“ Leuten wie Homosexuellen oder Transsexuellen – aber darüber spricht man hier nicht.

Parteichef Dmitry Yarosh spricht in diesem Zusammenhang (wie der Ehe gleichgeschlechtlicher Partner) von “Degeneration” und „totalitärem Liberalismus“ und mahnt traditionelle „nationale Moral und Familienwerte“ an (klingt wie das Echo der „Tea Party“ Republikaner in den USA, oder?)

Die “Shock-Truppen” des Pravy Sektor haben mehrfach Politiker und Beamte eingeschüchtert und bedroht, um ihre Forderungen durchzusetzen. So erzählte Alla Ivoylovoy, der stellvertretende Vorsitzende der URP in Volyn: „Sie haben mich und meine Familie bedroht, sind bewaffnet in verschiedenen Ämtern erschienen und verlangten die Entlassung der obersten Beamten (die politische „Säuberung“ beginnt).

Andere bewaffnete Extremisten seien in die Wohnungen der Parteimitglieder eingedrungen und hätten eine Liste von Aktivisten verlangt, die an „Anti-Maidan-Protesten“ teilgenommen hätten (ja, die gab es auch, wurden aber bei uns ignoriert). Die kommunistische Partei ist ebenfalls Opfer von Repressalien geworden: das Haus des Parteivorsitzenden Pyotr Simonenko wurde angezündet.

Svoboda gab dazu eine Pressemeldung heraus, in er es hieß, man sei über den jüngsten Ausbruch der „anti-kommunistischen Psychose“ und dem Vandalismus besorgt (Statuen von Lenin und Kriegsdenkmale von sowjetische Soldaten, die die Ukraine von den Nazis befreit hatten, wurden zerstört).

Als Ende März der “Sturmbahnführer“ des „Rechten Sektors“ und terrorist for hire, Oleksandr Muzychko – auch bekannt als Sasha Biliy (zuletzt in mehreren Videos unangenehm aufgefallen als Drangsalierer lokaler Politker) ermordet aufgefunden wurde, belagerten seine aufgebrachten Anhänger das Parlament und verlangten die „Auslieferung“ des Innenministers – or else.

muzyco(Muzychko erhielt 1994 den Orden “Held der Nation” für außerordentliche Verdienste im Kampf gegen Russen in Tschetschenien. Seine „Verdienste” bestanden im Wesentlichen darin, russische Einheiten in einen Hinterhalt zu locken um sie dann persönlich zu foltern (inklusive Enthauptung). Nachdem er 1995 in die Ukraine zurückkehrte, wurde er Anführer einer kriminellen Bande in Rovno. Schließlich wurde er angeklagt und zu acht Jahren Haft wegen Entführung und versuchten Mordes eines ukrainischen Geschäftsmannes verurteilt. Nach seiner Entlassung trat er in die Politik ein und fand Gleichgesinnte im Pravy Sektor ..)

Hier sehen wir wie die Neo-Nazi Symbole im Parlament aufgehängt werden:

Da kamen plötzlich besorgte Töne von Catherine Ashton aus Brüssel:

I strongly condemn the pressure by activists of the Right Sector who have surrounded the building of the Verkhovna Rada of Ukraine. Such an intimidation of the parliament is against the democratic principles and rule of law.

  • War das die gleiche Ashton, die Monate zuvor mit dem Neo-Nazi und Rassist Tyanybok lächelnd vor der Kamera posiert hat?
  • Die gleiche Ashton, die stumm blieb, als Oleksandr Turchinov, dem ehemaligen Geheimdienstchef dank dem „Euromaidan“ – verfassungswidrig – legislative und exekutive Macht übertragen wurde?
  • Die gleiche Ashton, die nichts unternahm, als ihr der Außenminister Estlands, Urmas Paet am Telefon sagte, es gäbe klare Hinweise darauf, dass die Scharfschützen aus der Opposition kamen und nicht von der Regierung?

OPPOSITION, EUROPAEISCHE UNION, ASSOZIERUNGSVERTRAG, ASSOZIERUNGSABKOMMEN,Wie lange kann sich de EU noch in die eigene Tasche lügen?

And who the hell is Jerzy Pomianowski?

 

Das schlimmste ist aber, je tiefer man gräbt, um die Wurzeln der europäischen Neo-Nazis (nicht nur) in der Ukraine zu finden, desto stinkender wird der Sumpf …..

70 yrs of using Nazis

 

 

 

 

 

 

APPENDIX: SVOBODA – DAS PARTEIPROGRAMM: „Zum Schutz der Ukrainer“ (Auszüge)

http://svoboda.org.ua/pro-partiyu/prohrama/

Svobodas politisches Credo ist neben dem „Völkischen“ durch einen enormen Hass auf alles Russische und alles Kommunistische gekennzeichnet. Sie verlangt quasi eine „Ent-Kommunisierung“, (a „radical cleanup“ auf der englischen Homepage) in allen staatlichen Strukturen. Das würde bedeuten, alle Staatsangestellten, die schon zu Sowjetzeiten im Amt waren, zu entfernen. Damit macht sich die Partei natürlich bei der älteren Generation in der Ukraine keine Freunde.

Nach dieser gründlichen „Reinigung“ der Behörden sollen die so freigewordenen Stellen mit jungen, „patriotischen“ Fachleuten besetzt werden, die spezielle Seminare über Verwaltungsaufgaben der Regierung absolviert haben.

Zusätzlich verlangt die SNPU die Entfernung aller Gedenkstätten, Straßennamen, etc., die an sowjetische Widerstandskämpfer (gegen die Nazis) erinnern und eine Entschuldigung Russlands für die Verbrechen der UDSSR. (DIESE PROZESSE SIND JA BEREITS IM GANGE)

Das Big Brother Programm der Partei der „Freiheit“ enthält u. a. noch folgende Forderungen:

  • (4) Regierungsbeamte und Kandidaten, die sich für ein politisches Amt bewerben, sollen gezwungen werden, sich einem Lügendetektortest zu unterziehen, bei dem ihre Ehrlichkeit zu Fragen der Korruption, der Spionage und der dualen Staatsbürgerschaft unter die Lupe genommen wird.
  • (5) Das Einkommen von Regierungsbeamten soll ebenso kontrolliert werden, wie ihre Ausgaben (inklusive Familienmitglieder).
  • (6) Neues Strafrechtsprinzip: Je höher die Position, desto größer die Haftung für strafbare Handlungen
  • (7) Die „Nationalität“ muss separat im Reisepass vermerkt sein
  • (8) Öffentliche Kritik an dem von der SNPU propagierten, totalitären Nationalismus, erfüllt den Tatbestand der „Ukrainophobie“ und soll strafrechtlich verfolgt werden
  • (16) Die parlamentarische Immunität für „ökonomische Verbrechen“ und andere Straftaten soll abgeschafft werden, gleichzeitig soll aber jegliche rechtliche Haftung von Abgeordneten für ihre politischen Standpunkte, öffentliche Aussagen usw. verboten werden, außer wenn sie sich gegen den Kanon der SNPU richtet und somit also „anti-ukrainisch“ zu verstehen ist (Welche beiden anderen Länder verwenden diesen Stigma-Begriff sonst noch häufig, um Kritiker zu diskreditieren? Die USA und Israel …)
  • (18) Die Abstimmungen im Parlament sollen durch „Fingerabdruck-Wahlen“ die Identität des Abgeordneten überprüfen
  • (23) Für „moralische“ und materielle Schäden, die durch „rechtswidrige Entscheidungen“ und Handlungen von Behörden entstanden sind, müssen die „Täter“ haften. Die Verluste, die durch ein „falsches Urteil“ hervorgerufen wurden, müssen „auf Kosten des Richters kompensiert werden, der das Fehlurteil gefällt hat.

Quizfrage: Wo sind hier die „europäischen Werte“?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ukraine (4): Goebbels in Galizien

WOHER KOMMEN DIE NAZIS IN DER UKRAINE? WER HAT SIE STARK GEMACHT UND ZU WELCHEM ZWECK?

Nazis Made in USADiese Frage sollte in der Presse an erster Stelle stehen, doch davon ist nicht viel zu sehen. Stattdessen wird weiterhin die Angst vor dem „bösen“ Putin und der „Aggression“ Russlands geschürt und von den geo-politischen Hintergründen im Kontext des US-Imperialismus abgelenkt.

Wir gehen daher selbst auf Spurensuche und dabei hilft uns der schwedische Historiker Dr. Per Anders Rudling. Mit seiner prägnanten Analyse versucht er Antworten auf folgende, wichtige Fragen zu finden:

  • Warum wurde der Nationalismus in der Ukraine (vor allem in Galizien) nach 2004 so extrem und von wem wurde er gefördert?
  • Welches politische Klima hat Svoboda an die Macht gebracht? Welche Ideologie treibt die Partei an?

Rudling profilEr zeigt auf, wie (der selektierte Präsident und „orange-braune“ Freund des Westens) Juschtschenko, seit 2004 das „Management“ der historischen Erinnerung zur Rehabilitation der Ultra-Nationalisten aus den 1930er Jahren benutzt hat. Hier einige Beispiele dafür, wie die Manipulationskampagne – die man nur als systematische Volksverhetzung bezeichnen kann – die nationalistische Stimmung in der Ukraine (vor allem im Westen) so aufheizte, dass die Neo-Nazis immer mehr Zulauf bekamen:

MINISTRY OF TRUTH: Juschtschenko erfindet die Geschichte neu

Kaum im Amt, lancierte der neo-liberale Zentralbanker und „Freund“ der USA, Juschtschenko eine historische Propagandaoffensive, die Goebbels neidisch gemacht hätte. Man könnte aber auch staatlich angeordnete „Geschichtsfälschung“ dazu sagen:

„Er gründete das „Institut für Nationale Erinnerung“, wies den Leuten, die die Archive des ehemaligen KGB verwalten, Propagandaaufgaben zu und unterstützte die Schaffung eines „Museums der Sowjetischen Besatzung“ in Kiew. Volodymyr Viatrovych (VV) wurde zum Verwaltungsdirektor der KGB-Archive ernannt (nun zum Geheimdienst der Ukraine, SBU gehörend). VV kombinierte seine Position als staatlich-ernannter „Erinnerungs-Manager“ mit ultra-nationalen Aktivitäten („ultranational“ ist ein Code-Wort für Neo-Nazis).

"Bandera-Jugend" die Nazis der Zukunft ..

„Bandera-Jugend“ die Nazis der Zukunft ..

Er war Direktor einer OUN-B freundlichen Tarnorganisation (front group), dem „Zentrum für das Studium der Befreiungsbewegung“: staatliche Institutionen verbreiteten nun eine „sterilisierte“ Version der dunkelsten Kapitel der ukrainischen Geschichte, in der die Kollaboration der „ukrainischen Patrioten“ mit den Nazi-Massenmördern schlichtweg totgeschwiegen oder als Akt der Befreiung präsentiert wurde. Stattdessen wurden ihre Anführer als Nationalhelden und Märtyrer mit Heiligenschein dargestellt, die für ihre patriotische Gesinnung viel Unrecht erlitten hatten.

Diese [Lügen-] Konstruktion eines nationalen Mythos unter Juschtschenko hatte zwei tragende Säulen:

  1. Die einseitige Dämonisierung der Sowjetunion (Die Hungersnot 1932-1933 mit 2-3 Millionen Toten, wurde als geplanter Genozid Stalins dargestellt)
  2. Der Heroische Kult Der OUN-B / UPA und ihrer Anführer (was das ist – siehe letzten Beitrag)

Die „Erinnerungsmanager“ stellten der „mörderischen“ Herrschaft der UdSSR das „selbstlose Heldentum“ der OUN-UPA gegenüber und erzeugten so in den Köpfen der indoktrinierten Jugendlichen einen Mythos, der dann auch noch mit göttlicher Gerechtigkeit assoziiert wurde: Das Leiden während der Hungersnot, der tapfere „Widerstand der patriotischen Nationalhelden“ (wie die Nazi-Kollaboration geschönt wurde) und schließlich die „Erlösung“ durch die ausgerufene Unabhängigkeit 1991.

Alles was die finstere Vergangenheit der ukrainischen „Nationalhelden“ in ein schönes, moralisches Licht stellte, wurde somit als „wahre“ Geschichte des Landes präsentiert, während widersprechende Darstellungen anderer Historiker als „sowjetische Märchen“ denunziert wurden. Der SBU-Direktor unter Juschtschenko, Valentyn Nalyvaitschenko, begründete diese Vorgangsweise so: „ … um die ukrainische Geschichte von Lügen und Fälschungen zu befreien“.

Der fanatische Judenhass der OUN und ihre Beteiligung am Holocaust wurden ebenso ignoriert, wie ihre faschistische Ideologie. Die Mitglieder der OUN wurden als demokratische, pluralistische, ja sogar rechtschaffene Erretter der Juden dargestellt …“

Ivan Franko National University_LvivBuchläden in der Ukraine führten häufig „anti-semitische“ Literatur, die den Holocaust leugnet, aber auch in akademischen Kreisen wurde die Grenze zwischen historischer Analyse und Neo-Nazi Propaganda zunehmend unscharf. Die ideologische Infiltration der Universitäten wurde mit „völkischem“ Eifer vorangetrieben. Die Nationale Ivan Franko Universität in Lviv ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Erfolg des akademischen Umerziehungsprogrammes. Sie beschreibt ihre zentrale Aufgabe so:

Die Formung eines ukrainischen, nationalen Selbstbewusstseins und nationaler Würde, die Liebe für die Heimaterde und ukrainische Traditionen, die Ausbildung einer national-bewussten, intellektuellen Elite und die Bewahrung des intellektuellen Gen-Pools der Nation …die Erneuerung der historischen Erinnerung . die Kultivierung der besten Charaktereigenschaften der ukrainischen Mentalität … sowie körperliche und geistige „Abhärtung“ [Kontseptsiia national’noho vykhovannia]

war criminal Bandera our hero

Bandera Bild in einer Parade

Der Höhepunkt von Juschtschenkos „Geschichtspolitik“ war die offizielle Ernennung Stepan Banderas zum „Nationalhelden“. Von Seiten der „liberalen“ Intellektuellen gab es kaum Proteste, einige bestritten die Nazi-Kollaboration der OUN-B und betonten stattdessen die „nationale Solidarität und das idealistische Engagement für gemeinsame Werte und Ziele“.

2010 erklärt das Simon Wiesenthal Center in einer Presseaussendung seine „tiefste Abscheu“ vor der Entscheidung des ukrainischen Präsidenten (Wunschkandidat der USA), den Kriegsverbrecher Bandera posthum zum „Helden der Nation“ zu erklären. Auch das europäische Parlament verurteilt die Ehrung dieses Massenmörders als inkompatibel mit „europäischen Werten“.

N.B. Juschtschenko ist der Mann, der in unseren Schafs-Medien als personifizierte Demokratie im Rahmen der „Orange Revolution“ hochgehalten wurde (bzw. wird), als „Opfer“ russischer Intrigen (PR-Märchen von der Dioxinvergiftung- vom Wiener Krankenhausarzt widerlegt) präsentiert wurde, der 2004 nach angeblich „gefälschten“ vorhergehenden Wahlen (was auch eine PR-Lüge war) zum Präsidenten gewählt wurde und für die „Werte des Westens“ stand.

Dieser Mann hat einen faschistischen Ideologen zum Nationalhelden erhoben und dafür gesorgt, dass die „Orange“ bald sehr braun wurde … Es war jedoch Janukowitsch, (der heute in unseren Medien als autoritärer Mistkerl hingestellt wird und vor den Horden des „Maidan“ flüchten musste), der Bandera den Ehrentitel wieder aberkannte .. Wer ist hier also der Schurke?

Dass unsere „Journ-autisten“ sich routinemäßig als Instrumente der Desinformation und Volksverdummung hergeben, ist ein Skandal, der gar nicht laut genug angeprangert werden kann … „Pressefreiheit“ für Idioten …!

FUN & GAMES: NATIONALISTISCHE „UNTERHALTUNG“ (im Westen der Ukraine)

Wie Hitler im ersten Weltkrieg von der britischen Regierung gelernt hat bzw. richtig erkannte, muss Propaganda immer an das „Zielpublikum“ angepasst werden. Also spezielle Informationsprogramme und „Institute“ für die Intellektuellen und eher die panem et circenses Variante für die (verdummten) Massen. Diesem bewährten Rezept folgten auch die ausländischen PR-Strategen in der Ukraine:

Bandera footballAm 30. Juni 2011, dem 70. Jahrestag der deutschen Invasion, wurde das historische Ereignis in Form eines „Festivals“ nachgestellt: Eltern mit kleinen Kindern begrüßten strahlend und mit Fähnchen in der Hand Männer in SS-Uniformen und bei Fußballspielen in Lviv werden 2010 riesige Transparente mit Banderas Konterfei hochgehalten. „Unser Held“ hat auch posthum erreicht, dass diese Anhänger Lviv (früher: Lemberg) in „Banderstadt“ umbenannt haben.

Nationalistische Rituale und die Instrumentalisierung der historischen „Erinnerung“ erfüllen mittlerweile auch kommerzielle Zwecke, denn die PR-Berater der Neo-Nazis (bzw. ihrer Sponsoren) haben sich mit Unternehmern zusammengetan, um ihre „Geschichte“ auf populäre Art zu verbreiten.

Es gibt seit 2007 ein „Themen-Restaurant“ in Lviv, das Kryivka (Schlupfwinkel – einem Partisanenbunker nachempfunden), das „Deko-Motiv“ ist natürlich die OUN-UPA – patriotisch verklärt. An den Wänden hängen überlebensgroße Bilder von Bandera, auf der Toilette wird der Gast mit Texten von russischen und jüdischen „Anekdoten“ unterhalten. Klopft man an die Tür, wird man von einem Typen mit einem Gewehr aus dem zweiten Weltkrieg empfangen und muss das richtige „Codewort“ (Slava Ukraini!) wissen, um reinzukommen. Unter der Rubrik “Unsere Mission” heißt es auf der Homepage:

To create a unique scope of emotions and impressions, to make itself [sic], the city and the country better.” (!)

„Einzigartige Gefühle“ (der Übelkeit) empfindet man auch, wenn man folgende Informationen erhält:

Der Besitzer betreibt auch ein weiteres „emotionales“ Restaurant, diesmal mit einem „jüdischen“ Thema: dort können sich Gäste als chassidische Juden „verkleiden“ (mit dem schwarzen Hut und den Kringellocken). Auf der Karte gibt es keine Preisangaben, stattdessen muss man bei der Bezahlung „nach jüdischer Manier“ feilschen (um die extrem teuren Speisen).

Damit nicht genug, befindet sich das Lokal unmittelbar neben dem Platz, wo einst die zentrale Synagoge („Goldene Rose“) der Stadt stand … (angesichts der Tatsache, dass in der Ukraine zahlreiche Pogrome und grauenvolle Massaker an Juden stattfanden, auch in Lviv, eine Geschmacklosigkeit der besonderen Art)

Wer besitzt die Schamlosigkeit für solche „Geschäftsideen“? Iurii Nazaruk, ein Absolvent der Ivan Franko Universität. Er sagt, seine Gaststätten erfüllen einen wichtigen Zweck – sie „bestätigen die nationalen Mythen, die Leute brauchen das“ und Andriy Khudo, dem heute eine ganze Restaurantkette („Fest!“) dieser Art gehört.

Das Simon Wiesenthal Center beschrieb diese Restaurants als „nur die Spitze des rassistischen, anti-semitischen Eisberges in Lviv“, die man boykottieren müsse. Obwohl Lviv das Zentrum der Neo-Nazi Aktivitäten ist, breitet sich diese spezielle Form der „völkischen Unterhaltung“ immer weiter aus.

Im Dezember 2011 erklärte VV einen populären Nachtclub in Kiew zum „Territoriia Bandershtadtu“ in dem ein ultra-nationalistischer „event“ stattfinden würde, quasi eine Party „im Geist der Widerstandskämpfer“. Fotos der Kriegsverbrecher an den Wänden, Originaluniformen und Waffen wurden zur Schau gestellt, „patriotische“ Lieder gesungen und das Buch „UPA – Die Armee der Unbesiegten“ an die jungen Leute verteilt.

Von wem das verlegt wird? Vom „Zentrum für das Studium der Befreiungsbewegung“ … Orwell lässt grüßen …

HELDENVEREHRUNG OHNE HIRN

Die Präsentation der OUN als „Widerstandskämpfer“ gegen Nazi-Deutschland und die gleichzeitige, tiefe Verehrung der Waffen-SS Division Galizien wird anscheinend nicht als Widerspruch gesehen (kein Wunder, bei Leuten, denen man das Denken schon abgewöhnt hat …)

Bandera Monument Lviv

Bandera Denkmal in Lviv

Straßen in Lviv wurden nach Nazi-Kollaborateuren (um-)benannt, im Stadtrat von Lviv arbeitete Svoboda in den letzten Jahren daran, den Flughafen der Stadt, das Fußballstadium, ja die ganze Stadt nach den „Volkshelden“ zu nennen. So gibt es heute den „Bandera Boulevard“ wo eine riesige Statue des Kriegsverbrechers zu bewundern ist und aus der „Straße des Friedens“ machte Svoboda die „Nachtigall-Straße“, nach der Nachtigall Brigade, die im ukrainischen Holocaust eine besonders widerliche Rolle gespielt hat. Auf die Frage, warum „Frieden” den anstößig sei, antwortet die Partei der „Freiheit“: das seien „Reste sowjetischer Stereotypen“, die man beseitigen müsse.

Als der deutsche Historiker Gregor Rossolinski-Liebe im Frühjahr 2012 Vorträge über den echten Stepan Bandera halten wollte, erfuhr er am eigenen Leib, dass das Motto von Svobodas Chefideologen ernst gemeint ist: „Wir halten Toleranz für ein Verbrechen“.

Der Wissenschaftler wurde im Vorfeld schon mehrfach bedroht und als er in der West-Ukraine ankam, folgten ihm dutzende Svoboda-Anhänger, egal wo er hinging. Diese nationalistische Form von Stalking ist aber noch die harmloseste Art, wie Svoboda gegen „anti-ukrainische“ Tendenzen vorgeht (mehr dazu siehe weiter unten).

SVOBODA MACHT „FREI“

Nach 1991 hatte die OUN große Schwierigkeiten, sich wieder in der unabhängigen Ukraine zu etablieren. Sie zerfiel in die KUN (Kongress Ukrainischer Nationalisten) und die im Exil befindliche OUN-B, die von der Nachfolgegeneration geleitet wurde (auch aus Deutschland!). Heute beanspruchen sogar vier Gruppierungen, die Nachfolge von Bandera angetreten zu haben: KUN, OUN-B (Exil), die im Untergrund tätige „tryzub imeni Bandery“ (der Dreizack) und die VO Svoboda, die 1991 von Mitgliedern anti-kommunistischer Vereinigungen als „sozial-nationalistische Partei der Ukraine“ gegründet wurde. Sie wurde zum Sammelbecken für Neo-Nazi Gruppen und Studenten-Bruderschaften.

SNPU wolfsangelAls Parteiabzeichen wurde das Spiegelbild der Wolfsangel gewählt, die einige SS-Divisionen benutzten und nach dem Krieg von Neo-Nazi Gruppen übernommen wurde. Die SNU rekrutierte Skinheads und Fußball-Hooligans für ihre „heilige“ Mission, die natürlich auch einen „bewaffneten Arm“ brauchte, eine paramilitärische Truppe mit dem schönen Namen „Ukrainische Patrioten“ (UP), die nach wie vor die Wolfsangel als Abzeichen verwendet, allerdings in veränderter Form.

Es ist äußerst wahrscheinlich, dass Verbindungen zum „Gladio“-Netzwerk bestehen, das die NATO in Europa nach dem zweiten Weltkrieg aufbaute. Die UP wurde 2004 offiziell aufgelöst, aber 2005 in neuer Form wiederbelebt.

Doch die Begeisterung der ukrainischen Wähler hielt sich in Grenzen. 2004 hatte Svoboda 5.000 Mitglieder, 2010 hatte sich die Anhängerschaft verdreifacht. Hier eine kleine Übersicht über die „Wahlerfolge“ der Partei:

• Parlamentswahlen 2006: 0,3% (allerdings zwischen 2 und 5% in Ost-Galizien)
• Vorgezogene P-Wahlen 2007: 0,7% (3,3% in Ost-Galizien)
• Präsidentenwahl 2010: 1,4% (für Tyanhybok) (4,7% in Ost-Galizien)
• Kommunalwahlen 2010 (der Durchbruch) 25% in Ost-Galizien

Die Parteiideologie ist gekennzeichnet durch Ethnozentrismus , die ukrainische „Nation“ wird als natürliche Volksgemeinschaft definiert, wobei der „Blut & Boden“ Ethos der NSDAP nicht zu verleugnen ist. Das „Völkische“ wiegt natürlich schwerer als irgendwelche Menschenrechte, deshalb scheut man auch nicht davor zurück, mehr oder weniger offen rassistische Hetzparolen zu verbreiten. Das Symbol der Partei, die Buchstaben I und N (Idee einer Nation) sehen genauso aus wie die „Wolffsangel“ (oder „Wolfsanker“), die von vielen Neo-Nazigruppen in Europa verwendet wird und in Deutschland verboten ist. Die Wolfsangel wird auch mit der germanischen ‚Eiwaz“ (die Eibe) Rune in Verbindung gebracht.

oleh-tyahnybok-1Die Neo-Nazis dümpelten also bis 2003 nur so dahin, aber dann kam Oleh Tiahnybok und die Partei wurde einer Image-Kampagne, einem „Re-Branding“ unterzogen, das von erfahrenen PR-Strategen durchgeführt wurde:

Für die bevorstehenden Wahlen 2004 mussten das extremistische, Neo-Nazi Image durch ein pseudo-demokratisches ersetzt werden, damit die Partei als „liberale Partei, rechts vom Zentrum“ wahrgenommen wurde. Also wurden geändert:

  • Der Parteinamen (von SNPU zu Svoboda)
  • svoboda logo
  • Das Parteilogo: die SS-Wolfsangel verschwand und das neue Symbol der Partei wurde eine Hand mit drei ausgestreckten Fingern, die einen Dreizack symbolisieren soll. Dieser „tryzub“ war eine beliebte, in der Öffentlichkeit verwendete Geste während der ersten Unabhängigkeits-Demonstrationen Ende der 1980er Jahre, aber er symbolisiert auch die faschistische OUN-M der 1930er Jahre
  • Der Anführer: Tiahnybok: war vorher als „unabhängiger“ Kandidat aufgetreten und verbreitete die Aura politischer Legitimität

Nach außen hin wurde also signalisiert, man wolle sich von den in der Wolle durchgefärbten Nazis absondern und eine „gemäßigte“ Parteilinie einschlagen. Diese kosmetische Imagekampagne wurde zweifellos mithilfe amerikanischer front groups und PR-Firmen durchgeführt, und war Teil der Vorbereitungen für die „Orange Revolution“.

the uebermenschenDoch schon wenige Monaten später hielt Tyahnybok eine volksverhetzende Rede, in der er die OUN-UPA als Inkarnation patriotischen Heldentums hochleben ließ, die „gegen die Deutschen, die „Moskali“, die Juden und anderen Abschaum kämpfte, der uns unseren Staat wegnehmen wollte!“ Nach dieser Rede kam Juschtschenko politisch so unter Druck, dass er Tyahnybok aus der Fraktion Nasha Ukraina ausschloss. Svobodas Strategie, sich auch um soziale Themen zu kümmern und damit eine breitere Basis aufzubauen, ähnelt dem Vorgehen der NPD in Deutschland.

Obwohl Svoboda bei den Parlamentswahlen im Oktober 2012 nur 10% der Stimmen erhielt (ungefähr 40% im Westen des Landes, also in Galizien), wurde Tyahnybok die (zweifelhafte) Ehre eines Besuch von US-Senator John McCain* zuteil, der ihn wie einen Revolutionshelden behandelte während die „Fuck-the-EU-Diplomatin des US Außenministeriums, Victoria Nuland (die Frau von Krypto-Zionist „neo-con“ und „Straussianer“ Robert Kagan) Kekse an die „digital-gesteuerten“ Horden auf dem Maidan verteilte.

*Was hat ein US-Senator überhaupt in der Ukraine zu suchen?? Stellen wir uns vor, ein russischer Politiker würde in die USA reisen und dort frustrierten Demonstranten Unterstützung zum Aufstand gegen die gewählte Regierung in Washington anbieten … das wäre doch ein ungeheuerlicher Skandal! Aber unsere Journaille ist ja das Schoßhündchen des State Departments und bellt immer nur den Baum an, an den sie von Washington geführt werdenit makes you sick!

Für Tiahnybok ist Svoboda eine „Partei der Ordnung, die die wahre Elite des Landes begründet“. Die offiziellen Dokumente sind natürlich „pasteurisiert“, soll heißen enthalten keine rassistischen, eindeutig faschistischen Formulierungen, doch Taten sprechen mehr als Worte und alleine die Forderung, dass in Zukunft die Pässe die „Nationalität“ dokumentieren müssen, zeigt ja die rassistischen Untertöne bzw. die Nähe zu den „weißen Herrenmenschen“, die das Internet bevölkern – ganz zu schweigen von der kaum verdeckten Aggression gegenüber Juden.

Im September 2011 verhaftete die Polizei mehr als 50 Svoboda-Aktivisten, nachdem sie Kundgebungen gegen jüdische Pilger organisiert hatten und mit Tränengaskanistern, Rauchbomben und Katapulten ihre „freiheitliche“ Gesinnung demonstrierten. Als die Polizei eingriff, attackierten Svoboda-Mitglieder auch diese und warfen der Polizei dann auch noch vor, sie habe dabei versagt, „die Aggression der chassidischen Juden gegenüber Ukrainern zu stoppen“. Auch jüdische Friedhöfe wurden von den Neo-Nazis geschändet.

Die Partei der „Freiheit“ verachtet und droht aber nicht nur Juden und Russen, sondern natürlich auch Polen. Aufgrund der leidvollen Geschichte ist es verständlich, dass der Staat Polen von Ukrainern mit Misstrauen betrachtet wird, doch die „Polen“ als ethnische Kategorie tragen dafür keine Kollektivschuld und hätten ihrerseits genug Gründe, die „Ukrainer“ zu hassen – wenn sie sich mit dem Gedankengut der „Sippenhaftung“ anfreunden. Svoboda verlangt eine Entschuldigung Polens für „fünfhundert Jahre gewaltsame Polnisierung“ und Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht. Schön und gut, doch wie sieht es mit dem Unrecht auf der anderen Seite aus?

3 massacre kiev 1944Von den grauenvollen Kriegsverbrechen der UPA / OUN-B bzw. der SS-Division Galizien (auch gegenüber Polen) im Dienste der Nazis – siehe Ukraine (3) will Svoboda nichts wissen.

In Huta Pieniacka stellte sie ein zweisprachiges Plakat auf, das die Beteiligung ukrainischer „Patrioten“ am Massaker der Dorfbewohner (1944) kategorisch bestreitet. (Die UPA hat ca. 100.000 Polen, darunter auch Partisanen massakriert – siehe dazu auch die BBC-Doku im letzten Beitrag)

Huta Pieniacka revised history• Frage: Warum lässt die polnische Regierung das zu?
• Antwort: Die heutige Gefahr die von Polen ausgeht, ist die Nähe zu den USA und ihren imperialen „Werten“, die mit Moral inkompatibel sind …

Svoboda hat natürlich auch Kontakte zu anderen „nationalistischen“ Parteien in Polen, Ungarn, Schweden, Großbritannien, Belgien, usw. und ist Mitglied der „Allianz europäischer Nationalbewegungen“, die sich (teilweise zu Recht) gegen die Finanzmafia Globalisierung wehren wollen (was aber keine Legitimation für Rassismus ist).

Die „Freiheitspartei“ hat seit 2009 auch ein Büro in Kanada (Toronto), wo Tiahnybok im Mai 2010 das „Goldene Kreuz für seine Verdienste um die Ukraine“ erhielt. Von wem denn bloß? Von einer Veteranenvereinigung der „ Ersten Division der Ukrainischen Nationalarmee“. Wer ist das denn? Unsere alten Bekannten, die 14.Waffen-SS-Division „Galizien“ im neuen, sprachlichen Gewand … so funktioniert „Erinnerungs-Management“ also, wenn man alte Nazis braucht, um neue zu generieren.

Dass diese Neo-Nazis zu Vortragsreisen in die USA und Kanada eingeladen werden (auch nach Harvard) ist ein klares Indiz dafür, dass die „braune Brut“ auch mit amerikanischer Nestwärme ausgebrütet wurde… (Victoria Nuland sagte ja, die US-Regierung habe bisher 5 MILLIARDEN Dollar in die Ukraine investiert, wofür könnte diese gewaltige Summe denn ausgegeben worden sein…? Für „Demokratieförderung“ ganz sicher nicht …)

Dass amerikanische Kongressabgeordnete wie John McCain nach Kiew reisen und der „Maidan-Revolution“ gegen einen demokratisch-gewählten Präsidenten ihre Unterstützung zusagen, spricht ebenfalls Bände … (zur Gene Sharp / Robert Helvey / CIA-Connection siehe Die große Fata Maidana)

Im gleichen Jahr reiste Tiahnybok nach Deutschland um seine Solidarität mit John Demjanjuk zu demonstrieren, der wegen Beteiligung am Massenmord im Todeslager Sobibór (28.000 Tote) zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war. Dort traf er sich mit dem Anwalt des Kriegsverbrechers und betonte, dass der Täter für ihn ein Held sei, ein Opfer politischer Verfolgung, der „für die Wahrheit kämpft“.

yuriy-mykhalchyshynNeben Tiahnybok spielt Yurii Mykalchyshyn (YM) – ganze 31 Jahre alt – eine wichtige Rolle als „Berater der Partei in ideologischen Fragen“. Sein großes Vorbild ist Joseph Goebbels und er macht keinen Hehl daraus, dass er Faschist ist – im Gegenteil. Sein liebster Slogan:

„Wir halten Toleranz für ein Verbrechen“

und Aussprüche wie „Wir schätzen die Echtheit des Geistes und des Blutes höher als Erfolg und Reichtum“ lassen keine Zweifel daran, wohin die Reise gehen wird. Er bewundert die Härte und dem kompromisslosen Radikalismus seiner Idole aus den 1930er Jahren und ist stolz darauf, als Extremist zu gelten. (Nietzsche und Leo Strauß lassen grüßen …!!) So fühlt er sich seinem Helden Bandera noch näher, der „eine Untergrund-Terror-Revolutionsarmee gegründet hat, deren langer Schatten noch heute furchtbare Angst in den Herzen unserer Feinde auslöst“

neo Nazis gladio styleYM dient als Bindeglied zwischen Svoboda und den sogenannten „autonomen Nationalisten“ (die sich übrigens genauso kleiden, organisiert und „gewaltbereit“ sind wie unsere angeblich „linken Autonomen“, die immer vermummt sind … und wohl die gleichen Sponsoren im Hintergrund haben). Er fusionierte die Attribute der einen (Springerstiefel, Skinhead-Frisur, etc.) mit den Ritualen der anderen (nächtliche Fackelzüge mit schwarzen Flaggen und SS-Symbolen) und sorgte dafür, dass Gewalt auf den Straßen gegen Minderheiten glorifiziert wurde

Kruty torchlight march 2011Am 29. Jänner 2011 organisierte YM einen Fackelzug zum Gedenken an die Schlacht von Kruty – siehe das Gänsehaut erzeugende Video oben – (1918 zwischen der Roten Armee und ukrainischen Soldaten (davon etwa 500 Studenten) die wegen des großen Ungleichgewichts der Kräfte nur einige Stunden dauerte) gedacht. Auch für diese volksverhetzerische Aktion legte Juschtschenko während seiner Amtszeit den Grundstein und beschrieb den schnellen Sieg der Roten Armee so:

„Junge Menschen starben wie Spartaner im Interesse ihrer Heimat, in einem Kampf gegen die ausländischen Aggressoren, und ihr Opfer ist ein Beispiel für die selbstlose Liebe zu ihrem Heimatland. Jeder Jahrestag der Helden von Kruty ist nicht nur ein Tag, um die Menschen zu ehren, die ihr Vaterland mehr als ihr Leben geliebt haben. Dies ist auch eine Erinnerung an unsere heutigen Politiker in Bezug auf ihre Verantwortung für das Schicksal ihres Landes und Volkes.“

(Dieses Zitat wird in anderen Quellen auch Julia Timoschenko zugeschrieben, was darauf hindeutet, dass diese korrupten Politiker schön brav Texte aufsagen, die ihnen ihre PR-Berater vorlegen …)

Was man vielleicht noch dazu sagen sollte, ist die Tatsache, dass es 1918 in der Ukraine auch pro-sowjetische Sympathisanten gab, unter den Soldaten, aber vor allem in den Industriegebieten im Osten, wo russische Arbeiter dominierten , viele von ihnen wurden Teil der „Roten Garde“ (pro-sowjetisches Freiwilligenheer). Erst durch das Eingreifen österreichisch-deutscher Truppen wendete sich das Blatt und die Sowjetarmee trat den Rückzug an (siehe dazu den letzten Beitrag …)

INDOKTRINIERTER GEIST IN GESTÄHLTEM KÖRPER

neonazis Ukraine1Sportliche Aktivitäten, besonders Kampfsportarten locken Jugendliche an, die im Rahmen einer Kampagne „gegen Degeneration“ geführt wird. Junge Nationalisten müssen natürlich auch einen gestählten Körper haben; sie sollen Genussgifte meiden, ihren Körper trainieren (wie in Sparta) und sich auf den Hass gegen ihre „Feinde“ konzentrieren … (kommt uns das irgendwie bekannt vor?) Die „Sozial-Nationalisten“ sehen sich also in einem spirituellen Krieg, in dem die Ukrainer sich „wehren“ müssen.

Der „Chef-Ideologe“ der „Freiheitspartei“ trägt vor:

„Die gegenwärtige Situation bewirkt bei den „Entarteten“ einen ständigen Kampf gegen alle normalen Leute, der durch die Auflösung von Nationen, Klassen und Rassen gekennzeichnet ist. In anderen Worten: ein totaler und permanenter nationaler, Klassen- und Rassenkrieg wurde den Ukrainern erklärt. Sie versuchen uns als Gemeinschaft des Blutes und des Geistes zu liquidieren, …Die Sozial-Nationalistische Weltanschauung basiert ausschließlich auf positiven Werten:

Freiheit. Totalität. Gewalt. Hingabe. Gerechtigkeit. Hierarchie. Ordnung. Autorität. Disziplin. Brüderschaft. Glaube. Opfer. Stolz, Missionierung. Gleichheit, Nicht-Anpassung. Hass. Leidenschaft. Das Streben nach etwas Größerem als Du-selbst. Das Unmögliche.

Gleichzeitig ist unsere Weltanschauung durch Widerspruch gegen negative, menschenfeindliche und anti-nationale Phänomene unserer Zeit gekennzeichnet … Anti-bürgerlich, anti-kapitalistisch, anti-globalistisch, anti-demokratisch, anti-liberal, anti-bürokratisch und anti-dogmatisch … „

DIE (PR-) MÜTTER DER NATION

puzata mamaYM propagiert auch eine idealisierte Version der Weiblichkeit, die auf sexueller „Reinheit“ beruht und betont, dass die erste Bürgerplicht der Frau darin besteht, neue „Nationalisten“ zu gebären. Er stützt sich dabei auf die Worte von Luri Lypa (1900-1944) und schreibt in Vatra:

Frauen sind Träger der gesellschaftlichen und rassischen Moral, mehr als der Mann, formen sie die Rasse. Die Ehe ist die Pflicht der Frau gegenüber ihrem eigenen Geschlecht. Die Pflicht des Staates besteht darin, ihr dabei zu helfen … die 300 Eisprünge jeder ukrainischen Frau sowie die 1.500 Ejakulationen jedes ukrainischen Mannes sind ebenso nationale Schätze wie, sagen wir Energiereserven, oder Vorkommen von Eisenerz, Kohle oder Öl“. (!)

Wie diese „Gebärpflicht“ den ukrainischen Frauen mit modernen PR-Methoden schmackhaft gemacht wird, zeigt dieses Beispiel (Video):

„Puzata Mama 2013 „: „Mama“-Wettbewerbe sollen vermitteln, wie „attraktiv und „in“ eine Schwangerschaft doch ist. Die „beste Schwangere“ kann ihre Mutterkapazitäten demonstrieren, sich wie eine „Miss“ fühlen und dabei gleichzeitig für ukrainischen Nachwuchs sorgen. Und das alles generiert auch noch Partystimmung – toll, oder? (Wie es den Kindern in Zukunft ergehen wird, angesichts der düsteren, politisch-wirtschaftlichen Situation ist eine andere Frage …)

FASCISM IS BEAUTIFUL

Im Gegensatz zu den Geschichtsfälschern Juschtschenkos und den „ewig gestrigen“ OUN-Nachfolgern im Exil leugnet Yurii Mykal‘chyshyn nicht, dass Bandera ein Faschist war. Ganz im Gegenteil, der Faschismus ist die Basis für seine Bewunderung, die er auch anderen „braunen Helden“ zollt, wie etwa Carl Schmitt.

M. schrieb seine Dissertation zum Thema „ Die Transformation einer politischen Bewegung in eine Massenpartei neuer Art – Am Beispiel der NSDAP und der PNF (Vergleichsanalyse). Sie erraten sicher, wo er sich seinen „Doktortitel“ geholt hat? Richtig, an der Ivan Franko Universität ..

Auch in den Journalen dieser Universität hat M. publiziert und zwar 2007 u. 2008 zur Frage der „Strategie faschistischer „anti-System“ Bewegungen“. Er propagiert die faschistische Transformation der Gesellschaft in einschlägigen Web-Foren und gründete 2005 das Politische Forschungszentrum* „Joseph-Goebbels“, das aber später – aus verständlichen Gründen umbenannt wurde.

(*Die Webseite des Zentrums lautete: http://nachtigall88.livejournalcom (!) – sie wurde 2011 entfernt und wahrscheinlich unter neuem Namen weitergeführt; die Zahl 8 steht für den achten Buchstaben im Alphabet, also H, und „88“ steht demgemäß für die Initialen Hitlers. „Nachtigall“ war der Name eines gefürchteten ukrainischen SS-Bataillons im zweiten Weltkrieg)

Ukrainian SS com 2011Angeführt von Mykal’chyshyn (ganz links im Bild) feiert man am 28. April den Gründungstag der Waffen-SS Galizien in Lviv mit der Parade der „Größe des Geistes“ (Marsh Velychi Dukhu), die aus dem Dritten Reich stammen könnte:

Kameradschaft, Ehre und die heilige Pflicht, Befehlen zu gehorchen“ das sind die „Werte“, die klapprige 80-jährige Veteranen (als Helden der Freiheit vorgeführt) den Jugendlichen einhämmern und hunderte marschieren vom Bandera Denkmal über den „Bandera Boulevard“ mit den Rufen: Ein Volk, eine Nation, ein Vaterland! / Galizien, Division der Helden! An den Straßen hängen riesige Plakate, die die Einheit zum „Stolz der Nation“ erklären …

GEHORSAM IST „EUROPÄISCH“

SS GaliciaDie Veteranen der Galizia SS-Division präsentieren sich als die „Vorreiter der Europäischen Einheit“, deren Kameraden für Deutschland und Europa gefallen seien. Sie hätten für ein vereintes Europa gekämpft, das „in unseren Divisionen während des defensiven Kampfes gegen den Ansturm aus dem Osten schon als Vision existierte.“ (spätestens jetzt hätte der Groschen bei den anwesenden Ukrainern fallen müssen ….)

Tatsache ist, dass die einzige Parteien in der Ukraine, die gegen diesen Wahnsinn auftraten, jene von Janukowitsch (die Partei der Regionen) und natürlich die „Linken“ waren, also Sozialisten und Kommunisten, während die „liberalen“ Intellektuellen schwiegen. Dieses Gegengewicht zu den Neo-Nazis und fanatischen Nationalisten ist jetzt – dank Washington, Brüssel und Berlin und ihren unterwürfigen „Presstituierten“ – eliminiert worden … die Mitglieder dieser Parteien werden bedroht, schikaniert und müssen um ihr Leben fürchten. (Mehr dazu im nächsten Beitrag)

yuschenkoJuschtschenko und seine schönfärbenden „Historiker“ haben die rechtsextremen Fanatiker – sprich Neo-Nazis – mobilisiert und Kriegsverbrecher zu Pop-Idolen gemacht, um die „ethnische Karte“ zu spielen. Der aufgeblasene Heldenkult und die zur Gehirnwäsche ausgeartete, nationalistische Indoktrination lenkt in Wahrheit die Menschen nur davon ab, sich mit jenen Themen zu befassen, die in der Gegenwart wirklich wichtig sind: ökonomische Selbstbestimmung und ein menschliches, sozial-gerechtes Wirtschaftssystem.

Stattdessen bekommen sie „Sparprogramme“, Lohn- u. Pensionskürzungen und gleichzeitige Preiserhöhungen, soziale Verelendung, brutalen „Wettbewerb“, Gentechnik auf den Feldern, Plünderung ihrer Ressourcen durch ausländische Konzerne und Banken und werden als Schuldsklaven des Bankenkartells IMF ihren Tribut abführen müssen, egal wie schlecht es ihnen geht … aber das alles gibt es im „freien Markt“ … !

Die penible Aufarbeitung der eigenen Geschichte (ihrer finstersten Kapitel und Verbrechen) muss anscheinend nur Deutschland für alle Ewigkeit durchführen, während andere Länder, wie die USA und Großbritannien (die Nazis – bis heute – gefördert, für subversive u. kriminelle Zwecke benutzt und vor Strafverfolgung geschützt haben ) sich immer noch als moralische Instanzen (gerade jetzt gegenüber Russland!) aufspielen können. (Schon wieder Pinters Nobelpreisrede!

(Sehr empfehlenswert ist das Buch „Conjuring Hitler“ von Guido Preparata; sperriger, deutscher Titel: Wer Hitler mächtig machte)

IN MACHIAVELLI WE TRUST

mlk beyoond vietnam--spiritual deathWährend also die psychopathischen, globalisierten Machteliten in Washington, (und ihre Vasallen in Brüssel, Berlin, London, Paris, Tel Aviv, etc.) … irre Neo-Nazis (oder irre Islamisten) als politische Werkzeuge für „regime change“ einsetzen und damit seit Jahren durchkommen, wird von denselben verbrecherischen Heuchlern Russland bzw. Putin (oder Assad bzw. der Schurke, der gerade en vogue ist) als Gefahr für „Frieden und Sicherheit“ präsentiert und mit Sanktionen und anderen Formen der Gewalt für das „bestraft“, was diese Heuchler selbst verbrochen haben …

.. War is Peace. Ignorance is Strength … und wie sagte Edward Bernays so treffend … das ganze Theater, damit die verwirrte Herde (Lippman) sich der „Halluzination der Demokratie“ hingeben kann …