JFK (1): Rendezvous with Death

statoflibertyGestern, vor 50 Jahren wurde John F. Kennedy am hellichten Tag in Dallas ermordet. Diesem Jahrestag haben wir es zu verdanken, dass uns die Medien (allen voran ARD, ZDF, ARTE) in den letzten Tagen sogenannte „Dokus“ über den letzten Tag des Präsidenten oder über sein Leben vorgesetzt haben, die alle eine Schande für den Journalismus sind.

JFK wurde quasi noch einmal hingerichtet, diesmal war nicht sein Körper das Opfer, sondern sein Charakter: immer wieder hörten wir von seinem ausschweifenden Sexualleben, seinen Affären mit Marilyn Monroe, etc. dass er (und auch noch Jackie) angeblich Drogen nahmen, usw. Die Yellow Press hätte neidisch werden können, was die Fernseh-Redaktionen da an Banalität und Schmutz auf Kennedy abgeladen haben.

Was JFK in seinem Privatleben tat, geht uns gar nichts an und spielt auch zur Aufarbeitung seiner Ermordnung keine Rolle. Das ganze ist natürlich nur ein riesiges Ablenkungmanöver von der ganz großen Frage: WARUM?  Warum wurde er  umgebracht und warum werden wir immer noch – nach 50 Jaren – gewaltig verarscht, damit wir die Dimension dieses Verbrechens nicht begreifen?

Zur Klärung dieser Fragen soll dieser Blog beitragen ..

Stone JFK Cover1992 kam „JFK“ von Oliver Stone in die Kinos und war ein Kassenschlager.  Doch neben dem finanziellen Erfolg begannen für den Regisseur schwere Zeiten, denn er hatte mit diesem Film wieder Salz in die Wunde der Erinnerung an das Attentat gestreut.

Stone wurde massiv angegriffen (Vorwurf: Fact & Fiction vermischt)  und natürlich wie alle Zweifler (die noch logisch denken können und somit die offizielle Version als völlig unglaubwürdig erkennen müssen) – mit dem Label „Verschwörungstheorie“  (sprich: du bist ein Idiot) stigmatisiert.

Obwohl Stone noch jahrelang in gewissen Kreisen der amerikanischen Gesellschaft wie ein Aussätziger behandelt wurde und z.T. immer noch wird, hatte sich die Mühe doch in gewisser Weise gelohnt:

Als Folge der Kontroverse, die der Film ausgelöst hatte, verabschiedete der amerikanische Kongress 1992 den President John F. Kennedy Assassination Records Collection Act. Wie im Film gezeigt wird, konnte der einzige Staatsanwalt, der je ein Strafverfahren einleitete (Jim Garrisson, gespielt von Kevin Kostner), um die wahren Schuldigen zu finden, in vielen Fällen seinen begründeten Verdacht nicht beweisen, weil ihm der Zugang zu Regierungsdokumenten verweigert wurde.  (Die CIA gab später zu, dass Clay und Ferry für sie gearbeitet hatten)

1 JFK autopsy 0504bSo wurden z.B.  weder alle Autopsiefotos noch die vollständigen Röntgenaufnahmen von Präsident Kennedy je veröffentlicht (auch die Warren-Kommission hat sie nicht gesehen, man gab ihr stattdessen „Zeichnungen“ eines Künstlers, (siehe Graphik links.)

Dieses neue Gesetz ermöglichte es vielen JFK-Forschern neue Erkenntnisse über das Attentat und seine Hintergründe zu Tage zu fördern bzw. die bereits vorhandenen Untersuchungsergebnisse mit den neuen Dokumenten zu erweitern.

Dadurch werden wir in die Lage versetzt zu verstehen, WARUM John F. Kennedy ermordet wurde – eigentlich war es eine Hinrichtung. Wenn wir wissen warum, können wir auch auf die Täter schließen. Aus den vielen Büchern über die Ermordung Kennedys habe ich vier ausgesucht, die nach meiner Ansicht unverzichtbar für die Aufklärung des Verbrechens und den  politischen Hintergrund sind:

50  JAHRE  ARGLISTIGE  TÄUSCHUNG

1 Howard Roffman – Presumed Guilty (The Framing of Lee Harvey Oswald) – 1975

Durch  genaue Analyse der Indizienbeweise und der ballistischen Untersuchungen demonstriert Roffman sehr überzeugend, dass Oswald nicht der Mörder von JFK sein konnte. Er zeigt auf, dass die Warren Kommission gegenüber Oswald voreingenommen war (gelinde gesagt) und alle glaubhaften Informationen, die ihn entlasteten, systematisch unterdrückte.

Roffman hatte seit seinem 14.Lebensjahr alles gelesen, was er über das Attentat und Kennedy finden konnte. Mit 18 (1970) kaufte er alle 26 Bände des Warren-Reports (tausende Seiten) und – entsetzt von dem, was er darin fand (oder vermisste) – forschte er im Nationalarchiv weiter. 1974 schloss er sein Geschichtsstudium mit Auszeichnung ab und studierte anschließend Jura.

allen dullesDie Mörder von JFK kamen davon, weil die eingesetzte  „Untersuchungskommission“  alles andere als unbefangen war, das zeigte sich ja bereits an der Auswahl der Mitglieder, allen voran CIA-Direktor Allen Dulles (der wahre Chef der Kommission) – der kurz zuvor von Kennedy gefeuert worden war. Der Bericht der Warren-Commission diente weniger der Wahrheitsfindung, als der Vertuschung der Wahrheit: dass es sich sehr wohl um eine politische „Verschwörung“ gehandelt hatte und die Erklärung dafür liegt natürlich in der wichtigsten Frage:

WARUM? Warum wurde Kennedy ermordet? Wer profitierte von seinem Tod? Wessen Pläne wurden durch Kennedys Politik durchkreuzt? Welche Kreise hatte er so gegen sich aufgebracht, dass sie ihn hassten und als Verräter ansahen?

(Wir kommen später darauf zurück)

Wie Roffman richtig erkannt hat, kam die Warren-Kommission (WK)  ihrerseits damit durch, weil so gut wie alle Institutionen, die eine demokratische Kontrolfunktion haben (sollten), angesichts dieser Herausforderung, eklatant versagt haben. Der Kongress, das Rechtssystem, vor allem auch die Presse ... sie alle haben es unterlassen, das  Versagen (Pseudo-Untersuchung) der WK anzuprangern und eine echte Aufklärung  zu verlangen.

Die vielgerühmte amerikanische  „Demokratie“ konnte sich also auf keine Institution verlassen,  als es um den Schutz vor eklatantem Machtmissbrauch und organisiertem Verbrechem (von Teilen des eigenen Regierungsapparates) ging. Alle „Checks and Balances“ die die US-Verfassung zur Kontrolle der Exekutivmacht vorsieht, haben im entscheidenden Moment nicht funktioniert.

3rd_psychological_operations_btn_dui_n14121Täuschung und Tarnung in der US-Politik (gegenüber der eigenen Bevölkerung) gab es natürlich auch schon vorher. Roosevelt versicherte den Amerikanern, dass „eure Söhne nicht in fremde Kriege geschickt werden“ und Eisenhower leugnete 1960, dass ein US-Flugzeug, das von den Sowjets abgeschossen wurde, ein amerikanisches Spionageflugzeug war (die berühmte „U2“-  unterwegs im Auftrag der CIA).

Auch der „Gulf-of Tonkin-Incident“ (August 1964) war eine Lüge – um wieder einmal militärische Aggression der USA als „notwendige Verteidigung“ edler Werte darzustellen, damit der Mythos der „guten Supermacht“ – die gegen das Böse (Sowjet-Kommunismus) kämpfte –  weiter genährt wurde.

Damit wurde der Vietnamkrieg eskaliert und Millionen Menschen zu unermeßlichem Leid und letztlich zum Tode verurteilt.

Hier im O-Ton einige Zitate von Zeitzeugen:

One of the Navy pilots flying overhead that night was squadron commander James Stockdale, who gained fame later as a POW and then Ross Perot’s vice presidential candidate. „I had the best seat in the house to watch that event,“ recalled Stockdale a few years ago, „and our destroyers were just shooting at phantom targets — there were no PT boats there…. There was nothing there but black water and American fire power.“

In 1965, Lyndon Johnson commented: „For all I know, our Navy was shooting at whales out there.“

Betrug und List  der US-Regierung waren also nichts Neues, aber die Dimension im Falle der Kennedy Ermordung schien alles bisherige in den Schatten zu stellen.

Allen Menschen, die sich das Denken noch nicht abgewöhnen ließen, war klar, dass eine solche Tat nur mit Wissen und Zustimmung bzw. aktiver Beteiligung ranghoher Mitglieder von Regierungsinstitutionen (allen voran FBI, CIA, und Pentagon) und von anderen Teilen des Sicherheitsapparates (Polizei, Secret Service), organisiert  werden konnte.

Roffman kritisiert auch heftig die Tatsache, dass etliche Rechtsanwälte in der WK saßen (von denen nur ein kleiner Teil tatsächlich an allen Hearings teilnahm .. ):

Sie verhielten sich nicht wie Rechtsanwälte, sie wirkten bei der Vertuschung eines brutalen Verbrechens mit und wurden somit Mittäter. Der Kongress akzeptierte den  mangelhaften Bericht als endgültig und hat damit ebenfalls eine Straftat (im nachhinein) begünstigt. Aber wahrscheinlich am schwerwiegendsten ist das Versagen der Pressesie wurde zu einem Sprachrohr der Regierung. Am Anfang wurden noch einige Ungereimtheiten in den Zeitungen erwähnt, die sich aus den Indizien, Beweisen und den Schlüssen der Warren-Kommission ergaben, doch zu keinem Zeitpunkt haben die Journalisten ernsthaft die Legitimität der offiziellen „Erkenntnisse“ über das Attentat  in Frage gestellt …“

Die einzigen Menschen, die sich die Mühe machten, die ganze Inszenierung zu hinterfragen, waren  einige gewöhnliche Bürger, die keine besondere Funktion im System hatten. Sie begannen damit, tausende Dokumente zu analysieren, Fragen zu stellen und neue Zeugenaussagen und Beweise auszugraben. Schon bald wurde klar, dass hier tatsächlich eine Verschwörung existierte und der Rest der Bevölkerung es einfach nicht wahrhaben wollte, was dieses Attentat über den Zustand der amerikanischen „Demokratie“ aussagte.

Wenn die Mörder des eigenen Präsidenten (der auf brutale Weise hingerichtet wurde) ungestraft davon kommen (dank  organisierter Täuschung, effektiver Gehirnwäsche und  psychologischer Verdrängungsmechanismen, die in der Bevölkerung wirken), was ist das für eine „freie“ Gesellschaft?

Ein anderer dieser „Kriminalinspektoren“ aus dem amerikanischen Volk war

WeisbergHarold Weisberg (Whitewash: The Report on the Warren Report (1965)

This government did manufacture, suppress and lie when it pretended to investigate the assassination of JFK. If it can do that, it can do anything.   And will, if we let it.

Auch Weisberg warnte davor, dass die (gewaltige) Exekutivmacht in den USA ungeheuerliche Verbrechen begehen könnte und würde, wenn es keine gesellschaftliche Institution gäbe, die bereit ist, sie zu stoppen. (Aktueller Bezug: Machtmissbrauch der globalen US- Cyber-Gestapo: NSA) Der nächste „Skandal“, die Watergate-Affaire, zeigte ja schon  wohin die Reise geht …

Ich möchte an einem Beispiel verdeutlichen, wie akribisch Roffmann, Weisberg  (u.a.) die Fakten recherchiert haben:

Um ein Verbrechen aufzuklären, muss die Polizei drei Aspekte verfolgen: Wer hatte ein Motiv, wer hatte die Möglichkeit und die Mittel, die Tat  zu begehen? Nur wenn alle drei Aspekte auf eine Person zutreffen,  und genug Indizien und Beweise gesammelt werden können, dass nur eine bestimmte Person dafür in Frage kommt,  kann der Täter mit Sicherheit überführt werden.

Im Fall Oswalds geht es also darum folgendes zu beweisen:

  • Er – und nur er – hat auf den Präsidenten geschossen.
  • Mit der Waffe, die in den Medien als seine vorgestellt wurde (ein billiges Karabiner-Gewehr mit defekter Optik).
  • Die Munition, die den Präsidenten getötet hat, stammt aus dieser Waffe.
  • Die Wunden des Präsidenten stimmen überein mit Wunden, die durch solche Patronen verursacht werden.

(Gouverneur Connally wurde auch durch Schüsse verletzt – darauf kommen wir erst später zurück)

Wer hat diese Untersuchungen durchgeführt? Normalerweise ist dafür die Staatsanwaltschaft zuständig bzw. jene Teile der Kriminalpolizei, die man salopp  als „Spurensicherung“ bezeichnet, also forensische Experten.  Im Falle des Kennedy-Attentates wurde aber kein normales Verfahren eingeleitet, weil Oswald ja – wie günstig für die wahren Mörder – ermordet wurde, bevor er noch ein Wort vor Gericht aussagen konnte.

Die forensischen Untersuchungen (ballistisch) des Kennedy Mordes fanden unter Kontrolle des FBI  statt. 

Für dessen Chef, Edgar Hoover war die Sache abgeschlossen: Oswald war der einzige Täter – end of story.  Um festzustellen, ob die Ergebnisse des FBI korrekt, (und unvoreingenommen waren), und die Unabhängigkeit der Untersuchungen sicherzustellen,  hätte die Warren-Kommission andere forensische Experten zuziehen müssen.

Doch die Warren-Kommission tat nichts dergleichen: um die offenen Fragen zu beantworten, beauftragte sie – wen? – das FBI …

Die „Schuld“ Oswalds wurde – nach Angaben des FBI – dadurch „bewiesen“, dass die gefundenen Kugeln aus dem Gewehr von Oswald stammten. Wie überzeugend waren diese „Beweise“ und wurden sie von der WK geprüft?

Hier die dokumentierten Seufzer zweier Kommissionsmitglieder: …(16 Dec 1963)

McCloy:This bullet business leaves me totally confused ..“

Warren: „… it’s totally inconclusive …“

Es gab schon 1963 ein wissenschaftliches Verfahren, um festzustellen, ob die metallischen Reste in einer Schusswunde von einer bestimmten Waffe bzw. einer bestimmten Munition stammen: die spektrographische Analyse.

Das FBI gab an, solche Tests durchgeführt zu haben, die aber kein schlüssiges Ergebnis hervorbrachten. Die WK hat sich darauf verlassen, ohne den Originalbericht des Ballistikexperten je gesehen zu haben, geschweige denn ihn in die offizielle Dokumentation aufzunehmen.  Weisberg hat später herausgefunden, dass das FBI  von der AEC (Atomic Energy Commission) das Angebot erhielt, ein noch exakteres Verfahren anzuwenden: die „neutron activation analysis“ (NAA). Damit konnte der definitive Beweis erbracht werden, ob die Geschosse, die den Präsidenten getötet hatten, identisch mit jener „unversehrten, herausgefallenen“ Patrone waren, die auf der Trage von Gouverneur Connally im Krankenhaus „gefunden“ worden war (und die aus Oswalds Gewehr stammte). Die AEC schrieb sogar an das Justizministerium (DOJ), weil die Sache so wichtig für die Beweisführung war.

Das DOJ reichte den Brief an die Warren-Kommission weiter, die dann das FBI kontaktierte. Die „Beweise“ wurden dann vom FBI an die AEC übermittelt. Die dokumentierten Resultate kamen nie  zurück

JFK exhibit59Die WK beugte sich dem Wunsch von Edgar Hoover, die Einschusslöcher in der Kleidung von Kennedy und Connally dieser NAA (winzige Metallspuren werden analysiert)  NICHT zu unterziehen … so also verstand die Kommission ihr Mandat,  „alle Fakten des Attentates zu untersuchen“.

Die WK hörte keinen einzigen Zeugen zur NAA der ballistischen „Proben“ (also Patronen) … am 8.Juli 1964 – erst eine Woche, bevor der Warren-Report in Druck ging – gab es eine schriftliche Erklärung von Hoover (die niemand wirklich verstand …):

Hoover ballstics

bullet1Die „herausgefallene“ Patrone wurde gar nicht erwähnt … und für die angeblichen „Testergebnisse“ wurde keine Dokumentation vorgelegt. Als Weisberg später die Herausgabe der spektrographischen Testergebnisse verlangte (nach dem FOIA-Gesetz sein gutes Recht), und in erster Instanz Recht bekam, wurde von seiten der Regierung mehrfach dagegen geklagt bis ihm die Einsicht endgültig verweigert wurde. Natürlich war wieder „die nationale Sicherheit“ die Tarnkappe zur Verschleierung von Staatsverbrechen.

Doch als der Fall publik wurde, reagierte der US-Kongress und verabschiedete 1974 eine Ergänzung zum FOIA . Weisberg stellte wieder einen Antrag auf Akteneinsicht (diesmals auch für die NAA –Testergebnisse).  Die Regierung – unter Zugzwang – gab eine Sammlung chaotischer, unvollständiger  Aufzeichnungen heraus, die niemand verstehen konnte. Jede Mengen Zahlen und Tabellen, aber keine statistischen Auswertungen. Das war alles? FBI Agent Robert Frazier hatte unter Eid ausgesagt, die gesamten Testergebnisse seien archiviert worden .. doch nach aktueller, offizieller Aussage gabe es diesen „File“ nicht …

Welchen Grund könnte es für die Kommission (bzw. die Regierung) geben, diese Ergebnisse geheimzuhalten? Genau jene Tests, die die Schuld – oder Unschuld –  Oswalds wirklich beweisen würden? Dreimal dürfen Sie raten …

Das Verhalten der Kommission, des FBI, und anderer Regierungsbehörden ist das stärkste Indiz – eigentlich der Beweis – für ein gewaltiges „cover-up“.  Hier geht es nicht nur darum, dass „Wer“ zu ermitteln, sondern um einen Totalzusammenbruch der Rechenschaftspflicht  einer Regierung, der folgenlos blieb. Und das ist das Land, das anderen Vorträge über Demokratie hält und sie mit Bomben und Terroristen (scheinbar) erzwingen will …

Dass Attentat auf Kennedy ist deshalb – auch nach 50 Jahren – von eminenter Bedeutung für uns.  Alle Menschen, denen der Begriff „Demokratie“ noch etwas bedeutet, müssen sich deshalb näher mit den Hintergründen dieses ungeheuerlichen Verbrechens befassen .. und dabei wird klar, dass vom 22. November 1963 eine gewundene, aber klare Spur zum 11.September 2001 führt …

False Mystery4  False Mystery Concealing State Crimes 

von Vincent J. Salandria

I have never declared the covert actions of the U.S. intelligence agencies to be incompetent. They are almost invariably and unerringly competent in murdering, individually and massively, in defense of U.S. military dominance and empire …  JFK was killed by U.S. intelligence to perpetuate the Cold War.”

Neben Roffman und Weisberg ragt ein weiterer  Pionier unter den Aufdeckern des Kennedy Attentats hervor, der wirklich Großes geleistet hat:  der Jurist Vincent Salandria  – ein „Rechtsanwalt“, der den Titel wirklich verdient hat. Er schrieb in den Jahren nach dem Anschlag zahlreiche Essays, in denen er aus der Perspektive des Rechtsstaates aufzeigt, dass das (kriminelle) Verhalten der Behörden nach dem Mord (der ja auch ein Staatsstreich war)  nur den Schluss  zulässt: hier ist tatsächlich eine Verschwörung im Gange.

Die Vorbereitung eines Mordes in dieser politischen Dimension,  die Ausführung und die Vertuschung eines solchen Verbrechens konnte nur mit Beteiligung höchster Regierungskreise und der Machteliten stattfinden. Dazu gehören allen voran das US-Militär und seine Geheimdienste, die CIA, der Secret Service, das FBI, die Polizei in Dallas, usw. Natürlich heißt das nicht, dass jeder einzelne Mitarbeiter in diesen Organisationen am Attentat beteiligt war. In allen diesen Behörden arbeiten viele Menschen gewissenhaft und in dem Glauben, ihrem Land einen Dienst zu erweisen. Doch wenn man in diesen Behörden an kritischen Stellen Leute platziert hat, die insgesamt ein Netzwerk bilden, das an den Schaltstellen der Macht sitzt und Zugang zu den wichtigsten politischen Informationen hat, lassen sich auch solche Verbrechen organisieren und vertuschen.

Jedesmal, wenn (während der Untersuchung durch die Warren-Kommission) Hinweise für eine Verschwörung auftauchten – und davon gab es mehr als genug – weigerte sich die Regierung, diesen nachzugehen. Andererseits wurde Informationen, die völlig unglaubwürdig waren, aber Oswald belasteten, zur Untermauerung der  Einzeltäter-Theorie herangezogen.“

Die Essays von Salandria erschienen zunächst in einigen Zeitungen und wurden erst Ende der 1990er Jahre in einem Buch zusammengefasst: False Mystery – An Anthology of Essays on the Assassination of JFK

Er schreibt in der Einleitung zu seinem Buch:

Die Warren-Kommission (WK) hat also den falschen Mann als Täter präsentiert und zu keinem Zeitpunkt ernsthaft versucht, die Wahrheit über das Attentat herauszufinden. Die Dokumente, die hier [in seinem Buch] vorgelegt werden, zeigen also ganz deutlich, dass die Kommission keine andere Möglichkeit, als die Täterschaft Oswalds auch nur in Betracht zog, als sie ihre Untersuchungen durchführte. Was bedeutet das? (unabhängig von Motiven)  Die WK hat den Mord an Präsident Kennedy (PK)  unaufgeklärt gelassen und damit stillschweigend das Entkommen der wahren Attentäter ermöglicht.

Für diejenigen, die mit den Umständen des Attentates nicht vertraut sind, noch mal eine kurze Darstellung der Ereignisse:

PK wurde am 22. November 1963 um 12:30 erschossen, als er in einem offenen Wagen durch die Straßen von Dallas fuhr und den Menschen zuwinkte. Neben ihm saß seine Frau, Jacqueline. Der Gouverneur von Texas, John Connolly (der auf dem Vordersitz, also direkt vor dem Präsidenten saß), wurde ebenfalls mehrfach von Kugeln getroffen.

Die Wagenkolonne fuhr daraufhin zum nächstgelegenen Parkland Hospital, wo JFK in der Notaufnahme behandelt wurde. Doch die Ärzte konnten ihn nicht retten. Gegen den Willen und unter Protest der örtlichen Behörden wurde der Leichnam dann nach Washington geflogen (die Zuständigkeit der Untersuchungsbehörden lag eindeutig in Dallas, wo das Verbrechen stattgefunden hatte) – Die Autopsie erfolgte in einem Militärhospital in Anwesenheit von hochrangigen Offizieren, die den Ärzten namentlich gar nicht bekannt waren.

45 Minuten nach dem Anschlag auf JFK wurde ebenfalls in Dallas ein Polizist erschossen: J.D. Tippit. Nur eine halbe Stunde später wurde Lee Harvey Oswald in einem Kino als mutmaßlicher Täter (Polizistenmord) festgenommen. Am Abend des 22.11. wurde er dann auch als Hauptverdächtiger für die Emordung des Präsidenten in den Medien präsentiert. 

Oswald hat stets behauptet, er habe niemanden erschossen und mehrfach um einen Rechtsbeistand ersucht.  Er werde seine Unschuld vor Gericht beweisen, sagte Oswald immer wieder.  Doch am 24. November wurde er, in Begleitung von Polizeibeamten und vor laufender Kamera, von Jack Ruby (aus dem Dunstkreis der Mafia) erschossen. Damit war der angebliche Präsidentenmörder für immer zum Schweigen gebracht und ein ordentliches Gerichtsverfahren verhindert worden.

Die Schuld von Oswald wurde nie (nach rechtsstaatlichen Grundsätzen) bewiesen. Er sollte in den Augen der Öffentlichkeit „emotional“ verurteilt werden.

Nach den Ausführungen der Warren-Kommission (WK) wurden bei dem Attentat nur drei Schüsse abgegeben. Diese drei Kugeln hatten laut BWK folgende Verwundungen bzw. Schäden verursacht:

  • Kennedy: je  eine Wunde im Rücken, im Hals und im Kopf
  • Connally: eine Wunde im Rücken, Durchschlagen (Bruch) einer Rippe, Durchschlagen( Bruch) des rechten Handgelenks, und Festsitzen eines Kugel- Fragments im linken Oberschenkelknochen
  • James T. Tague, ein Zuschauer auf der Dealey Plaza wurde von Munitionsteilchen getroffen
  • Windschutzscheibe und Chassis der Limousine von Schüssen beschädigt
  • Einschläge am Straßenrand

magic bulletDie Prämisse der Warren Kommission, dass alle Wunden von nur einer Kugel verursacht wurden (Magic Bullet Theory) ist so absurd, dass sie eigentlich jeder vernünftige Mensch sofort ablehnen müsste. (Schön demonstriert in dem Oliver Stone Film „JFK“ von Kevin Costner als Staatsanwalt Jim Garrisson)  2900

Im FBI-Bericht stand dazu auf Seite 18:

Unmittelbar nachdem PK und Gouverneur Connally im Parkland Memorial Hospital angekommen waren , fand man eine Kugel auf einem der Tragen. Die medizinische Untersuchung des Präsidenten ergab, dass eine der Kugeln in seinen Körper knapp unterhalb der Schulter rechts von der Wirbelsäule, mit einem Abwärtswinkel zwischen 45 und 60 Grad eingeschlagen ist, dass es keine Austrittswunde gab und dass die Kugel sich nicht im Körper befand.“

(Wie geht das denn?)

Diese Frage stellte sich anscheinend niemand. Doch mit dieser Aussage hatte die Regierung ein gewaltiges Problem: einen akuten Munitionsmangel zur Erklärung der vielen Wunden.

Dazu Salandria:

Alleine das hätte eine wirklich unabhängige Kommission zu der Erkenntnis geführt, dass  die o.a. Schäden nicht nur von einem Schrottgewehr verursacht sein konnten. Doch die absurde „Einzeltäter“ – Mordtheorie war und blieb das einzige Konzept, an dem die Regierung in krimineller Weise – allem anderen gegenüber blind – festhielt.  Sie diente als unzureichendes Feigenblatt für die Legitimation eines autoritäten „Sicherheits“-Staates, der sich zur absoluten Macht geschossen hat…“

Die Limousine des Präsidenten mit den Einschüssen sowie den Blut- und Hirngewebeteilen (von den Wunden des Präsidenten, die beim Einschlag der Geschosse das Fahrzeug bespritzten), hätte natürlich sofort  als exrem wichtiges Beweismittel sichergestellt und vor Manipulation geschützt werden müssen.

Doch was geschah?

Der Wagen wurde sofort aus Dallas weggebracht und neu „ausgestattet“, d.h. die forensischen Beweise darin wurden unwiederbringlich zerstört. Wie der Jurist Salandria richtig feststellt, stellt das eine eklatante Form von Behinderung der Justiz (Unterschlagung von Beweismitteln) dar:

„The removal from Dallas of the vehicle and the evidentiary eradication by means of refitting of the vehicle clearly constituted criminal obstruction of justice.“

Als Motiv für dieses Vorgehen der Behörden (FBI, die Warren-Kommission, Polizei in Dallas u.a.) kommt nur eine plausible Möglichkeit in Betracht: die Vertuschung der eigenen Schuld. Eine unschuldige Regierung hätte darauf bestanden, dass das Auto streng bewacht wird und dort verbleibt, wo es nach dem Gesetz hingehört: in die Jurisdiktion von Dallas.

neck wound front shotDie Ärzte im Parkland Hospital (wo Kennedy zuerst hingebracht wurde) in Dallas sagten alle vor der Kommission aus, dass die Wunde im Hals des Präsidenten eine Eintrittswunde war, der Schuss also von vorne kam.  Damit war aber die Einzeltäter-Theorie erledigt, denn Oswald (der ja angeblich vom 6. Stock des Schulbuchlagers geschossen hatte) konnte den Präsidenten nur von hinten treffen (siehe Bild  unten):

Dallas 2211Immer wieder wurden die Ärzte und das medizinische Personal von der WK gefragt, ob sie eine kleine Eintrittswunde am Hinterkopf des Präsi-denten gesehen hatten, alle verneinten das klar und deutlich. Wenn man die Protokolle liest, wird klar, wie versessen die WK darauf war, die  unbewiesene Theorie, dass der Präsident (nur) von hinten erschossen wurde, zu untermauern.

Die Möglichkeit, dass es mehrere Schützen gab (was auch die vielen Wunden erklärt wurde einfach negiert und alles, was darauf  hindeute, ignoriert. Dies war umso gravierender, als es Beweise und Zeugenaussagen dafür gab, dass die (tödliche) Wunde am Hinterkopf riesig (Teile des Gehirns traten aus, die Hälfte des Schädels war „weggeblasen“) und eine Austrittswunde war. Der Zapruda Film zeigt ja auch, dass der Kopf des Präsidenten nach hinten und nach links geschleudert wird, der Schuss in den Kopf also von vorne rechts kommen musste, was Kevin Kostner als Staatsanwalt Jim Garrison im Film JFK eindrucksvoll demonstriert:

Kevin Kostner Jim GarrissonIm Bethesda Naval Hospital, dem Militärkrankenhaus, in dem der Leichnam von JFK genauer untersucht wurde,  schrieb Commander James J. Humes einen Autopsiebericht, der wohl zu den wichtigsten Dokumenten aller Zeiten gehört. Am 24. November 1963 bestätigte er mit seiner Unterschrift folgendes:

 Ich, James J. Humes, bestätige dass ich gewisse, handgeschriebene Notizen zum Autopsiebericht A63-272  (durch Verbrennen) vernichtet habe…”

Auch mit dieser Handlung wurden die Ermittlungen der Justiz im Mordfall des Jahrhunderts behindert. Natürlich wurde Dr. Humes von ranghöheren Offizieren angewiesen, dies zu tun. Die Frage und die Antwort von Salandria sind wieder die gleichen:

Würde eine unschuldige Regierung solche Dokumente vernichten? Würde sie nichts unternehmen, um diese Vernichtung von Beweisen zu hinterfragen?

Salandria hat jahrelang tausende Dokumente analysiert und neue Aufzeichnungen ans Licht gebracht, die eine Beteiligung der Regierung an der Vertuschung verdeutlichen. So etwa das (in den USA berühmte) Memo an Bill Moyers (damals Pressesprecher von Lyndon B. Johnson)  von Nicholas Katzenbach, der damals im Justizministerium arbeitete und Moyers anwies, der Öffentlichkeit einzuhämmern, dass Oswald – und nur er – der Attentäter war, das es also keine Mittäter gibt, die noch frei herumlaufen und dass die Beweislage so eindeutig sei, dass es (ganz sicher) zu einer Schuldspruch vor Gericht gekommen wäre.

Hier einige Passagen im englischen O-Ton:

Memorandum for Mr. Moyers

It is important that all of the facts surrounding President Kennedy’s assassination be made public in a way which will satisfy people in the United States and abroad that all the facts have been told and that a statement to this effect be made now.

1. The public must be satisfied that Oswald was the assassin; that he did not have confederates who are still at large; and that the evidence was such that he would have been convicted at trial.

2. Speculation about Oswald’s motivation ought to be cut off, and we should have some basis for rebutting thought that this was a Communist conspiracy or (as the Iron Curtain press is saying) a right-wing conspiracy to blame it on the Communists. Unfortunately the facts on Oswald seem about too pat — too obvious (Marxist, Cuba, Russian wife, etc.). The Dallas police have put out statements on the Communist conspiracy theory, and it was they who were in charge when he was shot and thus silenced.

Angesichts der bisher skizzierten, unzureichenden Beweislage (wegen Unterdrückung von Beweisen, die eine Verschwörung untermauert  hätten)  muss man sich fragen:

Wie konnte Katzenbach bereits am 25. November wissen, dass Oswald alleine das Attentat begangen hatte? 

Die Schuld eines Angeklagten muss zweifelsfrei bewiesen werden, bevor er verurteilt wird. In einem Rechtsstaaat hat das Prinzip in dubio pro reo, also im Zweifel für den Angeklagten zu gelten. Doch hier passierte genau das Gegenteil: alle Zweifel an Oswalds Täterschaft (und davon gab es mehr als genug) wurden von vorneherein ignoriert, alles was ihn entlasten konnte, wurde unterschlagen oder falsch wiedergegeben.

Rechtsanwalt Salandria stellt also wieder fest, dass die Vorgangsweise von Katzenbach nur eine Interpretation zulässt: Auch er verhinderte, dass die wahren Schuldigen gesucht, geschweige denn gefunden wurden: Salandria nennt keine Namen, sondern klagt den Staat an, dessen Identität und Mentalität seiner Führungsriege  von einem dauerhaften Kriegszustand und paranoidem Militarismus geprägt ist.

Earl_WarrenAuch Earl Warren, Richter am Obersten Gerichtshof, und offizieller Leiter der Kommission (in Wahrheit war es Allen Dulles) erhielt von Katzenbach schon bald die Mitteilung, dass das FBI – „zweifelsfrei die Schuld von Lee Harvey Oswald bewiesen habe und dass es keinerlei Hinweise auf andere Mittäter gäbe …“

Was aber soll  eine „unabhängige Untersuchungskommission“ dann noch untersuchen – wenn von Anfang an die Täterschaft Oswalds als „sicher“ zu gelten hat?

Wie kann man sich auf die Aussagen von Behörden verlassen, die selbst Gegenstand der Untersuchung sein sollten? Wo bleibt da die demokratische und verfassungsmäßige  Gewaltenteilung? (Die Anweisung von Katzenbach war 1963 noch nicht bekannt, sondern wurde erst durch Salandrias Forschungsarbeit (noch mehr Beweise für Vertuschung durch die Regierung*) zutage gefördert)

(*Für mehr packende Informationen ist auch das Buch The Last Investigation von  Gaeton Fonzi zu empfehlen, der eine klare Spur zur CIA findet ..)

Bei den Recherchen über den Kennedy Mord besteht die große Gefahr, dass man sich in den Details des WIE verliert: Analyse der Einschüsse, Analyse der Wunden,  wer war Oswald, wer hat wann was gehört (von den Augenzeugen, die Kennedy zuwinkten) usw.

Obwohl alle diese Punkte wichtig sind (und ich habe nur einen kleinen Teil davon angesprochen), muss uns klar sein, dass die wichtigste Frage bei einem politischen Mord  ist:

WARUM? Cui bono?

Damit komme ich zum vierten  Buch, das mehr als alle anderen in der Lage ist, diese Frage zu beantworten und den 50-Jahre alten Schleier der Verwirrung zu lüften:

JFK – The Unspeakable

Fortsetzung folgt …

 

(Rendezvous with Death war das Lieblingsgedicht von JFK .. er hat sein ganzes Leben lang dem Tod ins Gesicht gesehen, weil er schon als Kind  schwer erkrankte, mehrfach operiert wurde und im Laufe seines Lebens mehrmals die letzte Ölung erhalten hatte ..)

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Ein Kommentar zu „JFK (1): Rendezvous with Death

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