DER TÖDLICHE EINHEITSBREI

divide and ruinFreiheit? Ich hasse das Wort … es  bedeutet Waffen, Bombenanschläge, Morde. Ich habe das Wort aus meinem Vokabular gestrichen …

Kommen Sie mir nicht mit „Freiheit“! Wir hatten Frieden, bevor sie uns „Freiheit“ brachten.

(Stimme einer christlichen Lehrerin aus Damaskus, 2016)

Am 18.Februar veröffentlichte der angesehene amerikanische Journalist Stephen Kinzer einen Artikel im Boston Globe, in dem er seine Berufskollegen massiv kritisiert:

Die Darstellung des Krieges in Syrien wird in die Geschichte der amerikanischen Presse als eine ihrer schändlichsten Episoden eingehen.“

Diese unangenehme Wahrheit – die natürlich auch für unsere „Journautisten“ gilt – demonstriert Kinzer am Beispiel der jüngsten „Berichte“ über Massaker in Aleppo (für die natürlich Assad bzw. Putin die Schuld gegeben wird, weil sie die Stadt „einkesseln):

Drei Jahre lang haben gewalttätige Milizen Aleppo kontrolliert. Ihre Herrschaft begann mit einer Welle der Unterdrückung. Sie brachten Warnungen an die Bevölkerung in Umlauf, auf denen zu lesen war:

Schickt eure Kinder nicht zur Schule. Wenn ihr es tut, werden wir ihre Rucksäcke kriegen und ihr die Särge.“

TAKE-AWAY“-ECONOMICS  IM  TÜRKISCHEN  STIL

Aleppo factories looted sold to TurkeyDann haben sie die Fabriken zerstört bzw. ausgeschlachtet (die Einrichtung wurde in die Türkei gebracht), damit die jetzt arbeitslosen Männer dazu „motiviert“ wurden, sich den Kampfeinheiten anzuschließen, schreibt Kinzer.

KLARSTELLUNG: Hier handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern systematische, wirtschaftliche Plünderung, von der über 1.000 Firmen betroffen waren (Aleppo ist das Wirtschaftszentrum Syriens). Maschinen, Fahrzeuge und Material wurden in großem Stil gestohlen und in der Türkei verschleudert (was von türkischen Geschäftsleuten bestätigt wird), mit Billigung der türkischen Regierung.

Im Video unten (2012) rühmen sich die „Rebellen“ damit, dass sie diese Vermögenswerte „befreit“ hätten (der „Assad-Bande“ entrissen) und nun den „Brüdern in Katar“ überlassen würden. (Katar ist der größte Sponsor von „Al Nusra“, einem Ableger von „Al Kaida“)

Was Kinzer nicht erwähnt, ist die Tatsache, dass die bewaffneten „Islamisten“-Banden alle terrorisieren, die sich nicht der „Rebellion“ anschließen wollen, also loyal zu ihrer Regierung sind – und das sind viele. Grauenvolle Videos zeigten, wie dutzende Männer, ausgezogen bis auf die Unterhose, kaltblütig exekutiert wurden.

HRW syrian rebels terrorize loyalistsAuch Human Rights Watch bestätigte, dass die angebliche „Opposition“ die Aufstands-unwillige Bevölkerung terrorisiert: Entführung, Folter, Exekution (also Mord) sind an der Tagesordnung.

Wie heißt noch mal die Truppe, die das organisiert hat, in unserer Presse? „Die Freie Syrische Armee“.

Robert Fisk, ein Veteran und Doyen unter den echten Nahost-Korrespondenten, (der arabisch spricht und selbst in Beirut lebt) erzählte in einem Vortrag davon, wie absolut gefühl- und mitleidslos IS & Co. seien: Kopf abschlagen und Kreuzigen gehört auch zum grausigen Repertoire der „Rebellen“.

Er musste sich als Journalist die ekelhaftesten Videos ansehen: z.B. wie ein jordanischer Pilot mit Benzin übergossen und dann angezündet wurde. Die unvorstellbare Agonie des wehrlosen Mannes wurde dann gefilmt – mit sieben verschiedenen Kamerawinkeln, damit die Qual noch deutlicher wurde.

(Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an meine These, wie man Menschen dazu bringt, so grausam zu sein, und dabei das Gewissen völlig auszuschalten)

All das hält aber die Papageienpresse nicht davon ab, die Invasion der Terrorbanden als „Befreiung“ von Aleppo zu deklarieren.

Übrigens, die syrische Regierung hat die UNO über diese Verbrechen unterrichtet. Reaktion: Null.

So sieht also „Befreiung“ durch „gemäßigte Rebellen“ aus?

DAS  AUTO  IST  MÄNNLICH

Das erste, was die „Befreier“ von Aleppo getan haben, (nachdem alle Andersdenkenden vertrieben, völlig eingeschüchtert oder tot waren) war eine islamistische Regierung auszurufen, deren Anhänger „Demokratie als Verschwörung des Westes“ bezeichnen. Die erste „Proklamation“ der neuen Machthaber zeigte schon deutlich, wohin die Reise geht: Frauen wurde das Autofahren verboten, weil ansonsten „ihre Würde bei Verkehrsunfällen beleidigt werden“ könnte. Hier die entsprechende Passage (natürlich übersetzt aus dem Arabischen):

Jeder Verstoß wird bestraft werden, bis sie aufgibt, nötigenfalls durch Einsatz von Gewalt. Der „Ausschuss um das Gute zu regeln und gottlose Handlungen zu verbieten“ ist für die Durchführung verantwortlich.“

Das ist also die „demokratische Revolution“ in Syrien, deren „brutale Niederschlagung“ man Assad seit fünf Jahren vorwirft? Wir sehen also, wie verzerrt das Bild ist, das in den Medien kolportiert wird und das die Bewaffnung der „Rebellen“ rechtfertigen soll.

Kinzer schreibt weiter, dass die auf diese Weise terrorisierten Bürger von Aleppo nun erstmals Hoffnung schöpften, weil die syrische Armee seit Beginn des Monats Februar die bewaffneten Banden immer weiter zurückdrängen konnte und seit kurzem auch wieder die Kontrolle über die Stromversorgung zurückgewann. Die Belagerung könnte also bald beendet sein.

„Freie Syrische Armee“ (!)

Doch die “Rebellen” – ihrem üblen Ruf entsprechend – verüben auch noch in der Defensive Kriegsverbrechen, sie terrorisieren Wohngegenden in Aleppo mit Mörserangriffen und Splitterbomben. (Das passiert regelmäßig auch in anderen Städten, selbst in Damaskus und wurde auch während der Wahlen 2014 praktiziert, um die Syrer einzuschüchtern.)

Die syrische Armee (also „Assad“) und ihre iranischen, kurdischen und russischen Verbündeten, sind die Einzigen, die wirklich gegen den IS & Co. kämpfen, das weiß jeder, der nicht auf den Kopf gefallen ist. Doch wie Kinzer richtig feststellt, passt diese Wahrheit ganz und gar nicht in das Konzept der Machteliten in Washington. Ergebnis:

DIE  REALITÄT  STEHT  KOPF

Das „befreite“ Aleppo

Viele Artikel suggerieren, Aleppo sei eine Art „befreite Zone“ gewesen (befreit von der Herrschaft des „bösen“ Assad) und werde durch die militärischen Erfolge der syrischen Armee quasi wieder dem Elend anheimfallen – so Kinzer.

Die gleiche perfide Methode findet man auch in deutschen Medien, vor allem bei der Nachrichtenagentur REUTERS. Hier ein Beispiel:

Die Nagelprobe dürfte die Entwicklung in Aleppo sein: Die von gemäßigten Rebellen gehaltene Großstadt im Norden steht nach massiven russischen Bombenangriffen kurz vor dem Fall.“

Wenn also eine seit Monaten von bewaffneten Banden und einem pervertierten Islam terrorisierte Stadt von ihrer eigenen Armee, (die in Syrien enormes Ansehen hat,) bald befreit werden könnte, steht diese „kurz vor dem Fall“? Wie perfide ist so eine Formulierung? Auch die Bezeichnung „von Rebellen gehalten“ ist eine Frechheit ersten Ranges, denn sie suggeriert eine positive Wertung der Belagerung durch Terrorgruppen, die noch dazu zu 95% aus dem Ausland kommen, also NULL Berechtigung haben, in Syrien Gewalt anzuwenden)

Rebel-Terror in Aleppo 2012Diese Form der „Reportage“ müsste strafbar sein, weil sie der Legitimation von schweren Verbrechen dient und außerdem in gewisser Weise Volksverhetzung unterstützt (der jeweils von Washington designierte „Schurke“ soll von den Lesern gehasst werden, dafür sorgen die Journalisten.)

Den Amerikanern (und uns) wird eingehämmert, der einzige, moralisch richtige Weg sei der Kampf gegen Assad (bzw. auch Russland und Iran) und die Unterstützung der „gemäßigten Rebellen“ [ein reiner Tarnbegriff zur Manipulation des Lesers].

Das sei völliger Unsinn, sagt Kinzer, doch man könne den Amerikanern nicht vorwerfen, dass sie das glauben, denn es gäbe praktisch keine echte Information über die Kämpfer, ihre wirklichen Ziele und Absichten. Dafür sei größtenteils die Presse verantwortlich: es gäbe kaum noch Auslandskorrespondenten (weil die viel kosten), stattdessen werden die Medien mit Informationen aus Washington gefüttert, die natürlich stark gefiltert bzw. frei erfunden sind, damit sie die „offizielle Linie“ nicht in Frage stellen.

DER  WIDERLICHE  EINHEITSBREI

Einheitsbrei

Die „Nachrichten“

Journalisten, die über Syrien schreiben, kontaktieren Regierungsstellen und „Experten“ aus Think-Tanks (die nur ein „wissenschaftliches“ Feigenblatt für verdeckte Ideologie und Machtpolitik liefern).

(Kinzer erwähnt die Presseagenturen nicht, aber die gehören natürlich auch zum Propagandakarussell, weil deren „Meldungen“ ungeprüft übernommen werden. Wer diese dort „platziert“ hat, who cares?)

Nachdem sie eine Runde auf diesem anrüchigen Karussell gedreht haben, glauben sie damit alle Aspekte der Story berücksichtigt zu haben. Diese Form der Stenografie erzeugt jenen Einheitsbrei, der heutzutage als „Nachrichten“ aus Syrien durchgeht.“

Genauso ist es. Das ist nicht nur eine Verletzung jeder journalistischen – und menschlichen – Ethik, sondern passive Mithilfe bei Massenmord, Flüchtlingselend und Zerstörung ganzer Staaten. Auch wenn die Journalisten unter Druck stehen (wofür man Verständnis hat), für diese Form des professionellen „Wegschauens“ (500.000 Tote allein in Syrien) gibt es keine Entschuldigung.

Wenn dann die „Flüchtlingswelle“ (als Bumerang) zu uns rollt, halten diese Leute auch noch im Fernsehen Debatten ab, wie man damit „umgehen“ sollte (!)

Warum fragt eigentlich kein deutscher Journalist die syrischen Flüchtlinge, was dort wirklich los ist? Weil das niemand hören soll?

Stephen Kinzer spricht auch von der „Dunkelheit des „groupthink“: Wenn man ständig von Leuten umgeben ist, die alle dieselben Lügen verbreiten (auch um ihr eigenes Verhalten zu rechtfertigen), entsteht eine Art „Wagenburg-Mentalität“ die man auch bei Sekten und Geheimdiensten findet: Außenstehende, die Kritik üben und damit auch die positive Selbstwahrnehmung stören, werden als „Feinde“ wahrgenommen. Der vorherrschende Gruppennarzissmus macht alles noch schlimmer.

„Alles was Russland und Iran tun, wird negativ und gefährlich dargestellt – einfach weil es sich um diese beiden Länder handelt“

kritisiert Kinzer völlig zu Recht.

WEGSCHAUEN UND NACHPLAPPERN

the terror chess pieceDamit nicht genug, wird die Rolle von Saudi Arabien bzw. der Türkei als Sponsoren des „Terrors“, die einerseits pseudoreligiösen Fanatismus schüren und damit Verbrecher heranzüchten, die sie dann als geopolitische Werkzeuge benutzen, immer noch als unbewiesener Vorwurf (oder „russische Propaganda“) in den Medien gehandelt. (Das große „Vorbild“ für solche Methoden sind natürlich die CIA und der britische MI6, der vorher „SIS“ hieß; beide sind natürlich auch massiv involviert)

Kinzer spricht aus, was alle wissen, aber kein deutscher Journalist zugibt:

Die Türkei organisiert seit Jahren eine „Rattenlinie“: Kämpfer aus dem Ausland, die sich den Terrorgruppen in Syrien anschließen wollen, werden mit allem „Nötigen“ versorgt, von Spezialkräften „trainiert“ und dann (mit dem Segen Erdogans) über die Grenze gebracht. Doch weil die Türkei an wichtiger „strategischer Partner“ der US-NATO ist, wird darüber Stillschweigen bewahrt.

In letzter Zeit wurde Erdogan offenbar die Hauptrolle als „Sündenbock“ für amerikanische (und sehr gut getarnte, israelische) Aggression zugewiesen, ganz im Sinne von „plausible deniability“, die ja sich schon mit der Rede Joe Bidens in Harvard ankündigte.

SAUDI ARABIEN: DIE RELIGIONS-MAFIA

Die Rolle Saudi Arabiens wird in den amerikanischen Medien völlig umgedreht, prangert Kinzer an:

„… dargestellt als Unterstützer von Freiheitskämpfern, während sie tatsächlich ein Hauptsponsor von IS sind.“

KLARSTELLUNG: Die Ideologie von “IS”, “Al Nusra“, usw. ist 100% deckungsgleich mit dem Wahabismus in Saudi Arabien. Das eklatanteste Beispiel dafür, sind natürlich die Enthauptungen und andere barbarische „Strafen“, die gegenüber ungehorsamen Untertanen der „Rebellen“ verhängt werden.

Selbst die Schulbücher, die sie in Syrien verteilen, sind identisch mit jenen der Saudis. Doch die Journalisten wollen davon nichts wissen, sonst müssten sie mal laut darüber nachdenken, warum Saudi Arabien keine „Sanktionen“ wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen angedroht werden. Als „strategischer Partner“ der USA darf man foltern und morden, so viel man will – das wird aber nie erwähnt.

Neuste Horrormeldung: Saudi Arabien verfügt über atomare Sprengköpfe und die NATO-EU liefert die Flugzeuge, die sie tragen …

saudi monarchyWenn der BND sie mit „Meldungen“ füttert, schreiben unsere „churnalists“ natürlich auch mal etwas Negatives über Saudi Arabien. Dass die ungünstige politische Entwicklung in der Region, die Saudi Arabien seit einigen Jahren wahrnimmt, von Washington bzw. denZio-Cons“ (als pro-israelische „Berater“ und wichtige Drahtzieher der US-Außenpolitik) ausgelöst wurde, darüber wird kein Wort verloren.

Es war der Sturz von Saddam Hussein, der das regionale Kräftegleichgewicht zugunsten des Iran verschoben hat und nicht Machtansprüche der Schiiten in Teheran. Auch die von den USA eingesetzte „Salvador Option“ für den völlig destabilisierten Irak (die Schaffung von grausamen Terrorbanden, in den Reihen der amerikanisch organisierten „Sicherheitskräfte“) die man als perfide „Teile-und-Herrsche“-Werkzeuge einsetzt) wird nie thematisiert, denn sie führt direkt zur Kreation von „IS“.

(Bahnbrechender Artikel dazu: The Redirection von Seymour Hersh)

Die FAZ bezeichnet die gewählte, syrische Regierung natürlich (wie alle anderen) abwertend als „Regime“ (wie es der Hegemon in Washington verlangt) und erklärt nicht, mit welchem Recht sich die USA als globale „Schutz- und Ordnungsmacht“ aufspielen. („Schutz“ ist hier moralisch so zu verstehen, wie „Schutzhaft“ im Dritten Reich …)

Dass Saudi Arabien nicht erst durch König Salman „destabilisierend“ ist, sondern seit Jahrzehnten dafür sorgt, dass ein pervertierter Islam als politische Waffe eingesetzt wird, diesen Kontext stellt die FAZ natürlich nicht her.

Kein anderes Land hat mehr zur Verbreitung des religiösen Extremismus beigetragen als Saudi Arabien. Kein anders Land hat Religiosität in einem solchen Ausmaß missbraucht, um demokratische Selbstbestimmung zu verhindern.“

devils-game(Das schrieb ich im November 2012, siehe Link oben; darin auch historische Hintergründe für das aktuelle Morden der Saudis in Jemen; Teil 2: Wie Saudi Arabien „Dschihadis“ exportierte – in Kooperation mit den USA und welche Rolle der Neoliberalismus dabei spielte)

Wir sehen hier (FAZ-Artikel) ein schönes Beispiel für die „De-kontextualisierung“, mit der die Leser der „Zuschauer-Demokratie“ ruhiggestellt werden (siehe Rainer Mausfeld: Empörungsmanagement)

Kinzer vertritt die Meinung, Politikern könne man noch nachsehen, dass sie Tatsachen verdrehen, doch der Journalismus habe „kläglich versagt“, weil er die Verlogenheit der Politik einfach übernommen habe.

Die Unwissenheit der Amerikaner, habe schwere Folgen für die Welt, weil die USA eben so mächtig sei:

enhanced democracyDie USA hat die Macht, den Tod anderer Völker zu beschließen. Sie kann das mit öffentlicher Unterstützung tun, weil viele Amerikaner – und viele Journalisten – sich mit der offiziellen Story zufriedengeben.

Dieser Slogan heißt im Falle Syriens:Bekämpft Assad, Russland und Iran! Schließt euch unseren türkischen, saudischen und kurdischen Freunden an, für den Frieden!

Das ist eine erschreckende Verdrehung der Realität. Sie verurteilt noch mehr Syrer zum Tod und verlängert den Krieg.“

So endet Kinzers Artikel, der in unseren Zeitungen auf der Titelseite erscheinen müsste, so wichtig ist er.

Doch das passiert natürlich nicht. Deshalb muss man sich Informationen suchen, die außerhalb des von Kinzer skizzierten Propaganda-Systems in „alternativen“ Medien zu finden sind.

truth-roadblockAber das darf kein Dauerzustand bleiben: tausende Journalisten, die sich (von uns, im Fall von ARD und ZDF) dafür bezahlen lassen, dass die Leute systematisch verarscht werden, dass Krieg, Massenmord, Vertreibung von Millionen Menschen ohne Folgen für die Verursacher bleibt, dass die Demokratie durch den perfiden, subversiven Neoliberalismus endgültig begraben wird, darauf kann man doch nicht nur durch mehr „Medienkompetenz“ (Ganser) und ein „Abo“ bei Ken FM antworten … das muss bekämpft werden …

(Das Video oben zeigt sehr deutlich, wie ein „schmutziger Krieg funktioniert: Grauenvolle Verbrechen der eingeschleusten, bewaffneten Banden an der Zivilbevölkerung werden laufend der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben. Die psychopathischen Politiker, die so etwas „planen“, stellen sich dann vor die Kamera und spielen „moralische Empörung“ vor, mit der noch mehr Gewalt gegen Syrien legitimiert werden soll.

TEIL II: Stimmen aus Syrien

Es gibt seriöse Leute, die selbst in Syrien waren und dort mit Menschen aus den verschiedensten Teilen der Bevölkerung und des Landes gesprochen haben. Sie kommen – völlig unabhängig voneinander – zu den gleichen Schlussfolgerungen, doch ihre Stimmen werden bei uns nicht zugelassen.

Drei davon möchte ich hier erwähnen: Tim Anderson, Eva Bartlett und (Pfarrer) Andrew Ashdown

1 TIM ANDERSON

(Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, Professor an der Universität in Sydney)

Dirty War on SyriaSein Buch (e-book) „The Dirty War on Syria” ist eine unverzichtbare Quelle für alle, die verstehen wollen, was in Syrien wirklich passiert ist und warum. Akribisch recherchiert und eingebettet in schlüssigen Kontext und hunderte Quellenangaben, zeigt Professor Andersen, wie Syrien gezielt aus machtpolitischen Gründen auf brutale und perfide Weise „destabilisiert“ wurde. Während Präsident Assad routinemäßig als „brutaler Diktator“ denunziert wird, haben die ausländischen Drahtzieher des Krieges kaltblütig die Terrorisierung und den Tod hunderttausender Menschen „organisiert“, um die „Neuordnung des Nahen Ostens“ durchzusetzen.

Findet sich in Deutschland kein Verlag, der dieses enorm wichtige Buch in deutscher Sprache herausbringt?

Einige Kapitel daraus sind bei „Global Research“ erschienen:

Radio-Interviews mit Tim Anderson:

https://www.youtube.com/results?search_query=Tim%20Anderson%20syria

https://www.youtube.com/watch?v=1fB2fTqDd6o 2016

http://www.radio4all.net/files/brendanstone@cogeco.ca/3582-1-DirtyWarinSyria160.mp3 2016

 2  EVA BARTLETT

Eva BartlettEine mutige Frau, kanadische Aktivistin und freie Journalistin, die sich seit Jahren für die entrechteten und gequälten Palästinenser engagiert und seit dem Krieg auch für Wahrheit und Gerechtigkeit gegenüber den Syrern (das schließt auch Präsident Assad ein). Ein Interview mit ihr gibt es hier und hier.

Sie fährt selbst nach Syrien, spricht mit den Menschen dort und versucht mit Interviews und Artikeln zu zeigen, wie völlig verzerrt das Bild ist, dass unsere Journaille seit fünf Jahren – als Stenographen einer skrupellosen Machtelite – kolportiert.

Hier ein Link zu Audio- bzw. Videomaterial auf ihrem Blog zum Thema Syrien.

Ein  Video-Interview mit einer jungen Frau aus Kassab möchte ich hier einfügen, weil es mich sehr berührt hat.

Kessab Lattakia(Die grenznahe Stadt Kassab (oder Kessab) wurde am 24. März 2014 in einer gemeinsamen Operation zwischen türkischem Militär und bewaffneten Terrorbanden aus Zentralasien (Tschetschenien, Usbekistan, Georgien etc.) brutal überfallen, die armenische Bevölkerung musste fliehen)

Wir schliefen in unseren Betten … gegen vier Uhr früh begannen sie von der türkischen Seite auf uns zu schießen …zuerst waren wir nicht direkt betroffen aber dann wurde uns klar, dass wir fliehen mussten …die Türkei öffnete die Grenze: sie schossen auf uns mit Grad-Raketen, Mörsern …dann kamen unsere Männer und brachten uns zu einem höhergelegenen Ort (Nab’ain), wo wir in Sicherheit waren …wir blieben dort fünf Stunden lang . Dann kam die Syrische Armee (Gott schütze sie) und brachte die Stadt kurzfristig unter Kontrolle, doch die Türkei öffnete die Grenze noch einmal … es kamen sehr viele Kämpfer (Tschetschenen), (tausende – gegenüber den syrischen Soldaten in der Überzahl) …sie töteten unsere Männer, schlachteten sie ab.

[Als ein syrisches Kampfflugzeug den Armeniern in Kessab zu Hilfe kommen wollte, also die Terrorgruppen angriff, wurde es vom türkischen Militär abgeschossen, die Türkei schickte auch Panzer über die Grenze]

Dann vergewaltigten sie die älteren Frauen, weil es keine Mädchen und junge Frauen mehr gab ….sie haben alles verwüstet, unsere Häuser geplündert …sie haben die Statue der Jungfrau Maria zertrümmert, das Kreuz in der Kirche zerbrochen …die Barbarei erreichte ein unvorstellbares Ausmaß …

Warum hassen sie uns? Was haben wir getan? Wir haben doch einfach nur gelebt, unsere Armee hat uns beschützt … wir lieben Dr. Bashar al Assad …wir waren zufrieden, warum haben sie uns nicht in Ruhe gelassen? … wir wollen Syrien wieder zurückhaben

Wir wurden dann von der syrischen Armee evakuiert …wir danken ihnen … dass sie uns (die jungen Mädchen) beschützt haben … wir glauben an unsere Armee …auch wenn sie unsere Häuser zerstört haben, wir werden zurückkehren …

Es gab viele Opfer (Märtyrer) unter den Männern (sowohl bei den regulären Soldaten als auch bei der NDF, eine Art spontane Nationalgarde) …sie haben sie getötet, abgeschlachtet, sie zerstückelt und aufgehängt … daran sieht man, welche Monster sie sind .. sie haben keine Menschlichkeit.

barbarism IS Syria

„Befreiung“ in Syrien

Sie töten uns im Namen Allahs … aber sie haben keinen Gott …sie wissen nicht was der Islam ist, was Christentum ist, sie wissen gar nichts …was passiert, ist ein Verbrechen … wir müssen zusammenhalten, um diesen gottlosen Feiglingen den Garaus zu machen …“

 3 Pfarrer Andrew Ashdown: Voices from Syria (Reports from Inside Syria)

(Hier nur einige Auszüge daraus)

Teil 1: FREEDOM IS SLAVERY

What is this war? We were living in peace, and everything wasstatue-of-death fine, until they started talking about ‘freedom’Now, we don’t know if we will live or die.  People die just for being in the wrong place, when a shell lands.  I used to live quite happily, with my Muslim and Christian friends.   Now I think how can I afford the most basic things?  What cost me five Syrian pounds before the conflict, now costs me one hundred Syrian pounds. Why?  Because of ‘freedom’We now have a shortage of water and electricity.   Everything is difficult.  Many people have left – not because of the President or the Government, but because of the crisis.  I believe in the Government; I believe in the Army.  I feel sorry for the soldier who dies for his country. He is the real martyr.”

Stay away from Syria.  Leave Syria alone.  If two brothers fight, they can resolve their differences.  Syria needs time, but I feel sure that we will have peace again.  We have always been a people that lives together.”

(Auch dieses Zitat stammt von einer Lehrerin aus Damaskus, wie das am Anfang)

Pfarrer Ashdown befragte einen syrischen Freund zur Situation in Aleppo (Februar 2016), die ich ja oben schon erwähnt habe. In den Medien wird die Sache so dargestellt, dass zehntausende Syrer auf der Flucht vor russischen Bomben seien.

Dieser sagte dazu:

Wo sind denn die “70.000” Flüchtlinge, von denen die Presse spricht. Wir sehen nur einige hundert, vielleicht ein paar tausend, die sich sammeln. Ja, es sind noch Zivilisten dort, doch vergessen wir nicht, dass mehr als 1,5 Millionen ja schon aus Aleppo geflohen sind und zwar in die sicheren, von der Regierung kontrollierten Gebiete.

Wer bleibt dann noch in Aleppo? Das sind die Kämpfer aus dem Ausland. Sie sind es, gegen die die syrische und die russische Armee kämpfen. Die Regierung greift nicht „gezielt“ Zivilisten an, doch ganz lassen sich „Kollateralschäden“ nicht vermeiden. Diejenigen, die aus Aleppo geflohen sind, sind Muslime. Sie wollen keine Terroristen dort. Sie beten dafür, dass die syrische Armee sie besiegt.

Pfarrer Ashdown schreibt, diese Darstellung werde auch durch Gespräche mit Flüchtlingen aus Aleppo bestätigt, die er 2015 in Lattakia getroffen hatte.

Teil 2: Dr. Bashar al Assad: das konstruierte Feindbild

ali haider with rev ashdown

Pfarrer Ashdown mit Dr. Haider

Teil 3: Der „Versöhnungs-Minister“

In Syrien gibt es ein Ministerium für Versöhnung und der Amtsinhaber ist ein Mitglied der syrischen Opposition: Dr. Ali Haider

Wie passt das in das Bild eines „skrupellosen Machthabers“ (Assad), der uns seit fünf Jahren als personifizierter Satan verkauft wird?

Bashar al AssadNein, Syrien ist keine Demokratie aber wir (in der EU), machen uns doch auch nur selber etwas vor, wenn wir unser Länder als „Demokratien“ bezeichnen. Dr. Assad (ein Augenarzt ohne politische Ambitionen) hat das Unterdrückungssystem in Syrien nicht erschaffen, er kam an die Regierung, weil sein Bruder verunglückte, und der Witz ist, dass viele Syrer ihn als „Mr. Soft-Heart“ bezeichnen, also einer, der ein zu weiches Herz hat (siehe Tim Andersen).

Um die Brutalität des syrischen „Regimes“ (in erster Linie durch die dortige „Gestapo“) zu verstehen, muss man sich natürlich die Geschichte Syriens ansehen und da wimmelt es nur von britisch-amerikanischen Intrigen und Komplotten, mit denen die jeweils „unpassende“ Regierung „destabilisiert“ oder gestürzt wurde. Die „Diktatur“ ist also zu weiten Teilen die Folge der ausländischen Subversion (mithilfe der „Muslim-Bruderschaft“).

(Mehr dazu siehe ANHANG)

Dr. Haidar und viele geistliche Würdenträger haben mehrere Initiativen gestartet, um eine Versöhnung mit jenen Teilen der Opposition zu erreichen, die sich dazu überreden ließ, zu den Waffen zu greifen, aber jetzt nicht mehr kämpfen wollen. Viele von ihnen haben das Angebot angenommen, bei anderen Gruppen wurden lokale Waffenstillstandsabkommen erreicht.

Das „befreite“ Aleppo (2)

Auch Minister Haider wurde zur Situation in Aleppo befragt. Hier seine wichtigsten Aussagen:

Die Wahrheit ist das genaue Gegenteil von dem, was der Westen „berichtet“. Der belagerte Teil der Stadt ist tatsächlich jener, in dem die regierungstreuen Syrer leben und dieser Belagerungszustan dauerte sehr lange. Die Armee musste viele Kämpfe überstehen um eine alternative Versorgungsroute auf die Beine zu stellen, damit Nahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs verteilt werden konnten.

Was jetzt in Aleppo passiert, ist, dass die Familien der Terroristen auf der Flucht sind und gleichzeitig wird eine Terror-Kampagne gegen die loyalen Syrer gestartet, damit sie auch fliehen. In den Medien heißt es dann “sie fliehen vor den russischen Bomben [die fliehenden Kampfeinheiten bzw. deren Anhänger mischen sich dann unter diese Flüchtlinge]

support for assadPfarrer Ashdown kommt (nach sechs Wochen im Libanon, in Syrien und im Irak (der vierte Besuch in zwei Jahren), nach vielen Gesprächen mit einfachen Leuten, Flüchtlingen und Würdenträgern) zu folgender Schlussfolgerung:

  1. Präsident Assad hat große Unterstützung in Syrien – im ganzen Spektrum der syrischen Gesellschaft, von denen die Mehrheit Sunniten sind (die Hetzpropaganda, er führe eine dominante „Alawiten-Sekte“ an, ist damit entlarvt)
  2. Auch die Mehrheit der syrischen Soldaten sind Sunnis (würde Assad diese „unterdrücken“, hätte er wohl kaum Rückhalt in seiner Armee, die seit fünf Jahren große Opfer gebracht hat).
  3. Viele Syrer kritisieren das politische System (vor allem wegen Korruption der Baath-Partei und die brutale „Gestapo“), doch sie respektieren und verehren Präsident Assad.
  4. Auch kurdische Flüchtlinge (die er im Irak getroffen hat) unterstützen Dr. Assad und wollen, dass er im Amt bleibt.
  5. Selbst die echte, syrische Opposition räumt ein, dass Assad sich um Reformen bemüht hat und Pfarrer Ashdown hat das auch gesehen, als er das Land vor dem Krieg besucht hatte. Die Bevölkerung glaubt, dass die bestehenden Machteliten und der Parteiapparat diese Reformen verhindern wollen, weil sie ja vom Status Quo profitieren.
  6. Ashdown hat auch mit Leuten gesprochen, die am „Aufstand“ teilgenommen haben und bezeugen können, dass von Anfang an Gewalt (aus dem Untergrund) gegen die Sicherheitskräfte angewendet wurde. (siehe auch Tim Andersen)
  7. Ein Oppositionsführer erzählte ihm, dass er schon 2010 von einem türkischer Politiker folgendes gehört habe: Es wird einen Krieg in Syrien geben, alles ist schon vorbereitet.

Neben der eklatanten Verdrehung der Tatsachen durch die Medien sieht Pfarrer Ashdown die Weigerung der „internationalen Gemeinschaft“, mit den Syrern zu sprechen, zu hören, was SIE wollen und die andauernde Unterstützung der islamistischen Terror-Gruppen als größtes Hindernis für ein Ende des Konflikts.

ANHANG (Der historische Kontext…)

Empire Death SquadsDass die anglo-amerikanische Finanz- und Polit-Mafia schont seit mehr als 50 Jahren verbrecherische Aktivitäten gegen Syrien ausgeübt hat, ist eine historische Tatsache und kann z.B. hier nachgelesen werden:

The Preferred Plan: The Anglo-American Working Group Report on Covert Action in Syria, 1957

(Dass diese ständige Subversion eher die Entwicklung eines repressiven Staates als einer Demokratie fördert, liegt auf der Hand)

Robert Kennedy Jr. schrieb vor kurzem einen Artikel, über die leidvolle Geschichte Syriens, in der die CIA mehrfach den Sturz einer gewählten Regierung geplant und teilweise auch erreicht hat. Daraus ein Auszug:

„Um zu verstehen, was hier wirklich los, muss man sich einige Details dieser schmutzigen Geschichte ansehen:

Während der 1950er Jahre haben Präsident Eisenhower und die beiden Dulles-Brüder (Allen als Chef der CIA und John F. als Außenminister) alle Angebote der Sowjetunion, den Nahen Osten als neutrale Zone aus dem Kalten Krieg herauszuhalten, und „Arabien“ den Arabern in Selbstbestimmung zu überlassen, abgelehnt.

safe for democracy PradosStattdessen haben sie einen verdeckten Krieg gegen den arabischen Nationalismus begonnen (der von der CIA mit Kommunismus gleichgesetzt wurde). Sie bewaffneten Tyrannen in Saudi Arabien, Jordanien, dem Irak und Libanon, und bevorzugten islamistische Ideologien, weil diese als „Gegengift“ zum Marxismus eigesetzt werden konnten.

Bei einem Treffen im Weißen Haus zwischen Außenminister Dulles und Frank Wisner, dem Leiter der Abteilung „ausländische Verbrechen“ bei der CIA (offiziell: Directorate of Plans), im September 1957, wurde ein „Memo“ von Eisenhower vorgelegt, auf dem stand.

Wir sollten alles tun, um den Aspekt des „Heiligen Krieges“ hervorzuheben“

(Na, das habt ihr ja wirklich geschafftwie Al Kaida, Al Nusra, IS & Co. ja eindrucksvoll demonstrieren)

Der Gescheiterte Coup in Damaskus (1957)

Kennedy erzählt u.a. weiter:

„CIA-Agent Rocky Stone kam im April 1957 nach Damaskus. Er hatte einen Koffer mit 3 Mio. Dollar dabei, um syrische Offiziere und Politiker zu bestechen, und eine bewaffnete, islamistische Rebellion auszulösen. Gestürzt werden sollte eine säkulare, demokratisch gewählte Regierung.

legacy of ashesIn Kollaboration mit der Muslim-Bruderschaft plante er die Ermordung des Geheimdienstchefs, des obersten Generalstabsoffiziers und des Führers der kommunistischen Partei und die Anbahnung „nationaler Verschwörungen und verschiedener Provokationen im Irak, in Libanon und in Jordanien, die man der syrischen Baath-Partei in die Schuhe schieben“ würde. Tim Weiner beschreibt in „Legacy of Ashes wie die CIA die syrische Regierung demontieren und einen Vorwand für eine Invasion durch Irak und Jordanien schaffen wollte, deren Regierungen bereits unter CIA-Kontrolle standen.

Kim Roosevelt (der 1953 den Sturz von Mossadegh im Iran organisiert hatte) kalkulierte eiskalt, dass sich die von Washington installierte Marionettenregierung „anfangs auf repressive Maßnahmen und die willkürliche Ausübung von Gewalt stützen werde.

Die Realität wurde also auch hier wieder (in den Köpfen der Männer, die die US-Außenpolitik planten) auf den Kopf gestellt:

statue of tortureDie USA entfernt mit Gewalt und Subversion eine demokratisch legitimierte Regierung und installiert ein Kapitalismus-kompatibles Regime, das sich nur mit Gewalt an der Macht halten kann. Das  wird dann öffentlich als „Verteidigung westlicher Werte“ und „Abwehr der kommunistischen Bedrohung“ verkauft.

Doch die syrischen Offiziere waren nicht korrupt, sondern meldeten die Bestechungsversuche an die Regierung. Daraufhin wurde die amerikanische Botschaft besetzt und Stone festgenommen. Nach „harter Befragung“ gab er zu, sowohl am Sturz der Regierung im Iran als auch am gescheiterten Coup in Damaskus mitgewirkt zu haben.

Daraufhin wurde die gesamte Bande amerikanischer „Diplomaten“ aus Syrien ausgewiesen. Eisenhower stritt natürlich alles ab und leitete eine „Vergeltung“ ein: die amerikanische Marine wurde ins Mittelmeer geschickt, drohte mit Krieg und die Türkei wurde dazu angestiftet, in Syrien einzufallen. [Die Parallele zur aktuellen Situation ist nicht zu übersehen]

Bald standen 50.000 türkische Truppen an der syrischen Grenze, doch es kam zu keinem Krieg, weil die Arabische Liga sich geschlossen auf die Seite Syriens stellte. [Das kann ja heute nicht mehr passieren, dank divide et impera]

Die CIA plante weiterhin im Untergrund den Sturz der syrischen Regierung (wobei die Briten fleißig mithalfen) und wollte sich an den Beamten rächen, die das Komplott aufgedeckt hatten. Die Schaffung eines „Free Syria Commitee“ und die Bewaffnung der MB erinnert frappant an die Vorgänge seit 2011.

Die Folge war natürlich, dass sich Syrien notgedrungen der Sowjetunion zuwandte (genau wie Kuba), was dann in Washington als „Bestätigung“ dafür genommen wurde, dass Syrien Teil der „kommunistischen Bedrohung“ sei.

„Kleenex“ Verbündete der USA: Nach Gebrauch wegwerfen

Übrigens, ein Mitglied der Baath-Partei, der kein Problem damit hatte, von der CIA Geld anzunehmen, hieß  SADDAM HUSSEIN.

Wir haben ihn erschaffen, sagte später ein CIA-Direktor. (Ende – Auszug aus Kennedy Artikel)

Die CIA und die SIS sollten ihre Fähigkeiten im Bereich der psychologischen und der militärischen Kriegsführung einsetzen, um Spannung zu erzeugen.“ (Darin sind sie Weltmeister …)

Dass der ganze „kalte Krieg“ genau so ein Riesenbetrug war wie der „War on Terror“ sieht man auch daran, dass als Begründung (Rationalisierung) für diese Verbrechen, der Regierung (die man loswerden wollte) genau das unterstellt wurde, was Washington selbst tat:die Destabilisierung der (pro-westlichen) Nachbarstaaten durch den Export von Terrorismus und die Ermutigung von Aufständen innerhalb dieser Länder“.

Damit versucht selbst der Guardian (der die Fakten nicht unterschlagen kann) die ungeheuerlichen Verbrechen der anglo-amerikanischen Machteliten zu relativieren bzw. zu legitimieren.

Die Opfer der amerikanischen Aggression (Anspruch auf Weltherrschaft) werden zu Tätern gemacht, damit man auch das eigene Gewissen ausschalten kann …

Stephen Gowans nimmt aber kein Blatt vor den Mund, wenn er dokumentiert, dass die USA schon (wieder) im Jahr 2005 den „regime change“ in Syrien geplant hat, lange vor dem sogenannten „Arabischen Frühling“ (2011). Er zeigt sehr deutlich, dass die absurde Behauptung, Washington greife immer ein, um ein „democratic uprising“ zu unterstützen, völlig aus der Luft gegriffen ist, was die Forschungsarchive des US Kongresses beweisen. Sein Fazit:

Das ist offensichtlich selbstgerecht und hat nichts mit Friedensstiftung, aber sehr viel damit zu tun, die Weltherrschaft der USA zu fördern.“

Das Problem mit Syrien unter Assad ist alsodass er sich geweigert hat, die internationale Diktatur der Vereinigten Staaten zu akzeptieren“.

Besser kann man es nicht formulieren.

Erst wenn wir solche Sätze in unseren Medien lesen (oder hören), haben wir eine „freie Presse“ und damit die zentrale Säule einer Demokratie.

Ich denke, wir müssen uns massiv gegen das bestehende Mediensystem wehren, sich immer mehr den „Alternativ-Medien“ zuzuwenden, kann das Problem nicht lösen … und das ist Folge:

Crucifying syria

 

MONSTER AN DER LEINE

is wolves on the leashSeit Monaten gelingt es einer Truppe angeblich fanatischer „islamistischer Terroristen“ gegen das „beste“ Militär der Welt, also jenes der Supermacht USA, an der Spitze einer „Koalition von 60 Ländern“ (so Außenminister Kerry) siegreich zu sein. Trotz andauernden „Luftschlägen“, Satellitenüberwachung, Drohnen, etc. und anhaltenden Beteuerungen über die Entschlossenheit der US-Regierung, die „Terror-Miliz“ unschädlich zu machen, ist sie weiter auf dem Vormarsch in Syrien und im Irak. Wie ist das möglich?

Diese furchterregenden, bärtigen, head-chopping Rambos schaffen es also, gegen Soldaten aus Syrien, dem Irak, der Hisbollah-Miliz und das US-CENTCOM zu bestehen und ein „salafistisches Fürstentum“ zu errichten, in der unter dem Vorwand der Religion, eine brutale Tyrannei ausgeübt werden soll (wie schon seit langem in Saudi Arabien).

Wie viele es wirklich sind, ist schwer zu überprüfen, aber man darf davon ausgehen, dass es sich um mehrere zehntausend Kämpfer handelt (nach manchen Angaben sind es sogar über 100.000). Daher stellt sich die wichtige Frage:

Woher kommt die Versorgung für so viele Männer? Woher kommt das Geld dafür?

In den Medien heißt es ständig, IS finanziere sich aus dem illegalen Ölgeschäft (Verkauf auf dem Schwarzmarkt), aus Entführungen bzw. Lösegeldeinnahmen und neuerdings auch aus dem „Sklavenhandel“ (mit Frauen).

Woher diese primitiven „Gotteskrieger“ (in erster Linie aufgesammelte Hinterwäldler aus dem Kaukasus und anderen „backwater“-Regionen, wo mit saudischem Geld pseudo-religiöse Indoktrination arbeitsloser junger Männer stattfindet; aber auch brutale Kriminelle und Söldner, kontrolliert von Geheimdiensten) das Know-How haben, sich erfolgreich im Ölgeschäft zu betätigen, wird uns allerdings nicht erklärt.

MANAGING TERROR-FINANCE

Die neuesten „Enthüllungen“ des SPIEGEL („Keine Angst vor der Wahrheit“ (!)… aber auch garantiert nicht vor der Lüge) wollen uns jetzt weismachen, sunnitische Ex-Offiziere der irakischen Armee (leider nicht mehr aussagefähig, weil von „special forces“ der USA ermordet) unter Saddam seien die „Manager“ dieser effizienten Finanzoperationen (mehr dazu später).

IS gelingt es also – anscheinend – nicht nur, die eroberten Gebiete zu halten und sogar zu erweitern, sondern auch eine außerordentlich effektive Logistik auf die Beine zu stellen, die auch die „Verwaltung“ der unterjochten Bevölkerung miteinschließen soll.

ISIS_ConvoysWenn wir uns an die amerikanische Invasion (2003) des Irak erinnern, gab es damals Bilder von hunderten Lkws, die die Truppen ständig mit Proviant versorgten. Es muss also auch Lkw-Konvois geben, die der IS das notwendigem Material bringen und man muss sich fragen, warum gelingt es nicht, diese Nachschublinien abzuschneiden?

Man muss kein Militärstratege sein, um darauf eine logische Antwort zu finden:

TERRORIST-FRIENDS IN HIGH PLACES

Weil diese „Logistik“ aus Zonen gespeist und beschützt werden, die für die syrischen Luftstreitkräfte unerreichbar sind: das sind die angrenzenden Länder Türkei, Jordanien und Saudi Arabien.

IDF cooperates with phony armed oppositionAuch ISRAEL gewährt den IS-Terroristen (nicht nur) medizinische Versorgung und ein Aufenthaltsrecht auf den syrischen Golanhöhen, die es 1967 besetzt und schließlich völkerrechtswidrig annektiert hat. (Wo bleiben die „Sanktionen“!?) In Berichten von UNDOF wurde 2014 die seit Monaten anhaltende Fraternisierung zwischen der IDF (israelisches Militär) und der bewaffneten „syrischen Opposition“ (also den eingeschleusten Terrorgruppen, hier „Al Nusra“, die ja auch von Erdogan beschützt wird – siehe weiter unten) klar erkennbar:

UNDOF beobachtete [in mehreren Vorfällen] bewaffnete Mitglieder der Opposition dabei, wie sie 89 verwundete Personen von der Bravo Seite über die Waffenstillstandslinie zur IDF brachten, und die IDF von der Alpha-Seite 19 medizinisch-versorgte und zwei verstorbene Personen an die bewaffnete Opposition übergaben“.

Dass UNDOF inzwischen als unliebsamer Beobachter aus diesem Gebiet vertrieben wurde, dürfte in Tel Aviv große Heiterkeit und Zufriedenheit ausgelöst haben. Jetzt kann man in Ruhe mit den nützlichen Terror-Idioten kooperieren.

Israel hatte auch das größte Interesse daran, den “islamistischen Terror“ (der mit politisch-motiviertem Widerstand von Hamas, Hisbollah, etc. gleichgesetzt wird) als globales Schreckgespenst zu installieren, was ja dank „911“ auch passiert ist.

Die synthetischen Terroristen (Al Nusra, AQAP, ISIS oder wie immer sie gerade heißen) werden offensichtlich dazu benutzt, den alten Yinon-Plan umzusetzen. Das sollte klar machen, welche entscheidende Rolle das zionistische Israel hier spielt. Wer profitiert am meisten von der Zerstörung Libyens, des Irak und Syriens? Alle drei Regierungen unterstützten den Freiheitskampf der Palästinenser. Syrien ist (neben Iran, der ja auch auf der Abschussliste steht) der größte Unterstützer der Hisbollah, die seit Jahren erfolgreich gegen die israelische Aggression im Libanon kämpft.

Wesley ClarkDer pensionierte US-General Wesley Clark sagte im Februar 2015 in einem CNN-Interview, ISIS sei „von unseren Freunden und Verbündeten“ [im Nahen Osten] geschaffen worden, um Hisbollah zu besiegen (auszuschalten).

Look, ISIS got started from our friends and allies because as people will tell you in the region, if you want somebody to fight until the death against Hisbollah, you don’t put up a recruiting poster saying sign up, we’re gonna build a better world – you go after zealots ..these religious fundamentalists, that’s who fights Hisbollah .. its like a Frankenstein …”

– und für diesen Zweck – so habe man ihm gesagt – „sucht man nicht Leute, die für eine bessere Welt kämpfen wollen, sondern Fanatiker, religiöse Extremisten …. die kämpfen dann (bis zum Tod) gegen Hisbollah …[sie sind] eine Art Frankenstein-Monster …“

(Damit bestätigt auch Clark indirekt, dass die „gemäßigte Opposition “in Syrien ein Phantom ist, das nur erfunden wurde, um die Bewaffnung der „Frankenstein-Truppe“ einige Zeit zu kaschieren. Dass Washington die „Guten“, doch gleichzeitig seine Verbündeten in der Region die „Bösen“ bewaffnet haben, wobei letztere unglücklicherweise die Oberhand gewinnen, wer soll das glauben?)

davoud_kazemi-iran_(2)Und wer hat daran wohl das größte Interesse? Natürlich die Größenwahnsinnigen („Auserwählten“) in Tel Aviv. Dass man die Araber/Muslime gegeneinander aufhetzt, damit die Gegner Israels beseitigt und ihre Staaten durch ein blutiges Chaos zerstört werden, ist ein teuflisch-genialer Plan, weil dabei kein jüdisches Blut vergossen wird. Den Yinon-Plan für ein „Groß-Israel“ habe ich ja schon weiter oben erwähnt und die IDF hat ja auch mehrfach „Ziele“ in Syrien bombardiert (natürlich ohne dass irgendwer nach „Sanktionen“ schreit, weil hier Völkerrecht gebrochen wird, Israel darf alles …).

Alle sind enge Verbündete Washingtons und drei davon machen keinen Hehl daraus, dass sie Assad entmachten wollen – auch um den Preis eines Massakers an der Zivilbevölkerung, das Völkermord-Dimensionen annimmt. Hier geht es aber nicht nur um regime change, sondern den Zerfall (die „Balkanisierung“) des syrischen Staates.

effat_amjadipour-iran_(1)Dass SAUDI ARABIEN seit Jahren eine zentrale Rolle in der „Produktion“ nützlicher Jihad-Idioten einnimmt (Finanzierung von hunderten Koranschulen & Indoktrination zur Züchtung synthetischer „Gotteskrieger; Verteufelung säkularer, arabischer Regierungen als „Feinde des Glaubens“, etc.) sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.

(Die „Mujahedin“ in Afghanistan waren in den 1970er Jahren der erste große Erfolg der Inszenierung, aus der schließlich die berühmte Terror-Marke „Al Kaida“ hervorgegangen ist).

Der fanatische Wahabismus selbst (die „Staatsreligion“ der Saudis mit angeschlossener „Religionspolizei“) – also Missbrauch der Religion als politische Waffe – ist ja ein geopolitisches Instrument, das vom Britischen Empire schon im 19. Jahrhundert erfolgreich eingesetzt wurde, und „IS“ verkörpert somit nur dessen neueste Version.

Selbst der CFR schrieb schon 2002 in seinem “Terrorism Task Force Report“:

Seit Jahren sind Personen und Organisationen in Saudi Arabien die wichtigste Finanzierungsquelle für Al Qaeda.“

SPONSORS OF TERROR PLAY HIDE AND SEEK

Doch warum es der US-Regierung partout „nicht gelingt“, diese Quellen der Terrorfinanzierung auszutrocknen, fragt der CFR aus gutem Grund nicht, denn die Saudis betreiben natürlich die Fabrikation von nützlichen, „islamistischen“ Idioten nicht im Alleingang, sondern werden seit Jahren dabei von den USA und Geheimdiensten aus Pakistan, Jordanien, Israel und kleineren Golf-Despotien unterstützt . Auch unsere europäischen Geheimdienste leisten einen „Beitrag“, davon können wir ausgehen.

BidenDer Vortrag von US-Vizepräsident Joe Biden („Remarks on Foreign Policy“ am 2.Oktober 2014 enthielt dazu u.a. folgendes, aufsehenerregendes Statement: (Originalzitat und Kontext siehe weiter unten)

Biden stellte die Sache so dar, als ob „unsere Freunde“ in der Region, Erdogan in der Türkei, die Saudis, die Emiratis, etc. – auf eigene Rechnung

„- hunderte Millionen Dollar und tausende Tonnen Waffen an jeden geliefert haben, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen, … doch die Leute, die man damit versorgt hat, waren AL NUSRA und AL QAIDA und die extremistischen Elemente der Jihadis, die aus anderen Teilen der Welt kamen“.

(Video nach ca. 54 Minuten)

Damit haben wir die offizielle Bestätigung eines Mitglieds der US-Regierung:

  • dass die islamistischen Terrorgruppen in Syrien aus dem Ausland finanziert werden
  • dass diese Ausländer sind (also keine Syrer und somit keine syrische „Opposition“)
  • das praktisch jeder Mistkerl bewaffnet und benutzt wurde, der „bereit war gegen Assad zu kämpfen“
  • dass bewusst ein Stellvertreterkrieg zwischen Sunnis und Schiiten angezettelt wurde (s.u.)

Biden tut aber so, als ob die USA bei diesen Vorgängen nur unbeteiligter Zuschauer gewesen wäre, der sich besorgt über diese Zustände äußert, aber leider nichts dagegen tun konnte, was natürlich ein absurder Witz ist.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Biden die o.a. Sätze als Antwort auf eine Frage aus dem Publikum von sich gab, die folgende Punkte beinhaltete:

My question is, in retrospect, do you believe the US should have acted earlier in Syria, and if not, why is now the right moment?

(Hätten die USA nicht schon früher in Syrien eingreifen sollen …. und falls nicht, wieso ist jetzt der richtige Moment?)

Antwort von Biden: Nein …aus zwei Gründen:

The idea of identifying a moderate middle has been a chase America has been engaged in for a long time. […] The fact of the matter is, the ability to identify a moderate middle was … ah …there was no … ah … moderate middle because … were made up of shopkeepers, NOT SOLDIERS; made up of people who have ordinary elements of the middle class of that country and what happened was …

Biden sagt also, Amerika habe schon lange nach dieser „gemäßigten Mitte“ in Syrien gesucht, aber nichts Verwertbares gefunden und dann wörtlich:

Es gab keine moderate Mitte, weil die… bestand aus Kaufleuten (Ladenbesitzern), nicht aus Soldaten“… bestand aus Leuten … aus “gewöhnlichen Elementen der Mittelklasse” (dann bricht er ab und wechselt zu den Problemen mit den Verbündeten vor Ort – siehe weiter unten)

Diese Sätze sind enorm wichtig, weil Biden damit zum Ausdruck bringt, was kritischen Beobachtern schon lange klar war:

Es gab und gibt keine echte „gemäßigte Opposition“ in Syrien, die bereit wäre, unter US-Kommando gegen die syrische Regierung zu kämpfen und das eigene Land dabei zu zerstören – von dem blutrünstigen Bruderkrieg ganz zu schweigen.

Dass Biden beklagt, man habe in Syrien keine Soldaten (für den künstlich erzeugten „Aufstand“) verwerten können, sondern nur „Ladenbesitzer“ vorgefunden und „gewöhnliche“ Leute aus dem Volk, klingt ziemlich seltsam. Wurde uns nicht eingehämmert, es sei das gewöhnliche Volk, das sich gegen den bösen Assad erhoben hat?

Man begreift, wenn man den verborgenen Kontext zu Bidens Aussage kennt:

saeid_sadeghi-iran_(1)Wie ich in meiner 3-teiligen CIA-Serie erklärt habe, haben die USA seit Jahrzehnten mit ihren MAP (militärischen „Assistenzprogrammen“) in vielen Ländern dieser Welt die Sicherheitskräfte (Armee, Polizei, Geheimdienste, etc.) infiltriert und subversive Strukturen geschaffen, die bei Bedarf „aktiviert“ werden.

Diese selektierten zukünftigen „Führungskräfte“, lassen sich nach entsprechender Indoktrination dazu bringen, Gewalt gegen die eigene Regierung und die eigene Bevölkerung einzusetzen, wenn Washington dies für notwendig hält. Sie begehen also Hochverrat, weil man ihnen eingehämmert hat, das Militär sei besser dafür geeignet, Politik zu machen, als die „Zivilisten“ und weil ihnen natürlich eine entsprechende Machtposition in Aussicht gestellt wird.

Dieses Modell war sehr erfolgreich in vielen Ländern, wo auf diese Weise ein Putsch gegen eine gewählte Regierung stattfand und ein faschistisches Regime errichtet wurde, das Kapitalinteressen diente, nicht der eigenen Bevölkerung (z.B. in Chile oder in Griechenland).

In Syrien ging das aber nicht (auch nicht im Irak), weil in diesen Ländern eine Infiltration bzw. Penetration der Sicherheitsapparate so nicht möglich war. Und die “gewöhnlichen” Leute konnten wegen staatlicher Kontrolle der Medien und Fehlen einer „open society“ a la Orwell-Soros, auch nicht zur geopolitischen Manövriermasse verkommen, wie etwa in der Ukraine oder in Georgien.

USEFUL MONSTERS FROM ABROAD

Also muss der „Aufstand“ importiert bzw. inszeniert werden, damit die Scharade vom „arabischen Frühling“, der brutal vom „Diktator“ niedergeknüppelt wird, neu aufgeführt werden kann und „westliche Werte“ (wie Full Spectrum Dominance) durchgesetzt werden.

abolfazl_rahimi-iranEs war also niemand aus der echten, politischen Opposition in Syrien vorhanden, den man als proxy-Kämpfer benutzen konnte, deshalb musste man die „Dschihadis“ aus dem Ausland importieren – vor allem aus dem Kaukasus (weil ja Russland das ultimative Ziel der Kampagne zur Destabilisierung und Zerschlagung funktionierender Staaten ist, das perfekte (nicht konstruktive!) „Chaos“ nach Leo Strauss)

KHALIMOV: TALES OF THE (UN)EXPECTED

the phony  CT-defector

At a Blackwater facility in North Carolina, Col. Gulmurod Khalimov received “counter-terrorism training between 2003-2014*, Colonel Khalimov participated in five counterterrorism training courses in the United States and in Tajikistan, through the Department of State’s Diplomatic Security/Anti-Terrorism Assistance program,” said US State Department spokeswoman Pooja Jhunjhunwala.”
[*Khalimov selbst spricht aber nur von 2003-2008 – aber diese Diskrepanz wird nicht hinterfragt …]

ISIS-Oberst wurde von Blackwater und dem US-Außenministerium 11-Jahre lang trainiert“

Diese CNN-Schlagzeile bestätigt ebenfalls meine These, dass das subversive „MAP“ (die militärischen „Assistenzprogramme“ vor denen Colonel Fletcher Prouty in den 1970er Jahren warnte,), noch immer eine wichtige Rolle spielt, um ausgewählte, ausländische Offiziere und später ganze Banden in staatlichen Terrormethoden (gegen eine fremde Zivilbevölkerung bzw. unerwünschte Regierung eines Landes) auszubilden und dann als „Waffen“ einzusetzen.

Das macht die USA ja schon seit vielen Jahrzehnten unter dem offiziellen Titel „counter-insurgency oder counter-terrorism“ und dies wurde sogar – leider nur im Fall Nicaraguas am 27.Juni 1986 – durch ein Urteil des Internationalen  Gerichtshofes festgestellt:

Nicaragua ICJ  US guilty verdictHier ein Auszug daraus:

(3) The court, by twelve votes to three,

Decides that the United States of America, by training, arming, equipping, financing and supplying the contra forces or otherwise encouraging, supporting and aiding military and paramilitary activities in and against Nicaragua, has acted, against the Republic of Nicaragua, in breach of its obligation under customary international law not to intervene in the affairs of another State;

Die „Contras“ waren in den 1980er Jahren ähnlich (brutal) „erfolgreich“, wie heute AQ oder IS, nur ohne Religion. Aber die CIA hat ja langjährige Erfahrung im Heranzüchten von Folterknechten, Schlächtern und Ersatz-Soldaten, da findet man immer die richtige Methode der Gehirnwäsche ….

KhalimovDer „Held” oder Schurke dieser Story, Gulmurod Khalimov war Kommandeur der OMON, (einer „Spezialabteilung“ der Polizei) in Tadschikistan, wie sie im Zuge des „War on Terror“ nach 911 in vielen Ländern etabliert wurde. Dass diese „Spezialkräfte“, die in den USA ausgebildet wurden und werden, letztlich für ganz andere Zwecke bestimmt sind als offiziell angegeben, hat sich anscheinend noch immer nicht herumgesprochen.

Hat man aus der Geschichte („Gladio“ in Europa, Contras in Nicaragua, „Salvador Option“ im Irak, etc.) nichts gelernt?

Im April war Khalimov plötzlich “verschwunden” und tauchte Ende Mai per Video wieder auf. Darin schwört er, den „Dschihad“ nach Russland zu bringen , was aber von CNN nicht erwähnt wird. Stattdessen soll er gedroht haben, Amerikaner umzubringen: „die Schweine“, die Soldaten ausbilden, um Muslime zu töten.

In der Darstellung von CNN soll Khalimov also den Amerikanern Angst und Schrecken einjagen (und natürlich ein offizielles „militärisches Eingreifen“ der USA in Irak und in Syrien („ohne geographische Einschränkung“ laut US-Kongress) legitimieren, ja als „notwendig“ erscheinen lassen.

IS ist also das neue, flexibel einsetzbare Feindbild (Ersatz für die „kommunistische Bedrohung“ im kalten Krieg) mit dem der US-Hegemon seine gewaltsame und hinterhältige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten rechtfertigt.

Die BBC erwähnt aber in ihrem Beitrag auch, dass der IS-Kommandeur gelobt hat, in seiner Heimat ein „Gemetzel“ zu verursachen, also in Tadschikistan der Regierung zeigen will, wo der Hammer hängt (als Bestrafung dafür, dass Islamisten als subversive Staatsfeinde verfolgt werden). Er beklagt auch die große Armut und Arbeitslosigkeit in seinem Land, wodurch hunderttausende Tadschiken gezwungen seien, in Russland Arbeit zu suchen (wo sie als billige Kräfte ausgenutzt werden).

 Das Land ist so arm, (mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als 2 Dollar am Tag zur Verfügung) dass die Gelder, die diese Arbeitsmigranten nach Hause schicken, einen erheblichen Wirtschafts- bzw. Einkommensfaktor darstellen. Durch die (von den USA arrangierte) dramatische Abwertung des Rubels und die völlig illegitimen Wirtschaftssanktionen verschärft sich natürlich die Lage der Tadschiken weiter. Alleine im Jahr 2014 verloren 200.000 ihre Arbeit in Russland.

Oxfam poverty tajikistanDie systemische Armut und jetzt auch noch die Klimaveränderung lässt kaum noch Hoffnung auf ein besseres Leben aufkommen (siehe Oxfam-Bericht rechts)

Es ist also nicht hauptsächlich religiöser Fanatismus, der diese Männer dazu bringt, sich IS anzuschließen, sondern die Hoffnungslosigkeit und das Elend in ihren Heimatländern. Sie haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren und der Gemeinschaftsgeist, der in IS beschworen wird sowie das religiöse Pathos bringen viele dazu, sich diesen Kämpfern anzuschließen. Sie haben wohl nichts mehr zu verlieren … außer ihr Leben, wobei ein gewaltsamer Tod in dieser verzerrten Realität wohl als „heldenhaft“ wahrgenommen wird. Ein Leben ohne Würde endet dann wenigstens mit einem „ehrenvollen“ Tod.

(Dass diese Menschen als machtpolitische „Werkzeuge“ radikalisiert und auf perfide Weise instrumentalisiert werden, finde ich so widerlich, dass mir übel wird, wenn ich daran denke …)

Dieser dramatische, soziale u. wirtschaftspolitische Kontext wird von CNN (und unseren Medien) völlig unterschlagen.

Stattdessen muss Wolf Blitzer noch am Ende unbedingt erwähnen, dass Khalimov auch von russischen Anti-Terroreinheiten ausgebildet worden sein soll (wenn er das so sagte, wieso zeigt man es dann nicht im Video?). Putin weiß natürlich seit Tschetschenien, wie Washington Islamisten fördert und bewaffnet und sie dann gegen den vermeintlichen „Feind“ loslässt, um unliebsame Regierungen zu destabilisieren, Bürgerkriege auszulösen und „Empörung“ des Westens über die Niederschlagung der gesteuerten Rebellion auszulösen – ohne dass sich die USA selbst die Finger schmutzig (blutig) machen muss.

Das „doppelte Spiel“ der USA nach „911“ zur Konfliktbeschleunigung in diesen Ländern:

  • Einerseits immer mehr Repressalien gegen „Islamisten“ erwirken (Panikmache,  Überwachung, Anti-Terror-Training, brutales Durchgreifen der Sicherheitskräfte in anderen Ländern forcieren)
  • Andererseits genau diese „Islamisten“ erschaffen und fördern (mithilfe der saudischen, pakistanischen, israelischen u.a. Geheimdienste und effektiver PR), was aufgrund der großen Armut und Perspektivlosigkeit in diesen Ländern nicht schwer ist;

Die Sprecherin des US-Außenministeriums versicherte CNN, dass alle Teilnehmer der Spezial-Ausbildung vorher einer „gründlichen Sicherheitsüberprüfung“ unterzogen worden seien. You bet. Man suchte natürlich Leute aus, die für die perfiden Pläne der CIA bestens geeignet waren. Ich denke, Khalimov ist nicht wirklich „übergelaufen“, er war von Anfang an dafür vorgesehen, die Rolle des nützlichen „Terroristen“ zu spielen – für die USA und ihre Verbündeten.

Hat er es gemerkt und sich jetzt gegen „Dr. Frankenstein“ gewendet? Wir werden sehen …

BACK TO BIDEN

truthinadvertising-Biden lamentiert dann über die Probleme mit „seinen Freunden“ in der Region, die die Terrorgruppen finanziert und bewaffnet hätten, weil sie Assad um jeden Preis loswerden wollen:

„… what my constant cry was that our biggest problem is our allies in the region. Our allies in the region were our largest problem in Syria. The Turks were great friends… [and] the Saudis, the Emirates, they were so determined to take down Assad and essentially have a proxy Sunni-Shia war – what did they do?“

(O-Ton des weiter oben erwähnten Zitates in deutscher Übersetzung):

„They poured hundreds of millions of dollars and tens, thousands of tons of weapons into anyone who would fight gainst Assad — except that the people who were being supplied, were Al-Nusra, and al-Qaeda, and the extremist elements of jihadis who were coming from other parts of the world.“

Die TÜRKEI nimmt in diesem teuflischen Spiel auch eine besondere Stellung ein, was aber in den von uns finanzierten Verblödungsmedien kein Thema ist: die sind ja damit beschäftigt, Putin und Assad zu kriminalisieren bzw. die Texte ihrer langjährigen Souffleuse (US State Department) nachzusprechen.

DW supply lines TurkeyAber es gibt auch Ausnahmen. So z.B. die Deutsche Welle, die schon im November 2014 in einem Video dokumentierte, dass täglich hunderte türkische Lkws über die Grenze nach Syrien fahren, obwohl das (vorher gute) legale Exportgeschäft mit Syrien seit den Sanktionen zusammengebrochen ist.

Es gibt keine offiziellen Angaben darüber, wer die „Endverbraucher“ der Waren sind, man liefert an Mittelsmänner. Doch die Spediteure sind überzeugt, es sei IS.

Im Video sieht man Säcke, auf denen „Ahmed, Rakka“ als Empfänger angegeben ist. Rakka ist das Zentrum der von IS kontrollierten Zone, wohin ein Grossteil der Lieferungen auch geht.

Die Kurden versuchen, durch eigene Patroullien, die Lieferung von Waffen an IS zu verhindern, während die türkische Regierung sich dumm stellt bzw. von „Hilfsgütern“ spricht – ganz im Sinne Orwells. Auch IS-Kämpfer (also „Terroristen“) werden über die Türkei eingeschleust.

Fazit der DW:Es scheint, IS braucht sich über seinen Nachschub keine Sorgen zu machen“

Versuche der syrischen Luftwaffe, diese Transporte zu stoppen, wurden mit Angriffen der türkischen „Luftabwehr“ beantwortet, wobei natürlich von „syrischer Aggression“ gesprochen wird, um die Wahrheit zu verschleiern. Die Einführung von Pufferzonen (vorgeblich für geflüchtete Zivilisten) macht die Sache noch leichter.

Der Bericht der Deutschen Welle erhärtet nur, was sich schon früher abzeichnete und von vielen Analysten erkannt wurde: IS ist so erfolgreich, weil es von potenten, ausländischen Sponsoren „gefüttert“ und gehegt wird.

ERDOGAN: DER PATE DES „TÜRROR“ IN SYRIEN

Turkishsupport ISDer jüngste Eklat in der türkischen Presselandschaft lässt nun keinen Zweifel mehr daran, welches perfide Spiel Erdogan hier betreibt:

Die Türkei bewirtet nicht nur den SNC (künstlichen „Syrischen Nationalrat“) und die „Nationale Koalition für Revolutionäre und Oppositionskräfte“, sondern versorgt auch die nützlichen Idioten der „Terrormiliz“ mit dem Notwendigen, wozu auch die „Koordination“ durch den türkischen Geheimdienst gehört. Der MIT sorgt dafür, dass die Kämpfer (aus Zentralasien) in gebrauchsfähigem Zustand nach Syrien gelangen, ist also eine Art orientalischer „Terror-TÜV“ für imperiale Patsies.

Cumhurriyet reportDie türkische Zeitung Cumhuriyet deckte auf, dass illegale Waffentransporte nach Syrien gehen, die unter dem Deckmantel von „Hilfsgütern“ stattfinden. Versteckt unter Paketen mit Medikamenten, fanden türkische Ermittler (schon im Jänner) 1000 Mörser-Granaten, 50.000 Patronen, 30.000 MG-Patronen und hunderte Granatwerfer.

Wie reagierte Erdogan?

Er leugnet alles, spricht von einem perfiden Komplott und behandelt die involvierten Aufdecker wie Staatsfeinde:

Mehr als 30 Sicherheitskräfte, die an der Durchsuchung der Lkws teilnahmen wurden verhaftet und wegen „Spionage“ und geplantem „Sturz der Regierung“ angeklagt. Selbst vier Staatsanwälte wurden festgenommen und sitzen seither in U-Haft

life sentence cumhuriyetCan Dündar, der Chefredakteur der Zeitung, gilt jetzt als Staatsfeind Nr.1 und soll unter Berufung auf die „Anti-Terrorgesetze“ mit extremer Härte bestraft werden (mehrfach lebenslang, etc.)

Die Behauptungen der Regierung werden immer unglaubwürdiger, weil sie nicht konsistent sind:

  • Anfangs war von „Hilfsgütern“ die Rede, die an die Turkmanen in Syrien gehen sollte.
  • Dann gab Davutoglu im Juni zu, dass es sich um Waffen handelte, aber für die Turkman-Brüder in Syrien …
  • Doch die „Gendarmerie“ sagte aus, dass die Lieferung für ein Gebiet bestimmt war, wo es keine Turkmanen gibt … wo das türkische Militär aber nach Angaben der Fahrer häufig „Aufklärungsmissionen“ durchführte
  • In diesem Gebiet halten sich AQ und ISIL –Kämpfer auf, so die Gendarmen …
  • Die Turkmanen aber wissen nichts von Hilfslieferungen aus der Türkei:
  • Der Vorsitzende ihres Vereins, Hussein al-Abdullah, sagte im Jänner 2014, dass solche Lieferungen nie angekommen seien …
  • Yasin Aktay, der außenpolitische Sprecher der AK Partei, gab schließlich u, dass tatsächlich Waffen geliefert wurden, aber – doch nur – an die FSA*, nicht IS …
  • İbrahim Kalın, Pressesprecher von Erdoğan, sagte hingegen, die Türkei habe nie Waffen nach Syrien geliefert ..

(* die „Freie Syrische Armee“ hat es aber als authentischen Widerstand nie gegeben, es ist eine PR-Marke, die die (kriminelle) ausländische Unterstützung der (nicht-)syrischen „Rebellen“ legitimieren soll: Geld, Waffen, Training, Logistik, Proviant für die „moderate Opposition“ lässt sich in den Medien besser verkaufen, als die Erkenntnis, dass damit islamistische Fanatiker ausgerüstet werden, die man als außenpolitische Werkzeuge benutzt … )

Cumhurriyet wurden auch Abschriften von abgehörten Gesprächen zugespielt, die gemeinsam mit dem brisanten Videomaterial die Rolle der türkischen Regierung (bzw. des Geheimdienstes MIT) bei der Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien dokumentieren sollen.

Diese bestätigen die Aussagen von Syrern, wonach türkische Spezialeinheiten auch direkt in Kämpfe involviert sind, um die Al Nusra Front und andere gewalttätige Islamisten gegen die syrische Regierung zu unterstützen.

Turkish forces support Al NusraDas würde auch erklären, wie diese Terrorgruppen (die sich jetzt als „IS“ konsolidieren) in der Lage waren, dieses Gebiet 2014 zu erobern und es in diesem Jahr neuerlich zu besetzen. Augenzeugen in Kessab haben die Berichte syrischer Soldaten erhärtet, wonach die Terrorbanden im Kampf gegen die syrische Armee von türkischen Hubschraubern und schwerer Artillerie begleitet wurden (und werden).

Diese Meldung („Türkei entfernt Al Nusra von der Liste terroristischer Organisationen“) kann daher nicht überraschen …

Der US-Botschafter in Ankara, Francis Riccardione, spielt natürlich auch eine zentrale Rolle in dieser mörderischen Scharade.

Und was sagte Biden über die Rolle der Türkei und seines „guten Freundes“ Erdogan?

Devil's GameWie bereits oben erwähnt, tut der Vizepräsident zunächst so, als ob die mächtige USA nicht in der Lage war, die massive Bewaffnung der Terrorbanden durch ihre Verbündeten zu verhindern und dann

Now … all of a sudden everybody is waking up because this outfit called ISIL (which was Al Qaeda in Iraq) . which – when they were essentially thrown out of Iraq – found open space in territory in … Eastern Syria, work with Al Nusra, who we declared a terrorist group earlier on, and we could not convince our colleagues to stop supplying them. So what happened? All of a sudden, … they have seen the Lord … (Video 54:27)

ISIL (vorher AQI) wurde also laut Biden aus dem Irak vertrieben, fand dann in Ost-Syrien einen Zufluchtsort und begann mit Al Nusra zu kooperieren … erst jetzt hätten die „Freunde“ erkannt, welches Monster sie da an ihrem Busen genährt hatten und –

Now we have … the President has been able to put together a coalition of our Sunni neighbours … because Americans can’t once again go in … to a Muslim nation and be the aggressor, it has to be led by Sunnis to go and attack a Sunni organisation .. so what do we have for the first time ? … Saudi Arabia has stopped the funding …allowing training on their soil, Qataris have cut off support for most extreme elements ..

CIA ships weapons to Syrian Rebels– Präsident Obama sei es jetzt gelungen, eine Koalition der sunnitischen „Nachbarn“ zu bilden; weil Amerika nicht schon wieder ein muslimisches Land angreifen und als Aggressor dastehen könne, müsse also die Attacke von Sunnis – gegen Sunnis -geführt werden, um den Schein zu wahren (dass die USA nur passiv, notgedrungen eingreift).

Erdogan: you are right, we let too many people through … now trying to seal their border ….they did what Erdogan said, he would do … they voted in the Turkish parliament to send ground forces … Turkish airspace to be able to be used by NATO and by other allies …Turkish airspace be able to accommodate our drones …

Erdogan – so Biden – habe eingesehen, dass man „zu viele Leute [Terroristen] durchgelassen habe“ und versuche nun, die Grenze zu versiegeln. [Wochen später rollen die Waffen weiterhin massenhaft über die türkische Grenze, wie die DW ja im November 2014 dokumentiert hat] Außerdem sei beschlossen worden, türkische Bodentruppen nach Syrien zu entsenden und NATO gestattet, türkischen Luftraum zu benutzen, inklusive Drohnen.

Angesichts dessen, was wir oben u.a. aus der türkischen Presse gehört haben und der Tatsache, dass IS immer noch ihr Unwesen treiben (auch wieder im Irak), muss man sich fragen, wen Biden hier verarschen will, die Studenten in Harvard?

(Auf die geopolitisch wichtige Erdgas-/Erdölkomponente – wer liefert Erdgas nach Europa? – gehe ich hier nicht ein, das kann man z.B. bei William Engdahl nachlesen).

seyed_ali_miraee-iran_(1)Es muss dem Dümmsten inzwischen klar geworden sein, dass IS ein perfides Werkzeug der Auslands-Geheimdienste (CIA & Co., in der Region vor allem Israels) ist, und kein schief gelaufenes Söldner-Abenteuer der Saudis. Sie sind die Schocktruppen für die „Drecksarbeit“, deren extreme, medial inszenierte Brutalität dann als Vorwand für ein „härteres Eingreifen“ des Westens benutzt wird.

Doch die amerikanischen Bomben fallen nicht auf IS, sondern auf syrische Infrastruktur und irakische Truppen – was ja auch nicht mehr überraschend ist.

Unsere Journaille macht aber weiter wie bisher, plappert die bescheuerten „Meldungen“ des selbstgerechten US-Hegemons nach und leistet somit aktive Beihilfe zur Legitimation von Völkermord und Krieg (der 1. und „4.“Generation).

Wann werden diese „Unterstützer einer terroristischen Vereinigung“ endlich zur Rechenschaft gezogen?

 

(P.S. Die IS Cartoons stammen aus einem Karikaturen-Wettbewerb in Tehran, den man im Internet finden kann)

D-Logo

Al Baghdadi und die vierzig Räuber (2)

Fernandel in Ali Baba 1954Im Märchen Ali Baba und die vierzig Räuber wird die Gier des Bruders Kassim quasi vom Schicksal bestraft: weil er den ganzen Schatz in der Höhle für sich haben will, aber das Zauberwort für das Öffnen der Tür vergisst, wird er von den Räubern getötet.

Die Sklavin Morgiana vereitelt nicht nur mehrfach die Rache der Räuber, sondern tötet am Ende auch noch den Räuberhauptmann, der getarnt als Händler bei Ali Baba zu Besuch ist. Sie rettet also Ali Baba durch ihre List und Cleverness das Leben, erhält dafür die Freiheit und wird die Ehefrau seines Sohnes. Ende gut, alles gut.

Der „Schatz“ in unserem Märchen sind natürlich die großen Öl- und Gaslagerstätten im Irak, in Syrien und im Iran (aber auch zunehmend in Afrika). Die Kontrolle darüber, inklusive der Verteilung über Pipelines: also zu bestimmen durch welche Länder sie führen und durch welche nicht, ist für die größenwahnsinnige USA ein entscheidender globaler Machtfaktor. Nicht, weil die USA diese Energie nur für sich alleine wollen, sondern weil sie damit mehr Macht über die Wirtschaft der Konkurrenten bekommen, vor allem über China.

Dass diese Völker eigentlich selbst das Recht haben, zu entscheiden, wie und mit wem diese Energiereserven gefördert bzw. transportiert werden, ist für den „Räuberhauptmann“ in Washington natürlich kein Thema. Die erfolgreiche Torpedierung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland durch die USA samt erleben wir ja auch gerade.

Das „Zauberwort“ für den Zugang zum Schatz in unserem Polit-Märchen heißt „Terror“, genauer „Terrorbekämpfung“ oder „counter-terrorism“. Mit diesem Begriff wird ja seit „9/11“ (in seiner offiziellen Darstellung vielleicht das größte Märchen aller Zeiten) das „militärische Eingreifen“ in andere Länder gerechtfertigt.

al-qaeda1Damit man die ewige Lüge der notwendigen „Verteidigung“ gegen böse Mächte aufrechterhalten kann, muss dieser Feind bei Bedarf auch selbst konstruiert werden. Dabei sind Washington und seine Räuber-Vasallen nicht zimperlich: ob Nazis & Neo-Nazis in Europa und Lateinamerika oder „gewalttätige, islamistische Extremisten“ – auch in Europa einsetzbar – im Orient und im Kaukasus, alles ist recht, wenn es darum geht, diese „Ziele“ (Länder, Regionen) ins Chaos zu stürzen.

Bevor diese „Dual-Use“ Schurken aber einsatzbereit sind, muss natürlich jahrelang Vorarbeit geleistet werden. Für solche subversiven Tätigkeiten eignen sich besonders NGOs, die mit edel klingenden Namen wie „National Endowment for Democracy“ oder USAID, etc. unzufriedene Segmente der Zivilgesellschaft „aufmischen“, damit sie schließlich gegen ihre eigene Regierung rebellieren (wie in der Ukraine) oder sich als Instrumente „asymmetrischer“ Gewalt in anderen Ländern als proxies (an Stelle von Soldaten) einsetzen lassen. Dazu werden dann natürlich auch die Geheimdienste als „Trainer“ eingesetzt.

Einer der Männer, der für das US-Imperium in solchen „Angelegenheiten (wie Vorbereitung des „Arabischen Frühlings“) viel herumreist ist John McCain.

SUBVERSION getarnt als „Demokratie-Förderung“

John McCain 2John McCain sitzt seit 1986 für die „Reps“ (die Republikanische Partei des US-Bundesstaats Arizona) im amerikanischen Senat und gilt als einer der größten „warmonger“ (Konfliktschürer u. Kriegstreiber zum Wohle der US-Rüstungsindustrie) im Kongress. Dem europäischen Publikum ist er vielleicht noch in Erinnerung wegen seines denkwürdigen Auftritts im Dezember 2013 auf dem „Maidan“ in Kiew.

Dort sprach McCain folgende Worte:

Die freie Welt ist auf eurer Seite. Amerika ist auf eurer Seite. Ich bin auf eurer Seite. Hier geht es um die Zukunft, die ihr für euer Land wollt, um die Zukunft, die ihr verdient habt.”

Diesen mickrigen und verlogenen Propaganda-Text musste McCain auch noch von einem Zettel ablesen:

Unsere braven Medienschafe haben natürlich solche PR-Auftritte ohne jede Kritik gezeigt und so den falschen Eindruck verstärkt, hier ginge es wirklich um die Durchsetzung demokratischer Freiheiten.

Was ein amerikanischer Senator in Kiew zu suchen hat (flankiert von Neo-Nazi Führern) und mit welchem Recht er sich in die Innenpolitik eines (angeblich) souveränen Staates einmischt, darüber sollen wir erst gar nicht nachdenken. Schließlich hat man uns seit 1945 das künstliche Image der USA als scheinbarer Kämpfer für Freiheit und Demokratie eingeimpft und daran darf (viele Millionen Tote und Entrechtete später) auch nicht gerüttelt werden.

Das geht aber nur, wenn man kein Wort über den geopolitischen Hintergrund verliert: die gewaltsam (und arglistig) angestrebte Kontrolle der Energieströme in „Eurasien“ durch die USA im Kontext der wirtschaftlichen Rivalität mit Russland und China – – wobei die EU dazu gebracht wird, sich wirtschaftlich „ins eigene Knie zu schießen“ (indem sie Sanktionen gegen Russland verhängt, die die Rezession in Europa nur weiter verschärft und den Euro als Konkurrent zum Dollar schwächt).

In diesem Video erklärt Bundeswehroffizier (a.D.) Jochen Scholz, worum es hier wirklich geht.

Hervorzuheben aus diesem Interview ist u.a. die Tatsache, dass sowohl Russland als auch China eine größere wirtschaftliche Anbindung an die EU anstreben, die Herr Scholz als „eine gemeinsame Wirtschaftszone von Lissabon bis Wladiwostok“ beschreibt. Als der chinesische Präsident vor einigen Monaten in Deutschland war, sprach er von der Erweiterung der Handelsbeziehungen über eine neue „Seidenstraße“, die von Deutschland (mit einem Hochgeschwindigkeitszug) bis nach China führen könnte.

Von diesen Plänen könnten alle drei Partner profitieren: die EU, Russland und China. Diese verstärkte Zusammenarbeit muss – aus Sicht der imperialen USA – um jeden Preis verhindert werden, damit das strategische Ziel der „Full Spectrum Dominance“ nicht gefährdet ist.

gladio delta isDie Mittel, die dabei angewendet werden, lassen jeden Mafiaboss alt aussehen: psychologische Kriegsführung und politische Subversion auf allen Ebenen, wozu das Anzetteln von Konflikten, Bürgerkriegen und „Aufständen“ (wie die „Fata Maidana“ und alle „Farben-Revolutionen“) – samt anschließender, zur Schau gestellter „Empörung“ über diese Gewalt – ebenso gehört wie die „notwendige Militär-Intervention“, sprich: das Bombardement von aufmüpfigen Ländern, denen man vorher ein „Terrorproblem“ beschert hat (wie in immer mehr afrikanischen Ländern und – jetzt (wieder im Fokus) im Irak und in Syrien.

TERROR R Us: Werkzeuge Der US-Außenpolitik

Damit kommen wir zur neuesten „Bedrohung“ der Welt durch islamistischen „Terror“: die märchenhafte ISIS oder IS und die Rolle, die Senator McCain dabei spielt. Wer noch Zweifel daran hatte, dass die USA mit den „islamistischen“ Terroristen gemeinsame Sache macht, sollte sich diese Bilder genau ansehen:

McCain with Badr al Baghdadi May 2013Hier sehen wir Senator McCain im angeregten Gespräch mit der sogenannten „gemäßigten syrischen Opposition“ im Mai 2013 in Syrien. Zwei dieser Gesprächspartner können identifiziert werden:

  • General Idris( Salem), damals Kommandeur der „Freien Syrischen Armee“
  • Ibrahim al-Badri (roter Kreis), der gerade mit McCain spricht

Wo ist hier das Problem?

Das Problem besteht darin, dass dieser „Al Badri“ (auch bekannt als Abu Dua, der später „Al Baghdadi“ und jetzt Kalif Ibrahim heißt) bereits seit Ende 2011 auf der State Department Liste der am meisten gesuchten Terroristen anzutreffen ist.

1 Abu Dua aka Al Baghadi aka Khalif Ibrahim

Jeder, der zur Ergreifung dieser Verbrecher beiträgt, kann sich angeblich auf eine Belohnung von mehreren Millionen Dollar freuen (doch wie bei Bin Laden, besteht natürlich gar kein echtes Interesse daran, diese Männer zu „finden“: erstens weil man sie ja selbst in diese Rolle gesteckt hat und zweitens, weil sie dann ja „auspacken“ könnten …; Übrigens, Ibrahim wird in den amerikanischen Medien bereits als „neuer Bin Laden“ gehandelt, schließlich braucht die „verwirrte Herde“ (das Volk) ja ein Gesicht des bedrohlichen Feindes, damit sie ihn richtig hassen und fürchten kann.

Al Baghdadi 2Nur wenige Wochen vor dem Treffen mit Senator McCain gründete der jetzige „Kalif Ibrahim“ die Gruppe ISIL (Islamischer Staat im Irak und der Levante), heute IS, während er offiziell immer noch Mitglied der „gemäßigten Opposition“ war. McCain beschrieb diese Leute als „Gruppe von Syrern, die für ihre Freiheit kämpfen“ und denen man „vertrauen“ könne.

Ibrahim machte Schlagzeilen, weil der Überfall auf mehrere Gefängnisse im Irak im Juli 2013 (darunter auch das berüchtigte Abu Ghraib) zur Befreiung hunderter Verbrecher seiner Genialität zugeschrieben wurde. Die „Befreiten“ dankten es dem späteren Kalifen, indem sie sich als engagierte Kämpfer für IS zur Verfügung stellten.

guardian interpol security alert Aug 2013Bemerkenswert ist die Tatsache, dass fast gleichzeitig auch in anderen Ländern Befreiungsoperationen nach dem gleichen Muster stattfanden (was zu einer globalen Sicherheitswarnung von Interpol führte) und auch in diesen Fällen dadurch neue „Kämpfer“ gegen den syrischen Staat gewonnen wurden: Nach Angaben von Interpol kam es u.a. zu Gefängnisausbrüchen in Libyen und in Pakistan, bei denen mehr als 1,500 Verbrecher freikamen.

Sind diese Meldungen echt oder nur Panikmache? Wer kann das in diesen Zeiten des „universellen Betrugs“ (nach Huxley) noch mit Sicherheit sagen. Aber – N.B.:

In allen drei Ländern sorgen die USA seit Jahren dafür, dass dort Chaos herrscht und der „Terror“ dort besser gedeihen kann als je zuvor. Die ganze Region soll so destabilisiert werden, dass weder China noch Russland dort Geschäfte machen können und die USA und ihre kriminellen Verbündeten in der Region mehr Macht über Energieströme bekommen (nicht zu vergessen die Ausschaltung der beiden letzten Länder, die Israel noch die Stirn bieten: Syrien und Iran … )

WITH FRIENDS LIKE THESE

Dass diese neue Wundertruppe aus 1001 Nacht von westlichen Geheimdiensten aufgebaut wurde, kann kaum noch bezweifelt werden. Auch die tatkräftige Unterstützung der arabischen Diktaturen (Saudi Arabien, Bahrein, der ganze „GCC“-Verein) sowie der Schein-Demokratien Jordanien und Türkei steht eigentlich außer Zweifel und wurde ja gerade erst von Vizepräsident Joe Biden ..bestätigt (worauf der sich als zukünftiger „Ottomanen-Sultan“ sehende Erdogan natürlich alles abstritt .)

Das größte Problem der USA in Syrien sind unsere Verbündeten in der Region sagte Biden vor Studenten der Politikwissenschaft in Harvard. Sie hätten „hunderte Millionen Dollar und Tonnen von Waffen an jedermann ausgeteilt, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen (mehr dazu weiter unten)

Derselbe Joe Biden sprach im Oktober 2012 von einer „engen Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten in der Region“, damit man jene (Rebellen) identifizieren konnte, die der „Hilfe“ der USA“ würdig sind, lässt diese Realsatire nur noch besser werden.

Das brutale RE-MODELLING des Nahen Ostens

democracy from aboveDass die amerikanischen Bomber nicht die wichtigsten IS-Stellungen angreifen, sondern syrische Infrastruktur (Getreidespeicher, Mühlen, Öl-Raffinerien, etc.) passt durchaus ins Bild: man greift seine Werkzeuge nicht an, jedenfalls nicht, bevor sie ihren „Job“ (Assad zu stürzen, grausame ethnische Säuberungen durchzuführen und Syrien als souveränen Staat zu zerstören) erledigt haben.

Die Kontrolle über die Öl- u. Gaslagerstätten und ihre geopolitische Bedeutung wurde ja schon erwähnt. In diesem Zusammenhang muss auch gesagt werden, dass sowohl die Kurden als auch IS illegal (zum kriminellen Freundschaftspreis) Erdöl aus Syrien und dem Irak verkaufen: über eine Pipeline wird der Rohstoff nach Ceyhan transportiert (in die Türkei) und von dort wird es von israelischen Tankern aufgenommen und nach Ashkelon gebracht. Mit einem falschen Herkunftszertifikat wird das Öl dann exportiert – gegen die UNSC-Resolutionen, die solche Importe ja verbieten.

Man trifft also Syrien und Irak (durch fehlende Exporteinnahmen) und kriegt das gestohlene Öl auch noch extra billig .. das ist also die Moral des Westens….

ARMUT UND INDOKTRINATION: Wie man zum (nicht arabischen) „Jihadi“ wird

Dass mit dem medialen Bild von IS etwas nicht stimmt, zeigt auch dieses Telefon-Interview (vom 20. August 2014 mit einem australischen Journalisten) mit einem militärischen IS-Führer, der als Omar Shishani bezeichnet wurde. Wer entsprechend konditioniert wurde, findet in den Aussagen dieses Mannes alles bestätigt, was man uns einreden will (fanatische, irre Kämpfer, die für die erzwungene Durchsetzung ihrer speziellen Religion vor keinem – noch so grausamen – Mittel zurückschrecken).

Jeder politische Kontext soll allerdings vermieden werden.

isis-syria-iraqDoch ein kurzer Blick auf das Gesicht dieses vermeintlichen „Gotteskriegers“ aus Arabien, lässt starke Zweifel an seiner Herkunft aufkommen: Wie viele hellhäutige, rothaarige Männer gibt es Nahen Osten, die für ein Kalifat morden würden?

Schon der erste Teil der Frage kann mit „Null“ beantwortet werden und deshalb kann das Erstaunen auch nicht mehr so groß sein, wenn der echte Name dieses „islamistischen Extremisten“ Tarkan Batirashvili ist. (Shishani bedeutet „der Tschetschene“ auf Arabisch)

„Vili“ – das kommt uns als Endung von Familiennamen irgendwie bekannt vor: richtig, da war doch dieser Sakashvili aus Georgien. In diesem Land kommen solche Namen häufig vor und dieser Herr Batirashvili wurde von Experten als ehemaliges Mitglied des georgischen Militärs identifiziert.

Seine Eltern sind (ethnische Tschetschenen und) Christen, da fragt man sich wo und wie wurde dieser Mann zum Islamisten gemacht? Sein Vater sagte in einem Interview, das sei wohl passiert, nachdem sein Sohn verhaftet worden war, also im Gefängnis. Er wurde aber vorzeitig entlassen und ging dann sofort nach Syrien. Der Vater glaubt, dass die grundlegende Ursache die Armut gewesen sei. Alle drei Söhne seien mittlerweile zum Islam übergetreten.

pankisi-valley-gorge-georgia-north-caucasus

Die Armut und Hoffnungslosigkeit spielte sicher eine große Rolle. Im Pankisi-Tal in Georgien, wo viele der Tschetschenen-Kämpfer/ Anführer in Syrien herkommen, sind mehr als 90% der Menschen arbeitslos. Die Jugendlichen haben keine Perspektive.

Saudis dual useHier hat man also den idealen Nährboden um „Islamisten“ heranzuzüchten, die man dann gegen unerwünschte Regierungen im Nahen Osten (oder in Russland) einsetzen kann und so erstaunt es auch nicht zu hören, dass seit 1998 viel Geld aus Saudi Arabien in diese Regionen geflossen ist, um Koranschulen, Moscheen und eine extreme, pervertierte Form des Islam zu propagieren. Die Geheimdienste finden dann bei diesen perspektivlosen, indoktrinierten jungen Männern ausreichend „Material“ für ihre Rekrutierung zum Terrorwerkzeug der imperialen Geopolitik. Was für eine Tragödie.

Welche Unmenschlichkeit muss vorhanden sein, um diese jungen Männer und ihre Sehnsucht „gebraucht zu werden“, für eine große Sache zu kämpfen, auf solch perfide Weise zu instrumentalisieren?

Omar reiste über die Türkei nach Syrien und kämpfte im September 2012 in Aleppo. Später gründete er seine eigene Kampftruppe, die sich später mit einer anderen zu Jaish al-Muhajireen wal-Ansar (JMA) vereinigte. JMA soll aus etwa 3.000 Männern aus dem Nord-Kaukasus, der Ukraine (der Krim) und anderen Ländern bestehen. Inzwischen hat sich Batirashvili IS(IS) untergeordnet und ihrem Anführer „al Baghdadi“ (der ja angeblich aus Samarra stammt ..?) den Treueeid geschworen. Er, Omar,  ist der Kommandeur des nördlichen Sektors von IS.

Es gibt noch weitere Kämpfer aus dem Kaukasus wie z.B. Abu Jihad Shishani, der in Ägypten bei salafistischen Klerikern studiert hat. Er tritt neben Omar in Videos auf (Omar ist kein großer Rhetoriker …) und spricht Arabisch und Russisch (sehr praktisch für die Einsetzbarkeit …)

„Kalif Ibrahim“ hat ja auch schon angekündigt, dass Putin auch auf seiner Feindesliste steht … daher macht es Sinn, dass in dieser Truppe auch Kämpfer aus Zentralasien bzw. den ehemaligen Sowjetrepubliken zu finden sind …angeblich nun auch Chinesen …. was den geopolitischen Hintergrund nur weiter unterstreicht …)

DAS INTERVIEW

isis mercenariesUnd was hat dieser falsche „Omar“ nun der Welt mitzuteilen? (Auszüge)

Zuerst antwortet er auf die Frage, warum IS auch Muslime umbringe (auf grauenvolle Weise), das sei nur „jüdische Propaganda“ und außerdem seien Schiiten keine Muslime …. Kurz darauf sagt er aber wörtlich:

„Jeder der Probleme macht, wird gekreuzigt …“ (that sounds familiar …Full Spectrum Dominance?)

F: Wie groß soll denn euer Kalifat sein? A: Ohne Grenzen …

F: Ihr wollt, dass die ganze Welt unter dem Gesetz Allahs steht? A: Korrekt, Sir

F: Gegen wen kämpft ihr jetzt gerade?

A: Gegen die Kurden … sie haben ihre Religion verkauft … wir bekämpfen sie bis sie unsere Herrschaft akzeptieren …

F: Warum kämpft ihr gegen die Sicherheitskräfte im Irak?

A: Haben Sie den Konflikt im Irak studiert? Wissen Sie, wie viele Leute sie ins Gefängnis gesteckt haben, gefoltert haben … bezahlt mit euren Steuergeldern?

F: Wie viele Kämpfer habt ihr?

A: Wir haben genug … es kommen jeden Tag mehr … aus Europa, über die türkische Grenze (korrigiert sich) . ..über alle Grenzen ..

F: Präsident Obama hat Luftschläge angeordnet, hat das eure Kampfkraft geschwächt?

A: Nein, Nein. Das motiviert uns nur und bringt mehr Muslime auf unsere Seite … das ist perfekt für uns; Ich glaube wir haben 2-3000 aus dem Westen bei uns … sie beten, dass die Amerikaner kommen ..wir wollen, dass diese Waschlappen hierher kommen .. ihre Frauen und Hunde vermissen … während wir sie abschlachten …

F: Die Leute hier sagen, dass der Islam eine friedliche Religion sei … was Sie sagen, klingt aber nicht friedlich

A: Ja, aber wir haben ja auch nicht in friedlichen Zeiten gelebt die letzten hundert Jahre … die Christen werden wir tolerieren, sie müssen nur eine Kopfsteuer zahlen … sie werden unsere angesehensten Gäste sein ..

F: Warum haben Sie diesem Interview zugestimmt?

A: Weil es so viel Verwirrung gibt. Man braucht sich ja nur Ihr „Wissen“ anschauen … Sie sollten sich schämen … eine Sendung (zu diesem Thema) zu moderieren … Sie wissen gar nichts über den Irak oder über Syrien und Sie spucken nur aus … sie wiederkäuen nur das ganze Zeug … übernehmen ein Wort hier und ein anderes da … und Millionen von Papageien wie Sie plappern etwas nach .. und dann werden wir von euren Regierungen bombardiert …“

F: Was steht als nächstes auf dem Programm?

A: Wir gehen in den Kampf gegen die Kurden …

F: Die toten Kinder im Norden des Irak … macht Ihnen das Sorgen?

A: Natürlich gefällt uns das nicht , aber werdet ihr die Muslime in Frieden leben lassen? Wohl kaum .. deshalb lehren wir unsere Kinder weiter zu kämpfen …

Was soll man dazu sagen?

Das Interview war ziemlich schwach und dieser Omar hat in einem Punkt Recht: die Ignoranz der Journalisten, die sich über diesen „Terror“ äußern, ist gewaltig und ihre wichtigste Funktion ist die eines Papageis. Wie immer wurde nur ein vorbereiteter Fragenkatalog heruntergelesen und nichts hinterfragt oder vertieft, was der Interviewte gesagt hat.

Was die irakischen „Sicherheitskräfte“ im Irak betrifft, verweise ich nur auf meine Artikel über das Training (die Brutalisierung) dieser Leute durch amerikanische „Ausbildner“ …

Die wichtigste Frage, WARUM er (als Tschetschene, was ja im Interview gar nicht erwähnt wird) in ein arabisches Land geht und dort Leute umbringt, wurde erst gar nicht gestellt. Wer hat ihn und die anderen indoktriniert und radikalisiert? Dazu kann uns der amerikanische Vizepräsident mehr sagen …

HEUCHELEI IN HARVARD: Joe Biden erklärt die US-Außenpolitik

BidenDie Aussagen von Joe Biden vor Studenten der Politikwissenschaft in Harvard machten Schlagzeilen, denn damit bestätigte der US-Vizepräsident nur das, was viele kritische Stimmen schon lange wussten: dass die treuesten Verbündeten der USA in der Region auch die größten Förderer eben jener Extremisten / Terroristen sind, die man jetzt unter lautem Theaterdonner als „Netzwerk des Todes“ bekämpfen muss.

Bidens Rede in Harvard bietet eine gute Gelegenheit, die gewaltige Kluft zwischen den edel klingenden Verlautbarungen und den tatsächlichen Absichten (und Taten) der amerikanischen Außenpolitik offenzulegen.

Auf die Frage eines Studenten, ob die USA nicht schon früher in Syrien hätten eingreifen sollen, antwortete Biden mit Nein und führte dann aus, dass die „Ermittlung der gemäßigten Mitte“ (innerhalb der syrischen Opposition) ein großes Problem gewesen sei. „Es gab keine gemäßigte Mitte [die man bewaffnen konnte], weil diese hauptsächlich aus kleinen Ladenbesitzern bestand“ (also niemand, der eine Waffe in die Hand nehmen, sondern stattdessen Reformen wollte).

Dass in den Medien trotzdem aber bis heute diese „gemäßigte Opposition“ als Empfänger von Waffen und anderem Material genannt wird, die man jetzt noch mehr – als Gegengewicht zu IS – unterstützen müsse, scheint hier keinen Redakteur zu stören. Warum auch, Papageien werden ja nicht fürs Nachdenken bezahlt …

Ich habe ständig darüber geklagt, dass unser größtes Problem unsere Verbündeten in der Region sind. Die Türken, die Saudis, die kleineren Emirate, sie waren so darauf versessen, Assad zu Fall zu bringen und einen Stellvertreter-Krieg zwischen Sunniten und Schiiten zu inszenieren, dass sie folgendes taten: Sie schütteten hunderte Millionen Dollar und Tonnen von Waffen an alle aus, die bereit waren, gegen Assad zu kämpfen. Aber die Leute, die ausgerüstet wurden waren Al Nusra und Al Kaida und die Extremisten (Jihadis) aus allen Teilen der Welt. Wir konnten unsere Kollegen nicht davon überzeugen, diese Gruppen nicht auszurüsten.“

Wir sollen also glauben, dass die USA (mit Ausnahme von Apellen an die Vernunft) hilflos dabei zusahen, wie diese brutalisierten und indoktrinierten Fanatiker von den „Verbündeten“ mit Geld und Waffen versorgt wurden. Das ist ein absoluter Witz, weil die Rolle der CIA im Heranzüchten von „Werkzeugen“ diese Art ja bekannt ist und es sogar amerikanische Presseberichte gibt, die die aktive Rolle der CIA in der „Ausbildung“ und Bewaffnung der Terroristen erwähnen:

CIA ships weapons to Syrian RebelsDiese (zusätzlichen) Waffenlieferungen, eine „entscheidende Eskalation der Rolle der USA im syrischen Bürgerkrieg“, begannen in einer Zeit erhöhter Spannungen und angedrohter Raketenangriffe“, als Bestrafung für den (Assad unterstellten) Giftgasangriff im August 2013 in der Nähe von Damaskus – wie die Washington Post im September 2013 schreibt.

Der Ausdruck „lethal aid“ also „tödliche Hilfe“, der hier für die amerikanischen Waffenlieferungen verwendet wird, könnte als makabres Unwort des amerikanischen Jahrhunderts das Rennen machen ..

Doch die Enthüllungen (Ausrutscher) von Biden bestätigen ja auch indirekt, dass es sich eben nicht um einen syrischen „Bürgerkrieg“ handelt, weil die echte, gemäßigte Opposition ja gar nicht kämpfen, sondern verhandeln wollte. Deshalb hat man von Anfang an von außen für eine Eskalation der Gewalt gesorgt. Die somit inszenierte „Bestürzung“ darüber, dass man dabei “nicht tatenlos zuschauen konnte“, R2P, etc. war ja das vorgetäuschte Motiv für die immer größere Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens.

Auch die New York Times berichtete schon im März 2013 über die „tödliche Hilfe“ der CIA in Syrien (hier zitiert von RT):

Schon im Oktober 2012 seien die ersten Waffenlieferungen mit Militärflugzeugen aus Katar in die Türkei gebracht worden. Saudi Arabien und Jordanien hätten sich dann ab November auch daran beteiligt, wodurch es zu einer Großoperation wurde. Mehr als 160 Militärmaschinen seien in der Türkei gelandet, die meisten davon im Flughafen Esenboga bei Ankara.

Ein Experte vom schwedischen SIPRI Institut schätzt die gesamte Ladung dieser Flüge auf 3.500 Tonnen. Dies sehe nach einer „gut geplanten und koordinierten, Militär-Logistikoperation aus“ fügte er hinzu. Nach Angaben der NYT ist die CIA direkt in die Beschaffung der Waffen (in Kroatien) involviert undüberprüft die syrischen Rebellengruppen“ im Hinblick darauf, wer Waffen bekommt und wer nicht.

Ein “Anti-Assad Kämpfer” in der Provinz Idlib wird dann noch von der NYT mit folgenden Worten zitiert:

Bewaffnen oder nicht bewaffnen, tödlich oder nicht-tödlich [also z.B. Fahrzeuge, Kommunikationsysteme, etc.] – es hängt alles davon ab, was Amerika sagt.“

Also Herr Biden, wen wollen Sie hier verarschen? Die „Elite“-Studenten von Harvard?

who are the real terroristsDas könnte sogar gelingen, wenn man sieht, welche verharmlosende Rhetorik Sie hier anwenden um die außenpolitischen Ziele und Methoden der USA zu beschreiben, „märchenhaft“ ist gar kein Ausdruck …

Die mehrfach wiederholte Behauptung Bidens, das Leitmotiv der amerikanischen Außenpolitik sei die Durchsetzung von Menschenrechten, ist angesichts der historischen Fakten so absurd, dass man laut lachen muss, aber eigentlich weinen will.

Aber damit nicht genug, sagte Biden auch noch wörtlich, das Bestehen auf die Einhaltung von Menschenrechten

ist in unsere DNA eingeprägt. Es ist kein politisches Instrument, es macht uns [als Amerikaner] aus; definiert, wer wir sind.“

Ach so… deshalb braucht man 900 Militärbasen in mehr als 100 Ländern, „humanitäres Bombardieren“, totalitäre Überwachungs- und Finanzsysteme, Unterminierung von Bürgerrechten und Aushöhlung des Völkerrechts, geheime Handelsabkommen … zur Durchsetzung von Menschenrechten! Na klar, was sonst?

Was die USA wirklich im Rahmen ihrer Außenpolitik treiben kann man in dieser wunderbaren Doku sehen

Obama und die vierzig Räuber (1)

Devil's GameISIS führt einen Krieg gegen die breitere internationale Gemeinschaft und der Präsident ist entschlossen, eine internationale Koalition aufzubauen und zu führen, die den Kampf zu ihnen trägt. Es ist also so, dass in der gleichen Weise wie die USA sich [seit 9/11] im Krieg mit Al Kaida und ihren weltweiten Ablegern befindet, sie auch (jetzt) gegen Isis Krieg führt.“

Joshua Earnest, Pressesprecher des Weißen Hauses am 12. September 2014 auf die Frage: Ist Amerika im Krieg?

Ja, liebe Kinder, die Märchen aus 1001 Nacht sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren: Schöne Geschichten aus dem Orient über gerechte Kalifen, mutige Männer aus dem einfachen Volk, fliegende Teppiche und clevere Sklavinnen, die Bauchtänze aufführen.

Stattdessen sind die zentralen Figuren der neuen Märchenstunden (die heute „tagesschau“, „heute-journal“ oder „Reportagen“ in den Printmedien heißen) meistens sehr unsympathische und furchterregende Gestalten, die als „Terroristen bzw. „radikale Islamisten“ in 30 Sekunden Videos über den Bildschirm flimmern.

Da die alte Schurkenbande namens „Al Kaida“ das Publikum nicht mehr in den Bann zog (man hatte sich schon daran gewöhnt und der abgedroschene „Terrorpate“ und CIA-Angestellte Bin Laden hatte die Bühne auch schon verlassen), entschieden die Märchenverfasser, eine neue „Marke“ für den Terror zu kreieren: ISIS, ISIL oder IS für „Islamischer Staat“.

black synthetic terroristsKostümiert in schwarzen Trainingsanzügen samt Nike-Turn-schuhen und ausgerüstet mit brandneuen Toyotas (von den Waffen und der professionellen PR ganz zu schweigen) sind sie die aktuellen Hauptdarsteller in der Neuauflage des „Krieges gegen den Terror“, der ja nach „9/11“ vom damaligen Märchenonkel „Dubya“ Bush (GWB) der Welt aufs Auge gedrückt wurde.

Das Gestammel von GWB wurde inzwischen durch die beeindruckende Rhetorik von Barack Obama ersetzt, doch die fiktive storyline hat sich (seit 1945) nicht geändert:

DER  NACKTE  IMPERATOR  GEGEN  DARTH  VADER

Cartoon Obama & terroristsDer amerikanische Präsident tritt (wie eh und je) als entschlossener Gegenspieler dieser Bösewichte auf, die (diesmal) nach Darstellung der Verfasser) mit ihrem (religiösen) Fanatismus den Weltfrieden gefährden (vorher waren es ja die „bösen“ Kommunisten). Der edle Ritter auf dem weißen Pferd im Kampf gegen „das Böse“ in Schwarz, das sind ja uralte manichäische Vorstellungen, die von den Eliten in den USA stets hochgehalten wurden. Schließlich braucht man für sich und die Welt eine Rechtfertigung für die ständige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder und die damit verbundene, systematische Verletzung des Völkerrechts.

Freedom“ bedeutet in der Geopolitik ja „ihr seid frei, das zu tun, was Amerika will“ und wer nicht versteht, das „amerikanische Interessen“ auf dem ganzen Globus Vorrang haben, der hat schon verloren…

Märchenonkel Obama sprach jüngst vor der UN-Vollversammlung von „einem Netzwerk des Todes“, das die USA nun zerschlagen werde, da es für die Grausamkeit von ISIS „keinerlei Rechtfertigung“ gäbe. Er sagte u.a. wörtlich:

Diese Gruppe hat alle terrorisiert, die ihr über den Weg gelaufen sind (im Irak und in Syrien): Von der Vergewaltigung von Müttern, Schwestern und Töchtern als Kriegswaffe, dem Niedermähen von unschuldigen Kindern, den Leichen in Massengräbern bis zum gezielten Aushungern religiöser Minderheiten. In den schlimmsten Verbrechen, die man sich überhaupt vorstellen kann wurden Menschen enthauptet und diese dann auch noch als Videos verbreitet um das Gewissen der Welt zu schockieren“.

Was die Grausamkeit dieser „Gotteskrieger“-Karikaturen betrifft, sagte der US-Präsident die Wahrheit. Doch diese Kreaturen haben schon seit drei Jahren in Syrien (und auch schon vorher im Irak bzw. in Libyen) unvorstellbare Verbrechen begangen, die aber weder Obama noch seinen Vorgängern und maßgeblichen Beratern im Nationalen Sicherheitsrat schlaflose Nächte bereiteten. Warum? Weil man in jenen Kreisen, die die amerikanische Außenpolitik steuern, noch nie ein Problem damit hatte, Menschen umzubringen (oder zu foltern), solange es „die richtigen Leute“ sind.

Die „Richtigen“ sind einzelne Personen, Gruppen oder Regierungen, die die Unverschämtheit besitzen, das theoretische Recht auf politische u. wirtschaftliche Selbstbestimmung ernst zu nehmen und offenbar nicht begriffen haben, dass die Integration in ein von Washington u. London dominiertes Wirtschafts- u. Finanzsystem keine Option sondern eine Verpflichtung ist (wenn man nicht wie Saddam oder Gaddafi (u. andere davor) enden will – Putin bekommt das ja gerade auch zu spüren.

Das Gleiche gilt natürlich für Staaten, die sich weigern, Israel gegenüber ein gehorsamer Diener zu sein: Die „Außenpolitik“ Israels gegenüber arabischen Nachbarländern, die nicht vor den Zionisten zu Kreuze kriechen (wie Irak, Syrien und Iran, aber auch des weiter entfernt liegenden Libyen) lässt sich einfach auf den Punkt bringen:

Wer sich nicht mit uns einigt (unsere kriminelle Expansionspolitik akzeptiert und dafür häufig Geld von den Amerikanern erhält), wird als souveräner Staat zerstört. Die Zionisten sind so selbstgerecht, dass sie diese Pläne auch in schriftlicher Form ankündigen und sich gleichzeitig darauf verlassen können, dass unsere Medien davon keine Notiz nehmen.

ISIS  ALS  VORWAND  SYRIEN  ZU  BOMBARDIEREN

statliberty-with-gunDas „märchenhafte“ an Obamas Darstellung des Terrorproblems im Irak ist, dem Publikum einzureden, Amerika müsse neues Geld für „counter-terrrorism“ ausgeben, um die Isis-Schurken zu besiegen (die man selbst geschaffen hat). Indem man die „gemäßigte Opposition“ (die es nicht gibt) in Syrien unterstützt (mit noch mehr Geld, Waffen und neuerdings auch Bombenangriffen), soll den Neandertalern von Isis vermeintlich der Garaus gemacht werden. Jeder Staat, der dabei nicht mitmacht, sei quasi ein verantwortungsloser Drückeberger und so müsse die USA – wieder einmal – alleine die Führungsrolle im Kampf gegen das Böse übernehmen.

Dieser Quatsch wird uns seit „9/11“ als seriöse Berichterstattung über die „Terrorgefahr“ präsentiert, obwohl es sich (außerhalb der „Märchenstunde“) nicht mehr leugnen lässt, dass diese Karikaturen von „gewalttätigen Islamisten“ (wie schon in Afghanistan in den 1980er Jahren) in Wahrheit nur Werkzeuge der US-Außenpolitik sind. Natürlich braucht man dafür Verbündete in der Region, die man (zu deren Vorteil) destabilisieren will und die sind ja auch bestens bekannt:

truthinadvertising-Israel, Saudi Arabien, die kleinen Golfstaaten (UAE, Bahrein, Katar), die allesamt Petrodollar-Diktaturen sind; Jordanien, seit seiner Entstehung der Vasallenstaat des anglo-amerikanischen Imperialismus par excellence und natürlich das trojanische Pferd am Bosporus, der Militär-Mafia-Staat Türkei, der eine Art Logistikzentrum zur Einschleusung europäischer „Jihadis“ darstellt. Ägypten steht natürlich auch unter der Fuchtel des amerikanisch-zionistischen Imperiums, man zahlt ja nicht umsonst jährlich etwa 2 Milliarden Dollar an „Militärhilfe“ an den Staat, der schon 1978 mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen hat. Das Militär in Ägypten steht immer bereit, wenn es gilt, das Ergebnis einer „falschen“ Wahl zu korrigieren, wie man am Beispiel Morsis und der Muslim-Bruderschaft (Kleenex-Kolonialpolitik: „nach Gebrauch wegwerfen“) gesehen hat.

MANUFACTURING CONSENT (FOR WAR)

Die Unwilligkeit der amerikanischen Bevölkerung sich wieder in einen Krieg im Irak und in Syrien einzulassen, konnte natürlich nicht so einfach hingenommen werden. Deshalb wurden die altbewährten Rezepte der Propaganda wieder angewendet, die Harold Lasswell so auf den Punkt gebracht hat:

Der Widerstand gegen Krieg ist in modernen Nationen so groß, dass jeder Krieg als Verteidigung gegen einen bösartigen, mörderischen Aggressor erscheinen muss. Es darf keinerlei Zweifel daran geben, wen die Öffentlichkeit hassen muss.“

(für ihn war Propaganda ein legitimes Werkzeug, mit dem eine „demokratische“ Regierung die Zustimmung der Bürger – für alles – erlangen konnte. Das „Volk“ war für ihn ohnehin nicht in der Lage, selbst über sein Schicksal zu bestimmen und musste entsprechend bevormundet und getäuscht werden, damit das „Richtige“ getan wird, auf dieser Grundlage werden wir „demokratisch“ regiert )

Damit die auf Kindergartenniveau reduzierten Zuschauer sich in der Märchenstunde also richtig fürchten, genügt es nicht, vermummte Männer mit Gewehren zu zeigen, die auf Toyota-Pickups durch die Wüste fahren und „Allah-u-akbar“ rufen. Auch die Ermordung tausender Syrer (Muslime u. Christen) „zog“ nicht, weil man diese Bilder in den Medien nicht zeigte (da wäre doch das Märchen von der „gemäßigten“ Opposition ins Wanken geraten).

Was also tun? Zuerst „Meldungen“ verbreiten, dass die Zahl der Isis-Kämpfer auf mehr als 30.000 angeschwollen und diese unheimliche Brigade quasi nicht mehr aufzuhalten sei (angeblich hatte das irakische Militär alles stehen und liegen gelassen und die Flucht ergriffen als die „Jihadis“ vor der Tür standen)

Foley staged exeDann Videos produzieren, die „Enthauptungen“ von weißen (amerikanischen, später auch europäischen) Männern zeigen – damit löst man so starke Emotionen aus, dass ein „Eingreifen“ des Westens (natürlich wieder unter Führung der USA) unabdingbar ist. Empört über diese unfassbare „Barbarei“ muss doch der „leader of the free world“ (der nom de guerre des US-Präsidenten) das Kommando übernehmen und unsere „Werte“ mit Bomben verteidigen ….

Das Dumme ist nur, dass informierte Kreise die Echtheit dieser Schock-Videos anzweifeln. Ich tue das auch: Warum?

  • die Aufnahmen sehen nach blue-screen aus (die Personen sind nicht in der Wüste, sondern in einem Filmstudio, vor einem blauen (oder grünen) Hintergrund; die Wüstenszenerie wurde extra eingefügt, was man an den Konturen erkennen kann …)
  • die kurz vor der Exekution stehenden Gefangenen zeigen keinerlei Angst
  • das zur Schau gestellte Messer könnte keine „Enthauptung“ bewerkstelligen (höchstens Halsschlagader durchtrennen)
  • Leute, die das (ganze) Video analysiert haben, sagen es fließt kein Blut nachdem das Messer am Hals entlang geführt wird …

Diese „Enthauptungen“ erfüllen also den gleichen Zweck wie die Inszenierung der in Tränen aufgelösten „Krankenschwester“ aus Kuwait, die vor dem US-Kongress von den Neugeborenen erzählte, die die brutale irakische Armee angeblich aus ihren Brutkästen gerissen und auf den „kalten Boden“ geworfen hatte. Später stellte sich heraus, dass alles eine PR-Aktion war, eine „psy-op“ um die Zustimmung zur Bombardierung des Irak zu erreichen.

Der unerträgliche Zynismus besteht meiner Meinung nach darin, dass hier mit dem Mitgefühl von Menschen gespielt wird, um geopolitische Verbrechen zu legitimieren. Das ist zwar nichts Neues, doch im Fall der USA kommt noch dazu, dass sie sich – trotz einer extrem brutalen Außenpolitik – der Welt gegenüber seit Jahrzehnten als moralische Instanz aufspielen.

JIHAD ON DEMAND

Die Aufgabe dieser künstlich gezüchteten, scheinbaren „Islamisten“, von denen viele einfach nur gewöhnliche Verbrecher (hunderte von Ihnen wurden – im Angesicht der Todesstrafe – aus saudischen Gefängnissen entlassen, wenn sie sich verpflichteten, beim „Mc Jihad“ mitzumachen …) bzw. Söldner oder „special forces“ sind, besteht darin, durch „Murder & Mayhem“ Regierungen zu stürzen und den Zerfall ganzer Staaten einzuleiten, die dem Imperium (und seinen Vasallen wie Saudi Arabien) in die Quere gekommen sind.

Entweder weil sie ihr Land nicht für die Plünderung durch ausländisches Kapital „öffnen“, also eine eigenständige Wirtschafts- u. Energiepolitik betreiben (vor allem ihr Öl oder Gas in Kooperation mit Ländern fördern bzw. transportieren, die ebenfalls auf der Abschussliste des Imperiums stehen oder regionale Machtkonkurrenten sind wie z.B. Iran) und / oder die Verbrechen Israels gegenüber den Palästinensern, dem Libanon etc. im Zuge der Expansionspolitik nicht einfach hinnehmen wollen.

Mit den „Enthauptungen“ hat man den zögerlichen Obama doch noch dazu gebracht, mit Bomben und „Hellfire“-Missiles in Syrien einzugreifen. Doch diese „Militärschläge“ sind natürlich ein schwerer Bruch des Völkerrechts, auch wenn sie unter dem Vorwand der „Terrorbekämpfung“ ausgeführt werden (weil ohne UN-Mandat). Außerdem glaube ich nicht, dass Isis wirklich das Ziel der Bombardierungen ist (man schlägt anscheinend erst zu, nachdem die Truppe bereits abgezogen ist ….)

Isis erfüllt dabei die gleiche Rolle wie die Taliban in Afghanistan: sie dienen als Vorwand für grenzübergreifende Bombenangriffe in Pakistan (hier in Syrien – vor allem in der Nähe der Erdölfelder).

SOME ARE MORE EQUAL THAN OTHERS

Dass die US-Regierung sich über die „Einmischung“ Russlands in der Ukraine künstlich aufregt und von „Verletzung des Völkerrechts“ faselt (wozu der von Washington organisierte Sturz der gewählten Regierung und die Anzettelung eines Bürgerkrieges mithilfe von Neo-Nazi-Truppen anscheinend nicht zählt), während fast gleichzeitig ein Sprecher des Weißen Hauses ankündigt, im Falle Syriens „werden wir uns von Grenzen nicht aufhalten lassen – was sie ja jetzt auch verwirklichen – zeigt in erschreckender Weise, wie in unseren Medien wirklich alles, was die US-Regierung tut, als legitim akzeptiert bzw. dargestellt wird.

we dont do tortureDamit nicht genug, findet sich auch kein Journalist in den Mainstream-Medien, der darauf hinweist, dass die USA alles, was sie dem gerade aktuellen enemy du jour unterstellen (jetzt also Putin bzw. Russland und nach wie vor Assad), selbst seit Jahrzehnten ungestraft verbrochen haben. 

Und wie schon so oft, muss man wieder auf die grandiose Nobelpreisrede von Harold Pinter (zweite Hälfte) hinweisen, der dieses Thema aufgegriffen hat wie kein zweiter …

Hier die Passage aus der Direktive des Nationalen Sicherheitsrates (NSC 5412) der USA,  mit der alle diese Verbrechen des amerkanischen Staates legitimiert werden sollen:

“… all activities conducted pursuant to this directive which are so planned and executed that any U.S. Government responsibility for them is not evident to unauthorized persons and that if uncovered the U.S. Government can plausibly disclaim any responsibility for them.

Specifically, such operations shall include any covert activities related to: propaganda, political action; economic warfare; preventive direct action, including sabotage, anti-sabotage, demolition; escape and evasion and evacuation measures; subversion against hostile states or groups including assistance to underground resistance movements, guerrillas and refugee liberation groups; support of indigenous and anti-communist elements in threatened countries of the free world; deceptive plans and operations; and all activities compatible with this directive necessary to accomplish the foregoing..“

Es ist also praktisch alles erlaubt, wenn es darum geht amerikanische Wirtschaftsinteressen (getarnt als „nationale Sicherheit“) durchzusetzen:

  • Propaganda (also politische und psychologische Kriegsführung, heutzutage: „strategic information“)
  • ökonomische Kriegsführung (wie „Sanktionen“, also immer schärfere Handelsbeschränkungen gegen Länder, die nicht den Anordnungen Washingtons folgen, wie derzeit Iran und Russland
  • „präventive“ Aktionen wie Sabotage, Zerstörung, Flucht- u. Evakuierungsmaßnahmen
  • Subversion gegen Gruppen oder Staaten (inkl. Unterstützung von Untergrundbewegungen, Guerillakämpfern, anti-kommunistischen Elementen in „bedrohten Ländern der freien Welt“ (wie Neo-Nazis in der Ukraine, oder Islamisten im Nahen Osten u. im Kaukasus; diese werden aber nicht nur „unterstützt“, sie werden geschaffen, um Regierungen zu stürzen und Staaten zu zerstören …
  • trügerische Pläne und Operationen … und letztlich
  • alle Aktivitäten, die notwendig sind um das oben erwähnte im Sinne dieser Direktive zu erreichen

solange eines gewährleistet ist: die Verantwortung der US-Regierung für diese Verbrechen muss unter allen Umständen verschleiert werden und falls sie doch aufgedeckt werden, die Regierung in der Lage ist, glaubhaft zu versichern, dass sie nichts damit zu tun hatte (dank unserer Papageienpresse geht das immer noch ….)

Amerikanische Außenpolitik: ANYTHING GOES

statue-of-deathDie Kurzfassung dieser wahren Grundregeln der amerikanischen Außenpolitik stammt von Henry Luce:

[Wir haben das Recht]unseren Einfluss auf die Welt uneingeschränkt auszuüben, für alle Ziele und mit allen Mitteln, die wir für angemessen halten.“

Völkerrecht, UN-Charta, Menschenrechte, etc. das alles wird nur ins Spiel gebracht, um andere Staaten unter Druck zu setzen, doch die USA selbst lassen sich von keiner Rechtsnorm (die ja auf moralischen u. ethischen Grundsätzen beruhen) in ihrer Handlungsfreiheit beschränken.

Das erkennt man ja auch daran, dass sie den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennen (kein Wunder, denn dann müssten hunderte amerikanische Politiker u. Militärs dort angeklagt werden). Es geht sogar so weit, dass man sich das Recht herausnimmt, mit militärischer Gewalt gegen den ICC vorzugehen, sollte es jemand wagen, einen amerikanischen Staatsbürger (Angehöriger des US-Militärs) dort vor Gericht zu stellen.

Die USA sind nicht das einzige Land, das sich der Jurisdiktion des ICC entzieht, aber der einzige Staat, der sich dann auch noch ständig als moralische Autorität aufspielt, die ihre „Führungsrolle“ wahrnehmen muss, damit die Bösewichte aus der Märchenstunde besiegt werden können.

Europäische Politiker, die bei diesen neokolonialen Kriegen nicht mitmachen wollen, werden als verantwortungslose Feiglinge hingestellt und unter Druck gesetzt, doch die „transatlantischen“ Kriegstreiber und Amerikaanbeter scheinen vergessen zu haben, dass Europa zwei Weltkriege durchgemacht hat, während Amerika selbst nie eine solche Verwüstung erlebt hat.

Sie greifen offiziell immer nur „ein“, nachdem sie (die anglo-amerikanische Finanzoligarchie im Hintergrund) in den meisten Fällen selbst massiv dazu beigetragen haben, die Kriegsparteien gegeneinander aufzuhetzen: das gilt sowohl für den ersten als auch für den zweiten Weltkrieg, für Vietnam, die Massenmorde in Latein Amerika, Indonesien, usw. und natürlich für alle Kriege nach „9/11“.

911: IN SEARCH OF ENEMIES

Es wird somit wieder einmal klar, wie entscheidend das „Mega-Märchen“ vom 11. September ist, denn Obama hat auf die Kritik (innerhalb der USA), er habe auch als US-Präsident keine rechtliche Legitimation für die Bombenangriffe in Syrien geantwortet, die Ermächtigungsgesetze die als Folge von „9/11“ von der Bush-Regierung durchgepeitscht wurden, seien immer noch in Kraft. Der globale „Kampf“ gegen Al Kaida werde jetzt eben nur (auch) gegen Isis geführt.

What’s in a name? ISIS – AL NUSRA – FSA – AL KAIDA – DAESH (DAASH)

al BaghdadiWer sich noch bemüht, diese Gruppen auseinander zu halten, kann sich die Mühe sparen. Es sind im Prinzip die gleichen Leute, sie krochen alle aus dem gleichen Nest: dem Terroristen/ Islamisten-Training der amerikanischen, saudischen, britischen und türkischen Geheimdienste (nicht zu vergessen der israelische Mossad).

Als aktueller Führer von ISIS wird ein „Al Baghdadi“ angegeben. Er steht ganz oben auf einer Liste gesuchter Terroristen des US-Außenministeriums doch was steckt wirklich dahinter? (Mehr dazu im nächsten Beitrag)

DIE HINTERGRÜNDE FÜR DIE ISIS-KAMPAGNE

pipelines IraqEine geplante Funktion von ISIS war die syrischen Ölfelder bei Deir-Ez-Zor bis August 2013 unter die Kontrolle ihrer (wahren) Auftraggeber zu bringen, während der kurdische Energieminister dafür sorgen sollte, dass das Öl über die Kirkuk-Ceyhan Pipeline nach Europa gelangt.

Doch diese Kontrolle verlief nicht nach Plan, weil zwei Faktoren nicht mit einkalkuliert wurden:

  1. das britische Parlament lehnte eine Bombardierung Syriens ab und
  2. der irakische Premierminister Maliki spielte nicht so mit, wie sich das die Drahtzieher dieser Politik vorgestellt hatten

Als irakisches Militär die Nachschublinien für ISIS aus Saudi Arabien blockierte und Maliki öffentlich über eine saudische Subversion im Irak klagte (im Herbst 2012), lief das Projekt aus dem Ruder. Der Transport von Kämpfern, Waffen und Munition musste über Jordanien umgeleitet werden, was den wackeligen Thron von König Abdullah noch mehr ins Wanken bringen konnte.

Maliki befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem echten Dilemma:

Als Schiit waren seine natürlichen Verbündeten in der Region natürlich Syrien und Iran, die ihn wohl auch zur verstärkten Militärpräsenz in der Provinz Anbar gedrängt hatten, damit die Terror / Waffen-Schmuggelroute der Saudis gegen Präsident Assad gestoppt wurde.

Auf der anderen Seite geriet er unter großen Druck von Seiten der USA, den Saudis und Jordaniens, die ihm alle das Leben(und Regieren) sehr schwer machten. Natürlich ist es in der Politik generell ratsam, sich auf die Seite des Stärkeren (Gewinners) zu schlagen, doch hier stand einfach zu viel auf dem Spiel:

Iran-Iraq-Syria pipeline ParsEin zentraler Grund der USA, den selbstbestimmten syrischen Staat zu zerstören, war die Unterzeichnung eines Vertrages zum Bau einer Erdgas-Pipeline zwischen Iran, Irak und Syrien (vom PARS Erdölfeld bis zur Mittelmeerküste in Syrien). Hätte Maliki dem Druck der USA und Saudi Arabiens nachgegeben, hätte er sich also quasi selbst ökonomisch und politisch „ins Knie geschossen“: wenn Syrien zerstört ist, kommt Iran dran und dann ist kein Staat mehr in der Region der sich dem Imperium entgegenstellt. Irak wäre dann also auch „erledigt“.

(Das Erdgas könnte nach Schätzungen von Experten für die nächsten 70-100 Jahre Europas Bedarf decken, doch die EU als gehorsamer Vasall der USA macht beim willkürlichen Embargo gegen den Iran schön brav mit und legt sich dann auch noch mit Putin an … how stupid can you get?)

Saudi smuggling-routes to IS puppets in IraqAuch die Tatsache, dass Saudi Arabien die gleiche Schmuggelroute schon seit Jahren benutzt hatte, um die von den USA ausgelöste Gewaltorgie im Irak mit Waffen, Drogen und indoktrinierten Kämpfern anzuheizen, ließ Maliki wohl kaum eine Wahl. Dass die korrupten und diktatorischen Saudis (die jährlich dutzenden Menschen den Kopf abhacken und den Giftgasanschlag in Syrien ermöglicht haben) sich hier der Welt als Unterstützer von „Rebellen“ präsentieren, die angeblich in Syrien für Freiheit und Demokratie kämpfen, ist der größte Witz in dieser tragikomischen Farce (im Sinne von „manchmal muss man lachen, damit man nicht weinen muss ….)

Durch die Weigerung Malikis, (immer) nach Washingtons Pfeife zu tanzen, gelang es der syrischen Armee ISIS & Konsorten aus Deir Ez-Zor zu vertreiben (im Sommer 2013).

(Es sollte eigentlich auffallen, dass ISIS immer dort „Gebiete erobert“, in denen Ölfelder vorkommen)

Der Norden Syriens wird (wie der Norden des Irak) hauptsächlich von Kurden bewohnt. Die Strategie Washingtons (samt Vasallen) war und ist, die Kurden in beiden Staaten zu einer Abspaltung zu bewegen und durch massiven Terror Rufen nach einem verstärkten „Eingreifen“ des Westens Gehör zu verschaffen. Die Kurden sollen das Gefühl bekommen, dass ihre Sicherheit von Damaskus (und jetzt auch im Irak) nicht mehr garantiert werden kann und sie so die wahren Paten des Terrors als „Befreier“ und Förderer nationalistischer Bestrebungen ansehen. Ein perfides Spiel, das hier von den USA, Israel, Saudi Arabien und der Türkei mit diesen Menschen gespielt wird (England u. Frankreich sind auch dabei).

Im November 2013 waren schon Gespräche über die Verteilung des (erbeuteten syrischen) Erdöls geplant gewesen, doch dank Maliki waren die Pläne vorerst gescheitert. Washington lässt sich so etwas natürlich nicht gefallen und deshalb musste Maliki entfernt werden (er hatte den Spruch von „Iraqi Freedom“ wohl etwas zu wörtlich genommen …).

MalikiMaliki und der kurdische Präsident Barzani wurden also im November 2013 nach Washington eingeladen …

Nach Angaben eines Insiders wurde auch Präsident Obama selbst von den wahren Machthabern in Amerika (wie Mitgliedern des „Atlantic Council“ u. Leuten wie dem Kagan Familienclan, zu dem auch Viktoria (Nuland)-Kagan gehört) enorm unter Druck gesetzt, Maliki quasi die Pistole an die Brust zu setzen,damit er „zurücktritt“, denn auch die Verteilung des Erdöls aus dem Kurdengebiet im Irak selbst stand auf dem Spiel:

Barzani verlor immer mehr seinen Rückhalt im Norden und die Wahlen im September waren auch ein Rückschlag. Die Pläne, das irakische Öl – unter Umgehung der Regierung in Bagdad – über die Türkei zu exportieren, hätten im November 2013 schon umgesetzt werden sollen.

bless themBeim Energie-Gipfel des Atlantic Council im November 2013 in der Türkei wurde dann beschlossen, den ISIS-Terror dafür einzusetzen, dass der Krieg in Syrien grenzüberschreitend ausgeweitet und damit auch die geplante Zerschlagung des Irak in drei geschwächte Ministaaten beschleunigt wird. Die Kommandozentrale dafür sei – so der Insider – die amerikanische Botschaft in Ankara.

US Botschafter Riccardione zieht also nach diesen Informationen gemeinsam mit dem saudischen Prinz Abdul Rachman al-Faisal (in der Region) die Strippen von ISIS, doch die Puppenspieler sitzen natürlich auch in Washington, London und – vor allem – in Tel Aviv (aber das ist eine eigene Geschichte …)

ISIS a creature of USaudIsraelAußerhalb der uns täglich vorgesetzten Märchenstunde (die „Nachrichten“ heißt), finden wir Aussagen von Personen, die wissen, wovon sie reden und sich nicht einschüchtern lassen. So spricht etwa Steven D. Kelley, der früher einmal von der CIA angeheuert wurde, über die angebliche Notwendigkeit des „militärischen Eingreifens“ gegen ISIS (oder „wie immer sie gerade heißen“) in Syrien. Hier die wichtigsten Aussagen (Hervorhebungen sind von mir):

Wenn sie zur Wurzel des Problems kommen und diese Organisation zerstören wollen, müssen sie als erstes die Finanzierung stoppen und sich um jene kümmern, die für die Erschaffung dieser Gruppe verantwortlich sind

Damit würde sich die Anstrengung zu uns hier nach Hause (die USA) verlagern, denn das ist ja wohl eine totale Farce, ein komplett konstruierter Feind … die Mittel dafür kommen von den USA und ihren Verbündeten

Und den Leuten einzureden, dieser Feind muss in Syrien oder im Irak attackiert werden ist eine Farce, weil das etwas ist, was wir geschaffen haben und kontrollieren …. Nur gerade jetzt ist es opportun für uns, diese Gruppe als „Feind“ anzugreifen …

Wenn sie sagen, sie brauchen keine Legitimation für die Angriffe auf Syrien, dann können wir uns ausrechnen, dass über kurz oder lang auch Bomben auf das Haus von Assad abgeworfen werden … das alles ist eine komplette Farce ..

Ich würde gerne glauben, dass die Amerikaner nicht völlig danebenstehen (ignorant sind) aber es ist ganz klar, dass diese Taktik (Videos von angeblichen Exekutionen) große Angst auslösen soll … eine Art Reflex hier bei uns … um mehr Ausgaben, mehr Blutvergießen und mehr Krieg rechtfertigen zu können

Das ist fast wie bei Ebola (worüber sich auch viele aufregen) … patentiert von der US-Regierung [das gentechnisch veränderte Virus] … nur ein weiteres Terror-Werkzeug … und ich glaube, diese ISIS würde schon von der syrischen Armee besiegt werden, wenn man aufhörte, sie [mit Geld und Waffen] zu unterstützen ..“

Fortsetzung folgt (wir schauen uns die „Anführer“ von ISIS näher an u. siehe da, auch amerikanische Senatoren plaudern mit gesuchten „Terroristen“ …

Die Botschaft zum Schluss lautet:

The fact that the United States has a long and torrid history of backing terrorist groups will surprise only those who watch the news and ignore history.”

 

 

 

 

Target Syrien (1): Machiavelli meets Moses

if-you-dont-come-to-democracy

Während uns ständig die angeblichen Verbrechen Assads vorgetragen werden – (auf die vorgelegten „Beweise“ gehe ich später noch genauer ein) bleibt die Frage offen: Was treiben die „Rebellen“ eigentlich in Syrien?

Es handelt sich ja eben nicht um einen „Bürgerkrieg“, sondern eine gezielte „Destabilisierung“ von außen, durch Terror von eingeschleusten, bewaffneten Banden, die die CIA schon seit Jahrzehnten anwendet. um unerwünschte Regierungen loszuwerden.

Es ist nicht das Verhalten Assads in diesem Krieg, das „moralisch obszön“ ist, sondern das seiner extremistischen Gegner (und ihrer Sponsoren), aber  darüber sollen wir nicht nachdenken. Die FSA ist ein Haufen bewaffneter Idioten, deshalb ist es kein Wunder, dass Jabat-Al-Nusra (Marke Al Qaeda) das Kommando der „Opposition“ übernommen hat. Schließlich wurden diese Leute ja von den „special forces“ unserer Geheimdienste ausgebildet …

PRIESTERMORDE UND  VERTREIBUNGEN DER CHRISTEN

FadiAm 25. Oktober 2012 wurde der Leichnam eines syrischen, russisch-orthodoxen (also christlichen) Priesters in der Nähe der Stadt Drousha gefunden. Seine Augen waren ausgestochen, sein Körper durch Folter extrem entstellt, sein Kopf wies eine Schusswunde auf.

Pater Fadi Jamil Haddad war ein Mann des Friedens und der Versöhnung, der von allen Religionsgruppen geschätzt und respektiert wurde. Er hatte sich mehrfach als Vermittler für Familien eingesetzt, in denen ein Mitglied von den  „Rebellen“/Terrorbanden entführt wurde, um hohe Lösegeldsummen von den Angehörigen zu erpressen.

So auch Anfang Oktober 2012, als ein Arzt aus Qatana gekidnappt und anschließend eine Lösegeldforderung von 50 Million syrischen Pfund (etwa 530.000 Euro) gestellt wurde. Fadi gelang es, die Summe auf die Hälfe zu reduzieren. Gemeinsam mit dem Schwiegervater des Entführten war der Priester dann dabei, als  die Geldübergabe  stattfinden sollte. Dabei wurden auch sie von den Terroristen überfallen und verschleppt. Danach verlangten die Entführer 75 Millionen syrische Pfund Lösegeld für alle drei. Eine solch exorbitante Summe war nicht aufzutreiben. Pater Fadi wurde brutal gefoltert und ermordet, was mit den beiden anderen Männer geschah, ist unklar.

Damit kein Zweifel daran bleibt, mit welchen mörderischen Psychopathen (als bewährte „Werkzeuge der US-Außenpolitik“) wir es hier zu tun haben, muss noch erwähnt werden, dass  dann auch noch während des Gedenkgottesdienstes in der Kirche von St.Elias in Qatana eine Bombe hochging. Dabei starben zwei Trauergäse und mehrere Soldaten der syrischen Armee.

In Syrien lebten 2,5 Millionen Christen friedlich mit den anderen Religionen, bis der „arabische Frühling“ dort eintraf …

Das Schicksal dieses Paters ist kein Einzelfall: dutzende christliche Kleriker wurden von den fanatischen Islamisten entführt bzw. getötet. Die christliche Gemeinde in Syrien – die zu den ältesten der Welt gehört – und unter Assads Regierung friedlich mit den anderen Religionsgruppen zusammenlebte, wurde brutal attackiert (mindestens 300.000 Menschen wurden durch Terror vertrieben oder ermordet).  Ganze christliche Dörfer wurden „gesäubert“, Kirchen geschändet und Klöster zerstört.

Russian orthodox Bishop_HilarionDer russisch-orthodoxe Bischof Metropolitan Hilarion aus Moskau, warnte schon mehrfach davor, dass die brutale Verfolgung der Christen in Syrien dem gleichen Muster folge, wie vorher im Irak – nach der US-Invasion. In einem Vortrag in Moskau im Februar 2013 sagte Bischof Hilarion u.a.:

Christliche Gruppen mit verschiedenen Bekenntnissen (orthodox, römisch-katholisch, Maroniten, etc.) und Muslime leben seit Jahrhunderten friedlich miteinander in Syrien. Die Regierung Assad hat auch 2 Millionen Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen, darunter einige tausend Christen. Er habe engen Kontakt mit den Bischöfen in Syrien und sei deshalb – auch aufgrund eigener Beobachtungen vor Ort – zu folgender Erkenntnis gelangt:

Wir können bereits jetzt von einer militärischen Eingreifen des Auslands in Syrien sprechen, da tausende extremistische Kämpfer getarnt als Oppositionskräfte einen Bürgerkrieg im Land ausgelöst haben.

Diese fanatischen Gruppen bestehen aus militanten Wahabiten, die auf Kosten des Auslands trainiert und bewaffnet  wurden und vorsätzlich Christen umbringen.

FSA Massacre Al Duvair village May 2013„In jenen Gebieten, in denen die syrische Regierung durch Rebellen ersetzt wurde, werden die Christen bis auf den letzten Mann ausgerottet: sie werden vertrieben oder getötet.“

Bild: Im Dorf Al Duveir nahe der libanesischen Grenze wurden nach syrischen Quellen am 28. Mai 2013 alle Christen umgebracht, nachdem die syrische Armee die „Rebellen“ aus der strategisch wichtigen Stadt Al-Qusayr vertrieben hatte. Die Christen aus Al Qusayr wurden schon vorher vertrieben, was aus der Kirche wurde, sehen sie hier.

Diese Seite der „Rebellen“ wird uns aber in  unseren „öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“ sowie den Print-Medien ( sprich Verband der unter-würfigen Fließband- und Papageienjournalisten) nicht gezeigt.

Al Duvair massacreSie wird totgeschwiegen und zensuriert,  damit die Gräuelpropaganda der US-Regierung und ihrer Verbündeten (Saudi Arabien, Israel, Jordanien, Türkei, Qatar, Frankreich, England und wahrscheinlich auch „im Hintergrund“ Deutschland und die Niederlande) die Meldungen dominiert und durch ständige Wiederholung der falschen Beschuldigungen eine Gehirnwäsche stattfinden kann – wie damals vor dem Irakkrieg …

Am 23. Oktober 2012 sprach Bischof Hilarion auch vor der UNO in New York:

„Letztes Jahr betrug der Anteil der Christen in Syrien noch 10% der Bevölkerung. Heute sind zehntausende Opfer religiöser Intoleranz geworden. Ihre Kirchen und Altäre werden zerstört, sie verlassen ihre Dörfer und Städte, wo sie seit Jahrhunderten gelebt haben, ihre Häuser werden von den radikalen Islamisten besetzt oder in die Luft gejagt. Alleine in der Stadt Homs mussten etwa 50.000 Christen fliehen.

  • Eine ähnliche Katastrophe spielt sich in Ägypten ab: rund acht Millionen koptischen Christen sind von einem Massenexodus bedroht, weil sie wegen ihrer Religion systematisch verfolgt werden.
  • In Libyen musste mehr als die Hälfte der sechzigtausend Christen (wegen der NATO-Bombardierung und den vom Westen eingeschleusten Al Qaeda Banden) das Land verlassen.
  • Im Irak blieben – ebenfalls dank „US-Militärintervention“  von 1,5 Millionen Christen nur rund ein Zehntel übrig. 90% der Christen musten also fliehen oder wurden getötet.

Diese Aufzählung der Länder (in denen die USA / NATO Verbrecher „interveniert“ haben) ist enorm wichtig, denn hier wird ein bestimmtes Handlungsmuster erkennbar: die Vertreibungen durch Terror bzw. die religiöse Spaltung der Länder ist kein bedauerliches Nebenprodukt eines edlen Kampfes für Demokratie, sondern eine systematische STRATEGIE, die von Washington und Tel Aviv bewusst verfolgt wird.  Die Araber nennen das „Fitna“.

DEZEMBER 2012: EINE SYRISCHE NONNE KLAGT AN  (während die Journalisten brav im Chor singen…)

sister-agnes-miriamOberin Agnes-Mariam de la Croix lebte in einem Kloster in Syrien und klagt den Westen an, weil er die grauenvollen Verbrechen der (aus dem Ausland importierten) islamistischen Fanatiker ignoriert. Sie erzählt, dass der Taxifahrer Andrei Arbashe entführt wurde, weil sein Bruder sich darüber beschwert hatte, dass die „Rebellen“ sich wie Verbrecher benehmen – was ja auch wahr sei. (Klicken Sie auf das Bild, um ein Video der Nonne zu sehen)

Und wie reagierten den nun dievon unseren Politikern so vollmundig unterstützten„Rebellen“ /„Aktivisten“ für Demokratie und Freiheit?

Sie hackten dem 38-jährigen Ehemann (mit einer hochschwangeren Frau) den Kopf ab und warfen seinen Leichnam den Hunden zum Frass vor.

In dem o.a. Artikel der Daily Mail darf die mutige Ordensfrau zwar die britische Regierung und die anderen Heuchler der „Staatengemeinschaft“ verurteilen, weil sie die „Rebellen“ trotz massiver Beweise für schwere Verbrechen u. Menschenrechtsverletzungen weiterhin unterstützen – Mord, Kidnapping, Vergewaltigung, Raub, etc. ist an der Tagesordnung.

Doch man ist gleichzeitig bemüht, das von den USA konstruierte, heroische image der „Freien Syrischen Armee“ –FSA – (Orwell hätte es nicht besser formulieren können) zu bewahren, deshalb spricht man von „rogue elements“, als ob es sich bei den Grausamkeiten nur um Einzelfälle handelte, also so etwas wie „Schwarze Schafe“ in einer Gruppe von edlen Kämpfern, die „von Großbritannien und dem Westen als legitime Führung (Syriens) anerkannt wird“.

Die 60-jährige Karmeliter-Nonne nimmt kein Blatt vor den Mund:

„Die freie und demokratische Welt unterstützt Extremisten, die die Sharia einführen und einen islamistischen Staat in Syrien erschaffen wollen. Sie tut so, als ob diese Fanatiker neben dem Gesindel, aus dem die „FSA“ besteht, gar nicht existieren.

Der Aufstand [medial präsentiert im Sinne einer Demokratiebewegung] wurde von islamistischen Söldnern für ihre Zwecke vereinnahmt – die wollen ihren heiligen Krieg mehr als alles andere … es ist ein Religionskrieg geworden … in dem die Christen einen hohen Preis zahlen.“

Dann führt sie ein Beispiel für die Säuberungen durch die Islamisten an: Die Stadt Ras Al-Ayn, in der Nähe der türkischen Grenze wurde im November 2012 von den Rebellen angegriffen. Sie gingen gezielt in das Christenviertel und vertrieben die Menschen aus ihren Häusern. Mehr als 200 Familien mussten mitten in der Nacht fliehen. Die Leute hätten panische Angst – überall gäbe es Todesschwadronen, die Zivilisten anhalten, sie entführen, Lösegeld verlangen und sie manchmal auch töten.

Auch ihr eigenes Kloster wurde vor kurzem von bewaffneten Islamisten überfallen, die die schwarzen Binden von Al Qaeda trugen. Die Oberin des Karmeliterklosters sagt, dass alleine in Homs 80.000 Christen vertrieben wurden.

Am Ende des Artikels erwähnt die Daily Mail noch en passant, dass das syrische Militär gestern einen strategisch wichtigen Teil der Stadt Homs zurückerobert habe. (So viel zu den Aussagen des BND, Assad sei so verzweifelt, dass er Giftgas eingesetzt habe … mehr dazu später)

Die Verbrechen and den Christen in Syrien dürfen nicht unerwähnt bleiben, damit soll aber nicht das enorme Leiden der Muslime in Syrien (die nicht den fanatischen Regelen der Wahabiten bzw. Takfiris folgen) in den Hintergrund gerückt werden. Auch diese Menschen wurden und werden Opfer einer psychopathischen Außenpolitik, die ihre Zentrale in Washington hat, und ihre Filialen in Tel Aviv, Rijad, Ankara, Amman, London, Paris … und eine Dependence in Berlin?

Und wie naiv ist eigentlich der deutsche Außenminister Guido Westerwelle? Glaubt der Mann wirklich die (abgedroschenen) Lügen, die ihm die „amerikanischen Partner“  seit Monaten servieren?

The oldest trick in the book is to set red lines and then have your Intel operatives set up an operation to frame your selected target to trigger the desired intervention.

The Israelis have been doing this since before their state was born.“

DER  DIKTATOR  SETZT  GIFTGAS  EIN!  

Die  Neuauflage  der  Massenvernichtungswaffenlüge  im Irak

Truth roadblockWährend gehirntote, deutsche Journalisten uns jetzt Texte vorlesen wie „Die USA sehen es also als erwiesen an, dass die syrischer Regierung Giftgas eingesetzt hat“ und deshalb ein „Militärschlag“ nicht nur legal, sondern auch notwendig, ja wünschenswert sei, um den Schurken Assad zu bestrafen, bleibt die bittere Realität – wie beim illegalen Angriffskrieg gegen den Irak – auf der Strecke.

Und selbst wenn die Journautisten etwas wichtiges melden, wie hier die Tagesschau, merken sie nicht, wie sie manipuliert werden: sie kommen erst gar nicht auf die Idee, dass selbstgebastelte Chemiewaffen irakischer Terrorgruppen auch nach Syrien geschafft werden können …

Der Journalist als bezahlter Autist lässt sich nicht durch Fakten und Indizien von seiner Propaganda-Mission abbringen.

Die zahlreichen Berichte, wonach Giftgas sich im Besitz der Terroristen/Rebellen befindet, wiegen wesentlich schwerer als die Propaganda aus Washington und Tel Aviv:

Nach vorangegangenen Pressemeldungen, wonach die Jihadis in der Nähe von Aleppo eine Chemiefabrik unter ihre Kontrolle brachten, tauchte im Dezember 2012 ein Video im Internet auf, in dem allem Anschein nach die „Rebellen“ an zwei Kaninchen voller Stolz demonstrierten, dass sie über chemische Kampfstoffe (gezeigte Chemikalien aus der Türkei) verfügen. Der zur Schau gestellte, qualvolle Erstickungstod der beiden Tiere wurde als eindeutige Botschaft an die verhassten Alawiten (wie Assad) übermittelt: „ihr Ungläubigen werdet das gleiche Schicksal erleiden …“

1 khan al assalAm 19. März 2013 wurden in der Ortschaft Khan-al-Assal, nahe der türkischen Grenze chemische Waffen eingesetzt. Dabei starben 26 Menschen, darunter 16 syrische Soldaten.

Die syrische Regierung beantragte daraufhin eine Untersuchung des Vorfalls durch die UN und ein Pressesprecher gab an, dass der Flugkörper, der den Kampfstoff transportierte aus einer Region kam, die von den Terroristen kontrolliert wurde und wahrscheinlich die Türkei darin involviert war.

1 Radikal report sarin gas nusraAm 27. Mai 2013 verhaftete die türkische Polizei 12 mutmaßliche Mitglieder der Al-Nusra Front, die – nach offiziellen Angaben – „unbekannte chemische Materialien“  in ihrem Besitz hatten. Nach Angaben der türkischen Presse handelte es sich um dabei um Sarin, jenes tödliche Nervengift, das in Syrien eingesetzt worden sein soll. Diese Einsätze der Anti-Terror-Einheiten fanden in Istanbul sowie in den Provinzen Mersin, Adana und Hatay statt, alle in der Nähe der syrischen Grenze.

Diese Meldungen wurden in der westlichen Presse fast völlig unterschlagen, bzw. so präsentiert, dass es sich um ein „spillover“ des syrischen Konfliktes handelte, also letztlich wieder der böse Assad dafür verantwortlich sei.  Damit kommt man natürlich nur bei Leuten durch, die völlig ahnungslos sind und daher nicht wissen, dass Erdogan (als neo-faschistischer Muslimbruder) ja auch dem Trio Infernal zuarbeitet (US, Saudi Arabien, Israel) und eine wesentliche Rolle bei der „Destabilisierung“ Syriens spielt.

Turkey supports Syrian rebels  with SA and Qatar

Die Zeitung Zaman hatte berichtet, dass die Al-Nusra Mitglieder einen Anschlag in Adan (wo viele Alawiten leben) geplant hatten, der durch den  Polizeieinsatz verhindert werden konnte. Neben dem Sarin wurden demnach auch Schusswaffen, Granaten und Munition gefunden.

Nur zwei Wochen vorher gingen in der Stadt Reyhanli zwei Autobomben hoch (Provinz Hatay), bei der 52 Menschen starben. Erdogan machte Assad dafür verantwortlich und knebelte gleichzeitig die türkische Presse, um Berichte über die Täterschaft syrischer „Rebellen“ zu unterdrücken. Reyhanli gilt als Versorgungsstützpunkt für die „Rebellen“, die von dort aus ungehindert über die syrische Grenze gelangen.

Hurriet Utku Kali redleaks TurkeyAnscheinend hat die Türkei auch einen Bradley Manning (er heisst Utku Kali), der wegen „Geheimnisverrat“ festgenommen wurde. Er soll über „redleaks“ (türkische Version von Wikileaks) Dokumente veröffentlicht haben, die zeigen, dass der türkische Geheimdienst wusste, dass Anschläge syrischer „Rebellen“ bevorstehen. Seine Familie beteuert aber seine Unschuld. Die Hackergruppe „RedHacks“ (die bestreitet mit Kali Kontakt zu haben) wurde mittlerweile von der türkischen Regierung auf die „Terrorliste“ gesetzt und Erdogan beschuldigte sofort nach den Bombenattentaten in Reyhanli die syrische Regierung. Sound familiar? Kali soll vor ein „Spezialgericht“ gestellt werden und 25 Jahre ins Gefängnis gehen …

UNERWÜNSCHT:  CARLA DEL PONTE – REBELLEN & GIFTGAS

1 del Ponte headline trading newsNachdem eine Abordnung der UNHRC aus Genf (nicht aus Washington) in Syrien (bei Befragungen zu Menschenrechtsverletzungen) erste Untersuchungen zum mutmaßlichen Einsatz von „Giftgas“ in Khan-al-Assal durchgeführt hatte, gab die  Leiterin der Kommission, die Juristin Carla del Ponte dazu folgende Erklärung ab:

Es gäbe aufgrund der medizinischen Behandlung der Opfer starke Verdachtsmomente dafür, dass Sarin verwendet worden sei und zwar von der Opposition, den Rebellen, nicht der Regierung. Eine genaue Untersuchung durch forensische Experten im Auftrag des UN Generalsekretärs werde später noch genauere Einzelheiten zu Tage fördern.

Das politische Donnerwetter und die persönlichen Attacken auf die Schweizer Juristin – die damit die official story als Gräuelpropaganda gegen Assad entlarvte –  liessen nicht lange auf sich warten. Die UN  „distanzierte“ sich von ihren als voreilig klassifizierten Meldungen und in den Medien wurde die brisante Aussage auf mehr oder weniger subtile Weise entkräftet.

So etwa der SPIEGEL (verarbeitet Meldung von REUTERS):

Genf – Das tödliche Gas Sarin befindet sich offenbar in Hand von syrischen Rebellen [der Dativ ist dem Genitiv sein Tod] – das sagt Carla Del Ponte, Mitglied einer Uno-Kommission zur Untersuchung der Menschenrechtslage in Syrien. Die Vereinten Nationen hätten Zeugenaussagen gesammelt, die darauf hindeuteten. […]  Es gebe „noch keinen unwiderlegbaren Beweis für den Einsatz von Sarin“, aber einen „deutlichen, konkreten Verdacht“, erklärte sie im schweizerisch-italienischen Sender RSI. […] Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und die Rebellengruppen werfen sich gegenseitig vor, Chemiewaffen bei mehreren Angriffen eingesetzt zu haben.

Israel warf Assad vor, Sarin gegen Rebellen eingesetzt zu haben – und zwar mehrmals. Auch Frankreich und Großbritannien schrieben in einem Brief an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am 25. März, dass das Regime mit Chemikalien angereicherte Geschosse eingesetzt habe. Dies hätten Bodenproben und Interviews mit Zeugen ergeben. […] Auch die Amerikaner vermuten inzwischen, dass Assad Giftgas eingesetzt hat.  […]

Aus Carla del Pontes eindeutiger Aussage

1 del Ponte govt no indication„Wir haben überhaupt keine Anzeichen dafür gefunden, dass die syrische Regierung Giftgas eingesetzt hat.

1 del Ponte govt no indication 2macht DER SPIEGEL ONLINE

„Laut Carla Del Ponte hat die Uno  NOCH keine Hinweise darauf, dass die syrischen Regierungstruppen Sarin eingesetzt hätten.“

Das ist also „Qualitätsjournalismus“ in Deutschland. Der SPIEGEL ist ein trojanisches Pferd, mit dem Image des investigativen Journalismus ….

Sprachliche Manipulationen und fehlender geopolitischer Kontext machen es möglich, dass die politisch motivierten Behauptungen der angeführten Staaten scheinbar die Aussagen del Pontes entkräften oder zumindest Zweifel daran aufkommen lassen.

Die hinterhältigen Motive, die hinter den Anschuldigungen westlicher Politiker stecken, werden nicht hinterfragt. Das ist 10 Jahre nach dem illegalen Angriffskrieg auf den Irak und den folgenden, ebenso fadenscheinigen „humanitären Militärinterventionen“ mit zigtausenden Toten unentschuldbar.

DEJA VU – IRAK:  DIE GLEICHEN TRICKS WIE 2003

Durch das monatelange framing Assads als Inkarnation des Bösen und ständige Wiederholung von haltlosen Vorwürfen wird das predictive programming der Öffentlichkeit dazu benutzt, dass solche Meldungen automatisch in den vorgegebenen Deutungsrahmen einsortiert werden: na klar, der böse Diktator hat Giftgas eingesetzt … wie damals Saddam im Irak … Die Leser sollen emotional reagieren, nicht nachdenken, denn ansonsten wäre schnell klar, wie verlogen diese Hetzkampagne gegen die syrische Regierung ist:

Die USA, Israel, Frankreich u. England sind ja (neben Saudi Arabien, Qatar, Jordanien und der Türkei) die direkten oder indirekten Sponsoren der „Rebellen“, Jihadis, Terroristen, Söldner, Banditen, etc. die in Syrien als „Werkzeuge der Außenpolitik“ einen proxy war (Stellvertreterkrieg) für sie führen. Die legitime Opposition in Syrien hat nicht viel zu melden und wird auch nur als „Manövriermasse“ für die Neuordnung des Nahen Ostens benutzt.

Wenn ein Artikel  ausgerechnet Behauptungen des israelischen Geheimdienstes quasi als Zeugenaussage der Anklage (gegen Assad) anführt, ohne die Hintergründe des regionalen Machtkampfes im Nahen Osten zu erwähnen, ist es mit der journalistischen „Unabhängigkeit“ offensichtlich vorbei.

SYRIEN  SOLL STERBEN – FÜR ERETZ ISRAEL UND DIE KORRUPTEN SAUDIS

Israel hat ein massives Interesse daran, den souveränen Staat Syrien – und damit auch die Verbündeten Iran und Hisbollah – zu zerstören und die zionistische Lobby in den USA ist sehr erfolgreich darin, das amerikanische Militär für seine Zwecke einzuspannen. (Der militärisch-industrielle-Terror-Security-Komplex in den USA und anderswo profitiert natürlich auch davon …)

Damit wäre für das zionistische Horrorkabinett der Weg zur dominanten Regionalmacht frei. Keine Unterstützung mehr für den Freiheitskampf der entrechteten Palästinenser; der letzte, nicht korrupte, sekulare, sozialistische, arabische Regierungschef – der nicht vor Israel zu Kreuze kriecht – wäre eliminiert; die von Israel besetzten, syrischen Golanhöhen (wichtiges Wasserreservoir) sind dann auch kein Thema mehr und der kriminelle landgrab für Groß-Israel kann dann erst richtig losgehen … Libanon wird das nächste Opfer (die wöchentlichen Autobomben sind erst der Anfang..)

DIVIDE ET IMPERA (Die Zionisten gingen bei den Briten in die Schule…)

balkanization syriaDer Yinon-Plan aus den 1980er Jahren zeigte ja deutlich, wohin die irrsinnige Reise der zionistischen Großraum-Politik gehen wird: Die Zerschlagung aller arabischer Staaten (die nicht nach Washingtons und damit Isarels Pfeife tanzen) in geschwächte Enklaven  religiös-verfeindeter Gruppen, die sich gegenseitig bekämpfen und damit Israel keinen ernstzunehmenden Gegner mehr in der Region hat. (Die Saudis sind so korrupt, dass sie für Israel nie ein Problem waren).

1 100 billion pipeline deal Irak, Iran, SyrienLast not least wäre damit auch die „Pipeline- Konkurrenz“ ausgeschaltet sodass Israel (nachdem große Offshore-Erdgasvorkommen im Levantiner Becken entdeckt wurden, aber auch in Syrien neue Gasfelder erschlossen werden und Iran, Irak und Syrien 2011 ein Abkommen über den Bau einer Gaspipeline unterzeichnet haben) auch in energiepolitischer Hinsicht (wie der Emir von Qatar) große Vorteile aus der Zerstörung des syrischen Staates  ziehen würde.

SYKES-PICOT 2.0

Die „Briefe aus London und Paris“, auf die sich der Spiegel beruft, sind auch als Beweise für Assads angebliche Verbrechen völlig wertlos, weil weder die  französische noch die britische Regierung eine neutrale bzw. glaubwürdige Partei in dieser Angelegenheit ist.  Ganz im Gegenteil: beide Staaten sind  Verbündete der USA und alte Kolonialherren in der Region, die an einer durch Gewalt und Intrigen gekennzeichneten „Neuordnung“ des Nahen Ostens aktiv beteiligt sind.

GCHG CyprusDass das britische GCHQ im Auftrag der US-Geheimdienste systematisch europäische Kommunikationskanäle ausspioniert und auf die Rechte der europäischen Bürger pfeift, sollte nicht erst seit Snowden bekannt sein. Wie enorm korrupt britische Politiker sind, wenn es um Aufträge für die Rüstungsindustrie, Insidergeschäfte mit Investmentfonds im „security“-Sektor und illegale Waffenexporte geht, haben die letzten Jahre ja gezeigt.

Die heuchlerische Anti-Assad cabal wird also ständig als Inbegriff moralischer Empörung in den Medien zitiert, ohne ihre Beweggründe und Absichten zu hinterfragen. Da ist es dann auch notwendig, die Pro-Assad Stimmen zu hören, wie den russischen Außenminister Lavrov, der sich aufrichtig bemüht, eine diplomatische Lösung zu finden. Russland hat natürlich auch wirtschaftliche und geopolitische Interessen in der Region und ist kein „edler Samariter“, doch verglichen mit der machiavellischen Außenpolitik des US-State Department ist das russische Außenministerium geradezu „gutmütig“.

Sergey-LavrovIn einem Interview betonte Lavrov, es sei nicht mehr zu übersehen, dass die Bemühungen Russlands (die Kontrahenden in Syrien an einen Tisch zu bringen) systematisch torpediert werden. 

„Diejenigen, die eine Entscheidung durch militärische Gewalt mit allen Mitteln herbeiführen wollen, sperren sich gegen jeden Konsens: Als die syrische Regierung und die UN Experten sich über die Untersuchung des Giftgasanschlages (vom 21. August) einigten, gab es sofort Widerstand dagegen: es sei zu spät (nach 5 Tagen)  um irgendwelche Beweise zu sammeln.

Dazu haben wir eine Frage: Warum waren unsere westlichen Partner [US, UK, Frankreich] – die jetzt so besorgt  sind – überhaupt nicht über das Verschwinden von Spuren besorgt, als sie die Entsendung von UN-Experten zur Untersuchung des Vorfalls in Khan-al-Assal (am 19.März 2013) blockierten[Vielleicht, weil damals in erster Linie syrische Soldaten starben? Siehe Bild unten]

soldiers massacre khan-al-assalWegen dieser Blockade haben russische Experten ihre eigene Untersuchung durchgeführt (in voller Übereinstimmung mit den Kriterien der OPCW) und einen ausführlichen Bericht dazu an die UN und Mitglieder des Sicherheitsrates übergeben. Im Gegensatz  zu den nebulosen Beweisen, die angeblich die Schuld von Präsident Assad belegen sei dieses Dokument sehr spezifisch und umfassend.

Lavrov hob auch hervor, dass die Information über den chemischen Angriff  in der Region von Ghouta genau zu jenem Zeitpunkt verbreitet wurde, als die russisch-amerikanische Delegation ein neues Treffen arrangierte (zur Vorbereitung der nächsten Konferenz in Genf).

Es sei evident, dass die Opposition gar nicht an Verhandlungen interessiert sei und verlautbart hat, dass sie nur eine bedingungslosen Kapitulation der Regierung akzeptiert. Diese Einstellung wird natürlich durch die Informationskampagne (Giftgas-Hysterie) noch mehr zementiert.

Der Ablauf der Ereignisse mache klar,dass jedesmal wenn es eine kleine Chance für die Wiederaufnahme von Gesprächen gibt, ein Vorfall inszeniert werde, der diese Chance zunichte macht (so erging es den LAS Beobachtern und dem Plan von Kofi Annan). Im Gegensatz zur syrischen Regierung, die sofort damit einverstanden war, eine Delegation zur geplanten Konferenz Anfang Mai zu entsenden (und zwar ohne Bedingungen zu stellen), hat die Opposition sich stets geweigert – Monate lang. Wir fragen uns daher, welche Signale die Opposition von ihren Sponsoren bekommt (USA, Saudi Arabien, Qatar,  etc.)

Lavrov zitiert dann ein Statement vom Sprecher der „Nationalen Koalition der Oppositionskräfte“ (oder wie sie sonst gerade heißen) der erzählte, was die Amerikaner ihnen als Empfehlung für die Gespräche mitgaben:

Ihr setzt euch an den Tisch und dann sagt ihr  „Assad muss gehen“, dann sagen sie „Nein“, also werden die Verhandlungen scheitern und wir gehen in die nächste Phase …“

Für langjährige Studenten des endlosen  „Nahostkonflikts“ und der bizarren „Friedensgespräche“ zwischen Israel und den Palästinensern ist diese Taktik nichts neues: Während in den Medien betont wird, man  wolle alles tun, um eine „Verhandlungslösung“ zu finden, werden vor Ort „facts on the ground“ geschaffen, die irreversibel sind und die diplomatischen Bemühungen zur Farce degradieren.

Kaum hatte sich Sheik Moaz al-Khatib, der damalige Führer der Oppositionsgruppen für einen Dialog mit Damaskus ausgesprochen, wurde ihm bald klar, dass im Hintergrund Leute die Fäden zogen, die überhaupt kein Interesse an einer friedlichen Lösung hatten. Also warf er das Handtuch. Mehrere Versuche Russlands, die in der Genfer Übereinkunft erzielten Beschlüsse zu implementieren wurden (zuletzt vor etwa einem Jahr) im UN Sicherheitsrat von den USA, Frankreich und England torpediert.

Das  „Chemiewaffen“ Drama gibt den diplomatischen Bemühungen wohl endgültig den Todesstoß.

Die USA und ihre „Verbündeten“ haben bereits mehrere Kriegsschiffe in Position gebracht, um in beispielloser Anmaßung (selbst Kriegsverbrecher), Assad für etwas zu „bestrafen“, was noch nicht bewiesen und äußerst unwahrscheinlich ist. So ein „Militärschlag“ (sprich: kriegerischer, verbrecherischer Akt) wird nicht von heute auf morgen geplant, daher müsste mittlerweile jedem intelligenten Menschen klar sein, dass das ganze Theater mit dem Giftgas eine Inszenierung ist, um eine „hilfreiche Welle moralischer Empörung“  zu generieren, die dann massive Luftangriffe der USA legitimieren soll.

Zur „moralischen Obszönität“ des Giftgas-Angriffes am 21.August, über die sich John Kerry so empört ist zu sagen, er möge doch einmal die systematischen Verbrechen der USA (mithilfe der CIA und selbst gezüchteter Terroristen) in über 50 Ländern seit 1945 durchgehen. Da gibt es in der Tat ungeheuerliche Obszönitäten, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen – wie etwa der Einsatz von Uranwaffen im Irak 2003 oder die unvorstellbaren Grausamkeiten in Lateinamerika während des kalten Krieges, um jede Form des Sozialismus im Keim zu ersticken.

Lavrov, Putin und tausende andere Kommentare im Internet kommen alle zum gleichen Schluss: 

4 Putin syrian army is winning

Es wäre ein Akt unglaublicher Dummheit, ja geradezu selbstmörderischwenn Assad ausgerechnet jetzt, wo die UN-Inspektoren im Land sind, nachdem ihm Obama mehrfach mit der „roten Linie“ gedroht hat und die ganze Welt nach Syrien schaut, ein Nervengas gegen die eigene Bevölkerung einsetzte. Was hätte er davon? Er würde sich damit sein eigenes Grab schaufeln und auch das Schicksal des Landes wäre damit besiegelt. Seine Regierung konnte sich bisher nicht nur wegen stärkerer Waffen gegen die eingeschleusten Terroristen behaupten, sondern weil die Bevölkerung (zu Recht Reformen verlangt, aber) mehrheitlich hinter ihm steht. Er hat also überhaupt keinen Grund, solche Waffen einzusetzen.

Einen Guerillakrieg kann man nur gewinnen, wenn man die Unterstützung der Bevölkerung hat, dass müssten die Planer und Strategen dieses verdeckten Krieges gegen Syrien eigentlich wissen (nachdem sie bereits viele solcher blutigen „Bürgerkriege“ in Lateinamerika schon in den 1980er Jahren inszeniert haben).

execution of syrian soldiersVielleicht dachten sie aber, weil man diese Unterstützung in Syrien nicht generieren könne, käme man mit der Salvadorian Option durch: also extremen Terror durch unvorstellbare Grausamkeit verbreiten, damit die Bevölkerung (die nicht flieht) so traumatisiert wird, dass man alles mit ihr machen kann.

Aber die Syrer lassen sich anscheinend trotz des Horrors, mit dem sie seit zwei Jahren konfrontiert sind, nicht so einfach in die Knie zwingen. Sie werden kämpfen bis zum bitteren Ende.

Die syrische Armee hat in den letzten Monaten immer mehr die Oberhand gewonnen und den eingeschleusten „Rebellen“ mit Unterstützung von Hisbollah und iranischen Spezialkräften entscheidende Verluste zugefügt. Kurz gesagt: die Sponsoren des Terrors in Syrien waren  ziemlich nervös geworden, weil Assad nach zwei Jahren immer noch „da“ ist und ihre Pläne zu scheitern drohen. Deshalb musste jetzt ein casus belli her, der soviel mediale Aufruhr erzeugt, so starke Emotionen hervorrufen soll, das das Denken auf der Strecke bleibt.

  • Dass Assad keinerlei Incentive hat, ja verrückt sein müsste, ausgerechnet jetzt den USA einen Vorwand für Luftangriffe auf dem Silbertablett zu liefern, ist glasklar.
  • Dass auf der anderen Seite die von außen gesteuerten Rebellen und ihre handler enorm davon profitieren, wenn ausgerechnet jetzt die „Rote Linie“ überschritten wird, ist ebenfalls nicht zu übersehen.
  • Dass sämtliche Beschuldigungen zum Giftgaseinsatz von denen kommen, die das größte Interesse am Sturz Assads und einer Zerschlagung Syriens haben, lässt die Glaubwürdigkeit dieser Behauptungen gegen Null tendieren.
  • Dass ausgerechnet die USA die moralisch Empörten mimen, weil „unschuldige Zivilisten“ die Opfer sind,  ist angesichts ihrer dokumentierten, systematischen Verbrechen (seit 1945) der größte Witz von allen …(siehe dazu meinen Artikel: Superman is Jack the Ripper)
  • Dass man jetzt auch noch die Chuzpah hat, angeblich abgehörte Gespräche als Beweis für die Schuld Assads in die Waagschale zu werfen, ist grotesk und infam …  denn diese „Beweise“ könne man aus Gründen der Staatsicherheit leider nicht vorlegen …(effektiv ein geheimes Gericht)  da zeigt sich der Gestapo-Geist, der in Washington regiert …
  • Diese „Information“ kommt vom israelischen bzw. saudischen Geheimdienst – also wieder von zwei Parteien, die absolut keine Glaubwürdigkeit haben, aber ein schwerwiegendes Motiv, zu lügen …

1 mint press saudi connection Bewohner von Ghouta zeichnen aber ein völlig anders Bild als die abgedroschene Propaganda aus Washington, London, Paris und Tel Aviv, die uns täglich serviert wird. Nach diesem Bericht, wussten die „Rebellen“ (nur Al Nusra) nicht,  mit welcher Art von Waffen sie hantierten, die sie von einem saudischen Mittelsmann erhalten hatten und in einem Tunnel verstecken sollten, wobei 12 Männer getötet wurden. Es ist aber unklar, ob es sich um einen Unfall handelte (oder man es darauf anlegte, dass die Chemikalien freigesetzt wurden, um Assad die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben).

Man vermutet, dass Prinz Bandar bin Sultan im Hintergrund die Fäden zieht (da vermutet man ganz richtig – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Was die angeblichen „Beweise“ für die „Schuld“ Assads angeht, braucht man nur die Papageien-Presse zu zitieren, um die Lächerlichkeit der Behauptungen (wegen der Quellen der „Beweise“)  zu demonstrieren:

Wall Street Journal:

„Ein entscheidender Hinweis kam vom israelischen Geheimdienst, der die CIA mit Informationen über eine syrische Spezialeinheit versorgte, die die chemischen Waffen Assads beaufsichtigt  SAGTEN ARABISCHE DIPLOMATEN. Bestimmte Arten chemischer Waffen wurden schon vorher in jene Vororte von Damascus gebracht, in denen vor einer Woche die Angriffe stattfanden SAGTEN ARABISCHE DIPLOMATEN.

[…] Das Pentagon und die CIA haben schon frühzeitig Spionagesatelliten und befreundete Spionagedienste (Israel und Jordanien) genutzt, um das CW-Arsenal in Syrien zu überwachen. In den letzten Wochen wurden diese noch intensiviert, nachdem die USA im Juni zu dem Schluss gekommen war, dass die syrische Armee CW  in kleinen Mengen eingesetzt hatte.“

Warum konnte der Anschlag dann nicht verhindert werden, wenn die Überwachung der CW so perfekt ist???

WSJ erwähnt auch, dass die CIA und die saudischen Geheimdienste „Rebellen“ in einem Stützpunkt in Jordanien trainiert haben zu deren Aktivitäten aber niemand aus Regierungskreisen Stellung nehmen wollte.

THE INDEPENDENT

Es war Prinz  Bandars  Geheimdienst, der  als  erster  die westlichen Verbündeten wegen angeblicher Verwendung von Sarin durch das syrische Regime im Februar alarmierte.

Bandar bin Sultan, damals noch Botschafter in Washington , war 2003 einer der lautesten Stimmen für eine Invasion im Irak. Er war in den 1980er Jahren auch in den Iran-Contra-Skandal verwickelt. […]

Seit 2012 arbeiten die CIA und Bandar eng zusammen, um die Rebellen in einem Stützpunkt in  Jordanien, nahe der syrischen Grenze zu trainieren. Die Saudis seien „ein unverzichtbarer Partner“  betreffend Syrien und hätten beträchtlichen Einfluss auf  die amerikanische  Denkweise (zitiert wird das WSJ).

Dass Bandar bei seinem jüngsten Besuch in Moskau, Putin zuerst korrumpieren wollte (durch umfangreiche Waffenkäufe der Saudis in Russland) und dann einschüchtern (Bandar werde dafür sorgen, dass es keine Terroranschläge bei den Olympischen Spielen in Sotchi gibt, wenn Putin Assad fallen lässt (!), weil seine Organisation die tschetschenischen Terroristen kontrolliert – was Putin natürlich wusste) erwähnt der Independent nicht. 

Bandars „größerer Einfluss in westlichen Hauptstädten“ wird in diesem Artikel maßgeblich auf seine „Freundschaften“ zurückgeführt, die er als saudischer Botschafter  geschlossen hatte.  Dass dieser skrupellose Politiker in London und Paris mehr Gehör findet, als bei Putin hat weniger mit Freundschaft, als mit „great assholes think alike“ zu tun. Dort trifft Bandar auf seine ebenso korrupten und hinterfotzigen Gesinnungsgenossen: die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens (von den dortigen Geheimdiensten ganz zu schweigen).

ghost warsWir sehen also, dass die USA, Saudi Arabien und Israel (ich erinnere noch einmal an den Yinon Plan)  hier „unter einer Decke“ stecken, weil alle drei sehr starke Motive für die Zerstörung des syrischen Staates (in dieser Form)  haben und Assad deshalb mit allen Mitteln bekämpft wird.  Die Saudis sind, gemeinsam mit der CIA, die Paten des globalen, islamistischen Terrors und die Geburtshelfer von Al Qaeda, die damals (1980er Jahre) aber noch „freedom fighter“ oder Mujahedeen hießen und  im belagerten  Afghanistan gegen die Sowjetunion eingesetzt wurden.

Siehe dazu auch diese Artikel über Saudi Arabien bzw. Israel und die Repression des arabischen, sekularen Nationalismus und meine (berechtigte) Polemik gegen die Fließbandjournalisten, die Massenmord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch ihre „Arbeit“ legitimieren …

Obama abdullahAusgerechnet deren Geheimdienste als seriöse Quellen für „Beweise“ gegen Assad anzuführen, ist so absurd und infam, dass man sich fragen muss, ob unsere Journaille noch alle Tassen im Schrank hat.

Wundert sich eigentlich niemand darüber, dass trotz (oder wegen?) des „War on Terror“ und der umfassenden Überwachung durch Geheimdienste,  die fanatischen  Islamisten nach 9/11 immer mehr wurden (vor allem in Afrika)?

Auch die deutsche Presse hat natürlich die „geheimen“ Beweise der im Dunkeln (als Mafia-Arm der Regierungen) operierenden Geheimdienste  für die „Schuld“ Assads groß aufgemacht, und der SPIEGEL gibt sich wieder bereitwillig als Verteiler für zionistische Propaganda her.

Das kritische und logische Denken muss ausgeschaltet werden um den Schwachsinn, den der Spiegel hier verbreitet, akzeptieren zu können:

Wie ich oben ausführlich (und tausende intelligente Kommentare und Analysen im Internet ebenso) dargelegt habe, ist es ABSOLUT UNPLAUSIBEL  dass Assad vor den Augen der UN-Untersuchungskommission einen solchen Giftgasanschlag verübt.

Doch der Spiegel (offenbar benebelt davon, dass man ihm die zweifelhafte Ehre erteilt hat, ein absichtliches „Leak“ geheimer Informationen des BND zu sein) bringt allen Ernstes diese Meldungen:

„In geheim eingestuften Unterrichtungen für Sicherheitspolitiker sagte BND-Präsident Gerhard Schindler, ein eindeutiger Beweis fehle zwar. Nach einer eingehenden Plausibilitätsanalyse aber gehe sein Dienst davon aus, dass das Regime Täter sei.

Schindler führte in den Briefings aus, einzig das Regime von Assad verfüge über binäre Kampfstoffe wie Sarin. Nur die Experten des Regimes könnten diesen anmischen und mit kleinen Raketen einsetzen. Nach Erkenntnissen des BND sei dies schon mehrmals vor dem aktuellen Angriff, der rund 1400 Menschen tötete, geschehen. Bei den vorherigen Attacken aber sei nur eine stark verdünnte Gasmischung zum Einsatz gekommen, deswegen hätten diese auch sehr viel weniger Todesopfer gefordert.“

FAKT: Es ist bis dato noch völlig ungeklärt, ob und wenn ja,  welches Nervengas eingesetzt wurde.

Doch darauf geht der BND gar nicht ein, sondern operiert einfach mit der Prämisse, dass Sarin eingesetzt wurde. Woher „weiß“ der BND das denn? Die anschließende Behauptung, nur „Experten des Regimes“ könnten Sarin „anmischen“ ist alleine dadurch unglaubwürdig  geworden.

Auch die „1400 Toten“ sind nicht verifiziert und Teil der Gräuelpropaganda gegen Assad (wahrscheinlich weniger als 500 Tote – siehe Interview unten)

Sehen wir uns doch einmal an, was ein authentisches Mitglied der syrischen Opposition im Ausland zu den Vorwürfen sagt:

1 Haytham Manna CW false flagHaytham Manna, der seit 35 Jahren im Exil lebt und der Auslandssprecher des Nationalen Koordinationskomitees  für Demokratische Veränderung ist (die echte, friedliche syrische Opposition, mit der er natürlich in Verbindung steht) spricht sich in einem Interview heftig gegen gegen Einmischung aus dem Ausland aus.

Hier einige Auszüge daraus (Übersetzung aus dem französichen Original sowie Hervorhebungen sind von mir; CW= chemische Waffen):

Der Westen wählt also Ihrer Meinung nach die falsche Option?

HM: Von Anfang an sahen wir eine Abfolge politischer Fehler. Die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich (Großbritannien) haben die Parteien dazu gedrängt, sich zu radikalisieren. Sie haben den Aufbruch der Jihadis nach Syrien nicht verhindert und sehr lange gewartet, bevor sie dieses Phänomen überhaupt erwähnt haben.

Wo ist denn nun die Demokratie in diesem Projekt, das darauf abzielt, Syrien zu zerstören? Und glauben Sie wirklich, es sei die Moral, die das Ganze steuert?  Seit dem Massaker von Halabja  haben sie die Augen [vor der Wahrheit] verschlossen. Ich wundere mich auch darüber, dass die Opfer der CW (in der öffentlichen Debatte) viel stärker berücksichtigt werden als die 100.000 Toten, die seit Beginn des Konfliktes Opfer der Gewalt wurden. (Ein wichtiger Punkt …)

Wer ist für das jüngste Massaker durch CW verantwortlich?

HM: Ich habe noch keine Gewissheit, aber unsere Informationen widersprechen jenen, die Präsident Hollande verbreitet hat. Man spricht von tausenden Opfern, aber verfügt nur über eine Liste mit weniger als 500 Namen. Es handelt sich also um Propaganda, psychologische Kriegsführung und ganz sicher nicht um die Wahrheit Außerdem sind die eingesetzten „Chemiewaffen“  selbst gebastelt, keine industriell hergestellten Produkte. [Das bestätigt auch die russische Untersuchungskommission, die Lavrov erwähnte] Glauben Sie wirklich, dass die hochgerüstete Armee Assads so etwas nötig hat?

Und die Videos tauchten im Internet schon auf, bevor die offiziellen Meldungen über den CW-Einsatz herauskamen. Dieses Material wird aber als Beweis von den Amerikanern angesehen!

Doch die SPIEGEL Redaktion schert sich nicht um solche Statements, sondern verlässt sich lieber auf die Aussagen des BND:

Schindler präsentierte in einem 30-minütigen Vortrag Szenarien, warum es zu dem massiven Angriff gekommen sei. Demnach sehe sich Assad in einer Art Endkampf um die Hauptstadt Damaskus, die vor allem im Osten von Rebellen belagert sei. Möglicherweise habe man deswegen wie zuvor zur Abschreckung einen begrenzten Giftgaseinsatz auf die Rebellen angeordnet ….“

FAKT: Wieder Manipulation statt Information: Jetzt sind es schon drei Hypothesen  die man als Tatsachen vorwegnimmt  und sich dann fragt, warum wurde das getan …

  1. Giftgas wurde eingesetzt
  2. und zwar Sarin
  3. Es war Assad

Die Petitio principii (Zirkelbeweis) ist in der Politik sehr beliebt, funktioniert aber nur bei Publikum, dem man das Denken abgewöhnt hat (wie dem Churnalist). Als Tatsache zu suggerieren, was erst zu beweisen wäre – ist das die neue Taktik zur Legitimation eines illegalen Krieges?

Weil die deutsche Presse Meldungen über die Erfolge der syrischen Armee in den letzten Monaten unterschlagen hat, fehlt auch der militärische Kontext. Assad war dabei zu gewinnen, er hat wichtige Gebiete zurückerobert, wie auch Haytham Manna im Interview erwähnt: [und kurz vor dem „Giftgas-Anschlag“ eine große Offensive in Damaskus begonnen, bei der 1500 Rebellen getötet wurden]:

Denken Sie, dass eine der Konfliktparteien eine Intervention des Westens provozieren will?

HM: Das ist ein abgekartetes Spiel. Man weiß ja schon, dass CW von Al Qaeda eingesetzt wurden. Jetzt haben die FSA und die Gruppen, die mit AQ liiert sind,  80% ihrer Operationen im Norden zusammengezogen. Vor einem Monat hat Ahmad Jarba (Koordinator der bewaffneten Opposition) behauptet, er habe das Kräfteverhältnis vor Ort verändert. Heute ist die Lage umgekehrt: die syrische Armee hat das Gebiet zurückerobert. Nur eine direkte Intervention kann daher noch den Rebellen helfen, aus dieser Situation herauszukommen. Wenn AQ dafür verantwortlich ist, muss man das laut und deutlich sagen. Wenn es das Regime ist, muss man eine Resolution des UNSC erwirken und nicht zulassen, dass zwei oder drei Länder sich zum Richter und Vollstrecker erheben.

nasrallahUnd dann kommen wir endlich zur Krux des ganzen Theaters: Einem der Hauptgründe, warum Israels Zionisten unbedingt Assad stürzen wollen: Hisbollah -die unbeugsame „Partei Gottes“ im Libanon, die mit ihren gut trainierten Milizen der IDF (bei verbrecherischen Attacken gegen den Libanon) mehr zugesetzt hat, als jede reguläre Armee und deren Führer Sheik Hassan Nasrallah mehr Rückgrat hat, als jeder europäische Politiker.

Wir erfahren dann, dass der „Beweis“ dafür, dass es sich um Sarin handelt, ist – wie könnte es anders sein – wieder ein abgehörtes Telefonat ist, in dem ein Arzt „exakt und mit vielen Details Symptome von Patienten beschrieben, die nur auf das international geächtete Gas hinwiesen. Die Prüfung der Proben durch die Uno könnte dafür den endgültigen Beleg liefern, dies kann aber noch Wochen dauern.“

Natürlich kann dieser „Beweis“ nicht vorgelegt werden, denn er ist ja „geheim“

Und dann kommt der Hammer – halten Sie sich fest – der BND hörte dann auch noch ein Gespräch der Hisbollah mit der iranischen Botschaft ab, in dem „der Funktionär der Hisbollah, die traditionell an der Seite Assads steht und ihn militärisch unterstützt, den Giftgaseinsatz eingeräumt haben soll“ und „Assad seien die Nerven durchgegangen, mit dem Befehl für den Giftgaseinsatz habe er einen großen Fehler gemacht.“

(Erster Gedanke: Mein Gott, Assad, Hisbollah und iranische Diplomaten müssen ja Vollidioten sein, wenn sie (was wir glauben sollen) wenige Wochen nach der NSA-Spionage-Aufregung solche brisanten Dinge am Telefon erörtern …!)

Auch dieser „Beweis“ ist geheim .. und Hisbollah (die ja auch eine gewählte Partei ist und soziale Einrichtungen betreibt) darf auch nicht dazu Stellung nehmen. Schließlich wurde die EU von den Zionisten ja dazu genötigt, ihren bewaffneten Arm als terroristische Vereinigung zu klassifizieren (obwohl sich Hisbollah immer nur gegen die zionistische Aggression Israels wehrt).

Henry Luce 1Wenn dieser propaganda bullshit als Grundlage für eine Bombardierung Syriens durchgeht, dann bedeutet das das Ende des Rechtsstaates. Ein „Beweis“, der geheim gehalten wird, ist kein Beweis und darf kein Beweis für eine Schuld sein. Egal um wen es dabei geht.

Anonyme „Zeugen der Anklage“, deren Identität niemand kennt und man nicht einmal weiß, ob es sie wirklich gibt, als Schuldbeweis gelten zu lassen und gleichzeitig eine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe (wegen der Geheimhaltung) zu verhindern, das ist sowohl mit dem Prinzip der Demokratie als auch des Rechtsstaates völlig unvereinbar. 

Dass der SPIEGEL nach den Enthüllungen Snowdens und anderer „whistleblower“ die Aussagen des BND (der der NSA natürlich zuarbeitet und ebenso kriminell ist, wie alle Geheimdienste) als legitime und vertrauenswürdige Quelle gelten lässt, ist ein Skandal und eine Schande für den Journalismus.

Aber es kommt noch besser:

Bisher haben die USA nur abstrakt berichtet, Geheimdienste hätten nach der Attacke Kommunikation innerhalb des Regimes abgefangen, die den Einsatz des Giftgases bestätigten und aus denen Sorge über eine mögliche Nachprüfung durch die damals anwesenden Uno-Inspektoren spreche. Das vom BND abgehörte Telefonat könnte dieses Beweispuzzle der westlichen Dienste entscheidend anreichern.“

Die Fähigkeit, logisch zu denken, ist der SPIEGEL Redaktion anscheinend gänzlich abhanden gekommen.

Ein geheimes Abhörprotokoll eines US-Geheimdienstes – der sich selbst Rechte zugesteht, die verfassungswidrig sind und globale Online-Gestapomethoden legitimieren soll – wird durch zwei weitere – ebenso geheime Abhörprotokolle, für deren Existenz und Authentizität es keinerlei Beweise gibt – nur die Beteuerungen der Geheimdienste selbst – also quasi aufgewertet. How stupid can you get?

Dass die Geheimdienste offensichtlich dazu benutzt werden, (kriminelle) politische Entscheidungen,die bereits gefallen sind, zu rechtfertigen, und nicht – was ihr Auftrag wäre – authentische Informationen für politische Entscheidungen zu liefern, die bevorstehen, ist für alle erkennbar, die sich das Denken noch nicht von „Think-Tanks“ abgewöhnen ließen.

Auch die Argumentation ist nicht konsistent:

ERSTENS

Einerseits wird behauptet, Assad habe einen „konzertierten Angriff“ durchgeführt (also sorgfältig geplant) –

zu dem die Rebellen nicht in der Lage seien –gleichzeitig wird aber suggeriert, dass ihre militärische Stärke so groß sei, dass Assad in „Panik geraten“ sei – Wer soll das glauben? ( widersprüchliche Argumentation)

– andererseits seien „Assad aber die Nerven durchgegangen“?

ZWEITENS

Zuerst wird gesagt, nur die syrische Armee verfüge über genug Fachwissen, um solche „binären Waffen“ einsetzen zu können, dann aber haben diese angeblichen Experten sich“ bei der Mischung des Gases verrechnet“ ? Wer glaubt diesen Propaganda-Mist, außer den Churnos?

Leidet die SPIEGEL-Redaktion, wie viele andere Journalisten auch, an selektiver Amnesie?

lies_iraqHat man den Irakkrieg und die große Lügenshow zu dessen Legitimation schon vergessen?

Zur Vorbeugung gegen die übliche Stigma-Wörter wie „Anti-Amerikanismus“ oder „Verschwörungstheorie“, mit denen Kritiker routinemäßig desavouiert werden, sei hier auf eine Quelle verwiesen, die garantiert nicht „anti-amerikanisch“ ist: der US-Senat.

Ein Untersuchungsausschuss des Senates hat die Vorgehensweise der Bush-Regierung gründlich untersucht und das Ergebnis so kommentiert:

Leider kam unser Kommitee zu dem Schluss, dass die Administration Behauptungen aufgestellt hat, die nicht durch geheimdienstliche Erkenntnisse abgesichert waren.  Um den Krieg als notwendig zu legitimieren, hat sie wiederholt (solche) Erkenntnisse als Fakten präsentiert, während diese in der Realität unbegründet, widerlegt oder nicht vorhanden waren. Die Folge war, dass man das amerikanische Volk glauben ließ, die Bedrohung durch den Irak sei viel größer, als sie es tatsächlich war.

Ich bin überzeugt davon, dass die Bush Administration auf den Irak fixiert war und die Angriffe vom 11. September als Rechtfertigung für den Sturz Saddam Husseins benutzt hat.

Um das zu erreichen, haben hochrangige Politiker wiederholt Statements abgegeben, die den Irak mit Al Qaeda in Verbindung brachte und insinuierte, dass Irak bei 9/11 die Hand mit im Spiel hatte.

Es is traurig, dass die Bush Administration die Nation unter falschen Vorwand in den Krieg geführt hat.

Genau. Und es ist zum Kotzen, dass unsere Journaille 10 Jahre später WIEDER  bei der Zerstörung eines souveränen Staates und der Ermordung bzw. Vertreibung zigtausender Menschen behilflich ist …

Gibt es speziellen Platz in der Hölle für solche Churnalists?  Let’s hope so … 

Fortsetzung folgt …

 

Der Journalist als Autist (2): Saudi Arabien

Im zweiten Teil der „churnalism“ Serie  geht es  im Kontext von  „public awareness“ darum, wie die Medien unsere Aufmerksamkeit steuern:  Worüber wird gesprochen und geschrieben, welche Bilder werden gezeigt, wer bestimmt die Themen?  Die Journalisten lassen sich mit „newsfeeds“ aus den Presseagenturen füttern, als ob diese ein Garant für Wahrheit und Objektivität wären, doch dieses System führt zur „Massenproduktion von Ignoranz“, wie Nick Davies richtig feststellt.

Worüber wir uns Gedanken machen, was uns persönlich betroffen macht (weil es gegen unser Wertesystem  verstößt), welche politischen Themen uns wichtig sind, was uns wütend macht, all das und mehr kann durch die Medien stark beeinflusst werden. Dieses „agenda setting“ wird besonders in den „Nachrichten“ deutlich, wo über bestimmte Themen und Länder immer wieder aus einem bestimmten Blickwinkel gesprochen wird, über andere nur sehr selten oder gar nicht. Andere Formate greifen dann die Themen der „Nachrichten“ auf und verstärken sie damit.

Seit vielen Monaten sind zwei Länder fast ständig in den Medien in einem negativen Kontext präsent: Iran und Syrien. (Vorher waren es Irak und Libyen). Beide Länder werden uns in einem medialen Dauerfeuer als  Inkarnation des Bösen vorgeführt, obwohl bei genauerem Hinsehen, die Bedrohung des Friedens im Nahen Osten und der (Demokratie in der) Welt aus ganz anderen Ländern kommt.

Die USA und Israel (welches in perfider Weise  immer nur als „Opfer“ der Aggression anderer dargestellt wird) fallen einem dazu spontan ein, doch es gibt noch andere staatliche Akteure, die zur Liga der big assholes zählen, aber nie längere Zeit im Kreuzfeuer der Kritik stehen (von Sanktionen ganz zu schweigen). Einen davon möchte ich heute zum Gegenstand einer näheren Untersuchung machen:

 

SAUDI ARABIEN

Was fällt uns zu diesem Land ein? Die meisten Menschen würden wahrscheinlich mit „Öl“ antworten, einige vielleicht noch mit “Unterdrückung der Frauen“, aber dann wird es bereits dünn, denn wir wissen sehr wenig über diesen Wüstenstaat. Ich will und kann hier keinen Geschichtsunterricht geben und verweise natürlich auf die Fachliteratur, die es über Saudi Arabien und die Geschichte des Nahen Ostens gibt.

Was findet man in den zwei großen „öffentlich-rechtlichen“ TV-Sendern, ARD und ZDF, wenn man „Saudi Arabien“ als Suchbegriff eingibt?

Sehr wenig (und das ist kein Zufall). Bei der ARD gibt es noch letzte Enklaven des wahrhaftigen, investigativen Journalismus, wie MONITOR oder FAKT. Monitor hat das brisante Thema deutscher Rüstungsexporte nach Saudi Arabien behandelt (es geht um die Lieferung hunderter Leopard Panzer an das repressivste arabische Regime) und Fakt beleuchtete die Tatsache, dass deutsche Bundespolizisten – „bezahlt von einem Rüstungskonzern (EADS)“ bei den Saudis „Sicherheitskräfte in Techniken ausbilden, die zur Unterdrückung der Opposition“ nützlich (sprich: geplant)  sind. Unter den „Auszubildenden“ seien Geheimdienstoffiziere ebenso wie Mitglieder der brutalen „Religionspolizei“, gegen die es keinerlei rechtliche Handhabe gibt.

Beide Redaktionen heben sich äußerst positiv von vielen anderen ab, doch man muss mit Bedauern feststellen, dass diese Beiträge in der Regel etwa 5 Minuten lang sind und daher keine Zeit für politischen Kontext und Hintergrund bleibt  – auch das ist kein Zufall: die Sendezeit dieser wichtigen Magazine wurde in den letzten Jahren gekürzt und immer weiter nach hinten geschoben, anstatt sie in die „prime time“ zu setzen, wo sie hingehören (wenn man den staatlichen „Bildungs- und Informationsauftrag“ ernst nimmt).

„Wenn wir, […] davor zurückschrecken, selbst in einen Konflikt einzugreifen, dann reicht es in der Regel nicht, an andere Länder und Organisationen Worte der Ermutigung zu richten. Wir müssen die Staaten, die bereit sind, sich zu engagieren, auch dazu befähigen. Ich sage ausdrücklich: Das schließt auch den Export von Waffen mit ein – dies selbstverständlich nur nach klaren und weithin anerkannten Prinzipien.

Wir sollten aber versuchen, einen Schritt weiterzugehen: Wenn wir uns im Atlantischen Bündnis einig sind, dass die NATO nicht alle Konflikte lösen kann und dass den aufstrebenden Schwellenländern und Regionalorganisationen mehr Verantwortung zukommt, dann sollten wir im Bündnis bei den Rüstungsexporten auch schrittweise zu einer gemeinsamen Politik kommen. Eine solche gemeinsame Politik muss und wird immer restriktiv sein. Sie muss und wird immer und in jedem Fall mit einer Außenpolitik in Einklang zu bringen sein, die auf die Achtung der Menschenrechte ausgerichtet ist. Denn sonst wird eine wertegeleitete Politik unmöglich

Angela Merkel, 9.September 2011, Berlin

Dass Merkel – wie ihre “transatlantischen“ psychopathischen  Busenfreunde eine zynische PR-Show abzieht, wenn sie von „Achtung der Menschenrechte“ im Kontext von Waffenlieferungen spricht, wird klar, wenn man sich die Zustände in Saudi Arabien etwas näher ansieht. Hier nur einige Kostproben:

  • Öffentliche Veranstaltungen, die nicht religiös legitimiert sind –  sind verboten (keine Kinos, Konzerte, Events, Orte, wo sich beide Geschlechter treffen, etc.).
  • Frauen und Männer, die nicht verheiratet sind, müssen streng voneinander getrennt bleiben, jeder gemeinsame Auftritt in der Öffentlichkeit wird von der Religionspolizei („Behörde zur Förderung der Tugend und Verhinderung der Sünde“) mit Schlägen geahndet.
  • Jede Form „westlicher Dekadenz“ ist verboten, dazu gehört z.B. auch die westlichen Rituale des Valentinstags zu übernehmen. Es klingt absurd, ist aber wahr: Im Monat Februar wurde den Händlern verboten, bestimmte  Geschenkartikel zu verkaufen. Ihre Läden werden von der Religionspolizei nach folgenden Dingen durchsucht: rote Rosen, rote Kleider, herzförmige Artikel, Süßigkeiten, Grußkarten, etc. Wer seiner Frau an diesem Tag Blumen schenkt, oder Konfekt muss damit rechnen, durch Verprügeln (oder Schlimmeres) bestraft zu werden. Begründung: Feiern eines „heidnischen Festtages“
  • Frauen werden völlig von den Männern dominiert (das hat nichts mit dem Islam zu tun, sondern ist Ausdruck einer kranken, atavistischen  Männergesellschaft): sie dürfen nicht ohne Begleitung eines männlichen Angehörigen das Haus verlassen, dürfen nicht Auto fahren, müssen schwarz vermummt durchs Leben gehen und dürfen sich in der Öffentlichkeit nicht frei bewegen (es gibt z.B.in den Einkaufszentren eigene Zonen für Frauen und Männer …).
  • Eine junge Frau, die von sieben Männern vergewaltigt worden war, wurde nach „Anhörung“ zu 90 Peitschenhieben verurteilt, weil sie sich alleine mit einem Mann in einem Auto befand, bevor sie entführt wurde.  Das gilt quasi als Einladung zu sexuellen Übergriffen und muss demnach bestraft werden. (Frauen werden zu Objekten degradiert: das hat eher mit de Sade als mit Religion zu tun). Als die Frau das nicht akzeptieren wollte und an die Öffentlichkeit ging, wurde die Strafe auf 200 Hiebe und sechs Monate Gefängnis erhöht.

Im Jänner 2010 erzählte die Journalistin Nadin Al-Badir im ägyptischen Fernsehen eine Horrorstory nach der anderen über die finsteren Machenschaften der Religionspolizei:

So seien bei einem Brand im Schulgebäude 15 Schülerinnen ums Leben gekommen, weil die Feuerwehr daran gehindert wurde, den Brand zu löschen. Der Grund für diese „Strafe“ war, dass die Mädchen nicht den vorgeschriebenen hijab trugen (die schwarze Kopfbedeckung, bei der nur die Augen zu sehen sind). Nach ihren Angaben sind die meisten dieser „Polizisten“ ehemalige Sträflinge, die entweder selbst Drogen genommen oder damit gedealt hatten – als Moralpolizei?

Die saudische „Moralpolizei“ in Dienstuniform

Alleine in Mekka wurden in einem Jahr  mehr als 100.000 Verhaftungen  durch  die  Religionspolizei vorgenommen, ebenso in Riyadh.

Der wahabitische Islam ist eine extreme Form des Missbrauchs von Religion in einer Männergesellschaft und umso schlimmer, weil diese extreme Form der Unterdrückung natürlich der Islamphobie große Dienste erweist und rassistische und kulturelle Vorurteile bedient.

Dass Menschen unter dem Deckmantel religiöser Gebote erniedrigt, bevormundet und gequält werden, ist uns ja nicht fremd: die Geschichte der katholischen Kirche hat in dieser Hinsicht einiges (z.B. Hexenverbrennung, Inquisition) zu bieten. Ein System, das mit Schuldgefühlen und unmenschlichen Strafen Menschen gefügig macht, ist schon furchtbar genug, doch wenn die Moral derjenigen, die die Bestrafung anordnen selbst am tiefsten Punkt angelangt ist, wird es unerträglich.

Die saudische Herrscherkaste gehört zu den korruptesten Regierungen der Welt.

Ihr eigener Lebensstil (vor allem wenn sie sich im Ausland aufhalten) verhöhnt die strengen Gebote, die sie ihrer Bevölkerung auferlegt: Sex, Alkohol, Drogen, wilde Partys, Spielcasinos, kriminelle Geschäfte, das volle Programm.

Realsatire … in new dimensions

Die Skandale um den Rüstungsdeal mit BAE (Kampfjets u. anderes Kriegsmaterial im Gesamtwert von 43 Milliarden Pfund wurde an die Saudis verkauft, nachdem mehr als 1 Milliarde an Schmiergeldern über eine US-Bank an das saudische Verteidigungsministerium bzw. Prinz Bandar geflossen war) sind uns ja noch in Erinnerung.

Als das britische “SFO (serious fraud office – Behörde zur Verfolgung Schweren Betrugs) 2006 eine Untersuchung begann, griff  Tony Blair ein und würgte das Verfahren ab.  Seine Begründung: die saudische Königsfamilie hätte damit gedroht, wichtige Informationen über geplante Terroranschläge in London zurückzuhalten, wenn diese investigation nicht beendet werde. Der „edle“ Blair musste also  handeln, um das Leben von Engländern zu schützen. Diesen Bullshit hatte man jedenfalls verbreitet.

Doch eine britische Kampagne gegen Korruption fand sich damit nicht ab und stellte einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens, da sich die britische Regierung allem Anschein nach erpressen ließ. Inzwischen gibt es neue Vorwürfe der Korruption, diesmal unter Premierminister Cameron. Die Waffendeals gehen natürlich weiter.

Merkel, Blair, Cameron – sie alle kümmert es einen Dreck, ob die Menschenrechte eingehalten werden in Ländern, die als unsere „Verbündeten“ gelten – also der unheimlichen Verflechtung aus wirtschaftlicher und politischer Macht dienlich sind, die man uns als „Demokratie“ verkauft. Alle Rüstungsgeschäfte laufen über korrupte Kanäle, das ist doch nichts Neues.

Was mich anwidert ist,

  • dass die „Journaille“ (vor allem der „Nachrichten“) die dämlichen Sprüche der Kanzlerin und anderer Heuchler über „Menschenrechte“ bei Waffendeals (und auch anderen Exporten) so präsentiert, als wären sie ernst gemeint
  • dass ihre „Argumente“ nicht eindeutig bloßgestellt werden
  • dass (seit der Zerstörung Jugoslawiens) die Missachtung staatlicher Souveränität kein Thema ist – ein Tabubruch ohne Folgen
  • dass Deutschland wieder Krieg als notwendige „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ ansieht

Das „humanitäre“ Bombardieren anderer Länder, das Töten von tausenden Zivilisten, die Zerstörung ziviler Infrastruktur, der von außen gesteuerte „regime change“ – all das hat Merkel akzeptiert und mitgetragen. Sie ist damit ein echter Vasall der USA und der neoliberalen „Befreiungsfront“.

Dafür hat sie wohl einen Orden („Presidential Medal of Freedom“) von Obama bekommen. {nebenbei bemerkt: Grauenvolles Englisch der Kanzlerin…}

Doch welche Rolle spielen die Saudis in diesem Spiel um Waffengewalt, Macht, Einfluss und Kontrolle der Massen?

Natürlich ist es richtig, dass sich die Medien mit der Repression in Saudi Arabien befassen (also mit der saudischen Innenpolitik). Aber wer kümmert sich um die Außenpolitik der Saudis? Ihre Rolle in der Eskalation religiös-verbrämter Gewalt in vielen anderen Ländern?

Tony Blair hatte behauptet, die Einstellung des Untersuchungs-verfahrens gegen BAE sei notwendig gewesen – aus Gründen der „nationalen Sicherheit“: um die guten Beziehungen zu Saudi Arabien nicht zu gefährden, die er als „entscheidend für den Kampf gegen Terrorismus und den Frieden im Nahen Osten“ bezeichnete. Ähnliche Sprüche gibt Merkel von sich, wenn es um die Legitimation der Waffenexporte geht.

Nothing could be further from the truth.

Kein anderes Land hat mehr zur Verbreitung des religiösen Extremismus beigetragen als Saudi Arabien. Kein anders Land hat die Religiosität in einem solchen Ausmaß missbraucht, um demokratische Selbstbestimmung zu verhindern.

Doch darüber wird in unseren Medien nie gesprochen (einzige Ausnahmen: Scholl-Latour  bzw. Michael Lüders, die aber immer als exotische „Außenseiter“ in einer Talkshow-Runde präsentiert werden)

Wie es dazu kam, versuche ich im Folgenden zu skizzieren:

Im Mai 1962 wurde in Mekka eine neue Organisation geschaffen, die sich länderübergreifend  um die Anliegen und Probleme der Muslime kümmern sollte, die WML (world muslim league). Die zentrale Botschaft der Schlusserklärung einer Konferenz  lautete:

„Jene, die den Islam verleugnen und ihn unter dem Deckmantel des Nationalismus verunstalten sind in Wahrheit die bittersten Feinde der Araber, deren Ehre untrennbar mit der Ehre des Islam verbunden ist.“

Die WML Konferenz war aber nicht vom saudischen Kronprinz Faysal organisiert worden, um „die Ehre des Islam“ zu retten, sondern um den wachsenden Nationalismus und Sozialismus in den Ländern der „Dritten Welt“ einzudämmen, insbesondere natürlich „vor der eigenen Haustür“, also im Nahen Osten.

Das „Arab Awakening“, das in der Zwischenkriegszeit (1918-1939) erstmals in Erscheinung trat, und sich als sekulare Form des Nationalismus herauskristallisierte, war für die Herrscherdynastie in Saudi Arabien very bad news indeed.

Die Bedrohung der alten Ordnung lag in  gemeinsamen, universellen Werten: dem Recht auf politische Freiheit und nationale Selbstbestimmung. Diese Form einer  nationalen arabischen  Identität, die (seit Nasser) stark sozialistisch geprägt war und soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung, und die Abschaffung der alten Hierarchien forderte, bedeutete eine ernsthafte Bedrohung für die Tyrannei der saudischen Herrscherfamilie.

Die Religion musste ja im Laufe der Geschichte schon oft dazu herhalten, den Menschen absoluten Gehorsam gegenüber Institutionen der Macht einzuhämmern, eine Methode die einst die katholische Kirche perfektionierte, die aber inzwischen vom saudischen Modell weit übertroffen wurde.

Die saudischen Herrscher wollten eine Bevölkerung, die sich nicht gegen die extrem ungerechten Machtverhältnisse wehrt, sondern die herrschende „Ordnung“ akzeptiert. Der Koran wird als Werkzeug benutzt, um den Gläubigen einzuhämmern, dass Auflehnung gegen den Herrscher eine „Verschwörung gegen Gott“ gleichkomme und der wirkliche „Feind“ woanders zu orten sei.

Prügelstrafe der „Religionspolizei“

Die strikte Befolgung absurder Regeln (die oft nur in das „heilige Buch“ hinein interpretiert wurden)  und die Verteidigung des  „einzig wahren“ Islam  sind demnach der einzige Weg  ins  „Paradies“. Der Gefahr mangelnder Akzeptanz bei den Untertanen begegnet man effektiv durch eine „Religionspolizei“, die als Exekutivorgan für eine Regierungsinstanz mit dem schaurig-schönen Titel „Komitee für die Verbreitung der Tugend und die Verhinderung der Sünde“ fungiert.

Dass sich ausgerechnet sie Saudis heute als Gallionsfigur der Arabischen Liga im Kampf für „Demokratie in Syrien“ präsentieren, ist angesichts der historischen Fakten wirklich zum Totlachen. Doch auch die größte Absurdität wird von unseren Fließbandjournalisten mühelos so lange wiederholt, bis sie als „Normalität“ wahrgenommen wird.

1969 wurde die WML (eine Nichtregierungsorganisation) durch ein Pendant auf Regierungsebene ergänzt, die OIC (Organisation der Islamischen Konferenz). Diese gründete islamische Kulturzentren und eine internationale Presseagentur und hielt regelmäßig  Konferenzen ab, um der Kampagne gegen Kommunismus und Nationalismus mehr Nachdruck zu verleihen.

Im eigenen Land wurde natürlich hart durchgegriffen: Nasser und  seine „Freien Offiziere“ waren auch in Saudi Arabien populär, was sich in Streiks und Anschlagsversuchen gegen die Herrscher äußerte. Prinz Faysal war ein echter Fundamentalist: er besetzte das Justizministerium mit Klerikern und sorgte dafür, dass jeder Keim einer Zivilgesellschaft sofort erstickt wurde.

Stattdessen wurde großzügig in Koranschulen und andere religiöse Institutionen investiert, die alle den strikten Gehorsam gegenüber Autoritäten predigten, und die Verteidigung der Menschenrechte durch die „Verteidigung des Islam gegen Ungläubige“ ersetzte.

Doch Repression alleine war nicht ausreichend, um den starken ideologischen Appeal der neuen Gesellschaftsordnung auszumerzen.  Die vorhandene Frustration musste in die richtigen Bahnen gelenkt werden: statt Bekämpfung der alten Ordnung und Machtstrukturen sollten archaische Instinkte und „alte Werte“ wiederbelebt werden: religiöser Puritanismus, Tribalismus bzw. Ethnozentrismus.

Die Gleichheit, die der Sozialismus versprach,  ersetzten die Saudis durch himmlische Gerechtigkeit, solange die Bevölkerung die bestehende Hierarchie nicht in Frage stellte.  Gegen den gesellschaftlichen Aufbruch der Dritten Welt brachten die herrschenden Klassen althergebrachte  kulturelle  Konzepte in Stellung, um das Volk zu disziplinieren: eine Art Gegenreformation in der arabischen Welt (nicht nur dort, aber wir beschränken uns darauf).

Diese reaktionären sozialen Kräfte schürten atavistische Ideen (wie etwa Stammes- und Religionszugehörigkeit als Zeichen für Höher- bzw. Minderwertigkeit) um die große Gefahr – Solidarität zwischen gleichberechtigten Menschen, die für die gleichen Ziele kämpfen – zu eliminieren.

Die erfolgreichen Putsche in Ägypten, Irak und Libyen legten nahe, dass es eines Tages auch in Saudi Arabien zu einem Umsturz kommen könnte. Die Saudis bereiteten den Boden für einen „Kulturkampf“ der besonderen Art, als Gegenentwurf für den aufkeimenden Nationalismus in der Dritten Welt.

„ARAB OIL FOR ARAB PEOPLE“  (Nasser 1956 zu Arbeitern eines Ölfeldes in Saudi Arabien)

In den 1930er Jahren wurden die großen Ölvorkommen in Saudi Arabien entdeckt und Ibn Saud zögerte nicht, amerikanisch-britischen Ölkonzernen sofort  Konzessionen zu erteilen. Der Deal: Wir verkaufen unser Öl nur in US-Dollar (die  in Form von Waffenkäufen in den USA und in Geschäften mit der Wall Street  wieder „recycelt“ werden) und die neue Supermacht sorgt dafür, dass niemand es wagt, unser  anti-demokratisches, retrogrades Regime anzutasten oder unser Land anzugreifen.

Das alte Motto Caligulas hat hier wohl Pate gestanden: oderint dum metuant (Sollen sie uns nur hassen, solange sie uns fürchten – That’s fine with us …. nicht nur für die Saudis, sondern auch für die „Außenpolitik“ der USA, wie das Demissionsschreiben eines US-Diplomaten zeigt: (Letter of resignation: John Brady Kiesling to Colin Powell) – als Folge der “Bush-Doktrin”)

Im Jänner des Jahres 1958 gründeten Ägypten, Syrien und Yemen die Vereinigte Arabische Republik und im Juli stürzten die freien Offiziere die Hashemiten-Monarchie im Irak (eine  Kreatur des Britischen Empire).  Die Saudis hassten Nasser nun so sehr, dass sie 1959 versuchten ihn in Damaskus umzubringen, was aber misslang.

Der Kommunismus war in Saudi Arabien kein großes Thema, doch 1962 kam es zu einer nationalen Revolution im Yemen, das danach zum Exportland für revolutionäre Ideen in die Region mutierte. So unterstützte man die kommunistische „Befreiungsfront für Oman und den Arabischen Golf“. Die Saudis finanzierten die bestehende Machtelite im Yemen und die reaktionäre Regierung des Oman und gingen mit großer Brutalität gegen alle linken Demokratiebewegungen vor (wodurch sie den Machteliten der USA sehr ans Herz wuchsen …).

Das „Nasser-Virus“ kam immer näher und drang schließlich in den Königspalast in Riyad ein. Unter der Führung von Prinz Talal bin Abdulaziz, der die Tochter des Premierministers im Libanon geheiratet hatte, wurde  ein Umsturz versucht, der jedoch scheiterte, weil die „Freien Prinzen“ keinen Rückhalt in der Bevölkerung hatten. Ihr Versuch, eine Verfassung, ein oberstes Gericht und eine Nationalversammlung durchzusetzen  misslang ebenso,  wie das Bestreben, nicht-religiöse soziale Einrichtungen zu schaffen und die Arbeitslosigkeit durch öffentliche Investitionen zu senken.

Faysal hatte den Erhalt der alten Ordnung durchgesetzt, nicht zuletzt mit Unterstützung seines „Partners“ Aramco (die Ölgesellschaft), hinter der die amerikanische Regierung stand.

Die WML wurde von Washington freudig begrüßt, als willkommenes Instrument zur Bekämpfung der „radikalen Idee“, dass die arabische Bevölkerung selbst über die Verwendung der Öleinkünfte bestimmen darf.

1965 sagte Thomas Barger, ehemaliger ARAMCO-Chef in einem Ausschuss des State-Departments:

„Es war angemessen, dass unsere Regierung darauf abzielte, die Verwendung des Erdöls als politische Waffe durch radikale Araber zu verhindern.

Der beste Weg das zu erreichen, war die Verhinderung der arabischen Einheit.“

1957 erblickte die Eisenhower-Doktrin das Licht der Welt: der Tenor war – what else – die generelle Eindämmung des Kommunismus (als ob es sich um eine Seuche handelte), doch speziell für den Nahen Osten bestand der Plan darin, die korrupten Monarchien der Kolonialmächte wie Jordanien, Irak aber auch den Shah in Persien/ Iran) an der Macht  zu halten.

Saudi-Arabien war von Anfang an ein wichtiger „Partner“ der USA bei der Verhinderung demokratischer Selbstbestimmung im Nahen Osten.

Ein wichtiger Teil der „Counterrevolution“ war die Förderung des religiösen Fanatismus und Fundamentalismus und damals wie heute, war die CIA bei diesen „Aktivitäten“ mit von der Partie.

Der Grundstein für ein „extensives Programm“ zur Förderung „religiöser Zellen“ wurde damals gelegt, „geerntet“ wurde dann später: Leute wie Osama bin Laden und sein „Beratungs- und Reformationskomitee“ und – der ganze Stolz der US und saudischen Geheimdienste –  „Al Qaeda“:

Das phantomhafte „Terrornetzwerk“ von dem unsere „churnalists“ und Medienschafe immer plappern, ist in Wahrheit eher das ideologische Netzwerk der WML und anderer Organisationen, das die Saudis seit mehr als 50 Jahren betreiben und aus dem – mit tatkräftiger Unterstützung der CIA – „bei Bedarf“ dann echte (bewaffnete) Terroristen geformt werden.

Diese können dann in „Krisengebiete“ exportiert werden, wo sie als eine Art islamistische SS  für den „humanitären“ Imperialismus  (wie jetzt in Syrien, vorher in Libyen, im Irak, im Sudan, in Jugoslawien, in Afghanistan …) grauenhafte Verbrechen begehen –natürlich immer nur für den „guten“ Zweck: den Sturz eines nationalen Regimes, dass nicht nach der Pfeife Washingtons tanzen will und eine soziale Infrastruktur hat (keine „Marktherrschaft“).

Die Tentakel des Netzwerkes sollten das Bewusstsein der Muslime so dominieren, dass jede andere Ideologie (der Veränderung) – außer dem Islam– als tabu, weil „anti-arabisch“ betrachtet wird. Und damit kommen wir zu jener Vereinigung von Heuchlern, die sich die „Muslim-Bruderschaft“ nennt und ein Geschöpf dieses Systems ist.

Die aktuelle ägyptische „Solidaritätsbekundung“ (Mursi gehört auch zur den „Brüdern“)  im belagerten Elendsghetto Gaza, der aber keine Taten folgen, zeigt dass die „Brüder“ auch nur Instrumente der USraelischen Hegemonie sind ….

Die WML wurde so zum Motor für den Export der saudischen Religionsdoktrin:

Nationalismus und Kommunismus wurden zu „Feinden des Islam“.

Statt einer nationalen Gemeinschaft der Gleichberechtigten (die der Sozialismus anstrebte)  wurde eine transnationale Glaubensgemeinschaft als oberstes Ziel vorangetrieben. Die „islamische Nation“ sei wichtiger als konkrete Nationen, statt Selbstbestimmung zu fordern sollte man sich der „göttlichen Ordnung“ fügen.

Fortsetzung folgt …

Es ist angerichtet: Churnalism 2012

Die Pressemeldungen über die Kämpfe in Syrien, die man uns seit Monaten auftischt, sind extrem einseitig und voreingenommen. Jeden Tag hören wir, dass Menschen getötet werden und immer ist es die syrische Armee bzw. das „Assad-Regime“, das als „brutaler Unterdrücker“ einer „legitimen Opposition“ dafür  verantwortlich gemacht wird, während die „Rebellen“ immer nur auf syrische Soldaten schießen. Ihre Gewalt wird also als defensiv und moralisch legitimiert dargestellt.

Dass diese „Meldungen“ immer von den „Rebellen“ selbst stammen bzw. von edel klingenden PR-Frontgroups (wie die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, die aus einem Mann besteht, der in England residiert), stört unsere „Churnalists“ nicht. Auch die laufend wiederholte Lüge, dass eine Überprüfung des Wahrheitsgehaltes unmöglich sei, weil ausländische Journalisten nicht ins Land dürfen, findet man nicht anstößig.

RELOAD: „AB HEUTE WIRD ZURÜCKGESCHOSSEN“ (Hitler 1939)

Die jüngste PR-Meldung über die Entscheidung des türkischen Parlaments (man hat sich selbst das Recht verliehen, militärische Gewalt gegen Syrien anzuwenden, weil 5 türkische Zivilisten in der Grenzregion getötet wurden, was natürlich sofort wieder der syrischen Armee angelastet wurde) ist ein weiteres Indiz für diese Voreingenommenheit und letztlich auch Komplizenschaft der Medien in einer massiven Desinformationskampagne, mit der ein offener Krieg gegen Syrien legitimiert werden soll (der verdeckte Destabilisierungskrieg ist ja bereits seit Monaten im Gang, was die Presse aber weitgehend ignoriert).

Die gespielte moralische Empörung Erdogans (und seiner  NATO-Waffenbrüder) wird als unerträgliche Doppelmoral entlarvt, sobald erwähnt wird, dass die bewaffneten Terrorbanden („FSA“: fanatisch-islamistische Takfiris und Söldner aus dem Ausland) von Anfang an über die türkische Grenze (sowie über Jordanien und Libanon) nach Syrien eingeschleust wurden, die Türkei als Basis und Nachschub für diese  gezüchteten “Rebellen“ dient und auch westliche Geheimdienste, die in Syrien für „Murder & Mayhem“ sorgen,  dort herzlich willkommen sind (vor allem die CIA).

Die kurz darauf in den Medien kolportierte „Entschuldigung Syriens“ für den Zwischenfall ist ebenfalls eine Erfindung der  „strategic communications“, denn tatsächlich hat Syrien nur Bedauern über den Tod der Türken ausgedrückt, während das ZDF sogar berichtete, die Rebellen hätten die Verantwortung dafür übernommen.

Jeder, der noch denken kann, versteht, dass seit Monaten eine Hetzkampagne gegen Syrien in den Medien läuft, die sich wöchentlich steigert und als großes Crescendo einen Vorwand für einen offiziellen Krieg liefern soll. Selbst organisierte „Grenzzwischenfälle“ als Vorspiel für eine militärische Aggression, die dann als notwendige „Verteidigung der eigenen Sicherheit“ präsentiert wird, das ist ja nicht neu.

DIE FLIESSBANDJOURNALISTEN

Im Mai dieses Jahres wurde ein renommierter österreichischer Journalist von einem Radiohörer gefragt, ob er die starke Filterung der Meldungen durch die Presseagenturen nicht als Gefahr  für  einen freien Journalismus (also eine Art versteckte Zensur) ansehe. Seine Antwort (sinngemäß):

Ja, es stimmt, dass die wenigen Presseagenturen eine Art Monopolstellung haben – insbesondere bei den Auslandsmeldungen – weil Auslandskorrespondenten sehr teuer sind, die Medien auch immer mehr unter Kostendruck geraten und deshalb lieber auf den Service von AP, Reuters, etc. zurückgreifen.

Doch das sei eigentlich kein Problem, denn es gäbe ja noch das Internet: dort gäbe es „sehr gut informierte Blogger“, deren Beiträge eben nicht aus den gleichen Quellen gespeist werden, wie jene der „Mainstream“ Presse.  [Das garantiere quasi eine Vielfalt an  Perspektiven und Themen, die einer Mediendemokratie angemessen seien …]

Das ist eine ungeheuerliche Aussage, denn sie impliziert, dass ein hochdekorierter „Qualitätsjournalist“  eine Präselektion und Homogenisierung der Auslandsmeldungen durch Presseagenturen als akzeptabel und „normal“ erachtet. Wer ein vollständigeres Bild der Welt haben möchte, der kann ja ins Internet gehen.

Dass dieser Journalist „in Österreich als Instanz im Kampf um journalistische Unabhängigkeit“ gilt, macht die Sache noch schlimmer.  Seine „inquisitorischen Interviews“ mit Politikern liefern angeblich „gesellschaftlichen Mehrwert, der den öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ legitimiert. Dass er mit einer solchen Einstellung an der Uni Wien als Dozent für Journalismus agiert,  lässt noch Schlimmeres befürchten und warum die Zuschauer (nicht nur in Österreich) für diese Form von „Nachrichten“ auch noch Gebühren bezahlen müssen, lässt sich auch schwer legitimieren.

Was nützt es, wenn man im direkten Interview einem Politiker auf den Zahn fühlt, aber die Themen selbst (und wie sie präsentiert werden) von anderen, intransparenten Institutionen bestimmt werden? Die Journalisten werden heute ja geradezu mit Informationen „gefüttert“ – die Agenturmeldungen heißen nicht umsonst „newsfeeds“. Auch die Auswahl der Interviewpartner stellt eine Selektion dar (z.B. bei Wirtschaftsthemen („Eurokrise“) kommen immer die gleichen Leute aus den gleichen etablierten Zirkeln der Macht: Wirtschafts-/Finanzminister, Präsident der Nationalbank, „Experten“ aus den (neoliberal indoktrinierten) WIFOs, „Stiftungen“, etc.)

Doch wer sind die Leute in den Presseagenturen? Wer nimmt Einfluss auf die Auswahl der Themen und natürlich auch auf die Gestaltung der Texte, die dann von den Empfängern der „Feeds“  (also der Presse und den elektronischen Medien) multipliziert werden (sie  heißen deshalb auch im Medienjargon „Multiplikatoren“). Kann ein „Top-Journalist“ sich mit dieser Rolle abfinden?

CHURNALISM“  STATT  JOURNALISMUS

Im Jahr 2008 erschien ein Buch zum Thema, das in der Medienwelt großes Aufsehen erregte:

 „Die-Erde-ist-eine-Scheibe – Nachrichten“ (Originaltitel: „Flat Earth News“ von Nick Davies) – dieser Titel sagt ja schon, worum es geht:

Die massenhafte Produktion von Ignoranz und das im Zeitalter der „Informationsgesellschaft“, der „Bildungsinitiativen“ und des „Wissensmanagements“.  Während wir ständig hören, wie wichtig „Bildung“ sei und Messlatten wie die „Pisa-Studie“ hochgehalten werden, ist eine ganze Armee hochbezahlter Experten damit beschäftigt, uns systematisch zu verblöden, unsere Denkfähigkeit einzuschränken, uns abzulenken, uns zu folgsamen „Verbrauchern“ zu degradieren.

Diese Experten arbeiten natürlich hinter den Kulissen: für Geheimdienste, Ministerien, „Think-Tanks“ und „Stiftungen“ (selbst ein hoch-manipulativer Begriff, der suggeriert, hier werde „wertfrei“ wissenschaftlich gearbeitet, während die mehr oder weniger heimlichen Sponsoren dieser „Institute“  nur einen Wertmaßstab anerkennen: Erhalt und Ausweitung der eigenen wirtschaftlichen (und somit auch politischen) Macht.

Dass die Medien unentbehrlich sind für die Infizierung der Gesellschaft mit diesen ideologischen „Viren“ liegt wohl auf der Hand. Die Entscheidung, Journalist zu werden, sollte man sich deshalb besonders gut überlegen. Der Beruf genießt hohes Ansehen, man fühlt sich als zugehörig zur „intellektuellen Elite“, doch die Verantwortung ist enorm und wie viele „unabhängige“ Journalisten gibt es noch?

The conscious and intelligent manipulationof the opinions of the masses is an important element in democratic society. Those who manipulate this unseen mechanism of society constitute an invisible government which is the true ruling power of our country.

Dieses enorm wichtige Statement von Edward Bernays, dem Altmeister der  Propagandatechnik, kann gar nicht oft genug betont werden:

„Die bewusste und intelligente Manipulation der öffentlichen Meinung ist ein wichtiges Element in einer demokratischen Gesellschaft. Jene, die diesen unsichtbaren Mechanismus kontrollieren, stellen eine unsichtbare Regierung dar, die die wirklich herrschende Macht im Lande ist.“

Dass das Mediensystem insgesamt zu einem Propagandainstrument geformt wurde, haben ja Noam Chomsky und Edward S. Herman ja schon vor Jahren in „Manufacturing Consent“ diagnostiziert. Ein zentraler Punkt dabei ist:

Wer ist in der Lage, zu bestimmen (darauf Einfluss zu nehmen), wie eine Gesellschaft funktioniert (Rahmenbedingungen für Produktion, Finanzierung & Investment, Handelsarchitektur, Verteilung, Steuersystem, Sozialsystem, Bildung, etc.)?  Hier finden wir ein Netzwerk aus transnationalen Konzernen, einer Finanzoligarchie und politischen Planern (die oft als „trojanische Pferde“ in „Instituten“ agieren). Die Medien befinden sich entweder bereits im Eigentum dieser „unsichtbaren Regierung“ oder sie werden von ihr gelenkt, ohne dass es offenkundig wird.

Die Dominanz dieser Leute in der Wirtschaft ist beinahe total und auch die Politik kann sich dem ideologischen Würgegriff offenbar nicht entziehen (siehe  aktuelles Verhalten in der  Finanz- bzw. „Eurokrise“).

Auf die Frage, wessen Zustimmung denn hier geformt wird, antwortete Noam Chomsky:

„Es gibt zwei verschiedene Gruppen, also zwei Propagandaziele: das eine ist die politische Klasse, vielleicht 20% der Bevölkerung, die einen hohen Bildungsgrad hat, sich artikulieren kann, am politischen Leben teilnimmt, sich mit wirtschaftlichen und kulturellen Fragen befasst. Deren Zustimmung ist entscheidend, daher muss diese Gruppe sehr stark indoktriniert werden. [das erledigt z.B. die „Bertelsmann-Stiftung“ und andere „Institute“ für Politik, Wirtschaft, etc.]

Der Rest der Bevölkerung (die große Mehrheit) hat die Funktion Anordnungen zu folgen [wobei man ihnen die Illusion der „Meinungsfreiheit“ lässt und sie mit Banalitäten wie Sport als Unterhaltung, ablenkt ] und nicht selbständig zu denken, sie sind diejenigen, die den Preis für die Entscheidungen der ersten Gruppe zahlen …“

Das kann man durchaus wörtlich nehmen, wer bezahlt für die Euromanie, die Narrenfreiheit der kriminellen Finanzindustrie, die Schuldenexplosion (als Folge einer dysfunktionalen, irrationalen Wirtschaftsideologie)?  Wir natürlich, die Demontage der Sozialsysteme, der parlamentarischen Kontrolle über Haushalte, der Entmachtung der nationalen Regierungen hat ja erst begonnen …

Die Rolle der Medien bei der Produktion von Ignoranz (und somit Akzeptanz einer „Zuschauerdemokratie“) hat Nick Davies in seinem Buch anhand seiner eigenen Erfahrungen als britischer Journalist kritisch analysiert. Hier einige wichtige Punkte der Kritik:

Nachrichtenfabriken“: Recycling vorgefertigter Stories

80% der Meldungen und Geschichten sind „Second-Hand“ Material aus  Presseagenturen /  PR-Firmen, man schreibt worüber alle anderen auch schreiben (Echo-Effekt).

[Dass dabei die eigene Denkfähigkeit weitgehend ausgeschaltet wird, zeigt z.B. die jüngste Gratis-Werbung für Red Bull, durch Meldung eines völlig unsinnigen „Rekordversuches“ in den Nachrichten, das Triviale, Unwichtige wird scheinbar aufgewertet, Aufmerksamkeit für etwas generiert, das völlig unwichtig ist (wie auch alle Sportmeldungen in den Nachrichten sowie der unerträgliche Hype über die völlig kommerzialisierten „Olympischen Spiele“ die in jeder Stadt einen Schuldenberg hinterlassen).

Zitate statt Hintergrundinformation, Kontext und Analyse

Es gehört zur Routine ein “Originalzitat” zu bringen: Merkel zum Euro, Obama zu Syrien, „Experten“ der jeweiligen Fachrichtung, usw. Ist diese Aussage wahr oder falsch, nur Teil einer PR-Strategie, deren Ziele man enthüllen müsste?  Who cares? Die Reporter der Presseagenturen sind nicht verpflichtet, die Gültigkeit dieser Statements zu überprüfen … Wer sagt die Wahrheit, wer nicht? Das ist nicht unser Job und die „Multiplikatoren“ suchen auch keine zweite „unabhängige Quelle“, es kommt aus der „Agentur“, das genügt als Qualitätsbeweis. Wenn Merkel das sagt, müssen wir das doch bringen, oder nicht?

„Die Presseagenturen sind kein verlässliches Instrument um wirklich wichtige Ereignisse auszugraben, ganz zu schweigen davon, dass diese in einem größeren Kontext präsentiert werden, damit ihre wahre Bedeutung nicht verschleiert wird.“

Stenographenjournalismus

Sie schreiben, was man ihnen gibt“. Jede Geschichte wird immer aus seiner bestimmten Perspektive erzählt, zum Vorteil einer bestimmten Gruppe, doch das zu hinterfragen, also die Kontrollfunktion der Medien ernst zu nehmen, davon ist nichts zu merken. Es reicht, dass der Aussender der Meldung einen gesellschaftlichen Stellenwert hat … man beruft sich auf „Autoritäten“, das ist genug.

Die Presseagenturen sind heute die Fließbänder für die „Nachrichten“. Weil das so ist, werden immer mehr PR-Stories dort platziert …(auch die Geheimdienste  sind sehr aktiv, wie die „Meldungen“ über die Vorfälle in Syrien klarmachen), doch alle tun so, als wären die PA immer „seriöse Quellen“ (Wahrheitsministerium Reuters & Co.?)

„Meinungen“ und „Einschätzungen“ einholen – zu welchen Fragen? Wer bestimmt die Agenda?

Welches Thema behandelt wird, welche Fragen zu stellen sind und an wen, das sind wichtige Punkte, die eine Bewertung notwendig machen, ein moralisches Urteil ist also nicht zu umgehen (wer ist glaubwürdig, wer nicht und warum?)

Ist es akzeptabel, dass immer die gleichen Leute in den Talkshows auftauchen, zu aktuellen Themen interviewt werden und deshalb deren Perspektiven dominieren, während andere gar nicht vorkommen? (z.B. jene aufmüpfigen Ökonomen, die die neoliberale Wirtschaftsreligion und den daraus resultierenden Eurowahn scharf kritisieren)

Das Ergebnis: eine „pasteurisierte“ Version der Welt …

Der große Mythos: Objektivität und Ausgewogenheit

Was uns alle Journalisten demonstrieren wollen (und was sie auch selber glauben) ist ihre „Objektivität“, das hat man ihnen schließlich auf der Journalistenschule beigebracht: keinesfalls Partei ergreifen, das ist das Wichtigste.

Doch wie Nick Davies richtig feststellt, kann es keine wirkliche Objektivität geben, das liegt in der Natur der Sache – nämlich unserer menschlichen Sprache und unserer Wahrnehmung. Jede Formulierung eines Satzes, jede Wortwahl, jede Darstellung eines „Sachverhaltes“ in narrativer Form ist bereits ein „Kommentar“.

Texte von anderen zu übernehmen (jedenfalls den Tenor) – besonders wenn es um Formen von Gewalt und deren Ursachen geht – ist noch problematischer, denn damit übernehme ich bereits einen Standpunkt (wenn auch unbewusst) und werde so zum „Verteiler“ einer bestimmten Sichtweise. Das extremste Beispiel ist hier die völlig korrumpierte „Berichterstattung“ über den „Nahost-Konflikt“, wo die pro-zionistische Sichtweise (also jene der israelischen Regierung) dominiert. Nur das bloße Erwähnen dieser „Zensur durch Schweigen“ führt zu massiven ad hominem Attacken, wie Günter Grass ja vor nicht allzu langer Zeit am eigenen Leib erfahren musste.

Die falsch verstandene „Neutralität“ der Journalisten verlangt, dass sich widersprechende Behauptungen so „stehen gelassen“, also vom Journalisten als gleichwertig wiedergegeben werden. So werden etwa reine und dümmliche PR-Statements (Lügen) über die „Harmlosigkeit“ transgener Pflanzen („Alles wurde ja gründlich geprüft“; die Amerikaner essen das schon lange und leben immer noch“; der „Mindestabstand verhindert die Auskreuzung“ etc.) – die man alle als UNWAHR widerlegen kann, wenn man sich mit der Materie befasst hat – trotzdem immer wieder als ebenso wichtige und gleichwertige Informationen dargestellt, wie die Warnungen unabhängiger Wissenschaftler und Umweltschutzgruppen, über die Unbeherrschbarkeit dieser Technologie.

Das ist möglich, weil die wahren Motive für die Promotion der Gentechnik nicht hinterfragt und bloßgestellt werden (man könnte ja sonst als „innovationsfeindlich“ hingestellt werden) und die Tatsache, dass die Firmen SICH SELBST die Unbedenklichkeit ihrer transgenen Pflanzen bescheinigen, selten erwähnt wird. (Lobenswerte Ausnahme: Monique Robins Doku – MIT GIFT UND GENEN)

Doch in den „Nachrichten“ wird dieser Kontext (dass sich die Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen seit Jahren häufen, von den agroökologischen Folgen ganz zu schweigen) einfach weggelassen. Man berichtete zwar kürzlich über eine französische Studie, die ein erhöhtes Krebsrisiko feststellte, doch wenige Tage später hieß es, die EFSA habe die Methodologie der Studie in Frage gestellt. End of Story.

Dass die EFSA mit Wissenschaftlern besetzt wurde, die der Biotech-Industrie nahestehen, wird nicht erwähnt.Dass die eigenen Studien der Hersteller NIE wegen ihre Methodologie und Versuchsanordnung kritisiert werden, NIE  peer-reviewed  bzw. veröffentlicht werden („Geschäftsgeheimnis“)wird ebenfalls nicht erwähnt.  Dass der Skandal darin besteht, dass bereits zugelassene transgene Pflanzen erst jetzt auf langsfristige, negative Folgen untersucht werden, wurde auch nicht weiter diskutiert.

Das Ergebnis dieser Art von „Journalismus“ ist, wie Davies richtig erkennt die konsequente Vermeidung der Wahrheit, denn sonst könnte es unangenehm werden (der „bequeme“, nicht konfrontative Journalismus wird vorgezogen).  Diese Taktik ist nicht immer sofort erkennbar, denn man schlägt den klassischen, „neutralen Ton“ an:

Die „Meldungen“ über ein „Massaker“ an der Zivilbevölkerung eines Landes werden – wenn dieses Land mit unsbefreundet“ ist mit dem offiziellen Dementi der Regierung „balanciert“. Man präsentiert etwas als Anschuldigung und gleichzeitig die Behauptung der Gegenseite, dass diese Anschuldigung nicht zutreffe „dies wurde von  [….]  zurückgewiesen“. Das war’s. Welche Version wahr ist und welche falsch, das kann ja der Leser / Zuschauer dann selbst herausfinden, damit sind wir wieder im Internet.

Damit werden Journalisten zu passiven Verarbeitern von „Nachrichtenmaterial“ degradiert, das ihnen andere „mundgerecht“ servieren. Sie können zwar die „Speisekarte“ lesen, doch welche Gerichte darauf stehen, bestimmen sie nicht und woher die Zutaten stammen, wissen sie auch nicht. Das „Agenda-Setting“  und „Framing“ bestimmen andere und deren Motive werden weder hinterfragt noch deren illegitimer Einfluss auf die PA und andere Medien jemals erwähnt.

Nick Davies betont, dass dieses „Balancieren“ dann akzeptabel ist, wenn es nicht anders geht, wenn alle Mittel, die Wahrheit herauszufinden, gescheitert sind. Diesen Ansatz jedoch als „Goldene Regel“ zu etablieren,  um einen möglichst reibungslosen Ablauf des „Fließbandsystems“ sicherzustellen, hat verheerende Folgen. Die große Gefahr besteht darin, dass die absichtliche Veröffentlichung von Lügen als Schlagzeile und im Hauptteil eines Artikels erscheint und das (wahre) Dementi der anderen Seite im letzten Absatz eingefügt wird. Was hängen bleibt, ist natürlich die Schlagzeile. Man kann natürlich auch den Spieß umdrehen und die Wahrheit zwar erwähnen, dann aber durch wiederholtes Infrage stellen durch akzeptierte „Autoritäten“ die Glaubwürdigkeit des ehrlichen Akteurs unterminieren.

Dass diese Methode sehr effektiv ist, zeigte ja die Lawine an Falschmeldungen über die „WMD“, also die nicht existierenden Massenvernichtungswaffen des Irak. Dieser „PR-engineered view“ sorgt dafür, dass diese Methode immer nur bei Sachverhalten angewandt wird, die der „akzeptierten Meinung“ widersprechen. So wurden die ehrlichen Beteuerungen des UN-Waffeninspektors Scott Ritter (es gibt keine WMD im Irak) immer mit gegenteiligen Behauptungen aus Washington „balanciert“. Damit wurde die Glaubwürdigkeit Ritters unterminiert und ein brutaler Angriffskrieg durch „framing“ und „strategic communication“ legitimiert. Ohne die feige Mittäterschaft der Medien wäre das nicht möglich gewesen (wozu gibt es bei uns „Presseförderung“ und Rundfunkgebühren – für diesen Mist müssen wir zahlen?)

Das – wahre – Dissidenten-Statement  wird so „neutralisiert“, während die – verlogenen – Behauptungen der Machteliten einfach wiederholt werden, bis sie in den Köpfen eingebrannt sind (so auch  z.B. die ständig wiederholte Meldung, ohne den Euro wäre „Europa“ verloren … Ängste werden geschürt, anstatt eine ehrliche Debatte  zu führen (der bescheuerte, ständig in den Medien präsente „Euro-Rettungsschirm“ ESM – lässt sich etwa so auf den Punkt bringen:

Gigantische, unbezahlbare Schulden (ein Symptom eines unhaltbaren Systems) werden mit noch mehr Schulden therapiert:  der ESM ist eine intransparente, supra-legale Zweckgesellschaft, die „Beiträge“ von hochverschuldeten und bankrotten Staaten verlangt (wieder auf Pump) und gegen strenge Auflagen („Reformen“) neuerlich Kredite vergibt; die „Reformen“ würgen die Wirtschaft ab, Rezession statt Wachstum.

Und jetzt kommt’s: ohne Wachstum keine Kredite (und Abwertung durch die Ratingagenturen) und ohne Kredite kein Wachstum … genial, oder? Na wenigstens können sich die Banken beim ESM und der EZB bedienen …

Aber zurück zu unseren Journalisten und dem Mediensystem, in dem sie arbeiten:

Die Produktionsregeln der Nachrichten-Maschinerie

  • Wer bestimmt, worüber berichtet wird (und worüber nicht)? Die Antwort kennen wir ja bereits, die „feeds“ der Agenturen dominieren, die Grenze zur PR wird immer unschärfer, politische Akteure zeigen immer häufiger nicht ihre wahre Identität, sondern tarnen sich (benutzen „neutrale“ oder positiv besetzte „frontgroups“), damit ihre Glaubwürdigkeit erhöht wird. Das funktioniert sehr gut (siehe Irak, Libyen, Syrien, islamistischer „Terror“ usw.)
  • Die Realität wird durch systemisches Weglassen unerwünschter Fakten verzerrt, stattdessen werden etablierte Denkmuster und Deutungsrahmen laufend wiederholt und damit verstärkt (Nahostkrise, Rolle der USA, EU, NATO, Wirtschaft, etc.)
  • Um Kriege zu legitimieren, werden selbst begangene bzw. in Auftrag gegebene Verbrechen dem Gegner in die Schuhe geschoben, die Medien fungieren als folgsamer „Multiplikator“ – sie sind somit mitschuldig am Leiden und Sterben  der Opfer
  • Die „Meldungen“ sind geprägt vom herrschenden politischen Konsens, der die Interessen der mächtigsten Gruppen in der Gesellschaft befördert
  • Moralische Bewertungen sind nur erlaubt, wenn sie die populäre Meinung (die „geformte“ Meinung) wiederspiegeln
  • „Elektrische Zäune“ werden nicht überwunden (der stärkste ist die Zensur der Israelischen Regierung)
  • Die historischen Fakten sind vorhanden, but der „elektrische Zaun“ wird jedem Reporter wehtun, der sie akkurat wiedergibt …
  • Leichtfertiges Wiederholen nicht verifizierter Behauptungen, Kontext wird ignoriert (zB Pussy Riot, Breivik)
  • Es werden „Pseudo-Events“ generiert, damit sie in den Nachrichten erwähnt werden  (Pussy Riot, Türkische „Reaktion“, etc.))

Die Weigerung, ein Urteil zu fällen (Aussagen und deren Motive zu bewerten) bedeutet nicht, dass man objektiv ist. Im Gegenteil, denn die Kräfteverhältnisse in der Kommunikation (die Fähigkeit und Mittel verschiedener Akteure, die Medien zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen) sind ebenso ungleich verteilt, wie Einkommen und Vermögen. Hinter den „Think-Tanks“ und „Stiftungen“ stehen Millionen Dollar von mächtigen Sponsoren, die ihre eigene Suppe kochen, aber deren Einfluss nie erwähnt wird. Stattdessen werden uns „Experten“ präsentiert, die nur der Wissenschaft (und somit der Wahrheit) verpflichtet seien. Schön wär’s.

Noch einmal Nick Davies:

„In demokratischen Gesellschaften verstecken sich die Lügen bequem und unerkannt in sprachlichen Klischees, in akzeptieren „Werten“ und „Fakten“ … die Ideologie liegt verborgen unterhalb der Oberfläche … ökonomische Zensur ersetzt totalitäre Zensur …

Der globale Kollaps des Sammelns von  Informationen und der Wahrhaftigkeit im Journalismus schafft ein neues Chaos … Ignoranz wird als Wissen akzeptiert und Falschheit als Wahrheit … eine Struktur die sehr anfällig für die Infiltrierung durch PR-Stories ist …“

Welche furchtbaren Folgen diese Art von „Churnalism“ hat? In Syrien starben bisher rund 30.000 Menschen, im Irak waren es mehr als hunderttausend, jede Woche werden Menschen in muslimischen Ländern durch Drohnen oder Bombenanschläge getötet … doch der geopolitische, pathologische Kontext wird nie erwähnt …

…. It never happened, even while it was happening …

Frage an alle Journalisten:

Wollen Sie nicht, können Sie nicht oder dürfen Sie nicht? Oder ist Ihnen das alles egal?

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Was sich in den Straßen syrischer Städte abspielt, macht deutlich, mit wem wir es hier zu tun haben.  Für die westliche Presse werden Schilder mit „We want Freedom“ hochgehalten, doch was diese Gruppen tatsächlich wollen, hat mit Freiheit gar nichts zu tun, im Gegenteil:

Sie verbreiten Parolen, die die sunnitische Mehrheit in Syrien zum Hass gegen die Schiiten (wozu auch die Alawiten gehören) aufstacheln soll. Der „spirituelle Führer“ dieser „Rebellen“ ist  der radikal-islamistischeSheik Adnan Al-Arour.

Dieser Mann übt quasi das heilige officium für den sunnitischen Islam aus (eine Rolle, die er sich selbst erteilt hat), ähnlich wie es der Vatikan tat, um den „einzig wahren Glauben“ mit Gewalt als solchen zu etablieren.

Dieses Video zeigt, welche unheiligen Allianzen die Urheber der Gewalt in Syrien eingehen, um ihre irrsinnigen Pläne zu realisieren.

Ich verspreche euch, wenn wir den Sieg errungen haben, werden wir die Alawiten (die sich nicht herausgehalten haben), in Stücke hauen und an die Hunde verfüttern“

Das ist der O-Ton von Sheik Al-Arour, der die Parolen für die „Rebellen“ in Syrien ausgibt.

Die „Demonstrationen“ und „Proteste“  in Syrien  (die nie gewaltfrei waren) werden von westlichen Regierungen im Namen der Menschenrechte unterstützt, doch in ihren eigenen Ländern wären sie genau deswegen verboten, da sie die Religionsfreiheit massiv bedrohen.

Es folgen Szenen aus verschiedenen Städten Syriens, in denen eine Menschenmenge zu Hassparolen gegen die Shiiten (darunter auch Alawiten) aufgestachelt wird:

„Nein zu den Shiiten, Nein zu Hisbollah, Nein zum Iran ..“

Frage: Wer hat ein Interesse daran, den Hass auf die Shiiten und den Iran zu schüren?

Antwort: Israel und – dank dem gewaltsamen  amerikanischen „regime change“ im Irak auch die barbarische Herrscherfamilie der Saudis, die eine Zunahme schiitischer Macht in der Region nicht „dulden“ wollen … (im Irak regierte ja vorher die Minderheit der Sunniten über die Mehrheit der Schiiten, durch den illegalen Angriffskrieg der USA haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt und der Einfluss des Iran in der Region wurde gestärkt – dafür kann aber der Iran nichts, das war eben die Folge amerikanisch-israelischer „Strategie“ …)

Zurück zum Video: Die „friedliche“ Revolution zeigt ihr wahres Gesicht:  „Lasst uns die Alawiten ausrotten!“

Sprechchöre wiederholen was der Einpeitscher vorgibt

„Lasst es uns sagen: wir wollen die Alawiten nicht mehr!! „Das Volk will Adnan Al-Arour“

Sei froh, Adnan Al-Arour, deine Revolution hat begonnen!

„Sei froh, Adnan Al-Arour, die Männer von Daraa werden rebellieren!“

„Arour, mach dir keine Sorgen, die Männer, die dir folgen, drinken Blut!“

Aber auch die Christen bleiben nicht verschont:

Die Religion Mohammeds ist ehrenvoll, die von Jesus ist für Huren!“

Diese radikalisierten Gruppen sind repräsentativ für die Anhänger der FSA aber nicht für die syrische Gesellschaft.

(Bilder einer Hinrichtung, ein nackter Mann, der nur eine (besudelte) Windel trägt, wird von einer erregten Menge aufgehängt …)

Im Gegenteil: Wie Thierry Meysan feststellt, ist  Syrien seit Jahrhunderten ein Vorbild für religiöse Toleranz und Kooperation in der Region: Ein Modell der Einheit, das die Allianz gegen Syrien nach dem Motto „Teile und Herrsche“ zerstören will.

Die Kultur der Toleranz ist bedroht, doch die „fanatischen Islamisten“, vor denen man uns seit „9/11“ ständig warnt, werden von den Psychopathen in Washington gefördert, von den Saudis aufgehetzt und finanziert, von den Israelis als „Werkzeug“ gegen Syrien und Iran eingesetzt ….

Nach den US-Präsidentenwahlen im November wird es dann richtig losgehen …

Dann gnade uns Gott … dass daraus nicht ein dritter Weltkrieg wird …

 

 

 

 

 

.

 

 

 

Sykes-Picot 2.0 meets Syrian Contras

Im September 2003 enthüllte die britische Zeitung THE GUARDIAN, dass es schon 1957 eine Verschwörung gegen die syrische Regierung gab: Damals planten die amerikanischen und britischen Geheimdienste (CIA und MI6) eine ganze Reihe von „false flag“ Anschlägen, die einen Vorwand für eine militärischen Angriff liefern sollten.

(*Was ist Sykes-Picot?)

Im Nachlass des damaligen britischen Verteidigungsministers Duncan Sandys, wurden Dokumente gefunden, in denen auch die Ermordung dreier politischer Führer Syriens als „notwendig“ erachtet wird, damit die Dominanz des Westens im Nahen Osten erhalten bleibt.

Die “anti-westlichen” Tendenzen und die Sympathien der neuen syrischen Führung für  ein sozialistisches System  hatten sowohl in Washington als auch in London große Verärgerung ausgelöst. Seit dem Sturz des Militärregimes von Colonel Adib Shishakli 1954 regierte eine Allianz der Baath Partei mit den Kommunisten, die von der syrischen Armee unterstützt wurde.

Die Kolonialmächte Frankreich und England hatten (mithilfe Israels) vergeblich versucht, die Verstaatlichung des Suez-Kanals durch Ägypten rückgängig zu machen, doch Eisenhower machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Kermit Roosevelt (der 1953 als regionaler CIA-Chef den Sturz des demokratisch gewählten Premierministers Mossadegh im Iran organisierte), war auch an den Intrigen gegen Syrien wieder beteiligt. Die offizielle Begründung für die kriminellen, subversiven Aktivitäten der USA und Großbritanniens war natürlich das „kommunistische Virus“ an seiner Verbreitung zu hindern, sich für „Freiheit und Demokratie“ einzusetzen usw. Doch in Wahrheit ging es um die „Freiheit“ andere Länder wirtschaftlich zu plündern: Kontrolle von Ölpipelines (vom Irak in die Türkei), Schifffahrtswegen, und natürlich die „Lektion“, die man einem Land erteilen musste, das sich gegen imperialistische Interessen stellte und sein Schicksal in die eigene Hand nehmen wollte.

Der Bericht über ein geheimes Treffen in Washington 1957 empfiehlt gezielte, subversive Aktionen, um das Land zu destabilisieren und Unruhen auszulösen. Sobald das “notwendige“ Ausmaß an Angst in der Bevölkerung erreicht sei, müsse man „Grenzzwischenfälle“ und Scharmützel inszenieren um einen Vorwand für militärisches Eingreifen durch Irak und Jordanien zu generieren.

Ein wichtiger Punkt sei die Zerstörung der Glaubwürdigkeit des Regimes und dessen Dämonisierung:

Syrien müsse deshalb als „Sponsor von Anschlägen, Sabotageakten und Gewalt gegen benachbarte Regierungen“ hingestellt werden“. Die CIA und SIS sollten sowohl ihre Fähigkeiten auf dem Gebiet psychologischer Kriegsführung ebenso nutzen, wie ihre militärischen Kräfte, um eskalierende Unruhen im Land auszulösen. Dazu gehörten selbst geplante Sabotageakte, nationale Verschwörungen und andere Gewaltaktivitäten, die man dann Damaskus in die Schuhe schieben würde.

Der Plan sah auch vor, ein „Free Syria Committee“ zu erschaffen und politische Kräfte innerhalb Syriens mit paramilitärischen Fähigkeiten und Waffen auszustatten. CIA und MI6 würden dafür sorgen, dass es Aufstände in Syrien gibt, z.B. von den Drusen im Süden (um politische Gefangene zu befreien) und gleichzeitig die Muslimbruderschaft in Damaskus in Aufruhr versetzen.

Dass die beiden westlichen Regierungen der “Demokratie” keinen Dienst erweisen wollten, geht auch daraus hervor, dass man die unerwünschte, sozialistische Regierung durch eine „pro-westliche“ und „anti-kommunistische“ ersetzen wollte – gegen den Willen der Bevölkerung. Dafür seien „repressive Maßnahmen notwendig und die „willkürliche Ausübung der Macht“, doch der Zweck heiligt anscheinend die Mittel.

Dass der Plan nicht umgesetzt wurde, lag nicht an irgendwelchen moralischen Skrupeln (diese Leute sind amoralisch und bezeichnen ihre unmenschlichen, kriminellen Aktivitäten als „rational“ = notwendig zur Machterhaltung und Ausplünderung anderer Völker), sondern daran, dass die arabischen Nachbarländer nicht mitmachen wollten und nur mit der Türkei als „Partner“ schien die Sache zu riskant zu sein. Im Jahr darauf brach die Koalition mit den Kommunisten auseinander und die Baath-Partei bildete eine Föderation mit General Abdel Nasser, die bis 1963 anhielt.

2012: THE SAME PROCEDURE ….mit neuen Variationen

Seit Monaten will uns die Vereinigung der Fließband- und Papageienjournalisten (nom de guerre „Freie Presse“) weismachen, dass hier zwei klare Fronten aufeinandertreffen: Die Guten (syrische „Rebellen“, „Aktivisten“ und ihre Sponsoren) gegen die Bösen (Assad, sein „ brutales Regime“ und die syrische Armee).

Eine Welle von ergreifendem Bildmaterial überflutete die Medien, dass uns klarmachen sollte, wie ein „Monster“ gegen „unschuldige, friedliche Bürger“ mit brutaler Gewalt vorgeht, nur weil sie politische Reformen wollen.

Diese Bilder wurden übernommen und so interpretiert, wie es geplant war, obwohl die Quellen nicht überprüft wurden bzw. sie immer nur aus einer Quelle kamen: die von den USA seit Jahren organisierte, bezahlte und geschulte  syrische „Opposition“, die mit dem Großteil des syrischen Volkes nichts zu tun hat, weil sie aus Exilsyrern rekrutiert wurde, die seit Jahren nicht mehr in dem Land gelebt haben* und weil nach einer Umfrage, die Mehrheit der Syrer Basher Al-Assad nicht stürzen will, aber politische Reformen fordert.

*z.B. Abdel Basset Sayda, der neue Sprecher des Syrian National Council (SNC), gehört zur kurdischen Minderheit in Syrien und hat seit mehr als 20 Jahren im schwedischen Exil gelebt. Er hat praktisch keine politische Erfahrung und wurde wohl deshalb ausgewählt, um die Dominanz der Muslimbruderschaft im SNC zu kaschieren.

Welches machiavellische Netzwerk aus amerikanischen Ideologieschmieden, genannt „Think-Tanks“ oder von Milliardären finanzierten „Stiftungen“, fake NGOs und größenwahnsinnigen politischen Akteuren hinter den Kulissen hier am Werk ist, hat der britische Journalist Charlie Skelton untersucht. Die „syrische Opposition“, wie sie in den Medien präsentiert wird,  ist eine Theaterinszenierung par excellence, die „Talking points“ sind wunderbar einstudiert, die Reaktion der Medienschafe und der „sheeple“ verläuft genau nach Plan. Die Drahtzieher bleiben im Hintergrund …

Diese Leute sind als politische Kraft eine Art „graue Eminenz“, die geopolitische Entscheidungen von ungeheurer Tragweite trifft. Was die Parlamente machen, was das Volk will, was die Verfassung verbietet, interessiert diese Politikmafia gar nicht. Sie regieren in Wahrheit unsere Gesellschaft, während die „verwirrte Herde“ (Walter Lippman) sich der „Halluzination der Demokratie“  (Edward Bernays) hingibt. Dass man die Vergewaltigung souveräner Staaten auch  noch im „Namen der Demokratie“ begeht, muss diesen Leuten eine besondere Genugtuung sein.

Dass es für Assad völlig kontraproduktiv, ja idiotisch wäre, ein „Massaker“ nach dem anderen an der Zivilbevölkerung zu begehen, noch dazu jedes Mal kurz vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates, bzw. vor dem Besuch eines UN oder HR-Beobachters, wird völlig ausgeblendet – logisches Denken ist nicht erwünscht. Man soll die frisierten „Nachrichten“ aufnehmen, nicht hinterfragen.

Dass die “Rebellen” von Anfang an bewaffnet und gewalttätig waren, Anschläge auf Polizisten und Zivilisten verübten (wofür es auch Augenzeugenberichte gibt), wird ebenfalls ignoriert.

Dass es auch Massendemonstrationen für Assad gab, braucht auch nicht weiter erwähnt zu werden und die Reform der Verfassung und die abgehaltenen Wahlen (57% gingen wählen, trotz der Unruhen im Land) sind im Theaterdonner der choreographierten „Aktivisten u. Rebellen“-Performance untergegangen.

Das gleiche Gesindel operierte ja auch in Libyen (viele davon Analphabeten, die bloß schießen und kämpfen können, aber nur exekutieren, was ihnen andere anschaffen). „Al Qaeda“ ist ja eine Kreatur der Saudis, der CIA und des pakistanischen Geheimdienstes, die man zunächst erfolgreich in Afghanistan einsetzte, später aber auch international als „Terrorists for Hire“ in Bosnien, Serbien, Kosovo, im Irak, in Libyen und jetzt in Syrien.

Sogar die systemtreue New York Times hat jetzt in einem Artikel bestätigt, dass die organisierten „insurgents“ von CIA Akteuren mit Waffen ausgestattet werden und man ist dabei nicht kleinlich: automatische Gewehre, RPGs, Panzerabwehrraketen, ein beeindruckendes Arsenal. Bezahlt wird angeblich von Saudi Arabien, der Türkei und dem Emir von Katar. Fragt sich nur, was am Ende  herauskommt, wenn man einem Haufen Halb-Idioten, die religiös und politisch indoktriniert wurden, solche Waffen aushändigt.

Das Thema Energiekontrolle spielt natürlich auch wieder eine Rolle: Seitdem eine  Übereinkunft zwischen Iran, Irak und Syrien für den Bau einer Gaspipeline unterzeichnet wurde, die vom Süd-Pars Feld bis in die Türkei führen soll und auch für Europas Gasversorgung eine große Rolle spielt (man will von Russland weniger abhängig sein, wobei auch das Nabucco Projekt von Bedeutung ist), muss die Destabilisierung und Zerstörung dieser Staaten noch mehr vorangetrieben werden – so sieht es jedenfalls die „Graue Eminenz“ in Washington.

Dass dieses Abkommen von lebenswichtiger Bedeutung für den Iran ist, liegt auf der Hand, spätestens seitdem die amerikanischen „Schoßhündchen“ der EU das von den USA verordnete Öl-Embargo brav übernommen haben.

US/SAUDI/GCC & NATO SPRING CLEANING NOT ARAB SPRING

Der  von westlichen und saudischen Geheimdiensten  organisierte „Aufstand“ in Syrien wurde uns natürlich als Teil desArabischen Frühlings“ verkauft, weil in diesem Kontext unsere Sympathie dem rebellierenden Volk gelten muss und niemand auf die Idee kommt, dass das ganze Theater nur dazu dient, ein politisches Verbrechen erster Ordnung zu vertuschen.

Wenn dann die Regierung gegen die eingeschleusten Terrorbanden und Aufrührer mit Gewalt vorgeht, kann man lautstark gegen diese „Unterdrückung“ protestieren und selbstgerecht den lange geplanten „regime change“ (Putsch) als notwendige Intervention im Namen der Menschenrechte verlangen.

Doch dort, wo sich echter politischer Widerstand regt, wo die Menschen wirklich glauben, es könnte sich etwas zu ihren Gunsten verändern, wenn sie friedlich protestieren, wird entweder nur das Gesicht der Macht ausgewechselt (wie in Ägypten) oder die Opposition brutal niedergeknüppelt (wie in Bahrein).

Bei den „Verbündeten“ der USA wird authentischer politischer Widerstand im Land als „Terror“ präsentiert, bei den Gegnern des US-Imperialismus (wie Syrien und Iran) wird von außen geplanter Terror als legitimer politischer Widerstand verkauft, Realität und Fiktion verschwimmen immer mehr, die oben erwähnte „graue Eminenz“ (man denke an den Kriegsverbrecher und „Friedensnobelpreisträger“ Henry Kissinger) entscheidet, was passieren darf und was nicht. Die Medien sind perfekte Erfüllungsgehilfen für diese Herrscherkaste, die auf ihnen spielt, wie auf einem Klavier.

Warum das Prinzip der  „humanitären Intervention“ für die Palästinenser nicht gilt, diese Frage darf man auch nicht stellen…

Zur Gewalt in Syrien – fassen wir nochmal zusammen:

WARUM?

Den geostrategischen Kontext für die von außen gesteuerte “Revolte” in Syrien lieferte Seymour Hersh schon 2007 mit seinem  genialen Artikel The Redirection. Weitere Gründe für eine Kontrolle Syriens durch die US of Arrogance und ihre Satrapen in der Region:

  • Assad unterstützt den Freiheitskampf der Palästinenser und die Hisbollah im Libanon (somit als „Feind“ Israels eingestuft)
  • Syrien ist das letzte arabische Land in der Region, das nicht von US / NATO / ISRAEL dominiert wird
  • Syrien und Iran wollen eigene Wege gehen, das kann von den „Herren der Welt“ nicht geduldet werden
  • In Syrien befindet sich der einzige Marinestützpunkt Russlands in dieser Region (außerhalb der ehemaligen Sowjetunion)
  • Die syrische Hafenstadt Latakia hat logistisch und geostrategisch große Bedeutung erlangt, weil die amerikanischen Öl-Giganten Exxon Mobil und Chevron die Erschließung der kurdischen Ölfelder in Kirkuk (Irak) durchführen werden und die beste Transportroute über Latakia führt (beschlossen wurde das nicht von der irakischen Regierung in Bagdad, sondern vom Massoud Barzani, dem Anführer der Kurden im Irak, der auch schon im Weißen Haus zu Gast war)
  • (2008 hat die irakische Regierung einen Vertrag mit  Stroytransgaz, einer Tochtergesellschaft der russischen Gazprom zur  Reaktivierung der Öl-Pipeline zwischen Kirkuk und Banias abgeschlossen, doch das ist mittlerweile Geschichte…)
  • Türkische Firmen werden wohl den Zuschlag für die Konstruktion einer Gaspipeline aus Kurdistan erhalten (als Dank für die logistische Unterstützung der Türkei  zur Ausrüstung und Einschleusung der Terroristen nach Syrien).

WIE?

Welche Rolle die „special forces“ (die „moderne“ Version der SS) beim subversiven Krieg gegen ein Land spielen, wird in diesem  Handbuch des US Militärs (in Grundzügen) erklärt. Es ist quasi eine Anleitung zur Steuerung eines Aufstandes im Ausland, bei der die Menschen (vor allem ihre Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit) nur als Werkzeug benutzt werden und alle Mittel recht sind, um ans Ziel zu gelangen: eine Regierung zu installieren, die mit den kriminellen Machtansprüchen der US/NATO kompatibel ist.

Darin wird u.a. festgestellt, dass es immer  einen Teil der Bevölkerung gäbe, der sich politisch nicht engagiere. Um dieses Segment zu aktivieren, müsse man „durch Propaganda, politische und psychologische Maßnahmen die Regierung verunglimpfen und damit eine Atmosphäre größerer Unzufriedenheit schaffen“. Mit zunehmender Eskalation des Konfliktes müsse dann auch die Propaganda intensiviert werden, „die Bevölkerung müsse psychologisch auf die Rebellion vorbereitet werden“.

  • Zuerst, müsse es lokale und nationale Agitation geben: die Organisation von Demonstrationen, Streiks, und anderen Methoden, um die Unzufriedenheit des Volkes zu demonstrieren und zu schüren.
  • Die nächste Phase sei dann, die „Infiltrierung von ausländischen Beratern und Organisatoren, ausländischer Propaganda, Material, Geld, Waffen und sonstige Ausrüstung“.
  • Dann werden „nationale Scheinorganisationen (SNC)  und Freiheitsbewegungen (FSA) gegründet, wodurchgewährleistet sei, dass größere Teile der Bevölkerung „zunehmende politische Gewalt und Sabotage akzeptieren“, und somit das „Coaching von Individuen oder Gruppen, zur Durchführung von Sabotageakten in Städten, erleichtert werde“.

Dass die Gewaltaktionen eher Abscheu bei der Bevölkerung hervorrufen, wird aufgrund folgender Taktik als unwahrscheinlich angesehen: „

Wenn die Regierung auf die Gewalt mit Gegengewalt reagiert,  kann „die Widerstandsbewegung die negativen Folgen ausschlachten, um noch mehr Sympathie zu erhalten, indem sie das Leiden hervorhebt, das die Opposition im Namen „des Volkes“ erduldet. Wenn die Regierung sich  zurückhält, kann das als Beweis für die Effektivität des Kampfes  gewertet werden, usw.

WER STEUERT?

Das Netzwerk der größenwahnsinnigen Ideologen („Think-Tanks“), „Politikberater“ und Kriegstreiber, die die „Neuordnung des Nahen Ostens“ eiskalt planen und vorantreiben, wird hier skizziert. Charlie Skelton resumiert:

Sie verkaufen die Idee des „Regimewechsels“ an die Medien, die sie bereitwillig übernehmen. Viele der „Aktivisten“ und Sprecher, die als Repräsentanten der syrischen Opposition in den Medien auftauchen sind eng mit  den Machtzentren in Washington und London vernetzt, also genau mit jenen Leuten, die dann die Intervention durchführen würden. Das bedeutet, Informationen und Zahlen von diesen Quellen sind keine „Nachrichten“, sondern eine PR-Kampagne, eine Verkaufsstrategie.

Eine interessante Background-Story über die Hintermänner erzählt dieses Video:

WER SIND DIE REBELLEN?

Die Eskalation der Gewalt in Syrien ist also keineswegs der Regierung Assad anzulasten, sondern jenen, die diese Terrorbanden in das Land eingeschleust haben, mit dem Ziel Syrien in einen gescheiterten Staat zu verwandeln (wie Irak und Libyen), in dem sich die Muslime (Sunnis gegen Schiiten) gegenseitig die Schädel einschlagen und das Land im Chaos versinkt – bis westliche Intervention „Stabilität“ bringt. (Was mit den Christen in Syrien passieren wird, zeichnet sich bereits ab)

Dafür hat man schließlich „Al Qaeda“ und ihre Ableger konstruiert: bewaffnete, fanatische „Jihadis“ bzw. Takfiristen (eine Art islamistische Inquisition, die gegen vermeintliche Ketzer innerhalb der eigenen Religion vorgeht, weil sie vom „einzig wahren“ Glauben abgekommen sind ) die Leuten den Kopf abhacken, weil sie nicht nach dem Islam des 7. Jahrhunderts leben wollen oder weil sie Shiiten sind.

Der stellvertretende Innenminister des Irak Adnan al-Assadi sagte der Presseagentur AFP, die FSA habe vor den Augen einer irakischen  Grenzwache (berichtet von Brigadegeneral Qassim al-Dulaimi),  22 syrische Soldaten exekutiert, nachdem sie die Kontrolle über den Grenzposten erlangt hatten.

Der Bab al-Hawa Grenzübergang zwischen Syrien und der Türkei wurde von 150 bewaffneten Islamisten überfallen und eingenommen, die aus Algerien, Ägypten, Saudi Arabien, Tunesien, Tschetschenien u. anderen Ländern stammen, und ihre Loyalität gegenüber der AQIM (Al Qaeda im islamischen Maghreb)  bekundeten. Dabei wurden nach Angaben von Reuters 135 Menschen getötet (davon 86 Zivilisten und 49 Angehörige der syrischen Armee). Die Terroristen (in den Medien als „Rebellen“ bezeichnet) filmten ihre „glorreiche“ Gewalttat, hissten die Flagge der Al Qaeda und erklärten die Grenzregion zu einem „islamischen Staat“.

(Meldungen, wonach die „Rebellen“ alle Grenzübergänge in ihre Gewalt gebracht hätten, sind falsch und dienen nur dazu, die Anhänger Assads und alle Syrer, die nichts mit den Terroristen zu tun haben wollen, mutlos zu machen)

Dass es sich in Syrien nicht um einen Volksaufstand handelt, sondern um eine subversive Zerstörung durch eingeschleuste Terrorbanden (manipuliert von  westlichen Geheimdiensten), wird auch durch folgende Aussagen erhärtet:

Die Mehrheit der FSA Kommandeure sind nicht Syrer, sondern irakische Sunnis. Die Eroberung des Grenzübergangs Abu Kamal erlangte die FSA nicht durch militärische oder taktische Kompetenz, sondern weil das Grenzgebiet von sunnitischen Stämmen kontrolliert wird, die natürlich die schiitische Regierung in Baghdad hassen wie die Pest. Deshalb gilt es mittlerweile als sicher, dass ein ungehinderter Nachschub an  „Gotteskriegern“ und Waffen von Irak nach Syrien stattfindet.

Die BBC berichtete, dass irakische Schiiten von der FSA aus Damaskus vertrieben (und auch ermordet) werden – eben weil sie Schiiten sind.

Die FSA hat unser Leben ruiniert“ erzählt ein vertriebener Familienvater, der mit Frau und Kindern aus dem Viertel Sayyida Zainab, im südlichen Teil von Damaskus fliehen musste. Seine Frau fügte hinzu:

Sie sind keine Armee, nur bewaffnete Banden. Es gibt nur eine Armee, die Syrische Armee und sie haben das Recht, die Menschen und das Land zu beschützen. Sie haben Damaskus unter Kontrolle.”

Auf die Frage des Reporters, ob das Gerücht stimme, dass Anhänger des (shiitischen) geistlichen Führers Moqtada al-Sadr in Syrien kämpften, lautete die Antwort unisono – Nein. Doch als die versammelte Menschenmenge dem Reporter klarzumachen versuchte, dass sunnitische Banden nach Syrien gebracht werden, wollte er das kaum glauben und präsentiert es daher als „Gegen-Gerücht“:

Ja,  es gibt Iraker, die in Syrien kämpfen“  sagte er und registrierte mit Genugtuung die Überraschung in meinem Gesicht. „Die Kommandeure der FSA sind alle Iraker“ – sunnitische Iraker war natürlich die implizierte Erklärung.“ Der BBC Reporter kommentiert diese Information so:

Den Anderen das Schlimmste zuzutrauen, mit oder ohne Beweise, aber alles Schlechte über die eigene Religionsgruppe zurückzuweisen zeigt wohl, wie schwerwiegend die religiöse Spaltung bereits ist.“

Der Reporter ist sich dessen wohl nicht bewusst, dass dieser Vorwurf aber in erster Linie auf die westlichen Medien (die als Verteiler für die Gräuelpropaganda gegen Assad funktionieren) zutrifft, weniger auf die Menschen im Irak. „Den anderen das Schlimmste zuzutrauen (jede Gewalttat in Syrien wird  in den Medien jedenfalls implizit dem Assad-Regime angelastet), während sich die Beweise für die echten Gräueltaten der Terrorbanden („Freie Syrische Armee FSA“ – Orwell meets Goebbels) häufen, aber ignoriert werden, weil sie eben nicht in den etablierten „Frame“ passen: die „Guten“ entpuppen sich als die „Bösen“ – die vom Westen unterstützt werden, dass darf einfach nicht sein …

Auch die Wortwahl des Artikels ist verräterisch: bewaffnete Banden aus dem Ausland, die Menschen in Syrien wegen ihres Glaubens umbringen, werden als „armed opposition groups“ bezeichnet.

Man stelle sich vor, es handle sich nicht um Schiiten, sondern um Juden, die wegen ihrer Religion getötet oder vertrieben werden.  Welcher europäische Journalist würde es wagen, in diesem Zusammenhang von „bewaffneten Oppositionsgruppen“ zu sprechen? Das wäre ein ungeheuerlicher Affront, Israel würde sofort die Verharmlosung der Verbrechen kritisieren und Vergeltungsmaßnahmen ankündigen. Selbstverständlich würde man rund um die Uhr das  Wort „Terroristen“ in den Medien lesen und hören und von Brüssel bis Washington würde die politische Elite sofort ihre Empörung über diese Schandtaten kundtun und Konsequenzen verlangen, etc.

In unseren Medien hieß es nur „tausende Syrer seien über die Grenze in die Nachbarländer geflüchtet“, der politische Kontext (geschürter Religionskrieg, Vertreibungen und Morde durch eingeschleuste „Rebellen“,  ) wurde einfach weggelassen. Dieser Artikel ist 99% Propaganda, eine Schande für den Journalismus.

Assad ist (weniger als sein Vater) ein autokratischer Herrscher, das stimmt, aber verglichen mit den wahhabitischen Saudis (wo eine Religionspolizei existiert) oder der Inzucht-Sippe in Bahrein ist Syrien fast ein Paradies der Freiheit: Frauen dürfen wählen, müssen nicht verschleiert herumlaufen, werden nicht behandelt wie Sklaven, das Fundament des Staates ist nicht religiös, es gibt keine religiöse Diskriminierung im Land, usw. Der Mann ist ja eigentlich wider Willen zum Präsident geworden: nur weil sein Bruder in einem Autounfall starb, wurde der als Augenarzt ausgebildete Bashar zum Präsidenten von Syrien gemacht. Ihn in den Medien als „machtbesessen“ hinzustellen, ist deshalb absurd.

Forsetzung folgt – Teil 2: Civil Society Programming – die humanitäre Front …

 

 

FAKE REALITY: Von Gleiwitz (1939) bis Hula (2012)

[Gleiwitz war Hitlers Vorwand, um Polen zu überfallen  und das ganze als notwendige „Verteidigung“ gegen brutale Angreifer hinstellen zu können.. ]

Ist dieser Cartoon bloß ein graphischer, zynischer Kommentar der „Vorfälle“ in Syrien oder eine Form geschmackloser  Anti-Assad Propaganda?

Ich denke es ist eine subtile Form von Gräuelpropaganda und daher abzulehnen. Doch in der Presse wird viel häufiger ein verbales Mittel der Manipulation eingesetzt, das Framing, deshalb soll hier näher beschrieben werden, warum diese Technik so effektiv ist:

Die Wortwahl, die Formulierung eines Satzes an sich, löst bereits eine gewünschte Interpretation und damit verbundene Emotionen aus. Framing ist ein sehr wirksames Werkzeug zur Manipulation der Wahrnehmung, weil es uns eine Art mentale „Abkürzung“ ermöglicht.

Anstatt sich selbst Gedanken zu machen, Fragen zu stellen, Hintergründe zu durchleuchten, Aussagen (auch und gerade von Autoritäten) anzuzweifeln – was Zeit und Mühe erfordert und sehr unangenehm sein kann, wenn das eigene Weltbild oder Vertrauen in Institutionen dadurch in die Brüche gehen – bekommen wir eine intellektuell bequeme  Version „serviert“.

Diese vorgefertigten Rahmen (z.B. automatische Reaktion auf „Massaker in Syrien“) ermöglichen es uns, Informationen sehr schnell zu verarbeiten. Daher benutzen Menschen bereitwillig die bereits etablierten Filter um die eingehende Information einzuordnen. Auf diese Weise bekommen die Sender, also die  Urheber des „framings“ enorme Macht über die Empfänger der Nachricht. Sie kontrollieren im Endeffekt, was diese (also wir) über das betreffende Thema denken und fühlen.

Die Orgie an Desinformation, die seit Monaten über Syrien verbreitet wird, stützt sich auch zu großen Teilen auf diese Manipulationstechnik nach dem Motto: Gib der Wahrheit keine Chance …

Zuerst ein Funken Hoffnung:  Es gibt anscheinend doch noch ein paar Journalisten / Zeitungen in Deutschland, die sich inmitten einer gewaltigen PR-Schlacht auf die Suche nach der Wahrheit begeben. Eine davon ist wohl die FAZ, die – wenn auch im Titel sehr verhalten und irreführendbegründete Zweifel an der gegen Assad gerichteten Gräuelpropaganda  äußert. Rainer Hermann beruft sich auf glaubwürdige Augenzeugen, die die von den „Rebellen“ verbreitete Version als gänzlich falsch erscheinen lässt:

„Das Massaker von Hula hatte sich nach dem Freitagsgebet ereignet. Die Kämpfe setzten ein, als sunnitische Rebellen die drei Straßenkontrollen der syrischen Armee um Hula herum angriffen. Die Kontrollpunkte haben die Aufgabe, die alawitischen Dörfer um das überwiegend sunnitische Hula vor Anschlägen zu schützen.

Eine angegriffene Straßenkontrolle rief Einheiten der syrischen Armee zu Hilfe, die 1500 Meter entfernt eine Kaserne unterhält und umgehend Verstärkung schickte. Bei den Kämpfen um Hula, die 90 Minuten gedauert haben sollen, wurden Dutzende Soldaten und Rebellen getötet. Während der Kämpfe waren die drei Dörfer von Hula von der Außenwelt abgeriegelt.

Nach Angaben der Augenzeugen habe sich das Massaker in dieser Zeit ereignet. Getötet worden seien nahezu ausschließlich Familien der alawitischen und schiitischen Minderheit Hulas, dessen Bevölkerung zu mehr als neunzig Prozent Sunniten sind. So wurden mehrere Dutzend Mitglieder einer Familie abgeschlachtet, die in den vergangenen Jahren vom sunnitischen zum schiitischen Islam übergetreten sei. Getötet wurden ferner Mitglieder der alawitischen Familie Shomaliya und die Familie eines sunnitischen Parlamentsabgeordneten, weil dieser als Kollaborateur galt. Unmittelbar nach dem Massaker hätten die Täter ihre Opfer gefilmt, sie als sunnitische Opfer ausgegeben und die Videos über Internet verbreitet.“

Wie ich schon in den vorherigen Blogs erwähnt habe, ist die Religionszugehörigkeit der Opfer in diesem Fall ein entscheidender Hinweis auf die Täter und – wie vermutet – sind die Opfer in erster Linie Alawiten (wie Assad) oder Schiiten.

Sunnis werden nur umgebracht, wenn sie als „Verräter“ gelten (mehr dazu weiter unten).

Autobomben in Damaskus

Das passt haargenau zu jenem gründlich recherchierten Bild, das Seymour Hersh gezeichnet hat und über das ich im letzten Beitrag ausführlich berichtet habe: extremistische, fanatische Sunni-Kämpfer (inklusive „Al Qaeda“ und anderem kriminellen Gesindel), unterstützt von Geheimdiensten und indoktrinierten „Freiwilligen“ aus arabischen Ländern, wurden vom Libanon aus bzw. über die türkische Grenze nach Syrien geschleust, um durch geplante Terroranschläge Angst und Schrecken auszulösen und das Land in Chaos und Bürgerkrieg versinken zu lassen.  Die Massaker und Gräueltaten werden dann – getrieben von einer professionell koordinierten Medienkampagne – der syrischen Regierung angelastet, um einen MORALISCHEN Vorwand für ein „Eingreifen des Westens“ zu konstruieren – der in Wahrheit schon längst die Fäden im Hintergrund zieht!

Die USA, Saudi Arabien, die Golf-Emirate, aber auch Israel, die Türkei, Großbritannien und Frankreich stecken hinter diesen „Rebellen“ (die nichts mit der legitimen, friedlichen syrischen Opposition zu tun haben), und VON ANFANG AN mit Waffen ausgerüstet waren – „Assad hat auf friedliche Demonstranten geschossen“, das ist die „Big Lie“, die das ganze ins Rollen gebracht hat.

Die in der FAZ dargestellte Schilderung der Ereignisse in Houla – vor allem wer wirklich dahintersteckt und die dadurch implizierte Verlogenheit und falsche charakterliche Darstellung der „Rebellen“ in den Medien wird auch von anderen Journalisten bestätigt.

So z.B. der britische Journalist Alex Thompson, der folgendes auf seinem Blog veröffentlicht hat:

… Wir passieren die erste Straßensperre der „Freien Syrischen Armee“. Nach einer langen und staubigen halben Stunde Fahrt durch Olivenhaine kommen wir in Al Qusayr an […]

Die UN lässt sich für ein langes Treffen mit der zivilen und militärischen Führung nieder, die mich an die afghanische Shura erinnert. […] Draußen werden uns Granatsplitter gezeigt, damit wir sie filmen. […] Wir warten auf die UN, damit wir wieder fahren können – sie sind die einzige Möglichkeit einigermaßen sicher über die feindlichen Linien zu kommen. Doch unsere Deadline kommt immer näher, und da ist dieser wirklich nervige Typ, der behauptet er sei vom „Geheimdienst der Rebellen“ und nicht glaubt, dass wir  Visa von der Regierung haben.

Nach seiner Sicht sind ausländische Journalisten Leute, die vom Libanon illegal eingeschleust werden und sonst nichts. Wir passen nicht in dieses Profil. Er und seine Kumpane machen auch unserem Fahrer und  unserem Übersetzer Schwierigkeiten – ihre Ausweise aus Damaskus bzw. unsere Nummerntafel aus Damaskus machen sie Sache auch nicht leichter.

Das ist etwas Neues. Feindselig. Das ist nicht wie Homs oder Houla und die Besprechung der UN zieht sich noch immer in die Länge an diesem heißen Nachmittag […]

EINE FALLE UM ERSCHOSSEN ZU WERDEN?

Plötzlich winken uns vier Männer in einem schwarzen Auto, wir sollen ihnen folgen. Wir fahren hinter ihnen her. Sie führen uns aber zu einer anderen Strecke … sie führen uns – tatsächlich – geradewegs in eine „Feuer-frei“ Zone … die Freie Syrische Armee (Rebellen oder FSA) weist uns den Weg in eine Straße,  die in einer verlassenen Gegend plötzlich total blockiert istan diesem Punkt hören wir Schüsse … [die Straße war so schmal, dass man keinen U-Turn machen konnte, sondern einen Y-Turn, also rückwärts, vorwärts noch mal rückwärts, usw. bis sich das Fahrzeug in die entgegengesetzte Richtung gedreht hatte –man kann sich die Angst der Journalisten vorstellen, so ein Fahrmanöver unter Beschuss ausführen zu müssen]

Endlich hat sich der Wagen herumgedreht, wir geben Gas und suchen in der nächsten Seitenstraße Deckung … schon wieder eine Sackgasse … wir haben also keine Wahl und müssen dieselbe Route zurückfahren, die wir gekommen sind .. . Das schwarze Auto, das uns in die Falle gelockt hat, ist noch da. Sie brausen davon, sobald sie uns sehen.

Ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass die Rebellen uns absichtlich eine Falle gestellt haben, damit uns die Syrische Armee erschießt. Tote Journalisten sind ganz schlecht für Damaskus.

Diese Überzeugung wurde noch stärker, als eine halbe Stunde später unsere “vier Freunde“ in demselben schwarzen Auto plötzlich aus einer Seitenstraße kamen und uns dadurch von den UN-Fahrzeugen, die vor uns fuhren, trennten. […] Schließlich gelang es uns auch, herauszukommen und zwar auf der richtigen Route zurück nach Damaskus.

Bitte, glaubt nicht einen Moment lang, dass unsere Erlebnisse mit den Rebels in Al Qusair eine Ausnahme war. Heute Morgen erhielt ich folgenden Tweet: “Ich habe deinen Blog gelesen … mir ist es genauso ergangen in Al Zabadani …“

Das war von Nawaf al Thani, ein Anwalt für Menschenrechte und Mitglied der Beobachtermission der Arabischen Liga, die vor einigen Monaten in Syrien war. Da kommt man ins Grübeln … Wer sonst noch hatte diese Erfahrung als er versucht herauszufinden, was wirklich im rebellen-kontrollierten Syrien los ist … ?“

Man muss aber relativieren: die offiziellen “Meldungen” von Channel 4 (der Arbeitgeber von Thompson) verbreiten genau die gleiche Anti-Assad Propaganda wie die BBC, CNN uns unsere Medien. Auf dem Blog darf er die unangenehme Wahrheit erwähnen, im Fernsehen anscheinend nicht.

Auch russische Journalisten, die sich in Syrien aufhalten, bestätigen die Version der FAZ:

„Als die Rebellen einen Kontrollpunkt der Armee im Stadtzentrum nahe der örtlichen Polizeistation überwältigt hatten, begannen sie damit, alle Familien, die loyal zur Regierung sind in die umliegenden Häuser zu treiben, auch alte Menschen, Frauen und Kinder. Aus der Familie der Al-Sayed wurden viele getötet, darunter 20 Kinder, ebenso aus der Familie Abdul Razak. Die Menschen wurden mit Messern erstochen oder aus nächster Nähe erschossen.

Dann haben sie die Leichen der UN und der Öffentlichkeit als Bombenopfer der syrischen Armee präsentiert, was aber in keiner Weise anhand der Wunden verifiziert werden konnte.“                     (Marat Musin)

(Die Story wurde ja dann entsprechend geändert: es waren nun die mysteriösen „Shabab-Milizen“ – Gibt es die wirklich? – die die Menschen aus nächster Nähe getötet haben;  die Lügen sind variabel …)


Die „R2p“ Heuchler-Fraktion, die die „Neuordnung des Nahen Ostens and beyond“ sprich die totale wirtschaftliche Kontrolle über das ganze Gebiet von Nordafrika bis zum Kaukasus wollen (um Russland und China, aber notfalls auch die EU im Würgegriff zu haben) wird natürlich behaupten, russische Journalisten seien doch nicht „neutral“, da Russland mit Syrien verbündet sei.

Doch warum soll man dann unseren Journalisten mehr Glaubwürdigkeit zugestehen, wenn wir doch vor, während und nach dem Irakkrieg gesehen haben, wie diese „Medienschafe“ in die vorgeschriebenen Bahnen getrieben werden?  Der australische Ausnahme-Journalist John Pilger erzählte dazu folgende Anekdote:

Nach dem Zerfall der Sowjetunion begleitete ihn ein russischer Journalist zum ersten Mal nach Europa und nach Amerika. Als  er sich einen Überblick über die „führende“ westliche Presse- und Medienlandschaft gemacht hatte, sagte er:

„Mein Gott, ihr seid ja noch ärmer dran als wir es waren.“

Darauf Pilger: „Wieso das denn?  Wir haben doch Pressefreiheit.“

Antwort: „Wir wussten wenigstens, dass wir mit Lügen gefüttert werden, aber ihr glaubt ja immer noch, dass man euch die Wahrheit erzählt …“ 

Da kann man nur zustimmen und die erbärmliche Rolle unsere Medien bei der scheinbaren Legitimierung brutaler Angriffskriege scharf verurteilen. Eben durch praktiziertes Framing von morgends bis abends – Die Bombardierung und Zerstörung ganzer Städte als „humanitäres Eingreifen“ und (in Libyen) neuerdings als „Verantwortung zu schützen“ zu formulieren, dafür müsste man wirklich einen Top Orwell Award für sprachliche Manipulation und „manufacturing of consent“verleihen.

Die gleichen Leute, die seit Jahren eiskalt die Eskalation sektiererischer Gewalt in muslimischen Ländern planen und organisieren, die  SELBST  Terrorbanden finanzieren, ausrüsten und ausbilden, die Massaker an Zivilisten planen und durchführen (lassen), um diese Länder zu destabilisieren, ihre Regierungen zu stürzen und den Zerfall der Staaten in machtlose, geschwächte Provinzen vorantreiben, spielen sich als tief besorgte Moralapostel auf?

Und unsere Medien schlucken diese Lügen, weil sie selbst Opfer des Framings werden und  – dank Fließbandjournalismus und Agenturen „feeds“ alle das gleiche schreiben oder ist es ihnen einfach egal, was wahr ist?

LERNEN AUS DER GESCHICHTE?

Hitler war überzeugt davon, dass Deutschland den ersten Weltkrieg verloren hatte, weil England eine viel effektivere, skrupellose Propagandamaschinerie einsetzte – ganz Unrecht hatte er mit dieser Einschätzung nicht. Diese Erkenntnis führte dann dazu, dass die NSDAP ein bis dahin unerhörtes Propagandasystem aufbaute, um die eigene Aggression als notwendige Verteidigung für ein höheres Ziel darzustellen und damit auch noch Begeisterungsstürme beim Volk auszulösen ….

„Der Widerstand gegen Krieg ist in modernen Nationen so groß, dass jeder Krieg* als Verteidigung gegen einen bösartigen, mörderischen Aggressor erscheinen muss. Es darf keinerlei Zweifel daran geben, wen die Öffentlichkeit hassen muss.“

Zitat von Harold Lasswell (US-Politikwissenschaftler 1902-1978), dessen Bücher bis heute die Kommunikationsstrategie der USA und anderer Staaten beeinflussen)

Für ihn war Propaganda ein legitimes Werkzeug, mit dem eine „demokratische“ Regierung die Zustimmung der Bürger – für alles – erlangen konnte. Das „Volk“ war für ihn ohnehin nicht in der Lage, selbst über sein Schicksal zu bestimmen und musste entsprechend bevormundet und getäuscht werden, damit das „Richtige“ getan wird …

… mit diesem Gedanken … zurück zur Gegenwart:

In Deutschland ist der SPIEGEL wieder Anwärter auf den ersten Preis als willfähriges Vehikel für strategisches „storytelling“, dass den Framing-Effekt („Assad das Monster, gegen das mit sich – mit  allen Mitteln – wehren muss) noch verstärken soll:

Der Spiegel interviewt einen Mann mit dem Namen „Hussein“, der kein Problem damit hat, Menschen den Hals durchzuschneiden.

Wieso auch? „Sie haben es doch verdient“ weil sie „Verräter sind“ (pro-Assad) oder weil sie selbst „Verbrechen begangen haben“ (wofür es keinerlei Beweise gibt, außer der Behauptung von Hussein und der ist selbst „nur ein Opfer“, weil er angeblich gefoltert wurde, Angehörige getötet wurden, usw.

Er will sich doch nur rächen. Und wenn er (und seine Mordkumpane) es nicht tun, wer zieht dann die „Bösen“ zur Rechenschaft? Hussein ist es auch egal, ob die „Geständnisse“ seiner Opfer durch Folter erzwungen wurden, oder dass sie Todesangst hatten und vor ihm knien mussten. Er nahm einfach sein Messer und schnitt seinen Opfern die Kehle durch.

Der Spiegel weiß auch (woher?) zu berichten, dass es von dieser Sorte Männer, die im Namen der syrischen Revolution töten „nur eine Handvoll“ gibt“ und dass sie das Foltern anderen überließen. „Sie tun die hässliche Arbeit“ sagt Hussein (Hals durchschneiden ist nach dieser Logik eine „schöne oder normale Arbeit“).

FRAMING ALARM  („calculated emotional appeals through demonization”)

Damit wir auch gleich Mitleid für diesen vierfachen Mörder empfinden, weist der Spiegel darauf hin, dass dieser „Hussein“ sich derzeit in einem Krankenhaus in Tripoli befindet. Der arme Kerl wurde durch einen Granatsplitter im Rücken verletzt, als die syrische Armee im März eine Bodeninvasion durchführte.

Unter der  grandios-dämlichen Überschrift „Wie die Rebellen ihre Unschuld verloren“ konstruiert der SPIEGEL einen „menschlich- ergreifenden“ Kontext für die Grausamkeit der Rebellen-for-Hire, die Insidern aus dem Irakkrieg bekannt vorkommt:

„Soldaten und Banditen, die das Regime angeheuert hat, töten Männer, verstümmeln Kinder und vergewaltigen Frauen. Wenn wir es nicht tun, wird niemand diese Verbrecher zur Rechenschaft ziehen.“

[Gibt es Beweise für diese schweren Anschuldigungen? Verifiziert der Spiegel sie? Nein. Alle Meldungen über Gräueltaten kommen von den „Rebellen“ selbst und werden durch ständigen „Nachschub“ in den Medien  in ihrem Framing-Effekt noch gesteigert. Im Moment sind wir schon auf der Stufe, dass Assad „Kinder foltern lässt“.

Beachten Sie die toten Kleinkinder am Boden …

Das erinnert mich an den ersten Weltkrieg, wo Gräuelpropaganda die Deutschen als unfassbare Barbaren darstellte: So wurde behauptet „die deutschen Soldaten hacken belgischen Babys die Hände ab“  „ …. schneiden belgischen Frauen die Brüste ab“ sie wurden als „Hunnen“ und Unmenschen hingestellt, gegen die man sich wehren musste; jeder, der gegen den Kriegseintritt der USA war, wurde somit automatisch als Unterstützer dieses „barbarischen Regimes“ hingestellt … Kommt uns das bekannt vor?

Zurück zum SPIEGEL  Artikel:

Die Rachegelüste hatte ich ja schon erwähnt. Dass Rache an sich keine Legitimation zum Töten ist, sondern eher auf eine primitive Gesinnung schließen lässt, daran sollen wir gar nicht denken. Das angebliche Martyrium des Halsdurchschneiders soll bei uns sogar Empathie aufkommen lassen:

„Ich wurde zweimal verhaftet, 72 Stunden lang gefoltert. Sie haben mich an den Händen aufgehängt, bis meine Schultergelenke krachten. Sie haben mich mit heißen Eisen verbrannt. Na klar, will ich mich rächen.“

Ob das wahr ist, wissen wir nicht,  (zynischer aber notwendiger Kommentar: die Schultergelenke und Handgelenke  scheinen voll funktionsfähig zu sein, sonst könnte er niemand den Hals durchschneiden) aber angenommen es wäre so gewesen:

Dass seine eigene Truppe auch foltert, tut hier natürlich nichts zur moralischen Sache. Pauvre Hussein hat auch drei Onkel verloren, alle vom Regime ermordet – und – das darf nicht fehlen, wenn Krokodile weinen – natürlich sind auch fünf Kinder dabei getötet worden. Quelle horreur.  „Diese  Mörder verdienen keine Gnade.“

Doch, was den SPIEGEL wirklich erschaudern lässt, ist die Aussage “Husseins” über die “Natur seiner Gesellschaft”:

Kinder in Frankreich wachsen auf mit Französisch und lernen es perfekt zu sprechen. Aber wir Syrer wuchsen auf mit der Sprache der Gewalt. Wir sprechen sonst nichts.“

Welcher „Rebell“ der wirklich eine Demokratie aufbauen will, gibt solche Sätze von sich? Und was hat das Ganze mit Frankreich zu tun? Frankreich als friedliche Kulturnation, die keine Gewalt kennt? Soll das ein Witz sein? Hat ihm der französische Geheimdienst solche Phrasen eingetrichtert?

Frankreich hat einiges vorzuweisen, wenn es um Folter und Grausamkeit [man hat sogar ein Handbuch dafür herausgegeben] geht, denken wir nur an Algerien oder Indochina: Dazu schreibt Wikipedia u.a. (über den französischen Offizier und Autor des o.a. Buches La Guerre Moderne):

[Er entwickelte die] „Methoden der „modernen Kriegsführung“ (total und brutal auch besonders gegenüber derZivilbevölkerung) sowie deren verdeckte Finanzierung durch Drogenhandel. Amerikanisches Personal wurde, vereinzelt ab 1954, systematisch seit ca. 1961, in seinen Terror- und Foltermethoden unterwiesen, die in modifizierter Form bis heute die Grundlage derartiger Maßnahmen in der Aufstandsbekämpfung bilden.

Diese „Methoden“ können in modifizierter Form natürlich auch zum Schüren eines Bürgerkrieges verwendet werden, diesmal ist es nicht „counterinsurgency“ [Unterdrückung eines Aufstandes durch systematischen Terror] sondern „remote-controlled-insurgency“ – die „Salvadorianische Option“ im neuen Gewand …

Am Ende gibt es im SPIEGEL- Artikel eine kleine Prise Kritik, aber auch nur, weil HRW die brutale Selbstjustiz der Rebellen als schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen (Hervorhebung im SPIEGEL als „Zitat“ spricht Bände …) klassifiziert hat. Doch sofort wird wieder durch Verweis auf das Monster Assad moralisch relativiert: Er und seine verletzten „Kameraden“ (!) sprechen offen darüber, dass sie – wie die Truppen des Assad Regimes – foltern und töten. Die Kritik der Menschenrechtsorganisation sei demnach „unfair“:

„Wir kämpfen gegen Schlächter. Wir verteidigen die Leute. Wenn wir sie fangen, müssen wir hart zuschlagen.“

Die perfide Logik des „War on Terror“ entpuppt sich als „War of Terror“ und noch etwas fällt auf …

Hören wir da nicht den zionistisch-USraelischen Apologeten-Aggressions-Kanon ganz deutlich heraus, den Golda Meir seinerzeit so auf den Punkt brachte:

Ich werde es den Arabern nie verzeihen, dass sie uns gezwungen haben, sie umzubringen!

(zitiert in Joel Kovel: Overcoming Zionism)

Mehr über Propagandamethoden, „false flag“ und „psyops“ im nächsten Beitrag …

Monster, Mörder & Moralapostel (2)

Wie im letzten Beitrag (am Ende) erwähnt, musste der italienische Fotograf Marco di Lauro entsetzt feststellen, dass sein Bild (aufgenommen am 27.März 2003 im Irak) für Anti-Assad Propaganda  missbraucht wurde.

Er kritisierte auch, dass der britische Sender es nicht der Mühe wert fand, die Quelle des Bildmaterials zu überprüfen.

Der betreffende „Report“ der BBC wurde mit den Worten zusammengefasst: „ Der Westen erhöht den Druck für eine Reaktion auf das Massaker in der syrischen Stadt Houla. Die USA verlangt ein Ende der, wie sie es nennt, „Bashar-Al-Assad Herrschaft durch Mord“.

LEKTION Nr.1: Staatlich angeordneter Mord an sich ist kein Problem, es kommt nur darauf an, WER ihn begeht.

Während die USA selbst in Pakistan, im Yemen, in Somalia, fast monatlich Menschen beliebig durch ferngesteuerte Flugkörper („Drohnen“) umbringen, das aber als ihr „gutes Recht“ empfinden, weil „die es verdient haben“, stellen sich Außenministerin Clinton und andere US-Vasallen  vor die Kamera um ihre moralische Empörung über Assads „mörderische Herrschaft“ zu erklären? Wie absurd und verlogen ist das?

Das Bild (ebenfalls von Marco di Lauro) unten wurde auch im Irak aufgenommen und zeigt die achtjährige Sara Ismaeel, die durch einen Raketenangriff der USA schwer verletzt wurde. Sie starb  am 13. April 2003 an Wundvergiftung im Chawadar Saddam Hospital.

Warum gingen diese Bilder nicht binnen Stunden um die Welt?

Weil hier andere Mörder am Werk waren, die ja „für den guten Zweck“ töteten? Weil man nicht pietätlos sein wollte? Warum werden die einen Opfer durch Schweigen der Medien „noch einmal begraben“ und die anderen Leichen als „Schocker“   global zur Schau gestellt? Ich denke die Antwort ist klar …

Auch CNN  hat (unwissentlich, aber fahrlässig?) „falsche“ syrische Aktivisten interviewt, um Assad zu dämonisieren: „Danny“ (der erst „kürzlich aus England zurückgekommen ist“) gibt vor einem Telefoninterview „Regieanweisungen“, wann „Schüsse und Explosionen“ im Hintergrund zu hören sein sollen . Wie authentisch ist das?

Im Interview (mit der weiblichen CNN-Journalistin) sagt er „die Situation ist wirklich sehr schlimm. Sie haben jetzt seit mehr als vier Stunden Bomben hochgehen lassen (eine Inszenierung, die ihn offensichtlich amüsiert, achten Sie auf seine Stimme und sein Gesicht, als er das sagt „they have been bombing for .. hours now…“ )

Obwohl niemand die Herkunft und Echtheit der Videos und „Meldungen“ aus Syrien  überprüft hat, werden sie von den Medien verbreitet – ihr Hauptzweck ist es ja „Stimmung zu machen“, also durch Manipulation der Wahrnehmung Emotionen und „Meinungen“ zu erzeugen, die den wahren Absichten der Gegner Assads (US, Israel, Saudi Arabien und die Golf-Emirate mit Unterstützung britischer und französischer Kräfte; Westerwelle schon unterwegs in den Golfstaaten?!!) dienlich sind.

Dabei werden auch verdächtige Ungereimtheiten nicht kritisiert: so hieß es zunächst, die Opfer in Houla seien durch Panzerangriffe der Armee umgebracht worden (UN: „tank shelling“), dann hätten „Augenzeugen“ gesehen, dass die Täter (keine Armeeangehörige, sondern „Milizen“ Messer benutzt hätten und schließlich seien die meisten Opfer durch Schüsse aus nächster Nähe getötet worden – was denn nun?

Doch während sich in der Indymedia  kritische  Stimmen mehren, erscheint  prompt ein militärischer “Augenzeuge” auf der Bildfläche: ein Major “Jihad Raslan“, zufällig beurlaubt und in der Gegend, als das Massaker in den Dörfern rund um Houla stattfand, der aus Abscheu nun desertiert ist und seine ergreifende Story  der britischen Presse erzählt hat.

Lektion Nr.2: „Ab heute wird zurückgeschossen“ oder die Kunst der Irreführung (Ursache oder Wirkung?)

Durch intensives „Framing“ wurde bereits erreicht, dass alle negativen Meldungen, fast automatisch Assad angelastet werden: von Ausbruch und Eskalation der Gewalt, dem Scheitern eines Waffenstillstandes, über das Scheitern eines „Friedensplanes“ bis zum unvermeidlichen offiziellen „Militärschlag“. Dass von Anfang an auf Polizisten und Regierungseinrichtungen Anschläge verübt wurden, dass hier von außen gesteuerte „Rebellen“ und Killerbanden mit der friedlichen und legitimen Opposition absichtlich in einen Topf geworfen werden, dass hier ein Bürgerkrieg geschürt werden soll; woher die Waffen der „Rebellen“ kommen und wer wirklich dahinter steckt, braucht nicht weiter untersucht werden. Gut gegen Böse, Schwarz gegen Weiß, das reicht.

Die sprachlichen Formulierungen dienen dazu, dass der Leser eine Schlussfolgerung ziehen soll, die schon vorher feststand und die heimliche Agenda unterstützt. In einer britischen Zeitung wird eine solche Story „platziert“, anderen übernehmen diese, schließlich entsteht ein „Echo-Effekt“: von allen Seiten hört man nur, was für ein Monster dieser Assad sei. Obwohl es keine Beweise dafür gibt, entsteht so eine “ hilfreiche Welle der Empörung“, die nicht mehr zu stoppen ist. (the same procedure mit  Milosevic, Saddam, Gaddafi, …)

Obwohl der Leiter der UN Untersuchungskommission Generalmajor Robert Mood, in einem Interview sagte, dass der Anschlag „unverzeihlich“ sei, aber man nicht wisse, wer dafür die Schuld trägt, wird weiter insinuiert, dass Assad dahinter steckt. Mood fügte hinzu: „Ich habe vor Ort in Syrien eins gelernt: keine voreiligen Schlüsse ziehen ..“ (dieses Zitat wurde kaum veröffentlicht)

Das ist also  in den meisten Fällen der Journalismus der uns heute geboten wird:

Bestenfalls unkritisches Verbreiten von Greuelpropaganda und grobe journalistische Fahrlässigkeit , im schlimmsten Fall  aktive Mitwirkung der Medien als politisches Instrument der Desinformation, um die Zerstörung eines Staates und seiner Regierung durch äußere Kräfte als legitime „Rettungsaktion“ zu präsentieren.

(Gestern hatte ich wieder einen Anfall von Info-Masochismus und schaute (teilweise) die „Anne Will“ Talkshow zum Thema Syrische Massaker … die Frau hat Null Ahnung, worum es hier wirklich geht und betreibt hier übles „infotainment“ … und die Auswahl der Gäste? Mit Ausnahme von Herrn Scholl-Latour lauter empty suits … der Gipfel: ein Bild-Reporter als moralische Instanz ..na dann, Gute Nacht Deutschland …)

Die „Ankläger“, die moralisch  Empörten, die den meisten politischen Druck machen, sind selbst die „Verbrecher“. Zu absurd, eine Verschwörungstheorie? Keineswegs. Es gibt ja historische Präzedenzfälle, hier nur ein paar Beispiele:

Wir (US-Geheimdienste und andere) planen Verbrechen (im Ausland) und schieben es dann der Regierung in die Schuhe, die wir loswerden wollen und dabei treten wir noch als moralische Instanz auf?

Kein Problem. Denken wir doch an die Zeit des kalten Krieges, als Präsident Kennedy im Amt war und sich weigerte „Operation Northwoods zu genehmigen.  Damals wollte man die selbst geplanten Verbrechen im In- und Ausland  Fidel Castro in die Schuhe zu schieben und schreckte sogar nicht davor zurück, innerhalb der USA Menschen zu töten.

Lektion Nr.3: COUNTERINSURGENCY – Terrorists Made in USA

In den 1980er Jahren finanzierte und trainierte die CIA „Todesschwadronen“ “ (u.a.) in Lateinamerika, um „kommunistische“ Politik zu unterbinden und Regime zu fördern, die dem grenzenlosen Macht- u. Profitstreben der US-Konzerne nichts in den Weg legten, auch wenn dadurch die Bevölkerung in Armut und Elend versank. Dabei wurden hundertausende Menschen gefoltert und auf grauenvolle Weise getötet.  Kaum jemand wurde dafür – bis heute – zur Rechenschaft gezogen.

Auch vor der Ermordung eines Erzbischofs während der Predigt am Altar schreckte man nicht zurück. Der  Unterschied zur Situation in Syrien bestand darin, dass man damals GEGEN die Opposition, also die „Rebellen“ aus dem Volk kämpfte, und FÜR die Erhaltung korrupter Regime mit brutalen Diktatoren.

Letztere werden natürlich auch heute noch bevorzugt, so lange sie den geopolitischen Interessen des „Masters“ nicht im Wege stehen, können sie Menschenrechtsverletzungen begehen, so viel sie wollen (siehe z.B. die brutale Niederschlagung der Proteste in Bahrain, wo sogar Ärzte ins Gefängnis gingen, weil sie „Rebellen“ medizinisch versorgt hatten).

Dann die Medienkampagne gegen Hugo Chavez: Die privaten (im Dienst der reichen Oligarchen stehenden) Medien in Venezuela begannen Chavez als geisteskrank, größenwahnsinnig und schließlich als „Terrorist“ darzustellen, der sein Volk unterdrücke, die Pressefreiheit verhindere (er weigerte sich, einigen Sendern die Lizenz zu verlängern, nachdem sie zu seiner Ermordung aufgerufen hatten) und als Höhepunkt der Dämonisierung wurde „gezeigt“ , wie seine Schergen in die protestierende Menge friedlicher Demonstranten feuern, bis sich herausstellte, dass die ganze Inszenierung eine von der CIA gesteuerte „psy-op“ war (der „regime change“ Plan misslang, weil die (arme) Bevölkerung sich massiv hinter den Präsidenten stellte und auch das Militär zu weiten Teilen nicht mitspielte …) Chavez hatte es sich auch mit Bush jun. verscherzt, als er  Bilder getöteter Kinder in Afghanistan in die Kamera hielt und sagte: „Man kann „Terror“ nicht mit noch mehr “Terror“ bekämpfen.

Hier ein Videoauschnitt dazu:

Eine umfassendere, sehr authentische  Dokumentation zweier spanischer Journalisten (die während des versuchten Staatsstreiches im April 2002 in Venezuela waren) gibt es hier.

Das Argument, solche Massaker  durch  „Stellvertreter“  (proxies – also indoktrinierte, fanatische Banden wie Al Qaeda und skrupellose „Spezialkräfte“) zu begehen  , um  damit – FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT UNSICHTBAR – die eigenen Ziele zu realisieren,  könne man nicht einmal den US-Geheimdiensten oder der US-Regierung zutrauen, ist also fehl am Platze ebenso der  semantische Immunisierungsversuch (gegen kritische Hinterfragung) mit dem Stigma-Wort „Verschwörungstheorie“.

Die Non-Konformisten sollen so als dämliche Spinner eingestuft werden, die man einfach nicht ernst nehmen kann.

In dem (teilweise fiktiven) Film von Oliver Stone über die Ermordung JFKs, gibt es eine Szene, in der sich der von Kevin Costner gespielte Staatsanwalt mit einem ehemaligen Geheimdienstmann in Washington trifft. Sie unterhalten sich über die Hintergründe der Ermordung Kennedys … Der CIA-Mann sagt:

Not the HOW, the WHY is most important…“  Precisely.

Aber zurück zu Syrien und der Gegenwart, eine andere Version  der Ereignisse sagt folgendes:

Die Leute wurden niedergemetzelt, weil sie Anhänger Assads waren oder sich weigerten, mit den Rebellen gemeinsame Sache zu machen. Der brutale Mord an den Kindern lässt sich aber wohl nur durch fanatische Indoktrination erklären und da fallen einem zunächst die Salafisten ein („Al Queda“ kommt auch aus dieser Ecke), die ja auch in der Lage sind, Leuten den Kopf abzuhacken usw.

Zu welcher Religionsgruppe gehörten die Opfer? Waren sie Sunni, Shia, Christen oder Alawiten? Als Menschen sind alle gleich viel wert, aber die Beantwortung dieser Frage lässt natürlich Schlüsse auf die Täter  zu …

„Die Leute in der Gegend um  Houla hatten eine gute Beziehung zu den syrischen Soldaten. Die Terroristen kamen … und sagten den Anwohnern, sie müssten entweder syrische Soldaten töten oder sie würden selbst getötet. Das regionale Krankenhauses in Houla wurden in Brand gesteckt, weil dort syrische Soldaten behandelt worden waren.“ (Zitat aus einem arabischen Blog)

„Bestätigt“ wird diese Version auch durch dieses Video, das RT ausgestrahlt hat: (vor dem Mikrofon der politische Analyst Dr. Ibrahim Alloush)

Er sagt u.a. folgendes: „Wenn Sie mich nach dem Massaker fragen, dann sage ich ihnen, … dass es die bewaffneten Banden waren …“

Er sagt auch, dass die Rebellen Angriffe auf Straßensperren der syrischen Armee machten, und das Krankenhaus in Brand setzten. Dann gingen sie in die Häuser und brachten die Menschen um … von denen einige dafür bekannt waren, dass sie Assadanhänger waren … es macht also keinen Sinn, die syrische Armee zu beschuldigen ..“

Zu beachten sei auch der Zeitpunkt, an dem diese „Greueltaten“ stattfinden und sofort publiziert werden. Das „Timing“ sei sehr aufschlussreich:

Diese Leute wollen keine politische Lösung, sondern ein internationales Eingreifen in Syrien unter dem Vorwand des Massakers. Finden Sie es nicht komisch, dass jedes Mal,  wenn sich ein UN-Vermittler in Syrien aufhält (oder er etwas untersuchen soll), oder eine diplomatische Lösung möglich erscheint, dann diese „Massaker“ passieren? [Das Februar Massaker in „Homs“ fand kurz vor einer Versammlung des UN-Sicherheitsrates statt, andere Greueltaten während des Besuches von Kofi Annan .. wer profitiert von diesem „Timing“? Sicher nicht Assad…)

Es ergibt doch keinen Sinn, dass die syrische Armee diese Massaker begeht (dann müsste sie wohl die militärische Kontrolle über das Gebiet haben), sich dann zurückzieht und Rebellen in aller Ruhe Fotos und Filme dieser Greueltaten machen lässt?

Diese Verbrechen werden von den bewaffneten Banden selbst begangen, die von außen unterstützt werden, von den GCC-Ländeern, der Nato, insbesondere der Türkei [die Rolle der Türkei müsste näher untersucht werden].

Henry Meyer and Stephan Kravchenko von Bloomberg zitieren den syrischen Botschafter in Russland mit den Worten:

Das Hauptzweck des Massakers ist den Annan-Plan scheitern zu lassen und eine militärische Intervention zu provozieren.“

Die BBC (und andere News-Redaktionen) mögen das gestohlenes Foto wieder entfernt haben, doch der (gewollte) Schaden ist angerichtet: syrische Diplomaten wurden ausgewiesen, die Isolation des Landes verstärkt und diese „Journalisten“ haben brav mitgespielt. Was für eine erbärmliche Show wird uns hier geboten?

Die Quelle für die Berichte über (Assads angebliche) “Greueltaten” ist meistens das Syrian Observatory for Human Rights, ein Propaganda-Outlet mit Sitz in London, dessen Glaubwürdigkeit gegen Null tendiert, wenn man genauer hinschaut:

Dieses SIHR ist in England nicht offiziell registriert: weder als Unternehmen, wissenschaftliche Institution noch als gemeinnützige Einrichtung. Es hat keine Büroräume, keine Angestellten, aber der „Direktor“ Rami Abdulrahman schwimmt im „Spendengeld“. Seine Informationen kommen, nach eigenen Angaben, von einem Netzwerk syrischer „Aktivisten“. Seine Homepage besteht aus einer einzigen Seite, aber Al-Jazeera (das dem Emir von Katar gehört, der auch zur Anti-Assad Fraktion zählt) beherbergt einen „live-blog“ vom ersten Moment, in dem die Proteste in Syrien ausbrachen.

Dass Journalisten von Al Jazeera (die arabische, nicht  die englische Variante) aus Protest gegen Manipulationen zurückgetreten sind, braucht man auch nicht zu wissen.

Der von der Brookings Institution [pro-israelisches Saban Center]  vor einiger Zeit veröffentliche „Ratgeber“ „Welcher Weg nach Persien?“ führt verschiedene „Optionen“ für „regime change“ im Iran an und bewertet ihre Machbarkeit und ihre Erfolgschancen. Darin heißt es im dritten Abschnitt u.a.: (Inzwischen gibt es ein ähnliches Werk auch für Syrien)

Ein Aufstand ist oft leichter aus dem Ausland zu schüren und zu unterstützen …. Verdeckte Förderung einer Rebellion würde ein Abstreiten der [Einmischung der] USA plausibler machen … weniger diplomatischen und politischen Staub aufwirbeln … als wenn man eine direkte, militärische Aktion durchführte. Sobald das Regime einen schweren Schlag erhält [wie ein unterstelltes Kinder-Massaker], ergibt sich eine Möglichkeit zu handeln.“

[Die schon lange geplante] militärische Intervention würde so in den Medien als notwendige “letzte Option” erscheinen, nachdem alle anderen Mittel [UN-Friedensplan, Waffenstillstand, etc.]versagt hätten. Die „internationale Gemeinschaft“ würde dann zum Schluss kommen, dass das Assad-Regime es sich selbst zuzuschreiben hätte, weil er seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen [und eben ein Schurke] sei.

Subversive Aktivitäten, die zum Sturz einer ausländischen Regierung führen und für die dortige Bevölkerung  schwerwiegende Folgen haben, bis zu einem eskalierenden Bürgerkrieg, werden hier  präsentiert wie eine ganz normale  „To-DoList“: (man stelle sich vor, Iran oder Syrien würde so etwas in den USA planen … da wäre die Hölle los)

  • „Finanzierung und Organisationshilfe für die Opposition, unter Einbindung „unzufriedener“ Ethnien“
  • „Eine „effektive Opposition“ aufbauen, mit der man dann eine „alternative Führung“ erschafft, die die Macht ergreift“
  • „Direkte oder indirekte Ausstattung dieser Gruppen“ mit allen dafür notwendigen Werkzeugen, von Faxgeräten und Internetzugang bis hin zu Waffen: Die CIA könnte sich um diese Dinge kümmern (Ausrüstung und Training), wie sie sie es seit Jahrzehnten in der ganzen Welt getan  hat …“
  • Schulung über effektive Nachrichtenübermittlung („messaging“)
  • Eine Story zu konstruieren, in der Mängel des Regimes durch US-gesponserte Medien aufgeblasen werden, und  unbekannte Kritiker prominent werden:
  • „Die Diskreditierung des Regimes durch zentrale  „Meinungsmacher“ ist entscheidend  für dessen Zusammenbruch.“
  • Die Schaffung eines großzügigen Budgets zur Finanzierung eines weiten Spektrums zivilgesellschaftlicher Aktivitäten (z.B. ein 100 Millionen Dollar Fonds, mit dem Think Tanks, bzw. deren  Forschungsprojekte  zum Thema „Iran“ oder „Syrien“ finanziert werden)
  • „Die Nutzung eines Landkorridors in einem Nachbarstaat um „eine Infrastruktur für Supportoperationen entwickeln zu können“ (dieser Staat  ist im Falle Syriens die Türkei).

Die Washington Post deckte im April 2011 auf, dass die USA syrische Oppositionsgruppen im Ausland mit Millionen unterstützt hat. Dazu gehört auch die Organisation “Movement for Justice and Development“ in London (die der Muslimbruderschaft nahesteht) und Orwell’sche Projekte wie die “Middle East Partnership Initiative” die von einem “Democracy Council“ gemanagt wird.

Hier ist eine Stimme des christlichen Klerus in Syrien, die auch begreift, dass hier die Medien ein Zerrbild Assads verstärken, während der Charakter und die Motive seiner Gegner nie hinterfragt werden.

Fortsetzung folgt …

die( Vorfälle in Syrien wurden (nachweislich) schon vor Jahren geplant … im Rahmen einer „Neuordnung“ des Nahen Ostens, eine politische Fragmentierung jener Staaten, die sich nicht der hegemonialen „Ordnung“ fügen wollen: Chaos, Terror, Massaker, Bürgerkrieg nicht als schreckliche, bedauerliche Konsequenz, sondern als Ziel  einer Politik von Irrsinnigen …