UNMENSCHLICH (2): Blut & Boden

War is PeaceIm zweiten Teil zum Thema  „Apartheid-Israel“ (wie konnte es dazu kommen) werden folgende Punkte  behandelt:  Politischer Hintergrund der Teilung Palästinas (im historischen Kontext)  und  ein Blick auf die Rolle der zionistischen Organisationen.

 1 POLITISCHER / HISTORISCHER HINTERGRUND

Die Grenzen Palästinas  gehen zurück auf das geheime Sykes-Picot Abkommen zwischen England und Frankreich, mit dem die Gebiete des ehemaligen ottomanischen Reiches nach dem ersten Weltkrieg aufgeteilt wurden.

Gleichzeitig hatten die Briten aber den Arabern die Unabhängigkeit versprochen, wenn sie zum Sturz des Ottomanischen Reiches  beitragen. Der Konflikt, den die Schaffung eines „Judenstaates“ im Herzen der arabischen Welt auslöste, geht zurück in das Jahr 1922, als der „Völkerbund“ Großbritannien („his Britannic Majesty“) das Mandat für Palästina zuwies und damit die Verpflichtung, „die politischen, administrativen und ökonomischen Bedingungen“ herzustellen, die die Schaffung einerjüdischen, nationalen Heimat“ garantieren sollen. (Von einem „Staat“ steht dort allerdings nichts)

Die Lippenbekenntnisse zur Förderung der „Unabhängigkeit“ der arabischen Länder (die man als Gegenleistung für den Kampf gegen den türkischen Sultan den Arabern versprochen hatte) sollten nur darüber hinwegtäuschen, dass der Imperialismus 1918 nicht untergegangen war, sondern nur andere Formen angenommen hatte.

Der Artikel 15 des Mandates verpflichtet die britische Verwaltung dafür zu sorgen, dass „alle Formen religiöser Verehrung“ ohne Einschränkung erlaubt sind (solange Moral und öffentliche Ordnung nicht gefährdet sind) und dass es „keinerlei Diskriminierung zwischen den Bewohnern Palästinas auf Basis von Rasse, Religion oder Sprache“ geben darf.

Die Einbindung der Formulierungen aus der Balfour-Deklaration (das Versprechen, „die Errichtung einer nationalen Heimat/Heimstätte  für das jüdische Volk“ und demgemäß die stetige Einwanderung von Juden und eine jüdische Verwaltung zu fördern) führen dieses Verbot der Diskriminierung aber ad absurdum. Denn das Ziel der Zionisten war ja, die arabischen Einheimischen – mit allen Mitteln – von einer klaren Mehrheit zu einer Minderheit zu machen, damit ein „jüdischer Staat“ entstehen konnte.

SEGEV Palästina unter MandatEine sehr anschauliche Schilderung der britischen Mandatszeit  findet man im Buch des israelischen Historikers Tom Segev (Bild).

Die britische Regierung, warf nach mehreren Terror-Anschlägen (u.a. Ermordung von Kolonialminister Lord Moyne) durch zionistische Untergrund-Organisationen und einer zunehmenden Radikalisierung der beiden Lager das Handtuch und übergab das selbst-geschaffene Problem in Palästina nach dem zweiten Weltkrieg der UNO.  Diese schickte eine Kommission, um die Standpunkte bei Juden und Palästinensern auszuloten. Letztere weigerten sich, zu kooperieren (weil sie die geplante Teilung nicht dadurch legitimieren wollten) und die Zionisten zogen alle PR-Register, um die Wahrnehmung der Kommission in die richtige Bahnen zu lenken. Ergebnis:

DER TEILUNGS-BESCHLUSS der UN-GENERALVERSAMMLUNG (UNGA Res. 181 (II) von 1947

Wie dieser zustandekam, ist eine eigene, düstere Geschichte (siehe z.B. Alison Weir, Kapitel 10)  und kann hier nicht näher erörtert werden, doch er war die Konsequenz einer Untersuchungs-Kommission (UNSCOP), die nach einem Besuch in Palästina (währenddessen „zufällig“ das emotionale Flüchtlingsdrama der „Exodus“ (Schiff mit jüdischen Flüchtlingen) von den Zionisten medial inszeniert wurde)  zu dem Schluss kam, dass nur eine Teilung des Landes in einen jüdischen und einen arabischen Staat eine weitere Eskalation der Gewalt verhindern konnte (ein gewaltiger Trugschluss).

DER IRRSINN (DAS MÄRCHEN VON DER „HEIMKEHR“)

Jerusalem 1936

Jerusalem 1936

Man kann nicht in einem orientalischen Land eine künstliche „Heimat“ für importierte Zionisten aus Europa schaffen, die auf ihr eingebildetes „Rückkehrrecht“ in ein – seit Jahrhunderten islamisch-arabisch geprägtes Land – pochen, aber gleichzeitig ihre „Höherwertigkeit“ als Europäer und das „Auserwähltsein“ als Juden betonen.

Das mit der „Rückkehr zu den  antiken Wurzeln“ (bzw. die „jüdische Identität“ könne sich nur in „Eretz israel“ entfalten) ist unhaltbar, denn die „Ashkenaze“-Juden aus Osteuropa (die einen Großteil der Einwanderer ausmachten) sind höchstwahrscheinlich Nachkommen der asiatischen Khazaren (die zum Judentum konvertierten) und keine Semiten, also nicht die Nachkommen eines antiken Volkes aus Palästina. Dazu schrieb Arthur Köstler 1976 in seinem Buch Der Dreizehnte Stamm u.a.:  (Hervorhebung von mir)

Die Beweise, die in den vorangegangen Kapiteln gezeigt wurden, verleihen den Argumenten moderner Historiker (egal ob österreichisch, israelisch oder polnisch) enormes Gewicht, die unabhängig von einander zum Schluss kommen, dass der Großteil der modernen Juden nicht aus Palästina sondern aus der Kaukasus-Region stammt. Der breiteste Strom der jüdischen Migration floß nicht vom Mittelmeer über Frankreich und Deutschland nach Osten und wieder zurück. Er floß ständig in Richtung Westen, vom Kaukasus über die Ukraine nach Polen und dann nach Zentraleuropa. Als diese einmalige Massenwanderung nach Polen stattfand, gab es gar nicht so viele Juden im Westen, um diese zu erklären, doch im Osten war eine ganze Nation aufgebrochen. […] Dementsprechend ist der Beitrag der Khazaren zum genetischen Make-up der Juden erheblich und sehr wahrscheinlich bestimmend.“ (Kapitel 8)

 In Kapitel 1 schreibt Köstler (im Kontext des „Holocausts“, von dem die von ihm zitierten Quellen noch nichts wussten):

 Das würde bedeuten, das ihre Vorfahren nicht vom Jordan sondern von der Volga kamen, nicht aus Kanaan sondern vom Kaukasus, wo man den Ursprung der Aryschen Rasse vermutete; und dass sie genetisch enger verwandt sind mit den Hunnen, Uiguren und Magyar-Stämmen als mit den Abkömmlingen von Abraham, Isaak und Jakob. Sollte sich das als richtig herausstellen, dann würde der Begriff „Anti-Semitimus“ keine Bedeutung mehr haben, gegründet auf einem Missverständnis der Mörder [Nazis] als auch ihrer Opfer.

Die Geschichte des Khazarischen Reiches, wie sie sich langsam herauskristallisiert, sieht immer mehr wie der grausamste Scherz aus, den sich die Geschichte je erlaubt hat.

Dieser „grausame Scherz“ bildet aber bis heute die Grundlage der zionistischen Behauptung von einem „biblischen Recht auf das Land Israel“.  (Übrigens der arabische Name für das Kaspische Meer ist bis heute „Bahr-ul-Khazar“)

Köstler kommt nach intensiver Recherche (wie später auch Shlomo Sand) zu der Erkenntnis: Es gibt keine jüdische Rasse.

Nicht nur das, durch die vielen  (z.T. erzwungenen) „Völker-Wanderungen“ im Lauf der Geschichte entstand eine gewaltige genetische Vermischung, sodass man (auch) bei „Juden“ Merkmale von allen möglichen Völkern findet. Zu diesem Ergebnis kamen zahlreiche anthropologische Untersuchungen, auf die Köstler sich bezieht.

Walter Guiness Lord MoyneAuch Lord Moyne (der damalige britische Kolonialminister, der 1944 von zwei jüdischen Extremisten in Kairo ermordet wurde – die Attentäter wurden verurteilt, gehenkt, später nach Israel überführt und erhielten dort ein feierliches Staatsbegräbnis) betonte in seiner Rede vor dem britischen Parlament am 9. Juni 1942, (>Abs. 197) dass der diesbezügliche Anspruch der Zionisten (das Land stehe ihnen zu)  auf sehr wackeligen Beinen steht –

 „…Anthropologen sagen uns, dass die Juden seit Beginn der Diaspora sich stark mit den Nicht-Juden vermischt haben … (im Fall der  Ashkenazim-Juden durch Vermischung mit slawischem Blut). Die zionistische Bewegung stammt hauptsächlich von diesen Juden aus Polen und Osteuropa.“

– und  dass weder die Balfour Declaration noch das Mandat eine Ermächtigung dafür sei, gegen den Willen der arabischen Bevölkerung aus Palästina einen Judenstaat zu machen

Lord Moyne sagte dann auch, dass die Forderung der Zionisten (man müsse nach dem Krieg weitere 3 Millionen Juden in ein bereits überbevölkertes (im Verhältnis zum fruchtbaren Teil des Landes) Palästina bringen), unrealistisch sei – „als ob man 1,5 Liter in ein Gefäß schüttet, das nur einen halben Liter Fassungsvermögen hat“ und, dass eine solche, massive Einwanderung ein katastrophaler Fehler wäre.

Eine wesentlich geringere Einwanderungsquote hat zu den schweren Unruhen zwischen 1936 und 1939 geführt und gezeigt, dass die Araber, die seit 50 Generationen in Palästina gelebt und ihre Toten dort begraben haben, ihr Land und ihre Selbstbestimmung nicht freiwillig zugunsten der Juden aufgeben werden“.

Die Zionisten betrachteten die (vernünftige) Begrenzung der Einwanderung durch die britischen Behörden als Verrat (die Rechte der arabischen Einheimischen waren ihnen völlig egal) und konzentrierten ihre politischen Einfluss und ihre Propaganda immer mehr auf Amerika (siehe Alison Weir).

Premierminister Churchill, der die Zionisten eigentlich unterstützt hatte, sagte nach der Ermordung von Lord Moyne (mit dem er befreundet war):

„If our dreams for Zionism are to end in the smoke of an assassin’s pistol, and the labours for its future produce a new set of gangsters worthy of Nazi Germany, then many like myself will have to reconsider the position we have maintained so consistently and so long in the past„.

DER ZIONISTISCHE FANATISMUS (der „jüdischen“ Identität)

 quote from Perfidy - Hecht

Dieses Fragment aus dem Roman „Perfidy“ von Ben Hecht (der mit der Kollaboration zionistischer Führungspersönlichkeiten (in Ungarn) mit den Nazis abrechnet) verdeutlicht nach meiner Ansicht das Dilemma, das viele (integrierte) Juden durch den Zionismus zu spüren bekamen: die verordnete, kollektive und nationale „jüdische Identität“ war nicht authentisch, entsprach nicht den Empfindungen, die man wirklich hatte.

Ich finde es schwer, ein Jude zu sein. Es gibt mir das Gefühl, untreu geworden zu sein. (Bezogen worauf?) Gegenüber all dem, was ich zu sein glaubte.“

(Bittere Ironie der Geschichte: Hans Herzl, der Sohn des Begründers des Zionismus, Theodor Herzl,  war eher ein „Anti-Zionist“; er konvertierte 1924 zum Christentum und beging  sechs Jahre später Selbstmord).

Der zunehmende Fanatismus, mit dem die Zionisten  seit den 1890er Jahren mit allen Mitteln ein „jüdisches Volk und eine jüdische Nation“ konstruierten (in einer Zeit  zunehmend „nationaler“ Bewegungen in Europa verständlich aber mit fragwürdigen Methoden) lässt sich vielleicht im Kontext dieser (unerwünschten) Tatsachen besser verstehen. Gandhi hat dazu die passenden Worte gefunden – siehe weiter unten.

Hier zeigt sich aber auch die Absurdität und Ungeheuerlichkeit, die seit Jahrzehnten totgeschwiegen wird, weil sonst offensichtlich ist, dass es ganz andere Gründe dafür gab, warum inmitten der arabischen Welt ein „Judenstaat“ eingepflanzt wurde:

Aus macht- und geopolitischer Perspektive musste eine Vereinigung und Unabhängigkeit der arabischen Völker unbedingt verhindert werden. Gleichzeitig musste man aber so tun, als ob man sich dort für Demokratie und Völkerrecht einsetzte, damit die – immer noch imperialen Ziele – verschleiert werden konnten (das geht ja so bis heute..).

Einen Staat zu erschaffen, der gegenüber den Arabern grundsätzlich feindselig eingestellt war, aber sich mit den imperialistischen Methoden und kapitalistischen Zielen (Englands und der USA) identifizierte, schien deshalb eine geniale Lösung zu sein, damit diese geostrategisch wichtige Region nie zur Ruhe kommt. (Die Interessen der Familie Rothschild waren auch nicht unerheblich).

Den Arabern die Unabhängigkeit zu versprechen und gleichzeitig einen Fremdkörper in der arabischen Welt zu installieren, der ebenso skrupellos agiert, wie die imperialen Mächte dahinter, das konnte nur in einer endlosen Gewaltspirale enden. In diesem Kontext von einem „Friedensprozess“ zu sprechen,  (wie es unsere Pressepapageien seit Jahren tun) ist der Gipfel des Zynismus.

DIE BRITEN ZIEHEN AB (1947) …

Die zunehmende Gewalt und die finanziellen Probleme nach dem zweiten Weltkrieg führten also  dazu, dass sich „His Majesty“ schließlich aus Palästina zurückzog und der UNO das Problem zuschanzte. 1947 stimmte die UN-Generalversammlung (UNGA-mit nur 36 Stimmen mehr) für eine Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat, wobei Jerusalem einen Sonderstatus bekam, also nicht Teil eines Staatsgebietes ist (corpus separatum).

… UND EIN SCHURKENSTAAT ENTSTEHT

Sir John Troutbeck schrieb am 2. Juni 1948 mit Bezug auf die Staatsgründung Israels an den britischen Außenminister (Bevin) u.a.:

Die Amerikaner sind verantwortlich für die Erschaffung eines Gangster-Staates, der von einer Clique völlig skrupelloser Führer geleitet wird.“

(Zitiert von Professor Avi Shlaim im Guardian als historischer Kontext für die brutale Bombardierung des Gaza-Streifens durch das israelische Militär im Jänner 2009)

Rogue Holy Land

Israel hat seit seiner Gründung 80 Resolutionen des UN-Sicherheitsrates (UNSC) einfach ignoriert, ein schwerer Verstoß gegen die Rechtsgrundsätze, die die Basis der „Völkergemeinschaft“ bilden und mit dem Gedanken ins Leben gerufen wurden, (nach 1945) Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen zu verhindern.

Im Gegensatz dazu sind Beschlüsse der UNGA  aber rechtlich NICHT BINDEND, sondern nur Ausdruck einer Zustimmung oder Ablehnung der „Staatengemeinschaft“. Das war ja erst kürzlich im Dezember 2017 zu sehen, als es darum ging,  einseitig den rechtlichen Status von Jerusalem zu verändern (weil Präsident Trump die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin verlegt und damit die USA Jerusalem als Teil des israelischen Staatsgebietes de facto anerkennen):

Obwohl 128 (von 193 Staaten) gegen diesen  Rechtsbruch gestimmt haben (35 Enthaltungen, 21 abwesend), also eine gewaltige Mehrheit, machen sowohl die USA als auch Israel einfach weiter, als wäre nichts passiert.

Der israelische Minister für „öffentliche Sicherheit“, Gilad Erdan sagte vor dem Zentralkomitee der Likud-Partei (die eine baldige Annexion des Westjordanlandes befürwortet – Völkerrecht hin oder her) nur wenige Tage später:

We are telling the world that it doesn’t matter what the nations of the world say

Diese frappante Überheblichkeit Israels (besonders der UN gegenüber) überrascht uns nicht, doch komisch ist, dass der Teilungsbeschluss von 1947 – der eben KEINEN Rechtsanspruch begründet, weil er unverbindlich istbis heute von Israel als legale Basis für sein angebliches „Existenzrecht“ verkauft wird.

Die UN wird also nur dann als rechtliche Instanz „anerkannt“, wenn sie Beschlüsse fasst, die zum Vorteil Israels sind.

Die gleiche, arrogante Verachtung einer Ordnung, die auf Recht (moralische Normen und Gerechtigkeit) gestützt ist, zeigt natürlich auch der „Heuchler in chief“, die USA. Die hysterische Reaktion von „UN-Botschafterin“ Nikki Haley (war die in ihrem früheren Leben ein Kampfhund?) auf den ESCWA-Bericht zur Apartheid Israels spricht Bände und zeigt deutlich, dass man immer auf die gleiche schäbige Taktik zurückgreift, um die Verbrechen Israels bzw. die Kritik daran, zu diffamieren: billige Stigma-Wörter („anti-israelisch“…lächerliche Verschwörungstheorien“…der übliche Trick, vom wahren Inhalt abzulenken…)

 „The United States is outraged by the [ESCWA] report … That such anti-Israel propaganda would come from a body whose membership nearly universally does not recognize Israel is unsurprising. That it was drafted by Richard Falk, a man who has repeatedly made biased and deeply offensive comments about Israel and espoused ridiculous conspiracy theories, including about the 9/11 terrorist attacks, is equally unsurprising. The United Nations Secretariat was right to distance itself from this report, but it must go further and withdraw the report altogether. The United States stands with our ally Israel and will continue to oppose biased and anti-Israel actions across the UN system and around the world.“

WEM GEHÖRT DAS LAND (RECHTMÄSSIG)?

Doch die Zionisten hatten nie vor, sich mit dem Anteil  Palästinas zu begnügen, der ihnen 1947 zuerkannt wurde  (und der ohnehin viel zu hoch war):

Palestine Partition 194756% des Landes für die Juden, ein Drittel der gesamten Bevölkerung, die nur 10% des (zugesprochenen) Landes durch Kauf erworben hatten und weniger als 6% der Fläche bewirtschafteten. Trotzdem wurde das fruchtbarste, beste Ackerland dem „jüdischen“ Staat zugeteilt und (darin) 400 palästinensische Dörfer. In diesem „Judenstaat“ lebten aber bereits  438.000 Palästinenser und die Juden waren nur 60.000 mehr.

Die 850.000 Palästinenser erhielten 42% (ihres eigenen Landes), das sie mit 10.000 bereits eingewanderten Juden teilten. Jerusalem hatte damals ca. 200.000 Einwohner, die ziemlich gleich auf Juden und Araber verteilt waren.

Die Zionistenführer hatten ja beabsichtigt, so viele jüdische Immigranten wie möglich auf dem Land (für die Landwirtschaft) anzusiedeln, doch die meisten europäischen Einwanderer wollten in Städten leben, also befanden sich die wenigen  jüdischen „Siedler“ in von einander isolierten Enklaven und dazwischen lagen die zahlreichen palästinensischen Dörfer, Felder und Weidegebiete. Aus diesem Grund wurden diese „Siedlungen“ eher konstruiert wie militärische Garnisonen, die „Sicherheit“ war wichtiger als alles andere.

In den Städten sah es ganz anders aus: Dort hatte die stetige Einwanderung seit den 1920er Jahren und besonders die Flüchtlingsströme nach 1945 beinahe eine zahlenmäßige Parität zwischen Arabern und Juden bewirkt. Wie sollte man aber so  ein Land aufteilen, um jeweils eine homogene Mehrheit zu erreichen?

Der Teilungsbeschluss der UNGA ignorierte völlig die Verteilung / Zusammensetzung der Bevölkerung, denn dann hätte der „Judenstaat“ nur 10% der Fläche bekommen dürfen. Die Zionisten beherrschten aber das politische Intrigenspiel  in den USA perfekt  und  der „Holocaust“ im Dritten Reich hatte so starke Emotionen ausgelöst, dass man das Schicksal der Juden viel wichtiger nahm, als das der arabischen Bevölkerung in Palästina.

UNRECHT + UNRECHT = RECHT?

GandhiDass man ein gewaltiges Unrechttrotz allem Mitgefühl –  (gegenüber Juden nach dem Holocaust) nicht  als moralische Rechtfertigung für ein neuerliches, dauerhaftes Unrecht (gegenüber Arabern) heranziehen darf, hatte Gandhi schon 1938 schriftlich dargelegt und veröffentlicht (Teil der Korrespondenz mit Martin Buber; der zionistische Plan, Gandhi als moralische Gallionsfigur zu gewinnen, misslang):

Mein Mitgefühl macht mich aber nicht blind für die Anforderungen der Gerechtigkeit.  Der Ruf nach einer nationalen Heimat für die Juden findet bei mir keinen großen Anklang. Die Rechtfertigung dafür wird in der Bibel gesucht und in der Beharrlichkeit, mit der die Juden eine Rückkehr* nach Palästina herbeigesehnt haben.

Warum aber sollten sie nicht, wie andere Völker dieser Erde, ihre Heimat dort errichten, wo sie geboren wurden und wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen? Palästina gehört den Arabern ebenso wie England den Engländern oder Frankreich den Franzosen.

Es ist falsch und unmenschlich, die Juden den Arabern aufzubürden. Was dieser Tage in Palästina passiert, kann durch keinen moralischen Verhaltenscodex gerechtfertigt werden. Die Mandate haben keinerlei Berechtigung außer dem letzten Krieg.

Gewiss wäre es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die stolzen Araber herabzusetzen, damit Palästina teilweise oder ganz an die Juden als nationale Heimat rückerstattet* wird.

* (Dass von einer „Rückkehr“ oder „Rückerstattung“  keine Rede sein kann, wurde ja bereits weiter oben festgestellt)

Ein viel edelmütiger Weg wäre, darauf zu bestehen, dass die Juden gerecht behandelt werden, wo auch immer sie leben. Die Juden in Frankreich sind genauso französisch wie Christen, die dort geboren sind. […]

Was die eingewanderten Juden in Palästina betrifft, sagt Gandhi: 

 „Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie vom richtigen Weg abgekommen sind. Das Palästina aus der Bibel ist kein (reales) geographisches Gebiet, es existiert nur in ihren Herzen. Aber wenn sie unbedingt das geographische Palästina als ihre Heimat ansehen wollen, dann ist es unrecht, diese im Schatten der britischen Gewehre zu betreten. Eine religiöse Handlung kann nicht mithilfe eines Bajonetts oder einer Bombe ausgeführt werden …

Was die Araber betrifft, schreibt Gandhi, so wünschte er, sie hätten den Weg der Gewaltfreiheit beschritten, um sich gegen das unbefugte Eindringen in ihr Land zu wehren.

Doch nach den anerkannten Grundsätzen von Recht und Unrecht, kann man nichts gegen den arabischen Widerstand sagen, im Angesicht eines unüberwindbar scheinenden Schicksals“

Palestine ISKurz nach dem Teilungsbeschluss brach in Palästina die öffentliche Ordnung zusammen und aus diesem Chaos entstand dann der erste arabisch- israelische Krieg, der aber durchaus von den Zionisten gewollt war, denn er war der Deckmantel, unter dem dann weitere 22% des Landes geraubt wurden dann also  der „Judenstaat“ 78% von Palästina in Anspruch nahm.

Das ist der Grund, warum Miko Peled seine Vorträge häufig (u.a.) mit dem Satz „Israel has no legitimacy“ einleitet, denn die gewaltsame Eroberung von mehr Land begann nicht erst 1967, sondern schon 1948.

Die Zionistische Führung erklärte am 14. Mai die „Unabhängigkeit“ (inklusive der Gebiete, die militärisch erobert wurden), obwohl die endgültigen Grenzen des Staates nicht feststanden (bis heute). Trotz Massakern, Zerstörung von Dörfern und brutalen Vertreibungen von ca. 800.000 Menschen  (die „Nakba“ für Palästinenser, siehe Ilan Pappe bzw. den „Primer“ zu dieser Serie)  wurde der Staat Israel von der  Generalversammlung  1949 als UN-Mitglied vorgeschlagen.

Dazu die Autoren des ESCWA-Berichtes:

Die Palästinenser, die nicht ermordet oder vertrieben wurden, waren jetzt zwar theoretisch israelische Bürger, wurden aber bis 1966 dem Kriegsrecht unterstellt (Notstandsgesetze, die noch von den Briten stammten) und hatten kein Wahlrecht.

Von 1948 bis 1967 war das Westjordanland (oder Westbank) Teil von Jordanien, während der Gazastreifen von Ägypten verwaltet wurde. Nach dem Krieg von 1967 kamen beide Gebiete unter israelische Besatzung und Herrschaft, sie wurden aber bis heute- im Gegensatz zu den Golanhöhen (die eigentlich zu Syrien gehören, aber de facto von Israel kontrolliert werden) –nicht annektiert.

Völkerrechtsexperten betrachten die Palästinenser in Gaza und im Westjordanland als eine rechtliche Kategorie: Zivilisten under militärischer Besatzung, deren Rechte durch die Vierte Genfer Konvention geschützt sind.

Nach 1967 erließ die israelische Regierung Gesetze, die den Sonderstatus Ost-Jerusalems negieren sollten und die Anwendung  israelischen Rechts von nun an in der gesamten Stadt festlegten, wobei die fortschreitende  „Judaisierung“ das Ziel war (die Palästinenser mussten immer mehr Einschränkungen und Schikanen erdulden, z.B. Verweigerung von Baugenehmigungen oder Geschäftslizenzen, Abreißen von Häusern, willkürliche Verhaftungen, etc.).“

Dass dieses Unrechts-System bald auf gewaltsamen Widerstand stieß, war unvermeidlich.

Nach der zweiten „Intifada„ (Aufstand im September 2000) wurden die jüdischen Viertel von Ost-Jerusalem durch den Bau einer 8m hohen Mauer, Schleusen-Käfigen und Wachposten von den Palästinensern abgetrennt und damit  auch Ost-Jerusalem  (in rechtlicher Hinsicht) vom Westjordanland abgegrenzt. Dadurch wurden die Palästinenser in Ost-Jerusalem plötzlich zu „Aufenthaltsberechtigten“ degradiert (in ihrem Heimatland, als ob sie Immigranten wären- mehr dazu siehe Teil 1).

2  DIE ROLLE DER ZIONISTISCHEN ORGANISATIONEN

Der Bericht beleuchtet auch die Rolle der zionistischen Organisationen, weil sie einen entscheidenden Beitrag für das Entstehen des rassischen Charakters des Staates Israel geleistet haben. Dazu gehören die „Jewish Agency“ (jüdische Agentur / JA) und die „World Zionist Organisation (WZO).  In diesem Abschnitt als JA-WZO abgekürzt. Sie sind bis heute „autorisierte Agenturen“ für das Land, eine Vereinbarung mit der israelischen Regierung aus dem Jahr 1954. Dazu haben sie folgende Befugnisse:

  • Die Organisation der jüdischen Einwanderung im Ausland und deren Transfer (inklusive deren Besitz) nach Israel
  • Beteiligung an der Integration der Immigranten
  • Landwirtschaftliche Besiedelung in Israel
  • Erwerb und Verbesserung von Land durch den Jewish National Fund und den United Jewish Appeal

Wie verzerrt die Wahrnehmung der Zionistenführer ist, zeigt diese (ihre eigene) Beschreibung: (Bild – Auszug aus dem englischen ESCWA-Bericht)

zionism 1

  • „Der Zionismus, die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes, hat den Staat Israel geschaffen und sieht in einem jüdischen, zionistischen, demokratischen und sicheren israelischen Staat den Ausdruck einer gemeinsamen Verantwortung des jüdischen Volkes (für dessen Fortbestand). Die Grundlagen des Zionismus sind:
  • Die Einheit des jüdischen Volkes, seine Bindung an das historische Heimatland Eretz Israel und die zentrale Rolle des israelischen Staates, (inklusive) seiner Hauptstadt Jerusalem im Leben der Nation.
  • Aliyah (wörtlich „Aufsteigen“ im Sinne einer Himmelfahrt) nach Israel aus allen Ländern und die effektive Integration aller Immigranten in die israelische Gesellschaft.
  • Israel als jüdischen, zionistischen und demokratischen Staat zu stärken und eine vorbildliche Gesellschaft, mit einem einzigartigen moralischen und spirituellen Charakter zu formen. Gekennzeichnet durch gegenseitigen Respekt der facettenreichen jüdischen Volksgruppen, auf der Vision der Propheten aufbauend und in dem Bestreben nach Frieden und einen Beitrag zur Verbesserung der Welt zu leisten“.
  • Die Zukunft und die Besonderheit des jüdischen Volkes sicherzustellen, indem eine jüdische, hebräische und zionistische Erziehung gefördert wird, geistige und kulturelle Werte und hebräisch als nationale Sprache …
  • … die Rechte der Juden als Einzelpersonen und als Volk zu verteidigen, die nationalen, zionistischen Interessen .. zu repräsentieren und gegen alle Erscheinungsformen des Anti-Semitismus zu kämpfen …

(Das mit dem „Streben nach Frieden“ und „Verbesserung der Welt“ ist angesichts der brutalen Tatsachen so absurd, dass man sich einen polemischen Kommentar verkneifen muss...)

ANMERKUNG: Der Zionismus war nie eine nationale „Befreiungsbewegung“ das  ist eine völlige Verklärung der historischen Tatsachen.

Zionism BrennerDie bittere Wahrheit ist, dass die Führungsgremien der Zionisten eigentlich nichts unternommen haben, um den Judenhass bzw. die unter Hitler geschürte Judeophobie zu bekämpfen (stattdessen für ihre Zwecke eher instrumentalisiert – siehe Brenner) und vor allem die Massen-Deportationen der Juden (ab 1942) wenigstens teilweise zu verhindern (durch Bestechung und Fluchthilfe), weil sie lieber das gesammelte Geld dafür benutzten, massive Propaganda für ihr fanatisches, zionistisches Projekt in Palästina zu machen und (das gilt nicht für alle) auf illegalem Weg Waffen und Sprengstoff zu besorgen, wobei die IRGUN besonders perfide vorging: Man sammelte Spenden für ein „Rescue Committee“, aber damit wurde kein einziges, jüdisches Leben gerettet. (Belegt in Lenni Brenners Buch „51 Documents“, Kapitel 34 – Peter Bergson;

Daraus ein weiteres Beispiel aus einer Rede von Yitzak Grünbaum vor dem Zionistischen Führungskomitee am 18. Februar 1943: bi-mey Hurban ve-Shoah (In Zeiten der Zerstörung und des Holocausts)- (im Buch englisch):

„..lasst mich das Ausmaß der Untätigkeit der meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinde (Yishuv) in Israel betonen  wir erlebten mehrfach die Gleichgültigkeit und Unwilligkeit all diesen  Gräueln Aufmerksamkeit zu widmen .. immer mehr Berichte über Massen-Deportationen (aus West Europa), und Massaker in Polen .. aber es gab keine Zeitungsartikel (in der zionistischen Zeitung  „Die Welt“), keine Treffen wurden organisiert .. der Yishuv hat nichts unternommen … und wenn sie mich fragten, Kannst Du nicht Geld von Keren Ha Yesod nehmen, um Juden in der Diaspora zu retten, (muss man nicht alle Bemühungen darauf konzentrieren?)  sagte ich „Nein“. Und ich sage wieder Nein.

Wir müssen uns gegen diese Strömung wehren, die die zionistischen Aktitiväten als zweitrangig ansehen (wenn es darum geht, Leben in Europa zu retten) …ich denke, es ist notwendig hier klar zu sagen, der Zionismus geht über alles…“

weissmandel anklageBrenner bringt mehr Belege für diese unterlassene Hilfeleistung, z.B. von Rabbi  Michael Weißmandel, der sich sehr für die Rettung  der Juden aus der Slowakei engagierte, aber ebenfalls kein Geld von den zionistischen Organisationen (in der Schweiz) erhielt. Man schrieb ihm sogar, seine ergreifenden Schilderungen seien übertrieben, wie man es von den „Ost-Juden“, die Schnorrer seien, gewohnt sei.

In einem zweiten Brief stand, alles müsse getan werden, damit man „Eretz Israel“ nach dem Krieg bekäme, und nur durch Vergießen jüdischen Blutes werde man das Land auch bekommen. Außerdem sei es illegal, in Feindesland Geld zu schicken. Weissmandel  beschreibt dann seine Emotionen so: (Auszug)

„Mit anderen Worten, sie sagten uns, für Euch (etwa 20 privilegierte Leute) schicken wir trotzdem etwas Geld, bringt euch damit  in Sicherheit und durch das Blut der zurückgebliebenen, der Männer, Frauen und Kinder, der Alten und Jungen, der Säuglinge werden wir das Land bekommen.

…Auf die Frage, warum sie kein Geld geschickt haben, muss man antworten: weil sie wahnsinnig waren …

Wenn es keine Nation ohne Land gibt, dann gibt es auch kein Land ohne Volk und wo ist denn das pulsierende, jüdische Volk, wenn nicht in Europa? Wer ist verrückt genug, all seine Gedanken und Bemühungen auf ein Land zu konzentrieren und das Volk dabei völlig zu vernachlässigen?“

..wir konnten nicht begreifen, wie sie uns Geld verweigern konnten, während die Leute zu tausenden in Polen starben …“

Das sind erschütternde Sätze, die sich gar nicht mit dem  postulierten  „einzigartigen, moralischen Charakter“ der Zionistischen Nation vereinbaren lassen und hier wird klar, dass die Verleugnung der Realität (der eigenen Motive) das größte (zionistische) Problem ist.

Wer zu keiner Selbstkritik fähig ist, (weil er sich generell für moralisch höherwertig hält und sich auch noch in „göttlichem Auftrag“ wähnt) kann auch nicht einsehen, etwas falsch gemacht zu haben, daher müssen immer „die anderen“ schuld sein (daher immer sofort die Attacke mit dem „Anti-Semiten“…). Wie (der jüdische Psychiater) Dr. Joel Kovel erklärt, kann der Zionismus sich daher nicht weiterentwickeln, sondern degeneriert immer weiter (siehe Netanyahu).

Zurück zum ESCWA-Bericht über Apartheid:

Das Hauptanliegen der JA-WZO (zionistische Organisationen) ist also Israel als (künstlichen) „Jüdischen Staat“ aufrechtzuerhalten.

Das Fazit dem Bericht:

„Diese Darlegung (obwohl unvollständig) reicht aus, um zu demonstrieren, dass Israel vorsätzlich als Rassen-basiertes Regime angelegt wurde. Um ein „jüdischer Staat“ zu bleiben, ist die unangefochtene jüdisch-nationale Herrschaft über die palästinensischen  Einheimischen entscheidend– ein Vorteil, der durch die Bevölkerungsgröße sichergestellt wird (Staatliche Gesetze, nationale Institutionen, Entwicklungstätigkeiten und sicherheitspolitische Maßnahmen konzentrieren sich völlig auf diese Mission).

Je nachdem, wo die Palästinenser leben, werden unterschiedliche Methoden angewandt. Innerhalb Israels wird diese Diskriminierung deutlich durch die irreführende, rechtliche Unterscheidung zwischen „Staatsangehörigkeit“ (wo alle israelischen Staatsbürger mehr oder weniger gleichgestellt sind) und Gesetzen zur „Nationalität“, in denen die Bevorzugung der Juden offenkundig wird. Diese Unterscheidung erlaubt es Israel, sein Beharren eine „Demokratie“ zu sein fortzuführen, während die nicht-jüdischen Staatsbürger  auf radikale Weise diskriminiert werden.“

Es geht aber noch darüber hinaus, denn das ultimative Ziel ist die „Judaisierung“ des ganzen Landes und das bedeutet, die „Araber“ müssen immer mehr ausgegrenzt, entrechtet, dezimiert (Bombardierung und  totale Verelendung Gazas – Bild unten) und letztlich als menschliche Wesen „unsichtbar“ werden  (Jeff Halper spricht von „warehousing“ … und dass man sie regelmäßig als Testobjekte für israelische Waffen  und  „crowd-control“ Strategien benutzt…)

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B’Tselem über die Verantwortung Israels:

It can …choose to continue this cruel, unjustifiable policy, which sentences the nearly two million people living in Gaza to a life of abject poverty and nearly inhuman conditions.

FAZIT der  ESCWA-Autoren:

Die schwerwiegenden Beweise, die in diesem Bericht angeführt werden, untermauern  zweifelsfrei die Behauptung, dass Israel schuldig ist, ein Apartheid-System gegen die Palästinenser errichtet zu haben, womit ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit organisiert wurde.

Die internationale Gemeinschaft, besonders die UN und ihre Mitgliedsstaaten sind  gesetlich verpflichtet, Fälle von Apartheid zu verhindern bzw. zu bestrafen, wenn sie davon Kenntnis erlangen. Noch konkreter ausgedrückt:

Die Staaten haben eine kollektive Verantwortung:

  1. eine Regierung, die Apartheid praktiziert NICHT als rechtmäßig zu erachten
  2. einem solchen Staat jede Unterstützung zu verweigern
  3. mit den Vereinten Nationen bzw. anderen Staaten zu kooperieren, um das Apartheid-Regime zu beenden

Schlusspunkt der Zusammenfassung: (Hervorhebung von mir)

Civil society institutions and individuals also have a moral and political duty to use the instruments at their disposal to raise awareness of this ONGOING CRIMINAL ENTERPRISE, and to exert pressure on Israel in order to persuade it to dismantle apartheid structures in compliance with international law.

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UNMENSCHLICH (1) : Apartheid- Israel

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 Im März 2017 machte die Vorstellung eines Untersuchungsberichtes zur Frage „Israel –ein Apartheidsregime?“ im Rahmen der Vereinten Nationen (kurz) Schlagzeilen, weil dessen Ergebnis das Fragezeichen eigentlich überflüssig macht. Der Vorwurf ist ja nicht neu, schon Ex-Präsident Jimmy Carter hatte in seinem Buch die gleiche Feststellung gemacht und – wie erwartet – wurde er mit rufschädigenden Ausdrücken und Stigma-Wörtern bombardiert, doch das ändert nichts an den Tatsachen.

Die Autoren des Berichtes sind zwei angesehene Wissenschaftler mit langjähriger Expertise für die Situation im Nahen Osten:

  • Dr. Richard Falk (emeritierter Professor für Völkerrecht, Universität Princeton; promoviert in Harvard; langjähriger UN-Rapporteur
  • Dr. Virginia Tilley (Professorin für Politikwissenschaft, Illinois Universität; zus. Studium der Arabistik)

Auftraggeber der Untersuchung  zur Apartheid war die ESCWA ( eine UN-Kommission für Wirtschaft u. Soziales, zuständig für West-Asien). Als der Bericht veröffentlicht wurde, brach- wie üblich – ein gewaltiger Shit-Storm los, der natürlich von der Zionisten-Denkpolizei lanciert wurde.

Wie immer, gab es keine Auseinandersetzung mit dem Inhalt (weil dieser der unangenehmen Wahrheit entspricht), sondern heftige, persönliche Attacken auf die Verantwortlichen. So wurde die Vorsitzende der Kommission Dr. Rima Khalaf zum Rücktritt gezwungen, nachdem sie sich geweigert hatte, den Bericht von der ESCWA-Website zu entfernen (inzwischen aber passiert).

I resigned because it is my duty not to conceal a clear crime and I stand by all the conclusions of the report.”

Sie sagte also,  es sei ihre Pflicht, ein offensichtliches Verbrechen nicht  zu verschleiern und sie stehe immer noch zum  Ergebnis des Berichtes, das in einer Presseaussendung zusammengefasst wurde:

Israel sei durch die Tatenlosigkeit der „Staatengemeinschaft“ geradezu ermutigt worden, mit seinen ständigen Rechtsverstößen  fortzufahren und habe im Laufe der Jahrzehnte ein Apartheid-Regime auf- und ausgebaut. Dieses funktioniert auf zwei Ebenen:

  1. Die politische und geographische Zersplitterung der Palästinenser (wodurch ihre Möglichkeiten, sich gegen das Unrecht zu wehren, immer mehr eingeschränkt werden)
  2. Die Unterdrückung aller Palästinenser durch ein Aufgebot von Gesetzen, Strategien und Praktiken, die die Herrschaft durch eine rassische Gruppe (Juden) sicherstellen und das Regime aufrechterhalten.

Khalaf betonte, es könne keine Lösung des Konfliktes geben, solange das Apartheid-Regime – das alle Palästinenser betrifft – nicht abgeschafft wird.

UNESCWA apartheid Cover

Apartheid“ ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Völkerrecht verbietet nicht nur dessen Ausübung sondern verpflichtet Staaten, Institutionen und sogar einzelne Personen dazu, Maßnahmen dagegen zu ergreifen und die Ausübenden zu bestrafen.

Die gerechte Lösung kann also nur sein, dafür zu sorgen dass das Völkerrecht (besonders in dieser Hinsicht) auch wirklich implementiert wird: Es darf keine Diskriminierung geben und das Recht der Völker (auch der Palästinenser) auf Selbst-Bestimmung muss gewahrt werden.

Eine Verurteilung eines Internationalen Tribunals zum Thema Apartheid würde dem Ergebnis der Untersuchung das notwendige Gewicht verleihen, sagte  Khalaf. Ein spezielles Komitee der UN gab es schon einmal wegen des Apartheid-Systems in Südafrika, das aber 1994 wieder aufgelöst wurde. Ein internationaler Boycott hatte ja das Unrechts-Regime in Südafrika zu Fall gebracht.

Deshalb sei die Unterstützung der BDS-Bewegung gegen Israel notwendig, um das Apartheid-Regime unter Druck zu setzen (dass Israel die Unterstützung von BDS immer mehr kriminalisiert, zeigt ja, wie „demokratisch“ der Staat wirklich ist)

Die Einhaltung der Konvention gegen die Apartheid ist natürlich unmöglich, wenn der ausübende Staat sich über grundlegende Rechtsnormen hinwegsetzen kann, ohne dass es negative Konsequenzen für ihn gibt. Dr. Falk betonte, dass Apartheid – ein Verbrechen der schlimmsten Sorte sei, weshalb es im Völkerstrafrecht auch als jus cogens eingestuft sei: es ist unabdingbar, universell anzuwenden und gilt absolut ohne Ausnahme.

Die Schlussfolgerung der Untersuchung war klar und eindeutig: Israel hat ein Apartheid-Regime geschaffen

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ANMERKUNG:  Der israelische Staat hat also ein System aufgebaut, das nach dem Völkerstrafrecht als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“  eingestuft ist. Dieser Begriff wurde ja erst im Rahmen der Nürnberger Prozesse (1946) geschaffen und jeder, der ihn hört, assoziiert damit sofort die ungeheuerlichen Verbrechen des Dritten Reiches (was nicht heißt, dass die Alliierten keine begangen haben). Dazu gehören:

Mord, ethnische Ausrottung, Versklavung, Deportation und andere unmenschliche Akte gegen die Zivilbevölkerung oder: Verfolgung aufgrund von rassistischen, politischen und religiösen Motiven; unabhängig davon, ob einzelstaatliches Recht verletzt wurde.“

Müsste nicht gerade die deutsche Bundesregierung in der ersten Reihe stehen, wenn es darum geht, solche Verbrechen zu stoppen (eigentlich zu verhindern)??? Aber sie schauen einfach weg … nichts gelernt aus der Geschichte oder ist die „kognitive Dissonanz“ so unerträglich („Juden“ (Zionisten) auch einmal  als Täter  und nicht immer (automatisch) als Opfer zu sehen?

AUS DEM VORWORT

„Es war Ziel der Untersuchung festzustellen, ob Israel ein Apartheid-Regime installiert hat, dass das palästinensische Volk in seiner Gesamtheit unterdrückt und beherrscht. Die Autoren sind sich durchaus dessen bewusst, wie heikel diese Frage ist. Schon das bloße Ansprechen des Themas wird von der israelischen Regierung (bzw. deren Gefolge) als Anti-Semitismus in neuer Verkleidung verunglimpft. 2016 hat Israel erfolgreich dafür lobbyiert, dass diese Art von Kritik in Gesetze gegen AS eingebunden (und damit kriminalisiert) wird, sowohl in den USA als auch in Europa.“

Begründung? Die Anklage der Apartheid sei nur einer von vielen Versuchen, „das Image Israels zu zerstören und es als Pariah-State zu isolieren“.  Das gewünschte „Image“ Israels hat aber mit der brutalen Wirklichkeit nichts zu tun …

Die Autoren weisen den Vorwurf des AS auf das entschiedenste zurück und betonen, dass die Klärung der Apartheid-Frage aus dem gleichen Rechtssystem hervorgeht, das auch den Anti-Semitimus anprangert: nämlich das Verbot rassischer Diskriminierung.

Kein Staat sei „immun“ gegen die Normen und Regeln, die in der Internationalen Konvention zur Eliminierung aller Formen rassischer Diskriminierung festgeschrieben sind.

Das Verbot der Apartheid– ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit – darf keinerlei Ausnahmen zulassen, muss also gemäß der Konvention absolut sein.  Dieses Rechtsprinzip zu stärken, ist im Interesse aller Gruppen, die im Laufe der Geschichte Diskriminierung und Verfolgung erleiden mussten (und damit gerade auch der Juden).

Die Autoren sind sich im klaren darüber, dass die Anklage der Apartheid eine schwere  Anschuldigung ist und deshalb eine Untersuchung, die eine solche Festlegung trifft, nur dann gewürdigt werden kann, wenn die vorliegenden Beweise über jeden Zweifel erhaben sind (davon kann sich jeder überzeugen, der den Bericht liest und viele andere Quellen als Bestätigung findet).

Diese Untersuchung war motiviert von dem Bestreben, die Einhaltung der internationalen Menschenrechts-Statuten und des Völkerstrafrechts zu fördern und die kollektive Verantwortung der Vereinten Nationen und ihrer Mitgliedsstaaten mit Bezug auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit  einzumahnen, was gerade im Fall der Palästinenser dringend notwendig ist.

Im ersten Teil wird der rechtliche Kontext erläutert, wie es zum Verbot der Apartheid kam (am eklatanten Beispiel Südafrika – hier nicht behandelt). Der zweite Teil hat die Überschrift: „Testing for an Apartheid-Regime in Israel-Palestine“. (Teil 3: Schlussfolgerungen und Empfehlungen).

Die rechtlichen Grundlagen dafür sind die

  • Charta der Vereinten Nationen (1945), the
  • Universelle Erklärung der Menschenrechte (1948)
  • CERD- Konvention gegen rassische Diskriminierung (1965) und
  • CSPCA – Apartheid-Konvention (1973)

WAS  IST  APARTHEID?

 Die Definition lautet: Das Verbrechen der Apartheid bezieht sich auf

Unmenschliche Handlungen, die zum Zweck der andauernden Herrschaft einer rassischen Gruppe über Personen einer anderen rassischen Gruppe ausgeführt werden und  deren systematischer Unterdrückung dienen“

Obwohl der Begriff „Apartheid“ ursprünglich mit den spezifischen Bedingungen in Südafrika verbunden war, repräsentiert er heute eine bestimmte Art von Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach dem Gewohnheits-Völkerrecht und dem Rom Statut des Internationalen Strafgerichtshofes ICC (ähnlich wie oben):

“The crime of apartheid” means inhumane acts… committed in the context of an institutionalized regime of systematic oppression and domination by one racial group  over any other racial group or groups and committed with the intention of maintaining  that regime.“

WELCHE  DISKRIMINATIVEN  PRAKTIKEN  WURDEN & WERDEN  VON ISRAEL  ANGEWENDET?

  • Bevölkerungsanteil-Steuerung zugunsten der Juden (demographic engineering)
  • Ethnische Säuberungen (1948: rund 800.000 Menschen vertrieben)
  • (De facto) Rückkehr der Flüchtlinge verhindern (1948 und 1967) nach Israel u. den OT > de jure
  • Gesetz über die „Rückkehr“ und Staatsbürgerschaft: Juden aus aller Welt haben ein garantiertes Recht nach Israel zu kommen und Staatsbürger zu werden , während Palästinensern, deren Familien seit Generationen dort gelebt hatten, dieses Recht verweigert wird
  • Kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für palästinensische Ehepartner in Israel

Zusammengenommen sind alle diese Maßnahmen sehr effektiv, um eine überwältigende jüdische Mehrheit in Israel zu garantieren. 1948 war das Verhältnis 2 : 1 (rund 1,3 mio. Araber > 630.000 Juden), heute ist es 1 : 4  Die Palästinenser machen nur mehr 20% der Gesamtbevölkerung in Israel aus. Sie sind zwar proforma israelische Bürger, haben aber einen eigenen rechtlichen Status, der nicht den jüdischen Israelis gleichgestellt ist.

Und selbst die mickrigen Gebiete, die den Palästinensern noch geblieben sind (etwa 11% der Gesamtfläche), werden von Israel sukzessive – durch  illegale „Siedler“ – in Besitz genommen. Die speziellen Gesetze über Landbesitz werden immer mehr ins besetzte Westjordanland ausgedehnt. Große Gebiete werden einfach als „Staatsland“ deklariert, d.h. sie dürfen nur mehr von Juden und für Juden  genutzt werden.

Die Apartheid-Konvention legt fest, dass „unmenschliche Handlungen“ die Basis für die rechtliche Bewertung sind, diese aber nur dann den Status „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ erhalten, wenn sie vorsätzlich einem zentralen Zweck dienen: der Herrschaft einer rassischen Gruppe über eine andere. Es muss also ein institutionalisiertes Regime der Unterdrückung geben, mit dem eine Gruppe die andere beherrscht.

stateapartheid_pppaAus dieser Perspektive war es notwendig, sich auch mit der Doktrin des „jüdischen Staates“ auseinanderzusetzen, (wie sie in den Gesetzen Israels und seinen staatlichen Institutionen ausgedrückt wird) um zweifelsfrei diese zentrale Absicht zu offenbaren. Dass das israelische Rechts- bzw. Regierungssystem genau für diesen Zweck geschaffen wurde, ist nicht zu übersehen.

Gemäß der  CERD-Konvention wird „rassische Diskriminierung“ so definiert:

Jede Unterscheidung, Ausschließung, Abgrenzung oder Bevorzugung auf der Grundlage von Rasse, Hautfarbe, Abstammung oder nationaler bzw. ethnischer Herkunft, die den Zweck hat,  die  Anerkennung der Menschenrechte und grundlegender Freiheiten in  allen  Bereichen des öffentlichen Lebens (auf der Basis von Gleichwertigkeit)  zu beschädigen.

Beispiele für diese systematische Diskriminierung:

Landnutzung und Landbesitz

Ein entsprechendes Gesetz aus dem Jahr 1951 über „Staatseigentum“ bestimmt, dass Land (egal in welchem Gebiet) an den Staat Israel fällt, sobald dort israelisches Recht zur Anwendung kommt. Die staatliche Behörde (ILA), die dafür zuständig ist, verwaltet 93% der Grundfläche (in den anerkannten Grenzen) Israels und es ist ausdrücklich verboten, dass diese Flächen von Nicht-Juden benutzt oder besessen werden.  

Dazu die Autoren:

 „Weite Gebiete der Westbank wurden seit Jahren als „Staatliches Land“ deklariert, damit der Nutzung durch Palästinenser entzogen und gemäß der Israelischen Regierungspolitik verwaltet: Das Land muss also „dem jüdischen Volk“ dienen. Mit anderen Worten, ein Großteil der West-Bank (inklusive Ost-Jerusalem)  befindet sich unter der Autorität einer staatlichen Institution, die gesetzlich verpflichtet ist, dieses Land zum exklusiven Vorteil der Juden zu nutzen. Das gleiche Arrangement galt früher auch für die jüdischen „Siedlungen“ im Gazastreifen, doch seit dem  israelischen „Abzug“ im Jahr 2005 gelten diese Vorschriften nur für kleine Teile des Streifens, wie die einseitig festgelegte „Sicherheitszone“ neben dem Zaun.

Darüberhinaus kann den Palästinensern jederzeit der Zugang und die Nutzung einer Landfläche untersagt werden, indem man sie einfach als „Closed Military Zone“ deklariert und behauptet, das sei aus Sicherheitsgründen notwendig (die illegalen und nicht selten  gewalttätigen Siedler werden von den Soldaten beschützt, die Palästinenser schützt niemand.

2011 dispossession_and_exploitation_engLängerfristig kommt es dann zu Enteignungen, man sagt, das Land sei für „militärisiche Zwecke“ notwendig.  Um zu verhindern, dass die palästinensischen Kommunen wachsen (also neue Häuser, Schulen, etc. gebaut werden), erklärt man daran angrenzende Flächen als „Naturschutzgebiet“ bzw. „Nationalpark“. (Siehe dazu die Analysen und Dokumente von B’Tselem, der israelischen Menschenrechtsorganisation, der man großen Respekt entgegenbringen muss).

Wenn die Familien dann trotzdem ein Haus für ihre Familie bauen, wird es einfach mit dem Bulldozer demoliert.

 „Demographisches Engineering“ (Steuerung der Bevölkerungs-Zusammensetzung um eine jüdische Dominanz zu erreichen)

Juden aus der ganzen Welt, die nach Israel kommen, haben automatisch das Recht auf die israelische Staatsbürgerschaft. Palästinenser haben keine echte Staatsbürgerschaft ( mehr dazu weiter unten) , auch wenn sie nachweisen, dass ihre Familien seit Generationen dort leben. Ebenso wird den Flüchtlingen jedes Rückkehrrecht verweigert.

Die  strategische Zersplitterung des palästinensischen  Volkes ist die zentrale Methode, mit der das Apartheid-Regime exekutiert wird.  

Der Bericht untersucht, wie Kriege, Teilung, Flucht,  Annexion und anhaltende Besatzung die Palästinenser in verschiedene geographische Gebiete verteilt hat, die unterschiedlichen Gesetzen unterliegen.

Diese Zersplitterung stärkt das Herrschaftssystem des israelischen Staates und schwächt den Willen und die Fähigkeit der P. vereinten und effektiven Widerstand  (dagegen) zu leisten. Je nachdem, wo die P. leben, werden unterschiedliche Methoden (der Herrschaft) angewendet.

DIE VIER DOMÄNEN DER  APARTHEID

Seit 1967 leben die P. in vier rechtlichen bzw. geographischen Dimensionen (im Bericht als „Domänen“ bezeichnet), in denen sie auf den ersten Blick unterschiedlich behandelt werden, doch tatsächlich sind sie alle Teil des Apartheid-Regimes:

  • D 1: ZIVILRECHT: gilt eingeschränkt für Palästinenser, die in Israel leben
  • D 2: AUFENTHALTSRECHT: gilt für P. die in Jerusalem leben
  • D 3: KRIEGSRECHT: gilt für P. die seit 1967 unter Besatzung leben (West Bank, Gaza Strip und alle in Flüchtlingslagern)
  • D 4: VERHINDERUNG DER RÜCKKEHR von Flüchtlingen

D1 / Zone 1 – ISRAEL:

Nation State Law IsraelHier leben 1,7 Millionen Palästinenser, die „israelische Staatsbürger“ sind (nicht gleichberechtigt)  aber diskriminiert werden, weil sie keine Juden sind. Man unterscheidet zwischen der Staatsbürgerschaft (hebräisch: ezrahut) und der Nationalität (le’um).

So eine Differenzierung gab es z.B. auch in der Sowjetuntion: alle waren Sowjetbürger, ihre Nationalität war aber verschieden z.B. Kazachen, Usbeken, Ukrainer, etc. – was natürlich in diesem Fall wirklich von den Volksgruppen herrührt). Doch im Unterschied zu Israel hatten alle die gleichen Rechte.

Selbst der Oberste Gerichtshof in Israel hat entschieden, dass Israel der Staat der „jüdischen Nation“ sei, eine israelische Nation gibt es also nicht (daher ist auch der Vergleich mit dem französischen oder deutschen Staat unzulässig).

Nation State Law IS 2017

Mit dem „Nationalstaats-Gesetz“ wurde festgelegt, dass das Recht auf nationale Selbstbestimmung in Israel nur „dem jüdischen Volk“ zusteht. Die arabischen – nicht-jüdischen – 20% der Bevölkerung haben also „Pech gehabt“ …

D2 / Zone 2 – OST-JERUSALEM  (seit Trumps Alleingang wieder ein Thema in den Medien, aber ohne Kontext…)

under_the_guise_of_legality_engOst-Jerusalem wurde (nach dem Krieg von 1967) illegal von Israel annektiert und gleichzeitig hat man sich 7.000 Hektar Land der Westbank einverleibt. Durch Veränderung der Gemeindegrenzen von Jerusalem wurde das Stadtgebiet fast zehnmal so groß wie vorher  (als es noch Teil von Jordanien war).  Die neuen Grenzlinien wurden so gezogen, dass dicht besiedelte nicht-jüdische Gemeinden ausgegrenzt wurden, damit die Juden eine Mehrheit bilden. Das auf diese Weise annektierte Land gehörte zum Großteil zu 28 palästinensischen Dörfern, deren Bewohner aber zum Großteil ausgeschlossen wurden (wodurch es zu einer Zersplitterung der Kommunen kam). Heute stehen den 370.000 palästinensischen Einwohnern ca. 280.000 israelische „Siedler“ gegenüber.

Die Palästinenser in Jerusalem werden seither behandelt wie Immigranten: sie erhalten eine „permanente Aufenthaltserlaubnis“-  als ob sie Ausländer wären und das Aufenthaltsrecht in ihrem Geburtsland ein Privileg und nicht ein Grundrecht wäre – und haben nur eingeschränkt zivile Rechte – in ihrem eigenen Heimatland (was noch davon übrig ist), das sich der Staat Israel auf illegale Weise angeeignet hat. Sie dürfen arbeiten, sind sozialversichert, haben aber kein Wahlrecht bei Nationalwahlen.

Dieser Status hängt davon ab, was der israelische Staat als ihr „Lebenszentrum“ definiert. Dies muss durch Eigentumsnachweise für Häuser and Geschäfte bewiesen werden, ebenso wie der Besuch lokaler Schulen und die Einbindung in lokale Organisationen. Wenn das „Lebenszentrum“ sich (oft unfreiwillig) verlagert hat (hinter die „grüne Linie“), kann diese Genehmigung jederzeit aufgehoben werden.

Auch ein längerer Auslandsaufenthalt kann als Vorwand für die Aberkennung des Aufenthaltsrechts dienen.

Seit 2003 gibt es ein Gesetz, dass nach einer Eheschließung von Palästinensern (Ehepartner aus anderen Teilen der Westbank) dem Partner und deren gemeinsamen Kindern das Recht auf eine permanente Aufenthaltsberechtigung in Jerusalem verweigert. Das ist nur eine Facette der Diskriminierungen, die die Palästinenser dazu „ermuntern“ sollen, zu verschwinden.

Der UNESCWA Bericht erläutert die  tägliche Diskriminierung auf verschiedenen Ebenen (nachzulesen auch bei B’Tselem):

„…in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen, Beschäftigung, Aufenthalts- und Baurecht; sie werden aus ihren Häusern vertrieben bzw. werden diese abgerissen, im Einklang mit einem Projekt zur Organisation von Groß-Jerusalem nach ethnischen Gesichtspunktenund müssen sich brutalere Behandlung durch die Sicherheitskräfte gefallen lassen.“ 

Kafr Aqab is one of the neighborhoods in Jerusalem cut off by Israel's separation barrier.Die zentrale Frage ist aber nicht, ob Israel die P. diskriminiert (das ist ausreichend dokumentiert), sondern wie die Domäne in Ost-Jerusalem als fester Bestandteil des Apartheid-Regimes fungiert. Kurz gesagt, die „Domäne 2“ setzt die P. in eine separate Kategorie, deren Zweck darin besteht, sie nicht in das demographische und politische Gewicht innerhalb Israels einzubeziehen. Spezielle politische Maßnahmen, die ihre Kommunen und Rechte betreffen, sind so angelegt, dass sie zur Auswanderung gedrängt werden, oder zumindest der Widerstand gegen diesen Druck minimiert wird.. Die „große Apartheid-Dimension“ dieser Domäne kann dadurch wahrgenommen werden, wie die israelische Stadtgemeinde von Jerusalem öffentlich eine Politik der „demographischen Balance“ verfolgt. [sprich: Araber raus, Juden rein …].

ej-settlements-08 Im „Jerusalem 2000“-Masterplan war das Ziel eine 60% zu 40% Mehrheit jüdischer Einwohner. Schon in den 1980er Jahren hatte die Stadtverwaltung Pläne zur Fragmentierung palästinensischer Viertel geschmiedet (durch dazwischen gesetzte jüdische „Siedler“) wodurch das natürliche Wachstum der P. Viertel erstickt wurde und die P. zum „Gehen“ gedrängt wurden. Die jüdischen Siedlungen in Ost-Jerusalem als „Wohngegenden“ (oder Viertel) zu bezeichnen, ist Teil einer umfangreicheren Taktik, die Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch verharmlosende Ausdrücke zu verschleiern.

Durch den Bau der Trennmauer verkommen die palästinensischen Wohngebiete dahinter zu Slums.

Solche Maßnahmen haben schwere Auswirkungen, weil Jerusalem für die kollektive Identität der P. als Volk von enormer Bedeutung ist. Für sie ist Jersualem die administrative, kulturelle, geschäftliche und politische Hauptstadt von Palästina. Die Heimat der p. Elite und eine heilige, religiöse und historische Gedenkstätte.

Obwohl viele P. in Ost-Jerusalem geschäftliche und familiäre Beziehungen zu P. in Israel, der West-Bank (und immer weniger zu Gaza) haben, liegt ihr Hauptinteresse am Leben in der Stadt, wo sie ihre wohnen, ihre Geschäfte führen und wo es eine lebendige, urbane Gesellschaft gibt. Starke kulturelle Wurzeln und in einigen Fällen eine Abstammung, die tausende Jahre zurückführt, kommen noch dazu.

Sie haben keine Möglichkeit, israelische Gesetze anzufechten. Wenn sie sich mit ihren Leuten in den besetzten Gebieten solidarisieren, droht ihnen die Abschiebung dorthin und der Verlust der Berechtigung,  Jerusalem auch nur zu besuchen. Auf diese Weise wird das Zentrum des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens der Palästinenser (Jerusalem)  ausgehöhlt und die Bewohner haben keine legale Möglichkeit gegen das Apartheid-Regime vorzugehen.

D3 /Zone 3: DIE (MILITÄRISCH) BESETZTEN GEBIETE

In diesem Gebiet leben etwa 4,6 Millionen Menschen seit Jahrzehnten unter militärischer Besatzung: 2,7 Mio. im Westjordanland (für Zionisten  „Judea und Samaria“) und knapp 2 Mio. im Gaza-Streifen (ein „Gefängnis“ der besonderen Art, das unter einer ilegalen Blockade und wiederkehrenden Bombardierungen leidet – siehe ältere Beiträge unter Stichwort „Gaza“)

Hier gilt das Kriegsrecht. Ilan Pappe schilderte die israelische Militärherrschaft in einem seiner Vorträge so:

MIDEAST ISRAEL PALESTINIANSDiese „Notstandgesetze“ wurden eigentlich von den Briten in der Mandatszeit eingeführt, um sich gegen die zionistischen Untergrundorganisationen wehren zu können (die Terroranschläge verübten, weil sie sich von den Briten verraten fühlten). In den 1940er Jahren hatten die Zionisten  selbst diese Bestimmungen scharf verurteilt und moralisch auf eine Ebene mit denen der Nazis gestellt. Als sie selbst jedoch regierten und diese harten Verordnungen gegen die „Araber“ anwendeten, hatten sie kein Problem damit. Dann waren es plötzlich notwendige Maßnahmen für die „Sicherheit“.

Pappe betont, dass in diesem System jeder Offizier eine enorme Macht ausübt: das Militär hat absolute Kontrolle über die palästinensischen Zivilisten. Es ist gleichzeitig die Judikative, die Legislative und die Exekutive und kein Palästinenser kann sich dagegen wehren.

DIE OHRFEIGE

Ahed Free PalestineWie diese Allmacht  israelischer Soldaten die Palästinenser terrorisiert, wurde erst kürzlich durch einen Vorfall illustriert, der weltweit Schlagzeilen machte: Ein 16-jähriges Mädchen (Ahed Tamimi- seither in unbegrenzter „Administrativ-Haft“- auch ein Relikt der Mandatszeit) schlug einem der Soldaten ins Gesicht, um sie von ihrem Grundstück zu vertreiben bzw. ihnen das Eindringen in ihr Haus zu verwehren (die Familie Tamimi demonstriert seit  Jahren gegen die zunehmende Unterdrückung, der Vater saß deshalb schon mehrfach im Gefängnis; mehrere Verwandete wurden vom israelischen Militär getötet:

Tamimi death toll

Dr. Falk und Dr. Tilley schreiben dazu in ihrem Bericht:

Die militärische Verwaltung dieses Gebietes erfüllt in hohem Maße die Definition von Apartheid wie sie in der CSPA-Konvention festgelegt ist. Jede „unmenschliche Handlung“, die in der Konvention beispielhaft angeführt ist (mit Ausnahme des Absatzes über Völkermord*), wird routinemäßig und systematisch im Westjordanland (Westbank)  von Israel praktiziert.

 *(ANMERKUNG: Was in Gaza an Grausamkeit passiert, ist durchaus als besonders heimtückische Version von Völkermord zu werten…)

Die Palästinenser stehen unter Kriegsrecht, während die ca. 350.000 jüdischen „Siedler“ das Zivilrecht in Anspruch nehmen können. Der rassische Charakter dieser Situation wird auch dadurch verdeutlicht, dass alle Siedler im WJL diese Bürgerrechte genießen, nur weil sie Juden sind: es ist also egal, ob sie israelische Staatsbürger sind oder nicht.

Dieses – an sich schon problematische – doppelgleisige Rechtssystem ist bezeichnend für für ein Apartheid-Regime, wenn es mit einem diskriminativen Land-Management gekoppelt ist, in dem „Jüdisch-nationale“ Institutionen „Staatsland“ exklusiv im Interesse der jüdischen Bevölkerung verwalten.

(Im Annex I des Berichtes werden diese illegalen und unmenschlichen Praktiken  detaillierter geschildert)

D 4 / Zone 4: DIE FLÜCHTLINGE

Bezieht sich auf die (mind. 6 Millionen) palästinensischen Flüchtlinge, die seit Jahrzehnten in den  Nachbarländern (als Menschen zweiter Klasse) bzw. in Flüchtlingslagern leben müssen. Der israelische Staat verbietet ihnen, in ihre Heimat zurückzukehren (Israel und die besetzten Gebiete). Dieser eklatante Verstoß gegen das Völkerrecht  wird mit dem Argument der „demographischen Bedrohung“ begründet, also der Tatsache, dass die „Araber“ dann die Mehrheit der Bevölkerung darstellen würden (eigentlich normal in einem arabischen Land) und damit der „Judenstaat“ nicht mehr zu halten wäre. Damit wird die rassische Diskriminierung klar sichtbar.

Dieser Report kommt zu der Erkenntnis, dass diese vier „Domänen“ in ihrer Gesamtheit betrachtet, „den Zweck haben als dauerhaftes Herrschaftssystem über Nicht-Juden zu fungieren, in allen Gebieten unter exklusiv-israelischer Kontrolle.“

DIE „EINZIGE DEMOKRATIE“ IM NAHEN OSTEN?

Die Autoren des Berichtes gehen der Fairness halber auch auf die „Gegenargumente“ Israels ein und stellen klar, dass keines dieser Argumente einer kritischen Überprüfung standhält, z.B.

  • Der „jüdische Staat“ sei genauso legitim wie der „französische“ Staat
  • Die (brutale) Behandlung der Palästinenser ist kein Indiz für einen bestimmen Zweck (schon gar nicht, den der Herrschaft) …
  • sondern ein vorübergehender Zustand, der sich aus dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis Israels ergibt … usw.

DIE JÜDISCHE DOMINANZ IST UNANTASTBAR

Zwar gibt es palästinensische (arabische) Parteien im Parlament (Anteil etwa 10%), die für „Reformen“ plädieren können, doch es ist (durch das „Grundgesetz“, Art. 7) verboten, genau jene Gesetzgebung anzufechten, die die rassische Diskriminierung aufrecht erhält und „legitimiert“: Jede Partei, die diesen Zustand ändern will, ist automatisch illegal.

Das Argument, der Apartheid-Vorwurf sei haltlos, denn die Palästinenser in Israel hätten doch das Wahlrecht, wird ebenfalls als fadenscheinig entlarvt:  das Wahlrecht alleine nutzt gar nichts, wenn man sonst keine legalen Mittel hat, sich gegen andauernde Diskriminierung zu wehren und durch das „Grundgesetz“ wird genau das sichergestellt: es verbietet allen politischen Parteien den „jüdischen“ und daher rassischen Charakter des Staates in Frage zu stellen.  Damit wird aber eine Ethnokratie begründet und nicht eine Demokratie (wo alle gleichbehandelt werden müssen).

Dazu die Autoren:

„Das „Wahlrecht“ wird bedeutungslos (im Kontext einer demokratischen Gleichberechtigung) wenn einer Volksgruppe verboten wird, Gesetze anzufechten, die ihre eigene Ungleichheit aufrechterhalten. Eine Analogie dazu wäre ein System, in dem die Sklaven zwar wählen dürfen, aber nicht, wenn es um die Abschaffung der Sklaverei geht. Solche Gesetze können vielleicht kosmetische „Reformen“ ermöglichen (bessere Lebensbedingungen etc.), doch ihr Status und (die daraus resultierende)  rechtliche Verwundbarkeit als bloße „bewegliche Sachen“ würde sich nicht ändern. Israelische Gesetze verbieten organisierten Widerstand gegen die Jüdische Dominanz, machen ihn illegal und sogar staatsgefährdend.“

WER  IST  EIN VOLK  UND  WER NICHT?

Aus Sicht der Zionisten gibt es kein „palästinensisches Volk“ sondern  nur „Araber“,  denen keine nationale Identität zuerkannt wird, doch der ICJ hat (im Zusammenhang mit dem Bau der Trennmauer) im Juli 2004 eindeutig festgelegt, dass diese Frage seit Mitte der 1990er Jahre geklärt ist und somit auch das  Recht auf  deren Selbstbestimmung NICHT in Frage zu stellen sei:

ICJ Pal self-determination

Jede diplomatische Initiative, den „Nahost-Konflikt“ zu beenden, ist zum Scheitern verurteilt, solange dieses Recht von Israel nicht grundsätzlich anerkannt wird, während gleichzeitig in klassischer „crying & shooting“ Manier  den Kritikern der israelischen Herrschafts-Politik unterstellt wird, sie würden Israel dieses Recht aberkennen wollen.

Die „jüdische Identität“ vereine jedoch mehrere, widersprüchliche Elemente in sich, so die Autoren des Berichtes:

Shlomo Sand InventionDer Judaismus sei ein religiöses Glaubensbekenntnis, dem sich jeder anschließen kann, wenn er bereit ist, den entsprechenden Prozeduren Folge zu leisten;  auf dieser Grundlage argumentieren Gegner der israelischen Politik, dass „Jüdisch-Sein“ keine nationale, sondern nur eine religiöse Identität sei und demnach Juden auch kein „Volk“ (im Sinne des Völkerrechts) seien.

Daraus wiederum ergibt sich, dass sie auch kein Recht auf nationale Selbstbestimmung haben (weil sie eben keine „Nation“ sind, wie Deutsche, Franzosen, etc.).

Unterstützer Israels benutzen das gleiche Argument um zu bestreiten, dass der jüdische Staat Ausdruck von Rassismus sei.  Wenn die Juden keine Rasse sind, kann der Zionismus auch nicht als rassistische Ideologie bezeichnet werden*.

*ANMERKUNG:  Das ist auf den ersten Blick betrachtet, richtig, aber die Überzeugung, man sei anderen Gruppen überlegen, (u.a. weil man als Jude von Gott „auserwählt“ sei) beruht ja nicht unbedingt auf der bewiesenen (biologischen) Zugehörigkeit zu einer eigenen Rasse, sondern darauf, dass man die „anderen“ (in diesem Fall „Araber“) kollektiv als minderwertig einstuft. (Die Kabbalah-Anhänger sehen in allen Nicht-Juden sogar eine Erscheinungsform des Satans)

Doch die Autoren des Berichtes sehen diese Einwände als fehlerhaft an, da religiöse Kriterien alleine nicht ausreichen, um zu definieren, was „Jüdisch-Sein“ bedeute. Sie betonen u.a. , dass Leitfiguren des Zionismus wie Max Nordau oder Vladimir Jabotinsky regelmäßig den Begriff „jüdische Rasse“ verwendet hätten und bis heute jüdische Organisationen wie der JNF seine Ziele  so beschreiben: „ …zum Vorteil jener, die  der jüdische Rasse angehören oder  jüdischer Abstammung sind“.

In keiner dieser Quellen sei der jüdische Glaube auch nur erwähnt (weil dieser ja auch verschiedene Ausprägungen hat und es – vor allem in den Industrieländern – sehr viele Juden gibt, die sich überhaupt nicht mehr für religiöse Themen interessieren).

WER IST EIN JUDE und KANN MAN AUCH „JÜDISCH“ WERDEN?

Das  Anliegen sei alleine die Abstammung, heißt es im Bericht:  Die Halacha (Gebote u. Verhaltensregeln des Judentums, die unterschiedlich von Rabbis interpretiert werden) legt fest, dass die jüdische Identität von der Mutter auf das Kind übertragen wird, egal ob die Betreffenden tatsächlich religiöse Praktiken einhalten oder gläubig sind.

ANMERKUNG: Wie absurd  das ganze ist, kann man z.B. an der Heirat von Ivanka Trump demonstrieren, die – weil ihr Ehemann „jüdisch“ ist (Jared Kushner), vor der Eheschließung zum Judentum konvertiert ist – denn nur dann gelten ihre Kinder als „jüdisch“. Damit wird aber klar demonstriert, dass der Begriff „jüdisch“ eben nichts mit genetischer Abstammung oder seit Jahrhunderten gelebter Kultur zu tun hat (schon gar nicht über 2000 Jahre).

Der israelische Staat hat diese zentrale Rolle der Abstammung in seinem Rückkehr-Gesetz  (5. Juli 1950 – 1970 geändert) betont:

Jude“ bedeutet (im Rahmen dieses Gesetzes) eine Person, die von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder zum Judaismus konvertiert ist und nicht einer anderen Religion angehört.“  

Dies sei deshalb entscheidend für den Diskurs über jüdische Identität in Israel, denn die „direkte Abstammung seit der Antike“ wurde und wird als Hauptargument von Zionisten dafür benutzt,  das Recht auf Selbstbestimmung in Palästina (Israel) heute (tausende Jahre später) geltend zu machen. In dieser Sichtweise haben alle Juden eine besondere Beziehung und besondere Rechte auf das Land in Palästina, das ihnen (lt. religiösen Schriften) durch einen Bund mit Gott zusteht. Einige Zionisten sehen sogar in Israel den Nachfolgestaat der jüdischen „Königreiche von Saul, David und Salomon“.

Auch in der Unabhängigkeitserklärung Israels wird diese Haltung ausgedrückt und damit ein „unabdingbares Rückkehrrecht“ begründet, das über menschengemachtes Recht (lex humana) gestellt wird und damit quasi „göttlichen“ Status erhält:

„The Land of Israel  was the birthplace of the Jewish people. Here their spiritual, religious and political identity was shaped. Here they first attained to statehood, created cultural values of national and universal significance and gave to the world the eternal Book  of Books. After being forcibly exiled from their land, the people kept faith with it throughout their Dispersion and never ceased to pray and hope for their return to it and for the restoration in it of their political freedom. Impelled by this historic and traditional attachment, Jews strove in every successive generation to re-establish themselves in their ancient homeland. In recent decades they returned in their masses. […]“

2 jews against Israel

Man braucht kein Rechtsphilosoph zu sein, um zu erkennen, dass diese realitätsfremden, religiös-inspirierten Behauptungen als Basis für rechtliche Ansprüche unhaltbar sind  … (was die orthodox-jüdischen Herren oben im Bild offenbar – aus anderen Gründen – auch so sehen…)

So schrieb z.B. ein Mitglied der UNSCOP-Kommission (deren Bericht die Basis für die Teilung Palästinas im Jahr 1947 war- siehe Teil 2) aus Indien, der Anspruch, die Juden seien die „Urbevölkerung“ Palästinas, sei erstens höchst fragwürdig und zweitens sei es inakzeptabel solche Behauptungen als Basis für Rechtsansprüche zu akzeptieren:

Sich auf eine Vertreibung zu berufen, die vor 2.000 Jahren stattgefunden haben soll, egal wieviele religiöse Gefühle damit verbunden sind, erscheint mir als völlig ungerechtfertigt. Eine Vielzahl von Völkern eroberten verschiedene Länder zu verschiedenen Zeiten, wurden letztlich wieder besiegt und daraus vertrieben.  Kann deren Verbindung mit einem einst eroberten Land, egal wie lange das her ist, ihnen als Grundlage für einen Titel dienen, wenn auch nur ein Jahrhundert vergangen ist? Wenn das so wäre, könnten die Muslime Ansprüche auf Spanien erheben, das sie viel länger regierten (Anm: 70o Jahre in Andalusien)), als die Juden Teile von Palästina.

Außerdem kann dieser Anspruch keinesfalls von jenen erhoben werden, die erst später zum Judaismus konvertiert sind. Die Khazaren aus Osteuropa, eine türkisch-finnische Rasse, mussten gegen Ende des 7. Jahrhunderts kollektiv zum Judentum übertreten. Können deren Nachfahren wirklich Rechte geltend machen, weil die Vorfahren ihrer Glaubensgenossen einmal in Palästina waren?

Im Bericht der ESCWA heißt es dazu:

Mit dieser behaupteten „durchgängigen Abstammung“ seit der Antike sollen kollektive Ansprüche auf das „Land Israel“ (Eretz Israel) einer ganzen Gruppe (aus verschiedenen Ländern kommend) gerechtfertigt werden. Die damit unvereinbare Behauptung, das Judentum sei nicht an eine Rasse gebunden, da es sich um eine Religion handle, zu der andere konvertiert seien, zeigt wie widersprüchlich die Argumentation ist.

Daher beruht der Anspruch, Palästina als das exklusive Heimatland des jüdischen Volkes anzusehen, auf eine rassischen Auffassung beider Gruppen. Juden und Palästinenser sind daher nach der CERD- und der Apartheid-Konvention  als „rassische Gruppen“ einzustufen.  Die Autoren schreiben weiter:

southafrica_germany_palestine_pppa„Die Ausgestaltung eines Apartheid-Regimes spiegelt die Geschichte und Demographie des jeweiligen Landes wider, durch die die Doktrin der rassischen Überlegenheit geformt wird. Deshalb besteht die erste Aufgabe darin, zu untersuchen, wie durch die lokalen Bedingungen eine solche Umgebung entstanden ist“.

(Mehr über den politischen u. historischen Hintergrund im nächsten Teil)

 

Unmenschlich. Ungeheuerlich. Unantastbar.

 

TrumpBibi kiss

Welcher kleine, aber trotzdem mächtige Staat hat sich diese Adjektive wirklich hart verdient? Ein Staat, der heuer sein 70-jähriges Bestehen feiert, aber noch immer keine festen Grenzen und keine Verfassung hat?

Man muss diesem Staat wirklich zu seiner „Chuzpah“ gratulieren, denn rechtzeitig zum „70er Jubiläum“ hat man es geschafft, ganze 80 Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates einfach zu ignorieren. Und jetzt auch noch Jerusalem „geschenkt“ von Trump!

Das Problem mit diesem seltsamen Staat, das bis heute existiert,  hat die amerikanische Journalistin Dorothy Thompson (1893-1961) schon 1951 auf den Punkt gebracht, indem sie Israel als „einzigen Staat der Welt“ bezeichnete, „der schon bei seiner Geburt heilig gesprochen wurde“.

Dass dafür der „Holocaust“ politisch bzw. emotional ausgeschlachtet wurde (obwohl der Zionismus schon begann, als Hitler noch ein Kleinkind war und die Zionisten nachweislich mit den Nazis kooperiert haben – siehe Lenni Brenner und Alison Weir), ist offensichtlich. Wie perfide das ist, wird aber nur dann klar, wenn die schockierenden Verbrechen der Zionisten (bis heute) bzw. die Psychopathologie dahinter nicht länger totgeschwiegen werden.

Wir kennen das ja alle aus den Medien: Jeder, der es wagt, das wahre (brutale) Gesicht des israelischen Staates zu zeigen, wird wie ein Häretiker (sprich: Mega-Arschloch) behandelt. Der Scheiterhaufen bleibt ihm erspart, doch die Diffamierung, Ausgrenzung und der mediale „shit-storm“, der über diese Person hereinbricht, kann sich durchaus mit dem Fanatismus der „heiligen Inquisition“ messen.

Man braucht aber heute keine Folterapparate mehr, um Kritiker und Dissidenten zum Schweigen zu bringen, es reicht heute ein einziges Stigma-Wort: Anti-Semit. (z.B. eingesetzt bei Günter Grass)

Dorothy Thompson gehörte zu den angesehendsten und einflussreichsten Journalisten ihrer Zeit, doch ihr „heldenhafter“ Status in der Öffentlichkeit änderte sich schlagartig, als sie das künstliche, positive Image der Zionisten ins Wanken brachte.

Nachdem sie 1945 das „Heilige Land“ besucht hatte und sah, was dort passierte, erkannte sie, dass man sie und andere Unterstützer der jüdischen Einwanderung massiv getäuscht hatte. Die (damals noch geplante) Errichtung eines jüdischen Staates sei quasi eine „Garantie für einen ständigen Krieg“ und die Absicht sei nicht bloß, eine „Heimstätte“ für Juden zu errichten, sondern einen aggressiven, zionistischen Staat, der sich zur dominierenden Macht im Nahen Osten entwickeln sollte.

DEIR YASSIN:  70 JAHRE „WEGSCHAUEN“

Die Berichte über das Massaker im Dorf Deir Yassin (nahe Jerusalem) im April 1948 ließen die schlimmsten Befürchtungen von Thompson wahr werden und schockierten die Öffentlichkeit:

nakbabynumbers_pppaNach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes (IRC) wurden 245 Leichen gefunden, darunter 145 Frauen, von denen 35 schwanger waren. Sie fanden Menschen, die enthauptet oder aufgeschlitzt waren und eine hochschwangere Frau, der man direkt in den Bauch geschossen hatte. Jacques de Reynier, der Leiter der IRC-Delegation in Palästina beschreibt seine Eindrücke am 11. April 1948, als die zionistischen Terror-Truppen noch immer Blutspritzer auf ihren Kleidern hatten (und stolz darauf waren):

„I tried to go into a house. A dozen soldiers surrounded me, their machine-guns aimed at my body, and their officer forbade me to move … I then flew into one of the most towering rages of my life, telling these criminals what I thought of their conduct, threatening them with everything I could think of, and then pushed them aside and went into the house…I found some bodies, cold. Here the „cleaning up“ had been done with machine-guns, then hand grenades. It had been finished off with knives, anyone could see that … as I was about to leave, I heard something like a sigh. I looked everywhere, turned over all the bodies, and eventually found a little foot, still warm. It was a little girl of ten, mutilated by a hand grenade, but still alive …

Reynier schrieb später, die ganze Szenerie habe ihn an die Brutalität der SS-Truppen in Griechenland erinnert.

Überlebende Augenzeugen berichteten von Vergewaltigungen sowie Exekutionen von Kindern, die in einer Reihe aufgestellt waren,  (Pappe, S. 90) Der Sohn des Dorfvorstehers wurde vor den Augen seiner Mutter und Schwestern erschossen. Auch 30 Babys wurden ermordet.

Etwa 40 Dorfbewohner (Männer, Frauen und Kinder) wurden gefangengenommen und dann in den Straßen West-Jerusalems vorgeführt, wo sie bespuckt beschimpft und mit Steinen beworfen wurden (und letztlich auch getötet ).

Das „Ungeheuerliche“ an diesem Massaker (das nicht das einzige war) ist nicht nur die ekelhafte Brutalität (drei Jahre nach Auschwitz), sondern die Tatsache, dass die arabischen Dorfbewohner einen Nicht-Angriffspakt mit der Hagana (jüdische, paramilitärische Einheit, aus der später das israelische Militär hervorging) abgeschlossen hatten.

Wie Ilan Pappe betont, hat man den Terror und das Morden in Deir Yassin in erster Linie der Irgun und der LEHI ( zionistischen Terror-Kommandos) überlassen, so konnte sich  die Hagana einreden, das Abkommen nicht gebrochen zu haben. Die damaligen Anführer dieser Terroristen, Menachem Begin und Yitzak Shamir wurden später Premierminister von Israel.

Als Begin im Dezember 1948, also nur wenige Monate später, in die USA reiste, um für Israel und seine Partei zu werben, schrieb Albert Einstein (u.a.) einen empörten Brief an die New York Times (siehe weiter unten).

Die (von Gott verliehene) „moralische Überlegenheit“ der Zionisten – auch im Kampf – muss (aus religiösen Gründen) gewahrt werden, auch wenn sie eine krankhafte Illusion ist.

DER LANGE SCHATTEN DER VERGANGENHEIT

Haaretz burned bodies DrYassin

2017 wurde bei einem Filmfestival in Jerusalem eine Dokumentation über Deir Yassin präsentiert: „Born in Deir Yassin” Die Regisseurin Neta Shoshani gab der Zeitung Ha’aretz ein Interview dazu und berichtete, was sie in Archiven ausgegraben (viels ist bis heute als „geheim“ eingestuft) bzw. aus Gesprächen mit Beteiligten gelernt hatte:

Prof. Mordechai Gichon, ein (inzwischen verstorbener) IDF-Reserve-Offizier, der damals nach dem Massaker für die Hagana einen Bericht verfassen sollte, sagte ihr dazu:

“Wenn man an einem zivilen Ort ist und überall tote Menschen herumliegen, dann sieht das nach einem POGROM aus. Wenn Kossacken in jüdische Vierteil einfielen, hat das wohl auch so ausgesehen.

Man hatte das Gefühl, hier hatte ein ABSCHLACHTEN stattgefunden und es war schwer für mich, mir einzureden, es sei eine Selbstverteidigung gewesen … wenn Zivilisten getötet werden, nennt man das ein Massaker.“

Worte von Josef Zettler, der damals Kommandeur der Lehi-Milizen war, hinterlassen auch einen bitteren („braunen“) Nachgeschmack (zuerst brüstet er sich damit, wie man Granaten in die Häuser warf …), dann sagt er, man habe „Fehler“ gemacht:

Sie nahmen die Toten, stapelten sie übereinander und zündeten sie an. Es fing an zu stinken …“

Yair Tsaban, ein ehemaliger Abgeordneter der Knesset erinnert sich, dass er (mit anderen Mitgliedern der Jugend-Brigaden) nach Deir Yassin geschickt wurde, um die Opfer zu vergraben (aber nicht aus Pietät):

Es war notwendig, die Spuren des Tötens zu verwischen, weil das Rote Kreuz jeden Moment auftauchen konnte und die Berichte und Bilder über die Ereignisse würden für das Image der „Unabhängigkeit“ sehr schädlich seien.

Ich sah ganz schön viele Leichen, kann mich nicht daran erinnern, dass ein Kämpfer dabei war. Gar nicht. Ich erinnere mich hauptsächlich an Frauen und alte Männer.“

Tsaban widerlegt die Propaganda-Lüge, die meisten Dorfbewohner seien  „im Feuergefecht“ getötet worden:

„Ein alter Frau und ein alter Mann, die mit dem Gesicht zur Wand in einer Ecke sitzen, mit Einschüssen im Rücken? Das war kein Schusswechsel, auf keinen Fall.“

VERGLEICH MIT „NAZIS“ EIN SICHERES ZEICHEN FÜR ANTI-SEMITISMUS?

Angesichts dieser Aussagen ist es kein Wunder, dass dieses Verbrechen (nicht das einzige Massaker laut Pappe) in der ausländischen Presse mit denen der Nazis (nicht in der Dimension des Grauens, aber mit dem völlig fehlenden Unrechtsbewusstsein) verglichen wurde. Doch die Zionisten störte das nicht, im Gegenteil: Die extreme Brutalität sollte ja eine Botschaft an die anderen palästinensischen Dörfer senden: Wenn ihr diesem Terror entgehen wollt, dann müsst ihr „freiwillig“ gehen. Die Perfidie dieser Orwell’schen Formulierung muss wohl nicht extra betont werden.

Die Terrorisierung (Vertreibung bzw. Enteignung und Entrechtung) von hunderttausenden Menschen – die ja weniger dramatisch, aber nicht weniger unrecht, bis heute anhält – kann man auch als „demographic engineering“ oder notwendigen „Transfer“ bezeichnen. Das klingt doch gleich viel besser, wenn man ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit rationalisieren will.

Deir Yassin „verschwand“ also und stattdessen entstand der „israelische“ Ort Kfar Shaul. Die wenigen Gebäude, die nach dem Überfall von 1948 noch standen, sind heute Teil eines psychiatrischen Krankenhauses. Das ist die ultimative Ironie:

Denn Leute, die die Bibel für politische Zwecke als absurde Enzyklopädie missbrauchen und seit Jahrzehnten mit enormer Skrupellosigkeit vorgehen, ohne jedes Mitgefühl für ihre Opfer, Respekt für deren Rechte oder das Völkerrecht,  gehören in die Psychiatrie (genauso wie ihre größten „Freunde“ in den USA).

EINSTEIN IST EMPÖRT

Einstein_1948Auch Albert Einstein und Hannah Arendt (u.a.) waren entsetzt über den Terror (und die organisierte Täuschung über die wahren Absichten der Zionisten) in Palästina und machten ihrer Empörung in einem Brief an die New York Times Luft., der am 4. Dezember 1948 veröffentlicht wurde (weil Begin damals in den USA für Unterstützung warb).

Hier nur ein Absatz daraus (deutsche Übersetzung-Original Englisch), in der Einstein die „Freiheits“-Partei von Menachem Begin so beschreibt:

Eine Partei, die in ihrer Organisation, ihren Methoden, ihrer politischen Philosophie und sozialer Wirkung große Ähnlichkeit mit Nazi- und faschistischen Parteien hat. Sie wurde geformt aus den Mitgliedern und Anhängern der ehemaligen Irgun (Zvai Leumi), eine terroristische, rechte, chauvinistische Organisation in Palästina.“

(Mehr aus dem Brief gibt es im Anhang weiter unten)

ETHNISCHE  SÄUBERUNG  IM  SCHEINHEILIGEN LAND

Pappe Ethnic cleansingEine wissenschaftlich-fundierte Schilderung der organisierten Grausamkeiten im Zuge der „Staatsgründung“ hat ja der israelische Historiker Ilan Pappe mit seinem erschütternden Buch über die eiskalt geplanten, ethnischen Säuberungen vorgelegt. Auch sein neuestes Buch entlarvt wieder Mythen, die die wahren Umstände der Gründung des israelischen Staates – bis heute – verschleiern.

Als dann 1948  750.000 ausgezehrte Flüchtlinge aus Palästina in Zeltlagern aufgefangen wurden (darunter 250.000 Kinder), wurden die schlimmsten Befüchtungen von Dorothy Thompson wahr. (Nur 20% der in den Lagern geborenen Kinder wurden 1950 älter als 6 Monate …).

Und hier muss man einhaken und einen Bezug zur Gegenwart herstellen:

Diese „Flüchtlingslager“ existieren mit wenigen Ausnahmen noch heute (mehr dazu weiter unten).

Die Palästinenser sind das einzige Volk, dass über einen Zeitraum von 70 Jahren (z.T. immer wieder) vertrieben wurde bzw. bis heute gezwungen ist, so ein menschenunwürdiges, tristes Leben zu führen. Der Terror im Dritten Reich war furchtbar, hörte aber 1945 auf.

Der Terror der „rechten“ Zionisten hörte nie auf.  Und Deutschland schaut seit 70 Jahren zu.

Das ist die „Schuld“ die man heute noch laut beklagen muss. Eine ewige Kollektivschuld für furchtbare Verbrechen, die vor 80 Jahren begangen wurden, gibt  es nicht.

inhumane 2Denn die Lehre aus dem Massenmord im Dritten Reich ist nicht, dass man  dem Staat Israel „in den Hintern kriecht“ bzw. das Denken einstellt, sobald die Wörter “Israel“ oder „Juden“ fallen und nur mehr mit dem Kopf nickt, wenn die verlogenen Sätze von der „Selbstverteidigung“ fallen.

Die Lehre muss sein, dass man nicht tatenlos zuschaut – oder wegschaut – wenn Menschen gedemütigt, enteignet und systematisch entrechtet werden. Auch- und gerade dann nicht – wenn Juden bzw. Zionisten diesmal nicht Opfer, sondern Täter sind.

Kommen wir zurück zu Dorothy Thompson:

Dorothy Thompson IsraelBei einer Jahresversammlung des American Council for Judaism (1949) in Philadelphia warnte sie davor, wie amerikanische Juden durch zionistische Propaganda indoktriniert werden. Man rede ihnen ein, (schürt also Angst) dass Juden (in den USA und überall auf der Welt) nur geduldet werden und dass die Zustände in Nazi-Deutschland sich jederzeit auch in Amerika einstellen könnten. (Niemand wäre freiwillig aus den USA nach Israel gegangen).

Außerdem gäbe es noch eine Tendenz, die ebenso gefährlich sei, denn sie betrifft auch Nicht-Juden: Die Gegner des Zionismus bzw. alle, die irgendetwas an Israelischer Politik kritisieren, zu „Anti-Semiten“ abzustempeln.“

(Sie weigerte sich, „dieser Art von Erpressung“ nachzugeben, doch wie mächtig die Zionisten-Lobby war und ist, musste sie bald erfahren: ihre Karriere wurde ruiniert. Die mutige Journalistin, die von TIME zur einflussreichsten Frau der USA gekürt worden war (nach First Lady Eleanor Roosevelt) und sogar selbst als Präsidentschaftskandidatin in Frage kam, wurde nicht nur diffamiert, sie „verschwand“ quasi aus der Geschichte als scharfe Kritikerin des Zionismus (siehe den deutschen Wikipedia-Eintrag zu ihr, der kein Wort dazu verliert)

Damit hatte sie den Nagel auf den Kopf getroffen – diese perfiden Methoden werden bis heute eingesetzt, wie wir ja immer wieder sehen und 70 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs fällt selbst der deutsche Bundespräsident noch immer darauf herein: Wer israelische Flaggen verbrennt, MUSS ein Anti-Semit sein, so die einzementierte Denk-Schablone, eine andere Erklärung darf es nicht geben.

1951 sprach Thompson noch einmal vor dem ACJ und betonte, dass Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten nur dann möglich sei, wenn die USA damit aufhören würde, diesem Land so gut wie alles zu erlauben und wenn die vertriebenen Araber für ihren Verlust entschädigt werden.

Auch damit hatte sie natürlich Recht, doch da die USA bis heute eine „special relationship“ mit ihrem perfiden „Verbündeten“ pflegt, ist jedes Gerede von einem „Friedensprozess“ nur ein Zeichen für die Verblödung unserer Medien und die moralische Verkommenheit unserer Politiker.

Dorothy Thompson kritisierte auch die Diskriminierung der restlichen Palästinenser (dank der brutalen Vertreibungen zu einer Minderheit von 15% im eigenen Land reduziert) innerhalb Israels:

Entgegen aller Behauptungen der Zionisten muss die arabische Bevölkerung als Bürger zweiter Klasse leben und schwerwiegende Beschränkungen ihrer Rechte hinnehmen. Die Tatsache, dass Araber auch in der Knesset (Parlament) sitzen, bedeutet nicht, dass sie gleichberechtigt mit den Juden sind. Und es sind diese Statuten, die den Strom arabischer Flüchtlinge aus Palästina bis heute nicht enden ließen.“

Das ist – aus heutiger Perspektive – die wichtigste Feststellung von Thompson, weil diese systematische Diskriminierung – und die daraus resultierende Brutalität – der Beweis für die rassistische Dimension des Zionismus ist und somit dessen Anspruch als moralisches, emanzipatorisches Projekt wahrgenommen zu werden, ad absurdum führt.  (Mehr dazu in Teil 2)

Rogue Holy Land

Anders gesagt: Israel ist ein Unrechtsstaat, daran besteht kein Zweifel. Davon gibt es auch andere, aber es ist der einzige Unrechtsstaat, der einen „Heiligenschein“ bekommen hat. Doch bei näherer Betrachtung erweist sich dieser eher als Blendgranate.

MENSCHENRECHTS-VERLETZUNGEN SEIT 70 JAHREN: WHO CARES?

Dass diese schweren Menschenrechtsverletzungen durch Israel aber bei uns – wenn überhaupt – nur Randnotizen der Medien sind, zeigt auf erschreckende Weise, dass die zionistische „DenkPolizei“ noch immer sehr effektiv ist.

Das Zentrum für Menschenrechte der Universität in Berkeley / Kalifornien hat kürzlich einen Bericht über den unverhältnismäßigen (täglichen / grundlosen) Einsatz von chemischen Reizgasen („Tränengas“) in dicht bevölkerten, palästinensischen Flüchtlingslagern veröffentlicht, der die systematische Brutalität der israelischen Regierung deutlich macht. Der Titel spricht Bände: No Safe Space

Die zwei genannten Lager sind Aida und Dheisheh. (Wir konzentrieren uns hier auf Aida).

we cant live Aida Camp

Das Lager Aida befindet sich etwa 2 km nördlich des historischen Zentrums von Bethlehem. Es wurde 1950 errichtet und bestand damals aus ein paar hundert Flüchtlingen, die in rund 100 Zelten untergebracht waren.

Heute leben dort leben 6.400 Menschen auf einer Fläche von 0,071 km². (In Dheisheh leben 15.000 Menschen auf 0,3 km²). Das entspricht einer Bevölkerungsdichte zwischen 80.000 und 90.000 Personen pro km².

Zum Vergleich die Bevölkerungsdichte in den 3 größten, deutschen Städten (erhoben 2015 pro km²):

Berlin: 3.948                 Hamburg: 2.366                       Bremen: 1.599

Sarkastische Anmerkung:

bethlehem walledDie „Heiligen drei Könige“ hätten also heute keine Chance, nach Bethlehem zu gelangen, das macht aber  gar nichts, denn der „Heiland“ müsste dann ebenso hinter der Mauer, in einem Slum zur Welt kommen …!

Aida ist aber nicht nur völlig überfüllt sondern auch durch eine 8m hohe Mauer von Ost-Jerusalem abgetrennt worden, damit die israelischen Pilger auf dem Weg zu „Rachels Grab“ (bei Bethlehem) nicht gestört werden und die israelischen Eindringlinge in der „Siedlung“ Gilo sich nicht belästigt fühlen, durch die Anwesenheit der schmuddeligen „Araber“. Das Camp hat Gefängnischarakter, weil es von Wachtürmen (mit Scharfschützen) umringt ist (zusätzlich zur Mauer).

Im Camp gibt es ein Jugend-Kulturzentrum, einen Fußballplatz, aber keine Krankenhäuser. Die Wasserversorgung wird regelmäßig unterbrochen (die jüdischen Siedler brauchen ein Vielfaches davon pro Kopf), oft auch als „Bestrafung“ für Proteste. Deshalb sieht man auf den Hausdächern schwarze Wassertanks.

Die Kanalisation ist  in schlechtem Zustand. Repariert wird kaum etwas, denn die Palästinenser sollen ja letztlich „rausgeekelt“ werden.  Die Arbeitslosigkeit im Camp liegt bei 50%.  Die wenigen, die Arbeit haben, müssen um 2 Uhr morgens aufstehen, um rechtzeitig nach Jerusalem zu kommen (so viele Umwege, Barrikaden bzw. Checkpoints müssen sie wegen dem Apartheid-System überwinden. Es gab seit 15 Jahren keine Lohnerhöhung mehr.

ALLE befragten Personen im Camp sagten aus, sie seien im vergangen Jahr Tränengas ausgesetzt gewesen. Außerdem wurden sie mit Blendgranaten, Stinkwasser (85%), Pfefferspray (54%) und Plastikpatronen (52%) traktiert.

Pic3-Aida-22Dec2017Die Autoren des  Untersuchungsberichtes betonen, dass das jederzeit mögliche, willkürliche Eindringen der israelischen Soldaten (auch nächtliche Überfälle und Razzien in Wohnungen sind „normal“)  zu den größten Stressfaktoren im Lager gehört, was vor allem die Kinder traumatisiert. Das Einströmen von Tränengas (auch in Schulen und Kinderbetreuungs-Zentren) ist auch kein Einzelfall. Trauriges Fazit:

Es gibt keinen Ort (und keine Zeit) mehr, wo sie sich sicher und geborgen fühlen können. (Seite 3)

Dieser Dauerstress führt natürlich auch zu chronischen Krankheiten und im Lager gibt es keine richtige medizinische Versorgung (das ist ja Teil des Planes, die „Araber“ loszuwerden), nur außerhalb der Mauer.  Viele haben Angst, sich behandeln zu lassen, weil die Soldaten dann die Patientendaten benutzen, um die Teilnehmer an Protesten auf eine „rote“ Liste zu setzen.

IDF pal childWas für eine Hölle ist es, so zu leben? Kinder, die hinter Mauern in einem Ghetto aufwachsen und – per Geburt (als „Araber“ und damit Nicht-Juden) schikaniert und entrechtet (und immer wieder auch getötet) werden?

(Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor, Herr Steinmeier?)

Mit dem Gefühl, dass man nichts gegen das Unrecht tun kann, außer zu protestieren? Wofür man dann auch noch extra betraft oder gleich erschossen wird…

Wen interessiert das hier? ARD, ORF und ZDF sicher nicht und Herrn Steinmayr auch nicht, denn dann käme so mancher auf die Idee, das Verbrennen israelischer Flaggen oder das Werfen von Steinen auf israelische Soldaten habe tatsächlich ein reale, politische Ursache.

Die „Empfehlung“ der Autoren an die isrealische Regierung, bzw. die Erinnerung, sie sei als Besatzungsmacht für das Wohlergehen der Palästinenser (als „protected persons“ müsse Israel ihre Rechte respektieren) verantwortlich, kann da nur mehr als schwarzer Humor gewertet werden.

victimhood TMDie israelische Regierung schert sich einen Dreck um irgendwelche „Rechte“ von Arabern, weil sie seit Jahrzehnten weiß, dass sie von niemandem für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wird. Dass die Journalisten schön brav innerhalb des „elektrischen Zauns“ bleiben, den die Zionisten errichtet haben (und den Dorothy Thompson zu spüren bekam), garantiert die Homogenisierung und Sterilisierung der „Nachrichten“ aus dem scheinheiligen Land.

Das ist eine ungeheuerliche Macht (die sonst nur die USA hat). Darauf kann man sich etwas einbilden.

Moment mal, es heißt doch immer „Israel habe das Recht, sich zu verteidigen“, oder? Gegen diese „gewaltbereiten“ Palästinenser, die alle irgendwie als „Terroristen“ einzustufen sind …weil sie Juden einfach hassen?

Dieser Hasbara-Bullshit wird uns seit Jahren vorgesetzt und wer die Wahrheit kennt, kann nur mehr sagen: Es kotzt uns an. Diese verlogenen PR-Sprüche kann keiner mehr hören. Die Realität wird auf den Kopf gestellt: Nicht die Palästinenser bedrohen die jüdischen Israelis, sondern der Staat Israel schikaniert, demütigt und bedroht die Palästinenser seit Jahrzehnten, vor allem wenn sie „aufmüpfig“ sind.

Auf der Website zur No Safe Space Studie findet man auch Fotos und Videos aus den Flüchtlingslagern bzw. über Proteste in Bethlehem. Dazu gibt es eine Liste von erklärenden Texten, hier nur zwei Beispiele daraus:

Pic4-Aida-22Dec2017

Bilder 1-4:  Die israelische Grenzpolizei „verschießt“ willkürlich Tränengas im Lager Aida (auch direkt in Häuser und auf Spielplätze – ) obwohl es weder Zusammenstöße noch Unruhen gab. Nach Zeugenaussagen ist das ein übliches Vorgehen (von UNRWA Mitarbeitern bestätigt).

13-AidaSchool-11Dec2017

Bild 13: Am 11. Dezember 2017 wurden mehr als 140 Tränengas-Kanister auf dem Spielplatz einer Schule im Lager Aida aufgesammelt. Alle waren an den beiden Tagen davor dort gelandet.

Auch die Videos sind sehr aufschlußreich (was die Täter- bzw. Opferrolle betrifft), hier 2 Beispiele:

Video 1: (vom 22. Dezember 2017)

Israelische Sicherheitskräfte (ISK, vermummt) benutzen das VENOM-Verteilersystem (montiert auf einem Militärjeep) und versprühen riesige Mengen an Tränengas auf eine Gruppe friedlicher Demonstranten in Bethlehem.

Video 2:  (ebenfalls vom 22. Dezember 2017)

ISK „feuern“ Tränengas auf eine kleine Gruppe von Journalisten und Anwohnern, die friedlich demonstrierten

Am Ende folgt eine Liste von YouTube Videos, die die Brutalität des Staates demonstrieren.

https://www.youtube.com/watch?v=mUi3bxsCwUE&t=260s

Man sieht, wie – ohne Grund – immer wieder große Mengen Tränengas im Camp  und „Stinkwasser“ (nach Fäkalien riechende Chemikalien) auf Häuser gesprüht werden. Der Geruch hält wochenlang an … wenn dem israelischen Scharfschützen auf dem Wachturm danach ist, erschießt er „zwischendurch“ ein 13-jähriges Kind, das macht gar nichts, denn das Leben eines „Arabers“ zählt ohnehin nicht; gibt es daraufhin Proteste, wird noch mehr „Tränengas“  versprüht …(das nicht so harmlos ist, wie man denkt…)

https://www.youtube.com/watch?v=QC5_W_zUzHc

Wir werden euch so lange begasen, bis ihr alle tot seid“ (wenn ihr weiter Steine werft) (Minute 1:01)

https://www.youtube.com/watch?v=cg0aUcf7XnA            https://www.youtube.com/watch?v=CoUyCgZvlng

ZAHLEN (DES UNRECHTS)

Im Frühjahr 2016 waren 3,162.602 Personen als palästinensische Flüchtlinge registriert. (Es sind über 5,6 Millionen, wenn man Gaza und die WestBank dazurechnet siehe – http://www.unrwa.org)

Insgesamt wird die Zahl der „im Exil“ lebenden P. auf 6-8 Millionen geschätzt (inzwischen in der fünften Generation).

2 Mio. leben in den OPT, etwa 800.000 in Flüchtlingslagern in der WB und 1,3 Mio. im Gazastreifen (eine wahre Hölle auf Erden). Der Rest verteilt sich auf Jordanien (etwa 2 Mio.), Libanon (etwa 500 T) und Syrien (etwa 600 T). Nur 5% leben außerhalb des Nahen Ostens.

Dass es sich hier um ein Apartheid-System handelt, steht außer Zweifel und wurde auch ausreichend dokumentiert. Mehr dazu in Teil 2.

WIDMUNG

Zur Erinnerung an Abir Aramin, die vor 11 Jahren ermordet wurde – und alle anderen Kinder aus Palästina, die letztlich sterben mussten, weil sie keine Juden waren ….

in memoriam Abir Aramin

Bei dem Angriff auf Gaza („Cast Lead“) wurden 345 Kinder ermordet. Seitdem (2009) wurden weiterre 711 palästinenische Kinder von israelischen Soldaten getötet. Alleine im Sommer 2014 starben in nur zwei Wochen 546 Kinder in Gaza (das jüngste war noch kein Jahr alt). Viele Kinder wurden mit ihren Eltern oder anderen Verwandten (durch Raketenbeschuss) in ihren Häusern getötet. Quelle: BtSelem

ANHANG (Einstein-offener Brief)

Albert_Einstein_and_others_letter

Auszug (deutsche Übersetzung) aus dem offenen Brief von Albert Einstein, Hannah Arendt u.a. prominenten Juden, veröffentlicht in der New York Times am 4. Dezember 1948:

Zu den verstörendsten, politischen Phänomenen unserer Zeit gehört das Auftauchen derr „Freiheits-Partei“ im neu gegründeten Staat Israel. [* deren Nachfolger heute die „Likud“ ist, also jene geführt von Netanyahu].

Eine Partei, die in ihrer Organisation, ihren Methoden, ihrer politischen Philosophie und sozialer Wirkung große Ähnlichkeit mit Nazi- und faschistischen Parteien hat. Sie wurde geformt aus den Mitgliedern und Anhängern der ehemaligen Irgun (Zvai Leumi), eine terroristische, rechte, chauvinistische Organisation in Palästina.

Die öffentlichen Bekundungen seiner Partei sind keinerlei Anhaltspunkt für ihren tatsächlichen Charakter. Heute sprechen sie von Freiheit, Demokratie und Anti-Imperialismus, während sie noch vor kurzem die Doktrin des faschistischen Staates gepredigt haben. Es sind die Handlungen, die den wahren Charakter einer Terroristen-Partei verraten. Aus ihren Taten in der Vergangenheit können wir darauf schließen, was uns in Zukunft erwarten wird.“

Einstein geht dann auch auf das Massaker von Deir Yassin ein und betont, das absolute Fehlen jedes Unrechtbewusstseins (die eingebildete, moralische Überlegenheit – ein Fall für den Psychiater):

„..aber die Terroristen, weit davon entfernt, sich für diese Tat zu schämen, waren auch noch stolz auf das Massaker, publizierten es in großem Stil und luden auch noch die ausländischen Korrespondenten ein, die aufgehäuften Leichen und das Chaos zu besichtigen.“

Und dann kommt eine sehr wichtige Passage, denn sie zeigt auf, dass auch Juden terrorisiert wurden (die sich nicht den extremen Ansichten der Zionisten anschließen wollten):

Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft haben sie eine Mischung aus Ultra-Nationalismus, religiösem Mystizismus und rassischer Überlegenheit gepredigt.“

Während der letzten Jahre (des britischen Mandats)… haben die IZL und Stern-Gang eine Terrorherrschaft in der jüdischen Gemeinde Palästinas eröffnet. Lehrer wurden zusammengeschlagen, weil sie gegen sie aufgetreten sind, Eltern wurden erschossen, weil sie ihre Kinder nicht in ihre Jugendgruppen geben wollten. Mit Gangster-Methoden, Verprügeln, eingeschlagenen Fenstern und weitverbreiteten Raubüberfällen haben die Terror-Banden die Bevölkerung eingeschüchtert und einen schweren Tribut verlangt.

Mehrere Amerikaner von nationalem Ansehen haben ihre Namen dafür hergegeben, seinen (Menachem Begins) Besuch zu begrüßen. Es ist unfasslich, dass alle, die den Faschismus weltweit bekämpfen (wenn sie richtig über Mr. Begins politische Haltung informiert sind), mit ihren Namen die Bewegung unterstützen, die er repräsentiert. … Zur Vermeidung von irreparablen Schäden … muss die amerikanische Öffentlichkeit über die Taten und Ziele von Mr. Begin und seiner Regierung informiert werden … Die Erfahrung … in Palästina hat gezeigt, dass es sich hier nicht um eine normale politische Partei handelt.

Das ist der eindeutige Abdruck einer Faschisten-Partei, für die Terrorismus (gegen Juden, Araber und Briten) und Vorspiegelung falscher Tatsachen geeignete Mittel sind und ein „Führer-Staat“ das Ziel.“

Wenn wir also heute sehen, dass ein Vergleich mit der Brutalität der Nazis (auch wenn nur unterstellt) sofort als  Indiz für „Anti-Semitismus“ angeprangert wird, können wir ganz ruhig darauf antworten: Das ist Bullshit.

Wenn man keine gültigen Gegenargumente hat, bleibt einem nur mehr die ad hominem Attacke:

Man muss vom Inhalt der Kritik ablenken (weil sie wahr ist und das historische Lügengebäude ins Wanken bringt) und stattdessen die Person des Kritikers, seinen Charakter und seine Motive in den Dreck ziehen.

Lassen wir uns davon nicht mehr länger terrorisieren und einen Maulkorb umhängen. 70 Jahre sind genug.

Das Wort „Anti-Semit“ als ultimatives Stigma (gerade in Deutschland) und Denunzierungswaffe wurde für diesen Zweck seit Jahren kultiviert, obwohl es keinen Sinn hat, denn Araber sind auch „Semiten“:  (Bild: etymologisches Online-Lexikon)

semite etymology

Das Wort bedeutete im 19. Jahrhundert „Jude, Araber, Assyrer oder Aramäer“, aus dem Lateinischen „semita“ bzw. mit Bezug auf die Bibel von „sem“ (Shem), einem der drei Söhne Noahs;  in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert auf die gemeinsamen Wurzeln der semitischen Sprachen bezogen; z.B. „Shalom“ (hebräisch) & „Salam“ (arabisch) oder „Abraham“ &„Ibrahim“ … etc.

(Die (dominanten) eingewanderten, ost-europäischen bzw. russischen Juden sind aber überhaupt keine Semiten, sondern Nachkommen der Khazaren, die aus Zentralasien stammen und gar nichts mit dem „Heiligen Land“ zu tun hatten, bevor ihr Herrscher (der „Khan“) im 8. Jahrhundert die Konvertierung (der Eliten) zum Judentum beschloss (siehe Arthur Köstler bzw. Shlomo Sand)

Von einer „Rückkehr“ in das biblische „Heimatland“ kann also überhaupt keine Rede sein…

 

WER REGIERT DEUTSCHLAND?

 

profit at any costDie Frage ist – ohne sich um Koalitionsprobleme kümmern zu müssen – nicht schwer zu beantworten: Es ist die „Profit-Partei“, zweifellos die stärkste politische Kraft im Land (und in der EU). Ihre Anhänger findet man im gesamten politischen Spektrum, aber die Dichte nimmt deutlich zu, je weiter man nach „rechts“ kommt. Besonders in Parteien, die das Wort „christlich“ in ihrem Namen haben, ist der SCHUTZ DES PROFITES (nicht des LEBENS) zum obersten Handlungs-Imperativ geworden.  (Das C steht wohl eher für „Chrematistik“)

Das hat ja erst kürzlich der bayerische „Landwirtschaftsminister“ Schmidt demonstriert, als er für die Wiederzulassung von Glyphosat (Hauptwirkstoff im meistverkauften Total-Herbizid „Roundup“) gestimmt hat, obwohl es erdrückende Beweise dafür gibt, wie gefährlich dieser „weed & grass killer“ für alle Lebewesen ist und dafür, dass DER GESAMTE ZULASSUNGSPROZESS völlig KORRUMPIERT wurde. (Wieso Großbritannien noch mitstimmen durfte, obwohl der „Brexit“ ja feststeht, muss man sich auch fragen…)

Die „Profit-Partei“ (PP) ist aber keine Partei im herkömmlichen Sinn, sondern mehr eine skurrile Mischung aus religiöser Sekte, geheimer Bruderschaft und PR-Agentur. Keiner ihrer Anhänger würde öffentlich zugeben,  für wen bzw. was er wirklich arbeitet, welche Ziele die PP wirklich verfolgt, denn dann würde die „verwirrte Herde“ (früher einmal das „Volk“) ja erkennen, wie anti-demokratisch, ungerecht und lebensfeindlich deren „Programm“ wirklich ist.

Die Grundlagen ihrer wirtschaftlichen Entscheidungen sind absurde Dogmen, die aber als rational und „alternativlos“ verkauft werden, wie die überlegene Weisheit der „Märkte“ (Hayek) und die Verschleierung der organisierten Tyrannei durch mathematische Tarnung.

Dazu habe ich schon früher einen Artikel verfasst.

(Hinweis: Das eingebettete Video zum Film „Inside Job“ wurde von wordpress entfernt, hier noch einmal der Link zum Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=FzrBurlJUNk Das Statement von Dr. Mike Burry (am Ende des Artikels) stammt aus diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=1ClhqjOzoyE

Bei näherer Betrachtung handelt es sich aber nicht um ein „Wirtschaftssystem“, sondern um eine Geld-Vermehrungs-Religion. Unternehmen bzw. deren Manager werden ausschließlich daran gemessen, wieviel Profit sie generieren können. Das gilt als „normal“ und „rational“ und man will doch als „Wirtschaftsstandort“ gut dastehen.

Die eskalierenden sozialen und ökologischen Kosten werden einfach NICHT in die Kosten-Nutzen-Rechnung einbezogen. Politiker sehen sich in erster Linie nur mehr als „Dienstleister“ für die Wirtschaft, deren „Berater“ mittlerweile in den Ministerien sitzen und Gesetzestexte verfassen. Die neue Heilige Dreifaltigkeit: Wachstum-Wettbewerb-Weltmarkt.

DARAUF KANNST DU GIFT NEHMEN

Besonders gravierend ist das in einer Branche, die ihr Geld damit verdient, tonnenweise Chemikalien zu verkaufen, die verheerende Umwelt-Wirkungen haben und Pflanzen, Tiere und Menschen schleichend (chronisch) krankmachen und letztlich umbringen. Dazu gehört zweifellos die Agro-Chemie, in der deutsche Unternehmen „globale Player“ sind, wie z.B. Bayer und BASF (die ja schon zu „IG-Farben“ Zeiten deutlich gemacht haben, wie skrupellos sie sind, wenn es um Profite geht)

Rachel Carson warnte bereits 1960 in ihrem Buch „Silent Spring“ vor den verheerenden Folgen des (von der Politik verharmlosten) zunehmenden Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Sie wies auch darauf hin, dass diese Agrargifte aus den gleichen Forschungslaboren kamen, wie die Entwicklung von Giftgasen im ersten Weltkrieg (Insektizide sind im wesentlichen Nervengifte).

Vandana ShivaDie wunderbare Vandana Shiva (bzw. ihre Organisation Navdanya) brachte im September eine Broschüre heraus, die sich speziell dem Thema „Roundup“ (das weltweit meistverkaufte Pflanzengift auf Basis von Glyphosat) widmet. Der Untertitel ist besonders wichtig:

„BEFREIUNG aus dem GIFTKARTELL durch AGROÖKOLOGIE“

Das Wort „Agro-Ökologie“ kennen Präsidenten von Bauernverbänden, Landwirtschaftskammern und Vertreter der AgroChemie offenbar nicht und auch dem zuständigen Bundesminister kommt das Wort nicht über die Lippen. Dass sie mit ihrer „PPP“ (Politik für die Profit-Partei) Ökosysteme zerstören, Böden vergiften und das ganze biologische Netzwerk des Lebens unterminieren, davon wollen und dürfen sie nichts wissen.

Also ist es für die Chemiekonzerne leicht, ihnen ihre (nachweislich) gefälschten „Studien“ unterzujubeln, die dann von allen offiziellen „Prüforganen“ durchgewinkt werden (weil dort an kritischen Stellen Leute sitzen, die ebenfalls der „PP“ angehören).

Dass dieser generalstabsmäßig organisierte, wisseschaftliche Betrug  REAL ist, könnte man vor jedem unabhängigen Gericht beweisen (siehe Strafanzeige weiter unten). Umso skandalöser ist die Tatsache, dass Politiker, „Landwirtschafts-Funktionäre“ und Fließband-Journalisten einfach so tun, als ob es diese zum Himmel stinkenden Mißstände nicht gäbe.

Auf der Suche nach einem abschreckenden Beispiel für Dummy-Journalismus wird man meistens bei der „Tagesschau“ fündig. So auch in diesem Kontext.

DUMM – DÜMMER – VOLKSVERDUMMUNG (TAGESSCHAU)

ARD Glyphosat kommentar BR

Ein gewisser Holger ROMANN (BR) demonstiert hier die Verharmlosung von Agro-Giften durch süffisante Kommentare. Er demonstriert aber auch, was für ein lausiger  – und vor allem verantwortungsloser -Journalist er ist.

Die skandalöse Ja-Stimme von Minister Christian Schmidt (für die Wiederzulassung von Glyphosat auf EU-Ebene) wird als “tolldreister Theatercoup“ bezeichnet, der zu einer „ehrlichen politische Mehrheit“ geführt habe.

Die Verwendung des Wortes „EHRLICH“ im Kontext der Zulassung von AgroChemie kann nur jemandem einfallen, der entweder keine Ahnung davon hat, was hier seit Jahren an massiver Korruption vor sich geht oder jemand, der bei der Vertuschung eines ungeheuerlichen Skandals ohne Bedenken mitwirkt.

Herr Romann zeigt zwar Verständnis für die Empörung der Umweltministerin (die sich von der CDU/CSU getäuscht sieht), doch für die Empörung der Menschen in Europa über die massive Korruption deutscher und Brüsseler „Prüforgane“ (die nur scheinbar für „Lebensmittel-Sicherheit“ zuständig sind) hat er kein Wort übrig. Im Gegenteil: er singt eine Lobeshymne über Schmidt und bezeichnet sein Verhalten als „in der Sache vernünftige Entscheidung, die „längst überfällig“ gewesen sei. Und dann kommt es:

„Schon im vergangenen Jahr hatte die europäische Lebensmittelbehörde EFSA grünes Licht gegeben. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, und zuletzt die europäische Chemikalienagentur ECHA hatten Glyphosat, bei fachgerechter Anwendung, Unbedenklichkeit bescheinigt.“

Hier zeigt Herr Romann, dass er selbst ein gefährlicher Dummkopf ist (der offenbar über etwas schreibt, wovon er keine Ahnung hat) bzw. dass er als „Presse-Papagei“ fungiert und schön brav das wiederholt, was die „Behörden“ & die Chemiefirmen an Desinformation verbreiten. (Eine BEWEISFÜHRUNG für diese Behauptung folgt weiter unten – siehe auch frühere Beiträge zum Thema „Glyphosat“)

Dass er die Profit-Diktatur bereits als „normal“ verinnerlicht hat, zeigt sich auch an dieser Perspektive: Die EU könne Deutschland  quasi dankbar sein, denn mit der Stimme Schmidts habe man „Handlungsfähigkeit bewiesen“ (Herr Romann, mit dem Abwurf zweier Atombomben auf Zivilisten hat die USA 1945 auch „Handlungsfähigkeit“ bewiesen…hier geht es um Ethik und Verantwortung, nicht Entschlossenheit! ) und die Kommission hätte „ohnehin in Kürze so entschieden, um eine Flut teurer Schadenersatzklagen der Hersteller abzuwenden“.

Das „Schadenersatz“-Prinzip (für erwartete Profite) wird also nicht hinterfragt, während die Gesundheits-und Umweltschäden, die durch das Pestizid-Regime verursacht werden, für Herrn Romann kein Thema sind. Die Prävention von Krankheit und menschlichem Leid hat also gegen die „PP“ keine Chance.

Im letzten Absatz demonstriert Herr Romann, – wieder mit herablassender Arroganz – dass er auch den Zweck eines (echten) behördlichen Zulassungsverfahrens nicht begriffen hat: (Hervorhebungen von mir)

„Jetzt haben alle Beteiligten, inklusive der Wissenschaft, weitere fünf Jahre Zeit, um die Akte Glyphosat noch einmal gründlich durchzugehen und insbesondere die Wechselwirkungen mit sogenannten Beistoffen oder etwaige Zusammenhänge mit dem Artensterben zu prüfen. […] Das Entscheidende aber: Die Landwirte haben Planungssicherheit, und die zwischenzeitlich hysterische Debatte, die uns Verbraucher nur verängstigt hat, wird sich hoffentlich beruhigen.“

ERST BEWILLIGEN, DANN JAHRELANG PRÜFEN?

Der Sinn einer „Bewilligung“ durch staatliche Behörden, die eine Schutzfunktion haben (sollen), ist zu garantieren, dass keine schädlichen Produkte auf den Markt kommen. Dafür gibt es ja entsprechende nationale und EU-Gesetze.

GLY topsoil EU 2017

Fast die Hälfte (45%) der untersuchten 300 Bodenproben enthielt hohe Werte von Glyphosat bzw. AMPA. Die EU kümmert sich gar nicht um Rückstände im Boden.

Wenn eine synthetische Chemikalie schon seit mehr als 20 Jahren tonnenweise in der Natur ausgebracht wird, (sich schleichend im gesamten Ökosystem, also auch in der Nahrung  anreichert) aber immer noch „Wechselwirkungen und Zusammenhänge geprüft werden müssen“, dann ist wohl etwas gewaltig schief gelaufen. Denn diese Prüfungen müssten ja VOR der Zulassung erfolgen und sicherstellen, dass das Vorsorgeprinzip nicht dem Profit-Prinzip zum Opfer fällt. Genau das ist aber passiert:

Mit manipulierten „Studien“ die angebliche „Sicherheit“ von Chemikalien vorzugaukeln, die dann in einem korrupten System „zugelassen“ werden, ist eine gewaltige Verarschung der Öffentlichkeit. Wenn dann im Laufe der Jahre immer mehr seriöse Studien die enormen, gesundheitlichen Schäden demonstrieren, die von den Herstellern und Behörden weiterhin geleugnet und vertuscht werden, schlägt sich der Dummy-Journalist wieder auf deren Seite, anstatt seiner Verpflichtung nachzukommen, diese anti-demokratischen Machtapparate zu entlarven (die – im wahrsten Sinn des Wortes – über Leichen gehen).

Die Wiederzulassung eines äußerst bedenklichen, schädlichen Produkts – und einer ökologischen Zeitbombe, von der alleine in Europa 500 Mio. Menschen betroffen sind – als Sieg deutscher Entschlossenheit zu feiern, die „Planungssicherheit“ für die Bauern bedeute (die auch gewaltig hinters Licht geführt werden), zeigt auf erschreckende Weise, auf welch (unterirdisch) geistigem Niveau unsere Journaille ihr Unwesen treibt.

BfR, BVL, EFSA, ECHA & Co:  DU MACHST MICH KRANK

Was Herr Romann als Kontext zur Abstimmung unterschlägt: Es gibt dutzende seriöse Presse-Berichte, Untersuchungen von Umweltorganisationen, Bücher und sogar Gerichtsurteile, die beweisen, dass „Zulassungsverfahren“ von Pestiziden korrumpiert sind und fast immer auf gefälschten „Studien“ basieren.   Hier eine kleine Auswahl:

Zusammenhang zwischen Roundup und Geburtsfehlern (Präsentation für die dt. Bundesregierung)    (Oktober 2011) Umfassender Bericht dazu hier:

Roundup and Birth-Defects: Is the public being kept in the dark?“ (Juni 2011)

Von Kaulquappen und Krebs: Alles über Glyphosat  (Feb. 2017- deutsche Kurzfassung)

Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft (März 2017)

The Toxic Story of Roundup (Sept. 2017)

Die Akte Glyphosat  ein Buch von Helmut Burtscher (Sept. 2017)

VERBRECHEN GEGEN DAS LEBEN OHNE STRAFE?

Global 2000 u. andere Umweltschutzorganisationen haben am 4. Dezember eine Strafanzeige gegen das BfR und die EFSA eingebracht. Es lohnt sich wirklich, diese zu lesen, denn der Rechtsanwalt hat die Anklagepunkte klar und prägnant formuliert. Die Wiederzulassung von Glyphosat ist nicht nur unmoralisch und verantwortungslos, sie stellt auch eine eklatante Verletzung jener Gesetze dar, die die EU selbst dazu erlassen hat. (Bild: Schlussfolgerung in der Strafanzeige)

1 Conclusion Strafanzeige BfR EFSA

Herr Romann wird die Anzeige wohl nicht lesen, denn damit entlarvt er seinen Papageien-Journalismus als das was er ist: eine SCHANDE (die man auch nicht hinter dem Format eines „Kommentars“ verstecken kann).

Ich möchte aber auch an einem konkreten Beispiel demonstrieren, wie verlogen das BfR ist und wie leicht man deren Scheinargumente widerlegen kann (was unsere Journaille aber grob fahrlässig unterlässt …):

DIE BAKTERIEN-STORY & das BfR

Sie haben Angst, mit resistenten Keimen infiziert zu werden? Dann essen Sie kein Fleisch aus der Massentierhaltung (Boykott!), steigen um auf  „Bio“  und lesen am besten weiter:

Infographik Ausschnitt-DIE ZEIT

(Infographik-Auschnitt – Quelle: Die Zeit – Link auf dem Bild)

Wie ich schon in früheren Beiträgen erläutert habe, hätte Glyphosat nie zugelassen werden dürfen. Ein Grund dafür ist, dass es eine antibiotische Wirkung hat, also in den Stoffwechsel von Mikroben eingreift und damit die Beziehung verschiedener Bakterien untereinander sowie die Beziehung zu anderen Organismen massiv stört.

Die schädliche Wirkung auf Bakterien bzw. deren Symbiose mit anderen Lebewesen hat aber im Rahmen der Zulassung niemand interessiert, obwohl der Wirkmechanismus von Glyphosat klarmacht, dass diese nicht „ungeschoren“ davon kommen: Der Shikimisäureweg der blockiert wird,  kommt auch bei vielen Mikroorganismen (wie Bakterien) vor und damit sind auch Tiere und Menschen betroffen, denn Millionen von Bakterien leben (vor allem) im Verdauungssystem der Säugetiere. (Auch die Symbiose der Pflanzen mit Bodenbakterien und Pilzen wird massiv gestört, wie Dr. Don Huber in seinen Vorträgen erklärt hat)

AvHumboldtBiologische Systeme haben einen hohen Vernetzungsgrad, das hat, im Wesentlichen, schon Alexander von Humboldt begriffen. Ein Eingriff in komplexe, biologische  Steuer- und Regelungsmechanismen an EINER Stelle zieht immer unerwartete (negative) Folgen an anderen Stellen nach sich, das versuchte Frederic Vester deutschen Politikern schon vor Jahren klarzumachen. Leider ohne Erfolg.

Im Sommer 2012 veröffentlichte das BfR eine Stellungnahme zur Frage:

BfR Glyphosat AB Lüge 2012

Daraus zwei zentrale Aussagen:

BfR GLY Bakterien 1

BfR GLY Bakterien 2

Tatsache ist, dass die Firma Monsanto Glyphosat 2010 als eine Art Antibiotikum patentieren ließ. Hat das BfR davon nichts mitgekriegt?

Die „Erfindung“ bezieht sich laut Patent auf den Einsatz von Glyphosat (kombiniert mit Zusatzstoffen zum fertigen Produkt) zur „Behandlung pathogener Infektionen, inklusive Infektionen bei Säugern durch bestimmte Parasiten (Apikomplexa), die z.B. Malaria auslösen. Unter „Hintergrund der Erfindung“ steht u.a. folgendes:

Der Shikimisäure-Weg (SW) ist ein uralter Mechanismus, der in allen Prokyaryoten und vielen niederen Eukaryoten vorhanden ist, aber nicht in Säugetieren*. Er spielt im primären und sekundären Stoffwechsel dieser Arten eine wichtige Rolle, weil er u.a. die Produktion der chemischen Vorstufen für die Herstellung aromatischer Aminosäuren ermöglicht. Glyphosat blockiert den SW und damit die Biosynthese von Aminosäuren, Pflanzenhormonen und Vitaminen.“

(*Wir brauchen den SW nicht, da wir dessen „fertige Produkte“ (Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine mit den Pflanzen bzw. Tieren aufnehmen, die wir essen. Sind diese Pflanzen und Tiere aber (durch Pestizide) krank geworden, werden sie für uns schädlich bzw. fehlen uns diese Nährstoffe)

Die Blockierung des SW (auf chemischem und genetischem Weg) und damit die reduzierte Lebensfähigkeit von Zellen hat das Interesse an diesem Signalweg als Ansatz für die Behandlung mikrobieller Infektionskrankheiten geweckt. Man kann davon ausgehen, dass die Hemmung der SW-Enzyme eine Hemmung des Bakterienwachstums bewirkt (nicht den Zelltod), wodurch das Immunsystem in die Lage versetzt wird, mit der Infektion fertig zu werden.“

Und in der Zusammenfassung heißt es:

Briefly, therefore, the present invention is directed to a method for therapeutically or prophylactically treating a subject for a pathogenic infection (also geeignet zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionskrankheiten)

Doch leider ist die Biologie viel komplexer als es Monsanto und unsere Politiker wahrhaben wollen.

Und was sagt die neueste Forschung dazu? Schon 2015 hat man eine Wechselwirkung zwischen Herbiziden und Antibiotika festgestellt: 

AB resistance herbicides 2015

In der Zusammenfassung heißt es, dass Biozide, wie Herbizide, zwar routinemäßig auf ihre Giftigkeit getestet, werden aber IHRE WIRKUNG AUF MIKROBEN in niedrigen (nicht tödlichen) Dosen wird NICHT UNTERSUCHT. Unter „Diskussion“ wird das noch einmal betont:

Zusätzlich (zum leichtfertigen Einsatz von AB) wird eine viel größere Menge von Bioziden verwendet, [wie eben die Herbizide] ohne sich um deren antibiotische Eigenschaften zu kümmern. Wenn die Wirkung dieser Produkte auf Bakterien überhaupt getestet wird, dann nur um die tödliche Dosis festzustellen.

Das ist der Kontext, den das BfR der Öffentlichkeit unterschlägt.

WONACH NICHT GESUCHT WIRD, DAS WIRD AUCH NICHT GEFUNDEN und man kann dann immer sagen „Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse… ist dem BfR nicht bekannt, etc. …“.

Außerdem ist es völlig bescheuert, sich nur um den „aktiven Wirkstoff“ (hier Glyphosat) zu kümmern, und NICHT DAS GANZE GEMISCH (wie es auf Pflanzen gesprüht wird) zu testen, denn die schädlichen Effekte sind natürlich nicht identisch und die „Zusatzstoffe“ sind alles andere als „inert“.

Salmonella_Typhimurium_pathogenesisDie Forscher haben deshalb die Wirkung von drei bekannten Herbiziden (darunter auch Roundup) an zwei Bakterienstämmen getestet, Escheria Coli und Salmonella Enterica serovar Typhimurium, (die im Verdauungstrakt von Mensch und Tier leben), die gleichzeitig mit jeweils einem bestimmten Antibiotikum behandelt wurden.

Wir erfahren also, dass gängige Herbizide in der Lage sind, die Reaktionen von Bakterien auf Antibiotika (AB) zu verändern. D.h. sie können (abhängig von Bakterienart, Art des Herbizids und Art des AB) die ENTWICKLUNG VON RESISTENZEN BEGÜNSTIGEN (das Antibiotikum wirkt also nicht mehr) oder aber die Empfindlichkeit für AB erhöhen. In einigen Fällen konnte keine Veränderung festgestellt werden. Warum es so unterschiedliche Wirkungen gibt, ist nicht bekannt.

Aus der klinischen Erfahrung weiß man aber, dass die Resistenzen zunehmen. Die Autoren betonen, wie gefährlich diese Entwicklung ist:

Chemikalien, die immer häufiger in der Landwirtschaft, in privaten Gärten und öffentlichen Plätzen eingesetzt werden, können MEHRFACHRESISTENZEN bei potentiellen Krankheitserregern auslösen. Der Effekt tritt bei gleichzeitigem Einwirken von Antibiotika auf und ist schneller als deren tödlicher Effekt (sie können also die Bakterien nicht mehr abtöten und so die explosionsartige Vermehrung verhindern). […]

Die Kombination eines hohen Einsatzes von Herbiziden und Antibiotika in der Nähe von Nutztieren und wichtigen Insekten, wie Bienen, kann den therapeutischen Effekt gefährden und den Einsatz von noch mehr AB nach sich ziehen. Um die Krise der (zunehmenden) AB-Resistenzen bewältigen zu können, muss das Blickfeld auf relevante Umweltfaktoren erweitert werden …“

Schön wär’s.

In ihrer neuesten Studie (2017) wollten die Autoren herausfinden, inwieweit der „aktive Wirkstoff“ (AW) bzw. die „Zusatzstoffe“ alleine in der Lage sind, diese Reaktionen bei Bakterien hervorzurufen (da diese absurde Trennung ja Grundlage für die Zulassung  der Pestizide ist). Doch bei den (tatsächlich) verwendeten Tensiden konnten sie nur raten, denn die exakte Zusammensetzung des jeweiligen Produktes wird NICHT veröffentlicht (Geschäftsgeheimnis!) Ergebnis: Sowohl die AW als auch die Zusatzstoffe waren in der Lage, die Reaktion der Bakterien auf AB zu verändern, und zwar in sehr geringen – erlaubten – Konzentrationen).

Die Autoren der Studie betonen in der Schlussfolgerung:

„Es wird nur dann möglich sein, eine schnelle Resistenz gegenüber neuen Medikamenten zu verhindern (oder die Wirkung bestehender Therapien aufrechtzuerhalten), wenn wir die KOMPLEXE INTERAKTION der Mikroben mit chemischen Stoffen in der Umwelt verstehen.“

Das ist genau das Problem:

Die enorme Komplexität der Biologie ist unvereinbar mit dem mechanistischen Denken, (und der Hybris, vor allem seit dem die „Gentechnik“ grassiert, die die Illusion der „Kontrolle“ von Lebewesen erzeugt hat…. ) die unserer kommerzialisierten „Wissenschaft“ zugrundeliegt. Die weitgehend privatisierte Forschung muss – möglichst schnell – zu „marktreifen“ Produkten führen, die hohe Profite ermöglichen. Die Politik hat die Aufgabe, Hindernisse dafür, aus dem Weg zu räumen. Damit sind wir wieder bei der „PP“ angelangt …

WAS  VERURSACHT  KREBS?  IGNORANZ UND PROFITGIER

Krebs kann viele Ursachen haben und im fortgeschrittenen Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für genetische Fehler und damit für Krebs.

Doch KINDER hätten in einer normalen (nicht profitbesessenen) Welt natürlich KEINEN Krebs (und auch keine Demenz/NCL:  Wir hören immer von „Gen-Defekten“, doch niemand  fragt, was denn diese Defekte auslöst! )

humancost agrotoxins 1

„Der furchtbare Preis für die AgroGifte“ So sehen Kinder aus, die in Argentinien in der Nähe von Soja-Feldern geboren werden (das Gift wird mit dem Flugzeug versprüht und weht über das Dorf…

Das ist einfach pervers und ein Alarmsignal dafür, in welchem Ausmaß die Umweltvergiftung, die unsere Profit-Wirtschaft (als nicht eingerechnete „Externalität“) hervorruft, das Leben bedroht. Deshalb zum Abschluss ein Statement einer italienischen Ärztin (Dr. Patricia Gentilini, Fachärztin für Onkologie), die sich – traurigerweise – immer öfter mit krebskranken Kindern beschäftigen muss:

„… Wir sind alle Opfer einer chronischen Belastung durch viele Chemikalien (in niedrigen Dosen). Was in so mancher „Wissenschaft“ auf arrogante Weise ignoriert wird, ist, dass ein lebendes System extrem komplex ist. Ihre „Risikobewertung“ beruht auf einer mechanistischen Sichtweise, ein völlig inadäquates und wissenschaftlich überholtes Konzept.

Dazu kommt noch, dass die toxikologischen Bewertungen durch Regulierungsbehörden noch immer auf den „aktiven Wirkstoff“ beschränkt sind, nicht auf das fertige Produkt, das in den Handel kommt, nicht die Kombination von Molekülen, nicht die kombinierte Wirkung verschiedener Produkte. Und – auch damit nicht genug – die ganze Bewertung beruht immer noch im Wesentlichen auf Daten, die von den Herstellern kommen und unabhängige Studien werden meistens ignoriert.“

(Engl. OriginalZitat aus The Toxic Story of Roundup, Seite 39-40)

Das Wichtigste zum Schluß:

Auch wenn Glyphosat auf EU-Ebene zugelassen wurde, können die Mitgliedsstaaten  Produkte in ihrem Bereich VERBIETEN. Frankreich hat das ja bereits angekündigt, deutsche Politiker tun das aber nicht, eben wegen der „PP“, für die sie arbeiten… Die Profite von BAYER und BASF (bzw. deren Aktionäre) gehen vor … um jeden Preis?

Bild: Screenshot aus „Mit Gift und Genen“ von Monique Robin (ARTE)

polluted DNA screenshot Mit Gift u Genen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glyphosat: Alarmstufe ROT

EFSA fake scienceDie EU-Kommission hat im Mai angekündigt, dass sie beabsichtigt, die Zulassung von Glyphosat (aktiver Wirkstoff im meistverkauften Unkrautvernichter/ Herbizid) für weitere 10 Jahre zu verlängern. Das war zu erwarten, nachdem die  EFSA im November 2015 die chemische Substanz als „unwahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hatte und auch die ECHA dafür einen „Persilschein“ ausstellte (wie vorher das deutsche BfR).

Das war jedoch ein eklatanter Widerspruch zu den Feststellungen der WHO-Krebsforschungsagentur IARC, die Glyphosat im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ bewertet hatte. (Mehr über die politischen Hintergründe gibt es hier und hier).

Am 4. Oktober soll nun eine endgültige Abstimmung des EU-Ministerrates stattfinden, bei dem die Umweltminister entscheiden, ob es eine „qualifizierte Mehrheit“ für die weitere Zulassung von Glyphosat geben wird.

WARUM IST GLYPHOSAT SO SCHÄDLICH FÜR MENSCHEN UND TIERE?

In den USA wurde Glyphosat schon 1985 (von der EPA) als „carcinogen“ also wahrscheinlich krebserregend für Menschen (Gruppe C) eingestuft, weil es genug Studien gab, die diese Bewertung untermauerten. Aber am 26. Juni 1991 hat das „Peer Review Komitee“ diese Daten neu „bewertet“ und dann nur mehr eine Einstufung in Gruppe E festgelegt. Demnach war Glyphosat plötzlich nicht mehr krebserregend für Menschen. Es ist also offensichtlich, dass hier massive Korruption vorliegt.

Tierfütterungs-Studien, die in den 1970er Jahren von Monsanto der EPA  im Rahmen der Erst-Zulassung von Glyphosat vorgelegt wurden, haben nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt (kein Wunder).

Doch vor zwei Jahren ist es einem amerikanischen, unabhängigen Bio-Chemiker gelungen, sich diese Informationen zu beschaffen. Dr. Antony Samsel hat tausende Seiten dieser eingereichten Forschungsergebnisse studiert und kam zu dem Schluss, dass Monsanto schon damals wusste, dass Glyphosat krebsfördernd ist und sich in vielen tierischen Organen anreichert. (Es kommt aber noch schlimmer …)

Seine intensive Beschäftigung mit den Unterlagen von Monsanto und eigene Untersuchungen brachten aber für Dr. Samsel eine weitere Erkenntnis, die man nur als spektakulär bezeichnen kann:

GLYPHOSAT: DIE BIOLOGISCHE MASSENVERNICHTUNGS-WAFFE

Dr. Samsel vor einem Untersuchungs-Ausschuss der Umweltschutzbehörde Kalifornies am 7. Juni 2017:

Es gibt keinen sicheren „Grenzwert“ für Glyphosat.“ Gestützt auf seine eigene Forschung, appelliert Samsel an die Umweltbehörde in Kalifornien, Glyphosat sofort zu verbieten. Alleine die Tatsache, dass es in viele Enzyme (die bei Tier und Mensch wirken, z.B. im Verdauungssystem, zur Entgiftung und als Lysozym) eingebaut wird, sei Grund genug dafür (damit wird die Rolle des Immunsystems ebenso gestört wie der gesamte Stoffwechsel).

Warum war Dr. Samsel als Biochemiker so alarmiert?  

Glyphosat  ist eine künstliche  Aminosäure und kann als chemischer  „Doppelgänger“ der natürlichen Aminosäure  Glycin fungieren, die in vielen Proteinen enthalten ist.

Glyphosate & GlycinStatt Glycin wird dann N-(phosphonomethyl)-glycin (so die chemische Bezeichnung von Glyphosat) in das Protein eingebaut. (Hier sein schriftliches Statement).

Um die Tragweite dieser Aussage zu begreifen, muss man einige biologische Grundlagen verstehen:

Tausende Proteine in unserem Körper fungieren quasi als biologische Baumeister, Maschinen, Baustoffe, Steuer- und Regelungssysteme, Katalysatoren, Transport-Logistiker,  Post- und Telekom, Immun-Polizei, Heilungs- u. Rettungsdienst, etc. Dass eine einzige Molekül-Art so viele Funktionen haben kann, ist faszinierend. Kurz gesagt: Proteine sind das genialste, was die Natur erfunden hat.

Proteine bestehen aus Aminosäuren. Die Kombination (Sequenz, Reihenfolge) der Aminosäuren entscheidet über die Form, Faltung und Funktion des Proteins.

Der Einbau einer „falschen“ Aminosäure hat fatale Folgen, weil das so entstandene Protein „defekt“ ist, und deshalb seine Form, Faltung und Funktion gestört ist. Weil die Proteine aber so viele Aufgaben erledigen, wirkt sich diese Störung im Körper verheerend aus.

Aus den Monsanto-Studien war auch erkennbar, dass Glyphosat sich in allen möglichen Organen und Geweben ablagert. Dr. Samsel wollte das selbst untersuchen und fand solche Rückstände bei Schweinen, Rindern und Pferden.  Bei Pferden (mit Hufkrankheiten) fand er defektes, in seiner Struktur deformiertes Keratin in den Hufen, das Glyphosat enthielt. Er konnte Glyphosat auch in ihrem Blood, ihrem Urin und im Pferdemist nachweisen. Wenn die Pferde (und auch Rinder und Schweine) weiterhin Glyphosat-hältiges Futter erhalten, werden sie immer größere Gesundheitsprobleme bekommen, vor allem chronische und degenerative Krankheiten.

Das kleine Glyphosat-Molekül kann sich also dort einschleichen, wo es nicht hingehört. Es bindet sich an Strukturproteine (die Material aufbauen wie z.B. Knochen oder Haut) und an Enzyme, vor allem die Verdauungsenzyme. Das zieht eine Kaskade von weiteren Stoffwechsel-Störungen nach sich, die das gesamte biologische Steuer- u. Regelungssystem unterminieren. (Mit fatalen Folgen – siehe weiter unten – Auto-Immun-Krankheiten).

Am Beispiel von Kollagen kann man veranschaulichen, wie sich dieser Störeffekt auswirkt:

Im Kollagen ist sehr viel Glycin enthalten (25-30%). Kollagen ist ein wichtiges Material für unsere Knochen, Knorpel, unsere Gelenke, Sehnen, unsere Haut und Netzhaut, unsere Blutgefäße, Bandscheiben und Zähne (Dentin).

ECM tissues

OBEN: Knochen – Knorpel – MITTE: Fettgewebe – Haut – Darmepithel – UNTEN: Nervengewebe – Herzmuskel – Skelettmuskel

Das Kollagen (und andere Proteine) können also verschiedene Strukturen bilden, je nachdem wofür es gebraucht wird (siehe Bild).

Wird  die „falsche“ Aminosäure eingebaut,  ist die Funktion aber nicht mehr gewährleistet. Das Kollagen ist minderwertig und kann seine Aufgaben nicht mehr erfüllen, deshalb kommt es zu Erkrankungen an den verschiedensten Stellen im Körper.

Unsere Zellen sind eingebettet in die ECM (Extra-zelluläre-Matrix). Das ist ein Komplex aus Proteinen und Kohlehydraten, der von den Zellen gesteuert wird. Dazu gehören:

  • Strukturproteine: Kollagen, Elastin, Fibrillin
  • Spezielle (Glyko-) Proteine: Laminin, Fibronectin
  • Proteoglykane: Hyaluran, Chondroitin, Dermatan, Keratin 1 u. 2, Heparin, Heaparan

ECM 3

Die ECM erfüllt folgende, wichtige Aufgaben:

  • Stütz-Gerüst und Verankerung für Zellen
  • Steuerung des dynamischen Zellverhaltens (Differenzierung, Anhaftung, Bewegung, Polarität)
  • Mechanische Unterstützung für Gewebe und Organe
  • Regulierung > Zellwachstum, Heilungsprozesse, Festlegung und Erhaltung der Struktur)
  • Ort für aktiven Austausch verschiedener Metaboliten, Ionen und von Wasser

Das geniale („göttliche“) an biologischen Systemen ist, dass hier ein komplexes, dynamisches Netzwerk vorliegt, das sich selbst reguliert.

Man muss sich die Dimension einmal vorstellen: ca. 100 Milliarden Körperzellen (Mensch), etwa 10x soviel Mikroben und tausende Proteine die miteinander kommunizieren und in Wechselwirkungs-Kaskaden eine Selbstorganisation herbeiführen.

Dieses beeindruckende Meß-, Steuer- und Regelsystem bewirkt also, dass tausende, wichtige Parameter nicht aus dem Gleichgewicht geraten, „Feinde“ bekämpft werden und immer genug Energie verfügbar ist. Das nennt man Homöostase.

Leider hat der Mensch im Industriezeitalter tausende Stoffe (und bestimmte EM-Wellen) produziert, die dieses System massiv stören.

Die ECM spielt eine wichtige Rolle für die Regulierung der Homöostase und ist somit auch für eine gesunde Entwicklung und Erhaltung der verschiedenen Gewebe von zentraler Bedeutung. Wird diese Regulierung (z.B. durch Chemikalien) gestört, hat der Krebs leichtes Spiel, denn dann geraten alle diese biologischen Schlüssel-Prozesse aus den Fugen und die Bildung von Krebs und Metastasen wird gefördert. Die Krebszelle ist wirklich „außer Kontrolle“, weil die Kommunikation mit dem ECM gestört ist (und meistens genetische Schäden vorhanden sind).

Jede Substanz, die in der Lage ist, dieses komplexe Steuersystem systematisch zu unterminieren, ist daher extrem gefährlich für unsere Gesundheit und für alle biologischen Systeme.

Was hat Dr. Samsel noch herausgefunden?

Um seine Theorie (Einlagerung von Glyphosat statt Glycin in Proteine) zu testen, untersuchte er Gewebe von Tieren, in denen viel Kollagen enthalten ist. Z.B. Gelatine von Schweinen und Rindern. Ergebnis:

In allen Proben konnte er Glyphosat nachweisen.

Die gefundenen Mengen erscheinen winzig, doch Dr. Samel erklärt, dass in 1 Mikrogramm Glyphosat mehr als 3,5 Billionen Moleküle enthalten sind und jedes davon trägt zum biologischen Chaos bei.

Anmerkung: In der Toxikologie/Medizin herrscht häufig der Irrlaube, der linearen Dosis-Wirkung-Beziehung. Soll heißen: je mehr, desto mehr – oder – je höher die Dosis, desto größer der Schaden. Leider trifft das bei Glyphosat nicht zu. Die „dose-response“ Beziehung ist nicht linear, sondern invers: bei kleineren Dosen treten (im Verhältnis) mehr Schäden auf, als bei größeren. Und: es gibt letztlich keine unschädliche „Dosis“, weil es zu einer Bioakkumulation kommt.

Glyphosat ist also eine Substanz, die auf molekularer Ebene biologisches Chaos auslöst, weil das Steuersystem selbst aus den Fugen gerät. Es behindert massiv die Funktion

  • von Proteinen, Peptiden und Enzymen
  • von Hormonen (z.B. Testosteron) Neurotransmittern (z.B. Serotonin)
  • des Mikrobioms: nützliche Bakterien, die mit uns (vor allem im Darm) in Symbiose leben; Folge:
  • Vitamine können nicht mehr ausreichend produziert werden > notwendig als Ko-Enzyme)
  • Aminosäuren können nicht mehr produziert werden (Phe, Tyr, Trp, Met)
  • Eiweiß, Fett und Kohlehydrate können nicht mehr richtig verdaut werden > Dysbiose im Darm
  • Folge: negative Reaktionen des Immun- und Nervensystems >>> Auto-Immun-Krankheiten
  • Zerstörung von Hormon-Drüsen und Organen

DIE GLUTEN-STORY

 GlutenIntoleranceAm Beispiel der rasanten Zunahme der Zöliakie  kann man auch demonstrieren, was hier passiert. Das Gluten (Klebereiweiß in Getreide, z.B. Weizen) löst Entzündungen der Darmschleimheit aus, deshalb müssen die Betroffenen auf Gluten-freie Nahrung achten, wird ihnen gesagt. Das Immunsystem spielt wieder einmal „verrückt“.

 

Doch warum immer mehr Menschen nach mehr als 10.000 Jahren Getreide-Anbau plötzlich gegen dieses Protein „allergisch“ werden, das ist die große Frage.

Auch hier liefern die Erkenntnisse von Dr. Samsel eine plausible Erklärung:

Damit wir unsere Nahrung verwerten können, muss sie in kleinere Moleküle zerlegt werden. Das erledigen die Verdauungsenzyme in Kooperation mit den Darmbakterien. Hier richtet Glyphosat mehrfachen Schaden an: Durch

  • Bindung an Verdauungs-Enzyme (z.B. Trypsin und Lipase)
  • Bindung an Metalle, die als Co-Enzyme notwendig sind (z.B. Mangan)
  • Angriff auf nützliche Darmbakterien (Glyphosat ist ein Antibiotikum), die unverzichtbar sind
  • Bindung an Enzyme, die Entgiftungsfunktion haben (z.B. CYP 450)

Das Getreide kann also nicht verdaut werden und wird zum Problem. Das Protein wird als „fremd“ eingestuft und vom Immunsystem bekämpft. Die Folge: Entzündungen im Darm.

Da Glyphosat in entscheidende, biologische  Regelprozesse eingreift (s. Liste oben), ist die systemische Störwirkung enorm und der Schaden wird immer größer, wenn die Verwendung solcher Substanzen nicht gestoppt wird.

BBC CKD Sri Lanka

Ein erschreckendes Beispiel für die verheerenden Gesundheitsschäden, die Glyphosat (Roundup) anrichtet, ist eine Epidemie chronischer Nierenerkrankungen bei Landarbeitern in Sri Lanka (Reisfelder)  und in Lateinamerika (Zuckerrohr). Pro Monat (!) wurden in den betroffenen Provinzen Sri Lankas mehr als 1000 Landarbeiter in Krankenhäuser gebracht.

Wir sprechen hier u.a. von 20-jährigen Männern, deren Nieren nicht mehr funktionieren (!).  Glyphosat zeigt auch hier, dass es nicht nur selbst schädlich ist, sondern die Giftigkeit anderer Stoffe erhöht: In diesem Fall bindet es an das giftige Arsen und verhindert u.a. durch die Blockade des Enzyms GST (bzw. von Gluthation) die Entgiftungsfunktion der Leber. Deshalb sammelt sich das Arsen in den Nieren an und führt zu chronischen Nierenleiden und schließlich Nierenversagen.

In der Studie lernen wir auch, dass sich Glyphosat im Grundwasser anreichert (!). In Katalonien wurden in 41% der Grundwasser-Proben Glyphosat gefunden, wo intensive Landwirtschaft betrieben wurde.  Es zeigte sich außerdem, dass nur die freie Form von Glyphosat in Analysen nachgewiesen werden kann, das bedeutet die Werte sind in Wahrheit noch viel höher  (besonders im Grundwasser, abhängig vom pH-Wert). In den USA wurde in 75% von Luft- und Wasserproben Glyphosat nachgewiesen.

(Auch in Deutschland nimmt die Bio-Akkumulation von Glyphosat bei Tieren und Menschen zu – siehe die Studien von Monika Krüger u.a. in Leipzig)

Glyphosate res animals humans Krueger

DAS  IMMUNSYSTEM „DREHT DURCH“ ?

In den letzten 30-40 Jahren gab es in den Industrieländern eine erhebliche Zunahme der sogenannten „Auto-Immun-Krankheiten“ (AIK) auch bei Kindern (ein Alarmsignal erster Ordnung).

Wer dazu recherchiert, wird feststellen, dass man die Ursachen dafür nicht kennt, aber sich auf die „üblichen Verdächtigen“ konzentriert: Viren, Bakterien und – natürlich – „defekte“ Gene.  Wodurch Gene (u.a. biologische Regulative) aber „defekt“ werden, wird dann nicht näher erläutert.

Umso skandalöser ist es, wenn Stoffe wie Pestizide (die häufig genotoxisch und mutagen sind)  in diesem Zusammenhang nie genannt werden. Die Umweltmedizin führt nicht zufällig ein Aschenputtel-Dasein (zu wenig Forschungsgelder, zu wenig Beachtung in den Medien), während Milliarden in die „Gentechnik“ gesteckt werden. Die Leute sollen von einer High-Tech-Therapie träumen und nicht über die Ursachen nachdenken.

„Fehlerhafte Immunabwehr“ wird auch gerne als Erklärung für AIK hergenommen. Doch hier kommt die These von Dr. Samsel ins Spiel:

Protein structures 3

BILD: Beispiele für verschiedene tertiäre Protein-Strukturen

Das Immunsystem ist demnach nicht „zu aggressiv“, sondern es reagiert auf körpereigene Proteine, die durch Umweltgifte defekt sind (wegen ihrer geänderten Tertiärstruktur  als „fremd“ angesehen) und deshalb angegriffen werden.

KNUT – ein Opfer von Glyphosat?

KnutAuch der knuddelige  Eisbär „Knut“ wurde ein Opfer dieser Krankheiten und starb einen makabren Tod (epileptischer Anfall). Aus einem Presse-Artikel dazu:

„Nach der Autopsie war schnell klar: Der Bär hatte eine Hirnentzündung. Allerdings fanden die Forscher weder Viren oder Bakterien im Gewebe. Daher blieb unklar, was die Entzündung ausgelöst hatte. Nun haben Forscher das Rätsel gelöst: Demnach hat Knuts Immunsystem die Zellen in seinem Gehirn angegriffen, berichten sie im Fachmagazin „Scientific Reports“.

Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis heißt die Krankheit, bei der das Immunsystem Antikörper gegen den Rezeptor NMDA in den Zellmembranen der Nervenzellen bildet. „Das Abwehrsystem des Körpers schießt gewissermaßen über das eigene Ziel hinaus“, erklärt Harald Prüß vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Berlin. (Quelle: Spiegel)

Welches Futter hat Knut bekommen? Das wäre sehr interessant zu erfahren.

Auch seine Symptome kann man mit Dr. Samsels Erkenntnissen (hier vereinfacht) erklären:

Durch Bindung von Mangan (als Co-Faktor) und Hemmung des Enzyms Glutaminsynthase wird das Glutamat (im Gehirn) nicht in seine harmlose Transport-Form ungewandelt (von den Microglia zu den Neuronen), sammelt sich an und wird daher neurotoxisch (der NMDA-Rezeptor wird überreizt).

Schließlich wird das Immunsystem alarmiert und bildet Anti-Körper gegen den „fremdartigen“ Rezeptor (der auch ein Protein ist). Dann kommt es zu chronischen Entzündungen im Gehirn, die als „Auto-Immun-Krankheit“ bezeichnet werden.

US Immune_disease_incidence

Obwohl immer mehr Menschen von (unheilbaren) AIK betroffen sind, werden wenig Forschungsgelder für entsprechende epidemiologische Studien zur Verfügung gestellt. In einer der wenigen, öffentlich zugänglichen  Untersuchungen, wurden die Daten aus 30 vorhandenen Studien der letzten 30 Jahre analysiert und daraus die jährliche Zunahme der AIK (sortiert nach den Ländern) berechnet.

Ergebnis:

Pro Jahr nahmen die Neuerkrankungen um 19,1% zu und die Prävalenz um 12,5%.

Das ist ein Wahnsinn und entlarvt jene, die uns immer darauf hinweisen, dass „wir länger leben“ und demnach die Umweltvergiftung (sprich: von Natur und Mensch) nicht schlimm sein könne.

Für die verschiedenen Krankheitsgruppen ergab sich eine hoch signifikante Veränderung zwischen den alten und neuen Häufigkeiten:

Rheumatisch: + 7,1%  Hormonstörungen: + 6,3%  Verdauungssystem: + 6,2%  Nervensystem: + 3,7%

Der „Spitzenreiter“ bei den AIK (größter Zuwachs an Erkrankungen) waren die Zöliakie, Typ 1 Diabetes und eine unheimliche neuromotorische Krankheit namens myasthenia gravis. Im Westen und Norden nehmen die AIK schneller zu als im Süden und Osten (was niemand überrascht).

Die „gefährlichsten“ Länder für AKI (stärkste Zunahme)  sind demnach:

  1. Israel (12,9%)
  2. Niederlande (10%)
  3. USA (8,8%)
  4. Schweden (8,4%)
  5. Großbritannien (7,8%)

In diesen Ländern nahmen die rheumatischen, endokrinologischen (das Hormonsystem) und das Verdauungssystem betreffenden AIK (chronisch entzündliche Darmerkrankungen) am meisten zu. Die Autoren stellen fest, dass die stetige Zunahme der Häufigkeit von AIK parallel mit der Zunahme von allergischen Erkrankungen und Krebs verläuft. Dazu gehören Multiple Sklerose, Typ 1 Diabetes, Zöliakie, IBD (Morbus Crohn), SLE, PBC, Hepatitis und rheumatische Erkrankungen (RA).

Der Schlüsselsatz in der Zusammenfassung lautet:

Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Einfluss von Umweltfaktoren viel stärker ist als der genetischer Faktoren.

Doch diese Einsicht ist politisch nicht erwünscht, denn dann müsste man den Leuten sagen,

  • dass diese ganzen, schrecklichen Krankheiten bei immer mehr Menschen (die chronisch, und unheilbar sind) der Preis für das Primat des  kapitalistischen Profitprinzips  ist
  • dass die Umsätze von Chemiefirmen wichtiger sind  als die Gesundheit tausender Menschen
  • dass damit der moralische Bankrott unseres politischen Systems offenbar wird

 EVERTHING IS CONNECTED

Brain-Gut crosstalk 2

Hervorheben muss man noch, dass diese chronisch- entzündlichen Vorgänge im Darm (und damit die Zerstörung der Symbiose mit den wichtigen Darmbakterien) auch dort Folgen haben, wo man es nicht vermutet: im Gehirn. (Das musste wohl auch „Knut“ leidvoll erfahren… ). Zwischen den Darmbakterien, den Immun- und den Gehirnzellen findet ein regelrechter „Dialog“ statt, das zeigen jüngste Forschungsergebnise.

Besonders für Kinder hat daher ein Dysbiose im Darm verheerende Folgen:

Guardian microbiome & brain functionWährend des „Erwachsenwerdens“ durchläuft das Gehirn eine spezielle Entwicklungsphase, die für Optimierung neuronaler Prozesse und Strukturen sehr wichtig ist. Und es sind die Darmbakterien die dabei eine entscheidende Rolle spielen z.B. bei der Regulierung des Myelins, das eine Isolierung (schützende Membran) für Nervenfasern bildet, damit die Leitung von Nervenimpulsen optimiert wird. Ohne Myelin kann das Gehirn nicht normal funktionieren. Die Microglia (Immun-Fresszellen im Zentralnervensystem, aber auch biologische Steuerelemente) werden ebenfalls von den Darmbakterien beeinflusst.

(Die furchtbare Krankheit ALS kann auch durch die schädlichen Effekte von Glyphosat erklärt werden,  was aber andere Faktoren nicht ausschließt)

Glyphosat wurde bei der Zulassung als „harmlos“ eingestuft, weil es den Shikimisäure-Weg blockiert und dieser bei Tieren und Menschen nicht vorhanden ist. Bei Pflanzen und Bakerien aber schon. Alles paletti, oder?  Wie ich schon in früheren Artikeln erklärt habe, zeigt sich hier die Kurzsichtigkeit und Dummheit unserer Politik und „Wissenschaft“:

gut-microbiome

In unserem Körper leben hunderte Milliarden von Bakterien in einer symbiotischen Beziehung mit uns.

D.h. wir brauchen sie dringend zur Erledigung vieler biologischer Aufgaben. Wer diese Bakterien angreift, greift damit unsere Gesundheit an. In der Biologie ist alles miteinander vernetzt. Alles was wir der Natur (anderen Lebewesen) antun, kommt als „Bumerang“ früher oder später zu uns zurück. 

Diese Erkenntnis und die Tatsache, dass  Darmbakterien an der Steuerung neuronaler Prozesse beteiligt sind, sollte dazu führen, die Pestizide als Biozide zu erkennen und sofort zu verbieten. (Autistische Kinder haben alle chronische Darmentzündungen). Doch anstatt diese vom Menschen geschaffenen, krankmachenden  Substanzen anzuprangern und als Ursache für diese Epidemie der Auto-Immun-Krankheiten zu erkennen, wird der Spieß umgedreht, wie man z.B. in diesem Artikel sehen kann.

Dass Darmbakterien die Funktion des Gehirns beinflussen können, sei „überraschend“, doch diese neuen Forschungsergebnisse legen nahe, dass man eines Tages die furchtbaren, degenerativen Myelin-Erkrankungen (wie ALS oder MS/Multiple Sklerose oder sogar psychiatrische Erkrankungen) „behandeln kann, in dem man die Zusammensetzung der Bakterien-Menagerie im Darm auf die eine oder andere Weise verändert“.

Diese „Veränderung der mikobiellen Menagerie im Darm“ durch den Menschen ist ja gerade das Problem!

Denn die profitorientierte, privatisierte  „Wissenschaft“, die für Konzerne arbeitet, greift in Systeme ein, deren Komplexität (hoher Vernetzungsgrad) nicht einmal annähernd verstanden wird.

Die Biologie wird mechanistisch aufgefasst (das Erbe von Descartes und der „Aufklärung“) und auf dieser unzulänglichen Basis wird dann fleißig „geforscht“ und manipuliert. Die Hybris äußert sich dann im Gentechnik-Hype und – der neueste Trend: „Designer – Bio-Moleküle“ (der Wahnsinn hat Methode…)

(Wie „irre“ und gefährlich das ist, weil der Mensch nicht systemisch denkt, kann man in den Büchern von Frederic Vester nachlesen)

FAZIT:

  • Glyphosat ist ein synthetisches Horror-Molekül, das seit Jahren tonnenweise in der Natur ausgebracht wird, ohne dass die zerstörerischen Effekte auch nur annäherend erörtert bzw. verstanden wurden.
  • Die ganze „Zulassung“ (Risikobewertung) ist nicht nur politisch korrupt, sondern basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen, die schon längst überholt sind:
  • Toxikologische Studien sind viel zu kurz gegriffen, denn es ist nicht bloß die „Giftigkeit“ von Glyphosat um die es geht, sondern seine Fähigkeit, grundlegende biologische Steuerungssysteme so zu unterminieren, dass das Leben selbst gefährdet ist.
  • Es gibt keine „sicheren“ Grenzwerte für Glyphosat.

Es funktioniert auf molekularer Ebene, wird in biologische Systeme integriert und ist dort ein Fremdkörper, der alles durcheinander bringt. Die Proteine und das ECM  können ihre Funktion nicht mehr erfüllen und werden selbst zum Problem. (> Auto-Immunkrankheiten)

Durch negative Synergieeffekte wird das Gewebe von Organen und Drüsen schrittweise zerstört.

Welche Krankheiten (die parallel mit der steigenden Anwendung von Glyphosat zugenommen haben) werden damit in Verbindung gebracht?

  • Alzheimer, ALS, MS, Autismus, Parkinson (degenerative bzw. Auto-Immun-Erkrankungen des Nervensystems)
  • Diabetes, Zöliakie (Gluten-Intoleranz), Lebererkrankungen, chronische Nierenerkrankungen (CKD)
  • Degenerative Gelenkserkrankungen (Rheuma, RA)
  • Lungenkrankheiten (COPD)
  • Hauterkrankungen (Skleroderma, Hautkrebs)
  • Krankheiten, die durch Vitamin-B Mangel begünstigt werden
  • Krebs (DNA-Schäden)

 

Alle Pestizide müssen verboten werden, die Landwirtschaft muss aus dem globalen, wahnsinnigen Profit- u.  Konkurrenz-Regime ausgegliedert werden, bevor es zu spät ist.

Die neuerliche Zulassung von Glyphosat wäre ein monströses Verbrechen gegen die Natur und das Leben an sich.

 

ANHANG:  THEMA IMPFEN

Dr. Samsel untersuchte auch Impfstoffe, weil er wissen wollte, ob dort auch Glyphosat zu finden sei. Tierische Proteine werden auch für die Züchtung von Impfstoffen eingesetzt (z.B. Eier oder Gelatine). Die Gelatine wiederum wird aus Knochen gewonnen, wo sich Glyphosat (laut Monsanto-Studien) besonders gerne ansammelt.

vaccines Glyphosate contamination

Ergebnis: In fast allen Impstoffen wurde Glyphosat nachgewiesen, was die Debatte um die Schädlichkeit noch weiter anheizen dürfte. (Bild: ein Teil der Resultate) Wer prüft, ob diese Rückstände auch in Europa vorhanden sind?

(Hier der Link (Präsentation) zu seinen Ergebnissen;

Wissenschaftliche Artikel  von Dr. Samsel (mit Dr. Stephanie Seneff) gibt es hier, hier und hier. Die neueste Publikation (speziell über Glyphosat und die Auto-Immun-Effekte auf das Nervensystem) kann man hier lesen.

und zum Schluss … (wichtig für alle, die Haustiere haben …)

Das Märchen von den „Spontanen“ Tumoren

Zu den Fütterungs-Studien, die für die Zulassung von Glyphosat (u.a. Substanzen) eingericht werden, muss man folgendes wissen: Es gibt mindestens 3 Gruppen (z.B. jeweils 10 Mäuse) von Versuchstieren:  jeweils eine Gruppe erhält eine niedrige, eine mittlere und eine hohe Dosis (täglich). Die „Kontrollgruppe“ bekommt normales Futter, ohne zugesetzes Glyphosat. Nach Ende der Laufzeit werden die Tiere getötet und die Organe untersucht. Die Häufigkeit von pathologischen Veränderungen im Gewebe wird dann in jeder Gruppe festgestellt und miteinander verglichen.

Wenn z.B. bei 8 von 10 Mäusen in einer Gruppe krankhafte Veränderungen erzeugt wurden, aber in der Kontrollgruppe bei 7 von 10 Mäusen die gleichen Veränderungen auftraten, kann man sagen, dass der getestete Stoff nicht besonders giftig sein kann, weil die Unterschiede so minimal sind (in der Wissenschaft „nicht statistisch relevant“). Manchmal hat die „Kontrollgruppe“ sogar höhere Raten, das kommt natürlich sehr gelegen …

Als Dr. Samsel die Monsanto-Studien analysierte, wunderte er sich, dass in den „Kontrollgruppen“ so häufig „sponate Tumore“ auftraten:

  • 13-70% der Versuchstiere der historischen „Kontrollgruppe“ zeigen „spontane Tumore“ der Brust und
  • 26-93% der Hypophyse.
  • Das sind sehr hohe Werte und ein „spontaner Tumor“ muss auch eine Ursache haben.

War im Futter dieser Tiere etwas enthalten, das die Krebsentstehung fördert? 

Eine Untersuchung zeigte, dass in neun von 13 Futter-Proben Glyphosat-Rückstände gefunden wurden.

Die „genetischen Defekte“ mit denen solche „spontanen Mutationen“ oft erklärt werden, könnten sich also bei genauerer Analyse als Folgen genotoxischer bzw. die Homöostase verhindernder  Chemikalien herausstellen. Damit wäre aber die Aussagekraft der Tumor-Häufigkeit in der „Kontrollgruppe“ schwer erschüttert.

Samsel machte sich ans Werk und untersuchte (mit HPLC) das Trocken-Futter für Labor- und Haustiere (Katzen und Hunde) auf G bzw. dessen Abbauprodukt AMPA.

Cat & Dog food Glyphosate

Ergebnis:

In allen Proben wurde Glyphosat bzw. AMPA gefunden und – was auch bemerkenswert ist- keine Folsäure (Vitamin B9).

Samsel erwähnt in diesem Zusammenhang, dass in den USA bei Hunden und Katzen (älter als 10 Jahre)  mittlerweile Krebs mit Abstand die häufigste Todesursache ist.

Wer Hunde- oder Katzenfreund ist, bitte kein Trockenfutter geben und am besten nur Bio-Fleisch füttern. (Wir hatten auch schon eine Katze mit epileptischen Anfällen, die eingeschläfert werden musste. Sie war sechs Jahre alt)

Folsäure-Mangel löst DNA-Schäden aus (Einzel- u. Doppelstrangbrüche)

Dieses  Vitamin wird in Symbiose mit Darm-Bakterien (Lactobacillus und Bifidus) erzeugt. Da Glyphosat aber die Bakterien angreift, kommt es zu Vitamin-Mangel. Dieser wiederum führt zu weiteren Stoffwechsel-Problemen, da bestimmte Vitamine als Co-Enzyme wirken: fehlen sie, können die Enzyme nicht ihre Funktion erfüllen. Das wiederum beeinträchtigt die DNA-Biosynthese und die Reparatur des Genoms. Mangel an Folsäure erhöht das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Auch für andere Krebsarten (Brust, Eierstock, Bauchspeicheldrüse, Gehirn, Lunge und Gebärmutterhals ist ein B9-Mangel relevant. Während der Schwangerschaft erhöht Folsäuremangel das Risiko für schwere Missbildungen des Kindes (spina bifida, anencephaly).

DIE KRANK-WIRTSCHAFT

Weltweit wurden 2016 Pestizide für 120 Milliarden Dollar verkauft. Glyphosat alleine bringt etwa 6 Milliarden jährlich ein. (Tendenz steigend)

Wieviele Menschen müssen dafür noch chronisch krank werden und früher sterben?  

Frau Merkel (mit ihrer „Wirtschaftspartei“) ist für die Wieder-Zulassung …

Denkt daran, wenn ihr (noch) wählen geht …

UNA PERSONA NORMAL (Terrorista-2)

the-terror-chess-pieceDer angebliche „Fiat-Terrorista“ von Barcelona  ist also jetzt auch tot. Na dann können wir ja wieder zur Tagesordnung übergehen. Oder doch nicht?

Man soll akzeptieren, dass ein Mensch erschossen wird, weil er „mutmaßlich“ etwas verbrochen hat, weil „er etwas trug, das ein Sprengstoffgürtel sein könnte“?

In einem Rechtsstaat muss aber die Schuld eines Menschen erst in einem Gerichtsverfahren bewiesen werden, bevor er bestraft oder gar getötet werden kann.

Die „Todesstrafe“ ist ja in der EU überhaupt nicht zulässig, daher ist die Tötung eines Menschen in Spanien durch die Polizei ein Verbrechen. Um die Ungeheuerlichkeit dieser Exekutionen unsichtbar zu machen, muss der Eindruck erweckt werden, es handelte sich um „Notwehr“. Daher die Behauptung vom „Sprengstoffgürtel“, der sich aber im nachhinein als Attrappe herausstellt.

Na ja, könnte man jetzt argumentieren, das wusste die Polizei ja vorher nicht, sie wollte doch nur verhindern, dass der Mann andere Menschen (und sie selbst) in Lebensgefahr bringt. Man hat ihn also „präventiv“ erschossen, um größeres Unheil zu vermeiden.

Das ist aber nur auf den ersten Blick akzeptabel, wenn man die in den Medien lancierte Erzählung (den frame) einfach glaubt. Wenn man analytisch darüber nachdenkt, ergibt sich ein völlig anders Bild:

  • Es wurde nie bewiesen, WER den Lieferwagen in Barcelona fuhr und die Möglichkeit einer Manipulation der Fahrzeugelektronik (siehe Ende von Teil 1- „Terrorista!“) durch Geheimdienste wurde erst gar nicht in Betracht gezogen, obwohl das nicht ausgeschlossen werden kann (Stopp genau auf dem Mosaik von Miró…das soll der Airbag bewirkt haben…?)
  • Wo ist der BEWEIS dafür, dass Younes A. der Fahrer war? Gab es einen richterlichen Haftbefehl für ihn? (Vorher wurde Moussa Oukabir als „flüchtiger Fahrer“ bezeichnet, es waren also nur Spekulationen)
  • Nehmen wir an, es gab einen Fahrer (der tatsächlich das Fahrzeug kontrollierte). Wieso flieht er zuerst, taucht unter, versteckt sich in den Weinbergen? Die logische Antwort wäre: Weil er Angst hatte, verhaftet zu werden oder weil er Angst hatte, getötet zu werden. Er wollte also leben und seine Freiheit behalten.
  • Dazu passt aber der „Sprengstoffgürtel“ überhaupt nicht, denn das hieße ja, er wäre bereit zu sterben und zwar auf schreckliche Art: durch eine Explosion, die ihn in Stücke gerissen hätte. Unterstellt wird auch, er wollte damit einen „Heldentod“ sterben, weil er „als Soldat des IS“ bereit war, für das „Kalifat“ zu töten und selbst getötet zu werden. In einem Versteck von der Polizei erschossen zu werden, widerspricht aber dem Mythos vom „IS-Heldentod“.
  • Wie ich schon im ersten Teil betont habe, passt aber das ganze Action-Szenario (Auto rast in Menge, Flucht, Wiederholung in Cambrils, Auto überschlägt sich, Messer-Angriff, Kugelhagel, und die Hinrichtung des gedopten Mannes) nicht zum „Selbstmord-Attentäter“-Profil: Wenn ich mich und andere mit Bomben umbringen will, wozu dann das ganze Theater mit den Autos? Wozu erst fliehen, dann mit Bombengürtel herumrennen? Das ergibt keinen Sinn.

is-sponsorsDas ist alles nur Terror-Theater. Inszeniert für uns, die verdummten Zuschauer. Damit wir glauben, dass der „IS“ und unsere Geheimdienste (vor allem die CIA) Feinde sind, die sich bekämpfen. Tatsächlich ist der „IS“ nur ein Werkzeug dieser Geheimdienste und der Machtstrukturen, die dahinter stehen.

DU SOLLST NICHT  NACHDENKEN  SONDERN  GLAUBEN

(Unusquisque mavult credere quam judicareJeder will lieber glauben als urteilen /Seneca)

Die Tagesschau-Redaktion (als Beispiel) wird aber bezahlt dafür, dass sie die Zuschauer (und sich selbst) effektiv davon abhält, selbständig zu denken. Deshalb wird auch nichts hinterfragt, was von offiziellen Stellen kommt. Als ob „Sicherheitskreise“ und Politiker immer die Wahrheit sagen würden. Was lesen wir also zum Tod von Younis?

tagesschau mutmaßlich hoch3

Vier Tage nach den islamistischen Terroranschlägen in Spanien hat die Polizei den Hauptverdächtigen erschossen. Er soll den Lieferwagen gefahren haben, mit dem in Barcelona 13 Menschen getötet wurden. Auch der Tod des Imams, der Kopf der Terrorzelle gewesen sein soll, wurde bestätigt.“

Der Terrorverdächtige, nach dem europaweit gefahndet wurde, war am Nachmittag in Subirats rund 60 Kilometer von Barcelona entfernt aufgespürt worden. Eine Frau habe die Polizei auf ihn aufmerksam gemacht, teilten die Sicherheitskräfte mit. Medienberichten zufolge versuchte der Mann, über die Weinberge zu flüchten. Er sei aber von der Polizei gestellt worden, die dann auf ihn geschossen habe.

Die ständige Verwendung des Konjunktivs durch die Tagesschau-Redaktion zeigt, dass die Behauptungen der „Sicherheitskreise“ (verbreitet über spanische Medien und übernommen von unseren) eben bloße Anschuldigungen bzw. Vermutungen sind: „soll gefahren haben“, „gewesen sein soll“, „sei gestellt worden“, „gehen davon aus“, usw.

KLARTEXT: es gibt KEINE BEWEISE für die unterstellte Täterschaft oder das Motiv

Wie spekulativ die „Angaben“ der Behörden in Katalonien sind, registriert man zwar bei der Tagesschau, macht aber dann weiter wie bisher …

changing prime suspects Tagesschau

Hier stellt der ARD-Korrespondent in Madrid zwar fest, dass der „Hauptverdächtige“ (Barcelona) gestern so und heute wieder anders heißt, schließt daraus aber nicht, dass die „Angaben“ der Behörden keinesfalls als zuverlässig angesehen werden können und deshalb eigentlich nicht durch die Presse verbreitet werden sollten:

Gestern schien sich die Polizei sicher zu sein – jetzt ist doch alles wieder ganz anders. Am Freitag hatte sie einen Hauptverdächtigen ausgemacht: den 17-jährigen Moussa Oukabir. Er habe den Lieferwagen über die Ramblas gefahren, so lief es über alle Medien. Und: Der Minderjährige habe die Papiere seines Bruders gestohlen, um den Wagen zu leihen.

Oukabir wurde in der Stadt Cambrils mit vier anderen Terroristen erschossen. Daher hatte es am Abend geheißen, der Attentäter von Barcelona sei tot.

Dass Oukabir tot ist, stimmt. Doch die Hypothese von ihm als Hauptverdächtigen ist in der Nacht immer mehr in sich zusammengefallen. Jetzt gibt es einen neuen Hauptverdächtigen: den 22 Jahre alten Younes Abouyaaqoub aus Ripoll in Katalonien. Die Fahndung nach ihm und zwei weiteren Verdächtigen läuft auf Hochtouren. …“

„So lief es über alle Medien“ genau das ist das Problem. In den nächsten Absätzen übernimmt Dugge wieder alle Aussagen der „Mossas“ (einzige Quelle ist immer Major Trapero) um noch mehr Ängste zu schüren –

„Die Angriffe sollten viel verheerender werden“

– ohne auch nur einen Gedanken daran zu verwenden, dass hier eventuell gezielt Falsch-Informationen verbreitet werden sollen. (Solche verbotenen Gedanken werden dann sofort mit Stigma-Wörtern wie „Verschwörungstheorie“ belegt, um sich gegen Kritik zu immunisieren)

Casa explosionada Alcanar_2017

Wenn das angebliche Sprengstoff-Lager (s. Bild) aber zerstört wurde (in der Nacht vor La Rambla), wieso glaubten die Polizisten dann, die Sprengstoff-Gürtel der Verdächtigen wären echt?  Das ergibt auch keinen Sinn.

Der obige Tagesschau-Artikel (Tenor: „alles wieder ganz anders“) wurde am 19. August ins Netz gestellt. Nur einen Tag später werden aber wieder alle Behauptungen der katalanischen Polizei einfach übernommen (obwohl sie niemand verifiziert hat) und die Angstmache geht weiter:

Tagesschau incredible BS

Wie ich schon in Teil 1 betont habe, sind die Aussagen der Nachbarn, Verwandten, Bekannten etc. alle übereinstimmend:

Niemand kann sich vorstellen, dass diese jungen Männer aus Ripoll (je zwei Brüderpaare aus Marokko stammend) zu solchen Verbrechen fähig waren. Sie hatten nie eine Straftat begangen oder waren sonst irgendwie aufgefallen. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich.

Dort kann man nicht glauben, was passiert ist.“ Die meisten sind gut integriert, sagen die Einheimischen. Bisher habe es keine Probleme gegeben.“

Das führt aber bei Herrn Neuroth von der ARD nicht dazu, dass er Zweifel an der Darstellung der Polizei bekommt. Dieser Gedanke ist tabu. Dass es hier gar keine „Terror-Zelle“ gab, ist für diesen gehorsamen „Repeater“ einfach unvorstellbar.

Alle Beobachtungen aus der realen Welt lassen also nicht den Schluss zu, dass diese jungen Männer wirklich getan haben, was man ihnen vorwirft. Also braucht man (neben Drogen) einen „imam ex machina“, eine mächtige Kraft, die aus dem Nichts auftaucht und die Transformation erklären soll.

Nun betrifft Abdelbaki Es Satty die Bühne, der Imam, der aus diesen unschuldigen, jungen Männern brutale Monster machte – so die „Vermutung“. Das Problem: der Imam hat nur eine stumme Rolle, denn er ist eine Leiche. Die passende Story dazu: Er soll bei der Explosion in Alcanar getötet worden sein. Was sagen die Leute, die den Imam kannten? Er war ganz normal. Sein Mitbewohner Nourden Elhaji wird in einer spanischen Zeitung so zitiert:

UNA PERSONA MUY NORMAL .. UN POCO TIMIDO

Er war ein ganz normaler Mensch“, beharrte dieser Zeuge, der im selben Haus wie Satty gewohnt hat. Elhaji hat bestätigt, sie (die Brüder) einmal in Ripoll gesehen zu haben, aber niemals in der Wohnung, die er mit dem Imam geteilt hatte.

Era una persona normal“, ha insistido este testimonio, que ha residido en el mismo domicilio que Satty durante los últimos tres meses. … Elhaji ha confesado haberlos visto alguna vez por Ripoll, pero nunca en el piso compartido con el imán.

Aber die Mächte der Finsternis (Geheimdienste) haben noch mehr Pfeile im Köcher, wenn es darum geht eine “Legende“ zu fabrizieren (nachdem sie jemand „entsorgt“ haben) :

Der Imam soll  2010 dabei erwischt worden sein, Haschish nach Spanien zu schmuggeln. Dafür saß er dann angeblich vier Jahre im Gefängnis. Dort soll er dann eine „spezielle Beziehung“ zu einem Rachid Aglif entwickelt haben, der wegen Verwicklung in den Bombenanschlag von Madrid (2004) für 42 Jahre „eingebuchtet“ war.

Man ahnt ja schon, was jetzt kommt: dort wurde er selbst  „radikalisiert“ und dann als „Rekruter“ für den IS eingesetzt. Wer hat diese Story verbreitet? Ein Journalist von El Pais, eine Zeitung, die für viele der lancierten Stories als Erst-Verteiler fungiert.

Kommentar: Ich glaube kein Wort davon …bis es stichhältige Beweise gibt.

Aber kommen wir zurück zur Tagesschau:

Eine bewährte journalistische Methode, sich des Verleumdungsvorwurfs zu entziehen, ist die übernommene Beschuldigung als Frage zu formulieren. Das weiß auch die Tagesschau-Redaktion bzw. der Korrespondent Neuroth:  

IMAM KOPF DER TERRORZELLE?   

Abu Jassine ist Vorsitzender der muslimischen Gemeinde von Ripoll: „Wir wissen nicht, ob der Imam außerhalb der Moschee Kontakt zu diesen Männern hatte. Das wissen wir einfach nicht. Er hat nie etwas Seltsames gesagt oder getan. Nur das, was alle Imame tun: Gottesdienste halten.“

Für die Einwohner von Ripoll ist es schwer zu verstehen, dass sich in ihrer Kleinstadt eine Islamistengruppe radikalisieren konnte. Sie stellen sich die Frage, wie das unbemerkt passieren konnte – und auf diese Frage haben sie bisher keine Antwort.

Dass es eventuell deshalb „unbemerkt“ blieb, weil es einfach gelogen ist und nie passierte – ist für die Tagesschau-Papageien einfach zu viel. Das geht gar nicht. Sapere Aude ist der Karriere bei den „öffentlich-rechtlichen“ Anstalten gar nicht förderlich.

MORD IM FORD

Der erstochene Mann im Ford Focus bleibt nach wie vor ein Rätsel.(Siehe Teil 1)

Dazu die Tagesschau:

Ein weiteres Opfer wurde erstochen in einem Ford Focus entdeckt, der kurz nach dem Attentat auf den Ramblas eine Polizeisperre durchbrochen hatte. Die Ermittler vermuten, dass Abouyaaqoub den Fahrer des Fords tötete, um mit dessen Auto zu fliehen.

Von dem neuen Hauptverdächtigen für die Anschläge in Katalonien fehlt weiter jede Spur. Gestern war die Polizei noch von einem anderen Haupttäter ausgegangen. Gewiss scheint inzwischen: Die Angriffe sollten viel verheerender ausfallen.

Wo ist der Beweis, dass es Younis war, der mit diesem Ford gefahren ist? Da er nicht vorbestraft war, konnten seine Fingerabdrücke nicht in einer Polizei-Datenbank erfasst worden sein. („planted stories„: Sein Ausweis wurde in einem zweiten Van „gefunden“ bzw. dieser wurde mit seiner Kreditkarte gemietet)

Wir erinnern uns, am Anfang wurde Moussa Oubakir als „flüchtiger Fahrer“ und „Hauptverdächtiger“ präsentiert.

Wenn er die Polizeisperre durchbrach, wurde er bzw. der Ford dann nicht verfolgt? Und was heißt „entdeckt“? Wo und wann wurde die Leiche gefunden? (Widersprüchliche Angaben dazu siehe Teil 1). Wie und wann kam der Audi ins Spiel?

„Die Ermittler vermuten“ ist nicht genug um die Erschießung von sechs Menschen zu rechtfertigen.

Nach dem Tod kann man dann alles mögliche behaupten, das Opfer kann sich nicht mehr dagegen wehren. Es wurde zweimal ermordet: einmal mit Patronen und dann noch einmal mit Worten.

Die „Unschuldsvermutung“ gilt also (für Muslime) nicht mehr, wenn es in der Presse steht, dass du ein Mörder bist, wird es wohl stimmen.

Solange es keine unabhängige Überprüfung der Vorfälle gibt, keine öffentlich-zugänglichen Zeugenaussagen (vor allem über den fünffachen Mord durch die Polizei in Cambrils), ist die Schuld dieser Männer nicht bewiesen.

FAZIT:

Denken wir doch einmal logisch und lassen uns NICHT VON DEN SCHLAGZEILEN IN DEN MEDIEN BEEINFLUSSEN:

Was ist passiert? Ein Lieferwagen fährt in eine Menschenmenge in Barcelona. Niemand hat den Fahrer gesehen. Niemand weiß, wer das Auto „gesteuert“ hat. Niemand kann – ohne gründliche Ermittlungen, die Wochen dauern – wirklich wissen, was das Motiv der Tat ist und wer dahintersteckt

Die scheinbare Erklärung wird – binnen Stunden – nur durch den Deutungsrahmen geliefert, der von den Medien kolportiert wird und inzwischen ein Denkmuster in unsere Gehirne geprägt hat:  Nizza, Berlin, London und jetzt Barcelona. Aha. Das waren also wieder die Islamisten, die irren Spinner vom „IS“. Dann kommt ja auch die Meldung, der IS habe über seine PR-Agentur AMAQ bekanntgegeben, dass die Täter „seine Soldaten“ seien.

Amaq ist aber nur ein Label, eine PR-Creation ohne realen Hintergrund. Und seit wann haben religiöse Spinner PR-Agenturen? Das ist völliger Bullshit. Wer verbreitet denn wirklich die Botschaften des IS? Eine Organisation, die sich SITE nennt und von Rita Katz geleitet wird.

Was SITE wirklich ist, habe ich auf diesem Blog ja schon erkärt: eine PR-Fassade für Geheimdienste, die hinter dem ganzen Dschihadisten-Theater stecken. Das ganze ist eine PSYOP, eine psychologische Operation oder anders formuliert: eine große Verarschung.

Die „Schafsnatur“, die Goethe schon beklagt hat (und meinem Blog seinen Titel gab) führt aber dazu, dass die Verarschung sehr effektiv ist, weil die Menschen in der Masse sehr leicht zu manipulieren sind.

Und „Massenmedien“ wurden ja gerade für diesen Zweck konzipiert: eine Uniformität des Denkens zu erzeugen und jeden zu diffamieren, der nicht mit der Herde mitläuft …

Arthur_Schopenhauer

 

ANHANG

… das wusste auch schon Schopenhauer, hier eine kleine Kostprobe:

 „Auch sind allgemeine Vorurteile (hinterhältigerweise) als Autoritäten zu gebrauchen. Ja, es gibt keine noch so absurde Meinung, die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten, sobald man es dahin gebracht hat, sie zu überreden, dass solche allgemein angenommen sei.

Das Beispiel wirkt auf ihr Denken wie auf ihr Tun. Sie sind Schafe, die dem Leithammel nachgehen, wohin immer er sie auch führt: es fällt ihnen leichter zu sterben als zu denken. Es ist sehr seltsam, dass die Allgemeinheit einer Meinung so viel Gewicht bei ihnen hat, da sie doch an sich selbst sehen können, wie ganz ohne Urteil und bloß kraft des Beispiels man Meinungen annimmt. Aber das sehen sie nicht, weil ihnen allen die Selbstkenntnis abgeht.“

Die Allgemeinheit einer Meinung ist, im Ernst gesagt, kein Beweis, ja nicht einmal ein Wahrscheinlichkeitsgrund ihrer Richtigkeit …

Was man so die allgemeine Meinung nennt, ist, bei Lichte betrachtet, die Meinung zweier oder dreier Personen. Und davon würden wir uns überzeugen, wenn wir der Entstehungsart einer solch allgemeingültigen Meinung zusehen könnten. Wir würden dann finden, dass es nur zwei oder drei Leute sind, die solche Meinung als Erste annahmen oder aufstellten und behaupteten, und denen man so gütig war zuzutrauen, dass sie solche recht gründlich geprüft hätten: auf das Vorurteil der hinlänglichen Fähigkeit dieser nahmen zuerst einige wenige Andere diese Meinung ebenfalls an. Diesen wiederum glaubten viele weitere andere, deren Trägheit ihnen anriet, lieber gleich zu glauben, als erst mühsam zu prüfen.

So wuchs von Tag zu Tag die Zahl solcher trägen und leichtgläubigen Anhänger: denn hatte die Meinung erst eine gute Anzahl Stimmen für sich erreicht, so schrieben die Nachfolgenden dies dem zu, dass sie solche nur durch die Triftigkeit ihrer Gründe hätte erlangen können. Die noch Übrigen waren jetzt genötigt gelten zu lassen, was allgemein galt, um nicht für unruhige und renitente Köpfe zu gelten, die sich gegen allgemeingültige Meinungen auflehnten und naseweise Burschen, die klüger sein wollten als alle Welt.

Jetzt wurde die Zustimmung zur Pflicht. Nunmehr müssen die wenigen, welche zu urteilen fähig sind, schweigen, und die da reden dürfen, sind solche, welche völlig unfähig, eine eigene Meinungen und eignes Urteil zu haben, das bloße Echo fremder Meinungen sind. Jedoch sind sie desto eifrigere und unduldsamere Verteidiger derselben. Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht sowohl die andere Meinung, zu der er sich bekennt, als die eher Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen, was sie ja doch selbst nie zu unternehmen in der Lage und im Stillen sich dessen bewusst sind. –

Kurzum, Denken können sehr wenige, aber Meinungen wollen alle haben: was bleibt da anderes übrig, als dass sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Anderen übernehmen

Auch sehr interessant:

http://essaysofschopenhauer.com/essays/on-thinking-for-oneself.php

TERRORISTA!

 

A3 Cambrils 2Wir erleben gerade makabres „Sommerkino“ in Spanien, eine packende Mischung aus Psycho-Thriller und Actionfilm: Autos als Mord-Instrumente, Fahrer, die „verschwinden“, „erschossen“ werden, dann wieder „fliehen“. Nächtliche Explosionen, Entlarvung einer geheimen „Terror-Zelle“ usw. All das passt doch wunderbar in den vorbereiteten Denk-Rahmen (Frame): natürlich war es wieder der unheimliche „IS“, wer sonst?

Die Grenze zwischen Realität und PR-Inszenierung wird allerdings immer schwammiger und man muss versuchen, hinter die Kulissen zu schauen und kritisch zu hinterfragen, was uns über die Medien „serviert“ wird. Was fällt uns dabei auf?

Die angeblichen „Terroristas“ hatten nie eine Straftat begangen und waren auch nie den Sicherheitsbehörden aufgefallen. Es gab also keinerlei Hinweise darauf, dass fünf junge Männer aus Marokko (darunter zwei Teenager) geneigt waren, mehrere Terroranschläge in Katalonien zu begehen.

Wer hat sie aber in den Augen der Zuschauer zu Fanatikern und Mördern gemacht? Die Papageien-Presse.

Sie haben den Titel „Reporter“ schon lange nicht mehr verdient, sondern sind nur mehr „Repeater“, also zuständig für das Wiederholen von Behauptungen, die niemand überprüft hat, aber trotzdem als Tatsachen behandelt werden. Alles, was ihnen „die Behörden“ zuflüstern, übernehmen sie kritiklos, auch jeden Mist, der auf Twitter verbreitet wird, als ob „social media“ eine zuverlässige Quelle wäre.

Das ist zwar nichts neues, hat aber seit den Anschlägen in Barcelona einen neuen Tiefpunkt erreicht, wie im folgenden anhand einiger Beispiele gezeigt werden soll. So schreibt z.B. die Washington Post am 18. August (also nur einen Tag nach dem Anschlag in Barcelona):

Die (spanischen) Untersuchungsbehörden glauben, dass mindestens acht Leute an der Planung der Anschläge beteiligt waren.“

Woher wollen die Behörden das aber wissen?

Bis dato weiß die spanische Polizei nicht, wer der Fahrer des Lieferwagens war, der angeblich auf La Rambla in die Menge gerast ist. Die verhafteten  bzw. getöteten „Verdächtigen“ waren alle nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen und den Behörden auch in keiner Weise aufgefallen. Das räumt auch der WaPo-Artikel ein und zitiert dabei Major Josep Lluís Trapero von der katalanischen Polizei.

Plötzlich ist von einer „Terror-Zelle“ die Rede. Alle Angaben, die die Presse weiter verbreitet, stammen von Geheimdiensten und „Sicherheitskreisen“, also anonymen Quellen, die kein Journalist verifiziert hat.

Es gibt sehr gute Gründe, anzunehmen, dass Teile dieser „Behörden“ selbst in die Planung dieser Anschläge verwickelt waren (Gladio 2.0 – siehe auch Schlagwort „Terror“ auf diesem Blog), aber das ist natürlich mit einem DENKVERBOT belegt.

DER AUSWEIS-TRICK … schon wieder

Zwei anonyme, spanische „Sicherheitsbeamte“ sagten dann der Presse, man habe einen Mann zur Fahndung ausgeschrieben, weil „sein Ausweis in dem Lieferwagen gefunden wurde“, der in Barcelona in die Menge raste.

Die lächerliche Nummer mit dem „gefundenen Ausweis“ (erstmals bei „Charlie Hebdo“aufgeführt)  ist mittlerweile schon so abgedroschen, scheint aber immer noch zu funktionieren, weil man den Presse-Papageien abgewöhnt hat, selbst zu denken.

Driss OUKABIR (der ältere Bruder) meldete sich schon Donnerstag Nacht bei der Polizei in Ripoll und sagte aus, man habe ihm seinen Pass gestohlen. Er sei außerdem zur Tatzeit nicht in Barcelona (70 km entfernt) gewesen. (Dieser Mann müsste natürlich das Recht haben, ein Interview zu geben, bevor ihm „etwas zustößt“).

Es wird dann in den Medien suggeriert, der 17-jährige Bruder (Moussa) habe diesen Pass benutzt, um den Lieferwagen zu mieten und er sei auch der Fahrer gewesen. Dafür gibt es aber keinen einzigen Beweis, sondern nur die lancierten Behauptungen der „Behörden“, die ihre Namen nicht nennen wollen. Hatte er überhaupt einen Führerschein? Konnte er fahren? (Die Behauptung wird später zurückgenommen)

Das absurde Theater, das uns hier als „islamistischer Terror“ vorgeführt wird, erreicht aber seinen Höhepunkt in der „Aufführung“ von Cambrils:

CAMBRILS: DAS KOMMT MIR SPANISCH VOR

Szenenbild: Fünf Männer werden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von der Polizei in Cambrils erschossen.

Eine kohärente Erklärung oder gerichtsfähige Beweise für dieses Ereignis gibt es nicht, aber dann werden folgende seltsame „stories“ verbreitet:

  • Man sei „von der Hypothese ausgegangen“, dass es eine Verbindung zwischen diesen Männern und dem Anschlag in Barcelona gegeben habe (120 km entfernt)
  • die „Terroristen“ hätten Sprengstoff-Gürtel getragen (erweist sich später als falsch)
  • sie hätten (um 1 Uhr nachts) versucht, wieder viele Fußgänger zu überfahren, seien aber von der Polizei dabei gehindert, sprich erschossen worden (es gab 7 Verletzte, drei davon Polizisten; später heißt es, nur 1 Polizist, 1 tote Frau)
  • sie seien von der Polizei „gestoppt worden (im Rahmen einer Kontrolle), hätten dann Gas gegeben und bei dieser „Verfolgungsjagd“ seien „mehrere Menschen angefahren worden“; mit einem Audi A3 seien sie dabei so schnell gefahren, dass sie die Kontrolle über das Auto verloren und es sich überschlug; später heißt es auch, sie hätten ein Polizeiauto gerammt (Fotos gibt es dazu keine)
  • dann seien sie aber – als ob nichts gewesen wäre – einfach ausgestiegen und hätten (da der  gestrandete Audi wohl als Waffe nicht mehr zu gebrauchen war) nun mit Messern auf Passanten eingestochen (Muster: London);
  • ein heldenhafter Polizist habe dann – ganz allein – vier „Terroristen“ unschädlich gemacht (der muss ja geschossen haben, wie ein Berserker…)

Wer kann diesen Blödsinn (der aus einem billigen Action-Film stammen könnte) glauben?

Wir haben weiter oben festgestellt, dass keiner dieser Männer vorher in irgendeiner Form „verdächtig“ war. Nur der „gefundene Ausweis“ stellt eine Beziehung zum Anschlag in Barcelona her. Der könnte aber auch ein falsche Fährte sein, die gelegt wurde, um die wahren Drahtzieher (Geheimdienste) zu schützen und die Scharade vom „islamistischen Terror“ zu fördern.

Inzwischen spricht man bereits von einer Terror-Zelle von „mindestens 12 Leuten“ (vorher waren es acht), die durch die Anschläge in London „inspiriert“ gewesen seien. Die Presse behandelt – die bloßen Behauptungen – jetzt als bewiesene Fakten und schreibt:

Oukabir und seine Genossen fuhren mit einem Lieferwagen durch Las Ramblas in die Menschenmenge. Mehr als 100 wurden dabei verletzt, 13 Passanten starben.

Auf die Frage, wie denn der Fahrer des Lieferwagens – ungesehen – entkommen konnte (und warum er nicht verletzt war, obwohl das Auto vorne schwer beschädigt ist), gibt es bis heute keine Antwort. Man könnte es auch so sagen: Die Frage wird erst gar nicht gestellt.

RAMBO GOES TO SPAIN

Doch die Presse wurde inzwischen mit einer weiteren Story gefüttert, die wir als Erklärung schlucken sollen:

Nachdem er die Attacke ausgeführt hatte, soll er zu Fuß geflohen sein und anschließend einen Ford Focus gekapert haben (auf dessen Fahrer er so eingestochen hat, dass er später starb) und dann durch eine Polizei-Sperre gerast sein. Man nimmt an, dass er dann nach Cambrils fuhr, wo er sich mit seinen Dschihadi-Freunden traf.“

Vorher hatte es geheißen, man habe einen zweiten Lieferwagen gefunden, der wahrscheinlich als Fluchtauto gedacht war. Wieso dann auf einmal die Story vom Ford Focus?  (Merke: Das gleiche Erzähl-Muster wie bei der filmreifen Flucht à la „Charlie Hebdo“)

A3 Cambrils 1

Dann sei die Truppe mit einem Audi A3 (woher?)  in einem Höllentempo über die Promenade gefahren (um ein Uhr nachts), verlor dabei die Kontrolle, das Auto überschlug sich und blieb mit den Rädern nach oben liegen. (S.Bild oben)

Jetzt könnte man auf den naheliegenden Gedanken kommen, dass die Insassen dieses Fahrzeuges eigentlich verletzt sein müssten, vielleicht gar nicht aus dem Auto raus konnten und auf jeden Fall unter Schock standen. Doch  die Papageien-Presse kümmert sich nicht um logische Aspekte. Die jungen Marokkaner scheinen unverwundbar zu sein und so abgebrüht, dass Rambo neidisch werden könnte.

Sie steigen also einfach aus dem (umgedrehten) Auto und „attackieren Passanten mit Messern und Äxten“, informiert uns der Papagei der Zeitung The Telegraph. Die Polizei – offensichtlich mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet, war „bereits vor Ort“ und erschoss umgehend „die Dschihadisten“.

Auch hier gibt es seltsame Unterschiede in der Darstellung:

Die einen schreiben, ein einziger Polizist habe vier Verdächtige erschossen, was einer heldenhaften Tat gleichkomme, doch Zeugen in Cambrils sprechen immer nur von einer Person, die sie am Boden liegen sahen, nachdem sie von der Polizei im Kugelhagel erschossen wurde. (Wir kommen noch darauf zurück)

DER  MEDIALE  RUFMORD

Moussa Oukabir 1

`Moussa Oukabir

Dann kommt der Versuch, irgendwie zu erklären, wie aus einem 17-jährigen, völlig unbescholtenen Teenager  ein fanatischer Verbrecher gemacht wurde:

„Trotz seiner Rolle als Anführer des Anschlags war Oukabir bisher den Sicherheitsbehörden nicht bekannt. Aber „social-media“ Konten, die ihm zugerechnet werden, enthielten islamistische Kommentare. In einem davon antwortete er auf die Frage: Was er tun würde, wenn er der absolute Herrscher der Welt wäre – Alle Ungläubigen umbringen …

Dass er (mit 17!)  „Anführer“ des Anschlags“ war oder „Islamist“  wurde nie bewiesen, aber was kümmert das die Presse?

Dass jeder auf „social media“ posten kann, was er will und nicht verifizierbar ist, wer wirklich dahinter steckt, soll hier einfach ignoriert werden. In der realen Welt gab es nichts, was den jungen Marokkaner mit so einer Tat in Verbindung bringen würde, also muss in der virtuellen Welt ein Zusammenhang konstruiert werden.

Auch der Diebstahl des Ausweises macht keinen Sinn für ihn, denn ein Verbrecher würde damit seine eigene Identität verschleiern wollen bzw. den Verdacht auf jemand anders lenken. Den Pass des Bruders dafür zu benutzen (Mietwagen) wäre idiotisch, denn die Spur würde ja direkt wieder zu ihm führen.

Wer an dieser Stelle argumentiert „der wollte doch sowieso sterben“ (als islamistischer Märtyrer), also wäre ihm das egal gewesen, hat die Logik nicht auf seiner Seite. Warum? Wenn er bereit war, zu sterben, warum ist er dann abgehauen aus Barcelona? Das passt alles nicht zusammen … und dann noch das:

Alcanar explosionEin nächtliche Explosion in der Stadt ALACANAR wurde später  als Unfall  beim Bombenbasteln (mit Gasflaschen) dargestellt, an dem die angebliche „Terror-Zelle“ beteiligt war. (Es gab einen Toten). Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es zu einer zweiten Explosion kommmt, als Feuerwehr-Experten und Polizisten die Ursachen der ersten untersuchen wollen. Dabei werden mehrere Einsatzkräfte schwer verletzt.  Major Trapero von der katalanischen Polizei sagt später, es gäbe eine Verbindung zum Anschlag in Barcelona (der am nächsten Tag stattfand). Beweise dafür? Nicht nötig …

Der Bürgermeister von Alcanar sagte aber folgendes aus:

Das Haus gehörte einer Bank und wir wissen nicht, was dort geschehen ist. Wir glauben, die Männer haben dort als eine Art Hausbesetzer gelebt. Niemand hat je gesehen, dass sie etwas Verdächtiges gemacht haben. Etwas, dass man hätte melden müssen. Und ich hatte keine Information von den städtischen Behörden über sie.“

Wir sehen also, auch hier gibt es keinerlei stichhältigen Hinweis darauf, keine unabhängige Quelle, die bestätigt, dass die Story über das „Bombenbasteln“ wahr ist. Sie dient nur dazu, die fabrizierte „Terror-Bedrohung“ und damit die Angst in der Bevölkerung zu vergrößern.

Laut The Telegraph stehen zwei mit Sturmgewehren bewaffnete Polizisten an der Straße, die zum Haus führt. Sie ist immer noch abgesperrt. Niemand kann sich also dort umsehen und die Angaben überprüfen.

DIE  AUSSAGEN  DER  VERWANDTEN

Auch die Angehörigen können es nicht fassen, was über Moussa (17) verbreitet wird. Sein Vater sagt, es habe keinerlei Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben. Er und sein Bruder hätten so gelebt, wie ihre Altersgenossen in Spanien, sich so angezogen wie sie. Moussa sei ein sanfter Junge gewesen. Er ging zur Schule und wollte nächstes Jahr seinen Abschluss machen. Er habe keinen Zweifel daran, dass er manipuliert worden sei (falls er wirklich der Täter war).

Weil die jungen Männer aus Marokko eine „völlig weiße Weste“ hatten, versucht man über die Presse, die Absurdität der Behauptungen (IS) durch konstruierte Erklärungen plausibel zu machen: So schreibt die Zeitung El Confidencial, es habe vielleicht einen geistigen Führer gegeben, der sie radikalisiert habe und ihnen dabei half, die Anschläge zu planen.

Dann kommt die Quadratur des Kreises (Zirkelschluß): die Tatsache, dass die angeblichen Mitglieder der „Zelle“ bisher keinerlei Verbindung zu Terrorismus hatten, untermauere doch diese Theorie. Vermutungen sollen also dadurch plausibel werden, dass man eine weitere Vermutung als Erklärung heranzieht.

Natürlich gibt es durchaus Fälle, wo harmlose Dummköpfe gezielt „islamistisch-radikalisiert“ wurden, aber nicht von einem „geistigen Führer“ sondern von verdeckt operierenden Geheimdienstleuten oder Polizisten. Dazu habe ich ja schon einige beweiskräftige Beispiele gezeigt (siehe hier und hier).

Schließlich meldeten die spanischen Medien, 11 Mitglieder der „12er-Terrorzelle“ seien entweder tot oder verhaftet worden. Nur einer, der 21-jährige Younes ABOUYAAQOUB sei noch auf der Flucht.

Younes ABOUYAAQOUBNun hieß es plötzlich, er habe den Lieferwagen in Barcelona gefahren – so „vermutet“ es jedenfalls jetzt die Polizei, nachdem vorher Moussa Oukabir als Täter in den Medien gebrandmarkt wurde.

Was er wirklich getan oder nicht getan hat, interessiert niemand, denn er ist ja nun tot und sein „Motiv“ liefert uns eine posthume Interpretation von „social media“ …

Der neue „Täter“ Abouyaaqoub passt aber auch nicht in die Rolle des islamistischen Bösewichts. Anwohner, die ihn kannten, bezeichnen ihn als schüchtern und zurückhaltend. Eine ehemalige Mitschülerin sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass er zu einer Tat fähig ist.“

Auch der Bürgermeister von Ripoll, (wo drei der „Attentäter“ herkommen) Jordi Munell war fassungslos, als er  von den Anschuldigungen hörte:

Ripoll ist ein Ort, wo jeder jeden kennt.. Die Leute sind mit ihnen in die Schule gegangen und haben mit ihnen Fußball gespielt. Wir verstehen nicht, wie Menschen, mit denen wir jahrelang zusammengelebt haben, auf einmal mit Terrorismus zu tun haben sollen und ihren Familien geht es auch so.“

DIE  VERWANDLUNG (KAFKA trifft ORWELL)

Auch das kennen wir aus früheren Terror-Geschichten: Menschen, die den angeblichen„Täter“ kannten, sind völlig perplex, weil das behauptete Verhalten überhaupt nicht mit dem tatsächlichen Verhalten, mit dem Charakter der Personen in Einklang zu bringen ist.

Wie ist das zu erklären? Diese scheinbare Veränderung von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde?

Wurde hier auch die Persönlichkeit und das Bewusstsein verändert?  Durch „Gehirnwäsche“ (verbal) und durch psychoaktive Drogen? Wer das erschreckende Ausmaß der „Mind-Control“-Programme der CIA und des US-Militärs (auch nur teilweise) kennt, findet diese Möglichkeit durchaus nicht abwegig, im Gegenteil.

Hier nur zwei kleine Ausschnitte des (zensurierten) Horror-Kabinetts, in dem Millionen Dollar für geheime  „Forschung“ bewilligt wurde, die  Methoden und Mittel finden sollte, die Psyche von Menschen in steuerbare Waffen zu verwandeln:

MK Ultra Senate Hearing 1977

Und es wird noch konkreter:

MK Ultra excerpt

(Anmerkung: Die „Testpersonen“ waren alles andere als „freiwillig“ … Diese „Forschung“ geht heute im „Battle-Lab“ Guantanamo weiter …aber dieses Thema ist tabu…)

Zurück nach Spanien:

Es gibt in diesem Fall  eine glaubwürdige Zeugenaussage aus Cambrils, die die Drogen-Theorie (als „Mind-Control“) stark untermauert:

Fitzroy Davies 3FITZROY DAVIES, mehrfacher Judo-Champion und heute Judo-Trainer aus England, befand sich zufällig in der Stadt Cambrils, als das angebliche Attentat stattgefunden haben soll. Hat er gesehen, wie ein Auto – nachts um 1 Uhr – in eine Menschenmenge gefahren ist?  (Gibt es überhaupt irgendwelche Zeugen, die das gesehen haben?)

Schwer zu sagen, denn seine Aussagen wurden in den gezeigten Interviews so stark gekürzt, dass nicht mehr viel davon übrig blieb. Anstatt zu versuchen, den Tathergang mithilfe seiner Beobachtungen zu verifizieren (also zu prüfen, ob die Aussagen der Polizei wahr sind), konzentriert sich die Presse darauf, emotionale Reaktionen hervorzurufen.

Was erfahren wir also von ihm?

Davies war Zeuge, wie die (nicht uniformierte) Polizei einen Mann auf offener Straße (aus kurzer Distanz) im Kugelhagel erschossen hat. Er hat sogar ein kurzes Video dazu gemacht und darin sieht man etwas Erstaunliches:

Der Mann fällt nach den Schüssen zu Boden, steht aber binnen Sekunden wieder auf, als ob er unverwundbar wäre. (Der erste Gedanke ist: das waren nur Platzpatronen). Nicht nur das, er zeigt danach keinerlei Angst oder Schmerz, keinen Versuch, zu fliehen, sondern läuft direkt, geradezu euphorisch auf die Polizisten zu, die ihn dann „erledigen“.

Davies Cambrils Video 1Herr Davies war angesichts solcher Szenen natürlich schockiert und fragte sich, was das zu bedeuten habe. Im Interview sagt er dazu folgendes (00:48):

Innerhalb von 30 Sekunden war die Polizei da, richteten ihre Waffen auf ihn, schrien ihn an… dann schossen sie auf ihn. Er fiel zu Boden, nach 2 Sekunden stand er aber wieder auf … stieg über den Zaun, ging auf die Polizei zu, dann schossen sie wieder…

Ich dachte, der Mann hat irgendetwas eingeworfen, er war völlig aufgekratzt .. er wurde so oft getroffen, stand dann einfach auf. Als er auf die Polizei zuging, lächelte er, ja er lachte …

Davies wurde auch von „Sky News“ zu seinen Beobachtungen in Cambrils befragt und sagte dazu:

 „Er benahm sich wie jemand, der unter Drogen stand“…. Nach der ersten Runde von Schüssen fiel er um und dann – ich dachte, bin ich in einem Film, einem dieser Horror-Filme? – stand er einfach wieder auf. Dieser Teil geht mir nicht mehr aus dem Kopf …

Davies hat natürlich völlig Recht: Kein normaler Mensch verhält sich so. Niemand, der „bei Verstand“ ist,  bei normalem Bewusstsein ist, würde so etwas tun (auch nicht, mit Autos in eine Menschenmenge fahren oder völlig fremde Leute mit Messern attackieren).

DIE TERROR-ZOMBIES

Aufzieh-TerroristenAber jemand, dem bestimmte Amphetamine verabreicht wurden -ganz besonders Captagon®  – würde sich genau so verhalten: Er könnte die ungeheuerlichsten Dinge tun, auch Menschen töten und würde dabei lächeln, sein Gehirn würde ihm nur suggerieren: alles ist super …

Wie Captagon wirkt und warum es tonnenweise zur Fabrikation von „Terror“-Mythen wie IS verwendet wird, habe ich hier bereits geschildert. (Hier der Link zum erwähnten BBC-Video, das von WordPress entfernt wurde! Mehr über Captagon – siehe Anhang)

Dass Davies ein Video über diesen Vorfall machen würde, konnten die Planer dieser Terror-Show nicht ahnen. Doch ihre Kontrolle über die Medien ist so weitreichend, dass auch diese „Panne“ sofort in die richtigen Bahnen gelenkt wird.

So greift z.B. die angesehene, britische Zeitung The Independent die Sache auf, gibt ihr aber den richtigen, propagandistischen „Spin“.

Die katalanische Polizei erschoß fünf Leute um einen zweiten Anschlag … zu verhindern. Der Mann aus Wolverhampton (Davies) erzählte, wie einer der verdächtigen Terroristen weiterhin die Polizisten provozierte, selbst nachdem er zum ersten Mal von Kugeln getroffen wurde…“

Hier wird also nicht untersucht, wie es zu diesem seltsamen Verhalten kommen konnte (und auch die Leser sollen nicht darüber nachdenken), sondern das ganze als makabres Spektakel präsentiert. Mit dem passenden frame ausgestattet, soll das Publikum darin sehen, wie fanatisch und unberechnbar  diese „Terroristen“ sind.

Wie sich später herausstellte, waren die in der Presse erwähnten „Bombengürtel“ nur Attrappen und „gesehen“ hat man sie auch nur bei einem Mann, eben dem, der laut Davies  „auf Drogen“ war und gar nicht mitbekam, was hier passierte.

Die wichtigste Aussage in diesem Artikel  des  Independent  ist aber diese (O-Ton natürlich Englisch):

Die regionale Polizei konnte (noch) nicht bestätigen, auf welche Weise die Zivilisten und der Polizist  in Cambrils verletzt wurden.

Dann heißt es weiter:

Lokale Medien berichteten, ein Fahrzeug sei in ein Polizeiauto und in der Nähe befindliche Passanten gefahren, wobei die Angreifer von der Polizei erschossen wurden (einer schwenkte dabei ein Messer).

Moment mal: Ist das nun die Story von Cambrils (120km entfernt von Barcelona) oder von Sant Just Desvern?

Wenige Stunden nach dem Anschlag in Barcelona wird „gemeldet“, dass es am gleichen Tag einen Zwischenfall in Sant Just Desvern gab. Doch es werden dazu widersprüchliche Geschichten verbreitet. Der Spiegel z.B. schreibt dazu:

In Sant Just Desvern, einem nördlichen Vorort Barcelonas, überfährt gegen 20.30 Uhr ein Auto zwei Polizisten an einer Straßensperre. Der Fahrer wurde erschossen. Diese Tat scheint laut dem katalanischen Polizeipräsidenten jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona zu stehen.

Der katalonische Innenminister sagt aber am Freitag morgen, der Mann sei durch Messerstiche umgekommen (die natürlich nicht von der Polizei stammen) und er sei auch nicht der Fahrer des Wagens gewesen, sondern der Beifahrer. Nach dem Fahrer werde nun gefahndet. Eine Verbindung  zu den Anschlägen sei (nun doch) möglich.

Reuters „berichtete“ dazu folgendes:

Ein Toter sei zudem in einem Auto gefunden worden, dass in einen Polizeikontrollposten in Barcelona gefahren sei. Unklar war, ob ein Zusammenhang zu dem Fahrer des Vans bestand, der über die Las Ramblas gerast war. ..Außerhalb von Barcelona wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen nach Behördenangaben ein Kleintransporter gefunden. Spanischen Medien zufolge soll ein zweiter Van als Fluchtfahrzeug eingesetzt worden sein.“ (Wozu dann der Ford Focus?)

Was ist hier los? Wie ist es möglich, völlig verschiedene Erklärungen über einen solchen Vorfall abzugeben und niemand wundert sich darüber?

Hat der Spiegel irgendeine Behauptung überprüft, bevor er sie veröffentlicht hat?

Natürlich nicht. Man will doch hinter den anderen Presse-Papageien nicht herhinken und stützt sich auf spanische „Zeitungsberichte“,  die sich wiederum auf  anonyme „Sicherheitskräfte“ berufen. Es handelt sich also um “Hören-sagen“ ohne jede Verifikation.  Die Presse tut so, als ob die ihnen zugespielten Informationen nie angezweifelt werden müssten.  Das ist bequem, man erspart sich viel Mühe, wenn man einfach als Fließband für „Meldungen“ fungiert:

  • Am Freitag, gegen 10 Uhr morgens „berichtet“ die spanische Presse, Moussa Oukabir sei der Fahrer des Lieferwagens in Barcelona gewesen, also der jüngere Brüder des Mannes, dessen Ausweis gestohlen wurde, obwohl es keinen Beweis dafür gibt. Die „Meldung“ wird weltweit von den Presse-Papageien nachgeplappert. (Kurz darauf wird aber ein anderer Mann als „mutmaßlicher“ Fahrer angegeben)
  • Am frühen Nachmittag wird gemeldet, ingesamt vier Personen seien inzwischen festgenommen worden, die aber bisher nie den Anti-Terror-Behörden aufgefallen waren. Wieso wurden sie dann zu „Verdächtigen“? Das fragt die Presse nicht.
  • Später werden (am gleichen Tag) die Namen von vier weiteren „Verdächtigen“ veröffentlicht, die von der Polizei gesucht werden: Moussa Oukabir (17) , Mohamed Hychami (24), Younes Abouyaaqoub, and Said Aallaa (19). Mit Ausnahme von Aallaa stammen alle aus dem gleichen Ort: Ripoll.
  • Am späten Abend gibt dann die katalanische Polizei bekannt, dass unter den fünf getöteten Männern (in Cambrils) 3 sind, die erst vor wenigen Stunden als „Verdächtige“ bezeichnet wurden (oben rot markiert) sowie der Bruder von Mohamed, Omar Hychami, (21) und der 19-jährige El Houssaine Abouyaaqoub, dessen Bruder Younes auch als „Verdächtiger“ gilt und weiterhin gesucht wird. Nun soll er plötzlich der Fahrer des Lieferwagens gewesen sein
  • Hier fällt auf, dass es sich um drei Brüderpaare handelt (Oukabir, Hychami und Abouyaaqoub). Ist das nur Zufall?

Zu den Ereignissen in Cambrils gibt es noch viele offene Fragen, die Journalisten stellen müssten:

  • Gibt es irgendwelche Zeugen für die Darstellung der Polizei in Cambrils? Wurden ihre Aussagen aufgenommen? (das Erschießen von vier Männern betreffend)
  • Hat jemand gesehen, wie der Audi über die Promenade raste?
  • Hat jemand gesehen, wie die Männer ausstiegen und Passanten attackierten?
  • Was ist mit den Überwachungskameras in Spanien?
  • Gibt es Interviews mit Opfern aus Cambrils?
  • Wer war der „aufgedrehte“ Mann, der im Video von Davies von Polizisten erschossen wurde?

Das scheint die Medien überhaupt nicht zu interessieren.

Tatsächlich wurde hier ein unbewaffneter, geistig verwirrter (offenbar unter Drogeneinfluß stehender) Mann kaltblütig ermordet, weil die geschürte Terror-Panik auch bei der Polizei dazu führt, dass zuerst geschossen und dann nachgedacht wird. Bei all diesen erschossenen „Terroristen“ müsste auf  jeden Fall ein entsprechendes Drogen-Screening gemacht werden.

 

Die Polizei dachte ursprünglich, einer der fünf getöteten Männer in Cambrils sei der Fahrer des Lieferwagens in Barcelona gewesen, änderte dann aber ihre Meinung. Worauf stützte sich aber diese Einschätzung? Sie konnten doch um ein Uhr nachts gar nicht wissen, wer die Männer in Cambrils waren?

Später meldet REUTERS, dass vier Angreifer getötet und einer verletzt wurde und dann wird durch die katalanische Polizei im Radio (RAC1) bekanntgegeben, dass die “Bombengürtel” nur Attrappen gewesen seien.

Interessant dabei ist, dass in dieser “Meldung” so argumentiert wird:

Die Polizei sagte, sie habe fünf Angreifer getötet um eine zweite Attacke (diesmal) mit Sprengstoff-Gürteln – zu vereiteln.”

FRAGE: Wenn ich einen Terror-Anschlag mit Sprengstoffgürtel plane, wieso “entführe” ich dann ein Auto in Barcelona, ersteche den Fahrer, durchbreche eine Polizeisperre, fahre über 120 km (keine Verfolgung?) , besorge mir einen Audi, überschlage mich dann mit dem A3, steige einfach aus, attackiere mit Messern Passanten, um dann im Kugelhagel zu sterben?

Das hört sich so “echt” an wie eine Action-Sequenz aus Tom & Jerry ….

Wenn ich bereit bin, mich selbst in die Luft zu sprengen (egal wofür), wieso dann zuerst ein Angriff mit einem Lieferwagen in einer großen Stadt, dann eine riskante Flucht, das ganze mediale Theater? Der einzige Sinn dieser Show besteht darin, den Leuten Angst zu machen, damit sie nach dem “starken Staat” rufen, also autoritäre Strukturen akzeptieren und bereit sind, für mehr  “Sicherheit”, ihre Rechte zu opfern.

Im Falle Kataloniens kommt noch dazu, dass es ja am 1. Oktober eine Abstimmung über die Abspaltung von Spanien geben soll, was der Regierung in Madrid natürlich große Sorgen macht. Terroranschläge könnten dazu dienen, diese Idee ins Wanken zu bringen.

Last not least …. das  “KILLER-AUTO” … braucht gar keinen Fahrer mehr!

Hacked CarsZum Thema wer hat das Killer-Auto „gefahren“: Autos können heute schon ohne Zutun des Fahrers durch Manipulation der Steuerungs-Elektronik kontrolliert werden. Der Text ist Englisch, hier die Zusammenfassung auf Deutsch:

Durch mehrere Experimente – im Labor und auf der Straße – demonstrieren wir die Fähigkeit, eine große Bandbreite von automotiven Funktionen zu kontrollieren und das Eingreifen des Fahrers völlig unwirksam zu machen: dazu gehört die Bremsen lahmzulegen oder „on demand“ einzelne Räder zu bremesen, den Motor auszuschalten, usw.

Es zeigte sich, dass es möglich ist, grundlegende Sicherheitssysteme zu umgehen … auch das Implantieren eines bösartigen Codes in die Telematic-Einheit war erfolgreich, sodaß alle Spuren dieser Eingriffe nach einem „Unfall“ gelöscht sind

Die Technik muss ja nicht immer für kriminelle Zwecke eingesetzt werden, wie diese Videos zeigen:

https://www.youtube.com/watch?v=YEn9bQkBXkE  Audi parkt autonom in Tiefgarage

https://www.youtube.com/watch?v=RIe9gSRBQTk   Mercedes LKW fährt alleine

https://www.youtube.com/watch?v=kwx4cksf2dE    Volvo LKW ferngesteuert im Härtetest

Doch die Geheimdienste, vor allem die CIA interessiert sich nicht für selbst-parkende Autos, aber sehr für Fahrzeuge, die  gegen den Willen des Fahrers (oder ohne ihn) beschleunigt und gelenkt werden können und dann zu Mord-Waffen werden. Das wurde durch die Wikileaks-Enthüllungen (Vault 7) bestätigt.

In diesem Video sieht man, (in einem harmlosen Test, von dem der Fahrer wusste) wie unheimlich es wird, wenn das Auto “ferngesteuert” ist , z.B. das Radio beginnt in voller Lautstärke zu spielen (kann nicht abgeschaltet werden!), dann wird die Scheiben-Waschanlage permanent aktiviert (der Fahrer sieht nichts mehr), dann wird der Motor abgewürgt. ..

Mit dieser Technologie kann natürlich auch ein Lieferwagen dazu gebracht werden, in eine Menge zu rasen … (das würde dann erklären, warum der “Fahrer” immer „abhauen“ kann)

Der “flüchtige Fahrer“ muss also in jedem Fall erschossen werden …

ANHANG:  CAPTAGON-INFO

http://de.euronews.com/2015/11/25/terroristen-auf-droge—warum-captagon

http://archive.dhakatribune.com/world/2016/jul/06/real-effects-terrorist-drug-captagon  (Interview mit Jean-Pol Tassin – Englisch)

http://www.voltairenet.org/article183143.html

http://www.non-stop-zapping.com/actu/tv/attentats-de-paris-enquete-exclusive-reportage-inquietant-sur-le-captagon-la-drogue-des

 

 

SIEMENS: Forbidden Power

(Teil 2 von Siemens & das Monster im Spiegel)

Siemens & forbidden power

Was Schmidt (in der FAZ) natürlich tun muss, um seine billige Hetz-Propaganda gegen Russland zu tarnen, ist den geo-politischen Kontext zu unterschlagen und immer wieder das argumentum ad adversarium (schieb dem Gegner in die Schuhe, was die USA selbst verbrochen hat, um von der eigenen Skrupellosigkeit abzulenken)  zu strapazieren, so auch im Falle der „Annexion“ der Krim: (Hervorhebung von mir)

Die Ein- und Anbindung der besetzten Halbinsel ins russische Herrschaftsgebiet ist eine Priorität Putins

Dass die Krim mit überwältigender Zustimmung der dortigen Bevölkerung  wieder zu „Mütterchen Russland“ zurückkehrte, wo sie zwischen 1783 und 1954 immer war, wird verschwiegen. Die Verwendung des Wortes „Herrschaft“ ist absolut passend im Fall der USA (die ja selbst immer wieder in Strategiepapieren das Wort „dominance“ benutzt, deshalb muss es dazu herhalten, Putin zu diffamieren.

Schmidt vergaß auch zu erwähnen, dass Ende November 2015 der Notstand auf der Krim ausgerufen werden musste, weil die vier Stromleitungen aus der Ukraine sabotiert wurden. Dass Russland daraufhin es als notwendig ansah, die Stromversorgung der Krim außerhalb der Ukraine sicherzustellen, ist völlig logisch und hat nichts anrüchiges. Doch man muss ständig suggerieren, dass die Motive des russischen Präsidenten unmoralisch sind und „gefährlich“ für uns. Das ganze Theater ist natürlich nur ein großes Ablenkungsmanöver von der echten Gefahr: der Selbstherrlichkeit der USA.

SIEMENS – SPIELBALL IM ENERGIE-KRIEG

Die EU hat vor kurzem neue Sanktionen gegen Russland (Energieministerium und Export-Firma TPE in Staatsbesitz) erlassen, weil mindestens zwei Turbinen von Siemens für die Stromversorgung der Krim verwendet worden sein sollen. Die betroffenen Personen werden mit einem Einreiseverbot in die EU belegt, wenn Zugriff möglich, wird ihr Vermögen „eingefroren“. Die betroffenen Unternehmen haben große Probleme, sich auf dem (von den USA kontrollierten) Kapitalmarkt Geld zu beschaffen.

Die Abspaltung der Krim, die Putin angelastet wird, war zwar durch Volksabstimmung auf der Halbinsel klar legitimiert, doch dieser Umstand wird gerne unterschlagen. Seit der Wiedervereinigung mit Russland ist es europäischen Firmen verboten, Geschäfte mit der Krim zu machen.

Laut Siemens sollten die vier Turbinen auf dem russischen Festland eingesetzt werden und zwar auf der Halbinsel Taman, also nur wenige Kilometer von der Krim entfernt. Die Nutzung auf der Krim selbst sei ohne Wissen und Zustimmung des Unternehmens erfolgt und ein Verstoß gegen vertragliche Vereinbarungen. Siemens geht sogar so weit, einen Rückkauf anzubieten und kündigte an, Wartungverträge für russische Kraftwerke zu annulieren und sich aus „joint ventures“ zurückzuziehen.

Gekauft wurden die Turbinen von Technopromexport (TPE), die über ROSTEC dem russischen Staat gehört. Das Unternehmen wurde im Juli von Siemens verklagt, weil die (unterstellte) Nutzung der Turbinen auf der Krim ein Verstoß gegen die Sanktionen sei.

Turbine mystery ReutersFrage: Hat sich irgendjemand davon überzeugt, ob die Siemens-Turbinen wirklich auf der Krim sind? Es sieht nicht so aus. Es gab nur eine  „Story“ in den Medien, die von Reuters lanciert wurde und sich auf anonyme Quellen beruft. Ein wenig aussagekräftiges Foto (s.oben) sollte als „Beweis“ herhalten. Auch wenn die Turbinen wirklich dort sind, ist das kein Grund für die organisierte Aufregung in den Medien.

Wie bereits erwähnt,  mussten die Behörden auf der Krim Ende 2015 den Notstand ausrufen, weil die Stromkabel aus der Ukraine durch Sabotage unbrauchbar wurden. Es kam zu einem totalen „Blackout“. Präsident Putin versprach damals, er werde dafür sorgen, dass die Krim eine sichere Stromversorgung bekomme.

LAW-FARE („RECHTSWIDRIG“ – SAGT WER?)

lawfare RU sanctionsPresse-Berichte sprechen von einer „rechtswidrigen“ Weiterleitung der Turbinen auf die Krim, doch welches „Recht“ wird denn hier angewendet? Worauf stützt sich aber die „Rechtmäßigkeit“ der Strafmaßnahmen, die die EU gegen Russland verhängt hat?

Die damit verbundene moralische Empörung (Vorwürfe gegen Putin) beruht auf zwei Prämissen:

  1. Die EU-Sanktionen sind legitim, weil sie Russland für eine Verletzung des Völkerrechts bestrafen.
  2. Ein Verstoß gegen diese Sanktionen rechtfertigt weitere Straf-Maßnahmen (Anwendung wirtschaftlicher Gewalt).

Doch die „Annexion“ der Krim als Bruch des Völkerrechts hinzustellen, ist nicht Ergebnis eines rechtsstaatlichen Verfahrens, sondern ein Instrument politischer Kriegsführung. Die „Verletzung der territorialen Integrität“ der Ukraine wird als Grundlage angeführt, doch hier wird mit zweierlei Maß gemessen:

Als der Kosovo – mit Mitteln des „schmutzigen Krieges“ – von Serbien abgespalten wurde, wo war denn da die Empörung über die Verletzung der territorialen Einheit und Souveränität? Da war hierzulande kein Pieps zu hören, denn aus geopolitischen Gründen war ja die gewaltsame Zerstörung Jugoslawiens (von der USA, mit Deutschlands perfider Unterstützung) geplant und Kosovo wurde ein Narco-Gangster–Staat mit einer riesigen US-Militärbasis (Camp Bondsteel). Das Leben dort ist wirklich beschissen, aber wen interessiert das, solange das Märchen von der „Befreiung“ der Kosovaren weiter erzählt wird?

Die Bewohner der Krim hingegen waren seit 1783 Teil des russischen Reiches (seit Katharina der Großen) und wurden nur durch eine Laune Chruschtschows (1954) der Ukraine zugesprochen. (Die natürlich damals nur ein „Bundesland“ der Sowjetunion war). Nachdem die Neo-Nazis nach dem Putsch 2014 in der Ukraine wieder ihr Unwesen trieben, und gegen alles Russische gehetzt wurde, war es nur logisch, dass man lieber (wieder) zu Russland als zur Ukraine gehören wollte. Außerdem musste Russland sicherstellen, dass seine Schwarzmeer-Flotte (stationiert in Sewastopol) weiterhin Zugang zum Mittelmeer hat.

Wir sehen also, dass hier „Law-fare“ betrieben wird: das Völkerrecht wird als politische Waffe missbraucht. (Mehr zu den völkerrechtlichen Argumenten betreffend die Krim gibt es hier – daraus ein Zitat:)

Worum es hier aber im machtpolitischen Kontext geht, ist natürlich die Tatsache, dass die „einzige Supermacht“ sich das Recht herausnimmt, im Hintergrund zu bestimmen, welche Rechtsnormen auf welche Länder anzuwenden sind. Oder anders formuliert: Das Völkerrecht wird selektiv angewendet, nicht universell womit der wichtigste Rechtsgrundsatz überhaupt – nämlich die Gleichheit aller (Staaten) vor dem Gesetz – ad absurdum geführt wird.

Die unerträgliche Heuchelei – dass Europas Wirtschaft auf moralischen Grundsätzen beruht – wird hier also Vorwand für wirtschaftliche Gewalt gegen Russland benutzt. Über 150 Einzelpersonen und 40 Unternehmen wurden seit 2014 mit „Sanktionen“ belegt, deren Rechtmäßigkeit bestenfalls zweifelhaft ist.

DER NEUE „KRIM-KRIEG“

Der Witz ist aber, dass die Turbinen in Russland hergestellt wurden und zwar bei der „Siemens Gas Turbine Technologies LLC“ in St.Petersburg. Das Unternehmen ist eine 65%ige Konzerntochter von Siemens. Und seit wann kann ein Lieferant dem Käufer vorschreiben, was er mit der gekauften Ware macht? Wie war das noch mit dem „freien Markt“ und den sakrosankten Eigentumsrechten?

Es handelt sich also eigentlich nicht um „Export“ aus der EU, sondern um ein quasi „russisches“ Geschäft. (Normalerweise gilt das Recht des Staates, in dem sich die Produktions-Niederlassung befindet). Da die Ukraine nicht in der EU ist (und hoffentlich auch nie sein wird!), geht das Brüssel, völkerrechtlich gesehen, gar nichts an. Sich als moralische Instanz aufzuspielen (EU und USA) und damit die „Sanktionen“ zu rechtfertigen, ist einfach nur lächerlich und grotesk. (Durch Handels-Embargos (die oft in Krieg münden) wird auch oft enormes Leid in der Zivilbevölkerung verursacht – siehe Irak, Syrien oder Yemen).

Wie schon erwähnt, zeigt sich hier die Doppelmoral und Verlogenheit der Politik: Es sei der „Energiesicherheit“ der EU geschuldet, sich von russischem Gas weniger abhängig zu machen, doch wenn die Krim-Bewohner auch solche Sicherheit anstreben (im Bezug auf die feindselige Regierung in der Ukraine), ist das plötzlich ein Skandal.

Bei näherer Betrachtung ist das Polit-Theater lächerlich: Ob die SGT5-2000E Gas-Turbinen auf der Krim selbst oder 20km entfernt davon installiert werden, macht doch keinen großen Unterschied. Doch interessant ist, wie der geplante Bau eines Kraftwerks auf Taman im Sande verlief:

Crimea electricity supplyTaman (auch Name der Halbinsel) ist eine kleine, russische Küstenstadt mit etwa 10.000 Einwohnern in der Region Krasnodar. Sie liegt direkt gegenüber der ukrainischen Stadt Kerch und soll als industrieller Hafen ausgebaut weden. Das dort geplante Gas-Kraftwerk wurde aber nie realisiert. Warum? Eine internationale Ausschreibung für das Projekt führte zu keinem Ergebnis, weil keine Angebote eingingen. Es fanden sich offenbar keine Investoren dafür, weil die Befürchtung bestand, dass die Teilnahme an diesem Kraftwerksbau früher oder später auch Sanktionen nach sich ziehen würde. (Weil allen klar war, dass der produzierte Strom in erster Linie für die Krim bestimmt war).

Siemens hat sich also davon nicht einschüchtern lassen? Dazu ist anzumerken, dass der ursprüngliche Liefer-Vertrag wohl abgeschlossen wurde, bevor die Sanktionen gegen TPE in Kraft traten.

Siemens Krim 2 IndustriemagazinZunächst hieß es auch bei Siemens, man habe „keine glaubwürdigen Beweise“ dafür, dass die Turbinen nicht vertragsgemäß eingesetzt werden. Erst im September 2016 sei man zu diesem Schluß gekommen. „Als wir sahen, dass das Kraftwerks-Projekt in Taman gestoppt wurde, stellten wir alle Lieferungen ein“.  Doch die Turbinen waren bereits produziert worden  und Russland derart vor den Kopf zu stoßen, lag nicht im Interesse des Konzerns.

Siemens operiert seit 1852  in Russland (Aufbau eines Telegraphennetzes, Ausbau des Schienenverkehrs, inkl. U-Bahn und Hochgeschwindigkeitszügen, Medizintechnik, Maschinenbau, Kraftwerksausrüstung, etc.) Der jährliche Umsatz betrug 2015 1,3 Milliarden Euro und der Konzern hat auch mehr als eine Milliarde in russische Energie-Infrastruktur investiert.

Sollte die Installation der Turbinen nicht durch Siemens erfolgen, gäbe es auch keine Werksgarantie und keinen Wartungsvertrag. Die störungsfreie Funktion wäre also längerfristig nicht gewährleistet.

GUTER STROM – BÖSER STROM

Wieso sollen aber die Bewohner der Krim dafür bestraft werden, dass sie nicht von einer (aus den USA gesteuerten) korrupten Putsch-Regierung und grölenden Neo-Nazis regiert werden wollen? Wieso ist es verwerflich, Turbinen nach Russland zu liefern, die Strom erzeugen? (Ob für die Krim oder anderswo).

Laut Reuters (Berufung auf „Quellen in Brüssel“) war es gerade Deutschland, das die EU dazu gedrängt hat, schärfere Sanktionen gegen die russische Wirtschaft zu verhängen. Wenn das stimmt, muss man sich fragen, ob die dafür Verantwortlichen noch „alle Tassen im Schrank“ haben.

DIE UNERTRÄGLICHE HEUCHELEI (der „Moralapostel“)

German arms exports 2002-2016

Deutschland, andere NATO-Länder und vor allem die USA liefern tonnenweise Waffen und Kriegsgerät (auch) an Schurkenstaaten und in Krisengebiete (in dem ein gefälschtes „end-user-certificate“ organisiert wird) , machen Riesengewinne damit, (ganz zu schweigen davon, dass sie illegale Kriege anzetteln und Terroristen als politische Waffen züchten) aber der Bau eines Kraftwerks auf der Krim ist ein Riesenskandal?

Global Arms Sales US EU Profit shares

Blau: Gewinn-Anteil amerikanischer Firmen Rot: Gewinnn-Anteil europäischer Firmen am globalen „Kriegsgeschäft“

Es ist offensichtlich, dass hier „Empörungsmanagement“ (siehe Professor Mausfeld) der übelsten Sorte betrieben wird und – wie schon erwähnt – das argumentum ad adversarium – als politisches Herrschaftsinstrument dient.

Wie immer sind unsere Papageien-Journalisten dabei eine große Hilfe….

Dass die ständige Hetze gegen Russland früher oder später in einen großen Krieg münden wird, haben sie anscheinend nicht begriffen (oder schlimmer – es ist ihnen egal).

Man kommt sich bald vor, wie im Frühjahr 1914 ….

 

Anmerkung in eigener Sache: 

WordPress verweigert mir neuerdings das Recht, Videos in meine Blogs einzubetten.

Das geht so weit, dass auch bereits vorhandene Videos einfach entfernt wurden. So etwa das Video über die Volksabstimmung auf der Krim, das in diesem Beitrag enthalten war.

Hier der passende Link dazu.

Leider ist es mir unmöglich, Links zu allen entfernten Videos herzustellen (es sind 150 Beiträge davon betroffen). Ich bitte um Verständnis und bedaure diesen Eingriff in die Meinungsfreiheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SIEMENS & Das Monster im Spiegel

 

statoflibertyDie groteske Performance der USA als moralisierendes, größenwahnsinniges Polit-Monster (und echte Bedrohung für den Weltfrieden) ist nicht mehr auszuhalten. Die neuerlichen „Sanktionen“ gegen Russland im Energieexport-Sektor sind ein weiterer Anschlag auf die deutsche und europäische Wirtschaft und ein ungeheuerliche Einmischung in die Energiepolitik anderer Länder. Wenn selbst ein Welt-Konzern wie Siemens davor in die Knie geht, wird die Sache wirklich ernst.

Klaus Kleber, der transatlantische Chef-Propagandist des ZDF, („Diebstahl der Krim“) – hat also letztlich doch gegenüber Siemens („gut, wenn man im Dialog bleibt“) sozusagen gewonnen, nachdem er den Vorstandsvorsitzenden abkanzelte wie einen Schuljungen, weil dieser Präsident Putin  nicht schon 2014 – gemäß Anordnung der Denkpolizei aus Washington – wie einen Aussätzigen behandelte.

Wir sind ja schon einiges gewohnt, was die peinliche Unterwürfigkeit unserer Journaille gegenüber dem US-Hegemon betrifft, doch dieser „Kommentar“ in der FAZ ist so schäbig, dass man die political correctness über Bord werfen muss und das nur mehr als Arschloch-Journalismus bezeichnen kann. Dass diese Bewertung „verdient“ ist, soll in den folgenden Zeilen ersichtlich werden, aber zunächst einmal einige Erklärungen zum politischen Hintergrund:

IMPERIAL ECONOMIC WARFARE (EU & RUSSLAND sollen geschwächt werden)

HR3364 Countering BS

Der US-Kongress verabschiedete letzte Woche ein Gesetz (H.R.3364), in dem weitere „Sanktionen“ gegen Iran, Russland und Nord-Korea erlassen werden, die mit rechtsstaatlichen Prinzipien völlig unvereinbar und faktisch ungerechtfertigt sind. (Trump unterschrieb unter Protest). Hier (wir beschränken uns auf Russland) geht es eindeutig um „economic warfare“, also die Anwendung wirtschaftlicher Gewalt für machtpolitische Zwecke. Das ist natürlich nicht mit dem Geist der UN-Charta zu vereinbaren, weshalb man durchaus von einer Verhöhnung des Völkerrechts sprechen kann. (Seit „9/11“ Routine für die USA)

Das wird umso deutlicher, wenn man sich ansieht, welche Auswirkungen das Gesetz auf die europäische Wirtschaft hat:

DAS ENERGIE-DIKTAT AUS WASHINGTON

Das Gesetz hat für Aufsehen gesorgt, weil es (über die übliche Selbstherrlichkeit der USA, sich ständig in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, noch hinausgehend) europäischen Unternehmen (und Staaten) verbietet und unter Strafe stellt, in Energie-Projekte zu investieren, an denen Russland beteiligt ist.

Es wird also jeder (Person oder Firma) von der arroganten USA bestraft der „wissentlich Produkte oder Dienstleistungen für den Bau, die Modernisierung oder die Reparatur russischer Export-Pipelines zur Verfügung stellt“.

NordstreamDamit wird natürlich auch der Ausbau der „Nord-Stream“ Erdgasleitung nach Deutschland torpediert, die für die deutsche und europäische Energieversorgung enorm wichtig ist, aber Washington gar nicht in den Kram passt (mehr dazu weiter unten).

„WE CREATE  OUR OWN REALITY“  (Karl Rove)

Als Begründung für bereits bestehende  Sanktionen wurde die „Annexion“ der Krim und die Unterstützung Russlands für die Separatisten im Donbass angeführt. Dass der Aufstand im Donbass und auch die Sezession der Krim eine Reaktion auf den gewaltsamen Nazi-Putsch (im Februar 2014) in Kiew war, der von den USA organisiert wurde, wird dabei natürlich nicht erwähnt. Auch der Vorwurf, Russland sei für eine Cyber-Attacke auf den DNC verantwortlich, und damit der Manipulation von US-Wahlen überführt,  mittlerweile völlig unhaltbar geworden (siehe Anhang) ist, wird als Vorwand für weitere Sanktionen benutzt. Die russische Unterstützung der syrischen Regierung im Kampf gegen die eingeschleusten Terror-Banden (im Gegensatz zu dem, was die USA dort treibt, eine legale Operation) wird ebenfalls als Rechtfertigung missbraucht („den Diktator Assad unterstützen“, die übliche Leier).

Das Gesetz ist aber auch auf amerikanische Verfassung bezogen, ein Skandal, denn es unterminiert die außenpolitische Handlungsfähigkeit des US-Präsidenten und sabotiert die Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exkutive: Trump darf nichts unternehmen, um die Beziehungen zu diesen drei Ländern zu verbessern, ohne vorher die Genehmigung des Kongresses einzuholen (Er muss alles haarklein schriftlich begründen, sämtliche „Auswirkungen“ schildern, etc. und wird damit quasi entmündigt).

Die mediale Hexenjagd gegen ihn (er sei ein heimlicher Agent Putins) hat ja dafür gesorgt, dass jedes freundliche Wort über Russland sofort als „Beweis“ für diese absurde Behauptung interpretiert wird. Genau deshalb traute sich Trump auch nicht, gegen das Gesetz ein Veto einzulegen und für seine außenpolitische – versöhnliche – Linie gegenüber Russland zu kämpfen. (Er „tweetet“ stattdessen seinen Unmut an seine Wähler, die sich „beim Kongress dafür bedanken können“, dass die „Beziehungen zu Russland so schlecht wie noch nie seien“ und dadurch Gefahr drohe).

„WE ARE (ALREADY) GREAT BECAUSE WE’RE GOOD

(Hilary Clinton während des Wahlkampfs 2016)

quotation-ramsey-clark-world-war-crimeWer sich seit vielen Jahren analytisch mit der Scheinwelt beschäftigt hat, die der US-Hegemon in den Medien erzeugt, lässt sich nicht mehr hinters Licht führen. Die Motive der amerikanischen Macht-Eliten (und unserer auch) sind keinesfalls edel und haben nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun. Im Gegenteil, alles was Putin angekreidet wird, hat die USA selbst verbrochen und zwar in gigantischem Ausmaß, ohne jeden Skrupel, seit Jahrzehnten. (Der wunderbar sarkastische  Mark Twain (Gegner des Imperialismus) nannte das US-Militär schon damals „our uniformed assassins“)

Dass man die hegemoniale Herrschaft mit allen Mitteln erhalten will, ist ausreichend dokumentiert (Wolfowitz-bzw. Bush-Doktrin, PNAC, Brzezinski und andere pathologische „Strategie-Papiere“ der USA)

Wie unglaublich verlogen die Selbst-Darstellung der USA (als moralische Lichtgestalt) ist, kann man an konkreten Beispielen demonstrieren. So auch durch den Text dieses Gesetzes:

DECEPTION IS MY MIDDLE NAME

Unter dem schönen Tarn-Begriff „Energiesicherheit der Ukraine“ heißt es z.B. in Section 257:

It is the policy of the United States…to continue to oppose the Nord Stream 2 pipeline given its detrimental impacts on the European Union’s energy security, gas market development in Central and Eastern Europe, and energy reforms in Ukraine“

Hier wird so getan, als ob diese perfide Form wirtschaftlicher Gewalt durch die USA (eigentlich Nötigung) gegenüber der EU auch noch zu deren (also unserem) Wohl stattfindet. Man ist doch nur besorgt um die „Energiesicherheit“ der EU, die Entwicklung und „Diversifizierung“ des Erdgasmarktes, usw.  Das ist völliger BS, denn die Motive Washingtons sind alles andere als edel. Außerdem ist die Argumentation nicht logisch, denn wieso wäre es besser für uns von den (teuren) Flüssiggasimporten der USA (oder jenen des korrupten Emirs von Katar) abhängig zu sein, als von Russland? Weil die USA vertrauenswürdiger und moralisch-hochstehender ist als Russland? Es darf laut gelacht werden.

Kein anderer Staat setzt wirtschaftliche „Sanktionen“ (als politische Waffe) mehr ein als Amerika. Die „empty suits“ der EU haben bisher brav mitgemacht, doch nun sind sie selbst die Zielscheibe dieser imperialen Arroganz geworden und haben nicht den Mumm, etwas dagegen zu unternehmen. Die Polen und Balten lassen sich natürlich von der „soft power“ der USA einwickeln, gegen Russland aufhetzen und glauben tatsächlich, Washington sei auf ihrer Seite. („Rule through illusion“ nannte das Harold Lasswell)

Mit welchem Recht mischt sich Washington überhaupt in die Energiepolitik der EU ein? Das ist ungeheuerlich. Die Arroganz der amerikanischen Macht („Fuck the EU!“) wird hier verkauft als wohlwollende Sorge um unsere Energieversorgung, doch wenn man den geopolitischen Kontext miteinbezieht, sieht die Sache völlig anders aus:

GERMANY AND RUSSIA MUST BE ENEMIES

WWI_poster

Britisches Propaganda-Poster aus der Zwischenkriegszeit: „Der (ewige) böse Deutsche“

Das „anglo-amerikanische Establishment“ (wie es Caroll Quigley nannte) hat seit Ende des 19.Jahrhunderts daran gearbeitet, mit allen Mitteln zu verhindern, dass Deutschland und Russland eine wirtschaftliche Kooperation eingehen. Dafür hat man auch zwei Weltkriege „angeschoben“ (siehe hier, hier und hier) und zwei extreme, politische Gruppierungen finanziert und an die Macht gebracht (die Nazis und die Bolschewiki), die sich (nachdem man an der Aufrüstung gigantisch verdient hatte) dann gegenseitig umbringen sollten. Danach sorgte man dafür, dass es zwei verfeindete Blöcke in Europa gab, einen „eisernen Vorhang“ dazwischen und die Illusion, die amerikanische Besatzung, Militär-präsenz und massive Manipulation des politischen Klimas seien notwendig für „unsere Sicherheit“, gegen die bösen Russen.

Das war alles Bullshit. Nicht die UDSSR strebte die Weltherrschaft an, sondern die USA. Das „Evil Empire“ (wenn man diesen Jargon benutzen will) lag – und liegt – im Westen, nicht im Osten. (Auch die Chinesen können dafür nicht herhalten).

Die Bücher von Brzezinski, die aggressiven Strategiepapiere amerikanischer Think-Tanks (Brookings & Co.) und die amerikanischen Kriege seit „9/11“ sprechen dazu eine klare Sprache und die NATO-Osterweiterung bzw. Einkreisung Russlands mit NATO-Militärbasen seit dem „Mauerfall“ sind auch eine historische Tatsache. Dass man selbst die Flüchtlings- und Migrantenströme (die häufig Folge der amerikanischen Kriege bzw. „Destabilisierung“ sind) als politische Waffe gegen die EU einsetzt, ist auch nicht mehr zu übersehen.

Es ist ungeheuerlich, dass trotz dieser Fakten – auf den Punkt gebracht im April 1967 von Martin Luther King –  (gilt heute umso mehr) mit diesem Satz:

Der größte Verbreiter von Gewalt in der Welt ist meine eigene Regierung

die Scheinheiligkeit der USA („Wir sind die Guten“) noch immer als politische Realität präsentiert wird. Genau darin zeigt sich ja ihre „soft power“, ihre Macht die Zivilgesellschaft zu manipulieren (wie Prof. Mausfeld analysiert hat). Wenn Washington morgen die Parole ausgibt, „der Schnee ist schwarz“ schreiben das am nächsten Tag hunderte Presse-Papageien. Die kritische Wahrnehmung der politischen Wirklichkeit und die mediale Verzerrung ist nicht mehr in Einklang zu bringen.

Und damit kommen wir zum FAZ-Artikel, der dafür ein trauriger Beleg ist und als abschreckendes Beispiel verwendet werden kann, wenn es darum geht „Medienkompetenz“ zu fördern.

BLAME  IT ON PUTIN (DER ALLROUND-SÜNDENBOCK)

Ulfkotte Bought JournosWer noch Zweifel an der Darstellung Ulfkottes hatte (deutsche Zeitungen sind nur mehr Verteiler imperialer Lügen, also Propaganda-Outlets („strategic information“ heißt das heute im NATO-Jargon) dem sei dieser perfide, hetzerische, polemische, „Kommentar“ besonders empfohlen. Aber zuerst noch das:

Was ist eigentlich Propaganda und wann ist sie effektiv?

Sie wirkt dann, wenn der Zuschauer / Leser nicht merkt, dass seine Einstellung, seine Reaktion auf eine bestimmtes Thema und letztlich sein Verhalten als Bürger / Wähler gesteuert wurde.Do the fellow’s thinking for him“ so nannte es ein Psychologe in den 1920er Jahren. Aber eigentlich soll das eigene Nach-Denken ganz ausgeschaltet und durch emotionale Agitation und impulsive Reaktionen ersetzt werden. (Twitter ist übrigens hervorragend dafür geeignet) Erfundene oder selbst-inzenierte Horror-Stories über Kriegsverbrechen des Gegners sind besonders wirksam („Brutkasten-Lüge“, „Giftgas-Anschlag“ usw.) zur Erschaffung eines Feindbildes.

Schon die ersten Zeilen in der FAZ machen klar, wohin die Reise geht: Die permanente „character-assassination“ von Putin ist das Ziel, also die Karikatur eines Bösewichtes, vor dem man uns nicht oft genug warnen kann

THE MANUFACTURED RUSSIAN THREAT

scapegoat russiaWas zu beweisen wäre, wird einfach als bewiesen betrachtet. Das ist praktisch für die rhetorische Manipulation. Dass Putin „den Westen spalten will“, eine böswillige Unterstellung – die man natürlich auch als „Verschwörungstheorie“ (VT) bezeichnen könnte, wird also einfach als Prämisse vorausgesetzt. „Der Fall Siemens“ wird dann als Beweis für diese VT präsentiert. (Erörtert in Teil 2)

Hier wird die machtpolitische und historische Realität auf den Kopf gestellt, denn es ist natürlich die USA die Europa (schwächen) spalten will, wenn damit ein Annäherung an Russland verhindert werden kann. Die osteuropäischen Länder werden bewusst gegen Russland aufgehetzt, in dem man ihnen Angst vor der „russischen Aggression“ einhämmert, die es gar nicht gibt. Sie muss jedoch konstruiert werden, damit man die reale, amerikanische Aggression (bzw. Provokation) – nämlich die Erweiterung der NATO bis vor Russlands „Haustür“, die ständigenMilitär-Übungen“ nahe der russischen Grenze, die semantischen Drohungen, die Sanktionen, etc. als „Schutzmaßnahme“ verkaufen kann.

Es muss also eine große Bedrohung konstruiert werden (in den Köpfen der Menschen), damit man den eigenen Militarismus, die eigene Machtgier, die eigene Kriegsmaschinerie als „notwendig“ für die europäische  „Sicherheit“ präsentieren kann. (Dass damit auch ein Milliarden-Geschäft  (siehe Schlagzeile aus „The Intercept“ unten) verbunden ist, macht die Schaffung eines Feindbildes noch wichtiger)

Russophobia great for business

Wie Harold Lasswell es formulierte: „Die Leute müssen wissen, wen sie hassen sollen“.

Dass Deutschland seit 1945 als souveräner Staat nicht mehr existiert, ist eine traurige Tatsache. 173 amerikanische Militärstützpunkte auf deutschem Boden (mehr als 70 Jahre nach Kriegsende), eine amtierende, deutsche Bundeskanzlerin, die vom US-Präsidenten den höchsten, zivilen Orden (wofür?) erhält, ihre Telefonate von der NSA abhören lässt, der deutschen Wirtschaft Milliarden-Aufträge mit Iran und Russland vermasselt (nur weil die USA das wollen), das hat mit Souveränität nichts mehr zu tun.

Deutschland ist ein Vasall der USA und die EU hat auch nicht den Mumm, die „europäischen Interessen“ durchzusetzen. Im Gegenteil, auch sie macht bei den Sanktionen gegen Russland mit.

YOU ARE FREE TO DO WHAT WE WANT („Freihandel“ à la americaine)

Das o.a. skandalöse Sanktions-Gesetz hat zumindest bei einigen deutschen Politikern für verbale Proteste gesorgt. Und das natürlich völlig zu recht. Genau das Land, das uns seit Jahren mit der Arie vom „Freihandel“ die Ohren voll singt und Auflagen für Umweltschutz und Gesundheit als „Handelshemmnisse“ attackiert, zwängt deutsche und europäische Unternehmen in eine wirtschaftliche Zwangsjacke, wenn es ihnen politisch opportun erscheint. Der Wirtschaft Beschränkungen aufzuerlegen, die für uns alle von Vorteil sind, geht also gar nicht. Aber den Firmen vorzuschreiben, mit wem sie Geschäfte machen dürfen und mit wem nicht – aus machtpolitischen Gründen, getarnt mit moralischer Heuchelei – das ist OK.   (Ganz zu schweigen davon, dass Deutschland und die USA an die größten Arschlöcher Kriegsgerät verkaufen, wie z.B. die degenerierten, „königlichen“ scum-bags in Saudi Arabien;)

GUILT BY ASSOCIATION

FAZ Putin the horribleDass unsere schäbige Journaille auf diesen eklatanten Widerspruch nicht hinweist, ist schon schlimm genug. Doch Herr Schmidt von der FAZ verdient den Spezialpreis für „sucking-up to American power“ (falls er den Artikel wirklich selbst geschrieben hat):

Schon am Anfang wird klar, welche fiesen sparchlichen Manipulations-Methoden hier angewendet werden:

 „Wortmeldungen aus Berlin, allen voran der SPD-Bundesminister Zypries und Gabriel, könnten glatt aus Moskau kommen. . Dort klagt man traditionell über den „Weltgendarm“ und sieht  Zwist als Chance, das Lager der Widersacher zu spalten.“ (Das hat der Kreml bisher erfolglos versucht, aber Putin gibt nicht auf)“

Die völlig berechtigte (viel zu schwache) Kritik dieser beiden deutschen Minister wird auf perfide Weise diffamiert:

Die bloße Assoziation mit „Moskau“ soll also reichen, um die Reaktionen als anrüchig erscheinen zu lassen. Jeder, der etwas sagt, das auch nur im entferntesten der russischen Sichtweise ähnelt, wird in den Dreck gezogen. Das ist so schäbig, das man kotzen möchte. Das ist totalitäres Denken und eine Form von Volksverhetzung (Wie der Ausdruck „Judenfreund“ im dritten Reich).

Stellen wir uns vor, jemand würde diese Methode anwenden und statt Moskau „Tel Aviv“ nehmen, also suggerieren, alles was von dort kommt, ist mit finsteren Absichten verbunden, die uns bedrohen. Da würde sofort eine Welle der Empörung losbrechen, es würde „Anti-Semitismus“-Vorwürfe hageln (die oft natürlich zum Abwürgen von Kritik an Israel benutzt werden). Aber jede pauschale Diffamierung (nach Nationalität, Religion, Ethnie, etc.) ist  völlig inakzeptabel.

US Deadly Export BlumAuch hier erkennen wir, dass die USA im Unterbewusstsein „das Monster im Spiegel“ vor sich hat (also ihre eigene Skrupellosigkeit, die Millionen Menschen das Selbsbestimmungsrecht nimmt bzw. das Leben gekostet hat und uns dem dritten Weltkrieg immer näher bringt), aber dieses Schreckgespenst nicht sehen will, weil es ihr eingebildetes „Superman“-Image zerstört.

Also tun sie so, als ob das „Monster im Spiegel“ der Feind ist, den man mit allen Mitteln bekämpfen muss. Sie projizieren also ihre eigenen Intrigen und Verbrechen auf den politischen Gegner und können damit das eigene Gewissen betrügen: Wir machen das alles doch nur, um uns gegen diesen Schurken zu wehren bzw. um euch (uns Europäer) zu beschützen.

Das gilt auch für die wirtschaftliche Ebene. Herr Schmidt liefert uns wunderbare Beispiele dafür:

„Vor allem aber gilt auch in Europa als erwiesen , was der amerikanische Gesetzentwurf feststellt: „Die Regierung der Russischen Föderation benutzt ihre starke Position im Energiesektor als Hebel, um die Innenpolitik und die äußeren Beziehungen der Länder Europas und Eurasiens zu manipulieren.“

Es diene der Energiesicherheit dieser Länder, wenn sie ihre Abhängigkeit von russischen Ressourcen und Staatsunternehmen verringerten, was Washington „unterstützen“ sollte.

„Es gilt als erwiesen“ ist natürlich ein schöner rhetorischer Trick um Wahrheit zu suggerieren, wo keine ist und so zu tun, als ob die Anschuldigungen des US-Kongresses keine politische Taktik seien, das ist einfach lächerlich. Alles was aus Amerika kommt, ist also positiv zu sehen, alles was aus Russland kommt, ist schlecht für uns. Geht’s noch, Herr Schmidt?

Wenn man nicht die propagandistische Darstellung der USA übernimmt, (wie Schmidt) ergibt sich ein ganz anderes Bild, so kann man bei z.B. bei Wikipedia (über Nord-Stream) nachlesen:

„Russland wird in die Lage versetzt, Gasexporte nach Westeuropa auf direktem Wege zu gewährleisten. Somit ist sowohl der Lieferant als auch der Konsument künftig von Schwierigkeiten durch Transitländer unabhängig, beispielsweise wenn diese Preisangleichungen an das europäische Niveau nicht akzeptieren wollen. Bisher konnten Transitländer das Passieren ihres Territoriums als Druckmittel nutzen, [Ukraine!] um exklusive Lieferbedingungen für sich selbst durchzusetzen, und so die Versorgungssicherheit Westeuropas gefährden.“

Genau so ist es. Tatsächlich erhöht sich also die Versorgungssicherheit Deutschlands im Energiebereich durch Nord-Stream, denn Russland war immer ein verlässlicher Partner und der Transport durch die Ukraine (wo Neo-Nazis marschieren (mittlerweile in die „National-Garde“ integriert) und massive Korruption herrschen) sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Putin will mehr Erdgas an die EU verkaufen und verhindern, dass Russland aus dem europäischen Markt verdrängt wird. Was ist daran verwerflich? Und noch einmal, was geht das die USA an? Sie selbst greift zu allen Mitteln, um mehr Kontrolle über die Energieströme nach Europa zu bekommen (Krieg in Libyen, Irak u. Syrien) und warnen uns gleichzeitig vor solchem Verhalten, aber nur, weil es Russland unterstellt wird?

Die USA ist der unangefochtene World-Champion, wenn es darum geht, andere Länder zu manipulieren und mit kriminellen Methoden das politische Klima und die wirtschaftliche Situation zu beeinflussen, bis zum „regime change“ und zum künstlichen Bürgerkrieg (now playing in Syrien und immer mehr in Venezuela). Darüber wird aber nie ein Wort verloren, sondern stattdessen der politische Widersacher dämonisiert und an den Pranger gestellt. Dieses argumentum ad adversarium ist ein sehr effektives Ablenkungsmanöver für Kritik, weshalb es ständig von Washington benutzt und durch armselige Wichte wie Schmidt verbreitet wird.

DOUBLETHINK  IN ACTION

Herr Schmidt beeindruckt durch sein Talent, seine eigene Argumentation ad absurdum zu führen (er betet ja in Wahrheit nur „talking points“ herunter) und zu demonstrieren, wie voreingenommen er ist (Er übernimmt kritiklos die Perspektive der USA und tut so, als ob die Interessen der USA und jene der EU deckungsgleich sind, davon kann aber keine Rede sein)

  • Wenn die EU ihre Abhängigkeit von Russland verringert, nennt er das „Energiesicherheit“, wertet es also eine rationale Handlung.
  • Wenn Russland (für die russischen Bewohner der Krim) dasselbe macht (die Energie-Abhängigkeit von der Ukraine zu beenden), ist das ein Zeichen dafür, dass Energiepolitik ein „Machtinstrument Putins“ ist.
  • Dass die USA berühmt dafür ist, so gut wie alles (Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, usw.) als globales Machtinstrument zu missbrauchen, davon spricht er nicht;
  • Trump selbst hatte angekündigt, sein Ziel sei „US dominance of the energy market“. In einem Bloomberg Artikel hieß es unter der Überschrift: „Export equals Influence“, dass Trump in einer Rede im Energieministerium betont hatte, wie der US-Export von Gas, Öl und Kohle den globalen Einfluss der USA stärken könne.
  • Dass die Kriege der USA seit 2001 als „Energiekriege“ bezeichnet werden können (siehe Daniele Ganser) davon will er auch nichts wissen.

Mit Logik hat also seine Argumentation also nichts zu tun, mit politischer Kriegsführung und Meinungsmanipulation aber sehr viel.

Denn es geht natürlich darum, Präsident Putin zu dämonisieren (ihm die finstersten Motive im Kontext der Energiepolitik zu unterstellen), während gleichzeitig die Motive der USA (nicht einmal hinterfragt), sondern automatisch als ehrenhaft dargestellt werden.

Das ist Journalismus für Dummies.

THE ETERNAL WAR-STATE

Wie man die (skrupellose) Politik der USA (vor allem scheinbare „Verhandlungen“) moralisch zu bewerten hat, zeigt sich hier: (Clausewitz ist schon längst überholt)

Nicht „Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ sondernPolitik is the Fortsetzung von Krieg mit anderen Mitteln“

War by other Means 1

(Auszug aus „Political Warfare & Psychological Operations,  Rethinking the US-Appproach, National Defense University Press, 1989)

 

ANHANG 1 (Beweise, dass es kein russisches „Hacking“ gab)

 ANHANG 2 (Info zu den Sanktionen)

Am 18. Dezember 2014 wurde der „Ukraine Freedom Support Act“ verabschiedet (Bundesgesetz 113-272; 22 USC 8921), in dem Sanktionen gegen  jene Ausländer verhängt werden, die vom US Präsidenten als „Einheiten, die von der russischen Regierung kontrolliert werden oder sich in deren Besitz befinden“  eingestuft werden oder gegen russische Staatsbürger , die an der „Herstellung, dem Verkauf, dem Transfer oder der sonstigen Beschaffung von bestimmten Rüstungsgütern für Syrien beteiligt sind“.

 Am 1. April 2015 erlässt Obama Dekret 13694, das sich auf das Einfrieren von Vermögen bestimmter Personen bezieht, die „an schwerwiegenden, bösartigen Cyber-Aktivitäten“  beteiligt sein sollen. Damit wird der Finanzminister (in Absprache mit dem Justiz- und dem Außenminister) autorisiert, Sanktionen gegen Personen zu verhängen, denen bösartiges  „Hacking“ unterstellt wird (ohne Beweisverfahren).

Dann beruft man sich auf auf einen absurden „Bericht“ der US-Geheimdienste vom 6. Jänner 2017 („Bewertung russischer Aktivitäten und Absichten im Bezug auf kürzlich stattgefundene US-Wahlen“) und zitiert daraus 2 Sätze:

  • Der russische Präsident Putin gab 2016 eine Kampagne in Auftrag, mit dem Ziel, die US Präsidentenwahlen zu beeinflussen“.
  • „Die daraus gezogenen Lehren wird Moskau für zukünftige Einfluss-Operationen nutzen und zwar weltweit, auch gegen amerikanische Verbündete und deren Wahlprozesse.“

Beide Behauptungen sind natürlich im Kontext der politischen Kriegsführung bzw. als PSYOP (psychologische Operation) zu sehen. Wie o.a. erklärt, bezichtigt die USA ihre Gegner immer genau jener Schandtaten, die sie selbst begeht (eine Art Zwangsneurose).

 

Trump werden also vom Kongress die Hände gebunden, wenn es um seine Ännäherung an Russland geht: So heißt es unter Art. 216 (1):

Der Präsident wird einen Bericht an den jeweils zuständigen Kongressausschuß übergeben, in dem die geplante Aktion und die Gründe dafür beschrieben sind.“

Unter „Aktion“ ist hier folgendes zu verstehen: (2)

  • Jede Handlung, mit der die Anwendung der Sanktionen beendet werden soll
  • Jede Handlung, mit der die Sanktionen gegen eine bestimmte Person ausgesetzt werden sollen oder
  • Jede Konzession, die geeignet ist, die Außenpolitik der USA gegenüber Russland entscheidend zu ändern

Unter (3) wird bestimmt, dass der Präsident in seinem Bericht an den Kongress auch eine Beschreibung seiner jeweils geplanten Aktion dahingehend abliefern muss, ob er damit „beabsichtigt“ (A) oder „nicht beabsichtigt“ (B), die US-Außenpolitik gegenüber Russland maßgeblich zu verändern“.

Sollte „The Donald“ es wagen, irgendwelche Maßnahmen vorzuschlagen, die die Beziehungen zu Russland tatsächlich (zum Positiven) verändern würden, muss er auch dafür diverse „Beschreibungen“  abliefern:

  • Worin bestünde denn diese konkrete Änderung?
  • Der erwartete Effekt dieser Maßnahme auf die „Nationale Sicherheit“ und
  • auf die politischen Ziele, für die die betroffenen Sanktionen ursprünglich verhängt wurden

(Was man über Russland denken (und sagen) darf und was nicht, wurde damit quasi  in einem „Rechtsakt“ beschlossen …)  Orwell ist nichts dagegen …

 

GIFT & GALLE

OPCW inspectorEine Ermittlungsmission hat in Syrien Beweise für den Einsatz von Senf- und Sarin-Gas gefunden, erklärte die Hohe Repräsentantin für Abrüstungsangelegenheiten Izumi Nakamitsu. „Der erneute Einsatz von Giftgas ist entsetzlich und kann nur als eine Verletzung der Grundsätze des Völkerrechts angesehen werden“, sagte Nakamitsu vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Die Ermittler führten Interviews, untersuchten Dokumente und entnahmen Blutproben. Aufgrund der vorherrschenden Sicherheitslage konnten sie allerdings nicht zu den mutmaßlichen Einsatzorten vordringen.“ [„in Syrien“ ist also irreführend]

Diese Meldung ist nicht neu (vom 24. Mai 2017), wurde aber vor wenigen Tagen wieder hochgespielt. Warum, dass soll hier untersucht werden.

Die OPCW sollte eine „Fact-finding“ Mission in Syrien durchführen, um zu klären, was es mit den „Giftgas-Anschlag“-Vorwürfen auf sich hat. In ihrer jüngsten Presse-Aussendung heißt es u.a.:

„Die FFM bestätigte, dass Menschen am 4. April 2017 in der Khan Shaykhun Gegend (Provinz Idlib in Syrien) Sarin ausgesetzt waren, (einem gasförmigen Nervengift). Das Mandat des FFM besteht darin, festzustellen, ob CW oder giftige Chemikalien in Syrien als Waffen eingesetzt wurden; es beinhaltet nicht, herauszufinden, WER für die angeblichen Angriffe verantwortlich ist.

„Aus Sicherheitsgründen konnte das Team Khan Shaykhun NICHT besuchen. Das rasche Einschreiten ermöglicht es jedoch dem Team, den Autopsien beizuwohnen, bio-medinische Proben  von Verletzten und Toten zu nehmen, Zeugen zu  vernehmen und Umweltproben zu erhalten.“

 „Eine gründliche Methodik wurde angewandt, die Übereinstimmung von Zeugenaussagen wurde berücksichtigt,“ usw. Das klingt toll, dient aber nur dazu, die beschämenden Tatsachen zu  verbergen:

ICH WEISS, DASS ICH NICHTS WEISS

Eine „Fact-Finding-Mission“ die den angeblichen „Tatort“ GAR NICHT GESEHEN, geschweige denn forensisch untersucht hat, ist eine bitterböse Farce und mit dem auf diese Weise gesammelten „Beweismaterial“ würde sich jeder Ankläger vor Gericht (in einem Rechtsstaat) lächerlich machen. Wie wir aus jedem Fernseh-Krimi wissen, muss der Tatort eines Verbrechens so schnell wie möglich „abgesichert“ werden, damit keine Spuren verwischt bzw. falsche Spuren gelegt werden können.

(Das gleiche gilt auch für einen Unfall: Stellen wir uns vor, die Polizei würde nicht direkt am Unfallort ermitteln, sondern sich (hunderte km entfernt davon) „Unfallopfer“ und Autoteile zeigen lassen … wer würde das akzeptieren?)

In einem Kriegsgebiet ist das – Verhindern dieser „Kontamination“- natürlich leichter gesagt als getan und wir wissen ja schon aus den früheren OPCW-Berichten, dass die für eine forensische Beweissicherung absolut notwendige „geschlossene Beweiskette“ in diesem Fall kaum möglich ist. Doch es sind nicht nur die Wirren des Krieges, die eine zuverlässige Untersuchung verhindern und Manipulation wahrscheinlich machen.

Khan Shaykhoun befindet sich in der syrischen Provinz Idlib, wo die Terroristen von Al Nusra (AN)  dank Unterstützung des Westens die Herrschaft übernommen haben. Die OPCW weist ja darauf hin, dass ihr „Fact-Finding-Team“ (FFT) „aus Sicherheitsgründen“ keinen Fuß dorthin gesetzt hat, eben wegen der Brutalität von Al Nusra, die natürlich selbst keinerlei „Opposition“ duldet (wer anders denkt, wird umgebracht).

DIE  WÖLFE  IM  HUMANITÄREN SCHAFSPELZ

WH fraud 1Doch alle Informationen mit denen das „FFT“ gefüttert wurde, kommen ja aus diesem Gebiet (also von Leuten, die entweder AN angehören, sie unterstützen oder sich vor ihnen fürchten). Diese „Zeugenaussagen“ sind also mit großer Skepsis zu bewerten, ganz zu schweigen von dem „Material“, dass die OPCW von einer „Nicht-Regierungsorganisation“ erhalten hat, die sie namentlich nicht nennen will:  den „White Helmets“ (Weißhelme, abgekürzt: WH).

Dies ist aber ganz und gar keine neutrale, über alle Zweifel erhabene „Hilfsorganisation“.  Wie unabhängige Journalisten aus Aleppo berichtet haben, sind die WH nichts anderes als eine perfide PR-Konstruktion westlicher Geheimdienste. Ihr heldenhaftes, nobles Image (vor allem als Retter verletzter Kinder aus Trümmern) hat nichts mit der Realität zu tun, im Gegenteil: Sie sind in Wahrheit auch Al-Nusra-Leute, die mit ihren selbst-fabrizierten Mitleids-Videos eine perfekte Illusion erschaffen haben, um die Öffentlickeit emotional gegen Assad aufzubringen und ein stärkeres (illegales) „Eingreifen“ der USA zu rechtfertigen. (Sozusagen die Oscar-gekrönte „Brutkastenlüge“ hoch drei…)

Das Hauptquartier von Al Nusra im belagerten Ost-Aleppo lag unmittelbar neben der Zentrale der „White Helmets“….wie dieses Amateur-Video von Pierre le Corff  zeigt)

Al Shayrat airfieldDie syrische Regierung hat der OPCW freien Zugang zum Al-Shayrat Flugfeld garantiert, von dem der  behauptete „Giftgas-Angriff“ ausgegangen sein soll, doch das Angebot wurde abgelehnt. Ein von Russland und Iran gesponserter Vorschlag, sofort eine neue Untersuchung VOR ORT einzuleiten, wurde vom obersten Gremium der OPCW nicht angenommen.

Die Behauptung der OPCW, eine Untersuchung vor Ort sei „zu gefährlich“ gewesen, trifft also in diesem Fall (Al Shayrat) nicht zu.

Die Bombardierung des Al-Shayrat Flugfeldes durch die USA (am 7.April 2017) – BEVOR irgendwelche Untersuchungen stattfinden konnten – kann daher auch so gedeutet werden, dass damit forensische Analysen, die die syrische Regierung entlasten würden, unmöglich gemacht werden.

Die ARD, die ihre Fließband-Nachrichten (tagesschau-online) neuerdings unter dem lächerlichen PR-Slogan „faktenfinder“ verkauft, erwähnt zwar en passant, dass es „direkt am Unglücksort“ keine Untersuchung der OPCW gab, tut aber so, als ob die Ergebnisse der Untersuchung trotzdem seriös seien (nur weil es sich um eine „angesehene“ Organisation handelt, die im Auftrag der UN handelte). (Abschlussbericht FFM)

STILLE POST statt  FORENSISCHE UNTERSUCHUNG

Wie gesagt: alle „Informationen“, die die OPCW erhalten hat, stammen aus zweiter Hand und/oder ihre Authentizität wurde nicht überprüft. Die OPCW selbst hat nur nebulose Beschreibungen ihrer Informationsquellen parat:

  • posts in social media“
  • information from „states parties“
  • „parties with knowledge of and connections to the area in question“ (these „contacts“ helped to identify the casualties)
  • April: 2 FFT witnessed autopsy of three „alleged“ victims
  • April: 10 patients in 3 hospitals visited

In jedem ordentlichen Beweisverfahren sind „Zeugen“, deren Identität verschwiegen wird, nicht zugelassen, denn dadurch werden ja auch ihre Motive (wie jemand absichtlich zu belasten, weil man unter Druck gesetzt wurde oder davon einen Vorteil  hat) verschleiert.

Bei „Quellen“ von Journalisten (die man nicht preisgeben kann) ist das dann zulässig, wenn es möglich ist, deren Aussagen zu verifizieren (durch Dokumente oder andere, glaubwürdige Personen, die mit der ersten Quelle nichts zu tun haben).

Sich auf „Parteien mit Kenntnis von und Verbindungen zu dem betreffenden Gebiet“ zu berufen, die bei der „Identifizierung der Opfer“ behilflich waren, ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie semantische Akrobatik verhindert, dass der Leser begreift, was hier vor sich geht. Denn diese „Parteien“ sind die Terroristen bzw. Sympatisanten von Al Nusra, die in Khan Sheikhoun das Sagen haben. Über die humanitäre Fassade der  „White Helmets“ ist dieser  Wolf im Schafspelz zum Darling der Medien avanciert, da er sie mit  „berührendem“ und schockierenden Video-Material versorgt, (also tolle „Quote“ bzw. Schlagzeile), ohne dass auch nur ein Journalist einen Finger krumm machen muss.

Die „Fact finder“ waren aber gar nicht in Syrien, sondern bloß in der Türkei, wo ihnen „Opfer“ vorgeführt wurden, die aus Khan Sheikhoun stammen sollen (was aber keinerlei Beweis für die behauptete, wahrscheinlich fiktive „Sarin-Bombe“ ist).

Aus dem „Zwischenbericht“:

OPCW 2 4 May 2017

Das Team war in der Lage, (eine begrenzte Anzahl der) Opfer des angeblichen Vorfalls zu treffen“ (Bild 2.4)

Das Team hat keine Interviews an öffentlichen Plätzen durchgeführt“ (die „Zeugen“ waren also selektiert)

Sie haben selbst gar nichts „untersucht“ sondern lediglich am 5. April der Autopsie von drei „angeblichen“ Opfern beigewohnt (O-ton: „alleged victims“) und am 8. April 10 „Patienten“ besucht, deren Herkunft und Vorgeschichte ihnen nicht bekannt war. (2.4)

Sie haben auch selbst keine Proben genommen, sondern lediglich zugeschaut, wie türkisches Krankenhauspersonal das getan hat.

Man hat ihnen „Opfer“ vorgeführt, die anscheinend mit Sarin oder Sarin-ähnlichen Stoffen in Berührung gekommen waren. Doch wo und wie das passiert ist, kann durch Gespräche mit „Patienten“ und Blutproben nicht bewiesen werden. Dazu muss man eben den „Tatort“ untersuchen und zwar ohne dass eine „interessierte Partei“ vorher die Möglichkeit hatte, diesen zu manipulieren.

OPCW 26 27 dead animals KS

Die „zwei toten Vögel“ und die „Haare einer toten Ziege“, die man dem FFT am 12. Und 13. April zukommen ließ, sind ebenfalls eine forensische Farce, denn wo und wie konkret diese Tiere gestorben sind, konnte ja nicht überprüft werden. Die Aussage „dem FFT wurde mitgeteilt, dass sich diese Tiere in der Nähe des Ereignisses aufgehalten hatten“ kann deshalb nur als schlechter Witz bezeichnet werden. Ebenso die „Erde“, die aus dem Krater stammen soll, der angeblich durch die behauptete „Bombe“ verursacht wurde (dass die Story mit dem Krater zum Himmel stinkt, hat Professor POSTOL vom MIT bereits demonstriert).

OPCW 28 were told that

„… Dem Team wurde mitgeteilt, dass alle Proben von NGOs genommen wurden. Diese Information wurde durch Zeugen bestätigt, die vom FFT befragt wurden. Ein Vertreter der NGO, der ebenfalls interviewt wurde, stellte auch Fotos und Videos vom Schauplatz des angeblichen Vorfalls zur Verfügung“ (2.8)

Das hört sich so an, als ob hier drei von einander unabhängige Gruppen die Aussagen der jeweils anderen bestätigen. Doch alle „Zeugen“ kommen aus dem von Al Nusra kontrollierten Gebiet und die „NGO“ ist natürlich die „humanitäre“ Al Nusra Theatertruppe White Helmets.

Dass auch Proben „von medizinischem Personal in Syrien“ kamen, taugt auch nicht zur Untermauerung der Anschuldigungen gegen Assad, denn die OPCW schreibt selbst, dass dieses Personal „in von der Opposition kontrolliertem Gebiet“ operiert. (2.11)

Unter den Opfern waren vier Ersthelfer, die (so wird berichtet) Anzeichen von Sarin-Kontakt aufwiesen. Das FFT hat einen davon befragt (wieder WH), der Blutabnahme durch eine Krankenschwester zugesehen und verlangt, dass die Blutprobe in einem Labor analysiert wird.“ (2.12)

Der derzeitige Generaldirektor der OPCW ist übrigens ein Türke: AHMET ÜZÜMCÜ. Da die Türkei eine Assad-feindliche Kriegspartei in Syrien ist (indirekt durch die jahrelange Beschaffung von Versorgungsmaterial und Kämpfern für IS & Co über die türkische Grenze und direkt mit türkischem Militär),muss die Unabhängigkeit des OPCW-Direktors massiv angezweifelt werden.

Der endgültige Beweis dafür, dass dieser Bericht eine politische Funktion hat (und keine aufklärerische) zeigt sich daran, dass er NICHT ÖFFENTLICH zugänglich ist (bis dato: 4.Juli 2017). Stattdessen zitiert die „tagesschau“ die AFP (also wieder Info aus zweiter, ja sogar dritter Hand….)

DER  SCHEINBARE  WIDERSPRUCH

Zum Schluss weist die Tagesschau noch darauf hin, dass die OPCW mit diesem (unseriösen) „Bericht“ den Recherchen von Seymour Hersh widerspricht, die jüngst Aufsehen erregt haben:

„…. die Menschen in Chan Scheichun seien Opfer einer giftigen Wolke geworden, die nach einem Bombenangriff aus Chlorgas und anderen Chemikalien entstanden sein könnte. Der US-Journalist und Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh hatte erst vor wenigen Tagen, bezugnehmend auf anonyme Quellen in der US-Administration, genau das in der „Welt am Sonntag“ behauptet und war dafür teils heftig kritisiert worden.

Hersh Whose sarin 2013SEYMOUR HERSH ist eine Ikone des investigativen Journalismus. Er hat die Barbareien der US-Armee im Vietnam-Krieg aufgedeckt, das israelische Atomprogramm entlarvt und auch in den Jahren danach immer wieder den „Dreck“ unter dem außenpolitischen Teppich der USA hervorgekehrt, wie man es von einem guten Journalisten erwartet.

Damit hat er sich natürlich viele Feinde in den Machtstrukturen gemacht, aber auch seine Journalisten-Kollegen fallen über ihn her (da er sie wohl daran erinnert, wie schäbig und unehrenhaft ihre eigenen Machenschaften sind):

Dazu konnte man kürzlich auf Counterpunch lesen:

Wenn man sehen will, in welchem Ausmaß die angeblich „freie Presse“ des Westens eine Welt von Halb-Wahrheiten und Täuschungen konstruiert, um das Publikum zu manipulieren und „pflegeleicht“ (weil unwissend) zu halten, gibt es kaum ein besseres Beispiel als die Art und Weise wie sie den Pulizer-Preisträger …. Seymour Hersh behandeln.“

Über seine jüngsten Enthüllungen hätten sie eine Decke des Schweigens ausgebreitet, aber zwei Stories große Aufmerksamkeit gewidmet, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen, wie Hersh in seinem Artikel.

Die zentralen Aussagen darin sind

  • Ein syrisches Flugzeug warf eine Bombe gezielt auf ein Gebäude ab, in dem ein Treffen von Anführern der bewaffneten Extremisten stattfand
  • durch die Explosion wurden dort gelagerte Chemikalien freigesetzt, die sich in einer „Giftwolke“ ausbreiteten
  • Das US-Militär und Trump wussten, dass kein Giftgasangriff stattgefunden hatte (mehr dazu – weiter unten)

Wie Jonathan Cook richtig erkennt, wurde die – eigentlich Schlagzeilen-trächtige – Story von Hersh  gezielt durch zwei mediale Ablenkungsmanöver „neutralisiert“. Natürlich gab es keine offizielle Reaktion auf die Enthüllungen von Hersh, stattdessen erfolgte eine Irreführung des Publikums durch zwei  lancierte „Meldungen“:

Spicer potential attack BS

26.Juni: Die Suggestion des Weißen Hauses, Präsident Assad plane „eine neuerlichen Angriff mit chemischen Waffen“ auf seine eigenen Leute und die Warnung, dass er in diesem Fall eines „neuerlichen Massenmordes“ mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müsse.

30. Juni: Der Bericht der OPCW, der angeblich „bestätigt“, dass am 4. April in Khan Shaykoun Sarin eingesetzt wurde

OPCW press release Jun 2017

Wie ich bereits  weiter oben erklärt habe, wurde dieser OPCW-Bericht aber NICHT veröffentlicht (was unüblich ist), sondern ledglich eine Presse-Meldung herausgegeben. Diese verschleiert aber die Tatsache, dass die Beweis-Ermittlung der OPCW – wie bereits erwähnt – in diesem Fall völlig unzulänglich war.

Die „“Erkenntnisse“ der OPCW waren auch nicht neu, da es vorher bereits zwei „Zwischenberichte“ gab, (siehe Giftgas, Osterhase) die ebenfalls den „Nachweis“ von Sarin (oder ähnlichen Substanzen) als zentralen Inhalt hatten.

Der ehemalige „chemische Waffen-Inspektor“ Scott Ritter hat sich schon früher zu den voreingenommenen Medienberichten über das „Giftgas“ in Syrien geäußert und betont, dass Al Nusra selbst in der Lage sei, Sarin herzustellen, was aber in den Medien als Kontext unterschlagen wird. (Sie hatten also Gelegenheit, Mittel und Motiv, die „Sarin-Opfer“ selbst zu produzieren)

Auch er weist darauf hin, dass die der OPCW vorgeführten Patienten in einem türkischen Krankenhaus preparierte „Opfer“ sein könnten und eine klare Verbindung zwischen den „Proben“ aus der Türkei und dem „Ereignis-Ort“ (Khan Shaykhoun) in keiner Weise hergestellt wurde.

Ritter bemüht sogar die Logik des Aristoteles um die Papageien-Mentalität der Medien zu entlarven. In seiner „Lehre vom Beweis“ geht es darum, auch die Ursachen einer  „Tatsache“ zu kennen. Er unterscheidet dabei vier Arten: Material, Form, Kausal-Ursache und telos, den End-Zweck).

Postol 2017 Add

Übertragen auf die „Giftgas-Story“ wäre die Material-Ursache die „chemische Waffe“, also die Bombe mit der das Sarin freigesetzt wird. Doch dafür gibt es keine eindeutigen Beweise und was dazu verbreitet wurde, hat Professor Postol – aus technischer Sicht – als unglaubwürdig entlarvt. (s. Ausschnitt oben)

Auch die politische Dimension lässt die präsentierten „Beweise“ als unglaubwürdig dastehen, denn die angeblichen Fragmente der Bombe wurden – natürlich – von den White Helmets eingesammelt, die nichts anderes sind, als eine humanitäre Show-Truppe für Al Nusra. Ihre Funktion ist aber genau das Gegenteil: sie sollen Glaubwürdigkeit und moralisches Handeln suggerieren, wo keines ist. Durch die Übergabe an Human Rights Watch soll dieser Effekt noch gesteigert werden.

Dazu Ritter:

Es gibt keine unabhängige Bestätigung dafür, dass die Objekte das sind, was HRW behauptet, oder dass sie überhaupt wirklich aus Khan Shaykhoun stammen. Ganz zu schweigen davon, dass sie das Ergebnis eines Luftangriffs der syrischen Regierung sind.

Noch dazu sei die russsche KhAB-250 Bombe, von der das Fragment stammen soll, nie exportiert worden (auch nicht von der UDSSR). Was die Sache noch verdächtiger mache. Der Mechanismus der Freisetzung würde sicherstellen, dass die Hülle weitgehend unversehrt bleiben und deren Komponenten wären leicht zu finden. Wenn also eine solche Bombe verwendet worden wäre, gäbe es genügend physische Beweise dafür am Boden. Die Tatsache, dass nichts davon aufgetaucht ist, straft die Behauptung Lügen, dass eine Bombe über Khan Shaykhoun abgeworfen wurde.

 „DIE VIDEOS SIND REINES THEATER“

Wie Ritter feststellt, basiert der „gute Ruf“ der WH ausschließlich auf der Verbreitung selbst-angefertigter „Rettungs-Videos“, (für die man ihnen auch noch einen „Oscar“ verlieh – das ist so, als wenn die Deutsche Bank einen Oscar für einen Werbefilm ihrer Bank bekäme…)

WH fraud 2

Für naive Betrachter, sagt Ritter, seien diese Videos eine dramatische Darstellung von heldenhaftem Verhalten. Doch für Leute, die selbst eine Ausbildung als Einsatzkräfte für gefährliche Stoffe hätten (wie er selbst), zeige sich darin deutlich Inkompetenz oder noch schlimmer, Betrug.

Die WH wurden nicht darin ausgebildet, Leute die verschüttet wurden, zu bergen, das sehe man ganz klar daran, wie sie mit Bohrwerkzeug umgingen und sich Zugang zu den Opfern verschaffen. Auch der fahrlässige Umgang mit Schutzkleidung, den angeblichen Sarin-Opfern, etc. demonstriert, dass hier Theater gespielt wird (wenn es sich um Sarin-Opfer gehandelt hätte, wäre ihr Verhalten ganz anders gewesen).

Ritters Aussage im O-Ton dazu:

I believe the rescue efforts of the White Helmets at Khan Sheikhun were a theatrical performance designed to impress the ignorant and ill-informed.“

Dass die WH auch „social media“ benutzten, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, liegt auf der Hand (dass diese „PR“ dann als Beweis für die OPCW-Mission herhalten muss, ist mehr als peinlich …)

Wie Ritter richtig betont – „wir sehen aber nicht, wie jemand tatsächlich am Ereignis-Ort gerettet wird, Menschen, die auf der Straße liegen, die man aus ihren Wohnungen holt. Was uns hier geboten wird, ist großes Theater: „Opfer“ die im Krankenhaus ankommen, viel Hin-und Herlaufen und sinnlose Aktivitäten, die im wirklichen Leben den Zustand der Patienten verschlimmern und die Rettungskräfte gefährden würde.“

Mit dieser „Performance“ gelang es aber, dem Märchen von der „Giftgas-Attacke“ Leben einzuhauchen, und davon abzulenken, dass keine „Bombe“ existiert. Was zu beweisen wäre, – wird also quasi als Prämisse (die „Sarin-Bombe“) auf diese Weise medial erschaffen.

Die „Form-Ursache“ sieht Ritter in den Ergebnissen der forensischen Untersuchung, also Analyse der Blutproben etc., die im OPCW-Bericht genannt werden und die  – scheinbar – eine Bestätigung der offiziellen Darstellung (aus Washington) ist.

Dass davon keine Rede sein kann, habe ich ja weiter oben schon erklärt und Ritter bestätigt das: die Proben müssen sofort versiegelt werden, ihre Entnahme, ihre Markierung, ihr  Transport, ihre Untersuchung, alles muss lückenlos von der OPCW überwacht werden, um Manipulation auszuschließen. Das ist aber nicht passiert.

Informationen aus zweiter oder dritter Hand, noch dazu von den WH (die selbst, über Al Nusra, in den Krieg gegen Syrien verwickelt sind) sind völlig inkakzeptabel, deshalb wird wohl auch der Bericht zurückgehalten: Dazu Ritter:

„…under no circumstances could any samples taken by White Helmet personnel and subsequently turned over to the OPCW be considered viable in terms of chain of custody. This likewise holds true for any biomedical samples evaluated by the OPCW—all such samples were either taken from victims who had been transported to Turkish hospitals, or provided by non-OPCW personnel in violation of chain of custody.“

Der „Endzweck“ der „Giftgas“-Scharade in Khan Shaykhoun liegt auf der Hand:

Die schockierenden Bilder, die sofort nach dem fiktiven „Giftgas-Anschlag“ von den White Helmets verbreitet wurden (und Trump dazu brachten, einen Raketen-Angriff zu autorisieren),) sollen ein verstärktes militärisches „Eingreifen“ (sprich: offenen, illegalen Angriffskrieg) gegen Syrien salonfähig zu machen, ja als „notwendig“ erscheinen lassen. (Durch Dämonisierung von Assad, dessen tapfere Armee und iranische Truppen, sowie Hisbollah-Kämpfer  immer mehr Gebiete zurückerobert und den „IS“ verdrängt).

THE FUCKIN‘ PROBLEM

„Der mächtigste Mann im Staat ist nicht der König, sondern der, der ihm ins Ohr flüstert.“

Zu den Enthüllungen von Hersh ist noch folgendes anzumerken:

Die ihm zugespielte Darstellung, Trump habe gewusst, (Info von Geheimdiensten) dass es keinen Giftgas-Angriff gab und trotzdem die Raketen zum Abschuss freigegeben, glaube ich nicht. (Das US-Militär vor Ort wusste sicher Bescheid, daran besteht kein Zweifel, vielleicht haben ja deshalb nur so wenige Raketen ihr Ziel getroffen)

Trump hat keine Ahnung, was in Syrien gespielt wird. Er ist ungebildet und sehr leicht zu beeinflussen, wenn es um Außenpolitik und militärische „Notwendigkeiten“ geht. Aber: Nur wenige Tage vorher hatte das State Department anklingen lassen, man habe sich damit abgefunden, dass Assad im Amt bleiben werde, das waren sehr schlechte Nachrichten für diejenigen, die Syrien als funktionierenden Staat zerstören wollen, vor allem die Zionisten und die Saudis. Und dann das:

Among the pieces of information received was an intercept of Syrian communications collected before the attack by an allied nation.

Das russische Militär hatte also das US-Militär genau über das Ziel, die Methode und den Grund der Bombardierung in Khan Shaykhoun vorher informiert. Doch dann traf ein Abhörprotokoll „einer befreundeten Nation“ ein, in dem angedeutet wurde, dass das syrische Militär „eine spezielle Waffe“ einsetzen werde und deshalb ein besonders ausgebildeter Pilot notwendig sei (das bezog sich auf eine präzisionsgesteuerte, nicht  eine „normale“ Bombe). Doch im vorgefertigten „Giftgas“-Framing (das durch die schockierenden Bilder und Videos erreicht wurde) erscheint diese „intel“ in einem völlig anderen Licht.

Hier versucht jemand, Trump schlecht zu machen und sich selbst damit zu entlasten (denn die „Briefings“, auf die Trump reagiert, stammen ja vom militärischen (DIA) bzw. zivilen Geheimdienst (CIA) und von seinen „Beratern“ (von denen einige Israel sehr nahe stehen). Diese Aussage von Hersh ist auch zu beachten:

Mike Pompeo, the CIA director whose agency had consistently reported that it had no evidence of a Syrian chemical bomb, was not present.“

(Bei der „gescheiterten“ Schweinebucht-Invasion unter Kennedy war CIA-Chef Dulles auch nicht in Washington… )

Was Hersh offenbar nicht versteht, ist die Tatsache, dass die CIA  (und andere Geheimdienste) diese Terror-Banden aufgebaut hat, sie als „assets“ betrachtet. Wenn die Russen/Syrer daher ein Command- und Controlcenter dieser CIA-Werkzeuge bombardieren, und Trump außenpolitisch zu wenig aggressiv ist, kommt dort keine Freude auf. Diese Kräfte (vor allem Israel) haben ein Interesse daran, Trump dazu zu bringen, mehr militärische Gewalt in Syrien zu autorisieren und ihn (emotional) gegen Assad aufzubringen.

Dass Trump nur die „Gorilla-Option“ wählte, zeigt, dass er nicht ganz so dumm ist, wie man glauben könnte. Ist das der Grund, warum er durch dieses gezielte „Leak“ jetzt attackiert wird?

Aus dem Hersh-Artikel:

Die Salafisten und Dschihadisten hatten alles erreicht, was sie mit ihrem Hype vom syrischen Nervengas erreichen wollten,“ erzählte mir der Informant und bezog sich dabei auf das Aufflammen der Spannungen zwischen Syrien, Russland und Amerika. „Was passiert, wenn es noch eine Falschmeldung über einen Sarin-Angriff gibt, der dem verhassten Syrien angehängt wird? Glauben Sie ja nicht, dass diese Typen nicht schon den nächsten vorgetäuschten Angriff planen. Trump hätte dann keine Wahl, als erneut mit Bomben zu antworten, und diesmal noch härter. Er ist unfähig, zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.“

Was hier fehlt, ist eben der geo- bzw. machtpolitische politische Kontext:

Diese „Typen“ operieren ja nicht auf eigene Rechnung, sondern im Auftrag (als Werkzeug) anderer Kräfte (US,NATO, IS, KSA, etc.).  Das ist die wichtigste Erkenntnis, die in unseren Medien unterschlagen wird.

ANHANG

https://www.welt.de/politik/ausland/article165905618/We-got-a-fuckin-problem.html (Auszug – Originaltext Hersh, Hervorhebung von mir)

Security-Adviser: What happened? Is it the Trump ignoring the Intel  and going to try to hit the Syrians? And that we’re pissing on the Russians?

SA: You may not have seen Trumps press conference yesterday. He’s bought into the media story without asking to see the Intel.  We are likely to get our asses kicked by the Russians.  Fucking dangerous.  Where are the goddamn adults? The failure of the chain of command to tell the President the truth, whether he wants to hear it or not, will go down in history as one of our worst moments.

American Soldier I don’t know. None of this makes any sense. We KNOW that there was no chemical attack. The Syrians struck a weapons cache (a legitimate military target) and there was collateral damage. That’s it. They did not conduct any sort of a chemical attack.

And now we’re shoving a shit load of TLAMs (tomahawks) up their ass.

SA: There has been a hidden agenda all along. This is about trying to ultimately go after Iran.

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Wichtige Links:

Syria: Fabricating Chemical Lies. Who is Behind the East Ghouta Attacks? September 17, 2013

The Sellstrom Report: The United Nations’ Syria Inspector Shills for NATO and Israel September 18, 2013

The Syria Chemical Weapons Attack: Human Rights Watch is Manipulating the Facts September 24, 2013

Saudi Arabia’s “Chemical Bandar” behind the Chemical Attacks in Syria?, September 06, 2013

Syria: Controversy surrounding MintPress Chemical Weapons Ghouta Report, September 22, 2013

Seymour M. Hersh
https://www.lrb.co.uk/v36/n08/seymour-m-hersh/the-red-line-and-the-rat-line

Carla Del Ponte, UN Inspector 
http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/uns-carla-del-ponte-says-there-is-evidence-rebels-may-have-used-sarin-in-syria-8604920.html

Alex Newman
https://www.thenewamerican.com/usnews/foreign-policy/item/17443-mit-report-obama-used-bogus-intelligence-to-push-syria-war

Swedish Doctors for Human Rights
http://theindicter.com/swedish-doctors-for-human-rights-white-helmets-video-macabre-manipulation-of-dead-children-and-staged-chemical-weapons-attack-to-justify-a-no-fly-zone-in-syria/

Robert Parry
https://consortiumnews.com/2016/09/08/un-team-heard-claims-of-staged-chemical-attacks/

Paul Antonopoulos
Al Masdar News  

Und wer kümmert sich um diese Opfer?

http://journal-neo.org/2017/04/01/us-and-nato-forces-are-butchering-civilians-en-masse-in-iraq-and-syria/

 

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