Terror-Theater (3): TOD IN DER ZELLE

cnapd_terrorisme_couvUnd wieder erleben wir eine Neu-Inszenierung des absurden Terror-Theaters, in dem folgendes Szenario vorgesehen ist:

In letzter Minute „verhindern“ die deutschen Sicherheitsbehörden einen Terroranschlag auf „einen Berliner Flughafen“, den ein syrischer Flüchtling geplant haben SOLL.

Dieses Muster kennt man ja schon aus ähnlichen Fällen in den USA oder in Kanada, doch nach genauer Analyse der Vorfälle stellte sich heraus, dass es sich meistens um „entrapment“ gehandelt hatte:

Die „Terroristen“ wurden also von staatlichen (Under-Cover) Organen zu Sprengstoff-Attentaten angestiftet und von „Informanten“ der Bundespolizei (die sich oft als gläubige Muslime ausgeben) „radikalisiert“.

terror factoryMittlerweile gibt es ja schon mehrere Bücher zu diesem Thema (siehe Bild), weil einige Betroffene erzählten, was ihnen passiert ist. Deshalb gehen die Geheimdienste meistens lieber auf Nummer sicher und sorgen dafür, dass die „Patsy-Terroristen“ bei einem dramatischen Schusswechsel getötet werden oder sich selbst in die Luft sprengen. (Brüssel, Paris, Orlando, etc.)

Dieser Fall war deshalb etwas besonders, denn der „Terror-Verdächtige“ wurde ja unverletzt festgenommen und dann in Untersuchungshaft genommen. Zum ersten Mal hätte also in einem Gerichtsverfahren BEWIESEN werden müssen, dass der Angeklagte wirklich einen Terror-Anschlag plante.

VERGESSEN WIR NICHT: in einem Rechtsstaat gilt ein Mensch so lange als unschuldig, bis seine Schuld in einem ordentlichen Gerichtsverfahren bewiesen wurde.

Doch siehe da – das Gerichtsverfahren hat sich nun erledigt, denn der Angeklagte hat sich in seiner Einzel-Zelle in der JVA Leipzig selbst stranguliert („erhängt“ laut Medienberichten).

Wer das glaubt, hat nicht verstanden, was für ein perfides Theater hier von den Geheimdiensten gespielt wird.

The Absurd in these plays takes the form of man’s reaction to a world apparently without meaning, and/or man as a puppet controlled or menaced by invisible outside forces …. (Absurdes Theater laut Wikipedia)

Welche guten Gründe gibt es, die offizielle „Story“ anzuzweifeln?

1 RUFMORD  STATT  SERIÖSER ERMITTLUNGSARBEIT

FAKT: Der syrische Flüchtling Jaber al Bakr (22) war völlig unbescholten.

Er hat keine Straftat begangen, „zeigte keinerlei Auffälligkeiten“ (Sachsens Innenminister Markus Ulbig) und eine Sicherheitsüberprüfung brachte „keinen Treffer“ (Thomas de Maizière).

Seit März 2016 lebte er im sächsischen Eilenburg, nachdem sein Asylantrag im Juni 2015 (Einreise im Februar in Bayern) bewilligt worden war. Im Juli 2016 soll er nach Chemnitz umgezogen sein (zeigt uns doch bitte den Mietvertrag und den Meldezettel – die von der Polizei gestürmte Wohnung dort „war leer“ (laut Presseangaben).

jaber-al-bakr-1Man erfährt nichts über seine Person (Beruf, Umstände der Flucht, politische Einstellung, etc.), er wird also de-humanisiert und nach seinem Tod auf zwei Fragmente reduziert: seine Herkunft (Syrien) und seine angeblichen Reisen in die Türkei und in sein Heimatland, die er laut MDR mehrfach unternommen hatte (was aber erst nach seinem Tod bekannt wurde). Doch diese Reisen sind kein Beweis für irgendwelche kriminellen Absichten, nur der mitgelieferte Terror-Kontext macht sie „verdächtig“.

Einzig und allein die Behauptung des deutschen Inlands-Geheimdienstes*  machte ihn zu einem „Terror-Verdächtigen“.

(* Tarn-Name: “Verfassungsschutz“ bzw. „Nachrichtendienst“)

  • Er „SOLL“ etwas geplant haben, er „SOLL“ im Internet nach Sprengstoff-Anleitungen gesucht haben, (auch das ist kein Beweis für eine Schuld, wie wir zuletzt an dem skandalösen Fall von ENTRAPMENT in Canada gesehen haben).
  • Man hat in einer Wohnung TATP „gefunden“, sagen die Behörden. Gerichtsfähiger Beweis? Gibt es nicht (das Material wurde aus Sicherheitsgründen zur Detonation gebracht, also zerstört). Der „Sprengstoff“ (bzw. die Zutaten dafür) könnte ihm auch untergeschoben worden sein, um ihn zu belasten. (Die Geheimdienste hätten eine Wohnung entsprechend „prepariert“ und dann die Polizei dort hingeschickt… ein Kinderspiel für sie;  … mehr zum Sprengstoff in Teil 2)
  • Das Vorgehen der Polizei (die den Geheimdiensten nicht trauen sollte) beim gescheiterten „Zugriff“ deutet darauf hin, dass hier etwas faul ist.

Woher hatte den nun das BfV die „Hinweise“ darauf, dass Al Bakr einen Sprengstoff-Anschlag plante?

Dazu findet man bei der dpa (14. Oktober) folgendes: (Originaltext Englisch)

Die Wochenzeitung DIE WELT am Sonntag berichtete, dass amerikanische Geheimdienst-Mitarbeiter ihren deutschen Kollegen mitteilten, sie hätten mehrere Telefonate des 22-jährigen syrischen Flüchtlings mit einer Kontaktperson des IS in Syrien abgehört. Demnach habe Al Bakr in diesen Gesprächen Pläne für einen Terror-Anschlag diskutiert, die nach Angaben der deutschen Behörden auch ein Attentat auf einen Berliner Flughafen vorsahen.

Zur gleichen Zeit zitierte DER SPIEGEL Alaa Al Bakr (der in Syrien lebt) dahingehend, dass sein Bruder in Deutschland radikalisiert worden sei…Ein Imam in Berlin habe großen Einfluss auf seinen Bruder gehabt (im Sinne einer „Gehirnwäsche“) und ihn dazu angestiftet, in Syrien zu kämpfen. Al Bakr habe sich deshalb im September 2015 dem IS angeschlossen …“

Das passt genau in das Entrapment-Muster, das ich in früheren Beiträgen (wie „Die Terror-Illusion“ oder „Terror-Theater“) beschrieben habe …

WANN teilte die NSA bzw. CIA diese „Erkenntnis“ den deutschen Behörden mit und war diese „Information“ der Auslöser für die Einstufung des (vorher unauffälligen) Syrers als „Terror-Verdächtigen“ in Deutschland?

Es sieht ganz danach aus, denn sein tatsächliches Verhalten in Deutschland hat bei den Sicherheitsbehörden keinerlei Aufmerksamkeit erregt.

DER SPIEGEL schreibt dazu:

„Ab Mitte September seien beim Bundesverfassungsschutz, dem Bundesnachrichtendienst und mehreren Landesämtern für Verfassungsschutz erste Hinweise zu al-Bakr eingegangen. Der Mann SOLL im Internet nach Anleitungen zum Bombenbau recherchiert und sich Grundstoffe für den Bau eines Sprengsatzes beschafft haben. Geheimdienstler observieren al-Bakr und machen dabei auch das Foto, mit dem später nach dem Verdächtigen gesucht wird.

In einem Interview mit dem ZDF sagte der Chef des deutschen Inlands-Geheimdienstes („Verfassungsschutz“ / BfV) auf die Frage, wie konkret die Hinweise für einen Anschlag waren:

MAASSEN: Aus unserer Sicht schon sehr konkret. Wir haben Anfang September einen Hinweis generiert, wonach der IS in Westeuropa, insbesondere auch in Deutschland Anschläge gegen Infrastruktureinrichtungen, insbesondere Bahnhöfe und Flughäfen planen SOLL, und dann ist es uns nach einem Monat gelungen, die Person zu identifizieren, die den durchführen KÖNNTE. Es war wirkliche Detektivarbeit, um auf diese Person zu kommen, den Namen zu finden, ihn zu lokalisieren. Das ist uns dann am Freitag gelungen und wir haben es dann auch sofort an die Polizei weitergegeben, die hat jeden Fall von uns mitgelesen, so auch diesen Fall.

KOMMENTAR:

Ich gehe davon aus, dass ein Mann in dieser hohen Position weiß, was das Wort „generieren“ bedeutet. Deshalb muss man sich fragen: War das ein Freud’scher Versprecher? Hat das BfV einen Hinweis „erzeugt“, also selbst fabriziert? (Was im Terror-Kontext durchaus nicht ungewöhnlich wäre, denn der „IS“ ist ein Konstrukt der Geheimdienste, ein politisches Werkzeug für getarnte Kriege (irregular warfare) der „vierten Generation“.

Maassen brüstet sich also damit, welche „Detektivarbeit“ sein „Nachrichtendienst“ geleistet hat, um „ihn ausfindig zu machen.“ Sein Verhalten in Deutschland gab den Sicherheitsbehörden keinen Anlass, ihn als „verdächtig“ einzustufen oder eine Verbindung zum „IS“ zu vermuten. Er war quasi nur eine Nadel im Heuhaufen.

Doch wenn die NSA das Telefon von Al Bakr abgehört hat, konnte man ihn doch leicht über die Handy-Ortung  „lokalisieren“ und sein Name musste ja auch bekannt gewesen sein.

Was erzählt also Herr Maassen hier für Märchen?

ZDF: Hatte der Festgenommene Verbindungen zum IS?

MAASSEN: Aus unserer Sicht ja. Nun, ich denke jetzt kommt die eigentliche Aufarbeitung durch Polizei und die Generalbundesanwaltschaft, man wird genau ermitteln, in welcher Beziehung er zum IS stand

KOMMENTAR: Was soll denn das heißen „aus unserer Sicht“? Gibt es solide Beweise für diese Behauptung oder nicht? Maassen tut so, als wäre es schon bewiesen, man müsse nur mehr die Details eruieren. Warum erwähnt er nicht die abgehörten Telefonate, die „Hinweise“ von NSA oder CIA? Kamen die erst nach dem „Selbstmord“?

FAKT: Es gibt KEINEN EINZIGEN GREIFBAREN BEWEIS DAFÜR, dass Al Bakr irgendetwas mit dem IS zu tun hatte.

Der „IS-Kontaktmann“ könnte auch ein Informant der Geheimdienste oder des BKA gewesen sein – siehe z.B. den Fall in Kanada (Terror-Theater 1 & 2).

cover-RoundedUpIn einem Rechtsstaat gibt es zuerst Ermittlungen der Polizei, dann – wenn gerechtfertigt- eine Anklage, dann ein Gerichts- bzw. Beweisverfahren, dann – falls begründet – eine Verurteilung.

Seit „911“ steht dieses Verfahren bei „Terror-Verdächtigen“ Kopf: zuerst wird „verurteilt“ (medial) durch bloße Behauptungen der Geheimdienste“, dann kommt ein „Terror-Event“ (Entrapment bzw. knapp verhindert), dann gewaltsamer Tod des „Verdächtigen“, dann werden „Indizien“ (hearsay) nachgeliefert, wenn der Beschuldigte nichts mehr dazu sagen kann …

Nach seinem Tod zu behaupten, er sei Mitglied von IS gewesen, er habe Telefonate zu einem „IS-Kontaktmann“ geführt, um ihn posthum – ohne Gerichtsverfahren – zu verurteilen, das ist Rufmord und Manipulation der Öffentlichkeit aber keine seriöse Ermittlungsarbeit.

Diese Schlagzeile der Leipziger Volkszeitung (16. Oktober) bestätigt diese Bewertung:

keine-beweise-fuer-is-bezug-lvz

„Nach dem Suizid des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr suchen die Ermittlungsbehörden weiter nach Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Bislang gebe es keine „ausreichenden gerichtsverwertbaren Bezüge zum IS“, erklärte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die Ermittlungsbehörden VERMUTEN, dass al-Bakr im Auftrag des IS handelte. Ende August sei der Syrer aus der Türkei kommend in Leipzig gelandet und habe dabei seinen Anschlagsplan „in der Tasche“ gehabt, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ Ermittler.

KOMMENTAR: Die Ermittlungsbehörden SUCHEN also nach Verbindungen zum IS, sie VERMUTEN dass er „im Auftrag des IS“ handelte.

Und das tun sie nur, weil die Geheimdienste ihnen SUGGERIERTEN, Al Bakr habe etwas mit dem IS zu tun, ein schönes Beispiel für „framing“ (vorgefertigter Deutungsrahmen erspart das kritische Nachdenken…).

Wir erkennen ein bekanntes Muster: unmittelbar nach der „generierten“ Terror-Schlagzeile tauchen Schlag auf Schlag neue „Informationen“ über den bislang völlig unbescholtenen Mann in den Medien auf, die seine bösen Absichten untermauern sollen, obwohl es keine Beweise dafür gibt, die vor Gericht standhalten würden.

poison_propagandaDie Journaille lässt sich überwiegend mit Informationen füttern, die ihnen „aus Ermittlerkreisen“ zugespielt werden. Das ist praktisch und man spart sich mühseliges Recherchieren, doch das Resultat ist Fließbandjournalismus …

Die FAZ „zitiert“ Ermittler? Erinnern wir uns an Herrn Ulfkotte, der in seinem Buch die bereitwillige (korrupte) Zusammenarbeit der Redaktion mit den Geheimdiensten hervorhob?

Wenn er „seinen Anschlagsplan in der Tasche hatte“, und man das wusste, wieso wurde er dann nach seiner Landung nicht verhaftet? Wieso wurde der „IS-Kontaktmann“ nicht behelligt?

Hier wird jemand posthum (medial) verurteilt für eine unterstellte Absicht, nicht für etwas, was er wirklich getan hat. Alle Informationen kommen von den Geheimdiensten und werden (gefiltert von BKA) an die Medien „verfüttert“. (Auf den Bruder in Syrien kommen wir noch später zurück).

Das ist alles BULLSHIT erster Ordnung, denn der IS ist ja eine Kreation der Geheimdienste und damit kommen wir zum „Selbstmord“ …

2 STRANGULIERT IN DER ZELLE

Es gibt in den Medien unterschiedliche Angaben darüber, wie und wann Al Bakri starb. Das deutet auf Manipulationen der Behörden hin („information operation“ nennt sich das heutzutage …)

WOMIT und VON WEM?

suicide-entrapment-cell

Schwarzer Humor mit bitterem Beigeschmack

Hat er sich nun „mit einem T-Shirt“ oder „mit einem Hemd“ stranguliert? Das müsste ja wohl eindeutig zu klären sein. Dass man sich selbst mit einem T-Shirt erhängen kann, halte ich für absoluten Blödsinn. Dazu  ist das Material (billige Baumwoll-Faser) viel zu weich. Laut Wikipedia ist

Strangulation der rechtsmedizinische Oberbegriff für Erhängen, Erdrosseln oder Erwürgen“ und
In der Rechtsmedizin und Kriminalistik ist diese Unterscheidung wichtig, da Erhängen in den meisten Fällen auf einen Suizid zurückzuführen ist, während bei Erdrosseln und Erwürgen häufig Fremdeinwirkung vorliegt.“

Das ist ja sehr interessant. Manche Geheimdienste haben kein Problem damit, im Gefängnis einen „Selbstmord“ u.a. durch „Erhängen“ zu arrangieren. (Schlimmstes Beispiel war Apartheid-Südafrika – was man natürlich nicht mit Verhältnissen in Leipzig vergleichen kann, aber Geheimdienste leben in einem anderen moralischen Universum als wir …).

Wie wir aus zahlreichen Krimis wissen, ist es enorm wichtig, den Tatort (bzw. Fundort einer Leiche) „zu sichern“, also zu verhindern, dass physische Beweise durch Einwirkung anderer Personen unbrauchbar werden. Das ist notwendig, damit die „Spurensicherung“ ihren Job machen kann: also eine forensische Untersuchung von Tatort und Leichnam.

Dazu lesen wir über den Tod von Al Bakr in der JVA Leipzig folgendes: (auch hier und hier sie schreiben alle von dpa „ab“)

„Sachsens Generalstaatsanwalt Klaus Fleischmann merkte jedoch an, dass allen Hinweisen auf mögliches Fremdverschulden nachgegangen werde. Die Situation in der Zelle sei nach der Selbsttötung und durch die Reanimationsversuche „nicht mehr ganz hundertprozentig zu klären“ gewesen.

Die Schlüsselfigur ist hier natürlich die Person, die Al Bakrs „Strangulation“ entdeckt hat und das war angeblich eine „Auszubildende“ (!).

Der Zustand der Zelle und des Leichnams (sowie seine exakte,ursprüngliche Position) müssen durch Fotos dokumentiert werden, doch wegen der Wiederbelebungsversuche, wurden „Tatort“ und Opfer kriminaltechnisch betrachtet „kontaminiert“, was Herr Fleischmann ja mit Bedauern festgestellt hat.

Man hat kein einziges FOTO der Zelle veröffentlicht, in der sich der Verdächtige angeblich „erhängt“ hat. Es würde die Öffentlichkeit brennend interessieren, WORAN sich der Mann „aufgehängt“ hat.

jva-wuppertal-ronsdorf_einzelzelleSollte die Zelle in der JVA Leipzig wie diese aussehen, muss man sich fragen, wie kann sich jemand an vertikalen Gitterstäben „strangulieren“ (im Sinne von erhängen)? In welcher Position wurde die Leiche gefunden?

TODESZEITPUNKT

Auch die Zeitangaben sind unklar: Laut MDR wurde der Leichnam um 19:45 Uhr gefunden (am Mittwoch, den 12. Oktober).

„Der letzte reguläre Kontrollgang habe um 19:30 Uhr stattgefunden. Eine Aufseherin habe danach dennoch nochmal „aus Eigeninteresse oder Dienstbeflissenheit“ einen Kontrollgang unternommen und Dschaber al-Bakr um 19:45 Uhr stranguliert aufgefunden. Eine Reanimation wurde umgehend eingeleitet, sie blieb aber erfolglos.

Hier die gleiche dpa-story nur etwas anders formuliert:

„Eine Vollzugsbeamtin habe dann um 19.45 Uhr bei einer vorzeitigen Kontrolle – bereits eine Viertelstunde nach der letzten Kontrolle – festgestellt, dass sich Al-Bakr selbst getötet habe. Die Reanimation blieb erfolglos.“

Diese beiden Zeitangaben wurden von vielen anderen Zeitungen übernommen.

Um 19:30 ging es ihm also gut und nur 15 Minuten später ist er tot? Das finden auch andere Kommentatoren seltsam:

„Wie sich ein Gefangener, dem alle gefährlichen Gegenstände abgenommen wurden, in einer weitgehend leeren Zelle in wenigen Minuten eigenhändig strangulieren kann, so dass auch keine Reanimation mehr möglich ist, bleibt völlig unklar. Viele Angaben sind widersprüchlich und unglaubwürdig. Als bloße Schlamperei der Leipziger Justizbehörden, wie dies derzeit in Politik und Medien geschieht, lassen sie sich jedenfalls nicht erklären“.

Dem kann man nur zustimmen. Doch der Todeszeitpunkt scheint sich geändert zu haben ….

Der Spiegel (betont auch die Änderung von „T-Shirt“ zu „Hemd“ und) zitiert hier Sachsens Justizminister Gemkow so:

„Nach seinen Angaben erhängte sich Albakr am Mittwochabend in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt in Leipzig mit seinem Hemd an einem Gitter. Sein Tod sei gegen 20.15 Uhr festgestellt worden. Der Gerichtsmediziner habe ein Fremdverschulden „weitestgehend ausgeschlossen“.

Starb er nun zwischen 19:30 und 19:45 Uhr oder „gegen“ 20:15 Uhr? Das ist ein Unterschied von mindestens 30 Minuten. In dieser Zeit kann einiges passieren (Man kann z.B. Spuren beseitigen oder legen). Eine versuchte „Reanimation“ dauert auch nicht so lange. Außerdem: die JVA Leipzig hat ein angeschlossenes Krankenhaus, da müsste doch binnen kurzer Zeit ein Arzt verfügbar gewesen sein.

truth-roadblockUnd was heißt „weitestgehend“? Kann man Fremdverschulden 100%ig ausschließen oder nicht? Der Autopsiebericht müsste unbedingt veröffentlicht werden und die Angehörigen sollten das Recht bekommen, eine zweite, unabhängige gerichtsmedizinische Untersuchung durchführen zu lassen.

DER SELTSAME „VANDALISMUS“

Dann die seltsame Story von der „beschädigten Deckenlampe“ und der „manipulierten Steckdose“. Was genau soll das heißen?

Der Fokus („Hemd“-Variante) schreibt dazu:

„Bei Albakr ist bekannt, dass er in seiner Zelle ein Bett hatte und es eine Deckenlampe gab. Diese Lampe war heruntergefallen oder heruntergeschlagen worden. Die JVA hatte daraufhin den Strom abgestellt. Später sei festgestellt worden, dass Albakr die Steckdose manipuliert hatte.“

Wieso nehmen alle automatisch an, dass nur Al Bakr dafür in Frage kommt?

In diesem Artikel der Berliner Zeitung werden wichtige Punkte angeführt, die Zweifel an der offiziellen Story aufkommen lassen müssen:

„Eine herausgerissene Deckenlampe in Al-Bakrs Zelle deuten die Verantwortlichen als Vandalismus. Der Syrer hatte den Schaden gemeldet. „Eine Deutung im Sinne einer Suizidgefahr wurde dort nicht erkannt“, sagt Jacob. Möglich sei ja auch, dass der Gefangene testen will, wie die Beamten auf Vorfälle reagieren. Diese Einschätzung ändert sich nicht, als eine manipulierte Steckdose gefunden wird.“

Wie bitte? Zuerst „reißt“ er die Lampe heraus und meldet dann den Schaden? Was ist das denn für ein Blödsinn? Wer sagt denn, dass er die Lampe beschädigt hat?  Dann hat man den Strom abgestellt? In welchem Bereich? Nur in seiner Zelle? Wie lange? Saß der Mann eine zeitlang im Dunkeln?

Und was genau heißt denn „eine Steckdose manipuliert?“ Womit denn und wie? Hatte der Mann zufällig einen Schraubenzieher dabei?

GEFÄNGNISLEITER IM URLAUB

„JVA-Chef Jacob war nach eigenen Angaben bis Mittwochabend im Urlaub. Dennoch stellte er sich am Donnerstag der Öffentlichkeit. Als Leiter sei er verantwortlich, sagte Jacob. Er habe sich bis spät in die Nacht informieren lassen. Jacob sagt: „Ich stehe zu den Entscheidungen, die dort getroffen wurden.“ (dpa)“

PSYOP 3Als ich das gelesen habe, bekam ich eine Gänsehaut, denn wer die besten Dokus (z.B. ZERO) über „911“ gesehen hat, weiß, dass an diesem Tag etliche hochrangige Offiziere und Beamte auch „im Urlaub“ waren. Das bedeutet nicht automatisch, dass Sie etwas mit dem Verbrechen zu tun hatten, aber dass sie damit jeden Verdacht von sich ablenken wollten bzw. wussten, dass an diesem Tag etwas Ungeheuerliches passieren würde.

Damit soll nicht gesagt werden, dass Herr Jacob sich irgend etwas zu schulden kommen ließ, aber dass Geheimdienste solche “Urlaube“ ausnutzen. Auch die Psychotherapeutin der JVA Leipzig,  Maja Meischner-Al-Mousawi (zuständig für Suizidgefährdete und offenbar mit arabischem Hintergrund) sei „derzeit auf Urlaub“ sagte ihre Assistentin laut Anfrage der „Welt“.

Wenn man dann noch hört, dass eine JV-Auszubildende die Leiche des Häftlings entdeckte, erhärtet sich der Verdacht, hier gehe etwas nicht mit rechten Dingen zu.

Die „Inkompetenz“-Theorie – „Die vielen Pannen“ – (auch nach 911 sehr stark geschürt) lenkt von diesen Überlegungen natürlich wunderbar ab …

Auch die Story von der beschädigten Lampe wird hier deutlicher dargestellt als in anderen Medien:

Al-Bakr hatte am Dienstag eine KAPUTTE Deckenlampe in seiner Zelle GEMELDET, wie Jacob bestätigt. Die Lampe sei mitsamt den Dübeln aus der Verankerung gerissen worden. Man habe umgehend den Strom abgestellt. Später sei dann auch bemerkt worden, dass die Steckdosen manipuliert worden seien.“

Von wem? Könnten das nicht Hinweise für „Fremdeinwirkung“ sein?  Haben die JV-Beamten überhaupt verstanden, was er wirklich „gemeldet“ hat? (Er konnte ja kaum Deutsch)

WAS IST EIN SELBSTMÖRDER?

Dazu schreibt der Spiegel:

„Nach derzeitigem Ermittlungsstand plante Albakr ein Selbstmordattentat auf einen Berliner Flughafen. Also muss er Suizidgedanken gehabt haben. Die Psychologin habe den mutmaßlichen Terroristen als „ruhig und zurückhaltend“ erlebt. Trotzdem verhielt er sich in Untersuchungshaft auffällig: Am Dienstag demolierte er eine Lampe in seiner Zelle, später stellten die Beamten bei einer Kontrolle fest, dass Albakr eine Steckdose manipuliert hatte. Beide Vorkommnisse haben die Verantwortlichen aber nicht als Hinweise auf eine Suizidgefahr eingestuft. Warum nicht?

Abgesehen davon, dass es nur die unbewiesene Behauptung eines Geheimdienstes ist, durch die Al Bakr die Planung eines „Selbstmordanschlags“ unterstellt wurde, ist der Widerspruch nur scheinbar: der Mann wird als zurückhaltend beschrieben (was zu jemand passt, der im Hungerstreik ist, also passiven Widerstand leistet. Er protestiert gegen das von ihm wahrgenommene Unrecht durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme.

Er „demoliert“ gar nichts, sondern meldet eine kaputte, herunterhängende Lampe. Wer die Steckdose „manipuliert“ hat, weiß man nicht (und auch nicht wie). Die Assoziation mit Selbstmord-Gedanken erfolgt nur durch den bereitgestellten Kontext.

mohsen_izadi-iran_(1)Die „Logik“ des Spiegels ist ein Trugschluss: ein pseudo-religiös  motivierter „Selbstmord-Attentäter“ wird nicht von Suizid-Gedanken angetrieben, sondern von Helden- bzw. Märtyrerfantasien. Er ist ja nicht depressiv, sondern wurde massiv indoktriniert, z.T. auch mit psycho-aktiven Drogen wie Captagon versorgt, damit er zu so einer Tat fähig ist. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Für gläubige Muslime ist Selbstmord eine Todsünde, für Anhänger des IS wäre das eine noch größere „Schande“.

Dass kein Aufnahmegespräch in der JVA Leipzig mit dem Mann stattfand (weil ihn niemand verstand und der Dolmetscher erst später angefordert wurde), ist ein weiteres Indiz dafür, dass protokollierte Aussagen von Al Bakr nicht erwünscht waren.

3 DAS MOTIV

crucifying-syriaFrage: Warum sollte dieser Mann in Deutschland einen Terror-Anschlag begehen, nachdem er dem Terror-Krieg in Syrien entronnen war?

(Dort werden von „moderaten“ Terrorbanden Menschen ans Kreuz geschlagen, enthauptet, zerstückelt …. Kinder gruppenweise entführt, ermordet  und deren Leichen als  perfide „Giftgasopfer“ zur Schau gestellt …und dann werden mit diesen Barbaren (12-jährigem Palästinenser den Hals durchgeschnitten) auch noch „humanitäre“ Videos gedreht, die die (inszenierte) „Rettung“ von Kleinkindern zeigen soll – Marke: „White Helmets“ ... – mehr dazu siehe meine Beiträge zum Thema „Syrien“)

Welches logische Motiv hätte er dafür gehabt?

KEINES. Einzig und allein die manipulative Assoziation mit „Syrien“ und dem „IS“ machen ihn zum „Terror-Verdächtigen“.

Sein Verhalten hat keinen Anlass für einen Tatverdacht ergeben, nur die unbewiesene Behauptung des BfV, er „soll“ dies und jenes geplant haben. Die Glaubwürdigkeit der deutschen Geheimdienste (die eng mit amerikanischen und israelischen zusammenarbeiten) tendiert gegen NULL, vor allem seitdem die Hintergründe von GLADIO und der „RAF“ bekannt sind (von der NSU-Affäre ganz zu schweigen … wer die Information kontrolliert (und auch noch einen „operativen“ Mafia-Arm hat)  hat die wahre Macht im Staat …)

Eine moralische und mediale (Vor-)Verurteilung aufgrund geheimer (von Geheimdiensten generierten) „Hinweise“ ist  in einem Rechtsstaat völlig inakzeptabel.

Und dann lesen wir auch noch, dass Merkel’s Forderung einer „unabhängigen Untersuchung“ der Vorfälle in Sachsen von Minister Tillich entschieden abgelehnt wurde.

Wie konnte es nur dazu kommen, dass er sich in der JVA Leipzig selbst getötet hat, fragen alle in den Medien. Wir sollten uns aber das fragen, was Ulrich Rippert in seinem Artikel hervorhebt:

Hatten die Geheimdienste auf höchster Ebene etwas zu vertuschen? Gab es im Sicherheitsapparat das Interesse, eine gerichtliche Vernehmung und eine Aussage von al-Bakr zu verhindern?

Darauf kannst Du wetten ….

mind controlWie lange lassen sich die Deutschen noch von diesem Terror-Theater für dumm verkaufen? Bis die neue „Gestapo“ (mit Sonderrechten für die „Terror-Bekämpfung“) vor der Tür steht?

 

DEVIL’S GAME: Der verdeckte Krieg in Syrien

lady liberty blood

"It’s a very dirty game. 
This is done intentionally." 

Sergei Lavrov (russischer Außenminister) vor der Presse, UN, 23. September 2016)

Unsere dressierte Papageien-Journaille (besonders ehrlos, die „öffentlich-rechtlichen“ ARD, ZDF und ORF, die uns Gebühren abnehmen) ist ein Garant dafür, dass die Verursacher des barbarischen Krieges in Syrien ruhig schlafen können.

Seit mehr als fünf Jahren werden die Syrer einem unvorstellbaren Terror ausgesetzt (die  künstlichen „Brutalo-Islamisten“ sind nichts anderes als eine neue Variante der psychopathischen „Todesschwadronen“, die das US-Militär bzw. die CIA vor Jahren in Lateinamerika (wie die „Contras“ in Nicaragua) eingesetzt hat.

Die geopolitischen Motive (Kontrolle über „Energiekorridore“, Öl- und Erdgasfelder,  Gegner Israels ausschalten, etc.) für die „Intervention“ in Syrien sind ja bekannt und haben natürlich nichts mit dem ungeheuerlichen Bullshit zu tun, der uns in den Nachrichten und Talk-Shows vorgesetzt wird. Es ist ja immer derselbe Propaganda-Mist:

Ein böser, böser Diktatur schießt auf friedliche Demonstranten, begeht „Massaker an der Zivilbevölkerung“, usw. da kann doch der Westen nicht einfach zuschauen und die Rufe nach einer „humanitären Intervention“ werden immer lauter.

libya-all-lies-uk-parl-reportDoch nach den Erfahrungen in Libyen (aktueller Bericht des britischen Parlaments bestätigt: Gaddafis angebliche „Massaker“ – Alles erstunken und erlogen) lassen sich Parlamente und Öffentlichkeit nicht mehr ganz so leicht dazu bringen*, einem offiziellen Bomben-Krieg zuzustimmen.

(*Die erbärmliche Journaille käut aber immer noch schön brav alles wieder, was man ihr als „newsfeed“ vorsetzt…)

Dann arrangieren die Geheimdienste eine Serie absurder „Terror-Attentate“ in Europa und man suggeriert dem Publikum, die Täter seien alle in Syrien gewesen, oder wollten dorthin, um „für den IS“ zu kämpfen. Wir müssen also in Syrien eingreifen, um die „Terrorgefahr“ bei uns einzudämmen. Das reicht als Legitimation für den Einsatz militärischer Kräfte aus EU-Ländern (vor allem Frankreich und Großbritannien) und auch die deutsche Bundeswehr macht (im Hintergrund) mit.

50-yrs-of-us-death-squadsAlles, was die Terroristen den Syrern an Grausamkeit angetan haben, wird dem „Machthaber“ Assad (einem gewählten Präsidenten, den viele Syrer verehren) in die Schuhe geschoben. Dass solche selbst-gezüchteten Verbrecherbanden (traditionell) ein perfides (CIA-)Werkzeug der amerikanischen Außenpolitik sind, wissen viele, aber sagen darf man es nicht.

Die USA steht doch seit 1945 als moralische Lichtgestalt im politischen Rampenlicht, als Vorkämpfer für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte, hat Europa „von den Nazis befreit“, usw.

Nothing could be further from the truth.

Obwohl man aus den historischen Fakten und hunderten Büchern (z.B. William Blum, Noam Chomsky) weiß, dass dieses positive Image mit der Realität nichts zu tun hat, tut die gesamte Journaille so, als ob es die zahllosen Verbrechen der USA nie gegeben hätte.

Nur deswegen ist es möglich, dass sich deren „diplomatische“ Vertreter auch kürzlich wieder als oberste, moralische Instanz vor der „Staatengemeinschaft“ (UNO) präsentieren konnten.

UPDATE: DAS JOURNALISTISCHE WUNDER

Der Kölner Stadtanzeiger veröffentlichte gestern ein explosives Interview von Jürgen Tödenhöfer mit einem Anführer von Jabhat al Nusra. Darin wird alles bestätigt, was in diesem Blog (und von vielen anderen kritischen Autoren) schon seit geraumer Zeit betont wird:

the terror chess pieceDie Terror-Gruppen (nicht nur) in Syrien sind ein perfides Werkzeug der USA und ihrer schäbigen Verbündeten. Der ganze „Kampf gegen den Terror“ ist eine riesige PSYOP, eine ungeheuerliche Scharade, mit der die außenpolitischen Verbrechen der USA nicht nur verdeckt werden, sondern auch noch als moralische Heldentat gelten.

Hier ein Auszug:

Eigentlich waren der „IS“ und wir eine Gruppe. 
Aber der „IS“ wurde entsprechend den Interessen
der großen Staaten wie etwa Amerika für politische
Zwecke benutzt und von unseren Prinzipien weggelenkt. 
Die meisten seiner Führer arbeiten mit Geheimdiensten
zusammen, das ist uns klar geworden. […].

Zu dem Medien- Märchen, die schweren Artillerie-Waffen und US-Raketen seien den Islamisten „in die Hände gefallen“ (waren für die „Gemäßigten“ bestimmt):

„ ...Die TOW-Raketen wurden uns direkt gegeben. 
Sie wurden an eine bestimmte Gruppe geliefert. 
Als die 'Road' gesperrt  war  und wir belagert 
wurden, hatten  wir Offiziere  aus der Türkei, 
Katar, Saudi Arabien, Israel und Amerika hier.

Die Angriffsziele der gekauften „Rebellen“ werden von ausländischen Akteuren bestimmt und haben nichts mit einem „Bürgerkrieg“ zu tun:

Die Amerikaner stehen auf unserer Seite, aber 
nicht so, wie es sein sollte. Zum Beispiel wurde
uns folgendes gesagt: Wir müssen das „Bataillon 
47“ erobern  und einnehmen. Wir haben von Saudi-
Arabien 500 Millionen  syrische  Pfund bekommen. 
Für die Übernahme der Infanterie-Schule in „Al 
Muslimiya“ vor Jahren  bekamen  wir aus Kuwait 
1,5 Millionen kuwaitische  Dinar und aus Saudi
Arabien (von den  Regierungen)  fünf Millionen 
Dollar.

EMPÖRUNGSMANAGEMENT 2.0

Zurück zum jüngsten Theater vor dem UN-Sicherheitsrat: Die USA nützte die günstige Gelegenheit nach dem seltsamen Angriff auf den Hilfskonvoi für Ost-Aleppo, um wieder einmal  für eine „No-Fly-Zone“ zu werben, also eine Flugverbotszone*, die natürlich in erster Linie den eingeschleusten Terror-Banden zugutekommt, weil das Eingreifen der russischen Luftwaffe deren Situation in Syrien erheblich verschlechtert hat.

(*Flugverbotszone bedeutet nach amerikanischer Lesart: syrische und russische Luftwaffe- die legal operieren – bleiben am Boden, die illegale „Koalition“ aber nicht:

Was ist eine No-Fly-Zone? We fly, but you don’t.

Offiziell heißt es, das sei nötig, um die Hilfslieferungen der UN und anderer Organisationen (ohne Lebensgefahr für das Personal) an ihren Bestimmungsort zu bringen, dem „Waffenstillstand“ neues Leben einzuhauchen und das Leiden der Zivilbevölkerung zu verringern.

Es gehe darum, „dem Prozess wieder Glaubwürdigkeit verleihen“ sagte Kerry in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Doch solange die USA mit am Tisch sitzen, hat die „Glaubwürdigkeit“ keine Chance.

(Wieso Lavrov bei dieser Scharade mitmacht, ist schwer zu verstehen….)

us-air-attack-saa-deir-ez-zor-1709Die syrische Regierung erklärte am Montag die „Waffenruhe“ für beendet, nachdem (alleine in Aleppo) 300 Verstöße der vom Westen unterstützen „Rebellen“ registriert wurden und – vor allem – nachdem die von den USA angeführte „Koalition“ der Völkerrechts-Verbrecher mit ihren Kampfflugzeugen einen Stützpunkt der syrischen Armee in der Nähe von Deir-ez-Zor angegriffen hatte. Dabei wurden mehr als 60 Soldaten getötet und ca. 100 verletzt. (Mehr zu diesem Vorfall – weiter unten).

Bekannterweise steht das US-Militär und die USA an sich außerhalb des Straf- und des Völkerrechts. Warum? Weil Amerika ja „God’s own country“, die „unverzichtbare, auserwählte Nation“ mit dem höchsten, moralischen Standard ist und deshalb über jeden Zweifel erhaben.

18117Was die in die Millionen gehenden Opfer der amerikanischen „Interventionen“ (Wahlen manipuliert, demokratische Regierungen gestürzt, faschistische Folterknechte des Militärs und andere Terrorbanden trainiert (s.o.  „Todesschwadronen“), mit dem organisierten Verbrechen bei Drogen- und Waffenhandel kooperiert, Bürger-Kriege angezettelt, usw.) seit 1945 dazu sagen, interessiert doch niemand …(nachzulesen bei William Blum, Noam Chomsky und vielen anderen).

Jedenfalls behaupten die USA der Angriff auf die syrischen Soldaten war einVersehen“. Man wollte doch den IS treffen. Natürlich. Denn die international ständig als Moralapostel auftretenden amerikanischen Politiker und ihre glorreiches Militär würden doch so eine heimtückische Aktion niemals dulden, schließlich sind sie doch – im Kindergarten-Journalismus – immer „die Guten“.

THE UGLY TRUTH

Jeder, der nicht auf den Kopf gefallen ist, und sich mit dem geopolitischen Kontext befasst hat, hat nicht den geringsten Zweifel daran, dass dieser feige Angriff (ein Kriegsverbrechen) absichtlich stattgefunden hat. Hier einige Gründe dafür:

  • Unmittelbar nach dem einstündigen Luftangriff überfiel der IS den Militär-Stützpunkt (die „Koalition“ schaute zu)
  • Die Kampfjets flogen tief genug, um sehen zu können, wen sie angriffen (keine Bomber in 10.000 m Höhe)
  • Der Stützpunkt der syrischen Armee existiert seit 2 Jahren an diesem Ort
  • Die USA überwacht das Kampfgebiet mit Aufklärungs-drohnen und Spionage-Satelliten:
  • Ein Vertreter des Pentagon erklärte in einem Interview, die USAF-CENT Einheit habe das „Ziel“ tagelang überwacht, bevor der Angriff stattfand
  • Wie konnten die Kommandeure annehmen, das sich in unmittelbarer Nähe eines Fliegerhorstes der syrischen Armee ein „IS-Ziel“ befinden würde?

samantha-power-ranting-at-un-1Dass dieses Verbrechen den Zweck hatte, das Genfer Abkommen zu sabotieren, sieht auch der russische UN-Botschafter Vitaly Churkin als äußerst wahrscheinlich an. Er sagte gegenüber der Presse (nach dem Oscar-reifen Auftritt von Samantha Power (Bild)Best Actress for Outrage-(Empörungs)management!):

It was quite significant and not accidental that it happened just two days before the Russian-American arrangements were supposed to come into full force,” he said. “The beginning of work of the Joint Implementation Group was supposed to be September 19. So if the US wanted to conduct an effective strike on Al Nusra or ISIS, in Deir ez-Zor or anywhere else, they could wait two more days and coordinate with our military and be sure that they are striking the right people… Instead they chose to conduct this reckless operation.”

“One has to conclude that the airstrike has been conducted in order to derail the operation of the Joint Implementation Group (JIG) and actually prevent it from being set in motion,

Am 19. September wäre also ein wesentlicher Punkt des Abkommens zwischen Amerika und Russland in Kraft getreten: ein gemeinsames, koordiniertes Vorgehen bei militärischen Einsätzen (JIG) in Syrien. Hätten die USA also wirklich die Absicht gehabt, einen effektiven Schlag gegen Al Nusra oder IS auszuführen (in Deir-ez-Zor oder anderswo), hätten sie nur zwei Tage warten müssen, um solche „Irrtümer“ zu vermeiden.

Man muss also daraus schließen, dass dieser Luftangriff durchgeführt wurde um das Tätigwerden der JIG zu verhindern“.

OBAMA: COMMANDER-IN-CHIEF (Really?)

HufPo golden age of SOCWer diesen Angriff angeordnet hat, und ob Präsident Obama das autorisiert hatte, das ist die große Frage. Es ist kein Geheimnis, dass das Pentagon (und auch die CIA, die ja seit Jahrzehnten diverses Gesindel zu Terroristen „ausbildet“) massiv gegen das Genfer Abkommen ist. Offiziell deshalb, weil das JIG den Russen zu viel „Einblick in die Kampfmethoden und Taktiken des US-militärs im Einsatz“ gewähren würde. Ashton Carter beruft sich sogar auf ein Gesetz, das nach der „Annexion der Krim“ verabschiedet wurde und jegliche militärische Zusammenarbeit mit Russland untersagt.

Wenn man eine Regierung jahrelang auf das übelste beschimpft und denunziert (Putin, der „neue Hitler“), aber dann so tun muss, als ob man mit ihr kooperieren will (um den „Terror“ zu bekämpfen), führt das zu einer „kognitiven Dissonanz“, die schwer zu ertragen ist.

Doch es gibt noch einen viel wichtigeren Grund, warum das Inkraft-Treten des Abkommens verhindert werden muss: wie Außenminister Lavrov vor dem UNSC betonte, sei ein zentraler Punkt die Verpflichtung der USA, dafür zu sorgen, dass die „moderaten Rebellen“ von den Terrorbanden getrennt werden.

Damit sollte sichergestellt werden, dass diese bewaffnete (aber als akzeptabel präsentierte) „Opposition“ bei Luftangriffen gegen die Terroristen nicht mehr zu Schaden kommt.

the-is-hallucination

Heute „IS“ morgen „FSA“ (Freie Syrische Armee) … die Scharade geht weiter

Doch dieser Verpflichtung kann die USA gar nicht nachkommen, denn dann würde das Märchen von der “moderaten Opposition“ zusammenbrechen (die Syrer wissen, sie alle begehen Verbrechen, der Name spielt keine Rolle und kann gewechselt werden: Al Kaida, Al Nusra, FSA, IS .. es ist alles das gleiche Gesindel)

An dieser Stelle muss man festhalten, dass Russland den Text des Abkommens veröffentlichen wollte, die USA das aber abgelehnt haben. Nicht einmal der UN-Sicherheitsrat wusste also, was in diesem Dokument wirklich drinsteht, deshalb begann Lavrov sein Statement mit diesen Worten:

I’d like to apologize for referring to a document  that practically no-one in this room has seen …

Er führt dann weiter aus

Die zentralen Punkte des Abkommens sind:  die „Oppositions-Kräfte“ von den Terroristen zu trennen, sicherzustellen, dass die Waffenruhe eingehalten wird und dass Hilfslieferungen über die Castello Road erfolgen können. Am wichtigsten ist aber, den Terroristen „nicht mehr zu gestatten, sich einer Bestrafung zu entziehen, indem sie sich hinter der bewaffneten „Opposition“ verstecken“. (Diese imaginären, „gemäßigten Rebellen“  also als „Schutzschilde“ benutzen)

castello-road-aleppoDie Castello Road ( staubige, nördliche Zugangsstraße von/nach Aleppo) wird zwar weitgehend von der syrischen Armee (SAA) „kontrolliert“, doch die Terror-Banden beschießen regelmäßig Fahrzeuge mit Artillerie aus einiger Entfernung. Der gefahrlose Transport von Hilfsgütern ist also nur möglich, wenn beide Seiten den Waffenstillstand einhalten. Während die SAA damit begann, sich zurückzuziehen, musste sie erkennen, dass die bewaffnete „Opposition“ nicht nur weiterhin dort blieb, sondern auf sie zu schießen begann. (Das russische Militär hat sogar webcams installiert, um transparent zu machen, wer sich an den Waffenstillstand hält … die wurden aber inzwischen sabotiert)

Er erklärte, dass nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau keine russischen Flugzeuge in der Nähe des UN-Konvois waren, als der Angriff stattgefunden hat und verlangte eine „gründliche und unabhängige Untersuchung“ des Vorfalls, bevor aufrührerische Statements abgegeben werden. Der Angriff sei eine „Provokation“ und ziele offensichtlich darauf ab, den Waffenstillstand zu sabotieren.

DER EINSEITIGE „WAFFENSTILLSTAND“

Lavrov sagte, man habe 300 Fälle von Verstößen gegen das Abkommen (Angriffe auf Wohngebiete und die syrische Armee) den Amerikanern mitgeteilt (darunter jene Gruppen, die auf der amerikanischen Liste standen, also angeblich das Abkommen respektieren wollten). Trotz aller Appelle an die USA, ihren Einfluss auf die „Opposition“ geltend zu machen, um den Waffenstillstand zu ermöglichen, änderte sich nichts. 20 Gruppen (70% der Kämpfer) haben erklärt, sie würden sich nicht daran halten. Lavrov betont, man müsse aufhören, „jene zu beschützen, die nicht an einem Frieden interessiert sind“ und diese Waffenpausen nur dazu nutzten, wieder neue Kräfte für den Terror-Krieg zu sammeln.

kerry-fingerpointing-at-unsc-916Während Lavrov sich wie ein erfahrener und seriöser Diplomat verhielt, war das Auftreten von John Kerry ein erbärmliches Schauspiel, das (wie schon vorher Samantha Power) die unerträgliche Arroganz der „einzigen Weltmacht“ zur Schau stellte.

Dank dem mysteriösen Anschlag auf einen SARC-Hilfskonvoi   bei dem angeblich 20 Menschen starben, konnte Außenminister Kerry vor der UN wieder auf das (sehr) hohe, moralische Ross steigen, denn es wurde mit jedem Wort suggeriert, dass Russland oder „das syrische Regime“ (mehr Zustimmung beim Volk als Merkel!) dahintersteckt.

Beweise für diese schweren Anschuldigungen legte Kerry nicht vor, nicht einmal konkrete Anhaltspunkte, aber die braucht man ja auch nicht: wenn die USA etwas behauptet, dann ist das so. End of story. Unsere Papageien-Journaille erledigt den Rest.

  • Das russische Militär veröffentlichte ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Fahrzeug der „Rebellen“ mit einem Mörser sich an dem Konvoi vorbeibewegt.
  • Es berichtete ebenfalls, dass eine amerikanische Kampf-Drohne vom Typ „Predator“ sich in der Nähe des Konvois aufgehalten hatte.

toedehoefer-nusra-interview-ksa-2609Das Interview von Jürgen Tödenhöfer bestätigt, was jeder intelligente Beobachter vermutet hat:  Nicht Russland, nicht Assad sind gegen die Hilfslieferungen, sondern die Terror-Banden („Rebellen“) selbst:

Tödenhöfer: Sie wollen nicht, dass die 40 LKW die Hilfslieferungen in den östlichen Teil von Aleppo bringen?

Al Nusra Kommandeur: Wir haben Forderungen: Solange sich das Regime [die syrische Armee – völlig rechtmäßig] entlang der Castello Road, in Al Malah und in den nördlichen Gebieten befindet, werden wir diese LKW nicht hereinlassen.

Wer die USA nach ihren historischen (Schand-)Taten beurteilt und nicht nach ihren heuchlerischen Worten, erkennt sofort was hier gespielt wird:

PROJEKTION DER SCHULD

Dem bösen, bösen Assad wird unterstellt, dass er „Zivilisten bombardiert“, also regelmäßig Kriegsverbrechen erster Ordnung begeht (Angriffe auf Schulen, Krankenhäuser, Belagerung und Aushungern der „Opposition“, sogar Einsatz von Giftgas, etc.)

the-hated-dictator-fantasyWäre das der Fall, könnte sich dieser Mann aber schon lange nicht mehr halten, denn damit würde er die eigene Bevölkerung so gegen sich aufbringen, dass diese mit fliegenden Fahnen zu den „Rebellen“ überlaufen würden. Unabhängige Berichte aus Syrien (z.B. von Vanessa Beeley oder Eva Bartlett) bestätigen, dass Assad noch immer viel Zustimmung der Syrer erhält und die kolportierten Gräuelgeschichten nur billige Kriegspropaganda sind.

Doch diese Berichte zeigen noch etwas anderes: dass die ungeheuerlichen Verbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung eben nicht von der syrischen Armee sondern von den „Rebellen“ begangen werden, (mehr dazu in Teil 2) die von Washington und seinen degenerierten Verbündeten ja nach Syrien geschickt wurden, um den Staat und die Einheit des Landes zu zerstören.

In unglaublich zynischer Weise missbraucht die USA dabei das Mitgefühl des Publikums: unter dem Deckmantel der „humanitären Hilfe“ (die doch so dringend benötigt werde angesichts des großen Leids der Zivilbevölkerung), drängte Kerry auf einen Waffenstillstand, der vor allem den Syrern zugutekommen soll, die in den von den Terrorbanden „kontrollierten Gebieten“ eingeschlossen sind (z.B. im Osten der Großstadt Aleppo).

Doch tatsächlich geht es darum, den „gemäßigten“ Terrorbanden Zeit zu verschaffen, sich neu zu formieren, neu zu bewaffnen und gestärkt wieder weiterzumachen, da die syrische Armee in den letzten Monaten deutliche Erfolge verbuchte. (Auch das bestätigt sich im Interview mit Tödenhöfer).

Die Luftangriffe des russischen Militärs (im Einvernehmen mit der Regierung Assad) seit September 2015 haben die Lage in Syrien dramatisch verändert, denn vorher konnte sich der „IS“ trotz aller „Bemühungen“ der Amerikaner immer weiter ausbreiten.

Der theatralische Auftritt Kerrys ist bemerkenswert: Zunächst gibt er sich betroffen über das Leiden der betroffenen Bevölkerung vor, doch kurz darauf gehen die moralischen Belehrungen und Vorwürfe los:

„Wir dürfen nicht Wortspiele dazu nutzen, uns vor der Verantwortung zu drücken oder Entscheidungen nicht zu treffen, die diese große Institution zur Verfügung hat, wenn es  um Krieg und Frieden, Leben und Tod geht …. Als ich meinem russischen Kollegen eben zuhörte, war das ein bißchen wie in einem Parallel-Universum .

SELEKTIVE HISTORISCHE AMNESIE

Wie können Leute mit einem Regime an einem Tisch sitzen, das Krankenhäuser bombardiert und Chlor-Bomben wieder und wieder und wieder einsetzt und  das ungestraft?

Du sollst also dort sitzen und ein nettes Gespräch in Genf führen, unter solchen Bedingungen, wenn Du einen Waffenstillstand unterzeichnet hast und Dich nicht daran hältst?*  Welche Art von Glaubwürdigkeit hast Du denn?

(*ANMERKUNG: hier passierte Kerry eine Art Freud’scher Versprecher: denn anfangs sagt er „You“ und meint die USA, aber dann steht „You“ plötzlich für Syrien?  Das erste „You“ hat wirklich den Waffenstillstand sabotiert …)

Auf die kritische Anmerkung Lavrovs, dass der Inhalt des Abkommens auf Wunsch der USA geheim sei, reagiert Kerry so:

„Man braucht diese Dokumente nicht zu lesen, um zu begreifen, dass die Bombardierung von Krankenhäusern ein Verstoß gegen das Völkerrecht ist … (mit erhobenem Zeigefinger, dramatischer Vortrag) … um zu verstehen, dass man nicht Faßbomben auf Kinder abwirft … das sind schamlose Verletzungen des Völkerrechts!“

(Russland hat nie ein Krankenhaus in Syrien bombardiert, aber die „Rebellen“ haben mehrfach solche Einrichtungen angegriffen.)

KOMMENTAR:

  • Dass das US-Militär in der jüngeren Vergangenheit mehrfach zivile Einrichtungen, (z.B. in Belgrad, im Irak und auch in Syrien durch „proxies“, also die „Rebellen“) darunter auch Krankenhäuser (z.B. in Afghanistan) angegriffen hat, dürfte Kerry „vergessen“ haben. Doch dieser amerikanische „Bombenhagel“ ist offenbar kein Kriegsverbrechen (von Uran-Munition ganz zu schweigen).
  • Dass die USA seit Jahrzehnten mit den übelsten Diktatoren, Faschisten und Folterern „an einem Tisch“ gesessen ist, und viele von ihnen an die Macht gebracht hatte, wenn es „ihren Interessen“ gedient hat, dürfte Kerry ebenfalls aus seinem Gedächtnis gestrichen haben.

Wenn hier etwas „schamlos“ ist, dann die Doppelmoral seiner Regierung. Er klagt weiter an: Es gäbe

Berichte von Luftschlägen auf eine medizinische Einrichtung bei Aleppo, bei denen vier Hilfskräfte getötet wurden

Das kann doch nur Assad gewesen sein. Beweise für die angeblichen Schandtaten der syrischen Regierung legt Kerry nicht vor, es genügt, dass er es sagt. Ohne konkrete Angaben über Ort, Zeit, Koordinaten, Name der „Einrichtung“, die bombardiert wurde, behauptet Kerry, es gäbe nur zwei Länder, die für diese Luftangriffe in Frage kämen (Russland und Syrien). Dass es auch eine Drohne sein könnte, oder ein aus der Türkei gestartetes Flugzeug, darf nicht in Betracht gezogen werden.

GOOD BOMBS & AMERICAN VALUES

statue of tortureNicht nur, dass die USA sich ihren zahllosen Verbrechen im Rahmen der „Außenpolitik“ nie stellt und so tut, als wären sie nie passiert, sie präsentiert sich trotzdem in diesem Punkt auch noch als moralisches Vorbild, das ehrlich und offen zu seinen Gesprächspartnern ist:

Deshalb möchte ich diesen Prozess nicht vernebeln, ich bin heute nicht hierhergekommen um das zu tun ..[…]“.

„Ja, die Koalition hat am Samstag Leute getroffen, ein schrecklicher Unfall und innerhalb weniger Minuten haben wir es zugegeben. Wir haben nicht Nebelkerzen geworfen, um das zu verschleiern. Wir sagten, ja, es war eine schreckliche Sache, es ist passiert. Das Pentagon hat sich entschuldigt und wir haben versucht, herauszufinden, wie das passiert ist. (!)

Aber ich muß Ihnen sagen (erhobener Zeigefinger, dramatischer Effekt), Leute, die mit Waffen am Boden herumrennen – aus der Luft … ist eine völlig andere Sache als Lastwagen eines Konvois mit großen UN-Markierungen auf allen Seiten!“

Wieder die gleiche Methode: ohne auch nur den geringsten Beweis vorzulegen, wird die Schuld für den Brand-Anschlag automatisch Assad bzw. Russland in die Schuhe geschoben.

Dass die USA selbst ein starktes Motiv haben könnte, das Genfer Abkommen platzen zu lassen, darf nicht einmal gedacht werden.

Dass sie dafür heimtückische Methoden anwendet und die Sabotage diplomatischer Prozesse (die man natürlich dem Gegner in die Schuhe schiebt) jahrzehntelang praktiziert  hat, zeigte die mutige, deutsche, investigative Journalistin Gaby Weber in ihrer Dokumentation Ein Krater für den Frieden“. (Siehe auch das Interview bei KenFM)

Dieser Film ist ein MUSS für alle Menschen, die wissen wollen, warum der Kalte Krieg über 40 Jahre dauerte und WER verhinderte, dass Deutschland schon 1960 wieder vereint wurde und damit der ganze Horror der DDR, der Mauer, der Stasi, etc. nie stattgefunden hätte. Der U2-Flug sollte „auffliegen“, dafür hat die CIA gesorgt, um die Konferenz in Paris zum Scheitern zu bringen und eine Entspannung zwischen Washington und Moskau zu verhindern.

Das ist nur ein Beispiel von dutzenden, die zeigen, welch ein infames, doppeltes Spiel die USA gespielt haben und immer noch spielen: man tut so, als ob man an Friedensprozessen interessiert sei … aus Mördern werden überhebliche Moralapostel, die anderen das vorwerfen, was sie selbst ohne Skrupel tun …

Kerry schwadroniert weiter:

Am Montag sind 20 „Helfer“ getötet worden, in einem unerhörten, zweistündigen Luftangriff auf eine genehmigte humanitäre Mission in der Nähe von Aleppo. Dieser Angriff hat unseren Bemühungen, Frieden nach Syrien zu bringen, einen schweren Schlag versetzt und er lässt massive Zweifel aufkommen, ob Russland oder das Assad-Regime ihren Verpflichtungen aus dem Genfer Abkommen Folge leisten können oder wollen.„

Syrian rebels say Turkey our friendDass es in einem „dreckigen“ Krieg, üblich ist,  Hilfskonvois und „humanitäre Missionen“ als Tarnung für Waffenschmuggel und anderweitige Unterstützung der Terroristen zu missbrauchen, ist eine Tatsache, die Kerry natürlich auch unterschlägt.

Dazu passt die neueste Enthüllung aus der Türkei: (leider schlecht ins Deutsche übersetzt, hier korrigiert):

  • Der türkische Militär-Geheimdienst gewährt dem islamischen Emirat seit Jahren Unterstützung.
  • Die türkische Regierung liefert Kriegsmaterial an den „IS“ und nützt dafür als Tarnung eine Hilfsorganisation

Dass die Terrorbanden im Norden Syriens über die Türkei Nachschub erhalten, ist auch schon längst bewiesen, wird aber ebenfalls totgeschwiegen. Hätte man diese Versorgungslinien abgeschnitten, wäre die Belagerung in Aleppo schon längst vorbei  und die derzeitige Bombardierung des Ost-Teils wäre nicht notwendig gewesen.

turkey-orgcrime-drugsErdogan unterstützt also den Terrorkrieg seit Jahren, führt politische Säuberungen durch, ermordet Kurden, lässt Kritiker ins Gefängnis werfen und ist alles andere, als ein „Demokrat“. Die Türkei unterstützt massiv den Heroin-Schmuggel nach Europa, das organisierte Verbrechen  wird vom Staat beschützt, der auch daran mitverdient. (Die Drogen werden z.T. sogar mit NATO-Fleugzeugen nach Brüssel gebracht (!) erzählte Sibel Edmonds)

Dafür bekommt er drei Milliarden Euro von der EU und die Visafreiheit ab 2017. Soviel zu „westlichen Werten“.

Zurück zu Kerry bei der UNO:

Dann verrät er ein äußerst pikantes Detail der Abmachung: demnach müsste die syrische Luftwaffe ihren Handlungsspielraum drastisch einschränken: es wäre ihr verboten über Gebiete zu fliegen „wo die legitime Opposition sich in von Al Nusra kontrollierten Gebieten aufhält“ (!) Damit wird wieder einmal klar, dass die USA null Interesse daran haben, die Terrorbanden in Syrien effektiv zu bekämpfen.(Auch das wird im Tödenhöfer-Interview bestätigt).

Wieso auch, sie wurden ja extra zu diesem Zweck geschaffen: um Amerikas schmutzige Kriege zu führen, ohne dass das amerikanische Militär dabei als Aggressor in Erscheinung tritt.

Zum Vorwurf von Lavrov, die USA sei ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen, die „Guten“ von den „Bösen“ zu trennen, sagte Kerry es sei sehr schwer, Leute zu trennen, wenn sie willkürlich bombardiert werden.

Doch dieses Argument ist Bullshit: die „Gemäßigten“ (wenn es sie gäbe) müssten doch ein Rieseninteresse daran haben, von den Terrorbanden getrennt zu werden, weil sie dann eben nicht mehr Angst haben müssten, bombardiert zu werden.

isusDas ganze absurde Theater kann nicht mehr verbergen, was alle noch denkfähigen Beobachter seit langem wissen:

  • DIE TERRORISTEN UND DIE USA SIND AUF DERSELBEN SEITE.
  • DER IS STEHT UNTER KONTROLLE DER CIA (in Kooperation mit anderen Geheimdiensten)
  • ALLE REBELLEN SIND EXTREMISTEN UND TERRORISIEREN DIE BEVÖLKERUNG
  • DER „WAR ON TERROR“ IST EIN AFFENTHEATER

Selbst die New York Times (das Propaganda-Organ Nr.1) musste schon im April 2013 zugeben, dass die „Rebellen“ von Al Kaida (Al Nusra in Syrien) nicht mehr zu trennen sind und das gilt auch für jene, die Ost-Aleppo besetzt haben und jetzt vom „Bombenhagel“ der syrischen Armee bedroht sind.

„Nowhere in rebel-controlled Syria is there a secular fighting force to speak of.“

Die „Rebellen“ wollen also die Sharia in Syria einführen und kooperieren offen mit IS, Al Nusra, das haben auch diverse Kommandeure der „FSA“ bestätigt.

THE CALI-FAKE

IS sponsorsDie USA und ihre „partners in crime“ setzen also seit Jahren einen Haufen indoktrinierte, mit Drogen gefütterte Barbaren als politische und militärische Waffe ein, um ein Land zu zerstören, das sich weigert, nach Washingtons (neoliberaler) Pfeife zu tanzen und die Verbrechen Israels zu ignorieren.

Was Außenminister Kerry in seiner hochtrabenden Rede vor dem UNSC (mehrmals mit erhobenem Zeigefinger) u.a. von sich gab, erscheint angesichts der bittern, politischen Realität wie der blanke Hohn:

„Wir wollen ein vereintes Syrien, sekular, mit Respekt vor den Rechten aller  .. in dem das syrische Volk ihre Führung selbst auswählen kann .. aber wir haben kläglich darin versagt, diese Ziele zu erreichen .. und  machen wir  uns doch nichts vor, hier  und außerhalb dieses Raumes sind Leute anwesend (und wir wissen, wer sie sind), die Einfluss auf die Spieler in diesem Konflikt ausüben können, der die größte humanitäre Katastrophe nach dem zweiten Weltkrieg ausgelöst hat …“

Syrien war ja sekular, hat alle Religionen respektiert und religiöse Parteien (aus gutem Grund) nicht zugelassen. Es gab zwar keine demokratischen Verhältnisse, aber Syrien war eines der sichersten Länder im ganzen arabischen Raum. Es gab keine „Religionspolizei“ wir in Saudi Arabien (wo es der Bevölkerung überhaupt nicht gestattet ist, sich irgendwie politisch zu betätigen), keine Diskriminierung von Frauen, freien Zugang zu Universitäten, ein Gesundheits- und Bildungswesen mit hohem Niveau, usw.

Kerry betonte auch „Jeder habe ein Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Faktenund das gelte auch für Syrien. In einem dramatischen „Finale“ sprach er von „einem Moment der Wahrheit für Präsident Putin und Russland … auch für die internationale Gemeinschaft“.

Doch wann kommt endlich der Moment der Wahrheit für die USA???

Wenn es nach unserer Fließband-Journaille geht, niemals …..

Aber: Ein dreifaches HOCH auf die Redaktion des KÖLNER STADTANZEIGERS, der es gewagt  hat, sich dem Strom aus permanenten Proapaganda-Lügen entgegenzustellen (und vielen Dank an Jürgen Tödenhöfer, der sein Leben riskiert für den investigativen Journalismus, ohne den es keine Demokratie geben kann…)

ANHANG

UN-Presse-Konferenz von Sergei Lavrov am 23. September

 

 

 

TERROR-THEATER: Wenn die Polizei Regie führt (2)

FDPR0004_Shadow_of_Law_FA.inddDie schreckliche Vorstellung, dass die Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe für ein Verbrechen absitzen müssen, das die Polizei fabriziert hat (durch Ausnutzen ihrer schwierigen Situation), ist unvereinbar mit unserem Grundbegriff von Gerechtigkeit.“

(Catherine Bruce, Richterin in Kanada in der Urteilsbegründung)

(Die folgenden Angaben stammen zu 90% aus dem Urteil und zu 10% aus kanadischen Medien)

MEHR ZWEIFEL

Und wieder bat  John Nuttall darum, einen Islam-Gelehrten für ihn zu finden, der ihnen den richtigen Weg weisen könne (ist es wirklich der Wille Allahs, unschuldige Menschen zu töten? Würde er dafür nicht in die Hölle kommen? „Seine Seele verlieren“?

John Nuttall 1Nuttall (Bild) sagte zum UCO, (undercover (police)-officer, V-Mann der Polizei) man könne doch die Raketen ohne Sprengköpfe losschicken, also nur als politisches Symbol des Widerstandes. Doch der UCO erinnerte ihn daran, dass das Töten von Menschen zum Plan dazu gehörte. Nuttall antwortete, Soldaten könne man töten, aber die „recon“ (Ausforschung des späteren Tatortes in Victoria)  würde dabei helfen, dass keine Unschuldigen durch die Raketen zu Schaden kommen.

Dann sagte er, sie hätten seit zwei Tagen nichts gegessen, weil sie kein Geld mehr hatten (worauf ihm der Polizist 200 Dollar für Einkäufe gab).

Später betonte er noch, die Ungerechtigkeit der kanadischen Regierung gegenüber Muslimen liege ihm am Herzen, mache ihm zu schaffen. Daraufhin der UCO: die beiden sollten daran glauben, dass Allah sie dazu bringen wolle, Djihad zu begehen und dass es passieren werde, auch wenn der Rest der Welt dagegen sei.

Damit gab ein police officer zwei labilen, drogenabhängigen Menschen auf der Suche nach moralischer Orientierung, eine (scheinbar) religiöse Rechtfertigung für die Anwendung tödlicher Gewalt. Ihre – berechtigte – moralische Empörung wurde auf perfide Weise von „Sicherheitsorganen“ des Staates instrumentalisiert.

al-qaeda1Ein Islam-Experte sagte später dazu, der UCO hatte die Statements von Osama Bin Laden (in Afghanistan) dazu benutzt, Verse aus dem Koran aus dem Kontext zu nehmen, um gewalttätigen Extremismus zu fördern.

Die Richterin schreibt weiter: während dieser Reise hätte die Polizei erkennen müssen, dass Nuttall die Gutgläubigkeit eines kleinen Kindes hatte. Er sagte dem UCO, seine Ideen zum „Jihad“ habe er aus dem Film „Rambo III“.

Nach dem Victoria-Trip trafen die beiden „Extremisten“ den UCO erst wieder am 31. Mai 2013.

Der Polizei-Chef fing schon damit an, die Presse-Konferenz zu planen, bei der der „Fahndungserfolg“ bekanntgegeben werden sollte: am 1. Juli 2013. Also musste die Verhaftung spätestens Ende Juni über die Bühne gehen. Und das, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch immer keinen konkreten Plan für einen Anschlag gab

Am 6. Juni 2013 zeigte Nuttall dem UCO ein handgemaltes Diagram einer Rakete und eine Skizze einer selbst-gebastelten Bombe. Diese Anleitungen hatte er aus einem Artikel des „Inspire“-Magazins, das angeblich von „Al Kaida“ im Internet publiziert wurde.

Aber er träumte immer noch von seiner Qassam-Rakete für die Palästinenser und betrachtete  die Kochtopf-Bombe nur als Übung. Doch die Polizei (RCMP) überzeugte ihn davon, dass der einzig machbare Plan, eine selbst-gebaute Nagelbombe war. Nuttall glaubte außerdem, diese Bombe würde nie zum Einsatz kommen, sie wollten nur seine Fähigkeiten damit testen. Der UCO versprach ihm, C 4 (militärischen Sprengstoff) zu besorgen. Schließlich überredete man die beiden, ihre Wohnung zu verlassen, damit sie sich völlig auf den „Terror-Plan“ konzentrieren konnten. In der Zwischenzeit montierte die Polizei versteckte Kameras und (noch mehr) Mikrofone.

DIE  POLIZEI  LÜGT

suspicious purchases

Material zum Bombenbau, von der Polizei als Beweismittel vorgelegt

Die Polizei sagte später, man habe die Kochtopf-Bombe gewählt, weil es zu lange gedauert hätte, Nuttall dazu zu bringen, eine Rakete zu bauen (Die under-cover-show wäre sonst aufgeflogen) und damit er aus dem Verkehr gezogen werden konnte. Doch die Richterin weist das als unglaubwürdig zurück:

„Es gab keinerlei Indizien dafür, dass Nuttall überhaupt fähig war, eine Rakete zu bauen, dass er das Geld und die nötige Ausrüstung dafür hatte oder dass er irgendwelche Schritte unternommen hatte, sich diese zu besorgen. Außerdem gab es keine Hinweise darauf, dass es irgendwelche anderen nicht-polizeilichen Terroristen gab, die nur darauf warteten, den Angeklagten dabei zu assistieren.  Der Raketen-Plan war absurd, es bestand keinerlei Risiko für die Öffentlichkeit, also hatte die Polizei keinen Grund, Nuttell ein (durchaus) machbares Terror-Komplott einzureden.“

First, up to this point in the project there was NO EVIDENCE that Mr. Nuttall was capable of constructing a rocket. Second, there was NO EVIDENCE he had the money or the equipment necessary to construct a rocket or that he had taken any steps to acquire any such equipment. Third, there was NO indication THAT THERE WERE ANY OTHER NON-POLICE TERRORISTS waiting to provide assistance to the defendants. As the sergeant had already concluded, the rocket plan was neither feasible nor attainable; there was no risk to public safety that required the police to redirect him towards a viable terrorist plot.

Der UCO versicherte Nuttall, man werde einen sicheren Ort für sie finden, wo sie ihre Bomben bauen und testen könnten.

Am 16. Juni wurden sie vom UCO abgeholt und nach Kelowna gefahren und dort in einem Hotel untergebracht. Sie waren bereit, mitzufahren,  ohne vorher zu wissen, wohin die Fahrt gehen würde (das zeigt, wie vertrauensselig beide waren).

Man sagte ihnen, ein „Sicherheitsexperte“ der  radikalen Islamisten-Organisation haben die dortige Internet-Verbindung verschlüsselt. Zwei verdeckt operierende Polizisten (die sich auch als Mitglieder dieser Gruppe ausgaben) bearbeiteten sie nochmals, den Bomben-Plan zu akzeptieren und alles andere zu vergessen. Das C 4 würden sie vom UCO bekommen.

Doch auch diese Aktion brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die beiden spielten lieber Video-Spiele als sich der „Terror-Mission“ zu widmen. Der UCO wies sie scharf zurecht und erst dann (unter Druck) fingen sie an in den frühen Morgenstunden „Recherchen“ im Internet zu machen. Nuttall wurde gesagt, er solle die Anweisungen befolgen und nicht so viel fragen. Doch beide fühlten sich bedrängt, hatten das Gefühl, übereilt zu handeln. Dann arbeitete der UCO und ein zweiter under-cover-Polizist zusammen, um ihr Verhalten durch Psycho-Tricks noch mehr zu steuern und ihren inneren Widerstand gegen diesen Bombenanschlag zu brechen.

Trotzdem hatten die beiden bis zum Abend des  18. Juni nichts Verwertbares zustandegebracht, wie das Video-Monitoring zeigte.

Ein abgehörtes Gespräch zwischen Nuttall und seiner Frau zeigte, dass beide mittlerweile Angst hatten, getötet zu werden, wenn sie nicht taten, was der UCO von ihnen verlangte. Dass sie trotzdem keinen Plan verfassen konnten, zeigt wie unfähig beide dazu waren (sie rauchten die meiste Zeit Cannabis um sich zu beruhigen).

In der folgenden Nacht zeigten beide neuerlich große Bedenken wegen der unschuldigen Frauen und Kinder, die durch eine Bombe getroffen würden. Das war in den abgehörten Gesprächen deutlich zu hören. Die beiden undercover-Polizisten versicherten ihnen, sie sollten sich keine Sorgen deswegen machen.

NOCH  IMMER  KEINE  BOMBE … (und die Pressekonferenz ist schon geplant)

Telescreen MK Ultra mystery Nuttall apt HuffPo

Das seltsame „Schlafzimmer“ der Terror-Verdächtigen (vor allem das TV-Gerät …)

Als sie wieder zuhause waren, (21. Juni) machten sie keinerlei Anstalten, sich Bombenmaterial zu kaufen, obwohl sie etwas Geld übrig hatten. Am 21. Juni fragte Sergeant Kalkat  die Rechtsberaterin der Polizei (RCMP), ob man ihnen Geld dafür geben solle oder nicht. Die Antwort war negativ, das käme einer Anstiftung schon sehr nahe. Stattdessen solle die Polizei „die Konversation stimulieren“, die die beiden hatten, wenn sie alleine waren. Es handle sich hier um eine sehr schwierige Situation, denn „wir haben hier eine Person, die ohne die Hlfe der Polizei gar nichts tun kann (!)

Doch der UCO versorgte sie mit Lebensmitteln und Zigaretten (in der Hoffnung, die frei gewordenen Finanzmittel würden für den Bombenbau eingesetzt).

Am 24. Juni hatten die beiden „Täter“ noch immer nichts unternommen, um den Bomben-Plan umzusetzen. Da griff die Polizei erneut ein und transportierte beide per Auto zu den Geschäften, wo sie das Material für die Bombe kaufen konnten. Damit nicht genug, erstellte die Polizei eine Liste der Läden, wo diese am günstigsten erhältlich waren.

Auch dann hatte Nuttall noch Probleme, den Auftrag auszuführen: er brauchte Stunden wofür ein Polizist (als Test) 30 Minuten gebraucht hatte und vergaß immer wieder, was er schon gekauft hatte und was er noch brauchte. Er war auch außerstande, einen Druck-Kochtopf mit Metalldeckel zu finden und wollte deshalb eine Rohrbombe basteln. Davon brachte ihn aber der UCO wieder ab und zeigte ihm, wo es den notwendigen Topf mit Metalldeckel gab.

Inzwischen wurde Druck gemacht, der Plan müsse bald fertig sein, denn der Ramadan stand bevor und der UCO sagte, er käme danach wahrscheinlich nicht mehr nach Canada zurück. Dazu schreibt die Richterin:

Der UCO arrangierte dieses Datum durch die Drohung, dass andernfalls keine Unterstützung von seiner Organisation zu erwarten sei. Außerdem räumte er alle Hindernisse aus dem Weg, die Nuttall angeführt hatte:

  • er werde sich um Waffen und Sprengstoff „kümmern“ (C 4)
  • er fuhr sie mit dem Wagen zu den Geschäften, wo sie das Material kaufen konnten
  • er gab ihnen das Werkzeug zum Bombenbau
  • er sorgte für einen Unterschlupf für den Bombenbau
  • er brachte sie nach Viktoria, damit sie die „Location“ ausforschen konnten, wo die Bomben explodieren sollten
  • und – er sagte ihnen, er werde alles tun, damit sie danach am Leben bleiben, es sei kein „Selbstmord-Attentat“ geplant

Der UCO versicherte den beiden „Tätern“, er habe einen Fluchtplan ausgearbeitet, bei dem sie gefälschte Pässe bekommen würden. Es gäbe sogar einen Privat-Jet, der sie außer Landes bringen könnte. Beide wollten nicht sterben, keine „Märtyrer“ sein, doch sie glaubten mittlerweile der UCO sei ein Mitglied von „Al Kaida“ und hatten große Angst vor ihm.

Methadone KorodyDie seelische Verfassung und Denkfähigkeit der beiden wurde natürlich auch durch den Konsum von Methadon und Cannabis beeinflusst. Wie die Richterin feststellt, wirkten die beiden in den Überwachungs-Videos häufig wie „benommen“. (Hat man ihnen noch etwas gegeben? Das ist die Frage. Das Methdon bekamen sie in flüssiger Form als „Zubereitung“ in einer Flasche, nicht in Tablettenform).

Sie wurden weiter dazu gedrängt, die „Bombe“ weiterzubauen und sich dabei an einen strikten Zeitplan zu halten. Doch beide waren dazu nicht in der Lage. Nuttall brauchte extrem lange dafür, allein die Nägel in den Druckkochtopf zu kleben und war aufgeregt, weil er große Mühe damit hatte, die Zeitschaltuhren zu basteln. Beide hatten Angst davor, getötet zu werden, wenn sie die Aufträge des UCO nicht erfüllten.

DIE IS-FLAGGE BESORGT AUCH DIE POLIZEI

Nuttal Korody IS stuntSchließlich drängte sie der UCO noch dazu, ein „Bekenner-Video“ zu machen, was Nuttall aber nur sehr widerwillig tat. Die schwarze „IS-Flagge“, die man darauf sieht, hat ein weiterer Undercover-Polizist mitgebracht, weil sie selbst keine fabriziert hatten. Dazu die Richterin:

 „A third undercover officer, posing as a video expert, arrived with a black jihadist flag that the defendants were originally to have made. They did not take any steps towards making the flag and thus the police supplied it for them.

Leute, wenn ihr also das nächste Mal eine solche Flagge als „Beweis“ für den IS seht, denkt an diese Geschichte …!

Die beiden hatten ABSOLUT NICHTS MIT „IS“ ZU TUN ….sie wurden nur als TERROR-STATISTEN missbraucht.

In der Nacht vom 29. Juni 2013 nahm der UCO die für den Bombeneinsatz preparierten Kochtöpfe mit und die Polizei stellte zwei Taschen dafür zur Verfügung. Der dritte wurde in einen schwarzen Müllsack getan. Die „Täter“ hatten sich keine Gedanken darüber gemacht, worin sie die „Bomben“ (ohne funktionsfähigen Zünder) transportieren würden.

Die Sprengstoff-Experten der Polizei fügten dann 1 Gramm echtes C4 in die Kochtöpfe, das von einer harmlosen Masse umhüllt war (die aber so aussah wie C4). Die Polizei testete, ob der Zeitschalter funktionierte und korrigierte die Drahtverbindung zu den Batterien. Dann wurden die „Bomben“ von Polizisten mit der Fähre nach Viktoria gebracht.

Der UCO bezahlte am 1. Juli 2013  100 Dollar für die Überfahrt der beiden „Täter“  (die sie selbst nicht hatten) und sagte ihnen, er habe das C4 beschafft und sorge dafür, dass es „sicher“ an den Zielort gelangen wird. Die Richterin hält fest, dass es Nuttall ohne Hilfe der Polizei nie gelungen wäre, diesen Sprengstoff zu besorgen.

Victoria legislature bldgAuf der Überfahrt erklärte der UCO, er habe dafür gesorgt, dass die Security-Guards vor dem Parlamentsgebäude (Bild) „kein Problem“ sein würden. Nuttall war bis zuletzt besorgt, ob das alles wirklich von Allah gewollt sei, doch der UCU sagte, er solle sich keine Sorgen machen.

Dazu schreibt die Richterin weiter: „Mr. Nuttall said he was not doing the mission to kill innocent people but to change the way the world attacked Muslims.

Inzwischen arbeiteten dutzende Polizisten auf Vancouver Island daran, die verdeckte Operation ihrem ruhmreichen Ende zuzuführen: der Verhaftung der „Terror-Zelle“.

Nachdem die „Bomben“ hinter Büschen versteckt waren, bezahlte der UCO nochmals die Überfahrt auf das Festland (mit der Fähre) und ließ sie einem Hotel zurück, wo sie dann kurze Zeit später verhaftet wurden. Die „Sting-Operation“ war beendet. Die Polizei konnte sich als erfolgreiche „Anti-Terror“ Brigade der Presse präsentieren.

Convictions overturned CBC newsIm anschließenden Prozess wurden die beiden an der Nase herumgeführten „Terroristen“  2013 zu lebenslanger Haft verurteilt, aber vor drei Wochen entlassen. (wie das passierte – siehe Teil 1)

Sie wurden kurze Zeit später aber wieder festgenommen (ohne rechtsstaatliche Grundlage, dank den „Anti-Terror-Gesetzen“) und nur gegen Kaution und spezielle Auflagen entlassen. Hat das noch etwas mit einem „Rechtsstaat“ zu tun????

fabricating terrorists CSIS RCMPUnd auch die „Radikalisierung“ der beiden dürfte nicht ohne Zutun des Geheimdienstes (CSIS) passiert sein.

Der ganze Terror-Scare ist also ein perfides Theaterstück … eine politische Farce, deren negative Folgen für Demokratie und Rechtsstaat allerdings sehr real sind.

UNTER VERDACHT: SIND WIR DIE NÄCHSTEN?

Diese speziellen Polizei-Methoden können auch gegen unerwünschten politischen Widerstand eingesetzt werden, das sollte uns klar sein:

Demo gegen Ramstein? Engagement gegen die NATO?  Gegen amerikanische Militärbasen in Deutschland? Öffentliche  „Stimmungsmache“ gegen TTIP?  Protest gegen die Verbrechen Israels?

Und dann taucht plötzlich die Polizei auf und nimmt uns eines Tages fest. Die „Beweise“ für unsere Gefährlichkeit können dank Anti-Terror-Gesetzen kaum überprüfbar sein (wie oben geschildert).

Der Namen eines geheimdienstlichen Informanten, der behauptet, wir seien ein „Sicherheitsrisiko“, kann leider nicht bekanntgegeben werden. Wir kommen auf eine Liste „gefährlicher“ Personen usw. Politischer Widerstand wird so zur „Gefahr“ für die Sicherheit.Stasi 2.0“ feiert ein perfides Comeback.

Ist das zu pessimistisch gedacht?

In Frankreich wurden Leute, die gegen Israels Verbrechen demonstrieren, bereits als „gefährlich“ eingestuft.

3 France Gaza protests 2014Massive Proteste gegen das letzte Massaker in Gaza (2014) wurden von der französischen Regierung gestoppt (für illegal erklärt). Die BDS-Bewegung (die zum Boykott gegen den israelischen Staat aufruft) wird in Frankreich mittlerweile wie eine kriminelle Vereinigung behandelt, ihre Mitglieder müssen sich wegen „Anti-Semitismus“ vor Gericht verantworten.

Die paramilitärische „Jewish Defense League“, die israel-kritische Zeitgenossen einschüchtert und sie mundtot machen will, scheint aber für die französische Regierung kein Problem zu sein (siehe dazu die Doku von Max Blumenthal: Je ne suis pas Charlie (ab 32:00):

Blumenthal ne pas CharlieAls ihre Provokateure eine friedliche Demonstration für die Rechte der Palästinenser aufmischen, kommt es zu Ausschreitungen auf der Straße (in der Nähe einer Synagoge) und die Polizei greift ein.

Wie endet das ganze? Die pro-palästinensiche Gruppe wird wegen „Angriff auf eine Synagoge“ medial verurteilt, während die Provokateure sich als Verteidiger der „jüdischen Gemeinde“ präsentieren. Die französische Regierung nimmt diesen Vorfall zum Anlass, alle Soldiaritäts-Kundgebungen für die Palästinenser zu verbieten.

Als die Palästina-Aktivisten trotzdem eine Protestkundgebung für Gaza abhalten, kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die das verhindern will. Resultat? Franzosen (darunter auch junge Männer arabischer Abstammung, die in ghettoisierten Armenvierteln leben), die für Freiheit und Gerechtigkeit demonstrieren, werden vor Gericht gestellt und gelten jetzt als vorbestraft.

Der französische Staat benutzt also das Stigma des „Anti-Semitismus“, um junge, arabisch-stämmige Männer, die sich gegen ein ungerechtes System auflehnen, (gegen die Verbrechen Frankreichs und Israels), mundtot zu machen. Aber auch linke Protestgruppen werden dadurch politisch „neutralisiert“.

(Und dann stellt sich Präsident Hollande auch noch hin und empört sich theatralisch über den „Anschlag auf die Redefreiheit“ nach dem Attentat auf Charlie Hebdodas ist wie eine Verhöhnung der Demonstranten. Dass sich junge, arabische Männer dann von  falschen „Islamisten“ (die auch für die Geheimdienste arbeiten) ködern lassen, ist kein Wunder, aber auch das ist durchaus so gewollt … Der rechtliche Ausnahmezustand in Frankreich wurde ja noch immer nicht aufgehoben, womit die Polizei immer mehr die Rolle einer Gestapo bekommt)

So sieht also der „Rechtsstaat“ heute in Europa aus. Wer sich für Gerechtigkeit engagiert, muss damit rechnen, wie ein Krimineller, wie eine „Bedrohung“ der Sicherheit behandelt zu werden.

Dass bei vielen Demos deshalb „Vermummte“ auftauchen, die Gewalt anwenden und einen Zusammenstoß mit der Polizei provozieren, darf niemand mehr verwundern. Ihre Aufgabe ist es, den politischen Widerstand zu diskreditieren und – wenn es so weitergeht – auch zu kriminalisieren.

facial recognition 2Die aktuell von Thomas de Maiziére geforderte „Gesichtserkennung“ durch spezielle Kameras an Bahnhofen und Flughäfen ist der nächste Schritt in den rechtstaatlichen Abgrund (und kann Terror-Anschläge natürlich nicht verhindern).

Wo bleibt die Empörung des Volkes?

ANHANG  (Die neue GESTAPO?)

justice statue with sword and scale. cloudy sky in the backgrounWichtige Erkenntnisse aus dem Urteil der Richterin Catherine Bruce, (die man auch zum Verständnis der „NSU-Affäre“ brauchen kann …)

Beharrlichkeit und Verhältnismäßigkeit des Polizeimethoden:

Die Manipulation der Angeklagten durch die Polizei beschränkte sich nicht nur darauf, Angst zu schüren, religiösen Rat zu erteilen der Gewalt legitimierte und soziale Isolation zu fördern. Sie hat sie auch zu dem terroristischen Akt angestiftet und ihn selbst eingefädelt. Die Anstrengungen der Polizei waren hartnäckig, aufdringlich und standen in keinem Verhältnis zu dem, was die Angeklagten selbst zum Anschlags-Plan beitrugen.

Die Polizei zeigte ihre Hartnäckigkeit durch wiederholte Bemühungen, Mr. Nuttall so weit zu bringen, dass er einen terroristischen Plan schmieden und ausführen konnte.

Die Unverhältnismäßigkeit der polizeilichen Rolle bei der Erstellung des Bomben-Plans zeigte, dass sie damit gescheitert waren, ihn in eine solche Person zu verwandeln. Was die Polizei tun musste, um dieses Ziel zu erreichen, kommt einer Straftat gleich.“

Die RCMP hat wissentlich

  • die Schwachpunkte der Angeklagten ausgenutzt, um sie zur Ausführung von Straftaten zu bewegen. Sie verwendeten dafür ein umfangreiches Spektrum aus manipulativen Tricks, Täuschung und Belohnung
  • die soziale Isolation der Angeklagten und ihr Vertrauen zum UCO ausgenutzt, ebenso wie ihre Suche nach spiritueller Orientierung
  • durch List und Tücke den Angeklagten Angst gemacht, man würde sie umbringen, wenn sie die Erwartungen der (vermeintlichen) Terror-Organisation im Hintergrund nicht erfüllen
  • die moralischen Zweifel und die daraus erwachsene Suche nach geistlichem Beistand abgeblockt und die Angeklagten in die Irre geführt, was die Interpretation des Korans zum Thema Gewalt gegen Unschuldige betrifft
  • Der Anteil der Polizei an der Straftat war überwältigend im Vergleich zu dem unscheinbaren Beitrag der Angeklagten, die ohne deren ständige Lenkung und deren beharrliches Drängen nie so weit gekommen wären.
  • Die Polizei war der Anführer des Komplotts, nicht die Angeklagten. Sie entschied, einen Plan auf die Beine zustellen und die Angeklagten dazu zu bringen, diesen als ihren eigenen zu akzeptieren

„Auch wenn man einräumt, dass bei Terror-Delikten der Einsatz von undercover-Polizisten (UCOs) notwendig ist, so muss der Trick, als scheinbarer Terrorist aufzutreten, in diesem besonderen Fall doch als ungeheuerlich bewertet werden. Es gab keine Notwendigkeit für den Einsatz solcher Methoden, denn es bestand kein akutes Risiko für die öffentliche Sicherheit. Die Polizei verstand durchaus, dass ohne ständige Manipulation und Lenkung durch den UCO, die Angeklagten nie einen realisierbaren Plan zustandegebracht hätten.

Die Tatsache, dass die Polizei solche enormen Anstrengungen unternahm, um alle Barrieren für eine Terror-Mission zu eliminieren, führt alle Behauptungen, die  beiden seien ein Sicherheitsrikiso gewesen, ad absurdum.

Es muss ausdrücklich betont werden, dass es sich hier NICHT um einen Fall handelt, in dem die RCMP von einem bereits vorhandenen Plan für einen Terror-Anschlag erfuhr, in dem die Angeklagten in Kontakt mit bekannten Terroristen standen oder dass sie über Fähigkeiten verfügten, die für einen Anschlag wertvoll gewesen wären.“

[…] Die Polizei hat nicht nur die Gelegenheit zur Ausübung eines Verbrechens geliefert, sondern kriminelles Verhalten fabriziert:

the terror chess pieceDie Integrität des Rechtssystems wurde kompromitiert, weil das ganze Strafverfahren nur durch das kriminelle Verhalten der Polizei zustandekam. Die Verhaftung der Angeklagten war nicht Folge eines rechtsstaatlichen Ermittlungsverfahrens, sondern rechtswidriger Handlungen der Polizei im Zuge der Undercover-Operation.

Daher wird das Strafverfahren (inklusive Vollzug) ausgesetzt, weil ansonsten das Rechtssystem noch mehr Schaden nehmen würde.

DAS „RECHT“ (WEGEN TERROR-GEFAHR) IM AUSNAHMEZUSTAND`?

Der Staat muss seine Strafverfolgung so exekutieren, dass dabei Grundsätze von „fair play“ und Anständigkeit nicht verletzt werden. Er darf nicht das Leben von Verdächtigen ohne Beschränkung manipulieren und ihre tägliche Existenz in ein Theaterstück verwandeln, in dem sie ohne es zu wissen, eine Rolle spielen. (Zitat aus einem anderen Urteil, das die Richterin verwendet)

Das Gericht muss nicht nur die Handlungen der Polizei untersuchen, sondern auch deren Auswirkung auf die Angeklagten, die in diesem Fall besonders verheerend war. Die Polizei hat die Angeklagten auf eine Weise manipuliert, die unfair, unnötig und unverhältnismäßig war, um das gewünschte Ziel zu erreichen (eine Verhaftung).

Während der viermonatigen Undercover-Operation zeigten die Angeklagten deutlich, dass ihre Äußerungen zum Djihad sich in großen Sprüchen und Möchte-Gern-Draufgängertum erschöpften und sie nicht die nötige Motivation aufbrachten, sie in die Tat umzusetzen. Sie hatten weder das nötige Geld, das nötige Wissen noch die mentale Kapazität, so ein Verbrechen zu planen und durchzuführen.

Es gab auch niemand in ihrer Umgebung – außer der Polizei – der ihnen dabei geholfen hätte und sie suchten auch nicht nach solcher Unterstützung. Die Überwachung ergab, dass die beiden keine Gefahr für die Sicherheit darstellten. Sie waren die meiste Zeit in ihrer Wohnung, bewegten sich nie weiter als vier Blocks davon entfernt (zum Einkaufen) und waren spätestens um 19 Uhr wieder zuhause. Sie hatten weder Führerschein, Auto noch einen Reisepass und gerade genug Geld für Miete und Essen.

Die Polizei war frustriert, weil die Operation sich wochenlang dahinzog, ohne wirkliche Fortschritte – eben weil die Motivation der beiden “Verdächtigen” viel zu gering war und ihre moralischen Skrupel wirkten zusätzlich als Hemmung. Da half nur noch eines: die Polizei musste das Verbrechen selbst in die Wege leiten.

Die Manipulation von labilen Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, um sie zu einer kriminellen Handlung zu bewegen, die sie ohne enorme Unterstützung der Polizei nie begehen könnten, ist ein Missbrauch des Exekutivgewalt und ein Anschlag auf den Rechtsstaat.

Die Angeklagten sprachen davon, einen Terror-Anschlag begehen zu wollen, um sich für das begangene Unrecht an Muslimen zu rächen und sie wurden dafür von den Geschworenen verurteilt. Aber – es war die Polizei, die sie dazu brachte, diese Rachegedanken in die Tat umzusetzen und die ihnen die Möglichkeit gab, eine kleine Rolle bei der Durchführung eines Anschlags zu spielen (Nägel einkleben und Zeituhr basteln, der Sprengstoff kam von der Polizei selbst)

Hier handelte es sich nicht um zwei ausgekochte Verbrecher, denen die Polizei mit außergewöhnlichen Methoden beikommen musste, sondern um zwei gescheiterte Existenzen mit eingeschränkten mentalen Fähigkeiten auf der Suche nach spiritueller Anleitung.

Die Argumentation der Polizei, bei Terror-Verdacht müsse die Polizei auch extreme Maßnahmen einsetzen dürfen, um die Bevölkerung zu schützen, klingt daher wenig überzeugend und in diesem Fall ist sie völlig inakzeptabel.

Originaltext / Auszüge in Englisch:

 [775]    This is truly a case where the RCMP manufactured the crime; this is not a situation where the police simply “instigated, originated or brought about” the offence.

The police took two people who held terrorist beliefs but no apparent capacity or means to plan, act on or carry through with their religiously motivated objectives and they counselled, directed, urged, instructed and moulded them into people who could, with significant and continuous supervision and direction by the police, play a small role in a terrorist offence. The police did not first identify the idea of exploding pressure cookers; however, Mr. Nuttall regarded this device as a tester and the closest he got to an explosive substance for this test was talk about using cow manure to make an explosive substance. Mr. Nuttall never brought up pressure cookers after the June 6 scenario. The police seized on this idea and it became their plan.

And this is what the police had to do, not for public safety, but to bring the undercover operation to a conclusion with an arrest for terrorism offences. Manipulating, cajoling, instructing, instilling fear, offering friendship, offering reward, offering religious guidance, throughout the operation, the police led the defendants to this endgame.

. It is enough to conclude that, in the particular circumstances of this case, the manufacture of the crime by the police amounted to entrapment.

I therefore enter a stay of proceedings on Counts 1 and 4 of the Indictment and an unconditional stay on Count 2 based on a finding of entrapment

CONCLUSION

In this case, the actions of the police threaten fundamental beliefs our society holds about human dignity and fairness. There must be a balance between the need to protect the public from crime and what is tolerable police conduct in a free and democratic society.

There is clearly a need to curtail the actions of the police in a prospective sense to ensure that future undercover investigations do not follow the same path. Moreover, to permit the defendants’ conviction to stand in the face of this kind of police misconduct would be offensive and would cause irreparable damage to the integrity of the justice system.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TERROR-THEATER: Wenn die Polizei Regie führt

Human Rights AT The spectre of the defendants serving a life sentence for a crime that the police manufactured by exploiting their vulnerabilities … is offensive to our concept of fundamental justice.“

Vor zwei Wochen hat der Oberste Gerichtshof von British Columbia (Kanada) ein Urteil gefällt, das bei uns eigentlich Schlagzeilen machen müsste:

Ein „radikal-islamistisches“ Ehepaar, das wegen Planung und (vereitelter) Durchführung eines Terroranschlags zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wurde (nach drei Jahren Gefängnis) frei gelassen und das gesamte Strafverfahren wurde ausgesetzt (stay of proceedings).

Die Richterin, Catherine Bruce, begründete ihre Entscheidung damit, dass die beiden Verurteilten ohne hinterlistige Steuerung durch die Polizei niemals in der Lage gewesen wären, einen solchen Anschlag zu planen bzw. zu begehen. Sie ist nach rund 50 Verhandlungstagen (verteilt auf zwei Jahre) zu der Erkenntnis gekommen, dass die beiden Angeklagten in eine Falle gelockt wurden, die Polizei sie also durch Einsatz von „Undercover“-Agenten dazu ermutigt und befähigt hat, einen Terroranschlag zu begehen.

Die Geschworenen hatten die beiden im Juni 2015 in zwei Anklagepunkten für schuldig befunden: Beteiligung an einem Mordkomplott gegen unbekannte Personen und Besitz bzw. Herstellung von Sprengmaterial zum Vorteil einer terroristischen Vereinigung.

An RCMP photograph of pressure cookers they say two people intended to use as explosive devices is displayed during a news conference to announce terrorism charges in Surrey, B.C., on Tuesday, July 2, 2013. The charges are in connection to an alleged Al-Qaeda-inspired plot to explode a bomb at the B.C. Legislature on Canada Day. THE CANADIAN PRESS/Darryl Dyck

An RCMP photograph of pressure cookers they say two people intended to use as explosive devices is displayed during a news conference to announce terrorism charges in Surrey, B.C., on Tuesday, July 2, 2013.

Vorgelegte Beweise: Drei selbstgebastelte „Kelomat“-Bomben, die sie hinter Büschen vor dem Parlamentsgebäude in Victoria (BC) am 1. Juli 2013 (dem kanadischen Nationalfeiertag) versteckt hatten und jede Menge Audio- und Videoaufzeichnungen, da die Polizei (RMCP) sie vier Monate lang ständig überwacht und durch einen „V-Mann“ (undercover-(police)-officer – UCO) manipuliert hatte.

Die „Bomben“ konnten gar nicht explodieren, weil der darin enthaltene Sprengstoff nur eine Attrappe war (er enthielt nur 1 Gramm C 4), den die beiden „Täter“ von der Polizei selbst erhalten hatten (sie dachten jedoch, der UCO und zwei weitere Polizisten seien wichtige Drahtzieher in einer Terror-Organisation wie „Al Kaida“).

Vor allem die Video-Statements überzeugten die Geschworenen von der Schuld der Angeklagten, doch die Verteidigung kündigte sofort an, Berufung gegen das (vorläufige) Urteil einzulegen, weil ihre Mandanten gar nicht in der Lage seien, so eine Aktion auf den Weg zu bringen.

Nach gründlicher Durchsicht des gesamten Aktenmaterials  ergab sich für die Richterin ein klares Bild, das man vielleicht mit diesen beiden Sätzen aus dem Urteil auf einen Punkt bringen kann:

 „Die Polizei entschied sich dafür, offensiv vorzugehen: (selbst) dafür zu sorgen, dass der Plan zustandekam und dass Nuttall und Korody ihn als ihren eigenen akzeptierten. Die Polizei ließ sich auf eine facettenreiche, systematische Manipulation der Angeklagten ein, um sie zu einem Terroranschlag zu verleiten.“

The police decided they had to aggressively engineer the plan for Nuttall and Korody and make them think it was their own.“ The police engaged in a multi-faceted and systematic manipulation of the defendants to induce them into committing a terrorist offence.

Das Urteil im Originalwortlaut* gibt es hier. 

Bruce Ruling BCSC 1401Mit anderen Worten: Die Polizei hat den versuchten Bomben-Anschlag also selbst „eingefädelt“ und damit das Rechtssystem an sich pervertiert. Das Ersturteil wurde aufgehoben, nicht weil die Angeklagten völlig frei von Schuld waren, sondern weil es durch rechtswidrige Methoden der Polizei zustandegekommen war, die ihre prekäre Situation am Rande der Gesellschaft ausgenutzt hatte.

Wie die Richterin zu diesem schwerwiegenden (moralischen) Urteil kommt, sollten wir uns genauer ansehen, denn die jüngste Serie von Attentaten vermeintlicher „Islamisten“ in Europa, (momentan en vogue: Messer und Machete) sind auch nicht das, was sie zu sein scheinen. Die Rollenverteilung zwischen „böse“ (Täter“) und „gut“ (Polizei u. a. Sicherheitsbehörden) entspricht nicht mehr der politischen Realität.

Außerdem zeigt dieser Fall auf erschreckende Weise, wie durch das inszenierte Terror-Theater die Polizei immer mehr zu einer „Gestapo“ mutiert, die unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ selbst zu einer Gefahr für den Rechtsstaat und die Bevölkerung wird.

DIE ANTI-TERROR-EINHEIT DER POLZEI  MELDET ERFOLG

Jul 2 2013 RCMP press conference Nuttall terror plotAm 2. Juli 2013 hält die kanadische Bundes-Polizei (RCMP) eine Presse-Konferenz  und meldet voller Stolz, dass man einen „home-grown“ Terroranschlag durch „verdeckte Ermittlungen“ verhindert habe.

Die „Sicherstellung“ von drei selbst-gebastelten Bomben und mehr als 100 Stunden Video-Aufzeichnungen dienen als Beweis für das Aufdecken einer „Terror-Zelle“, die dank der unermüdlichen Polizeiarbeit infiltriert und schließlich „unschädlich“ gemacht wurde.

Verhaftet wurden am 1. Juli  John Nuttall (38) und Amanda Korody, 29 Jahre alt. Sie wurden – wie schon erwähnt – im Juni 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Schaut man sich (nur) dieses Video an, lässt man sich leicht von der Schuld der beiden überzeugen:

Doch es steckt viel mehr hinter diesen „Videos“ als wir zu sehen bekommen … Inzwischen wissen wir, dass die Polizei das Verbrechen selbst arrangiert hat. Schauen wir uns an, wie alles begann:

PROJECT SOUVENIR

Im Oktober 2012 erhielt die Polizei in Vancouver eine Meldung über gefährliche, „extremistische“ Äußerungen eines Mannes, der vor kurzem zum Islam übergetreten war. Er habe mehrfach angekündigt, dass er nach Afghanistan gehen wolle, um dort „den heiligen Krieg“ zu führen. Der Zeuge gab weiters an, er glaube, der Mann habe auch psychische Probleme.

Die RCMP (kanadische Bundespolizei) schaute sich den Fall an und kam zum Schluss, dass der Mann im  Grunde harmlos war und keine weitere Untersuchung erforderlich sei.

Im Jänner 2013 traf sich der RCMP-Polizeichef mit dem örtlichen Vertreter des CSIS (die kanadische Version des „Verfassungsschutzes“ in Deutschland, also der Inlands-Geheimdienst), der ihn davor warnte, dass dieser Mann gefährlich werden könnte, indem er möglicherweise andere als „Djihadisten“ rekrutiert,  die später in Kanada gewalttätig werden. Woher diese „intelligence“ kam, sagte er nicht.

Wenige Tage später wurde die geschlossene Ermittlungsakte wieder geöffnet und eine Überwachung des Mannes (John Nuttall) angeordnet, um festzustellen, ob er in kriminelle Aktivitäten verwickelt sei bzw. eine „nationales Sicherheitsrisiko“ darstellt.

John Nuttall 1Im Februar 2013 kam ein Anruf von der RCMP Zentrale in Ottawa, in dem der örtliche Polizeichef erfuhr, dass der Mann (John Nuttall- Bild) verdächtigt werde, sich Sprengstoff-Material besorgen zu wollen. (Auch diese Info kam von der CSIS). Dieser Befund wurde auch schriftlich festgehalten, in einem sogenannten „advisory letter“.

Ab diesem Zeitpunkt wurde er von zwei Sicherheitsbehörden ständig kontrolliert und manipuliert: der CSIS (Geheimdienst) und der RCMP (Polizei).

Doch die RCMP hat nie überprüft, ob diese Anschuldigung berechtigt war. Sie hat NIE in seinem Bekanntenkreis, unter Nachbarn, in der Umgebung, in Läden, wo er einkaufte, etc. eine Befragung durchgeführt, um die Verdachtsmomente (er versuche, Material für „Terror-Zwecke“ zu kaufen) zu verifizieren oder zu entkräften.

Der Teamleiter, Sergeant Kalkat sagte dazu später vor Gericht, der Polizeichef habe ihm damals gleich gesagt „es gibt derzeit keinerlei Beweise dafür, dass Nuttall eine akute Bedrohung darstellt oder kriminelle Handlungen begeht“.

Am 21. Februar 2013 wurde die Überwachung durch ein Spezial-Team der Polizei eingestellt, weil es eigentlich NICHTS zu berichten gab (was die „nationale Sicherheit“ oder Planung einer Straftat betraf) und dieses Team anderswo dringender gebraucht wurde. Trotzdem blieb Project Souvenir eine nationale Priorität für die E-INSET Division (Terror-Bekämpfung) der RCMP in Ottawa. Warum?

Das einzige „belastende“ Indiz waren also seine „extremistischen Äußerungen“ im Kontext des Islam. Der Mann wurde also wegen seiner Gedanken als „Gefahr“ eingestuft … (mehr dazu weiter unten).

HINTERGRUND-INFORMATIONEN

John Nutall wuchs in Kinderheimen auf, spielte als Teenager in Punk-Bands und begann, Drogen zu nehmen (Kokain, Heroin).

Er wurde mehrfach (1995, 1996 und 1997) verurteilt wegen Raub, Körperverletzung etc. meistens um sich Geld für Drogen zu besorgen.

Die letzte, registrierte Straftat beging er im März 2003 (Raub) wofür er 18 Monate auf Bewährung bekam. Zwischen 1995 und 2010 hatte er ständig mit der Polizei zu tun: meistens wegen Drogen, Alkoholismus oder Störung der öffentlichen Ordnung.

Polizeiakten aus den Jahren 2002/3 enthalten Hinweise auf eine möglicherweise notwendige Einweisung in die Psychiatrie (Mental Health Act). Nuttall habe wegen seiner Drogensucht die „Kontrolle über sich“ verloren, zeige irrationales, aggressives Verhalten und außerdem leide er an den Spätfolgen einer Schädeltraumas. Er hatte offensichtliche Probleme mit dem Sprechen (sehr langsam), kognitive Ausfälle und Gedächtnisstörungen (Folgen der Drogensucht – Heroin, dann Methadon), beide rauchten zusätzlich Cannabis, die Frau nahm auch noch legale Drogen gegen Angststörungen mit schweren Nebenwirkungen ).

Nuttall Korody kitchen messIn den Jahren 2009 und 2010 waren Nuttall (und seine spätere Frau) obdachlos. Beide hatten keinen Reisepass, kein Auto und keinen Führerschein. Sie lebten von der Sozialhilfe und hatten gerade genug Geld, die Miete und das Essen zu bezahlen. (Sie hatten nicht einmal ein Bett, nur eine Matratze, in der Wohnung sah es furchtbar aus – siehe Bild oben – die zugemüllte Küche).

DIE  „ANTI-TERROR“- ERMITTLUNGEN

Seit 16. Februar 2013 wurden alle Telefonate von Nuttall und seiner Frau überwacht und natürlich auch seine „Kontakte“ überprüft. Nichts davon war mit kriminellen Taten in Verbindung zu bringen und es gab auch keinerlei Hinweise auf irgendwelche Absichten oder Pläne, solche zu begehen.

Interessanterweise wurden aber ZU KEINER ZEIT die Internet-Aktivitäten der Angeklagten überwacht (auch nicht „social media“), obwohl in den Medien ständig von einer „Selbst-Radikalisierung“ gewisser Personen, gerade über das Internet, die Rede war (und ist). Erst nach ihrer Verhaftung wurden ihre Online- Kontakte überprüft und nichts gefunden, was sie mit „Terror-Netzwerken“ oder radikalen Seiten  in Verbindung bringen konnte.

Trotzdem fiel im Februar die Entscheidung in der RCMP, einen „Operations-Plan“ zu genehmigen, um die „Terror-Verdächtigen“ weiter zu überwachen, dieser wurde im Mai 2013 verlängert. Zu diesem Zeitpunkt war aber keine Rede davon, dafür „V-Leute“ (UCOs) zu verwenden, die sich als Mitglieder einer Terror-Gruppe ausgeben würden.

Als offizielles Ziel der Ermittlungen wurde folgendes angegeben:

Glaubwürdige und gerichtsverwertbare Beweise dafür zu finden,

  • ob (dass) die Verdächtigen dabei sind (oder beabsichtigen), Handlungen zu begehen wie sie im Paragraph 83.02 des kanadischen Strafgesetzbuches beschrieben sind: (Materielle Unterstützung für Terroristische Handlungen)
  • (bzw. festzustellen) ob John Nuttall Kenntnis von oder Beteiligung an kriminellen Handlungen nachzuweisen ist, die mit nationalen Sicherheitsinteressen in Verbindung stehen …

Um das zu bewerkstelligen, war anscheinend der Einsatz eines „V-Mannes“ (UCO) nötig, der sich als Mitglied einer terroristischen „islamistischen“ Bruderschaft ausgab. Diese „unkonventiollen“ Polizeimethoden wurden alleine dadurch gerechtfertigt, dass Nuttall „radikal-islamistische“ Tendenzen gezeigt habe.  (Wir kommen noch darauf zurück)

Der UCO würde sich durch eine Reihe geplanter manipulativer „Szenarien“ das Vertrauen von Nuttel erschleichen, ja dafür sorgen, dass er ihn als spirituellen „Bruder“ betrachtete.

Etwa Mitte Mai 2013 wurde das Projekt von der Zentrale genehmigt und ein Polizist für den Under-Cover Einsatz bestimmt obwohl. Er wurde ausgewählt, weil er auch Muslim war und „arabisch“ aussah..

Er nahm also Kontakt auf, stellte sich zunächst als „arabischer Geschäftsmann“ vor, der Sympathie für IS & Co. hatte und solche Gruppen auch finanziell unterstützte. Er bestärkte Nuttall in seiner naiven Vorstellung vom „Jihad“ und versuchte, alle moralischen Zweifel zu beseitigen, die Nuttall immer wieder äußerte (ob es Allah wirklich gefiele, unschuldige Menschen zu töten …).

john-nuttall-amanda-korodyDoch Wochen vergingen und das „Zielobjekt“ (Nuttall) zeigte wenig Bereitschaft, seine hochtrabenden Fantasien vom „Heiligen Krieg“ in die Tat umzusetzen. Der leitende Sergeant (Kalkat) verlangte, dass der UCO „aggressiver“ an die Sache heranging, er solle „mehr Input“ liefern, aktiver sein, um den Verdächtigen zu konkreten Taten zu bewegen.

Wie oben erwähnt, gab es keinerlei Hinweise, dass die beiden verarmten Junkies wirklich einen Anschlag begehen wollten. Als Kalkat vor Gericht befragt wurde, warum er glaubte, sie seien trotzdem ein „Sicherheitsrisiko“), antwortete er, Nuttall habe einen Blog unter dem Namen „Muhammad“ registriert und seine Frau trug doch den „hijab“ (schwarzen Schleier).

Dazu die Richterin wörtlich: „Apparently Sgt. Kalkat associated terrorism with adherence to the Islamic faith in general.“

Alleine das Bekennen zum Islam (und die Einhaltung bestimmter Regeln) ist also Grund genug, jemand als „Terrorist“ zu verdächtigen.

Und das, obwohl die kanadische Polizei selbst die „religiöse Karte“ auf perfide Weise ausspielte.  Dazu die Richterin:

From the outset of the undercover operation, Sgt. Kalkat pushed for Officer A to assert his superior knowledge of the Islamic faith during the scenarios with Mr. Nuttall and to use his knowledge of the religion as a means of controlling and directing Mr. Nuttall’s behaviour“.

Er missbrauchte also die Religion als „Werkzeug“, um „das Verhalten von Mr. Nuttall zu kontrollieren und zu steuern“.

Nuttall zeigte ein naives, kindliches Verhalten gegenüber dem UCO von Anfang an. Dieser warnte ihn davor, niemals gegenüber Fremden über solche Dinge zu sprechen, aber ließ ihn in dem Glauben, er teile seine Einstellung zum „heiligen Krieg“ (Gewalt wird durch die Religion legitimiert), damit seine Rolle „überzeugend“ war. Ein weiterer Polizei-Offizier gab sich am Telefon ebenfalls als „Terror-Bruder“ aus, damit Nuttall den Eindruck gewann, der UCO sei Mitglied einer größeren Organisation (wie „Al Kaida“etc.) und habe schon „Erfahrung“ in solchen Angelegenheiten. Später wurde ihm noch ein dritter UCO vorgestellt, der sich als kampferprobter „Mujahedeen“ ausgab (Krieger in Afghanistan).

Mehrere Polizisten sagten vor Gericht aus, das grundlegende Ziel war, Nuttall davon zu überzeugen, dass sie Teil einer großen, internationalen Terror-Gruppe waren.

DAS MOTIV

Ich habe schon zweimal erwähnt, dass es die angeblich „radikal-islamistischen“ Tendenzen waren, die Nuttall zur Gefahr für die öffentliche Sicherheit werden ließen. Doch was hatte er wirklich gesagt? Man stellt sich das übliche PR-Klischee vor: Errichtung eines Kalifats und Einführung der Sharia, Hass auf alle Ungläubigen, religiöser Fanatismus … etc.

(Hier muss ich  betonen: Beide „Verdächtigen“ sind kanadische Staatsbürger, sie haben keinen „Migranten“-Hintergrund und haben auch nichts mit arabischen Ländern zu tun.) Sie waren erst vor einem Jahr zum Islam übergetreten (wo, warum und wie das passierte, bleibt ein Rätsel, aber es besteht der begründete Verdacht, dass auch hier der CSIS eine entscheidende Rolle spielte …)

WEIT GEFEHLT. Wie im Urteil zu lesen ist, ging es um etwas völlig anderes.

palestine 6Die ursprüngliche Quelle seiner „Aggression“ war Wut und moralische Empörung über das Schicksal der Palästinenser. (Dazu habe ich ja schon dutzende Artikel geschrieben). Das brutale Besatzungsregime Israels, die unzähligen Verbrechen der zionistischen Regierung (und fanatischer Siedler im Westjordanland) seit Jahrzehnten, die gezielten Bomben-Massaker im Freiluft-Gefängnis Gaza, all das bleibt folgenlos; niemand wird zur Rechenschaft gezogen (dank den USA als Schutzmacht Israels und ihrem „Schoßhündchen“ EU) und das gigantische Unrecht geht weiter.

War is PeaceIm Gegensatz dazu wird der bewaffnete Kampf gegen diesen Staats-Terror Israels natürlich massiv verurteilt und es ist sonnenklar, dass Israel ein Rieseninteresse daran hat, diesen politisch-motivierten Widerstand mit dem religiös verbrämten, irrationalen „Terrorismus“ (der uns angeblich alle bedroht) in einen Topf zu werfen. Genau das passiert ja auch.

Durch den „War on Terror“ (der durch die inszenierte 9/11 PSYOP legitimiert wurde) nahm sich die USA ja das Recht heraus, von nun an in allen Ländern (die nicht gehorsam sind) Muslime anzugreifen (offen oder verdeckt) und zu töten, eben unter dem Vorwand der Terror-Bekämpfung.

lady-liberty-bloodSeitdem sterben Muslime massenhaft (und auf grauenvolle Weise) in Afghanistan, in Pakistan, im Irak, in Libyen, in Syrien (dort auch Christen), im Yemen, usw. Es ist also in Wahrheit ein „War of Terror“.

Diese Massaker (und absichtliche Zerstörung des kulturellen Erbes) sind Grund genug, „aggressiv“ zu werden, soll heißen, man wünscht sich, dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen und hart bestraft werden.

Wir wissen aber, dass das nicht passiert, deshalb ist ein leichtes, bei dafür empfänglichen Menschen, diese Frustration und Wut (über das Unrecht) so zu kanalisieren, dass sie in Gewalt umschlagen. Die Religion dafür zu benutzen, ist ja nichts neues – man denke nur an die Rolle der katholischen Kirche bei der Legitimation staatlicher Gewaltorgien gegen Nicht-Christen über Jahrhunderte hinweg.

Jüdische "Siedler" Westbank ... diese "religiösen Extermisten" sind kein Thema ...

Radikale Jüdische „Siedler“ in der Westbank … diese „religiösen Extremisten“ sind kein Thema in den Medien …

Auch den jüdischen, gewalttätigen „Siedlern“ im Westjordanland sagt man, das sei alles „Gottes Wille“ … also keine moralische Verantwortung für ihre Verbrechen…

Es war also nicht der Islam, der Nuttall zu seinen „extremistischen“ Äußerungen bewog, sondern die politische Gewalt des Westens gegen Muslime in anderen Ländern und die Tatsache, dass die kanadische Regierung sich ebenso „bedingungslos“ hinter den Schurkenstaat Israel stellt, wie die Regierung in Washington. (Kanada macht auch in Afghanistan mit).

Natürlich ist das keine Rechtfertigung für einen Bombenanschlag, aber der Fokus auf den Islam (und dessen Anhänger) als prinzipielle „Gefahr“ für die Staatssicherheit ist völlig irreführend. (Da wäre der subversiv agierende Zionismus ein viel passenderer Kandidat)

Nutall erwähnte in einem „Szenario“ am 3. März, dass Hamas Qassam-Raketen im Kampf gegen Israel einsetzte. Er sagte, er habe einen Plan, diese Raketen zu bauen um damit eine symbolische Botschaft für die Rechte der Palästinenser zu senden (er wollte sie „über das Regierungsgebäude in Victoria schießen“ und dass der UCO ihm das dafür notwendige Material besorgt. Dieser sagte ihm neuerlich, er solle vorsichtig sein, wem gegenüber er von diesen Plänen sprach.

Zu seiner politischen Motivation (und moralischen Perspektive) stach mir ein Satz der Richterin aus dem Urteil ins Auge:

At the end of this scenario, Officer A gave Mr. Nuttall $100 because it became apparent that he had given away his last dollar to a street person who claimed to be from Palestine.“

DIE MANIPULATION

Um seinen Gehorsam und sein Vertrauen gegenüber dem UCO zu testen, wurde ihm aufgetragen, Pakete abzuholen und an einen anderen Ort zu bringen, oder Leuten zu übergeben, ohne zu wissen, was sich darin befand. Ihm wurde dabei suggeriert,  es sei ein „gefährlicher Job“ und er könne damit demonstrieren, dass er für weitere, geheime Aktivitäten geeignet sei. Die Polizei zahlte ihm dafür 200 Dollar. Sein Glaube, er habe (durch den UCO) Zugang zu kriminellen Ressourcen, die man für Terror-Aktivitäten im Rahmen des „heiligen Krieges“ braucht, wurde weiter gestärkt.

Die Polizei gab ihm (nur für den „Job“) ein „sicheres“ Mobiltelefon, Busfahrkarten, Geld für Lebensmittel und Zigaretten, zahlte Hotel-Rechnungen, etc. Seine Abhängigkeit (in psycho-sozialer Hinsicht) wurde ständig größer. Da ihnen gesagt wurde, (im Kontext der „Loyalität“) sie sollten sich von anderen fernhalten und niemand vertrauen (außer dem UCO), isolierten sich die beiden immer mehr. Als dieser sich zwei Wochen lang nicht meldete, wurde Nuttall extrem unruhig. Er fühlte sich „im Stich gelassen“ und war froh, als sein „Glaubens-Bruder“ wieder mit ihm Kontakt aufnahm.

Sergeant Kalkat ordnete an, dass der UCO „mehr Kontrolle über die Gespräche mit Nuttall ausüben“ und ihn immer wieder an seinen „Plan“ erinnern solle nach dem Motto: Ist das alles nur Gerede oder meinst Du es Ernst?

Dass Nuttall „geistige Defizite“ hatte, wird deutlich, wenn man seine irrwitzigen „Pläne“ näher betrachtet: So wollte er (alleine) „ein Atom-U-Boot kapern“ und die „Welt damit erpressen“, eine Militär-Basis mit einem Gewhr stürmen und – wie schon gesagt – Qassam-Raketen bauen, um dem Parlament eine „Botschaft“ zum Thema Palästina zu übermitteln.

Er  wollte, dass ihm der UCO eine Waffe beschafft und ihm entsprechendes „Training“ organisiert. Dieser vertröstete ihn zwar jedesmal, ließ ihn aber in dem Glauben, er könnte jederzeit solche Waffen besorgen.

Inzwischen bemühten sich die Polizisten der RCMP, die Glaubwürdigkeit des UCO als „Djihadist“ zu erhöhen und zogen deshalb Experten zu Rate, die sich mit echten „Gotteskriegern“ auskannten. Dazu suchten sie nach Versen aus dem Koran, die sich mit „Djihad“ befassen.

Prof Safi RMCP radicalized himEin Islam-Wissenschaftler sagte vor Gericht, dass in einigen dieser Koran-Verse klar zum Ausdruck gebracht werde, dass das Töten von Unschuldigen eine große Sünde sei.

DIE MORALISCHEN SKRUPEL

Nuttall hat immer wieder genau solche Zweifel geäußert, ob Allah ihn nicht bestrafen werde, wenn er unschuldige Menschen tötet.

Daraufhin hat ihm der UCO entgegnet: Wir kontrollen nicht unser Schicksal, es ist Allah. Wenn es passiert, ist es Allah’s Wille … folge Deinem Herzen ..und lass es geschehen …“.

Damit wurde dem „Zielobjekt“ suggeriert, er habe ohnehin keine Kontrolle über sein Schicksal … und damit keinen eigenen Willen. Man wollte seine moralische Empörung über das Unrecht, das tausende Muslime erleiden, in echte Gewaltbereitschaft umformen und hat dazu seinen Glauben missbraucht.

Nach dem Meeting am 3. April ließ ihn die Polizei wieder „schmoren“ und Nuttall rief den UCO ständig an wobei klar wurde, wie abhängig er von ihm war. Er sagte (Mailbox) „Bruder, ich denke jede Minute an Dich und bete für dich …“ Er versprach ihm, dass beide „alles tun würden“, was er von ihnen verlangte.  Er fragte den UCO in allen möglichen (sehr privaten) Dingen um „religiösen“ Rat, so etwa, ob er sich die Schamhaare rasieren müsse, bevor er in den heiligen Krieg zog.

Wie sehr Nuttall auf den UCO fixiert war, lässt sich auch aus dessen Notizen erkennen: „Wir hatten eine allgemeine Konversation über Religion und er sagte, er wolle mein „Jünger“ werden. (!)

Kurz darauf drängte Kalkat darauf, die „Szenarios“ so zu planen, dass dadurch auch Beweise für kriminelle Taten entstünden. Der UCO solle „mehr Kontrolle“ über die Aktionen von Nuttall bekommen. Dazu schlug er vor, ihm Geld für den Kauf einer Waffe zu geben und schon einen Tag („D-Day“) festzulegen, an dem Nuttall verhaftet werde. Weiters könnte ihm die Polizei ein „safe house“ zum Bauen der Bombe geben und ihn dazu bringen, ein Video über die bevorstehende Tat zu machen.

july-29-2016-john-nuttallIn privaten Gesprächen mit dem UCO erzählte Nuttell von seiner Drogensucht und dass er als brutaler Schuldeneintreiber im Drogenmilieu  gearbeitet hatte. Doch seit er zum Islam konvertiert sei, habe sich sein Leben total geändert, er habe jetzt keine finsteren Gedanken mehr, Menschen zu töten oder sie leiden zu lassen.

Am 26. April ging der UCO mit Nuttall „einkaufen“: er kaufte ihm einen Anzug, Hemden und Schuhe. Er gab ihm 200 Dollar für den Kauf einer Festplatte, die man verschlüsseln konnte. Er sollte darauf seinen „Plan“ für den Djihad speichern (damit sie ihn später als Beweis gegen ihn  vorlegen konnten). Der UCO wies ihn an, seine Dateien auf dem USB-Stick mit einem Password zu sichern, aber er hat es nie getan.

Ab 3. Mai 2013 wurden alle Gespräche der Angeklagten mit den Undercover-Polizisten z.T. live mitverfolgt, aufgezeichnet und schriftlich festgehalten.  Die oberen Chargen der Polizei machten sich nicht die Mühe, diese selbst zu überprüfen, sondern ließen sich vom UCO ein „briefing“ geben. Am gleichen Tag trafen sich die Chefs der Sicherheitsbehörden um sich einen Überblick über die „Operation“ zu verschaffen. Kalkat meldete, dass es keine Bedenken wegen Gefährdung der Öffentlichkeit gab und dass der UCO „complete control“ über die Zielperson (Nuttall) hatte.

Dieser hatte dem gutgläubigen Nuttall gesagt, er sei jetzt ein „Mujahedeen“ und bereit für den „Djihad“. Nuttall  war stolz und faselte davon, einen Zug zu entführen, um die Freilassung eines Gefangenen in Guantanamo zu erzwingen (!).Der UCO sagte ihm, der Lebenszweck für jeden Muslim sei, als Märtyrer zu sterben … später behauptete er, er habe eine Liste von 100 kanadischen Soldaten um die er sich schon „kümmern“ werde, weil sie Muslime in Afghanistan getötet hatten.

Während einer längeren Fahrt im Auto erzählte Nuttall, er sei zwei Jahre wegen GBS paralysiert gewesen. Insgesamt habe er vier Jahre im Rollstuhl verbracht. Doch sein „Plan“ für einen Anschlag war noch immer nicht vorhanden, stattdessen entwarf er absurde Szenarien, die völlig unrealistisch waren. Der UCO wurde ungeduldig und rügte ihn, weil er solange brauchte. Schließlich gab er Nuttall Tipps für den Plan, worüber dieser sehr erfreut war, denn er dachte ja, der UCO sei ein „erfahrener Terrorist“.

Auf der Rückfahrt redete Nuttall ununterbrochen. Er sagte, er habe die Nacht davor mit einem US-Soldaten im Internet diskutiert und ihm gesagt „Frieden ist möglich, und dann gäbe es keinen Terrorismus mehr, wenn alle fremden Soldaten den Nahen Osten verlassen und aufhören, Israel zu unterstützen.“

 („peace could be achieved and there would be no more terrorism if all the foreign soldiers left the Middle East and stopped supporting Israel)

RCMP emblem 2Sergeant Kalkat (RCMP) drängte immer mehr darauf, „mehr Realismus“ in die Szenarien zu bringen, im Sinne von „islamistischen Extremismus“. Er gab dem UCO Anweisungen, sich „mehr wie ein echter Terrorist“ zu verhalten und aktive Schritte zur Erstellung eines machbaren Plans zu unternehmen. Die Polizisten waren sich einig, dass – wenn man Nuttall nur genug Geld geben würde – er ein „Terrorist“ würde. Die Rechtsberaterin der Polizei sagte dazu, kleine Geldbeträge seien kein Problem, das könne nicht als „Anstiftung“ gewertet werden.

Bei der nächsten Besprechung betonte der Polizeichef, es sei jetzt wichtig, Nuttall zu einem „machbaren“ Plan zu bewegen und Kalkat zeigte sich optimistisch, dass wir „innerhalb der nächsten zwei Monate genug Video-Beweise haben, um ein Strafverfahren einzuleiten“. Nur ein Polizist warnte am 8. Mai davor, dass mit diesen Methoden die Polizei (selbst) Nuttall „zu einem Terroristen machen würde“, wozu er alleine nicht fähig wäre:

„ … At this stage, however, the target may come back with another plan SIMPLY BECAUSE WE TOLD HIM TO. This would be coercion at best, and at worst IT WOULD BE US MAKING A TERRORIST OUT OF SOMEONE who might not otherwise be.“

Der gleiche Polizist drückte auch seine Besorgnis darüber aus, dass Nuttall doch psychische Probleme hätte.

Am 10. Mai wurde das nächste „szenario“ (eine Art good cop – bad cop show) durchgespielt: der UCO erzählt Nuttell, dass seine geplante Entführung eines Passagierzuges auf Vancouver Island ein Witz sei, weil dieser nur mehr Güter transportiert. Dazu schreibt die Richterin:

Der OCU verwirrte Nuttall mit seinen widersprüchlichen Aussagen. Zuerst schrie er ihn an und sagte sein Partner sei böse, weil der Plan so bescheuert sei. Sein Versagen hätte ihn selbst in eine sehr peinliche Lage gebracht, da er für ihn gebürgt habe. Er hämmerte ihm ein, dass er jetzt nicht mehr zurück könne.

Doch als Nuttall sagte, er befürchte, dass ihn der OCU jetzt umbringen werde, lachte dieser und sagte, das sei absolut nicht geplant.

Schließlich betonte er, dass Nuttell nur dann mitmachen könne, wenn er einen gut überlegten, machbaren, realistischen Plan vorlegt. Er riet ihm, das Internet zu nutzen, um dafür Recherchen zu machen. Nuttell fing wieder von seinem Raketen-Plan an, doch der UCO sagte, das sei nicht machbar. Nuttall antwortete, er sei kein General und könne diese Art von Planung nicht bewerkstelligen. Er war jetzt sehr erregt und bat den UCO, ihm einen spirituellen Berater zu suchen, der ihm sagen könne, ob das Töten unschuldiger Menschen (samt Selbstmord) mit dem muslimischen Glauben vereinbar sei.

Der UCO erwiderte, er wisse doch schon, was der Glaube von ihm verlange. Er habe schwerwiegende Zweifel an dem Vorhaben, die seine Seele in Gefahr brächten. Darauf der UCO: du kannst doch mich fragen ….

Damit hat der UCO seine polizeilichen Befugnisse weit überschritten und hätte sich jemand aus der Führungsriege das Audio-Tape angehört, wäre klar gewesen, dass Nuttall keinesfalls erpicht darauf war, andere Menschen „für den Glauben“ umzubringen. Im Gegenteil, er hatte enorme moralische Bedenken. Dazu die Richterin:

„Nuttall was expressing reticence and UNCERTAINTY ABOUT ANY INTENDED ACT OF VIOLENCE AGAINST NON-MUSLIMS, AND IN PARTICULAR, INNOCENT CITIZENS.

DIE POLIZEI BEGEHT SELBST EIN VERBRECHEN

Polizei LegoDass ein Under-Cover Polizist, in dieser kritischen Situation, unter dem Deckmantel der Religion Nuttals Zweifel und sein Zögern (ein schweres Verbrechen zu begehen) ausräumen will, um ihn zu einer Straftat zu animieren, ist eindeutig ein schwerer Verstoß gegen jedes Rechtsempfinden und ein Missbrauch der Polizeimacht.

In der Gerichtsverhandlung wurde ein Video gezeigt, in dem der Undercover-Polizist zu ihm sagt:

“Im here to make what you have in your head become true, what you want in your heart to be reality.

Nuttall wird jedoch weiter bedrängt, einen Terror-Plan zu erstellen und der UCO sagt ihm, wenn der Plan gut sei, werde er ihn finanzieren und sich um die Logistik kümmern. Der ständige Druck ist zu viel für den psychisch labilen, drogen-gescädigten Mann: er bricht in Tränen aus. Der UCO beruhigt ihn damit, sie werden es zusammen machen, in „kleinen Schritten“.

Nuttall sagt, er brauche Anweisungen von ihm und fragt, was er bis zu ihrem nächsten Treffen tun solle. Er bekräftigt neuerlich, dass er keinen „Djihad“ machen werde, wenn ihm nicht ein religiöser Gelehrter erklärt, ob Töten wirklich erlaubt sei:

Significantly, Mr. Nuttall said that he was not going to carry out any jihad until he had the spiritual guidance he was looking for in regard to whether killing was prohibited or permitted by the faith.

Auch andere Barrieren zur Terror-Plan-Erstellung werden von der Polizei beseitigt: Nuttall weigert sich, im Internet nach inkriminierendem Material zu suchen, ohne „sichere“ Verbindung. Es ist der UCO, der ihm die TOR-Software zeigt, damit er seine IP-Adresse verbergen kann.

Als nächstes fährt die Polizei die beiden „Täter“ nach Victoria, um sie zu einem konkreten Plan zu inspirieren und damit sie dort „Aufklärung“ betreiben können. Aber dabei kommt auch nicht viel heraus.

Es war eindeutig, dass Nuttall ohne die ständige Anleitung und psychische Manipulation des UCO nie zu einem konkreten „Terror-Plan“ fähig wäre.

Zwei der ranghohen Polizisten dachten deshalb darüber nach, ob es nicht besser wäre, das ganze zu beenden und eine sogenannte „De-Radikalisierung“ einzuleiten (mit Konsultation eines Psychologen). Doch Sergeant Kalkat und der UCO waren dagegen und vertraten die Ansicht, Nuttall sei nicht „mental“ behindert.

Schließlich wollte Kalkat einen anderen Polizisten (Muslim) dazu bringen, sich gegenüber Nuttall als Islam-Gelehrten auszugeben, doch dieser wollte dabei nicht mitspielen.  Der UCO bestärkte aber weiterhin den zögerlichen „Djihadi“ darin, einen Anschlag zu planen.

Es ist klar zu erkennen, dass die Polizei die labile „Zielperson“ gelenkt und damit zu einer schweren Straftat verleitet hat.

Nuttall spricht Mitte Mai noch immer von seinen „Raketen“, dem Atom-U-Boot usw. und betont, er brauche zur Umsetzung dieser grandiosen Fantasien einen Lehrgang über Sprengstoff. Der UCO stimmt zu, ihm beizubringen, wie man Bomben bastelt.

Doch Nuttall hatte massive Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, er vergaß Dinge, die man ihm vor zwei Minuten gesagt hatte. Und das sollte der „Mastermind“ einer Terror-Operation sein? Er hatte eine Riesenangst davor, dass man von ihm erwarten würde, Anordnungen zu erteilen und wollte doch selbst nur Anweisungen ausführen.

Er sagte dem UCO, er wolle „kein General sein, der sich alles ausdenken müsse“. Dieser antwortete, er werde ihm schon dabei helfen, die Inkonsistenz seines Planes zu überwinden und nötigenfalls weitere „Brüder“ hinzuziehen. Nuttall war überzeugt davon, dass diese niemals Anweisungen von einem wie ihm akzeptieren würden.

Seine ständige Suche nach religiösem Beistand wurde von der Polizei abgeblockt: er dürfe nicht den Imam einer Moschee fragen, wegen der vertraulichen Beziehung zum UCO und ihren geheimen Plänen für den „Djihad“.

Am 21. Mai erzählte Nuttall dem UCO, er habe eine Beinah-Todeserfahrung gemacht, nachdem er versehentlich Ameisengift konsumiert hatte (?). Er konnte sich nicht mehr bewegen, verlor die Sehkraft und hatte große Schmerzen. Er habe jedoch nicht 911 anrufen können, weil der Koran es verbiete, jemand um Hilfe zu bitten, der sich über seine Religion lustig macht (!). Stattdessen riefen sie die Vergiftungszentrale an, die ihnen sagte, sie sollten viel Wasser trinken. Er sei immer noch sehr krank.

Am gleichen Tag wird das Projekt „Souvenir“ von der Zentrale der RCMP bis 31. August 2013 verlängert.

BC Legislature Victoria 1Nuttall hatte es mittlerweile nicht einmal geschafft, sich eine Karte vom „Zielgebiet“ zu besorgen. Der Trip nach Viktoria (zur „Ausforschung“ des Zielortes vor dem Parlamentsgebäude – Bild) wurde zur Gänze von der Polizei organisiert und finanziert. Nuttall schlief fast die ganze Zeit und musste sich von der Vergiftung erholen, während sich seine Frau häufig übergeben musste. (Clonazepam-Effekt)

Auf der Fahrt nach Viktoria beginnt Nuttall plötzlich über den britischen Imperialismus zu diskutieren und kommt zu der Schlussfolgerung, dass „diese Vergeltungs-Anschläge eigentlich nicht viel für die Muslim-Gemeinde  bringen würden

(Es folgt Teil 2 …. )

 

terror factoryWie in den USA solche verdeckten Operationen mit Informanten (durch das FBI) ablaufen, kann man hier nachlesen (basierend auf Insider -Wissen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DR. JEKYLL & MR. JIHAD: Der Terror im Kopf (1)

18117Wie kann es sein, dass jemand, der (nach Wahrnehmung seiner Mitmenschen) bislang eigentlich eher unauffällig war und auf keinen Fall als radikal erschien, sich mutmaßlich in kurzer Zeit plötzlich umorientiert?“.

(Joachim Herrmann (Innenminister von Bayern) nach dem Zug-Attentat in Würzburg (auf Chinesen!)

Es gibt schon wieder ein neues Messer-Attentat: diesmal wurden in Belgien zwei Polizistinnen mit einer Machete angegriffen (der Angreifer kommt – wieder einmal – aus Algerien und jetzt wird der Angriff auch als „terroristischer Mordversuch“ eingestuft).

Was haben fast alle dieser „Messer- (bzw.Machete-) Attentäter“ gemeinsam? Sie sind sehr jung und man kann sie in drei Kategorien enteilen: Sie waren

1.       „der Polizei bekannt“ (aber als „normale“ Kriminelle), hatten aber nichts mit „Terror“ oder Islam am Hut,

2.      bisher völlig unauffällig und machten plötzlich eine unheimliche Wandlung durch,  z.B. der 17-jähriger Afghane, (Würzburg / Zug-Attacke):

„Für alle Menschen, die in den vergangen Monaten in Kontakt mit dem Jugendlichen waren, sei diese Tat jedoch „völlig unbegreiflich„. Der 17-Jährige sei als ruhiger und ausgeglichener Mensch geschildert worden.“ 

und niemand in ihrer Umgebung hat ihre angebliche „Radikalisierung“ (innerhalb sehr kurzer Zeit) bemerkt oder

3.      sie hatten schon länger „psychische Probleme“ (z.B. der Täter von Nizza, der Schütze in München und Abdel Kermiche, der den Priestermord in der Normandie „organisiert“ hat) und wurden deshalb mit psychoaktiven Medikamenten behandelt.

Einer, der zur zweiten Kategorie gehört, wurde als zweiter „Kirchenmörder“ (von Pater Hamel) identifiziert (obwohl sein Gesicht wegen Schussverletzungen nicht mehr erkennbar war). Mit ihm wollen wir uns genauer beschäftigen.

AM Petitjean before BWAbdel Malik Petitjean wurde am 14. November 1996 in Saint-Dié-des-Vosges geboren. Er wuchs bei seiner Mutter in Aix-les-Bains auf, in einer sogenannten „Patchwork-Familie“, gemeinsam mit zwei Schwestern. Die Familie ist mehrfach umgezogen, zuletzt nach Seynod (Haute-Savoie).

Alle die ihn kannten, waren außer sich, als sie hörten, dass er an einem so abscheulichen Verbrechen teilgenommen haben soll. Allen voran seine Mutter, die ihn wohl am besten kannte. Sie (Yamina Boukessoula) wehrt sich entschieden gegen die Darstellung ihres Sohnes in den Medien. Er sei ganz und gar nicht das Monster (gewesen), das uns dort vorgeführt wird:

 „Ich kenne meinen Jungen, er ist freundlich und liebenswert. Ich habe doch keinen Teufel aufgezogen. Er hat niemals von Daesh (IS) gesprochen, wir haben offen über diese Sachen geredet.“

Na ja, die Mutter will das Furchtbare nicht wahrhaben, könnte man jetzt denken. Doch alle, die ihn kannten, sagen das gleiche:

„Das war ein sanfter, freundlicher, sehr höflicher Junge“. (C’était un garçon très gentil, très doux, très poli)

Er war immer gegen solche Attentate“ sagte ein junger Mann, der ihn kannte, in einem Interview mit BFMTV.

In seiner Heimatstadt, Aix-les-Bains sind die Leute, die ihn kannten fassungslos und können nicht glauben, dass er an einem solch grausamen Verbrechen mitgewirkt haben soll. Djamel Tazghat, der die lokale Moschee betreut hat, sagte:

Ich hatte ihn sehr gern. Wir hatten nie ein Problem mit ihm in der Moschee. Nichts auffälliges, er lächelte immer, war freundlich. Es ist unglaublich.“

Die Gemeinde ist schockiert, denn er war bekannt für seine Freundlichkeit, seine ruhige Ausstrahlung.

Es gab niemals ein Anzeichen für eine Radikalisierung. Was ist denn bloß in seinem Kopf vorgegangen???

Es ist schwer zu glauben. Er war gegen Daesh, er überhaupt nicht radikal“. (Hakim, 17, ein Freund)

retourner le cerveauAuch der Stiefvater (der ihn als Kleinkind adoptierte) ist entsetzt und kann sich die Transformation seines Sohnes nur so erklären:  „Sie haben ihm in drei Monaten eine Gehirnwäsche verpasst (seitdem er mit „den Bärtigen“ herumhing).

Im Gegensatz zu Adel Kermiche und anderen Djihadisten, hatte es keinerlei Anzeichen dafür gegeben, dass der junge Mann (Petitjean) psychische Probleme hatte, die eine „Radikalisierung“ (sprich: Gehirnwäsche) begünstigt hätten. Alle, die ihn kannten, nannten ihn „sanft“, „ruhig“ und höflich.

Er machte 2015 sein „Abi“ und arbeitete danach in einem Geschäft in Seynod.  Am Wochende hatte er noch einen Job am Flughafen Chambéry-Savoie. Dafür musste er ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das er ohne Probleme bekam. Ich erinnere hier auch an ein Statement der französischen Ermittlungsbehörden gegenüber der Presse, das ich im letzten Beitrag ewähnt habe:

Er war den Polizeibehörden völlig unbekannt, denn es gab absolut nichts, was man ihm vorwerfen konnte.“

Nichts, aber rein gar nichts, deutete also darauf hin, dass dieser ruhige, unauffällige Junge innerhalb weniger Wochen zu einem grausamen Killer mutierten oder ein religiöser „Extremist“ werden wurde, der Anschläge in Frankreich plant und sich dazu ausgerechnet einen gebrechlichen, alten Priester als Opfer aussucht.

Irgendetwas hat diese harmlosen jungen Männer dazu gebracht, zu brutalen Mördern zu werden. Wir sollen glauben, es war einfach nur religiöse Indoktrination, die sie zu „Extremisten“ gemacht hat. Doch wenn man sich mit Psychologie beschäftigt,  ist das nicht sehr glaubwürdig.

Der Mensch ist nicht „des Menschen Wolf“ (Thomas Hobbes)

Jeder Mensch (der geistig und seelisch gesund ist) hat eine natürliche Hemmung, anderen Menschen etwas anzutun, vor allem – zu töten. Menschen sind soziale Wesen und besitzen eine Eigenschaft, die sie einzigartig als Lebewesen macht (biologisch gesehen sind wir ja nur „Säugetiere“): sie haben ein Gewissen, eine Moral, die im Tierreich nicht vorkommt. (Tiere handeln instinktiv, sie überlegen nicht, was richtig oder falsch ist). Die Anlagen dafür findet man schon bei Säuglingen (Mausfeld).

Aus militärischer Sicht (für die Rechtfertigung von Gewalt bzw. eines Krieges) ist das ein Riesenproblem und deshalb müssen diese natürlichen Hemmungen überwunden werden. Dafür sind in der Regel drei Dinge notwendig:

  1. Die „anderen“ müssen kollektiv als Feinde wahrgenommen werden.
  2. Diese „Bedrohung“ legitimiert dann die Anwendung von Gewalt, die man als defensiv darstellt
  3. Hetzpropaganda und Dämonisierung des Gegners enden damit, dass der „Feind“ nicht mehr als Mensch wahrgenommen wird: somit kann ich „alles“ mit ihm machen …

In einem „Schießkrieg“, wo sich zwei bewaffnete Gruppen gegenüber stehen, ist es nicht schwer, die Soldaten dazu zu bringen, den Gegner anzugreifen und zu töten, nach dem Motto: wenn wir nicht schießen, bringen die uns um (und umgekehrt). Damit wir die Waffengewalt zur „Normalität“, zur Notwendigkeit.

Bei Verwendung von modernen Schusswaffen (von Bomben, Raketen oder Drohnen ganz zu schweigen) kann ich aus einiger bis großer Distanz jemand umbringen und erlebe deshalb nicht unmittelbar dessen Tod. Ich drücke auf einen Knopf, oder einen Abzug und Sekunden später ist jemand (oder sind tausende) nicht mehr am Leben, ohne dass man sich „die Finger schmutzig (sprich: blutig) gemacht“ hat.

knife 2Bei einem Messer-Attentat ist das aber ganz anders: erstens muss man der Person sehr nahe kommen und zweitens (besonders, wenn ihr „die Kehle durchgeschnitten“ wird, erlebt man hautnah das Bluten, die Qual und das Sterben eines Menschen.

Solche Taten werden (bei Zivilisten) meistens „im Affekt“ (emotionaler Ausnahmezustand) ausgeführt, Täter und Opfer kannten sich, sie hatten Streit, Wut und / oder Rachegefühle dominieren, etc. (Unter Drogeneinfluss kommt es natürlich auch zur Enthemmung, siehe dazu auch Captive Minds)

Doch einen wehrlosen, alten Mann in einer Kirche auf diese Weise zu töten, jemand, den ich nicht kenne, der mir nichts getan hat, das ist eine ungeheure, unmenschliche Brutalität, die man nicht mit „Selbst-Radikalisierung“ (so etwas gibt es nicht) begründen kann.

Einen 19-jährigen,  der ohne Gewalt aufgewachsen ist, zu so einer schrecklichen Tat zu bewegen, ist nicht mit religiöser Indoktrination im Schnellverfahren zu erklären, (bei Kermiche, dem anderen „Kirchenmörder“ sagte der örtliche Imam, er habe „nie auch nur einen Fuß in die Moschee gesetzt“ und andere bestätigten, dass er „häufig Party gemacht und viel Alkohol getrunken hat“ (!). Dann wird er plötzlich „religiös“??

Hier wurden ohne Zweifel Methoden angewandt, die man salopp als „Gehirnwäsche“ bezeichnet. (Wir kommen noch darauf zurück …)

Als schlagkräftiger Beweis für die Radikalisierung von Adel Petitjean (dem „sanften“ Jungen ohne Probleme) wurden zwei Videos in Umlauf gebracht:

In dem ersten ruft er (?) seine muslimischen Brüder zu Anschlägen gegen die französische Republik („greift sie an, tötet sie… und gegen die „Mitglieder der Koalition“ auf. Er spricht von „der humanitären Katastrophe, die durch die Bomben ausgelöst wird)  Doch weder Syrien noch „IS“ (oder eine der anderen Terror-Banden) werden erwähnt. (Er hört sich an wie ein Roboter, wiederholt manche Wörter, hat sprachliche Lücken, zeigt keine Emotion im Gesicht)

Im zweiten Video sieht man ihn mit Adel Kermiche, händchenhaltend (neben einem Computer-Screen mit IS-Logo).

In den Medien wurde das so beschrieben: Zwei Männer, die sich Abu Omar und Abu Jalil al-Hanafi nennen, halten sich an den Händen und geloben dem  spirituellen Führer von „IS“ (Abu Bakr al-Bagdadi,  den es gar nicht gibt, er ist eine Figur der Geheimdienste) die Gefolgschaft.

Doch tatsächlich sagt Petitjean kein Wort, (außer „Allah u akbar“ am Ende). Nur Kermiche spricht arabisch und Petitjean nickt mit dem Kopf. Er sieht aus, als ob er nicht ganz wach ist (zu beachten, die ausdruckslosen, „toten“ Augen).

Ist das wirklich derselbe Adel M. Petitjean, den man im ersten Video gesehen hat?

Adel M Petitjean 2Er sieht hier viel jünger aus, das Gesicht ist viel schmäler; im ersten trägt der Mann ganz normale Kleidung, im zweiten trägt er eine orientalische Kopfbedeckung, sieht ein bißchen „wie  Jesus“ aus, finde ich. (Den Tablet-PC mit dem IS-Logo auf der Treppe finde ich bizarr, wie ein Requisit auf der Theaterbühne …)

Die französischen Behörden sagten dazu gegenüber der Presse, Adel Malik (Petitjean)

habe starke Ähnlichkeit mit einem Mann, der wenige Tage vor vor dem Attentat (seit 22. Juli) von der Anti-Terror-Einheit der Polizei gesucht wurde (von dem man nur ein Foto hatte, aber seinen Namen nicht wusste – Details dazu siehe Teil 1)

AM Petitjean doubleN.B. Sie sagten nicht, „es ist Petitjean“, sondern sprechen nur von einer frappierenden Ähnlichkeit. Wir sehen jedenfalls, dass dieses Foto offensichtlich ein Screenshot aus dem ersten Video ist und denselben Mann zeigt (er trägt ja auch das gestreifte T-Shirt und hat ein aufgedunsenes Gesicht).  (Apropos – Was hängt da eigentlich von der Decke? Ist das eine Kamera??)

Adel M P tuer les en masseDaraus können wir schließen, dass das Foto „des befreundeten Geheimdienstes“ aus der gleichen Quelle kommt, wie das Video selbst (es war ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht).

Wer hat denn nun dieses Video ins Netz gestellt?

In allen Medienberichten (die, wie immer nur wiederkäuen, was sie an „Futter“ erhalten haben), findet man dazu folgende Aussage: Es sei die Presseagentur „Amaq“ gewesen, die als Verteiler für Botschaften von „IS“ agiert bzw. „die dem IS nahesteht“.

Ich habe ja schon viel Unsinn gelesen, seitdem der verlogene „war on terror“ das Licht der Welt erblickte, aber das muss einen wirklich stutzig machen: Seit wann haben paramilitärische, primitive Terror-Banden eine eigene Presseagentur?

Was sagt denn z.B. Wikipedia dazu?

„Nach Aussagen des IS, ist AMAQ nicht Teil seiner offiziellen Medien-Operationen. Beobachter haben festgestellt, dass es Unterschiede in der Sprache, im Ausdruck … und im Tonfall … gibt.

Bekannt wurde die „Agentur“ vor allem deshalb, weil sie blitzschnell nach einem Anschlag (wo es keine direkten Hinweise dafür gibt)  als erste verkündet, dass die oder der Täter für den „IS“ gemordet haben, (wie beim Priestermord, obwohl das im krassen Widerspruch zu den Aussagen der Menschen steht, die Petitjean kannten).

Amaq verbreitete seine Meldungen auf dem verschlüsselten Message-Portal „Telegram“ (der bevorzugten „App“ für angehende und etablierte Terroristen – siehe Teil 1: Priestermord in Frankreich).

Ein Reporter der New York Times gab dazu folgendes Statement ab: „Sie verteilt ihr Material über Telegram, erweckt aber den Eindruck einer legitimen Nachrichten-Agentur.“  (Die Betonung liegt auf „Eindruck“)

Und dann lesen wir auf Wikipedia auch noch das:

„Die Statements (von IS) werden normalerweise von der SITE Intelligence Group an die Mainstream-Medien verteilt, die sie auch ins Englische übersetzt.“
(Inzwischen erwähnen auch französische und englische Medien SITE als Quelle)

Über das zionistische Propaganda-Outlet  SITE (ein Werkzeug Israels) habe ich ja schon vor einiger Zeit geschrieben: (BITTE lesen, um zu verstehen, was hier vor sich geht). Hier einige Passagen daraus:

„Drei Fragen drängen sich auf:

  • Wie konnte SITE das angebliche ISIS-Video publizieren, bevor diese es selbst getan hatten?
  • Woher hatten sie es?
  • Wie ist es möglich, dass diese ominöse (kleine) Firma die Medien mit Informationen über islamistische Terrorgruppen füttert, ohne dass irgendjemand deren Echtheit überprüft?

[…] Katz und Emerson leisteten in den 1990er Jahren (wie wir noch sehen werden) entscheidende Vorarbeit für das „Mega-Märchen „9/11“: sie bereiteten den geistigen Nährboden (das emotionale „framing“) dafür, dass die Ereignisse vom 11. September „richtig“ interpretiert wurden: überall lauern fanatische (vor allem arabische) Extremisten, die im Namen Allahs unsere Sicherheit bedrohen, Massenmord begehen und unsere „freie“ Gesellschaft vernichten wollen.

[…] Die Zeitung Jerusalem Post schrieb am 17. Septetmber 1994, Emerson “hat enge Verbindungen zum Israelischen Geheimdienst. Wen kann das noch überraschen?

Insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um eine gewaltige Form der Projektion handelt: diese radikalen Zionisten und ihre Handlanger tun alles, um die (arabischen) Muslime in die Rolle der neuen „Juden“ zu drängen, so wie sie im Dritten Reich dargestellt wurden: hinterhältig, gefährlich, eine pauschale Bedrohung der Gesellschaft.“

Das ist ihnen ja jetzt wirklich gelungen … (die Anschläge sind real, aber die „Beweggründe“ dafür nicht …)

Was ist die logische Schlussfolgerung? 

Amaq instant PR killing of priestDie „Bekenner-Videos“ bzw. die Meldungen, dass praktisch alle Attentate der letzten Zeit von „IS-Soldaten“ verübt wurden, stammen nicht von der „Presse-Agentur“ des IS, sondern von SITE selbst bzw. den Geheimdiensten, in deren Dunstkreis Frau Katz arbeitet. (Das erklärt auch, warum sie immer so schnell davon weiß )

Es gibt überhaupt keine Presse-Agentur AMAQ.

Sie hat kein Büro, keine Reporter, sondern existiert nur „virtuell“, als Logo, in den Köpfen des Publikums, ohne jede physische Präsenz.

Erschreckend ist, dass unsere Journaille sich jetzt daran gewöhnt hat, dubiose Botschaften auf Twitter, Facebook etc. als authentisch zu akzeptieren und weiterzuverbreiten, obwohl sie – gerade wenn es um inszenierten Terror geht – nicht überprüft wurden (oder nicht überprüfbar sind).

Falls es doch Nachfragen gibt, erhalten die Journalisten von „einer den Ermittlungen nahestehenden Quelle“ (die anonym bleibt), die „Bestätigung“, dass diese Meldungen echt seien (Das haben wir ja im ersten Teil gesehen). Doch es ist sehr wahrscheinlich, dass dies ein Trugschluss ist:  Die Quelle der Botschaften und deren „Verifizierung“ ist dieselbe. (Geheimdienste)

Eine Tatsache solle aber den endgültigen Beweis liefern, dass „AMAQ“ (eine leere PR-Hülle) garantiert nicht von Arabern bzw. Muslimen kreiert wurde:

Was bedeutet das Wort eigentlich?

Als Antwort auf diese Frage habe ich das gefunden:

Amaq scam revealedAmaq ist also ein Begriff aus der hebräischen Sprache, der schon im dem Alten Testament vorkommt und bedeutet so viel wie tiefsinnig, hintergründig (sein). Man könnte auch sagen „täuschen“, die wahren Gründe / Absichten nicht offenlegen.

Frage: Was könnte eine arabisch-„islamistische“ Terror-Organisation dazu bringen, ausgerechnet ein hebräisches Wort aus dem alten Testament als Namen für ihre „Presse-Agentur“ zu wählen?

Der Bezug zum Judentum (und damit zu Israel) ist nicht zu übersehen und da „SITE“ auch ein Instrument der jüdisch-zionistischen Hetz-Propaganda ist, (getarnt als information-provider) schließt sich damit der Kreis. Was viele vermuten – dass Israel (gemeinsam mit anderen Geheimdiensten) hinter „IS“ steckt (was das „Brainwashing“ und die PR betrifft), bekommt damit neue Nahrung.

Die Anschläge in Europa sind nicht das, als was sie erscheinen, das müsste jedem intelligenten Beobachter inzwischen klar sein.

Dass man junge Männer dazu bringt, plötzlich auf fremde Menschen mit Messern und Macheten loszugehen, ohne erkennbares Motiv (das wird ja nur durch später verbreitete Online-Botschaften geliefert), kann nur eines bedeuten: diese Leute wurden psychisch dafür programmiert, man hat sie zu Killer-Robotern gemacht, ihre Persönlichkeit so verändert, dass sie „gegen ihre menschliche Natur“ verabscheuungswürdige Taten begehen.

MK Ultra Cgr hearingKlingt das nach verrückter Kombination von Science-Fiction, Psycho-Thriller und Horror-Film?  Ja, durchaus. Aber was die Geheimdienste (vor allem in den USA) seit den 1950er Jahren in ihren geheimen Forschungsprojekten zum Thema „Mind Control“ getrieben haben, ist schlimmer, als alles, was sich der „Verschwörungstheoretiker“ in seinen kühnsten Träumen vorstellen kann.

Die unerträgliche Wahrheit darüber will keiner hören …. (falls doch, die Fortsetzung dazu folgt in Kürze …nichts für schwache Nerven)

Einen Vorgeschmack dazu liefert diese Doku von Dirk Pohlmann für ARTE (bei der die Rolle der USA allerdings sehr verharmlost wird…und der „Kalte Krieg“ als Begründung für die Experimente nicht hinterfragt wird)

 

 

PRIESTERMORD IN FRANKREICH: Terreur Artificielle

Every cruel system requires its own theater.      


knife 1Die Messer-Attentate in europäischen Städten nehmen dramatisch zu. Der klassische „Selbstmord-Attentäter“ (der sich und andere in die Luft sprengte) mutierte vor einigen Monaten auf einmal zum konzertierten Kommando-Unternehmen mit Schusswaffen (Charlie Hebdo, Bataclan, etc.), dann waren es angeblich Koffer-Bomben (Brüssel), doch das Töten mit scharfen Klingen scheint jetzt die häufigste Form von unberechenbarer, plötzlich ausbrechender Gewalt (von „Zuwanderern“) in den Straßen Europas zu sein.

(Vergessen wir aber nicht: der vom Westen organisierte Massenmord in Syrien, Libyen, im Irak, in Yemen, grenzenlos mit Drohnen, usw. geht weiter, doch diese Opfer stehen kaum im Zentrum der Aufmerksamkeit – siehe z.B. „The Wilderness of Pain“ – was man den Irakern angetan hat  … )

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem inszenierten „Messer-Terror“ in Europa, der natürlich auch mit dem Terror in den o.a. Ländern in Verbindung steht, aber nicht so, wie es uns die Politik weismachen will

Die babarische Ermordung eines französischen Priesters vor dem Altar war der jüngste „Schocker“ dieser Art,  ein Szenario, das uns erschüttert hat >> (Inzwischen gibt es auch in London ein Messerattentat, sowie in Liverpool)<<

Ein sehr trauriges Ereignis, aber auch sehr interessant, wenn man analysieren will, wie es in den Medien präsentiert wurde und was man daraus ableiten kann:

WAS SCHREIBT DIE PRESSE?

pere Jacques Harmel RIPAm Dienstag, dem 26. Juli 2016 überfallen zwei junge Männer gegen 9:30 Uhr eine kleine Kirche in Saint Etienne-du-Rouvray, einer Kleinstadt in der Normandie. Dabei wird ein 85-jähriger Priester durch „Messerstiche in den Hals und die Lunge“ getötet und ein weiterer Mann (86) schwer verletzt.

Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs sechs Personen in dem Gotteshaus: der Pfarrer (Père Jacques Hamel) , drei Nonnen und zwei pensionierte Gemeindemitglieder (ein Ehepaar).

Die Täter wurden, als sie aus der Kirche kamen, von der Polizei – anscheinend in Gegenwehr – erschossen. So stellte es der Innenminister dar. (Doch die Klosterschwestern sagten später etwas anderes: die Männer wurden in der Kirche von der Polizei erschossen, obwohl sie nur mit Messern bewaffnet waren, wir kommen noch darauf zurück)

MAKABRE SZENEN IN DER KIRCHE

Laut Presseberichten schrien die 19-jährigen Mörder des Priesters „Ihr Christen unterdrückt uns!“, rezitierten Verse aus dem Koran, bevor sie dem Pfarrer „die Kehle durchschnitten“ und zeichneten das ganze makabre Schauspiel auch noch mit einer Kamera auf.

WIESO KONNTE DIE POLIZEI RELATIV RASCH EINGREIFEN?

Weil sich eine der Ordensschwestern herausschleichen konnte, ohne dass es die Täter bemerkten. (! Ist das eine „Geiselnahme“?) Sie stoppte ein Auto und sagte dem Fahrer, er solle die Polizei rufen. Dazu heißt es in der französischen Presse:

Daraufhin wurde die Kirche von Polizeieinheiten umstellt (Anti-Terror-Einheit (BRI) und Kripo (BAC). Nach einem missglückten Versuch, zu verhandeln, haben die Spezialkräfte sich entschlossen, das Gotteshaus nicht zu stürmen, weil man davon ausging, dass die drei Geiseln als menschliche Schutzschilde benutzt werden. [Was wurde bloß aus dem Selbstmord-Attentäter?]

Die beiden Ordensschwestern und das (weibliche) Gemeindemitglied kamen dann aus der Kirche heraus, dahinter die beiden bewaffneten Terroristen, die „Allah u Akbar“ schrien (und sich auf die Polzei „stürzen“ wollten). Sie wurden sofort von der BRI liquidiert.

Staatsanwalt Molins: Einer der Täter hatte eine Sprengstoff-Attrappe und drei Messer bei sich. Der andere eine Backuhr, die in Aluminiumpapier eingewickelt war und einen Rucksack, in dem weitere Sprengstoff-Attrappen gefunden wurden.“

O-TON: „L‘un des auteurs était porteur d’un faux engin explosif et trois couteaux. L’autre d’un minuteur de cuisine entouré de papier aluminum, et d’un sac à dos dans lequel a été trouvé un autre faux engin explosif», a décrit le procureur.“

(FARCE INSOUTENABLE… N.B. die Nonnen sagten aber in einem Interview NICHTS von „Sprengstoff“ und auch nichts von Verhandlungen mit der Polizei)

Natürlich waren es wieder „irre Islamisten“:  Zwei Teenager, die sich in Frankeich selbst „radikalisiert“ haben und danach trachteten, nach Syrien zu gelangen um dort am „Djihad“ (heiligen Krieg) gegen den gottlosen Assad teilzunehmen. Weil sie das nicht schafften, ließen sie ihre „Frustration“ darüber in Frankreich aus und planten einen ekelhaften Mord in einer Kirche, so die Darstellung in einigen Medien.

Die offizielle Version lautet aber: die „Soldaten“ von IS rächen sich für die Bombenangriffe der US-geführten „Koalition“ in Syrien (was ein makabrer Witz ist, denn die USA bombardieren ja eben NICHT IS, sondern syrische Infrastruktur und zivile Einrichtungendie islamistische „Aufzieharmee“ ist ja ihr WERKZEUG, nicht ihr Feind …)

Die Nonnen bestätigten, dass die Attentäter als Motiv die Bombardierung Syriens nannten („wenn ihr aufhört, hören wir auch auf„, doch von „IS“ wurde kein Wort gesprochen, sie sagten aber …  ihr Christen lasst uns Araber im Stich ... )

WER WAREN DIE ATTENTÄTER?

Der erste wurde sofort identifiziert, denn er war nicht nur den Anti-Terror-Behörden gut bekannt, sondern stand bereits unter Anklage,  sollte also eigentlich aus Sicherheitsgründen in U-Haft sein. Wie konnte er dann an so einem grausamen Verbrechen teilnehmen? Die Erklärung dafür folgt weiter unten …

1  Adel KERMICHE (19 Jahre)

Adel Kermiche 15Geboren in Mont-Saint-Aignan im März 1997 (die Eltern stammen aus Algerien) hatte er nach Angaben der Behörden zwei Mal versucht, „in die Gebiete vorzudringen, die von IS (in Syrien bzw. im Irak) kontrolliert werden“, was ihm aber nicht gelang.

Adel Kermiche stammte aus einer gut situierten Familie, seine Mutter ist Lehrerin, seine Schwester Ärztin. Sie wohnten knapp 2 km von der Kirche entfernt, wo das Attentat stattfand. Er hatte schon als kleines Kind „psychologische Probleme“ und wurde jahrelang auch psychiatrisch behandelt. (Mehr dazu in Teil 2).

Die Eltern sagen, er habe sich innerhalb von 18 Monaten radikalisiert. Das (synthetische) Attentat auf Charlie Hebdo sei entscheidend für seine Wandlung gewesen.

Die Kouachi-Brüder hätten ihn fasziniert und dann habe er mit anderen ausländischen  Djihadis im Internet diskutiert und wurde so immer mehr indoktriniert. Als er im März 2015 (mit „Papieren seines Bruders“) erstmals versuchte nach Syrien zu gelangen, wurde er in Deutschland (München) festgenommen (er wollte nach Belgrad: als französischer Staatsbürger mit EU-Pass – MIT WELCHER BEGRÜNDUNG hielten ihn die deutschen Behörden zurück?) und nach Frankreich zurückgebracht. (Sein Begleiter, Adel Bouaoun, schaffte es aber nach Syrien – mit seinem Pass, die beiden sahen sich ähnlich ….)

Nach zwei Monaten versuchte er es wieder (mit dem „Ausweis seines Cousins aus der Schweiz), in Begleitung eines Minderjährigen aus Rouen. Diesmal wurde er (Mitte Mai) in der Türkei festgenommen und beide wurden nach Frankreich deportiert. Kermiche wurde (wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und Vorbereitung eines Terroranschlags) angeklagt und in Untersuchungshaft genommen.

(Haftanstalt Fleury-Mérogis, Dauer*: 22. Mai 2015- 22. März 2016 (Quelle: L’Express) DORT wird er wirklich radikalisiert, nicht durch das Internet)

* Es gibt widersprüchliche Angaben zur Haftdauer:  in diesem Video-Clip von BFMTV heißt es, sie betrug nur einen Monat, was aber nicht stimmt. Doch die wichtigste Aussage in diesem Video ist diese:

„Im Gefängnis hat er einen „Sheik“ aus Mauritanien kennengelernt undgleichzeitig Kontakt mit mehreren radikalisierten Gefangenen gehabt, darunter sein Zellen-Genosse, den er als spirituellen Führer betrachtete. Dieser Mann (32) ist den Geheimdiensten bekannt und hat im Gefängnis „Schulungen“ abgehalten, vor allem für Franzosen, die aus Syrien zurückkamen. (!!!!) 

Das geschah auch bei vielen anderen jungen Männern, die im Gefängnis zu Extremisten wurden doch wieso ließen die „Anti-Terror“-Behörden das zu??? Die Antwort liegt auf der Hand: weil sie wollen, dass solche Anschläge passieren.

Kermiche wird schließlich – gegen den Protest der Staatsanwaltschaft – mit Auflagen (elektronische Überwachung durch „Fußfessel“) entlassen bzw. unter „Hausarrest“ gestellt, d.h. konkret er darf „während der Woche zwischen 8:30 und 12:30* ausgehen und am Wochenende von 14-18 Uhr“ .

* Genau in dieser Zeitspanne hat er die Tat in der Kirche begangen, ohne Verdacht zu erregen.

???

Adel Kermiche transforme

Kermiche ..bleich wie ein Leintuch

Wie doof sind die französischen „Sicherheitsbehörden“ eigentlich? Diese Frage drängt sich angesichts dieser Vorgehensweise auf oder handelt es sich nicht viel eher um Absicht? Wieso musste Kermiche 10 Monate auf seine Verhandlung warten – in einer Zelle mit einem „radikalen Prediger“??? Wieso wurde er freigelassen, wenn er so „radikalisiert“ und damit eine Bedrohung war?

Wieso wurde er daran gehindert, nach Syrien zu reisen?  Hätte er es getan, wäre der Priester noch am Leben … Der französische Geheimdienst unterstützt (und dirigiert gemeinsam mit CIA u.a.) die Mörderbanden in Syrien, das wissen wir, wieso ist es dann ein Verbrechen in Frankreich, wenn junge Männer das auch tun wollen? … diese Heuchelei ist grenzenlos …

Syria France Jaafari-1Noch einmal: die Quelle des „Terrors“ liegt NICHT in Syrien, sondern bei unseren  Geheimdiensten, wobei Frankreich eine wichtige Rolle spielt, weil Syrien ja eine historische „Altlast“ des französischen (und britischen) Imperialismus ist.

2  Abdel Malik Nabil PETITJEAN (19 Jahre)

Die Identität des zweiten Täters war zunächst schwer festzustellen, warum sagt dieser Artikel:

„Die formelle Identifizierung hat länger gedauert, weil er aufgrund der massiven Schussverletzungen völlig entstellt war, (!) doch am Donnerstag morgen, zwei Tage nach dem Attentat von Saint-Étienne-du-Rouvray, wurde die Identität  (von Petitjean) bestätigt. Dieser Name wurde schon seit Mittwoch kolportiert, weil ein entsprechender Ausweis bei der Durchsuchung der elterlichen Wohnung von Adel Kermiche gefunden worden war und eine ungenannte Quelle sagte gegenüber AFP „mehrere Elemente führen zu der Annahme, dass es sich dabei um den zweiten Täter handelt“.

(Er wurde durch die DNA seiner Mutter identifiziert, die aber heftig bestreitet, dass ihr Sohn zu einer solchen Tat fähig wäre)

Diese „nicht genannte Polizeiquelle“ „füttert“ in den nächsten Tagen die Presseagenturen bzw. ausgewählte Presseorgane regelmäßig mit Desinformation bzw. „Exklusiv-Stories“, die dann von allen Medien brav vervielfältigt werden. (So funktioniert das „Echo Chamber“, der „Mockingbird“ der CIA …)

FRAGE: Wieso schießen Polizisten einem 19-jährigen INS GESICHT?

AM Petitjean before BWWie kann man so etwas begründen? Man hätte beide kampfunfähig machen können, (sie hatten ja nur Messer) ohne sie zu töten. Deshalb die Story mit den „Sprengstoff-Attrappen“, die das Innenministerium verbreitet hat – damit diese brutale „shoot-to-kill“ Aktion der Polizei gerechtfertigt erscheint.

Es ist offensichtlich, dass ihr sicherer Tod beabsichtigt war.

Und die abgedroschene Nummer mit „gefundenen Ausweisen“ ist einfach lächerlich. In diesem Fall hatten die Geheimdienste wohl einen Riesenspaß, denn laut den o.a. Meldungen, reiste praktisch jeder französische Möchte-Gern-Djiahdist-in-Syrien mit dem Ausweis eines anderen „Kumpels“. Eine perfide Art von „Hütchenspiel“, bei dem niemand weiß, WO sich die Person wirklich befindet, weil die Wahrnehmung der Zuschauer manipuliert wird.

„Der junge Mann ist nicht vorbestraft, deshalb waren weder seine Fingerabdrücke noch seine DNA registriert, wodurch sich die Ermittlungen verzögerten. Die Staatsanwaltschaft von Paris hat erklärt, dass es seit 29. Juni 2016 eine „S-Akte“ (damit war er auf einer Fahndungsliste) von ihm gab, weil er versucht hatte, nach Syrien zu gelangen, das sagte eine anonyme Quelle den Journalisten.“

FRAGE: Seit wann ist die Absicht „nach Syrien zu gelangen“ schon eine Straftat??? Ist jeder, der dorthin reisen will, jetzt ein „Terrorist“? Wenn jemand völlig unbescholten ist, kann die versuchte Einreise nach Syrien doch nicht automatisch als Verbrechen gewertet werden?

Ich denke, diese geplanten Reisen nach Syrien sind nur ein Vorwand, diese jungen Männer in Haft zu nehmen, dort werden sie dann (falls passendes „Material“) ABSICHTLICH für solche Anschläge psychisch „programmiert“ (was das sein soll, erkläre ich im nächsten Beitrag)

(Mehr über Petitjean und seine „Verwandlung“  in Teil 2)

Wo ist der Terrorist? : DAS DJIHADI-HÜTCHENSPIEL IN NEUER DIMENSION

IS windup jihadiWarum er dem „Radar“ der französischen Staatssicherheit (DGSI) entgehen konnte, soll diese, in der Presse lancierte Story, erklären:

„Erst im Juni 2016 taucht Petitjean auf dem Radar der Anti-Terror-Behörden auf. Er wird am 10. Juni in der Türkei aufgegriffen, ohne Zweifel auf dem Weg nach Syrien“. Er war in Begleitung eines anderen Mannes. Schon am nächsten Tag kehrten sie – aus unbekannten Gründen – nach Frankreich zurück. (Woher weiß man das, wenn die Einreise nicht registriert wurde?) Doch die türkischen Behörden meldeten seine Ankunft in der Türkei erst 15 Tage später (!) dem DGSI, der am 29. Juni eine „S-Akte“ für Petitjean anlegte (wodurch er automatisch auf eine Fahndungsliste kam), damit er bei seiner Rückehr festgenommen werden konnte.

Problem: die Nachrichten-Dienste ignorierten, dass er schon längst zurückgekehrt war. (!)

Wie konnte das passieren? Noch einmal die französiche Presse dazu:

„Petitjean war seit 29. Juni auf der „S-Liste“ (Watch-List für politisch gefährliche Subjekte). Doch es gab kein Foto von ihm (?!) und die Fahnder waren überzeugt davon, dass er sich in Syrien befand.

Wieso? Man muss nicht nach Syrien fahren, um sich als für den Terror-Krieg ausbilden zu lassen …da genügt eine Reise in den Kosovo …(dank der USA!)

Eine Verwechslung, die ihren Ursprung am 16. Juni hatte, nachdem die Schweizer Behörden ihren französischen Kollegen mitteilten, dass ein gewisser Jean-Philippe Steven J.L. (20) am 10. Juni über Zürich in die Türkei gereist sei (Ziel: Istanbul).

Dieser Mann* aus Villeparisis (Seine-et-Marne) war den Behörden bekannt, wegen seiner vermuteten Beteiligung an zwei Schleusen, über die Djihadisten aus Frankreich und Belgien nach Syrien geberacht und von einem gewissen ‚Adel Petitjean‘ begleitet wurden.(Reiste wieder jemand mit dem Pass eines anderen?)

(*FRAGE: Warum wurde dieser Mann nicht gestoppt?)

Doch zu diesem Zeitpunkt war Petitjean ein unbeschriebenes Blatt in Frankreich. Es gab absolut nichts, was man ihm vorwerfen konnte“

(Unbekannte Quelle aus Ermittlerkreisen an die Presse).

Petitjean legend for the press22.JULI: Die UCLAT (Anti-Terror-Koordinations-Zentrale in Frankreich) verbreitet eine Meldung, in der es heißt, sie habe am Vorabend von einem ausländischen Nachrichtendienst Informationen über eine Person erhalten die darauf vorbereitet sei, an einem Attentat im Inland teilzunehmen“. Dieser Info war ein Foto eines Mannes beigefügt, der eine starke Ähnlichkeit mit Petitjean hatte (aber viel älter aussah und ein aufgedunsenes Gesicht hatte)

Wegen fehlender Angaben über dessen Identiät, das Ziel und Datum des Anschlags, oder den Modus Operandi, hat die UCLAT nicht eruiert, um WEN es sich dabei handelte. (Sie wusste nur, dass der Mann Franzose war.)

(Quelle: Le Parisien)

FRAGE: Wie ist so etwas möglich? Dass man – als Geheimdienst –  die kriminellen Absichten einer Person kennt, (sie also systematisch überwacht hat) aber deren Namen nicht??? Wieso wird nicht offen gelegt, um welchen Geheimdienst es sich handelt??? Wie verrückt ist es, die ABSICHT einer Person an einem Anschlag teilzunehmen, den französischen Behörden mitzuteilen, obwohl man nicht weiß WO, WIE, WER und WANN???

Sie haben also ein Foto – ohne Namen –  und einen Namen ohne Foto – und sind (aufgrund der gesammelten Informationen ) nicht in der Lage zu erkennen, dass es sich um dieselbe Person handelt?  (Die können in Punkto Datenzusammenführung von Google und Facebook noch was lernen….!)

Wenn jemand (als potentieller Terrorist) deportiert wird, schickt man kein Foto (bzw. Ausweis-Kopie oder Nr.) an die Behörden des Empfängerlandes, nur einen Namen??? Wie absurd ist das? Wer will uns hier verarschen?

WIE KAMEN DIE BEIDEN TÄTER ZUSAMMEN?

Fünf Tage nach dem Attentat haben die Ermittlungen „ans Licht gebracht“, welche Verbindung zwischen den beiden Tätern bestand, die 700 km von einander entfernt lebten. Sie seien nur über ein verschlüsseltes Messaging-Programm in Kontakt gewesen („Telegram“). Diese Anwendung („App“) ist den Behörden als ein bevorzugtes Kommunikationsmittel von „IS“ schon länger ein Dorn im Auge. (Die Attentäter von Paris sollen es auch benutzt haben).

no valid proof message AKAdel Kermiche soll darin den modus operandi des Anschlags, ein „Messer“ und „eine Kirche“ erwähnt (angedeutet) haben und Petitjean hat ein Video gepostet, in dem er auf eine Gewalttat gegen Frankreich verwies.

 „Ladet herunter, was passieren wird und teilt es mit so vielen wie möglich!“

 „Diese Botschaft (angeblich von Petitjean) wurde am 26. Juli um 8:30 Uhr auf „Telegram“ gesendet (siehe Bild oben).  Weniger als eine Stunde bevor die „Terroristen“ ihre abscheuliche Tat begangen haben. Damit wird neuerlich, nach den Anschlägen von Paris, die Verwendung dieser Platform durch Sympathisanten von „IS“ ins Visier genommen.

Dieses verschlüsselte Mail-System konnte BISHER NICHT von den Anti-Terror-Behörden penetriert werden.

encrypted messaging TelegramDas schrieb die französische Regionalzeitung „La Voix du Nord“ (VDN-Stimme des Nordens) einen Tag nach dem Mord in der Kirche. Doch – das Wunder geschah – denn wenn es auch VORHER nicht möglich war, diese Kommunikationsplatform angehender und erfahrener „islamistischer“ Verbrecher zu überwachen, hatten die Ermittlungsbehörden doch einen Tag später plötzlich alle Informationen zur Verfügung, mit denen Motive und Indoktrination der beiden Täter auf dramatische Weise dem staunenden Publikum vor Augen geführt werden.

Sie dienen also als posthume BEWEISE für den Vorsatz, die Besessenheit und die Planung des Verbrechens (vor Gericht würden sie damit nicht durchkommen, denn die Beweiskraft (Authentizität) von „social media“ Meldungen ist äußerst fragwürdig…aber Gott sei Dank sind die Leute ja tot).

Kermiche hat demnach einen „privaten Kanal“ aufgemacht, der ihm erlaubte, seine aufrührerischen Botschaften an eine ausgewählte Gruppe von „Freunden“ zu schicken. Als Code-Namen wählte er ABU JAYYED AL-HANAFI und als Icon ein Foto von Al Bagdadi, dem Chef von „IS“. [der nur ein Phantom ist…]

VDN: „Der Terrorist korrespondierte seit Monaten über diesen Kanal mit rund 200 Personen, darunter ein Dutzend Nordisten (aus dem Department Nord in Frankreich). Einer davon erklärte den Reportern, wie dieser Austausch von Informationen „schriftlich oder mündlich (Audio-Message) stattfand, aber immer unmittelbar darauf gelöscht wurde. (!)

Ausgehend von Facebook (wo IS auch sehr präsent ist, wie auch auf Twitter) wurden die ersten Kontakte geknüpft, bevor man zu Telegram gewechselt hat“. 

Diese zugefütterte „Exklusiv-Story“, wurde am 28. Juli in der Zeitung L’Express groß aufgemacht:

„Der Express gelangte in den Besitz mehrerer Audio-Dateien, die einer der beiden Attentäter … aufgenommen hat. Er hat darin angekündigt, dass er „in eine Kirche gehen, ein Messer nehmen und ein Blutbad anrichten wolle (also sein „Mord-Projekt“ wenige Tage vorher beschrieben– so die Reporter.)

Er spricht auch vom Einfluss seines „Sheik“ (Scheichs, einer Art Stammes-Oberhaupt), den er im Gefängnis kennengelernt hatte, (der ihm „gute Ideen“ gab), dass er eine Terror-Zelle gründen wolle und erzählt Details von seinen Versuchen, nach Syrien zu gelangen.

Die Echtheit dieser Dateien wurde von einer Quelle, die den Ermittlungen nahesteht bestätigt.“

Damit will der Express den Eindruck erwecken, man habe der journalistischen Grundregel Genüge getan, die besagt, eine „Info“ muss (mindestens) von einer zweiten Quelle, die unabhängig von der ersten ist, bestätigt werden. Erst dann gilt sie als „seriös“. Doch davon kann hier keine Rede sein …es ist ein Echo, keine Bestätigung … )

Diese Dateien wurden dann an einen ausgewählten Kreis von 200 Personen verteilt, die in seinem privaten „TELEGRAM“-Kanal registriert waren. (Sie konnten nur empfangen, nicht senden) Diese Korrespondenz habe man im Zuge der Ermittlungen gegen Adel Kermiche gefunden, sagte „die Quelle“.

 Du nimmst ein Messer, du gehst in eine Kirche, du machst ein Gemetzel – gebongt. Du schneidet zwei oder drei Köpfe ab und das ist es. Das ist gut.“

telegram Baghdadi(Soll man darauf hören …. Vorgespielt werden die Audio-Daten aber nicht und die Screenshots beweisen gar nichts, weil entscheidende Details unleserlich gemacht wurden)

Was aber die Presse nicht daran hindert, das zu schreiben:

Beim Anhören dieser Dateien werden alle Zweifel an der extremen Radikalisierung des 19-jährigen Terroristen beseitigt

FRAGEN:  Wodurch wurde er zu einem psychopathischen Verbrecher? Und wo ist der Beweis dafür, dass wirklich ER diese irren Sprüche ins Netz gestellt hat?

Wohlgemerkt diese „Botschaften“ wurden von einer Person gesendet, die sich im Internet „Abou Jayyed Al-Hanafi“ nannte und ein Bild von „Al Bagdadi“ benutzte. Das könnte aber weiß Gott wer gewesen sein (z.B. ein Geheimdienst). Man muss sich bei „social media“ nicht ausweisen, um seine kranken oder verlogenen Botschaften verbreiten zu können … das ist eine Bühne, wo sich jeder inszenieren kann, kein Beichtstuhl

busmind1Es ist extrem naiv, jede „Message“ auf diesen Medien als echt einzustufen und völlig inakzeptabel, diese als Beweis für die Motive eines Mörders zu akzeptieren … Facebook, Twitter, Telegram und wie sie sonst noch heißen,  sind eine Scheinwelt, Manipulations-Medien und nicht bloß „eine Platform“, wo sich Leute austauschen … 

DAS NEUESTE:

Der Express ist schockiert: Denn am Mittwoch abend, eine Woche nach dem Attentat in der Kirche, wurde auf dem geheimen Kanal von Kermiche wieder gesendet!

Die Botschaften waren nur 10 Minuten online, dann wurden sie wieder unterdrückt. (Woher wussten dann die „Ermittler“, wann sie zugreifen mussten??)

O-Ton:

„A 21h51, une personne non-identifiée prend brièvement possession du canal privé et parvient à publier plusieurs documents, que L’Express a pu consulter.“

Eine nicht identifizierte Person hat sich also kurzfristig Kontrolle über diesen Kanal verschafft … (und spricht unheimliche Botschaften wie „Man gewöhnt sich an das Blut, an den Krieg, an vieles … „

Das erstaunt die Journalisten sehr, denn auf „Telegram“ kann nur der Inhaber des privaten Kanals Meldungen versenden (er hat einen Zugangscode), die Abonnenten können sie nur lesen, nicht selbst etwas posten.

Der angebliche Inhaber – Adel Kermiche – ist aber tot .. womit die ganze „Beweiskraft“ der spektakulären Audio-Botschaften zusammenbricht … haben die Journalisten das jetzt begriffen?

 

Fortsetzung folgt: Wie bringt man Teenager dazu, einen alten Mann, einen Priester noch dazu, kaltblütig zu ermorden? Auf Menschen einzustechen, die ihnen nichts getan haben, die sie nicht einmal kennen …?

Antwort:  Das ist keine Frage der Religion … sondern der Psychologie …

 

RED SUMMER IN GERMANY: Angst, Wut, Terror

In einem politischen Protest-Song („Biko“) von Peter Gabriel heißt es „when I try to sleep at night, I can only dream in RED“. (Der Film dazu ist  super, aber sehr traurig …) Man sieht allerdings in dem Film wie wichtig es ist, dass mutige Journalisten sich für Wahrheit und Gerechtigkeit einsetzen … (davon können wir auch nur träumen …)

Dieser Satz fiel mir plötzlich ein, als ich die jüngsten Meldungen über synthetische Attentate und „Amokläufe“ in Deutschland (und anderen Ländern) gelesen habe.

Träumen wir (eher ein Albtraum) bald alle „nur mehr in rot, weil  andere „rot sehen“, bzw. weil diese Farbe Zorn und Blut symbolisiert?  Wer kann glauben, dass eine ganze Serie von verrückten Attentaten (wobei die Täter keinerlei Kontakt zueinander hatten) innerhalb kurzer Zeit zufällig geschieht?

Ist der böse Geist von GLADIO wieder auferstanden oder war er nie weg (nur unsichtbar)? 

ISIS-NATO-GLADIO-1Davon müssen wir ausgehen, denn damals wie heute gibt es Leute im „Sicherheitsapparat“ (Polizei, Geheimdienst, Militär, Innenministerium usw.), die nicht davor zurückschrecken, selbst organisierten „Terror“ zu verbreiten, um politische Ziele durchzusetzen und die Bevölkerung durch Angst in Schach zu halten. (Nach „9/11“ müssen sich diese Leute mächtig wie Götter gefühlt haben ….)

Wir haben ja gesehen, dass die massiven Proteste und Streiks  in Frankreich (gegen die neoliberale Diktatur des „Marktes“, die Arbeits- und Sozialrecht aushöhlt und das als notwendige „Reformen“ verkauft) ein Riesenproblem für die Regierung sind, da kommt eine Verlängerung des „Ausnahmezustandes“ (dank dem grotesken Lkw-Rambo in Nizza) Präsident Hollande gerade recht. (Zustimmungsrate unter 15%, die Franzosen haben die Nase wirklich voll …)

vinciguerra gladio

Vinciguerra war selbst „Terrorist“ für GLADIO / NATO, packte aber vor Gericht in Italien aus … klicken auf das Bild führt zu BBC-Video

Die Terror-Inszenierungen in Frankreich und Belgien waren erst der Anfang, es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland „drankommt“. (Rechtzeitig vor der nächsten Anti-TTIP oder Anti-NATO (Ramstein) Demo?? Ausnahmezustand? Damit man richtig „durchgreifen“ kann?)

Doch was auffällt, ist, dass unser erster Täter (München) nicht mit IS oder anderen „islamistischen“ Motiven in Verbindung gebracht wird. (Deshalb mussten dann später noch „Syrer“ her, die scheinbar zur Gefahr für die Allgemeinheit werden (Reutlingen), damit der Hass auf die Flüchtlinge geschürt wird) Seine Beweggründe sind logisch schwer nachvollziehbar, deshalb liefern uns die Behörden eine diffuse Erklärung, die aber ziemlich unglaubwürdig ist, wenn man genau hinsieht.

Schauen wir uns das am Beispiel des „Amoklaufes“ in München OEZ an:

1  WIE LAUTET DIE OFFIZIELLE STORY?

uprising posts video 2Ein 18-jähriger deutscher  Staatsbürger (geboren in Deutschland, persische Eltern (Flüchtlinge aus Iran)), bisher völlig unbescholten, schüchtern und introvertiert, geht am Freitag abend in eine McDonald’s Filiale, (bewaffnet mit einer Glock 17 und 300 Schuss Munition im Rucksack) und sucht dort die Toilette auf. Dann betritt er gegen 17:45 Uhr das Restaurant und schießt wahllos um sich. (Er traf sich aber vorher mit einem 16-jährigen „Afghanen“ – wie passt das zu einem einsamen „Amokläufer“?). Später findet man 58 Patronenhülsen, davon 57 von ihm.

Als er anscheinend aus dem „Mecki“  herauskommt, steht zufällig jemand auf der anderen Straßenseite, der genau in diesem Moment seine Kamera aktiviertsogar auf den Mann zoomt –  obwohl er ja nicht wissen konnte, dass dieser zu schießen beginnt. Wie ist das zu erklären?

Das Gesicht des Mannes („Täters“) oder sein Alter ist nicht zu erkennen, man sieht nur, dass er schwarz gekleidet ist, die Umrisse sind verschwommen. Dann hört man Knallgeräusche, (Kamera weg vom Zielobjekt) die Menschen (und der Filmer) laufen weg.

N.B. Man sieht auf dem Video NICHT, dass (ob) jemand durch die Schüsse verletzt wurde. Seltsam ist auch, dass man nicht schon beim ersten Schuss Schreie hört. Die Macht der Suggestion ist nicht zu unterschätzen.

Dieses „Video“ (ohne Zeit- oder Datumsangabe) wird in Windeseile über die Medien verbreitet. Kaum jemand fragt, WER es aufgenommen hat und WARUM diese Person genau zu diesem Zeitpunkt die Kamera auf die Eingangstür von McDonald‘s gerichtet hatte.

Bei genauerer Analyse des Videos stellt man fest, das  Material wurde manipuliert: (der Täter kommt gar nicht aus der Tür von McDonald’s, wurde möglicherweise in die Szenerie eingefügt!

Dann soll der Täter in das Shopping-Center gegangen sein um noch mehr Panik zu verbreiten bzw. noch mehr Menschen zu töten. Inzwischen wurde die Polizei durch viele Telefonanrufe alarmiert. Dutzende Polizei-Einheiten, darunter Spezialkommandos und Hubschrauber-Staffeln werden aktiviert. In einem englischen Pressebericht heißt es dazu:

„Der Angreifer eröffnete das Feuer in der McDonald’s Filiale (Hanauer Straße)…dann ging er (nach Angaben der Polizei) in das Einkaufszentrum. Bewaffnete Einheiten strömten in das Gelände, wobei auch Polizisten in Zivil gesehen wurden, die auf der Suche nach dem Schützen durch das Einkaufszentrum rannten“. (Gefunden haben sie ihn aber stundenlang nicht, wieso nicht?)

Wie ging es weiter? Das Einkaufszentrum wurde also komplett geräumt, ganze Hundertschaften von Polizisten durchsuchten das Gelände. Doch was genau zwischen 18 und 20:30 Uhr passierte, wurde uns nicht erklärt. (Ganz München wurde in Panik versetzt, eine Art Ausgangssperre ausgerufen, der öffentliche Verkehr lahmgelegt, der  Bahnhof geräumt, mehr als 2000 Polizisten auf den Straßen, sogar Einheiten aus Österreich und der Schweiz wurden eingeflogen, usw. weil es „Meldungen“ gab, dass auch an anderen Orten Anschläge im Gange wären. Dazu hieß es in der Presse z.B.:

„Ein Polizeisprecher sagte später, zahlreiche Hinweise per Notruf über Schusswechsel an anderen Stellen der Stadt hätten sich nicht bestätigt.“

Wie bitte? „… haben sich nicht bestätigt? Laut Pressekonferenz des LKA Bayern gingen zwischen 18 und 24 Uhr 4.320 Anrufe bei der Polizei in München ein, (so viel wie sonst in vier Tagen) die von weiteren Schüssen und vermuteten Anschlägen in der Innenstadt berichteten.

Wer ruft bei der Polizei an und berichtet von „Schusswechseln“, wenn gar nichts passiert ist? Diese „grassierenden Falschmeldungensind nur schwer zu erklären, auch wenn man einräumt, dass Menschen in Angst eine verzerrte Wahrnehmung haben können. Oder sind die Leute wirklich so dumm und geben „aufregende“ Twitter-Meldungen massenhaft weiter, obwohl sie deren Echtheit nicht überprüfen können?

Sollte damit die Polizei abgelenkt werden? Oder wollte man damit nur eine größere, psychologische Wirkung auf die Bevölkerung erzielen?

Man setzt uns dann (wieder) ein anonymes Video vor, dass den Schützen auf dem Dach des Parkhauses zeigen soll, während er von einem Anwohner in ein Wortgefecht verwickelt wird.

Der Mann beschimpft ihn wüst (Arschloch, Wixer, „ins Hirn geschissen“, etc.) und der „Täter“ sagt u.a. „Ich bin Deutscher, lass mich zufrieden (habe es satt in der Hartz IV Gegend zu leben?) und „Ich hab nix getan … (weitere Beleidigungen) …halten Sie die Schnauze … das kann man deutlich hören.

  • Ich frage mich, wieso dieser Mann einen bewaffneten „Amokläufer“, der gerade auf Menschen geschossen haben soll, mit diesen verbalen Beleidigungen provoziert. Ist das nicht völlig absurd? Jeder normale Mensch würde sich schnellstens in Sicherheit bringen und nicht den „Irren“ beschimpfen, weil er ja damit rechnen müsste, auch erschossen zu werden.
  • Auffällig: Der „Täter“ hat absolut keinen bayerischen Tonfall (in München aufgewachsen) sondern spricht eher wie ein Norddeutscher. Er spricht relativ ruhig, zeigt keine Aggression (im Gegenteil zu dem Mann, der ihn beschimpft).
  • Weiß man, wer der Mann ist? Wurde er als Zeuge vernommen?
  • Ich habe mir das Video mehrfach vergrößert angesehen und kann beim besten Willen KEINE Waffe erkennen (man muss natürlich einräumen, dass die Entfernung zur Kamera ziemlich groß ist): Der Mann geht nur auf dem Dach auf und ab und hat (nach meiner Wahrnehmung) die Arme meistens hinter dem Rücken.
  • Dann HÖRT man Schüsse, sieht aber nicht WER schießt, weil der „Kameramann“ sich duckt, als er den ersten Schuss hört.
  • Wieso geht der „Täter“ seelenruhig (weiter) auf dem Dach auf und ab (im Hintergrund Polizeisirenen) und versteckt sich nicht oder versucht zu fliehen? Was hat er damit bezweckt? (Er bot dort eine perfekte Zielscheibe für die Polizei, die ihn aber wohl trotz Hubschrauber (!) „übersehen“ hat…)
  • Wenn er sterben wollte, hätte er sich doch schon erschießen können, warum zweieinhalb Stunden damit warten?
  • Wann wurde das Video aufgenommen?

DAS „LOCH“ IN DER STORY

Was passierte aslso zwischen 18:00 und 20:30? Wie konnte die Polizei mit so einem Riesenaufgebot an Einsatzkräften die Spur des Täters verlieren? Mit Hubschraubern über dem OEZ?! Die Straßen leergefegt?  Wie gesagt, auf dem flachen Dach wäre der Täter ein leichtes Ziel für Scharfschützen gewesen. Wann war er auf dem Dach und wie lange? Wie kam er von dem Dach herunter, ohne dass die Polizei oder sonst jemand es merkte?

2  WIE STARB DER ANGEBLICHE TÄTER WIRKLICH?

Der Münchener Polizeipräsident Hubertus ANDRÄ sagte dazu in einer Pressekonferenz am 23. Juli 2016:

[…] wurde gegen 20:30 Uhr eine männliche Person aufgefunden, die nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen Suizid verübt hatte. Aufgrund von Zeugenaussagen und der Auswertung von Videomaterial, gehen wir davon aus, dass es sich um den gesuchten Tatverdächtigen handelt. Hinweise, dass weitere Personen an der Tat beteiligt waren, liegen derzeit nicht vor, haben die Ermittlungen bisher nicht ergeben.“

N.B. Diese Formulierung suggeriert, dass man den Täter zufällig (tot) gefunden hat und es gab sehr wohl Hinweise auf mehrere Attentäter.

Im Artikel des Guardian heißt es weiter:

„Der Leichnam des Täters wurde in einer Seitenstraße nahe beim Shopping Center gegen 21:30 Uhr gefunden. Laut Polizeiangaben wird angenommen, dass sich der Teenager selbst umgebracht hat, obwohl Andrae einräumte, dass erst die Autopsie klarstellen würde, ob sein Tod durch Schüsse der Polizei verursacht wurde.“

WAS FÄLLT HIER AUF? Zunächst einmal die Differenz der Uhrzeit (der Guardian ist eigentlich nicht so schlampig).

Dann natürlich, dass ein Teil des Statements von Andrä in dem Tagesschau-Clip nicht vorkommt: das mit den „Schüssen der Polizei“, die möglicherweise den Tod des „Verdächtigen“ verursacht haben könnten. Diese Aussage ist von enormer Wichtigkeit, denn sie widerspricht ja der Version, dass der mutmaßliche Täter schon tot war, als er gefunden wurde.

Auch bei RT wurde dieses Thema erwähnt:

RT autopsy confirmed not killed by police bullets

WÄHREND DES SCHUSSWECHSELS versuchten die Polizisten den Angreifer unschädlich zu machen, doch die Autopsie bestätigte, dass der Täter nicht von Polizeikugeln getroffen wurde.“

Und dann findet man auch noch das in einem deutschen Internet-Forum:

„….Der Täter wurde schon gegen 19-20 Uhr eindeutig identifiziert. Auf dem Twitter-Video sieht man ja auch, dass er von Polizisten/Snipes oder von wem auch immer angeschossen wurde. Wenige Meter weiter weg wurde sein Leiche gefunden.
[…] hat die Polizei extrem schlampige Arbeit geleistet, bis sie sich mal erinnert haben, EINEN MANN AM PARKHAUS ERSCHOSSEN ZU HABEN oder man hat die Meldung bewusst später veröffentlicht ….“ (Wo ist dieses Twitter-Video geblieben??!!)

Letztlich hat die Polizei also DREI VERSCHIEDENE VERSIONEN verbreitet, in zwei davon lebt der „Tatverdächtige“ noch, als er gefunden wird:

  1. Polizeistreife „findet“ (zufällig) Leichnam und nimmt an, das sei der Täter (alte Version)
  2. Polizei feuert auf Täter, dieser erschießt sich jedoch selbst (Guardian / RT/)
  3. Polizei stellt den Täter, dieser tötet sich daraufhin durch Kopfschuss selbst (aktuelle Version)

POLMÜN we found a body 2

Alleine diese widersprüchlichen Angaben der Polizei machen die ganze Sache enorm verdächtig.

Die bayerische Polizei hat dann (zur Version 3.) noch ein Statement zur „Auffindesituation“ des Täters abgegeben, die auf Angaben der eingesetzten Beamten beruhen:

„Gegen 20.30 Uhr hatte demnach eine Streife der Münchner Polizei nördlich des Olympiaeinkaufszentrums Kontakt zum mutmaßlichen Täter. ALS REAKTION AUF DIE ANSPRACHE DER BEAMTEN zog er unvermittelt seine Schusswaffe, hielt sie sich an den Kopf und erschoss sich.
Die heutigen Vernehmungen der beteiligten Beamten bestätigen unsere bisherigen Ermittlungsergebnisse
Die Sicherheitshinweise an die Bevölkerung mussten gestern Abend jedoch auch nach diesem Täterkontakt aufrecht gehalten werden, da ZEUGENHINWEISE ZU WEITEREN MÖGLICHEN TÄTERN sowie viele Anrufe beim Polizeinotruf zu zusätzlichen Ereignissen im Stadtgebiet erst genau überprüft und mit Sicherheit ausgeschlossen werden mussten.“

OFFENE FRAGE: Welchen ungefähren Todeszeitpunkt des „Täters“ hat die gerichtsmedizinische Autopsie ermittelt? Wann starb er wirklich und wo?

Und drittens, (was fällt auf)  die Frage, ob weitere Personen an der Tat beteiligt waren.

Die Polizei hat also selbst ursprünglich publiziert, dass es mehrere Hinweise gab, die von drei Tätern sprachen. Zwei Personen, die schnell mit dem Auto weggefahren sind, seien aber nicht mit der Tat in Verbindung gestanden.

Es gab auch Berichte, wonach diese mit „Langwaffen“ ausgerüstet waren, während der uns präsentierte Täter aber nur eine Handfeuerwaffe hatte.

Darf man fragen: Ist das ein deutscher Polizist? OEZ 2207

Die Aussagen, es wurden Polizisten in Zivil eingesetzt machen auch stutzig: denn dann kann die Bevölkerung ja nicht mehr erkennen, ob es sich wirklich um einen Polizeibeamten gehandelt hat (ich unterstelle der Münchener Polizei hier keine geheimen Machenschaften, sondern weise daraufhin, dass sich bewaffnete Männer (Geheimdienst, private „Sicherheits“-Dienste, etc.) bei einem Einsatz dieser Größenordnung leicht tarnen können, wenn alle glauben, sie seien auch Polizeikräfte).

3  WER HAT DAS VIDEO AUF TWITTER BZW. FACEBOOK VERBREITET?

(*das  manipulierte „shooter“-Video vor McDonald’s – siehe Pkt 1)

Dazu findet man folgenden – sehr aufschlussreichen – Dialog: („Uprising“ nennt  sich die Person, die das Video  auf Twitter  (auf Englisch) verbreitet, hier die deutsche Übersetzung:

Uprising alias posts videoUPRISING. Ich weiß nicht, ob es (das Video) echt ist, aber das ist wirklich vor dem Einkaufszentrum.

ATIKAIch bin Journalistin bei CNN. Ist das Dein Video? Können wir uns austauschen um die Details zu überprüfen?

UPRISING: Das ist nicht mein Video. Ich habe es bekommen und dachte, das muss man mit anderen teilen. Aber ich bin in München und das ist wirklich vor dem OEZ.

ATIKA: Danke. Kannst Du mir die Kontaktdaten des Video-Autors übermitteln um den Inhalt zu verifizieren?

CNN journo gets no answer Munich shooter videoDaraufhin taucht „Uprising“ unter und beginnt DAS GROSSE SCHWEIGEN. ER HAT KEIN INTERESSE DARAN, DIESE FRAGEN ZU BEANTWORTEN. (Kein Wunder…)

Mir ist immer noch nicht klar, wie die ZEITANGABEN BEI TWITTER UND FACEBOOK zustandekommen, denn sie stimmen (wie bei Orlando) mit den örtlichen Zeiten nicht überein: (10 Uhr ++ statt 17 Uhr ++  7 Stunden Unterschied?? Wenn 10:57 also 17:57 Uhr ist, dann wäre aber 10:17 > 17:17 Uhr (und 10:23 natürlich 17:23) und da gab es noch keine Schießerei??? )

Aber auch wenn man nur diese Twitter-Zeitangaben miteinander vergleicht, wird klar, dass hier etwas nicht stimmt:

Tim Heilig posts shooter video FB10:17 @Johndeconner (Uprising) postet das Video bei Twitter

  • 10:23 Tim Heilig  postet das Video bei Facebook  BILD
  • 10:57 POL München meldet Schießerei auf Facebook
  • 16:34 ?  POL München meldet Fund der Leiche
POLMÜN we found a body

POLMÜNCHEN glänzt mit einmaligem Englisch …

Das „Shooter-Video“ taucht also bereits in den „social media“ auf, BEVOR die Polizei den Anschlag meldet.

4 WIE IM KINO: DAS GUTJAHR-PHÄNOMEN

Zufälle gibt es, da staunt man: Richard Gutjahr, jener „deutsche Reporter“, der zufällig in Nizza war, als der  „irre“ Lkw-Fahrer den Boulevard des Anglais (trotz aller „Sicherheitsvorkehrungen“ am Bastille Day ) wie eine Dampfwalze überrollte, befand sich nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage in der Nähe eines Tatortes, an dem Menschen spektakulär und brutal ermordet wurden.  Es gelang ihm (offenbar als einzigem Journalist) in das OEZ / Messegelände zu kommen, BEVOR es von der Polizei abgesperrt wurde.

Gutjahr Munich OEZ shooting

Er beschrieb die Szenerie so:

 

 

Polizei ist sehr, sehr nervös … durchkämmen das Innere des EKZ … mit gezogener Waffe ..… um alle Richtungen abzusichern …die Bevölkerung glaubt ihren Augen kaum  … WAS SIE HIER SIEHT ….„Diese Szenerie hier mit dem Helikopter in der Luft, mit den Menschen  auf der anderen Straßenseite, das ist …wie aus einem schlechten Film ich stehe hier unmittelbar vor dem Haupteingang OEZ … hier hat sich die Polizei verschanzt .. und in dieser Igel-Formation, also die Waffen in alle Richtungen gezückt … … ES IST WIE IM KINO. […]

Treffende Beschreibung , Herr Gutjahr!

Gutjahr twitter post erasedInteressant ist auch die Tatsache, dass diverse Meldungen, die Gutjahr auf Twitter zum Anschlag im OEZ München gepostet hat, inzwischen „verschwunden“ sind:

Was war denn nun auf dieser Seite, dass man nicht mehr sehen soll?  Dieses Bild?

Gutjahr stehe vor dem OEZ wiped from twitter(Polizisten vor dem Eingang des OEZ) Was wäre daran so verdächtig? Man sah es ja auch in der Tagesschau. Vielleicht die Uhrzeit? Das Bild wurde um 9:50 Uhr am 22.Juli 2016 ins Netz gestellt, der „Anschlag“ fand aber erst 8 Stunden später statt ….(Selbst wenn man eine 7 Std. Twitter-Zeitdifferenz berücksichtigt, wäre es erst 16:50 Uhr … da wusste noch niemand von dem Anschlag… Wieso war dann Gutjahr schon dort, um Fotos zu machen? Und die Polizei?

 (Wie gesagt, wer kann mir erklären, wie bei Twitter  die „aktuelle“ Uhrzeit zustandekommt??? )

(Die Theorie, dass Gutjahr etwas mit dem israelischen Geheimdienst zu tun hat, halte ich für ziemlich „daneben“, jedoch nicht, dass der „Mossad“ gemeinsam mit anderen Geheimdiensten hinter den Kulissen an diesen „Anschlägen“ (brainwashing oder framing der Täter)  indirekt mitwirkt …)

5  ANGABEN ÜBER DEN „TÄTER“ (Character assassination / 1st degree)

David Ali SonbolyUnser (nicht vertrauenswürdiger) Herr Innenminister sagte in einer Pressekonferenz, der Täter heiße eigentlich DAVID mit Vornamen und das könne ein Hinweis darauf sein, dass die Familie (geflüchtet aus dem Iran vor 20 Jahren) vom Islam zum Christentum gewechselt habe.

In anderen Medien wurde er deshalb auch zunächst als „David S.“ bezeichnet, doch bei uns muss er natürlich „Ali“ (sein zweiter Vorname) heißen, das passt doch besser in das „framing“ der bösen Islamisten.

Wie beschreiben Leute, die den „Täter“ kannten, den Teenager?  (Er war „nicht sportlich und ein bißchen pummelig“, aber das ist ja kein Charakterfehler)

  • „Intelligent, ruhig und schüchtern, ein normaler 18-Jähriger“ (Geschäfts-Inhaber)
  • Er war ein anständiger, normaler Junge“ (Nachbar)
  • Ich kannte diesen Jungen sehr gut. Er war immer hilfsbereit, er war nett. Nie verbittert oder böse. (Delfye Dalbi, 40, Nachbarin aus Mazedonien)
  • Ich hätte nie gedacht, dass er so etwas tun könnte (Ali Sediq, 29, Nachbar, dessen Sohn mit dem Bruder von David Ali Fussball spielte)
  • Es sah nicht so aus, als ob er psychisch labil war. Er war oft alleine, das stimmt, aber es gab keine Probleme mit ihm“ (Tovero Evo, 32, Nachbar)
„Seine Verwandlung zu einem brutalen Killer hat die Menschen sprachlos gemacht, die ihn aufwachsen sahen. Schulkollegen, Freunde der Familie und Nachbarn sagen, der große, introvertierte junge Mann sei immer eher schüchtern als gewalttätig gewesen. Die Polizei bestätigte, dass er nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei.“

(Quelle: The Guardian )

Menschen, die persönliche Erfahrungen mit dem angeblichen Täter hatten, können also nicht fassen, dass er zu einer solchen Tat fähig war.

Er war also ein ganz normaler Junge. Vielleicht schüchtern und introvertiert, eher ein Einzelgänger, aber nie aggressiv oder gewalttätig. Und doch sollen wir jetzt glauben, dass er eiskalt ein solches Verbrechen geplant und ausgeführt hat? Das ist völlig unglaubwürdig, deshalb müssen „Motive“ posthum konstruiert werden:

Wie lässt sich dieses monströse Verbrechen erklären?

Da greifen unsere „Sicherheitsbehörden“ (Gladio 2.0) auf ein bewährtes Rezept zurück: man erschießt einen Mann und behauptet posthum er habe an diversen Persönlichkeitsstörungen gelitten und sei deshalb auch in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Dazu „findet“ man in der Wohnung des Toten Material, das angeblich diese Behauptung rechtfertigt, gezeigt werden uns diese „Beweise“ aber nicht. Auch der Name eines Arztes, der den „Täter“ behandelt haben soll (bzw. den der psychiatrischen Klinik) wird uns verschwiegen.

„Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler Behandlungsunterlagen zu einer psychischen Erkrankung des Amokläufers und Medikamente. Der Schüler sei zwei Monate in stationärer Behandlung gewesen, habe unter „sozialen Phobien“ und Depressionen gelitten. Ein letzter ärztlicher Kontakt habe im Juni 2016 festgestellt werden können.“ Quelle: Tagesschau

(Dasselbe Märchen wurde ja auch als „Erklärung“ für den Todesflug der GermanWings-Maschine  in Südfrankreich präsentiert …)

DW München Depression kein MotivZunächst heißt es, er sei „depressiv gewesen. Das soll suggerieren, „Depressive“ seien unberechenbar, weil psychisch so labil, dass man damit rechnen muss, sie könnten eines Tages „durchdrehen“. Der Münchener Staatsanwalt dazu in einer Pressekonferenz nach der Tat: „Das würde ins Gesamtbild passen“. Eben nicht.

Fragt man jedoch einen Psychologen (oder kennt Leute, die depressiv sind oder waren) lernt man schnell, das diese Darstellung Blödsinn ist:

„Jemand, der unter einer Depression leidet, steht eigentlich einem Amoklauf im Weg. Depressive richten ihre Aggressionen, wenn überhaupt, gegen sich selbst. Man kann also NICHT davon ausgehen, dass eine Depression Ursache oder Auslöser einer solchen Tat ist. … Eine ganze Reihe weiterer Faktoren haben zu der Tat geführt, die rein gar nichts mit der Depression zu tun hatten. Denn eine psychiatrische Diagnose „Depression“ schließt eigentlich solche Taten aus.“ (Quelle: DW)

Ich fasse die wichtigsten Punkte zusammen:

  • Depressiv sein, heisst nicht „verrückt“ oder unberechenbar sein.
  • Depression ist in gewissem Sinn das Gegenteil von Aggression (und die braucht man um eine solche Tat auszuführen): ein Mensch zieht sich „in sich selbst“ zurück, geht kaum mehr aus dem Haus, ist traurig, hat keinen Antrieb mehr, usw. Er bringt also die psychische Energie für eine solche, ungeheuerliche Tat (die angeblich schon ein Jahr vorher geplant wurde) gar nicht auf.
  • „Ballerspiele“ (Ego-Shooter, Counterstrike, etc.) sind Mist und gehören verboten, weil sie die Hemmschwelle für Gewalt heruntersetzen, d.h. aber nicht, dass alleine durch das „Spielen“ ein Mensch zum Mörder wird. Das Auffinden solcher Spiele auf einem PC ist kein Beweis (Erklärung) für eine Straftat.

Die Nummer mit der „Depression“ zieht also nicht (als Erklärung für die Tat)  deshalb müssen zusätzliche psychische Probleme genannt werden, die dann auch ein Motiv liefern sollen:

5.1  MOBBING IN DER SCHULE 

Dann „findet“ man in der Wohnung Material, dass als „Beweis“ für die Täterschaft gelten soll: (Quelle: Tagesschau)

  • ein populär-wissenschaftliches Buch über Amokläufe in amerikanischen Schulen. Ich habe auch so ein Buch (weil mich die psychologischen Hintergründe interessieren), wie tausende andere Menschen. Das ist absolut kein Beweis dafür, dass jemand die darin geschilderten Verbrechen „bewundert“. Das ist reine Spekulation bzw. „framing“ (nach der Tat sehr leicht).
  • Fotos der Schule aus Winnenden in einer Digital-Kamera (2015). Wer hat sie gemacht?
  • Dann wird vom bayerischen Innenminister behauptet, auf dem PC des „Täters“ habe man das „Manifest“ von Breivik gefunden (was aber später widerrufen wird! Mehr dazu weiter unten unter 5.2)
  • und last not least die bereits oben erwähnten „Behandlungsunterlagen“ über eine nebulose „psychische Erkrankung“, die dann später als „soziale Phobien“ (SAD) und „Angststörungen“ deklariert werden, weswegen er sogar „zwei Monate in der geschlossenen Psychiatrie“ (DW) verbringen musste.(Wie gesagt: nennt den Namen des Arztes, lasst ihn das bestätigen…ebenso die Eltern)

Wir halten dazu fest: alle diese „Beweise“ können ihm auch untergeschoben worden bzw. fingiert sein: soll heißen, sie wurden nach seinem Tod in der Wohung platziert oder man behauptet einfach, sie dort gefunden zu haben. (Die Eltern des „Täters“ kommen ja bisher gar nicht zu Wort, weil sie natürlich unter Schock stehen)

DENKEN WIR LOGISCH:

Why kids kill LangmanEr kauft sich ein sozial-analytisches Buch über Schul-Massaker (sehr unwahrscheinlich für einen 18-jährigen) geht dann aber ins Olympia-EKZ und erschießt wahllos junge Menschen? DAS IST BULLSHIT. Völlig unplausibel.

Wenn das Mobbing in der Schule (falls es das gab) wirklich dazu geführt hätte, dass er traumatisiert war, sich für die Demütigung rächen und gleichzeitig einmal Macht über seine Peiniger ausüben wollte, dann hätte er in der Schule einen „Amoklauf“ gemacht (ein Massaker verübt), nicht in einem EKZ. DAS ERGIBT KEINEN SINN. Man erschießt nicht wildfremde Menschen, um sich für Demütigungen von Mitschülern zu rächen.

Außerdem wird hier das Wort „Amoklauf“ irreführend benutzt: ursprünglich bedeutet er, dass jemand spontan eine Gewalttat begeht (also „im Affekt“: er ist emotional so aufgewühlt, so voller Wut, dass er keine moralischen Hemmungen mehr hat, so eine Tat zu begehen). Die Schul-Massaker in den USA wurden aber „eiskalt“ geplant, was dieser Definition völlig widerspricht. Deshalb hat man den Begriff dann erweitert, was aber meines Erachtens die Bedeutung völlig verzerrt. Entweder jemand läuft amok („dreht durch“) oder er ist ein eiskalter Killer, der ein „Massaker“ ein Jahr lang plant.

Dem schüchternen, ruhigen David Ali Sonboly wird aber beides unterstellt …(er handelte also gleichzeitig irrational und „rational“, wenn auch unmoralisch)  das ist nicht sehr überzeugend. (Und nur das „gefundene“ Buch muss als Indiz dafür herhalten)

EMPÖRUNGSMANAGEMENT FÜR ANFÄNGER

Ebenso wie die unsinnige Story, er habe unter falschem Namen (einer hübschen Frau, die wirklich existiert und einen FB-account hat) auf Facebook junge Leute mit dem Versprechen, ihnen etwas zu spendieren, „zu McDonald’s gelockt“, damit er sie dort erschießen konnte.

Am Freitag nachmittag in einem Shopping Center einer Großstadt (bzw. bei McDonald’s) laufen genug Leute herum, die man erschießen könnte, da braucht man niemand „hinlocken“. Jeder Mist wird kritiklos übernommen und weitergegeben, weil die Journalisten nichts „wissen“, nehme sie alles, was ihnen angeboten wird für die nächste Schlagzeile.

(Laut Polizeiangaben sind unter den Opfern bei McDonald’s keine Namen von Personen, die auf diesen Aufruf reagiert hatten)

Außerdem kam schon vor dem Attentat im OEZ auf Facebook eine Meldung, dass der account infiltriert worden sei und es wurde sogar der Name des angeblichen Täters genannt. Wie die Polizei jetzt klar stellte, wurde nichts „gehacked“, sondern ein „fake account“ angelegt.

Das zeigt, dass damit der Charakter des jungen Mannes „ruiniert“ werden sollte; wir sollen glauben, dass er so hinterlistig war und uns darüber aufregen, anstatt rational zu überlegen: was stimmt an der Story nicht.

Vergessen wir doch nicht, dass Einträge auf Twitter oder Facebook NICHT VERIFIZIERT werden können. Jeder, der das nötige Wissen (und betrügerische Absichten)  hat, hätte diese Meldung ins Internet stellen können. Es ist eben Teil der „Legende“, die von Geheimdiensten konstruiert wird, um die Medien als Vertreiter ihrer „cover story“ zu benutzen (je mehr „Aufregungspotential“, desto öfter und schneller wird die „Meldung“ verbreitet)

(FB und Twitter sind Werkzeuge der psycho-sozialen Manipulation, sie beeinflussen wie Leute auf Informationen reagieren: impulsiv, wie eine „Herde“,  nicht überlegt … wie oft muss man das noch betonen, bevor die Leute es kapieren???)

Als zweites Motiv wird von den Ermittlungsbehörden (seine)

2 BEWUNDERUNG  FÜR  DEN  NORWEGISCHEN  ATTENTÄTER  ANDERS BREIVIG
Self confessed mass murderer and right-wing extremist Anders Behring Breivik places a clenched fist on his heart in a salute as he arrive on day three in room 250 at the central court in Oslo on April 18, 2012. Anders Behring Breivik, who killed 77 people in Norway last July, took the stand again Wednesday on the third day of his trial, a day after telling the court he would carry out his attacks again if he could. AFP PHOTO / ODD ANDERSEN (Photo credit should read ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Breivik vor Gericht April 18, 2012. Foto: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

unterstellt. Als „Beweis“ gelten Unterlagen, die auf seinem PC „gefunden“ wurden und entsprechende Zeitungsausschnitte. Wie schon gesagt, können diese Aussagen auch unwahr sein bzw. ihm dieses belastende Material auch nachträglich untergeschoben worden sein (den PC hat man sicher mitgenommen, es wäre also leicht, solche Dateien zu installiere

Aber gehen wir davon aus, er hat wirklich über Breivik und sein Massaker im Internet recherchiert.

Ich habe mir damals auch das „Manifest“ von Breivik (80% davon hat er abgeschrieben aus amerikanischen Quellen) heruntergeladen und es teilweise gelesen, weil ich wissen wollte, was in diesem irregeleiteten Hirn vor sich geht.

Ist man deshalb schon ein potentieller Massenmörder oder Terrorist? Nur weil man sich dafür interessiert? Ich lese auch Bücher und Artikel über die Ermordung von Präsident Kennedy, von Aldo Moro, über die RAF, etc. Plane ich deshalb selbst einen Anschlag? Natürlich nicht. Auch das ist reine Spekulation, die nur „logisch“ ist, wenn das – was zu beweisen wäre – (Sonboly als Täter) schon als bewiesen gilt.

Davon abgesehen, ergibt es keinen Sinn, die Schul-Massaker Theorie und die „Verehrung von Breivik“-Theorie in einen Topf zu werfen (dem angeblichen Täter Sympathie für beides zu unterstellen) denn die Motive von Breivik waren eindeutig politischer Natur, (er fürchtete eine Islamisierung Europas, war in Kontakt mit islamophoben Neo-Nazi Gruppen und zionistischen, amerikanischen Volksverhetzern), doch er tötete eben nicht wahllos, sondern gezielt jugendliche Mitglieder der sozial-demokratischen Partei Schwedens, die sich in einem Ferienlager befanden, weil sie für ihn die „bedrohlichen“  Verfechter der „Multi-Kulti“ Gesellschaft waren (und übrigens wenige Tage vorher gegen die israelischen Verbrechen in Palästina protestiert hatten).

Das war ein politischer Massenmord, ausgeführt von einem Mann, der einer ideologischen und psychologischen „Gehirnwäsche“ (Made in USA  & Israel) unterzogen wurde. Die politischen Hintergründe wurden aber fast völlig ignoriert und stattdessen Breivik vor Gericht einfach als „Psychopath“ behandelt. Dann wird er völlig isoliert und weggesperrt. Das ist doch viel bequemer für diejenigen, die ihn (als politische Waffe) benutzt haben.

(Die groteske Inszenierung mit den Telefonaten zwischen einem Massenmörder und der Polizei (siehe auch Paris, Orlando, etc.) wurde auch im Fall Breivik aufgeführt, wie jetzt bekannt ist.

Daran sieht man, dass es hier ein Muster gibt:

Egal ob Neo-Nazi, „Tempel-Ritter“ oder „IS“-Kämpfer, sie reden alle den gleichen Blödsinn .. fühlen sich als „Soldaten“ einer edlen Armee, die sich einem bösen Feind entgegenstellen muss, damit das „Gute“ und Edle siegt und sie als „Helden“ in Erinnerung bleiben ..

Der inszenierte „Terror“ geht weiter … wird bei uns auch bald der Ausnahmezustand ausgerufen (wie in Frankreich)?

 

 

BREXIT? EU ohne UK – Good riddance!

Brexit 1Die Briten haben also für den Austritt aus der EU gestimmt, besser gesagt die Brexit-Befürworter hatten knapp 4% mehr Anhänger als die Gegner. Das Ergebnis kam nicht überraschend, denn seit Wochen wurde in den britischen Medien eine Hetzkampagne gegen die EU geführt, die ihresgleichen sucht.

Niemand der halbwegs intelligent ist, wird bestreiten, dass es dutzende Gründe gibt, die EU zu kritisieren – und auch zu verlassen. Spätestens seit dem Vertrag von Maastricht  wurde deutlich, dass es mit der Demokratie im gleichen Tempo bergab ging, mit dem der Neoliberalismus (Mitte der 1990er Jahre) zur Wirtschaftsreligion Europas erklärt wurde.

Als sich in Österreich eine Protestbewegung gegen die Ratifizierung des Vertrages von Lissabon formierte,  die alles versuchte, um eine Volksabstimmung durchzusetzen, (was aber nicht gelang) sagte die damalige Außenministerin Ursula Plassnik  (einer „Volkspartei“) nur lapidar:

„Volksabstimmungen lösen keine Probleme.“

Diese Demokratie verachtende, herablassende Arroganz zeigte nicht einmal die Regierung Cameron und ließ das britische Volk schließlich selbst entscheiden. Der „Ausstieg“ kann allerdings zwei Jahre dauern und bis dorthin kann noch viel passieren.

Wir können aber froh sein, wenn Großbritannien nicht mehr in der EU ist (warum, wird hoffentlich beim Lesen dieses Artikels klar).

Brexit front pagesEs ist nicht schwer, die Argumente der Brexit-Befürworter zu verstehen, besonders jene, die mit dem „Diktat“ aus Brüssel zu tun haben: eine große Konzentration von Macht in den Händen ungewählter „Kommissare“, ein künstlicher, europäischer „Außenminister“,  sowie die Armada von Lobbyisten und Intriganten, die sich in Brüssel tummeln und den massiven Einfluss der Konzerne widerspiegeln, das hat nichts mit „demokratischen Werten“ zu tun (das EU-Parlament ist ja nur ein Feigenblatt).

„Die, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden und jene, die entscheiden, werden nicht gewählt.“

Brexit 2Der Gedanke, dass man wieder „die Kontrolle über sein Land“ bekäme, dürfte von Portugal bis Griechenland viel Zustimmung finden, doch die mit dem „Brexit“ verbundenen Hoffnungen sind wohl ein Trugschluss, denn das Grundproblem ist der Neoliberalismus (die „Markt“-Religion) und der ist ja keine Erfindung der EU sondern eine Ideologie, die in keinem europäischen Land mehr vorangetrieben wurde als in England.

In diesem Artikel soll untersucht werden, welche Rolle eigentlich die britische Regierung in der EU gespielt hat und warum wir eigentlich froh sein können, die „Briten“ loszuwerden (gemeint sind natürlich nicht die einfachen Bürger sondern die Machtelite, vor allem die City of London Corporation (ein Mafia-Staat im Staat).

Als Hintergrundwissen für dieses Thema empfehle ich ein (sehr altes aber sehr wichtiges) Buch von Karl Polanyi:

THE GREAT TRANSFORMATION

Darin wird das Dogma, „freie Märkte“ seien eine Art Naturzustand, der sich spontan entwickeln würde, wenn nur die Regierungen nicht immer in das Spiel der Kräfte „eingegriffen“ hätten, als neoliberales Märchen entlarvt: „Laissez-Faire“ war geplant und wurde durch politische Macht der Unternehmer durchgesetzt, während die sozial-demokratische Gegenbewegung eine spontane Reaktion auf das Elend* war, das die „freie Marktwirtschaft“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England verursachte (*siehe z.B. die Romane von Charles Dickens)

Märkte waren jahrhundertelang lokal oder regional begrenzt und waren immer in die Gesellschaft eingebettet, also kulturellen und moralischen Beschränkungen unterworfen. Die Verwandlung von Geld, Arbeit (also Menschen) und Boden in fiktive Waren, die man überall und jederzeit zu „Marktpreisen“ kaufen kann, war eine Voraussetzung für die Schaffung einer Marktgesellschaft, in der Menschlichkeit letztlich keinen Platz mehr hat.

Die Akzeptanz des Markt-(Wettbewerbs- / Wachstums-)Dogmas als oberstes politisches Handlungsprinzip führt dazu, dass schließlich die gesamte Gesellschaft den künstlichen „Marktregeln“ unterworfen wird, egal wie verheerend die Folgen sind.

England hatte ja eine Vorreiterrolle in der gewaltsamen und skrupellosen Ausbreitung des Kapitalismus im 18. und 19. Jahrhundert und wurde dadurch zu einer  Kolonial- und Weltmacht. Erst als man (durch brutale Methoden) eine beherrschende Stellung im Welthandel eingenommen hatte, wurden die Forderungen nach „freien Märkten“ in anderen Ländern immer lauter. (Die Kolonien wurden ohnehin gezwungen, britische Produkte zu kaufen, nachdem die eigene Industrie zerstört wurde, z.B. Textilien in Indien).

web of deceit CurtisDie „Außenpolitik“ der Briten fällt unter die Rubrik organisiertes Verbrechen, wozu auch die Deregulierung des Finanzsektors gehört, die massiv aus London betrieben wurde und die produktive Wirtschaft 2008 in eine Depression gestürzt hat.

Wir wissen alle, dass es Ende der 1970er Jahre zwei Gallionsfiguren des Neoliberalismus gab: Ronald Reagan in den USA und Margret Thatcher in England. Die Deregulierungs- und Privatisierungswelle die England in den 1980er Jahren überrollte, forderte tausende Opfer und sorgte für eine enorme Macht- und Vermögensverschiebung von „unten“ nach „oben“.

Worunter die Briten also am meisten leiden (Privatisierung der öffentlichen Güter und (immer mehr auch) staatlicher Hoheitsaufgaben (Polizei, Strafvollzug, Militär), Dumpinglöhne, Deregulierung des Finanzsystems, Aushebelung des Arbeitsrechts, Sozial-Darwinismus, enorme Vermögensunterschiede, enorme Verschuldung des Privatsektors, etc. ist also keine direkte Folge des EU-Beitritts sondern der neoliberalen Ideologie. Und diese wurde ja gerade in England am stärksten gefördert, doch „alles böse kommt aus Brüssel“ war der Tenor der „Brexit“-Kampagne.

Schauen wir uns also an, welche Rolle „die Briten“ denn nun in der Durchsetzung neoliberaler Dogmen im Rahmen der EU gespielt haben:

„Neoliberalismus ist nicht ein Produkt der EU, die EU wurde ein Werkzeug des Neoliberalismus.“

PERFIDE ALBION (Die Freiheit des Kapitals führt zur Profit-Diktatur)

Anne Pettifor schrieb vor kurzem einen Artikel auf ihrem Blog, in dem sie begründet, warum sie gegen den Brexit stimmen würde. Darin heisst es u.a.:

„Großbritannien trägt eine große Verantwortung für den Markt-Fundamentalismus, der in den europäischen Verträgen festgeschrieben wurde. Unsere Politiker waren federführend bei der Einführung europäischer Rechtsakte, in der anglo-amerikanische Glaubenssätze wie Deregulierung, Privatisierung und „Arbeitsmarktreformen“ durchgesetzt wurden.

Es war Lord Cockfield (unter Thatcher), der die Kampagne für den „Binnenmarkt“ angeführt hat, inklusive der „Freiheit“ für die Finanzindustrie und es war ein britischer Beamter, der die Kreation des Euro durchsetzte, und das, obwohl wir nicht an der Eurozone teilgenommen haben.

Das europäische Modell des Sozialstaates wurde enorm durch diese anglo-amerikanische Intervention unter Druck gesetzt, nicht zuleltzt auch durch die „Strukturreformen“ des Arbeitsmarktes.

Unsere Verantwortung für diese Politik verlangt, dass wir uns gewissenhaft verhalten und dabei mithelfen, diese zu revidieren. Wir können nicht einem europäischen Wirtschaftsmodell die kalte Schulter zeigen, das sich so eng an die britische Wirtschaftspolitik anlehnt. Die sozialdemokratischen Parteien müssen das Ruder herumreißen und eine Politik fördern, die das neoliberale Modell herausfordert …

Sehr richtig. Doch diese Wahrheiten wollen die Briten nicht hören, weil sie sehr unangenehm sind. Ein echter „Patriot“ darf nicht vor der eigenen Haustüre kehren, wo kämen wir denn da hin.

Was ich in den letzten Wochen aus englischen Kanälen gehört habe, war erschreckend und nicht nur deshalb, weil quasi für alle Probleme auf den britischen Inseln die EU verantwortlich gemacht wurde. Der „Schocker“ war, dass das alte Feindbild des „bösen Deutschen“ wieder aus der Mottenkiste geholt wurde, um die Bösartigkeit der EU zu verdeutlichen.

hidden-history-german-editionDie EU sei ein „Nazi-Projekt“, Merkel eine Tyrannin (Na ja..), die Deutschen wollten England wirtschaftlich „übernehmen“, usw. „Schließlich haben „die“ auch zwei Weltkriege angezettelt“ – das war die emotionale Grundhaltung (ein gewaltiger historischer Spin, denn es waren mächtige Männer in London, die den ersten Weltkrieg durch Intrigen in Gang gesetzt haben, nicht der deutsche Kaiser und Hitler wäre nie zum Reichskanzler aufgestiegen ohne anglo-amerikanisches Kapital …).

Bei aller berechtigten Kritik an der EU (als gefährlicher Machtapparat) vergessen die Briten, dass ihre eigene Regierung selbst genug „Dreck am Stecken“ hat, wenn es darum geht, den Großkonzernen und Banken mehr Macht zu verschaffen und die Demokratie zu unterminieren.

Wir sind alle besorgt wegen TTIP & CETA und das aus gutem Grund. Während hier der „Feind“ klar auszumachen ist, (nämlich die USA), ist die Rolle der britischen Regierung bei der Aushöhlung demokratischer Prozesse in Europa kein Thema in der öffentlichen Debatte.

Das CEO hat vor kurzem einen Bericht vorgelegt, in dem diese subversive Rolle offensichtlich wird. Hier ein Auszug daraus:

Eine Deregulierungswelle rollt derzeit durch die EUC und die Mitgliedsstaaten, die vor allem vom Vereinigten Königreich angetrieben wird. Wenn Ihnen Umweltschutz, Arbeitsrecht, Gesundheitssystem, etc. nicht gleichgültig sind, dann sollten sie deswegen besorgt sein, denn dieses Programm schwächt bestehende Vorschriften und verhindert die Einführung neuer Regeln (die eine Schutzfunktion haben).

Diese Agenda war Teil der Verhandlungen, die David Cameron mit der EU geführt hatte (im Kontext von Brexit) und mit der Aussicht auf TTIP werden Regeln, die im öffentlichen Interesse sind, noch mehr unter Druck geraten.“

Dieser perfide Anschlag auf den Gesetzgebungsprozess  wurde unter dem Tarnbegriff „Bessere Regulierung (Rechtssetzung)ausgeführt. Doch im Klartext geht es darum, dass alle existierenden und geplanten Regelungen in der EU nur mehr nach einem Kriterium bewertet werden: nämlich ob dadurch Kosten für Unternehmen entstehen, also Profite geschmälert oder verhindert werden.

D.h. der Schutz des Lebens, der Umwelt, des Sozialsystems, des Arbeitsrechts usw. zählt nicht als (moralisch) notwendig und „gut“, wenn dadurch ein negativer Effekt auf die „profit opportunities“ der Konzerne entsteht.

Die massiven sozialen und ökologischen Kosten, die die Gesellschaft zu tragen hat, wenn diese Schutzgesetze nicht in Kraft treten (oder abgeschafft werden), werden natürlich nicht in die Kosten-Nutzen-Rechnung der autistischen Wirtschaftstheorie einbezogen. Darin besteht ja der Wahnsinn unseres Wirtschaftssystems.

2011 verlangte der ERT eine komplette Überprüfung der bestehenden EU-Vorschriften für Unternehmen. Die britischen Politiker in London bekräftigten diese Forderung und so wurde von den Konzernen eine „Wunschliste“ vorgelegt, in der jene Gesetze angeführt waren, die man abschaffen wollte.

2013 richtete die britische Regierung eine „Task-Force“ ein, um auf nationaler und EU-Ebene Maßnahmen zu erarbeiten, die „Bürokratie aus dem Weg zu räumen“, vor allem jene, die höhere Profite verhindert (was natürlich als „Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“ deklariert wird) . Angeführt von sechs Managern und einem Minister, kamen schließlich 30 Vorschläge heraus, von denen einige bereits umgesetzt wurden.

Wie dieser „Bürokratie-Abbau“ (weniger Vorschriften, weniger Papierkram, etc.)  in Wahrheit aussah, zeigt dieses Beispiel:

Das Regelwerk für die Finanz-Industrie wurde ja vor Inkrafttreten auch den (britischen) „Stakeholdern“ zur Begutachtung vorgelegt. Das Ergebnis? Von 1.600 Ergänzungen, die letztlich vorgenommen wurden, stammen 900 von der Finanz-Mafia selbst: durch undurchsichtige, zusätzliche Formulierungen wurden Gesetzeslücken geschaffen, die es ermöglichen, die  eigentliche Absicht der Regulierung zu unterwandern: die Handlungsfreiheit der Finanzjongleure einzuschränken)

Hier brüstet sich David Cameron damit, welchen großen Einfluss seine Regierung auf die (Privatisierung der) EU-Gesetzgebung hatte:

ultimate priv  EU lawmaking  Cameron 2016Ein Gesetzes-Vorschlag der EU-Kommisson zur Verhinderung von Bodenerosion (Bodenschutz-Richtlinie – angesichts häufiger, extremer Wetter-Ereignisse und der verheerenden Wirkung der industriellen Landwirtschaft auf die Bodenfruchtbarkeit enorm wichtig) wurden 2014 fallengelassen, nachdem die Briten massiv dagegen lobbyiert hatten.  Seit 2012 wurden mehr als 140 legislative Entwürfe auf diese Weise geblockt. Dies findet unter der Überschrift „REFIT“ statt und „Fit“ bedeutet hier natürlich gut für Profite.

„REFIT“ AUF BAYERISCH:  Büro(demo)kratie-Abbau mit Edmund Stoiber

StoiberDie Task-Force auf EU-Ebene, die alle bürokratischen Hindernisse für die Profit-Maximierung identifizieren und aus dem Weg räumen sollte, wurde von Dr. Edmund Stoiber geleitet. Seine erarbeiteten Vorschläge waren sehr stark von den britischen Kollegen beeinflusst, das war kein Geheimnis und Stoiber lobte die britische Regierung als Vorreiter dieser „Entbürokratisierung“. (Es gab auch Gegenstimmen in der Kommission, die aber in der Minderheit waren)

„Smarte“ Gesetzgebung bedeutet als von nun an, die Unternehmen so weit wie möglich zu entlasten, also Gesetze als untragbar anzusehen, die „der Wirtschaft“ zusätzliche Kosten aufbürden bzw. Profit-Chancen behindern.

Stoiber verkaufte diesen politischen Kotau vor „Big  Business“  als Maßnahme zum Schutz der kleinen und mittelständischen Unternehmer (SME), die am meisten unter dieser unnötigen „Bürokratie“ zu leiden hätten.  Er verlangte deshalb, dass die SME in Zukunft völlig von Regulierungsvorschriften befreit werden sollten (!).

Die britische Zeitung THE GUARDIAN entlarvte diesen PR-Spin in einem Artikel im Oktober 2014:

„Britische Beamte sollen hocherfreut über den  Stoiber-Bericht sein und Teilnehmer der Kommission sagten, Michael Gibbons (Vorsitzender des britischen Komitees zur Revision der Regulierungspolitik) habe großen Einfluss auf die Denkweise Stoibers gehabt“.

Die SME-Vertretung in Brüssel hat jedoch ihren Widerstand gegen die Ausnahmeregelung klar zum Ausdruck gebracht. So sagte Luc Hendricks (stellvertretend für 12 Millionen Kleinunternehmen in Europa):

Das ist doch Blödsinn … es ist reiner Populismus. Wir wollen keine Ausnahmen, wir wollen nicht wie zweit-klassige Unternehmen behandelt werden. Welchen Sinn hat den Gesetzgebung noch, wenn 99% der betroffenen Firmen davon ausgenommen sind? Das ist Quatsch, rein politisches Theater.“

Zwei Kommissionsteilnehmer sagten, Stoiber habe erklärt, seine Empfehlungen zielten u.a.  darauf ab, Großbritannien in der EU zu halten.

Das Endergebnis war ein Versuch, den Briten gefällig zu sein …“ Heidi Roenne-Moeller (Dänemark)

(Die Briten haben also die EU massiv zugunsten der NL-Konzernherrschaft manipuliert und sich dann quasi verabschiedet…)

Der neue Kommissionspräsident , Jean-Claude Juncker (sehr beliebt als Freund korporativer Steuer-Vermeidung in Luxemburg ) hat also die „anglo-amerikanischen Glaubenssätze“ zur  Deregulierung auch fest verinnerlicht und deshalb ein neues Amt innerhalb der Kommission geschaffen:

Frans_TimmermansDer neue „Vizepräsident für Bessere Rechtssetzung“ (Orwell lässt grüßen), derzeit der Holländer Timmermans,  hat enorme Macht, denn er kann jeden neuen Regulierungsvorschlag mit einem VETO zu Fall bringen und zwar BEVOR auch nur ein gewählter Politiker ihn zu Gesicht bekommt, vom Volk ganz zu schweigen.

Neue Initiativen müssen von nun an von einem eigens dafür geschaffenen Gremium bewilligt werden: dem Impact Assessment Board (IAB) bzw. „Regulatory Scrutiny Board“. Sollte dieses Gremium zum Schluss kommen, das geplante Gesetz könne sich als „Belastung“ für Unternehmen erweisen, dann ab in den Shredder.

Die meisten Entscheidungen, die von diesen Personen getroffen werden, finden also hinter verschlossenen Türen statt. Die Öffentlichkeit wird nie erfahren, welche  Gesetzes-Initiative gestoppt wurde und warum, noch wird sie es merken, wenn der „Vizepräsident“ einen Vorschlag durchdrückt, obwohl er im Gremium abgelehnt wurde.

In diesem Video wird auf den Punkt gebracht, wie der „REFIT“ eigentlich mehr Bürokratie schafft, die allerdings gut für die Konzerne ist und schlecht für uns. Es zeigt, welche verschlungenen Pfade ein Gesetzesvorschlag durchlaufen muss und wie intransparent dieser Prozess ist:

DER STAAT ALS STÖRFAKTOR:  „Getting the state out of the way“

In London ging der Wahnsinn noch einen Schritt weiter: dort  hat man zuerst die „One in- one out“ Regel etabliert, die dann später noch verschärft wurde. Dazu sagte der „Business-Minister“ Michael Fallon stolz:

„Seit Jänner 2013 habe ich die Schrauben noch enger angezogen mit der „one in, two out“ Regel. Jetzt müssen die Abteilungen in den Ministerien zwei Pfund einsparen (also Vorschriften abschaffen)  für jedes zusätzliche Pfund an Kosten, das durch neue Vorschriften verursacht wird“ (!)

Dass trotz aller berechtigter Kritik, die Schutz-Standards in der EU immer noch höher sind als in England (und erst recht höher als in den USA), zeigt dieser Bericht, der sich ebenfalls mit dem „REFIT“ Schmierentheater beschäftigt:

 „Gesetze zum Schutz der Gesundheit, der Umwelt, des Arbeitsrechtes usw. sind in der EU weiter entwickelt als im Rest der Welt. Sie existieren, um uns zu beschützen und sind oft hart erkämpft worden. Da diese Vorschriften jedoch die Profit-Möglichkeiten der Großkonzerne beschränken, ist derzeit ein Deregulierungs-Prozess innerhalb der EU im Gange und (was die Mitgliedstaaten betrifft) vor allem im Vereinigten Königreich (UK).

Die britische Regierung hat nicht nur im eigenen Land diese Gesetze torpediert sondern auch einen Bericht veranlasst, der massiven Einfluss auf den Prozess der EU-Gesetzgebung genommen hat. Darüber hinaus spielt sie eine Hauptrolle in der Durchsetzung von TTIP.

Die Unterstützung des Europäischen Rates für REFIT war stark beeinflusst von dem Bericht der britischen Task-Force, die David Cameron ins Leben gerufen hat um festzustellen, wie die EU-Gesetzgebung verändert werden müsste, damits sie mehr mit den Geschäftsinteressen übereinstimmt.

In England wurde also ein Gesetz verabschiedet, mit dem sich die demokratisch legitimierte Gesetzgebung quasi selbst ins Knie schießt. Die  Deregulation Bill  zwingt die britische Regierung dazu, von nun an jedes existierende oder geplante Gesetz daraufhin zu überprüfen, ob es „Wachstum“ fördert oder nicht.

Diese eindimensionale Bewertung ist natürlich nicht nur subjektiv, sondern auch völlig verrückt, denn es gibt viel wichtigere Kriterien zur Kosten-Nutzen-Bewertung (für die gesamte Gesellschaft) als die Eignung zur Profitförderung privater Konzerne. Die Politiker sind aber mittlerweile so indoktriniert, dass sie genau das (Profitförderung – verkauft als höhere „Wettbewerbsfähigkeit“) als ihre Hauptaufgabe ansehen.

(„Wachstum“ ist ein Begriff aus der Biologie, der hier völlig unangebracht und  irreführend ist)

PRIVATISIERUNGSWAHN BEI DEN BRITEN

who decides UK public vs privateWie wir (vielleicht nicht) alle wissen, ist die Privatisierung öffentlicher Aufgaben in England weiter fortgeschritten als im restlichen Europa. Natürlich gegen den ausdrücklichen Willen der Bevölkerungsmehrheit (siehe Graphik)

Zuerst wurden die Schlüsselindustrien verkauft, dann waren Bahn, Post und Telekom dran, und schließlich ging es ans „Eingemachte“: jene sensiblen Bereiche, die NIEMALS von privaten Profitinteressen dominiert werden dürften:

Wasser- und Energieversorgung, Gesundheit, Bildung, Polizei, Jugendschutz und Strafvollzug (es gibt in England private Gefängnisse und teilweise wurden auch Polizeiaufgaben ausgegliedert – an ein riesiges Unternehmen, dessen Motive, Praktiken und Verbindungen (zu Geheimdiensten) äußerst fraglich sind: G4S (die sogar „Kinder-Gefängnisse“ betreiben!). Jetzt sollen auch noch die Grundbuch-Ämter privatisiert werden.

(Welche Informations- und Kontrollmacht diese „quer durchs Beet“ agierenden Konzerne damit erhalten, begreifen die englischen Politiker wohl nicht)

Dass wir es hier mit einer krankhaften Wirtschafts-Ideologie zu tun haben, liegt auf der Hand, doch wir müssen erkennen, dass die Betreiber des wirtschaftlichen „Irrenhausesnicht merken, dass sie die Verrückten sind. Schließlich gibt es doch genug indoktrinierte „Experten“, die betonen, es gäbe zur Marktherrschaft (die sie natürlich nicht so nennen) keine Alternative (siehe Kritik von Polanyi), denn sie sei Folge und Krönung einer „Evolution“ (wieder einzulässiger Vergleich mit der Biologie).

DIE BÖSEN MIGRANTEN UND DIE BÖSE EU

Ein schlagkräftiges (aber falsches) Argument für den Brexit war die Behauptung, die „Welle von Migranten“ seien eine Bedrohung für das britische Sozialsystem und die EU verhindere, dass das Land selbst die Kontrolle über seine Grenzen ausübe. (Stimmt nicht: England hat sich von Anfang an eine Ausnahmeregelung für Schengen vorbehalten)

Doch die sinkenden Reallöhne, die steigende Arbeitslosigkeit, die enorme Verschuldung (von Haushalten aber vor allem der  britischen BANKEN selbst) wurde weder durch die EU noch durch die Migranten (an sich) verursacht. Das sind die Folgen des „Freien Marktes“, also des neoliberalen  Wahnsinns (der sich auf Sozial-Darwinismus und pseudo-wissenschaftliche, absurde ökonomische  Theorien stützt

Doch das bedrohliche am Neoliberalismus ist (neben der beabsichtigten Konzentration von Besitz und Macht bei den obersten „1%“) sein Fanatismus bzw. die Unfähigkeit, einzugestehen, dass man auf einem Weg in den Abgrund ist (zwar kurzfristig  sehr vorteilhaft für die kleine Machtelite an der Spitze aber letztlich verheerend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, den sozialen Frieden in Europa und die produktive Wirtschaft selbst…)

Schauen wir uns diese Blindheit am Beispiel von David Cameron an:

(THE BEST OF BOTH WORLDS?)

Er präsentierte im Februar dieses Jahres dem britischen Parlament einen Bericht über seine „grandiosen“ Erfolge in den Verhandlungen mit der EU, wo er „alle Forderungen seiner Regierung“ (deren Erfüllung auf EU-Seite einen Austritt verhindern sollten) angeblich durchsetzen konnte. Dabei ging es u.a. um die Beseitigung / Vermeidung von EU-Rechtsvorschriften, die als „Last“ für Unternehmen gewertet werden (Hauptthema dieses Artikels) und auch um die „Freiheit des Personenverkehrs“ der ja in der EU garantiert ist.

foreign workers  UK 1993 2014Cameron beklagt, dass die Zahl der Arbeitsmigranten (hauptsächlich) aus Osteuropa, die in sein Land strömen (jährlich etwa 270.000) das Sozialsystem enorm belasten würde und er deshalb diese (jedem EU-Bürger zustehende) Freiheit im Binnenmarkt zu arbeiten, einschränken müsse. Er habe deshalb von der EU neue Befugnisse gefordert (und erhalten), die es erlauben, den „EU-Workern“ Sozialleistungen vorzuenthalten, die ihnen von Rechts wegen eigentlich zustehen (weil sie ja die gleiche Arbeit machen wie ein Engländer und auch Steuern zahlen). Das betrifft Arbeitslosengeld, Kinderabsetzbeträge, Kombilöhne usw.

Cameron will weiters gegen die „drohende“  Kriminalität von EU Bürgern  vorgehen und deshalb zusätzliche (durch die EU-Verträge garantierte) Freiheiten beschränken bzw. straffällig gewordene „EU-Bürger“ ohne viel Aufhebens deportieren können.

Dass die Kinderabsetzbeträge, die EU-Familienväter (die in England arbeiten) erhalten,  häufig deren Kindern im Heimatland zugutekommen (die z.B. in Polen leben), sieht Cameron als Missbrauch an, weil doch die Lebenshaltungskosten in Osteuropa viel niedriger seien als in England. (Kaufkraftvergleich siehe Chart unten)

PPS income EUFAKTEN

  • Diese „child benefits“ für Migranten machen knapp 0,3% der gesamten Summe aus, die an britische Familien gezahlt werden
  • Der Anteil der EU-Migranten, die überhaupt irgendwelche Sozialleistungen beziehen liegt unter 20%
  • Nur 7% aller Familien, die Kinderfreibeträge bzw. Familienförderung beanspruchen, sind EU-Ausländer;
  • Etwa die Hälfte aller Arbeitsmigranten kommt aus EU-Ländern
  • (davon mehr als 50% aus Polen, gefolgt von Irland und Deutschland; kleinerer Anteil, aber starker Anstieg in den letzten Jahren aus Spanien, Portugal, Italien, Rumänien und Ungarn)
  • Der Anteil ausländischer EU-Bürger an der Gesamtzahl der Beschäftigten* im UK stieg von 3,5%  (1993) auf 10,5% (2014)                                                                                                   (*angestellt oder selbständig)

Wie in diesem Video erklärt wird, hätte eine Beschneidung der Sozialleistungen gegenüber Arbeitsmigranten keine nennenswerten positiven  Effekte (für die Beschäftigung von Inländern), weil ohnehin weniger als 20% überhaupt „benefits“  in Anspruch nehmen.

(Cameron behauptete jedoch im Vorfeld des Referendums, 40% der Arbeitsmigranten würden Sozialleistungen beziehen, damit die Wut des Volkes sich auf diese Gruppe richtet und nicht auf die wirklichen Parasiten: die Finanz-Mafia, die er repräsentiert…)

Der Grund, warum Cameron die britischen Sozialleistungen an EU-Arbeitnehmer beschneiden will, ist also nicht, dass (weniger kommen und somit) mehr Engländer stattdessen eingestellt werden, sondern dass die ausländischen Arbeitskräfte noch billiger werden.

ICH ZWEIFLE, DAHER DENKE ICH … ICH DENKE, DAHER BIN ICH  …(nicht anwendbar für Neoliberale)

Doch worauf ich hinaus will, ist der politische Autismus, der  die Neoliberalen davon abhält, der Realität ins Auge zu blicken:

Der freie Zugang von Ausländern zum britischen Arbeitsmarkt ist ja die Folge des „EU-Binnenmarktes“, der wiederum ein zentraler Bestandteil der „freien Marktwirtschaft“ ist, die  ja gerade die britische Eliten mit religiöser Inbrunst seit Jahrzehnten als Mantra herunterbeten.

Hier rühmt sich Cameron dafür, dasss „das Vereinigte Königreich eine führende Rolle bei der Festlegung der Regeln gespielt hat, nach denen der Binnenmarkt funktioniert“. Er will also alle Vorteile der EU nutzen, aber die Probleme und Kosten auf die anderen überwälzen, doch das geht eben wegen der immer größeren Vernetzung der Systeme nicht auf Dauer … (was er nicht begreift).

rule making EU Cameron 2016Es war das Ziel der Unternehmer, durch billige Arbeitskräfte aus der „EU-Peripherie“ die Löhne im Inland zu drücken, was ja angeblich die Wettbewerbsfähigkeit stärken sollte. Die sozialen Verwerfungen, die durch diesen unmenschlichen „Arbeitsmarkt“ entstehen (wo sich Menschen wie eine Ware verkaufen müssen), kommen nicht in den ökonomischen Theorien vor, den der „Markt“ als Regulationsmechanismus gilt als „unfehlbar“.

In Zeiten des wirtschaftlichen „Booms“ (sprich der Blasenbildung) war es der britischen Regierung nur recht, wenn die billigen Polen in England arbeiteten.

sectoral debt to GDPDoch seit der „Finanzkrise“ 2008 (eigentlich eine  Deregulierungs- bzw. Schuldenkrise der Banken!) hat sich das Blatt gewendet und durch die bescheuerten „Sparpakete“ wurde die Wirtschaftsleistung in den EU-Ländern weiter geschrumpft. (Dann kamen auch noch die illegtimen „Sanktionen“ gegen Iran und Russland, die auch von Cameron gepusht wurden …)

sanctions Iran RU Cameron 2016

Cameron ist  unfähig, zu erkennen, dass es die Ideologie seiner Partei ist, die das „Migrantenproblem“ geschaffen hat. Die „Freiheiten“ des Marktes (der keine Moral und keine Gerechtigkeit kennt und wie eine Maschine funktionieren soll) haben dazu geführt, dass die von der Leine gelassene Finanzmafia gerade die ost- und südeuropäischen Länder geplündert hat. (Folge: tausende Menschen suchen Arbeit in Westeuropa) Dass er jetzt diese „Freiheiten“ beschneiden will, zeigt dass er ein Symptom bekämpft, aber die Krankheit noch immer nicht erkannt hat. (Gleichzeitig denkt er nicht daran, die „Freiheit“ des Kapitals einzuschränken, die zum Kern des Problems gehört)

Der „Markt“ als selbstregulierende Wirtschafts-Maschine ist ein Wahnsinn, der nur um den Preis einer unmenschlichen Gesellschaft zu erreichen ist und außerdem wegen seiner Maßlosigkeit (endloses „Wachstum“ sprich Profitsteigerung) unvereinbar ist mit ökologischen Selbsterhaltungs-Prinzipien.

Der Volksentscheid für „Brexit“ ist also in Wahrheit ein Votum gegen den „freien Markt“, gegen den „Freihandel“ und damit gegen den Neoliberalismus, den er ist die Wurzel des Problems:

Eine Gesellschaft, die immer ungerechter wird und Menschen zu Waren und gleichzeitig zu Konsumenten degradiert, während „die Wirtschaft“ zur absoluten Gottheit erklärt wird auf deren Altar für mehr „Wachstum und Wettbewerb“ Menschen und Tiere gequält bzw. „geopfert“ werden.

Die massiven Lohn- und Pensionskürzungen und die weitere Benachteiligung der Arbeiterklasse durch die britische Regierung haben natürlich großen Unmut in der Bevölkerung hervorgerufen, aber das grundliegende Problem (die neoliberale Umverteilung von unten nach oben und die Zerstörung der sozialen Kohäsion) nur weiter verschärft.

Weil er nicht zugeben kann, dass es die (hausgemachte) neoliberale Politik ist, die diese sozialen und wirtschaftlichen Probleme hervorruft, braucht er einen Sündenbock: die EU bzw. die Migranten. Als einfache Formel dargestellt:

 Freier Markt“ (ohne Moral)  + Bailout für Banker + Sparpaket = Brexit  (neoliberaler Bumerang?)

„Freier Markt“

  • bedeutet für große Unternehmen, Investoren und Banker: mehr Macht und mehr Profit
  • bedeutet für Arbeiter und Angestellte sinkende Reallöhne, prekäre Arbeitsverhältnisse, Unterminierung von Arbeits- und Sozialrecht, bedrohte Pensionen;
  • weniger Verhandlungsmacht für Gewerkschaften
  • Freihandel“ ist der heilige Gral, dadurch soll es allen besser gehen, doch nur weil das Exportvolumen steigt, heißt das noch lange nicht, dass der damit generierte Profit der Bevölkerung zugute kommt
  • Solange private Banken die Geldschöpfung (Kreditvergabe) kontrollieren, werden sich die Machtverhältnisse nicht ändern

DER LETZTE AKT: DAS „RECHT“ AUF PROFIT als Maßstab für die Legislative

Zum Abschluss möchte ich noch auf einen Bericht hinweisen, der die negativen Auswirkungen der „Better Regulation“ Scharade in Großbritannien aufzeigt und ihre demokratiefeindliche Rolle auf EU-Ebene diagnostiziert:

Die Autoren sind Mitglieder der NEF und der Titel spricht nicht ohne Grund von einer „Bedrohung der Demokratie“:

Der wichtigste Satz darin lautet:

„Das ist die ultimative Privatisierung – die des politischen Prozesses selbst“.

Hier einige wichtige Feststellungen des Berichtes (Original in englischer Sprache):

  • „Unter dem Slogan „Better Regulation’ wird die gesamte Politik-Maschinerie neu ausgerichtet, um kurzfristigen Geschäftsinteressen zu dienen und die „Belastung“ durch Schutzgesetze zu reduzieren, egal welche langfristigen Kosten der Gesellschaft dadurch entstehen.
  • Die Konzerne erhalten noch nie dagewesenen Zugriff auf den politischen Prozess der Entscheidungsfindung und werden dafür auch noch mit Steuergeldern bezahlt (weil sie ja in den „Kontrollgremien“ sitzen oder die praktische Umsetzung der Maßnahmen überwachen sollen (!)
  • Beamte in den Ministerien oder Abgeordnete, die neue Regeln einführen wollen, müssen Berechnungen vorlegen aus denen hervorgeht, welche Kosten dadurch den Unternehmen entstehen (was in vielen Fällen praktisch unmöglich ist). Diese Schätzungen müssen vom „Kontroll-Komitee“ validiert werden, in dem wieder Vertreter der Konzerne und Finanzindustrie sitzen, die keinerlei demokratische Legitimation haben (aber großes Interesse daran, Regelungen zu verhindern).
  • Ganze Regulierungsbereiche wurden unabhängigen Kontrollgremien entzogen und durch „freiwillige Vereinbarungen“ ersetzt
  • Das ist die ultimative Privatisierung – die der Politik selbst. Wie auch beim TTIP muss die Demokratie den Konzernen gegenüber Rechenschaft ablegen, nicht umgekehrt
  • Wenn Sie ein Gewerkschafter sind oder ein Aktivist, der Arbeitnehmer, Konsumenten oder die Umwelt schützen will, sind Sie ein gefährlicher Einflussfaktor, der „neutralisiert“ werden muss. Sind Sie aber ein Lobbyist für die großen Konzerne, der für viel Geld die Interessen seiner Klienten verteidigt, dann werden Sie in den Korridoren der Macht mit offenen Armen aufgenommen
  • Diese Agenda wurde (2013) auch noch nach Europa exportiert, als Teil der „Neuverhandlungs-Strategie“ von David Cameron gegenüber der EU
  • Gestützt auf die Drohung mit dem „Brexit“, werden die Europäischen Institutionen aufgefordert, dem englischen Vorbild zu folgen und an der Gesetzgebung beteiligten Personen eine Zwangsjacke zu verpassen, während gleichzeitig „die Wirtschaft“ eine privilegierte Rolle einnimmt

Hier ist der ganze Bericht (Englisch) in dem gezeigt wird, warum diese Agenda schlecht für die Wirtschaft, für die Gesellschaft, für die Umwelt und – vor allem – für die Demokratie ist. Die abschließende Bemerkung lautet:

Wir sehen also, es waren vor allem  britische Politiker, die diese demokratiefeindlichen Maßnahmen „at home“ und auch auf EU-Ebene vorangetrieben haben.

Damit wird das letzte Stadium der neoliberalen Konzern-Tyrannei erreicht: ein „privater“ Gesetzgebungsprozess für Unternehmen (ein privi-lege also), mit dem politische Entscheidungen, die demokratisch legitimiert, aber „schlecht fürs Geschäft“  sind, unwirksam gemacht bzw. verhindert werden können.

Die Profit-Maximierung (gesehen als „Recht“) wird somit endgültig zum Maß aller Dinge …

„Großbritannien hat sowohl was den Inhalt als auch die Rhetorik dieser weitreichenden Kampagne betrifft, den Weg für (unerhörte) Konzern-Privilegien geebnet … britische Unternehmen und Politiker haben dafür gesorgt, dass diese „Reformen“ auch in Brüssel übernommen werden“

In diesem Sinne, Good Riddance!

Wir brauchen die Briten nicht, die (als Regierungsmacht) ohnehin immer ein trojanisches Pferd in Europa waren und die Deregulierung der Finanz-Bande auf die Spitze getrieben haben (AIG und Lehmann haben in ihrer Londoner Niederlassung die Kettenreaktion ausgelöst …)

NL death of democracy

(Klicken Sie auf den Text um ein Video zu sehen…)

P.S. Ist die EU reformfähig? Kann man die Sozialdemokratie vor dem endgültigen Untergang retten und den Neoliberalismus auf EU-Ebene bekämpfen?  Wer engagiert sich dafür (statt im Shopping-Center oder bei der Fussball-EM seine Zeit zu verschwenden…)???

Gibt es Antworten darauf, die einen nicht in die Verzweiflung treiben …?

 

Die Terror-Illusion (2): Kafka in Disneyland (Orlando)

Seltsame Szenen in den amerikanischen „Nachrichten“:  ein Mann mit nicht sichtbaren Schussverletzungen wird  (ausgestreckt wie ein Brett) von fünf Leuten auf der Straße getragen. Sie heben den Regungslosen auf  die Ladefläche eines Pick-up Trucks.

why no paramedicsIm Hintergrund  jede Menge Polizeiautos. Wo sind die Rettungs-fahrzeuge, die Sanitäter, die Notärzte? Nichts davon ist zu sehen und auch nicht die kleinste Spur von Blut.  Die Zeugen eines Massakers (gerade dem Tod entronnen) scheinen nervlich nicht besonders mitgenommen zu sein.

Hat jemand die Autopsie-Berichte gesehen? Wie konnte der Täter ein Sturmgewehr in den Gay-Club mitnehmen? Wie konnte er an der Security vorbeikommen? Wieso konnten 14 (!) Polizisten den Mann drei Stunden lang nicht stoppen? Hasste er Homosexuelle? Oder war nicht selbst (im geheimen) einer, der angeblich regelmäßig den Club besuchte? Was hat das alles wirklich mit dem „IS“ zu tun?

Die Story, die uns hier präsentiert wird, ist nicht glaubwürdig, es gibt zu viele Widersprüche und wie immer trägt unsere Papageien-Journaille dazu bei, die konstruierte „Legende“ (wie es in Geheimdienstkreisen heisst) über den „Täter“ unkritisch zu verbreiten.

Schauen wir uns einige Aspekte genauer an:

TATHERGANG & MOTIV

Be a good American cutImmer wenn man denkt, die Absurdität des inszenierten Terrors hat ihren Höhepunkt erreicht, geht es noch eine Stufe weiter. In diesem Fall meine ich damit die Behauptung, der  (angebliche) Täter habe „ungefähr zum Zeitpunkt des Massakers“ *den Notruf 911 gewählt, um dort zu deponieren, dass er dieses Verbrechen als Anhänger von „IS“ begeht.

(*Laut Guardian erfolgte der  wahrlich „bizarre“ Anruf  exakt um 2:22 Uhr: „20 Minuten nachdem das Massaker begonnen hatte“

Denkt man darüber nach, wird klar: DAS IST DOCH VÖLLIG ABSURD. Niemand (der noch „alle Tassen im Schrank“ hat) verhält sich so.

Ein Mann, der bereit ist, Massenmord zu begehen, befindet sich in einem geistig-seelischen Ausnahmezustand. Wieso sollte er – umgeben von Leichen, schwer Verletzten und massenhaft Blut – ausgerechnet den Notruf wählen und dort genau jene Namen erwähnen, die laut US-Behörden in andere Terroranschläge verwickelt waren?  (Tsarnaev-Brüder / „Boston-Bombing“ etc.)

(Das klingt verdächtig nach „MK Ultra“ … War Mateen ein neuer „Sirhan Sirhan“ der CIA? (Manchurian candidate)

Ich vermute, die „911“ (Notruf-Nummer in den USA)  muss dazu herhalten, eine emotionale Verbindung zum traumatischen  „11. September“ 2001 beim amerikanischen Publikum herzustellen. Die Information, dass Mateen diesen Anruf getätigt habe, kam vom FBI  in Tampa (Ron Hopper)

  • Wurde das Tonband mit dem Anruf veröffentlicht? NEIN.
  • Hat irgendein Journalist selbst gehört, was der Anrufer sagte? NEIN.

AP und andere Presseberichte berufen sich meistens auf eine „anonyme Quelle“ aus Polizeikreisen:

The official was familiar with the investigation, but was not authorized to discuss the matter publicly and spoke on condition of anonymity.

(Diesen Satz werden wir noch öfter hören bzw. lesen. Hier wird also die Presse mit NICHT VERIFIZIERTEN Informationen „gefüttert“)

Wir WISSEN also nicht,

  • ob und wann Mateen WIRKLICH diesen Anruf getätigt hat (der müsste ja auf seinem Handy registriert sein) bzw.
  • WER angerufen hat (das könnte ja auch jemand anderes gewesen sein …)

FBI poster information request MateenLaut FBI-Direktor Comey hat der Täter gegen 2:30 Uhr den Notruf gewählt, aufgelegt, dann noch einmal angerufen. Schließlich wurde er von der Notruf-Zentrale zurückgerufen. Es gab also demnach insgesamt drei Telefonate mit „911“. (Zeugenaussagen dazu siehe weiter unten)

Wie jeder Kriminalist weiß, können einzelne Behauptungen über einen bestimmte Aktion frei erfunden sein. Gibt es mehrere Zeugenaussagen, die unabhängig von einander den gleichen Hergang beschreiben, kann mit großer Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass die Schilderung korrekt ist (Erhärtung der Beweiskraft).

Umgekehrt sind WIDERSPRÜCHLICHE AUSSAGEN EIN KLARES INDIZ DAFÜR, DASS HIER JEMAND LÜGT … und dafür  gibt es in diesem Fall genug Beispiele:

Schaut man sich genauer an, WAS Mateen denn nun wirklich am Telefon gesagt haben SOLL bzw. was SEIN MOTIV für das Verbrechen gewesen sein soll,  findet man schnell Ungereimtheiten:

CBS News berichtete, dass Mateen auf Facebook vor der Tat diese Botschaft hinterlassen haben soll, doch andere Quellen sagen, er hatte gar keinen facebook-account bzw. diese wurden erst nach der Tat unter seinem Namen angelegt – das müsste sich ja überprüfen lassen (allerdings nicht vom FBI, weil man denen nicht trauen kann).

“You kill innocent women and children by doing us airstrikes..now taste the Islamic state vengeance. In the next few days you will see attacks from the Islamic State [ISIS] in the usa.” [auffällig USA klein geschrieben, Islamic aber nicht …]

MOTIV # 1: RACHE FÜR „ IS“ bzw. „BOMBENOPFER“ DES US-MILITÄRS

(In welchem Land wird nicht erwähnt, doch der IS hat ja nur in Nord-SYRIEN und im IRAK eine territoriale Machtbasis, mit logistischer Versorgung durch die Türkei )

Doch denkt man logisch darüber nach, ergibt sich daraus keinesfalls ein Treueschwur für den IS. Warum? Weil diese Mörderbande selbst tausende unschuldige FRAUEN, MÄNNER UND KINDER in Syrien umgebracht hat (also Muslime, die zur „falschen“ (nicht radikalen) Konfession gehörten (Schiiten, Alawiten und/oder Anhänger von Assad waren aber auch hunderte Christen – Juden sind offenbar keine „Zielgruppe“ …).

Der IS kämpft ja EBEN NICHT GEGEN die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten, (Israel, Saudi Arabien, Türkei) sondern gegen Regierungen, die sich bisher nicht Washington  und Tel Aviv unterworfen haben: Syrien und Irak).

Die Washington Times „informiert“ uns darüber, dass Mateen angeblich noch mehr auf facebook offenbarte:

You kill innocent women and children by doing us airstrikes … now taste the Islamic state vengeance.”America and Russia stop bombing the Islamic state .In the next few days you will see attacks from the Islamic state in the usa.”

AMERICA IS AirforceEs geht also nun  um die Bombardierung  durch „Amerika“ und Russland (wir sprechen also vom perfiden  Terror- Krieg gegen Syrien). Komisch in Russland gibt es aber KEINE Terroranschläge, obwohl es doch die russischen Bomben sind, die dem IS wirklich zusetzen. Die USA tut ja nur so, als ob sie den IS bekämpfen würde, in Wahrheit sind diese synthetischen Dschihadi-Verbrecher nützliche Idioten für die skrupellose Allianz zwischen USA, Israel, Saudi Arabien und der Türkei. Man macht sich nicht mehr selber die Hände „schmutzig“ (sprich: blutig), also keine Soldaten in Uniform, sondern nur „special forces“ als „Berater“ für IS & Co….

Diese fingierte „Rache“ soll also DEN EINDRUCK ERWECKEN, dass die USA wirklich den IS bekämpfen (was eben nicht stimmt) und die Amerikaner dazu bringen, noch mehr Milliarden in die Kriegs- , „Security“- und Überwachungsmaschinerie zu stecken bzw. diese perversen Ausgaben zu akzeptieren, obwohl das Geld anderswo dringend gebraucht wird.

MOTIV # 2: ENDE  DER  MORDANSCHLÄGE DES US-MILITÄRS AUF ZIVILISTEN  IN AFGHANISTAN  (vor allem durch Drohnen)   

Patience Carter Pulse victimDie  am Bein verletzte Audio-Zeugin PATIENCE CARTER  (sie sah, am Boden liegend, versteckt im Behinderten-WC,  nur die Füße des Täters, nicht ihn selbst)  sagte allerdings aus, sie habe gehört wie „er“  telefonierte,  um seine Motive für die Tat zu schildern (an sich schon völlig SURREAL in dieser Situation).

Demnach wollte er, dass die USA damit aufhören „sein Land“  zu bombardieren. Doch seine Eltern kommen aus AFGHANISTAN, nicht Syrien.

Das FBI hat den Bezug zu Afghanistan gegenüber der Presse nicht erwähnt, nur dass er sich zum IS bekannt habe. Wir sehen bereits, dass hier etwas nicht stimmt.

(Hier liest Miss Carter ein dramatisches Gedicht vor, das sie zur seelischen Bewältigung der Ereignisse selbst verfasst hat und erzählt dann, was sie erlebt hat.

Laut Carter fragte der Täter die angeblichen „Geiseln“, die sich in den WC-Abteilen versteckt hatten, „ob auch Schwarze da seien“ und deklarierte, er habe kein Problem mit ihnen, schließlich hätten sie schon „genug durchgemacht“ und es ginge „um sein Land“.

Dann sagt Carter etwas Erstaunliches aus:

Es hörte sich an, als ob er MIT ANDEREN KOMMUNIZIERTE, DIE AUCH AN DEM ANSCHLAG TEILNAHMEN, er sprach von „Scharfschützen, die wir draußen haben“  (!) Vielleicht war er nicht ganz bei Trost, vielleicht redete er nur mit sich selber aber ich glaube wirklich nicht, dass er ganz alleine diese Tat begehen konnte“

Diese Aussage hat natürlich Sprengkraft, denn sie ist ein weiteres Indiz dafür, dass die  „Einzeltäter“-Version nicht glaubwürdig ist (er konnte 100 Leute in einer dunklen, überfüllten Disco treffen, davon 50 tödlich, aber kein Polizist wurde beim „Schusswechsel“ verletzt? (Das mit dem Helm ist BS)

BIZARRES THEATER: ABSURDES   VERHALTEN DES  TÄTERS  AM  TATORT

CBS Mateen called TV stationDann wird auch noch behauptet, er habe beim Massenmord „zwischendurch“ eine Fernseh-Station angerufen  und dort ebenfalls seine Loyalität zum IS bekundet. Diesen haarsträubenden Schwachsinn kennen wir ja schon aus dem „Terroranschlag“ in Paris,  wo uns ebenfalls eine solche BS-Meldung serviert wurde.

Ein Mensch, der von Leichen umgeben und von Polizisten umzingelt ist, den Tod vor Augen hat, ruft beim Fernsehen an? Dass diese Story gewaltig „stinkt“ wird aus den unten angeführten Details klar:

CBS Mateen bizarrre com during slaughterDer amerikanische TV-Sender  CBS interviewte dazu den Mann, der  angeblich den Anruf von Mateen entgegengenommen hat:

Matthew GENTILI ist  Produzent  beim (Orlando) News-TV-Sender „News 13“ . CBS formuliert seine Aussage so:

„Gentili … sagte gegenüber CBS-News, dass Mateen gegen 2:45 UHR  (Sonntag früh) beim Sender angerufen habe, während er im Schwulen-Nachtclub 49 Menschen abgeschlachtet hat“  (die Zeitangabe ist ENORM  wichtig – siehe weiter unten)

Gentili wird von CBS zum Telefongespräch mit Mateen so zitiert:  („Er klang sehr gelassen am Telefon“)

MATEEN: Haben Sie schon von der Schießerei gehört? (Do you know about the shooting?)

Gentili sagte, dass er so etwas gehört habe [tatsächlich wusste er zu diesem Zeitpunkt NICHTS VOM PULSE, er hatte zwar den Polizeifunk gehört, verstand aber den „Polizeijargon“ nicht; er wusste nur, dass es eine Schießerei in der Gegend gegeben hatte – siehe Protokoll unten]

MATEEN :  Ich bin der Schütze. Ich bin’s. Ich bin der Schütze. (“I’m the shooter. It’s me. I am the shooter”)

CBS Darstellung:

Gentili erzählte, Mateen habe gesagt, er tat es für den IS (von Irak und Syrien) und dann begann er ARABISCH Zu sprechen.

Gentili:  Zu diesem Zeitpunkt verstand ich nicht, wass er sagte. Er sprach so schnell, aber es war …. Er sprach flüssig. WELCHE SPRACHE DAS AUCH WAR, er kannte sie. Und er sprach extrem schnell. Dann sagte ich zu ihm, Bitte sprechen Sie Englisch.

Gentili: Dann war es eine Weile still. Ich fragte ihn: Wollen Sie noch etwas sagen? Er anwortete Nein und legte auf.

Doch im Video auf der CBS-Website sagt Gentili etwas anderes:

„He started saying he did it for the Islamic State, (ISIS) and then he started speaking in  a foreign language

Er spricht also von einer „fremden Sprache“, in der Mateen plötzlich (und sehr schnell) redete  (nicht „arabisch“). Die Eltern von Mateen sind aus Afghanistan, dort spricht man aber Dari und Pashtu, das sind persische Sprachen, die mit Arabisch nichts zu tun haben.

Auf YouTube findet man aber ein Video, indem wieder „Arabisch“ gesagt wird.  Wurde überprüft, ob Mateen überhaupt arabisch verstand? Das FBI verhält sich auffällig still zu diesen Aussagen.

News13 transcript screenshotAuf der News13 website wurde ein vollständiges Gesprächs-Protokoll des Interviews veröffentlicht, darin ist folgendes zu lesen:

„…Er sagte, er tat es für ISIS und dann begann er in einer fremden Sprache zu reden und ich dachte (da wir in Orlando sind) vielleicht war es Spanisch. Doch er redete so schnell, ich konnte nichts verstehen … und wenn ich JETZT daran zurückdenke, wahr es wohl arabisch ….“

Dann sagte ich „Können Sie bitte englisch sprechen? Und er sagte wieder „ Ich tat es für ISIS, ich tat es für den Islamischen Staat. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, war perplex und fragte ihn dann: Wer sind Sie? Wo sind Sie? Und er sagte mir, das ginge mich einen Dreck an“.(!)

Er wollte nicht sagen, WER ER WAR oder wo er sich befand, er wollte mir sagen, er habe es „für ISIS“ getan.

  • Gentili wurde also (durch die Medienberichte und den IS-Kontext) später dazu animiert, so denken, es sei „Arabisch“ gewesen, obwohl er kein Wort davon verstanden hatte.
  • Was hat es für einen Sinn, beim Fernsehen anzurufen und mehrfach zu betonen „Ich tat es für den IS“ wenn man seinen NAMEN nicht nennt? Wie bekloppt / absurd ist das?
  • Das Gespräch ist inkohärent und surreal. Der Anrufer klingt zeitweilig wie ein Roboter (mind-controlled) bzw. könnte es sich auch um einen aufgenommenen Text gehandelt haben, den ein Unbekannter aufgesagt hat.

Wir sehen hier  deutlich, wie die Mainstream-Journaille durch FRAGMENTIERUNG der Aussagen den Kontext unterschlägt bzw. verzerrt. Das zeigt sich auch daran, dass diese wichtige Frage im Interview kaum Erwähnung in den Medien findet:

Was haben Sie im Hintergrund (während des Telefonats) gehört?

GENTILI:  Wenn ich mich zurückerinnere, das war wirklich erstaunlich – ICH HÖRTE GAR NICHTS. Hätte ich Polizeisirenen oder irgendwelche Hintergrundgeräusche gehört, dann wäre das aussagekräftiger für mich gewesen, wissen Sie .. wie ernst dieser Anruf wirklich war, doch ich hörte nichts am anderen Ende, nur ihn.“

Damit wird die Glaubhaftigkeit des angeblichen Anrufs von Mateen vom Tatort weiter erschüttert. Gar nichts gehört, absolute Stille? In einem Gebäude, wo dutzende Verletzte lagen? Keine Schreie um Hilfe, Schmerzenslaute, keine verzweifelten Rufe? Kein Geräusch von Handies, die Botschaften sendeten oder empfingen?

Wieder und wieder erzählen uns Dritte, was Mateen (den niemand VISUELL identifiziert hat) angeblich gesagt hat und auch das nur in Bruchstücken (der vollständige Kontext fehlt).

Doch es gibt einen klaren BEWEIS dafür, dass die Polizeibehörden lügen und das ist der Zeitfaktor:

TATHERGANG (2): DIE ZEITLICHE ABFOLGE DER EREIGNISSE

Zu den Ermittlungsaufgaben der Polizei gehört es auch die genaue zeitliche Abfolge des kriminellen Geschehens festzustellen, also wann war wer wo und wielange, etc. Damit kann Plausibilität bewertet bzw. Alibis überprüft werden.

Laut Presseberichten (die sich wiederum auf die örtliche Polizei bzw. das FBI stützen) begann Mateen GEGEN 2 UHR MORGENS (Ortszeit) mit dem Massaker im „Pulse“ (Disco /Treffpunkt für Homosexuelle).

Nach einem  Schusswechsel mit Polizisten im Tanzsaal verschanzte sich der Täter dann angeblich in der Toilette-Anlage der Disco und „es kam zu einer Geiselnahme-Situation“ (obwohl inzwischen dutzende Leute fliehen konnten). Laut Polizeichef Mina dauerte das Tauziehen (Verhandlung mit Täter?)  drei Stunden.

Um sich „die Zeit zu vertreiben“ (zynisch formuliert), schrieb Mateen – nach diesen Angaben – zwischendurch Bekenntnisse auf facebook, telefonierte mit der Notruf-Zentrale und einem Fernsehsender – wie oben näher erläutert.

Erst „gegen  5 Uhr morgens trafen wir die Entscheidung, die Geiseln .. zu befreien“ sagte Mina gegenüber der Presse.

Doch diese ZEIT-ANGABEN ÜBER DEN TATHERGANG stehen IN KRASSEM WIDERSPRUCH zu Twitter-Meldungen, die in Orlando in dieser Nacht abgeschickt wurden:

Um 00:05 tweetete ein lokaler TV-Reporter (WESH 2) namens Stewart Moore folgende Botschaft:

Stewart bomb 20 shot 0005

 „Source tells me suspect wearing a bomb, barricaded inside night-club, more than 20 shot with long gun“ 

(Eine „Quelle“ sagt mir der Verdächtige trägt Sprengstoff am Körper, hat sich im Nacht-Club verbarrikadiert, auf mehr als 20 Menschen mit Gewehr geschossen;)

Doch laut Polizeiangaben begann das Massaker erst GEGEN 2 UHR morgens (12.Juni)  Wenn das wahr ist, wie konnte dann dieser Reporter schon FÜNF MINUTEN NACH MITTERNACHT diese Message tweeten? Wer gab ihm diese Information?

Orlando POL tweet 0058  12JUN

Um 00:58  schickte die Polizei in Orlando ebenfalls einen „Tweet“ mit folgendem Inhalt:

Shooting at Pulse on S Orange, multiple injuries, stay away from area“

(Schießerei beim Pulse auf der südlichen Orange-Avenue, mehrere Verletzte, halten Sie sich von diesem Gebiet fern)

Auch hier fällt auf, dass der Zeitpunkt, an dem diese Nachricht gesendet wurde,  NICHT mit den offiziellen Angaben übereinstimmt:

Wenn die Polizei schon KURZ VOR 1 UHR von „mehreren Verletzten“ spricht, kann das Massaker nicht erst GEGEN 2 UHR begonnen haben. Der Angriff begann also demnach schon wesentlich früher.

Warum aber LÜGT DANN DIE POLIZEI gegenüber den Medien? Was soll hier vertuscht werden?

Der Zeitpunkt der Polizei-Meldung auf Twitter ergibt aber Sinn, wenn man davon ausgeht, dass der Tweet von Stewart Moore der Wahrheit entspricht: die Schießerei BEGANN BEREITS EINIGE ZEIT VOR MITTERNACHT (am 11.Juni) , so konnte er schon 5 Min nach Mitternacht darüber berichten.

Eine weitere Twitter-Meldung von einem gewissen „Emilio“ (veröffentlicht von der britischen Zeitung Daily Mail) erhärtet diese Annahme: Sie wurde KURZ VOR MITTERNACHT versandt und lautet:   (Wir sind im Pulse …es gab eine Schießerei, holt die Bullen)

„…We are hiding in the dressing room/ There was a shooting /Please tell the cops“  

Endgültig erhärtet wird meine Hypothese der FALSCHEN Zeitangaben durch einen Artikel, den die britische Zeitung The Independent am Sonntag, den 12.Juni veröffentlichte. Darin heisst es u.a.:

1 Independent 935 JUN 12The shooter was killed following a four hour stand-off with Orlando police at the Pulse nightclub, having killed at least 20 people„

Es wird also gemeldet, dass der Täter (Schütze) nach vierstündigem Tauziehen (einer Pattsituation) getötet wurde, nachdem er mindestens 20 Menschen erschossen hatte. Na und?

Das Problem ist wieder der Zeitpunkt der Veröffentlichung: 9:35 Uhr BST (British Summer-Time). Die Briten haben also wie wir die Uhr um eine Stunde vorgedreht, deshalb ist der Zeitunterschied zur „Eastern Time-Zone“ in den USA (wozu Florida gehört) -5 Stunden. Das bedeutet, in Orlando war es erst 4:35 Uhr als dieser Artikel online publiziert  wurde.

Doch – wie bereits erwähnt – wurden laut Polizeichef die „Geiseln“ erst NACH 5 UHR MORGENS (zwischen fünf und 5:30 Uhr) mittels Sprengladung, Panzerfahrzeug und SWAT-Team „befreit“. Dabei wurde der Täter erschossen.

Wie konnte dann dieser Artikel schon um 4:35 Uhr (Ortszeit Orlando) erscheinen, wenn die Entscheidung (zu stürmen) erst um 5:00 getroffen wurde und der Schütze vorher noch lebte?

Die spektakuläre Antwort darauf liefert ein Tweet der Polizei von Orlando,gesendet um 2:53 Uhr:

Orlando Police shooter dead 253

DER SCHÜTZE IST TOT. (Pulse Shooting: The shooter inside the club is dead.)

Wie bitte? Der Täter war also bereits sieben Minuten vor drei Uhr tot? Warum wartete man dann bis „fünf Uhr morgens“ damit, die „Geiseln“ auf spektakuläre Weise zu befreien? Wann starb der Täter wirklich? Diese Frage ist von enormer Bedeutung und damit auch der Autopsie-Bericht.

Damit kommen wir zu jenem Pathologen, der die Leichen untersucht hat: Dabei handelt es sich um Dr. Joshua Stephany, der interessanterweise nur vier Tage nach dem Massaker zum „Chief Medical Examiner“ von Orange County ernannt wurde.

In diesem Video-Clip sagt Dr. Stephany, er habe die Leiche des vermeintlichen Täters „GANZ ALLEINE in einem separaten Gebäude“ untersucht (2:58 Min) und damit wohl auch „by himself“ den  Todeszeitpunkt und die Todesursache festgestellt. In einer so brisanten Angelegenheit wäre es angemessen und notwendig gewesen, einen zweiten forensischen Pathologen bei der Obduktion dabei zu haben.  Der Obduktions-Bericht für alle Opfer (exakte Todesursache) hat enorme politische Brisanz, deshalb wird er auch unter Verschluss gehalten.

Angesprochen auf die Ergebnisse der Obduktion sagte Dr. Stephany nur: „We all know what happened there

Soll das ein Witz sein?

Warum sollen wir unbedingt glauben, dass das Massaker erst um 2 Uhr morgens begann?  Und wie glaubwürdig sind dann „Zeugen“ die aussagen:  „I was there. Shooter opened fire at around 2:00am“  Was ist hier los?

(Fortsetzung folgt …)

 

 

TÖDLICHE LÜGEN (2): DIE „RISIKOBEWERTUNG“

glyphosateFrage: Was ist Moderne Landwirtschaft?

„Durch  giftige Chemikalien (kostenlose aber wertvolle) ökologische Funktionen ersetzen, die wir durch „moderne“ Anbaumethoden zerstört haben“.

Bei der Debatte um die Neu-Zulassung von Glyphosat  in der EU geht es um viel mehr als das Krebsrisiko, das die WHO dem unkraut-vernichtenden Wirkstoff  vor einiger Zeit (als „wahrscheinlich krebserregend“) bescheinigt hatte.

Es geht um

  • das Vertrauen der Bevölkerung in jene Behörden, die für die Bewertung von Risiken für Gesundheit und Umwelt veranwortlich sind.
  • die Rolle von Politik und Wissenschaft als Erfüllungsgehilfen für Profitinteressen, die wichtiger sind als der Schutz des Lebens
  • die irrige Annahme, dass Chemikalien die tonnenweise seit Jahren eingesetzt werden, „gründlich geprüft  wurden“, also ungefährlich sind
  • ein pathologisches Wirtschaftssystem, dass  (im wahrsten Sinn des Wortes) „über Leichen geht“

Am 1. Juni 2016 veröffentlichte der EU-Kommissar  für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Herr Andriukaitis ein Statement mit folgendem Inhalt:

Er betonte, dass der Zulassungsprozess der EU für Pestizide der „strengste der Welt“ sei, der auf der Grundlage  „jahrelanger wissenschaftlicher Bewertungen“ erfolge.  (???)

Dazu habe man sich im konkreten Fall  (Glyphosat-Neuzulassung) auf die  Expertise der EFSA und des BfR verlassen, die beide zu dem Schluss gekommen seien, dass Glyphosat  „unwahrscheinlich krebserregend“ sei (also ein krasser Widerspruch zur  Bewertung der Krebsforschungsagentur der WHO – siehe weiter unten).

Adriukaitis erklärt, er habe gemeinsam mit dem Expertenkommitee der Mitgliedsstaaten den „besten Weg nach vorne“ gesucht, um die Erneuerung der Zulassung zu erreichen. (Dass Glyphosat-hältige Herbizide (GBH) verboten werden sollte, dieser „Weg“ kommt also gar nicht in Frage).

Hervorgehoben wird, dass die EU nur für die Zulassung des „Wirkstoffes“ (der „aktiven Substanz“), in diesem Fall Glyphosat, verantwortlich ist, aber es im Verantwortungsbereich der Mitgliedsstaaten liegt, das ganze Produkt  (Pestizid / Herbizid) für den Verkauf zu genehmigen.

Sie seien allerdings NICHT VERPFLICHTET, die Zulassung im eigenen Land zu ermöglichen, das „grüne Licht“ auf EU-Ebene gibt ihnen nur die Möglichkeit dazu.

Protest GlyphosatOhne EU-Zulassung geht allerdings gar nichts und da die Abstimmungen bisher gescheitert sind (dank Frankreich und Italien), müssten eigentlich alle GBH per 1. Juli 2016 auf nationaler Ebene verboten werden. Dass kann man den Agro-Gift-Konzernen (und den von ihnen für dumm verkauften „konventionellen“ Bauern) natürlich nicht zumuten, deshalb findet am 6.Juni ein neuerliches Expertentreffen statt, bei dem das Ergebnis* wohl schon feststeht:

* (AKTUALISIERUNG: Es kam heute (6. Juni)  zu keiner qualifizerten Mehrheit bei der Abstimmung zur „vorläufigen Zulassung)  auf EU-Ebene. (7 Enthaltungen, 1 Gegenstimme – vom kleinen Malta).

Es soll eine „begrenzte Verlängerung“ der derzeitigen Zulassung erfolgen, „bis die Meinung der ECHA die noch bestehenden Zweifel ausräumt“.

(So wie die „Meinung“ der  Rating-Agenturen (getarnt als Expertise) dazu führte, dass  tausende „Gift-Papiere“ als risikoarme „Wertpapiere“ eingestuft wurden, die das Finanzsystem letztlich kollabieren ließen?)

Dass die „Zweifel“ durchaus begründet sind und bei der Risikobewertung schwer wiegen müssten, spielt anscheinend keine Rolle …

Die ECHA ist die „Chemikalienagentur“ der EU und soll die eingereichten Unterlagen der Hersteller auf „Risiko“ bewerten, ähnlich wie das BfR in Deutschland. Der Direktor der ECHA hat allerdings von Chemie keine Ahnung, er ist Ökonom und arbeitete jahrelang für die EU-Kommission bzw. für ihre „guten Beziehungen“ zur Industrie.

Die Namen der ECHA-Mitarbeiter und ihrer „externen Berater“ aus der Wirtschaft werden NICHT  veröffentlicht.  Dass dieser völlig intransparente Apparat „das letzte Wort“ zur Zulassung von Glyphosat hat, ist also ein schlechter Witz.

Der EU-Kommisar schlägt vor, einen häufig eingesetzten „Zusatzstoff“ von GBH zu verbieten (POE- mehr dazu weiter unten und die Verwendung außerhalb der Landwirtschaft stark einzuschränken. Der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt seien für ihn „vorrangig“, doch die Entscheidungen müssten auf „seriöser  Wissenschaft“ und nicht auf politischem Opportunismus beruhen.

Das sind ja schöne Worte, doch die politische Realität sind ganz anders aus.

Die Politiker sehen heute ihre wichtigste Aufgabe darin, der „Wirtschaft“ keine Steine in den Weg zu legen, wenn es um Profite  geht. (Verkauft mit dem Slogan „Wachstum und Wettbewerb“ stärken). Selbst dann, wenn dadurch die schleichende Vergiftung von Natur, Tieren und Menschen in Kauf genommen wird oder der Verlust der Souveränität und der parlamentarischen Demokratie wie bei TTIP, EZB, NATO, usw.

ES GEHT NICHT „NUR“ UM KREBS (sondern um die schleichende Vergiftung der Natur, unserer Nahrung und letztlich unseres Körpers …)

Tägliches Gift ZDF zoom 2014In einer Doku des ZDF, die ich schon im vorigen Beitrag vorgestellt habe, finden wir folgende Aussagen:

  1. „Die vier Krankheiten, von denen man mit zunehmender Sicherheit weiß, dass es eine Verbindung zu Pestiziden gibt sind: Prostata-Krebs, bösartige Tumore der Lymphbahnen und des Knochenmarks sowie Parkinson“ (Professor Eric Ben-Brik, Uni-Klinik Poitier, Frankreich)
  2. Die landwirtschaftliche Sozialkasse in Frankreich zählt inzwischen Parkinson  „verursacht durch Pestizide“ zu den Berufskrankheiten von Landwirten und Winzern. Deutsche Behörden klassifizieren den Wirkstoff dagegen weiter als “unbedenklich“.

GLY 5

Auch der amerikanische Neurologen-Verband bestätigt diese Gefahr: Ein 70% höheres Parkinson-Risiko für Leute, die Pestizide anwenden (wozu natürlich auch „Roundup“ bzw. Glyphosat gehört).

In den USA gibt es eine Explosion von Autismus bei Kindern, die auch mit Glyphosat in Verbindung gebracht wird (durch die synergetische Wirkung trägt Glyphosat auch dazu bei, dass andere Umweltgifte mehr  gesundheitliche Schäden anrichten können, weil die Entgiftung durch Leberenzyme behindert wird. Alle unten angeführten Störungen können durch Glyphosat-Wirkung erklärt werden …).

biomarkers autism GlyphosateMan könnte jetzt argumentieren, dass Glyphosat doch nicht für alles veranwortlich gemacht werden kann, das stimmt – es gibt ja noch genug andere Industriegifte. Doch die systemische Störwirkung an kritischen, biologischen Schaltstellen (im vorigen Beitrag näher erläutert) ist der Grund, warum Glyphosat so gefährlich ist (auch im Boden und in Pflanzen und Tieren).

DIE  ZULASSUNG: DA LACHEN JA DIE HÜHNER (soferne sie nicht selber davon krank werden)

Es ist kein Zufall, dass sich die Chemieindustrie ausgerechnet Deutschland ausgesucht hat, als „Berichterstatter“ für die Zulassung von Pestiziden auf EU-Ebene. Die deutschen Chemiefirmen (Bayer, BASF, Hoechst, etc.) sind ja berühmt-berüchtigt für ihre dunkle Vergangenheit, die im Dritten Reich durch das IG-Farben Kartell offenbar wurde.

Vandana Shiva hat es auf den Punkt gebracht:

Es ist Zeit, den Krieg gegen die Erde zu beenden“

Die gleichen Firmen, die  Gift- und Explosivstoffe für den Krieg produziert haben, gingen später dazu über, einen „Krieg gegen die Natur“ zu führen. Das ist nicht nur eine Metapher: Giftgas (als chemischer Kampfstoff im Krieg) hat die gleichen chemischen Grundlagen wie viele Pestizide (Insektizide), deshalb sind sie eigentlich Nervengifte.

pesticide summer in Argentina dead trees

So sehen Bäume in Argentinien aus (im Sommer), die regelmäßig von Glyphosat-Spritzungen der umliegenden Felder betroffen sind

Dieser Krieg gegen das Leben  heisst aber in den Medien (irreführend und unkritisch) „Pflanzenschutz“.

Die „Zulassungsverfahren“ für Agrargifte ( „Pflanzenschutzmittel“) sind eine ungeheurliche Farce, das wird jedem klar, der sich die Sache näher ansieht. Am Beispiel von Glyphosat lässt sich das deutlich demonstrieren:

Eigentlich lief die Zulassung für Glyphosat schon 2012 (nach 10 Jahren) aus. Doch um unangenehmen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, wurde das Verfahren von EU-Behörden einfach geändert (weiter „zugelassen“ bis 2015 ohne neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Gefährlichkeit zu berücksichtigen). Damit das „legal“ war, wurde 2010 eine neue EU-Richtlinie erlassen.

Das BfR reichte im Jänner 2014 seine „Risiko-Bewertung“ bei der EFSA ein. Es sprach sich nicht nur für die Neu-Zulassung aus, sondern auch für eine Erhöhung des ADI  (um 66%) von 0,3 auf 0,5 mg/kg Körpergewicht  (ADI = erlaubte, tägliche Dosis – bei der keine Langzeit-Schäden zu befürchten seien).

Was behauptet denn nun der „Bericht“ des BfR (Bundesinstituts für Risikobewertung)?

GLY zumutbarGlyphosate stellt kein UNZUMUTBARES Risiko für die Gesundheit dar. (N.B. Nicht „Kein“ Risiko!)

Es wird demnach nicht  im Lauf der Zeit im Körper angereichert, ist weder krebserregend, genotoxisch noch ein gefährlicher Störfaktor für das Hormonsystem. Es besteht auch keine Gefahr für die Fortpflanzungsfähigkeit (von Mensch und Tier). Das einzige gesundheitliche „Risiko“, das laut BfR anerkannt wird, ist die „Augenreizung“ …

Die „Zustimmung“ der  korrupten EFSA zur Neuzulassung von Glyphosat  (mit dem Milliarden verdient werden) war aus Sicht des BfR nur eine Formsache.

IARC 112

Doch dann passierte das (unerwartet) Schreckliche: die IARC klassifizierte im März 2015 Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ (2A – die zweithöchste Alarm-Stufe).

Im Oktober 2015 begutachtete die EFSA die aktuelle Risikobewertung für Glyphosat  innerhalb der EU (eingereicht  von Deutschland  bzw. dem BfR)  und kam wie das BfR zu folgender Schlussfolgerung:

Es sei unwahrscheinlich, dass Glyphosat ein  erhöhtes Krebsrisiko darstellt und die vorliegenden Erkenntnisse würden eine solche Klassifikation auch nicht rechtfertigen.

Wie kann es sein, dass eine so widersprüchliche Bewertung durch „Experten“ stattfindet?

Irgendjemand spielt hier „falsch“ und es ist nicht die IARC. Die Krebsforschungsagentur der  WHO hatte in ihrem Monograph 112 als wissenschaftlichen Konsens veröffentlicht:

GLYPHOSAT IST ALS WAHRSCHEINLICH KREBSERREGEND EINZUSTUFEN.

mammary tumors in rats SeraliniBei Tieren sei diese Kausalität überzeugend durch Studien nachgewiesen, bei Menschen ausreichend bzw. nur „eingeschränkt“, allerdings bezieht sich diese Bewertung nur auf eine einzige Krebsart: das Non-Hodgekins Lymphom (NHL).

Das heißt aber nicht, dass dieser kausale Zusammenhang auf zu schwachen Beinen steht, sondern dass hier (vom BfR, der EFSA und den Agro-Gift-Konzernen) statistische Spielchen getrieben werden, die die Gesundheitsgefahr bagatellisieren sollen.

Im Anhang (1) der positiven Bewertung für die Neuzulassung wird argumentiert, warum das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung  (BfR) hier der IARC widerspricht.

HIDE AND SEEK: DER  BETRUG  IN  DER „RISIKOBEWERTUNG:

Doch diese „Begründung“ wurde von 94 internationalen Wissenschaftlern als unhaltbar und unseriös  entlarvt und zwar wegen

Schwerwiegender Fehler in der wissenschaftlichen Beurteilung (des RAR = Bericht zur Neubewertung des Risikos)“, die zu einer „FALSCHEN BEWERTUNG DES KREBSRISIKOS“ durch Glyphosat führen. Da der RAR die Grundlage für die EFSA-Entscheidungen bildet, sei es „entscheidend, dass diese Mängel korrigiert werden“.

EFSA IARC controversyIm RAR wurden die Studien u.a. als unzuverlässig abqualifiziert, weil z.B. andere Faktoren wie der Status als Raucher oder Nichtraucher, frühere Erkrankungen, etc.  nicht eruiert worden seien.

Doch das trifft gar nicht zu: Die IARC-Arbeitsgruppe habe sorgfältig und gründlich alle verfügbaren epidemiologischen Daten ausgewertet und die Stärken und Schwächen jeder Studie berücksichtigt, so die Schlussfolgerung der 94 Wissenschaftler. Deshalb sei die Einschränkung, die positiven Ergebnisse könnten durch Zufall oder methodologische Fehler zustandegekommen sein, nicht gerechtfertigt.

Die abschließende Bewertung durch das BfR

„Es gab keine eindeutigen Beweise für eine klaren und soliden Zusammenhang zwischen NHL und Glyphosat“.

sei sehr irreführend kritisieren die 94 Wissenschaftler in ihrer Kritik, die in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht wurde.

BfR unerwünschte WissenschaftWarum? IARC verwendet (wie viele andere Forschergruppen) drei Beweis-Ebenen für Krebsdaten bei Menschen.

Die Formulierung „ausreichend“ bedeutet: ein  kausaler Zusammenhang wurde nachgewiesen (zwischen Glyphosat und der Krebsentstehung)

Die „Schlussfolgerung“ des BfR legt allerdings nahe, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht ausreichend seien. Doch das entspricht eben nicht der Wahrheit: Selbst wenn die Beweise für eine krebserzeugende Wirkung (bei NHL)  nur „eingeschränkt“ vorhanden seien, ist  Kausalität doch glaubwürdig nachgewiesen worden.

Welche Interessen die EFSA hier wirklich bedient, sieht man auch daran, wie sie die erschreckenden Ergebnisse über die Genotoxizität  (Schädigung der DNA in den Zellen, was wiederum die Krebsentstehung fördert) von Glyphosat unter den Teppich kehrt:

Die IARC stellt fest, dass es massive Beweise für die genotoxische Wirkung von Glyphosat gibt. Wie gelingt es dem BfR diese zu ignorieren?

Indem es behauptet, es gäbe unveröffentlichte Studien (die der IARC nicht zugänglich waren, nur dem BfR), die immer ein negatives Ergebnis gezeigt hätten. Das ist natürlich eine ungeheuerliche Argumentation, die absolut unzulässig  ist:

Huxley FACTSDie Verwendung geheimer Daten als „Beweis“ zur Entkräftung anderer Studienergebnisse, die erhebliche Gesundheitsgefahren bzw. Schäden nachweisen, kann vielleicht in einer „Bananenrepublik“ akzeptiert werden, aber nicht in einem  „demokratischen Rechtsstaat“, wie sich Deutschland ja zu nennen pflegt.

Seriöse Wissenschaft ist nur möglich, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Dazu gehören auf jeden Fall TRANSPARENZ und ÜBERPRÜFBARKEIT der Forschungsmethoden und Ergebnisse. Wissenschaft, die nur „Eingeweihten“ gezeigt wird, ist wertlos.

Der RAR weist in dieser Hinsicht erhebliche Mängel auf, wie die 94 Wissenschaftler feststellen: Quellenangaben wurden manipuliert, Namen der Autoren fehlen, usw. Angesichts der weitverbreiteten Verwendung von GBH in Europa ist es unerlässlich, dass wissenschaftliche Ergebnisse über das Krebsrisiko öffentlich zugänglich sind und auf transparente Weise bewertet werden.

Auch im deutschen Bundestag fand im September 2015 ein „Hearing“ zum Thema Neuzulassung von Glyphosat statt. Dort sagte Professor Dr. Chris Poitier (Toxikologe und Berater der WHO)  zu den Methoden des BfR:

„Die Bewertung des Krebsrisikos hätte komplett anders sein müssen,  weil für das BfR sämtliche Tierversuche zur Krebsentstehung negativ waren, ist es schwer, ihre Krebsanalysen zu bewerten …weil es GAR KEINE RISIKOANALYSE zu Krebs war“.

THE GOOD, THE BAD & THE UGLY

Der BEGUTACHTUNGSPROZESS zur Risikobewertung von Pestiziden

der IARC ist systematisch, klar und transparent, d.h. jede Studie, die zur Risikoabschätzung bewertet wird, ist ÖFFENTLICH Zugänglich. Dadurch kann eine unabhängige, wissenschaftliche Überprüfung stattfinden. Die Studien müssen strenge Qualitätskriterien erfüllen.

  • des deutschen BfR ist weder systematisch noch transparent, geschweige denn „unabhängig“.
  • Der RAR (Bericht über die Risikobewertung für die Neuzulassung) besteht aus 15 Dokumenten mit fast 4.000 Seiten. Der oder die Autoren dieses epischen Werkes WERDEN NICHT GENANNT.
  • Niemand beim BfR will also persönlich die Verantwortung dafür übernehmen. (Allein das ist unvereinbar mit wissenschaftlicher Seriosität und disqualifiziert deshalb den RAR an sich)
  • Zu den Mitgliedern des „Pestizid-Kommitees“ des BfR gehören Mitarbeiter von Bayer Crop Science und von BASF.
  • Der BETRUG: Der RAR wurde gar nicht vom BfR verfasst, sondern von den agro-chemischen Konzernen: der „Glyphosat-Task Force, das wird bei Prüfung der veröffentlichten Unterlagen (kurzfristig online durch EFSA) sehr deutlich. Das BfR hat lediglich Kommentare abgegeben bzw. Kürzungen  vorgenommen, doch die BEWERTUNG DER TOXIKOLOGISCHEN STUDIEN STAMMT VON DER INDUSTRIE SELBST (dem GTF). Das BfR hat lediglich deren „Zusammenfassung“ begutachtet und durchgewunken.

GTF Pestizid Lobby verfasst deutschen RARFAZIT:

Der gesamte Prozess der „Risikobewertung“ durch das BfR ist EIN SKANDAL ERSTER ORDNUNG und hat mit seriöser Wissenschaft NICHTS ZU TUN.

Solecki BfR Umweltverbrecher

Umweltverbrecher Solecki

Die Mitarbeiter dieses „Amtes“ müssten wegen grob fahrlässiger Umwelt- und Gesundheitsgefährdung angeklagt und verurteilt werden. (Deshalb ist der RAR auch anonym … just in case ..)

In einem Brief  des BfR vom 20. April 2015 wurde betont, dass es Studien gibt, die die IARC nicht in ihrer Bewertung des Krebsrisikos (bei Tieren) berücksichtigt hätte. Diese Studien waren aber nur als  grobe Zusammenfassung (oder gar nicht) verfügbar, weshalb eine seriöse wissenschaftliche Evaluierung der Qualität der Studien und somit der  Wahrhaftigkeit ihrer Ergebnisse nicht möglich war.

Genau deshalb wurden diese Forschungsergebnisse von der IARC eben NICHT berücksichtigt.

Doch genau diese Studien zieht das BfR heran, um die Gefährlichkeit von Glyphosat zu verschleiern. Gleichzeitig wird die Beweiskraft der seriösen Studien (der IARC-Bewertung) mit dem Label „unzuverlässig“ einfach aberkannt … Was hat das noch mit Wissenschaft  und Ethik zu tun?

Das Umweltinstitut München und die Organisation Global 2000 haben diese skandalösen Verhältnisse zum Anlass genommen, Klage gegen das BfR, die EFSA und Monsanto einzureichen:

„Auf einer Pressekonferenz in Berlin haben wir am 21.04.2016 neue Belege dafür vorgelegt, dass Studienergebnisse, die eine Wiederzulassung von Glyphosat behindern, im Bewertungsprozess systematisch aussortiert wurden. Ein von Umweltinstitut und Global 2000 gemeinsam beauftragtes Gutachten des Epidemiologen Prof. Dr. Eberhard Greiser zeigt, wie im Zulassungsantrag durch den Glyphosat-Hersteller Monsanto fast alle epidemiologischen Studien als „fehlerhaft“ abqualifiziert wurden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Lebensmittelbehörde kritiklos von Monsanto übernommen, obwohl die unterstellten Mängel objektiv nicht vorhanden waren.

Aus einer Analyse des Toxikologen Dr. Peter Clausing wird außerdem deutlich: Auch bei Studienergebnissen aus Langzeitversuchen mit Mäusen lassen sich systematische Falschauslegungen im Wiederzulassungsverfahren feststellen. So wurde ursprünglich eine nicht vorgesehene statistische Auswertungsmethode verwendet, durch die die Krebswirkung verdeckt wurde. Tatsächlich zeigen die betreffenden Mausstudien bei Anwendung der leitlinienkonformen Auswertung durchgängig einen signifikanten Anstieg an Krebstumoren durch Glyphosat.“

DAS  ABSURDE THEATER MIT DEN „GRENZWERTEN“

Es soll ja noch Leute geben, die glauben durch die Festsetzung von „Grenzwerten“ sei unsere Gesundheit vor Schäden geschützt, die durch Umweltgifte (Chemikalien oder radioaktive Substanzen) entstehen können.

Laut EU-Verordnung EG 396/2005 müssen für alle zugelassenen Pestizide  erlaubte Höchstwerte für Rückstände (RHG) festgelegt werden. Damit sollen akute Gesundheitsgefährdungen des „Verbrauchers“ vermieden werden. Ein Tagesbedarf für ein bestimmtes Lebensmittel wird kalkuliert  und daraus die „akute Referenzdosis“ berechnet.  Diese „ARfD“ und der „ADI“ soll garantieren, dass selbst bei lebenslanger Aufnahme dieser (geschätzten) täglichen Dosis keine gesundheitlichen Schäden auftreten.

GLY 2Dass diese „maximal zulässigen“ Werte aber POLITISCH UND NICHT WISSENSCHAFTLICH BEGRÜNDET sind, zeigt das folgende Beispiel:

Im August 2011 beantragt Monsanto beim für Pestizide zuständigen EU-Mitglied Deutschland (RMS) eine Erhöhung des MRL-Wertes für Glyphosat bei importierten Linsen auf das 100-fache (!). ALT: 0,1 mg/kg   NEU: 10 mg/kg.

Diesem Antrag stimmen Deutschland sowie später die EFSA  im Jänner 2012 zu (Es wurde sogar 15 mg/ kg akzeptiert).

Als Begründung für dieses verantwortungslose Verhalten einer Behörde, die angeblich  für „Lebensmittelsicherheit“ zuständig ist, wird folgendes angeführt:

Um der nunmehr erlaubten Sikkation von Linsen (mit GBH)  in den USA und Kanada Rechnung zu tragen…“ hat Deutschland eine wohlwollende Evaluierung der von Monsanto angestrebten Veränderung vorgelegt.“

D.h. also: Deutschland will diese (umweltgefährdende aber profitsteigernde) Praxis ermöglichen ohne dass dadurch ein Importverbot zustandekommt, weil die Grenzwerte zu hoch sind.

(Wer braucht überhaupt amerikanische Linsen??? Können wir die nicht selber anbauen? Nach TTIP wohl nicht mehr …)

Nach Fukushima haben sowohl Japan als auch die EU die „Grenzwerte“ für radioaktive Belastung  von Lebensmitteln auf das 20-fache erhöht – einfach so, weil das der Verharmlosung der Gefahr sehr dienlich ist. Das damit die „wissenschaftliche“ Glaubwürdigkeit dieser Bewertungen völlig verloren geht, interessiert die Poltiker nicht und weil die Folgen erst Jahre später sichtbar werden, kommen sie auch damit durch …

DER „WIRKSTOFF“ WIRD GEPRÜFT : RISIKOBEWERTUNG  FÜR  DUMMIES

Was man den Leuten zur Verdeutlichung des schwachsinnigen „Risiko-Managements“ noch unbedingt klar machen muss, ist die folgende Tatsache:

„Bewertet“ (im Hinblick auf Giftigkeit, also Gesundheitsgefahren) wird nur der „aktive Wirkstoff“, der in diesem Fall Glyphosat (G) ist (und auch das ist eine Illusion, wie das BfR ja zeigt …)

death-ROUNDUPDoch verkauft und versprüht wird ja nicht G alleine, sondern EIN FERTIGES GEMISCH IM CONTAINER, EBEN DAS HERBIZID (Unkrautvernichter wie Roundup). Diese „Zubereitung“ enthält jedoch noch andere Zusatzstoffe, deren chemische Struktur sowie das Mischungsverhältnis aber NICHT VERÖFFENTLICHT (deklariert als „Betriebsgeheimnis“) werden. Die Zulassungsbehörde will anscheinend auch gar nicht wissen, was genau in diesen Produkten enthalten ist. Der Schutz dieser Daten ist also wichtiger als der Schutz der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt.

Die Risikobewertung beschränkt sich also nur auf den „aktiven Wirkstoff“ (G) und IGNORIERT DIE ANDEREN SUBSTANZEN UND IHRE WECHSELWIRKUNG VÖLLIG.

Es ist aber seit Jahren bekannt, dass häufig eingesetzte „Netzmittel“ wie POEA wesentlich giftiger sind als G alleine. Dazu kommt noch, dass die Kombination dieser Substanzen schädliche Effekte auslösen kann, die schlimmer sind als die „Summe“ der einzelnen Komponenten (sogenannte „Synergieeffekte“):

Tallowamine (Tenside, Netzmittel – damit der Wirkstoff leichter in die Zellen der Pflanzen eindringen kann) sind  viel giftiger als G selbst. Ebenso ein Abbauprodukt  von G: AMPA.

Unabhängige Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass viele dieser Zubereitungen bzw. die Zusatzstoffe alleine bis zu 1000 mal zytotoxischer (giftiger für menschliche Zellen) sind, als der zulässige  ADI-Wert erahnen lässt. (siehe Anhang)

GBH sind weltweit die am  häufigsten verwendeten Herbizide und ihre Rückstände belasten Boden, Gewässer, Futter und Nahrungsmittel. Diese Belastung ist in den letzten Jahren ständig gestiegen, weil die Firmen (wie Monsanto oder Bayer) den Bauern immer neue Anwendungsgebiete (Sikkation) einreden.

DIE  IGNORIERTE  GIFT-BOMBE AUS DER FLASCHE

Eine französische Forschergruppe um Gilles Seralini hat vor kurzem eine Studie zur Gefährlichkeit dieser „Zusatzstoffe“ veröffentlicht, mit erschreckendem Ergebnis.

seralini aromataseIn der Einleitung dazu heisst es u.a.: (Hervorhebung von mir)

„Während für andere Pestizide sehr niedrige Grenzwerte gelten, wurde für G und sein Abbauprodukt AMPA eine sehr großzügige Regelung geschaffen (bis zum FÜNFTAUSENDFACHEN bei Futtermitteln).

Es ist in Expertenkreisen bekannt, dass GBH und seine Zusatzstoffe (wie POEA) giftiger sind als Glyphosat alleine, das haben sowohl in vitro als auch in vivo  Studien gezeigt. Diese Stoffe können auch auf die Fruchtbarkeit Auswirkungen haben

[was Deutschlands Rinder- und Schweinezüchter bereits gemerkt haben und ihre amerikanischen Kollegen vor Riesenprobleme stellt … siehe dazu auch den letzten Beitrag]

Die Zusammensetzung der GBH ist nicht in allen Ländern gleich und auch die Hersteller  variieren die Zusatzstoffe. Was also wirklich in einem bestimmten Produkt enthalten ist, bleibt der Öffentlichkeit verborgen.

DER EINFACHHEIT HALBER TUN DIE BEHÖRDEN SO, ALS WÄREN DIE RISIKEN DER WIRKSUBSTANZ (ALLEIN)  IDENTISCH MIT DEN RISIKEN DER GANZEN ZUBEREITUNG (ALSO DES FERTIGEN HERBIZIDS).

Mit seriöser Wissenschaft hat das allerdings nichts zu tun, denn auf diese Weise wird die Schädlichkeit des Produktes VÖLLIG FALSCH EINGESCHÄTZT. (Ergebnis der Studie – siehe Anhang)

DASS DIE GIFTIGKEIT DIESER STOFFE BEI DER ZULASSUNG VON PESTIZIDEN EINFACH „UNTER DEN TISCH FÄLLT“, IST EIN SKANDAL.

Der auf diese Weise „kalkulierte“ ADI-Wert spiegelt IN KEINER WEISE DAS EFFEKTIVE GESUNDHEITSRISIKO wieder.

Störungen des Hormonsystems erfolgen schon bei extrem niedriger Dosierung und haben schwerwiegende Folgen.

Hier werden biologische Cluster-Bomben verteilt, die viele Menschen krank macht bzw. das Leben kosten wird und unsere Kinder enorm gefährdet.

Und last not least

EFSA: EIN TROJANISCHES PFERD oder DAS DREHTÜRPRINZIP  FÜR  FORTGESCHRITTENE

Auch dazu liefert uns die exzellente Doku des ZDF  (ab 32:00 Min) wichtige Hinweise: Wir erfahren, dass selbst der europäische Rechnungshof  die EFSA 2012 gerügt hat, „wegen Lobbyverflechtungen“ und die EU-Kommission, weil sie „ Interessenskonflikte nicht angemessen handhabe“ (sprich ignoriert, ja geradezu fördert …)

Die „Verstrickungen zwischen Industrie und Behörden“ wie es das CEO ausdrückt, sind also durchaus gewollt.

EFSA ILSI revolving doorDies ist daran zu erkennen, dass es „auffällig viele Wechsel zwischen Behörden und Herstellern“ gibt, also die Mitarbeiter der mächtigsten Konzerne zur EFSA wechseln und (nicht selten) nach ein paar Jahren wieder zurück in die Industrie gehen. (Manchmal auch getarnt durch einen Wechsel von ILSI zu EFSA; ILSI betreibt „Forschung“ im Sinne der Industrie …)

Auf diese Weise ist sichergestellt, dass immer die „richtigen“ Leute in den Zulassungsbehörden sitzen, also das „Widerstandspotential“ vernachlässigbar ist. Außerdem hat die Industrie dadurch natürlich Zugang zu „Insider-Wissen“, was sie politisch zu nutzen weiß.

So haben mehr als die Hälfte der „Experten“ im Pestizidausschuss der EFSA enge Verbindungen zur chemischen Industrie, doch diese massiven Interessenskonflikte werden in den Medien kaum thematisiert.

15.000 Lobbyisten stehen 760 EU-Abgeordneten in Brüssel gegenüber und haben die EU-Komission auch noch hinter sich.

Wie sich die Agro-Gift-Lobby tarnt, um die EU-Abgeordneten zu manipulieren erfahren wir von Martin Häusling (MEP) von den Grünen:

Sie stellen sich als Mitarbeiter der „Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung“ (gesponsert von Monsanto, Bayer & Co.)  vor. Durch das „Abbrennen“ der Felder vor der Aussaat erspart sich der Bauer das Pflügen und die totgespritzten „Unkräuter“ bleiben als (giftige!) Mulchdecke liegen. Diese vermeintlich „bodenschonende“ Methode wird als Umweltschutz-Maßnahme verkauft, die von einer „Crop Protection Association“ vorangetrieben wird (natürlich auch eine „Front group“ der Agrochemischen Industrie). Dies geht so weit, dass die EU Fördermittel für diese „pflugfreie“ Methode vergibt. In manchen deutschen Bundesländern werden bis zu 150 EUR pro ha dafür gezahlt (so sieht also „der freie Wettbewerb“  der Idiotie in der „modernen Landwirtschaft“ aus).

So sieht der „LW-Fortschritt“ nach 10 Jahren Feldvergiftung aus ..

Hier werden also unter dem Deckmantel des Umweltschutzes in Wahrheit EU-Steuergelder dafür verschleudert, DASS NOCH MEHR GBH AUF DIE FELDER GESPRÜHT WERDEN, DIE LÄNGERFRISTIG DEN BODEN, DIE PFLANZEN UND DIE TIERE KRANK MACHEN  … und wir sind das letzte Glied in der Nahrungskette …

Schauen wir dabei weiter tatenlos zu?

DIE DEUTSCHE REGIERUNG  FÖRDERT DIE VERGIFTUNG IHRER BEVÖLKERUNG, IHRER NUTZTIERE UND DER ACKERBÖDEN

GLY residues in human urine 2013Global 2000 hat 2013 eine Studie in Auftrag gegeben, die untersuchen sollte, wie hoch die Rückstände von Glyphosat im menschlichen Körper (bei Europäern) sind. Dabei wurden Urinproben von Menschen  aus 18 verschiedenen Ländern genommen.

Das Ergebnis wird meistens so zitiert: Bei 44% der Proben wurde Glyphosat (bzw. das Abbauprodukt AMPA) nachgewiesen.

Doch sieht man sich die Auswertung nach Ländern aus, ergibt sich ein völlig anderes Bild: (Seite 12 im Bericht)

GLY 1Bei den DEUTSCHEN Proben wurden in 70% (z.T. erhebliche) Glyphosat-Rückstände gefunden, bei den ÖSTERREICHISCHEN  nur (minimale) in 20%.

3ce4ec9b3fWie ist das zu erklären? In Österreich ist die Sikkation verboten und es gibt auch keinen Anbau von transgenem Getreide (wo ja besonders viele Pestizide eingesetzt werden). Die biologische Landwirtschaft hat in Österreich einen hohen Stellenwert und ist die einzige, wirklich „zukunftsfähige“ Form der Landwirtschaft, was auch die FAO in ihrem Millenium-Assessment bestätigt hat.

Wie lange lassen sich deutsche Bauern und deutsche „Konsumenten“ noch verarschen (und  schleichend vergiften)?

 

ANHANG (zur Gefährlichkeit des ganzen Produktes bzw. der „Zusatzstoffe“ in Herbiziden)

„Das Ziel dieser Studie ist die Störwirkung der Zusatzstoffe (weit unterhalb toxischer Mengen) auf das Hormonsystem zu untersuchen und zwar sowohl isoliert als auch in Zubereitungen (Wirkstoff und Zusatzstoff) im Vergleich zu Glyphosat allein.

Zu diesem Zweck wurde das Enzym AROMATASE als Zielobjekt ausgewählt, das eine Schlüsselrolle bei den Geschlechtshormonen einnimmt: es kann irreversibel Androgene in Östrogene umwandeln (Schweine   werden bereits als Zwitter geboren!)  Es  ist bereits bekannt, dass Roundup die Aromatase-Aktivität in der menschlichen Plazenta blockiert sowie in JEG3 Zellen .“

ERGEBNIS (zytotoxische Effekte von Zusatzstoffen und Zubereitungen (Herbiziden aus der Flasche) im Vergleich mit Glyphosat allein):

Gemessen an der Zellatmung der Mitochondrien und – erstmals – der Störung des Hormonsystems durch Blockade des Enzyms Aromatase (nach 24 Stunden).

Alle Zusatzstoffe (in höherer Konzentration) unterdrückten die Produktion von Aromatase und hemmten die mitochondriale Zellatmung. Vergleich zu Glyphosat allein:

  • ZYTOTOXISCHE EFFEKTE BEI ALLEN ZUSATZSTOFFEN (STARK VERDÜNNT: weit unter 1%)
  • APG: 15-18 mal schädlicher
  • POEA: 1200-2000 mal schädlicher
  • Hormonelle Störungen traten bei GBH-Zubereitungen auf, die 33-400 MAL NIEDRIGER WAREN als die für die Landwirtschaft empfohlene Verdünnung (40-240% unter dem toxischen Schwellenwert LOEC). Das war eindeutig auf die Zusatzstoffe zurückzuführen, da Glyphosat allein (in dieser Größenordnung) keine signifikante Hemmung der Aromatase bewirkt.
  • Die Tenside (Zusatzstoffe) verändern die Membranstruktur und -durchlässigkeit (das Potential), das führt zur Behinderung von Einlass, Verarbeitung und Transport von Cholesterin in den Mitochondrien. Cholesterin spielt wiederum eine wichtige Rolle für die Synthese der Steroid-Hormone.
  • Bei Werten von 5-40 mg/kg Glyphosat wurden Veränderungen der Sexualhormone (Steroide) festgestellt (Androgen-Östrogen Verschiebung bei weiblichen Ratten), die Brusttumore  förderten und Störungen der Hypophyse auslösten.

Wenn viele Effekte schon nach 24 h erkennbar werden, wie verheerend wirkt sich dann eine Langzeit-Aufnahme (Ansammlung) von Glyphosat und Rückständen der Zubereitung auf die Gesundheit aus?

Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Angaben der Hersteller völlig realitätsfremd sind: die Zusatzstoffe (Tenside)  werden immer als „inert“ angegeben, (also chemisch wenig reaktionsfreudig, daher harmlos). Doch keiner der Zusatzstoffe verhielt sich im Test gegenüber den menschlichen Zellkulturen „träge“ – ganz im Gegenteil, wie wir ja oben gesehen haben:

Sie greifen als massiver Störfaktor in viele enzymatische Steuer- und Regelprozesse ein und haben daher verheerende systemische Effekte.

Selbst in Honig, Pollen und Bienenwachs wurden hohe Rückstände von NPEOs gemessen, eine Klasse von Tensiden, die in vielen Pestiziden verwendet wird.

Es steht außer Frage, dass diese Stoffe auch von Lebewesen absorbiert werden und sogar ÜBER DIE PLAZENTA EIN TRANSFER IN DAS BLUT  UND GEHIRN DES UNGEBORENEN KINDES STATTFINDET.

[das erklärt die dramatische Zunahme von Miss- und Fehlgeburten bei Menschen in Brasilien, aber auch bei Tierzüchtern in Deutschland …]

 (Zu den Studien von Seralini und wie sie – zu Unrecht – attackiert wurden, siehe auch die  hervorragende WDR-Doku ab 24:00 Min)