JE SUIS IMBÉCILE: Charlie dirigiert die Massen …

(Der „Gladio“ Artikel wird auf den nächsten Beitrag verschoben)

Rob Tornoe cartoon CH

Too Good To Be True:

10 Gründe, warum die Medien-Story nicht plausibel ist …

Die offizielle Story über die Vorgänge in Paris rund um „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt in Porte de Vincennes , die zum Tod von 17 Menschen geführt haben (sollen), gerät immer mehr ins Wanken. Während die Schafsherde der Medien und Zuschauer ihre Denkfähigkeit von einer inszenierten Welle der Solidarität und des Mitgefühls wegspülen lässt, versucht eine kleine Minderheit kritischer Mitmenschen der Wahrheit auf die Spur zu kommen. In Zeiten des „universellen Betruges“ (Orwell) keine leichte Aufgabe …

1  TOTALVERSAGEN DER „TERROR-PRÄVENTION“

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, ist das gleiche Muster erkennbar wie bei „911“:

Trotz gigantischer Ausgaben für „nationale Sicherheit“, einem umfassenden Überwachungssystem und enger Zusammenarbeit der Geheimdienste konnte dieser Anschlag nicht verhindert werden. Und das, obwohl einer der Brüder bei den „Anti-Terror“-Fahndern seit Jahren bestens bekannt und inhaftiert war. Die vermeintliche „Inkompetenz“ dient aber in Wahrheit nur die Verschleierung der Tatsache, dass diese Anschläge stattfinden sollten, um ein bestimmtes politisches Ziel zu erreichen, wobei die der Welt vorgeführten „Täter“ natürlich nicht die Drahtzieher des Verbrechens sind.

2  UNGLAUBWÜRDIGE  IDENTIFIZIERUNG  DER TÄTER

France Newspaper AttackNach der abscheulichen Tat gelingt es denselben fahrlässigen Behörden aber in Windeseile, nicht nur die Täter zu identifizieren, sondern sie auch gleich noch zur Strecke zu bringen. Dies ist natürlich notwendig, damit die Beschuldigten nicht mehr zu Wort kommen und das Komplott bzw. die „PSYOP“ entlarven können.

Nachdem sich die Täter völlig vermummt haben, um unerkannt zu bleiben, waren sie aber dumm genug, auf der Flucht einen Ausweis (und Fingerabdrücke) zurückzulassen, der den Fahndern die Arbeit gewaltig erleichterte. Ein ähnliches Märchen wurde ja schon bei „911“ getestet (Pass übersteht Höllenfeuer und Pulverisierung des WTC) und von den Massen und ihren Medien akzeptiert.

3 UNGLAUBWÜRDIGE  SCHILDERUNG DES  TATHERGANGS

Eine Angestellte von Charlie-Hebdo, Corrine Rey, (die ins Büro zurückkehrte, nachdem sie ihr Kind abgeholt hatte) soll dazu gezwungen worden sein, den Sicherheitscode am Eingang einzutippen. Sie soll auch Zeugin der Schießerei geworden sein, während sie sich unter einem Schreibtisch versteckte.

Doch wo waren die Polizisten, die seit 2011 vor dem Bürogebäude von Charlie Hebdo stationiert waren? Wenn sie nicht dort waren oder verletzt / tot am Boden lagen, warum hätte sich Madame Rey dann dem Gebäude genähert? Jeder normale Mensch hätte angesichts der bedrohlichen Situation sofort das Weite gesucht, um sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu holen. Anders gefragt: War es nicht ein unglaublicher Zufall, dass die Pseudo-Islamisten genau in dem Moment auftauchten, als „Cora“ quasi schon vor der Tür stand?

Nach Angaben von Le Monde sagte ein Mitarbeiter von Charlie Hebdo, die Täter mussten Insiderinformationen gehabt haben, weil sonst nie so viele Leute im Büro anwesend waren.

Im zweiten Stock angekommen, gingen die Killer direkt in die Redaktionsräume und eröffneten das Feuer auf die versammelten Journalisten, einen Gast und auch Brigadier Brinsolaro (SDLP), der ja für Chefredakteur Charbonnier Personenschutz leisten sollte. Wieso hat er nicht geschossen und woher wussten die Täter, wann die Redaktionsbesprechung war?

Franck BrinsolaroBrinsolaro ist auch deshalb äußerst interessant, weil er nach Angaben seiner Kollegen als Personenschützer auch im Ausland tätig war (z.B. in Kambodscha und Indonesien – zwei ehemalige französische Kolonien) und auch in „territoires hostiles“ wie Bosnien (Sarajewo) und Afghanistan als Bodyguard gearbeitet hat, also in Ländern, wo der NATO-Terror viele tausend Opfer gefordert hat, für die keine Trauer- und Solidaritätskundgebungen stattfinden.

Offizielle Darstellung: Als gegen 11:30 mehrere Anrufe von Anwohnern bei der Polizei eingingen, dass mit automatischen Waffen geschossen werde, versammelten sich mehrere Polizeieinheiten vor Ort. In der Allée Verte kam es dann zu einer Konfrontation zwischen der Kriminalpolizei und den Terroristen, ein heftiger Schusswechsel folgte, wobei das Polizeifahrzeug angeblich durchlöchert wurde, doch niemand wurde verletzt und die Killer konnten nach einem weiteren Duell mit einer anderen Polizeieinheit entkommen. Auf der Place du Colonel Fabien stießen sie mit einem VW Touran zusammen und ließen den Citroën schließlich in der Rue Sadi Lecointe im 19. Bezirk stehen. Sie setzten die Flucht dann mit einem gestohlenen Renault Clio fort, nachdem sie dessen Fahrer mit Gewalt vertrieben hatten (so genanntes „car-jacking“). Dann verlor sich ihre Spur …

special forces hunting for TS Charlie HebdoWie konnten zwei bewaffnete Männer sich gegen ein solch massives Polizeiaufgebot durchsetzen? Wie konnten sie Straßensperren und Ringfahndung entgehen, während einer Generalmobilmachung der Sicherheitskräfte?

Das ergibt alles keinen Sinn und warum dann auch noch Aufmerksamkeit auf sich ziehen, indem man eine Tankstelle überfällt und sich später mit einer Geisel verschanzt?

So verhalten sich Kriminelle in Actionfilmen, aber nicht militärisch ausgebildete Kommandos, die politische Anschläge ausführen. Niemand hatte die Gesichter der beiden Täter gesehen, sie hätten also einfach Masken und Kampfanzug ablegen, die Waffen verstecken, sich eventuell verkleiden und in der Millionenstadt Paris untertauchen können.

Eine ähnliche Show haben wir ja auch beim Boston Marathon gesehen, wo uns auch zwei Brüder als „Patsies“ vorgeführt wurden. Dzokhar soll ja noch leben, kann aber wohl nicht mehr sprechen (oder nicht mehr klar denken?).      

4  ERSCHIESSEN OHNE BLUT

Laut Angaben der Pariser Polizei kam es im Boulevard Richard Lenoir zu einem neuerlichen Schusswechsel mit dem Killerkommando, wobei der 41-jährige Polizist Ahmed Merabet schwer verletzt wurde. Er soll nach Angaben der Agentur Reuters jener Polizist sein, der in dem brutalen „Kopfschuss-Video“ zu sehen ist.

Doch das weltweit verbreitete Video, indem scheinbar die brutale Ermordung eines Polizisten auf der Straße gezeigt wird, ist eine Illusion.

fake headshotBallistik-Experten und Kriegsveteranen, die sich die Bilder in Zeitlupe angesehen haben, sind sich einig, dass keine scharfe Munition verwendet wurde, weshalb auch kein Rückstoß, kein Blut, ja nicht einmal eine Wunde zu sehen ist.

shot-fired-and-dust-cloud VTSie wissen, ein Kopfschuss mit einer AK-47 aus nächster Nähe hätte furchtbare Folgen: der Kopf würde förmlich „explodieren“, es würde also Blut, Gehirn und Gewebe austreten, verursacht durch die hohe Geschwindigkeit des Projektils, Nichts davon ist zu sehen, nur zwei weiße Wölkchen.

Was mir noch auffiel, ist, dass der Polizist im Video nicht Merabet sein kann, weil er eine sehr helle Hautfarbe hat, während Merabet ja aufgrund seiner Abstammung aus Algerien viel dunkler ist.

5  VIDEOS FÜR  STIMMUNGSMACHE & „INFORMATION-DOMINANCE“

Zuerst muss man sich fragen, wie es möglich war, diese Videos zu produzieren. Normale Menschen neigen dazu, verängstigt zu sein, wenn vor ihrem Haus Schüsse fallen und vermummte Killer-Kommandos auftauchen. Man geht sozusagen psychologisch „in Deckung“. Doch in diesem Fall war man geistesgegenwärtig genug, nicht die Fassung zu verlieren und stattdessen einen eiskalten „Mord“ zu filmen (wenn man die offizielle Story glaubt).

Auch die sofortige Überschwemmung der Medien mit hunderten Fotos (die vor allem das gigantische Polizeiaufgebot zeigen und Terror-Angst schüren) ist verdächtig und deutet auf eine konzertierte Propagandaaktion hin.

Dann gibt es noch Leute, die demonstrieren wollen, dass das Video (der französischen TV-Sender France24 zeigte einen Clip mit dem „Allahukbar“-Ruf, der die vermummten Täter als arabische Terroristen brandmarken soll) kein ungeschnittenes Rohmaterial ist, sondern manipuliert wurde: die Polizisten wurden an geeigneter Stelle herausgeschnitten und die Terroristen eingefügt:

3 policemenZuerst sieht man drei Polizisten (dunkel angezogen mit weißer Schrift auf dem Rücken) auf der Straße, die sich auf die Kreuzung zu bewegen, wo der schwarze Citroen (das Auto der Täter) später zum Stehen kommt.

In der nächsten Szene sind die Polizisten plötzlich verschwunden, während die Kamera sich wieder auf das Dach des Gebäudes richtet, wo sich mehrere Männer aufhalten (davon einer mit einer schusssicheren Weste). Dann tauchen (in weniger als einer Sekunde) die zwei “Killer“ auf und rufen „Allah ukbar“ (nicht Allah u akbar, wie echte Muslime es tun).

shooters appear policemen disappearVon der Polizei ist jetzt nichts mehr zu sehen, deshalb gibt es auch keinen Schusswechsel und keine verletzten Polizisten. Als die Killer auftauchen, duckt sich der Mann auf dem Dach, genau in diesem Moment (des Kameraschwenks) werden die „Killer“ ins Bild eingefügt. (Machen Sie sich hier selbst ein Bild, ob diese Interpretation richtig ist)

6  THE ISRAEL CONNECTION

Wie es der zionistische Zufall wollte, befand sich Amchai Stein, der stellvertretende Direktor des israelischen Fersehsenders IBA Channel 1, genau zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“ des „Terrors“ und hat als erster Fotos der Schießerei bzw. von Szenen nach der Tat im Internet veröffentlicht, die die offizielle Version untermauern sollen:

Amchai Stein twitter 1

Und was finden wir hier?   אני שארלי

Laut dieser jüdischen Internetseite bedeuten diese Zeichen:

Ich bin Charlieauf Hebräisch.

Das ist ja eher wenig spannend, doch dann das:           

             אני ישראל

Für Leute, die nicht hebräisch sprechen wie ich, auf den ersten Blick das Gleiche, doch wenn man genau hinsieht, sind es dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge (die ersten vier Zeichen). Und was bedeutet das?

Ich bin Israel auf Hebräisch.

Die Verfasser dieses Beitrags weisen dann auch noch darauf hin, dass diese Spiegelung für Studenten der Torah eine große Bedeutung habe, weil [sie quasi als versteckte Bedeutung die Botschaft enthalte] „diejenigen, die Charlie angegriffen haben, die gleichen sind, die auch Israel angegriffen haben“ was sie dann mit dem Ausruf -das stimmt ja auch! – untermauern.

Für nicht-religiöse Studenten des Zionismus und der Politik des zionistischen Staates Israel hat diese kleine „Perle“ der Information aber eine ganz andere Bedeutung, weil sie sie in einem völlig anderen Kontext sehen: es könnte eine Art „talmudischer“ Hinweis darauf sein, dass der israelische Staat hinter den Anschlägen steckt und sich auch noch damit brüstet – was niemand wundern würde, der sich für Geopolitik interessiert …

Das „Geiseldrama“ im koscheren Supermarkt (das nach Darstellung einiger Internetseiten, die von ehemaligen Angehörigen militärischer „Spezialkräfte“ betrieben werden, eine „false flag“ Aktion des Mossad war) hätte man vielleicht als realistisch akzeptieren können, wenn nicht die absurde Verbindung zu den Palästinensern konstruiert worden wäre.

1 UN resistance against occupation is lawfulIhr unbeugsamer Widerstand gegen einen selbstgerechten Schurkenstaat, der sie seit fast 7 Jahrzehnten enteignet, demütigt, quält und ermordet, es aber nicht schafft, sie als kollektive Gemeinschaft zu brechen. (Siehe dazu meine zahlreichen Artikel über Israel bzw. Palästina), soll durch diese Farce entehrt und kriminalisiert werden.

Europe on the fence proPalDer Massenmörder Netanyahu fürchtet, dass die Stimmung in Europa in naher Zukunft „kippen“ könnte, also die Politik nicht mehr bloß scheinheilige Lippenbekenntnisse und „Empörung“ von sich gibt, sondern Palästina wirklich unterstützt.

Erhielt Frankreich diesen brutalen „Denkzettel“, weil es gewagt hat, sich gleich dreimal  für die Palästinenser einzusetzen? Dieser  ätzende, vor Selbstgerechtigkeit triefende  Artikel legt diese Schlussfolgerung nahe:

And France certainly has been at the forefront of pro-Palestinian activism, especially in recent weeks. 

On Dec. 2, the French parliament voted overwhelmingly to demand that the French government immediately recognize the “State of Palestine.Not after negotiations. Not with Israel’s agreement. Just do it right away, whether the Israelis like it or not. And the vote wasn’t even close—339 in favor, 151 against.

Four weeks later, the Palestinian Authority presented a resolution to the United Nations Security Council, setting a timetable for Israel to unilaterally withdraw from all of Judea, Samaria, [Westjordanland] and most of Jerusalem.

[Dieses Ende der brutalen Besatzung ist Bereits seit 1967 ,UNSC-Resolution 242 ff. überfällig, wurde aber von Israel  ignoriert und durch ständige, weitere Enteignungen noch verhöhnt  – siehe Jeff Halper -„Nishul“)

That is, back to the pre-1967 armistice lines that Abba Eban said would make Israel so vulnerable that it would set the stage for another Holocaust. [völlig absurd- crying and shooting again ..]

In the meantime, there was more pro-Palestinian news from France. The city council of Aubervilliers, which is a suburb of Paris, voted to grant honorary citizenship to Marwan Barghouti, a Palestinian terrorist leader who is currently service five consecutive sentences of life imprisonment for carrying out a series of terrorist attacks in Israel.

[Who started and never ended the terror? Israel – see Ilan Pappe]

France’s national government was not responsible for the decision of Aubervilliers to honor a mass murderer. But when combined with the French parliament’s vote on Palestinian statehood, and the French government’s vote at the U.N., one would think that this French bear-hug of the Palestinians would impress the Islamists. The massacre of journalists in Paris by killers shouting the jihadist call of “Allahu Akhbar” indicates that perhaps the linkage that Kerry imagines is nothing more than that—imaginary.“

7 WIDERSPRÜCHE & UNGEREIMTHEITEN

Zeugen (darunter auch Polizisten) sagten aus, wie gelassen die Mörder waren und erwähnten ihre große Treffsicherheit beim Schießen: sie trafen demnach „ihre Ziele mit einem Schuss, anstatt einfach wild herumzuballern.

Amchai stein twitter 3Dann zeigt man uns ein Polizeifahrzeug mit einer durchlöcherten Windschutzscheibe (gezählte 11 Einschüsse, laut Reuters waren es aber sogar 30 abgegebene Schüsse) und trotzdem wird – während der intensiven Schusswechsel – kein Polizist (und kein „Terrorist“) verletzt oder getötet? Wer soll das glauben?

(Das manipulierte Video liefert ein viel bessere Erklärung dafür: die Schießerei hat so nie stattgefunden …)

Laut AFP, der französischen Presseagentur, beschrieb ein Augenzeuge den Anschlag auf Charlie Hebdo „wie eine Szene aus einem Film“.

Ich sah, wie sie abhauten und Schüsse abfeuerten. Sie trugen Masken. Diese Jungs meinten es ernst. Zuerst dachte ich, es seien Spezialeinheiten der Drogenfahnung oder sowas in der Art.“

AFP witness special forces hint(Bild: AFP Report, übersetzt ins Englische von msm)

In der ersten Story, die in den Medien verbreitet wurde, war ja immer von drei Terroristen die Rede.

Am Mittwoch erzählten zwei Terrorbekämpfer dem amerikanischen Fernsehsender NBC, einer der Täter sei getötet worden und zwei befänden sich im Polizeigewahrsam. Wurden diese „Informationen“ schon vorher verteilt und erwiesen sich dann als „voreilig“, weil das Szenario notgedrungen kurzfristig geändert wurde?

Auf allen Bildern und Videos sind nur zwei Männer zu sehen. Der dritte „Verdächtige“ musste ausfallen, weil er ein 100%iges Alibi für die Tatzeit hatte. Um diesen faux pas auszubügeln, wurde der „patsy“ Coulibaly aus dem Al Kaida-Zylinder gezogen und als dritter Verschwörer präsentiert, der sich für seine verbrecherische Aktion „extra“ einen koscheren Supermarkt ausgesucht hatte, um den unterdrückten Palästinensern Tribut zu erweisen.

Es gibt nur eine Partei, die ein massives Interesse daran hat, den legitimen Widerstand der Palästinenser mit dem synthetischen Terror des Westens in Verbindung zu bringen: die israelische Regierung. (Siehe Pkt. 6)

8 „TERRORISTEN“ ALS BÖSARTIGE & GROTESKE KARIKATUR DES ISLAMS

Die krampfhaften Bemühungen (der wahren „Terror-Förderer“) mithilfe der Medien, dem Publikum einzuhämmern, dass es sich hier um „fanatische Islamisten“ handelt, sind kabarettreif:

  • Die “Verdächtigen” müssen stets – am besten vor und nach der Tat lautstark „Allah u akbar!“ rufen, damit haben sie sich in den Augen der verblödeten Zuschauer ja bereits als arabische Terroristen ausgewiesen. Dass diese akustische Visitenkarte nur Tarnung sein könnte, darf nicht in Erwägung gezogen werden.
  • Um ganz sicher zu gehen, dass die Verbrecher in die richtige Kategorie von Bösewichten eingeordnet werden, ist die Mitgliedschaft bei den diversen Regionalorganisationen von „Al Kaida“ laut und deutlich zu verkünden. Eine noch bessere Wirkung wird natürlich (zusätzlich) mit schwarzen Fahnen und anderen „Terror“-Requisiten erzielt.

isis mercenaries(Die PR-Auftritte von „ISIS“, IS oder welches Akronym gerade genehm ist, sind derartig lächerlich, dass man sich fragen muss, wieso die Leute auf so etwas reinfallen;)

  • Zum Vergleich – wie sich echte, politische Kampfeinheiten benehmen, bei denen der Islam zwar eine wichtige Rolle spielt, aber natürlich nicht das eigentliche Motiv für die Gewalt ist, sondern die Verbrechen Israels und der USA (samt Vasallen) kann man sich die libanesische Hisbollah anschauen (die eine soziale Bewegung, eine gewählte Partei und eine Kampftruppe unter ihrem Dach vereint).
  • Dass es sich bei den vom Westen fabrizierten „Terror-Milizen“ überwiegend um indoktrinierte Idioten, Verbrecher und brutalisierte Söldner handelt, die als mörderische Werkzeuge der Außenpolitik missbraucht werden (Gladio 2.0), sollte mittlerweile jedem intelligenten Beobachter klar sein.
  • Der neueste, theatralische Islamisten-Gag ist aber der ausgestreckte Zeigefinger. Wie z.B. Journalisten der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ uns einreden wollen, ist das eine Art geheimer Code für „radikale Islamisten“ und prompt hat man ihn auch in Paris „entdeckt“ (auf einem extrem unscharfen Bild).

PARIS-fingerDass diese zur Schau gestellte, groteske Form von „Religiosität“ aber mit dem Verhalten echter Muslime unvereinbar ist, wird nicht diskutiert. Und selbst die echten „Gotteskrieger“ (fanatische Salafisten bzw. Takfiris, die auch nur als Werkzeuge der Geo-Politik benutzt werden), würden sich nicht so benehmen, wie z.B. Thierry Meyssan konstatiert:

„Sie hätten auf jeden Fall die Archive des Magazins zerstört, weil es die „Pflicht“ dieser Gotteskrieger sei, alle Objekte zu zerstören, die nach ihrer Meinung „Gott beleidigen“ (oder seinen Propheten) und die „Feinde Gottes“ zu bestrafen. Sie wären auch nicht sofort wieder geflohen (um der Polizei zu entgehen), sondern hätten ihre „Mission“ erfüllt, auch wenn sie dabei selbst umgekommen wären.

Dass sie einem verwundeten Polizisten eiskalt in den Kopf geschossen haben ist auch ein klares Indiz dafür, dass dieser Mord nichts mit der „Vergeltung“ für die Beleidigung des Propheten zu tun hatte und schon gar nichts mit dem vulgären Humor des Magazins Charlie Hebdo. [Inzwischen wissen wir ja, dass die Exekution so nie stattfand]

Thierry Meyssan ist überzeugt davon, dass dieses Attentat die Kluft zwischen französischen Muslimen und Nicht-Muslimen vertiefen soll, wobei auch ein Bürgerkriegsszenario ins Auge gefasst wird. Man kann nur hoffen, dass er nicht recht hat ….“

Abgerundet wird die „Shocking Terror Picture Show“ dann durch Aufritte von selbsternannten „Terror-Experten“, deren Qualifikation für diesen Titel von niemand hinterfragt wird. Wie Glen Greenwald in diesem Interview feststellt, sind sie allesamt Scharlatane, die ein persönliches Interesse daran haben, den „Terror-Scare“ aufzublasen, weil sie ja schließlich davon profitieren. Hier ein kleines Beispiel daraus:

Steve EMERSON (der sich selbst als „eine der führenden Autoritätenfür islamistische Netzwerke bezeichnet) erklärt zunächst, dass es „in ganz Europa “No-Go” Zonen gäbe, wo sich kein Christ mehr hin wagen würde. Orte (in Frankreich, England, Schweden, Deutschland) wo die Regierung quasi nicht mehr souverän sei, wo Scharia-Gerichte eingerichtet seien, wo die „Muslim-Dichte“ sehr hoch sei, wo selbst die Polizei nicht mehr auftaucht, wo es schon einen Staat im Staate gebe –

Daraufhin die Moderatorin “Weißt du was, Steve das klingt für mich schon nach einem Kalifat …“

EMERSON weiter: „Ja, das klingt wirklich so ..und in England sind es nicht nur „No-Go“-Zonen; es gibt dort ganze Städte, wie Birmingham, die völlig „moslemisch“ sind, wo Nicht-Muslime einfach nicht mehr hingehen …“

Diese Aussagen führten zu großer Empörung in Großbritannien, weil sie völlig unwahr sind, worauf sich Emerson in einer Sendung der BBC entschuldigte und seine verlogenen Behauptungen damit erklärte, er habe sich „auf unkorrekte Recherchen verlassen und es sei „völlig verantwortungslos“ gewesen, die ihm zugespielten Informationen nicht überprüft zu haben. (Was für unsere Journaille ja der Normalzustand ist …)

Dass Prime Minister Cameron diesen Unsinn mit dem Satz „the man is a complete idiot“ kommentierte, trifft die Sache nicht ganz, denn diese Leute verfolgen natürlich eine politische Agenda: die Volksverblödung bzw. subtile Form der Volksverhetzung.

8 DAS (BFM) INTERVIEW  MIT  CHERIF KOUACHI

Dass uns hier absurdes Theater vorgespielt wird, lässt sich auch durch das angebliche Telefon-Interview demonstrieren, das Cherif Kouachi mit einem französischen Fernsehsender geführt haben soll, von dem nur Bruchteile veröffentlicht wurden:

Kouachi: (Anfang fehlt) … wir sagen Euch, dass wir die die Verteidiger des Propheten sind, …dass ich, Cherif Kouachi, von Al Kaida im Jemen geschickt wurde …ich ging dorthin und es war Anwar Al-Awlaki, der mich finanziert hat.

[Anmerkung: Wieso wird Al-Awlaki extra erwähnt? Niemand hat ihn danach gefragt. Für die US-Regierung ist diese Aussage aber politisch äußerst nützlich. Für Hintergrund dazu siehe Jeremy Scahill.

Wie konnten die Brüder in den Jemen und wieder zurück fliegen, wenn sie auf der „No-Fly-List“ der US-Anti-Terror-behörden waren und Cherif schon 2005 verhaftet und 2008 wegen Kontaktaufnahme zu einer terroristischen Vereinigung – im Irak – verurteilt wurde? Warum hat man ihn nicht schon früher dazu verhört bzw. überwacht?]

BFM: Und wie lange ist das her?

Kouachi: Es war bevor er getötet wurde.

Abdulrahman[Anmerkung: Anwar Al Awlaki, ein Imam und amerikanischer Staatsbürger, wurde im September 2011 durch amerikanische Dronen (sein 16-jähriger Sohn zwei Wochen später) im Jemen ermordet. Obwohl ihm seit 2008 umfangreiche Unterstützung für „Al Kaida“ (zuerst als „Inspiration“ dann „operativ“) vorgeworfen wurde, hat man nie Anklage gegen ihn erhoben, sondern ihn einfach umgebracht. Tote können eben nichts mehr erzählen ….was nicht ins Bild passt.]

BFM: Ihr seid also erst vor kurzem nach Frankreich zurückgekommen?

Kouachi: Nein, schon vor langer Zeit …. ich kenne den Geheimdienst, da brauchst du dir keine Gedanken machen. Ich weiß genau, wie ich vorgehen muss, um erfolgreich zu sein ….

(Anmerkung: die Sätze sind nicht kohärent, nicht stimmig …als ob Teile fehlen würden)

BFM Und sind da nur Sie und Ihr Bruder? Gibt es Leute hinter Euch?

Kouachi: Das geht dich nichts an.

BFM: Habt ihr vor, noch mehr Menschen zu töten, im Namen Allahs?

Kouachi: Töten – wen denn?

BFM: Ich stelle ja nur die Frage.

Kouachi: Haben wir Zivilisten getötet in den zwei Tagen, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Ihr habt Journalisten getötet.

Kouachi: Sind Zivilisten gestorben, in den zwei Tagen wo ihr uns gesucht habt? Oder Menschen während der zwei Tage, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Warte, warte Cherif – habt ihr an diesem Vormittag getötet?

Kouachi: Wir sind keine Mörder. Wir sind die Verteidiger des Propheten, wir töten keine Frauen. Wir töten niemand. Wir verteidigen den Propheten. Wir sind nicht wie ihr (Stimme wird zum ersten Mal emotional): Ihr seid es, die Kinder töten in Syrien, im Irak und in Afghanistan. Nicht wir. Wir haben einen Ehrenkodex im Islam.

Aber ihr habt doch gerade Rache geübt .. ihr habt 12 Menschen getötet …

Kouachi: …(bruchstückhaft, Anfang fehlt ) …ja, weil wir Rache geübt haben. Wie du es gesagt hast, wir haben uns gerächt.

Kommentar:

  • Ich finde dieses „Gespräch“ äußerst seltsam und es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass hier Frage und Antworten nicht unbedingt zusammengehören (also aus Einzelteilen „zusammengebaut“ wurden).
  • Woher weiß ich überhaupt, dass diese Stimme wirklich Cherif gehört?
  • Woher weiß ich, wann dieses „Gespräch“ stattgefunden hat?
  • Wer telefoniert seelenruhig mit der Presse, wenn sich vor der Tür die geballte Staatsgewalt versammelt hat?
  • Das Verhalten der beiden „Islamisten“ ist nicht schlüssig: Zuerst treten sie wie Profikiller des Militärs auf, tarnen sich, entkommen der Pariser Polizei (trotz massiver Präsenz), nehmen Geiseln (was mit der Verteidigung des Propheten garantiert nichts zu tun hat) um schließlich im Kugelhagel als „Märtyrer“ zu sterben?

(Der Link zum Original-Interview wurde mittlerweile von YouTube entfernt, aber der britische Guardian hat noch ein Audio zum Nachhören mit englischen Untertiteln)           i

9 THE BIG LIE: Charlie Hebdo als Ikone der Pressefreiheit

holy trinity a la charlie hebdoDie Zeitung war nicht die furchtlose Verfechterin von Meinungs- u. Pressefreiheit, als die sie uns jetzt präsentiert wird. Die Cartoons waren oft äußerst vulgär, pornographisch – religiöse Verunglimpfung kombiniert mit Sex und Gewalt – und deshalb beleidigend für religiöse Menschen; besonders für Muslime, weil im Islam die bildliche Darstellung von Gott und Propheten verboten ist.

Viel wichtiger ist aber: In einer Zeit, wo hunderttausende Muslime durch westliche Kriege und Terroraktionen getötet, vertrieben oder gefoltert werden, solche diffamierenden, kränkenden Zeichnungen zu veröffentlichen, ist keine journalistische Heldentat, sondern dumm, bösartig und verantwortungslos. (bête et méchant, exactement)

Im Jahr 2000 wurde die Journalistin Mona Chollet entlassen, weil sie gegen einen Artikel protestierte, in dem die Palästinenser pauschal diffamiert wurden.

affaire siné2008 wurde der Veteran-Cartoonist Maurice Siné gefeuert, weil er als „anti-semitisch“ denunziert wurde. Der Grund? Er hatte eine Karikatur von Jean Sarkozys Hochzeit (dem Sohn des Präsidenten) mit Jessica Seboun-Darty gezeichnet, einer Jüdin, die ein großes Vermögen erbt, und das Gerücht, Jean sei deshalb zum jüdischen Glauben übergetreten, mit dem Text kommentiert: „Dieser Kleine wird es noch weit bringen“.

Sofort wurden die jüdischen “Anti-Diffamierungs”-Lobbyisten aktiv, die ihm „jüdische Stereotype“ und „Aufstachelung zum Rassenhass“ vorwarfen und Siné musste gehen. Auf jüdischen Webseiten wurden sogar dazu aufgerufen, ihn umzubringen. Wo war damals die Verteidigung der Pressefreiheit? Nicht umsonst wird in Frankreich diese zionistische Inquisition als „la police de la pensée“ bezeichnet.

Bernard-Henry Lévy, der französische Ober-Zionist mit Super-Ego schrieb damals in Le Monde:

Immer wieder hat Siné die Grenze zwischen Humor und Beleidigung überschritten, zwischen Karikatur und Hass.“

Für Araber/Muslime gibt es diese Grenze offenbar nicht.

10   „SWARMING“: DIE VOR-FABRIZIERTE PR-KAMPAGNE

Wir erinnern uns noch an die #BringBackOurGirls (Kenia) oder Boys (in Israel) PR-Kampagnen, wo der Zweck der Emotionalisierung bzw. Konditionierung der Massen durch „social media“ ersichtlich wurde: einerseits Stimmungsmache gegen die bösen Islam-Terroristen, andererseits wirkungslose Zur-Schaustellung einer „feel-good“ Solidarität als „social event“) statt echtem politischen Engagement, das die politischen Macht-Verhältnisse ändern will.

je suis Charlie logoWenn (innerhalb einer Stunde nach Bekanntwerden des Anschlages, ein PR-Slogan wie  „JeSuisCharlie“ sich blitzartig und massenhaft verbreitet, ist Misstrauen angebracht. Warum? Weil diese gesteuerten „Schwärme“ davon ablenken, die wahren Hintergründe des Verbrechens zu analysieren. Hier werden ehrenwerte menschliche Gefühle wie Empathie, Solidarität und moralische Empörung instrumentalisiert und in den Medien verstärkt, während kritisches Nachdenken über die vielen Ungereimtheiten der offiziellen Story und den geopolitischen Kontext behindert wird.

helric fedou(Der – zweite – „Selbstmord“ eines Kriminalkommissars in Limoges, der nach Presseberichten an einem Report über die Anschläge in Paris gearbeitet hat, gibt neue Rätsel auf .. .könnte allerdings auch ein Ablenkungsmanöver sein ..)

 

Fortsetzung folgt…

IS: Kommt der Kalif aus Tel Aviv?

Sleeping_with_the_Devil BaerMeine (und die von vielen anderen Skeptikern geteilte) Vermutung, dass die “Enthauptungs-Videos” (der Amerikaner und Europäer) gefälscht sind, hat sich jetzt bestätigt.

Was mir von Anfang an auffiel, war, dass keine der Geiseln auch nur das geringste Anzeichen von Angst zeigt. Im Angesicht eines grausamen, gewaltsamen Todes ist das extrem unrealistisch und unglaubwürdig. Dann das kleine Messer, garantiert nicht geeignet für eine „Enthauptung“ (man denke z.B. an die Guillotine oder ein Schwert zum Vergleich). Drittens die Inszenierung selbst: zu theatralisch, zu propagandistisch mit Anzeichen für eine Studioaufnahme samt Post-Production. Und letztlich die Tatsache, dass selbst bei enormer Vergrößerung, Aufhellung und scharfem Kontrast absolut kein Blut zu sehen ist.

Der erste große Horror war die angebliche Enthauptung des amerikanischen Reporters James Foley. Dieses Video war natürlich in erster Linie auf das amerikanische „Zielpublikum“ gerichtet, inklusive Präsident Obama. Damit der emotionale Impact noch gesteigert wird, führte der US-Fernsehsender CNN auch ein Interview mit den Angehörigen: Darin sieht man seine Schwester, Katie Folie und seinen Bruder. Beide wirken nicht sehr betroffen. „Katie“ muss sich ein Grinsen verkneifen und der Bruder sieht ziemlich nervös aus. Man kommt nicht umhin zu denken: Trauernde Geschwister sehen anders aus.

SANDY HOOK MEETS ISIS

Alex Israel  Sandy Hook classmateAufmerksame Zuschauer in den USA haben jetzt festgestellt, dass die angebliche Schwester von James Foley ihnen irgendwie bekannt vorkommt. Sie trat unter dem Namen „Alex Israel“ als „ehemalige Mitschülerin“ eines Amokläufers im amerikanischen Fernsehen auf, der in der Stadt Newton (Conneticut) im Dezember 2012 ein Massaker in der Grundschule angerichtet haben soll. Was an diesem Tag wirklich geschah, ist sehr umstritten und es gibt massive Zweifel daran, dass die offizielle Darstellung der Wahrheit entspricht.

Ich habe mir die Videos mehrfach angesehen und eine große Ähnlichkeit der beiden Frauen ist unverkennbar. Aber ist es wirklich dieselbe Person? Augenbrauen, Nase, Kinnpartie scheinen übereinzustimmen. Auch die Stimme klingt gleich (etwas knarrig, wenn sie lauter spricht). Miss „Israel“ sieht allerdings älter aus, finde ich.

Was mich aber endgültig überzeugt hat, war dieser Screenshot am Ende des „Aufdecker“-Videos (Dank an William Engdahl für den Hinweis).

Alex israel is fake Foley sisterDas Lächeln jedes Menschen ist einzigartig. Die Form des Mundes, Fältchen, die dabei entstehen, „Grübchen“, die gesamte Mimik, usw. sind bei jeder Person anders. In diesem Fall ist klar zu erkennen, dass es sich um dieselbe Frau handelt.

Damit lässt sich beweisen, was viele schon lange vermutet haben: wir werden im Rahmen der „Außenpolitik“ gewaltig hinters Licht geführt. Die „strategische Kommunikation“(Lügen ohne Ende) mit der man die Bevölkerung systematisch verarscht, beinhaltet auch solche Videos. Man spielt mit dem Entsetzen und Mitgefühl der Zuschauer wie auf einem Klavier, um die gewünschte Stimmung zu erzeugen. Auf dieser Basis wird dann „Zustimmung“ für kriminelle Operationen generiert, die man in den Zirkeln der Macht schon längst beschlossen hatte. Das wird uns dann als „Demokratie“ verkauft ….

Unsere Papageien-Journalisten interessiert das alles nicht, sie übernehmen einfach den Propaganda-Jargon und sprechen von einer neuerlichen „Enthauptung“, die Angst und Schrecken verbreiten soll, damit unsere kriminellen (und Amerika in den Arsch kriechenden) Politiker weiterhin an der „security“-Schraube drehen können: noch mehr Überwachung, noch mehr Militärausgaben, noch mehr „Interventionen“ überall dort, wo solche „Extremisten“ auftauchen. Und – aktuell- sollte der zögerliche Obama endlich dazu gebracht werden, Syrien zu bombardieren, was ja auch gelungen ist. NATO in Europa ist natürlich auch mit „lethal aid“ dabei.

Eigentlich wäre es die Pflicht des Journalisten zunächst einmal die Quelle der Information zu prüfen: Woher kommen diese Videos? Wer verteilt sie?

TERROR-NEWSFEED: INFORMATION OR INDOCTRINATION?

Wir sollen natürlich glauben, das seien die „Terroristen“ selbst, aber das ist hier eben nicht der Fall. Die Quelle für diese Videos ist eine (ursprüngliche Non-Profit) Organisation mit dem Namen SITE (Suche nach Internationalen Terroreinheiten). Man muss sich fragen: Was bringt eine private Unternehmung dazu, nach Material über Terroristen zu suchen bzw. deren Auftreten im Internet zu analysieren? Ist das nicht die Aufgabe staatlicher Sicherheitsbehörden?

Die „Dienstleistung“ die hier angeboten wird, besteht nach eigenen Angaben aus „der Beschaffung von Informationen im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken für Regierungen, Nachrichten-Medien und die allgemeine Öffentlichkeit.“

SITE hat Videos und Statements aus angeblichen Chat-foren von Extremisten veröffentlicht, deren Authentizität aber angezweifelt werden muss. So wurde z.B. im September 2007 von SITE ein „Bin Laden Video“ angekündigt, dass sich später als Fälschung herausstellte. (SITE scheint überhaupt einen extrem guten Draht zur PR von „Al Kaida“ zu haben …) An wen wurde das Video als erstes verteilt? An die US-Regierung und an AP, eine der größten Presseagenturen der Welt und zwar bevor es offiziell von „Al Kaida“ veröffentlicht wurde.

Wozu braucht man in einem Land, das unglaubliche Summen für Überwachungssysteme ausgibt und angeblich rund um die Uhr „Terrorbekämpfung“ praktiziert (über NSA, FBI, usw.) eine private Organisation, die hier mitmischt und Informationen an die Medien herausgibt?

Die Antwort kann eigentlich nur lauten: (black) Propaganda im Sinne derjenigen, die das große „Re-Modelling“ des Nahen Ostens im Sinne haben. Da fallen einem an erster Stelle Israel und seine zionistischen Unterstützer, die „neocons“ in den USA ein.

So hat SITE mehreren islamischen Wohlfahrtsorganisationen unterstellt, sie seien nur Fassaden für versteckte Terrorförderung, obwohl das FBI niemals Beweise für diese Anschuldigungen fand und auch keine Anklage erhoben wurde. Hier soll offensichtlich Angst und Unsicherheit generiert werden und die Islamophobie nach 9/11 neue Nahrung erhalten.

Dass auch berüchtigte Firmen wie Blackwater (später : Xe, dann „Academi“) SITE mit Lob überschütten und als „unschätzbare Quelle“ bezeichnen, lässt die Alarmglocken nur noch lauter läuten.

Das Foley-Video ist also eine Fälschung, deshalb ist davon auszugehen, dass auch die „Enthauptung“ von Steven Sotloff (der auch einen israelischen Pass hat) sowie die nachfolgenden eine Inszenierung ist.

Die Leiterin von SITE, Rita Katz (diente in der israelischen Armee, mehr über sie weiter unten) wurde im amerikanischen Fernsehen (CNN) dazu befragt, wie es ihrer Organisation gelang, dieses Video – vor allen anderen – zu „finden“.

Rita Katz on CNNWas sie darauf antwortet, ist äußerst bemerkenswert:

Wir haben die Bedrohung durch den Jihad seit mehr als einem Jahrzehnt beobachtet (online) … ihre Aktivitäten überwacht … ihre Methoden studiert .. wir können vorhersagen, wo sie diese Videos ins Internet stellen; wir haben das Video an einem Ort gefunden, wo ISIS normalerweise ihre Videos ins Netz stellen; dieses Video zeigt eine klare Botschaft von ISIS …die gleiche wie vorher … Die ISIS Meldungen in den social media deuteten darauf hin, dass sie in Kürze ein Video veröffentlichen würden, doch wir hatten das Video schon vorher und konnten ihnen bei der Veröffentlichung zuvorkommen“

Journalistin: Sind Sie sicher, dass das Video wirklich echt ist? (was gezeigt wird, die Realität ist)

Katz: Das Video zeigt die Enthauptung von Sotloff.

Mir war schon vorher klar, dass der moderne Mainstream-Journalist eine eingeschränkte Denkfähigkeit haben muss, um Karriere zu machen, aber dass es so schlimm ist, wusste ich nicht.

Frau Katz argumentiert mit zwei sich ausschließenden Prämissen: Sie hat das Video „gefunden“

  1. weil ihre Organisation weiß, wo ISIS-Videos ins Netz gestellt werden und diese Seiten kontinuierlich von SITE überwacht werden
  2. sie wusste, dass die Veröffentlichung eines ISIS-Videos unmittelbar bevorstand (wegen Ankündigungen auf Twitter, etc.) doch sie HATTE DAS VIDEO SCHON VORHER und konnten deshalb als Erste damit an die Öffentlichkeit gehen (?)

WTF is going on here?

Drei Fragen drängen sich auf: Wie konnte SITE das angebliche ISIS-Video publizieren, bevor diese es selbst getan hatten? Woher hatten sie es? Wie ist es möglich, dass diese ominöse (kleine) Firma die Medien mit Informationen über islamistische Terrorgruppen füttert, ohne dass irgendjemand deren Echtheit überprüft?

Bob Baer on CNNEinen ersten Hinweis auf die Antworten darauf, gibt der Gesichtsausdruck von Robert Baer, (ehemaliger CIA-case officer mit Spezialgebiet Nahost), der auch in dem Video von CNN zu sehen ist.

Um auf die o.a. Fragen Antworten zu finden, müssen wir uns Frau Katz und ihre Vita etwas näher anschauen:

Frau Katz wurde 1963 angeblich im Irak, in der Stadt Basra als Tochter eines sehr wohlhabenden jüdischen Geschäftsmannes (Fuad Gabbay) geboren. 1968 (im Gefolge des 7-Tage Krieges) wurde ihr Vater als israelischer Spion verhaftet und öffentlich gehenkt, nachdem er vor laufender Kamera „gestanden“ hatte. Die Familie wurde unter Hausarrest gestellt, das Vermögen beschlagnahmt. Schließlich gelang es aber 1971 zu fliehen: zunächst in den Iran und dann nach Israel.

Nach ihrem Schulabschluss studierte Katz angeblich Geschichte und Politikwissenschaft in Tel Aviv, wo sie auch ihren späteren Mann traf. Ihre Mutter verdiente den Lebensunterhalt in der Textilbranche: sie soll Bekleidung für orthodoxe Juden produziert haben. Man fragt sich allerdings, wozu Rita studiert hat, denn sie hat nach anscheinend nie eine Stellung gehabt, die ihrer Ausbildung entsprochen hätte: nach der Graduierung hat sie ihrer Mutter im Geschäft geholfen.

1997 wurde ihrem Ehemann (einem Arzt) eine Forschungsstelle am NIH in Washington angeboten, worauf das Paar nach Amerika ging. Frau Katz fand eine Stelle in einem Unternehmen, das von Steve Emerson geleitet wurde. Dieses „Investigative Project“ spezialisierte sich darauf, arabisch-muslimische Organisationen in den USA im Hinblick auf mögliche Kontakte zu „Terrorgruppen“ unter die Lupe zu nehmen und da kam Katz mit ihren guten Arabischkenntnissen gerade recht.

Nicht nur als Übersetzerin, sondern auch als „undercover“ Agent: sie mischte sich bei Veranstaltungen arabisch-muslimischer Vereine unters Volk und da sie die Sprache wie ein Iraker sprechen konnte, fiel es ihr nicht schwer, als „Araberin“ durchzugehen.

Der Zweck dieser Tarnung war, „radikale Islamisten“ auszuforschen, die sich hinter wohltätigen Organisationen verstecken. Dass Katz und Emerson selbst als “radikale Zionisten” bezeichnet werden können, darf natürlich kein Thema sein.

In einem Interview bei MSNBC sagte Katz (2003):

Den islamistischen Fundamentalismus gibt es in den USA schon seit vielen Jahren. Von Hisbollah bis Al Kaida oder dem Palästinensischen Jihad- sie haben es geschafft, dieses Land in jeder unserer großen Städte zu infiltrieren“

Bereits hier wird klar, welche Ziele Katz & Co. wirklich verfolgen:

Den Widerstand der Palästinenser (gegen die brutale, israelische Besatzung und den andauernden Landdiebstahl) sowie Hisbollah, (die gegen die kriminelle Aggression Israels gegenüber dem Libanon kämpft) in eine Schale zu werfen mit „Al Kaida“.

  • Politischer Widerstand gegen Israel, der notgedrungen auch gewalttätig ist, soll also gleichgesetzt werden mit fanatischem, religiösem Sektierertum,
  • Nicht die Entrechtung und Qual der Palästinenser (seit Jahrzehnten) sollen als Ursache der Gewalt angesehen werden, sondern verrückte Pläne zur Schaffung eines Kalifats, in dem im Namen des Islam alle terrorisiert werden
  • Mitgefühl undVerständnis dafür im Westen und der Widerstand selbst sollen kriminalisiert und pathologisiert werden.

Katz und Emerson leisteten in den 1990er Jahren (wie wir noch sehen werden) entscheidende Vorarbeit für das „Mega-Märchen „9/11“: sie bereiteten den geistigen Nährboden (das emotionale „framing“) dafür, dass die Ereignisse vom 11. September „richtig“ interpretiert wurden: überall lauern fanatische (vor allem arabische) Extremisten, die im Namen Allahs unsere Sicherheit bedrohen, Massenmord begehen und unsere „freie“ Gesellschaft vernichten wollen.

ZIONIST  JIHAD  IN  AMERICA

JihadInAmericaSteve Emerson erregte Aufsehen, als er 1994 den Film „Jihad in America“ ins amerikanische Fernsehen brachte. Diese „Dokumentation“ sollte Ängste schüren u.a. Präsident Clinton dazu bringen, härtere Gesetze einzuführen, um der „Terrorgefahr“ durch fanatische Araber besser begegnen zu können. Der altgediente Reporter der “linken” amerikanischen Zeitung The Nation, Robert Friedman, warf Emerson vor Massenhysterie gegen amerikanische Araber erzeugen zu wollen.

Emerson und drei ehemalige Regierungsmitglieder der Likud-Partei (die Yitzak Rabin als „die Dreierbande“ bezeichnete) waren maßgeblich daran beteiligt, im amerikanischen Kongress Stimmung gegen die „Friedensverhandlungen“ mit Arafat zu machen und zu verhindern, dass eine Einigung mit Syrien zustande kam (über die von Israel besetzten Golanhöhen).

Emersons Rolle als “Aufdecker” verdeckter Terrorgruppen ist nicht glaubwürdig, vielmehr ist nicht zu übersehen, dass sein größtes Engagement darin besteht, ständig Araber bzw. Muslime anzugreifen und Ängste vor ihnen zu schüren. Seine Behauptungen werden nicht überprüft, da er als “Terrorismusexperte” auftritt und von einflussreichen, jüdisch-zionistischen Organisationen unterstützt wird. Gleichgesinnte in Think-Tanks schreiben Lobgesänge über seine Artikel und Bücher, wodurch er „Ansehen“ erhält und immer öfter in den Medien auftritt. Doch bei näherer Betrachtung hat er jede Menge Falschheiten in die Welt gesetzt:

(Ich habe schon immer gefragt, wie man eigentlich „Terrorexperte“ wird, aber anscheinend kann im Prinzip jeder den Job machen, wenn er die richtigen Beziehungen hat …)

Sein Buch “Terrorist” (1991) wurde vom Feuilleton der NYT so bewertet: „ es ist durchdrungen von faktischen Irrtümern … und einer allgegenwärtigen anti-arabischen und anti-palästinensischen Gesinnung“

Die Organisation FAIR (die die Rolle der US-Medien kritisch durchleuchtet) hat 1999 einen sehr aufschlussreichen Artikel über Emerson und sein „investigatives“ Projekt (bei dem Katz ja anfing) veröffentlicht und dabei zu Recht von einem „Kreuzzug“ gesprochen. Emersons Erfolge als Analyst und Terroraufdecker sind mehr als fragwürdig. Hier eine Auswahl seiner falschen Prognosen / Diagnosen:

Er behauptete felsenfest, dass das Bombenattentat in Oklahoma City 1995 von Islamisten geplant war (verurteilt dafür wurde Timothy McVeigh, ein Amerikaner, der absolut nichts mit dem Islam zu tun hatte).

Verräterisch ist allerdings seine Begründung dafür, woran er denn erkennen konnte, dass es sich um „arabischen Terror“ handeln würde. Seine Antwort: Das Attentat zeige „ein charakteristisches Merkmal des Nahen Ostens: die Absicht, so viele Tote wie möglich zu verursachen“. Als sich herausstelle, dass er völlig falsch lag, wurde sein Vertrag als „Terror-Experte“ bei CBS nicht verlängert und auch die Washington Post mied ihn als Quelle (davor hatte man ihn aber regelmäßig genutzt).

Doch Emersons dubiose “Terror-Expertise” (als praktizierender Journalist) war dank seiner exzellenten Verbindungen nicht totzukriegen: 1997 engagierte ihn die Presseagentur AP als „Berater“ für eine Serie über Muslime in Amerika. Emerson legte den Reportern angebliche FBI-Dokumente vor, die beweisen sollten, dass harmlos klingende Vereine amerikanischer Muslime Sympathien für „Terroristen“ hätten. Doch einer der Journalisten entdeckte, dass es einen Artikel von Emerson gab, der fast wortgleich mit dem „FBI-Bericht“ war. Dieser (Richard Cole) sagte später: „Das FBI-Dossier stammte von ihm selbst.“

Ein anderer AP-Reporter kommentierte Emersons Kompetenz als Terror-Aufdecker mit den Worten: „Er konnte seine Behauptungen nie durch Fakten untermauern“.

Wie reagierte Emerson auf diese unangenehme Wahrheit? Er veröffentlichte eine seitenlange Hetzschrift gegen AP. Der Chefredakteur von AP wollte dazu auf Anfrage von FAIR nicht Stellung nehmen.

ANGRIFF  AUF  TAMPA

AmericanJihadIn seinem Propaganda-Film und Buch „Jihad in America“ wurden Islamgelehrte an der Universität Tampa (Florida) angegriffen. Das ging so weit, dass Emerson (und eine Zeitung) behaupteten, Mitglieder der Fakultät seien gleichzeitig Kommandeure des Islamischen Jihad. (eine bewaffnete, palästinensische Widerstandgruppe, die er vor dem US-Kongress als „einer der tödlichsten Terrorgruppen der Welt“ bezeichnete). Damit nicht genug, wollte Emerson auch noch den Eindruck erwecken, die Islamgelehrten in Tampa seien am Bombenanschlag auf das World Trade Center (1993) beteiligt gewesen (klingelt da was?).

Auf die Frage von Reportern, welche Beweise er dafür habe, reagierte er ausweichend. Es gäbe verdächtige Überweisungen, Reisen zwischen Tampa und New York, etc.

Doch weder das FBI noch das Justizministerium in den USA haben (Jahre später) jemals Anklage gegen einen der „Verdächtigen“ erhoben. Dass diese Leute (in Tampa) ihre Empathie für den Freiheitskampf der Palästinenser geäußert haben, ist wohl der eigentliche Grund für diese „character assassination“ und mediale Hetze. (Und – wie schon erwähnt – die Vorbereitung der gewünschten Stimmung für „9/11“)

Emersons Kreuzzug machte nicht einmal vor dem CFR halt: 1996 attackierte er deren Newsletter, weil darin auch Muslime zu Wort kommen durften. Daraufhin erhielt er von dessen Präsident den Titel “der große Inquisitor”. Journalisten, die die Behauptungen Emersons Lügen strafen, werden auch in diesem Sinne verfolgt: so erging es Martin Merzer vom Miami Herald, der im Kampfblatt „Journal für Counterterrorismus & Internationale Sicherheit“ von Emerson denunziert und lächerlich gemacht wurde.

Die Bombenanschläge auf die US-Konsulate in Kenia und Tansania boten Emerson aber wieder Gelegenheit, mit seinen anti-arabischen Tiraden die mediale Bühne zu betreten. Seine rassistische, volksverhetzende Aussage, der Islam „ billige Genozid, plane Genozid als Teil seiner religiösen Doktrin“ (in einem Artikel in einer jüdischen Zeitung 1995) war anscheinend ebenso wenig ein Hinderungsgrund wie seine Warnung, die radikalen Muslime in Amerika planten „Massenmord aller Juden, Christen und gemäßigten Muslime“ (Diese emotionale „Einstimmung“ für 9/11 und „Prophezeiung“ von ISIS ist frappierend: Ist der Kalif ein Produkt aus Tel Aviv?)

Die Zeitung Jerusalem Post schrieb am 17.Septetmber 1994, Emerson “hat enge Verbindungen zum Israelischen Geheimdienst. Wen kann das noch überraschen?

Insgesamt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um eine gewaltige Form der Projektion handelt: diese radikalen Zionisten und ihre Handlanger tun alles, um die arabischen Muslime in die Rolle der neuen „Juden“ zu drängen, wie sie im Dritten Reich dargestellt wurden: verschlagen, gefährlich, eine pauschale Bedrohung der Gesellschaft.

NO  TAXATION  FOR  AGITATION

Emerson praktiziert nicht nur (rassistische) Volksverhetzung zum Schaden aller Muslime in den USA, er verdient damit auch noch ordentlich: So deckte eine Tageszeitung aus Nashville auf, dass er die Steuerbefreiung für gemeinnützige Organisationen missbraucht:

Emerson ist ein führendes Mitglied einer Millionen-Dollar schweren Industrie von (selbst-ernannten) Terrorexperten, die Hass gegen Muslime in Büchern, Filmen und Websites verbreitet.“

Die Reporter fanden heraus, dass die Spenden, die IPTF erhielt praktisch zur Gänze an eine Tochterfirma gehen (SAE Productions). An dieses profitorientierte Unternehmen zahlte Emerson alleine im Jahr 2008 fast 3,5 Millionen Dollar, verbucht als einzig relevante „Ausgabe“. Diese Firma buchte dann ihre Ausgaben im Namen der steuerbefreiten IPTF. Was heißt das? Die Leute können ihre Spenden absetzen und unterstützen in Wahrheit eine undurchsichtige Firma, die steuerpflichtig ist.

Emerson

Steve Emerson

Auf diese Weise konnte IPTF (die tendenziöse Terror-Forschung betreibt) die rigorosen Offenlegungsvorschriften der US-Steuerbehörde (IRS) für wohltätige Organisationen umgehen. Klartext: niemand weiß, was er mit dem Geld wirklich macht. Als die IRS im Jahr 2007 nachhakte, antwortete Emerson, wegen Sicherheitsbedenken sei dieses Arrangement notwendig. Er habe selbst schon Todesdrohungen erhalten und das existierende System würde auch seine Mitarbeiter schützen. Das kennen wir ja von den staatlichen Terror-Fahndern: Geheimhaltung ist nötig, weil es um „nationale Sicherheit“ geht, damit kann man alles vertuschen.

Einer der größten Spender von IPTF, Kenneth Bialkin, äußerte sich so über Emerson:

Keiner, der dem jüdischen Volk durch seine Arbeit helfen will, steht höher in der Ruhmeshalle als Steve Emerson. Wir alle, die Hardliner, glauben, dieser Typ ist mit Gold nicht aufzuwiegen

LETTING  THE CAT (NOT) OUT  OF  THE BAG

Ali Baba cartoonRita Katz führt das Werk von Emerson weiter und spezialisiert sich auf die Online-Überwachung jener Webseiten, die dem „radikalen Islam“ zugerechnet werden. Auch bei ihr ist offensichtlich, dass als erstes Ziel der palästinensische Widerstand kriminalisiert werden sollte.

In den Köpfen des Publikums sollen Al Kaida, Al Nusra oder wie die synthethischen Terror-Werkzeuge des Imperialismus gerade heißen, mit Hamas und Hisbollah gleichgesetzt werden. Damit wir sie hassen und fürchten (lernen).

Das erste Opfer von Katz war HLF, eine Hilfsorganisation für den Nahen Osten. „Rita“ besuchte ihre Spenden-Veranstaltungen verkleidet als Muslima und forschte in dieser Tarnung nach Terrorverbindungen. Im Herbst 2001 veranlasste Präsident Bush das „Einfrieren“ der Konten von HLF mit der Begründung, dass damit „Morde im Ausland“ (im Auftrag von Hamas) finanziert würden. Dann wurden die Leiter der Organisation angeklagt, doch wie die New York Times sarkastisch anmerkte, „sie unterstützten den Terror durch Überweisung von 12 Millionen Dollar an Komitees, die Krankenhäuser bauten und die Armen mit Essen versorgten“.

Als die Sache 2007 vor Gericht kam wurden die Angeklagten frei gesprochen.

Auch Katz schrieb Artikel im Kampfblatt von Steve Emerson (JCSI) gemeinsam mit einem jungen Praktikanten bei IP, Evan Kohlmann. Diesmal wurde Hisbollah dämonisiert: es sei ein Irrglaube, dass Hisbollah eine Widerstandsgruppe ist, die die israelische Besatzung des Süd-Libanons stoppen will. Es handle sich um eine Terrorgruppe, die nicht nur Israel bedrohe, sondern den Westen generell und zu diesem Zweck sogar eine „Terror-Universität“ gegründet habe (finanziert vom Iran).

2002 gründete Rita Katz dann SITE und trennte sich von Emerson.2008 wurde das Unternehmen unter dem Namen SITE Intelligence Group neu aufgelegt.

Katz arbeitet auch als „Berater“ des FBI und dank ihrer Tätigkeit kam im März 2002 zu einer Serie von brutalen Hausdurchsuchungen in Nord-Virginia. Wieder standen islamische Gelehrte unter Verdacht. Die Familie der Betroffenen klagte gegen diese Vorgangsweise mit der Begründung, die Grundlage für den Durchsuchungsbeschluss sei frei erfunden. Doch so kurz nach 9/11 konnte Katz sicher sein, dass jeder „Terrorverdacht“ schwerer wog als irgendwelche Grundrechte.

Die jüdische Online-Zeitung Forward zitierte zwei anonyme Quellen dazu: „ Katz hat ihre Rolle in der Untersuchung künstlich hochgespielt, unhaltbare Schlüsse gezogen und das Vertrauen des FBI und des Justizmiesnisteriums verloren.“ 32

Auch das Verfahren gegen Sami Omar al-Hussain (2003/2004) machte Schlagzeilen. Ein Informatik-Student aus Saudi Arabien, der sich auf die Doktorarbeit vorbereitete, wurde beschuldigt, „materielle Hilfe“ an eine Terrorgruppe geleistet zu haben. Wodurch? Er hatte eine Website für eine muslimische Organisation aufgebaut und ehrenamtlich betreut (IANA). Die Gruppe wurde schon vorher vom FBI überprüft, aber es wurde nie Anklage erhoben.

Al Hussain musste 18 Monate in U-Haft sitzen, bis es zum Prozess kam. Das Urteil? Freispruch in allen Punkten.

Die Regierung (er) fand dann noch eine Übertretung der Visa-Bestimmungen (er hatte in fünf Jahren 300 Dollar als Webmaster erhalten, dieses „Einkommen“ war ihm aber nicht gestattet, weil er keine Arbeitserlaubnis hatte) um in abzuschieben.

Es gibt noch mehr Beispiele, aber ich denke, die Sache ist klar: diese „Terror-Experten“ arbeiten ganz offensichtlich im Interesse Israels und schüren Hysterie, Misstrauen und Hass gegen Muslime / Araber.

Weil die Papageien-Presse in den USA die Behauptungen dieser Leute ungeprüft übernehmen (wobei die Eitelkeit der Presse, die „ersten“ sein zu wollen („breaking news“), ausgenutzt wird) kommt es zu einem Echo-Effekt. Die Presse zitiert sich gegenseitig und schon ist der „Experte“ salonfähig. Die beiden großen Zeitungen NYT und Washington Post greifen regelmäßig auf Katz & Co. zurück.

Michael Scheuer, der früher bei der CIA in der „Bin Laden“ Einheit tätig war, sagte dazu „ SITE tendiert dazu, die Terrorgefahr hochzuspielen …“. (You bet).

9/11 – GOOD FOR THE SNOOPING BUSINESS

The-Power-of-NightmaresSITE (und Katz) konnte natürlich nichts Besseres passieren als „9/11“: wer daran zweifelt, dass eine private – extrem voreingenommene – Organisation geeignet ist, online-Botschaften von mutmaßlichen Terroristen zu übersetzen und zu analysieren (in Windeseile), bekommt natürlich zu hören, dass der millionenschwere, staatliche Sicherheits- u. Überwachungsapparat im Falle des 11. September ja gründlich versagt hat. (Katz bekommt seither auch Aufträge vom FBI und damit Einblicke in die Terrorfahndung – da freuen sich Leute in Tel Aviv …)

Ein Reporter des New Yorker besuchte im Mai 2006 das Büro von SITE um Katz zu interviewen. Das war ihm nur gestattet, wenn er die Stadt, wo sich SITE befindet, nicht namentlich erwähnt (!). Als er dort ankam, sah er ein Schild einer imaginären Firma und eine Überwachungskamera vor dem Eingang.

Im Büro selbst sah es aus „in den Räumen einer Studentenzeitungsredaktion“: drei Zimmer, zwei Übersetzer und milchgesichtige Praktikanten, die „Research“ betreiben. Die Atmosphäre sei durch „enorme Isolation“ geprägt gewesen, jeder war total vertieft in sein eigenes Projekt.

SITE bietet einen Service für Abonnenten: für 2.500 Dollar pro Jahr erhalten die Kunden blitzschnell aktuelle Informationen über die „Terrorgefahr“. Die Übersetzung arabischer Texte muss also in Windeseile gemacht werden und SITE liefert dazu auch noch eine „Analyse“ – auf Basis welcher Kompetenz?

Professionelle Analysten zweifeln auch die Qualität der SITE Übersetzungen an, u.a. deshalb, weil „ein arabisches Wort vier oder fünf Bedeutungen haben kann (es kommt eben auf den Kontext an) und SITE immer die aggressivste Version auswählt“. So ex CIA-Analyst Michael Scheuer.

Katz machte auch Schlagzeilen, als sie bzw. SITE behauptete, eine industrielle Hühnerfarm in Virginia diene als Geldwäscheanlage für Terrorfinanzierung.Auch in diesem Fall wurden die Betreiber nie vor Gericht gestellt, verklagten aber ihrerseits SITE (und den Sender CBS) wegen Verleumdung und Geschäftsschädigung. Das Verfahren zog sich hin und endete schließlich damit, dass der Klage nicht stattgegeben wurde. Begründung? Diese Behauptungen fallen unter das „first amendment“ der US-Verfassung, also unter die „Redefreiheit“.

Ihr nächster vermeintliche „Coup“ war die Warnung, radikale Islamisten planten Anfang 2006 einen Anschlag auf die Alaska-Pipeline. Die Panik, die daraufhin bei den Mitarbeitern der Wartungsfirma ausbrach, war groß aber völlig unbegründet, wie der Manager kurz darauf in einem Interview bekanntgab. Weder das FBI, noch irgendeine andere Sicherheitsbehörde sahen Grund für Alarm, nur Katz trug dick auf, um ihre Organisation wichtiger zu machen, als sie ist.

Doch die Meldung wurde von den US-Medien übernommen und somit erhielt die anti-arabische Stimmung und die „Terrorangst“ im Land wieder neue Nahrung. Das war ja auch das eigentliche Ziel der Übung.

Dass Katz, Emerson & Co. im Dienste Israels arbeiten bestätigt auch der ehemalige CIA Agent Vincent Cannistraro. Woher er das weiß? Weil „sie“ versucht hätten, ihn auch zu rekrutieren.

CUI BONO?

isis mercenaries

the power of illusions …

Fazit: Der ganze islamistische Terror-Scare ist eine gigantische psyop und Medieninszenierung, hinter der natürlich die Geheimdienste stecken (aus Washington, London, Paris, Ankara, Tel Aviv und Saudi Arabien. Der BND wird auch irgendwie mitmischen …)

Es liegt auf der Hand, dass neben den alten, imperialistischen Motiven (Kontrolle der Rohstoffe wie Öl und Gas] der größte Gewinner dieser Dämonisierung des Islams und des palästinensischen Widerstands der Staat Israel ist. Auch 9/11“ ist in diesem Licht zu betrachten …

(Dass die Saudis diese synthetischen Terroristen seit Jahrzehnten finanziert haben, ist eine Tatsache, ebenso die Unterstützung durch die Türkei unter Erdogan … )

 

 

      

Israel: Die „Villa im Dschungel“

Schädelbruch, spricht nicht mehr … 3 Jahre alte „Terroristin“ in Gaza ..

Der Massenmord und die Verstümmelung tausender Menschen in Gaza gehen mit extremer Brutalität ungehindert weiter, während unsere Politiker tatenlos zuschauen und außer „mahnende Worte“ zu äußern, nichts dagegen unternehmen. Nicht Israel (oder das Oligarchen-Nazi-Marionettenkabinett in der Ukraine, dass ähnliche Verbrechen begeht) wird mit Sanktionen belegt – nein, Russland wird dafür bestraft, dass es nicht nach Washingtons Pfeife tanzen will.

Wie kann es sein, dass ausgerechnet in dem Land, das von einem „Opfervolk“ bewohnt wird, dessen Identität maßgeblich von den Erinnerungen an den Holocaust geprägt ist, solche unmenschlichen Verbrechen als „notwendig“ und gerechtfertigt wahrgenommen werden?

WENN VÖLKERMORD ERLAUBT IST

Die “Times of Israel” veröffentlichte am 1. August einen Online-Kommentar von Yochanan Gordon, der zeigt, wie weit der zionistische Wahnsinn in Israel bereits getrieben wurde. Das „Crying & Shooting“ Syndrom sowie die ungeheuerliche Selbstgerechtigkeit des Zionismus habe ich ja schon öfter angesprochen, doch noch nie zeigte es sich auf so erschreckende Weise:

GenocideGordon reagiert auf die massive Kritik an Israels brutaler Gewaltorgie, indem er drei „Argumente“ vorbringt, die aus dem Dritten Reich stammen könnten:

Den Vorwurf der „Unverhältnis-mäßigkeit“* (wegen der extrem hohen zivilen Opfer durch absichtliche Angriffe auf Märkte, Moscheen, Wohnblöcke, etc. und anschließender Bombardierung der Notunterkünfte für diese Flüchtlinge) weist er zurück, weil

  1. Die Kritiker „den wahren Charakter des Gegners“ nicht erkannt haben
  2. deshalb gar „nicht befähigt sind, die Regeln des Krieges vorzuschreiben“
  3. die böse „Natur des Gegners“ (als arabisches Volk bzw. fanatische Muslime) Israel keine andere Wahl lässt, als totale Vernichtung, damit es endlich in „Ruhe“ leben kann

*(„Unverhältnismäßigkeit“ ist Beamtenjargon und ein verharmlosender Euphemismus für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit)

Dass die „Regeln des Krieges“ Teil des humanitären Völkerrechts und vielleicht das einzige sind, das einen Staat (bei der Ausübung von Gewalt) von einem Terroristen unterscheidet, wird einfach ignoriert.

Der Krieg an sich ist natürlich auch „Terror“, doch durch diese Regeln sollen wenigstens die Zahl ziviler Opfer so niedrig wie möglich gehalten und die Grundregeln der Menschlichkeit (Schutzräume und nicht-militärische Ziele nicht zu bombardieren) befolgt werden.

Dann macht er sich mit Sarkasmus darüber lustig, dass die Weltöffentlichkeit – schockiert über die Brutalität des Vorgehens gegenüber eingesperrten, entrechteten Menschen– „Zurückhaltung“ und „humanitäre Feuerpausen“ verlangt:

„[…] Üblicherweise wurden Kriege geführt, um zu gewinnen, also den Gegner zu schlagen. Heutzutage gewinnt man den Eindruck, ein Krieg soll bis zu einem „Unentschieden“ geführt werden. Ich meine, wer hat schon mal etwas von einer „Auszeit“ in einem Krieg gehört?

Die NBA-Regeln für ein Basketball-Spiel gestatten nach sechs Auszeiten für jedes Team, doch soweit ich weiß, geht es hier um einen Krieg!

Wir sind im Krieg gegen einen Feind, dessen Charta zur Auslöschung unseres Volkes aufruft. Nichts kann deshalb als „unverhältnismäßig“ angesehen werden, wenn wir um unser Recht auf Leben kämpfen.“

Israels Politiker hätten das begriffen, müssten sich aber vom Ausland immer wieder Beschränkungen auferlegen lassen. Doch es müsse eine Zeit kommen, wenn Israel „sich bedroht genug fühle, das es keine andere Wahl habe, sich darüber hinwegzusetzen, weil es hier um „Leben und Tod“ gehe.

victimhood TMMit anderen Worten der Zweck heiligt die Mittel und – wie immer – hat Israel „keine andere Wahl“ als mit unmenschlicher Brutalität vorzugehen gegen diese arabischen Monster, die es bedrohen. Diese hysterische Verzerrung der Realität (dass Israel der Aggressor ist, nicht die Palästinenser, die seit Jahrzehnten brutal unterdrückt werden) kombiniert mit dem Image des „ewigen Opfers“ einerseits und dem „Auserwähltsein“ („God’s chosen people“) andererseits, führt dazu, dass überhaupt kein Unrechtsbewusstsein mehr entstehen kann.

Dr. Joel Kovel, der ein wunderbares Buch über den Zionismus geschrieben hat, betont immer wieder, dass das Konzept des „jüdischen Staates“ unvereinbar sei mit demokratischen Grundsätzen und universellen Rechten, weil damit automatisch eine systematische Diskriminierung der arabischen Israelis verbunden ist. Der legitime Widerstand der unterdrückten Palästinenser gegen die brutale Besatzung (verkörpert durch den bewaffneten Arm der Hamas und andere Gruppen) erinnert an das verdrängte Unrecht, das durch die Gründung des israelischen Staates (und der sofort beginnenden Vertreibung und Expansion) den „Arabern“ angetan wurde.

Der Judaismus lehrt aber, so Kovel, dass mit dem „Auserwähltsein“ auch hohe moralische Ansprüche verbunden sind.

Diese besondere Verpflichtung, moralisch zu handeln, (die sich aus dem Abkommen mit Gott ergeben) sei aber durch die Gründung Israels als koloniales Siedler-Eroberungsunternehmen gebrochen worden. Die Brutalität, der Terror, die ethnischen Säuberungen, die Besetzung weiterer Gebiete seit 1967, die brutale Niederschlagung des Widerstandes, etc. all das laste schwer auf dem jüdischen (kollektiven) Gewissen. Dieses Unrecht wird aber nicht aufgearbeitet, sondern seit Jahrzehnten verdrängt.

joel kovelDr. Kovel hat als (jüdischer, nicht mehr praktizierender) Psychiater eine sehr aufschlussreiche Diagnose des Zionismus gestellt, die man unseren Politikern täglich unter die Nase halten müsste.

Hier eines der zentralen Erkenntnisse:

Die Unfähigkeit, die Palästinenser als gleichberechtigte, menschliche Wesen wahrzunehmen, belastet das Gewissen, doch der Schmerz wird quasi auf den Kopf gestellt und kommt als Hass auf jene heraus, die an den Verrat (der Ideale) erinnern: die Palästinenser selbst und andere, gerade auch Juden, die die Widersprüche des Zionismus offenlegen.

Unfähig Kritik zu ertragen, transformiert das schlechte Gewissen die Leugnung der Tatsachen (engl: denial) in Projektion:

Aus „Wir können es ja nicht sein“ wird „Es müssen (also) die sein“ und damit werden der Rassismus, die Gewalt und die Doppelmoral nur weiter verstärkt. Daher kommt der Begriff „der selbsthassende Jude“ (Schimpfwort für Juden, die Israel kritisieren).

Das ist ein Spiegelbild des Zionismus, der sich nicht selbst erkennen kann. Es ist eine Leinwand, auf den das schlechte Gewissen projiziert wird. Es ist eine Schuld, die nicht durch Bewusstwerdung oder echte Sühne überwunden werden kann und die als verfolgende Anklage und neuerliche Aggression wiederkehrt.“

Anstatt sich – wie es Deutschland auferlegt wurde – der furchtbaren Vergangenheit (und in Israel auch Gegenwart) zu stellen und die Verbrechen des Staates aufzuarbeiten, wird ohne Ende geleugnet und verdrängt. Die Folge sei die Konstruktion eines moralischen Universums, in dem „wir“ immer im Recht und in dem immer „die anderen“ an allem schuld sind. Da es kein Korrektiv mehr gibt (die Verbrechen werden nicht sanktioniert, die Verantwortlichen nie bestraft) wird die Hysterie und Selbstgerechtigkeit nach jedem „Krieg“ immer schlimmer.

Das „auserwählte Volk Gottes“ in Israel, mit seiner edlen Gesinnung, kann also per definitionem nicht auf das Niveau rassistischer Gewalt sinken“ oder wie es Norman Finkelstein ausdrückt:

„Feindseligkeit gegenüber Juden kann niemals von Unrecht herrühren, dass Juden begangen haben.“

(Das ist das Dogma der Holocaust-Industrie) aus dem Buch: Beyond Chutzpah

Auf dieser Basis lässt sich erklären, wie solche irren Kommentare zustande kommen.

Gordon behauptet dann weiter, dass praktisch alle Berichte aus Gaza entweder stark übertrieben oder einfach falsch seien und dass sei wiederum Ausdruck des „wahren Charakters“ der Araber:

Es ist nicht ihre Schuld, Falschheit und Betrug sind Teil der Grundsubstanz ihres Wesens – wer sie sind – und dass wird sich nie ändern. Aber trotz ihrer Neigung zu lügen, (muss uns klar sein) wenn dein Feind dir sagt, er ist entschlossen, dich zu zerstören, dann glaubst du ihm.“

official-shirt-idfDiese Sätze hätten auch von Heydrich oder Goebbels stammen können … nicht das Verhalten einzelner Personen oder Gruppen (als politische Akteure) wird kritisiert, sondern ein ganzes Volk pauschal als verschlagen und niederträchtig hingestellt und da es „in ihrer Natur“ liege, eine Bedrohung für Israel zu sein, gäbe es nur eine vernünftige Antwort: man muss sie vernichten.

Da läuft es einem kalt den Rücken runter ….

Dann folgt ein Märchen aus der hebräischen Bibel, das allen Ernstes als historisches Ereignis präsentiert wird und als Parabel für die angebliche Mordlust der Palästinenser als eingeschworene „Feinde Israels“ herhalten muss (obwohl der Mörder im antiken Babylon ein Jude ist!) Die Lektion sei, man dürfe solche Feinde nicht unterschätzen und müsse sie – quasi vorsorglich – ausschalten.

Und dann kommt der Hammer: Auf der (falschen) Prämisse, dass Hamas „den Tod idealisiert“, während die Juden „das Leben zelebrieren“ kommt der Autor zu dem Schluss:

Welchen anderen Weg gibt es also noch – mit einem solchen Feind umzugehen, als ihn komplett auszulöschen?

Das war auch das „Fazit“ zur Lösung der „Judenfrage“ von Heydrich, Himmler, Goebbels und Hitler, die ebenfalls ein ganzes Volk (bzw. eine Religion) wegen ihrer „Natur“ als kollektive „Bedrohung“ darstellte und dann von der Demütigung, Enteignung, Entrechtung, Ghettoisierung, etc. zum Genozid überging – als „Endlösung“ des Problems.

  • Dass solche Statements – während 1500 Menschen in Gaza abgeschlachtet werden – in einer israelischen Zeitung online zu lesen waren – inzwischen entfernt), macht klar, wie fanatisch selbstgerecht und gefährlich diese Leute sind.
  • Dass dieses Land hunderte Atomsprengköpfe hat (und Deutschland 5 U-Boote praktisch verschenkt hat, die damit bestückt werden können…), lässt einem die Haare zu Berge stehen …

Gordon hat dann noch ein drittes „Argument“, das auf den beiden ersten beruht:

Wer mit solchen „Monstern“ wie Hamas (die „ohne Grund“ Raketen auf „uns“ abfeuern und „Terror-Tunnel“ graben) zusammenlebt, hat keinen Anspruch mehr auf die Einhaltung irgendwelcher Rechtsgrundsätze. „Unschuldige Zivilisten“ gibt es demnach nur in Israel, aber nicht in Gaza oder der West Bank.

Der Geist von Carl Schmitt lebt also in Israel (und Washington) weiter, denn die Verbrechen des Staates werden legalisiert indem man dessen Opfer, (bzw. jene, die Widerstand gegen das unmenschliche System leisten,) pauschal als Staatsfeinde klassifiziert und ihnen damit alle Rechte aberkennt.

Und wieder sei es „die (bösartige) Natur des Feindes“, die zu einer automatischen Aussetzung der Kriegsregeln führen müsse.

Dann kommt wieder das Mantra von „Israel hat ein Recht, sich zu verteidigen“ und der PR-Slogan „Niemand würde sich das gefallen lassen, wenn tausende Raketen auf ein Land herunterregnen ..“.

jews against IsraelDie grundsätzlichen Fragen

  • Warum? Was haben wir denn dazu beigetragen, dass der Widerstand der Palästinenser gewalttätig wurde?
  • Was ist denn mit dem Recht der Palästinenser, sich gegen eine bald 50jährige, brutale Besatzung zu wehren?
  • Was ist mit ihrem Recht auf Selbstbestimmung, auf einen eigenen Staat?

werden einfach ignoriert. Alles beginnt immer mit der Gewalt von Hamas (es gibt ja noch andere, bewaffnete Gruppen), gegen die man sich wehren muss. Der Staatsterror Israels (schon 1947), die ethnischen Säuberungen, die Besatzung, die Tatsache, dass die Zionisten das ganze Land beanspruchen und niemals einen eigenen arabischen Staat in „Eretz Israel“ dulden werden, all das wird ausgeblendet, verdrängt, totgeschwiegen. Auf dieser Basis werden aber bei uns jeden Tag „Berichte“ und „Nachrichten“ gesendet und gedruckt, die aus einer Scheinwelt stammen und das Image des Schurkenstaates Israel als armes Opfer nicht antasten.

 So etwas hätte sich nicht einmal Kafka ausdenken können …

Gordon resümiert am Ende: der einzige Streitpunkt sei eigentlich nur mehr „das Ausmaß der Bestrafung“, dass man den Untermenschen in Gaza zukommen lassen müsse und da jeder Staatschef die Pflicht habe, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, stellt er die entscheidende Frage an die „Gutmenschen“ da draußen:

Wenn politische Führer und militärische Experten zu dem Schluss kämen, der einzige Weg diese „Ruhe“ zu gewährleisten, sei Genozid (also Völkermord), ist es dann nicht gestattet, diese „veranwortungsvollen Ziele“ zu erreichen?“

Netanyahu würde darauf sicher mit Ja antworten ….

Die Times of Israel hat inzwischen den Blog entfernt und sich dafür entschuldigt, ebenso wie der Autor, der darin beteuert, er habe doch mit seinen Worten „nicht dazu aufrufen wollen, anderen Menschen zu schaden“. Doch wer soll ihm das glauben?

Wer „Ruhe“ in Israel mit dem Massenmord an Arabern erreichen will und das als „verantwortungsvolles Ziel“ bezeichnet, hat alle moralischen und ethischen Grenzen überschritten, die in einer zivilisierten Gesellschaft gelten müssen.

dublin stop israel war crimesEs wäre schon schlimm genug, wenn in irgendeinem anderen Land solche Argumentationslogik verbreitet wird, doch ausgerechnet in Israel ist diese Denkweise eine absolute No-Go-Area. Ein Land, das das Grauen des Holocausts seit 70 Jahren vor sich her trägt wie ein moralisches Schutzschild und damit jede berechtigte Kritik an israelischen Verbrechen abwürgt, kann sich solche Statements eigentlich nicht leisten. Rechtfertigung eines Völkermordes als „Selbstverteidigung“? Das hatten wir doch schon mal ….

Auch wenn man einräumt, dass der Autor nicht für alle Israelis spricht, so steht er mit seiner Meinung nicht alleine da und solche „Überlegungen“ sind für eingefleischte Zionisten ja nichts Neues (siehe Ilan Pappe, Avi Shlaim, etc.):

DIE  GESINNUNGTÄTER  IN  GAZA

In New York demonstrierten tausende für Israel und ein Rabbi hielt eine hetzerische Rede zur Legitimierung der israelischen Aggression: Rabbi David-Seth Kirshner, der Präsident der New Yorker Rabbiner, plädierte klar für die israelische Version der Sippenhaftung:

rabbi kirshner NYCPalästinenser, die Hamas gewählt haben, „verdienen es“ demnach, von israelischen Bomben getroffen zu werden. Er sagte u.a.:

“When you are part of an election process that asks for a terrorist organization which proclaims in word and in deed that their primary objective is to destroy their neighbouring country and not to build schools or commerce or jobs, you are complicit and you are not a civilian casualty.

And lastly when you fail to heed the pamphlets, the phone calls, the text messages and the warning shots telling you to evacuate a building, and instead use yourself as a shield and use innocent children as a shield, you are not collateral damage. When you ignore those very moral warnings and align yourself with Hamas, you are a combatant.”

Auch hier sehen wir wieder die Leugnung der Realität und die Projektion, von der Joel Kovel gesprochen hat. Der Feind (Hamas) wird einfach als „Terrorist“ klassifiziert, womit er automatisch aufhört, ein Mensch zu sein. (daher 911 …)

Dass Hamas ja auch wichtige Sozialarbeit geleistet hat, eine politische Partei ist, die Ministerien aufgebaut und geführt hat und nicht nur einen „bewaffneten Arm“ hat, wird unter den Teppich gekehrt. Dass die Gewalt von Hamas (Al Qassam Brigaden) nur die Folge der israelischen Gewalt und Unterdrückung ist, davon will man gar nichts wissen. Das eigene Unrecht muss unter allen Umständen auf den anderen geschoben werden, damit der moralische Absolutismus nicht ins Wanken gerät.

Den toten und verwundeten Palästinensern, die selbst in Schutzräumen der UN und in Krankenhäusern bombardiert wurden, selbst die Schuld dafür zu geben, weil sie sich und ihre Kinder „als Schutzschilde hergeben“, ist so infam, dass man schreien möchte.

Der Feind muss als unmenschliches und perfides Monster hingestellt werden, um die eigene Brutalität als „notwendige Verteidigung“ zu verschleiern. Das passiert ja in fast allen Kriegen, wo sich zwei Staaten gegenüberstehen und es um Gebietseroberung, etc. geht. Doch in diesem Fall ist es ja gar kein „Krieg“: Gaza hat keine Armee, keine Luftwaffe, keine Flotte, keinen riesigen Militärapparat wie Israel und will auch nichts „erobern“ oder „vernichten“.

Hamas will das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser durchsetzen und ein Ende der Besatzung bzw. Belagerung (was ja von Israel schon im Rahmen der beiden letzten Waffenruheabkommen 2008 bzw. 2012 in Aussicht gestellt wurde). Doch Israel hat alle Vereinbarungen (unter konstruierten Vorwänden) gebrochen, um dann anschließend wieder mit Lügen in „Crying & Shooting“ Manier in lautes Gejammer über die Aggression von Hamas auszubrechen.

Damit nicht genug, wird jetzt auch noch allen Menschen in Gaza eine Kollektivschuld angelastet, für die sie zahlen müssen. Das ist krank. Ebenso krank wie die „Notwendigkeit“, die Juden zu vernichten, die im Dritten Reich wegen „ihrer Natur“ als kollektive Bedrohung angesehen wurden.

Aber es gibt noch mehr solche selbstgerechten Fanatiker in Israel. Einer von ihnen ist Moshe Feiglin.

moshe-feiglinEr ist der Leiter der Manhigut Yehudit der größten Fraktion im Zentralkomitee der regierenden Likud-Partei. Bei der Wahl für die Parteiführung im Jahr 2012 kandidierte er gegen Netanyahu und bekam 23 % der Stimmen. Seither ist sein Aufstieg konstant, so dass er zusätzlich zu seinem Amt als Vize-Präsident der Knesset kürzlich Mitglied der einflussreichen Kommission für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung wurde.

Feiglin hat vor kurzem einen Plan vorgeschlagen, mit dem Gaza (ein für alle Mal) als Teil des jüdischen Staates annektiert werden soll.

Nach Angaben des ehemaligen Außenministers von Ägypten, haben die USA den Sturz Hosni Mubaraks organisiert, weil er sich weigerte, die Vertreibung der Bewohner Gazas in den Sinai zu unterstützen, die Washington von ihm verlangt habe.

Hier die sieben Punkte (wörtlich): (Entscheidende Punkte dieses Planes werden derzeit in Gaza in die Tat umgesetzt…)

1. DAS ULTIMATUM

  • Eine einzige Ankündigung des Premierministers an die „feindliche Bevölkerung“, in der sie vor den Angriffen auf militärische Ziele gewarnt wird und sie dazu drängt, sofort das Gebiet zu verlassen. Sinai ist nicht weit von Gaza und sie können „ja gehen“. Das ist aber auch schon das Äußerste, was Israel an humanitären Überlegungen zulässt.

2. DER ANGRIFF

  • Auf Zielgebiete über die ganze Länge des Gazastreifens mit maximaler Gewalt der IDF und allen konventionellen Waffen, die verfügbar sind. Alle militärischen und Infrastruktur-Ziele werden attackiert, ohne jede Rücksichtnahme auf „Schutzschilde“ oder „Umweltzerstörung“. Es genügt, dass wir „exakte Ziele“ treffen und wir sie vorher gewarnt haben.

 

3. DIE BELAGERUNG

  • Gleichzeitig zu den oben erwähnten Maßnahmen, eine totale Belagerung von Gaza.
  • Nichts kann in den Gazastreifen reinkommen, jedoch wird Israel die Ausreise gestatten (Zivilisten können in den Sinai gehen, Kämpfer können sich der IDF ergeben) ?

 4. DIE “VERTEIDIGUNG”

  • Jeder Ort, von dem aus israelische Soldaten angegriffen wurden, wird sofort mit voller Gewalt beschossen, ohne jede Berücksichtigung für „Schutzschilde“ oder „Umweltzerstörung“.

 5. DIE EROBERUNG

  • Nachdem die IDF das “Aufweichen der Ziele” mit Luftangriffen und weitreichendem Artillerie-Feuer abgeschlossen hat, werden Bodentruppen aktiviert um den ganzen Streifen zu erobern. Dabei werden alle Mittel eingesetzt, die nötig sind um das Risiko für unsere Soldaten zu minimieren – ohne irgendwelche anderen Bedenken.

 6.DIE ELIMINIERUNG

  • Die GSS und die IDF werden gründlich alle bewaffneten Feinde aus Gaza eliminieren. Der feindlichen Bevölkerung, die sich nichts zu Schulden kommen ließ, wird – im Einklang mit dem Völkerrecht – gestattet zu gehen. Israel wird Denjenigen großzügige Hilfe anbieten, die ins Ausland gehen wollen

 7. DIE GEBIETSHOHEIT

  • Gaza ist Teil unseres Landes und wir werden für immer dort bleiben. Die Befreiung von Teilen unseres Landes ist die einzige Sache, die es rechtfertigt das Leben unserer Soldaten (im Kampf zur Landeroberung) zu gefährden. Nachdem der Terror aus Gaza eliminiert wurde, wird der Streifen Teil des souveränen Staates Israel und von Juden bevölkert. (Dadurch wird auch die Wohnungsnot in Israel gemildert.)

Feiglin behauptet, dass nach Umfragen „sowieso die Mehrheit der Araber weg aus Gaza will. Diejenigen, die nicht in anti-israelische Aktivitäten involviert waren, erhalten ein großzügiges Auswanderungspaket“.

Jene, die bleiben wollen, könnten nach „einigen Jahren der Gewöhnung an das Leben in Israel“ und der Voraussetzung, dass sie „die israelische Herrschaft und die Lebensweise im jüdischen Staat akzeptieren“, die israelische Staatsbürgerschaft beantragen.

Child waiting for dead mother to wake up

Gaza 2014: Der kleine Junge wartet darauf, dass seine tote Mutter aufwacht ..

Die neueste Aufforderung – zur ethnischen Säuberung –, die Feiglin an Premierminister Netanyahu richtet, geht noch weiter und hat bereits über 8.000 „likes“ auf facebook:

Die IDF muss “bestimmte offene Gebiete zwischen der Küste und der Grenze zum Sinai festlegen, wo „die zivile Bevölkerung dann in Zeltlagern konzentriert“ wird, bis (von Israel) entschieden ist, wohin die Palästinenser auswandern. Sie müssen weit entfernt von den bebauten Zentren liegen, die für „Raketen und Tunnelbau“ benutzt werden.

 „Strom und Wasserversorgung zu diesen ehemals bewohnten Gebieten werden abgedreht. (Ist bereits erfolgt)

 „Dann werden diese Gebiete mit maximaler Härte bombardiert, die gesamte zivile Infrastruktur wird völlig zerstört. (Ist bald erreicht) Israel wird Länder und Quoten für die Emigration der Flüchtlinge organisieren, wer bleiben will, muss einen öffentlichen Treueeid zu Israel schwören“.

Hier zeigt sich wieder die Realitätsverleugnung und zionistische, selbstgerechte Arroganz: was die Menschen in Gaza selbst wollen, ihr Recht auf Selbstbestimmung in ihrem eigenen Land wird völlig negiert.

utter destructionDass sich kein Palästinenser – nach dieser Orgie der Zerstörung – auf so etwas einlassen würde, ist klar … deshalb läuft der Plan auf die Ermordung bzw. Vertreibung aller Araber in Gaza hinaus. Ein Genozid als Endlösung ist also „notwendig“, denn

Es gibt keine zwei Staaten und keine zwei Völker. Es gibt nur einen Staat für ein Volk.“

Das war und ist die echte Politik Israels gegenüber den Palästinensern, deshalb immer mehr „Siedlungen“ (der Landdiebstahl) in der Westbank, die Provokationen, die Verhaftungen, die massive Unterdrückung, die falschen „Verhandlungen“, die „Kriege“ in Gaza usw. Der ganze „Friedensprozess“ war und ist eine unerträgliche Farce, ein zionistisches Affentheater, das in unseren Medien nie hinterfragt wurde.

WIR  SIND  DIE  GUTEN

Der arrogante Rassismus der „Auserwählten“, den Kovel anprangert und der sich hinter dem Zionismus versteckt, wird sehr deutlich in einem anderen Pamphlet von Feiglin, in dem er die Araber als „Wilde aus der Wüste bezeichnet, die „nach Israel kamen um Arbeit bei den Zionisten zu finden“ und „wir gaben ihnen törichterweise Teile unseres Heimatlandes.“

Der Fanatismus, mit dem Palästina als „unser Heimatland“ bezeichnet wird, kennt keine Grenzen. Dass die Araber seit Jahrhunderten dort gelebt, das Land bebaut und ihre eigene Kultur und Religion haben und ein Recht auf Selbstbestimmung, ist völlig irrelevant. Dass die Region immer Spielball imperialer Mächte war und deshalb kein souveränes „Palästina“ entstehen konnte, wird von Zionisten als Beweis für die Minderwertigkeit der „Araber“ gewertet, da mussten erst die Juden kommen, damit ein “blühendes Land“ entstehen konnte.

Feiglin fantasiert weiter – und hier sieht man den heuchlerischen, selbstgefälligen „Großmut“ der Zionisten – dass „wir ihnen ein souveränes Gebilde“ [genau das ist Gaza eben nicht, weil Israel alle Lebensadern kontrolliert] ermöglicht haben, das dann in demokratischen Wahlen Hamas gewählt hat“. [worauf Israel und die USA sofort wieder mit subversiver Gewalt reagiert haben]

Dies sei natürlich der Beweis dafür, mit welchen üblen Gestalten man es hier zu tun habe und deshalb muss sofort gehandelt werden, denn jede Verzögerung, sei für „die Kräfte des Lichtes in ihrem gerechten Krieg gegen die Mächte der Finsternis“ (!) offenkundig „unethisch“.

Er zeichnet ein politisches Zerrbild, in dem alle arabischen Widerstandsgruppen als fanatische Islamisten denunziert werden, die Israel vernichten wollen. Die illegale Besatzung und eigene Aggression existiert in diesem Zerrbild der Wirklichkeit nicht, denn das würde ja das Selbstbild der „moralische Überlegenheit“ der Juden gefährden …

Deshalb sei Israel – wieder einmal – „gezwungen“, gegen diese gefährlichen Spinner mit aller Härte vorzugehen. Wenn dabei fünfhundert Kinder und eintausend Frauen getötet werden, so what?

DIE  „GESAMTLÖSUNG“  FÜR  GAZA

Iran, Hisbollah und neuerdings ISIS – alle seien hinter Israel her und deshalb müsse jetzt in Gaza ein Exempel statuiert werden, damit die anderen „Arme des Kraken“ die Botschaft verstehen:

... wieder einen Hamas Sympathisanten erwischt ..

… wieder einen Hamas Sympathisanten erwischt ..

Jeder Angriff auf Israel hat den Verlust des Gebietes zur Folge, von wo aus die Attacke ausging und die komplette Liquidierung der politischen Führung vor Ort.“ Nur auf diese Weise könne man den wahnsinnigen Islamisten klar machen, dass Israel sich nichts gefallen lasse und verhindern, dass es einen noch schlimmeren Krieg gäbe (mit iranischen Atomwaffen, etc.)

„Deshalb haben wir keine andere Wahl als Gaza zu erobern und Hamas zu zerstören. Nicht (wieder) eine Operation, deren Handlungsfreiheit an dieKetten der deformierten Moral des Westen“ gefesselt sei.“ Eine effektive Eroberung würde doch auch viel Blutvergießen verhindern.

Das Pamphlet endet so, wie es angefangen hat („Die einzigen Unschuldigen im Gazastreifen sind unsere Soldaten – weil sie einen Krieg „um die Existenz Israels“ kämpfen (was völliger Blödsinn ist). „Operative Entschlossenheit, die moralische Kraft ausstrahlt”, sei notwendig und diese erwachse aus dem „tiefen Verstehen“, dass das „unser Land ist und dass wir die Guten sind.

Sich dies zu vergegenwärtigen, sei „zur Abwehr der internationalen Kritik notwendig … Vorwärts zum Sieg!“

LÜGEN HABEN LANGE BEINE IN ISRAEL

ISIS responsible for abductionDie ständig wiederholte Behauptung von Netanyahu, Hamas sei für die Entführung (u. angebliche Ermordung) von drei israelischen Jugendlichen verantwortlich, (und damit für die Gewalteskalation) ist eine Lüge. Das wissen alle, die die zionistischen Täuschungsmanöver seit Jahren untersuchen. Doch selbst die israelische Presse hat bereits am 3. Juli veröffentlicht, dass nicht Hamas, sondern eine neue, bisher unbekannte „Islamistengruppe“ sich zu der Tat (und Raketenangriffen aus Gaza vor zwei Monaten) bekannt hatte.

Und siehe da – diese neuen “Jihadisten“ sind treue Anhänger der jetzt im Irak ihr Unwesen treibenden „ISIS“, „ISIL“ „IS“ oder welche politische Marke für synthetische „radikale Islamisten“ gerade in Mode ist.

Die „Operationen“ seien zu Ehren von Abu Bakr al-Baghdadi (einem Phantom …Is he real?) erfolgt, dem selbsternannten „Kalifen“ des neu proklamierten „Islamischen Staates“, der – wie Israel – keine festen Grenzen hat und mal Syrien, Irak und was sonst noch opportun erscheint, als Gebiet beansprucht. Sowohl Fatah als auch Hamas werden von ihnen als Verräter des wahren Glaubens kritisiert („sie haben sich mit Heiden und Schiiten zusammengetan …“

Wir wissen ja (vor allem dank Seymour Hersh) dass diese Kreaturen aus der Werkstatt der saudischen, amerikanischen und israelischen Geheimdienste stammen und (seit Afghanistan) als perfide „ Destabilisierungs-Werkzeuge“ der Außenpolitik eingesetzt werden und zwar in Afrika, Asien und natürlich im Nahen Osten.

NetanyahuWarum ist Netanyahu aber so erpicht darauf, trotzdem Hamas zu dämonisieren? In einer Situation, in der die Organisation ziemlich geschwächt ist (Bruch mit Syrien, die Muslimbrüder nach Benutzung für den inszenierten „Arabischen Frühling“ wieder als Staatsfeinde deklassiert und verfolgt, keine Unterstützung mehr aus Ägypten, etc.) und wo „nebenan“ gerade ein Kalifat ausgerufen wurde, das angeblich von fanatischen Takfiris beherrscht wird, die allen Andersgläubigen (auch Muslimen, die nicht ihrer extremen Glaubensrichtung folgen) den Garaus machen wollen (mittels Kopfabhacken, Kehle durchschneiden, etc.)?

Ein Grund war die Bildung einer Einheitsregierung mit Fatah (darüber habe ich ja schon in den beiden letzten Beiträgen geschrieben).

Netanyahu scheint darüber gar nicht besorgt zu sein, dass im Irak diese „Halsabschneider“ (wörtlich zu nehmen) jetzt im Norden das Kommando haben und – anscheinend- auch in Israel / Palästina Verbrechen begehen. Stattdessen tut er so, als ob die – vergleichsweise sehr gemäßigte – Hamas die größte Bedrohung Israels sei? Warum?

OCHA map conquered stripTeile des kranken Planes von Feiglin werden ja derzeit bereits in die Tat umgesetzt (die so genannte „Pufferzone“, aus der die Bewohner mit „Warnungen“ und Bomben vertrieben wurden, macht 44% des ganzen Gebietes aus. In Gaza drängen sich fast 10.000 Menschen pro km², was das bedeutet im Kontext der „Konzentrierung der Zivilisten in Lagern“, die Feiglin plant, läßt einem die Haare zu Berge stehen.

Das erklärt auch die Härte des Vorgehens (über alle Regeln des Krieges hinweggesetzt), die massenhaften Vertreibungen der zivilen Bevölkerung. (rund 400.000 interne Flüchtlinge, die nirgendwo mehr hin können …, da selbst die UN-bombardiert wird) und die massive Zerstörung der Infrastruktur und die dadurch ausgelöste „humanitäre Katastrophe“:

  • Trinkwasser und Abwasserversorgung – zerstört (keine WC-Spülung mehr für tausende Menschen …)
  • Stromversorgung – zerstört
  • Müllabfuhr – zerstört
  • Hohe Gefahr des Ausbruchs von Seuchen (schon seit 2008, inzwischen noch schlimmer)
  • Medizinische Versorgung – vor dem Kollaps
  • Industriebetriebe im Norden – weitgehend zerstört
  • Geflügel, Gemüseanbau, Selbstversorgung – weitgehend zerstört
  • Kein Geld mehr (Finanzministerium zerstört, Geldautomaten leer)

 

Doch die große politische (und zynisch erscheinende Frage bei aller Betroffenheit über diese Verbrechen) ist:

Warum ist Israel auf einmal so erpicht darauf, den Gazastreifen zu annektieren bzw. die Palästinenser loszuwerden, nachdem man sich 2005 unter großer Fanfare „zurückgezogen“ hat?

Die Antwort darauf lautet sehr wahrscheinlich: Erdgas.

Wir wissen ja, dass das globale „Endgame“ um die letzten Energiereserven und die Kontrolle der Transportwege bereits begonnen hat. Die von außen organisierte Gewalt in Libyen, Syrien, im Irak, in Afghanistan, im Sudan (Iran ist natürlich auch im Visier), aber auch in der Ukraine, zeigt ja bereits, wohin die brutale Reise geht. Der Hegemon in Washington beansprucht die Kontrolle der Energieströme (direkt oder über seine Vasallen) oder bei Zuwiderhandelnden(wie Assad, Gaddafi oder zuletzt Janukowitsch) durch die Förderung von synthetischen „Bürgerkriegen“, die unter dem grotesken Feigenblatt der „Demokratieförderung“ – wenn es opportun ist, auch mit Neo-Nazis  oder selbst-gezüchteten Takfiris , angezettelt werden.

Ich habe ja bereits vor einigen Jahren einen Blog über das Erdgas in Gaza geschrieben. Diese Offshore-Felder sind anscheinend noch viel größer, als ursprünglich angenommen und haben deshalb eine große geopolitische Bedeutung. Für die geschundenen verarmten Menschen in Gaza wären die Einnahmen aus der Erdgasförderung natürlich ein wahrer Segen, denn damit könnten sie – wenn die illegitime Blockade endlich aufhört – ihre eigene Wirtschaft und das zerstörte Land wieder aufbauen.

Doch das würde Israel nie zulassen, denn es ist ja „für immer unser Land“… und unsere Politiker schauen zu – oder eher weg – während der „Völkermord in Zeitlupe“ (derzeit beschleunigt) weitergeht ..

 

Wir sind moralisch am Ende ..

 

 

.

Anne Will: Dummheit, Stolz & Vorurteil

blood pool from attack on playground in Gaza

Blutlache nach Angriff auf einen Spielplatz in Gaza zum Eid-Fest

The question of the morality of Israel’s action depends, in the first instance, on the question, couldn’t Israel be doing something to prevent this disaster that is playing out now, in terms of the destruction of human life? Couldn’t they have done something that did not require that cost? And the answer is, sure, they could have ended the occupation.“

Rabbi Henry Siegman (mehr zu ihm weiter unten)

Vorgestern hat sich Anne Will mit vier Gästen über den „blutigen Nahostkonflikt“ unterhalten und dabei klar demonstriert, dass eine seriöse Debatte über die wahren Absichten Israels im deutschen Fernsehen nicht erwünscht ist. Schon in der Einleitung auf der Homepage gibt es klare Hinweise darauf, dass hier die „pro-israelische“ Haltung eingenommen wird:

Laut palästinensischen Angaben sind  mehr als 1100 Menschen getötet und mehr als 6500 verletzt worden. Auf israelischer Seite sind Armee-Angaben zufolge bislang mehr als 50 Soldaten und Zivilisten getötet worden.“

Diese Formulierung „50 Soldaten und Zivilisten“ ist bewusst vage und irreführend, denn hier wird nicht konkretisiert, wie viele Opfer wirklich Soldaten bzw. Zivilisten sind. Nach letzten Meldungen wurden 56 IDF-Soldaten getötet, aber nur 2-3 israelische Zivilisten (und auch das glaube ich erst, wenn Beweise dafür vorgelegt werden). Die Gefahr durch die Raketen wird also propagandistisch übertrieben (Augenzeugen, die in Israel waren, bestätigen das).

Der NDR bzw. die Produktionsfirma von Anne Will versucht also bereits hier die Zuschauer / Leser zu manipulieren, weil die hohe Zahl ermordeter Zivilisten in Gaza ja ein zentraler Kritikpunkt ist. Doch der Tod von Soldaten einer brutalen Besatzungsmacht, die Menschen wie in einem Käfig gefangen hält und sie aller Rechte beraubt, ist moralisch nicht vergleichbar mit dem Tod von hunderten Menschen, die im Zuge der Sippenhaftung für die „Raketen“ aus Gaza (den Widerstand gegen die Besatzung) bestraft werden

arrests east jerusalemDa der Horror der Besatzung aber nie im deutschen Fernsehen gezeigt wird, gelingt es Israel immer wieder den Eindruck zu erwecken, man müsse sich immer nur gegen die bösen Araber „wehren“, die – nur aus Fanatismus – aus heiterem Himmel Raketen nach Israel schießen. Das ist eine absurde Charade, die wir seit Jahren ertragen müssen und für die unsere Journalisten mitverantwortlich sind.

Die Frage, ob Israel mit seiner massiven Gewalt gegen ein dicht besiedeltes Elendsghetto noch den „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ wahrt, kann für jeden, der nicht blind ist oder zionistisch indoktriniert wurde nur mit Nein beantwortet werden. Wie Gideon Levy richtig betonte, handelt es sich um einen Konflikt zwischen einer Fliege und einem Elefanten – ich würde sagen, statt dem Elefanten nehmen wir einen Tyrannosaurus, das passt besser …

DIE  MENSCHLICHEN  SCHUTZSCHILDE

Hätte Frau Will auch nur die geringste Ahnung davon, was Israel wirklich will und mit welchen Methoden es seine kriminellen Ziele verfolgt, wäre die ganze, verlogene „Schutzschild“-Debatte ganz anders verlaufen. Im krassen Gegensatz zu ihr haben Journalisten von Format das Thema so dargestellt, dass erkennbar wird, wozu Israel die „Schutzschild“-Vorwürfe benutzt: für Propagandazwecke natürlich, zur Dämonisierung des Gegners (Hamas) und um die eigene Aggression zu rechtfertigen.

Hamas among civiliansIm Guardian z.B. schreibt Harriet Sherwood u.a folgendes:

Diese Beschuldigung wird ständig von Politikern und Medienkommentatoren vorgebracht … und .. als Echo in Debatten mehrfach wiederholt, doch der Vorwurf wird kategorisch von Hamas und anderen Leuten in Gaza bestritten. Die IDF veröffentlichte am Mittwoch Karten, die Hamas-Stellungen in der Nähe von Schulen, Moscheen und Wohnhäusern zeigen sollen, ein Video, indem angeblich Kämpfer einen Rettungswagen als Fluchtfahrzeug benutzen und behauptet, das Al Wafa Krankenhaus in Gaza-Stadt sei „wiederholt von Hamas und Islamischer Jihad Kämpfern als Kommandozentrale benutzt worden, zum Abfeuern von Raketen und damit Terroristen auf Soldaten schießen konnten“.

Diesen Teil der Story hätte Frau Will sicher gerne übernommen, doch was dann folgt, lässt sie bequemerweise unter den Tisch fallen:

Doch der Krankenhausdirektor hat die israelische Behauptung zurückgewiesen. Das Spittal sei weder von Hamas noch anderen Kämpfern für militärische Zwecke missbraucht worden. Er sagte konkret: „Israel hat unser Krankenhaus auf der Basis falscher Behauptungen als legitimes Ziel deklariert. Sie zielen auf medizinische Einrichtungen, die Kranken, die Verletzten und unsere Kinder im gesamten Gazastreifen. Die Botschaft lautet: Ihr seid nirgends mehr sicher.“

Harriet Sherwood erwähnt auch, dass die UN in einer Schule – erstmals – zwar Waffen gefunden hat – und das auch sofort meldete. Sie vergisst jedoch zu erklären, dass diese Schule LEER war, also nicht mehr als Schule benutzt wurde wodurch der Vorwurf der Schutzschilde keine Gültigkeit hat (abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wer diese Raketen dort abgelegt hat …)

Die Behauptung der IDF, das Massaker in Shujaijya sei ebenfalls Hamas anzulasten, weil diese verhindert habe, dass viele Anwohner fliehen konnten (nachdem sie von der IDF gewarnt wurden), wird von der Autorin entkräftet. Sie schreibt dazu:

Diese Behauptungen wurden nicht von unabhängigen Reportern bestätigt. Auslandsjournalisten, die über den Krieg berichten, haben vielschichtige Gründe dafür gefunden, warum einige Anwohner diese Gebiete nicht verlassen haben. Viele sagten, es sei nirgends sicher, also bringe es auch nichts, aus ihren Häusern zu fliehen. Andere machten sich Sorgen darüber, welche Art von “Nachbarn” sie antreffen würden, wenn sie fliehen (vielleicht wären dort ja dann Kämpfer, usw.) oder sie hatten einfach zu viel Angst, um auf die Straße zu gehen. Viele Medienberichte sagten aus, es gäbe keinerlei Hinweise auf eine Nötigung durch Hamas. Diese Familien haben Todesangst, aber die überwältigende Mehrheit nennt die israelischen Bomben und die Granaten als Grund dafür, nicht Drohungen von Hamas.“

Sherwood erinnert auch daran, wie eng es im Gazastreifen ist:

360 km² für 1,8 Millionen Menschen) und dass es schier unvermeidlich sei, dass die Kämpfer sich zwischen der Zivilbevölkerung aufhalten (was aber nicht bedeutet, dass man sie dazu zwingt).

Und daran, dass dieser „Krieg“ ja nicht auf üblichen Kriegsschauplätzen stattfindet, wo sich zwei Armeen gegenüberstehen, sondern dass Israel das ganze Gebiet mit einem Bombenhagel überzieht und die Bodentruppen gegen bewaffnete Widerstandskämpfer (einer Untergrundarmee) in dicht besiedelten Gebieten vorgehen. Während also die Panzer immer weiter in die Städte vordringen, ist es nicht verwunderlich, wenn Hamas in diesem Guerilla-Kampf in der Nähe von zivilen Gebäuden die Soldaten attackiert.

Entscheidend ist aber, dass selbst wenn eine Kriegspartei solche menschlichen Schutzschilde verwenden würde, wäre das keine Rechtfertigung dafür, dass die andere Schulen, Krankenhäuser, etc. bombardiert. Zweimal Unrecht macht kein Recht, Frau Will. Die Verpflichtung, zivile Opfer zu vermeiden wird dadurch nicht aufgehoben. Doch solche Sätze werden wir in unseren „Talk-Shows“ nicht zu hören bekommen …

PRO-ISRAELISCHE  ZENSUR  DURCH  VERSCHWEIGEN

IDF human shieldsWas aber noch viel wichtiger wäre – to set the record straight, wie der Engländer sagt – ist die Erwähnung der Tatsache, dass die IDF selbst mehrfach Palästinenser – auch Kinder – als Schutzschilde verwendet hat. Im Guardian-Artikel wird natürlich auch darauf hingewiesen:

2010 wurden zwei Soldaten (selbst von einem Militärgericht) verurteilt, weil sie einen elfjährigen Jungen in der „ Operation Cast Lead“ als menschliches Schutzschild verwendet hatten.

Untersuchungen von Menschenrechtsorganisationen haben ergeben, dass die IDF Palästinenser sowohl in Gaza als auch in der besetzten Westbank als Schutzschilde missbraucht hat.

IDF convicted of human shields useDer Artikel endet damit, dass aufmerksame Zuschauer darauf aufmerksam machten, dass das Hauptquartier der IDF, die Kiriya (ein hoher Turm) mitten in Tel Aviv steht, umgeben von einem großen Krankenhaus, Wohnungen und Geschäften [siehe dazu das Interview mit Yonathan Shapira bei DN! im letzten Beitrag)

Übrigens, der Grund, warum die IDF die Leute warnt, bevor sie bombardiert, ist nicht Großmut oder Mitleid, sondern hat rechtliche Gründe: wenn die Leute trotzdem bleiben, gelten sie für das Militär als „freiwillige Schutzschilde“ und demnach nicht mehr als Zivilisten. Auch Leute, die zurückkommen, werden als „Kombatanten“ betrachtet, die man „legal“ abknallen kann.

Die Antwort auf Ihre Frage, Frau Will lautet also:

Nein, Hamas benutzt die Bewohner des Gazastreifens nicht als Schutzschilde, das haben zahlreiche Untersuchungen (von Menschenrechtsorganisationen) in der Vergangenheit bereits ergeben. Das wäre auch dumm, weil sich dann die Bevölkerung gegen Hamas stellen würde …

Wenn die UN dem israelischen Militär (mehrfach) die GPS-Koordinaten einer Schule gibt, in der tausende Flüchtlinge Schutz gesucht haben, und diese dann trotzdem von der IDF bombardiert werden, ist die Frage der Schuld ebenso eindeutig zu beantworten, wie nach der Bombardierung von Krankenhäusern, die ebenfalls mittlerweile als Flüchtlingslager herhalten müssen.

AS silencing criticsNatürlich darf auch die „Anti-Semitismus“ Nummer nicht fehlen, wenn es darum geht, Proteste gegen Israels Verbrechen zu diskreditieren und der NDR macht brav mit:

„Unterdessen fallen hierzulande auf Anti-Israel-Demonstrationen antisemitische Parolen. Menschen, die sich mit Israel solidarisieren, werden offen angefeindet. Ist es noch möglich, sich solidarisch mit Israel zu zeigen, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben? Oder wird Deutschland zunehmend israelfeindlich? Und wie weit muss die deutsche Unterstützung für Israel gehen?“

Über 1000 eingesperrte Menschen werden kaltblütig ermordet, aber wir sollen uns Sorgen machen um die „Freunde Israels? Was ist denn mit denen, die sich mit den Palästinensern solidarisch zeigen? Wie werden die denn behandelt, Frau Will? Wir erinnern uns noch an die billigen ad hominem Attacken gegen Herrn Augstein und Günter Grass … Wieso dürfen denn wirklich kompetente Kritiker wie Ilan Pappe, Norman Finkelstein, Jeff Halper, oder israelische Dissidenten u. Friedensaktivisten nie bei uns im Fernsehen auftreten? Weil dann jeder sehen könnte, wie indoktriniert, feige oder ahnungslos unsere Journalisten sind?

Die ganze Debatte bei Anne Will war dominiert von Michael Wolffsohn (MW) und von Rudolf Dressler (RD), die viel länger reden durften als Herr Todenhöfer (JT) und Frau Daibes (KD), die diplomatische Vertreterin der PLO in Berlin.

MW versuchte mit der perfiden „kein Omelett ohne kaputte Eier“ Argumentation die Verbrechen Israels zu relativieren:

 „Kein Krieg ist verhältnismäßig (!) …jede Seite will gewinnen, man wartet nicht wie beim Fechten ..da geht es um Sein oder nicht Sein … das ist die Gesetzmäßigkeit des Krieges … sie ist furchtbar, sie ist blutig, alle sind schockiert, aber eine Verhältnismäßigkeit gibt es nicht“

Als Frau Will nachhakt, weicht er aus, attackiert die UN und drischt leere Phrasen … „überlegen, wie man aus dem Teufelskreis herauskommt, es seien keine Lösungen auf dem Tisch, etc.„

Frau Daibes (KD) versucht zu betonen, wie wichtig es sei, auf den größeren Kontext hinzuweisen, die historischen Rahmenbedingungen seien wichtig, damit man versteht, wie es zu diesem Konflikt kommen konnte.

THE  HIDDEN  OCCUPATION &  STATE CRIMES

Trust UsDoch Frau Will geht darauf natürlich nicht ein: Denn dann müssten ja die totgeschwiegene Brutalität der Besatzung und die ethischen Säuberungen bei der Staatsgründung Israels zur Sprache kommen, also der von Israel seit fast 70 Jahren praktizierte STAATSTERROR gegenüber den Palästinensern, der ja den Widerstand provoziert hat. Doch das muss verhindert werden, damit das konstruierte Opferimage Israels nicht ins Wanken gerät. Also macht Frau Will business as usual (ablenken von Israels Verbrechen) und fragt allen Ernstes:

AW: Was Hamas macht, halten Sie das für verhältnismäßig?

KD versucht nochmal auf die Rolle Israels als Besatzungsmacht hinzuweisen, auf die damit verbundene systemische Entmenschlichung u. Entrechtung der Palästinenser und dass die Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft brauchen. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, doch sei der bewaffnete Widerstand nach dem Völkerrecht legitim.

Die Frage von Will zeigt bereits ihre Ignoranz, denn erstens ist es nicht nur Hamas, die bewaffneten Widerstand leistet (es gibt mehrere Gruppen wie der Islamische Jihad, die Al Aqsa Brigaden, etc. die auch Raketen abfeuern, wenn Israel sie genug provoziert hat – siehe dazu den letzten Beitrag für Details) und zweitens basiert die Frage auf einer falschen Prämisse: nämlich, dass sich hier zwei militärisch ebenbürtige Gegner gegenüberstehen und das beide gleich verantwortlich für die Gewalteskalation sind – ein weiterer Trugschluss, den die israelische Propaganda genährt hat und den Frau Will unkritisch übernimmt.

Die Frage, wie Hamas (als politische Gruppierung) überhaupt – mit Hilfe Israels – entstand und warum sie 2006 in demokratischen Wahlen die Mehrheit errang (ein unerwünschtes Ergebnis, das sofort mit intriganter Gewalt Israels und der USA beantwortet wurde), interessiert Frau Will gar nicht. Diesen größeren Kontext ignoriert sie ebenso, wie die brutale Besatzung als wahre Ursache der Gewalt. Was Hamas wirklich „macht” oder “will” ist auch kein Thema, stattdessen wird implizit die Position Israels gestärkt, die Hamas als Inbegriff des Bösen hinstellt, gegen die sich das „gute“ Israel doch verteidigen muss.

THE GOOD, THE BAD … AND  THE  UGLY  TRUTH

An dieser Stelle muss betont werden, welche moralisch wertenden Schwarz-Weiß Begriffe hier in die Köpfe eingepflanzt wurden:

Wenn Hamas Waffengewalt einsetzt, ist das „Terror“ gegen die israelische Bevölkerung. Wenn Israel Gewalt einsetzt (jeden Tag durch die Besatzung, die ja Freiheitsberaubung und Aberkennung ziviler Rechte ist, aber auch Waffengewalt), ist das „notwendige Verteidigung“ oder der „Sicherheit“ geschuldet. Was ist denn mit der „Sicherheit“ der Palästinenser?

Wie Jeff Halper nicht müde wird zu betonen, ist Israels wichtigste Waffe die Verzerrung der Realität:

Double IdentityReframe The Conflict nennt er das und meint natürlich, dass Israel sich als kleines Land präsentiert, das doch nur in Frieden leben will, aber gezwungen ist, brutale Methoden anzuwenden, damit es- umzingelt von bösen Arabern – überlebt. Dieses Märchen lebt davon, dass die historischen Fakten völlig ausgeblendet werden und die illegale Besatzung nie ein Thema ist. So isoliert, erscheint die Gewalt von Hamas (u.a.) als irrational und Ausdruck von Fanatismus, während Israel sich unter dem Banner der Selbstverteidigung als moralisch überlegene Partei aufspielen kann.

Diese perfide Inszenierung wäre unhaltbar, wenn unsere Journalisten ihren Job machen und das Recht der Leser / Zuschauer auf Wahrheit ernstnehmen würden. Doch stattdessen perpetuieren sie die israelischen Lügen, die – oft genug wiederholt – schließlich als „real“ wahrgenommen werden.

„Ein Krieg ist gerecht, wenn er notwendig ist“.

Niccolo Machiavelli

Der wichtigste Punkt in der zionistischen Propaganda ist die zur Schau gestellte, aber eingebildete moralische Überlegenheit. Um die eigene Brutalität zu relativieren, muss der Gegner – also jetzt Hamas – als manichäischer Teufel hingestellt werden, dem alles zuzutrauen ist und den alle verabscheuen (müssen). Dies drückt sich im Wort „Terroristen“ aus, das ja seit „911“ sehr inflationär verwendet wird (auch Poroschenko verwendete es in der Ukraine für den Widerstand gegen seine faschistische Marionettenregierung der USA)

„Terrorist“ und „Freiheitskämpfer“ sind aber austauschbare Begriffe, es kommt nur auf die Perspektive an.

Wenn also der ehemalige deutsche Botschafter in Israel (lauthals) betont, „Die Palästinenser müssen den Terror stoppen!“ (und (weniger laut) Israel seine Siedlungspolitik “ändern“, dann wertet er den Widerstand gegen die Besatzung und die unmenschliche Blockade als moralisch inakzeptable Vorgangsweise, die man verurteilen muss.

DIE  VERGESSENE  GESCHICHTE

Pappe Ethnic Cleansing CoverDoch was passierte vor der Staatsgründung 1948 in Palästina? Wie haben die „radikalen“ Zionisten ihren eigenen Staat durchgesetzt? Mit Terror. Davon wollen weder Herr Dressler noch Frau Will etwas wissen. Warum diese selektive Geschichts-Amnesie unter Politikern und Journalisten grassiert, erklärte Rabbi Henry Siegman kürzlich bei Amy Goodman:

Ein Journalist von Haaretz schrieb ein Buch über Israel, in der auch dieses dunkle Kapitel der israelischen Geschichte behandelt wird. Dafür interviewte er den Historiker Benny Morris, der ihm nach intensiven Recherchen in den Militärarchiven bestätigte, dass 1947/48 von langer Hand geplante, ethnische Säuberungen stattfanden (siehe dazu Ilan Pappe), also tausende Zivilisten brutal ermordet wurden, damit die anderen Palästinenser (700.000 Menschen) durch diesen Terror „zur Flucht ermutigt“ wurden.

Der Unterschied zwischen Pappe und Morris (beide israelische Historiker) ist, dass Pappe über seine Erkenntnisse entsetzt war und seitdem versucht, die Welt darüber aufzuklären und den Palästinensern zu helfen, während Morris eiskalt resümiert, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien „notwendig gewesen“, sonst hätte es keinen jüdischen Staat gegeben.

Rabbi Siegmann kritisiert, dass Shavit diese Aussage nicht weiter hinterfragt habe, weil sie die Doppelmoral der israelischen Regierung demonstriert:

Das war ein Wendepunkt für mich, weil Shavit nicht nachhakte und fragte:

Wenn das eine Rechtfertigung ist, der Kampf um den eigenen Staat, warum dürfen die Palästinenser dann nicht auch solche Methoden anwenden? Was ist denn das Problem mit Hamas? Warum werden sie dämonisiert, wenn sie das gleiche tun wie wir?

Danach folgt ein Video-Clip von Premierminister Netanyahu, der wieder die „moralische Überlegenheit“ der Israelis zum Besten gibt – noch dazu nach der brutalen Ermordung eines palästinensischen Teeanagers durch einen fanatischen Mob, der ihn bei lebendigem Leib angezündet hatte:

I know that in our society, the society of Israel, there is no place for such murderers. And that’s the difference between us and our neighbors. They consider murderers to be heroes. They name public squares after them. We don’t. We condemn them, and we put them on trial, and we’ll put them in prison.”

Netanyahu, triefend vor Selbstgerechtigkeit, behauptet also, in seiner Gesellschaft „gäbe es keinen Platz für Mörder“. Und das sei eben der Unterschied zwischen Israel und seinen Nachbarn. „Sie halten Mörder für Helden. Benennen Strassen und Plätze nach ihnen. Wir machen das nicht. Wir verurteilen sie, stellen sie vor Gericht und bringen sie ins Gefängnis.“

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Schöne Ansprache, doch leider unvereinbar mit der Realität, wie Rabbi Siegman so treffend festhält:

Der einzige Unterschied der mir dazu einfällt, ist, dass (nur) in Israel die Anführer von Terrorgruppen später Premierminister wurden [Menachem Begin und Yitzak Shamir]. Diese Unterscheidung von Netanyahu ist also falsch, sie ist einfach nicht wahr. Und, noch etwas – wie Benny Morris in seinem Buch „Righteous Victims“ auch erwähnt, wurde die gezielte Gewalt gegen Zivilisten von den jüdischen Terrorgruppen angefangen, und erst dann haben die arabischen Kämpfer das nachgemacht“.

The Partition of Palestine is illegal. It will never be recognized …. Jerusalem was and will for ever be our capital. Eretz Israel will be restored to the people of Israel. All of it. And for Ever.“

Menachem Begin, einen Tag nach dem die UN den Teilungsplan vorgelegt hat.

bombed King David Hotel 22 July 1946(zitiert in Iron Wall, Seite 25)

Begin war auch verantwortlich für das Attentat auf das King David Hotel im Juli 1946 (siehe Foto links)

Amy Goodman zeigt auch ein Interview mit Khalid Meshal, dem Chef von Hamas und fragt Siegman, ob die Hamas Israel als jüdischen Staat jemals anerkennen wird (den sie ja laut Gründungscharta „vernichten“ will, was ja immer als Grund dafür herhalten muss, dass Hamas-Führer als Monter stigmatisiert und ausgegrenzt werden).

Siegman hat mehrere Gespräche mit Meshal geführt und dabei wurde ihm gesagt, dass Hamas als Gruppe diese Anerkennung nicht leisten könne, aber bereit sei, in einer Regierung mitzuarbeiten, die Israel – als legitimen jüdischen Staat – akzeptiert – wenn das von einer Mehrheit der Palästinenser unterstützt werde.

Aber es gäbe einen noch wichtigeren Punkt, so Rabbi Siegman:

„… und das ist, warum diese Unterscheidungen so unaufrichtig sind – der Staat Israel erkennt aber nicht das Recht der Palästinenser auf einen Staat an; soll heißen – es gibt wichtige Parteien in Netanyahus Regierung, inklusive seiner eigenen (Likud), die bis zum heutigen Tag eine offizielle Plattform hast, die den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat abspricht – egal in welchem Teil des Landes. Und dann gibt es da noch die HaBayit HaYehudi, die ganz offen verkündet, es werde niemals einen solchen Staat geben.

Warum hat denn unsere Regierung oder sonst jemand nicht gesagt (Wie bei Hamas argumentiert wird): Mit solchen Parteien in der Regierung bist du kein akzeptabler Partner für Friedensverhandlungen, du bist eine Terrorgruppe, wenn du Gewalt zur Durchsetzung deiner Politik benutzt, wie Hamas es tut. Also, wir sehen die Heuchelei in der öffentlichen Debatte ist umwerfend.“

In der Tat, das ist so und Anne Will und ihresgleichen tun nichts dazu, diesen Zustand zu ändern, im Gegenteil – mit ihrem Papageien-Journalismus machen sie alles noch schlimmer …

Rabbi Siegman weiter:

Netanyahu„Netanyahu habe daraus nie einen Hehl gemacht bevor er Premierminister war, aber danach musste er so tun als ob Israel die „Zweistaatenlösung“ akzeptiert hätte. Und nicht nur das: er war auch gegen Friedensabkommen mit Ägypten, mit Jordanien, gegen jeden echten Schritt für eine Stabilisierung und mehr Frieden in der Region. Er wusste, es wäre nicht klug zuzugeben, dass Israel die Besatzung nie aufgeben wolle, also spielte er eben Theater …und sein eigener Vater sagte zu seinen falschen Beteuerungen:  „Das meinte er doch nicht wirklich … er wird Bedingungen verlangen, die die eine Einigung unmöglich machen.…

Siegman Israel provoked warAuf die Vorwürfe der ADL (Hamas Charta fordere die Zerstörung Israels etc..) als Reaktion auf Siegmans Artikel („Israel hat diesen Krieg provoziert“) reagierte Rabbi Siegman so:

„Ich würde hervorheben, dass das auch Israels Politik ist, einen palästinensischen Staat zu verhindern. Und deshalb haben sie sich bis an die Zähne bewaffnet, um diese Politik umzusetzen. Und der Unterschied zwischen Hamas und Israel ist, dass Israel es tatsächlich tut: sie verhindern ja seit Jahren diesen Staat [deshalb ja der Ausbau der Siedlungen unter allen Regierungen ] und die Palästinenser haben keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft während die Juden in einem wohlhabenden Staat leben mit einer Armee, dessen einziger Zweck darin besteht, den anderen Staat zu verhindern. Das ist ihr Mandat.“

Und obwohl die Besatzungsmacht rechtlich verpflichtet ist, für das Wohl der Unterdrückten zu sorgen, sie zu beschützen tun sie nichts dergleichen – traurig aber wahr. Die Soldaten dort schauen nur zu, wenn die Siedler gewalttätig sind, sie greifen nicht ein. „Das ist nicht unser Job – werden sie sagen. Unser Job ist die Juden zu beschützen.”

Ein oft gehörtes Argument von Israel-Unterstützern ist, dass es wegen des Holocaust, wegen der Verfolgung der Juden, verständlich sei, dass Israel mit massiver Gewalt gegen Hamas vorgeht. Darauf sagt Siegman:

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

Das akzeptiere ich gar nicht, weil die Lehre aus den Verfolgungen doch für mich ist – und das gilt sicher, wenn man der jüdischen Tradition folgt, jedenfalls bevor der Staat Israel entstand – dass man Menschen nicht s0 grausam behandeln darf.“

(Bild links oben ist ein Screenshot aus dem Film „Peace, Propaganda and the Promised Land, klicken Sie auf das Bild, um das Video anzusehen)

Rabbi Siegman weiter:

„Und die Hoffnung war doch immer, das Israel eine Modelldemokratie sein wird, nicht nur das sondern dass dort jüdische Werte im Sinne einer menschlichen Annäherung an diese Fragen praktiziert werden, in der Verfolgung von Gerechtigkeit usw.

Aber was mich am meisten ärgert, ist, wenn die Leute sagen: !Wie können Sie es wagen, die Nazi-Zeit (als Vegleich) ins Spiel zu bringen? Doch worum es hier wirklich geht, ist nicht, was die Nazis getan haben, sondern dass anständige Leute zusehen, wie Ungeheuerliches passiert, aber nichts dagegen tun.

Das ist die wichtigste Lektion aus dem Holocaust. Nicht Hitler und die SS, sondern die Öffentlichkeit, die es zuliess, dass diese Dinge passierten.

Und meine tiefe Enttäuschung ist, dass die Israelis diese Leute immer wieder wählen … und dass der Zionismus von Anfang an auf einer Lüge beruhte, auf einem Mythos – dass Palästina „ein Land ohne Menschen für ein Volk ohne Land“- sei. Doch der Zionismus hat dieses profunde moralische Dilemma in seinem Zentrum nicht aufgearbeitet, sondern stattdessen die Vertreibung von 700.000 Menschen organisiert ..und die Zerstörung ihrer Dörfer und Städte ..“

Ist das bei Ihnen angekommen, Frau Will, NDR-Redaktion? Mit Ihrer unterwürfigen Haltung (und fadenscheinigen Debatten) gegenüber Israel tragen Sie auch dazu bei, dass wieder und wieder „Ungeheuerliches“ passiert, aber diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativiert und legitimiert werden (nicht nur in Palästina auch in der Ukraine, in Syrien, etc.)

(Vielleicht könnten Sie aber auch einmal darüber sprechen, welchen Druck die Zionisten auf Journalisten machen, um sie zur Konformität zu bewegen?)

Zu ihrer Frage „Nimmt Israel zivile Opfer bewusst in Kauf? Lautet die Antwort: Ja, Ja und Ja. (Auch wenn Herr Dressler sich das „nicht vorstellen kann“- wie dämlich muss ein Botschafter in Israel sein?)

Die „Schlange“ (im biblischen Sinn – aber diesmal verhindert sie, dass vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen wird … ) in der Debatte war natürlich Herr Wolffsohn, der – brav nach Dr. Luntz PR-Manual – immer wieder seinen Respekt vor Todenhöfers Engagement betonte, um dann israelische Propaganda zu machen, also falsche Behauptungen zu verbreiten …allerdings clever als Fragen formuliert:

Warum beschießt die Hamas jetzt zu diesem Zeitpunkt Israel mit Raketen? Warum hat die Hamas – eigentlich ohne Grund – angefangen, Israel zu beschießen?

Netanyahus Behauptung, Israel sei (wieder einmal) „gezwungen“, auf die Raketen zu reagieren – mit denen ja „alles angefangen“ hatte – wurde ja auch von Frau Will ungeprüft übernommen. Auf diese Argumentation angesprochen sagt Rabbi Siegmann bei DN! in Richtung Netanyahu:

Occupation realityEs gäbe diese Raketen nicht ohne die Besatzung. Und die gibt es immer noch (so wird suggeriert), weil es keine Einigung … gibt, keine Gruppe, die für alle Palästinenser spricht. Und wenn sie dann eine Einheitsregierung bilden, wie es kürzlich passiert ist, dann versuchst du, sie zu zerstören. Du erkennst sie nicht an. Deshalb gibt es mehrere Gründe für das israelische Vorgehen. Ein hervorstechender ist, die neue Einheitsregierung zu torpedieren.

[was ja auch Finkelstein, Ilan Pappe und Gideon Levy konstatiert haben]

Auf die Frage, warum Netanyahu das denn wolle, folgt die Antwort, die alles erklärt und die wahren Absichten Israels offen legt:

They want all of Palestine.

Schreiben Sie sich das hinter die Ohren Frau Will .. und leider auch Sie, Herr Todenhöfer … der eine unglaubliche Naivität an den Tag legte und rhetorisch ziemlich schwach und defensiv wirkte, (auch wenn es ihn ehrt, dass er Sanktionen fordert) während Herr Dressler schwadronierte wie ein pensionierter General, aber leider meistens nur israelische talking points wiedergab (am Anfang behauptete er allen Ernstes, die vielen toten Zivilisten seien das Resultat moderner, quasi voll-automatisierter Kriegstechnik …).

Als die PLO-Vertreterin versucht, in einem Einwurf die Besatzung als Grund ins Spiel zu bringen, würgt Wolffsohn sie elegant ab. Dann folgt ein abgedroschener Talking-Point über den „Rückzug aus Gaza“ im Jahr 2005, der aber – dank der nicht vorhandenen, intelligenten Moderation von Frau Will – unwidersprochen bleibt. Rabbi Siegman hat auch dazu die passende Antwort:

Das ist natürlich kompletter Unsinn und zwar aus mehreren Gründen. Zunächst einmal wird Gaza (wie auch die West Bank) völlig von Israel kontrolliert…Israel könnte ja seine Umklammerung nicht durchführen, wenn sein Militär nicht das Gebiet umzingelt hätte. Niemand kann sich von dort wegbewegen, wo die Leute eingesperrt sind … ohne mit israelischen Soldaten in Berührung zu kommen. Ich habe deshalb noch keinen Völkerrechtler getroffen, der nicht gesagt hätte, Gaza sei immer noch besetzt. Das ist also völliger Blödsinn.” (Take that, Frau Will!)

Rabbi Siegman spricht aber noch einen wichtigen Punkt an, der in der Propaganda immer wieder auftaucht – und siehe da – auch von Herrn Wolffsohn bei Anne Will abgespielt wird:

Sinngemäß – Wir haben diesen Leuten Gaza überlassen und was haben Sie daraus gemacht? Anstatt etwas aufzubauen, basteln sie Raketen und streiten sich. Bei Wolffsohn klingt das so:

MW:Israel hat 2005 das beherzigt, was immer gesagt wird … Land für Frieden … und sich aus dem gesamten Gazastreifen zurückgezogen .. es gibt keinen einzigen, jüdisch-israelischen Siedler im Gazastreifen und 2005 war wirklich darauf programmiert, den GS zusammen mit der Westbank, mit der IR zu einem blühenden Gemeinwesen zu entwickeln (!) … als Reaktion sind Raketen gekommen und erst 2008 ist die Blockade gekommen … drei Jahre wurden vertan“

Frau Will hätte auf diesen antiquierten Propagandamist natürlich reagieren müssen, – z.B mit dem verräterischen Zitat von Dov Weissglas (Top-Berater von Netanyahu)

The significance of the disengagement plan is the freezing of the peace process,“

„And when you freeze that process, you prevent the establishment of a Palestinian state, and you prevent a discussion on the refugees, the borders and Jerusalem. Effectively, this whole package called the Palestinian state, with all that it entails, has been removed indefinitely from our agenda. And all this with authority and permission. All with a presidential blessing and the ratification of both houses of Congress.“

oder mit einem wichtigen – noch heute relevanten -Artikel von Avi Shlaim, der schon 2009 über die israelische Politik zu Gaza schrieb:

Die Entwicklung einer lokalen Industrie wurde aktiv behindert, um es für die Palästinenser unmöglich zu machen, ihre Unterdrückung durch Israel zu beenden und eine eigenständige Wirtschaft aufzubauen, ohne die es keine echte politische Unabhängigkeit geben kann.“

Soviel zu den Lügen von Wolffsohn über das „blühende Gemeinwesen“, das in Gaza hätte entwickelt werden können. Aber Israels Apologeten kommen damit durch, weil sie sicher sein können, dass von unseren Papageien-Journalisten kein Widerstand kommt … what a shame.

– aber nach dem Motto „gib dem intelligenten Journalismus keine Chance“ … blieb sie stumm und verkörperte stattdessen die Inquisition gegenüber der palästinensischen Vertreterin, die noch einmal versucht, die massiven Übergriffe Israels in der Westbank ins Spiel zu bringen ..die – als geplante Provokation, wie Siegman erklärt – zur Eskalation geführt haben.

Doch nur Todenhöfer greift das Thema auf und spricht vom Selbstverteidigungsrecht der Palästinenser und von Landraub .. er erwähnt auch, dass die IDF nachweislich menschliche Schutzschilder benutzt, aber Will schweigt dazu und Wolffsohn wirft ein, der Goldstone Report der UN sei widerrufen worden (stimmt, aber nur von Goldstone persönlich – nicht von der UN – weil Israel enormen Druck auf ihn ausgeübt hat, eben weil die Kriegsverbrechen darin bestätigt werden. Die drei anderen Mitglieder der Untersuchungskommission blieben bei den Aussagen des Berichtes)

Die friedlichen Demos von denen Todenhöfer träumt, finden ja statt, werden aber auch niedergeknüppelt. Dass Wolffsohn behauptet, Israel habe keine Alternative, als „zurückzuschießen“, weist ihn endgültig als Apologet für israelische Verbrechen aus.

Herr Dressler gewinnt aber das Ringen um die dümmsten Bemerkungen mit dem Satz:

Die Israelische Regierung (die die Entmilitarisierung von Gaza als Ziel erklärt hat) muss sich auf eine nicht quantifizierbare Strecke ihrer Bodenmilitäroffensive im Gazabereich einstellen u. das bedeutet, der ganze Konflikt ist … nicht mehr kalkulierbar.. der Schmerz ist noch nicht schlimm genug, dass sie reden“

Herr Dressler, sie können Ihren Allerwertesten darauf verwetten, dass die IDF und die Zionistenführung ganz genau kalkuliert haben, was sie in Gaza tun und sich im stillen Kämmerlein über Leute wie Sie köstlich amüsieren.

Auf die Frage von AW: Wird Israel den Siedlungsbau stoppen? antwortet Wolffsohn:

1 Camp David generous offer scamEinstweilen nicht .. die Siedler halten sich jedoch nur „ in einem eng begrenzten und klar definierten Raum“ auf (!) und man könne ja später Gebiete tauschen – auch diese extremen Lügen werden von Frau Will als seriöse Antwort zugelassen .. und dann kommt sie auch noch mit dem ultimativen Propagandasatz „Hamas … will Israel von der Landkarte löschen! ..“ (Das war auf Ahmadinejad im Iran bezogen doch von dem stammt der Satz aber auch nicht, Frau Will!)

Auch darauf hat ja Rabbi Siegman schon geantwortet … Israel hat Palästina als eigenständiges, arabisches Land zerstört, also von der Landkarte gelöscht und nicht umgekehrt und beansprucht das ganze Land für sich … das ganze Theater mit den „Friedensverhandlungen“ war und ist also eine unerträgliche Farce …doch unsere Medien tun immer noch so, als ob Israel es ernst meinen würde …

Vielleicht das schlimmste Statement von Frau Will – wo sie quasi den journalistischen Offenbarungseid geleistet hat – war aber auf den Satz von Herrn Todehöfer „Ich muss doch sagen, was ich dort gesehen habe“ – (eine „Bombardierungsorgie“) so zu reagieren:

Wieso müssen Sie das? Wem ist damit gedient, wenn Sie diese Position einnehmen?

MLKpanel4Frau Will, Herr Todenhöfer meinte damit, er sei als Journalist verpflichtet, die WAHRHEIT zu berichten, denn nur dann können die Zuschauer erkennen, wer im Recht und wer im Unrecht ist.

Haben Sie davon schon einmal etwas gehört? Das dieses Suchen nach der Wahrheit die oberste Pflicht des Journalisten ist? Besonders wenn Menschen sterben? Und dass es ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit und ohne Gerechtigkeit keinen Frieden geben kann? Es sieht nicht so aus …

Aber dank Sendungen wie dieser … darf die subtile Verblödung der Zuschauer ungestraft weiter gehen .. und auch der Massenmord in Gaza. Nochmal Rabbi Siegman zum Schluss:

Kein Land und kein Volk würde so ein Leben akzeptieren, wie man es den Menschen in Gaza zumutet. Und deshalb ist dieser moralische Vergleich, der Israel als überlegen präsentiert (weil es sich „verteidigen“ muss) und die Palästinenser in Gaza u. Hamas als Angreifer hinstellt, unzulässig.

Unsere Medien kümmern sich nie darum, dass diese Menschen auch ein Recht darauf haben, ein normales, würdevolles Leben zu führen.“

 

 

 

 

 

 

Witness to an International Crime: Israeli State Terrorism in Gaza *****

http://www.commondreams.org/view/2014/07/16-7

 

INVERTED REALITY: Die Symphonie des Grauens als „Selbstverteidigung“

yalhelou0725Tausende Palästinenser sind vor den schweren Bombenangriffen auf Wohngebiete geflüchtet und haben in Gebäuden Schutz gesucht, die nach den Regeln des Kriegsrechts – und der Menschlichkeit – nicht als militärische Ziele in Betracht kommen: Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Gebäude, die von UN-Hilfsorganisationen verwaltet werden.

Doch die fanatischen, von Gott auserwählten „Eigentümer“ des scheinheiligen Landes kennen keine Gnade und keinen Anstand, für sie sind alles und jeder in Gaza legitime „Ziele“ ihrer Gewaltorgie und warum sollten sie auch moralische Skrupel haben, wen sie seit Jahrzehnten damit durchkommen?

Wenn selbst die Kommissarin für Menschenrechte der UN, Navy Pillay nur mehr vage andeuten darf, dass hier Kriegsverbrechen stattgefunden haben „könnten“, während der zweite Teil des Statements- dass das Abfeuern der Raketen aus Gaza keine Rechtfertigung für die Kriegsverbrechen auf israelischer Seite seien – schon gar nicht mehr in den meisten Medien erwähnt wird.

Die hohlen Phrasen unserer vor Israel kuschenden Politiker über „Besorgnis“ und geforderte „Zurückhaltung“ kann niemand mehr hören. Ebenso unerträglich ist das brave Wiederholen der israelischen Propaganda über das „Recht zur Selbstverteidigung“ und das Märchen, die Gewalt habe – wie immer – mit den Raketen aus Gaza bzw. der bösen Hamas angefangen …

MSF stop bombing helpless civiliansDas israelische Militär hat mehrmals Krankenhäuser bombardiert – ein erschreckendes Zeugnis der Unmenschlichkeit der Kommandeure und der Indoktrination der Soldaten, aber leider nichts Neues – und dabei wurden natürlich Menschen getötet und hunderte verletzt. Das Schlimme ist, wenn man täglich solche Meldungen hört, stumpft man langsam ab, die Gewalt wird beinah zur Routine.

Deshalb möchte ich hier einige Schicksale erwähnen, die diese Abstumpfung verhindern sollen:

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ....

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ….

Am Donnerstag wurde ein kleiner Junge, Muhammad al-Durra Krankenhaus in Gaza City getötet. Sein Name war Ibrahim al-Sheikh Omar und er befand sich nach einer Operation in der Intensivstation, als vor dem Krankenhaus eine Bombe explodierte. Durch die Bombensplitter, die seinen Kopf trafen, wurde der Ibrahim (auf grauenvolle Weise) getötet. (30 weitere Palästinenser wurden verletzt).

Was soll man dazu sagen?

Dieses Kind wurde quasi zweimal ermordet. Beim ersten Mal klappte es nicht (er überlebte), aber dann im Krankenhaus, hat man ihn doch noch „erledigt“. Ein Palästinenser weniger, der den Auserwählten das Land streitig machen kann, wenn er groß ist und vielleicht auch zu den bewaffneten Widerstandsgruppen geht. Aus der zynischen Perspektive des israelischen Militärs hat man „präventiv“ einen eventuellen späteren „Terroristen“ ausgeschaltet.

Aber vielleicht das Schlimmste ist, mein erster Gedanke zu dieser Geschichte war: Jetzt hat er es hinter sich, das Leben in diesem zerbombten, belagerten Gefängnis ohne Würde und ohne Zukunft; ohne Menschenrechte und Hoffnung, dass in seinem Ghetto-Land einmal eine „humanitäre Intervention“ stattfinden wird. Damit meine ich nicht Vorwand für einen Krieg, sondern ein konzertiertes internationales Eingreifen wie es gegen den Unrechts- und Apartheidstaat Südafrika stattfand (der bis zuletzt von den USA unterstützt wurde …)

Auch Ärzte werden schwer verletzt, während sie am OP-Tisch stehen und operieren. Die IDF bombardiert ein Hospital, in dem Behinderte liegen, die nicht transportfähig sind. Aber das ist doch kein Problem, man telefoniert ja vorher mit dem Direktor des Krankenhauses an, und kündigt den Angriff an – das ist doch human, oder?

wounded children on floor in hospitalKann man sich so etwas bei uns überhaupt vorstellen? Krankenhäuser sind doch Orte, wo Menschen umsorgt, gepflegt und geheilt werden sollen. Kranke Menschen, die auf die Hilfe und Fürsorge anderer angewiesen sind und deshalb besonderen Schutz brauchen. Doch für Palästinenser gilt die Inanspruchnahme dieser Menschlichkeit anscheinend nicht. Sie sind ja nur jene “Ziele”, die – laut unseren Nachrichten – „Israel wieder bombardiert hat“ und es reicht doch völlig, einfach zu behaupten, Hamas habe diese geschützten Gebäude für ihre Zwecke missbraucht. Beweise braucht man nicht und niemand wundert sich darüber, dass trotz dieser ungeheuerlichen, taktischen „Präzision“ weiterhin Raketen abgefeuert werden.

PIGS MAY FLY

Das Theater mit dem Flughafen Ben Gurion wäre geradezu lachhaft, wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre. Zuerst läuft die israelische PR-Maschinerie auf Hochtouren, um der Weltöffentlichkeit die absurde Darstellung einzutrichtern, die Raketen aus Gaza (bzw. deren Gefährlichkeit für die Bevölkerung) seien auch nur annähernd vergleichbar mit dem gigantischen Zerstörungsarsenal der IDF, das in Gaza eine Hölle auf Erden erzeugt.

Dann, als die Welt darauf hereinfällt und Flüge nach Tel Aviv gestrichen werden, beeilt man sich, zu versichern, wie „sicher“ doch der Flughafen (und Israel überhuapt) sei. Wenn der mit allen Wassern gewaschene „Regierungssprecher“ Mark Regev dabei zu stammeln anfängt, weiß man, dass Israel in diesem Fall Opfer der eigenen Propaganda wurde.

Gideon Levy„Ein Konflikt zwischen einem Elefant und einer Fliege“, so bezeichnete der israelische Journalist Gideon Levy kürzlich die Kräfteverhältnisse zwischen den Widerstandskämpfern in Gaza und der viertstärksten Armee der Welt.

Er lehnte sich aber noch weiter aus dem Fenster und schrieb einen Artikel mit der Überschrift:

Israel’s Real Purpose in Gaza Operation? To Kill Arabs.

In dem er als wahres Ziel der israelischen „Militäroperationen“ in den letzten 30 Jahren die Tötung von Arabern (so viele wie möglich) anprangert. Die Realität sei brutal: immer tötet Israel sehr, sehr viele Zivilisten, mit grauenerregenden Szenen, mit unverhältnismäßigen Mitteln und der palästinensische Widerstand versucht, zurückzuschlagen, doch in Bezug auf die Ausrüstung und militärischen Fähigkeiten, es sei ein Aufeinandertreffen von einem Elefant und einer Fliege.

Levy, der mutige Kommentator der israelischen Zeitung Haaretz, antwortete in einem Interview auf die Frage, wie denn die Stimmung in Tel Aviv sei, angesichts des angeblichen Raketenhagels aus Gaza:

Im Süden des Landes haben die Leute mehr Angst (weil sie näher am Gazastreifen sind). Heute Morgen hörten wir zweimal die Sirenen in Tel Aviv und fünf Minuten später war alles wieder normal. Ich sage nicht, dass die Leute überhaupt keine Angst haben, aber im Großen und Ganzen geht das Leben weiter wie bisher. Die Leute gehen weniger aus, aber es ist nicht vergleichbar mit den Tagen der Selbstmordanschläge, wo Busse explodiert sind, etc. Damit will ich nicht andeuten, dass das Routine werden soll, aber verglichen mit dem Leiden in Gaza, ist das hier wirklich Kinderkram. Und Gott-sei-Dank gibt es ja praktisch keine zivilen Opfer in Israel.[…]“

Die abgedroschenen Sprüche von Premierminister Netanyahu, wonach der angebliche Zweck der Belagerung, die Verhinderung des Waffenschmuggels sei, habe – so Levy – offensichtlich nicht funktioniert, aber die Menschen in Gaza dadurch zermürbt und in die Ecke und der Verzweiflung und der Gewalt gedrängt werden.

Zu den Bemerkungen Netanyahus* „Israel muss doch (auf die Raketen) reagieren“ erwiderte Levy:

the real terrorist*(Netanyahu bringt seit Jahren den gleichen Spruch, wenn er interviewt wird: Was würden Sie tun, wenn ihre Städte von Raketen beschossen werden? Was würden Sie sagen? …usw. Doch kein Journalist hat je geantwortet: Ich würde mich fragen, warum? Warum schießen Sie auf uns? Was haben wir getan, um diese Gewalt zu provozieren? Doch diese Frage – und vor allem die Antwort darauf, will niemand hören …)

Natürlich muss sich Israel verteidigen, aber Herr Premierminister, womit hat es angefangen? Sind diese Raketen nur rein zufällig auf unsere Köpfe gefallen? Gibt es dazu keine Kontext?

Gab es da nicht den Abbruch der politischen Gespräche durch Israel, das sich weigert, einige Gefangene freizulassen, die seit vielen Jahren inhaftiert sind? Gab es da nicht eine Kriegserklärung an Hamas in der West Bank (nach der Entführung dreier israelischer Jugendlicher), wo 500 Hamas-Aktivisten festgenommen wurden, die nichts mit der Entführung zu tun hatten?

Hat Israel nicht die Gehaltszahlungen an 40.000 Hamas-Angestellte in Gaza blockiert? War Israel nicht gegen die Einheitsregierung? Und dachte Israel wirklich, all das würde einfach so durchgehen und Hamas würde sich das alles gefallen lassen? […]“ (Natürlich hat Israel das nicht gedacht, sondern bewusst provoziert, das weiß auch Levy …)

Das sind genau jene Fragen, die unsere Papageien-Journaille nicht gestellt hat und stattdessen die – nicht einmal besonders intelligente – Propaganda Israels so lange wiederholt, bis sie selbst daran glaubt … Und wer es besser weiß und trotzdem mitmacht, sollte vielleicht das Ressort wechseln (Sport oder Society?), wenn er die Verantwortung für die Wahrheitsfindung, also die journalistische Ethik im Rahmen der Außenpolitik nicht tragen will.

Gideon Levy sagte zu den Forderungen von Hamas (Waffenstillstand ja, aber nicht unter Beibehaltung des Status Quo, vor allem der unmenschlichen Belagerung):

Sie verlangen Freiheit für Gaza, sie fordern die Belagerung zu beenden. Kann man sich eine gerechtere Forderung vorstellen? Dient es nicht auch den Interessen Israels, Gaza in Freiheit zu sehen, das seine Wirtschaft aufbaut und nicht unter diesen unmenschlichen Bedingungen im größten Käfig der Welt lebt, was nur mehr Hass und Gewalt erzeugt? Es liegt also nun bei uns, zu entscheiden … wie es weitergeht.“

KINDER OHNE ZUKUNFT

2 gaza victimsEin Kind aus Gaza, das nach der Jahrtausendwende geboren wurde, erlebt bereits den dritten (2009, 2012 und 2014) massiven Bombenangriff und muss mitansehen, wie seine Freunde, Verwandten und Nachbarn auf grauenvolle Weise verletzt und getötet werden. Tausende Häuser wurden zerstört, mehr als 140.000 Menschen sind auf der Flucht – nur wohin soll man fliehen, wenn die Grenzen alle gesperrt sind und selbst die notdürftigen Flüchtlingseinrichtungen der UNRWA (eigentlich Schulen) angegriffen werden? Obwohl deren exakte GPS-Koordinaten der IDF bekanntgegeben wurden und die blaue UN-Flagge dort weht?

Die IDF haben ja schon 2008/2009 absichtlich –stundenlang UN-Einrichtungen (die UNRWA-Einsatzzentrale am 15. Jänner, wo sich etwa 700 Personen befanden und am 17. Jänner die UNRWA-Schule in Beit Lahiya, wo ca.1600 Flüchtlinge Schutz gesucht hatten) mit weißem Phosphor angegriffen, (während der ganzen Zeit telefonierten die UNRWA-Mitarbeiter unaufhörlich mit der IDF, um die Angriffe zu stoppen). Ein doppeltes Kriegsverbrechen – doch Israel kann sich alles erlauben (was die Zionisten nur darin bestärkt, dass sie allen anderen überlegen sind ..) und man muss wieder betonen, dass jeder Journalist, der die israelische Propaganda übernimmt, sich zum Komplizen dieser Verbrechen macht.

Wie ein programmierter Roboter behauptete die israelische Regierung natürlich sofort, Hamas habe von dort auf israelische Soldaten geschossen. Doch wir wissen ja, dass diese reflexartige Lüge dem selbstgerechten Zionisten sehr leicht über die Lippen kommt und weder HRW noch andere Untersuchungen haben irgendwelche Hinweise gefunden, die diese absurden Behauptungen untermauern würden.

Rain of Fire HRW 2009„In einem Bericht von UNRWA (zitiert von HRW) hieß es damals:

“Phosphorbomben – ein hoch (selbst-)entzündliches Material – setzte die -Werkstatt und zwei große Lagerräume in Brand, in denen humanitäre Hilfsgüter aufbewahrt wurden (Lebensmittel und medizinisches Versorgungsmaterial). Die dichtbepackten Mehlsäcke brannten noch nach 12 Tagen, bis 27. Jänner.“

Wer ist so ein Arschloch und zerstört ein Lager für dringend benötigte Hilfsgüter für Menschen, die in einem riesigen Gefängnis leben müssen? Und dann nochmal in Schutzeinrichtungen bombardiert werden, nachdem ihre Häuser zerstört wurden?

Laut Wikipedia sterben Menschen, die mit dieser grausamen (und in zivilisierten Ländern verbotenen) Waffe attackiert werden, einen grauenhaften Tod:

Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da Phosphor in Brandbomben jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt wird, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder Intoxikation zu Tode gekommen sind.“

KINDER ALS TRAUMATISIERTE GEFANGENE

unrwa_school_sequence-34Dass diese Kinder in einem Freiluftgefängnis aufwachsen, aus dem es kein Entkommen gibt und dass völlig von der Gnade Israels abhängig ist, wird in unseren Medien so gut wie nie erwähnt und auch die Politik schaut lieber weg, wenn es um die Unmenschlichkeit der Blockade geht, die jetzt seit Jahren von Israel verhängt wurde.

Dass zigtausende Kinder in Gaza extrem traumatisiert sind, wird immer wieder von Kinderpsychiatern bestätigt, aber das interessiert hier niemand, denn nur wenn die „Raketen“ wieder aus Gaza abgefeuert werden, beschäftigen sich die Medien überhaupt mit diesem Riesenghetto am Mittelmeer.

Jeden Tag werden die Toten gezählt (wir nähern uns der Zahl eintausend – und vorher wird Israel auch nicht Halt machen), aber so traurig diese Zahlen sind, sie berühren uns kaum, weil die toten Palästinenser – dank unseren sterilen „Nachrichten“ keine Namen, keine Gesichter und kein Schicksal haben. Dafür sorgen unsere Papageienjournalisten und nennen das dann „objektive Berichterstattung.

Dass immer die israelische Perspektive dominiert, fällt gar nicht mehr auf, das ist ja schon Routine. Netanyahu, Obama und Kerry sondern ihre verlogenen Sprechblasen ab und die Presse tut so, als ob diese leeren Phrasen noch mit der grausamen Realität in Einklang zu bringen wären:

bombed Gaza_Al Aqsa hospital 2207Am Montag wurde das Al Aqsa Krankenhaus in Deir-Al-Balah von israelischen Panzern mit Granaten beschossen. 70 Palästinenser wurden dabei getroffen. Das Bombardement dauerte fast den ganzen Tag an und führte zum Tod von fünf Patienten, während weitere Kranke, Besucher und medizinisches Personal verwundet wurden.

Das Krankenhaus wurde so schwer beschädigt, dass keine effektive medizinische Behandlung mehr möglich ist und auch keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden können. In der ersten „Runde“ des Angriffes wurden die Operationsräume zerstört, in der Folge wurden dann auch noch die bildgebende Diagnostik (Röntgen, etc.) und die Entbindungsstation in Schutt und Asche gelegt.

Die Verletzten und Kranken (die transportfähig waren) mussten also mit Rettungswägen zu anderen Hospitälern gebracht werden. Doch zwei Rettungsfahrzeuge auf dem zum Shifa-Krankenhaus wurden ebenfalls von israelischen Panzergranaten (absichtlich) getroffen. Die grotesken Stellungnahmen der israelischen Regierungssprecher (wie Mark Regev) zu diesen Kriegsverbrechen auch nur wiederzugeben, ist schon ein Affront für die Intelligenz der Leser bzw. Zuschauer, was aber unsere Roboter-Journaille nicht daran hindert, sie zu zitieren (Klartext: bombardiere was du willst und behaupte danach einfach, Hamas war dort tätig und niemand wird dir widersprechen … )

Stellen wir uns einmal unsere Ärzte vor, die während einer Operation mit Granaten beschossen werden und dann mitansehen müssen, wie ihre Kollegen und Patienten in Blutlachen liegen … dann fehlt auch noch medizinisches Material u. Strom gibt es nur sporadisch … Patienten (die nicht weggebracht werden konnten) wurden ins Erdgeschoß verlegt (die oberen Stockwerke sind weitgehend zerstört), wo sie seitdem in ständiger Angst vor neuen Attacken dahinvegetieren ….

victims of zionismMSF meldete kürzlich, dass mit 10 Bombenangriffen pro Stunde die Brutalität der „Militäroperation“ von 2012 noch übertroffen werde: in nur zwei Tagen wurden so viele Bomben abgeworfen, wie damals in einer Woche …nach letzten Meldungen stirbt jetzt jede Stunde ein Kind. Davor hatte Nicolas Palarus, der MSF Koordinator in Gaza die offiziellen Angaben Israels, die „Bodenoffensive“ diene der Zerstörung von Tunnels nach Israel, Lügen gestraft: „“Was wir hier sehen, ist rücksichtloses Bombardieren und dass jene, die sterben, Zivilisten sind.“

Nur ca. 4-6 Stunden Strom am Tag, verunreinigtes Trinkwasser, defekte Abwassersysteme, zerbombte Häuser, Schulen und Moscheen, Tag und Nacht die Drohnen am Himmel, Granatenbeschuss aus Panzern, zu wenig Treibstoff für die Rettungsfahrzeuge, und die Welt schaut zu … was ist das für ein Leben?

Robert Fisk berichtete vor kurzem, dass ein Mitarbeiter von „Ärzte Ohne Grenzen (MSF)“ in Gaza die Arbeit dort mit „dem Zusammenflicken von Folteropfern in einem Open-Air-Gefängnis“ verglich, wen wundert das?

Al Aqsa war das einzige Krankenhaus, das eine medizinische Versorgung für geschätzte 350.000 Menschen in Flüchtlingslagern und umliegenden Dörfern und Städten möglich machte. Die medizinischen Einrichtungen stehen vor dem Zusammenbruch, wie auch der norwegische Arzt Dr. Mads Gilbert betont und seine Worte sind es wirklich Wert, gelesen zu werden:

Die letzte Nacht war extrem. Die „Bodeninvasion“ führte zu ganzen Wagenladungen von verletzten, auseinandergerissenen, blutenden, zitternden, sterbenden Palästinensern, mit allen nur vorstellbaren Verwundungen, in allen Altersgruppen, alle Zivilisten, alle unschuldig.

Die Helden in den Krankenhäusern und Ambulanzen arbeiten in 12-24 Stunden-Schichten, sie sind schon ganz fahl vor Müdigkeit und der unmenschlichen Arbeitsbelastung (im Shifa Hospital bekommt das medizinische Personal seit vier Monaten kein Gehalt mehr). Sie versorgen die Verwundeten so gut es geht, versuchen das furchtbare Chaos aus Körpern, Gliedmaßen, Mensch kann-noch-gehen, kann-nicht-mehr-gehen; atmet noch, atmet-nicht-mehr, blutet noch oder blutet nicht … zu verstehen!

Ja – es sind Menschen! Menschen, die jetzt wieder wie Tiere behandelt werden von der „moralischsten Armee der Welt“

DIME victimEr beschreibt die „Blutlachen im Operationssaal“, die noch nicht weggewischt werden konnten und es kommen schon die nächsten zerschossenen Körper, verstümmelten Kinder .. Selbst für ein gut ausgerüstetes Krankenhaus wäre diese hohe Zahl an Verwundeten eine Herausforderung, aber für die angespannten Verhältnisse im Gaza-Gefängnis ist es ein medizinischer Albtraum … doch alle tun, was sie können .. keine Zeit zum Jammern.

Dr. Gilbert hat in seinem Leben schon mehr Blut und zerstörte Körper gesehen, als wir uns es je vorstellen können, aber selbst ein Mann wie er ist von der Grausamkeit Israels überwältigt und gesteht, dass er die Tränen nicht mehr zurückhalten kann:

„ Ich bin alleine hier … und diese warmen, nutzlosen Tränen aus Schmerz und Trauer, Wut und Angst fließen aus mir heraus .. Das kann doch alles nicht wahr sein!” Und dann beginnt das Orchester der israelischen Kriegsmaschinerie wieder seine Symphonie des Grauens zu spielen … Artilleriesalven von den Kriegsschiffen, die dröhnenden F-16 Kampfjets, das ständige Summen der Drohnen in der Luft und das Bodenecho der Apache-Kampfhubschrauber … so viel davon aus den USA … und dann sein Appell and den amerikanischen Präsidenten:

„Herr Obama, haben Sie ein Herz?

Ich lade Sie ein, verbringen Sie nur eine Nacht mit uns in Shifa. Vielleicht als Reinigungskraft verkleidet? Ich bin mir sicher, dass würde den Lauf der Geschichte verändern …

die Ströme aus Blut werden auch in der kommenden Nacht weiter fließen. Ich höre schon, sie haben ihre Mordinstrumente bereits gestimmt […]

Das sind authentische, emotionsgeladene Aussagen eines Arztes, der mit eigenen Augen sieht, welche unmenschlichen Massaker in Gaza stattfinden. Wir brauchen diese Emotionen, damit Empathie mit den Opfern dieser Barbarei entstehen kann. Und Zorn über die Täter, der uns aktiv werden lässt, etwas dagegen zu tun (siehe Georg Schramms Papst-Zitat über „die Vernunft, die sich dem Bösen mehr entgegenstellen kann, wenn ihr der Zorn dienstbar zur Hand geht“).

Doch den Journalisten wurde eingetrichtert, sie müssen eine sterile Sprache verwenden, deshalb hören sie sich auch an wie Maschinen, die mit PR-Informationen gefüttert wurden, aber nicht mehr wie mitfühlende Menschen. What a shame. (Hätten sie im Dritten Reich auch geschrieben „Hitler griff wieder Ziele in Polen an? Dass Israel  die „ab heute wird zurückgeschossen“ Lüge Hitlers permanent anwendet, ist ja auch kein Thema)

Philip Luther von Amnesty International sagte zu diesen barbarischen Angriffen:

Es gibt zu keiner Zeit eine Rechtfertigung für den Beschuss medizinischer Einrichtungen. Diese Angriffe unterstreichen die Notwendigkeit einer sofortigen, unabhängigen Untersuchung im Auftrag der Vereinten Nationen.“

Schön und gut, aber wir wissen ja alle, wer bei der UN immer das letzte Wort hat (sicher nicht der Waschlappen Ban-Ki-Moon).

israeli-impunityMeanwhile, spricht der israelische Botschafter in den USA davon, dass die IDF den Friedensnobelpreis verdiene, wegen ihrer unvorstellbaren „Zurückhaltung“ (!). Wie ich schon oft betont habe, diese pathologische Form der zionistischen Selbstgerechtigkeit ist ungeheuerlich und wird durch die beschämende Unterwürfigkeit unserer Journaille noch unterstützt.

Wie diese „Zurückhaltung“ in der Realität aussieht, konnte man vor einer Woche sehen:

Murdered Bakr Boys Gaza BeachVier palästinensische Kinder, zwischen 9 und 11 Jahren (alle miteinander verwandt (Cousins) die am Strand Fußball spielten, wurden am 16. Juli mit Granaten beschossen und starben kurz darauf. Da es in diesem Fall selbst den „Freunden Israels“ schwer fallen dürfte, mit dem „Hamas-war-da“-Totschlags(schein)sargument zu kommen und außerdem der Vorfall von zahlreichen Auslandsjournalisten, von ihrem Hotel aus, auch noch beobachtet wurde, ist Leugnen dieses eindeutigen Verbrechens sinnlos. Einer von ihnen hatte zuvor noch mit den Jungen Fußball gespielt.

Palestinians mourn over the body of boys from the Baker family, whom medics said was killed with three other children from the same family by a shell fired by an Israeli naval gunboatDie Journalisten leisteten Erste Hilfe, doch leider überlebten Ismail Mahmoud Bakir, 9 Jahre alt;  Ahed Atef Bakir und Zakariya Ahed Bakir, beide 10 Jahre, und Mohammad Ramiz Bakir, 11, den Angriff nicht.

(Aber vielleicht hat Hamas ja den Fußball bezahlt?!)

Doch Israel kann in solchen Fällen immer auf seine getreuen Diener in der Presse zählen, die den Vorfall entweder ganz verschweigen oder – häufiger – zwar erwähnen, aber unter „ferner liefen“: also weiter hinten in einem Artikel wird diese Meldung dann „vergraben“, während ein anderes – „Israel-freundliches“ Thema (das Israels Verhalten in einem moralischen Licht erscheinen lässt) in der Schlagzeile dominiert. Z.B. die Tageschau, also die ARD ist stets darauf bedacht, bloss keine „anti-israelische“ Stimmung aufkommen zu lassen:

Lyon protest media complicity Isr terror

Demo In Lyon: Gaza unter Bomben, Frankreich unter Zensur: Hollande und die Medien sind Komplizen der Apartheid

Alle „Informationen“, die die Tagesschau-Redaktion hier verbreitet, stammen von israelischen Behörden bzw. der IDF und sind somit alles andere als glaubwürdig, doch die deutsche Presse übernimmt diese Darstellungen ohne Zweifel oder Kritik und verstärkt das PR-Märchen von der ewigen, gerechtfertigten „Selbstverteidigung“. Aber es kommt noch dicker: In einer sogenannten „Analyse“ werden sämtliche Propaganda-Talking Points Israel heruntergebetet und Hamas wieder alle Schuld in die Schuhe geschoben. Kein Wort von der brutalen Besatzung, von allem was Gideon Levy oben (und ich im letzten Beitrag) erwähnt haben. (Nur die viel zu kurzen Statements von Herrn Lüders sind seriös). Aber der größte Witz kommt am Schluss:

Der langjährige Geheimdienstchef von Saudi-Arabien, Prinz Turki al Faisal, warb in einem Gastbeitrag in der israelischen Zeitung „Haaretz“ für den Plan der Liga. Und nicht nur das: Das Mitglied der saudischen Königsfamilie schrieb über einen Traum vom friedlichen Zusammenleben der Religionen und Völker im gesamten Nahen Osten, wo der Handel, die Wissenschaft sowie Kunst und Kultur neu erblühen könnten. Einen Traum, der in weiter Ferne liegt.“

Damit haben wir den Beweis, dass hier Idioten am Werk sind (wer meine Beiträge über Saudi Arabien und seine jahrzehntelange Rolle in der Heranzüchtung islamistischer Extremisten gelesen hat, (inklusive der Kopf-abhackenden Takfiris in Syrien bzw. jetzt im Irak), und vor allem den Artikel von Seymour Hersh, The Redirection, kennt, kann sich nur totlachen über diesen gefährlichen Schwachsinn.

Auch das ZDF stimmt in den Papageien-Chor ein, der immer nur in „Z-Dur“ singt (Z- für Zionismus-Propaganda):

Beim Beschuss eines Küstenstreifens durch ein Kriegsschiff sollen auch vier Kinder ums Leben gekommen sein, sagen die Palästinenser“ Diese zweifelnde Formulierung (auch gerne vom ORF verwendet) wird aber nie bei israelischen Meldungen benutzt und der Kontext ist wieder die böse Hamas, die an allem schuld ist:

„Israel erhöht den militärischen Druck auf die Hamas. Gezielt werden die Häuser von Anführern der radikalislamischen Palästinenserorganisation angegriffen. Auch vier Kinder sterben.“ 

Bakir Boy killed on Gaza beachMit dieser Einleitung wird suggeriert, dass der Tod der vier Kinder von Hamas zu verantworten sei, eine ungeheure, propagandistiche Verzerrung der Realität. Dass „der gezielte Angriff“ auf die Wohnhäuser von Hamas-Anführern auch ein Kriegsverbrechen ist und dabei als kollektive Bestrafung (Sippenhaftung bei den Nazis) absichtlich Familienmitglieder getötet werden, erwähnt die schäbige ZDF-Redaktion nicht. Ganz im Sinne Israels also.

Dann geht es wie gewohnt weiter („Fliege und Elefant“ werden als militärisch ebenbürtige Gegner präsentiert, wobei der Elefant quasi niemand auf die Füße treten will, doch er muss sich doch gegen die „radikale“ und „fanatische“ Fliege verteidigen.

Auch die Hamas feuerte am Mittwoch wieder Dutzende Raketen auf israelisches Gebiet ab. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Am Mittwoch hatte die radikalislamische Palästinenserorganisation auch offiziell den ägyptischen Dreipunkteplan zur Beendigung der Gewalt abgelehnt.“

Was in dem Plan steht und warum Ägyptens neue (plötzlich salonfähige) Militärdiktatur für Hamas als scheinbarer „Vermittler“ völlig inakzeptabel ist, wird nicht erklärt. Dass dieser Plan (in Wahrheit von der hochbezahlten Polit-Hure Tony Blair verfasst) nur den Zweck hatte, die Ablehnung von Hamas sicherzustellen, damit Israel „gut dasteht“ und einen Vorwand für die Intensivierung der Angriffe hat, haben intelligente Journalisten begriffen, das ZDF Papageien-Team aber offensichtlich nicht. Wie denn auch, ihre Souffleusen sitzen doch in PR-Firmen die für Israel arbeiten …

Und auch der ORF praktiziert diese feige und bequeme Art des „truth-avoiding-journalism“, die der britische Journalist Nick Davies in seinem Buch „Flat Earth News“ kritisiert. Im Archiv des ORF wurde der Beitrag über die getöteten Kinder bereits gelöscht, aber es wurde die gleiche Methode des „perception management“ angewendet und das Märchen von den Raketenangriffen der Hamas (als Ursache des Konfliktes) erzählt, ja sogar als „Hintergrund“ verkauft:

Auslöser der jüngsten Gaza-Krise war das Raketenfeuer der Hamas auf israelische Städte und Ortschaften gewesen. Die Bewohner Südisraels sind schon seit vielen Jahren den Raketen ausgesetzt, dazu kommt jetzt eine neue Bedrohung durch unterirdische Gänge, die ganz nahe an grenznahe Dörfer heranreichen.“

Doch immerhin durfte Michael Lüders ganze fünf Minuten in der ZiB 2 (Sendetermin 22 Uhr) im Telegramm-Stil sprechen und was er sagte, war sehr wichtig.

Lüders transkriptEs deckt sich mit der Kritik von Gideon Levy und anderen Analysten, die wissen welches Spiel hier von Israel und den Medien gespielt wird. Allerdings kann ein Mini-Interview mit Lüders zwar den Anschein der „Ausgewogenheit“ erwecken, doch der hält einer seriösen Prüfung nicht stand, weil der ORF – wie die anderen Medienschafe auch – natürlich der pro-israelischen Perspektive sehr viel mehr Sendezeit einräumt, als – wenn überhaupt – den Kritikern und Historikern, die genau wissen, wie verlogen und selbstgerecht die Zionisten sind und wie sie die Medien steuern.

Gideon Levy entlarvte ja auch den Irrsinn der „Operation Protective Edge“, indem er u.a. pensionierte IDF-Generäle zitiert, die ohne mit der Wimper zu zucken, folgendes in der Öffentlichkeit von sich geben: „Wenn wir ihre Familien umbringen, wird ihnen das Angst einjagen (Generalmajor i.R. Oren Shachor).

Jedenfalls wird klar, dass die Ermordung der vier Kinder auf dem Strand kein Versehen war und ich wette, die Tatsache, dass dieses Verbrechen vor den Augen von Journalisten stattfand (ohne dass Israel dadurch Konsequenzen fürchten muss) hat den Kommandeuren noch besondere Genugtuung bereitet.

Was für ein perverses, enormes Macht- bzw. Überlegenheitsgefühl muss das sein, wenn man täglich 100 eingepferchte, wehrlose Menschen umbringen kann, ohne irgendwann zur Rechenschaft gezogen zu werden? Und sich dann auch noch als moralische Autorität aufspielen kann?

Während deutsche und österreichische TV-Sender kürzlich die gestrichenen Flüge nach Tel Aviv in den Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit rückten, wendete die Redaktion von DN! nur einen einzigen Satz dafür auf und beschäftigte sich stattdessen mit der humanitären Katastrophe und den israelischen Kriegsverbrechen, ohne dabei ständig den von Israel konstruierten, surrealen Kontext zu verwenden, den unsere Journalisten gerne aufnehmen:

Hamas, Hamas, Hamas … ist an allem schuld … How stupid can you get?

yonathan shapiraDN! interviewte auch Yonathan Shapira, der sich schon vor Jahren (gemeinsam mit anderen) als IDF-Pilot weigerte, in den besetzten Gebieten „Dienst zu tun“. Er sagte u.a folgendes:

Der ganze (verlogene) Diskurs dreht sich immer nur darum, wie gut (moralisch) wir sind, wie wir uns selbst in Gefahr bringen, damit Zivilisten nicht zu Schaden kommen, während wir dieses irrsinnige Massaker verüben … das … noch viel intensiver ist als „Operation Cast Lead“ (Jänner 2009).. noch mehr Tote und Verletzte … wir glauben, dass diese Befehle kriminell und unmoralisch sind …

Auch er bestätigt, dass die Gefahr durch die (als Grund für das ganze Massaker angeführten) „Raketen“ nicht zu vergleichen sei, mit dem, was in Gaza passiert: „… it’s really nothing compared to what people in Gaza are experiencing. And I have family in Sderot, next to Gaza, and I have even relatives who are in Gaza as soldiers.”

Er vergleicht die Beziehung zwischen Israel und den seit fast 50 JAHREN brutal unterjochten, kolonisierten und rechtlosen Palästinensern allegorisch mit einer Serien-Vergewaltigung, bei der das Opfer den Peiniger immer wieder kratzt, weil es sich zu wehren versucht. Wer also das Kratzen stoppen will, muss aufhören zu vergewaltigen ….

Und ich sage … hört mit der Vergewaltigung auf, hört mit der Besatzung auf, hört mit der Apartheid auf, mit dieser unmenschlichen Ghettoisierung der Palästinenser – und dann – erst dann können wir „verhandeln“ und „Friedensgespräche“ führen, all diese schönen Worte, die jetzt völlig bedeutungslos sind.“

O-Ton:

And I think that if I have to give one allegory to this whole thing, and this need of Israel and me, myself, of self-protection—legitimate thing, by the way; I want to be safe, I don’t want anyone to bomb me and to kill me and my baby—I would imagine it as gang rape. And forgive me for using this hard language, but when you have a group of people raping someone, and this person that is being raped starting to scratch, the first thing you want to do in order to stop the scratches is to stop the rape. And what Israel, official Israel, is trying to do is to continue the rape and deal with the scratches. And I say, stop the rape, stop the occupation, stop the apartheid, stop this inhumane ghettoization of Palestinians, and then—then—we can start talking, and we can reach peace agreements and all these beautiful words that now don’t mean anything for us.

Shapira soll in diesem (wieder viel zu langen) Blog auch noch das letzte Wort haben, weil er ein Problem anspricht, das hier niemand zur Kenntnis nehmen will:

“But overall, overall, there is a disease in my country, and the disease is spreading very fast, and it’s called fascism and racism. Fascism and racism is now the biggest threat of the Jewish people in the Middle East.”

(I rest my case ….)

 

Nochmal zur Erinnerung:

 

 

 

 

 

 

 

 

Zionist Justice: Der Gerechte Massenmord

terror or what1 – WIE KONNTE ES DAZU KOMMEN?

Die von Israel verbreitete Darstellung, dass die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten mit der Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher (Details dazu siehe den letzten Beitrag) bzw. den „Raketen aus Gaza“ begann, wird natürlich von erfahrenen (und unabhängigen) Analysten der politischen Situation als das durchschaut, was sie ist: eine Lüge, die wie immer dazu dient, das Opfer-Image Israels zu untermauern.

Einer der Mutigsten und Besten unter den Kritikern der israelischen Verbrechen ist Norman Finkelstein, dessen vielversprechende Karriere als amerikanischer Universitätsprofessor (Doktor der Politikwissenschaft) von den mächtigen israelischen Lobbyorganisationen ruiniert wurde. Seitdem verdient er seinen Lebensunterhalt als Buchautor und hat sich auch dabei nicht einschüchtern lassen.

Norman-FinkelsteinAlleine das Buch „Die Holocaust-Industrie” löste heftige Kontroversen aus, aber das ist (im Falle Israels bzw. des Zionismus) meistens nur ein Zeichen dafür, dass der Autor den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Alle seine Bücher sind sehr aufschlussreich, wenn es darum geht, hinter die mächtigen PR-Kulissen der „radikal-zionistischen“ (israelischen) Regierung zu blicken und die historischen und völkerrechtlichen Fakten im Auge zu behalten.

IDF pal childDie Entführungsstory lenkt davon ab, dass die brutale, illegale israelische Besatzung seit 1967 als grundlegender, politischer Kontext für „die Gewalt im Nahostkonflikt“ zu sehen ist. Dieser Kontext wird aber in unseren Medien einfach totgeschwiegen – seit Jahren.

Die so isolierte, scheinbare Aggression der „militanten Palästinenser“ (eine Minderheit, doch auch friedliche Proteste der Mehrheit im Westjordanland werden kriminalisiert bzw. brutal niedergeknüppelt) erscheint daher in einem politischen Vakuum und wird als Ausdruck von Extremismus präsentiert, während es sich tatsächlich (mit Ausnahme der Selbstmord-Attentate in Israel) um legitimen Widerstand gegen die Besatzung handelt.

Finkelstein sagte zu den aktuellen Ereignissen in Israel/ Palästina kürzlich in einem Interview folgendes:

„Netanyahu kochte vor Wut, als die Einheitsregierung (von Fatah und Hamas) auch noch von den USA und von der EU anerkannt wurde. Durch die – gerade recht kommende -Entführung der israelischen Teenager hatte er seinen Vorwand. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, gar nichts, dass Hamas irgendetwas mit der Entführung zu tun hatte [sie hätte sich damit ja nur selbst ins Knie geschossen …..]

Niemand weiß bis heute auch nur das Geringste über die Motive der Entführung. Weder HRW noch das State Department haben irgendwelche Hinweise auf die Täter. Aber das war ja auch nur ein Vorwand um wieder einmal in der West Bank „aufzuräumen“: 700 Hamas-Mitglieder festzunehmen, Häuser in die Luft zu jagen, Angst und Schrecken zu verbreiten, eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen um eine Reaktion von Hamas zu provozieren.

Das ist der übliche Modus operandi für Israel: […]Jedes Mal, wenn die Palästinenser versuchen, einer Beilegung des Konflikts näherzukommen – z.B. durch die Bildung einer Einheitsregierung zwischen Fatah und Hamas, wie sie kürzlich zustande kam – tut Israel alles, um die Einheit der Palästinenser zu torpedieren und um Gewalt zu provozieren, in diesem Fall von Hamas […]. Wenn die Gewaltreaktion dann kommt [die Raketen], dann kannst du wieder sagen – mit diesen Leuten können wir nicht verhandeln, das sind Terroristen.“

Dann hat die israelische Regierung also wieder einen Vorwand um weiterhin das Märchen von der „Selbstverteidigung“ zu verbreiten. Und sie hat keinen besseren Komplizen als unsere Journaille (Kanaille scheint mehr angemessen ..)

2 – KEIN WAFFENSTILLSTAND WEGEN HAMAS?

spinUnsere Fließbandjournalisten meldeten alle brav, dass Israel den Vorschlag der ägyptischen Regierung für eine Waffenruhe akzeptiert habe, Hamas aber nicht.

Damit soll also der „good-will“ der zionistischen Regierung demonstriert werden, während die „radikalen“ Palästinenser wieder einmal eine Chance für einen Kompromiss vertan haben und deshalb (wie immer) schuld an der Gewalteskalation und den vielen zivilen Opfern in Gaza tragen.

Was in diesem „Vorschlag“ eigentlich drinsteht, erfahren wir nicht und die Journalisten interessieren sich auch nicht dafür.

Dass Hamas (als Spross der MB) und die neue ägyptische Militärdiktatur, die sich „Regierung“ nennt, sich spinnefeind gegenüber stehen, weil letztere die Muslim-Brüder (MB – geschaffen als Werkzeug des britischen Empire) ) als Staatsfeinde betrachtet und massenweise verhaftet und zum Tode verurteilt hat (der gewählte Präsident Morsi, der auch zu den MB zählt, wurde ja von ihnen gestürzt), wird als Kontext auch meistens weggelassen. Hamas hat von dem Vorschlag erst aus den Medien erfahren, wurde also gar nicht konsultiert, das Ganze ist offensichtlich ein PR-Stunt von Netanyhu.

Your are free to do what we want

Aber Studenten von Machiavelli, Leo Strauss & Co. kennen diese Taktik ja aus Rambouillet, wo den Serben Bedingungen für eine „Einigung“ vorgesetzt wurden, die für sie völlig unakzeptabel waren, damit man anschließend sagen konnte, an deren Sturheit und Verblendung sei dieses Abkommen gescheitert. Dasselbe Muster war in Camp David zu erkennen, wo Arafat das enorm „großzügige“ Angebot von Ehud Barak ablehnte (zur PR-Strategie siehe dazu dieses Video).

In Wahrheit sollte es eben zu keiner Einigung kommen, weil man einen Vorwand für die eigene Gewalteskalation brauchte und genau dasselbe passiert jetzt wieder. Netanyahu hat ja bereits davon gesprochen, dass man jetzt quasi legitimiert, sei, noch mehr Gewalt anzuwenden.

victimhood TMWie ich bereits im letzten Beitrag skizziert habe, geht es bei den Zionisten immer darum, die moralische Überlegenheit zu demonstrieren (die es natürlich gar nicht gibt – im Gegenteil), deshalb muss alles getan werden, um die eigene Gewalt als „Verteidigung“ bzw. Reaktion auf die finsteren Absichten des Gegners zu präsentieren. .

Damit das (jedenfalls medial) gelingt, muss der Kontext für den Ablauf der Ereignisse stets manipuliert werden. Man könnte auch sagen moralisch „sterilisiert“, denn die Brutalität und Realität der israelischen Besatzung wird völlig ausgeblendet, also Ursache und Wirkung sind völlig verdreht.

Auch in diesem Fall (Entführung u. Ermordung der israelischen Teenager, dann Raketen aus Gaza, dann „Reaktion“ Israels, um die eigene Bevölkerung zu schützen, etc.) ist dieses Muster klar erkennbar, wie Norman Finkelstein auch ausführt:

Die Waffenruhe sagt nichts über die jüngsten Überfälle der IDF gegen Hamasmitglieder im Westjordanland und es waren diese Attacken[ähnlich wie bei einem Pogrom, wo alle Mitglieder einer bestimmten Gruppe wie Staatsfeinde und „Volksschädlinge“ behandelt werden] die zur Eskalation des derzeitigen Konflikts geführt haben. Israel erteilt sich damit einen moralischen Blankoscheck für die Verhaftung von Hamas-Mitgliedern, der Zerstörung von Wohnhäusern in der West Bank und der Ermordung von Palästinensern, was der Auftakt für die jetzigen Kämpfe war.“

israeli defenseFinkelstein erklärt dann, dass es ja bereits existierende Vereinbarungen zur Einhaltung einer Waffenruhe gäbe, nämlich aus den Jahren 2008 bzw. 2012. In beiden Fällen ist die zentrale Forderung von Hamas die Aufhebung der Blockade, die den Gazastreifen de facto in ein riesiges Open-Air-Gefängnis verwandelt hat und das Leben der Menschen dort unerträglich macht.

In beiden Fällen – so Finkelstein – habe Israel nach Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens die Versprechungen nicht gehalten und die Blockade nicht nur aufrechterhalten, sondern auch noch verschärft. Bei dem jetzt präsentierten „Vorschlag” der Ägypter (die wohl nur den Mediator spielen), wird eine Lockerung der Blockade versprochen, wenn wieder „Ruhe und Sicherheit“ hergestellt sind. Doch diese semantischen Tricks werden von Finkelstein entlarvt, in dem er sagt:

Da Israel Hamas als Terror-Organisation bezeichnet, kann die Sicherheitslage wohl nie als zufriedenstellend angesehen werden und deshalb wird es nie ein Ende der Blockade geben. Wir sind also wieder dort angekommen, wo wir schon im Juni 2008 und im November 2012 waren. Natürlich lehnt Hamas so eine Vereinbarung ab, denn sie legitimiert die brutale, gnadenlose, illegale Blockade des Gazastreifens.

Während unsere Papageien-Journalisten unisono „berichten“, dass Hamas sich einfach weigert, einem Waffenstillstand zuzustimmen, habe ich kein Beispiel in den Mainstream-Medien gefunden (vor allem nicht in den deutschen Rundfunksendern ARD, ZDF und ORF), das die Forderungen von Hamas (bzw. dem bewaffneten Arm Al Qassam) für eine Waffenruhe überhaupt erwähnt.

Dies sind nach Angaben der palästinensischen Presseagentur Maan (Meldung vom 7. Juli 2014) fünf Bedingungen: (Hervorhebungen sind von mir)

  1. Ende der Militäroffensive gegen Gaza
  2. Keine Luftangriffe mehr (wo hunderte Tonnen Bomben in einem sehr dicht besiedelten Gebiet abgeworfen werden)
  3. Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens aus dem Jahr 2012
  4. Erneute Freilassung aller Häftlinge, die im Zuge des Gefangenenaustausches mit Gilad Shalit freikamen, aber nach der Entführung der israelischen Jugendlichen erneut verhaftet wurden
  5. Ein Ende der (intriganten) Unterminierung der neuen Einheitsregierung durch Israel

Wie Finkelstein oben erwähnt, sind die Bedingungen der Feuerpause aus dem Jahr 2012 praktisch die gleichen, die schon im Juni 2008 vereinbart wurden.

Schauen wir uns doch einmal an, was nach der vereinbarten Waffenruhe Mitte Juni 2008 passiert ist. Natürlich ist es unmöglich, im Detail alle relevanten Ereignisse darzustellen, doch selbst wenn man beispielhaft nur die wichtigsten Meldungen eines Monats betrachtet (den Juli 2008), wird klar, welches hinterhältiges Katz- und Mausspiel die israelische Regierung hier treibt und das Finkelstein mit seiner Analyse Recht hat:  (Viel Lesestoff, aber wer verstehen will, was hier wirklich passiert und wie unsere Medien als Komplizen Israels die Realität verzerren, sollte sich die Zeit dafür nehmen …) 

Am 13. Juni 2008 wird ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet ….

1 Juli National Resistance Brigades (Nrb) Urge Israel To Comply With Truce

IDF arrest Pal in Hebron„Der Sprecher der NRB, Abu Salim drängte darauf, dafür zu sorgen, dass die israelischen Provokationen* gegen die Palästinenser aufhören. Dazu gehören die anhaltende Sperre der Grenzübergänge, der Beschuss des Wohngebietes in Sufa und die andauernden Überfälle in der West Bank. Sollten die israelischen Übergriffe nicht aufhören, habe die Widerstandsbewegung das Recht, ihre Landsleute mit allen Mitteln zu verteidigen.

Abu Salim betonte die Notwendigkeit eines Dialoges (zwischen den verschiedenen palästinensischen Gruppen) um den Zustand der internen Spaltung zu beenden. Er ermahnte besonders Fatah und Hamas, sich auf den Pfad der Versöhnung zu begeben.“

2 Juli Hamas: 41 Palestinians killed by Israeli forces during June

„Hamas gab am Mittwoch bekannt, dass im Juni 41 Palästinenser durch die IDF getötet wurden, davon 16 Mitglieder des bewaffneten Arms (Al Qassam) sowie vier Kinder. Weitere 28 Menschen starben als Folge der Blockade, wodurch sich die Zahl der Blockadeopfer seit Juni 2007 auf 199 erhöhte. 194 Palästinenser wurden von der IDF festgenommen, davon 179 in der West Bank.

Das israelische Militär (IDF) habe 136 Überfälle in der West Bank und in Gaza durchgeführt.*

pal detaineesHamas fügte hinzu, dass trotz der Einladung zum Dialog, die Sicherheitskräfte (der Fatah) im Westjordanland weiterhin politisch motivierte Verhaftungen vornehmen. Hamas-Anhänger und andere Widerstandsgruppen seien immer noch in Haft und jede politische Aktivität durch Hamas sei verboten. Man habe ihnen sogar verboten, das Foto eines getöteten Widerstandskämpfers zu publizieren.“

(*Fünf Jahre später ist die Situation noch schlimmer, wie HRW jüngst dokumentierte)

2 Juli Haniyeh: Israel must stick to truce; Hamas supports national unity

HaniyehIsmael Haniyeh, der Premierminister der de facto Hamas-Regierung, sagte am Freitag „Israels Verletzungen des Waffenstillstands sind die Folge fehlender Seriosität“. Israel müsse die Grenzen öffnen und die Aggression gegen die Palästinenser stoppen. Er verlangte die Umsetzung der Bedingungen des Waffenstillstands-abkommens, wie die Öffnung des Grenzübergangs Rafah (zu Ägypten), das Thema des nationalen Dialogs mit Ägypten als Mediator anstatt nur über Gilat Shalit zu reden (ein israelischer Soldat, der gefangengenommen wurde, um Druck auf Israel auszuüben, die hunderten palästinensischen (politischen) Gefangenen freizulassen.

*Welche Art von „Provokationen“ Israel immer wieder praktiziert, wird aus diesen Meldungen klar:

5 Juli Israeli warships fire on Palestinian fishermen, further straining truce

fisher boats attacked by IDFIsraelische Kriegsschiffe feuerten am Samstagmorgen mit Maschinengewehren auf palästinensische Fischerboote im Norden des Gazastreifens. Es wurden keine Opfer gemeldet. Bereits am Freitag hatte das israelische Militär Granaten auf Fischerboote abgefeuert, als sie westlich von Rafah, im Süden des Gazastreifens ihre Netze auswarfen. Dabei wurden die Boote beschädigt. Diese Angriffe sind eine direkte Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, das am 19. Juni in Kraft getreten war.

Israel und die pal Gruppen beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Israel hat sich verpflichtet, die seit einem Jahr andauernde Blockade Schritt für Schritt zu lockern, wenn die Widerstandsgruppen keine Waffengewalt mehr ausüben. Israel hat jedoch schon zweimal die Grenzen wieder versiegelt, nachdem selbst-gebastelte Projektile aus Gaza abgefeuert wurden.

Die Palästinenser kritisieren, dass Israel sich Zeit damit lässt, die verheerende Blockade zu lockern, geschweige denn aufzuheben

6 July Israeli forces fire on farmers in northern Gaza

IDF Gaza borderDas israelische Militär (IDF) schoss mit Maschinengewehren auf palästinensische Bauern, die ihre Felder in der Nähe des Sperrzaunes im Norden des Gazastreifens bestellen wollten. Wegen des starken Beschusses mussten sie die Feldarbeit aufgeben, die ja gerade erst nach dem Waffenstillstand im Juni wieder möglich wurde. Die IDF kündigte am Freitag an, dass sie sich das Recht herausnehmen, auf alle Personen zu schießen, die sich dem Sperrzaunmehr mehr als 300 m nähern, auch während eines Waffenstillstands. Schon am Sonntag hatte die IDF die Frequenzen lokaler Radiostationen übernommen, um davor zu warnen, dass auf jeden, der sich der Grenze nähert, das Feuer eröffnet wird.

Die lokale Initiative gegen Israelische Aggression in Beit Hanoun, im nördlichen Gazastreifen nannte diese Entscheidung „ein Todesurteil für die Bauern“ und warnte davor, dass tausende Hektar Ackerland und Brunnen dadurch verloren gingen. Die Grenzstreifen seien zu Todeszonen geworden, die zum Verlust tausender Arbeitsplätze führen, wenn die Bauern keinen Zugang mehr zu ihren Feldern haben. […]

7 July Israeli forces raid Nablus; ransack and close four charities

IDF operation in NablusDie IDF haben am Montag vier Wohltätigkeitsorganisationen in Nablus (darunter Sozialhilfe für Waisen und eine Apotheke) geschlossen, weil sie angeblich mit Hamas verbunden sind. Vorher hatten sie die Büros durchwühlt und Computer und Bargeld konfisziert. Das Verbot gilt für drei Jahre. Die israelischen Soldaten stürmten auch die Büros des Sozialministeriums in Nablus.

Der Leiter der Apotheke, Dr. Hafizh As-Sadr, sagte dazu:

Die Soldaten zerstörten die gesamte Einrichtung (samt Medikamente) und auch den Safe, in dem sich umgerechnet fünftausend US-Dollar befanden. Das Geld haben sie gestohlen.”

Die medizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung sei der Zweck gewesen und habe nichts mit Hamas zu tun gehabt. Die Klinik sei bereits 1977 errichtet worden, 10 Jahre vor der Gründung von Hamas.

Die israelischen Behörden haben solche Überfälle genehmigt, um die zunehmende Popularität von Hamas in der West Bank zu unterminieren. Die IDF haben seit Jahresanfang ähnliche Aktionen in den Regionen Hebron, Qalqilyah and Ramallah durchgeführt, aber die offizielle Genehmigung wird nun zu einer Ausweitung der Kampagne in andere Teilen der West Bank führen.

Wir sehen also, was hier vor sich geht: eine Art zionistisches Kristallnacht Syndrom … Plünderung und Zerstörung von sozialen Einrichtungen, die dringend benötigt werden, nur weil sie von Hamas gegründet wurden … wie krank ist das? Und selbst das ist nur ein Vorwand … denn es wird (wie o.a.) oft behauptet, eine Einrichtung habe Verbindungen zu Hamas, wenn man sie plündern will …

Dazu kommt noch, dass in den Gebieten, die unter palästinensischer Verwaltung stehen, von den lokalen Sicherheitskräften erwartet wird, die eigenen Leute festzunehmen, wenn sie Widerstand gegen solches Unrecht leisten. Das ist der perfekte Spaltpilz, denn die Fatah-Partei kann aus Verhaftungen von Hamas-Mitgliedern zwar politisches Kapital schlagen, dadurch wird aber der Dialog zwischen den Rivalen noch schwerer. Und die israelische Regierung ist der lachende Dritte …

10 July Israeli crackdown on „Hamas“ institutions in Nablus continues

IDF West Bank crackdownDie Razzien gegen Hamas Institutionen gehen weiter: In Nablus wurde um 1 Uhr nachts ein Fernsehsender gewaltsam geschlossen, die technische Ausrüstung konfisziert. Auch die Moschee, die sich im gleichen Gebäude befand, wurde gestürmt. Mehr als 50 Militärfahrzeuge kamen in den frühen Morgenstunden an und die israelischen Soldaten stürmten anschließend auch noch zwei Kliniken, die ebenfalls geplündert wurden (Computer und medizinische Geräte).

Nach Augenzeugenberichten überfielen die IDF auch die Zentrale der Frauenverbände in An-Najah Straße im Westen der Stadt und ein Gebäude, in dem sich die Islamische Bank befindet.

Ebenfalls am Donnerstagmorgen haben israelische Soldaten drei Schulbusse konfiziert, die drei verschiedenen Schulen gehören.

Am Dienstag stürmte die IDF die Büros des Einkaufszentrums von Nablus und beschlagnahmte Dokumente, Computer und Überwachungskameras. Das Shopping-Center hat 50 Geschäfte und Büros, darunter auch eine Investmentfirma mit einem Kapital von fünf Millionen Dollar. Israel behauptet, diese Gesellschaft fördere Hamas und „Terrorismus“. Der Geschäftsführer des Einkaufszentrum, Adli Yayish, wird seit einem Jahr von Israel festgehalten (ohne Anklage), weil man ihm Verbindungen zu Hamas vorwirft.

Der IDF-Kommandant in Nablus ordnete an, dass jeder, der das Shopping Center betritt, mit fünf Jahren Gefängnis bestraft wird, gültig ab 15 August. Die Besitzer werden kurzerhand enteignet: ab 18. August „gehört“ das Einkaufszentrum Israel.

(So einfach ist das, wenn man die Besatzungsmacht ist, die mit den kolonisierten Ureinwohnern macht, was sie will …und die Welt schaut zu … es handelt sich doch immer nur um „Verteidigung“ … die Besatzer und Mörder werden zu armen Opfern gemacht, die sich „wehren“ müssen … )

Der Bürgermeister von Nablus rief die Bürger dazu auf, sich nicht an die Verfügung der Israelis zu halten und wies alle Behauptungen, das Einkaufszentrum gehöre Hamas, zurück. 70 Kaufleute und 4000 palästinensische Investoren aus den muslimischen und christlichen Gemeinden seien die wahren Inhaber bzw. Betreiber. Er sagte der Presseagentur, die Überfälle auf Nablus seien eine Taktik, die PNA zu unterminieren und ihre Bemühungen, für Ruhe (Sicherheit) zu sorgen.

Gemeint ist natürlich, dass diese israelischen Verbrechen und Demütigungen Aufruhr und Gewalt provozieren sollen, damit man dann wieder sagen kann, die palästinensischen Behörden können nicht für Sicherheit sorgen. Greifen sie dann hart durch (um zu beweisen, dass sie es können), fühlen sich die Palästinenser im Stich gelassen, verraten und es kommt bei manchen zu einer weiteren Radikalisierung bzw. Zuwendung zu bewaffneten Widerstandsgruppen. Dann kann Israel wieder sagen: das sind Terroristen, die unsere Sicherheit bedrohen …In diesem zynischen Spiel können die Palästinenser nur verlieren … besonders, weil unsere Presse sich als gehorsamer Diener der israelischen PR-Taktik zur Verfügung stellt …

10 July Five PLO and Islamic Jihad factions start dialogue in Gaza

Trotzdem versuchte Hamas und andere Gruppen weiterhin, einen nationalen Dialog voranzubringen, also die Spaltung innerhalb der Palästinensischen Gruppen zu beenden. Meldungen wie diese (die PLO und eine bewaffnete Widerstandsgruppe starten einen Dialog) sieht die israelische Regierung gar nicht gern, deshalb muss weiter mit brutaler Gewalt vorgegangen werden, bis die Verzweiflung und Wut über das erlittene Unrecht so groß werden, dass wieder „Raketen“ abgefeuert werden. Dann lesen wir wieder Meldungen wie diese:

10 July Israel: projectiles launched at Negev by Al-Aqsa violate truce

Al AqsaZwei weitere Projektile, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden, landeten nach israelischen Angaben am Donnerstag im Westen der Negev (Wüste). Schäden und Verletzungen wurden nicht gemeldet. Die Al-Aqsa Brigaden (gehören nicht zu Hamas) haben die Verantwortung für den Abschuss übernommen, ebenso für zwei Mörsergranaten, die auf den Militärposten Kissufim abgefeuert wurden.

Die Brigaden sagten der Presseagentur, die “Raketen” seien eine Antwort auf die jüngsten Überfälle und Mordanschläge in der West Bank.

In unseren Medien hätte man nur den ersten Teil der Meldung gebracht, den zweiten nicht, denn damit wäre die Realität und Brutalität der Besatzung ans Licht gekommen, die gezielt noch gesteigert wird, wenn man eine gewaltsame Reaktion bei den Palästinensern provozieren will.

Dazu kommt, dass suggeriert wird, für jeden Beschuss aus Gaza sei automatisch Hamas verantwortlich. Das entspricht aber nicht den Tatsachen: es gibt mehrere, bewaffnete Widerstandsgruppen, auch die politische Partei Fatah (zu der – schon lange nicht mehr – „Präsident“ Abbas gehört) hat einen „bewaffneten Arm“: die Al Aqsa Brigaden, während das Pendant bei Hamas die Al Qazzam-Brigaden sind. In den Medien wird aber kein Unterschied gemacht, weil sie nach Israels Pfeife tanzen und deshalb immer Hamas beschuldigt wird. Meldungen wie diese passen da gar nicht ins PR-Konzept:

Nach Angaben der Al-Aqsa Brigaden hat die de-facto Regierung (Hamas) zwei ihrer Mitglieder festgenommen, die verdächtigt werden, die „Raketen“ abgefeuert zu haben. Die Festnahmen sollen einen Vergeltungsschlag nach der Ermordung von Salim Al-Humeidi verhindern.

Hamas hat sich also durchaus dafür eingesetzt, dass der Waffenstillstand eingehalten wird, kann aber unmöglich alle Widerstandsgruppen rund um die Uhr so kontrollieren, dass solche Vorfälle verhindert werden. Aber – wie oben erwähnt – ist es angesichts der enormen Brutalität des Vorgehens der IDF nur eine Frage der Zeit, bis diese systemische und taktisch eingesetzte Gewalt zu Gegengewalt bei den Widerstandsgruppen führt., dann wird wieder die „Crying and Shooting“ Show der israelischen Regierung aufgeführt.

Dass die Mehrheit der Proteste aber friedlich und demokratisch sind, wird von unserer Journo-Kanaille auch totgeschwiegen. Meldungen we diese (die sehr häufig sind), werden bei uns unterschlagen:

10 July 9-year-old child shot by Israeli forces in anti-wall demonstration near Tulkarem

palestine child IDFEin 9-jähriges Kind wurde am Dienstagnachmittag während einer friedlichen Demonstration gegen die Trennmauer und Haus-Demolierungen durch israelische Soldaten verletzt. In Far‘un, südlich von Tulkarem in der West Bank wurde Mohammad Abdel Kareem Salim Bdeir von mit Gummi überzogenen Geschoßen am Fuß verletzt, als er bei der Demo mitlief.

Die Demonstranten sagen, durch den Bau der illegalen Trennmauer (8m hoch) haben die Bauern große Flächen an Ackerland verloren (weil dadurch eine von Israel geplante, illegale Landannexion stattfand).

1 ICAHD stats 2014

Bilanz Juli 2014: 329 Häuser zerstört, 629 Menschen vertrieben, 1051 Palästinenser durch IDF verletzt (ICAHD)

Sie protestieren auch vor Gebäuden, die abgerissen werden sollen (Israel erteilt den palästinensischen Familien keine Baugenehmigung; da sie aber Wohnraum brauchen, bauen sie trotzdem. Später wird das dann als Vorwand genommen, die Häuser zu zerstören – das ist „Routine“ für Israel, um die Palästinenser zur Auswanderung „zu ermutigen“.) und gemeinsam mit Teilnehmern der Internationalen Solidaritätsbewegung auch gegen dem weiteren Ausbau der (illegalen) „Siedlungen“ und die Trennmauer. Die Demonstranten riefen die UN, die Arabische Liga u.a. dazu auf, solche Praktiken Israels zu stoppen und die Regierung zu zwingen, sich an das Völkerrecht zu halten.

(Der letzte Satz kann nur mehr zynisch kommentiert werden, da Israel offensichtlich 100% rechtliche Immunität genießt, egal wieviele Verbrechen der Staat begeht …auch das geschieht mit Unterstützung unserer Journaille …

11 July Haniyeh agrees Carter Center to monitor truce

Hamas Premierminister Ismail Haniyeh sagte, man werde nicht zulassen, dass das Waffenruheabkommen und die Bemühungen für eine nationale Einheit sabotiert werden, deshalb habe man die beiden Al Aqsa-Militanten festgenommen. Dann legte er eine Liste der israelischen Verletzungen des Abkommens vor.

Haniyeh hatte den Besuch einer Delegation des Carter Centers dazu benutzt, um Intervention zu bitten, damit Israel sich an die Verpflichtungen aus der Vereinbarung hält, vor allem die Zusage, dass die Palästinenser Zugang zu allen Waren bekommen, die sie täglich brauchen und dass die Grenzübergänge geöffnet werden.

Es sei die Weigerung der Fatah-Behörden, sich mit Hamas-Vertretern in Damaskus zu treffen, die den Dialog zur nationalen Einheit nicht weiterbringe. Einigung könne nur am Verhandlungstisch erreicht werden.

Dialog zwischen den Streitparteien, das ist natürlich ein gewaltiger Störfaktor der kolonialen divide et impera Taktik, die Israel seit Jahren betreibt. Deshalb geht die Charade weiter:

12 July Israel claims Gazans launched another round of projectiles at western Negev

Gaza rockets NegevIsraelische Medien meldeten, dass eine Explosion im Westen der Negev zu hören war und man Reste einer selbstgebastelten Rakete gefunden hatte. Die Al Aqsa hätten sich dafür verantwortlich erklärt. Doch dann veröffentlichte ein Sprecher der Brigaden ein Statement, dass diese Behauptung falsch sei (eine Fälschung).

Kurz vorher hatte der Islamische Jihad eine Pressemeldung herausgegeben, in der die 13 Verstöße Israels gegen die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens – alleine in der vergangenen Woche – hervorgehoben wurden.

Israel benutzte das “Auffinden” der Raketenteile als Vorwand, die Grenzübergänge nach Gaza zu schließen, sodass Lebensmittel und Treibstofflieferungen verhindert wurden.

14 July Israeli forces raid Nablus; storm Nablus Mall, arrest five in Askar camp

Das Einkaufszentrum wird neuerlich gestürmt .. alle 50 Geschäfte durchwühlt … Zutritt ist absolut verboten …

19 JuliFree Gaza“ initiative to try and enter Gaza by sea and open port

Dass Israel nach dem medial-inszenierten Rückzug im Jahr 2005 theoretisch kein Recht mehr hat, den Luftraum, die Grenzen und die Küstengewässer von Gaza zu kontrollieren, ist ein Fakt, interessiert aber unsere Medien nicht. Was aus der „Free Gaza“ Initiative letztlich wurde, wissen wir ja … siehe dazu meine Beiträge über die „Mavi Marmara“

20 Juli  Israeli warships fire at Gazan fishermenhere we go again …

21 Juli  Israeli campaign against Nablus continues; more than 20 arrested overnight

Die IDF hat neuerlich in der Stadt Nablus Razzien durchgeführt. Gegen 3 Uhr morgens wurden mehrere Wohnhäuser durchwühlt, darunter auch das von Muna Mansour, der Abgeordneten die Hamas nahesteht. Sie wurde gemeinsam mit 20 anderen Palästinensern verhaftet. Die Polizei sagte, die Verhaftungen betrafen Geschäftsleute, Arbeiter und Studenten (deren Computer wurden beschlagnahmt). Die Verhaftungen kamen nach einer Welle von Überfällen und Razzien in der vergangenen

22 Juli  Fayyad threatens to withdraw Palestinian security forces in protest of Israeli incursions

22 Juli  Building materials, food, and other goods allowed into Gaza

23 Juli   Civilian shot by Israelis in the north of Gaza Strip

24 Juli  Over half of Gazan households slump below poverty line

poverty and destruction 1Christopher Gunness, der Sprecher der UNRWA sagte, die Jugend sei am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen. (80% der Menschen in Gaza sind auf  UN-Lebensmittelspenden angewiesen.)

Wenn Sie junge Menschen um ihre ökonomische Zukunft bringen, nehmen Sie ihnen jede Hoffnung und wenn die weg ist, was bleibt dann noch? Wie kann man besser Verzweiflung und Elend einer ganzen Generation verhindern, als durch die Wieder-Öffnung der Grenzen von Gaza?

Hamas hat ein Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen initiiert, doch angesichts der fehlenden Bewegungsfreiheit in den besetzten Gebieten, deren Bevölkerung seit 1999 um ein Drittel gewachsen ist, ist eine Regression unvermeidlich. Diese Blockaden (durch die Besatzung) sind das größte Hindernis für eine wirtschaftliche Erholung und Weiterentwicklung.“

Wenn alle Stricke reißen (um einen Dialog zwischen Fatah und Hamas zu verhindern), bleibt ja immer noch der „Bombenanschlag“, den man anderen in die Schuhe schiebt. Die bestehende Rivalität wird dadurch neu geschürt und ein gemeinsames Vorgehen gegen Israel verhindert….

25 Juli  Six dead, 20 injured as car of Hamas leader explodes near Gaza City

26 Juli  Al-Aqsa Brigades threaten attacks on Hamas personnel if violence against Fatah affiliates continues in Gaza

27 Juli  Hamas activist dead after Israeli troops demolish Hebron home, crushing him

28 Juli  Hamas renews accusations of Fatah responsibility for Gaza explosions

28 JulyFatah blames Hamas for Gaza explosions divide et impera again …

28 Juli  PA security services apprehend more than 50 Hamas loyalists in Nablus

30 Juli   Six Hamas activists injured in Gaza Strip explosion

30 Juli  Ar-Rish Brigades: Hamas arrest dozens of fighters and confiscate weapons

30 JulyHamas: PA arrest 11 Hamas members

31 JulyAl-Quds Brigades: Israeli army violates truce in Gaza and West Bank

01Aug  Al-Quds Brigades will not stand for ‚Israeli violations‘

Der Sprecher von Al Quds sagte: „Israel hat kein Interesse an einem Frieden. Die israelische Armee will, dass wir wieder eine Offensive starten, damit sie eine Rechtfertigung für noch mehr Verhaftungen, Massaker und die Fortführung der Blockade haben.“

Er rief Hamas dazu auf, zu einem Dialog zurückzukehren um den Versuch einer Einigung der Palästinenser zu erneuern und verlangte ein Ende aller Verhaftungen in der West Bank.“

Das Divide et Impera Spiel gegen eine fanatisch selbstgerechte Besatzungsmacht, die in „göttlichem Auftrag“ handelt, ist nicht zu gewinnen – jedenfalls nicht mit unseren Papageienmedien … die nur die Texte herunterbeten, die das israelische PR-Arsenal ihnen zur Verfügung stellt …

genocide

Zur Erinnerung:

  • Die Menschen in Gaza sind gefangen. Niemand kommt rein oder raus, wenn Israel es nicht erlaubt
  • Massive Arbeitslosigkeit
  • Unter- und Mangelernährung ist Routine. Mehr als die Hälfte der Kinder unter zwei Jahren leidet an Blutarmut (Eisenmangel) und Kümmerwuchs.
  • 90% des Trinkwassers ist verunreinigt und untrinkbar.
  • Abwasser muss jetzt ungeklärt ins Meer geleitet werden (Ausfall der Kläranlagen wegen Strommangel)
  • Mangelhafte Medizinische Versorgung wegen der Blockade
  • Sie haben keine Pässe und sind staatenlos.
  • Sie werden tagtäglich von ihren Kolonialherren als Verbrecher, Terroristen und Todfeinde der Juden denunziert, die ihnen ihr Land und ihre Würde gestohlen haben

Die  Scheinheiligen  Moralapostel

Eine tiefe und weite moralische Kluft trennt uns von unseren Feinden. Sie verherrlichen den Tod, während für uns das Leben heilig ist. Sie verherrlichen die Grausamkeit, während für uns das Mitgefühl heilig ist.“

Benjamin Netanyahu, Juli 2014

Der israelische Premierminister hat nur vergessen zu erwähnen, dass für Zionisten nur jüdisches Leben heilig,und nur für Juden Mitgefühl eine moralische Pflicht is.

the unspeakableWas die Grausamkeit betrifft, leidet Bibi an völligem Realitätsverlust … da könnte ihm Dr. Mads Gilbert behilflich sein, der schon in seinem Buch Eyes of Gaza die grauenhaften Verwundungen der Opfer der Kriegsverbrechen Israels geschildert hat, das auch routinemässig Krankenhäuser bombardiert …

Ich habe ja damals über Operation Cast Lead geschrieben und heute will man diese barbarische Gewaltorgie anscheinend noch übertreffen …

Während ich diese Zeilen schreibe, giesst es  – passend zu meiner Verzweiflung – seit Stunden in Strömen … mitten im Hochsommer .. auch der Juni war völlig verregnet …  es ist, als ob die Sonne angesichts der unmenschlichen Verbrechen in Gaza, der Ukraine, im Irak, in Syrien, etc. – wo USrael überall mitmischt – nicht mehr scheinen darf, nur ein grauer Himmel ist jetzt noch der Trauer angemessen, ähnlich wie im Gedicht von W.H. Auden

The stars are not wanted now: put out every one;
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the wood.
For nothing now can ever come to any good.

Fortsetzung folgt …

P.S. so sieht das „Mitgefühl“ im zionistischen (faschistischen) Judenstaat wirklich aus, den Netanyahu leitet …

„They [the Palestinians] are all enemy combatants, and their blood shall be on all their heads. Now this also includes the mothers of the martyrs, who send them to hell with flowers and kisses. They should follow their sons, nothing would be more just. They should go, as should the physical homes in which they raised the snakes. Otherwise, more little snakes will be raised there.”

Ayelet Shaked, Mitglied der  rechtsradikalen Jüdischen Heimat-Partei,auf ihrer Facebook Seite am 30. Juni

Das Blutige Rasenmähen

I am so sorry that my country is run by greedy murderers and that we support the terrorist nation of Israel.
I am also ashamed that my fellow citizens are so brainwashed and ignorant that we continue to elect these war criminals. Deepest apologies.”

Gaza bloody toddler shoeIn diesem englischen Kommentar in einem Internetforum wird – angesichts der aktuellen Luftangriffe auf das belagerte Elendsquartier in Gaza – bedauert dass die amerikanische Regierung die „terroristische Nation Israel“ unterstützt und die beschämende Ignoranz der Mitbürger beklagt, die die „Wiederwahl dieser Kriegsverbrecher“ ermöglicht.

Wie wir wissen, beschäftigt Israel dutzende Leute, die dafür bezahlt werden, sich in solchen Internet-Foren als Verteidiger der israelischen Politik zu äußern. Auch in diesem Fall findet man ein Beispiel; die Klage über das Leiden der Menschen in Gaza durch die israelischen Bombenangriffe wird so kommentiert:

Here is a clue: STOP firing rockets into Israel, and maybe you won’t have these problems!”

Worauf ein intelligenter Teilnehmer des Forums antwortet:

Here’s another clue: Give people back their land that you stole and they won’t fire rockets at you!”

(Gebt den Leuten ihr Land zurück, dann werden sie aufhören, Raketen auf euch zu schießen!)

Hier sieht man, dass es eigentlich ganz einfach ist, die israelische Propaganda zu entlarven, doch dank unserer Medienschafe werden diese Lügen so oft wiederholt, bis sie als „Realität“ wahrgenommen werden. Seit Jahren hören wir in den „Nachrichten“ (für Idioten) immer die Perspektive Israels, die natürlich mit der bitteren Realität wenig zu tun hat.

In den Mittagsnachrichten, war die erste Meldung, dass wieder „Raketen aus Gaza nach Israel abgefeuert wurden.“ Im Hintergrund waren Sirenen zu hören, die wahrscheinlich die Angst der armen Israelis verdeutlichen sollten. Dann hieß es, die Raketen hätten eigentlich kaum Schaden angerichtet, aber das sei dem Abfangsystem „Iron Dome“ zu verdanken.

Hier wird also immer wieder suggeriert, dass die „grundlose“ Aggression der Palästinenser (unter Kommando der ultra-bösen Hamas), das eigentliche Problem sei und Israel sich doch immer nur „verteidigen“ müsse bzw. die heilige Pflicht habe, seine Bürger zu beschützen. Diese völlige Verzerrung der Wirklichkeit durch unsere Medien dient – seit Jahrzehnten – als Apologet für die Brutalität, Aggression und Kriminalität des israelischen Staates.

Jeder Redakteur, Journalist der dieses Propagandasystem unterstützt, macht sich mitschuldig am Leiden und Sterben der Palästinenser (und aller anderen Opfer, ob sie nun in der Ukraine, im Irak, in Syrien, im Jemen, im Libanon, und anderen Teilen der Welt misshandelt und getötet werden).

Die israelische Armee (IDF) ist einer der am besten trainierten und am besten ausgerüsteten Terrororganisationen der Welt. Ihre einziger Zweck ist (die Palästinenser) zu terrorisieren.“

Miko Peled (Sohn eines hochdekorierten israelischen Generals; mehr über ihn siehe weiter unten)

Luftangriffe auf den dicht besiedelten, völlig von Israel kontrollierten Gaza-Streifen sind ja nichts Neues mehr und werden in den Medien wie Routine behandelt. Die sterile, militaristische Sprache der „Meldungen“ lässt auch kein Mitgefühl oder Unrechtsbewusstsein aufkommen: Israel hat wieder „Ziele“ im Gazastreifen bombardiert, heißt es immer. In Wahrheit werden Schulen, Wohnblöcke, Geschäfte, Moscheen, etc. bombardiert, (also eben keine legitimen Ziele)und letztlich sind damit Menschen gemeint …

Gaza children victimsWie fanatisch selbstgerecht und unmenschlich man sein muss, um 1,8 Millionen Menschen (darunter etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) die in einem Elendsghetto eingesperrt sind, immer wieder zu bombardieren, diese Frage darf nicht gestellt werden. Denn das würde ja das ewige Opfer-Image, auf das jüdische Israelis ein Monopol haben, in Frage stellen.

Dass jede Form von Gewalt, die manche Palästinenser ausüben, die Folge der brutalen Besatzung ist, wird in den Medien nie erwähnt. Ja die Besatzung selbst wird unsichtbar gemacht, damit keine Empathie für die entrechteten Palästinenser aufkommt.

Dieser Kontext darf nicht hergestellt werden. Ursache und Wirkung werden auf den Kopf gestellt, die Gewalt in einem politischen Vakuum präsentiert. (Darüber habe ich ja schon häufig geschrieben)

In diesem Fall ist aber die Vorgeschichte äußert interessant, weil damit eine riesige Medienkampagne verbunden war, die weltweit Schlagzeilen machte und die Gemüter sehr erregte. Wie glaubhaft diese Story ist, darüber machte sich niemand Gedanken …

BIG DEAL: DIE  ENTFÜHRUNG  VON  DREI  ISRAELISCHEN TEENAGERN

three-boysLaut offiziellen Angaben wurden am 12. Juni 2014 drei männliche Jugendliche „entführt“: Naftali Frenkel, Gilad Shaar and Eyal Yifrach seien am Abend (auf dem Heimweg von der Schule) als Anhalter mitgenommen worden und seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Die drei Schüler bzw. ihre Eltern gehörten zu jenen „Siedlern“, die von der israelischen Regierung durch finanzielle Anreize (oder religiösen Eifer) dazu gebracht werden, sich als illegale Kolonisten im Westjordanland niederzulassen. In diesem Fall die „Siedlung“ Kfar Etzion. Netanyahu, ein Meister machiavellischer Täuschung, schlug aus dieser „Entführung“ natürlich politisches Kapital: eine gewaltige Medienkampagne wurde losgetreten und dabei den ultra-rechten Kreisen in Israel viel Wasser auf die Mühlen ihres Fanatismus gegossen.

Während einerseits die Mitleidskarte gespielt wurde („Bring our Boys back!), zogen „Bibi“ und die fanatischen Rabbis andererseits alle Register, um den Hass auf die Palästinenser zu schüren: einen Aufruf über Facebook, für jede Stunde der „Entführung“, als Vergeltung einen palästinensischen Gefangenen zu ermorden, kommentierten über 30.000 Israelis mit „das gefällt mir“.

So wurde eine emotionsgeladene, aggressive „Opfer“- Stimmung erzeugt und gleichzeitig Hoffnung auf die Auffindung der drei Entführten geschürt. Als diese dann tot aufgefunden wurden, entlud sich natürlich die aufgestaute Aggression umso mehr: fanatische israelische Jugendliche attackierten Palästinenser bzw. arabische Israelis auf den Straßen, der Volkszorn kochte über:

NF Petition for UN Investigation  7 2014Der grauenvolle Tod eines 16 jährigen Palästinensers, der mit Benzin übergossen und dann angezündet wurde (man zwang ihn auch noch, den Treibstoff zu trinken), ist das traurige Ergebnis dieser kollektiven Hetzkampagne, die andernorts als Pogrom bezeichnet würde. Dann wurde auch noch sein Cousin von IDF-Soldaten geschlagen und getreten (siehe Bild unten rechts).

Wie immer, wurde sofort Hamas die Schuld an der Entführung zugewiesen, obwohl nicht die Spur eines Beweises existiert und die Hamas-Führung jede Beteiligung daran leugnet. Wenn eine Entführung politisch motiviert ist, bekennen sich die Täter normalerweise dazu oder brüsten sich sogar damit. Entweder, weil sie die Geisel gegen Erfüllung einer politischen Forderung freilassen wollen, sie gegen Gefangene austauschen oder die Geisel töten, um sich beim politischen Gegner (für dessen Verbrechen) zu rächen.

Angesichts der brutalen Realität der Besatzung und der fanatischen Aggression vieler „Siedler“ (die auf gestohlenem Land ihre Häuser bauen und den palästinensischen Familien das Leben zur Hölle machen), wäre es kein Wunder, wenn unter den gequälten Palästinensern im Westjordanland einige so radikalisiert würden, dass sie sich für das seit Jahrzehnten erlittene Unrecht rächen wollen. Aber selbst wenn es so wäre, könnte man daraus nicht automatisch und reflexartig den Schluss ziehen, dass Hamas dafür verantwortlich ist.

DIVIDE ET IMPERA 2.0

Doch der Zeitpunkt der Entführung und der politische Kontext dahinter, sind starke Indizien dafür, dass der Wahrheitsgehalt dieser Story eher dürftig ist.

Dass es Hamas und Fatah nach vielen Jahren der (von Israel geschürten) Zwietracht kurz davor gelungen war, eine Koalition der nationalen Einheit zu bilden, die von der EU und der USA als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, darf natürlich als politischer Kontext nicht unerwähnt bleiben. Mit der kurz darauf lancierten Entführungsstory und ihrem blutigem Ende hat Israel diese Einigkeit erfolgreich torpediert und wieder dem alten PR- Slogan „Israel has no partner for peace“ neues Leben eingehaucht. Das kann kein Zufall sein, denn die israelische Regierung sucht ja seit Jahren (erfolgreich) immer wieder nach Vorwänden, diese Verhandlungen zu torpedieren.

Und was hätte diese dilettantisch inszenierte „Entführung“ denn Hamas gebracht? Betrachtet man die Sache nach dem Cui Bono? Prinzip wird schnell klar, dass Hamas von dieser Entführung, geschweige denn Ermordung der drei israelischen Jugendlichen keinen politischen Vorteil gezogen hätte, im Gegenteil. Netanyahu jedoch schlug enormes Kapital aus diesem medial inszenierten Drama.

Er sagte dazu einen Tag nach der Entführung:

Heute kann ich das aussprechen, was ich gestern noch verschweigen musste (wegen einer Welle von Verhaftungen in Judäa und Samaria) Hamas-Leute haben die Entführung organisiert. Das ist dieselbe Hamas, mit der Abbas jetzt eine Einheitsregierung gebildet hat. Das wird schwerwiegende Folgen haben.“

Abgesehen davon: In einem Rechtsstaat muss ein Verdacht begründet werden. Dann kommt es zur Verhaftung bzw. einer Anklage und schließlich zu einem Gerichtsverfahren, in dem der Staatsanwalt die Schuld des Angeklagten beweisen muss. Dieser Rechtsgrundsatz gilt aber für Palästinenser nicht: Während Israelis danach behandelt werden, gilt für Palästinenser unter Besatzung das Kriegsrecht. Beweise für die Schuld müssen nicht vorgelegt werden. Es genügt, wenn einfach behauptet wird, dieser oder jener „Arabushim“ (dreckiger Araber) sei der Täter. Wenn es sich um Hamas-Mitglieder oder deren Sympathisanten handelt, gelten nur mehr die Rechtsgrundsätze einer Militärdiktatur: „wir haben immer Recht, egal was wir tun“.

Sobald diese Beschuldigung also verlautbart ist, tritt das Nazi-Prinzip der „Sippenhaftung“ in Aktion: Angehörige des mutmaßlichen „Täters“ ja ganze Dörfer werden kollektiv dafür bestraft, was man ihm vorwirft: willkürliche Verhaftungen, Demolierung von Wohnhäusern, nächtliche Überfälle durch die Militärmacht, Folter, jahrelange Haft ohne Anklage, etc. sind in solchen Fällen Routine. Es gibt keine Behörde, bei der sich die Palästinenser über dieses Unrecht beschweren könnten. (Diese Gesetze stammen zum Teil noch aus der britischen Mandatszeit und reflektieren somit die Kolonialmentalität …)

Während also die Emotionen hochgekocht wurden um dann das alte Reaktionsmuster (böse Hamas, Bomben auf Gaza, Raketen auf Israel …) auszulösen, sind einige wichtige Fragen nicht gestellt worden, die die offizielle Story als unglaubwürdig entlarven könnten:

HITCHCOCK KRIMI: BEI ANRUF MORD

Angeblich ging am Tag der Entführung, gegen 10:30 abends ein (aufgezeichneter) Telefonanruf bei der israelischen Polizei ein. Gilad Shaar soll einen Hilferuf abgesetzt haben, der aber von der Polizei nicht ernstgenommen wurde. Sie betrachteten ihn zunächst als „Scherz“ bzw. konnte sich Gilad anscheinend nicht richtig verständlich machen. Erst als die Eltern am 13. Juni gegen 3 Uhr morgens eine Vermisstenmeldung machten, wurde der Notruf in einem anderen Licht gesehen.

Nach Presseberichten hört man darin, wie die Kidnapper den Jugendlichen befehlen, „unten zu bleiben“. Im Hintergrund sei ein israelischer Radiosender zu hören, während Gilad (schwer verständlich) flüstert: Wir sind entführt worden … Dann folgen angeblich mehrere Schüsse und Jubelgesang, gefolgt von der Bemerkung: „Wir haben drei!“(erledigt).

Die Existenz dieses Tonbands sei erst später an die Öffentlichkeit gelangt, weil die Regierung den Medien zunächst Stillschweigen verordnet habe. Die Mutter von Galit Shaar sagte in einem Interview, die Polizei habe ihr auf die Frage, was die Schüsse zu bedeuten hätten, gesagt, es handle sich dabei um Platzpatronen. Wie konnten sie das wissen?

Die Tonband-Story ist bei genauer Betrachtung lächerlich (so wie die Anrufe am 11. September aus dem Flugzeug …)

  • Wieso sollten „radikale“ Palästinenser (wie sie immer genannt werden) israelisches Radio hören, noch dazu während einer Entführung?
  • Welcher Entführer ist so dämlich und lässt der Geisel ihr Handy? Noch dazu unter israelischer Besatzung, wo sich überall Militärposten befinden?
  • Wie konnten die Palästinenser in das für Juden reservierte und von Militärs bewachte „Siedlungsgebiet“ so einfach vordringen? Selbst die Straßen im Westjordanland („Judäa und Samaria“) sind nach einem Apartheidsystem organisiert: nur Fahrzeuge mit israelischen Kennzeichen dürfen dort fahren, bzw. die Palästinenser müssen durch zahlreiche Checkpoints – wo sie streng kontrolliert werden und ihnen der Zugang einfach verwehrt werden kann – oder sie werden durch Straßensperren in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.
  • Was bezweckten die „palästinensischen“ Entführer mit der Tat, wenn sie daraus keinen Vorteil hatten?
  • Wer ist so dämlich und vergräbt die Opfer auf seinem eigenen Land in einem „seichten“ Grab?
  • Wieso gibt es keine Fotos von den toten Israelis? Aus Pietät? Schwer zu glauben …
  • Die Leichen wurden nach offiziellen Angaben erst 14 Tage später gefunden, waren aber nicht verwest (bei Temperaturen von über 30 Grad …) – wie ist das zu erklären? Wurden sie gekühlt?
  • Wieso gibt es keinen Autopsiebericht, der die Todesursache bestätigt?

140707-hebron-carAls das ausgebrannte Auto der „Entführer“ aufgetaucht ist, habe man nach Angaben des Geheimdienstes keine DNA-Spuren gefunden. Später hieß es aber, Patronenhülsen und Blutspuren seien vorhanden gewesen, man habe die Eltern belogen, weil man den Eindruck erwecken wollte, die Jugendlichen seien noch am Leben.

Max Blumenthal schreibt dazu, die Regierung habe schon bald gewusst, dass die drei Entführten tot seien, aber aus Propagandagründen den Eindruck erweckt, sie seien noch am Leben. Dazu seien auch die Medien einige Zeit “geknebelt” worden, um zu verhindern, dass die Schüsse auf dem Tonband publik werden.

Das ergibt aber keinen Sinn, denn die Eltern von Gilad hörten ja das Tonband und somit auch die Schüsse. Wenn sie diese Aufzeichnung als authentisch ansahen, musste ihnen klar sein, dass die Schüsse nur eines bedeuten konnten. Die ganze Story ist absurd und erinnert mich an die Taktik nach „911“: damit sich die Empörung kanalisieren lässt, wurden Stories über die Inkompetenz der Behörden lanciert, damit aber gleichzeitig die falsche Prämisse, nämlich WAS an diesem Tag passiert ist und WER die Täter waren, untermauert wurde.

Nach diesem Täuschungsprinzip wurde dann auch publik gemacht, dass als Folge dieses Versagens mehrere Polizisten entlassen wurden, während die IDF als glorreicher Held präsentiert wird.

Investigative Reporter wie Blumenthal haben auf diese Weise etwas zum „Aufdecken“, erkennen aber nicht, dass sie wohl einem „Red Herring“ gefolgt sind. So „berichtet“ Blumenthal, die Identität der mutmaßlichen Täter sei schon bald klar gewesen:

Schon zwei Tage später, am Samstag, wurden die Häuser von zwei Hamas-Unterstützern in der Nähe von Hebron durchsucht, die Söhne der Verdächtigen verhört und (nach Auffinden der Leichen) wurden die Häuser später demoliert: Marwan Qawasmeh and Amer Abu Eishe sind am Tag nach der Entführung angeblich „verschwunden“, das ist die einzige Grundlage dafür, dass sie als tatverdächtig gelten.

Ende Juni stürmten IDF-Truppen dann das Haus von Husam Dufish und nahmen ihn mit, weil er ebenfalls als Entführer der drei Jugendlichen verdächtigt wird. Auch bei ihm wird behauptet, er sei seit der Entführung verschwunden, doch die Familie sagte aus, er sei die ganze Zeit da gewesen und habe sich verhalten wie immer.

Obwohl es also angeblich diese „dringend Tatverdächtigen“ gab, wurden hunderte Palästinenser – weit entfernt vom Tatort – verhaftet, auch Abgeordnete und andere Persönlichkeiten festgenommen und wie Verbrecher behandelt. Universitäten wurden überfallen, Computer konfisziert und ihre Schließung erzwungen. Kollektive Bestrafung ist in den besetzten Gebieten der normale modus operandi wenn wieder einmal Pogromstimmung herrscht …ob es dafür einen echten oder inszenierten „Grund“ gibt, spielt keine Rolle. Man muss wieder eine Projektionsfläche für die eigene Schuld und Aggression finden und Hamas hat ja bereits die Rolle des Ultra-Bösewichts erhalten.

Während also die Entführungsstory weltweit Schlagzeilen machte, weil es sich um „jüdische“ Opfer handelte, fand der gewaltsame Tod  zweier junger Palästinenser kein großes Interesse – aber das ist ja nichts Neues.

 TEARS FOR FEARS: BRING OUR BOYS BACK

 Am 17. Juni stand der israelische UN-Botschafter vor einem Redepult der Vereinten Nationen in New York und machte ein Riesentheater wegen der entführten Jugendlichen. (Man muss dazu sagen, dass die israelischen Soldaten jederzeit palästinensische Jugendliche unter einem Vorwand festnehmen und inhaftieren können und das auch laufend tun …Schikane, Psychoterror und Misshandlungen, sind dabei nicht selten, wie B’t Selem immer wieder dokumentiert hat.)

Wo ist die internationale Gemeinschaft, wo ist sie? Unsere Jungs sind seit fünf Tagen vermisst …und was tut sie?

Natürlich nutzte er die Gelegenheit, um die Einigung zwischen Fatah und Hamas zu verunglimpfen:

Alle die diese Verbindung begrüßt haben, sollten in die Augen der verzweifelten Eltern blicken und den Mut aufbringen, die Entführung zu verurteilen. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich auf ein schlechtes Geschäft eingelassen und Israel zahlt den Preis dafür.

Daneben stand ein großes Plakat mit den drei Gesichtern der israelischen Teenager und dem Slogan „Bring Back our Boys.“

Ein Paradebeispiel für das Crying & Shooting Syndrom, das die Zionisten so gerne zum Besten geben.

Dann wurden die “social media”mit dem rührseligen Slogan überschwemmt, ganz nach dem PR-Muster in Nigerien …dort waren es ja Mädchen. Man sieht also, dass hier eine ähnliche PR-Taktik dahinter steht.

WHICH BOYS? DIE  OPFER,  FÜR  DIE  SICH  NIEMAND INTERESSIERT

Am gleichen Tag, als die BBOB Kampagne gestartet wurde, konfiszierte die IDF die Überwachungskamera, mit der die Ermordung zweier junger Palästinenser gefilmt wurde, nachdem sie an einer Demonstration zur Erinnerung an die Nakba teilgenommen hatten und gegen die politisch motivierte Inhaftierung tausender Palästinenser protestierten.

Nadim NawarahDie beiden Opfer waren der 16-jährige Muhammad Abu Daher und der der 17-jährige Nadim Nawarah (siehe Foto links). Ihm wurde am helllichten Tag in den Rücken geschossen, als er friedlich auf der Straße ging. Als das publik wurde, bestritt die IDF (die israelische Armee) das man scharfe Munition gegen Demonstranten einsetzte: es sei nur mit Gummi überzogene Munition verwendet worden und die könne nicht tödlich sein.

Der Familie von Nadim und den Augenzeugen wurde also unterstellt, dass sie lügen (was ja für „dreckige Araber“ quasi der Normalzustand sei, während die israelische Regierung bzw. die IDF doch immer nur moralisch handeln ….)

Dann tauchte ein Video aus einer Überwachungskamera auf, in dem man sieht, wie Nadim von hinten von einem Geschoss getroffen wird und dann nach vorne auf den Boden fällt. Auch das wurde als „Fälschung“ hingestellt.

Doch am Mittwochabend (ca. 36 Stunden bevor die Entführungsgeschichte die Medien überschwemmte), wurde ein Autopsiebericht veröffentlicht, aus dem klar hervorging, dass Nadim mit scharfer Munition erschossen wurde.

Das israelische Militär hat also (wieder einmal) zwei junge Palästinenser ermordet, das Verbrechen bis zuletzt geleugnet und als der Mord ans Licht kam passierte was? Nichts. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen, denn es ist kein Grund zur Aufregung, wenn Araber vom Militär des „auserwählten Volkes“ getötet werden. Schließlich sagte ja ein israelischer Offizier (Rafael Eitan) schon vor Jahren, die einzige Art mit den Palästinensern umzugehen, sei ihr Leben auf das Niveau „von benommenen Küchenschaben in einer Flasche“ zu reduzieren.

TIERE,  MENSCHEN  UND  ZIONISTEN

Im "Abschlachten" sind die Zionisten unerreicht ...

Im „Abschlachten“ sind die Zionisten unerreicht …

Netanyahu hatte nach der angeblichen Ermordung der Jugendlichen durch Palästinenser – für die es keinen Beweis gibt – auch über Twitter noch mehr Öl ins Feuer gegossen: „Sie wurden von Tieren in Menschengestalt kaltblütig ermordet… dann zitierte er Passagen aus dem Gedicht „Über Das Abschlachten“ von Chaim Bialik* (über ein Pogrom im russischen Zarenreich des Jahres 1903) über die „angemessene“ Rache für die Ermordung eines „kleinen Kindes“, die der Teufel erst noch erschaffen müsse“ und betonte dass Hamas dafür verantwortlich sei und dafür bezahlen werde …

(*Dieses Gedicht radikalisierte tausende junge Juden in Osteuropa und ermöglichte den Zionisten die Schaffung paramilitärischer Einheiten, die eindeutig faschistische Züge hatten — einer ihrer glühendsten Anhänger war Vladimir Jabotinsky, den sogar Ben Gurion als „Vladimir Hitler“ beschimpfte)

palestinian-teenager-police-detention.siDer Erfolg dieser billigen Demagogie ließ nicht lange auf sich warten: Horden von radikalisierten Israelis zogen durch die Straßen von Jerusalem und schrien „Tod den Arabern!“. Auf Facebook tauchten Fotos von Soldaten auf, die mit ihren Waffen posierten und Rache schworen … Das Abfackeln eines jungen Palästinensers (der 16-jährige Muhammed Abu Khudair) bei lebendigem Leib war der vorläufige traurige Höhepunkt dieser Volksverhetzung, zu der dann noch die brutale Verprügelung seines Cousins, (siehe Bild oben) zu Besuch aus den USA, durch die IDF kam. Er wurde von israelischen Soldaten schwer misshandelt (man sieht auf dem Video, wie er von einem festgehalten wird während der andere mit Stiefeln auf seinen Kopf tritt …)

Die extrem rechte  “Jüdische Heimat” Partei erhielt dank dieser inszenierten, kollektiven Lynchhysterie natürlich verstärkten Zulauf und Rufe nach der Auslöschung aller Palästinenser wurden in dieser Atmosphäre salonfähig. Was die zionistischen Rabbis zum Thema grenzenlose Rache von sich gaben, ist nicht druckreif.

Netanyahu, der diese kollektive Hysterie bewusst geschürt hatte, trat dann vor die Kamera und hatte dann auch noch den Nerv – in einer äußerst eklatanten Form von Chuzpe – folgendes zu sagen:

Murder, riots, incitement, vigilantism — they have no place in our democracy. And it is these democratic values that differentiate us from our neighbours and unite us with the United States.”

Das ist wieder eine eindrucksvolle Demonstration des moralischen Absolutismus, den das zionistische Israel in Anspruch nimmt und den Joel Kovel in seinem Buch „Overcoming Zionism“ so treffend analysiert. Nach dieser Ideologie können Juden gar nicht unrecht tun, eben weil sie Juden (also die Auserwählten Gottes) sind.

Anti-Semitismus – auf den Punkt gebracht – heißt: Jemand ist ein schlechter Mensch, weil er Jude ist. Der Zionismus dreht den Spieß um und sagt: Jemand ist automatisch gut (handelt immer moralisch richtig), weil er Jude ist. Kovel betont, dass die eine Sichtweise ebenso falsch ist, wie die andere (die aber nie diskutiert wird).

Die politische Instrumentalisierung des Holocaust mit einer religiös-verbrämten Ideologie der Überlegenheit bzw. des „Auserwähltseins“ (rabbinische Lehre: Juden stehen in der Rangordnung über den Menschen) führt dazu, dass es – selbst bei extremer Grausamkeit gegenüber den Palästinensern – kein Unrechtsbewusstsein gibt.

Alle unmenschlichen Verhaltensweisen, alle Verbrechen werden damit geschönt und moralisch legitimiert dass es sich immer um eine Kombination aus „Selbstverteidigung“ und der Ausübung eines göttlichen Rechts handelt. Fragt man einen so indoktrinierten „Siedler“ im Westjordanland, ob er keine moralischen Skrupel habe, weil die eigentlichen Besitzer des Landes enteignet, entrechtet und vertrieben werden, antwortet er nur: ich tue nur Gottes Wille.

Diejenigen, die weniger mit biblischen Parolen zu beeindrucken sind, klammern sich an den Mythos der Selbstverteidigung und tragen ihn vor sich her wie ein Schutzschild. Solange ich die Aggression auf den politischen Gegner projizieren kann, der mir einfach nur Böses will (weil ich Jude bin), kann die eigene Gewalt als defensiv, notwendig und „edel“ betrachtet werden. Damit das gelingt, wird auch vor systematischer Geschichtsfälschung nicht Halt gemacht. Das haben ja u.a. Historiker wie Ilan Pape u. Avi Shlaim klar demonstriert.

1 NakbaIn diesem Video spricht der Sohn eines berühmten israelischen Generals über seine Erfahrungen in Israel. Er wuchs in Israel auf und hörte alle diese Mythen über das arme, kleine Israel, das sich immer nur gegen die bösen Araber wehren musste, die es von der ersten Stunde an vernichten wollten. Doch eines Tages fand er heraus, dass alles ganz anders war. Die “Verteidigungskriege” waren stets von langer Hand geplant, ebenso wie ethnischen Säuberungen (1947 u. 1948 und in gewisser Weise noch heute …) und der von Anfang an existierende Plan, das ganze Land in Besitz zu nehmen. UN-Teilungsplan, Völkerrecht, etc. hin oder her.

Wenn dazu eine brutale Militärdiktatur (in den besetzten Gebieten) notwendig ist, so what. Wer sich immer im Recht wähnt, wird blind für die Folgen seines Tuns und wenn daraus neue Gewalt entsteht, sieht man das wieder als Bestätigung der eigenen rassistischen Vorurteile an: diese „Araber“ sind einfach primitive Kreaturen, verstehen nur die Sprache der Gewalt, etc. und wieder muss man sich doch nur „verteidigen“ ..

Was “wir” diesen Menschen seit mehr als vier Jahrzehnten angetan haben, ist kein Thema. Nicht unser Handeln ist die Ursache des Problems, sondern deren „Charakter“, deren Religion, deren Fanatismus, usw. Kollektiver Narzissmus gepaart mit biblischem Sendungsbewusstsein und dem moralischen Blankocheck, den man sich aus dem Holocaust konstruiert hat, das kann nur in einer pathologischen Form von aggressiver Selbstgerechtigkeit enden.

Mehr als 1.400 Kinder wurden seit Beginn der Intifada (2000) von Israel getötet. Es mag grotesk sein, die Zahl der toten Kinder auf beiden Seiten gegeneinander aufzurechnen, doch der Vergleich zeigt, wie verlogen die israelische Propaganda ist: zu suggerieren, dass die (vergleichsweise lächerlichen) Raketen aus dem belagerten Gazastreifen für Israel eine ebensolche Bedrohung sind, wie die massive Bombardierung (400 Tonnen Bomben in zwei Tagen) ist einfach absurd.

Außerdem ist das seit Jahren andauernde Wirtschaftsembargo gegen die Menschen in Gaza natürlich auch eine Form von Gewalt, die viele Opfer fordert.

(Bild unten aus dem Bt’selem Report über Gaza : ONE BIG PRISON)

1 One Big Prison BtSelem

 

 

 

 

Fortsetzung folgt …

ANHANG:

humanSchreiben der palästinensischen Eltern zweiter getöteter Jugendlicher (siehe weiter oben) an den Papst, mit der Bitte um Hilfe, damit die isarelischen Täter zur Rechenschaft gezogen werden:

Your Holiness,

We are the parents of the two children, Nadeem Nawara, 17, and Mohammad Abu Daher, 16, who were killed in cold blood by Israeli forces. We appeal to Your Holiness as a religious and spiritual leader to call on international human rights organizations to seek justice in the prosecution of the perpetrators and hold their leaders accountable for the murder of our sons.

Our hearts are torn in anguish for the loss of our sons, whose young lives, dreams, and hopes were cut short by the bullets that struck them. They were murdered with the utmost cruelty and disregard for human life, at a time when our people were recalling the tragedy of the Nakba that befell upon us at the hands of the Israeli occupation.

Your Holiness, we would like you to watch the video that was published by Defense for Children International Palestine, documenting the murder and showing clearly how our children were killed without the blink of an eye.

As part of your moral responsibility as a prestigious religious and social figure, we hope that Your Holiness will interfere to put an end to the crimes committed against our children, women, and elderly.

We attach high hopes to your historic visit to our holy and blessed land, and we hope it will be a good start to exert every possible effort at the international level to end the occupation, so that our children may live in peace and security in the land of love and peace.

Mehr Lesestoff:

.

„Anti-Semiten“ 2013: The Show Must Go On

1 Maulkorb ASNachdem man Günter Grass wegen seiner Israel-Kritik mit einer Barrage aus ad hominem Attacken gründlich desavouiert hat, kam jetzt Jakob Augstein  dran. Warum? Weil er die Haltung von Grass (die viele teilen) verteidigt hat. Hier die Passagen, die nach meiner Ansicht bei den Apologeten Israels die größte Empörung ausgelöst haben dürften (Hervorhebungen von mir):

Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden. Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen. Ein überfälliges Gespräch hat begonnen.

 „[…] Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs: „Netanjahus Israel hat die globale Agenda auf eine Weise bestimmt wie kein kleiner Staat je zuvor“, schreibt die israelische Zeitung Haaretz. […] Niemand behauptet, dass Iran eine Atombombe besitzt. Niemand weiß, ob Iran an einer solchen Bombe arbeitet. Im Gegenteil: Die Amerikaner gehen davon aus, Teheran habe sein Atomwaffenprogramm im Jahr 2003 eingestellt. Das interessiert die Israelis nicht. […]“

„[…] Es ist an der Zeit, wie Grass schreibt, darauf zu bestehen, „dass eine unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird“.

An diesem Kommentar gibt es nichts, wofür sich Augstein bei irgendjemand entschuldigen müsste und jeder halbwegs informierte Leser begreift, dass der organisierte Outrage (ausgelöst durch das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles, das Augstein unter die „Top 10“ der schlimmsten Anti-Semiten weltweit eingereiht hat, auf  Platz  9) ein  rein taktisches Manöver ist, um die letzten Enklaven freien Denkens (in Bezug auf Israel und den Nahost-Konflikt) in der deutschen Journaille zu diffamieren. Was wäre besser dazu geeignet, als das Stigma-Wort des Jahrhunderts, die semantische Clusterbombe der zionistischen Denkpolizei: „Anti-Semit“?

Schopenhauer wusste schon, dass die Einordnung des Gegners in eine verhasste Kategorie ein rhetorischer Kunstgriff, also ein sehr effektives Instrument ist, um die Debatte in eine andere Richtung zu lenken und sich gegen Kritik zu immunisieren.

Im Internet finden sich in der Folge  zahlreiche Einträge mit der Überschrift „Ist Augstein ein Anti-Semit?“ Anscheinend traut sich niemand in der deutschen Öffentlichkeit  klipp und klar die Vorwürfe des SWC als absurd  und unhaltbar zu beschreiben (einzige Ausnahme, die ich gefunden habe, ist die FAZ bzw. ein Kommentar in der Zeit).

„The poisioning of public discourse on human rights by apologists for Israel is not confined to the United States. The most appalling and shameful example is Gemany”.

                                                    Dr. Norman Finkelstein, Beyond Chutzpah

Die „Vergiftung des öffentlichen Diskurses“  durch  die Apologeten der israelischen Politik, sieht Finkelstein also (außerhalb der USA) wo als besonders eklatant und beschämend?  In Deutschland.

Das kann uns nicht wundern, denn die „political correctness“ gegenüber Israel in den deutschen Medien hat mittlerweile ein unerträgliches Ausmaß angenommen. Wenn die Zustimmung (zur Position Israels bzw. der USA – oft auch nur durch Schweigen) zur Pflicht wird, ist es mit der Meinungsfreiheit vorbei und die bittere Ironie dabei ist, dass die wahrgenommene Uniformität des Denkens anti-semitische Stereotypen („die Juden kontrollieren die Medien“) befördern kann.

1 Finkelstein beyond chutzpahFinkelstein schreibt in der Einleitung zur Taschenbuch Ausgabe, das Buch versuche ein Paradoxon zu erklären: Wieso gibt es so große Kontroversen  über den „Nahostkonflikt“  in der öffentlichen Debatte, wenn die historischen Fakten, die dokumentierte Menschenrechtssituation in den besetzten Gebieten und die rechtlich-diplomatische Lage so eindeutig sind?

Die Antwort, die er anbietet lautet: Die Dominanz der Kontroverse [in der medialen Darstellung des Konfllikts] sei ein Trick, um von den Fakten abzulenken und Verwirrung zu erzeugen. Zu den konstruierten Kontroversen der Israel-Apologeten zählt er in erster Linie drei Bereiche: Mystifikation des Konflikts („alles so kompliziert, dass man ein Experte sein muss, um die Lage beurteilen zu können“), ein „neuer Anti-Semitismus“  und die Verbreitung gefälschter „wissenschaftlicher“ Studien zur Entlastung Israels, also ein Form des akademischen Betruges, wie das Buch „The Case for Israel“ von Alan Dershowitz (Finkelstein entlarvt den Betrug im zweiten Teil des o.a. Buches)

Ich teile diese Ansicht Finkelsteins und möchte  versuchen, anhand der Attacken gegen Augstein die Instrumentalisierung des Wortes „Anti-Semit“ näher zu untersuchen.

Was bedeutet Anti-Semitismus?

Ich würde das so definieren: Die pauschale, kollektive Verurteilung von Personen jüdischen Glaubens, das Unterstellen negativer Charaktereigenschaften wie  Hinterlist, Gier, etc. die von den Nazis als „typisch für die jüdische Rasse“ (die es nicht gibt) dargestellt wurden und dazu führten, dass „die Juden“ schließlich als Sündenbock für eskalierende Probleme (nicht nur unter Hitler) herhalten mussten. Gesellschaftliche Diskriminierung, Enteignung,  systematische Demütigung, Aberkennung der Menschlichkeit, Freiheitsberaubung, Deportation ins KZ und schließlich Massenmord waren die grauenhaften Folgen während des Dritten Reiches.

Die Tatsache, dass das Wort an sich nicht geeignet ist, eine judenfeindliche Einstellung zu beschreiben, weil „Semiten“ nicht nur Juden, sondern auch Araber sind, lassen wir hier außer Acht. Die Bedeutung des Begriffes wurde durch den Gebrauch in der Sprache verändert und so akzeptiert.

Der klassische Anti-Semitismus ist dadurch gekennzeichnet, dass er eine Art Phobie darstellt:  also eine Form der  irrationalen Angst vor einer „Bedrohung“, die auf eine verzerrte Wahrnehmung, Vorurteile  bzw. Indoktrination zurückzuführen ist. Juden (in anderen Fällen sind es andere Minderheiten wie Schwarze, Ausländer, Homosexuelle, etc. seit „9/11“ auch Muslime) werden nicht mehr als konkrete Personen wahrgenommen, als menschliche Individuen mit unterschiedlichen Schwächen und Stärken, sondern als Kollektiv dämonisiert und unter Generalverdacht gestellt.

Woher kommt der Anti-Semitismus?

Diese Frage – in ihrer historischen Dimension – können wohl auch nur Historiker umfassend beantworten.

antisemitic 1Nach meiner Kenntnis gibt es eine religiöse Komponente (man beschuldigte „die Juden“ für den Tod von Jesus verantwortlich zu sein bzw. sah man die religiösen Gebräuche des Judaismus als unheimlich an, woraus dann auch Gräuelpropaganda entstand), eine wirtschaftliche (die Karikatur des hinterlistigen Geldverleihers, der Wucherzinsen verlangt), die durch das jahrhundertelange, christliche Zinsverbot befördert wurde und aus der dann „die jüdischen Financiers“ wurden, die mit ihren Manipulationen Deutschland in die „Zinsknechtschaft“ brachten.

In der Weimarer Republik und in der NS-Zeit spielte natürlich auch die politische Komponente eine große Rolle: die „Judeo-Bolschewiken“ wurden als Treiber der kommunistischen Revolution zum Feindbild der Reaktion und Hitlers, und die ersten, die von der Gestapo abgeholt wurden, waren ja Menschen, die sich für die neue Ordnung der Gesellschaft (in Richtung Sozialdemokratie) engagiert haben.

antisemitic 2Das Paradoxon, dass man es auf diese Weise fertigbrachte,  „das  Judenthum“ sowohl für die Auswüchse des „rechten“ Kapitalismus als auch für den „linken“ Kommunismus (und seine Bedrohung der alten Macht- und Klassenbeziehungen)  verantwortlich zu machen, hat es Hitler wohl noch leichter gemacht, dem Volk einen Sündenbock zu präsentieren.

Die Wandlung des Anti-Semitismus im 19.Jahrhunderts und besonders im Dritten Reich,  bestand allem Anschein nach darin, dass nicht mehr die religiöse Komponente (also der Judaismus als Glaube)  im Vordergrund stand, sondern eine neue Angriffsfläche konstruiert wurde: die „Rasse“. Auf diesem Nährboden konnte man natürlich noch besser eine pauschale „Bedrohung“ suggerieren: die eigene „höherwertige arische Rasse“ sei von der „minderwertigen, jüdischen Rasse“ bedroht, die ihre Tentakel in alle Bereiche der Gesellschaft auswirft und einerseits eine „Herrschaft“ von oben (Finanz, Wirtschaft, etc.) ausübt, andererseits als „Parasiten“ (von „unten“) dem „Volkskörper“ Schaden zufügt. Dass es auf diese Weise letztlich gelang, durch Einordnung in diese verhasste Kategorie,  den Betroffenen  die  Menschlichkeit an sich – und somit ihre Menschenrechte – abzusprechen, ist eines der finstersten Kapitel der deutschen Geschichte und der westlichen Zivilisation.

(Nach „9/11“ wurden die Schleusen für diese Denkart wieder geöffnet, diesmal ist es nicht das Etikett „Jude“, sondern das Etikett „Terrorist“, oder „Islamist“ das zur Unmenschlichkeit und Entrechtung ermächtigen soll. Carl Schmitt lässt grüßen?)

„Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“

Ich beschränke mich hier darauf, zu untersuchen, warum das Etikett „Anti-Semit“ immer öfter als politische Waffe eingesetzt wird.

Dass es in der rechtsradikalen Szene Europas Anti-Semiten gibt, wird niemand bestreiten. Dass man diesen ideologischen Sumpf austrocken muss, auch nicht.

Doch warum wird ein linker Intellektueller wie Augstein als Anti-Semit beschimpft? Was bezweckt man damit?

Wie Finkelstein richtig feststellt, ist das ganze Theater ein Ablenkungsmanöver, eine Taktik, um die öffentliche Debatte zu steuern:

Nicht der sachliche und wahre Inhalt der Kritik bleibt im Fokus der Medien, sondern die Integrität der Person, die sie ausgesprochen hat. Ob Grass oder Augstein, ob Chomsky oder Finkelstein, immer ist die Reaktion der THINKPOL die gleiche:  sie bringen keine Fakten, die die Argumente der Israel-Kritiker widerlegen, sondern krallen sich daran fest, dass deren Motive verabscheuungswürdig sind:

framingNicht das schändliche Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern, die jahrzehntelange Missachtung der UNSC-Resolutionen also des Völkerrechts und anderer fundamentaler Rechtsnormen, die Arroganz und Selbstgerechtigkeit der israelischen politischen Führung, die brutale Besatzung und schleichende Annexion der Westbank und Ost-Jerusalems, die bittere, historische Wahrheit über den Terror in der britischen Mandatszeit und unmittelbar nach der israelischen Staatsgründung (arabisch: „Nakba“), die israelische Historiker aufgedeckt haben, das „Crying & Shooting , etc. das alles hat nichts mit der Kritik zu tun, die hier vorgebracht wird.

Wer also darauf pocht, dass das Verhalten der zionistischen Führung Israels der Grund für verbale Angriffe gegen den Staat Israel ist, hat schon wieder verloren, denn auch das wird als Symptom für eine anti-semitische Haltung präsentiert und zwar wieder mit dem gleichen Trick: Man geht nicht auf die einzelnen Punkte ein (dann würde man die Debatte verlieren, weil sie auf dokumentierten Fakten beruhen) sondern reduziert die Argumentation des Gegners auf unzulässige Weise so: Das Verhalten der israelischen Regierung und ihrer jüdischen Unterstützer als Ursache der berechtigten Kritik hinzustellen, bedeute in der Kurzfassung:

„Die Juden sind doch selber schuld“. Und schon haben wir wieder einen „Beweis“ für Anti-Semitismus.

Sie kritisieren Israel, weil sie „latente“ Anti-Semiten sind, die Kritik ist also „irrational“ (eine Art Persönlichkeitsstörung) und deshalb abzulehnen. Doch Vorsicht, die Behauptung, Israel wolle seine Kritiker knebeln und übe deshalb (durch verschiedene Methoden) Druck auf Redaktionen und Personen aus, wird natürlich wieder (wie bei Grass) als Beweis für anti-semitische Gesinnung gewertet.

1 haaretz AS studyObwohl es seriöse Umfragen gibt, die belegen, dass genau dieses bevormundende und rechthaberische Verhalten der „Freunde Israels“ – und Israels eigenes Verhalten – den größten Beitrag zur Förderung anti-semitischer Tendenzen leistet, schlägt die israelische Lobby weiter um sich und bedient sich dabei Menschen wie Herrn Broder, den man nur als peinlich bezeichnen kann und sich wünscht, sie kämen einmal in den Genuss der Verbalinjurien, die sie selbst verüben.

Doch das traut sich in Deutschland niemand: Herrn Broder mal ins Gesicht sagen, dass er ein arrogantes Arschloch ist. (Sorry, aber diese Entgleisung musste mal sein). Nicht nur, weil er seine Gegner beschimpft und diffamiert, sondern weil er den Menschen in Israel und Juden auf der ganzen Welt damit schadet.

So argumentierte auch Herr Buhrow gegenüber Grass, Israel verbiete doch niemand, seine Politik zu kritisieren. Das stimmt, doch man immunisiert sich gegen die Kritik, indem man die Motive des Kritikers in den Dreck zieht, ihn in die verhasste Kategorie des „Anti-Semiten“ einreiht. Diese Form der „character-assassination“ ist besonders effektiv, wenn sie von Institutionen unterstützt wird, die als moralische Autoritäten gelten,  wie das Simon Wiesenthal Center, die ADL (Anti-Defamation League) usw.  Dass diese Organisationen auch als politische Waffen eingesetzt werden und selbst massiv diffamieren, um Israel vor Kritik zu schützen, traut sich auch kein deutscher Journalist laut auszusprechen.

Jeder anständige Mensch sieht ein, dass die Diskriminierung, die pauschale Verurteilung einer Minderheit durch bloße Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe in der Gesellschaft, ungerecht, unmenschlich und deshalb unakzeptabel ist. Das gilt nicht nur für Juden, aber wegen der ungeheuren Verbrechen des Dritten Reiches stehen sie quasi unter besonderem Schutz.

Israeli-ImpunityDoch wie es scheint, sollen wir das andere Extrem akzeptieren: Ist Israel (der „Judenstaat“, in dem auch Araber leben) sakrosankt? Ist als Wiedergutmachung für das große Unrecht gegenüber den Juden quasi  ihre Heiligsprechung notwendig? Müssen wir es uns gefallen lassen, dass man uns unterstellt, Kritik an Israel sei in Wahrheit immer versteckte  Kritik an „den Juden“? (Impliziert – wenn Israel kein jüdischer Staat wäre, gäbe es auch keine Kritik)

Dazu Finkelstein:

“If Israeli policies evoke hostility toward Jews, it means that Israel and its Jewish supporters themselves might be causing Anti-Semitism.. … because  Israel and its Jewish supporters are in the wrong. Holocaust industry dogma a priori rejects this hypothesis: animus towards Jews can never spring from wrongs committed by Jews.”

„Wenn israelische Politik Feindseligkeiten gegenüber Juden auslöst, bedeutet das, dass Israel und seine jüdischen Unterstützer selbst Verursacher von Antisemitismus sein könnenweil Israel und seine jüdischen Befürworter im Unrecht sind.

Das Dogma der Holocaust-Industrie lehnt diese Hypothese a priori ab: Feindseligkeit gegenüber Juden kann niemals von Unrecht herrühren, dass Juden begangen haben.“

Wie Dr. Joel Kovel in seinem Buch „Overcoming Zionism“ ausführt, wird im Judaismus (und vor allem in der Vereinnahmung durch den Zionismus) den Gläubigen eingeredet, sie seien ein von Gott „auserwähltes Volk“, hätten einen besonders hohen moralischen Standard, der sie dazu ermächtigt, mit gewisser Verachtung auf  Nicht-Juden („Goyim“) herunterzuschauen und in letzter Konsequenz dazu führt, dass man sich eben Rechte zubilligt, die anderen nicht zustehen bzw. für das eigene Handeln (das im Fall der Kolonialisierung Palästinas ein schlechtes Gewissen auslöst, eben wegen des hohen  moralischen Anspruchs des Judentums) andere moralische Maßstäbe anlegt, als für das der „Anderen“.

Ist es akzeptabel, dass für den Staat Israel Rechtsnormen und moralische Normen, die für andere Staaten gelten, grundsätzlich keine Anwendung finden können, wegen des Holocaust Traumas? Natürlich wäre es falsch zu behaupten, dass sich alle anderen Staaten immer an diese Normen halten (das wäre der Gipfel der Heuchelei), aber nur Israel und die USA spielen sich auch noch als moralische Instanz auf, während sie das Völkerrecht und die Menschenrechte (von „Nicht-Amerikanern bzw. „Nicht-Juden“) mit Füßen treten.

   cartoon HC_blackmailDer Holocaust ist nach dieser Sichtweise so einzigartig, dass das daraus resultierende Leiden mit keiner anderen Tragödie (bei der Massenmord begangen wurde) verglichen werden kann. Daraus abgeleitet wird eine Sonderstellung Israels, des „Heiligen Landes“, für das andere Regeln gelten müssen, da es sich hier um ein „Opfervolk“ handle, das nur sein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis befriedigen wolle und müsse.

Aus dieser Perspektive sind die Ausführungen von Herrn Augstein ein Affront, weil sie die verlogene Selbstdarstellung der israelischen Regierung (und des Zionismus als emanzipatorisches, moralisches  Unternehmen) gewaltig ins Wanken bringt.  Das „Opfervolk“ als gefährliche und unheimliche Atommacht zu präsentieren, für die die gleichen Spielregeln gelten müssen, wie für den Iran – also Kontrollen durch die IAEA, von der Unterfertigung des NPT (Iran hat unterzeichnet und nichts verbrochen, wird aber trotzdem sanktioniert) ganz zu schweigen – das geht nun aber wirklich nicht.

Deshalb wird sofort die nächste taktische Karte gespielt: die „Deutschen“ projizieren demnach ihre eigene „Schuld“ auf Israel, man spricht von „Schuldverschiebung“ und „Selbstentlastung“;  John Mc Murtry würde sagen: reverse projection indeed, denn welche „Schuld“ hätten Herr Augstein oder alle Deutschen unter 90 auf sich geladen?  Der Krieg und die NS-Herrschaft sind seit fast 70 Jahren vorbei, doch der Landdiebstahl in Palästina, die systematischen Menschenrechtsverletzungen gehen (1948 bzw. seit 1967) munter weiter.

apartheidVon einem veritablen „Apartheid System“ sprechen nicht nur die Menschenrechtsexperten von  BtSelem, sondern auch bekannte „Anti-Semiten“ wie Erzbischof Desmond Tutu oder Ex-Präsident Jimmy  Carter, sowie etliche Kommentatoren in der israelischen Zeitung Haaretz.

(Sie ahnen es ja schon: auch die Benutzung des Wortes „Apartheid“ im Zusammenhang mit Israel ist natürlich auch ein „Beweis“ für Anti-Semitismus ….wir sind bereits bei George Orwell angekommen, denn Israel und seine Apologeten dürfen zwar alle Jahre einen neuen „Hitler“ ausrufen, politisch aktive Muslime unter General-Terror-Verdacht stellen, aber die Gegner müssen sich für beinahe jede moralische Klassifizierung oder Analogie entschuldigen … some are more equal than others …)

Was die israelische Regierung und ihre Vasallen so erbost, ist die bloße Vorstellung, man könne Israel und Iran – in diesem Kontext – moralisch auf eine Stufe stellen. So schreibt etwa DIE ZEIT ONLINE:

„Sogar Israels Nuklearrüstung soll plötzlich über Kritik erhaben sein. In aller Welt kritisieren Atomwaffengegner Atomwaffen. Wer aber Bedenken gegen israelische Atomwaffen vorträgt, die einzigen in der Region, der muss Antisemit sein!“

Israel-Iran Nuclear-arsenalWenn pro-israelische Stimmen argumentieren, die Atomwaffen seien doch nur eine Art Lebensversicherung, dienten nur der Abschreckung, dann klingt das durchaus rational. Doch warum dann die Geheimnistuerei? Warum gibt Israel nicht einmal zu, dass es Atomwaffen hat, wenn es nur eine defensive Maßnahme ist? (Dass diese Haltung ein atomares Wettrüsten provoziert in einer unruhigen Region und deshalb eine Gefahr für den Weltfrieden ist, wie Grass  und Augstein richtig erkannt haben, kann das auch unter „Israels Sicherheitsbedürfnis“ abgehakt werden?)

Warum darf Iran nicht das gleiche Argument benutzen? (Siehe dazu frühere Beiträge zu „Iran“) Weil Israel zu den „Guten“ und Iran zu den „Bösen“ gehört? Weil Juden moralisch höherwertig sind als Araber bzw. Schiiten? Weil Ahmadinejad ein „irrer Antisemit“ ist? How stupid can you get?

Wie man es dreht und wendet, alle Argumente Israels beginnen und enden mit derselben Prämisse bzw. (impliziten) Conclusio:

  • Wir sind einzigartig. Als Volk und als Staat.
  • Unsere Motive sind moralisch höherwertiger als die unserer arabischen Nachbarn und unserer Kritiker.
  • Durch den Holocaust haben wir immerwährende rechtliche Immunität und moralische Absolution verdient.

Wir haben uns diesen Dispens selbst gewährt, aber das sagen wir natürlich nicht, solange die Deutschen, die EU schön brav den Mund halten und wegschauen, wenn Menschenrechtsorganisationen, die UN, engagierte Gruppen innerhalb Israels (BtSelem, Peace Now, ICAHD) und internationale Beobachter und NGOs unsere Verbrechen  dokumentieren und anprangern. (Die USA ist ja moralisch mit uns „auf einer Linie“ und auch eine „auserwählte Nation“).

Die Europäer, allen voran die Deutschen, haben wegen ihrer „Vergangenheit“ (Kollektivschuld) nicht nur kein Recht, uns zu kritisieren, sondern sind auch  verpflichtet, uns bedingungslos zu unterstützen (was Merkel ja auch tut). Selbst kritische Berichte (über Kriegsverbrechen in Gaza) von überzeugten Zionisten (wie dem Juristen Richard Goldstone) werden durch unsere PR-Maschinerie effektiv „neutralisiert“ (der Autor muss sich auch noch dafür entschuldigen …)

Bottom Line: Jede Kritik an Israel ist Ausdruck von Antisemitismus, Voreingenommenheit oder unfairen Fokus auf Israel …

georgeorwell383559_mJedes Mal wenn Israel ein PR-Debakel droht, wird eine neue Kampagne über „zunehmenden Antisemitismus“ orchestriert (zu diesem Ergebnis kommt Finkelstein).

Dass fast 7o Jahre nach dem Holocaust die  mediale „Maulkorb-Front“ in Deutschland zu bröckeln anfängt, kann dem Hasbara-Team  gar nicht recht sein. Wehret den Anfängen (der Befreiung aus dem pro-israelischen Denkgefängnis) bekommt hier eine neue Bedeutung …

Durch die Verbalattacken mit dem ultimativen Stigma-Wort geraten die Kritiker in die Defensive (ebenso alle, die ihnen zu Hilfe kommen), was aber noch viel wichtiger ist: Israels „Unterstützer“ steuern so die Debatte:

  • Statt über die einzelnen Kritikpunkte zu reden und sich an konkrete Fakten zu halten (hier nur als Stichwörter: brutale Besatzung – Menschenrechtsverletzungen – Brüskierung der UN und Unterminierung des Völkerrechts – Humanitäre Katastrophe in Gaza – Kriegsverbrechen – Geschichtsfälschung  und Leugnung zionistischer Gräueltaten – usw.) ….
  • Statt über das 40jährige Martyrium der Palästinenser zu reden, die spätestens seit 1967 das neue „Opfervolk“ sind  -wenn man diesen Ausdruck ins Spiel bringen will.  (Siehe dazu auch den exzellenten Kommentar von Tony Judt  zum „58.Geburtstag Israels“ in Haaretz vom 5. Mai 2006: „The country that would not grow up“) …

werden die Rollen vertauscht: durch den Fokus auf Antisemitismus soll die abgenutzte Opferrolle Israels  wieder neuen Glanz erhalten. Nicht die Palästinenser sollen bedauert werden, sondern „die Juden“ (verkörpert durch Israel), die ewig Verfolgten – wobei in diesem Fall die Pauschalierung erwünscht ist, weil das emotional an die „Schuld“ aus der NS-Zeit anknüpft.

MDZ Augstein am PrangerSo beschäftigen sich Dutzende Redaktionen mit der Frage „Ist Augstein ein Anti-Semit“? anstatt damit: Wie lange lassen wir uns noch von Israel an der Nase herumführen? Wie lange können wir es noch verantworten, durch Stillschweigen über Verbrechen des israelischen Staates als Mittäter angesehen zu werden? (Wenn die Argumente für die Nazi-Herrschaft gültig sind: Wegschauen und Schweigen bedeutet Mitverantwortung für  staatliche Verbrechen. Deutsche Journalisten sitzen zwar nicht in Tel Aviv, doch wenn „Deutschland“ etwas aus dem Nazi-Terror gelernt hat, dann dass man den Entrechteten zu Hilfe kommen muss, und sich nicht mit den Tätern „arrangiert“, egal ob diese Juden, Christen, Muslime, Buddhisten oder sonst was sind). Dass die Entrechteten selbst gewalttätig werden (jedenfalls ein Teil davon) ist kein Grund, sie zu dämonisieren. Aus Sicht der deutschen Besatzer in Frankreich war auch die resistance eine „Terrororganisation“.

Dass die Folgsamkeit der deutschen Medien gegenüber Israel manchmal sogar komische Aspekte hat (obwohl das Thema bitter ernst ist), zeigt die ARD bzw. die Tagesschau Redaktion: (hier einige Auszüge)

1)       „Bei Augstein handele es sich um einen wichtigen Spieler im deutschen Journalismus, der niemandem Rechenschaft ablegen müsse, erklärt Rabbi Cooper – und vielleicht sei das ja das Problem. Augstein müsse seine Texte niemandem vorlegen, bevor sie gedruckt werden. […]“

Wenn das keine Aufforderung zur Zensur ist, was dann? Bitte liebe Journalisten, legt eure Texte über Israel immer zuerst Rabbi Cooper oder Herrn Broder zur Prüfung vor, dann seid ihr auf der sicheren Seite.

2) „Das Simon Wiesenthal Zentrum in Los Angeles kämpft weltweit gegen Rassismus, Antisemitismus, Terrorismus und Völkermord und setzt sich für die Förderung von Toleranz ein.

Doublethink in action. Eine Organisation die sich für die „Förderung von Toleranz“ einsetzt, gibt eine „Watchlist“ heraus, in der Menschen an den anti-semitischen Pranger gestellt werden. Das SWC richtet also als moralische Instanz über die finsteren Absichten und Motive dieser Leute und brandmarkt sie entsprechend als „Feinde Israels“. Dass selbst im Fall der Muslim-Brotherhood oder Ahmadinejads das Verhalten der israelischen Regierung seit der Staatsgründung bis heute (wie oben bereits erwähnt) eine wesentliche Rolle für anti-semitische Polemik und Feindseligkeit gegenüber Israel spielte, darf natürlich auch nicht gesagt werden.

Welches Grauen muss die Juden  im Iran täglich erschüttern, wenn der angebliche Judenhasser  Ahmadinejad das Kommando hat?

1 Iran Jews Haaretz

Man höre und staune:  die jüdische Community im Iran wird nicht verfolgt und ist bis heute nicht ausgewandert trotz finanzieller „Incentives“ Israels. Sie haben bereits eine nationale Identität …

Dass Israels Verhalten das Leben der Juden (die sich ja mit Israel „identifizieren“ sollen) in anderen Ländern erschwert, liegt auf der Hand …)

3) „Während in Deutschland die Nennung von Jakob Augstein als Antisemit zum Teil als überzogen gesehen wird und hohe Wogen schlägt, bleibt Rabbi Cooper hart: „Wenn jemand in dieser Position ein Bild zeichnet, wonach zehn Prozent der jüdischen Bevölkerung in Israel, die ja auch eine religiöse Bevölkerung ist, von den Deutschen genauso gesehen werden sollten wie islamische Extremisten und Terroristen, dann ist das nicht nur komplett unrichtig und falsch, sondern dann überschreitet er die Grenze, was Dämonisierung angeht.“

Dass die rabiaten „Siedler“ (die sich auf „göttlichen Auftrag“ berufen, um ihren Anspruch auf die Westbank geltend zu machen) brutale Übergriffe auf die Palästinenser begehen, ist von BtSelem, der UN und anderen Menschenrechtsorganisationen ausreichend dokumentiert (siehe dazu auch frühere Beiträge zu „Israel“) worden. Dass diese jüdischen Extremisten also die Palästinenser täglich terrorisieren, wobei die IDF tatenlos zuschaut bzw. den „Siedlern“ zu Hilfe kommt, nicht den Palästinensern, für deren Wohlergehen sie als Besatzungsmacht verantwortlich sind, steht außer Zweifel.

Doch die ARD lässt diesen Kontext – wie immer – einfach verschwinden. Zensur durch Verschweigen des Kontexts ist sehr effektiv.

1 MEM settler violenceHerr Augstein hat völlig recht, wenn er darauf hinweist, dass diese Leute fanatisch und gefährlich sind, wie islamische oder andere (religiöse) Extremisten. Doch auch in diesem Fall (wie oben beim Atomprogramm) hat er ein Tabu gebrochen, weil das offizielle Bild Israels – armes, kleines, bedrohtes Land, in dem zivilisierte, rationale Israelis, die nur „in Frieden leben wollen“ einer Horde primitiver,religiös-fanatischer Araber gegenüber steht in Frage stellt.Diese „Siedler“ gehören bestenfalls in psychiatrische Behandlung und schlimmstenfalls ins Gefängnis.

Dass der Terror der „Siedler“ gegenüber den  Palästinensern und dessen Duldung und Ermutigung durch die israelische Regierung auch gerade dazu führt, dass mehr „islamische Terroristen“ rekrutiert werden können, versteht der Rabbi natürlich nicht. Wie Finkelstein sagt: Dass  jüdisches  Unrecht Feindseligkeit und Hass provoziert und nicht automatisch dem irrationalen Anti-Semitismus zugeschrieben werden kann, das darf man einfach nicht aussprechen. Das gibt es nicht.

only peaceStatt über Recht und Unrecht redet man lieber von „Sicherheitsbedürfnis“ und „Selbstverteidigung“, auf dieser Ebene hat man ja schon seit Jahren die Deutungshoheit (re-framing der Debatte). Das „Sicherheitsbedürfnis“ der Menschen in Gaza oder das „Existenzrecht“ der Palästinenser in der Westbank oder Ost-Jerusalem sind  kein Thema und im Übrigen ist die Argumentation „die sind doch selber schuld“, (weil sie Raketen nach Israel schießen) in diesem Fall zur Legitimation von Feindseligkeit und Gewalt sehr wohl zulässig … Wir sehen also, auf welcher Seite Doppelmoral und Dämonisierung zu den bevorzugten Methoden gehören …

4) „Rabbi Cooper zitiert dazu den israelischen Politiker und Menschenrechtsaktivisten Natan Sharansky: Antisemit ist jemand, der die Grenze der drei Ds überschreitet: Doppelter Standard, Dämonisierung, und Delegitimierung.

Die Grenze zwischen legitimer Kritik und Diffamierung sei entscheidend: Wenn jemand sage, sorge dich nicht um eine iranische Atombombe, das ist keine Bedrohung, aber schau dir den jüdischen Staat an, da sind die Typen, die gefährlich sind – dann sei das zwar kein neuer Gedanke. Günter Grass habe das gleiche, nur eleganter, in seinen Gedichten gesagt, so Cooper. Aber so etwas als Deckmäntelchen zu nutzen, um die israelische Außenpolitik zu kritisieren, sei einfach Unsinn.“

Anscheinend leidet Rabbi Cooper an Legasthenie, denn Herr Augstein hat nie gesagt „die iranische Atombombe sei keine Bedrohung“. Das geht gar nicht, denn es gibt ja gar keine Bombe (wie die NS-Agenturen in den USA seit Jahren übereinstimmend feststellten, auf die sich Augstein ja auch beruft). Er hat, ebenso wie Grass, darauf hingewiesen, dass das militärische Atomprogramm Israels  ebenso von der IAEA kontrolliert werden müsse, wie das (bisher nicht militärische) Atomprogramm des Iran. (Hier kommt natürlich wieder die moralische „Sonderstellung“ Israels ins Spiel, die ich oben skizziert habe und die es nicht zulässt, dass für Israel die gleichen Spielregeln gelten, wie für andere Länder, schon gar nicht den „bösen“ Iran …“

Wie bereits oben (unter 3) erwähnt, sind die israelischen „Siedler“ (jene, die religiöse Extremisten sind) tatsächlich „gefährliche Typen“, die Palästinenser  terrorisieren um sie zu vertreiben. Daran gibt es nichts  zu rütteln. Nur sagen darf man das nicht, weil dann das schöne Bild Israels als “Opfervolk“ kompromittiert wird. (Auch die physisch nicht gewalttätigen „Siedler“ üben natürlich durch ihre bloße Anwesenheit auf gestohlenem Land indirekt Gewalt aus, und sie verbrauchen große Mengen Wasser, während die Palästinenser mit sehr wenig Wasser zu überhöhten Preisen auskommen müssen)

Dass Israel ein aggressiver, militanter Staat ist und kein unschuldiges Opfer wird jedem klar, der die Bücher von Ilan Pappe, Tom Segev, Avi Shlaim, Noam Chomsky, Norman Finkelstein, usw. (alles natürlich anti-semitische Juden, was sonst) gelesen hat. Israel war niemals von einer militärischen Übermacht der „bösen“ Nachbarstaaten bedroht, im Gegenteil Israel hat die  kurzen Kriege selbst provoziert.

Dementsprechend gibt es genug Gründe, die  aggressive Außenpolitik Israels zu kritisieren. Der Zusammenhang zur Innenpolitik besteht darin, dass ein Staat, der selbst religiösen Extremismus für politische Zwecke instrumentalisiert und mit staatlich abgesegnetem Terror, die Palästinenser aus den letzten 20% ihres von der UN zugesprochenen Territoriums zu vertreiben sucht,  kein Recht mehr hat, sich als moralische Autorität gegenüber „fanatischen Islamisten“ aufzuspielen, die Israel – „völlig grundlos“ – hassen und „vernichten wollen“ (was so nicht richtig ist).

Außerdem: Ahmadinejad gewinnt an Popularität – ebenso wie die Moslembrüder – jedes Mal, wenn Israels Menschenrechtsverletzungen wieder Schlagzeilen machen und das Leid der bzw. Unrecht gegenüber den Palästinensern ans Licht kommt, weil er sich mit ihnen solidarisiert, auch wenn sie keine Schiiten sind.

Und last not least, die erwähnten Kriterien wonach man Anti-Semiten erkennt:

Doppelmoral (engl: double standard wurde schlecht übersetzt), Dämonisierung und Delegitimierung, die drei „Ds“ also: Augsteins Kritik erfüllt keine der drei Kriterien (die Wahrheit über gewalttätige israelische Siedler zu schreiben, oder die Drohungen Israels (als Atommacht) gegenüber Iran als Bedrohung des Weltfriedens zu kritisieren, ist keine Dämonisierung höchstens eine Kränkung des idealisierten Selbstbildes der Zionisten ).

Die „Delegitimierung“  soll heißen, man leugnet das „Existenzrecht“ Israels – auch das hat Herr Augstein ja in keiner Weise getan. Doch auch das ständige Wiederholen des Wortes „Existenzrecht“ ist ein rhetorischer Trick, denn Israel hat bis heute keine festen Staatsgrenzen (weil man ja immer noch Land annektieren will) – das Existenzrecht welchen  Staates soll man denn nun anerkennen? Legitim ist nur der von 1948. Und wann erkennt Israel das Existenzrecht des palästinensischen Staates an (dessen Territorium es laufend stiehlt, oder durch den Siedlungs- und Straßenbau (inklusive Straßensperren)  zu „Schweizer Käse“ zerstückelt hat?

westbank

Sich heimlich Atomwaffen zuzulegen und einen Israeli (Vanunu) zu kidnappen und 20 Jahre in Einzelhaft zu halten, weil er das Atomprogramm (seine bloße Existenz) öffentlich gemacht hat; nicht einmal das israelische Parlament weiß über die Atomanlagen Bescheid (siehe dazu BBC Doku) gehört das auch zum „Existenzrecht“?

  • Menschen durch staatliche Auftragsmorde zu beseitigen, auch im Ausland und mithilfe Identitäts-Diebstahls (echte Pässe stehlen, wie für den Mord an einem Hamas-Führer in Dubai);
  • die Menschenrechte für die Palästinenser aussetzen;
  • das Völkerrecht nicht respektieren;
  • die Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern bei Nacht und Nebel mit einem Spezialkommando überfallen  und 9 türkische Aktivisten umbringen; andere Schiffe wurden gerammt, gekapert, usw.
  • ALBTRAUM GAZA: 1,6 Millionen Menschen, die  unter Besatzung leben mit einem Embargo belegen und nach Belieben bombardieren (einmalig in der Geschichte der Neuzeit), wobei überwiegend Zivilisten und viele Kinder getötet und verstümmelt werden (ebenfalls ausreichend dokumentiert); die Liste geht noch weiter …

All das und mehr ist OK, kein Problem, wenn man sich einredet, es dient der „Sicherheit“ Israels und ist deshalb „notwendig“.  Salopp und vulgär formuliert: wenn man sich wie ein Mega-Arschloch benimmt, braucht man sich nicht wundern, dass man sich viele Feinde macht …

capital-of-israeldoch dank des „unbreakable bond“ zwischen der USA und Israel kann man nach dem Motto oderint dum metuant handeln .. das Problem ist nur, wenn man sich gleichzeitig als „Opfervolk“ präsentiert, das ständig bedroht ist (weil die arabischen Nachbarn nach dieser Lesart Arschlöcher sind) … diesen Spagat zwischen Jekyll and Hide steht man auf Dauer nicht durch, wie Tony Judt in einem formidablen Artikel in Haaretz (zum 58. Geburtstag des israelischen Staates) auch feststellte.

Zur Ehrenrettung  des deutschen Zentralrats der Juden muss hervorgehoben werden, dass sich Herr Korn von den Attacken des SWC gegen Herrn Augstein distanziert hat.

Es gibt nur eine Lösung für den Konflikt: die Besatzung muss aufhören, Israel muss eingestehen, dass der zionistische Traum von Eretz Israel zu einem Albtraum geworden ist.  Auf Unrecht kann man kein Recht aufbauen und erlittenes Unrecht (der Vorfahren) ist kein Freibrief, anderen Unrecht anzutun, weil sie den eigenen Plänen im Weg stehen.

Die tiefere Wurzel des Problems ist der Zionismus, über den man dringend eine öffentliche Debatte führen sollte. „Juden“ und „Zionisten“ als Synonym zu gebrauchen, ist irreführend und ebenfalls eine Art des „framings“  (Ahmadinejad benutzt nie den Ausdruck „Juden“, sondern immer Zionisten, was eine völlig andere Bedeutung  im politischen Kontext hat).

Ohne Wahrheit gibt es keine Gerechtigkeit und ohne Gerechtigkeit keinen Frieden …

INFO: (Der im letzten Blog angekündigte Beitrag über die Deutsche Bank wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben)

Grass und die ThinkPol (Teil 2)

Ich muss noch einmal auf das Interview zurückkommen, dass Tom Buhrow für die ARD mit Günter Grass geführt hat, weil es einige, sehr aufschlussreiche (für ThinkPol „verräterische“) Passagen enthält:

Buhrow wirft Grass Anmaßung vor, denn er tue „ein bisschen“ so, als ob er der einzige sei, der „das Tabu des Schweigens [über die Atomwaffen Israels] bricht“. Grass antwortet darauf so:

Vielleicht irre ich mich, aber dass ich die Atommacht [Israel] so beim Namen nenne,  [glaube ich] das kommt nicht sehr häufig vor …. das wird in Israel verschwiegen. Hier wird das Schweigen darüber „nachgeplappert“.

Buhrow:Die Regierung bestätigt es nicht in Israel, aber die Bevölkerung redet darüber …  Wir hatten gestern ..äh ..   eine Stimme aus einer Redaktion in den Tagesthemen, der sagte: Wir sind seit langer Zeit Atommacht, aber wir haben das aber nie eingesetzt, da sieht man doch, dass wir das wirklich nur zur Abschreckung haben“.

Dieses Statement von Buhrow ist äußerst bemerkenswert, aus zwei Gründen:

1) Die Wortwahl:

Er spricht (nach kurzem Zögern) von „einer Stimme“ in der Redaktion (wem gehörte diese?), die uns wieder einmal demonstrieren soll, dass Israel doch nur seine „Sicherheit“ verteidigen muss. Der Besitz von Atomwaffen (ohne jegliche Kontrolle durch die IAEA) diene doch nur der „Abschreckung“. Buhrow zitierte diese „Stimme“ so:

Wir haben das nie eingesetzt […]“. Stellt man sich eine Runde unabhängiger Journalisten an einem Tisch vor, die über Israel diskutieren, so kommt man wohl kaum auf die Idee, einer von ihnen würde einen Satz mit „wir“ beginnen. Die Person, die dieses Statement gemacht hat, muss also entweder aus Israel stammen (unwahrscheinlich) oder für die israelische Regierung argumentieren, also z.B. einer pro-israelischen Lobbygroup angehören.

Frage: Was macht eine solche Person in der Tagesthemen-Redaktion? Wieso nennt Buhrow nicht ihren Namen, wenn es nichts zu verheimlichen gibt? Wer nimmt hier Einfluss auf die Redaktion und soll anonym bleiben?

2) Die „Logik“ der Abschreckung  („Framing“ für Fortgeschrittene …)

Buhrow präsentiert hier also den Besitz von Atomwaffen als Notwendigkeit, um sich vor aggressiven Feinden zu schützen. Damit festigt er wieder das (falsche) Bild vom armen, keinen Israel, das von bösen Nachbarn [Iran] bedroht wird.

Frage 1: Wenn meine Atomwaffen (nur) der Abschreckung dienen, warum halte ich das Programm dann offiziell geheim? Ja ich gehe sogar soweit, Israelis, die darüber sprechen, jahrelang ins Gefängnis zu werfen? Das macht doch keinen Sinn, wenn ich will, dass meine „Feinde“ vor mir zittern sollen? (Was viele ohnehin schon wegen meiner Skrupellosigkeit und Selbstgerechtigkeit tun)

Frage 2: Wer (welche Regierung) ist so dämlich, ein Land anzugreifen, das extrem militarisiert ist, von fanatischen Zionisten regiert wird und Atomwaffen hat?

Ein Land, das noch dazu unter dem Schutz des „großen Satans“ steht (der gewaltigen Militärmacht der USA). Ein Land, das sich seit Jahren systematisch Verbrechen begeht, aber nie von der „internationalen Gemeinschaft“ zur Rechenschaft gezogen wird?

Jede Regierung, die ein solches Land angreifen würde, hätte damit automatisch ihr eigenes Todesurteil unterschrieben und wohl auch das (eines Großteils) ihrer Bevölkerung.

Hier zeigt sich bereits, wie absurd die „Israel muss sich vor Iran fürchten“ Inszenierung ist, die man in den Medien seit Jahren aufgebaut hat um uns die Führung in Teheran als „Bedrohung für den Weltfrieden“ einzuhämmern.

Wenn man sich die realen geopolitischen Verhältnisse anschaut, wird klar, dass hier eine gigantische Gehirnwäsche stattgefunden hat und unsere Medienschafe auf die gleichen Tricks hereinfallen (ja sich selbst dafür instrumentalisieren lassen), die man anwendete, um den Irakkrieg zu legitimieren.

Ein Mann (damals Saddam Hussein, heute Ahmadinejad bzw. Assad ) wird als Personifizierung des Bösen in den Köpfen etabliert, laufend werden „Greueltaten“ oder „brutales Niederschlagen friedlicher Demonstrationen“ in den Nachrichten erwähnt, die unseren edlen NATO-Ritter nicht mehr ruhig schlafen lassen (während sie selbst zur Destabilisierung dieser Länder aktiv beitragen): da müssen wir doch wieder einmal einem unterdrückten Volk „zu Hilfe kommen“ und wenn dieses Monsterregime dann auch noch Israel „bedroht“ (eine eklatante Verdrehung der Tatsachen), dann werden alle Register gezogen, um der schon lange geplanten „regime change“ Orgie im Nahen Osten bzw. in strategisch wichtigen Ländern Afrikas (Libyen, Somalia, Mali, Sudan, etc.) zur  endgültigen Umsetzung zu verhelfen.

Aber dieser Ahmadinejad ist doch irre, oder nicht? Diese Ayatollahs, diese wahnsinnigen „Islamisten“ sind doch zu allem fähig, das will man uns doch seit „9/11“ ins Hirn brennen, damit wir, ähnlich wie die Pawlow‘schen Hunde, schon beim Konsum der „Nachrichten“ stressauslösende Drüsensekrete produzieren, anstatt darüber nachzudenken, welche Form des „Wahrnehmungs-Managements“ uns hier aufs Auge gedrückt wird.

Gut informierte Leute, die sich beruflich mit Staatssicherheit beschäftigen, sind da anderer Ansicht: So sagte General Martin Dempsey, der ranghöchste Offizier der USA in einem Interview :

We believe we know that the Iranian regime has not decided that they will embark on the effort to weaponize their nuclear capability. […] . And we are of the opinion that the Iranian regime is a rational actor. And it’s for that reason, [..]  that we think the current path we’re on is the most prudent at this point.”

Dempsey und sein Expertenstab glauben also, dass die iranische Führung ein “rationaler Akteur” ist, nicht jene groteske Karikatur des wütenden Demagogen, der mit Schaum vor dem Mund nur darauf wartet, Israel „von der Landkarte zu fegen“. Dieses absurde Bild von Ahmadinejad haben die Medien ja seit Jahren mittels „framing“  und „confirmation bias“ in die Köpfe der Zuschauer eingepflanzt, damit die „Unberechenbarkeit“ des Regimes in Teheran als Kontrast zum „vernünftigen“ Israel dargestellt werden kann (das sich – natürlich wieder nur – „verteidigen“ muss).

Die Reaktion Israels auf diese non-compliance des US-Generals? Barak und Netanyahu beschimpften Dempsey  und nannten ihn „einen Diener“ des Irans (womit man ihn implizit als „Verräter“ hinstellte). Doch statt Empörung über diese Beleidigung eines verdienten Offiziers (in den USA) wurde Dempsey nach Israel geschickt: Dort folgte die übliche Mea Culpa Show: Dempsey musste nach Israel reisen und in Yad Vashem feierlich geloben, dass er einen „zweiten Holocaust“ [durch den Iran] niemals zulassen werde.

Doch Dempsey steht nicht alleine da: alle  Nachrichtendienste der USA haben in ihren „NIEs“ (National Intelligence Estimates) wiederholt den Schluss gezogen, dass der Iran seine Bemühungen für ein  Atomwaffenprogramm eingestellt hat und auch der langjährige Verteidigungsminister der USA, Robert Gates war überzeugt, dass Iran keine „Gefahr für den Weltfrieden“ darstellt, selbst wenn er nach Atomwaffen trachten sollte:

(Auszug aus dem Confirmation Hearing  – Fragen von Republican Senator Lindsay Graham (am Ende) – zuerst in deutsch, dann engl. Originalfassung)

(Gates antwortet auf die Fragen von Senator Byrd, ob er einen Angriff der USA auf Syrien oder Iran befürworte, mit Nein und warnt vor den verheerenden Folgen in der ganzen Region …)

GRAHAM: „Glauben Sie, dass die Iraner diese Nuklearwaffen [für einen Erstschlag] gegen Israel in Erwägung ziehen würden?“

Do you believe the Iranians would consider using that nuclear weapons capability against the nation of Israel?

GATES:Nein, das glaube ich nicht, Senator. Ich denke, die damit für Sie verbundenen Risiken sind enorm hoch. Ich denke, Sie sehen den Wert ….“ (wird von Graham mitten im Satz unterbrochen)

I don’t know that they would do that, Senator. I think that the risks for them obviously are enormously high. I think that they see value—

GRAHAM: „Wenn Sie erlauben? Der Präsident des Iran hat öffentlich die Existenz des Holocaust geleugnet, er hat öffentlich gesagt, er wolle “Israel von der Landkarte fegen”. Glauben Sie, er scherzt nur?“ [es ist offensichtlich, dass Lindsay über die Antwort von Gates nicht erfreut ist …und ihn in die Defensive treiben will]

If I may? .. The president of Iran has publicly disavowed the existence of the Holocaust, he has publicly stated that he would like to wipe Israel off the map. [unwahre Behauptung]  Do you think he’s kidding?

GATES: „Nein, ich glaube nicht, dass er nur scherzt, aber ich glaube, dass es in der Tat höhere Mächte im Iran gibt, als ihn, den Präsidenten. Und ich denke, … obwohl sie nach meiner Ansicht danach trachten, eine Atommacht zu werden, so geschieht das doch in erster Linie zur Abschreckung. Sie sind umzingelt von Staaten mit Atomwaffen – Pakistan im Osten, die Russen im Norden, die Israelis im Westen und uns im  Persischen Golf …“

US Militärbasen umzingeln Iran

(Graham unterbricht noch mal, weil Gates Argumentation (die völlig rational, ehrlich und realistisch ist) ihm gar nicht gefällt: sein Job ist es offenbar, sich als „Freund Israels“ (Spenden für Wahlkampf) dadurch zu profilieren, dass er den Iran als „unberechenbare existentielle Gefahr“ für Israel darstellt und damit einen Präventivschlag rechtfertigen soll. Also darf das Wortgefecht nur so ausgehen:

Graham: Können Sie den Israelis garantieren, dass ein Iran mit Atomwaffen sie  nicht angreifen wird?

Gates: Nein, Senator, das kann wohl niemand.

Halten wir also nochmal fest:  Es gibt keinerlei Beweis, nicht einmal echte Indizien dafür, dass Iran tatsächlich ein Atomwaffenprogramm hat.

Die Entscheidung über ein solches Programm würde aber in jedem Fall  nicht der „Bösewicht“ Ahmadinejad treffen, sondern der Supreme Leader Ali Khamenei, der auch die militärische Führung des Landes ernennt. Doch die geistliche Führung des Landes sprach sich schon in der Vergangenheit vehement gegen Atomwaffen alsWerk des Teufelsaus.

Nehmen wir aber trotzdem an, die iranische Führung sei zu dem Schluss gekommen, dass nur der Besitz eigener Atomwaffen verhindern kann, dass der globale Hegemon, die USA und seine ehrlosen Verbündeten im Nahen Osten (Israel, Saudi Arabien, Bahrein, Qatar, und „client states“ wie Irak, Jordanien und Ägypten, etc.) das Land unter einem Vorwand überfällt und ebenso zerstört wie Libyen oder Irak. (Wer strategisch wichtige Ressourcen hat und sich weigert, nach der Pfeife Washingtons zu tanzen (siehe meine Beiträge THE BIG LIE), kann schon mal den Sarg bestellen.

Das hat ja auch Gates klar gesagt: Iran ist von Atommächten umzingelt. Es wäre also eine Art „Lebensversicherung“, wenn sich Teheran Nuklearwaffen als „Abschreckung“ zulegte.

Noam Chomsky zitierte unlängst auch den CIA-Veteran Bruce Riedel mit den Worten „ Wenn ich ein Planer für die Nationale Sicherheit Irans wäre, würde ich auch Atomwaffen zur Abschreckung wollen“.

Damit kommen wir zur “Logik” Israels zurück, auf die sich Buhrow wohl berief, als er das israelische Atomwaffenprogramm verharmlosen und – eben als „Abschreckung“ legitimieren wollte.

Doch warum darf Iran nicht das gleiche Argument benutzen?

Warum spielen sich ausgerechnet jene Länder als Moralapostel auf, die selbst Atomwaffen haben, sie aber anderen verbieten wollen?

Die Antwort liegt wohl auf der Hand: es geht um regionale Macht, nicht darum, die Welt vor einer iranischen „Bedrohung“ zu retten (mehr zu den geopolitischen Hintergründen im nächsten Teil).

Wir haben ja gesehen, dass hochrangige US-Politiker und Generäle (die über mehr Informationen verfügen als wir), Iran nicht als Aggressor einstufen, was ja auch die Geschichte beweist.

Auf einer Liste aller Staaten, die nach ihrer militärischen Aggression (Neigung, Kriege zu beginnen) bewertet werden, steht Iran ganz unten, die USA und Israel jedoch ganz oben …)

Dass Grass Israel als „Bedrohung für den Frieden“ hinstellt, hat viele wütende Kommentare hervorgerufen. Doch er ist damit in bester Gesellschaft, denn die Mehrzahl der Europäer (und der Menschen in der arabischen / muslimischen Welt ) ist der gleichen Meinung, wie eine Umfrage der EU-Kommission aus dem Jahr 2003 ergab.

59% der Europäer (66% wenn man höhere Schulbildung als Kriterium miteinbezieht) antworteten auf die Frage:

Stellen die folgenden Länder eine Bedrohung für den Weltfrieden dar (oder nicht)?

The chickens have come home to roost

Die Empörung der „Freunde Israels“ war natürlich gewaltig: So etwa vom Simon Wiesenthal Center, das sich „geschockt“ über die „Dämonisierungskampagne der EU-Führung und der Medien gegen den Staat Israel und seine Unterstützer beschwerte und eine scharfe Protestnote bei Romano Prodi einreichte (mit gleichzeitiger Aufforderung an die anderen „Empörten“, das Gleiche zu tun)

„Diese schockierenden Ergebnisse, dass Israel die größte Bedrohung für den Weltfrieden sei, schlimmer als Nordkorea, Iran und Afghanistan, entziehen sich jeder Logik und zeigt als rassistisches Hirngespinst, wie tief der Antisemitismus in der europäischen Gesellschaft eingebettet ist … heute mehr als in jeder Periode nach dem Krieg“

sagte Rabbi Marvin Hier, der Gründer des Zentrums.

Die Schlussfolgerung: Die EU solle in Zukunft keine Rolle mehr im „Friedensprozess“ des Nahen Ostens spielen …“

Da der „peace process“ ohnehin nur eine Farce ist, und die EU nicht den Mumm hat, Israel mit Sanktionen zu drohen, stattdessen kriecht man der israelischen Regierung in den ….. …. (wegen der „moralischen Verpflichtung), kann man über diese „Forderung“ nur lachen …

Alte Weisheiten .. wieder aufgewärmt … Juni 1948 (wenige Wochen nach der Staatsgründung Israels):

“ the Americans are responsible for the creation of a gangster state headed by „an utterly unscrupulous set of leaders …“.

Sir John Troutbeck (Brief an den britischen Außenminister Ernest Bevin)

Fortsetzung folgt …

Grass und die Denkpolizei (Teil 1)

1)      Der Zionismus war niemals an Friedensbedingungen interessiert, die die Palästinenser wirklich akzeptieren konnten.

2)      Die westlichen Regierungen werden NIEMALS Druck auf die zionistische Führung ausüben, sie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft ziehen, es sei denn, sie werden von informierten Bürgern dazu gedrängt, durch eine aktive Demokratie.

3)      Die Bürger sind falsch informiert, einer Gehirnwäsche unterzogen worden, Presse und Politik haben nicht den Mut, sich mit den Zionisten anzulegen [der Schuldkomplex aus dem Holocaust wird dazu missbraucht, ihr Schweigen sicherzustellen]

(Politische Realitäten lt. Historiker Ilan Pappe bei einem Vortrag über die Geschichte Israels)

 

Günter Grass befindet sich also im Visier der zionistischen Sprachpolizei, die seit Jahren die deutschen Medien beherrscht. „Thinkpol“, die Denkpolizei, so nannte es George Orwell in seinem Buch „1984“.

Diese Variante von Thinkpol arbeitet nicht mit sichtbarer Gewalt, wie man es aus autoritären Regimen kennt, sondern wesentlich effektiver, weil viele Akteure (vor allem in den Medien) gar nicht merken, dass ihre Wahrnehmung über die Absichten des Staates Israel erfolgreich manipuliert wurde. Andere nehmen zwar die Einschüchterung wahr, haben aber nicht den Mut, über den „electrical fence“ (Nick Davies) zu steigen.

Dank ThinkPol muss Günter Grass einem prominenten ARD-Journalisten wie Tom Buhrow erklären, welche Bedeutung das Weglassen des historischen Kontexts bzw. wichtiger Fakten hat, wenn Medien die „öffentliche Meinung“ über die Rolle Israels oder Irans in der Nahost-Region (zugunsten Israels) formen. (Buhrow hat es aber noch immer nicht begriffen oder er ist unglaublich naiv)

Dank ThinkPol muss sich ein Nobelpreisträger für Literatur von den selbstherrlichen Sumpfdotterblumen des Feuilletons verunglimpfen lassen, die ihm „Selbsthass“, „Verdrehung von Ursache und Wirkung“, „Feigheit“, „Selbstgerechtigkeit“ und „Kälte“ vorwerfen, nur weil er es gewagt hat, einige unliebsame Wahrheiten auszusprechen. (mehr dazu später)

Dank ThinkPol wird Grass zur persona non grata  in  Israel erklärt, weil er es gewagt hat, die Politik des Staates Israel [speziell sein Atomprogramm]als Gefahr für den Weltfrieden zu bezeichnen. Talk about Chuzpah. Riesige Empörung wird laut, denn damit werde suggeriert, Israel und Iran stünden moralisch auf der gleichen Stufe  (Bottom line: It’s not the nuclear weapons, stupid: it’s who has them …)

Versuchen wir doch einmal, der zionistischen Denk- und Sprachpolizei auf die Schliche zu kommen und die Debatte zu analysieren. Zunächst werden drei Fragen gestellt:

1.       Was hat Grass wirklich gemeint?

2.       Wieso die große Aufregung? Worauf zielt die massive Kritik an seinem „Gedicht“?

3.       Handelt es sich um eine „Scheindebatte“? Soll von den wirklich wichtigen Themen abgelenkt werden?

 „Und das Motto vom Gedicht:  Israel darf und andere nicht“. (aus: Spiegel Online Forum)

 1. WAS WOLLTE GRASS WIRKLICH SAGEN?

Im Interview mit Tom Buhrow sagt er zu den Reaktionen auf sein Gedicht:

„Was auffällt, ist das Sich-Nicht-Einlassen auf den Inhalt, auf die Fakten … die müssen ja dann widerlegt werden. Z.B. das tabuisierte Thema, dass außerhalb jeder Kontrolle der Staat Israel eine Atommacht ist und zwar seit längerer Zeit.“

Das Thema des Schweigens als Ausdruck einer Mittäterschaft ist Grass wichtig: er stellt einen wichtigen Kontext zur „deutschen Geschichte“ her: Der  pauschale Vorwurf an „die Deutschen“ lautet ja, sie hätten sich in die eigene Tasche gelogen, wenn es hieß „wir haben es ja nicht gewusst“. Das sei eine Schutzbehauptung, um sich vor der Mitverantwortung für die Nazi-Verbrechen zu drücken. (Diese Mitverantwortung oder „Schuld“ kann aber nicht auf die nachkommenden Generationen übertragen werden, das wäre „Sippenhaftung“. Doch genau das wollen die Zionisten: Deutsche sollen sich für immer und ewig schuldig fühlen und die „moralische Pflicht“ (Mund halten) gegenüber dem Staat Israel wahrnehmen. Ich komme später noch darauf zurück)

Deshalb gehöre es „zu den Pflichten eines Schriftstellers, eines Bürgers diese Dinge anzusprechen“. Ein Angriff auf den Iran hätte schwerwiegende Folgen für die ganze Region und auch für die Welt (man denke nur an die explodierenden Ölpreise).

Dass Buhrow und die meisten anderen ThinkPol Geschädigten, schon den Titel „Was gesagt werden musste“ –als Provokation bezeichnen, spricht für sich. Dass Grass dadurch Arroganz (Aufspielen zur moralischen Instanz) unterstellt wird, gehört zum normalen Repertoire der zionistischen character assassination: Grass hat in der Sache absolut Recht, aber seine Motive (das Schweigen über Israels Verbrechen und Lügen zu brechen) werden in den Dreck gezogen, um ihn zu diskreditieren. Die Presse-Meute überbietet sich anschließend darin, seine Person, seinen Charakter zu attackieren, der Inhalt der Kritik gerät so immer mehr in den Hintergrund.

Grass macht klar, dass er die Androhung eines israelischen Präventivschlages durch die gegenwärtige Regierung als sehr besorgniserregend einstuft, auch weil der Kontext (die militärischen Kräfteverhältnisse und die historischen Fakten zu Israel und Iran) weggelassen wird. Dass die Atommacht Israel (mit dem viertstärksten Militär der Welt) sich immer als armes, kleines Land präsentiert, das sich doch nur gegen die bösen, islamischen Horden wehren muss, wird von den Medien kritiklos übernommen.

Doch Buhrow und die anderen Medienschafe begreifen nicht, dass sie selbst die größten Versager sind, wenn es darum geht, bittere Wahrheiten (hier über Israel und die heuchlerische EU) unters Volk zu bringen.

Man ist empört, weil Grass von einem „Erstschlag“ spricht, der „das iranische Volk auslöschen könnte“. Grass erläutert, dass er nicht wisse, ob Israel Atomwaffen einsetzen würde, er aber eine Bombardierung atomarer Anlagen auch für eine Katastrophe halte, die durch radioaktive Verseuchung entstünde. (Der Einsatz von Uranmunition im Libanon und im Irak, sowie „novel weapons“ in Gaza sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, davon weiß Herr Buhrow natürlich nichts …Ignorance is Strength ) BILDER

Wie sehr Buhrow zum Vorteil Israels durch ThinkPol indoktriniert ist, zeigt sich in folgender Frage:

„Machen Sie da nicht den Staat, der aus dem Holocaust hervorgegangen ist, das Volk der Opfer zu einem potentiellen Täter in einem regelrechten Völkermord? … das ist eine starke Sprache“

Vielleicht kann man die Wortwahl von Grass als zu extrem kritisieren, einige unterstellen ihm sogar, „Auslöschen“ sei ein verräterischer Hinweis darauf, dass er seine eigene Vergangenheit durch „Schuldprojektion“ bewältigen wolle. Doch welche Schuld hat ein 17-jähriger, der vom NS-Regime eingezogen wird, auf sich geladen?

Doch die Reaktion Buhrows ist wirklich sehr aufschlussreich und zeigt seine Naivität bzw. pro-israelische Haltung:

das „Volk der Opfer“ bzw. seine politische Führung wurde bereits seit 1948 (durch ethnische Säuberungen und Terrorkampagnen) zum Täter, wie Ilan Pappe, Avi Shlaim, Noam Chomsky und viele andere seit Jahren analysieren bzw. dazu kommentieren.

Seit 1967 existiert der Horror einer brutalen Besatzung, die sich über jedes Völkerrecht bzw. über die Menschenrechte der Palästinenser hinwegsetzt. Doch da diese Besatzung in den Medien nie gezeigt, nie kritisiert wird, ist sie für Buhrow und seine Gesinnungsgenossen kein Thema. (siehe dazu meine früheren Blog-Beiträge zum Thema Israel)

Dass es in Israel eine Gruppe von Dissidenten (ehemaligen IDF-Soldaten) mit dem Titel „Breaking the Silence“ gibt, die über die Brutalitäten der Besatzung aufklären will, interessiert diese „Journalisten“ ebensowenig.

Der Staat Israel ist auch nicht „aus dem Holocaust hervorgegangen“, sondern war ein zionistisches Siedler-Kolonialprojekt, das schon Ende des 19. Jahrhunderts geplant wurde. Die brutalen Methoden, die die Zionisten (in den Lagern der Holocaust-Überlebenden und Flüchtlingen) anwendeten, um  „Freiwillige“ für Palästina zu rekrutieren, sind Herrn Buhrow wohl auch fremd. Er hat den ganzen Gründungsmythos der zionistischen ThinkPol geschluckt: hook, line and sinker.

Grass warnt davor, dass sich der Konflikt mit dem Iran ausweiten könnte (andere Länder werden mit hineingezogen), dass die Situation sehr gefährlich sei, in einer so instabilen Region. Damit ist er in bester Gesellschaft: US-Generäle warnen ebenfalls vor einem Präventivschlag auf Iran und selbst hochrangige, ehemalige Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes teilen diese Einschätzung.

Schließlich kommt Grass auf die „Siedlungen“ und die Besatzung zu sprechen:

„ Die Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten ist illegal  … es gibt nur wenige Länder, die UN-Resolutionen so missachten, wie Israel Enteignungsprozesse, die dort stattfinden, sind das Ergebnis einer Besatzungspolitik und damit auch der Kritik würdig. Dieses Aussparen, dieses feige Sich- Weg-Ducken [muss aufhören)…“

Buhrow geht auf das Schlüsselthema (als Ursache des Nahost-Konfliktes) der illegalen, seit Jahrzehnten andauernden Besatzung nicht ein. Der Terror, dem die Palästinenser dort täglich ausgesetzt sind, (weil sie im Endeffekt entrechtet werden) interessiert ihn nicht. Die palästinensischen Gewaltausbrüche (Intifada) als Antwort auf diesen Besatzungsterror zu sehen, dafür hat er auch kein Interesse. Er konzidiert nur, dass Grass „legitime politische Anliegen“ vorbringe.

Dann die nächste ThinkPol Frage von Buhrow:

„Was haben denn die Palästinenser mit dem iranisch-israelischen Konflikt zu tun?“

Mein Gott. Solche Leute zählen sich heute zu den „Intellektuellen“ in Deutschland. Zu den „Top-Journalisten“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, für die deutsche Bürger Gebühren zahlen müssen.

Wie jeder halbwegs gebildete EU-Bürger weiß, zeigt das iranische Volk eine große Solidarität mit seinen muslimischen Brüdern in Gaza und der West Bank (auch in anderen Ländern, wie dem Irak oder Afghanistan, wo Muslime reihenweise von westlichen „Demokratien“ umgebracht werden;).

“The Imam said this regime occupying Jerusalem must vanish from the page of time“.

Der Iran unterstützt (ebenso wie Syrien) den Freiheitskampf der Palästinenser und wird nicht müde, „das zionistische Regime in Jerusalem“ zu kritisieren, das „aus den Geschichtsbüchern verschwinden wird“, wie es der verstorbene Ayatollah Khomenei formulierte. Daraus wurde dann der unglaubliche Spin: „Israel müsse von der Landkarte verschwinden“, ein Satz, den Ahamdinejad so nie gesagt hat, den aber ARD, ZDF, und alle anderen Medienschafe seither ständig wiederholen … deshalb wird die Lüge auch nicht wahr… aber sie wirkt in den Köpfen, um Iran zu dämonisieren …)

Also: Iran und Syrien unterstützen Hamas bzw. Hisbollah. Beide Gruppen waren, trotz des enormen Ungleichgewichtes der Kräfte (zum hochgerüsteten Israel) relativ erfolgreich, besonders Hisbollah, die es schaffte, das sich Israel aus dem Südlibanon zurückzog. Beide sind eben nicht nur „Terroristen“, sondern politische Parteien, die – trotz mancher Kritik – hohes Ansehen in der arabischen Welt genießen. Weil sie nicht korrupt sind (im Gegensatz zur Fatah, Israels „partner for peace“(!) und weil sie für die Selbstbestimmung der Palästinenser und gegen die regionale Hegemonie Israels (und der USA) kämpfen.

Israel hat also ein starkes Interesse daran, diese beiden Länder zu dämonisieren, durch Sanktionen zu schwächen und schließlich durch Bomben zu zerstören. Alles natürlich nur als „Selbstverteidigung“ des armen, kleinen, bedrohten Landes.

Buhrow und seinesgleichen sind entweder extrem dumm oder von ThinkPol schon  intellektuell „neutralisiert“ worden.

Video: Wie die Medien sich für die zionistische Propaganda einspannen lassen …

Fortsetzung folgt … (darin u.a.)

  • Iran: der historische Kontext – Wer ist hier Opfer, wer Täter?
  • NPT:  Wer darf Atomwaffen haben, wer nicht und warum?
  • Wer ist die größte Bedrohung für den Weltfrieden? (EU-Umfrage)