THE WILDERNESS OF PAIN

moments of empathy Iraq warViele Menschen erinnern sich in dieser Woche an den fünften Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima, aber die „Iden des März“ haben einige Tage später noch ein anderes, furchtbares Ereignis hervorgebracht: den amerikanischen Krieg gegen den Irak, der (nicht erst) 2003 mit einem „Shock & Awe“ Bombardement begann, eine ganze Gesellschaft zerstörte und über Generationen ihre Gene vergiftete (durch neue radioaktive Waffen, siehe weiter unten). Insofern ist auch dieser Artikel ein Beitrag zum Thema „atomarer Wahnsinn“.

Angesichts der Gewalt in Syrien und der medialen Hetze gegen Assad und Putin, ist das Schicksal der Iraker ziemlich untergegangen. Sie sind nur mehr Statisten in der Inszenierung des Stückes „Islamischer Staat“, der rund um die Uhr auf der weltpolitischen Bühne gespielt wird (ohne den Regisseur zu erwähnen).

Wie sieht es denn nun im „demokratischen“ Irak aus, nach der glorreichen „Befreiung“ durch die amerikanischen Bomben, acht Jahren Besatzung und inszeniertem Religionskrieg?

Lassen wir zunächst die Zahlen sprechen:

Vom Fußballfeld zum Friedhof Iraq 2003

  • 1,5 Millionen Tote (Schätzung nach IBC und Lancet-Studie 2006) und 4 Millionen Verletzte
  • 5 Millionen Kinder wurden durch den Krieg (der nie aufgehört hat) zu Waisen
  • Mehr als 2 Millionen Frauen wurden durch die Gewalteskalation zu Witwen, die kein Einkommen haben
  • 3,2 Millionen Iraker sind Vertriebene im eigenen Land und 2,2 Millionen flohen ins Ausland (UNHCR); das bedeutet jeder fünfte Iraker hat sein Zuhause verloren.
  • Allein seit Jänner 2014 („IS“ als Terror-Werkzeug in Aktion) verloren mehr als eine Million Iraker ihr Zuhause, die UN schätzt, dass 2016 noch einmal 2-3 Millionen dazukommen werden (die vor dem IS-Horror fliehen)
  • Nur mehr 50% der Kinder gehen in die Schule; unter den internen Flüchtlingen nur mehr 32%
  • In IS-kontrollierten Gebieten werden Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht, als „Selbstmord-Attentäter“ eingesetzt und als „Waren“ verkauft. Systematische Vergewaltigungen und Handel mit Frauen und Mädchen sind an der Tagesordnung.
  • Dramatische Zunahme der Kindersterblichkeit

infant mortality Iraq after 'liberation'„IRAQI FREEDOM“

Trotz Milliarden Dollar an „Hilfsgeldern“, die nach 2003 in den Irak (aber nicht zu den Irakern) geflossen sind, ist das Elend groß: eine vor dem Krieg hoch entwickelte Gesellschaft (die beste der arabischen Länder), mit einer gut ausgebildeten Mittelschicht, weltoffen, mit einem modernen Gesundheits-system, wurde auf Dritte Welt-Status reduziert:

OCHA Report 2016

  • 10 Millionen Iraker (Tendenz steigend) sind auf „humanitäre Hilfe“ angewiesen (davon 4,8 Mio. Kinder)
  • 7 Millionen Iraker haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser bzw. Sanitäranlagen
  • In Bagdad haben 84% der internen Flüchtlinge keinen Zugang zu medizinischer Versorgung; es gibt bereits viele Fälle von Cholera und anderen gefährlichen Krankheiten, weil die Infrastruktur völlig überfordert ist
  • mehr als 50% leben in extremer Armut, (Arbeitslosigkeit: 70%)
  • Im November 2010 erklärte der Sprecher des irakischen Parlaments, der Staat könne keine Unterstützung mehr für Witwen leisten und andere Hilfsprogramme für Arme sowie Subventionen für kleine Bauern nicht mehr finanzieren
  • In einem internationalen Ranking von Städten nach der Lebensqualität wurde Bagdad an die letzte Stelle (230) gereiht, als „unsicherste Stadt der Welt“ und weil die zerstörte Infrastruktur bis heute nicht wieder hergestellt wurde
  • Auch die Vereinten Nationen haben 2011 einen Bericht veröffentlicht, in dem die Verelendung der Iraker durch die US-Invasion und Transformation des Staates erkennbar ist: 1990 lebten 17% der städtischen Bevölkerung in Slums. 2009 waren es fast 53%. Heute sind es 57%: das sind rund 20 Millionen Menschen.

Iraq destruction 1Das Sozialsystem und der gesellschaftliche Zusammenhalt im Irak wurden durch die amerikanische Gewaltorgie (militärisch, durch anhaltenden pseudo-religiösen Terror und systemisch durch „Reformen“) weitgehend zerstört. Dazu heißt es in einem UN-Bericht (OCHA 2016):

Wegen der andauernden Krise und den sich ständig verschlechternden Lebensbedingungen sehen viele irakischen Familien keine Alternative mehr, als nach Europa zu gehen.“

Laut aktuellem OCHA-Bericht leben 90% der internen Flüchtlinge nicht in Lagern. Sie wurden von 3.500 irakischen Kommunen aufgenommen, die selbst durch den Krieg und die Plünderung der irakischen Wirtschaft sehr gelitten haben. Sie kommen durch den neuerlichen Ansturm (wegen IS-Besatzung) an ihre Belastungsgrenzen.

Bei uns jammern Politiker über die Probleme, die durch die Flüchtlingswelle entstehen, (etwa 52.000 aus dem Irak 2015) aber denken wir doch daran, was dort los ist, durch Krieg und Korruption „Made in USA“: desolate Infrastruktur, hohe Arbeitslosigkeit, „privatisierte“ Wirtschaft (steigende Preise, Misswirtschaft, Korruption in der Krise) und jetzt auch noch der IS-Terror. Katastrophal ist auch, dass wichtige Teile des irakischen „Korngürtels“ (wo also große Getreideanbauflächen sind) jetzt unter IS-Herrschaft stehen, wodurch die Ernährungssituation sich weiter verschlimmern wird.

Die Kosten für die humanitäre Katastrophe müssten eigentlich DIE USA UND IHRE „VERBÜNDETEN“ TRAGEN und  die Flüchtlinge aus Irak (und Syrien) müsste man vor den US-Botschaften bzw. den NATO-Militärstützpunkten „abladen“!

DIE ERMORDUNG VON ZIVILISTEN IST SEIT DER INVASION „NORMAL“ IM IRAK

terror in Iraq2007 galt der Irak als gefährlichstes Land der Welt, 2011 wurde es im „Global Peace Index“ nur von Somalia (negativ) „überholt“ und 2015raten Sie mal? – natürlich „knapp“ von Syrien (162 Gewalt-Punkte – Irak 161) und auf Platz 3 der „mörderischsten“ Länder finden man – auch keine große Überraschung – Afghanistan. Dann folgen Somalia, Sudan, Pakistan, Ukraine und Nigeria.

Was haben alle diese Länder gemeinsam? Richtig, die „US-Intervention“ dank selbst gezüchteter „Terroristen“, meist „islamistisch“, aber auch als „Nazi-Variante“ (Ukraine), die den Gewaltpegel in astronomische Höhen schnellen lässt.

Security Wall BagdadDie irakischen Behörden haben nach Presseberichten (Angaben des Militärs) mit dem Bau eines Schutzwalles rund um Bagdad begonnen, der mit acht „Checkpoints“ versehen werden soll (Zustände wie in Israel, aber das ist ja kein Wunder…). Die einstige Metropole des Orients wird also quasi ins Mittelalter zurückversetzt, wo es Stadtmauern fast überall gab, um sich gegen einfallende Horden zu schützen. (Die Meldung wurde aber vom Premierminister dementiert).

Dazu muss man wissen, dass die Stadt schon seit 2006 in Distrikte eingeteilt wurde, die durch zahlreiche Betonwände und „Checkpoints“ abgetrennt sind. Das löste natürlich erhebliche Verkehrsstaus aus, hinderte aber die “Terroristen“ nicht daran, Anschläge zu verüben (den Grund dafür kennen wir ja …)

DIE TERROR-DEMOKRATIE

torture victim iraqZu den schweren Menschenrechtsverletzungen (unbegrenzte Haft in Geheimgefängnissen, ohne rechtstaatliches Verfahren, Folter, brutale Ermordung, Zerstückelung und andere Terror-methoden) habe ich ja bereits 2013 einen Beitrag verfasst.

Merke: es waren die von den USA trainierten „irakischen Sicherheitskräfte“, die die grauenvollsten Verbrechen begangen haben, um einen „Religionskrieg“ zwischen Sunniten und Schiiten auszulösen und damit den Widerstand gegen die amerikanische Besatzung in die „richtigen“ Bahnen zu lenken: Sollen die Iraker sich doch gegenseitig umbringen, das kann uns nur recht sein …. (Wie sagte Kissinger seinerzeit: I hope they kill each other …).. und das neu geschaffene „Monster“ IS kann man dann als Vorwand nehmen, sich wieder militärisch zu „engagieren“, so geht die lukrative Kriegsspirale ewig weiter.

Auf den Dollar-Noten müsste stehen: Wir gehen über Leichen …(In Death we trust, nicht „in God we trust“!)

WHY ARE THEY DOING THIS TO US?

Der wunderbare „citizen-journalistDahr Jamahl schildert einige persönliche Schicksale von Menschen im Irak während der Besatzung. Einer von ihnen ist Sadiq Zoman:

Er wurde 2003 von amerikanischen Soldaten aus seinem Haus verschleppt und dann in ein Militärgefängnis bei Tikrit gebracht. Vier Wochen später haben ihn die “Befreier” bewusstlos (im Koma) in einem Krankenhaus abgegeben. Auf dem medizinischen Begleitbrief stand: sein Zustand sei Folge eines Herzinfarktes, der wiederum durch einen Hitzschlag ausgelöst worden sei. Nicht erwähnt waren die Folgen der „Verhöre“ durch das amerikanische Militär: Hämatome am ganzen Körper, Verbrennungen an seinem Penis und auf den Fußsohlen (durch Elektroschock).

Jamahl besuchte im Mai 2004 seine Frau und seine acht Töchter in ihrer Wohnung in Bagdad, die fast leer war. Die Familie hatte fast die gesamte Einrichtung auf dem Schwarzmarkt verkauft, um sich ernähren zu können. In der irakischen Hauptstadt gab es ungefähr sechs Stunden Strom am Tag, weil die amerikanische Besatzung es nicht eilig hatte, die von ihren Bomben zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen (die riesige US-Botschaft in Bagdad hat eine eigene Strom- und Wasserversorgung, sie ist perfekt ausgestattet wie eine kleine Stadt).

displaced Iraqi womanEine 55-Jahre alte Frau, die namentlich nicht genannt werden wollte, erzählte auch eine traurige Geschichte: Sie wurde vier Monate lang in vier verschiedenen Gefängnissen festgehalten (darunter auch Abu Ghraib). Man hat sie in jeder Nacht daran gehindert, längere Zeit zu schlafen. Sie wurde mehrmals pro Tag verhört (sie war Englisch-Lehrerin von Beruf), Zugang zu einem Anwalt und ihrer Familie wurde verweigert. Sie bekam sehr wenig zu essen und zu trinken. Sie wurde psychisch und verbal misshandelt.

Ihr Ehemann, 70 Jahre alt, wurde ebenfalls verhaftet und wiederholt brutal verhört und geschlagen. Nach sieben Monaten starb er im Militärgefängnis. (Es gab nie eine Anklage in beiden Fällen).

„Ich vermisse meinen Mann so sehr“. Die Frau beginnt zu weinen. „Warum tun Sie uns das an? Wir haben doch nichts getan.“ Zwei von ihren Söhnen wurden ebenfalls ins Folter-Gefängnis gebracht und ihre ganze Familie ist dank der „Befreiung“ zerbrochen.

Iraqi victim of USrael 4 GW 2007Die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen, UNHCR berichtete 2008, dass irakische Flüchtlinge in Syrien durch extreme Gewalterfahrung enorm traumatisiert* sind, viel mehr als Menschen, die aus anderen Konfliktländern kommen. 500.000 Familien waren davon betroffen, rund 100.000 Kinder werden vermisst. Aber auch viele Erwachsene sind „verschwunden“: entführt oder festgenommen und nie wieder gesehen; ihre Zahl wird auf eine Million geschätzt

(Andererseits gibt es tausende Leichen in Bagdad, die so verstümmelt sind, dass man sie nicht identifizieren konnte …).

*Inzwischen gilt natürlich das gleiche für die Syrer selbst: extreme Grausamkeit gegenüber Zivilisten wurde ja dort auch eingesetzt, um die „Aufstands-unwilligen“ Syrer, die loyal zu ihrem Präsidenten sind, durch Terror in die Knie zu zwingen.

DIE TERROR-WIRTSCHAFT

Dazu kommt noch die enorme Korruption im Irak (die USA sucht sich natürlich immer Leute mit hoher krimineller Energie als „Verbündete“), die es in diesem Ausmaß nicht unter Saddam Hussein gab. Er war ein brutaler Diktator, aber er hat auch einen erheblichen Anteil der Gewinne aus dem Ölgeschäft in sein Land und seine Leute investiert und verhindert, dass sich amerikanische Konzerne dort einnisten und das Kommando übernehmen. Dafür musste er mit seinem Leben bezahlen und sein Land wurde ebenso barbarisch vergewaltigt.

Über die wirtschaftlichen “Reformen” von Paul Bremer im Irak habe ich ja schon früher berichtet. Die neoliberale „Schock-Therapie“ hat dort voll eingeschlagen und dem ausländischen Kapital die Übernahme irakischer Vermögenswerte enorm leicht gemacht.

ERDÖL: SELBST-BEDIENUNG LEICHTGEMACHT

oil theftZur Erinnerung: fast alle Regierungsgebäude wurden 2003 in Bagdad durch Bomben zerstört, nur eines nicht: das Ölministerium. Es war auch das einzige Gebäude, das durch Soldaten gegen sichtbare „Plünderer“ geschützt wurde, während die ökonomische Plünderung erst richtig in Gang kam.

Im April 2011 überraschte die amerikanische Wirtschaftsprüfungs-Firma PWC mit der Aussage, dass im Irak „noch immer“ kein modernes Messsystem zur Erfassung der geförderten, transportierten und verkauften Menge Erdöl gibt. Dies wurde auch durch andere Organisationen bestätigt. Experten aus der Ölindustrie schätzten den Verlust auf mehrere Milliarden Dollar pro Jahr. Dazu ist zu sagen, dass die Firmen, die für die Ausrüstung der Ölindustrie engagiert wurden, natürlich amerikanische Unternehmen (wie Halliburton) sind, denen es aber seit mehr als 10 Jahren einfach nicht „gelingt“, die seit 2003 „kaputten“ Messgeräte an den südlichen Tanker-Terminals zu ersetzen.

Ein Bericht von Transparency International bezeichnete vor einigen Jahren die „freie Marktwirtschaft“ im Irak als „den größten Korruptionsskandal aller Zeiten“.

UND DAMIT KOMMEN WIR ZUM SCHLIMMSTEN VERBRECHEN IM IRAK:

DER DNA-TERROR (GENOZID in neuer Dimension)

Toxic Legacy Iraq 2010Die irakische Stadt Fallujah wurde 2004 von der US Armee (im Zuge der „Aufstands-bekämpfung“) in einem Ausmaß bombardiert, das man (auch als moralisches Verbrechen) mit Dresden vergleichen könnte. Doch während die sächsische Hauptstadt heute wieder eine lebenswerte, schöne Stadt ist, hört der Horror in Fallujah nicht auf.

Warum? Weil hier von den „Befreiern“ neue (auch radioaktive) Waffen eingesetzt wurden, die offenbar eine mutagene und teratogene Wirkung haben. Eine 2010 veröffentlichte Studie kommt zum dem Ergebnis, dass die gesundheitlichen Schäden (14 x) größer sind, als nach dem Einsatz von Atombomben in Hiroshima und Nagasaki.

Fallujah battle lab victim in uteroDramatische Zunahmen bei Kindersterblichkeit, Krebs und Leukämie sowie extreme Missbildungen bei Neugeborenen sind die Folge von OperationIraqi Liberation“, (OIL) Codewort „Freedom“) für den verbrecherischen Angriffskrieg der USA im Jahr 2003.

Die Ärzte in Fallujah (und nicht nur dort) schlagen schon seit 2005 Alarm: die Zahl der „Monster-Kinder“ nimmt stetig zu: Babys mit zwei Köpfen, schweren Fehlbildungen der Gliedmaßen (siehe Bild), mit nur einem riesigen Auge mitten in der Stirn, vollständige Lähmung der unteren Extremitäten sind nur einige Beispiele für das enorme Leiden, das dieser verlogene Krieg ausgelöst hat.

WARNUNG: Das Video unten zeigt den Horror in Bildern.

Was man diesen Kindern und Eltern angetan hat, dem ganzen irakischen Volk, ist nicht mehr in Worte zu fassen.

Dass sich amerikanische Politiker TROTZDEM noch immer ALS MORALISCHE INSTANZ aufspielen können und moralische Empörung als Begründung für „militärisches Eingreifen“ vortäuschen (wie in Syrien) – ist unerträglich. Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Auch diese ungeheuerliche Scharade ist nur möglich, weil unsere Presse so ein erbärmlicher Haufen ….. ist.

(Unsere Journaille übernimmt auch generell die Lügen der Atomlobby, nicht nur im Fall von Uran-Munition; was sie über Tschernobyl bzw. Fukushima „berichten“, ist skandalöse Verharmlosung und „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ – keine Polemik!)

Wenn die Krebs-Rate bei Kindern (die es eigentlich gar nicht geben dürfte, der Preis der Profitgesellschaft) um 1200% ansteigt und die Kindersterblichkeit viermal höher ist, als im Nachbarland Jordanien und achtmal höher als in Kuwait, wird klar, dass hier eine spezielle Form von Völkermord stattfindet, das Wort „Genozid“ bekommt eine neue Bedeutung: die Gene dieser Menschen sind so vergiftet worden, dass bei jeder nachfolgenden Generation schwere Chromosomenschäden vorhanden sind.

BusbyEiner der Autoren dieser Studie, Dr. Chris Busby (einer meiner persönlichen „Anti-Atom“-Helden) versucht ja seit Jahren auf das verlogene „Strahlenschutzmodell“ aufmerksam zu machen und die systematische Verschleierung der atomaren Bedrohung aufzudecken.

Erschreckend auch die Zunahme von Leukämie (+ 3800%) und Brustkrebs (+1000%). Zum Vergleich – in Hiroshima erhöhte sich die Leukämie-Häufigkeit um 1700%. In einer früheren Studie zeigte sich auch schon eine weitere Anomalie: das Verhältnis der Geschlechter bei Neugeborenen hat sich verändert: es kommen 18% weniger Jungen auf die Welt, also entsprechend mehr Mädchen. Ein ähnlicher Effekt wurde auch nach Hiroshima beobachtet.

Ein Radio-Interview mit Dr. Busby gibt es hier. (nach der ersten Stunde) (Transkript in Englisch hier).

Die amerikanischen Verbrechen in Fallujah werden auch in diesem Video des italienischen Fernsehens deutlich gemacht: (nichts für schwache Nerven, … „geschmolzene“ Körper, aber intakte Kleidung … eine perfide Neutronenwaffe, getestet? (N.B. Es wurde angereichertes Uran in den Haaren der Eltern gefunden, nicht DU. Beschämend: als ein Iraker darüber im EU-Parlament berichtet, ist der Saal fast leer …)

Die Ungeheuerlichkeit (Fallujah war ein „battle lab“, die Menschen darin Versuchskaninchen für neue Waffen) der Vorgänge schildert dieser Bericht. N.B. Die Iraker haben friedlich gegen die US-Besatzung demonstriert, auf sie wurde geschossen um eine Gewaltspirale in Gang zu setzen. Genau das, was man Gaddafi und Assad vorwirft, haben die „Befreier“ selbst verbrochen.

WARNUNG: Die Fotos darin sind extrem verstörend, vor allem die Bilder der missgebildeten Kinder (einige davon sind nicht mehr als Menschen zu erkennen …)

Auf den Grabsteinen dieser Kinder könnte das stehen (Trauer-Poesie von W.H. Auden):

angelThe stars are not wanted now: put out every one;
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the wood.
For nothing now can ever come to any good.

Was das Leiden der Iraker noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass die massive (absichtliche) Zerstörung der Infrastruktur (2003 und davor) bis heute nicht behoben wurde. Weder die Stromversorgung, noch Wasser- und Sanitäranlagen wurden so instandgesetzt, wie sie vor dem Krieg waren und das staatliche Gesundheitssystem verkommt dank amerikanischer „Intervention“ auf den Status von „Entwicklungsländern“.

child victim of US sanctions in Iraq500.000 Kinder starben einen qualvollen Tod, weil die „Sanktionen“ nach dem ersten Golfkrieg selbst den Import von Medikamenten (sogar Schmerzmittel, Antibiotika, Krebs-Therapie) untersagte. Hans von Sponeck, Koordinator des „Oil for Food“ Programms (offiziell UN, aber de facto von Washington bestimmt) trat (angewidert) aus Protest zurück, als er mitansehen musste, wie hier ein schleichender Völkermord organisiert wurde: viele Kinder starben an Infektionskrankheiten und Unterernährung, andere erkrankten an Leukämie (wegen der Uranmunition) und konnten nicht behandelt werden.

Vergessen wir nicht das berüchtigte CBS-Interview mit der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright zum Tod dieser Kinder: „Wir denken, das war es wert …

Frage: Wer wird für diese Orgie der Gewalt, diesen Genozid, diesen Holocaust zur Rechenschaft gezogen?

IT NEVER HAPPENED …

HybrisDie amerikanische Invasion war das schwerste Verbrechen nach dem Völkerstrafrecht, eine totale Missachtung der UN-Charta und auch ein Bruch der US-Verfassungl. Das US-Militär hat während der Besatzung unzählige Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, wobei die genetische Vergiftung wohl das schlimmste ist. (Dieser Terror wird heute von „IS“ und anderen „special forces“ weitergeführt.)

  • Wie viele US-Politiker und Militärische Befehlshaber wurden dafür zur Verantwortung gezogen? KEINER.
  • Wie viele amerikanische Untersuchungen gab es über die Opferzahlen bei Irakern? KEINE
  • Welche Reparationen hat die US-Regierung für die ungeheuren Schäden bezahlt? KEINE
  • Wie oft hat Präsident Obama die irakischen Opfer in seiner Rede zum 10. Jahrestag erwähnt? GAR NICHT:

Dazu Mike Whitney (gewohnt sarkastisch):

We’re way too important to apologize for killing a million of your people and reducing your five thousand year old civilization to a pile of rubble.  Instead, we’ll just screw you some more and paper it over with a little public relations, like Obama did a couple weeks ago when he promised to “leave behind a sovereign, stable and self-reliant Iraq, with a representative government that was elected by its people” (!)

Iraq was the Cradle of Civilization. Now it’s the cradle of shit. The US decimated Iraq; blew it to bits, bombed its industries, its bridges, its schools, its hospitals, levelled its cities, polluted its water, spread diseases everywhere, killed its kids,  pitted brother against brother,   and transformed a vibrant, unique country into a dysfunctional cesspit run by opportunists, gangsters, and fanatics.

 

ANHANG

BLEEDING A CITY TO DEATH

Ich denke, wir brauchen alle eine Ohrfeige, um uns daran zu erinnern, welche Hölle wir im Irak geschaffen haben …“

Wilson_The_Politics_of_TruthIm Zuge des „E-Mail-Skandals“ von Hilary Clinton wurde auch ein sehr aufschlussreicher Brief veröffentlicht, den  Joseph Wilson an die damalige US-Außenministerin schrieb, um über die Lage in Bagdad zu berichten. Mit ungewöhnlicher Offenheit (und Betroffenheit) beschreibt der Diplomat Wilson, wie sehr die einst blühende Stadt zerstört worden ist:

Meine Reise nach Bagdad hat mich fassungslos gemacht: ich habe versucht, eine passende, historische Analogie dafür zu finden, wie eine wichtige, vorher lebendige Stadt im Nahen Osten langsam ausblutet (und damit dem Tod geweiht ist).

Berlin und Dresden wurden im zweiten Weltkrieg verwüstet, aber ihre Einwohner mussten nicht eine sieben Jahre lange Besatzung ertragen, zu der ethnische Säuberungen [also geplanter Massenmord], Apartheid (Trennung nach Religionszugehörigkeit) und unermessliche Gewalt gehörten, die ihnen vom Militär und von Söldnertruppen angetan wurden.

Zwei Wochen vor „Desert Storm“ konnte ich mich noch frei und ohne Angst auf den Straßen und Märkten bewegen, mit den Ladenbesitzern plaudern, die ich während der letzten zweieinhalb Jahre kennengelernt hatte.

Heute kann sich jeder Ausländer in Bagdad, der keine Sicherheitsleute hat, gleich „einen Sarg bestellen“.

Bagdad 3Straßen, die von lebhaften Irakern bevölkert waren, Flussufer, an denen man das Lachen irakischer Familien bei einem abendlichen Spaziergang hörte, sind heute einsame Orte, an denen man verstörte, wütende junge Männer findet. Die Besatzung und vor allem die Abtrennung von Vierteln (Sunniten – Schiiten) haben das Gefüge der urbanen Gesellschaft zerstört.

Ich musste deshalb im Flughafen-Hotel bleiben, wo man fast täglich hörte, wie Granaten in die „Sichere Zone“ abgefeuert wurden. Manchmal landeten sie so nahe, dass bei uns die Fenster klapperten. Ein Beweis dafür, dass wir noch immer nicht als „Befreier“ angesehen werden (was uns Cheney ja versprochen hatte…)

Das ist auch daran zu sehen, dass wir schusssichere Westen und Helme tragen müssen und die Fahrt vom Flughafen zur Botschaft (weniger als 10 km) nur in einem Konvoy von gepanzerten SUVs möglich ist. Diese „Reise“ muss 24 Stunden vorher „geplant“ werden, um alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen treffen zu können.

bagdad wallDie Bomben-Schutzwände, die entlang der Straße hochgezogen wurden, verhindern, dass man weiß, wo man sich gerade befindet (wie Fahren in einem Tunnel), selbst wenn man in Bagdad gelebt hat.

Nach dem Treffen in der Botschaft wollte ich mir noch die Gegend unmittelbar rund um die „Green Zone“ ansehen, aber es war zu gefährlich, auch nur zwei Blöcke weit (egal in welcher Richtung) zu fahren – sich den Obst- und Gemüsemarkt in Karrada anzusehen, die Teppich und Kupfer-Handwerksmärkte am rechten Flussufer, den früheren Sitz des Botschafters, mein altes Haus – nichts davon war mehr möglich.

Kaffeehäuser, die früher voll von Wasserpfeife-rauchenden und Tee-trinkende Irakern waren, sind leer oder geschlossen. Der Mansour-Distrikt, vor dem Krieg ein Ort voller Leben, mit Restaurants und Geschäften, war auf den Status einer Müllhalde reduziert … man sah nur verwilderte Hunde und vereinzelte Gruppen junger Männer, die sich, mit ihren Zigaretten und bösen Blicken in dunklen Ecken versammeln.“

Wilson wollte für seine Kinder ein paar T-Shirts (aus dem Army-Shop) mitnehmen, doch er fand praktisch nur Motive, die entweder extrem kriegslüstern oder rassistisch waren. So gab es z.B. ein T-Shirt, auf dem eine „Atompilz“-Wolke zu sehen war mit dem Text: Wetter in Bagdad: 32.000 Grad und teilweise „bewölkt“ (!)

Auf anderen wurden die Araber als „Kamel-Jockeys“ bezeichnet (und das war noch die harmloseste Beleidigung; sehr beliebt war auch „sand-nigger“) …

Wilson warnt schließlich vor der politischen Macht der amerikanischen Generäle (und Geheimdienste) die uns „alle fertigmachen werden“, („eat us alive“) wenn wir sie nicht aufhalten.

(Da hat der Mann völlig recht)

lady liberty bloodUnd die EU zahlt an einen der größten Sponsoren islamistischer Terrorbanden, (Washingtons „good friend“, die Türkei),  3 Milliarden Euro … und erteilt dem Narco-Terror-Mafiastaat demnächst Visafreiheit ….

 

Da fehlen einem die Worte ….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SWP: Volksverblödung durch die Denkfabrik

quotation-ramsey-clark-world-war-crimeWährend das geplante Morden und Sterben in Syrien (und anderswo) weitergeht und der außenpolitische Bumerang zu uns zurückkommt (riesige Flüchtlingswelle über das Mittelmeer), müssen wir uns fragen, wieso unsere Politiker die barbarische Zerstörung des syrischen Staates tatenlos hinnehmen bzw. als treue Vasallen der USA sogar unterstützen.

WIR NEHMEN EUCH DAS DENKEN AB …

Eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung von Entscheidungsträgern und Journalisten spielen die sogenannten „Think-Tanks“, die seit den 1980er Jahren als gemeinnützige „Stiftungen“ wie Pilze aus dem Boden schossen. In Deutschland gehört die „Stiftung Wissenschaft und Politik(SWP) zu den wichtigsten Beratern der Bundesregierung und des Bundestages in außenpolitischen Fragen und deren Mitarbeiter werden auch von Journalisten gerne (und unkritisch) als Experten für diesen Politikbereich herangezogen.

Der Direktor der SWP, Dr. Volker Perthes ist einer der häufigsten Interview-Partner, wenn es um Fragen des Nahen Ostens geht. Er wurde z.B. letzten Freitag, am 14.8.2015 im österreichischen Rundfunk (ORF / Ö1 „Kontext“ – kann noch bis Donnerstag „nachgehört“ werden ) zu seinem neuen „Essay“ mit dem Titel „Das Ende des Nahen Ostens, wie wir ihn kennen“ befragt, der auch in den Printmedien präsent war.

Ich habe dieses Werk nicht gelesen, kann also keinen Kommentar zum konkreten Inhalt abgeben, doch die während des Interviews zitierten bzw. gefallenen Aussagen sind so skandalös, dass man sie nicht einfach stehen lassen kann. Einige irreführenden Schlagwörter daraus sollen hier hinterfragt werden:

1 „MEGATREND“  ORDUNGSZERFALL (oder Polit-Alzheimer?)

Zunächst wird von Wolfgang Ritschl (ORF) festgestellt, dass laut Perthes „in Syrien, im Irak oder in Libyen die staatliche Ordnung zerfallen [sei], der Begriff „Ordnungszerfall aber den ganzen Nahen Osten betreffe.

KOMMENTAR: die staatliche Ordnung in diesen Ländern ist natürlich nicht „zerfallen“, sondern von außen zerstört worden.

Das ist ein Riesenunterschied: „Zerfall“ suggeriert ja, dass der Abbau-Prozess von innen in Gang gesetzt wurde, quasi eine natürliche Auflösung von Strukturen, die schon immer wackelig waren und es nur eine Frage der Zeit war, bis sie nicht mehr tragfähig sind. Der „Arabische Frühling“ als fabrizierter Deutungsrahmen sollte ja bewirken, dass „Aufstände“ in diesem Kontext als spontan und hausgemacht wahrgenommen werden.

Doch die staatliche Ordnung im Irak, in Libyen und in Syrien wurde bewusst von außen attackiert und demontiert: durch eine gezielte „Destabilisierungskampagne“, wie man sie aus aus inzwischen freigegebenen Dokumenten der Geheimdienste kennt.

Das verdeckte Anzetteln von „Volksaufständen“ und „Bürgerkriegen“ (schon lange im Repertoire der britischen und amerikanischen Geheimdienste, auch in Syrien) wurde nach dem kalten Krieg durch moderne Methoden ergänzt: die subversive Unterwanderung der Zivilgesellschaft durch dutzende amerikanische NGOs (Tarnbegriff: „empowering civil society), woraus dann „Color revolutions“ und andere Inszenierungen „demokratischer Opposition“ hervorgehen. Die Gewalteskalation wird – wenn nötig – durch Einschleusen von Sonderkommandos bewirkt, die sowohl staatliche als auch zivile Kräfte umbringen, aber diese Verbrechen dann der Regierung in die Schuhe geschoben werden. Dann „muss“ die „Staatengemeinschaft“ militärisch eingreifen, um den Schurken zu besiegen …

LIBYEN

Die USA haben schon seit den 1980er Jahren – mit allen Mitteln – versucht, Gaddafi zu stürzen, das ist ausreichend belegt und wird sogar zur Erheiterung bei politischen Reden benutzt; hier eine kleine Anekdote von Robert Gates, die er 2010 erzählte:

Gates speech 2010 overthrow GaddafiAls ich in den 1980er Jahren stellvertretender Geheimdienst-Direktor war, wurde ich über einen Plan informiert, Luftballons über Libyen loszulassen, mit einem Flugblatt daran, das eine Aufforderung zum Sturz der Regierung enthielt. Ich sagte ihnen, sie sollten sicherstellen, dass darin Gaddafi wörtlich erwähnt wird, weil ich mir vorstellte, wie starke Winde diese „stürzt eure Regierung“-Ballons nach Ägypten trieben. Ich dachte, Präsident Mubarak wäre nicht erfreut darüber …“ [der „ewige“ Mubarak war ein Protegé der USA)

Von subversiven „Luftballons“ über Wirtschaftssanktionen, einen organisierten Flugzeugabsturz, eine mediale Hetzkampagne, NATO-Bomben … bis zur barbarischen Ermordung Gaddafis durch herangezüchtete Terroristen der USA, die „Toolbox“ der amerikanischen Außenpolitik ist sehr vielseitig und lässt die Mafia blass aussehen. Mehr über die politischen Hintergründe (und Abgründe) zur Gewalt gegen Libyen siehe hier, hier und hier.

IRAK

we dont do tortureWas den „Zerfall“ des Irak betrifft, ist ja ausreichend dokumentiert, wer das Land zerstört und Millionen Menschen auf dem Gewissen hat: die USA (und im Hintergrund Israel). Ebenso ist klar, dass das Theater um die „Massenvernichtungswaffen“ ebenso inszeniert war, wie die „Brutkastenlüge“. Wieder eine gezielte, mediale Hetzkampagne gefolgt von einer „Show“ vor der UN, Lügen aus London, und schließlich (nach Ausschaltung der irakischen Luftabwehr in gewohnt feiger US-Manier) ein Bombenhagel, „Shock and Awe“ für die Zivilbevölkerung.

Der Irakkrieg, die grausame Besatzung, die neoliberale Transformation der irakischen Wirtschaft, die Erschaffung von Terror-Banden (Salvador Option), der inszenierte „Religionskrieg“, der Einsatz von Uran-Munition, daraus resultierende, häufige Missgeburten und hohe Krebsraten, das qualvolle Sterben von 500.000 Kindern (wegen Sanktionen und verseuchtem Trinkwasser) all das sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für die die verantwortlichen US-Politiker (und ihre „Partner“) verurteilt werden müssten (in diesem Fall plädiere ich für die Todesstrafe).

Mehr über die Verbrechen im Irak siehe hier und hier.

SYRIEN

HufPo golden age of SOCUnd auch im Fall Syrien ist klar, dass hier nichts „zerfällt“, sondern der Staat bewusst zerstört wird. Nach dem negativen „Image-Fall-Out“ des Irakkriegs (tote US-Soldaten, Amoklauf und Selbstmorde von Soldaten, Wikileaks-Enthüllungen, Folter in Abu Ghraib etc.) begann das „goldene Zeitalter“ der US-Spezialkommandos: um einen Staat zu zerstören, schickt man nicht mehr bewaffnete Männer in Uniform, sondern bewaffnete, vermummte Männer aus dem Ausland, also indoktrinierte, von westlichen SOC-Militärs ausgebildete, terroristische Guerilla-Kämpfer, die man zuerst als „proxies“ (Stellvertreter, nützliche Idioten) benutzt, um ein Land „aufzuweichen“ und dann als Vorwand, um dort mit militärischen Mitteln einzugreifen (was wir ja in Syrien am Beispiel IS gesehen haben, aber auch in Jugoslawien und natürlich in vielen afrikanischen Ländern, wo auch Frankreich dabei ist).

2 DER  FALSCHE  RELIGIONSKRIEG

Hands Off syriaEin zweites Schlagwort von Perthes ist die „konfessionelle Polarisierung“ (also der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten). Dazu wird im ORF-Interview folgende Passage zitiert:

Die konfessionelle Polarisierung zwischen Sunniten und Schiiten fördert eine Spirale aus Hass und Angst und stellt die Hoffnung in Frage, dass Staaten und Gesellschaften einfach wieder zusammenfinden werden, wenn nur die eine oder andere Terror-Organisation besiegt oder das eine oder andere Regime gefallen ist.“

KOMMENTAR:

Die „konfessionelle Polarisierung“ ist aber nicht (wie suggeriert wird) der Normalzustand im Irak oder in Syrien, sondern das Ergebnis der perfiden „Intervention“ und Destabilisierung von außen. Im Irak haben Schiiten und Sunniten größtenteils friedlich zusammengelebt, auch untereinander geheiratet, es gab keine religiöse Ghettoisierung. Die Baath-Partei (zu der Saddam Hussein gehörte) hat mit Religion gar nichts am Hut, sie ist ja sozialistisch (geht auf die Zeit Nassers zurück) und Irak war natürlich ein säkularer Staat. Heute gibt es in Bagdad – dank der dunklen Machenschaften der USA – ein Apartheid-System: in einem Viertel leben die Shia, in einem anderen die Sunnite, eine Atmosphäre aus gegenseitigem Misstrauen, Verbitterung und Angst ist das Ergebnis.

great mosque damascusSyrien war seit vielen Jahren das Vorzeigeland im Nahen Osten, wenn es um die friedliche Ko-Existenz der Religionen ging, dafür sorgte die Regierung (was immer man ihr auch sonst vorwerfen kann). Die brutale Gewalt der eingeschleusten, ausländischen Terrorbanden, von denen viele von den Saudis zu religiösen Fanatikern (Takfiris) gemacht wurden, richtet sich gegen alle anderen Religionsformen des Islam, die als „häretisch“ wahrgenommen werden und auch gegen Christen. Sie sind nur eine Neuauflage der von den USA konstruierten Terrorbanden in Lateinamerika, nur eben mit religiöser Verbrämung.

Die „konfessionelle Polarisierung“ wie sie Herr Perthes nennt, ist also Folge eines teuflischen Plans ausländischer Mächte, die unter dem Deckmantel eines „Religionskrieges“ einen Stellvertreter-Krieg führen (getarnt als „Bürgerkrieg“) und im Hintergrund die Fäden ziehen. Das hat Seymour Hersh schon 2007 in seinem Artikel The Redirection beschrieben.

Die Gewalt im Irak, in Libyen und in Syrien war/ist zu 100% „importiert“ und hat nichts mit einer demokratischen Volkserhebung oder authentischer Religion zu tun.

Das ist nur die „cover-story“ für die Verbrechen der involvierten Geheimdienste. Von dieser dunklen Seite der Macht spricht Herr Perthes allerdings nie, für ihn gibt es gegenüber den Medien nur Staaten und ihre Bevölkerung, alle anderen (sehr mächtigen Akteure) ignoriert er einfach.

Seine fünf-minütigen „Analysen“ in der Tagesschau sind für Dummköpfe.

DIE  (ETWAS ANDEREN) „SELBSTMORD-ATTENTÄTER“

 Wie diese „Spirale aus Hass und Angst“ zustande kam, lässt sich auch durch eine Geschichte verdeutlichen, die der Analyst Marius Nazemroaya bei einem Vortrag (siehe Video weiter unten) erzählt hat:

Ein junger Iraker sagte ihm, er habe sich bei den Amerikanern gemeldet, um sich als Polizist ausbilden zu lassen. Er wunderte sich darüber, dass er den Großteil der Ausbildung mit dem Lenken von Fahrzeugen verbrachte. Eines Tages wurde er angewiesen, mit dem Auto an einen Ort in der Stadt zu fahren und dann eine bestimmte Nummer anzurufen. Er stellte also den Wagen ab und wollte telefonieren. Doch die Verbindung war so schlecht (kam nicht zustande), dass er ausstieg und es in einiger Entfernung noch einmal versuchte. Als er die Nummer gewählt hatte und es läutete, explodierte das Fahrzeug. Es stand vor einer Moschee. Zerrissene Körper, überall Blut, Szenen des Grauens spielten sich ab.

Dann wird natürlich verbreitet, hier habe ein religiös-motivierter Anschlag stattgefunden, um den Hass zwischen Sunni und Shia anzustacheln. Irgendwann gibt es einen Vergeltungsschlag und so entsteht ein „Religionskrieg“, der nach dem alten Kolonialprinzip „divide et impera“ funktioniert und in Wahrheit nichts mit Religion zu tun hat …(das haben die Briten ja schon vor vielen Jahren u.a. in Indien vorexerziert…)

USSAPerthes Darstellung soll den Eindruck verstärken, dass es sich dabei um ein regionales Phänomen handelt. Das stimmt aber nur insofern, als Saudi Arabien (selbst ein Konstrukt des britischen Empires) die treibende Kraft der Radikalisierung des Islams ist (Der dort praktizierte, brutae Wahabismus wird aber von den seriösen Religionsgelehrten in anderen Ländern strikt abgelehnt) und hunderte Koranschulen finanziert hat.

Ein Interview über den „Zerfall“ sprich die Zerstörung, das inszenierte Chaos des Nahen Ostens zu geben, ohne auch nur ein Wort über die wirkliche Rolle der USA und ihrer Vasallen wie die Türkei oder Israel, aber auch Frankreich und Großbritannien zu verlieren, ist allerdings mit seriöser Politikwissenschaft unvereinbar (und mit seriösem Journalismus auch nicht).

Aber Perthes kann sich darauf verlassen, das ihm ein „Stenographen- oder „Papageien-Journalist“ gegenüber sitzt, der nichts hinterfragt.

3 WOHER  KOMMT  DAS  PHÄNOMEN „IS“?

isis-a-creature-of-usaudisraelZur Frage, ob mit einem Sieg über IS „nicht so wahnsinnig viel gewonnen sei“ (ORF) sagt Perthes u.a.:

Wir müssen uns immer klarmachen, einen solchen Herrschaftsverband könnte es nicht geben, wenn wir es mit funktionierenden Staaten zu tun hätten, die ihre Bürger mitnehmen, inkludieren würden und das ist in Syrien, im Irak nicht der Fall und in v.a. Ländern der Region haben wir da zumindest große Defizite.“

KOMMENTAR: Auch das ist eine sehr irreführende Aussage, denn der „Erfolg“ von IS, ja seine bloße Existenz ist nicht die Folge fehlender „ Inklusion“ in diesen Staaten, wie Perthes suggeriert und auch nicht der fehlenden Demokratie.

Was ist denn nun ein „funktionierender Staat“?

Libyen, Syrien und Irak haben insofern als Staat gut „funktioniert“, als sie ihren Bürgern eine gute Infrastruktur, Bildung, ein staatliches Gesundheitssystem und ein nicht von US-Finanzinteressen dominiertes Wirtschaftssystem geboten haben und staatlich gestützte Preise für die nötigsten Produkte, also keine „Marktherrschaft“ wie bei uns.

Libyen unter Gaddafi hatte den höchsten Entwicklungsstandard aller afrikanischen Länder (niedrigste Kindersterblichkeit, höchstes pro-Kopf Einkommen, höchste Lebenserwartung, Zugang zu Bildung, geringste soziale Ungleichheit, etc. laut HDI) und viele aus Nachbarländern geflüchtete Afrikaner fanden dort Arbeit (die jetzt alle zu uns kommen wollen).

Es gab in diesen Ländern keine politische Freiheit, das ist richtig, aber die Menschen mussten nicht Angst haben, dass jeden Tag irgendwo eine Bombe losgeht, oder Terrorbanden einfallen, wie das heute der Fall ist. Auch waren die Strukturen nicht demokratisch, das stimmt, doch weder in Libyen noch im Irak wäre es deshalb zu solchen Gewaltexzessen gekommen.

„IS“ ist nicht entstanden, weil diese Staaten „nicht funktioniert“ haben, sondern weil man sie als außenpolitisches Werkzeug benutzt, um zu zerstören, was sich dem USraelischen Hegemon (bzw. der neoliberalen Weltordnung) nicht unterordnen will.

Herr Perthes will damit wohl suggerieren, dass der „Bürgerkrieg“ in Syrien durch die politische Unterdrückung entstanden ist (die autoritäre Regierung von Assad), also quasi eine natürliche Entwicklung sei. Das ist aber völlig falsch.

Es ist gar kein „Bürgerkrieg“, denn die echte syrische Opposition wollte weder Gewalt anwenden, noch die Einmischung fremder Mächte. Der „Volksaufstand“ wurde inszeniert, die politische „Opposition“ (Syrer im Ausland) vom Westen finanziert und organisiert, die ausländischen Terrorgruppen über die Türkei und Jordanien eingeschleust, von den Saudis und Katar finanziert, von Israel am Golan unterstützt, usw. (Siehe dazu auch diesen Beitrag)

Wieso Herr Perthes als „wissenschaftlicher Berater“ durchgeht, obwohl er eine völlig eindimensionale, realitätsfremde Version der Probleme in diesen Ländern kolportiert, ist mir ein Rätsel. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte bzw. Regierungen in der Region und spricht nie von den geopolitischen Hintergründen und den hegemonialen Interessen der USA.

4 DIE  LÜGE  VOM  „HERAUSHALTEN“

Die SWP verbreitet diese völlig falsche Darstellung über das „Spielfeld“ (der Zerstörung) im Nahen Osten – Auszug aus einem Artikel von Perthes, erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 10. März 2015:

SWP kein Interesse an Neuordnung BSDas ist natürlich völliger Unsinn und eine Beleidigung für die Intelligenz der Leser (aber anscheinend nicht der Journalisten, die so etwas drucken und vervielfältigen).

Wie ich oben bereits skizziert habe (und was ausreichend dokumentiert ist), sind die „internationalen Spieler“ – allen voran die Weltmacht USA– natürlich ganz und gar nicht daran interessiert, sich aus den Machtverhältnissen der geostrategisch enorm wichtigen Region „herauszuhalten“. Das ist völlig absurd. Es geht ja nicht nur um die Öl- und Gasvorkommen, die Kontrolle der Verteilung der Ressourcen als Machtfaktor, sondern auch darum, auf dem Weg nach „Eurasien“ (siehe Brzezinski) alle Verbündeten Russlands aus dem Weg zu räumen und auch den Interessen Chinas in der Region zu schaden.

Auch die sprachliche Argumentation von Perthes ist Non-Sense: Er behauptet etwas  in einem Satz, negiert es im zweiten und „bestätigt“ dann im dritten die falsche Prämisse:

  1. die USA will sich heraushalten. Dann räumt er ein, dass man
  2. zwar weiterhin Interessen wahrt und „Partner“ unterstützt (sprachliche Verharmlosung von Subversion und versteckter Aggression) und
  3. interpretiert „Luftschläge, Ausrüstung und Training“ (für Terrorbanden, die man selbst erschaffen hat) und massive Eingriffe in die Souveränität anderer Länder und schwere Völkerrechtsbrüche) als Zeichen für Zurückhaltung und Vorsicht.

Hat der Mann noch alle Tassen im Schrank? Kann er zwischen „plausible deniability“ und echten politischen Absichten nicht unterscheiden? Dieser Gedanke lässt sich angesichts solchen Schwachsinns nicht unterdrücken.

Saban Brookings Syria 2012Vielleicht sollte er mal bei Brookings nachschlagen (auch ein geistiger „Anstifter“-Verein, der sich Think-Tank nennt), dort konnte man schon vor Jahren nachlesen, was Sache ist. (Der Deal mit dem Iran war natürlich nicht vorgesehen)

Seine Glanzleistung an totaler Verdrehung der politischen Tatsachen „sie haben weder Interesse noch Intention, Strukturveränderungen in diesen Ländern der Region selbst auf den Weg zu bringen oder gar politische Ereignisse zu bestimmen lässt den Leser fassungslos auf die Zeilen starren. Dieser Mist wird natürlich vom ORF-Journalisten im Interview brav wiedergekäut – schließlich hat man doch einen „Nahostexperten“ vor sich, oder?

ORF / WOLFANG RITSCHL: „Nun erscheint die Situation insofern heute ganz anders weil es keine externen Mächte … gibt, die dem Nahen Osten eine neue Ordnung aufzwingen wollen oder die dazu in der Lage wären“ (!)

Dass die Weltmacht USA, flankiert von ihren Vasallen und Klienten in Europa und der Region, „keine Absicht hat, politische Ereignisse dort zu bestimmen“, sollen wir glauben, nachdem wir seit „911“ Zeuge der Ausbreitung einer gigantischen Propaganda-, Überwachungs- und Gewaltmaschinerie geworden sind, die sich über alle Rechtsnormen hinwegsetzt, um amerikanische Interessen unter dem Deckmantel der „Terrorbekämpfung“ durchzusetzen, hat Herr Perthes das verschlafen? Dass seit fünf Jahren eine skrupellose Hetzkampagne gegen die Assad-Regierung läuft (vom Washington, Paris und Tel Aviv organisiert), hat er das vergessen?

Der Mann ist ein solcher Scharlatan, dass einem die Spucke wegbleibt und kein Journalist stellt in Frage, was er von sich gibt ….unglaublich, diese Konformität des Denkens.

FAKT: DIE BRUTALE NEUORDNUNG IST SCHON SEIT „911“ IM GANGE

Schon seit 2003 ist bekannt, dass bestimmte Machteliten in den USA (vor allem die Israel-hörigen „Neocons“) die Fragmentierung der Region geplant haben.

brithpangs ME riceCondoleeza Rice sprach von „den Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens“ während im Libanon Zivilisten von Israel bombardiert wurden.

Leslie Gelb, der emeritierte Präsident des CFR argumentierte schon 2003 in der New York Times, die beste Lösung im Irak sei die Aufteilung in drei Ministaaten für Sunniten, Schiiten und Kurden.

Projected-New-Middle-East-MapDer pensionierte US-Geheim-dienst Offizier Ralph Peters präsentierte im Juni 2006 im „Armed Forces Journaleine Karte für einen „besseren Nahen Osten“, die die Neuordnung (Balkanisierung nach religiöser Zugehörigkeit oder Volksgruppe) deutlich machte. (Peters forderte öffentlich die Ermordung von Julian Assange, nach den Wikileaks Enthüllungen über die Brutalität und Kriegsverbrechen des US-Militärs im Irak).

  • Die amerikanische, vielfach ausgezeichnete Auslands-Journalistin Robin Wright (und quasi Kollegin von Volker Perthes, da sie auch für USIP arbeitet, (gegründet 1984 als Moral-Fassade von Reagan) wo ähnlich „profunde“ (irreführende) Analysen verbreitet werden, wie von der SWP) legte im September 2013 in der NYT noch nach und zeigte eine Landkarte, in der aus fünf Ländern (Libyen, Irak, Syrien, Saudi Arabien und Yemen) 14 neue Einheiten geformt werden (wieder getrennt nach Religionsgruppen oder Stammeszugehörigkeit).

Robin-Wrights-Remapped-Middle-East

Auch sie fördert den Eindruck, dass dieser „Zerfall“  quasi die Lösung für die „natürlichen“ Spannungen in der Region zurückzuführen sei. Bei Libyen spricht sie von über 100 bewaffneten Milizen, die sich im Land herumtreiben, doch kein Wort davon, dass dieses Chaos  ja von der USA / NATO verursacht wurde und unter Gaddafi solche Zustände nicht möglich waren.

Wer aus „Zerstörung“ einen „Zerfall“ macht, kann nur als Geschichtsfälscher bezeichnet werden.

ZU BEACHTEN:

Yinon 1Alle oben genannten „Neuordnungen“ lassen sich in wesentlichen Punkten auf den Yinon-Plan Israels zurückführen der ja schon Anfang der 1980er Jahre entstand und sowohl den „Zerfall“ des Irak als auch Syriens als strategisches Ziel erster Ordnung für Israel bezeichnet (beide unterstützten ja den Freiheitskampf der Palästinenser gegen die verbrecherische Besatzung und sind daher Feinde Israels).

Hier eine Textstelle (22) daraus, übersetzt von Israel Shahak 1982:

The dissolution of Syria and Iraq later on into ethnically or religiously unqiue areas such as in Lebanon, is Israel’s primary target on the Eastern front in the long run, while the dissolution of the military power of those states serves as the primary short term target. Syria will fall apart, in accordance with its ethnic and religious structure, into several states such as in present day Lebanon, so that there will be a Shi’ite Alawi state along its coast, a Sunni state in the Aleppo area, another Sunni state in Damascus […].

PerthesPerthes spricht angesichts dieser Tatsachen von „“kein Interresse an einer Neuordnung“ durch ausländische Mächte. Wie verrückt ist das? Will uns der Mann verarschen? Wird er dafür bezahlt?

Perthes-Zitat aus dem ORF-Interview:

„…Politisch ist es sinnvoll, nach den Bedingungen zu fragen… um die Bürgerkriege zu beenden und die betroffenen Staaten wieder zusammenzubauen .“

Wer hätte denn, nach ihrer Meinung Herr Perthes, unter den Mächtigen, ein echtes Interesse daran, diese Staaten „wieder zusammenzubauen“? deren perfide Zerstörung (am Beispiel Syriens) auch die SWP mit ihren „Empfehlungen“ legitimiert hat:

  • Die SWP hat monatelang dafür „geworben“, dass die Bundesregierung sich an einer „militärischen Intervention“ in Syrien beteiligt und sie wegen ihrer Zurückhaltung massiv kritisiert: Die Weigerung, militärisch einzugreifen, „würde die deutsche Außenpolitik diskreditieren“ und „moralisch massiv unterminieren“ so Dr. Markus Kaim, SWP.
  • Kaim schlägt später auch vor, „Spezialkommandos“ zur Unterstützung der Rebellen einzusetzen und militärische Einrichtungen in Syrien zu sabotieren, was natürlich alles schwere Verbrechen sind, aber anscheinend ist alles erlaubt, um Assad zu vernichten …
  • Die SWP hat also einen kriegerischen Akt als legitim angesehen (Tarnbegriff: „militärische Intervention“ – klingt moralisch steriler und harmloser als Krieg) obwohl es dafür kein UN-Mandat gibt, also Deutschland damit einen Bruch des Völkerrechts begangen hätte; für die SWP läuft das unterVerantwortung übernehmen“ (R2P)
  • Die SWP hat schon 2012 (mit dem amerikanischen USIP) einen Plan für die Zeit nach dem Sturz Assads ausgearbeitet (The Day After) – mit welchem Recht wird hier in die inneren Angelegenheiten Syriens eingegriffen? (Was wäre, wenn Assad oder Putin finden würde, „Merkel muss weg“ und (nachdem er einen „Militärschlag“ fordert) einen Plan „für danach“ ausarbeitet? Wer würde das tolerieren???)
  • Alle Papiere der SWP basieren auf der Prämisse „Assad muss weg“ und alles was dafür „notwendig“ ist, ist auch legitim. Also auch eine konfrontative, deutsche Militärpolitik. Was hat das mit „unabhängiger Wissenschaft“ zu tun?

Die SWP befürwortet den Einsatz von Gewalt für politische Zwecke in Syrien (außer bei Assad …) getarnt als „notwendiges Eingreifen“ . Was ist daran „unabhängig“ oder „wissenschaftlich“?

 

Perthes empfiehlt IT Sabotage IranVolker Perthes war es auch, der in Washington vorgeschlagen hat, die (legalen) iranischen Atomanlagen mit einem Virus zu sabotieren, was ja auch durch „Stuxnet“ passierte (der Mann ist also eigentlich ein Straftäter)

 

Am 14.12.2010 beschließt der Bundestag die Entsendung von deutschen Soldaten und Patriot-Raketen in die Türkei (ein illegaler Akt, den 62% der Deutschen lt. DIMAP-Umfrage ablehnen.) Dr. Markus Kaim von der SWP ist auch dagegen, aber nicht aus moralischen Gründen, sondern weil er darin nur eine leere „Drohgebärde“ sieht. (Die angebliche Bedrohung der Türkei durch Syrien – das sich ja nur verteidigt – ist ein Witz, der die Sache moralisch legitimieren soll).

Gestern (16.8.2015) wurde gemeldet, dass die deutschen Truppen samt Raketen demnächst wieder abgezogen werden.

Kaim befürwortet auch Waffenlieferungen an die kämpfende „Opposition“ (die zu 95% aus Ausländern besteht – siehe Biden in Harvard)

Es sieht so aus, als ob die SWP manchmal wie ein „Good Cop – Bad Cop“ Team funktioniert: während Kaim darauf drängt, den notwendigen „Militärschlag“ (und noch mehr subversive Gewalt) zu verwirklichen, warnt ein anderer SWP-Experte vor einer Erosion des Völkerrechts (R2P ist ja keine völkerrechtliche Norm, sondern eine Erfindung der Kommunikationsstrategen, um außenpolitische Verbrechen moralisch zu legitimieren). Doch die Kriegs-Befürworter des SWP sind medial immer präsenter als die Völkerrechts-Bewahrer, so kann man US-freundliche „Politikberatung“ machen und den Anschein erwecken, man sei „unabhängig“.

(Quelle für diese Informationen und ausgewählte Text-Passagen siehe IMI-Bericht hier)

4 DIE  SWP und DAS  GIFTGAS-MÄRCHEN

Agnes mariam GhoutaDer Giftgasanschlag am 21. August 2013 –in Ghouta (Vorort von Damaskus) soll natürlich der „catalyzing event“ werden, der so viel moralische Empörung erzeugt, dass der Krieg nun beginnen kann. (Dass vorher auch auf syrische Soldaten ein solcher Anschlag verübt wurde, – siehe Lavrov unten – bleibt in den Medien unerwähnt)

Im Gegensatz zur SWP traut sich ein mutiger Akademiker der Uni Mainz, Prof. Dr. Günter Meyer, das auszusprechen, was Perthes & Co. nie thematisieren: die perfide Rolle der USA im Nahen Osten. Er sagte im ZDF am 27. August 2013 („Rote Linie überschritten? Greift der Westen in Syrien ein?“) folgendes: (siehe zuerst Bild)

Günter Meyer gefälschte Beweise USAAllein die Aufständischen dürften das inszeniert haben. […] Wir haben schon einmal gesehen, welche Belege die Amerikaner vor dem Einmarsch in den Irak vorgelegt haben. Diese

kann man beliebig fälschen und auslegen.

Er weist auch darauf hin, dass die UN-Kommission ja nicht beweisen sollte, wer für die Anschläge verantwortlich ist, sondern nur dass Sarin verwendet wurde.

Im Gegensatz dazu sprach Volker Perthes am 26. August 2013 in den „Tagesthemen“ der ARD wieder ganz im Sinne der Kriegstreiber  in Washington und Tel Aviv:

Ich glaube ich muss klar sagenich weiß es nicht, ich war ja nicht dort, aber wahrscheinlicher und plausibler ist, dass das Assad-Regime die Waffen eingesetzt hat.“

Das könne man daran erkennen, an welchen Orten es eingesetzt worden sei, welche militärische Lage dort geherrscht habe und wer überhaupt die Möglichkeit habe, in solchen Mengen systematisch (?) Giftgas einzusetzen. (siehe dazu auch Tagesschau vom 27.8.2013)

Diese Bewertung von Perthes ist wieder IRREFÜHREND UND UNWAHR (er plappert nur die Desinformation des US-Außenministeriums nach), denn wir wissen durch die investigative Arbeit von Seymour Hersh, dass die „Rebellen“ durchaus in der Lage waren und sind, Sarin herzustellen und die Geheimdienste bzw. das US-Militär das auch wussten. Eine geheime Studie der DIA bestätigte laut Hersh, dass Al Nusra Terroristen Sarin herstellen konnte und auch Zugang zu anderen Chemiewaffen hatte.

MIT rockets CW not from syrian armyAußerdem hat eine Studie des MIT bewiesen, dass die Amateur-Raketen mit dem Sarin nicht aus syrischen Positionen abgefeuert werden konnten (sie hatten nicht die technische Reichweite), sondern von den „Rebellen“ stammen musste.

Hersh bestätigt auch, dass es eine geheime Kooperation zwischen der USA und dem Trio Infernal Saudi Arabien, der Türkei und Katar gibt. Schon 2012 wurde von Washington eine „Rattenlinie“ autorisiert, also eine von der CIA überwachte Schmuggelroute für Waffen und Munition von Libyen über die Süd-Türkei nach Syrien zu genau jenen „Terroristen“, die man angeblich bekämpfen wollte.

 In einer E-Mail von STRATFOR vom 7.12.2011 wird bereits ersichtlich, dass die „Entfernung“ Assads von langer Hand geplant war und man trotz erschwerter Verhältnisse (syrische Luftabwehr nicht ausgeschaltet) guten Mutes war, das Land in die Knie zu zwingen:

Obama’s people were “saying that the idea ‘hypothetically’ is to commit guerrilla attacks, assassination campaigns, try to break the back of the Alawite forces, elicit collapse from within. There wouldn’t be a need for air cover, and they wouldn’t expect these Syrian rebels to be marching in columns anyway.”

Und hier sehen wir auch wie der “Zerfall” erreicht werden sollte: Guerilla-(Terror)-Taktiken, systematische Mordanschläge, den „alawitischen Truppen das Rückgrat brechen“, den Zusammenbruch „von innen“ herbeiführen …

 HAT  DIE  SWP  DAVON  ETWAS  MITBEKOMMEN?  WELCHE ART VON „BERATUNG“ WIRD HIER EIGENTLICH PRAKTIZIERT?

Der dramatische Hinweis von Perthes (in den o.a. Tagesthemen) es gäbe ein „Chemiewaffenverbot“, das auch für Syrien zu gelten habe und man dürfte nicht den Eindruck erwecken, dass jemand ungestraft Chemiewaffen einsetzen könne, deshalb müsse der Westen jetzt „reagieren“, klingt ja wunderbar, zeigt aber wieder, wie voreingenommen der Mann ist (und dass er die israelischen Absichten unterstützt …)

Denn er geht stets davon aus, dass alle Gräueltaten, die in Syrien verübt werden, von Assad angeordnet sind.

SWP bias(Bild: IMI) Dass die vom Westen unterstützten Rebellen das Giftgas eingesetzt haben (um es Assad in die Schuhe zu schieben und damit die „Intervention“ zu rechtfertigen, wird von Perthes erst gar nicht in Betracht gezogen (jedenfalls nicht gegenüber den Medien).

Auch neueste Meldungen bestätigen, dass IS chemische Waffen benutzt (diesmal gegen die Kurden)

Perthes „freundliche“ Haltung zu aggressiven Kreisen in Washington äußert sich auch in folgendem Satz:

Wenn die Amerikaner sich entscheiden zu handeln, … (auch ohne UN-Resolution) dann wird Deutschland, denke ich, dürfte Deutschland (meiner Ansicht nach) nicht im Wege stehen …

Gleichzeitig „empfiehlt“ Dr. Margarete Klein, ebenfalls SWP, man müsse Druck auf Russland machen, Moskau die Gefahr seiner Isolation verdeutlichen, wenn es die Forderung, Assad an einer politischen Lösung zu beteiligen, nicht aufgibt.

Russlands intensive Bemühungen für eine diplomatische Lösung „müssen also aufhören“, so damals die SWP, das „militärische Eingreifen“ (verdeckt – sowieso schon die ganze Zeit), Waffenlieferungen, etc.wird als „notwendig“ präsentiert.

Der russische Außenminister Lavrov betonte damals in einem Interview, dass die Bemühungen Russlands (die Konfliktparteien in Syrien an einen Tisch zu bringen) von der „Opposition“ torpediert wurden. Hier ein Zitat daraus:

„Der Ablauf der Ereignisse mache klar, dass jedes Mal, wenn es eine kleine Chance für die Wiederaufnahme von Gesprächen gibt, ein Vorfall inszeniert werde, der diese Chance zunichtemacht (so erging es den LAS Beobachtern und dem Plan von Kofi Annan). Im Gegensatz zur syrischen Regierung, die sofort damit einverstanden war, eine Delegation zur geplanten Konferenz Anfang Mai zu entsenden (und zwar ohne Bedingungen zu stellen), hat die Opposition sich stets geweigert – Monate lang. Wir fragen uns daher, welche Signale die Opposition von ihren Sponsoren bekommt (USA, Saudi Arabien, Qatar,  Türkei,) Mehr dazu siehe hier)

Doch jetzt macht Perthes plötzlich eine 180o Kehrtwendung und betont:

Es geht darum, mit ziemlich traditioneller Diplomatie Konflikte mit und zwischen regionalen Staaten, also zwischen Staaten im Nahen und Mittleren Osten zu überwinden zu versuchen“ 

Während die SWP also die ganze Zeit Gewaltandrohung und Gewaltanwendung (auch verdeckt) gegenüber Syrien begrüßt, Deutschlands Unterstützung dabei gefordert hat und damit den öffentlichen Diskurs massiv beeinflusste, wird jetzt auf einmal die wichtige Rolle „ziemlich traditioneller Diplomatie“ im Nahen Osten betont?

Dann wiederum wird an anderer Stelle (für Deutschlands Außenpolitik) mehr Mut zur Aggressivität gefordert, wie in diesem Bericht

Neue Macht, neue Verantwortung: Elemente einer deutschen Außen- und Sicherheitspolitik

Was soll das sein – surreale Politikberatung nach dem Windbeutel-Prinzip?

SWP: WIR  ANALYSIEREN „BEDARFSORIENTIERT“

Das IMI kommt also zu dem Schluss, dass die SWP Krieg und Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele in Syrien gutheißt, sie als legitim erachtet, den „regime change“ in Syrien durchzusetzen.  Die Rolle der Opposition wird nicht hinterfragt, die anderen Drahtzieher nicht erwähnt.

 

Das Agieren der SWP wird – als Fazit des IMI – als „hochgradig kontraproduktivaus friedenspolitischer Sicht eingestuft.

 

Das ist aber auch kein Wunder, denn die geistige Ahnengalerie der SWP (amerikanische Geheimdienste, Kissinger und Gehlens „brauner“ BND) hat mit „Friedenspolitik“ auch gar nichts am Hut . Der „military-industrialfinancial Komplex lebt davon, Konflikte zu schüren und damit Milliarden zu verdienen und auch die „Politikberater“ hätten wenig zu tun, wenn alle nur friedlich miteinander umgehen würden.

 

Deadly export BlumPerthes stellt die Situation so dar, als es ob es bei dem Abschlachten in Syrien primär um eine Konfrontation zwischen dem Iran und Saudi Arabien handelte. Natürlich spielt diese Rivalität im Hintergrund eine Rolle, doch er lenkt völlig davon ab, wie Washington  diesen blutigen Konflikt steuert. Auch die Rolle Israels bei der Zerstörung Syriens (und des Irak) wird völlig außer Acht gelassen, ebenso die dunklen Machenschaften der Türkei unter Erdogan.

 

Der Journalist des ORF kommt mit den alten Geschichten von Sykes-Picot, als ob die Welt 1918 stehengeblieben wäre und faselt auch noch vom „30-jährigen Krieg“ (Vergleich von Kissinger) und vom Wiener Kongress (wofür gibt es denn die UN, Herr Ritschl und wer hat sie zu einem „Debattierclub“ reduziert?).

Die USA wurden nach dem zweiten Weltkrieg die beherrschende Macht im Nahen Osten und konnte gar nicht schnell genug den Staat Israel anerkennen. Sie verbündeten sich mit den Saudis (den schlimmsten, primitivsten Diktatoren in der Region) und sorgten gemeinsam dafür, dass alle Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt (auf Basis einer Sozialdemokratie) gescheitert sind. Die herrschende Klasse in den USA hat ja die gleichen Interessen wie die arabischen Herrscher-Dynastien. doch diese Symbiose der Interessen „analysiert“ Herr Perthes nicht.

Wenn also Herr Ritschl (ORF) fragend suggeriert, „… dass die Europäer gar nicht so schlecht gehandelt haben, als Sie den Arabern 1918 eine Ordnung aufgezwungen haben (weil die ja anscheinend nur Chaos produzieren können) und Herr Perthes von „Elitenversagen“ spricht , denen es nicht gelang „lebensfähige Gemeinschaften aufzubauen“, dann wird damit wieder der Eindruck erweckt, diese arabische Welt ist einfach unfähig, eine haltbare Ordnung aufzubauen, die einen dauerhaften Zusammenhalt der Gesellschaft möglich macht.

Dass dieser Region (vor allem den unteren Gesellschaftsschichten) – wegen ihrer strategisch wichtigen Bedeutung (Suez Kanal, Erdöl, Transportwege, Eurasien, etc.) niemals vom „Westen“ das Recht zuerkannt wurde, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln (ohne politische Intrigen aus Washington, London oder Paris und gegen die kriminellen „Interessen“ Israels) wird von Perthes nicht erwähnt. Als sei das ohne Bedeutung.

Dass er dann noch empfiehlt, der Iran möchte doch bitte konstruktiver mit anderen regionalen Parteien umgehen, sich um eine Re-Stabilisierung der Region bemühen, zeigt endgültig, wie absurd seine „Analysen“ und „Empfehlungen“ sind.

Es war doch nicht der Iran, der sich seit Jahren aggressiv oder subversiv gegenüber den anderen Staaten in der Region verhalten hat, sondern Israel und Saudi Arabien (mit Washingtons Hilfe natürlich). Der achtjährige Krieg zwischen dem Irak und dem Iran wäre ohne Washingtons Unterstützung auch nicht zustande gekommen (damals war Saddam ihr „Verbündeter“, das Giftgas kam aus Deutschland), ganz zu schweigen von den beiden Kriegen gegen den Irak, den die USA geführt haben.

FAZIT:

mind controlDie SWP ist kein unabhängiger „Think-Tank“ (das Wort gibt es ja eigentlich nicht, es soll Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit suggerieren). Sie ist allem Anschein nach ein trojanisches Pferd, eine „front-group“, die sich ein wissenschaftliches Mäntelchen umhängt, um ihre ideologisch gefärbte  „Beratung“ und Maniplation der Öffentlichkeit zu tarnen, die unzweifelhaft den Interessen der US-Außenpolitik und den dahinter agierenden Netzwerken dienlich ist.

Mit solchen „Beratern“ und solchen Journalisten (die nur nachplappern, was ihnen der „Experte“ vorsetzt) haben wir keine Chance der großen Apokalypse zu entgehen (dritter Weltkrieg bzw. die finanzielle, soziale und ökologische Katastrophe auf die wir zusteuern).

Wie die Flüchtlinge aus den von dieser Politik (und ihren Erfüllungsgehilfen in den Medien) zerstörten „Krisengebieten“ behandelt werden und die Menschen in Griechenland spricht ja schon Bände …wohin die Reise geht.

MONSTER AN DER LEINE

is wolves on the leashSeit Monaten gelingt es einer Truppe angeblich fanatischer „islamistischer Terroristen“ gegen das „beste“ Militär der Welt, also jenes der Supermacht USA, an der Spitze einer „Koalition von 60 Ländern“ (so Außenminister Kerry) siegreich zu sein. Trotz andauernden „Luftschlägen“, Satellitenüberwachung, Drohnen, etc. und anhaltenden Beteuerungen über die Entschlossenheit der US-Regierung, die „Terror-Miliz“ unschädlich zu machen, ist sie weiter auf dem Vormarsch in Syrien und im Irak. Wie ist das möglich?

Diese furchterregenden, bärtigen, head-chopping Rambos schaffen es also, gegen Soldaten aus Syrien, dem Irak, der Hisbollah-Miliz und das US-CENTCOM zu bestehen und ein „salafistisches Fürstentum“ zu errichten, in der unter dem Vorwand der Religion, eine brutale Tyrannei ausgeübt werden soll (wie schon seit langem in Saudi Arabien).

Wie viele es wirklich sind, ist schwer zu überprüfen, aber man darf davon ausgehen, dass es sich um mehrere zehntausend Kämpfer handelt (nach manchen Angaben sind es sogar über 100.000). Daher stellt sich die wichtige Frage:

Woher kommt die Versorgung für so viele Männer? Woher kommt das Geld dafür?

In den Medien heißt es ständig, IS finanziere sich aus dem illegalen Ölgeschäft (Verkauf auf dem Schwarzmarkt), aus Entführungen bzw. Lösegeldeinnahmen und neuerdings auch aus dem „Sklavenhandel“ (mit Frauen).

Woher diese primitiven „Gotteskrieger“ (in erster Linie aufgesammelte Hinterwäldler aus dem Kaukasus und anderen „backwater“-Regionen, wo mit saudischem Geld pseudo-religiöse Indoktrination arbeitsloser junger Männer stattfindet; aber auch brutale Kriminelle und Söldner, kontrolliert von Geheimdiensten) das Know-How haben, sich erfolgreich im Ölgeschäft zu betätigen, wird uns allerdings nicht erklärt.

MANAGING TERROR-FINANCE

Die neuesten „Enthüllungen“ des SPIEGEL („Keine Angst vor der Wahrheit“ (!)… aber auch garantiert nicht vor der Lüge) wollen uns jetzt weismachen, sunnitische Ex-Offiziere der irakischen Armee (leider nicht mehr aussagefähig, weil von „special forces“ der USA ermordet) unter Saddam seien die „Manager“ dieser effizienten Finanzoperationen (mehr dazu später).

IS gelingt es also – anscheinend – nicht nur, die eroberten Gebiete zu halten und sogar zu erweitern, sondern auch eine außerordentlich effektive Logistik auf die Beine zu stellen, die auch die „Verwaltung“ der unterjochten Bevölkerung miteinschließen soll.

ISIS_ConvoysWenn wir uns an die amerikanische Invasion (2003) des Irak erinnern, gab es damals Bilder von hunderten Lkws, die die Truppen ständig mit Proviant versorgten. Es muss also auch Lkw-Konvois geben, die der IS das notwendigem Material bringen und man muss sich fragen, warum gelingt es nicht, diese Nachschublinien abzuschneiden?

Man muss kein Militärstratege sein, um darauf eine logische Antwort zu finden:

TERRORIST-FRIENDS IN HIGH PLACES

Weil diese „Logistik“ aus Zonen gespeist und beschützt werden, die für die syrischen Luftstreitkräfte unerreichbar sind: das sind die angrenzenden Länder Türkei, Jordanien und Saudi Arabien.

IDF cooperates with phony armed oppositionAuch ISRAEL gewährt den IS-Terroristen (nicht nur) medizinische Versorgung und ein Aufenthaltsrecht auf den syrischen Golanhöhen, die es 1967 besetzt und schließlich völkerrechtswidrig annektiert hat. (Wo bleiben die „Sanktionen“!?) In Berichten von UNDOF wurde 2014 die seit Monaten anhaltende Fraternisierung zwischen der IDF (israelisches Militär) und der bewaffneten „syrischen Opposition“ (also den eingeschleusten Terrorgruppen, hier „Al Nusra“, die ja auch von Erdogan beschützt wird – siehe weiter unten) klar erkennbar:

UNDOF beobachtete [in mehreren Vorfällen] bewaffnete Mitglieder der Opposition dabei, wie sie 89 verwundete Personen von der Bravo Seite über die Waffenstillstandslinie zur IDF brachten, und die IDF von der Alpha-Seite 19 medizinisch-versorgte und zwei verstorbene Personen an die bewaffnete Opposition übergaben“.

Dass UNDOF inzwischen als unliebsamer Beobachter aus diesem Gebiet vertrieben wurde, dürfte in Tel Aviv große Heiterkeit und Zufriedenheit ausgelöst haben. Jetzt kann man in Ruhe mit den nützlichen Terror-Idioten kooperieren.

Israel hatte auch das größte Interesse daran, den “islamistischen Terror“ (der mit politisch-motiviertem Widerstand von Hamas, Hisbollah, etc. gleichgesetzt wird) als globales Schreckgespenst zu installieren, was ja dank „911“ auch passiert ist.

Die synthetischen Terroristen (Al Nusra, AQAP, ISIS oder wie immer sie gerade heißen) werden offensichtlich dazu benutzt, den alten Yinon-Plan umzusetzen. Das sollte klar machen, welche entscheidende Rolle das zionistische Israel hier spielt. Wer profitiert am meisten von der Zerstörung Libyens, des Irak und Syriens? Alle drei Regierungen unterstützten den Freiheitskampf der Palästinenser. Syrien ist (neben Iran, der ja auch auf der Abschussliste steht) der größte Unterstützer der Hisbollah, die seit Jahren erfolgreich gegen die israelische Aggression im Libanon kämpft.

Wesley ClarkDer pensionierte US-General Wesley Clark sagte im Februar 2015 in einem CNN-Interview, ISIS sei „von unseren Freunden und Verbündeten“ [im Nahen Osten] geschaffen worden, um Hisbollah zu besiegen (auszuschalten).

Look, ISIS got started from our friends and allies because as people will tell you in the region, if you want somebody to fight until the death against Hisbollah, you don’t put up a recruiting poster saying sign up, we’re gonna build a better world – you go after zealots ..these religious fundamentalists, that’s who fights Hisbollah .. its like a Frankenstein …”

– und für diesen Zweck – so habe man ihm gesagt – „sucht man nicht Leute, die für eine bessere Welt kämpfen wollen, sondern Fanatiker, religiöse Extremisten …. die kämpfen dann (bis zum Tod) gegen Hisbollah …[sie sind] eine Art Frankenstein-Monster …“

(Damit bestätigt auch Clark indirekt, dass die „gemäßigte Opposition “in Syrien ein Phantom ist, das nur erfunden wurde, um die Bewaffnung der „Frankenstein-Truppe“ einige Zeit zu kaschieren. Dass Washington die „Guten“, doch gleichzeitig seine Verbündeten in der Region die „Bösen“ bewaffnet haben, wobei letztere unglücklicherweise die Oberhand gewinnen, wer soll das glauben?)

davoud_kazemi-iran_(2)Und wer hat daran wohl das größte Interesse? Natürlich die Größenwahnsinnigen („Auserwählten“) in Tel Aviv. Dass man die Araber/Muslime gegeneinander aufhetzt, damit die Gegner Israels beseitigt und ihre Staaten durch ein blutiges Chaos zerstört werden, ist ein teuflisch-genialer Plan, weil dabei kein jüdisches Blut vergossen wird. Den Yinon-Plan für ein „Groß-Israel“ habe ich ja schon weiter oben erwähnt und die IDF hat ja auch mehrfach „Ziele“ in Syrien bombardiert (natürlich ohne dass irgendwer nach „Sanktionen“ schreit, weil hier Völkerrecht gebrochen wird, Israel darf alles …).

Alle sind enge Verbündete Washingtons und drei davon machen keinen Hehl daraus, dass sie Assad entmachten wollen – auch um den Preis eines Massakers an der Zivilbevölkerung, das Völkermord-Dimensionen annimmt. Hier geht es aber nicht nur um regime change, sondern den Zerfall (die „Balkanisierung“) des syrischen Staates.

effat_amjadipour-iran_(1)Dass SAUDI ARABIEN seit Jahren eine zentrale Rolle in der „Produktion“ nützlicher Jihad-Idioten einnimmt (Finanzierung von hunderten Koranschulen & Indoktrination zur Züchtung synthetischer „Gotteskrieger; Verteufelung säkularer, arabischer Regierungen als „Feinde des Glaubens“, etc.) sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben.

(Die „Mujahedin“ in Afghanistan waren in den 1970er Jahren der erste große Erfolg der Inszenierung, aus der schließlich die berühmte Terror-Marke „Al Kaida“ hervorgegangen ist).

Der fanatische Wahabismus selbst (die „Staatsreligion“ der Saudis mit angeschlossener „Religionspolizei“) – also Missbrauch der Religion als politische Waffe – ist ja ein geopolitisches Instrument, das vom Britischen Empire schon im 19. Jahrhundert erfolgreich eingesetzt wurde, und „IS“ verkörpert somit nur dessen neueste Version.

Selbst der CFR schrieb schon 2002 in seinem “Terrorism Task Force Report“:

Seit Jahren sind Personen und Organisationen in Saudi Arabien die wichtigste Finanzierungsquelle für Al Qaeda.“

SPONSORS OF TERROR PLAY HIDE AND SEEK

Doch warum es der US-Regierung partout „nicht gelingt“, diese Quellen der Terrorfinanzierung auszutrocknen, fragt der CFR aus gutem Grund nicht, denn die Saudis betreiben natürlich die Fabrikation von nützlichen, „islamistischen“ Idioten nicht im Alleingang, sondern werden seit Jahren dabei von den USA und Geheimdiensten aus Pakistan, Jordanien, Israel und kleineren Golf-Despotien unterstützt . Auch unsere europäischen Geheimdienste leisten einen „Beitrag“, davon können wir ausgehen.

BidenDer Vortrag von US-Vizepräsident Joe Biden („Remarks on Foreign Policy“ am 2.Oktober 2014 enthielt dazu u.a. folgendes, aufsehenerregendes Statement: (Originalzitat und Kontext siehe weiter unten)

Biden stellte die Sache so dar, als ob „unsere Freunde“ in der Region, Erdogan in der Türkei, die Saudis, die Emiratis, etc. – auf eigene Rechnung

„- hunderte Millionen Dollar und tausende Tonnen Waffen an jeden geliefert haben, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen, … doch die Leute, die man damit versorgt hat, waren AL NUSRA und AL QAIDA und die extremistischen Elemente der Jihadis, die aus anderen Teilen der Welt kamen“.

(Video nach ca. 54 Minuten)

Damit haben wir die offizielle Bestätigung eines Mitglieds der US-Regierung:

  • dass die islamistischen Terrorgruppen in Syrien aus dem Ausland finanziert werden
  • dass diese Ausländer sind (also keine Syrer und somit keine syrische „Opposition“)
  • das praktisch jeder Mistkerl bewaffnet und benutzt wurde, der „bereit war gegen Assad zu kämpfen“
  • dass bewusst ein Stellvertreterkrieg zwischen Sunnis und Schiiten angezettelt wurde (s.u.)

Biden tut aber so, als ob die USA bei diesen Vorgängen nur unbeteiligter Zuschauer gewesen wäre, der sich besorgt über diese Zustände äußert, aber leider nichts dagegen tun konnte, was natürlich ein absurder Witz ist.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Biden die o.a. Sätze als Antwort auf eine Frage aus dem Publikum von sich gab, die folgende Punkte beinhaltete:

My question is, in retrospect, do you believe the US should have acted earlier in Syria, and if not, why is now the right moment?

(Hätten die USA nicht schon früher in Syrien eingreifen sollen …. und falls nicht, wieso ist jetzt der richtige Moment?)

Antwort von Biden: Nein …aus zwei Gründen:

The idea of identifying a moderate middle has been a chase America has been engaged in for a long time. […] The fact of the matter is, the ability to identify a moderate middle was … ah …there was no … ah … moderate middle because … were made up of shopkeepers, NOT SOLDIERS; made up of people who have ordinary elements of the middle class of that country and what happened was …

Biden sagt also, Amerika habe schon lange nach dieser „gemäßigten Mitte“ in Syrien gesucht, aber nichts Verwertbares gefunden und dann wörtlich:

Es gab keine moderate Mitte, weil die… bestand aus Kaufleuten (Ladenbesitzern), nicht aus Soldaten“… bestand aus Leuten … aus “gewöhnlichen Elementen der Mittelklasse” (dann bricht er ab und wechselt zu den Problemen mit den Verbündeten vor Ort – siehe weiter unten)

Diese Sätze sind enorm wichtig, weil Biden damit zum Ausdruck bringt, was kritischen Beobachtern schon lange klar war:

Es gab und gibt keine echte „gemäßigte Opposition“ in Syrien, die bereit wäre, unter US-Kommando gegen die syrische Regierung zu kämpfen und das eigene Land dabei zu zerstören – von dem blutrünstigen Bruderkrieg ganz zu schweigen.

Dass Biden beklagt, man habe in Syrien keine Soldaten (für den künstlich erzeugten „Aufstand“) verwerten können, sondern nur „Ladenbesitzer“ vorgefunden und „gewöhnliche“ Leute aus dem Volk, klingt ziemlich seltsam. Wurde uns nicht eingehämmert, es sei das gewöhnliche Volk, das sich gegen den bösen Assad erhoben hat?

Man begreift, wenn man den verborgenen Kontext zu Bidens Aussage kennt:

saeid_sadeghi-iran_(1)Wie ich in meiner 3-teiligen CIA-Serie erklärt habe, haben die USA seit Jahrzehnten mit ihren MAP (militärischen „Assistenzprogrammen“) in vielen Ländern dieser Welt die Sicherheitskräfte (Armee, Polizei, Geheimdienste, etc.) infiltriert und subversive Strukturen geschaffen, die bei Bedarf „aktiviert“ werden.

Diese selektierten zukünftigen „Führungskräfte“, lassen sich nach entsprechender Indoktrination dazu bringen, Gewalt gegen die eigene Regierung und die eigene Bevölkerung einzusetzen, wenn Washington dies für notwendig hält. Sie begehen also Hochverrat, weil man ihnen eingehämmert hat, das Militär sei besser dafür geeignet, Politik zu machen, als die „Zivilisten“ und weil ihnen natürlich eine entsprechende Machtposition in Aussicht gestellt wird.

Dieses Modell war sehr erfolgreich in vielen Ländern, wo auf diese Weise ein Putsch gegen eine gewählte Regierung stattfand und ein faschistisches Regime errichtet wurde, das Kapitalinteressen diente, nicht der eigenen Bevölkerung (z.B. in Chile oder in Griechenland).

In Syrien ging das aber nicht (auch nicht im Irak), weil in diesen Ländern eine Infiltration bzw. Penetration der Sicherheitsapparate so nicht möglich war. Und die “gewöhnlichen” Leute konnten wegen staatlicher Kontrolle der Medien und Fehlen einer „open society“ a la Orwell-Soros, auch nicht zur geopolitischen Manövriermasse verkommen, wie etwa in der Ukraine oder in Georgien.

USEFUL MONSTERS FROM ABROAD

Also muss der „Aufstand“ importiert bzw. inszeniert werden, damit die Scharade vom „arabischen Frühling“, der brutal vom „Diktator“ niedergeknüppelt wird, neu aufgeführt werden kann und „westliche Werte“ (wie Full Spectrum Dominance) durchgesetzt werden.

abolfazl_rahimi-iranEs war also niemand aus der echten, politischen Opposition in Syrien vorhanden, den man als proxy-Kämpfer benutzen konnte, deshalb musste man die „Dschihadis“ aus dem Ausland importieren – vor allem aus dem Kaukasus (weil ja Russland das ultimative Ziel der Kampagne zur Destabilisierung und Zerschlagung funktionierender Staaten ist, das perfekte (nicht konstruktive!) „Chaos“ nach Leo Strauss)

KHALIMOV: TALES OF THE (UN)EXPECTED

the phony  CT-defector

At a Blackwater facility in North Carolina, Col. Gulmurod Khalimov received “counter-terrorism training between 2003-2014*, Colonel Khalimov participated in five counterterrorism training courses in the United States and in Tajikistan, through the Department of State’s Diplomatic Security/Anti-Terrorism Assistance program,” said US State Department spokeswoman Pooja Jhunjhunwala.”
[*Khalimov selbst spricht aber nur von 2003-2008 – aber diese Diskrepanz wird nicht hinterfragt …]

ISIS-Oberst wurde von Blackwater und dem US-Außenministerium 11-Jahre lang trainiert“

Diese CNN-Schlagzeile bestätigt ebenfalls meine These, dass das subversive „MAP“ (die militärischen „Assistenzprogramme“ vor denen Colonel Fletcher Prouty in den 1970er Jahren warnte,), noch immer eine wichtige Rolle spielt, um ausgewählte, ausländische Offiziere und später ganze Banden in staatlichen Terrormethoden (gegen eine fremde Zivilbevölkerung bzw. unerwünschte Regierung eines Landes) auszubilden und dann als „Waffen“ einzusetzen.

Das macht die USA ja schon seit vielen Jahrzehnten unter dem offiziellen Titel „counter-insurgency oder counter-terrorism“ und dies wurde sogar – leider nur im Fall Nicaraguas am 27.Juni 1986 – durch ein Urteil des Internationalen  Gerichtshofes festgestellt:

Nicaragua ICJ  US guilty verdictHier ein Auszug daraus:

(3) The court, by twelve votes to three,

Decides that the United States of America, by training, arming, equipping, financing and supplying the contra forces or otherwise encouraging, supporting and aiding military and paramilitary activities in and against Nicaragua, has acted, against the Republic of Nicaragua, in breach of its obligation under customary international law not to intervene in the affairs of another State;

Die „Contras“ waren in den 1980er Jahren ähnlich (brutal) „erfolgreich“, wie heute AQ oder IS, nur ohne Religion. Aber die CIA hat ja langjährige Erfahrung im Heranzüchten von Folterknechten, Schlächtern und Ersatz-Soldaten, da findet man immer die richtige Methode der Gehirnwäsche ….

KhalimovDer „Held” oder Schurke dieser Story, Gulmurod Khalimov war Kommandeur der OMON, (einer „Spezialabteilung“ der Polizei) in Tadschikistan, wie sie im Zuge des „War on Terror“ nach 911 in vielen Ländern etabliert wurde. Dass diese „Spezialkräfte“, die in den USA ausgebildet wurden und werden, letztlich für ganz andere Zwecke bestimmt sind als offiziell angegeben, hat sich anscheinend noch immer nicht herumgesprochen.

Hat man aus der Geschichte („Gladio“ in Europa, Contras in Nicaragua, „Salvador Option“ im Irak, etc.) nichts gelernt?

Im April war Khalimov plötzlich “verschwunden” und tauchte Ende Mai per Video wieder auf. Darin schwört er, den „Dschihad“ nach Russland zu bringen , was aber von CNN nicht erwähnt wird. Stattdessen soll er gedroht haben, Amerikaner umzubringen: „die Schweine“, die Soldaten ausbilden, um Muslime zu töten.

In der Darstellung von CNN soll Khalimov also den Amerikanern Angst und Schrecken einjagen (und natürlich ein offizielles „militärisches Eingreifen“ der USA in Irak und in Syrien („ohne geographische Einschränkung“ laut US-Kongress) legitimieren, ja als „notwendig“ erscheinen lassen.

IS ist also das neue, flexibel einsetzbare Feindbild (Ersatz für die „kommunistische Bedrohung“ im kalten Krieg) mit dem der US-Hegemon seine gewaltsame und hinterhältige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten rechtfertigt.

Die BBC erwähnt aber in ihrem Beitrag auch, dass der IS-Kommandeur gelobt hat, in seiner Heimat ein „Gemetzel“ zu verursachen, also in Tadschikistan der Regierung zeigen will, wo der Hammer hängt (als Bestrafung dafür, dass Islamisten als subversive Staatsfeinde verfolgt werden). Er beklagt auch die große Armut und Arbeitslosigkeit in seinem Land, wodurch hunderttausende Tadschiken gezwungen seien, in Russland Arbeit zu suchen (wo sie als billige Kräfte ausgenutzt werden).

 Das Land ist so arm, (mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als 2 Dollar am Tag zur Verfügung) dass die Gelder, die diese Arbeitsmigranten nach Hause schicken, einen erheblichen Wirtschafts- bzw. Einkommensfaktor darstellen. Durch die (von den USA arrangierte) dramatische Abwertung des Rubels und die völlig illegitimen Wirtschaftssanktionen verschärft sich natürlich die Lage der Tadschiken weiter. Alleine im Jahr 2014 verloren 200.000 ihre Arbeit in Russland.

Oxfam poverty tajikistanDie systemische Armut und jetzt auch noch die Klimaveränderung lässt kaum noch Hoffnung auf ein besseres Leben aufkommen (siehe Oxfam-Bericht rechts)

Es ist also nicht hauptsächlich religiöser Fanatismus, der diese Männer dazu bringt, sich IS anzuschließen, sondern die Hoffnungslosigkeit und das Elend in ihren Heimatländern. Sie haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren und der Gemeinschaftsgeist, der in IS beschworen wird sowie das religiöse Pathos bringen viele dazu, sich diesen Kämpfern anzuschließen. Sie haben wohl nichts mehr zu verlieren … außer ihr Leben, wobei ein gewaltsamer Tod in dieser verzerrten Realität wohl als „heldenhaft“ wahrgenommen wird. Ein Leben ohne Würde endet dann wenigstens mit einem „ehrenvollen“ Tod.

(Dass diese Menschen als machtpolitische „Werkzeuge“ radikalisiert und auf perfide Weise instrumentalisiert werden, finde ich so widerlich, dass mir übel wird, wenn ich daran denke …)

Dieser dramatische, soziale u. wirtschaftspolitische Kontext wird von CNN (und unseren Medien) völlig unterschlagen.

Stattdessen muss Wolf Blitzer noch am Ende unbedingt erwähnen, dass Khalimov auch von russischen Anti-Terroreinheiten ausgebildet worden sein soll (wenn er das so sagte, wieso zeigt man es dann nicht im Video?). Putin weiß natürlich seit Tschetschenien, wie Washington Islamisten fördert und bewaffnet und sie dann gegen den vermeintlichen „Feind“ loslässt, um unliebsame Regierungen zu destabilisieren, Bürgerkriege auszulösen und „Empörung“ des Westens über die Niederschlagung der gesteuerten Rebellion auszulösen – ohne dass sich die USA selbst die Finger schmutzig (blutig) machen muss.

Das „doppelte Spiel“ der USA nach „911“ zur Konfliktbeschleunigung in diesen Ländern:

  • Einerseits immer mehr Repressalien gegen „Islamisten“ erwirken (Panikmache,  Überwachung, Anti-Terror-Training, brutales Durchgreifen der Sicherheitskräfte in anderen Ländern forcieren)
  • Andererseits genau diese „Islamisten“ erschaffen und fördern (mithilfe der saudischen, pakistanischen, israelischen u.a. Geheimdienste und effektiver PR), was aufgrund der großen Armut und Perspektivlosigkeit in diesen Ländern nicht schwer ist;

Die Sprecherin des US-Außenministeriums versicherte CNN, dass alle Teilnehmer der Spezial-Ausbildung vorher einer „gründlichen Sicherheitsüberprüfung“ unterzogen worden seien. You bet. Man suchte natürlich Leute aus, die für die perfiden Pläne der CIA bestens geeignet waren. Ich denke, Khalimov ist nicht wirklich „übergelaufen“, er war von Anfang an dafür vorgesehen, die Rolle des nützlichen „Terroristen“ zu spielen – für die USA und ihre Verbündeten.

Hat er es gemerkt und sich jetzt gegen „Dr. Frankenstein“ gewendet? Wir werden sehen …

BACK TO BIDEN

truthinadvertising-Biden lamentiert dann über die Probleme mit „seinen Freunden“ in der Region, die die Terrorgruppen finanziert und bewaffnet hätten, weil sie Assad um jeden Preis loswerden wollen:

„… what my constant cry was that our biggest problem is our allies in the region. Our allies in the region were our largest problem in Syria. The Turks were great friends… [and] the Saudis, the Emirates, they were so determined to take down Assad and essentially have a proxy Sunni-Shia war – what did they do?“

(O-Ton des weiter oben erwähnten Zitates in deutscher Übersetzung):

„They poured hundreds of millions of dollars and tens, thousands of tons of weapons into anyone who would fight gainst Assad — except that the people who were being supplied, were Al-Nusra, and al-Qaeda, and the extremist elements of jihadis who were coming from other parts of the world.“

Die TÜRKEI nimmt in diesem teuflischen Spiel auch eine besondere Stellung ein, was aber in den von uns finanzierten Verblödungsmedien kein Thema ist: die sind ja damit beschäftigt, Putin und Assad zu kriminalisieren bzw. die Texte ihrer langjährigen Souffleuse (US State Department) nachzusprechen.

DW supply lines TurkeyAber es gibt auch Ausnahmen. So z.B. die Deutsche Welle, die schon im November 2014 in einem Video dokumentierte, dass täglich hunderte türkische Lkws über die Grenze nach Syrien fahren, obwohl das (vorher gute) legale Exportgeschäft mit Syrien seit den Sanktionen zusammengebrochen ist.

Es gibt keine offiziellen Angaben darüber, wer die „Endverbraucher“ der Waren sind, man liefert an Mittelsmänner. Doch die Spediteure sind überzeugt, es sei IS.

Im Video sieht man Säcke, auf denen „Ahmed, Rakka“ als Empfänger angegeben ist. Rakka ist das Zentrum der von IS kontrollierten Zone, wohin ein Grossteil der Lieferungen auch geht.

Die Kurden versuchen, durch eigene Patroullien, die Lieferung von Waffen an IS zu verhindern, während die türkische Regierung sich dumm stellt bzw. von „Hilfsgütern“ spricht – ganz im Sinne Orwells. Auch IS-Kämpfer (also „Terroristen“) werden über die Türkei eingeschleust.

Fazit der DW:Es scheint, IS braucht sich über seinen Nachschub keine Sorgen zu machen“

Versuche der syrischen Luftwaffe, diese Transporte zu stoppen, wurden mit Angriffen der türkischen „Luftabwehr“ beantwortet, wobei natürlich von „syrischer Aggression“ gesprochen wird, um die Wahrheit zu verschleiern. Die Einführung von Pufferzonen (vorgeblich für geflüchtete Zivilisten) macht die Sache noch leichter.

Der Bericht der Deutschen Welle erhärtet nur, was sich schon früher abzeichnete und von vielen Analysten erkannt wurde: IS ist so erfolgreich, weil es von potenten, ausländischen Sponsoren „gefüttert“ und gehegt wird.

ERDOGAN: DER PATE DES „TÜRROR“ IN SYRIEN

Turkishsupport ISDer jüngste Eklat in der türkischen Presselandschaft lässt nun keinen Zweifel mehr daran, welches perfide Spiel Erdogan hier betreibt:

Die Türkei bewirtet nicht nur den SNC (künstlichen „Syrischen Nationalrat“) und die „Nationale Koalition für Revolutionäre und Oppositionskräfte“, sondern versorgt auch die nützlichen Idioten der „Terrormiliz“ mit dem Notwendigen, wozu auch die „Koordination“ durch den türkischen Geheimdienst gehört. Der MIT sorgt dafür, dass die Kämpfer (aus Zentralasien) in gebrauchsfähigem Zustand nach Syrien gelangen, ist also eine Art orientalischer „Terror-TÜV“ für imperiale Patsies.

Cumhurriyet reportDie türkische Zeitung Cumhuriyet deckte auf, dass illegale Waffentransporte nach Syrien gehen, die unter dem Deckmantel von „Hilfsgütern“ stattfinden. Versteckt unter Paketen mit Medikamenten, fanden türkische Ermittler (schon im Jänner) 1000 Mörser-Granaten, 50.000 Patronen, 30.000 MG-Patronen und hunderte Granatwerfer.

Wie reagierte Erdogan?

Er leugnet alles, spricht von einem perfiden Komplott und behandelt die involvierten Aufdecker wie Staatsfeinde:

Mehr als 30 Sicherheitskräfte, die an der Durchsuchung der Lkws teilnahmen wurden verhaftet und wegen „Spionage“ und geplantem „Sturz der Regierung“ angeklagt. Selbst vier Staatsanwälte wurden festgenommen und sitzen seither in U-Haft

life sentence cumhuriyetCan Dündar, der Chefredakteur der Zeitung, gilt jetzt als Staatsfeind Nr.1 und soll unter Berufung auf die „Anti-Terrorgesetze“ mit extremer Härte bestraft werden (mehrfach lebenslang, etc.)

Die Behauptungen der Regierung werden immer unglaubwürdiger, weil sie nicht konsistent sind:

  • Anfangs war von „Hilfsgütern“ die Rede, die an die Turkmanen in Syrien gehen sollte.
  • Dann gab Davutoglu im Juni zu, dass es sich um Waffen handelte, aber für die Turkman-Brüder in Syrien …
  • Doch die „Gendarmerie“ sagte aus, dass die Lieferung für ein Gebiet bestimmt war, wo es keine Turkmanen gibt … wo das türkische Militär aber nach Angaben der Fahrer häufig „Aufklärungsmissionen“ durchführte
  • In diesem Gebiet halten sich AQ und ISIL –Kämpfer auf, so die Gendarmen …
  • Die Turkmanen aber wissen nichts von Hilfslieferungen aus der Türkei:
  • Der Vorsitzende ihres Vereins, Hussein al-Abdullah, sagte im Jänner 2014, dass solche Lieferungen nie angekommen seien …
  • Yasin Aktay, der außenpolitische Sprecher der AK Partei, gab schließlich u, dass tatsächlich Waffen geliefert wurden, aber – doch nur – an die FSA*, nicht IS …
  • İbrahim Kalın, Pressesprecher von Erdoğan, sagte hingegen, die Türkei habe nie Waffen nach Syrien geliefert ..

(* die „Freie Syrische Armee“ hat es aber als authentischen Widerstand nie gegeben, es ist eine PR-Marke, die die (kriminelle) ausländische Unterstützung der (nicht-)syrischen „Rebellen“ legitimieren soll: Geld, Waffen, Training, Logistik, Proviant für die „moderate Opposition“ lässt sich in den Medien besser verkaufen, als die Erkenntnis, dass damit islamistische Fanatiker ausgerüstet werden, die man als außenpolitische Werkzeuge benutzt … )

Cumhurriyet wurden auch Abschriften von abgehörten Gesprächen zugespielt, die gemeinsam mit dem brisanten Videomaterial die Rolle der türkischen Regierung (bzw. des Geheimdienstes MIT) bei der Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien dokumentieren sollen.

Diese bestätigen die Aussagen von Syrern, wonach türkische Spezialeinheiten auch direkt in Kämpfe involviert sind, um die Al Nusra Front und andere gewalttätige Islamisten gegen die syrische Regierung zu unterstützen.

Turkish forces support Al NusraDas würde auch erklären, wie diese Terrorgruppen (die sich jetzt als „IS“ konsolidieren) in der Lage waren, dieses Gebiet 2014 zu erobern und es in diesem Jahr neuerlich zu besetzen. Augenzeugen in Kessab haben die Berichte syrischer Soldaten erhärtet, wonach die Terrorbanden im Kampf gegen die syrische Armee von türkischen Hubschraubern und schwerer Artillerie begleitet wurden (und werden).

Diese Meldung („Türkei entfernt Al Nusra von der Liste terroristischer Organisationen“) kann daher nicht überraschen …

Der US-Botschafter in Ankara, Francis Riccardione, spielt natürlich auch eine zentrale Rolle in dieser mörderischen Scharade.

Und was sagte Biden über die Rolle der Türkei und seines „guten Freundes“ Erdogan?

Devil's GameWie bereits oben erwähnt, tut der Vizepräsident zunächst so, als ob die mächtige USA nicht in der Lage war, die massive Bewaffnung der Terrorbanden durch ihre Verbündeten zu verhindern und dann

Now … all of a sudden everybody is waking up because this outfit called ISIL (which was Al Qaeda in Iraq) . which – when they were essentially thrown out of Iraq – found open space in territory in … Eastern Syria, work with Al Nusra, who we declared a terrorist group earlier on, and we could not convince our colleagues to stop supplying them. So what happened? All of a sudden, … they have seen the Lord … (Video 54:27)

ISIL (vorher AQI) wurde also laut Biden aus dem Irak vertrieben, fand dann in Ost-Syrien einen Zufluchtsort und begann mit Al Nusra zu kooperieren … erst jetzt hätten die „Freunde“ erkannt, welches Monster sie da an ihrem Busen genährt hatten und –

Now we have … the President has been able to put together a coalition of our Sunni neighbours … because Americans can’t once again go in … to a Muslim nation and be the aggressor, it has to be led by Sunnis to go and attack a Sunni organisation .. so what do we have for the first time ? … Saudi Arabia has stopped the funding …allowing training on their soil, Qataris have cut off support for most extreme elements ..

CIA ships weapons to Syrian Rebels– Präsident Obama sei es jetzt gelungen, eine Koalition der sunnitischen „Nachbarn“ zu bilden; weil Amerika nicht schon wieder ein muslimisches Land angreifen und als Aggressor dastehen könne, müsse also die Attacke von Sunnis – gegen Sunnis -geführt werden, um den Schein zu wahren (dass die USA nur passiv, notgedrungen eingreift).

Erdogan: you are right, we let too many people through … now trying to seal their border ….they did what Erdogan said, he would do … they voted in the Turkish parliament to send ground forces … Turkish airspace to be able to be used by NATO and by other allies …Turkish airspace be able to accommodate our drones …

Erdogan – so Biden – habe eingesehen, dass man „zu viele Leute [Terroristen] durchgelassen habe“ und versuche nun, die Grenze zu versiegeln. [Wochen später rollen die Waffen weiterhin massenhaft über die türkische Grenze, wie die DW ja im November 2014 dokumentiert hat] Außerdem sei beschlossen worden, türkische Bodentruppen nach Syrien zu entsenden und NATO gestattet, türkischen Luftraum zu benutzen, inklusive Drohnen.

Angesichts dessen, was wir oben u.a. aus der türkischen Presse gehört haben und der Tatsache, dass IS immer noch ihr Unwesen treiben (auch wieder im Irak), muss man sich fragen, wen Biden hier verarschen will, die Studenten in Harvard?

(Auf die geopolitisch wichtige Erdgas-/Erdölkomponente – wer liefert Erdgas nach Europa? – gehe ich hier nicht ein, das kann man z.B. bei William Engdahl nachlesen).

seyed_ali_miraee-iran_(1)Es muss dem Dümmsten inzwischen klar geworden sein, dass IS ein perfides Werkzeug der Auslands-Geheimdienste (CIA & Co., in der Region vor allem Israels) ist, und kein schief gelaufenes Söldner-Abenteuer der Saudis. Sie sind die Schocktruppen für die „Drecksarbeit“, deren extreme, medial inszenierte Brutalität dann als Vorwand für ein „härteres Eingreifen“ des Westens benutzt wird.

Doch die amerikanischen Bomben fallen nicht auf IS, sondern auf syrische Infrastruktur und irakische Truppen – was ja auch nicht mehr überraschend ist.

Unsere Journaille macht aber weiter wie bisher, plappert die bescheuerten „Meldungen“ des selbstgerechten US-Hegemons nach und leistet somit aktive Beihilfe zur Legitimation von Völkermord und Krieg (der 1. und „4.“Generation).

Wann werden diese „Unterstützer einer terroristischen Vereinigung“ endlich zur Rechenschaft gezogen?

 

(P.S. Die IS Cartoons stammen aus einem Karikaturen-Wettbewerb in Tehran, den man im Internet finden kann)

D-Logo

Terror-Charade in Paris: Bête et méchant?

And all knowledge, when separated from justice and virtue, is seen to be cunning and not wisdom; Plato

the great charade

Dollar u akbar!

Am helllichten Tag (7. Jänner, gegen 11:30 Uhr) wird mitten in Paris ein Terroranschlag verübt. Zwei bewaffnete, total vermummte Männer steigen aus einem schwarzen Citroen, stürmen ein Gebäude in der Rue Nicolas Appert Nr. 10, geben mehrere Schüsse ab und verschwinden dann wieder mit dem (mitten auf der Straße geparkten) Auto.

In den 22 Uhr-Nachrichten von „France 24“ erfährt man, dass bei dem Anschlag 12 Menschen getötet wurden. Das Ziel der „Terroristen“ waren die Redaktionsräume des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Dort erschossen sie acht Mitarbeiter, darunter drei der „besten Cartoonisten Frankreichs“, und den Herausgeber Stéphane Charbonnier während eines Redaktionsmeetings.

Der Polizist, der nach Morddrohungen und einem Brandanschlag (2011) zum Schutz von „Charb“ vor Ort war, wurde ebenfalls getötet. Sein Name ist (Brigadier) Franck Brinsolaro (49).

Ahmed Merabet killed 701 CHDas zweite Mordopfer aus den Reihen der Pariser Polizei war Ahmed Merabet (42) der im 11. Bezirk eingesetzt war. Seine brutale Ermordung auf offener Straße wurde in einem Videoclip festgehalten, in dem zu sehen ist, wie er – verletzt am Boden liegend, vor Schmerzen stöhnend – von einem der Profikiller aus nächster Nähe mit einem Kopfschuss exekutiert wird.

Weitere Opfer waren der Handwerker und Vater von zwei Kindern, Frederic Boisseau (42) und Bernard Maris (68), non-konformer Ökonom am Institut für Europäische Studien der Universität von Paris und Mitglied des Aufsichtsrates der Banque de Paris. Er schrieb unter dem Namen „Onkel Bernard“ Artikel für Charlie Hebdo. Die scheinbar „zufällige“ Ermordung von Maris müsste dringend separat untersucht werden, doch sein Name wird in den Medien kaum erwähnt.

Bernhard MarisMarin hat die Tyrannei der orthodoxen Ökonomie entlarvt: „die Wirtschaft“ ist kein mathematisch-logisches Universum, dessen Regeln sich die Menschen – wie bei Naturgesetzen – unterordnen müssen, sondern ein soziales Konstrukt, bei dem es in Wahrheit um Macht, Klassenherrschaft und politische Intrigen geht. Auch psychologische Phänomene werden von ihm durchleuchtet (Herdenverhalten, Freud´sche Interpretation, etc.). Die Dogmen von gnadenlosem “Wettbewerb” und endlosem “Wachstum” führen unausweichlich in die Katastrophe, weil sie mit dem „Mensch-Sein“ unvereinbar sind (wie auch Erich Fromm richtig erkannte) und die Lebensgrundlagen zerstören: So schreibt Marin z.B.

Die Menschheit lebt länger … aber auf Kosten der Verarmung des Lebens: die Homogenisierung der Gesellschaft, die Standardisierung des Planeten, die „Slum-ifizierung“ der Welt und das Verschwinden der Schönheit der Natur“.

open letter to eCONs who take us for foolsMarin entwarf auch alternative Szenarien für ein Wirtschaftssystem, das auf Solidarität und Kooperation beruht. In einem unbeachteten Interview erklärte er, dass Banken „Geld aus dem nichts“ erschaffen (was dann „Kredit“ heißt und wofür ein x-faches an Zinsen und Zinseszinsen kassiert wird und letztlich ganze Staaten (also wir) als Schuldsklaven enden … der größte Betrug aller Zeiten).

Die Ermordung der 12 Menschen in Paris ist eine Tragödie, aber sein Tod ist nach meiner Ansicht der größte Verlust für unsere Gesellschaft und ich frage mich, wer davon profitiert.

Stattdessen werden die getöteten Journalisten posthum zu Quasi-Heiligen stilisiert, die als eine Art Jean(ne) d’Arc der Rede- u. Pressefreiheit den Status von Nationalhelden erhalten. (Aus diesem Grund werden ihre Namen hier nicht erwähnt, sie erhalten ja bereits mehr als genug Aufmerksamkeit in den Massenmedien).

RÜHRSELIGKEIT STATT KRITISCHE HINTEFRAGUNG

Je suis Charlie CH websiteFrankreich ist erschüttert und in ganz Europa gibt es (wie auf Knopfdruck) spontane Solidaritätskundgebungen („Je suis Charlie“ im Kerzenlicht) mit den ermordeten Journalisten (die mich auf unheimliche Art an „swarming“ erinnern). Die Rede- und Pressefreiheit muss verteidigt werden, so der Tenor, weil als Grund für den Anschlag „Islam-kritische“ Karikaturen vermutet werden. Das Pariser Magazin hatte in den letzten 10 Jahren immer öfter provozierende / diffamierende Zeichnungen und Texte abgedruckt, in denen Muslime (generell) bzw. der Prophet Mohammed als Witzfiguren dargestellt werden.

PROVOKATION  ALS  MISSION?

Charlie 8 Feb 2006Am 9. Februar 2006 erschien das Satire-Magazin z.B. mit der Schlagzeile „Mohammed von Fundamentalisten überwältigt“. Darunter war eine Karikatur des weinenden Propheten mit einer Sprechblase zu sehen: C’est dur d’être aimé par des cons

Es ist schwer, wenn man von Idioten verehrt wird“ („con“ kann auch Arschloch bedeuten)

2011 wurde eine Sonderausgabe herausgebracht, die als „Sharia-Hebdo“ bezeichnet wurde.  Auf dem Titelblatt war eine Karikatur eines Muslims mit dem Text „100 Peitschenhiebe, wenn du dich nicht totlachst“. (siehe unten) Im Blattinneren wurden die Vorteile einer „verwässerten“ Sharia illustriert, wozu auch die „weniger offensichtliche Polygamie“ gezählt wurde (mehrere, total verschleierte Frauen, die eine sogenannte „Burka“ tragen). Die Herausgeber schreckten auch nicht davor zurück, im Ressort “Style“ Karikaturen von Frauen zu zeigen, deren abgehackte Hände manikürt wurden.

In dieser Spezialedition wurde nicht der islamische Extremismus satirisch kritisiert, sondern Texte aus dem Koran durch Karikaturen ins Lächerliche gezogen, die das Leben des Propheten Mohammed beschreiben.

Charlie Hebdo hatte auch die umstrittenen Karikaturen der dänischen (sehr „rechten“) Zeitung Jyllands-Posten abgedruckt, ganz nach dem Motto „jetzt erst recht“. Auch hier wurde natürlich die Pressefreiheit als „Recht“ verteidigt. Welchen politischen Zwecken aber diese Provokationen gedient haben (oder welche Stimmung damit geschürt wurde), wurde kaum diskutiert, ganz zu schweigen vom geopolitischen Kontext und der Rolle Frankreichs bei der Bewaffnung der synthetischen Terroristen im Nahen Osten.

(Angesichts der Tatsache, dass 90% der Journaille in Europa nur mehr als Fließband für Propaganda, Desinformation und „Perception Management“ funktioniert, kann die plötzliche Hochhaltung der Pressefreiheit – ausgerechnet durch die Politik – nur mehr als zynische Realsatire betrachtet werden.)

CRIME  DOES  PAY (in A SINISTER WAY)

Charlie Hebdo 100 lashesDiese Ausgabe war sehr erfolgreich (die Auflage verdoppelte sich) und Kritiker werfen dem Magazin vor, es habe (opportunistisch) die Islamophobie geschürt, weil sich damit einfach mehr Geld verdienen ließe. Die Zeitung soll sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben, die nach dem Massaker ein dramatisches Ende gefunden haben: großzügige Spenden sind eingelangt (darunter alleine 250.000 Euro von Google) und die nächste Auflage soll über eine Million Exemplare bringen, die in 16 Sprachen erhältlich sein wird.

LA  GRANDE  MASQUERADE  TERRORISTE

Nate Beeler Cartoon CHWozu sich die Täter völlig vermummt haben, wenn sie nach der Tat „Allah u akbar!“ rufen und dann auch noch „das ist die Vergeltung für die Beleidigung des Propheten“ bleibt ein Rätsel. Diese „islamistische“ Visitenkarte engt den Kreis der Verdächtigen gewaltig ein, doch diese Vorstellung hätten sich die Täter sparen können, denn nach 13 Jahren Konditionierung in den Medien nimmt ohnehin (fast) jeder Zuschauer automatisch an, dass solche Terroranschläge von „radikalen Islamisten“ verübt werden.

Die beeindruckende Metamorphose der Extremisten vom primitiven „Selbstmordattentäter“ mit gebastelter Bombe zu perfekt organisierten „Killerkommandos“ (à la OAS), die ein solches Massaker mit eiskalter Präzision und großer „Gelassenheit“ abwickeln, hat uns auch noch niemand plausibel erklärt.

McClatchy Headline Calm KillersDer „Dschihadist“, wie er uns in den letzten Jahren vorgeführt wurde, will ja als Märtyrer und Held in die Geschichte eingehen, deshalb will und braucht er sich ja auch nicht verkleiden. Er zündet eine Bombe und bringt sich dabei auch selbst um. Doch die Gelassenheit und „Professionalität“ dieser beiden vermummten Killer (am helllichten Tag mitten in Paris Polizisten umzubringen und ein Massaker zu begehen, als ob sie garantiert ungestraft davonkommen) steht im krassen Widerspruch zu den theatralischen Ausrufen, die das Publikum davon überzeugen sollen, dass es sich hier um „Islamisten“ handelt.

al-qaeda1Das Schauspiel ist offensichtlich absurdes Polit-Theater: Vor Verlassen des Tatorts muss natürlich mindestens einmal erwähnt werden, dass man für „Al Kaida“ tätig sei;

 

OPERATION MOCKINGBIRD 2.0

Corcy SFP searching for the terror suspectsDass unsere demente Journaille sich dabei mit jeder, noch so dämlichen Story „füttern“ lässt, konnte man am Freitag im „Brennpunkt„ der ARD erleben, wo uns allen Ernstes mitgeteilt wird, einer der gesuchten „Täter“ habe den Nerv gehabt, seelenruhig mit einem französischen Fernsehsender zu telefonieren (in der Druckerei, wo sie sich – angeblich mit einer Geisel – verschanzt hatten, während draußen hunderte, schwer bewaffnete Polizisten, Scharfschützen, Helikopter, etc. lauerten, mit dem Ziel, die beiden Männer zu töten (das ist immer in solchen „PSY-OPS“ unvermeidlich, weil die „patsies“ natürlich nichts mehr sagen (können) dürfen, damit die offizielle Story nicht ins Wanken gerät (siehe Sydney, Ottawa, aber auch schon Lee Harvey Oswald …).

Merke: Die Polizei erschießt zwei „mutmaßliche Täter“ (nach einer Orgie von „framing“ im Rahmen einer bewusst geschürten „nützlichen Welle der Empörung und Angst“ (General Lemnitzer läßt grüßen), und man behauptet einfach, dass sie die Tat begangen haben. Diese publikumswirksame Anti-Terror-Show wird „untermauert“ mit ausführlichen Details über deren Entwicklung zum „Extremisten“ die man in der Zwischenzeit der Papageien-Presse zugespielt hat.

Ellis Röder „berichtet“, Cherif sei ans Telefon gegangen (die Journalisten hätten einfach dort angerufen) um der Welt mitzuteilen, dass er von Al Kaida im Jemen finanziert werde. Seine Aussage, er habe keine Zivilisten getötet, passt nicht ins Konzept, wird aber nicht weiter hinterfragt. Auch der zweite „Terrorist“ (im koscheren Supermarkt) hat sich – während einer Geiselnahme – für ein Telefoninterview zur Verfügung gestellt und dann auch noch „das Telefon nicht richtig aufgehängt“ sodass die Polizei mithören konnte (!)

Man habe sich „abgestimmt“ … und er habe bewusst einen „jüdischen Supermarkt“ ausgewählt, um „unterdrückte Muslime in Palästina zu verteidigen“.

Was diese unterdrückten Palästinenser denn von so einer Idiotenaktion hätten, darf man sich allerdings nicht fragen. Aber wir erkennen ein bekannte Muster: jedes Mal, wenn die Palästinenser durch eine friedliche Aktion international weiterkommen, muss ein Gewaltakt inszeniert werden, um das Zerrbild vom gewalttätigen, arabischen Monster in Erinnerung zu rufen:

CRYING  &  SHOOTING  IN  ACTION

Talk about Chuzpah. Die „Informationsabteilung” (MISO) der israelischen Geheimdienste leistet wieder einmal ganze Arbeit: seit 911 werden Muslime (praktisch weltweit, aber beschränken wir uns hier auf Europa) dank einer gigantischen Propaganda-Maschinerie mit großem Misstrauen betrachtet, diffamiert, schikaniert, unter Generalverdacht gestellt und hunderte von ihnen wurden auch grundlos verhaftet, verschleppt („rendition flights“), auf ekelhafte Weise psychisch und physisch gefoltert, und zu „Geständnissen“ genötigt und dann verurteilt (oder nach Guantanamo und andere „Lager“ gebracht, wo sie gequält und gedemütigt werden, obwohl sie nichts verbrochen haben).

Doch nicht sie sind die zu bedauernden Opfer dieser geopolitischen Charade (der „War on Terror“ ist die größte massenpsychologische Operation, die es je gab – selbst Goebbels wäre vor Neid erblasst …), Nein, sondern (wieder einmal) die Juden.

Iraq death USquads

Horror im Irak nach der „Befreiung“ durch die USA

Was sind hunderttausende tote Muslime, Millionen von Flüchtlingen, zerstörte Gesellschaften (Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien ist noch „in Arbeit“), sieben Jahrzehnte schwere Menschenrechtsverletzungen in Palästina gegen ein Häufchen jüdischer Franzosen, die in einem kosheren Supermarkt „als Geiseln“ genommen werden? (Was nicht verharmlost, aber relativiert werden soll). Offenbar nichts. Wenn Juden bedroht sind, große Schlagzeilen, wenn Araber/Muslime bedroht sind, so what?

Wie es ein einziger „Terrorist“ schaffen konnte, einen ganzen Supermarkt in Schach zu halten, noch dazu während einer Generalmobilmachung der Sicherheitsbehörden, konnte mir noch niemand glaubhaft erklären und das plötzliche Auftauchen einer Komplizin, die verschwunden ist, ist noch absurder.

Diese hare-brained story aber mit dem Freiheitskampf der Palästinenser in Verbindung zu bringen, zeigt eindeutig, dass in dieser Propaganda-Show Israel eine wichtige Rolle spielt.

Pal ICC approvedKein Wunder, nachdem die UN dem Antrag der Palästinenser zur staatlichen „Zulassung“ beim Internationalen Strafgerichtshof zugestimmt hat, muss sofort ein „event“ inszeniert werden, in dem die Juden als Opfer präsentiert werden begleitet von der „schrillen Rhetorik“, wie Avi Shlaim es ausdrückte, die für dieses Syndrom der pathologischen Selbstgerechtigkeit typisch ist:

It is is indeed a conflict between David and Goliath but the Biblical image has been inverted – a small and defenceless Palestinian David faces a heavily armed, merciless and overbearing Israeli Goliath. The resort to brute military force is accompanied, as always, by the shrill rhetoric of victimhood and a farrago of self-pity overlaid with self-righteousness. In Hebrew this is known as the syndrome of bokhim ve-yorim, „crying and shooting“.

Hier am Beispiel von Netanyahu:

Er nennt die Tötung der „Mörder“ (deren Schuld nie bewiesen, sondern nur behauptet wurde) „sie zur Rechenschaft ziehen“ und hämmert uns ein, dass es sich um einen „globalen Kampf“ handelt, wobei er (Israel und der Westen) die „Guten“ und die Islamisten die „Bösen“ sind, was sonst?

Alle werden über einen Kamm geschoren: Terroranschläge in Paris, in Bali, Enthauptung von Ausländern in Syrien, Kidnapping von Schulmädchen in Nigeria; Sprengung von Kirchen im Irak, Raketen aus Gaza und – natürlich – das israelische Märchen vom Atomwaffenprogramm des Iran.

Die sechs erst genannten Anschläge/ Verbrechen sind aber „synthetischer Terror“ (von westlichen Geheimdiensten produziert, inklusive Israel und Saudi Arabien), während die Raketen aus Gaza natürlich eine Reaktion auf die systemischen Verbrechen Israels gegen das palästinensische Volk sind. Dass Israel selbst über hunderte Atomsprengköpfe verfügt, und sein Atomprogramm so geheim ist, dass nicht einmal das eigene Parlament darüber Bescheid weiß, dass Israel bei Umfragen immer (gemeinsam mit den USA) als größte Bedrohung für den Weltfrieden gesehen wird, darf hier als Kontext natürlich nicht erwähnt werden.

Stattdessen betreibt Netanyahu Volksverhetzung, wenn er legitimen Widerstand gegen brutale Repression (eines Schurkenstaates wie Israel) mit selbst-gezüchteten „proxy“-Terroristen in einen Topf wird und sie als „Feinde unsere gemeinsamen Zivilisation“ bezeichnet, die man besiegen müsse.

ISIS, Boko Haram, Hamas, Al-Shabab, Al Kaida, Hezbollah – alle werden in einen Topf geworfen als „blutrünstige Fanatiker, die unsere Freiheit zerstören und eine gewalttätige, mittelalterliche Tyrannei errichten wollen.

truthinadvertising-Die „mittelalterliche Tyrannei“ gibt es ja bereits. Sie heißt Saudi Arabien und ihr Geheimdienst arbeitet wunderbar seit Jahrzehnten mit dem israelischen, den amerikanischen, den pakistanischen Kollegen, etc. zusammen, wenn es darum geht, junge Muslime zu indoktrinieren und sie dann zu „blutrünstigen Fanatikern“ auszubilden. (Siehe dazu Seymour Hersh: THE REDIRECTION – auch auf diesem Blog).

Dazu noch einmal Avi Shlaim (Israel als „einzige Demokratie“ schaut mit Verachtung auf die arabischen Despoten herab) zur politischen Realität:

Israel likes to portray itself as an island of democracy in a sea of authoritarianism. Yet Israel has never in its entire history done anything to promote democracy on the Arab side and has done a great deal to undermine it. Israel has a long history of secret collaboration with reactionary Arab regimes to suppress Palestinian nationalism. Despite all the handicaps, the Palestinian people succeeded in building the only genuine democracy in the Arab world with the possible exception of Lebanon. In January 2006, free and fair elections for the Legislative Council of the Palestinian Authority brought to power a Hamas-led government. Israel, however, refused to recognise the democratically elected government, claiming that Hamas is purely and simply a terrorist organisation

Wiliam Blum:  America's Deadliest Export

Wiliam Blum: America’s Deadliest Export

Herr Netanyahu und seine Freunde im Westen haben ja gar nichts gegen Mörder und Terrorbanden, sie müssen nur die „Richtigen“ umbringen. Sie sind ja bloß ein Werkzeug der Außen- und Geopolitik, mit dem man z.B. die Strategie des Yinon-Plans umsetzen könnte (also eine Art muslimischer „Gladio“ 2.0) um Israel als dominante Regionalmacht zu etablieren (wofür hunderttausende Muslime sterben oder aus ihrer Heimat fliehen müssen). Dass man diese alte „divide et impera“ Regel zur „divide and ruin“ Doktrin erweitert hat, macht nichts, denn schließlich ist es mit diesen „Werkzeugen“ gelungen, Kriege und ethnische Säuberungen durchzuführen, ohne sich dabei die Hände selber blutig machen zu müssen.

Die geniale Strategie (der „fitna“) lässt die „auserwählten“ Zionisten das Schauspiel genießen, wie sich die Araber gegenseitig umbringen, ihre Staaten zerfallen, um die machtpolitischen Ziele Israels (und anderer Staaten) in die Tat umzusetzen.

Zurück nach Paris …

DAS  WUNDER  DER POST-TRAUMATISCHEN  FAHNDUNG

Charlie Hebdo suspects„France 24“ kann dem erstaunten Zuschauer schon (wenige Stunden nach der Tat) am Abend des 7. Januars 2015 berichten, dass die Tatverdächtigen „zwei Brüder im Alter von 34 und 32 Jahren sind“ und der dritte gesuchte Mann ein 18jähriger Teenager ist. Das kann nur bedeuten: die Sicherheitsbehörden kennen bereits die Identität der mutmaßlichen Mörder, geben aber die Namen noch nicht preis. Wie war es möglich, sie so schnell zu eruieren?

Ein übelriechender Hauch von „911“ (nicht „4711“) liegt in der Luft: die Tatsache, dass diese furchtbare Tat durchgeführt werden konnte, lässt den logischen Schluss zu, dass die Behörden die Täter nicht als „Terrorverdächtige“ im Visier hatten, denn sonst wären sie ja angesichts des totalitären Überwachungssystems (enthüllt von Snowden) unserer Zeit wohl kaum dazu in der Lage gewesen.

Doch siehe da, wie bei „911“ wird die gigantische „Inkompetenz“ der Behörden (das Versagen, den Anschlag durch geheimdienstliche Informationsnetze und Aufklärungsarbeit zu verhindern) durch atemberaubende Schnelligkeit nach dem Attentat kompensiert:

Bereits am nächsten Tag werden in aller Frühe (in den USA noch vor Mitternacht am 7. Jänner) die Namen der Tatverdächtigen veröffentlicht: Zwei französische Staatsbürger algerischer Herkunft, Said (der ältere Bruder) und Cherif Kouachi (der jüngere) sowie der 18-jährige Hamid Mourad, dessen Nationalität „unbekannt“ sei.

Diese Informationen wurden der Presseagentur AP von der Polizei zugespielt, allerdings anonym, weil die Weitergabe dieser Informationen offiziell nicht autorisiert gewesen sei. Handelt es sich hier um ein absichtliches „leak“ an die Presse? Davon darf man ausgehen.

Erstaunlich ist, dass diese Männer einen solchen Anschlag planen und durchführen konnten, obwohl sie – wie jetzt klar wird – in den einschlägigen Kreisen der Sicherheitsbehörden („Terrorbekämpfung“) sehr wohl bestens bekannt waren, denn laut Presseberichten saß Cherif bereits im Gefängnis nachdem er im wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden war.

Moment mal – wenn die Behörden über die Aufenthaltsorte der beiden Brüder Bescheid wussten, ihre „Radikalisierung“ bekannt war, ebenso ihr kämpferisches „Engagement“ im Nahen Osten, wieso konnte dann der Anschlag nicht verhindert werden? Oder wollte man das gar nicht?

Beide Brüder waren nach Presseberichten den französischen Geheimdiensten bestens bekannt. Cherif Kouachi wurde 2008 zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er sich an einem Netzwerk beteiligt haben soll, dass freiwillige Kämpfer in den Irak schickte (was automatisch mit Unterstützung für „Al Kaida“ gleichgesetzt wurde). Er wurde aber nach 18 Monaten wieder aus der Haft entlassen (lt. Reuters und deren „Quellen“ ohne Namen).

Während dieser Export von „radikalisierten Muslimen“ in Kampfzonen des Nahen Ostens bei uns automatisch als Indiz für religiösen Fanatismus gedeutet wird, sagte Cherif während seines Prozesses aus, die Bilder der Gräueltaten in Abu Ghraib (Folterungen und Demütigungen begangen von amerikanischen Soldaten) hätten ihn dazu gebracht, den bewaffnete Wiederstand gegen die amerikanischen Eroberer unterstützen zu wollen. AP wurde schon einen Tag nach dem Anschlag (von amerikanischen Behörden) mit der Information „gefüttert“, dass beide Brüder seit Jahren auf amerikanischen „Terrorlisten“ (TIDE) und der „No-Fly-List“ zu finden waren.

PSYOP, LIHOP oder MIHOP?

Diese Umstände legen den Verdacht nahe, dass dieser Terror-Anschlag gar nicht verhindert werden sollte (wie bei 911), weil man daraus politisches Kapital schlagen will.

Das Massaker selbst wurde allem Anschein nach von Profi-Killern durchgeführt („special forces“) und einfach den beiden Brüdern als „patsies“ in die Schuhe geschoben (erinnern wir uns noch an die „Boston Terror Show? Die Parallelen sind nicht zu übersehen). Nach ihrer Ermordung (ja, das war ein staatlich angeordneter Mord, weil die Getöteten ja keine Chance zur Verteidigung, im rechtlichen Sinn, hatten) konnten sie ja nichts mehr sagen und so wird die offizielle Darstellung einfach als „wahr“ akzeptiert.

Dass der ganze „Krieg gegen den Terror“ eine riesige Fata Morgana ist, die mit „911“ gezündet wurde, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Wurzeln dieser Strategien gehen aber viel weiter zurück:

Nato-are-nazisVon „Gladio“ bis Al Kaida & Isis, von „Nachtigall“ über Todesschwadronen in Lateinamerika bis zu den Neo-Nazis in der Ukraine und den baltischen Staaten, NATO und die „westlichen Werte“ die dahinter stehen, haben eine lange Geschichte der Kultivierung radikaler Elemente, die man als nützliche Idioten oder nützliche Tyrannen für politische Verbrechen im Inneren oder im Ausland einsetzen kann. Sollten sich diese verselbständigen, kann man ja immer noch einen Kriegsvorwand daraus konstruieren, und der Kriegswirtschaft schöne Profite bescheren.

Mehr zu „Gladio“, der „Strategie der Spannung“ und den Parallelen zur Gegenwart im nächsten Teil ..

 

Wenn Sie eine Gruppe infiltrieren, die dann Terroranschläge verübt aber nicht merkt, dass sie nur benutzt wird, das ist eine der raffiniertesten strategischen Operationen, die man sich vorstellen kann.“.

Daniele Ganser)

 

 

 

 

 

 

 

 

Al Baghdadi und die vierzig Räuber (2)

Fernandel in Ali Baba 1954Im Märchen Ali Baba und die vierzig Räuber wird die Gier des Bruders Kassim quasi vom Schicksal bestraft: weil er den ganzen Schatz in der Höhle für sich haben will, aber das Zauberwort für das Öffnen der Tür vergisst, wird er von den Räubern getötet.

Die Sklavin Morgiana vereitelt nicht nur mehrfach die Rache der Räuber, sondern tötet am Ende auch noch den Räuberhauptmann, der getarnt als Händler bei Ali Baba zu Besuch ist. Sie rettet also Ali Baba durch ihre List und Cleverness das Leben, erhält dafür die Freiheit und wird die Ehefrau seines Sohnes. Ende gut, alles gut.

Der „Schatz“ in unserem Märchen sind natürlich die großen Öl- und Gaslagerstätten im Irak, in Syrien und im Iran (aber auch zunehmend in Afrika). Die Kontrolle darüber, inklusive der Verteilung über Pipelines: also zu bestimmen durch welche Länder sie führen und durch welche nicht, ist für die größenwahnsinnige USA ein entscheidender globaler Machtfaktor. Nicht, weil die USA diese Energie nur für sich alleine wollen, sondern weil sie damit mehr Macht über die Wirtschaft der Konkurrenten bekommen, vor allem über China.

Dass diese Völker eigentlich selbst das Recht haben, zu entscheiden, wie und mit wem diese Energiereserven gefördert bzw. transportiert werden, ist für den „Räuberhauptmann“ in Washington natürlich kein Thema. Die erfolgreiche Torpedierung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland durch die USA samt erleben wir ja auch gerade.

Das „Zauberwort“ für den Zugang zum Schatz in unserem Polit-Märchen heißt „Terror“, genauer „Terrorbekämpfung“ oder „counter-terrorism“. Mit diesem Begriff wird ja seit „9/11“ (in seiner offiziellen Darstellung vielleicht das größte Märchen aller Zeiten) das „militärische Eingreifen“ in andere Länder gerechtfertigt.

al-qaeda1Damit man die ewige Lüge der notwendigen „Verteidigung“ gegen böse Mächte aufrechterhalten kann, muss dieser Feind bei Bedarf auch selbst konstruiert werden. Dabei sind Washington und seine Räuber-Vasallen nicht zimperlich: ob Nazis & Neo-Nazis in Europa und Lateinamerika oder „gewalttätige, islamistische Extremisten“ – auch in Europa einsetzbar – im Orient und im Kaukasus, alles ist recht, wenn es darum geht, diese „Ziele“ (Länder, Regionen) ins Chaos zu stürzen.

Bevor diese „Dual-Use“ Schurken aber einsatzbereit sind, muss natürlich jahrelang Vorarbeit geleistet werden. Für solche subversiven Tätigkeiten eignen sich besonders NGOs, die mit edel klingenden Namen wie „National Endowment for Democracy“ oder USAID, etc. unzufriedene Segmente der Zivilgesellschaft „aufmischen“, damit sie schließlich gegen ihre eigene Regierung rebellieren (wie in der Ukraine) oder sich als Instrumente „asymmetrischer“ Gewalt in anderen Ländern als proxies (an Stelle von Soldaten) einsetzen lassen. Dazu werden dann natürlich auch die Geheimdienste als „Trainer“ eingesetzt.

Einer der Männer, der für das US-Imperium in solchen „Angelegenheiten (wie Vorbereitung des „Arabischen Frühlings“) viel herumreist ist John McCain.

SUBVERSION getarnt als „Demokratie-Förderung“

John McCain 2John McCain sitzt seit 1986 für die „Reps“ (die Republikanische Partei des US-Bundesstaats Arizona) im amerikanischen Senat und gilt als einer der größten „warmonger“ (Konfliktschürer u. Kriegstreiber zum Wohle der US-Rüstungsindustrie) im Kongress. Dem europäischen Publikum ist er vielleicht noch in Erinnerung wegen seines denkwürdigen Auftritts im Dezember 2013 auf dem „Maidan“ in Kiew.

Dort sprach McCain folgende Worte:

Die freie Welt ist auf eurer Seite. Amerika ist auf eurer Seite. Ich bin auf eurer Seite. Hier geht es um die Zukunft, die ihr für euer Land wollt, um die Zukunft, die ihr verdient habt.”

Diesen mickrigen und verlogenen Propaganda-Text musste McCain auch noch von einem Zettel ablesen:

Unsere braven Medienschafe haben natürlich solche PR-Auftritte ohne jede Kritik gezeigt und so den falschen Eindruck verstärkt, hier ginge es wirklich um die Durchsetzung demokratischer Freiheiten.

Was ein amerikanischer Senator in Kiew zu suchen hat (flankiert von Neo-Nazi Führern) und mit welchem Recht er sich in die Innenpolitik eines (angeblich) souveränen Staates einmischt, darüber sollen wir erst gar nicht nachdenken. Schließlich hat man uns seit 1945 das künstliche Image der USA als scheinbarer Kämpfer für Freiheit und Demokratie eingeimpft und daran darf (viele Millionen Tote und Entrechtete später) auch nicht gerüttelt werden.

Das geht aber nur, wenn man kein Wort über den geopolitischen Hintergrund verliert: die gewaltsam (und arglistig) angestrebte Kontrolle der Energieströme in „Eurasien“ durch die USA im Kontext der wirtschaftlichen Rivalität mit Russland und China – – wobei die EU dazu gebracht wird, sich wirtschaftlich „ins eigene Knie zu schießen“ (indem sie Sanktionen gegen Russland verhängt, die die Rezession in Europa nur weiter verschärft und den Euro als Konkurrent zum Dollar schwächt).

In diesem Video erklärt Bundeswehroffizier (a.D.) Jochen Scholz, worum es hier wirklich geht.

Hervorzuheben aus diesem Interview ist u.a. die Tatsache, dass sowohl Russland als auch China eine größere wirtschaftliche Anbindung an die EU anstreben, die Herr Scholz als „eine gemeinsame Wirtschaftszone von Lissabon bis Wladiwostok“ beschreibt. Als der chinesische Präsident vor einigen Monaten in Deutschland war, sprach er von der Erweiterung der Handelsbeziehungen über eine neue „Seidenstraße“, die von Deutschland (mit einem Hochgeschwindigkeitszug) bis nach China führen könnte.

Von diesen Plänen könnten alle drei Partner profitieren: die EU, Russland und China. Diese verstärkte Zusammenarbeit muss – aus Sicht der imperialen USA – um jeden Preis verhindert werden, damit das strategische Ziel der „Full Spectrum Dominance“ nicht gefährdet ist.

gladio delta isDie Mittel, die dabei angewendet werden, lassen jeden Mafiaboss alt aussehen: psychologische Kriegsführung und politische Subversion auf allen Ebenen, wozu das Anzetteln von Konflikten, Bürgerkriegen und „Aufständen“ (wie die „Fata Maidana“ und alle „Farben-Revolutionen“) – samt anschließender, zur Schau gestellter „Empörung“ über diese Gewalt – ebenso gehört wie die „notwendige Militär-Intervention“, sprich: das Bombardement von aufmüpfigen Ländern, denen man vorher ein „Terrorproblem“ beschert hat (wie in immer mehr afrikanischen Ländern und – jetzt (wieder im Fokus) im Irak und in Syrien.

TERROR R Us: Werkzeuge Der US-Außenpolitik

Damit kommen wir zur neuesten „Bedrohung“ der Welt durch islamistischen „Terror“: die märchenhafte ISIS oder IS und die Rolle, die Senator McCain dabei spielt. Wer noch Zweifel daran hatte, dass die USA mit den „islamistischen“ Terroristen gemeinsame Sache macht, sollte sich diese Bilder genau ansehen:

McCain with Badr al Baghdadi May 2013Hier sehen wir Senator McCain im angeregten Gespräch mit der sogenannten „gemäßigten syrischen Opposition“ im Mai 2013 in Syrien. Zwei dieser Gesprächspartner können identifiziert werden:

  • General Idris( Salem), damals Kommandeur der „Freien Syrischen Armee“
  • Ibrahim al-Badri (roter Kreis), der gerade mit McCain spricht

Wo ist hier das Problem?

Das Problem besteht darin, dass dieser „Al Badri“ (auch bekannt als Abu Dua, der später „Al Baghdadi“ und jetzt Kalif Ibrahim heißt) bereits seit Ende 2011 auf der State Department Liste der am meisten gesuchten Terroristen anzutreffen ist.

1 Abu Dua aka Al Baghadi aka Khalif Ibrahim

Jeder, der zur Ergreifung dieser Verbrecher beiträgt, kann sich angeblich auf eine Belohnung von mehreren Millionen Dollar freuen (doch wie bei Bin Laden, besteht natürlich gar kein echtes Interesse daran, diese Männer zu „finden“: erstens weil man sie ja selbst in diese Rolle gesteckt hat und zweitens, weil sie dann ja „auspacken“ könnten …; Übrigens, Ibrahim wird in den amerikanischen Medien bereits als „neuer Bin Laden“ gehandelt, schließlich braucht die „verwirrte Herde“ (das Volk) ja ein Gesicht des bedrohlichen Feindes, damit sie ihn richtig hassen und fürchten kann.

Al Baghdadi 2Nur wenige Wochen vor dem Treffen mit Senator McCain gründete der jetzige „Kalif Ibrahim“ die Gruppe ISIL (Islamischer Staat im Irak und der Levante), heute IS, während er offiziell immer noch Mitglied der „gemäßigten Opposition“ war. McCain beschrieb diese Leute als „Gruppe von Syrern, die für ihre Freiheit kämpfen“ und denen man „vertrauen“ könne.

Ibrahim machte Schlagzeilen, weil der Überfall auf mehrere Gefängnisse im Irak im Juli 2013 (darunter auch das berüchtigte Abu Ghraib) zur Befreiung hunderter Verbrecher seiner Genialität zugeschrieben wurde. Die „Befreiten“ dankten es dem späteren Kalifen, indem sie sich als engagierte Kämpfer für IS zur Verfügung stellten.

guardian interpol security alert Aug 2013Bemerkenswert ist die Tatsache, dass fast gleichzeitig auch in anderen Ländern Befreiungsoperationen nach dem gleichen Muster stattfanden (was zu einer globalen Sicherheitswarnung von Interpol führte) und auch in diesen Fällen dadurch neue „Kämpfer“ gegen den syrischen Staat gewonnen wurden: Nach Angaben von Interpol kam es u.a. zu Gefängnisausbrüchen in Libyen und in Pakistan, bei denen mehr als 1,500 Verbrecher freikamen.

Sind diese Meldungen echt oder nur Panikmache? Wer kann das in diesen Zeiten des „universellen Betrugs“ (nach Huxley) noch mit Sicherheit sagen. Aber – N.B.:

In allen drei Ländern sorgen die USA seit Jahren dafür, dass dort Chaos herrscht und der „Terror“ dort besser gedeihen kann als je zuvor. Die ganze Region soll so destabilisiert werden, dass weder China noch Russland dort Geschäfte machen können und die USA und ihre kriminellen Verbündeten in der Region mehr Macht über Energieströme bekommen (nicht zu vergessen die Ausschaltung der beiden letzten Länder, die Israel noch die Stirn bieten: Syrien und Iran … )

WITH FRIENDS LIKE THESE

Dass diese neue Wundertruppe aus 1001 Nacht von westlichen Geheimdiensten aufgebaut wurde, kann kaum noch bezweifelt werden. Auch die tatkräftige Unterstützung der arabischen Diktaturen (Saudi Arabien, Bahrein, der ganze „GCC“-Verein) sowie der Schein-Demokratien Jordanien und Türkei steht eigentlich außer Zweifel und wurde ja gerade erst von Vizepräsident Joe Biden ..bestätigt (worauf der sich als zukünftiger „Ottomanen-Sultan“ sehende Erdogan natürlich alles abstritt .)

Das größte Problem der USA in Syrien sind unsere Verbündeten in der Region sagte Biden vor Studenten der Politikwissenschaft in Harvard. Sie hätten „hunderte Millionen Dollar und Tonnen von Waffen an jedermann ausgeteilt, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen (mehr dazu weiter unten)

Derselbe Joe Biden sprach im Oktober 2012 von einer „engen Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten in der Region“, damit man jene (Rebellen) identifizieren konnte, die der „Hilfe“ der USA“ würdig sind, lässt diese Realsatire nur noch besser werden.

Das brutale RE-MODELLING des Nahen Ostens

democracy from aboveDass die amerikanischen Bomber nicht die wichtigsten IS-Stellungen angreifen, sondern syrische Infrastruktur (Getreidespeicher, Mühlen, Öl-Raffinerien, etc.) passt durchaus ins Bild: man greift seine Werkzeuge nicht an, jedenfalls nicht, bevor sie ihren „Job“ (Assad zu stürzen, grausame ethnische Säuberungen durchzuführen und Syrien als souveränen Staat zu zerstören) erledigt haben.

Die Kontrolle über die Öl- u. Gaslagerstätten und ihre geopolitische Bedeutung wurde ja schon erwähnt. In diesem Zusammenhang muss auch gesagt werden, dass sowohl die Kurden als auch IS illegal (zum kriminellen Freundschaftspreis) Erdöl aus Syrien und dem Irak verkaufen: über eine Pipeline wird der Rohstoff nach Ceyhan transportiert (in die Türkei) und von dort wird es von israelischen Tankern aufgenommen und nach Ashkelon gebracht. Mit einem falschen Herkunftszertifikat wird das Öl dann exportiert – gegen die UNSC-Resolutionen, die solche Importe ja verbieten.

Man trifft also Syrien und Irak (durch fehlende Exporteinnahmen) und kriegt das gestohlene Öl auch noch extra billig .. das ist also die Moral des Westens….

ARMUT UND INDOKTRINATION: Wie man zum (nicht arabischen) „Jihadi“ wird

Dass mit dem medialen Bild von IS etwas nicht stimmt, zeigt auch dieses Telefon-Interview (vom 20. August 2014 mit einem australischen Journalisten) mit einem militärischen IS-Führer, der als Omar Shishani bezeichnet wurde. Wer entsprechend konditioniert wurde, findet in den Aussagen dieses Mannes alles bestätigt, was man uns einreden will (fanatische, irre Kämpfer, die für die erzwungene Durchsetzung ihrer speziellen Religion vor keinem – noch so grausamen – Mittel zurückschrecken).

Jeder politische Kontext soll allerdings vermieden werden.

isis-syria-iraqDoch ein kurzer Blick auf das Gesicht dieses vermeintlichen „Gotteskriegers“ aus Arabien, lässt starke Zweifel an seiner Herkunft aufkommen: Wie viele hellhäutige, rothaarige Männer gibt es Nahen Osten, die für ein Kalifat morden würden?

Schon der erste Teil der Frage kann mit „Null“ beantwortet werden und deshalb kann das Erstaunen auch nicht mehr so groß sein, wenn der echte Name dieses „islamistischen Extremisten“ Tarkan Batirashvili ist. (Shishani bedeutet „der Tschetschene“ auf Arabisch)

„Vili“ – das kommt uns als Endung von Familiennamen irgendwie bekannt vor: richtig, da war doch dieser Sakashvili aus Georgien. In diesem Land kommen solche Namen häufig vor und dieser Herr Batirashvili wurde von Experten als ehemaliges Mitglied des georgischen Militärs identifiziert.

Seine Eltern sind (ethnische Tschetschenen und) Christen, da fragt man sich wo und wie wurde dieser Mann zum Islamisten gemacht? Sein Vater sagte in einem Interview, das sei wohl passiert, nachdem sein Sohn verhaftet worden war, also im Gefängnis. Er wurde aber vorzeitig entlassen und ging dann sofort nach Syrien. Der Vater glaubt, dass die grundlegende Ursache die Armut gewesen sei. Alle drei Söhne seien mittlerweile zum Islam übergetreten.

pankisi-valley-gorge-georgia-north-caucasus

Die Armut und Hoffnungslosigkeit spielte sicher eine große Rolle. Im Pankisi-Tal in Georgien, wo viele der Tschetschenen-Kämpfer/ Anführer in Syrien herkommen, sind mehr als 90% der Menschen arbeitslos. Die Jugendlichen haben keine Perspektive.

Saudis dual useHier hat man also den idealen Nährboden um „Islamisten“ heranzuzüchten, die man dann gegen unerwünschte Regierungen im Nahen Osten (oder in Russland) einsetzen kann und so erstaunt es auch nicht zu hören, dass seit 1998 viel Geld aus Saudi Arabien in diese Regionen geflossen ist, um Koranschulen, Moscheen und eine extreme, pervertierte Form des Islam zu propagieren. Die Geheimdienste finden dann bei diesen perspektivlosen, indoktrinierten jungen Männern ausreichend „Material“ für ihre Rekrutierung zum Terrorwerkzeug der imperialen Geopolitik. Was für eine Tragödie.

Welche Unmenschlichkeit muss vorhanden sein, um diese jungen Männer und ihre Sehnsucht „gebraucht zu werden“, für eine große Sache zu kämpfen, auf solch perfide Weise zu instrumentalisieren?

Omar reiste über die Türkei nach Syrien und kämpfte im September 2012 in Aleppo. Später gründete er seine eigene Kampftruppe, die sich später mit einer anderen zu Jaish al-Muhajireen wal-Ansar (JMA) vereinigte. JMA soll aus etwa 3.000 Männern aus dem Nord-Kaukasus, der Ukraine (der Krim) und anderen Ländern bestehen. Inzwischen hat sich Batirashvili IS(IS) untergeordnet und ihrem Anführer „al Baghdadi“ (der ja angeblich aus Samarra stammt ..?) den Treueeid geschworen. Er, Omar,  ist der Kommandeur des nördlichen Sektors von IS.

Es gibt noch weitere Kämpfer aus dem Kaukasus wie z.B. Abu Jihad Shishani, der in Ägypten bei salafistischen Klerikern studiert hat. Er tritt neben Omar in Videos auf (Omar ist kein großer Rhetoriker …) und spricht Arabisch und Russisch (sehr praktisch für die Einsetzbarkeit …)

„Kalif Ibrahim“ hat ja auch schon angekündigt, dass Putin auch auf seiner Feindesliste steht … daher macht es Sinn, dass in dieser Truppe auch Kämpfer aus Zentralasien bzw. den ehemaligen Sowjetrepubliken zu finden sind …angeblich nun auch Chinesen …. was den geopolitischen Hintergrund nur weiter unterstreicht …)

DAS INTERVIEW

isis mercenariesUnd was hat dieser falsche „Omar“ nun der Welt mitzuteilen? (Auszüge)

Zuerst antwortet er auf die Frage, warum IS auch Muslime umbringe (auf grauenvolle Weise), das sei nur „jüdische Propaganda“ und außerdem seien Schiiten keine Muslime …. Kurz darauf sagt er aber wörtlich:

„Jeder der Probleme macht, wird gekreuzigt …“ (that sounds familiar …Full Spectrum Dominance?)

F: Wie groß soll denn euer Kalifat sein? A: Ohne Grenzen …

F: Ihr wollt, dass die ganze Welt unter dem Gesetz Allahs steht? A: Korrekt, Sir

F: Gegen wen kämpft ihr jetzt gerade?

A: Gegen die Kurden … sie haben ihre Religion verkauft … wir bekämpfen sie bis sie unsere Herrschaft akzeptieren …

F: Warum kämpft ihr gegen die Sicherheitskräfte im Irak?

A: Haben Sie den Konflikt im Irak studiert? Wissen Sie, wie viele Leute sie ins Gefängnis gesteckt haben, gefoltert haben … bezahlt mit euren Steuergeldern?

F: Wie viele Kämpfer habt ihr?

A: Wir haben genug … es kommen jeden Tag mehr … aus Europa, über die türkische Grenze (korrigiert sich) . ..über alle Grenzen ..

F: Präsident Obama hat Luftschläge angeordnet, hat das eure Kampfkraft geschwächt?

A: Nein, Nein. Das motiviert uns nur und bringt mehr Muslime auf unsere Seite … das ist perfekt für uns; Ich glaube wir haben 2-3000 aus dem Westen bei uns … sie beten, dass die Amerikaner kommen ..wir wollen, dass diese Waschlappen hierher kommen .. ihre Frauen und Hunde vermissen … während wir sie abschlachten …

F: Die Leute hier sagen, dass der Islam eine friedliche Religion sei … was Sie sagen, klingt aber nicht friedlich

A: Ja, aber wir haben ja auch nicht in friedlichen Zeiten gelebt die letzten hundert Jahre … die Christen werden wir tolerieren, sie müssen nur eine Kopfsteuer zahlen … sie werden unsere angesehensten Gäste sein ..

F: Warum haben Sie diesem Interview zugestimmt?

A: Weil es so viel Verwirrung gibt. Man braucht sich ja nur Ihr „Wissen“ anschauen … Sie sollten sich schämen … eine Sendung (zu diesem Thema) zu moderieren … Sie wissen gar nichts über den Irak oder über Syrien und Sie spucken nur aus … sie wiederkäuen nur das ganze Zeug … übernehmen ein Wort hier und ein anderes da … und Millionen von Papageien wie Sie plappern etwas nach .. und dann werden wir von euren Regierungen bombardiert …“

F: Was steht als nächstes auf dem Programm?

A: Wir gehen in den Kampf gegen die Kurden …

F: Die toten Kinder im Norden des Irak … macht Ihnen das Sorgen?

A: Natürlich gefällt uns das nicht , aber werdet ihr die Muslime in Frieden leben lassen? Wohl kaum .. deshalb lehren wir unsere Kinder weiter zu kämpfen …

Was soll man dazu sagen?

Das Interview war ziemlich schwach und dieser Omar hat in einem Punkt Recht: die Ignoranz der Journalisten, die sich über diesen „Terror“ äußern, ist gewaltig und ihre wichtigste Funktion ist die eines Papageis. Wie immer wurde nur ein vorbereiteter Fragenkatalog heruntergelesen und nichts hinterfragt oder vertieft, was der Interviewte gesagt hat.

Was die irakischen „Sicherheitskräfte“ im Irak betrifft, verweise ich nur auf meine Artikel über das Training (die Brutalisierung) dieser Leute durch amerikanische „Ausbildner“ …

Die wichtigste Frage, WARUM er (als Tschetschene, was ja im Interview gar nicht erwähnt wird) in ein arabisches Land geht und dort Leute umbringt, wurde erst gar nicht gestellt. Wer hat ihn und die anderen indoktriniert und radikalisiert? Dazu kann uns der amerikanische Vizepräsident mehr sagen …

HEUCHELEI IN HARVARD: Joe Biden erklärt die US-Außenpolitik

BidenDie Aussagen von Joe Biden vor Studenten der Politikwissenschaft in Harvard machten Schlagzeilen, denn damit bestätigte der US-Vizepräsident nur das, was viele kritische Stimmen schon lange wussten: dass die treuesten Verbündeten der USA in der Region auch die größten Förderer eben jener Extremisten / Terroristen sind, die man jetzt unter lautem Theaterdonner als „Netzwerk des Todes“ bekämpfen muss.

Bidens Rede in Harvard bietet eine gute Gelegenheit, die gewaltige Kluft zwischen den edel klingenden Verlautbarungen und den tatsächlichen Absichten (und Taten) der amerikanischen Außenpolitik offenzulegen.

Auf die Frage eines Studenten, ob die USA nicht schon früher in Syrien hätten eingreifen sollen, antwortete Biden mit Nein und führte dann aus, dass die „Ermittlung der gemäßigten Mitte“ (innerhalb der syrischen Opposition) ein großes Problem gewesen sei. „Es gab keine gemäßigte Mitte [die man bewaffnen konnte], weil diese hauptsächlich aus kleinen Ladenbesitzern bestand“ (also niemand, der eine Waffe in die Hand nehmen, sondern stattdessen Reformen wollte).

Dass in den Medien trotzdem aber bis heute diese „gemäßigte Opposition“ als Empfänger von Waffen und anderem Material genannt wird, die man jetzt noch mehr – als Gegengewicht zu IS – unterstützen müsse, scheint hier keinen Redakteur zu stören. Warum auch, Papageien werden ja nicht fürs Nachdenken bezahlt …

Ich habe ständig darüber geklagt, dass unser größtes Problem unsere Verbündeten in der Region sind. Die Türken, die Saudis, die kleineren Emirate, sie waren so darauf versessen, Assad zu Fall zu bringen und einen Stellvertreter-Krieg zwischen Sunniten und Schiiten zu inszenieren, dass sie folgendes taten: Sie schütteten hunderte Millionen Dollar und Tonnen von Waffen an alle aus, die bereit waren, gegen Assad zu kämpfen. Aber die Leute, die ausgerüstet wurden waren Al Nusra und Al Kaida und die Extremisten (Jihadis) aus allen Teilen der Welt. Wir konnten unsere Kollegen nicht davon überzeugen, diese Gruppen nicht auszurüsten.“

Wir sollen also glauben, dass die USA (mit Ausnahme von Apellen an die Vernunft) hilflos dabei zusahen, wie diese brutalisierten und indoktrinierten Fanatiker von den „Verbündeten“ mit Geld und Waffen versorgt wurden. Das ist ein absoluter Witz, weil die Rolle der CIA im Heranzüchten von „Werkzeugen“ diese Art ja bekannt ist und es sogar amerikanische Presseberichte gibt, die die aktive Rolle der CIA in der „Ausbildung“ und Bewaffnung der Terroristen erwähnen:

CIA ships weapons to Syrian RebelsDiese (zusätzlichen) Waffenlieferungen, eine „entscheidende Eskalation der Rolle der USA im syrischen Bürgerkrieg“, begannen in einer Zeit erhöhter Spannungen und angedrohter Raketenangriffe“, als Bestrafung für den (Assad unterstellten) Giftgasangriff im August 2013 in der Nähe von Damaskus – wie die Washington Post im September 2013 schreibt.

Der Ausdruck „lethal aid“ also „tödliche Hilfe“, der hier für die amerikanischen Waffenlieferungen verwendet wird, könnte als makabres Unwort des amerikanischen Jahrhunderts das Rennen machen ..

Doch die Enthüllungen (Ausrutscher) von Biden bestätigen ja auch indirekt, dass es sich eben nicht um einen syrischen „Bürgerkrieg“ handelt, weil die echte, gemäßigte Opposition ja gar nicht kämpfen, sondern verhandeln wollte. Deshalb hat man von Anfang an von außen für eine Eskalation der Gewalt gesorgt. Die somit inszenierte „Bestürzung“ darüber, dass man dabei “nicht tatenlos zuschauen konnte“, R2P, etc. war ja das vorgetäuschte Motiv für die immer größere Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens.

Auch die New York Times berichtete schon im März 2013 über die „tödliche Hilfe“ der CIA in Syrien (hier zitiert von RT):

Schon im Oktober 2012 seien die ersten Waffenlieferungen mit Militärflugzeugen aus Katar in die Türkei gebracht worden. Saudi Arabien und Jordanien hätten sich dann ab November auch daran beteiligt, wodurch es zu einer Großoperation wurde. Mehr als 160 Militärmaschinen seien in der Türkei gelandet, die meisten davon im Flughafen Esenboga bei Ankara.

Ein Experte vom schwedischen SIPRI Institut schätzt die gesamte Ladung dieser Flüge auf 3.500 Tonnen. Dies sehe nach einer „gut geplanten und koordinierten, Militär-Logistikoperation aus“ fügte er hinzu. Nach Angaben der NYT ist die CIA direkt in die Beschaffung der Waffen (in Kroatien) involviert undüberprüft die syrischen Rebellengruppen“ im Hinblick darauf, wer Waffen bekommt und wer nicht.

Ein “Anti-Assad Kämpfer” in der Provinz Idlib wird dann noch von der NYT mit folgenden Worten zitiert:

Bewaffnen oder nicht bewaffnen, tödlich oder nicht-tödlich [also z.B. Fahrzeuge, Kommunikationsysteme, etc.] – es hängt alles davon ab, was Amerika sagt.“

Also Herr Biden, wen wollen Sie hier verarschen? Die „Elite“-Studenten von Harvard?

who are the real terroristsDas könnte sogar gelingen, wenn man sieht, welche verharmlosende Rhetorik Sie hier anwenden um die außenpolitischen Ziele und Methoden der USA zu beschreiben, „märchenhaft“ ist gar kein Ausdruck …

Die mehrfach wiederholte Behauptung Bidens, das Leitmotiv der amerikanischen Außenpolitik sei die Durchsetzung von Menschenrechten, ist angesichts der historischen Fakten so absurd, dass man laut lachen muss, aber eigentlich weinen will.

Aber damit nicht genug, sagte Biden auch noch wörtlich, das Bestehen auf die Einhaltung von Menschenrechten

ist in unsere DNA eingeprägt. Es ist kein politisches Instrument, es macht uns [als Amerikaner] aus; definiert, wer wir sind.“

Ach so… deshalb braucht man 900 Militärbasen in mehr als 100 Ländern, „humanitäres Bombardieren“, totalitäre Überwachungs- und Finanzsysteme, Unterminierung von Bürgerrechten und Aushöhlung des Völkerrechts, geheime Handelsabkommen … zur Durchsetzung von Menschenrechten! Na klar, was sonst?

Was die USA wirklich im Rahmen ihrer Außenpolitik treiben kann man in dieser wunderbaren Doku sehen

Obama und die vierzig Räuber (1)

Devil's GameISIS führt einen Krieg gegen die breitere internationale Gemeinschaft und der Präsident ist entschlossen, eine internationale Koalition aufzubauen und zu führen, die den Kampf zu ihnen trägt. Es ist also so, dass in der gleichen Weise wie die USA sich [seit 9/11] im Krieg mit Al Kaida und ihren weltweiten Ablegern befindet, sie auch (jetzt) gegen Isis Krieg führt.“

Joshua Earnest, Pressesprecher des Weißen Hauses am 12. September 2014 auf die Frage: Ist Amerika im Krieg?

Ja, liebe Kinder, die Märchen aus 1001 Nacht sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren: Schöne Geschichten aus dem Orient über gerechte Kalifen, mutige Männer aus dem einfachen Volk, fliegende Teppiche und clevere Sklavinnen, die Bauchtänze aufführen.

Stattdessen sind die zentralen Figuren der neuen Märchenstunden (die heute „tagesschau“, „heute-journal“ oder „Reportagen“ in den Printmedien heißen) meistens sehr unsympathische und furchterregende Gestalten, die als „Terroristen bzw. „radikale Islamisten“ in 30 Sekunden Videos über den Bildschirm flimmern.

Da die alte Schurkenbande namens „Al Kaida“ das Publikum nicht mehr in den Bann zog (man hatte sich schon daran gewöhnt und der abgedroschene „Terrorpate“ und CIA-Angestellte Bin Laden hatte die Bühne auch schon verlassen), entschieden die Märchenverfasser, eine neue „Marke“ für den Terror zu kreieren: ISIS, ISIL oder IS für „Islamischer Staat“.

black synthetic terroristsKostümiert in schwarzen Trainingsanzügen samt Nike-Turn-schuhen und ausgerüstet mit brandneuen Toyotas (von den Waffen und der professionellen PR ganz zu schweigen) sind sie die aktuellen Hauptdarsteller in der Neuauflage des „Krieges gegen den Terror“, der ja nach „9/11“ vom damaligen Märchenonkel „Dubya“ Bush (GWB) der Welt aufs Auge gedrückt wurde.

Das Gestammel von GWB wurde inzwischen durch die beeindruckende Rhetorik von Barack Obama ersetzt, doch die fiktive storyline hat sich (seit 1945) nicht geändert:

DER  NACKTE  IMPERATOR  GEGEN  DARTH  VADER

Cartoon Obama & terroristsDer amerikanische Präsident tritt (wie eh und je) als entschlossener Gegenspieler dieser Bösewichte auf, die (diesmal) nach Darstellung der Verfasser) mit ihrem (religiösen) Fanatismus den Weltfrieden gefährden (vorher waren es ja die „bösen“ Kommunisten). Der edle Ritter auf dem weißen Pferd im Kampf gegen „das Böse“ in Schwarz, das sind ja uralte manichäische Vorstellungen, die von den Eliten in den USA stets hochgehalten wurden. Schließlich braucht man für sich und die Welt eine Rechtfertigung für die ständige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder und die damit verbundene, systematische Verletzung des Völkerrechts.

Freedom“ bedeutet in der Geopolitik ja „ihr seid frei, das zu tun, was Amerika will“ und wer nicht versteht, das „amerikanische Interessen“ auf dem ganzen Globus Vorrang haben, der hat schon verloren…

Märchenonkel Obama sprach jüngst vor der UN-Vollversammlung von „einem Netzwerk des Todes“, das die USA nun zerschlagen werde, da es für die Grausamkeit von ISIS „keinerlei Rechtfertigung“ gäbe. Er sagte u.a. wörtlich:

Diese Gruppe hat alle terrorisiert, die ihr über den Weg gelaufen sind (im Irak und in Syrien): Von der Vergewaltigung von Müttern, Schwestern und Töchtern als Kriegswaffe, dem Niedermähen von unschuldigen Kindern, den Leichen in Massengräbern bis zum gezielten Aushungern religiöser Minderheiten. In den schlimmsten Verbrechen, die man sich überhaupt vorstellen kann wurden Menschen enthauptet und diese dann auch noch als Videos verbreitet um das Gewissen der Welt zu schockieren“.

Was die Grausamkeit dieser „Gotteskrieger“-Karikaturen betrifft, sagte der US-Präsident die Wahrheit. Doch diese Kreaturen haben schon seit drei Jahren in Syrien (und auch schon vorher im Irak bzw. in Libyen) unvorstellbare Verbrechen begangen, die aber weder Obama noch seinen Vorgängern und maßgeblichen Beratern im Nationalen Sicherheitsrat schlaflose Nächte bereiteten. Warum? Weil man in jenen Kreisen, die die amerikanische Außenpolitik steuern, noch nie ein Problem damit hatte, Menschen umzubringen (oder zu foltern), solange es „die richtigen Leute“ sind.

Die „Richtigen“ sind einzelne Personen, Gruppen oder Regierungen, die die Unverschämtheit besitzen, das theoretische Recht auf politische u. wirtschaftliche Selbstbestimmung ernst zu nehmen und offenbar nicht begriffen haben, dass die Integration in ein von Washington u. London dominiertes Wirtschafts- u. Finanzsystem keine Option sondern eine Verpflichtung ist (wenn man nicht wie Saddam oder Gaddafi (u. andere davor) enden will – Putin bekommt das ja gerade auch zu spüren.

Das Gleiche gilt natürlich für Staaten, die sich weigern, Israel gegenüber ein gehorsamer Diener zu sein: Die „Außenpolitik“ Israels gegenüber arabischen Nachbarländern, die nicht vor den Zionisten zu Kreuze kriechen (wie Irak, Syrien und Iran, aber auch des weiter entfernt liegenden Libyen) lässt sich einfach auf den Punkt bringen:

Wer sich nicht mit uns einigt (unsere kriminelle Expansionspolitik akzeptiert und dafür häufig Geld von den Amerikanern erhält), wird als souveräner Staat zerstört. Die Zionisten sind so selbstgerecht, dass sie diese Pläne auch in schriftlicher Form ankündigen und sich gleichzeitig darauf verlassen können, dass unsere Medien davon keine Notiz nehmen.

ISIS  ALS  VORWAND  SYRIEN  ZU  BOMBARDIEREN

statliberty-with-gunDas „märchenhafte“ an Obamas Darstellung des Terrorproblems im Irak ist, dem Publikum einzureden, Amerika müsse neues Geld für „counter-terrrorism“ ausgeben, um die Isis-Schurken zu besiegen (die man selbst geschaffen hat). Indem man die „gemäßigte Opposition“ (die es nicht gibt) in Syrien unterstützt (mit noch mehr Geld, Waffen und neuerdings auch Bombenangriffen), soll den Neandertalern von Isis vermeintlich der Garaus gemacht werden. Jeder Staat, der dabei nicht mitmacht, sei quasi ein verantwortungsloser Drückeberger und so müsse die USA – wieder einmal – alleine die Führungsrolle im Kampf gegen das Böse übernehmen.

Dieser Quatsch wird uns seit „9/11“ als seriöse Berichterstattung über die „Terrorgefahr“ präsentiert, obwohl es sich (außerhalb der „Märchenstunde“) nicht mehr leugnen lässt, dass diese Karikaturen von „gewalttätigen Islamisten“ (wie schon in Afghanistan in den 1980er Jahren) in Wahrheit nur Werkzeuge der US-Außenpolitik sind. Natürlich braucht man dafür Verbündete in der Region, die man (zu deren Vorteil) destabilisieren will und die sind ja auch bestens bekannt:

truthinadvertising-Israel, Saudi Arabien, die kleinen Golfstaaten (UAE, Bahrein, Katar), die allesamt Petrodollar-Diktaturen sind; Jordanien, seit seiner Entstehung der Vasallenstaat des anglo-amerikanischen Imperialismus par excellence und natürlich das trojanische Pferd am Bosporus, der Militär-Mafia-Staat Türkei, der eine Art Logistikzentrum zur Einschleusung europäischer „Jihadis“ darstellt. Ägypten steht natürlich auch unter der Fuchtel des amerikanisch-zionistischen Imperiums, man zahlt ja nicht umsonst jährlich etwa 2 Milliarden Dollar an „Militärhilfe“ an den Staat, der schon 1978 mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen hat. Das Militär in Ägypten steht immer bereit, wenn es gilt, das Ergebnis einer „falschen“ Wahl zu korrigieren, wie man am Beispiel Morsis und der Muslim-Bruderschaft (Kleenex-Kolonialpolitik: „nach Gebrauch wegwerfen“) gesehen hat.

MANUFACTURING CONSENT (FOR WAR)

Die Unwilligkeit der amerikanischen Bevölkerung sich wieder in einen Krieg im Irak und in Syrien einzulassen, konnte natürlich nicht so einfach hingenommen werden. Deshalb wurden die altbewährten Rezepte der Propaganda wieder angewendet, die Harold Lasswell so auf den Punkt gebracht hat:

Der Widerstand gegen Krieg ist in modernen Nationen so groß, dass jeder Krieg als Verteidigung gegen einen bösartigen, mörderischen Aggressor erscheinen muss. Es darf keinerlei Zweifel daran geben, wen die Öffentlichkeit hassen muss.“

(für ihn war Propaganda ein legitimes Werkzeug, mit dem eine „demokratische“ Regierung die Zustimmung der Bürger – für alles – erlangen konnte. Das „Volk“ war für ihn ohnehin nicht in der Lage, selbst über sein Schicksal zu bestimmen und musste entsprechend bevormundet und getäuscht werden, damit das „Richtige“ getan wird, auf dieser Grundlage werden wir „demokratisch“ regiert )

Damit die auf Kindergartenniveau reduzierten Zuschauer sich in der Märchenstunde also richtig fürchten, genügt es nicht, vermummte Männer mit Gewehren zu zeigen, die auf Toyota-Pickups durch die Wüste fahren und „Allah-u-akbar“ rufen. Auch die Ermordung tausender Syrer (Muslime u. Christen) „zog“ nicht, weil man diese Bilder in den Medien nicht zeigte (da wäre doch das Märchen von der „gemäßigten“ Opposition ins Wanken geraten).

Was also tun? Zuerst „Meldungen“ verbreiten, dass die Zahl der Isis-Kämpfer auf mehr als 30.000 angeschwollen und diese unheimliche Brigade quasi nicht mehr aufzuhalten sei (angeblich hatte das irakische Militär alles stehen und liegen gelassen und die Flucht ergriffen als die „Jihadis“ vor der Tür standen)

Foley staged exeDann Videos produzieren, die „Enthauptungen“ von weißen (amerikanischen, später auch europäischen) Männern zeigen – damit löst man so starke Emotionen aus, dass ein „Eingreifen“ des Westens (natürlich wieder unter Führung der USA) unabdingbar ist. Empört über diese unfassbare „Barbarei“ muss doch der „leader of the free world“ (der nom de guerre des US-Präsidenten) das Kommando übernehmen und unsere „Werte“ mit Bomben verteidigen ….

Das Dumme ist nur, dass informierte Kreise die Echtheit dieser Schock-Videos anzweifeln. Ich tue das auch: Warum?

  • die Aufnahmen sehen nach blue-screen aus (die Personen sind nicht in der Wüste, sondern in einem Filmstudio, vor einem blauen (oder grünen) Hintergrund; die Wüstenszenerie wurde extra eingefügt, was man an den Konturen erkennen kann …)
  • die kurz vor der Exekution stehenden Gefangenen zeigen keinerlei Angst
  • das zur Schau gestellte Messer könnte keine „Enthauptung“ bewerkstelligen (höchstens Halsschlagader durchtrennen)
  • Leute, die das (ganze) Video analysiert haben, sagen es fließt kein Blut nachdem das Messer am Hals entlang geführt wird …

Diese „Enthauptungen“ erfüllen also den gleichen Zweck wie die Inszenierung der in Tränen aufgelösten „Krankenschwester“ aus Kuwait, die vor dem US-Kongress von den Neugeborenen erzählte, die die brutale irakische Armee angeblich aus ihren Brutkästen gerissen und auf den „kalten Boden“ geworfen hatte. Später stellte sich heraus, dass alles eine PR-Aktion war, eine „psy-op“ um die Zustimmung zur Bombardierung des Irak zu erreichen.

Der unerträgliche Zynismus besteht meiner Meinung nach darin, dass hier mit dem Mitgefühl von Menschen gespielt wird, um geopolitische Verbrechen zu legitimieren. Das ist zwar nichts Neues, doch im Fall der USA kommt noch dazu, dass sie sich – trotz einer extrem brutalen Außenpolitik – der Welt gegenüber seit Jahrzehnten als moralische Instanz aufspielen.

JIHAD ON DEMAND

Die Aufgabe dieser künstlich gezüchteten, scheinbaren „Islamisten“, von denen viele einfach nur gewöhnliche Verbrecher (hunderte von Ihnen wurden – im Angesicht der Todesstrafe – aus saudischen Gefängnissen entlassen, wenn sie sich verpflichteten, beim „Mc Jihad“ mitzumachen …) bzw. Söldner oder „special forces“ sind, besteht darin, durch „Murder & Mayhem“ Regierungen zu stürzen und den Zerfall ganzer Staaten einzuleiten, die dem Imperium (und seinen Vasallen wie Saudi Arabien) in die Quere gekommen sind.

Entweder weil sie ihr Land nicht für die Plünderung durch ausländisches Kapital „öffnen“, also eine eigenständige Wirtschafts- u. Energiepolitik betreiben (vor allem ihr Öl oder Gas in Kooperation mit Ländern fördern bzw. transportieren, die ebenfalls auf der Abschussliste des Imperiums stehen oder regionale Machtkonkurrenten sind wie z.B. Iran) und / oder die Verbrechen Israels gegenüber den Palästinensern, dem Libanon etc. im Zuge der Expansionspolitik nicht einfach hinnehmen wollen.

Mit den „Enthauptungen“ hat man den zögerlichen Obama doch noch dazu gebracht, mit Bomben und „Hellfire“-Missiles in Syrien einzugreifen. Doch diese „Militärschläge“ sind natürlich ein schwerer Bruch des Völkerrechts, auch wenn sie unter dem Vorwand der „Terrorbekämpfung“ ausgeführt werden (weil ohne UN-Mandat). Außerdem glaube ich nicht, dass Isis wirklich das Ziel der Bombardierungen ist (man schlägt anscheinend erst zu, nachdem die Truppe bereits abgezogen ist ….)

Isis erfüllt dabei die gleiche Rolle wie die Taliban in Afghanistan: sie dienen als Vorwand für grenzübergreifende Bombenangriffe in Pakistan (hier in Syrien – vor allem in der Nähe der Erdölfelder).

SOME ARE MORE EQUAL THAN OTHERS

Dass die US-Regierung sich über die „Einmischung“ Russlands in der Ukraine künstlich aufregt und von „Verletzung des Völkerrechts“ faselt (wozu der von Washington organisierte Sturz der gewählten Regierung und die Anzettelung eines Bürgerkrieges mithilfe von Neo-Nazi-Truppen anscheinend nicht zählt), während fast gleichzeitig ein Sprecher des Weißen Hauses ankündigt, im Falle Syriens „werden wir uns von Grenzen nicht aufhalten lassen – was sie ja jetzt auch verwirklichen – zeigt in erschreckender Weise, wie in unseren Medien wirklich alles, was die US-Regierung tut, als legitim akzeptiert bzw. dargestellt wird.

we dont do tortureDamit nicht genug, findet sich auch kein Journalist in den Mainstream-Medien, der darauf hinweist, dass die USA alles, was sie dem gerade aktuellen enemy du jour unterstellen (jetzt also Putin bzw. Russland und nach wie vor Assad), selbst seit Jahrzehnten ungestraft verbrochen haben. 

Und wie schon so oft, muss man wieder auf die grandiose Nobelpreisrede von Harold Pinter (zweite Hälfte) hinweisen, der dieses Thema aufgegriffen hat wie kein zweiter …

Hier die Passage aus der Direktive des Nationalen Sicherheitsrates (NSC 5412) der USA,  mit der alle diese Verbrechen des amerkanischen Staates legitimiert werden sollen:

“… all activities conducted pursuant to this directive which are so planned and executed that any U.S. Government responsibility for them is not evident to unauthorized persons and that if uncovered the U.S. Government can plausibly disclaim any responsibility for them.

Specifically, such operations shall include any covert activities related to: propaganda, political action; economic warfare; preventive direct action, including sabotage, anti-sabotage, demolition; escape and evasion and evacuation measures; subversion against hostile states or groups including assistance to underground resistance movements, guerrillas and refugee liberation groups; support of indigenous and anti-communist elements in threatened countries of the free world; deceptive plans and operations; and all activities compatible with this directive necessary to accomplish the foregoing..“

Es ist also praktisch alles erlaubt, wenn es darum geht amerikanische Wirtschaftsinteressen (getarnt als „nationale Sicherheit“) durchzusetzen:

  • Propaganda (also politische und psychologische Kriegsführung, heutzutage: „strategic information“)
  • ökonomische Kriegsführung (wie „Sanktionen“, also immer schärfere Handelsbeschränkungen gegen Länder, die nicht den Anordnungen Washingtons folgen, wie derzeit Iran und Russland
  • „präventive“ Aktionen wie Sabotage, Zerstörung, Flucht- u. Evakuierungsmaßnahmen
  • Subversion gegen Gruppen oder Staaten (inkl. Unterstützung von Untergrundbewegungen, Guerillakämpfern, anti-kommunistischen Elementen in „bedrohten Ländern der freien Welt“ (wie Neo-Nazis in der Ukraine, oder Islamisten im Nahen Osten u. im Kaukasus; diese werden aber nicht nur „unterstützt“, sie werden geschaffen, um Regierungen zu stürzen und Staaten zu zerstören …
  • trügerische Pläne und Operationen … und letztlich
  • alle Aktivitäten, die notwendig sind um das oben erwähnte im Sinne dieser Direktive zu erreichen

solange eines gewährleistet ist: die Verantwortung der US-Regierung für diese Verbrechen muss unter allen Umständen verschleiert werden und falls sie doch aufgedeckt werden, die Regierung in der Lage ist, glaubhaft zu versichern, dass sie nichts damit zu tun hatte (dank unserer Papageienpresse geht das immer noch ….)

Amerikanische Außenpolitik: ANYTHING GOES

statue-of-deathDie Kurzfassung dieser wahren Grundregeln der amerikanischen Außenpolitik stammt von Henry Luce:

[Wir haben das Recht]unseren Einfluss auf die Welt uneingeschränkt auszuüben, für alle Ziele und mit allen Mitteln, die wir für angemessen halten.“

Völkerrecht, UN-Charta, Menschenrechte, etc. das alles wird nur ins Spiel gebracht, um andere Staaten unter Druck zu setzen, doch die USA selbst lassen sich von keiner Rechtsnorm (die ja auf moralischen u. ethischen Grundsätzen beruhen) in ihrer Handlungsfreiheit beschränken.

Das erkennt man ja auch daran, dass sie den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennen (kein Wunder, denn dann müssten hunderte amerikanische Politiker u. Militärs dort angeklagt werden). Es geht sogar so weit, dass man sich das Recht herausnimmt, mit militärischer Gewalt gegen den ICC vorzugehen, sollte es jemand wagen, einen amerikanischen Staatsbürger (Angehöriger des US-Militärs) dort vor Gericht zu stellen.

Die USA sind nicht das einzige Land, das sich der Jurisdiktion des ICC entzieht, aber der einzige Staat, der sich dann auch noch ständig als moralische Autorität aufspielt, die ihre „Führungsrolle“ wahrnehmen muss, damit die Bösewichte aus der Märchenstunde besiegt werden können.

Europäische Politiker, die bei diesen neokolonialen Kriegen nicht mitmachen wollen, werden als verantwortungslose Feiglinge hingestellt und unter Druck gesetzt, doch die „transatlantischen“ Kriegstreiber und Amerikaanbeter scheinen vergessen zu haben, dass Europa zwei Weltkriege durchgemacht hat, während Amerika selbst nie eine solche Verwüstung erlebt hat.

Sie greifen offiziell immer nur „ein“, nachdem sie (die anglo-amerikanische Finanzoligarchie im Hintergrund) in den meisten Fällen selbst massiv dazu beigetragen haben, die Kriegsparteien gegeneinander aufzuhetzen: das gilt sowohl für den ersten als auch für den zweiten Weltkrieg, für Vietnam, die Massenmorde in Latein Amerika, Indonesien, usw. und natürlich für alle Kriege nach „9/11“.

911: IN SEARCH OF ENEMIES

Es wird somit wieder einmal klar, wie entscheidend das „Mega-Märchen“ vom 11. September ist, denn Obama hat auf die Kritik (innerhalb der USA), er habe auch als US-Präsident keine rechtliche Legitimation für die Bombenangriffe in Syrien geantwortet, die Ermächtigungsgesetze die als Folge von „9/11“ von der Bush-Regierung durchgepeitscht wurden, seien immer noch in Kraft. Der globale „Kampf“ gegen Al Kaida werde jetzt eben nur (auch) gegen Isis geführt.

What’s in a name? ISIS – AL NUSRA – FSA – AL KAIDA – DAESH (DAASH)

al BaghdadiWer sich noch bemüht, diese Gruppen auseinander zu halten, kann sich die Mühe sparen. Es sind im Prinzip die gleichen Leute, sie krochen alle aus dem gleichen Nest: dem Terroristen/ Islamisten-Training der amerikanischen, saudischen, britischen und türkischen Geheimdienste (nicht zu vergessen der israelische Mossad).

Als aktueller Führer von ISIS wird ein „Al Baghdadi“ angegeben. Er steht ganz oben auf einer Liste gesuchter Terroristen des US-Außenministeriums doch was steckt wirklich dahinter? (Mehr dazu im nächsten Beitrag)

DIE HINTERGRÜNDE FÜR DIE ISIS-KAMPAGNE

pipelines IraqEine geplante Funktion von ISIS war die syrischen Ölfelder bei Deir-Ez-Zor bis August 2013 unter die Kontrolle ihrer (wahren) Auftraggeber zu bringen, während der kurdische Energieminister dafür sorgen sollte, dass das Öl über die Kirkuk-Ceyhan Pipeline nach Europa gelangt.

Doch diese Kontrolle verlief nicht nach Plan, weil zwei Faktoren nicht mit einkalkuliert wurden:

  1. das britische Parlament lehnte eine Bombardierung Syriens ab und
  2. der irakische Premierminister Maliki spielte nicht so mit, wie sich das die Drahtzieher dieser Politik vorgestellt hatten

Als irakisches Militär die Nachschublinien für ISIS aus Saudi Arabien blockierte und Maliki öffentlich über eine saudische Subversion im Irak klagte (im Herbst 2012), lief das Projekt aus dem Ruder. Der Transport von Kämpfern, Waffen und Munition musste über Jordanien umgeleitet werden, was den wackeligen Thron von König Abdullah noch mehr ins Wanken bringen konnte.

Maliki befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem echten Dilemma:

Als Schiit waren seine natürlichen Verbündeten in der Region natürlich Syrien und Iran, die ihn wohl auch zur verstärkten Militärpräsenz in der Provinz Anbar gedrängt hatten, damit die Terror / Waffen-Schmuggelroute der Saudis gegen Präsident Assad gestoppt wurde.

Auf der anderen Seite geriet er unter großen Druck von Seiten der USA, den Saudis und Jordaniens, die ihm alle das Leben(und Regieren) sehr schwer machten. Natürlich ist es in der Politik generell ratsam, sich auf die Seite des Stärkeren (Gewinners) zu schlagen, doch hier stand einfach zu viel auf dem Spiel:

Iran-Iraq-Syria pipeline ParsEin zentraler Grund der USA, den selbstbestimmten syrischen Staat zu zerstören, war die Unterzeichnung eines Vertrages zum Bau einer Erdgas-Pipeline zwischen Iran, Irak und Syrien (vom PARS Erdölfeld bis zur Mittelmeerküste in Syrien). Hätte Maliki dem Druck der USA und Saudi Arabiens nachgegeben, hätte er sich also quasi selbst ökonomisch und politisch „ins Knie geschossen“: wenn Syrien zerstört ist, kommt Iran dran und dann ist kein Staat mehr in der Region der sich dem Imperium entgegenstellt. Irak wäre dann also auch „erledigt“.

(Das Erdgas könnte nach Schätzungen von Experten für die nächsten 70-100 Jahre Europas Bedarf decken, doch die EU als gehorsamer Vasall der USA macht beim willkürlichen Embargo gegen den Iran schön brav mit und legt sich dann auch noch mit Putin an … how stupid can you get?)

Saudi smuggling-routes to IS puppets in IraqAuch die Tatsache, dass Saudi Arabien die gleiche Schmuggelroute schon seit Jahren benutzt hatte, um die von den USA ausgelöste Gewaltorgie im Irak mit Waffen, Drogen und indoktrinierten Kämpfern anzuheizen, ließ Maliki wohl kaum eine Wahl. Dass die korrupten und diktatorischen Saudis (die jährlich dutzenden Menschen den Kopf abhacken und den Giftgasanschlag in Syrien ermöglicht haben) sich hier der Welt als Unterstützer von „Rebellen“ präsentieren, die angeblich in Syrien für Freiheit und Demokratie kämpfen, ist der größte Witz in dieser tragikomischen Farce (im Sinne von „manchmal muss man lachen, damit man nicht weinen muss ….)

Durch die Weigerung Malikis, (immer) nach Washingtons Pfeife zu tanzen, gelang es der syrischen Armee ISIS & Konsorten aus Deir Ez-Zor zu vertreiben (im Sommer 2013).

(Es sollte eigentlich auffallen, dass ISIS immer dort „Gebiete erobert“, in denen Ölfelder vorkommen)

Der Norden Syriens wird (wie der Norden des Irak) hauptsächlich von Kurden bewohnt. Die Strategie Washingtons (samt Vasallen) war und ist, die Kurden in beiden Staaten zu einer Abspaltung zu bewegen und durch massiven Terror Rufen nach einem verstärkten „Eingreifen“ des Westens Gehör zu verschaffen. Die Kurden sollen das Gefühl bekommen, dass ihre Sicherheit von Damaskus (und jetzt auch im Irak) nicht mehr garantiert werden kann und sie so die wahren Paten des Terrors als „Befreier“ und Förderer nationalistischer Bestrebungen ansehen. Ein perfides Spiel, das hier von den USA, Israel, Saudi Arabien und der Türkei mit diesen Menschen gespielt wird (England u. Frankreich sind auch dabei).

Im November 2013 waren schon Gespräche über die Verteilung des (erbeuteten syrischen) Erdöls geplant gewesen, doch dank Maliki waren die Pläne vorerst gescheitert. Washington lässt sich so etwas natürlich nicht gefallen und deshalb musste Maliki entfernt werden (er hatte den Spruch von „Iraqi Freedom“ wohl etwas zu wörtlich genommen …).

MalikiMaliki und der kurdische Präsident Barzani wurden also im November 2013 nach Washington eingeladen …

Nach Angaben eines Insiders wurde auch Präsident Obama selbst von den wahren Machthabern in Amerika (wie Mitgliedern des „Atlantic Council“ u. Leuten wie dem Kagan Familienclan, zu dem auch Viktoria (Nuland)-Kagan gehört) enorm unter Druck gesetzt, Maliki quasi die Pistole an die Brust zu setzen,damit er „zurücktritt“, denn auch die Verteilung des Erdöls aus dem Kurdengebiet im Irak selbst stand auf dem Spiel:

Barzani verlor immer mehr seinen Rückhalt im Norden und die Wahlen im September waren auch ein Rückschlag. Die Pläne, das irakische Öl – unter Umgehung der Regierung in Bagdad – über die Türkei zu exportieren, hätten im November 2013 schon umgesetzt werden sollen.

bless themBeim Energie-Gipfel des Atlantic Council im November 2013 in der Türkei wurde dann beschlossen, den ISIS-Terror dafür einzusetzen, dass der Krieg in Syrien grenzüberschreitend ausgeweitet und damit auch die geplante Zerschlagung des Irak in drei geschwächte Ministaaten beschleunigt wird. Die Kommandozentrale dafür sei – so der Insider – die amerikanische Botschaft in Ankara.

US Botschafter Riccardione zieht also nach diesen Informationen gemeinsam mit dem saudischen Prinz Abdul Rachman al-Faisal (in der Region) die Strippen von ISIS, doch die Puppenspieler sitzen natürlich auch in Washington, London und – vor allem – in Tel Aviv (aber das ist eine eigene Geschichte …)

ISIS a creature of USaudIsraelAußerhalb der uns täglich vorgesetzten Märchenstunde (die „Nachrichten“ heißt), finden wir Aussagen von Personen, die wissen, wovon sie reden und sich nicht einschüchtern lassen. So spricht etwa Steven D. Kelley, der früher einmal von der CIA angeheuert wurde, über die angebliche Notwendigkeit des „militärischen Eingreifens“ gegen ISIS (oder „wie immer sie gerade heißen“) in Syrien. Hier die wichtigsten Aussagen (Hervorhebungen sind von mir):

Wenn sie zur Wurzel des Problems kommen und diese Organisation zerstören wollen, müssen sie als erstes die Finanzierung stoppen und sich um jene kümmern, die für die Erschaffung dieser Gruppe verantwortlich sind

Damit würde sich die Anstrengung zu uns hier nach Hause (die USA) verlagern, denn das ist ja wohl eine totale Farce, ein komplett konstruierter Feind … die Mittel dafür kommen von den USA und ihren Verbündeten

Und den Leuten einzureden, dieser Feind muss in Syrien oder im Irak attackiert werden ist eine Farce, weil das etwas ist, was wir geschaffen haben und kontrollieren …. Nur gerade jetzt ist es opportun für uns, diese Gruppe als „Feind“ anzugreifen …

Wenn sie sagen, sie brauchen keine Legitimation für die Angriffe auf Syrien, dann können wir uns ausrechnen, dass über kurz oder lang auch Bomben auf das Haus von Assad abgeworfen werden … das alles ist eine komplette Farce ..

Ich würde gerne glauben, dass die Amerikaner nicht völlig danebenstehen (ignorant sind) aber es ist ganz klar, dass diese Taktik (Videos von angeblichen Exekutionen) große Angst auslösen soll … eine Art Reflex hier bei uns … um mehr Ausgaben, mehr Blutvergießen und mehr Krieg rechtfertigen zu können

Das ist fast wie bei Ebola (worüber sich auch viele aufregen) … patentiert von der US-Regierung [das gentechnisch veränderte Virus] … nur ein weiteres Terror-Werkzeug … und ich glaube, diese ISIS würde schon von der syrischen Armee besiegt werden, wenn man aufhörte, sie [mit Geld und Waffen] zu unterstützen ..“

Fortsetzung folgt (wir schauen uns die „Anführer“ von ISIS näher an u. siehe da, auch amerikanische Senatoren plaudern mit gesuchten „Terroristen“ …

Die Botschaft zum Schluss lautet:

The fact that the United States has a long and torrid history of backing terrorist groups will surprise only those who watch the news and ignore history.”

 

 

 

 

Freie Wirtschaft im Irak: All You Can Cheat

I had grown up with this dream of what America was .. when I came back from Iraq I was very disillusioned, it was heartbreaking …what I thought America was … has been destroyed and disgraced“

„Wiederaufbau“ US Style:  SEID  UMSCHLUNGEN  MILLIARDEN

corruption USiraqEs könnte sich um den größten Betrug in der Geschichte der USA handeln …

… die Rolle von hohen Offizieren des US-Militärs bei der „missbräuchlichen Verwendung“ von 125 Milliarden Dollar des Wiederaufbau-Fonds  wird untersucht … die tatsächlich veruntreute Summe wird vielleicht niemals eruiert werden … „

Obwohl Milliarden für „Wiederaufbau“ investiert wurden, konnten die Bewohner Bagdads keine Baukräne entdecken, außer jenen, die am Bau der gigantischen US-Botschaft beteiligt waren. Die einzig sichtbare und mit großer Hingabe stattfindende  „Sanierung“ in der Hauptstadt des Irak war die Pflanzung von Palmen und Blumen auf Verkehrsinseln …

2004 wurde das gesamte Budget des irakischen Verteidigungsministeriums  von 1,3 Milliarden Dollar  für den Ankauf von 28 Jahre alten Hubschraubern aus Sowjetzeiten verwendet (die nicht mehr fliegen konnten) sowie für „Panzerfahrzeuge“ die leicht von Gewehrkugeln durchlöchert werden konnten.  [das klingt nach israelischen „Vermittlern“ …] Viele Iraker sind überzeugt, dass diese „Verschwendung“ von hohen Summen nur mit Beteiligung hoher amerikanischer Regierungsbeamter funktionieren konnte.

Quelle: The Independent, Februar 2009

BombDamageNach der Blitzkrieg-Bombardierung des Irak wegen nicht vorhandener Massenvernichtungswaffen, musste wieder aufgebaut werden, was absichtlich auch schon im ersten Golfkrieg bzw. durch  jahrelange wirtschaftliche Sanktionen zerstört wurde: fast die komplette Infrastruktur (Stromnetz, Wasseraufbereitung und Abwasserentsorgung, zerstörte Brücken und Wohngebäude, Telekommunikation, Gesundheitswesen (auch Krankenhäuser wurden bombardiert), usw.

Doch anstatt Fachleute der entsprechenden UN-Organisationen mit der Koordination zu beauftragen – gemeinsam mit den Irakern – übernahmen zwei Abteilungen der US-Regierung die Kontrolle: das Verteidigungsministerium (DoD) und das Außenministerium (State Department oder DoS)*. So kam es auch, dass vor Ort Offiziere der US Armee für die Vergabe von Projektgeldern zuständig waren und ohne demokratische Kontrolle über Milliardenbeträge entscheiden konnten.

USAID*Die ominöse Agentur für „Entwicklungs-hilfe“, USAID (eine „humanitäre“ Fassade für subversive Aktivitäten, die früher die CIA „verdeckt“ erledigen musste) war – im Auftrag des  State Department –  ebenfalls  an der Vergabe der Gelder beteiligt – mehr dazu weiter unten

Die Korruption war enorm und nahm teilweise komische Formen an: so wurden Bestechungsgelder an amerikanische Offiziere in Pizzaschachteln (mit 50.000 Dollar Inhalt) übergeben, damit bestimmte Firmen Aufträge erhielten.  Natürlich wurden auch irakische Beamte darin verwickelt, Beamte einer Marionettenregierung, die nur als Potemkinsches Dorf funktionieren sollte, während Washington im Hintergrund die Fäden zog und das Geld verteilte.

Die wichtigsten Mitarbeiter der Ministerien wurden von den amerikanischen „Beratern“ empfohlen. So auch der für die Beschaffung zuständige Beamte im Verteidigungsministerium: ein Mann der seit 27 Jahren im Exil gelebt hatte (irakisch-polnischer Abstammung) und Inhaber einer Pizzeria in Bonn gewesen war (er „bestellte“ die flugunfähigen Sowjet-Hubschrauber …)

RSteinEiner der wenigen, die überhaupt angeklagt wurden und sich schuldig bekannten, ist Robert Stein jr., der als (vorbestrafter) „Controller“ also Rechnungs- und Kostenprüfer für die amerikanische „Übergangsverwaltung“ CPA im Irak tätig war.

Man darf davon ausgehen, dass er diesen Posten bekam, weil man wusste, wie korrupt er war.

Stein wurde wegen Verschwörung, Bestechung, Geldwäsche, unerlaubtem Waffenbesitz verurteilt. Er war auch in Waffenschieberei verwickelt: Maschinengewehre, Schalldämpfer, Granatwerfer, etc.). Stein nahm ganze Paletten von Bargeld entgegen (z.B. 50 Millionen Dollar in 100 Dollar Noten).

Ebenso verurteilt wurde Philip Bloom, ein Geschäftsmann und US-Staatsbürger, der auch in Rumänien tätig ist und Stein regelmäßig bestochen hatte. Mehrere Offiziere der US-Armee mussten sich ebenfalls vor Gericht verantworten.

Was sind einige Millionen an Bestechungsgeldern (zur  dauerhaften Vermeidung des angeblich in der amerikanischen Wirtschaft so hoch gehaltenen „Wettbewerbs“) gegen die ganz großen Plünderer, die „Geschäftsfreunde“ von Bush, Cheney, Rumsfeld und den anderen „neocons“, die noch dazu häufig Aktionäre dieser Firmen sind, also selbst vom Krieg  und vom Wiederaufbau profitieren?

Wie Patrick Cockburn richtig feststellt, wurden nur die „kleinen Fische“ in diesem gigantischen Betrugsskandal entlarvt bzw. angeklagt . Die naheligende Erklärung dafür ist einerseits, dass die Korruption von ganz oben kam und andererseits wohl diese (aus einem amerikanischen Blog)

 When it is only money from the Iraqi people, who fuckin‘ cares, eh?

Im Sommer 2011 gestand das Pentagon, dass man 6,6 Milliarden Dollar Bargeld „verloren“  hatte. Die Geldbündel (100 Dollar-Noten) wurden mit drei Militärflugzeugen in das Land gebracht, insgesamt 12 Milliarden, wovon jedoch mehr als die Hälfte „verschwand“. Stuart Bowen bestätigte, dass dies „der größte Diebstahl von Projektgeldern in der Geschichte Amerikas“ sei. Doch das Geld gehörte den Irakern– so what?   Der finanzielle „Berater“ von Paul Bremer, der pensionierte Admiral David Oliver, sagte dazu unverblümt der BBC:  „Milliarden sind verschwunden … von IHREM Geld (dem Geld der Iraker, nicht unserem)…Ja .. und ich sage dazu:  what difference does it make?“

black holeUnter dem Deckmantel der jahrelangen „Sanktionen“ wurden weltweit  Vermögenswerte des irakischen Staates beschlagnahmt, die auf etwa 13 Milliarden Dollar geschätzt werden. Dazu kamen Konten in den USA, die „eingefroren“ wurden  und ein Teil der Exporterlöse aus dem „oil-for-food“ Programm (Seit wann muss das Opfer eines Angriffs den Wiederaufbau und die Kosten der Besatzer selber finanzieren? Völkerrecht ade …) Die Zentralbank und andere Banken im Irak wurden ebenfalls geplündert (Goldreserven und Devisen). Insgesamt dürften mindestens 100 Milliarden an die Eroberer gegangen sein.

Im Mai 2003 unterzeichnet Bush den Exekutiverlass 13303, in dem die Administration des  Wiederaufbau-Fonds (also die amerikanische Verwaltung von Milliarden Dollar, die den Irakern gehören) gegen jedes Rechtsmittel immunisiert wird. Auch sämtliche Erlöse aus der Erdölförderung bzw. dem Verkauf von Erdölprodukten, Zinsen daraus und alle damit in Verbindung stehenden „finanziellen Instrumente jeder Art“,  die sich in den USA befinden bzw. in Zukunft befinden werden, oder im Besitz bzw. unter Kontrolle von US-Staatsbürgern befinden,  werden außerhalb des Rechts gestellt. Das ist echte „Freiheit“ des Profts …

IRAK UNTER US-KONTROLLE: THE FREE FRAUD ZONE

SIGIR_logoUnmittelbar nach der Intervention 2003 … initiierten  die Vereinigten Staaten unter anderem ein großes Hilfs- und Wiederaufbauprogramm um das Land zu stabilisieren, die Wirtschaft zu sanieren, durch Training von Polizei und Militär für Sicherheit zu sorgen und humanitäre Hilfe bereitzustellen. […] Insgesamt wurden 60,6 Milliarden Dollar für diese Anstrengungen (z.B. Großprojekte wie die „Revitalisierung der Infrastruktur“ im Irak) vergeben.“

(Quelle: SIGIR 13-006, vom 6. März 2013, Seite 4)

So beginnt der aktuelle Abschlussbericht des obersten „unabhängigen“  US-Finanzprüfers (Stuart Bowen) für die Mittel des development fund im Irak. SIGIR wurde im Oktober 2004 erstmals aktiv und sollte Licht in das Dunkel der „verschwendeten“ (oder verschwundenen) Milliarden bringen.

„Für Sicherheit zu sorgen“ kann wohl nur als schlechter Witz gesehen werden, angesichts der fast täglichen Meldungen von Bombenanschlägen im Irak und das „Training der Sicherheitskräfte“ wurde im letzten Beitrag ja als großteils als brutale counterinsurgency  Operation gegen politische Dissidenten entlarvt.

Da bleibt noch zu untersuchen, wie es mit den Erfolgen des „Wiederaufbauprogrammes“ aussieht sowie der Auswirkungen auf die Bevölkerung, nachdem doch soviele Milliarden „investiert“ wurden.

Schon im Jänner 2005 brachte ein SIGIR Audit zutage, dass der Verbleib von rund 9 Milliarden Dollar aus dem „Oil-for-food“ Programm (das die US-Regierung bzw. die CPA „verwaltete“) im Zeitraum Oktober 2003 bis Juni 2004, nicht geklärt werden konnte.  Der Bericht rügte, dass Kontrollsysteme für Projektmanagement und – finanzierung , die Transparenz bei der Verwendung der Gelder ermöglicht hätten, fehlten. 9.000 Millionen Dollar haben sich also unter Paul Bremer „in Luft aufgelöst“.

bremerIn Bagdad war Paul Bremer von Mai 2003 bis Ende Juni 2004  der neue „Gouverneur“ des Irak, nachdem Ex-General Jay Garner schon nach kurzer Zeit gefeuert wurde.

Er erließ insgesamt 100 Dekrete, die ohne jede demokratische Kontrolle (und ohne völkerrechtliche Legitimation) als rechtliche Grundlage für die Transformation des irakischen Staates etabliert wurden. Das Ziel war, den Staat als wirtschaftlichen Akteur völlig auszuschalten und einen absolut „freien Markt“ zu schaffen, wie er nur in der Phantasiewelt der Neoliberalen existiert. Eine wirtschaftliche „Schocktherapie“ sollte das Land in ein Paradies für ausländische Investoren verwandeln, doch der Plan stieß auf gewaltigen Widerstand der Bevölkerung.

Kein einziger Cent des milliardenschweren „Development Fund“ ging an irakische Industriebetriebe zur Schaffung von Arbeitsplätzen oder in soziale Sicherungsprogramme. Während ausländische Konzerne tausende Arbeiter ins Land brachten, standen die irakischen Fabriken still und viele Iraker arbeitslos auf der Straße.

Die staatlichen Zementfabriken baten um Generatoren, damit sie am Wiederaufbau beteiligt werden konnten, doch sie erhielten keinerlei Hilfe von der CPA.  Der Zement wurde stattdessen zum 5-10-fachen Preis importiert. Bremer erließ ein eigenes Dekret, dass der irakischen Zentralbank verbot, Staatsbetrieben bei der Finanzierung zu helfen. Die Folgen dieser Entscheidungen: tausende irakischen Firmen mussten zusperren. Etwa ein halbe Million Menschen verloren ihre Arbeit: Soldaten der Armee (die alle entlassen wurden), aber auch Ärzte, Lehrer, Ingenieure und Krankenschwestern.

Iraqis demand jobs5Kein Wunder, dass der „Widerstand“ der Iraker immer größer wurde. Als sie merkten, dass man mit Demonstrationen nicht weit kommt, weil die Entscheidungen von Washington getroffen werden, gingen viele zum bewaffneten Kampf über (wir sollen glauben, die Hauptursache der Gewalt im Irak seien religiöser Fanatismus bzw. die Kluft zwischen Schiiten und Sunniten, die Wirtschaftsdiktatur wird in den Medien so gut wie nie erwähnt … das ist framing in action …).

In einer sehr schwierigen Zeit, wo Zusammenarbeit und Solidarität gefragt war, hat die US-Regierung in Bagdad ein wirtschaftliches Schockprogramm installiert, dass hunderttausende Menschen arbeitslos machte, während amerikanische Konzerne sich einer Orgie grenzenloser Bereicherung hingaben und Regierungsbeamte (als bloße Diener der Privatwirtschaft) wie Krösus über Paletten voller Geld verfügen konnten.

1 cronyismAlles das war das Ergebnis einer kranken Ideologie, die  den „freien Markt“ zum heiligen Kalb erhob, die „Einmischung“ des Staates in „die Wirtschaft“ verteufelte, aber in der Realität den Staat als ständige Melkkuh für gigantische Profite benutzte.

Hier die wichtigsten Punkte der wirtschaftlichen Transformation:

Bremer Dekret Nr. 37: Steuern

Hier wird ein langgehegter Wunsch aller „Liberalen“ wahr, die diktatorische Durchsetzung einer „Flat Tax“ für alle: 15% Einkommenssteuer für Unternehmen, aber auch Bürger. Ein Fabrikarbeiter, der 50 cents pro Stunde verdient, zahlt also den gleichen Steuersatz wie ein Bankdirektor, der 2.000 Euro in der Stunde verdient. Das ist doch fair, oder?

iraq_profiteering

Bremer Dekret Nr. 39: Auslandsinvestitionen

  • Privatisierung aller staatlichen Unternehmen
  • 100% ausländische Besitzrechte für alle Wirtschaftsbereiche außer Förderung von Öl- und anderen mineralischen Rohstoffen, Banken u. Versicherungen
  • Gleichstellung von ausländischen und inländischen Firmen
  • Unbegrenzte, steuerfreie Gewinnrückführung
  • Lizenzen mit 40-jähriger Laufzeit

Die Privatisierung aller Staatsunternehmen im Eilzugtempo ist für die Iraker eine Katastrophe, für die Neoliberalen der kurze Weg zur „Marktwirtschaft“. Etwa 200 Firmen sind davon betroffen, darunter essentielle Versorgungleistungen: Wasser, Strom, Bildungswesen, Gesundheitswesen, etc.

Im April 2003 erhielt die Firma  Bechtel von USAID  einen 1,2 Milliarden Dollar Vertrag für Wiederherstellung der Wasser- und Abwassersysteme, Flughäfen und Kraftwerke. Bechtel ist schon mehrfach durch negative Schlagzeilen (auch als Umweltvergifter) aufgefallen und findet sich regelmäßig auf der schwarzen Liste der „übelsten Konzerne“.

Vier weitere Konzerne wurden für die Rekonstruktion der Infrastruktur von USAID für Milliardenverträge „auserwählt“ (kein reguläres Bieterverfahren):

  • Fluor Corporation
  • Halliburton Company
  • Louis Berger Group Inc.
  • Parsons Corporation

Als  die CPA die erste Firmenliste  für die geplante Privatisierung herausgab (Zement- u. Düngerfabriken, Phosphatabbau, pharmazeutische Unternehmen, und die staatliche Fluglinie) brachen sofort Unruhen aus, denn das konnte nur eines bedeuten: die ohnehin schon sehr hohe Arbeitslosigkeit (wegen Krieg und Sanktionen bei 60%) würde weiter ansteigen.

Dann sollten auch noch die Preise für Grundnahrungsmittel und Treibstoff drastisch erhöht (weil sie nicht mehr staatlich gestützt wurden) und alle Sozialleistungen gestrichen werden. Bremer versprach, man werde durch den Wiederaufbau hunderttausende Jobs schaffen, doch die amerikanischen Firmen holten sich Lohnsklaven aus Asien und Afrika, weil die für noch weniger arbeiteten, als die Iraker.

for-sale-signDas totale Besitzrecht für Ausländer bedeutet, dass neben den o.a. Versorgungsbereichen auch die Fabriken im Irak, die landwirtschaftliche Produktion, Verkehr, Telekommunikation, Presse, etc.  von ausländischem Kapital dominiert werden können. D.h. sie könnten im schlimmsten Fall betrieben werden, ohne dass ein einziger Iraker dort einen Arbeitsplatz bekommt. Die Order 39 verbietet jede Zugangsbeschränkung ausländischen Kapitals, außer beim Abbau von Rohstoffen wie Öl, etc.

Eine ebenfalls berüchtigte US-Firma, WorldCom, hat bereits den Zuschlag erhalten, ein Netz für Mobiltelephone in Bagdad aufzubauen. Die Top-Manager von WorldCom wurde 2002 wegen schweren Betruges und Bilanzfälschung in den USA verurteilt und „vorübergehend“ als Anbieter für Auftrage der US-Regierung suspendiert

SAICFinalSAIC (Science Applications International Corporation), eine ominöse Firma (Stammkunde: Pentagon) mit Sitz in Kalifornien hat ebenfalls mehrere Aufträge aus dem „Wiederaufbauprogramm“ erhalten. Einer davon ist die Herstellung eines „irakischen Medienetzwerkes“ (Rundfunk, Fernsehen, Presse).  Damit hat das Unternehmen eine Schlüsselrolle beim angeblichen Aufbau eines demokratischen Systems, doch das Pentagon weigert sich, irgendwelche Details aus den Verträgen bekanntzugeben. Was trotzdem durchgesickert ist, lässt schlimmes befürchten …

Die „Gleichstellung“ zwischen inländischen und ausländischen Investoren klingt auf den ersten Blick „fair“, ist aber genau das Gegenteil, denn die wirtschaftliche Macht transnationaler Konzerne ist um ein vielfaches größer als jene kleinerer und mittlerer Betriebe im Inland und der Staat als ausgleichender Mitspieler wurde ja ausgeschaltet. In der Praxis bedeutet das, die irakische Regierung kann nicht verlangen, dass lokale Baufirmen und Ingenieurbüros für den Wiederaufbau eingesetzt werden.

Das Ergebnis ist enorme Korruption: So wurde z.B. einem amerikanischen Unternehmen der Zuschlag für den Bau einer Zementfabrik erteilt (staatliche Zementfabriken siehe oben!), doch wegen der zunehmenden Gewalt trat die Firma vom Vertrag zurück. Da sprang ein irakischer Unternehmer ein: er baute die Fabrik für 80.000 Dollar. Die US-Firma hatte für die gleiche Tätigkeit 15 Millionen Dollar verlangt und hätte sie auch bekommen.

free tradeDie „Gleichstellung“ gilt außerdem nur für den aggressiven Zutritt zum Markt, aber nicht für die Einhaltung von Umwelt-, Gesundheits- oder arbeitsrechtlichen Vorschriften im Gastland: wenn Regierungen gegen die ausländischen Firmen vorgehen wollen, werden „Freihandelsregeln“, wie sie die WTO repräsentiert, ins Spiel gebracht und Verbote schädlicher Produktionsprozesse und andere Schutzgesetze als unzulässige „Beschränkungen des Freihandels“ dargestellt.

Auch die unbeschränkte Gewinnrückführung hat verheerende Folgen:  ausländische Investoren müssen nicht einmal einen kleinen Teil der Gewinne im Land für eine bestimmte Zeit re-investieren. Sie können können ihr Geld „ohne Verzögerung“ jederzeit wieder abziehen, wenn es opportun erscheint. Es gibt auch keine staatliche Möglichkeit, Investitionen in besonders vom Krieg betroffene Regionen zu fördern. Das Land und seine Menschen werden so nur mehr zu einer Schleuse für schnelle Profite. Die potentiellen Kosten dieser Bestimmungen des „freien Kapitalverkehrs“ für die irakische Wirtschaft sind enorm. Joseph Stiglitz hatte ähnliche Regeln, die der IMF in Ostasien erzwungen hat, als eine der Hauptursachen für die „Asienkrise“ 1998/99 kritisiert, ebenso wie die Insolvenz Argentiniens im Jahr 2000.

Bremer Dekret Nr. 40: Bankwesen

Der Bankensektor wurde quasi über Nacht privatisiert: ausländische Banken können sich in irakische Banken einkaufen,  zunächst mit einer Beschränkung von 50% (die natürlich über Strohfirmen umgangen werden kann). Sechs ausländischen Banken wurde explizit für die nächsten fünf Jahre das Recht eingeräumt, im Irak tätig zu sein.  Verwicklung in Geldwäsche und betrügerische Machenschaften scheint quasi eine Voraussetzung gewesen zu sein: so finden wir Citigroup und  HSBC  unter den Auserwählten. (Doch die Anschläge im Irak haben die Sache wohl vereitelt …)

Iraq bankingDas Ergebnis dieser „Marktöffnung“ ist aus anderen Ländern bekannt, nicht zuletzt aus der „Osterweiterung“ der EU: schon nach kurzer Zeit dominieren die ohnehin schon starken, global agierenden Banken den Finanzsektor  des „befreiten“ Landes.  Ein geschwächtes Land wie der Irak hat (noch weniger als die EU) Strukturen aufzuweisen, die der Bankenoligarchie eine effektive „Aufsicht“ gegenüberstellen könnte.

JP Morgan, die zweitgrößte Bank der USA (die auch in den Enron Skandal verwickelt war) erhielt einen Vertrag zur Organisation der irakischen Handelsbank. (Tony Blair erhielt nach Ende seiner Amtszeit einen Beratervertrag mit Millionengage …reiner Zufall)

Wofür die „Wirtschaftsliberalen“ seit Jahren (gegen den Widerstand der Mehrheit der Bevölkerung) kämpfen, wird hier mit einem Federstrich realisiert. Das ist die „Freiheit“ des Neoliberalismus: Wirtschaftstyrannei, die Demokratie ad absurdum führt.

Bremer Dekret Nr. 12:  Freihandel

Im Juni 2003 unterzeichnete Bremer ein Dokument, mit dem schlagartig alle Einfuhrzölle, Lizenzgebühren, etc. und sonstige Abgaben für Import und Export abgeschafft wurden. Der Beitritt des Irak zur WTO soll im Eilzugtempo erfolgen. Im Mai 2003 kündigte Präsident Bush schon an, man werde eine „Freihandelszone im Nahen Osten“ (MEFTA) schaffen.

Dass viele stark subventionierte Importe aus den USA die eigenen Produzenten ruinieren, zeigen ja Beispiele wie NAFTA, wodurch z.B. tausende mexikanische Bauern aufgeben mussten, weil der transgene, amerikanischen Mais zu Dumpingspreisen den einheimischen Markt überschwemmte.

Diese und viele andere Maßnahmen zur Durchsetzung der neoliberalen „Wirtschaftspolitik“ wurde aber im Detail nicht von der US-Regierung ersonnen, sondern (für rund 250 Millionen Dollar) von einem privaten Unternehmen verfasst: Bearing Point, ein Ableger der global agierenden KPMG, die ebenfalls in den Enron-Skandal verwickelt war.

bearing pointDie Verfassung von Wirtschaftsgesetzen, die Schaffung eines Steuersystems, das Erstellen eines Staatsbudgets, der Verkauf hunderter Staatsunternehmen, die  Ausarbeitung der Regeln des Bankwesens, die Ausgabe einer neuen Währung, etc. all das sind eigentlich staatliche Aufgaben, die in einer parlamentarischen Demokratie nur mit Zustimmung der Abgeordneten durchgesetzt werden können. Doch im Irak wurden private Unternehmen von einer aggressiven „Supermacht“ beauftragt, diese Hoheitsaufgaben zu definieren, damit deren neoliberale Agenten sie dann ohne Beteiligung der Iraker umsetzen konnten. Der „Staat“ ist nur mehr eine leere Hülle …

Übrigens, Bearing Point war auch in Afghanistan tätig (neues „Buchhaltungssystem für die Regierung“ und Pläne für den  „Wiederaufbau der Wirtschaft“: insgesamt ca. 200 Millionen Dollar im Auftrag von USAID; ebenso in Serbien („Stabilisierung des Finanzsystems“); und sollte für ÄgyptenWirtschaftsreformen“ ausarbeiten (für 130 Mio.Dollar) im Auftrag von USAID – (soviel zum „arabischen Frühling“ …).

Das Unternehmen meldete trotz Rekordaufträgen der US-Regierung im Februar 2009 Insolvenz an … und sein „Public Services Unit“ wurde von Deloitte  übernommen)

Der Nahe Osten war bis dahin weitgehend solchen  „Freihandelsabkommen“ (vertraglich erzwungene Marktöffnungen für globale Konzerne samt brutaler „Reformen“ im Land) entgangen. In erster Linie wegen der größeren Unabhängigkeit von IMF-Krediten, die natürlich vor allem den ölreichen Ländern das Leben erleichterte, aber auch weil die staatliche Kontrolle der Wirtschaft eine Öffnung für diesen Piratenkapitalismus nicht zuließ.

Tyranny-of-the-MarketWas die „Troika“ in Europa mit  bürokratischer Nötigung schafft – Unterminierung der sozialen Sicherungssysteme, Lohn- u. Pensionskürzungen, etc. als „alternativlos“ im Rahmen der „Schuldenbremse“ durchzusetzen – wird in Ländern (mit strategischer Bedeutung und/oder Erdöl), die noch sozialistische Wirtschaftsstrukturen haben und sich gegen die Anordnungen aus Washington (und Tel Aviv) wehren, mit militärischer Gewalt erreicht.

Jugoslawien, Irak, Libyen (Syrien liefert noch Widerstand) …. es geht munter weiter … und das ganze unmenschliche Programm wird auch noch als „humanitäre Intervention“ verkauft, einfach genial …oder?

Die Dekrete Bremers bzw. die Pläne von Bearing Point sind nicht nur kurzzeitige Eingriffe in die Wirtschaft eines (ehemals) souveränen Staates, sondern eine gewaltige, dauerhafte Transformation eines ganzen Gesellschaft: „Regime change“ nach der Vorstellung von Leo Strauss …

MoFDass Bremer für seine „Leistungen“ im Irak die „Medal of Freedom“ vom US-Präsidenten erhielt, lässt die ganze Angelegenheit in einem aufschlussreichen Licht erscheinen, denn „Freedom“ meint  (einen Beitrag zu leisten für) die Freiheit privater Unternehmen und anderer „Marktteilnehmer“ sich zu bereichern, ohne soziale oder moralische Verantwortung für die gesellschaftlichen Folgen.  Dass man sich hier am irakischen Staatsvermögen bedient hat, also Geld, das den Irakern zusteht und dass sie dringend brauchen, macht die Sache noch schlimmer, für die neokolonialen „neocons“ allerdings kein Problem …

ZURÜCK ZUM AKTUELLEN SIGIR-BERICHT

Insgesamt wurden per 30.09.2012 rund 220 Milliarden Dollar  für „Wiederaufbau“verbraucht:

  • 146 Mrd. aus dem irakischen Staatsvermögen
  • 60 Mrd. aus den USA *
  • 14 Mrd. internationale „Hilfe“ (darunter auch Darlehen)

(*Das Geld stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus beschlagnahmten Vermögenswerten des Irak )

Von den 60 Mrd. Dollar wurden je ein Drittel für die Fonds für  „Wiederaufbau“ (IRRF), bzw.  für das Training der „Security Forces“ (ISFF) zugeteilt, rund 5 Milliarden Dollar  für „Wirtschaftsförderung“, mehr als 1 Milliarde für das Rechtssystem und die Drogenbekämpfung sowie 4 Milliarden für einen Sonderfonds „Commander Emergency Response Program“.

Beachtliche 9 Mrd. Dollar wurden für indirekte Kosten, also Verwaltung und Projektaufsicht veranschlagt, das sind stolze 15% der Projektsumme.

Nach Auflösung der CPA wurde das „Büro für Wiederaufbau und Management“ gegründet. Diese IRMO ist Teil des riesigen US Botschaftskomplexes in Baghdad und verantwortlich für das Projektmanagement bzw. die finanzielle Aufsicht.

US Botschaft in Bagdad ..ein Stadtstaat so groß wie der Vatikan ...

US Botschaft in Bagdad ..ein Stadtstaat so groß wie der Vatikan …

Der SIGIR Abschlussbericht lässt ahnen, wie „sorgfältig“ mit den Milliarden umgegangen wurde:

„SIGIR konnte weder feststellen, auf welche Weise viele Projekte des IRRF finanziert wurden noch die tatsächlichen Kosten vieler einzelner Projekte eruieren. Darüberhinaus können 3,3 Milliarden Dollar (15% des gesamten Fonds) gar nicht mit spezifischen Projekten im IRMS in Verbindung gebracht werden  (IRMS ist eine Datenbank, die speziell zur Kostenkontrolle entwickelt wurde). Das könnte auf fehlende oder falsche Daten im System zurückzuführen sein …“

IRMS war bis September 2010 in Verwendung. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Einträge im Wert von 30,2 Milliarden Dollar ersichtlich. Was passierte mit dem Rest (nochmal fast 30 Milliarden)?

CoverFront SOCOBowens Auditmethoden werden insofern kritisiert, als er erst dann „untersuchte“, als das Geld schon ausgegeben war (tail-end audit) und die ominöse Agentur für „Entwicklungshilfe“  USAID (Tarnung für subversive CIA-Aktivitäten) anscheinend nur sehr oberflächlich  geprüft wurde.

SIGIR über die Gelder für USAID:

Mehr als 5 Milliarden Dollar hat der Kongress in den Jahren 2006-2012 für den „Economic Support Fund (ESF) bewilligt. Für die Verteilung dieser Gelder war das Außenministerium bzw. USAID verantwortlich. Offiziell sollten die Mittel zur „Stärkung der Demokratie bzw. der  Zivilgesellschaft“, zum „Aufbau von Kapazitäten“ und zur „Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung“ dienen.

USAID hat nach eigenen Angaben „diverse Programme“ zur Erreichung dieser Ziele durchgeführt. USAID „weiß genau wieviel z.B. in ihr „Community stabilization“ Programm floss, kann aber die Projekte bzw. deren Kosten nicht örtlich zuordnen ..“  Nach Angaben von  USAID Verantwortlichen, waren seine „Partner bei der Implementierung“, also jene privaten Akteure, die das Geld erhalten haben für die Aufzeichnung von Projektdaten verantwortlich. Aus „Zeitgründen“ hat SIGIR die Existenz dieser Aufzeichnungen aber nicht überprüft…[Vielleicht sollte man bei der Wolfsbrigade mal nachfragen …?]

In einem aktuellen Interview mit PBS sagt Bowen aber, die Hälfte der 60 Milliarden seien nur  für „security“ ausgegeben worden (Folterknechte und „Gestapo“ ausbilden, um den Widerstand der Iraker gegen die Kolonialherren zu brechen …) und mindestens 8 Milliarden seien „verschwendet“ worden. Bowen spricht von 82 Verurteilungen und 191 Millionen Dollar an Schadenersatz als positives Ergebnis seiner bisherigen Arbeit und erwartet noch einmal 100 Millionen Dollar.

Doch was ist das gegen die Milliardenbeträge, die veruntreut wurden?

Eine spannende Dokumentation (Iraq for Sale)  zeigt, wie sich die „Privatwirtschaft“ (die ja „effizienter“ ist, als der Staat – nach neoliberaler Denkart)  im Irak skrupellos bereichert hat (bloße „Gier“ ist aber nicht das Thema) …

Hier die wichtigsten Aussagen des (englischen) Films in deutscher Sprache:

… nicht nur, weil die Verträge durch Bestechung zustande kamen und überhöhte Preise verrechnet wurden

(so zahlte die US-Army für das Waschen von 5 kg Wäsche (ein Beutel) 100 Dollar an KBR –(die Wäsche fühlte sich dafür schmierig an); für ein Sixpack Cola (selbst gepanscht)  wurden 45 Dollar verlangt, usw.),

man gefährdete auch das Leben der Soldaten (von den Irakern ganz zu schweigen): die Zelte der Soldaten waren schimmelig, viele bekamen Atemwegserkrankungen; aber vor allem weil das Trinkwasser für die Truppen wegen grober Fahrlässigkeit mit Krankheitserregern kontaminiert war. KBR hatte den Vertrag für die Wasseraufbereitung erhalten, kümmerte sich aber nicht wirklich um die hygienischen Vorschriften .. dafür würde aber teuer abgerechnet. Niemand musste sich dafür vor Gericht verantworten. Es lebe die „freie Wirtschaft“ …

caciDer Film zeigt auch, dass sogar das ranghöhere Personal für die „Verhöre“ (sprich: Folter in Abu Ghraib) „ausgelagert“ wurde, also als „Dienstleistung“ privater Firmen (CACI) vom Pentagon zugekauft wurde.

1 TITAN war profiteerDie Firma TITAN lieferte hunderte Übersetzer, die sehr gering qualifiziert waren (hier einige übersetzte, deutsche Statements aus dem  Film):

  •  „Sie haben Leute genommen, die zwar arabisch sprechen, aber weder lesen noch schreiben konnten …man hat sie nicht getestet … es gab kein Training, keine Bewertung der Performance … man wusste nicht, übersetzen sie oder geben sie ihre Meinung wieder? Titan verdiente sich dumm  und dämlich und heuerte die unfähigsten Leute an ..“
  •  „In Washington gibt es eine phänomenale Inzucht: pensionierte Offiziere, Kongressmitarbeiter und die Rüstungsindustrie .. sie alle sind miteinander verwoben .. immer die gleichen Verdächtigen tauchen auf … Die „Lieferanten“ des Pentagons zahlen Millionen an Lobbyisten und für Spenden an Politiker, die in den entsprechenden Ausschüssen sitzen …
  •  Einer der größten Absahner im Irak ist KBR (eine Tochter von Halliburton, die enge Verbindungen zum damaligen Vizepräsident Dick Cheney hat ..) … sie waren sofort zur Stelle, als die Invasion beendet war: Logistik, Mechaniker, Essen und Trinkwasser, Wäsche und Duschen, einfach alles. Doch viele waren gar nicht ausgebildet, ein US-Soldat erzählt, er musste dem KBR Mitarbeiter zeigen, wie man ein Radio repariert, dann verlor er wegen ihm seinen Job bei der Army als Mechaniker… (00:35)
  •  KBR ist überall im Irak … sie sind auch für den Transport des Nachschubs zuständig (vom Proviant bis zum Treibstoff) … am Karfreitag des Jahres 2004 schickten sie einen Lkw- Konvoi der Benzin transportierte in eine Zone, in der Bombenanschläge und Kämpfe  stattfanden … drei der Fahrer kamen dabei ums Leben …die Lkws gingen in Flammen auf …
  •  Sie haben Ford Pickups gemietet… verrechnet für 7000 Dollar pro Monat für ein Fahrzeug … so kamen Kosten von 250.000 Dollar zustande … dafür hätte man die Autos kaufen können …
  •  Sie bestellten das falsche Material (z.B. Computer) … dann verbrannten sie sie, verbuchten es als Verlust und bekamen neues Geld … Lastwagen, die 75.000 Dollar gekostet hatten, wurden wegen einer Reifenpanne in die Luft gejagt … nichts wurde repariert .. dann bestellten sie einen neuen … Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug eine Panne hatte, mussten wir es zerstören (Kelly Dougherty) ..sogar ganze Konvois …
  •  Halliburton hat Rechnungen von 1, 4 Milliarden Dollar gelegt … ohne Belege … Time Magazine veröffentlichte eine e-mail, die klarmachte, dass Cheney die Milliardenaufträge für Halliburton (rund 20 Mrd.Dollar) arrangiert hatte .. doch trotz erdrückender Hinweise für Betrug und Korruption gab es keine einzige Anhörung im Kongress …  der Aktienkurs von Halliburton hat sich wegen des Irakkriegs vervierfacht … 2,5 Millionen Dollar wurden Lobbyisten ausgegeben …
  •  Fazit: Wir gaben die Verträge an KBR, Halliburton und die anderen Betrüger … die Iraker hätten es besser und billiger machen können .. wir hätten ihnen Arbeit gegeben und es wären weniger auf den Straßen herumgelungert ..und in den Widerstand gegangen … es gab keine Änderungen bei der Zuteilung der Gelder für das DoD …. keine Transparenz und Rechenschaftspflicht … dieser Krieg wurde privatisiert … mehr als jeder Krieg in der Geschichte …

DAS LETZTE WORT … (für heute)

Für Leute, denen Moral und Menschlichkeit noch nicht abhanden gekommen ist, war der Angriffskrieg gegen den Irak und seine Folgen ein Verbrechen und eine Katastrophe, vor allem für die Iraker, aber auch für das internationale Rechtssystem  das damit de facto für die USA außer Kraft gesetzt wurde – und die Welt schaute zu …

Für viele politische Kommentatoren und Journalisten lautet das Fazit „ein Debakel für die USA“, man spricht von „Fehlern“ und mangelnder  Planung, vor allem für die Zeit der Besatzung ..als ob es ich hier um bloße Nachlässigkeit handelte …

Für Profiteure des Krieges, der Besatzung und des „Wiederaufbaus“, aber vor allem für die ideologischen Planer „hat es sich ausgezahlt“.

I feel very good about it.  If I had to do it over again, I’d do it in a minute.”  Dick Cheney,  2013

Fast alle „Neocons“ – Befürworter des Angriffs auf den Irak – sind auch Zionisten („enge Beziehungen“ zum Likud) – kein  Zufall – und Israel ist der große Gewinner dieses Krieges …

„Plündern, morden, rauben nennen sie mit falschem Namen ‚Imperium‘, und wo sie eine Wüste schaffen, nennen sie es Frieden.“

Originalzitat (bezogen auf das römische Imperium):

Auferre trucidare rapere falsis nominibus imperium, atque ubi solitudinem faciunt, pacem appellant.

 Tacitus

 

Der amerikanische Irak: Blut und Ehre unter Wölfen

1 brigade des loupsIhr verdient etwas besseres als Tyrannei und Folterkammern. Ihr verdient die Freiheit und ich versichere jedem Bürger im Irak: eure Nation wird bald frei sein“.

G.W. Bush, vor der Irak-Invasion März 2003

Am 6. März 2013 veröffentlichte die britische Zeitung THE GUARDIAN gemeinsam mit BBC Arabia eine aufrüttelnde Video-Dokumentation, sowie mehrere Artikel, die den endgültigen Beweis dafür lieferten, dass die US-Regierung (oft unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung, militärisch: counterinsurgency) im Ausland selbst Terroreinheiten (genannt „Sicherheitskräfte“) finanziert, ausbildet  und für „strategische Zwecke“ einsetzt.

Seit mehr als 50 Jahren … muss man hinzufügen …das Ende des „kalten Krieges“ hat daran nichts geändert (nur die sprachlichen Formulierungen wurden angepasst)

Die ARD hat die Doku anscheinend völlig ignoriert, die Frontal 21 Redaktion des ZDF zeigte am 19. März einen Trailer aus dem Guardian/ BBC Video mit teilweise eigenem Kommentar.)

Interessant dabei ist, dass in allen deutschen Presseberichten von „Vorwürfen“ und „Anschuldigungen“ gesprochen wird, obwohl die Beweislast erdrückend ist. Niemand bestreitet, das im Irak Menschen gefoltert wurden (und werden), doch die Mitwisserschaft, ganz zu schweigen von der fundamentalen Verantwortung der amerikanischen Regierung für diese systemischen Menschenrechtsverletzungen und Grausamkeiten will kein Journalist hier wahrhaben, weshalb verharmlosende Formulierungen an der Tagesordnung sind:

Der Spiegel schreibt über James Steele, der schon unter Reagan in El Salvador und später Nicaragua und Panama traurige Berühmtheit erlangte,

„Gerade [er] dürfte aus seinen Einsätzen für die US-Streitkräfte in Zentralamerika einiges über brutale Verhör- und Foltermethoden gewusst haben. Die Übergriffe der aus den USA finanzierten paramilitärischen Einheiten in El Salvador in den achtziger Jahren sind gut dokumentiert. Steele überwachte damals als oberster Ausbilder das Training und die „Erfolge“ genau dieser Einheiten.“

(Auf dem Bild unten sehen wir einen der „Übergriffe“: massakrierte Studenten, die es wagten, gegen das faschistische Regime zu demonstrieren)

12 Feb 1980 El Salvador

12 Feb 1980 El Salvador

Hier zeigt sich doch wie schwer man sich in Deutschland damit tut, kriminelles Verhalten der USAVerbrechen gegen die Menschlichkeit, die durchaus mit jenen des dritten Reiches konkurrieren können  klipp und klar zu benennen, anzuprangern und in einen rechtlichen Kontext zu stellen. (

(Zu diesem anhaltenden Akt der „Hypnose“ – ungeheure Verbrechen der USA einfach zu ignorieren   – siehe  die schon oft von mir erwähnte, wunderbare und düstere Nobelpreisrede von Harold Pinter  (zweite Hälfte) aus dem Jahr 2005)

Die USA wird in den Medien immer noch als „moralische Instanz“, als „leader of the free world“ präsentiert, die gegen böse „Despoten“ wie Saddam Hussein, Gaddafi oder Assad auftritt; die USA erkennen den Internationalen Strafgerichtshof ICC für ihre eigenen Staatsbürger nicht an – warum wohl? – nutzen ihn jedoch, um unbequeme Politiker aus dem Ausland dort in Schauprozessen fertigzumachen.

Das ZDF tut sich ebenfalls schwer, die Dinge bei ihrem grausamen Namen zu nennen: „Steele ist ein hochdekorierter Veteran, kämpfte in El Salvador, war verwickelt in Waffenschiebereien nach Nicaragua, ist Spezialist für schmutzige Guerillakriege und Aufstandsbekämpfung –soll heißen: er kämpft auch mit verbotenen Mitteln.“

Auch das ist eine ungeheure, sprachliche Verharmlosung. Deshalb hier eine kleine Auswahl dessen, was die US-Regierung in El Salvador an „Spezialtraining“ durchgeführt hat:

„Die Jungen wurden schon mit 13 Jahren aus den Slums und Flüchtlingslagern geholt und mit Ritualen der  (Nazi) SS  indoktriniert, dazu gehörten auch Brutalisierung und Vergewaltigung, um sie für die Morde vorzubereiten, die oft einen sexuellen und satanische Beiklang hatten.

Die Art des „Trainings“ wurde von einem salvadorianischen Deserteur beschrieben, der 1990 nach Texas geflüchtet war und dort Asyl erhielt. (Das State Department hatte seine Abschiebung verlangt, aber ohne Erfolg). Sein Name wurde vom Gericht geheimgehalten, um ihn zu schützen.

Nach seinen Angaben mussten die „Rekruten“zur Feststellung ihrer Eignung

  • Hunde u.a. Tiere töten, indem sie in ihre Hälse bissen oder ihnen den Hals umdrehten
  • zusehen, wie Soldaten „Verdächtige“ folterten (Fingernägel ausreißen, Kopf abschlagen, den Körper zerhacken und
  • mit den Körperteilen herumspielen

Das Ergebnis dieser „Ausbildung“ der „hoch dekorierten US-Veteranen“ beschrieb ein katholischer Priester (Daniel Santiago) im Jesuitenjournal America an einem Beispiel so:

„Eine Bäuerin kam eines Tages nach Hause, wo sie ihre drei Kinder, ihre Mutter und Schwester am Tisch sitzen sah …jeder von ihnen hatte seinen abgetrennten Kopf auf dem Tisch vor sich liegen …die Hände waren so arrangiert, als ob sie ihren Kopf streicheln würden … der Kopf des 18-monate alten Kleinkindes wurde an dessen Hände genagelt …eine große Plastikschüssel voller Blut stand in der Mitte des Tisches …

Quelle: Noam Chomsky

Die clandestine Organisation der brutalsten Terroreinheiten und „Todesschwadronen“ im Ausland als „Einsätze“ für Streitkräfte zu bezeichnen und deren dokumentierte Massenmorde (samt Zurschaustellung der grausam verstümmelten Leichen) tausender  Zivilisten als “Übergriffe“, was soll man dazu sagen?  Die USA haben seit Jahrzehnten eine eigene spanische „Akademie“ für Terroreinheiten und Folterknechte (SOA) in Fort Benning eingerichtet, aus der etliche Offiziere hervorgingen, die in Lateinamerika ihre Namen mit Blut verewigt haben.

Noch ein  "Veteran" ... der auf spezielle Art für  "Sicherheit" sorgte ...

Noch ein „Veteran“ … der auf spezielle Art für „Sicherheit“ sorgte …

Auch der Begriff „Veteranen“, der immer wieder (auch in mehreren Schlagzeilen) auftaucht und eher positiv besetzt ist, ist irreführend, weil es sich hier nicht um normale Soldaten bzw. Offiziere handelt, sondern um Männer von Spezialeinheiten = Mörder und Kriegsverbrecher, die zu allem fähig sind.

Besonders seit Carter bzw. Reagan wurde Subversion, Mord und Terror als legitimes Mittel zur scheinbaren „Demokratisierung“ jener Länder angesehen, die nach „links“ drifteten und dem Westen nicht Tür und Tor zur Plünderung ihrer Ressourcen öffneten. Die  Einbindung in das von Washington errichtete und dominierte Weltwirtschaftssystem ist nicht optional, sondern ein „freiwilliger Zwang“, dem sich alle Länder zu unterwerfen haben – or else.

Steele war ja kein normaler Soldat / Offizier sondern (im Dunstkreis der CIA) bei den „special forces“, ein Codewort für die moderne Version der SS: Männer, die foltern und töten, ganze Dörfer abschlachten, auf „Menschenrechte“ pfeifen, und das alles, weil man ihnen eingeredet hat, diese grausamen Verbrechen seien für die „nationalen Interessen“ notwendig.  Steele hat dafür ja einen Orden von Washington bekommen (auch einen vom „Reichssicherheitsamt“ im Irak)

Es war ebenfalls der Guardian, der schon 2010 die Folterberichte aus dem Irak näher untersuchte, so etwa Nick Davies (der das Buch über „Churnalism“ geschrieben hat) am 22. Oktober:

  • „Der gefesselte Gefangene kniete mit verbundenen Augen am Boden, als ein irakischer Soldat auf ihn zukam und ihm einen Fußtritt in den Nacken versetzte. Der Marine Sergeant meldete den Vorfall, er wurde dokumentiert und weitergeleitet. Das Ergebnis: „Keine Untersuchung notwendig.“
  •  „Ein Mann wurde festgenommen, weil man ihn verdächtigte, ein Selbstmordattentat geplant zu haben. Zuerst schossen sie ihm ins Bein, dann wurde er schwer mit einer Eisenstange misshandelt, was zu „gebrochenen Rippen, mehrfachen Fleischwunden und Prellungen“ an seinem Rücken führte. Auch dieser Vorfall wurde dokumentiert –mit dem gleichen Ergebnis: Keine Untersuchung notwendig.
  • Hier handelte es sich nicht „nur“ um einzelne Fälle extremer Gewalt, sondern um systematische Folter. Männer wurden mit auf den Rücken gebundenen Händen an ihren Handgelenken an der Decke aufgehängt (eine extreme „Stressposition“), mit Plastikrohren geschlagen und mit Elektrobohrern gefoltert. Eines dieser Opfer wurde ebenfalls im Log der US-Soldaten erfasst, er wurde medizinisch versorgt, aber auch hier gab es keine Konsequenzen.
"freedom" im "befreiten" Irak....

„freedom“ im „befreiten“ Irak….

Davies stützte sich dabei auf die von Wikileaks veröffentlichten Dokumente über das  kriminelle Verhalten der US-Truppen im Irak. Einem jungen Gefreiten der US-Armee, der als Nachrichten-Analyst tätig war,  hatte die Brutalität, Unmenschlichkeit und Rechtlosigkeit, die er fast täglich zu sehen bekam, schlaflose Nächte bereitet. Er entschloss sich schließlich, die Dokumente an Wikileaks weiterzugeben.

Sein Name ist Bradley Manning, er steht gerade vor Gericht und muss lebenslange Haft befürchten, weil er sich wie ein anständiger Mensch verhalten hat. Weil er das gemacht hat, wozu Journalisten verpflichtet sind: das Recht der Öffentlichkeit auf Wahrheit ernstzunehmen (was „US Außenpolitik“ wirklich bedeutet).

Nick Davies erklärt, dass es sich hier nicht um Nachlässigkeit der unteren Chargen handelte, sondern um die Folge eines Befehls „von ganz oben“ mit dem Titel FRAGO 242, der im Juni 2004 erlassen wurde. Darin heißt es, dass die Truppen Verstöße gegen die Genfer Konvention, wie die Misshandlung von Festgenommenen nicht weiter verfolgen sollen, es sei denn, Mitglieder der „Koalitionstruppen“ seien direkt darin verwickelt. Wenn aber Iraker Täter und Opfer sind, ist keine Untersuchung notwendig (außer wenn das Oberkommando es will).

Diese Anordnung – wohlgemerkt nach dem Skandal von Abu Ghraib erlassen – zeigt ja bereits, dass das Leben oder die Rechte der Iraker für die Planer dieses Krieges überhaupt keine Rolle spielt. Im Gegenteil, es ist Teil der Strategie, dass sie sich gegenseitig umbringen. Unsere Medien schreiben über die Folter, weigern sich aber hartnäckig, das ganze Ausmaß der Vertuschung und vor allem die Strategie und politische Ideologie hinter den „Skandalen“ im Irak wahrzunehmen. (Mehr dazu im nächsten Beitrag)

Such Dir die schlimmsten Psychopathen aus, die am meisten verroht sind und gib Ihnen ein eigenes Abzeichen ..“ 

Das Konzept für  die „neuen Sicherheitskräfte“ im Irak?

Dass Leute wie Steele und Coffman nur Werkzeuge für die Polit-Strategen im Hintergrund sind, dürfte klar sein. „Verteidigungsminister“ Donald Rumsfeld, Dick Cheney, „Sicherheitsberater“ Elliot Abrams, u.a. Neocons sind die geistigen Väter dieser Kriege und staatlichen Terrorherrschaft (die neue Version seit „9/11“), aber auch Hobbes, Nietzsche, Carl Schmitt und Leo Strauss (über die muss noch ein eigenes Kapitel geschrieben werden …)

1 Fröder Torture Irak 2004Siehe da, auch ein (ehemaliger) ARD-Reporter hat schon 2004 mit eigenen Augen gesehen, wie die festgenommenen Iraker behandelt werden: O-Ton von ARD Reporter Christoph Maria Fröder : (Wieso wurde der Film nie in der ARD gezeigt? Kann sich jemand daran erinnern?)

 „… Man erzählt uns, niemand habe die Tortur länger als zwei Tage ausgehalten … (diesen Teil dese makabren Trainings dürfen wir nicht sehen) .. einige sitzen aber seit Wochen hierdürfen nur alle 24 stunden auf die Toilette, es stinkt bestialisch … für eine Stunde wurden ihnen die Fesseln gelöst …dann wieder Verhör unter grausamen Bedingungen …plötzlich müssen wir das Gebäude verlassen ..werden noch einmal dazu verdonnert, nicht über das Schicksal und den Umgang mit den Gefangenen zu berichten …

Wenn wir wegen euch Ärger bekommen“, sagt uns ein Offizier zum Abschied, „dann niete ich euer Team persönlich um“.

Es lebe die „transatlantische Freundschaft“, die Merkel ja so hoch hält …

PetraeusDass der damals verantwortliche General Petraeus (wie andere vor ihm) wegen eines „Sexskandals“ zurücktreten musste, ist der größte Witz in dieser ansonsten sehr bitteren Angelegenheit. US-Politiker und Militärführer werden niemals wegen Anordnung oder Duldung schwerer Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verurteilt, aber wehe man hat eine „Affäre“, Sex außerhalb der Ehe, dann schlägt die puritanische Moralkeule Amerikas ohne Mitleid zu. Man ist nicht mehr „tragbar“ und muss gehen. Was für eine ungeheure Farce.

Herr Pitzke, der Autor des Spiegel Artikels irrt in einem Punkt gewaltig, wie viele seiner Kollegen. So schreibt er über die „Foltervorwürfe“ und die jüngste Stellungnahme Cheneys:

Es sind Vorwürfe, die zum jetzigen Jahrestag besonders ungelegen kommen: Versuchen die US-Protagonisten dieses von George W. Bush unter Vorwänden angezettelten Krieges doch gerade wieder, ihre Handlungen schönzureden. „Wenn ich es noch mal tun müsste, würde ich es im Handumdrehen tun„, sagt etwa Bushs Ex-Vizepräsident Dick Cheney über den Irak-Krieg in einer TV-Dokumentation, die kommende Woche im US-Sender Showtime läuft. 

Mein lieber Herr Pitzke, auch ohne das Video mit Cheney gesehen zu haben, kann ich Ihnen versichern, dass weder er noch einer der anderen neocons irgend etwas „schönreden“ will. Wenn jemand sagt, „ich würde es wieder tun“ heißt das ja genau das Gegenteil: er hat keinerlei Unrechtsbewusstsein, keine Einsicht, etwas falsch gemacht zu haben. Im Gegenteil, er hält an seinen Ansichten und daraus folgenden Handlungsweisen fest, egal welche Wellen an Kritik ihm entgegenschlagen.

Die „Neocons“ haben ihre Ziele ja erreicht, für sie gibt es kein „Debakel“ (warum das so ist, erkläre ich im nächsten Beitrag).

Genau das zeichnet die Neocons, die „Straussianer“ ja ihrer Meinung nach aus. Sie leben in einem anderen moralischen Unversum als wir „Gutmenschen“ (die dumme, naive Herde, von denen ein Großteil „überflüssig“ ist …) und die „gentlemen“ (die glauben, ehrenhaft zu handeln, wenn sie dieses System in Politik oder Militär unterstützen)

Auch begeht Herr Pitzke den Trugschluss, die „Irak-Invasion“ als „missraten“ zu bezeichnen. Man habe „die Lehren aus dem Debakel“ zu schnell vergessen (welche Lehren?) und manche „Neocons“ sähen die USA am liebsten im Dauerkrieg“. Letzteres stimmt, bis auf das Wort „sähen“:

Die USA sind in einem Dauerkrieg, es vergeht kein Tag, an dem nicht irgenwelche Teile des Apparates der die „national security“ Interessen bewahren soll, in anderen Ländern in irgendeiner Form „intervenieren“. Das Spektrum reicht dabei von sehr subtil (Deutschland) bis sehr brutal … (siehe Syrien)

obamaObama ist nicht so schlimm wie Bush, er ist viel schlimmer: man sieht ihm nicht an, wie skrupellos seine Politik sein kann. Sein „ehrliches Gesicht“ und die Reden voller triefendem Ethos (wie ein Pfarrer in der Sonntagspredigt, dem alle vertrauen) sind sein größtes Kapital. Dass er ein „CIA-Mann“ ist, der lieber mit Leuten wie Steele, geheimen Kommandos und ferngesteuerten Drohnen Menschen umbringt, als mit klassischen Militäreinsätzen, macht die Sache nicht besser.

Hier die schockierendste Aussagen und Bilder aus dem Guardian Video:

OPERATION „IRAQI FREEDOM“

(brought to you by the Gestapo & SS of Iraq,   courtesy of the USA ….)

1 Muntadher MOI1 General Muntadher al-Samari (im folenden abgekürzt als GM), irakischer Innenminister von 2003-2005 (inhaftiert unter Saddam und bestimmt kein Mensch, der zu „Sentimentalitäten“ neigt) über James Steele, der als oberster „Berater“ der Terroreinheiten des Innenministeriums fungierte:

„The best description of him is, he lacks human feeling …I mean, the number of wars he was in and the acts of torture that must have been committed in Iraq and elsewhere … somehow  their hearts have died

Ein Mann also, den man am besten so beschreibt: Es fehlen ihm menschliche Gefühleirgendwie haben sie kein Herz mehr (diese „Veteranen“ der amerikanischen Kriege …(die sich nicht selbst umgebracht haben, wie viele nach Vietnam bzw. ihrem Irak-Einsatz möchte man beinahe hinzufügen)

Muntadher, der hier zum ersten Mal öffentlich über die Folterungen spricht, die er teilweise selbst gesehen hat, war entsetzt über die Brutalität der „Sicherheitskräfte“, die von  amerikanischen Militärberatern geschult worden waren ..

 Ich erinnere mich an einen 14-jährigen Jungen, den sie an eine der Säulen in der Bibliothek gebunden hatten … so, dass seine Beine über seinem Kopf waren … sein ganzer Körper war blau, von den Schlägen mit Kabeln, .die sie ihm verpasst hatten (29:00)

Das Militär hatte 14 geheime Gefängnisse, aber die Militärführung und die Amerikaner wussten alles über diese Orte … was dort vor sich ging .. die Morde, Folter, die widerlichste Form von Folter, die ich je gesehen habe“.

James Steele hatte Zugang zu all diesen Verhörzentren, eines davon hat GM gemeinsam mit ihm besucht.

Steele und Coffman waren ständig hier um die „hochwertigen“ Gefangenen entgegenzunehmen, von den sogenannten „Informationskomitees“, die bei jedem regionalen Kommandozentrum vorhanden waren …. Eine von Steeles Aufgaben war, den Kommandeuren eine Liste jener Leute zu geben, die die Amerikaner haben  wollten …“

Dazu General Petraeus in einem Interview mit PBS auf die Frage, ob er davon wusste: ..“to find the absolute evidence for this has actually been quite difficult“ …(really ..?!)

Doch Jerry Burke, der der oberste Berater der irakischen Polizei war (und später abgezogen wurde, weil er zuviele Skrupel hatte)sagte zum Guardian: „Er musste wissen, dass es diese Shia-Milizen gab … es wurde offen darüber gesprochen, eigentlich wussten alle im Irak über diese Brigaden Bescheid .. er musste auch von den Todesschwadronen wissen..“

1 Mowaffak Baath NS advisor2 Mowaffak al-Rubaie, Nationaler Sicherheitsberater im Irak von 2004-2009 (ein langjähriges CIA-„asset“ über Steele:

„Er war eine mysteriöse Figur… hat sich mir gegenüber nie vorgestellt, obwohl er zu einer kleinen Gruppe Eingeweihter zählte, die bei unseren Meetings dabei sein durften (Sanchez, Bremmer, er selbst, der irakische Verteidigungsminister und Steele)

Eine der zentralen Stützpunkte für die Terroroperationen war die alte Stadt Samarra, aus der Adnan Tharbet (siehe weiter unten) stammte. Er war versessen darauf, hier ein Exempel zu statuieren, den „Aufständischen“ (Gegner des Neoliberalismus, Sozialisten und Kommunisten – nicht bloß fanatische „Islamisten“.. wie man uns weismachen will) und ihren Sympathisanten eine Lektion zu erteilen. Und so stürmten unter Steeles Kommando hunderte „Sicherheitspolizisten“ (Himmler und Heydrich lassen grüßen) die Häuser der Stadt, zerrten die Männer aus ihren Betten und schleppten sie in die Verhörzentren.

1 NYT Maass article

Zwei Reporter der New York Times hatten schon im May 2005 über die Folter im Iraq berichtet: Peter Maass veröffentlichte die Ergebnisse unter dem Titel: Die Salvadorisierung des Irak? (siehe die o.a.Grausamkeiten des Militärs in El Salvador, die auch „Werkzeuge“ der US Außenpolitik waren; und das Video von John Pilger im letzten Beitrag) Er hatte gemeinsam mit dem Fotograf Gilles Perres ein Interview mit James Steele geführt und bei dieser Gelegenheit Einblicke in die „enhanced interrogation“ Methoden gewonnen, die aus dem Folterhandbuch der SS stammen könnten:

Perres:Ich hörte die Gefangenen die ganze Nacht schreien“.

Maass: „Die Soldaten sprachen darüber, wie sie Gefangene gesehen hatten, die wie tote Tiere aufgehängt wurden …“

Ein Mann, der die Folter überlebte sagte den Reportern:

 „Sie hingen uns  an den Händen(mit den Händen auf dem Rücken) an der Decke auf .. bis unsere Schultergelenke ausgerenkt waren ..sie schlugen uns mit Schaufeln und Rohren, gaben uns Stromschläge, zogen an den Ohren mit Zangen

Maas: „Man führte uns in einen Nebenraum, wo eine „Befragung“ stattgefunden hatte, Blut tropfte seitlich am Schreibtisch herunter“ (im Büro von Steele)

Perres: Während wir Steele interviewten, waren da diese schrecklichen Schreie …allah, allah, allah .. das war keine religiöse Verzückung, das waren Schreie vor Schmerzen und Grauen

Maas: Colonel Coffman arbeitete Seite an Seite mit Steele. Es war klar, dass sie sich sehr nahe standen, was die Beziehung im Kommando betraf, aber auch im Bezug auf die Ideologie dahinter ..was getan werden musste; Petraeus sagte mir, er sei von den Kommandos fest überzeugt, dass sie größer, stärker und weiter verbreitet werden sollten im Kampf gegen die Aufständischen …“

Welche „Aufständischen“ eigentlich? Hier wehren sich Iraker gegen eine fremde Besatzungsmacht, was ihr gutes  Recht ist. Dass man sie alle als „Terroristen“ und somit als  „legitime Ziele“ für systemische Menschenrechtstverletzungen, Folter und Mord betrachtet, zeigt nur, welche kranke Ideologie und verzerrte Wahrnehmung hier am Werk ist.

1 adnan Tharbet SS3 Adnan Tharbet, oberster Kommandeur der „Spezialkommandos“ der „Sicherheitskräfte“ (man könnte auch sagen Gestapo meets SS ..)

Es gibt einige Killer, die nie gestehen .. man muss harte Mittel einsetzen .. alle möglichen Mittel … damit sie gestehen; Folter ist nicht menschlich, aber es gibt einige Verfahren, die man befolgen muss, damit Kriminelle ein Geständnis ablegen ..“

Tharbet (der aussieht wie die Karikatur eines Bösewichtes aus einem Bond-Film) erklärt das Blut damit, dass die „Terroristen sich selbst verletzen, damit sie es uns in die Schuhe schieben können“  obwohl sie doch alles getan hätten, um ihnen geeignete Gegenstände dafür abzunehmen …(Logik ist selten bei Folterknechten vorhanden)

Meanwhile, erklärte Steele der NYT, dass er „Menschenrechtsverletzungen ablehne“ (aber wohl nur, wenn Amerikaner betroffen sind …)

Neil Smith, ein Sanitäter der US Army erinnert sich, welche ungeheure Angst die Iraker in Samarra vor den SP Kommandos hatten, die folterten, vergewaltigten, die Gefangenen wie Tiere behandelten … und  beschreibt die Situation bei den US-Soldaten so:

Alle wussten es, aber niemand kümmerte es … dass Folter stattfand“   

1 Gen Pace with Rumsfeld 2005In dem Video ist ein Clip zu sehen, der aus einer Pressekonferenz des Pentagon (2005) stammt. General Peter Pace sagt zur Verantwortung der Soldaten (als Zeugen von Folter):

„Es ist die absolute Verantwortung jedes Mitgliedes der Streitkräfte .. wenn sie unmenschliche Behandlung sehen .. einzugreifen, sie zu stoppen.“

Donald Rumsfeld, der daneben steht, verzieht das Gesicht und merkt an: „Sie meinen aber nicht, physisch eingreifen, nur darüber zu berichten…“darauf der General: „wenn sie anwesend sind, haben sie eine Verpflichtung, das zu stoppen“.

Wie das aber in der Praxis gehen soll, wenn der Befehl „wegzuschauen“ von ganz oben kommt, kann uns der brave General wohl nicht erklären.

Dass die „Gefangenen“ menschlich und mit Respekt zu behandeln sind (nach der Genfer Konvention u.a. Abkommen), wird im Video (vom Erzähler) gerügt.

Doch genau hier liegt der Teufel im Detail: Die Amerikaner hatten ja „formal“ die Kontrolle über den Irak an eine neue “Interrimsregierung“ abgegeben. Man ist ja nur beim Aufbau von „Sicherheitskräften“ behilflich: Wir sehen ja im Video einen Innenminister, einen Polizeichef, einen nationalen Sicherheitsberater, usw. Die amerikanischen „Berater“ sind also in der Lage, Folterknechte auszubilden, die der SS an Grausamkeit und Willkür das Wasser reichen können, rechtlich gesehen, sind sie aber (nach der Genfer Konvention) schwer haftbar zu machen, denn die „Verantwortung“ haben ja offiziell die irakischen Behörden und der „Krieg“ ist ja vorbei ….

Dass man für Führungspositionen Leute ausgesucht hat, die Saddam inhaftieren ließ, heißt nicht immer, dass diese Leute noch ein Gewissen haben. Im Falle  von Adnan Tharbet ist offensichtlich, dass er ein korrupter Verbrecher ist, der auch unter Hitler Karriere gemacht hätte (er ist übrigens Sunnit und war Mitglied der Baath-Partei und war an einem Putsch gegen Saddam beteiligt, also wohl auch ein CIA-asset).

(Das Märchen, das die alten Garden von Saddam alle politisch entmachtet wurden, können wir vergessen. Im Gegenteil: die größten „Schweine“ wurden wieder in hohe Ämter befördert wie Tharbet, Mohammad Shahwani u.a. wo sie als die Heydrichs und Himmlers des amerikanisierten Babyloniens in die Geschichte eingehen werden)

marlon-brando-apocalypse-nowMaas schreibt in seinem Artikel, dass ein Oberst der US-Armee Tharbet mit dem „Paten“ („The Godfather“ im Film von Marlon Brando gespielt) verglichen hat, was der General als Schmeichelei empfindet.

James Steele (den man eher mit Brando in „Apocalypse now“ vergleichen könnte) bewundert General Tharbet: „ Er ist offensichtlich ein Naturtalent als Kommandeur“ sagte er zu Maass, „er verschafft sich Respekt“ (!). 

Wie dieser „Respekt“ aussieht, sehen wir hier: Eines der zahlreichen Folteropfer im Iraq. Tausende wurden und werden brutal misshandelt und ermordet. Ihre Leichen absichtlich auf den Straßen liegengelassen, damit die Schockwirkung noch größer ist (wie in El Salvador). Andere wurden massenweise exekutiert und ebenfalls wie Fleischabfälle „weggeworfen“. Die schlimmste dieser Spezialkommando-Einheiten ist die „Wolfs-Brigade“ (deshalb das Bild ganz am Anfang aus dem japanischen Animations-Film)

1 torture victim 4

Während des Aufenthaltes im Irak sah der NYT Journalist Maass eine „TV-Show“ mit dem perfiden Titel „Terrorismus im Griff der Justiz“.

Darin werden vor Angst schlotternde Gefangene gezeigt, die vor laufender Kamera alles gestehen, was man ihnen vorwirft. Sie werden als Kriminelle und Abartige mit niedrigen Motiven präsentiert, nicht als politische Widerstandskämpfer. (Viele haben aber gar nichts getan, sie werden nur wegen der „Schockwirkung“ gequält bzw. getötet). Diese Art der psychologischen Kriegsführung stammt natürlich von den amerikanischen „Befreiern“, die den Sender Al Iraqiya finanzieren. Damit soll jeder Gedanke, die echten „Aufständischen“ (die ihre Freiheit verteidigen) zu unterstützen, im Keim erstickt werden.

Damit – und mit den Terroreinheiten – gewinnt man sicherlich die „hearts and minds“ der Iraker und die „Operation Iraqi Freedom“ erreicht so ihren vorläufigen Höhepunkt an Heuchelei …

Nachdem die FRAGO 242 in Kraft getreten war, dachten Rumsfeld und Petraeus wohl, die Sache sei erledigt. Doch es gibt unter den US-Soldaten sehr viele Menschen, denen man Moral und Menschlichkeit noch nicht ausgetrieben hat. Diese Leute stellen für die Führungseliste der USA ein großes Risiko dar (wie Bradley Manning):

MORAL MINDS IN ACTION

1 Oregon brave nat guardIm Sommer 2004 waren Mitglieder der US Nationalgarde aus Oregon so beunruhigt über das, was sie in der Nähe des Innenministeriums gesehen hatten, dass sie versuchten, es zu stoppen (wie General Pace ja sagte, eine „Verpflichtung“). Zuerst sahen sie, wie die irakischen „Polizisten“ afrikanische Migranten verprügelten, dann gingen sie weiter zu den Gebäuden, in denen Iraker festgehalten wurden:

Southall:Ich sah furchtbare Dinge; 75 Gefangene auf engstem Raum zusammengepfercht .. sie bettelten um Essen und um medizinische Betreuung ..“ Wir gaben ihnen jedes Krümelchen an Essen, das wir hatten, jeden Tropfen Wasser .. wir sahen eine Folterkammer .. wo sie die Leute mit Elektroschocks folterten .. es war ziemlich offensichtlich, was man diesen Leuten angetan hatte ..“   (aus dem Video)

Tyson Bumgardner, ein anderer Gardesoldat, schrieb dazu  in einer e-mail an seine Familie:

Ich musste mich fast übergeben, weil der Geruch von Erbrochenem und Urin, vermischt mit dem sauren Aroma des Angstschweißes so ekelerregend war“

Bumgardner (wohl einst ein deutscher „Baumgartner“) griff ein, als er sah, wie ein irakischer „Polizist“ einem Jungen im Teenageralter  einen Elektroschock verpassten wollte. Doch ein Oberfeldwebel zog ihn weg. Zwei andere Mitglieder der Nationalguarde beschrieben die Sache so:

„Es war wie eine Szene aus einem Konzentrationslager“.

Der leitende Offizier von Southalls Truppe forderte die Irakischen „Sicherheitskräfte“ aber auf, damit aufzuhören. Ihr Anführer rief daraufhin sofort im Hauptquartier der US-Armee an. Unmittelbar danach kam der Befehl, abzuziehen, und zwar gleich. Die Männer konnten es nicht fassen und einige überlegten, den Befehl zu verweigern.

Southall: „Ich wusste, dieser Befehl kam von ganz oben .. als wir in unserem Gelände ankamen, mussten wir geschlossen antreten und der Kommandeur sagte uns, was wir gesehen hatten, sei nie passiert und wir sollten es gleich wieder vergessen

Aber die mutigen Oregonians weigerten sich zu vergessen: als sie heimgekehrt waren, gingen sie sofort zur Presse und machten ihrer Empörung Luft. „Am ersten Tag der irakischen „Souveränität“, (nachdem Proconsul Bremmer konfrontiert mit dem Skandal von Abu Ghraib und nachdem Millionen an Bargeld verschwunden war,  fluchtartig das Land verlassen hatte) erlebten die Männer aus Oregon, welche „amerikanischen Werte“ hier vermittelt wurden.

James Steele war auch in die „Iran-Contra-Affäre“ verwickelt, und deshalb – offiziell – in Ungnade gefallen. Doch die Neocons können Männer wie ihn (Moralcodex der SS) gut gebrauchen ..

Sehr aufschlussreich ist auch die Szene einer Pressekonferenz des Pentagon vom 29.11.2005, in der ein Reporter Minister Rumsfeld fragt:

Sind sie besorgt, wegen der Berichtte über Folter und Todesschwadronen im Irak … die hunderte Menschen umgebracht haben…?

the wolf brigade execution terror

hier sehen wir die „hypothetischen“ Leichen, auf die Rumsfeld nicht eingehen will ..

Rumsfeld (säuerlich): Ich kann nicht auf hypothetische Fragen antworten … Ich were mich nicht auf Spekulationen einlassen“

Reporter äußert, das seien doch keine hypothetischen Fragen …. Es gäbe genug Berichte über verstreute Leichen auf den Straßen, massenhafte Folterungen, usw.

Rumsfeld (genervt) : Das sind unbestätigte Vorfälle … Ich habe keine Daten, die ich kommentieren könnte“

Im Video heißt es: „Aber Donald Rumsfeld hätte es wissen müssen. James Steele hatte sechs Wochen vorher an ihn geschrieben und „gewarnt“, diese Spezialeinheit der Polizei seien Shia-Milizen, die auch Todesschwadronen unterhielten ….sie würden außerdem von den Gefangenen Geld und Wertsachen abpressen bzw. die Wohnungen plündern …“

Dieser „durchgesickerte“ Brief muss wohl als absichtliches Leak interpretiert werden, denn niemand brauchte Rumsfeld darüber  zu „informieren“, was im Irak vor sich ging: er und die anderen neocons hatten es ja selbst geplant …) es ging nur darum, eine „plausible deniabilty“ zu etablieren. Soll heißen, man tut so, als ob die „Übernahme“ des Innenministeriums durch radikale Shiiten für die Gewaltexzesse verantwortlich zu machen sei, wieder einmal ein „Debakel“, eine ungewollte Entwicklung, die man nicht vorausgesehen hatte .. Diese Art der Desinformation zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte, wir müssen uns davon lösen. Wir SOLLEN so denken, damit die Schuld der US-Regierung an geplanten Verbrechen gegen die Menschlichkeit erst gar nicht diskutiert wird.

Der damalige Innenminister Muntadher al-Samari  reichte seinen Rücktritt ein, nachdem die Leichen von zwei Kollegen auf einer Müllkippe gefunden wurden. Er flüchtete daraufhin nach Jordanien und hat sich trotz der Gefahr für sein Leben, bereit erklärt, Journalisten ein Interview zu geben. 

Sein Interview wurde erstmals 2005 in einem arabischen Fernsehsender gezeigt.

GM sagt abschließend: „Ich bin bereit zu schwören, dass hohe Funktionäre wie Steele Verbrechen gegen die Menschenrechte beigewohnt, dass sie nichts dagegen getan haben und dass sie die Täter nicht bestraften …“

bradley-manning-war-crimesAlle US-Soldaten, die den Mut hatten, im Video mit ihrem Namen aufzutreten haben und der hero der Demokratie Bradley Manning ein gemeinsames Anliegen: Die Leute müssen wissen, was hier wirklich passiert ist.

Dass unter Bush, Cheney und Rumsfeld etwas „untersucht“ würde, konnte niemand ernsthaft glauben. Deshalb waren die Hoffnungen, die man in den Saubermann Obama setzte, groß. Aber noch größer war die Ent-täuschung, die folgte:

Obama zu den immer lauter werdenden Rufen nach einer Aufarbeitung und Verfolgung der Kriegsverbrechen im Irak mit dem Hinweis, dass er die „harten Ansichten und Gefühle, die diese Themen auslösten“ respektiert:

Jetzt ist es Zeit für Reflexion, nicht Vergeltung. (Es handle sich um) … ein dunkles und schmerzhaftes Kapitel unserer Geschichte … aber in Zeiten großer Herausforderungen und Uneinigkeit, wird nichts dadurch gewonnen, wenn wir Zeit und Energie darauf verwenden, Schuldzuweisungen für die Vergangenheit zu machen

Dazu fällt mir spontan ein: Tell that your Zionist cronies from AIPAC and the Israeli government Stellen wir uns vor, ein deutscher Politiker würde mit dieser Lasst-uns-nach-vorne-schauen Prediger-Rhetorik auf die ewigen Forderungen nach Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen reagieren ..selbst fast 70 Jahre später würde das einen Aufschrei geben…aber wenn die Opfer nur „Araber“ und nicht Juden  sind, ist das ja anscheinend ok .

Rumsfeld, der SoB, trat 2006 zurück und wird wohl nie für seine Verbrechen büßen müssen, ebensowenig wie  Bush, Cheney, Wolfowitz, Libby, Abrams, und wie die Neocons (auch in den „Think-Tanks“) sonst noch heißen.

DoD_Distinguished_Public_Service_AwardJames Steele erhielt von „Rummy“ auch noch die Distinguished Public Service Medalfür seine „außergewöhnlichen Leistungen“ im Irak .  Über die Karriere von General Petraeus gibt es hier interessante Informationen (Englisch) und eine Analyse, die unsere Presse nicht bietet.

Fortsetzung folgt …

Strahlende Zukunft: AKW als Massenvernichtungswaffen?

Ein Kindergarten in Tschernobyl ...

„Die Zahl der Kinder und Enkel mit Krebs in ihren Knochen, mit Leukämie in ihrem Blut oder mit Gift in ihren Lungen, scheint für manche statistisch unbedeutend zu sein, im Vergleich mit natürlichen Gesundheitsgefahren.

Aber das ist kein natürliches Risiko und es ist keine statistische Angelegenheit.

Der Verlust nur eines einzigen Lebens, die Missbildungen auch nur eines einzigen Babys, die vielleicht lange nach uns geboren werden, sollten uns alle betroffen machen Unsere Kinder und Enkel sind nicht nur „Statistiken“, die uns egal sein können …“

Präsident John F.Kennedy, 1962

Spätestens nach Tschernobyl gab es ein dringendes Bedürfnis aller Menschen, zu verstehen, wie gefährlich der radioaktive Fallout eines schweren „Reaktorunfalls“ eigentlich für unsere Gesundheit ist. Doch obwohl sich die mediale Aufmerksamkeit natürlich auf diesen Aspekt richtete, und es in der Folge zahllose Diskussionen und „Expertengespräche“ gab, tappen viele Menschen immer noch im Dunkeln und verstehen nicht, was hier eigentlich passiert.

Die dramatischen Ereignisse in Fukushima haben die ganze Problematik wieder hoch aktuell gemacht. So hat z.B. das ZDF in einer Sondersendung („ZDF-Spezial“ am 15.3). die Frage gestellt  „Ab wann ist Strahlung gefährlich?“

Dann hörten wir, dass „Sievert“ die biologische Wirksamkeit bezeichnet, mit der Strahlung auf den Menschen einwirkt“, dass die „natürliche Hintergrundstrahlung (in unterschiedlicher Intensität) weltweit besteht“, und dass auf dem Gelände der Atomanlage in Fukushima schon 400 mS pro Stunde gemessen wurden, etc.

Welche Erkenntnisse haben wir daraus gewonnen?  Verstehen wir jetzt, warum radioaktive Strahlung so gefährlich ist? Ich denke nicht.

Bevor man über „Strahlendosen“ und verwirrende Maßeinheiten spricht (es gibt Gray, Sievert, Bequerel, oft findet man auch noch Curie, Rad und Rem) muss man erst einmal folgende Fragen beantworten:

  • Was ist radioaktive Strahlung (RS)? (physikalische Grundlagen verstehen)
  • Was bewirkt die Strahlung in unserem Körper? (bei niedrigen Dosen sehr schwer zu erkennen)
  • Welche Dosen sind gefährlich? Wie entstand das „Strahlenschutzmodell“ und ist es wirklich streng wissenschaftlich fundiert (kann man sich auf die Werte verlassen, oder dienen sie eher der Verharmlosung, damit die Atomindustrie nicht unter Druck gerät?

Eines kann man jedenfalls bereits vorwegnehmen: es gibt keine wirklich harmlose Strahlendosis, also keinen Schwellenwert, unterhalb dessen „nichts“ passiert. Jeder, der uns das erzählt, hat entweder keine Ahnung oder steht im Dienst der Atomlobby.

Der Versuch, über dieses komplexe Thema zu schreiben, damit die Leser besser verstehen, was hier passiert, ist natürlich von Selbstkritik begleitet:

Kann man komplexe Zusammenhänge und Erkenntnisse der Strahlenbiologie (und damit verbundene Kontroversen) so darstellen, dass die Zusammenhänge verständlich werden und Leser sich selbst ein Urteil über die Gefährlichkeit bilden können?  (Ist das „Dumbing Down of Science“ erlaubt?)

Muss man selbst ein Experte sein, um dieses brisante Thema überhaupt diskutieren zu können? Ich glaube nicht, aber man muss natürlich Informationen verwenden, die von Fachleuten stammen und dabei wird – was unvermeidlich ist – selektiert. Entscheidend dabei ist, Material aus unabhängigen Quellen zu finden – kein leichtes Vorhaben.

Ich hoffe trotzdem, dass ich ein bisschen dazu beitragen kann, die „Atomdebatte“ in die richtigen Bahnen zu lenken, weg von der Propagandaschiene und gegen das Motto: „Wer nichts versteht, muss alles glauben“ … (was leider auch auf manche Journalisten anzuwenden ist).

WAS IST STRAHLUNG bzw. RADIOAKTIVE STAHLUNG (RS)?

Jeder von uns kennt Röntgenstrahlung. Wir wissen, dass hier ein Apparat steht, der uns „durchleuchtet“, wie man früher sagte. Er sendet also geladene Teilchen aus, die in unseren Körper eindringen, damit die Ärzte mit Hilfe der Röntgenbilder bessere Diagnosen stellen können. Die Strahlungsquelle ist hier leicht zu identifizieren, weil sie ja im Röntgenlabor sichtbar ist, und auch die Intensität der Strahlung kann eingestellt und überwacht werden.

Schon wesentlich schwieriger wird es, wenn die Strahlungsquelle (sie „ist“ nicht selbst radioaktiv, sondern sendet Strahlung aus) unvorstellbar winzig ist, und sich in unserem Körper befindet, weil wir diese Teilchen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen haben. Um diese Vorgänge besser zu verstehen, ein kleiner Ausflug in die Physik:

 

Beispiel Helium Atom

Wie ein Atom aufgebaut ist, kann man ja bei Wikipedia oder vielen anderen Quellen nachlesen. Im Atomkern befinden sich die positiv geladenen  Protonen und die ungeladenen Neutronen,während die negativ geladenen Elektronen um ihn kreisen. Die Balance der elektrischen Ladungen (zwischen Protonen und Elektronen) hält das Atom zusammen. (Bild: Helium Atom)

Wichtig für das Verstehen der Radioaktivität, ist, dass die Zahl der Neutronen im Kern (bei gleich vielen Protonen) unterschiedlich sein kann, dadurch werden Isotope (des gleichen Elements) definiert. Chemisch verhalten sich diese Isotope gleich (denn hier sind die Elektronen entscheidend), doch in physikalischer Hinsicht gibt es wichtige Unterschiede.

Im Gegensatz zu den meisten natürlichen Isotopen sind die (künstlich produzierten) radioaktiven Isotope sehr instabil – das bewirkt den „Zerfall“ zu Isotopen anderer Elemente, (bis ein stabiler Zustand entsteht, das kann Sekunden, aber auch tausende Jahre dauern) wobei RS freigesetzt wird.

Bei diesem radioaktiven Zerfall geht Masse verloren,  (Masse wird in Energie umgewandelt – siehe Einstein), die in Form von Alpha-, Betateilchen oder Gammastrahlen abgegeben wird.

Was ist Ionisation?

Atome verbinden sich über die äußeren Elektronen zu Molekülen, sie werden also durch diese „Bindungsenergie“ zusammengehalten. Jede Strahlung, die energiereich genug ist, eines dieser Elektronen zu „vertreiben“, und damit die Molekülbindung zu brechen, wirkt „ionisierend“.

Weil ein Atom oder Molekül elektrisch neutral ist, wird es durch den Verlust des Elektrons elektrisch (+ oder -)  geladen, das nennt man Ionisation.

Bei biologischen Molekülen (also in Lebewesen) führt diese Ionisation zu biochemischen Veränderungen, die große Probleme auslösen und tödlich sein können – anfangs nur auf zellulärer Ebene. (Stellen Sie sich vor, die Zelle wird immer wieder von einem kleinen Blitz getroffen und kann irgendwann den Schaden nicht mehr reparieren)

Die Antwort auf die Frage „Was ist Strahlung? lautet also:

Die elektromagnetische (rasante) Übertragung von Energie im Raum in Form einer Welle (wobei manche Strahlen auch problemlos Materie durchdringen können)

Wellenlänge und Frequenz (Schwingungen pro Sekunde) bestimmen die Art der Strahlung

Gamma-, Röntgenstrahlen (kurzwellig / hohe Frequenz) – sehr hohe Energie

Dazwischen: UV-Licht, Licht, Infrarot

Mikrowelle, Radiowelle (sehr langwellig, niedrige Frequenz)

Leider ist es in erster Linie der unsichtbare Teil des Elektromagnetischen Spektrums, der genug Energie hat, eine Ionisation auszulösen. Das können aber auch Teilchen, die mit hoher Geschwindigkeit direkt mit Atomen kollidieren, wobei die Elektronen und Atome quasi in alle Richtungen fliegen.

Durch die Energieübertragung entsteht Wärme, deshalb müssen auch die Brennstäbe immer gekühlt werden, weil durch die Kettenreaktion ja die Hitze immer größer wird.

Wichtig ist, zu verstehen, dass die Strahlendosis-Werte grundsätzlich auf diesem Prinzip beruhen – also wie viel Energie wird übertragen (eine rein physikalische Betrachtungsweise, kein Wunder, waren es doch die Physiker die die Atomenergie forciert haben). Diese aufgenommene Energie  wird in Gray gemessen, das heißt:

1 Gray ist  absorbierte Energie von einem Joule pro kg Masse (bei Menschen ist das die Gewebsmasse eines Organs, bzw. es wird die „Ganzkörperdosis“ errechnet, (mehr dazu im zweiten Teil).

Seit der ersten Atomspaltung vor 70 Jahren, wurden hunderte dieser künstlichen Isotopen hergestellt und freigesetzt: in Labors, durch AKW oder Atombomben. Einige dieser Radioisotope haben natürliche „Geschwister“, die in der Natur vorkommen und manche befinden sich aus gutem Grund in unserem Körper (viele dieser Isotope haben quasi ein „Zielorgan“): z.B. Kalium (Herz), Calcium (Knochen) oder Jod (Schilddrüse).

Der Körper kann zwischen den ungefährlichen und radioaktiven Isotopen nicht unterscheiden und lagert z.B. radioaktives Jod genauso in die Schilddrüse ein, wie normales Jod (die Jodtabletten helfen aber nur bedingt und sollten keinesfalls „vorbeugend“ eingenommen werden)

Am Beispiel von Strontium 90 kann man die massive gesundheitliche Gefahr illustrieren: (wir kommen im nächsten Artikel noch einmal darauf zurück, um die Effekte genauer zu untersuchen.

Es wird vom Körper wie Calcium behandelt deshalb kann es sich ungehindert in den Knochen (und Zähnen) einlagern und ansammeln – das ist besonders für Kinder sehr gefährlich (weil ihre Knochen ja noch wachsen müssen und deswegen häufiger Zellteilungen stattfinden; während der Teilungsphase ist die Zelle besonders anfällig für radioaktive Strahlung:

Strontium (in der Natur) ist ein Gemisch aus vier stabilen Isotopen: Sr-84 (0,6%), Sr-86 (9,9%), Sr-87 (7,0%) und Sr-88 (82,6%). [In der radioaktiven Form] hat Sr-90 mit einer Halbwertszeit von 28,8 Jahren die längste Zerfallsrate. Sr-90 ist ein ß-Strahler, der während der oberirdischen Kernwaffenversuche in 50er und 60er Jahre in größeren Mengen freigesetzt wurde. Durch Inhalation verseuchter Luft oder die Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel, gelangt das gefährliche Radionuklid in den menschlichen Körper. Dort kann es Calcium bei der Knochenbildung ersetzen. Dies gefährdet in besonderem Maße Kinder. Ist Strontium-90 erst einmal in den Knochen eingebaut, ist es dort eine gefährliche Strahlenquelle, die Krebs erzeugen kann. Inzwischen kommt im menschlichen Knochengerüst durchschnittlich auf 4000 Calciumatome ein Strontiumatom!“

Erschreckend waren auch Studien aus den 1960er Jahren, wo untersucht werden sollte, wie sich nach den zahlreichen Atombombentests (USA und UDSSR), die Freisetzung von großen Mengen Strontium 90 auf die Kleinkinder ausgewirkt hatte. Dazu wurden mehr als 300.00o Milchzähne untersucht (die ja auch viel Calcium bzw. Strontium aufnehmen)

Ergebnis: Kinder, die nach 1963 geboren wurden, hatten 50 mal mehr Strontium in den Zähnen als jene, die vor den Atomtests geboren wurden (und damit auch große Mengen in den Knochen). Diese schockierenden Zahlen führten u.a. dazu, dass Präsident John F. Kennedy am 25. Juli 1963 das Abkommen zur Einstellung atmosphärischer Atombombentest unterzeichnete.

Seine mahnenden Worte über die Atomwaffen sind auch heute noch von großer Relevanz … (vier Monate später wurde er ermordet)

“ […] I speak of peace because of the new face of war. Total war […] makes no sense in an age when a single nuclear weapon contains almost ten times the explosive force delivered by all of the allied air forces in the Second World War. It makes no sense in an age when the deadly poisons produced by a nuclear exchange would be carried by the wind and water and soil and seed to the far corners of the globe and to generations unborn.[…]

And is not peace, in the last analysis, basically a matter of human rights – – the right to live out our lives without fear of devastation – – the right to breathe air as nature provided it – – the right of future generations to a healthy existence?

While we proceed to safeguard our national interests, let us also safeguard human interests. And the elimination of war and arms is clearly in the interest of both.”

(Commencement address, June 10, 1963, den vollständigen Text der Ansprache gibt es hier )

ES GIBT KEINE FRIEDLICHE NUTZUNG DER ATOMENERGIE

Leider hat sich kein Kennedy nichts gebessert – im Gegenteil: (die Atombombentests wurden zwar beendet, aber alleine Tschernobyl hat die Erde hundertmal mehr radioaktiv verseucht, als die Bomben von Hiroshima und Nagasaki.

Die Atomwirtschaft hat uns bis heute mehr als 1000 (Arten) dieser gefährlichen Radioisotope zugemutet. Ihre Zahl steigt ständig an – auch durch den „Normalbetrieb“ eines Reaktors und wenn es, wie in Tschernobyl zu einer Katastrophe kommt, werden natürlich riesige Mengen dieser krankmachenden und todbringenden, unsichtbaren Teilchen freigesetzt, die sich auf der ganzen Erde verteilen. Wie sich diese Verteilung gestaltet, hängt natürlich von den Wetterbedingungen ab, der Windrichtung, der Niederschlagmuster, etc. Aus den neuesten Studien über Tschernobyl wissen wir, dass Europa (global gesehen) den Großsteil des Fallouts abgekriegt hat: fast 60%. Was heißt das für die Gesundheit?

Die internationale Organisation Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) hat in ihrer Broschüre zum 25. Jahrestag von Tschernobyl folgende Daten (aus der aktuellen Tschernobyl Studie, die sie auf ihrer Website als pdf-Download zur Verfügung stellen) veröffentlicht:

Welche Krankheiten haben auffällig zugenommen?

  • Neurologische Erkrankungen
  • Chromosomenschäden (werden immer schlimmer für jede weitere Generation)
  • Krebs (+100.000) – besonders Schilddrüsenkrebs, Brustkrebs, und Gehirntumore bei Kindern (!)
  • Schwere Missbildungen bei  Neugeborenen (+ 10.000 in Europa)
  • Hohe Perinatalsterblichkeit (Totgeburten und Tod bei Säuglingen: + 5000)
  • Schwere Herz-Kreislauf-Krankheiten (Herz-Infarkte bei 25-jährigen, Gehirnblutungen, etc.)
  • Vaskuläre, vegetative Dystonie („Tschernobyl-Syndrom“)
  • Schwere Störungen des Immunsystems
  • Vorzeitige biologische Alterung (auch sichtbar: die Leute sehen 1o Jahre älter aus)
  • Katarakte („Strahlenstar“ – Augenerkrankung)

Man kann sich dem vernichtenden Urteil der IPPNW nur anschließen:

„Auch ein Vierteljahrhundert nach dem Tschernobyl-GAU werden die Folgen dieser Katastrophe verdrängt, vertuscht, verharmlost und bagatellisiert .“

(Mehr über die seit Jahren andauernde Vertuschung im nächsten Beitrag)

Bilder – 20 Jahre nach Tschernobyl – sagen mehr als tausend Worte (darunter ein 6-jähriges Mädchen, dass seit drei Jahren nicht mehr gewachsen ist ….)

 

 

RISIKOWAHRNEHMUNG AUF DEN KOPF GESTELLT

Bei anderen Katastrophen (Erdbeben, Brände, Überschwemmungen) muss man zwar auch unmittelbare Opfer beklagen, aber für die Überlebenden gibt es begründete Hoffnung. Häuser kann man wieder aufbauen, Straßen wieder passierbar machen, Maschinen reparieren, Bäume pflanzen und wieder neu anfangen. Doch der schöne Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“ gilt eben für die Atomenergie nicht.

Im Gegenteil, es ist möglich, dass es nach vielen Jahren (wo der Mensch sich daran klammert, es sei irgendwie alles wieder „normal“) noch schlimmer wird.

So kann es sein, dass nach 10, 15 oder mehr Jahren nach dem „Unglück“ ein neues Isotop entsteht, das noch gefährlicher ist, als das ursprüngliche:

Americium 241 als Zerfallsprodukt von Plutonium 241 entsteht nach 14 Jahren. Es emittiert  Alphateilchen mit fünf verschiedenen Energieladungen und Gammastrahlung und hat eine Halbwertszeit von 432 Jahren. Wenn es in unseren Körper gelangt, wird es mit einer biologischen Halbwertszeit von 20 Jahren in der Leber, bzw. 50 Jahren in den Knochen eingelagert. Aber in den Keimzellen – also im Hoden beim Mann bzw. in den Eierstöcken der Frau – bleibt es für immer … (was das für die DNA in den Chromosomen bedeutet, kann man sich vorstellen)

Wer also  eine Partei gewählt hat, die die Atomwirtschaft seit Jahren unterstützt und die Laufzeiten der AKW verlängert, hat indirekt auch zu diesem Wahnsinn (eine Art Massenmord auf Raten) beigetragen und muss das mit seinem Gewissen ausmachen … (wie erklärt man das seinen Kindern?)

Fortsetzung folgt … (dabei geht es  um folgende Fragen):

  • Welche Strahlenarten gibt es?
  • Wirken alle Strahlenarten gleich auf den Körper? (Nein, deshalb ist die Angabe von „Milli-Sievert“als Dosis, (wie man sie in den Medien öfter hört)  an sich wenig aussagekräftig…)
  • Was ist die „natürliche“ Hintergrundstrahlung? Ist deren Wirkung wirklich gleichzusetzen mit der Strahlung aus AKW?
  • Wie entstand das „Strahlenschutzmodell“? Wer setzt die „Grenzwerte“ fest?  …usw…

NOCHMAL: die „friedliche Nutzung der Atomenergie“ hat es nie gegeben …wer diesen Orwell’schen „Doublespeak“ benutzt, entlarvt sich als Diener der Atomlobby … (oder plappert nur PR-Slogans nach)

Die Auswirkungen von Uranwaffen im Irak (DU-Waffen – die  aus dem „Abfall“ von AKW erzeugt werden) EIN VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT werden in diesem Video gezeigt:

sehr erschütternd … das „uranium oxide“ von dem hier die Rede ist, wird auch durch die Katastrophe von Fukushima freigesetzt .. Uran hat eine große Affinität (Neigung sich an DNA zu binden) gegenüber der DNA in unseren Zellen …)

Den ganzen Film können Sie hier sehen.

Wir müssen verstehen, dass die Spaltprodukte aus den AKW  auch eine Art von Waffe darstellen; …  die Atomwirtschaft führt  – ohne Übertreibung – einen Krieg gegen das Leben selbst … (Uran 238  hat eine Halbwertszeit von 4,5  Milliarden Jahren – das ist für die Ewigkeit ….)

Terror In Utero (der stille Genozid)

Fatima: geboren im Irak mit zwei Köpfen

„Der Iran wird vom Westen verdächtigt, Atomwaffen entwickeln zu wollen“.

Tagesschau vom 27.07. (2o Uhr)

WARNUNG! Dieser Beitrag enthält schockierende Bilder! Nichts für empfindliche Gemüter!

Wir erinnern uns noch: als Vorwand  für die Invasion des Irak wurde angegeben, man müsse die Menschheit vor Saddams Massenvernichtungswaffen (WMD) schützen, die er in „45 Minuten“ (Tony Blair) einsatzbereit machen könne und die dann hunderttausende Menschen mit gefährlichen Krankheitserregern oder giftigen Gasen umbringen würden. Natürlich war das alles gelogen, denn die Gründe für den Irakkrieg waren völlig andere (siehe dazu u.a. „The Grand Chessboard)

Seit geraumer Zeit ist nun der Iran ins Fadenkreuz der USA „Außenpolitik“ geraten, weil er sich einfach nicht damit abfinden will, dass seine Politik kompatibel mit geostrategischen  „US-Interessen“ sein muss, was natürlich auch den Schurkenstaat Israel einschließt. Wieder werden die gleichen  Methoden eingesetzt, um die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren und die gewünschte „Meinung“ zu erzeugen. Wieder ein neuer „Hitler“, der die Welt mit Phantom-Atomwaffen bedroht und weggeräumt werden muss ….

Während also der Iran – ohne jeden Beweis für rechtswidriges Handeln – weiter unter Druck gesetzt, also wirtschaftlich immer mehr stranguliert wird und unsere Medienschafe schön brav die Agenturmeldungen über „verschärfte EU-Sanktionen“  herunterbeten, spielt sich im Nahen Osten, in Afghanistan, im ehemaligen Jugoslawien und im Kosovo (u. a.)  ein ungeheuerliches Drama ab, das die Medien fast völlig ignorieren.

Hier handelt es sich um einen besonders schwerwiegenden Fall von „agenda-setting“, (Wer steuert eigentlich, welche Themen in den Nachrichten ständig präsent sind, also worüber die Leute überhaupt nachdenken?), denn wir sprechen hier von einem Vorgehen, das eine unfassbare Grausamkeit darstellt und alle bisherigen Dimensionen von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sprengt.

Das Grauen angesichts der furchtbaren Bilder mischt sich mit dem Entsetzen darüber, dass sich hierzulande anscheinend niemand für diesen lautlosen Genozid auf Raten interessiert. Wenn ein deutscher Soldat in Afghanistan getötet wird, gibt es sofort öffentliche Debatten, Minister müssen in Talk-Shows Rede und Antwort stehen, ob der „Einsatz“ der Bundeswehr legitim sei, ob die Ausrüstung der Truppen ausreiche  und ob die „counter-insurgency“ (sprich: Terror gegen die Zivilbevölkerung) Strategie der Amerikaner richtig sei.

Doch seit mehr als 10 Jahren sterben Jahr für Jahr tausende Menschen (vor allem Kinder) im Irak, in Afghanistan, in Serbien und im Kosovo einen gewaltsamen, furchtbaren und frühzeitigen Tod, der aber so gut wie kein Medieninteresse hervorruft.

Sie sind Opfer eines institutionellen Terrors, der alles übertrifft, was „Al Qaeda“, die „Taliban“ oder irgendwelchen anderen „radikal-islamistischen“ Gruppen  je verbrochen haben.

Eine neue Dimension des Kriegsverbrechens tut sich auf, ein endloser Horror, der über Generationen hinweg andauert und selbst Nazi-Gräuel und den Holocaust in den Schatten stellt: die Rede ist von einem totalen, aber zunächst unsichtbaren Krieg gegen das Leben selbst: Der dauerhafte  „Kollateralschaden“ manifestiert sich in einer  dramatisch zunehmenden Krebshäufigkeit bzw. Mortalität  und den „vergifteten“ Chromosomen der Zivilbevölkerung.

Die Keimzellen der Opfer bringen keine gesunden Kinder mehr hervor, sondern grauenhaft entstellte Monster, oder Babys mit bösartigen Tumoren, die im besten Fall nach wenigen Wochen sterben und ihr Leiden dann wenigstens ein Ende hat. Das Grauen und der Schmerz von Eltern und Angehörigen wird jedoch nie aufhören, denn die genetischen Schäden bleiben und werden (falls Nachkommen überleben, keine sichtbaren Missbildungen haben und fortpflanzungsfähig sind)  bei jeder nachfolgenden Generation immer schlimmer…

Die Rede ist natürlich von Uranwaffen, die in beiden Irakkriegen, in Afghanistan und in der „humanitären Intervention“ der NATO in Ex-Jugoslawien bzw. im Kosovo eingesetzt wurden. Vorher wurden sie schon in Somalia (von den USA) und im Libanon sowie vermutlich auch in Gaza (von Israel) „in vivo“ getestet.

Im Kosovo wurden etwa 10 Tonnen „DU“ freigesetzt, im Golfkrieg schon 350 Tonnen und im Irakkrieg sagenhafte 1700 Tonnen. In Afghanistan wird weiterhin DU-Munition eingesetzt, die für die Soldaten und vor allem für die Zivilbevölkerung eine beträchtliche  Gesundheits- und Lebensgefahr darstellt. Diese Kriege haben aber auch für uns das Krebsrisiko erhöht (mehr dazu später) …

Warum sind Uranwaffen militärisch von Vorteil?

(Bitte hier klicken)

Uran hat als Material wegen seiner großen Härte und extrem hohen Dichte einen riesigen Vorteil: als Flugobjekt mit schlanker Spitze entwickelt es eine gewaltige kinetische Energie und somit eine enorme Durchschlagskraft (mehrere Meter Stahlbeton werden in Sekunden durchdrungen).  Dazu kommen noch die Selbstentzündung bei > 500o C (die beim Einschlag problemlos erreicht werden) und die Tatsache, dass die Spitze während der Penetration immer „schärfer“ wird, ein großer Vorteil („self-sharpening“) gegenüber Wolfram. Der Nutzen für militärische Zwecke besteht daher einerseits als Material zur Auskleidung von Panzern und anderen Fahrzeugen  (die somit von herkömmlicher Munition nicht mehr beschädigt werden) und andererseits als Projektile (armor piercing penetrators) panzerbrechender Waffen und Lenkwaffen.

Die US Nuklearexperimente während des zweiten Weltkriegs, die zu den Bomben von Hiroshima und Nagasaki führten, inkludierten auch erste Versuche mit Uranmunition. Das so genannte „Manhattan Project“ gibt bereits im Jahr 1943 Hinweise auf den Einsatz von DU-Munition: In einem freigegebenen Memo an General Leslie R.Groves (vom 30.Oktober 1943) geben drei der führenden Physiker (Conant, Compton and Urey) des Komitees „Über die Verwendung radioaktiven Materials als militärische Waffe“ folgende Empfehlung: (Originaltext)

As a gas warfare instrument the material would be ground into particles of microscopic size  to form dust and smoke and distributed by a ground-fired projectile, land vehicles, or aerial bombs. In this form it would be inhaled by personnel. The amount necessary to cause death to a person inhaling the material is extremely small … There are no known methods of treatment for such a casualty … it will permeate a standard gas mask filter in quantities large enough to be extremely damaging.“

„DU“ steht für „depleted uranium“, also „abgereichertes Uran“ und soll natürlich die Harmlosigkeit  dieser Waffen suggerieren. Doch davon kann keine Rede sein.

Uran ist einerseits ein radioaktives Element, andererseits ein giftiges Schwermetall. Die Kombination dieser beiden Faktoren verschärft die Gefahr für die Gesundheit.  Für die Risikobewertung von freigesetzten radioaktiven Stoffen aus AKWs  und eben auch für den Einsatz von Uranmunition werden generell immer Vergleiche mit natürlichem Uran herangezogen, wodurch eine Verharmlosung erreicht wird. Uran ist als uraltes Element der Erdgeschichte sehr weit verbreitet, vor allem im Boden, im Gestein (z.B. Granit, Phosphat) als gasförmiges Tochterelement (Radon), etc. und man spricht von der „natürlichen Hintergrundstrahlung“ auf der Erde. Jeder von uns nimmt täglich winzige Mengen Uran auf, durch Wasser u. Nahrung (durch den massiven Einsatz von Phosphatdünger verstärkt), die relativ schnell über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden.

DU ist deshalb nicht mit natürlichem Uran vergleichbar, weil es in anderer Form vorliegt: durch die Verbrennung (über 1000 Grad) entsteht nach Abkühlung des Metallgases keramisierter Uranstaub, ultrafeine Uranoxidpartikel, die sich im Körper anders verhalten als natürliches Uran. Es gibt so gut wie keine unabhängigen, epidemiologischen Studien über diese Form der DU-Exposition, außer vom Militär selbst (bzw. vom Militär in Auftrag gegebene Studien).

Die chemische Form, die Löslichkeit und die Art des Eindringens in den Körper spielen eine große Rolle für die Auswirkungen der Giftigkeit. Bei militärischen Einsätzen sind es einerseits eingedrungene Metallsplitter, die durch den Einschlag freigesetzt werden, andererseits winzige Staubteilchen der Uranoxide, die durch die Verbrennung entstehen. Ihre Größe variiert zwischen Mikrometern (1/1000 mm) und Nanometern (1/1.000.000 mm), dadurch ist es unmöglich, sich davor zu schützen. Der ultrafeine Staub schwebt lange in der Luft und wird vom Wind kilometerweit getragen. Er lagert sich auf der Kleidung ab und kann durch Waschen nicht entfernt werden. Entgegen der landläufigen Meinung kann dieser feine Staub auch in die Haut eindringen (Schweißporen), aber das größte Risiko ist die Inhalation.

Auswirkungen der ionisierenden Strahlung auf der zellulären Ebene)

Durch den Zerfall radioaktiver Elemente wird erhebliche Energie freigesetzt, diese bewirkt im Inneren des Körpers  die Ionisation der Zellen ), es kommt zu verheerenden molekularen Veränderungen. Früher dachte man, nur direkt getroffene Zellen (im Zellkern) zeigen Schäden, aber neueste Erkenntnisse zeigen, dass auch Zellen in der Umgebung einer einzigen getroffenen Zelle, genetisch instabil werden (man nennt dies den „Bystander-Effekt“: die geschädigte Zelle kommuniziert also mit den „Nachbarn“, wodurch auch diese quasi „genetischen Alarm“ auslösen.

DU setzt Energie u.a. in Form von Alphastrahlung frei. Alphastrahlung ist kurzwellig, reicht nur wenige cm, ist aber sehr energiereich (4,5 MeV). Z.B. ein 2 Mikrometer kleines Uranoxidpellet enthält rund 200 Milliarden Atome U 238. (Stellen Sie sich vor, die Zelle wird immer wieder von einem kleinen „Blitz“ getroffen) Das betroffene Gewebe erhält somit eine jährliche Strahlendosis von ca. 1500 mSv. Damit wäre der Grenzwert für die allgemeine Bevölkerung um das 1500 fache überschritten.

Woher kommt DU?

Das natürlich vorkommende Uran  besteht zu mehr als 99% aus U-238, der Rest sind Spuren von U-235 (etwa 0,7%)  und U-234 (weniger als 0,1%). Uran hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren.

Für die Kernspaltung muss das Uran angereichert werden. Dabei entstehen so genannte Transurane, also vom Menschen erzeugte Isotope, die in der Natur nicht vorkommen. Dazu gehören z.B. U236 und Pu 239 (Plutonium). Diese sind auch in DU vorhanden. Plutonium ist schon in winzigen Mengen extrem gefährlich und hat ein enormes, krebserregendes Potential.

Bei DU ist also nur der Gehalt von U-235 und U-234 reduziert, der aber weniger als 1% ausmacht, von harmlos kann also keine Rede sein. Die Verunreinigung mit Plutonium oder anderen Elementen aus der Wiederaufarbeitung  macht das Material noch gefährlicher.

Das Märchen von der „friedlichen Nutzung“ der Atomkraft

Für jedes Gramm angereichertes Uran werden 7 Gramm DU als Abfall erzeugt.

Dieser müsste teuer „entsorgt“ werden, doch da kam das US-Militär zu Hilfe: Die extreme Dichte von Uran und seine Fähigkeit, sich selbst zu entzünden ermöglichen es, eine Waffe mit enormer Durchschlagskraft zu erzeugen, die einen Panzer wie Butter durchschneidet und die Insassen in einer Art Höllenfeuer zu „crispy critters“ (die Leichen sehen etwa  aus wie angebrannter, geschrumpelter Speck) verkohlt. Nicht umsonst werden diese  Waffen mit dem Beinamen „Hellfire versehen …

Ein wahrhaft faustischer Pakt wurde geschlossen: die Atomindustrie kann tausende Tonnen radioaktiven Abfall loswerden (bei weitem nicht alles) und das US-Militär bekommt gratis Material für eine infernalische Waffe. Doch der Einsatz dieser Waffen sind ein eindeutiges Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Warum?

Der Krieg gegen die DNA ist endlos

Weil ihre lebensbedrohliche Wirkung auch nach Kriegsende nicht aufhört und die gesamte Zivilbevölkerung gefährdet, besonders Kinder und Föten im Mutterleib. Der Einsatz dieser Munition kann also niemals „gezielt“ (auf  legitime Kriegsziele beschränkt) sein, weil die Gesundheits- und Umweltschäden weder örtlich noch zeitlich eingegrenzt werden können und die Bevölkerung nicht einmal über die enormen, dauerhaften  Gefahren informiert wurde. Bei einer Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren sind diese Menschen verdammt in alle Ewigkeit ….

Krieg gegen die DNA: Grenzenlose Grausamkeit

Diese erschreckende Tatsache ist auch der UN klar und man hat natürlich Versuche unternommen, diese Waffen (Produktion, Einsatz und Verbreitung) zu verbieten. Aber vier Länder haben dagegen gestimmt: USA, Israel, Großbritannien und Frankreich

Die USA setzen solche Waffen aber nicht nur ein, sie exportieren sie auch! Damit nicht genug, wurde auch noch Exportförderung dafür genehmigt, dazu Präsident Clinton 1994:

“I hereby determine that it is in the national security interest of the United States to allow funds provided in that Act or any other Act to be made available to facilitate the sale of the M-833 depleted uranium anti-tank ammunition to Bahrain and Saudi Arabia, and M-829 depleted uranium anti-tank ammunition to Saudi Arabia and Kuwait.”

Die Umgehung jeglicher Ethik  wurde mit einer simplen Feststellung erreicht:

Sie betont, dass diese Waffen ja wegen ihrer physikalischen Eigenschaften (hohe Penetrationskraft) und nicht wegen ihrer Radioaktivität eingesetzt werden. Damit wurde das moralische Dilemma als erledigt angesehen. Doch die freigesetzte Radioaktivität ist natürlich nicht weniger schädlich, wenn sie „unabsichtlich“ entsteht.

DU: Die Strahlung ist ungefährlich“  (Scharping, Fischer et al.)

Über die absurde Logik der „Strahlenschutz-Modelle“ (die politisch motiviert sind, nicht wissenschaftlich) habe ich ja bereits geschrieben. Hier noch einmal eine sehr kurze, auf den Punkt gebrachte,  vereinfachte Zusammenfassung:

Ob DU oder die erhöhten Leukämieraten bei Kindern in der Nähe von AKWs, jedes Mal heißt es: das gibt es nicht, die Dosis ist zu niedrig, davon kann man keinen Krebs kriegen.

Es gibt also wieder einmal keine „eindeutigen Beweise“ für den kausalen Zusammenhang von radioaktiven Spaltprodukten und schwerer Krankheit. Doch die Dosis-Wirkung-Modelle sind im Grund ein Schwachsinn, denn sie basieren auf primitiven, physikalischen Zusammenhängen und stammen aus einer Zeit, in der die Genetik noch in den Kinderschuhen steckte: eine bestimmte Menge Energie wird von einer bestimmten Menge Körpermasse absorbiert (J / kg), dann werden noch die Art der Strahlung und die Affinität für ein  „Zielorgan“ berücksichtigt,  usw.

Doch diese Modelle basieren auf den Untersuchungen nach Hiroshima (externe, hoch dosierte Strahlung) und sind zur Bewertung von Risiken auf zellulärer Ebene völlig ungeeignet. Wenn in unmittelbarer Nähe einer Zelle ein Alphateilchen immer wieder die Zellen „beschießt“  (also Energie abgibt), und die Zelle dadurch stark ionisiert wird, dann genügt auch eine sehr geringe „Dosis“, um genetische Schäden zu erzeugen, eben weil die Zelle selbst so winzig ist. (Krebs entsteht aus einer einzigen Zelle, die entstandene Fehler im Zuge der Zellteilung nicht mehr reparieren kann, die Zelle wird genetisch instabil)

DU ist nicht vergleichbar mit natürlichem Uran oder Transuranen aus AKWs – Warum?

Bei den hohen Verbrennungs-Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius verbrennt das Urangeschoss zu keramisierten, wasserunlöslichen Nanopartikeln, die 100 Mal kleiner sind als ein rotes Blutkörperchen. Das heißt, es entsteht praktisch ein radioaktives Metallgas, das hoch giftig ist.

Wenn Sie also ständig hören, DU sei harmlos, weil die Alphastrahlung schon von Papier aufgehalten wird und schon gar nicht durch die Haut eindringen kann, dann ist das völlig irreführend, denn die Gefahr besteht durch Einatmen dieser winzigen Partikel, bzw. durch die Aufnahme in den Körper mit dem Trinkwasser oder in Nahrungsmitteln. Auch sehr geringe Strahlendosen (von außen betrachtet) werden gefährlich, wenn die Emitter im Körper sitzen und (jahrelang) nicht entfernt werden können.

„Feinstaub“ als heimtückischer Killer

Wir alle kennen das Schlagwort „Feinstaub“, das im Zusammenhang mit der Luftverschmutzung durch Verkehr und Industrie bzw. durch Tabakrauch in letzter Zeit häufig in den Medien erwähnt wurde. Die EU hat Grenzwerte eingeführt und drängt auf ein EU-weites Rauchverbot in öffentlichen Räumen.  Staub“ klingt doch harmlos, warum sind „Feinstäube“ (TPM) so gefährlich?

Weil sie so winzig sind und deshalb die Abwehrmechanismen des Körpers weitgehend umgehen können und dadurch als unerwünschte Fremdkörper zum immunologischen Dauerstress werden: chronische Entzündungen, Gewebewucherungen sind die Folge und die Krebswahrscheinlichkeit steigt. Das eklatanteste Beispiel war bisher die nadelförmige, winzig kleine, unsichtbare Asbestfaser, (als harmloses „Naturprodukt“ angepriesen und weltweit eingesetzt) die ihre verheerende Wirkung über Jahre im Lungengewebe bzw. als  Mesotheliom entfaltet und oft erst sichtbar wird, wenn es schon zu spät ist. Wenn diese Nanopartikel auch noch radioaktiv und chemisch toxisch sind und jahrelang im Körper bleiben, kann man sich ausmalen, was passiert …

Nanopartikel können im menschlichen und tierischen Körper überall hinwandern, in alle Organe, ins Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen. Schon nach dem ersten Golfkrieg wurde bei Kriegsveteranen, abgereichertes Uran 238 im Sperma festgestellt. Die Ehefrauen klagten über ein unerträgliches Brennen (Hitze) und versuchten, mit eisgekühlten Kondomen Abhilfe zu schaffen. Doch was auf den ersten Blick erheiternd klingt, ist  bitter ernst: Die Soldaten, die eine Familie gründen wollten, haben die Eizellen ihrer Partnerinnen kontaminiert und die daraus entstandenen Kinder zahlten einen furchtbaren Preis für die bewusste Verharmlosung des Strahlungsrisikos, das den Soldaten (ganz zu schweigen von der Zivilbevölkerung)  im Irak aufgebürdet wurde.

Die ansonsten sehr effektiven Kommandotruppen des Immunsystems werden mit solchen – vom Menschen gemachten – Eindringlingen nicht fertig, weil sie sich anders verhalten als die „üblichen Verdächtigen“ und deshalb keine adäquate Abwehrstrategie entwickelt werden konnte.  Italienische Forscher haben Nanoteilchen sogar in roten Blutkörperchen nachgewiesen, wo sie unerkannt, wie ein trojanisches Pferd, im ganzen Körper herumreisen und Schaden anrichten können. Werden sie über die Nahrung aufgenommen, können sie unbeschadet ins Verdauungsystem gelangen und dort schwere Krankheiten auslösen:   (Foto unten:  in Leberzellen)

Dass das Pentagon bzw. der „militärisch-industrielle Komplex“ [zu dem auch der US-Kongress gehört!], vor dem Eisenhower gewarnt hat, keine moralischen Skrupel hat, wenn es um die Interessen des US-Imperiums geht, überrascht uns wohl nicht. (Ich erinnere wieder einmal an die Nobel-Rede von Harold Pinter, der den imperialen Terrorapparat der USA (bekannt als „US-Außenpolitik“)  angeprangert hat)

Doch man sollte auch vor der eigenen Türe kehren: DU-Waffen wurden von deutschen Unternehmen entwickelt, wie der Spiegel im Jahr 2001 recherchierte. Im zweiten Weltkrieg experimentierte die Wehrmacht mit Uranmunition, weil Wolfram nicht mehr importiert werden konnte. Rheinmetall entwickelte  schon in den 1970er Jahren solche Waffen und diese wurde auch in deutschen US-Militärbasen getestet. Dass man dabei „vergaß“, die deutsche Öffentlichkeit über etwaige Gefahren zu informieren,  ist aus Sicht des Militärs auch nur „business as usual“.

Krieg als Ewiger Terror ...

WAS HAT MAN DIESEN MENSCHEN ANGETAN?

Doch nicht nur das Militär hat eine riesige moralische Schuld auf sich geladen, sondern vor allem die Politik. Die gesamte Atomindustrie wäre nie entstanden, wenn deutsche Politiker nicht von  Anfang an einer Geheimhaltung bzw. Desinformation zugestimmt hätten, die mit demokratischen Grundsätzen völlig unvereinbar ist. Dr. Chris Busby, ein britischer Biochemiker und Epidemiologe hat dazu (der Cover-up gilt natürlich auch für andere Länder) folgendes geschrieben:

„Die Wahrheit über die Gesundheitsschäden niedriger Strahlung wird von der Nuklearlobby seit mehr als 50 Jahren unterdrückt. In meinem Buch „Wings of Death“ erkläre ich, wie auf verschiedenen Kontrollebenen die Erkenntnis verhindert wurde, dass die Menschen  systematisch durch Radioaktivität vergiftet werden.

Ein Grund für den Erfolg dieser Vertuschungskampagne ist die Verknüpfung mit „Sicherheitsinteressen“. Sogar die WHO lässt sich dafür instrumentalisieren. Ein 1959 geschlossenes Abkommen mit der IAEA verbietet es der Weltgesundheitsorganisation, ohne Zustimmung der IAEA Forschung über Gesundheitsschäden durch radioaktive Strahlung  durchzuführen oder zu veröffentlichen.

Das ist der Grund,

  • warum wir ständig hören, Tschernobyl habe die Zahl der Krebsfälle nur unwesentlich erhöht
  • warum die WHO einfach behauptet, DU sei kein Gesundheitsproblem
  • warum die Europäische Kommission die EURATOM Sicherheitsstandards übernimmt …
  • warum die Sicherheitsregeln durch Empfehlung des ICRP zustande kommen, eine von der Atomlobby selektierte und nicht rechenschaftspflichtige Organisation, die Teil eines Netzwerks von „Drehtüren“ ist, in dem die gleichen Leute  hier raus (Politik) und dort (E-Wirtschaft) reingehen, immer dasselbe behaupten und sich stets gegenseitig zustimmen.

Ich kam deshalb zu dem Schluss, dass wissenschaftliche Analyse nicht ausreicht, es muss auch eine politische Analyse stattfinden, um das System des Machtmissbrauchs zu entlarven. Es ist nicht so sehr das Geld, sondern der Missbrauch von Institutionen, die Glaubwürdigkeit suggerieren und die Menschen in die Irre führen.  Die zunehmende Privatisierung der Forschung und die chronischen Finanzprobleme der Universitäten eignen sich hervorragend, um subversive, neue wissenschaftliche Perspektiven zu unterdrücken. Wir müssen also selbst neue Institutionen gründen, die nicht von diesem System abhängig sind.“

Diesen Aussagen kann man nur zustimmen.

Übrigens, DU darf auch für zivile Zwecke “Recycelt” werden: Nach Angaben des US-Army Institutes für Umweltpolitik wird das Uran auch in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt, sowie für Erdölbohrungen.

„Particular applications include radiation shielding for the medical field and industry; counterweight components of aircraft elevators, landing gear, rotor blades and radar antennae; ballast in satellites, missiles and other crafts; and drilling equipment used in petroleum exploration.“

Wenn Sie also das nächste Mal mit einer Boing 747  fliegen, reist wahrscheinlich  Uran „als blinder Passagier“ mit ….

Fortsetzung folgt …

„Die Atomindustrie führt einen Krieg gegen die gesamte Menscheheit“ John Gofman


(Video: Teilweise deutsch /englisch)