Terror, Giftgas, Osterhase (3)

And all knowledge, when separated from justice and virtue, is seen to be cunning and not wisdom (Plato)

statlibtortureDas kürzlich veröffentlichte Papier (4 Seiten) des Weißen Hauses, das als „Analyse“ der Geheimdienste zum „Giftgas-Einsatz“ in Syrien verkauft wird,  ist so offensichtlich ein „fake“, dass man sich fragen muss, wie auch nur irgendjemand mit Verstand auf so etwa hereinfallen kann. Schon das Layout ist ein Witz:

Es gibt absolut keine Dokumenten-ID (keine Kopf- oder Fußzeile, aus der erkennbar ist, woher es stammt), der oder die Autoren bzw. Quellen werden nicht genannt, kein Logo von CIA, DIA oder anderen Regierungsbehörden, keine Klassifizierung, nicht einmal eine Seiten-Nummerierung. (Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Geheimdienste damit nichts zu tun haben wollen)

Auch die Behauptungen darin halten einer kritischen Überprüfung nicht stand, wie auch Theodor Postol feststellte.

Wie schon in seiner ersten Schnell-Analyse zu lesen war, bekräftigt der MIT-Professor und Berater des US-Militärs hier anhand der untersuchten Daten seine These, dass der „Tatort“ (an dem angeblich die „Sarin-Bomben“ explodierten, manipuliert wurde. Kein kompetenter Analyst würde deshalb diese Annahmen akzeptieren, schreibt er.

Im „Bericht“ des Weißen Hauses, wird genau das kategorisch bestritten, was laut Postol auch alle anderen Behauptungen darin in Frage stellt.  Schon allleine die Formulierungen sind manipulativ und sollen „Gewissheit“ suggerieren, wo keine ist.

DIE GROSSE „INTEL“-VERARSCHUNG

1 the intel CWS joke 2017

Die Vereinigten Staaten sind zuversichtlich (bzw. überzeugt davon), dass das syrische Regime am 4. April 2017 in der Stadt Khan Shaykhun […] einen Angriff mit CW ausgeführt hat, bei dem das Nervengift Sarin eingesetzt wurde. […]

Wir erleben das ja schon seit einiger Zeit: amerikanische Regierungssprecher oder –vertreter benutzen zum Thema Syrien (oder Russland) Ausdrücke wie: Wir sind sicher, wir wissen, dass …und auch unsere Medien übernehmen diesen semantischen Spin: „Trump ist sich sicher, dass Assad dafür verantwortlich ist“ usw.

ABER – Solche Formulierungen sind kein Ersatz für Beweise, sondern sollen nur suggerieren, dass an den bloßen Behauptungen keinerlei Zweifel bestehen (können). Man soll sich also auf die Autorität dahinter (die Regierung) verlassen und nicht weiter darüber nachdenken.

Wenn ein Staatsanwalt z.B. in einem Strafverfahren auftritt und sagt „ich weiß, dass der Angeklagte es getan hat“ bzw. „ich bin mir sicher, dass er es war“, aber sonst kein Beweismaterial vorlegt, würde er sich vor Gericht extrem lächerlich machen. Sich auf anonyme Zeugen, nicht veröffentlichte Untersuchungen und nicht verifizierte „Videos“ zu berufen, wie es der „Bericht“ es tut, ist ebenso absurd.

Doch unsere Journaille plappert wie Papageien diese Phrasen nach und verstärkt damit das Verlässlichkeits-framing (dafür werden sie ja auch bezahlt …).

Postol zählt weitere Behauptungen der US-Regierung auf, die als Schlüssel-Elemente für die „große Zuversicht“ gelten, mit der man Assad die Schuld zuweist.

Man beruft sich also auf SIGINT (abgehörte Gespräche etc.), Satellitenüberwachung, Laboranalysen von Blut, etc. der Opfer und eine „erhebliche Menge an glaubhaften Berichten, die frei zugänglich sind“ (Internet). Das alles ergebe ein klares und übereinstimmendes Gesamtbild. Leider könne man diese Daten nicht veröffentlichen, weil man Quellen und Methoden schützen müsse (der übliche BS) … doch eine Zusammenfassung der Analyse der Geheimdienste würde nun folgen.

Doch zunächst folgen bloße Anschuldigungen und Behauptungen, die dann als frame (Deutungsrahmen) für die Interpretation der Videos und Bilder dienen sollen.

Die syrische Regierung hat weiterhin die Absicht und die Fähigkeit, CW gegen die „Opposition“ einzusetzen“.

Woher weiß man das? UND: Enormer semantischer Spin: die „Opposition“ in Syrien besteht zu 90% aus solchen Gestalten, die nicht einmal Syrer sind:

Rebels in action

Diese Attacke sei als Antwort auf eine Offensive der Rebellen in der Provinz Hama zu sehen, durch die kritische Infrastruktur gefährdet war. (Die Offensive  war aber zum Zeitpunkt des „Anschlags“ schon erfolgreich abgewehrt worden)

„Hochrangige Offiziere der SAA waren wahrscheinlich daran beteiligt.“ (Bloße Beschuldigung)

(Mehr über die fehlende Glaubwürdigkeit der Videos und „Ärzte“, die in den Videos ständig auf die verengten Pupillen hinweisen -siehe Teil 1 u.2).

Postol beschränkt sich auf seine Expertise im militärischen Bereich, um zu demonstrieren, dass

  1. auf keinen Fall Sarin eingesetzt wurde und
  2. gegenteilige Behauptungen aus Washington ein klares Indiz dafür sind, dass der ganze Bericht eine Lüge ist

Ein Video zeige z.B. „wo nach unserer Einschätzung die chemische Munition gelandet ist“, nicht in einem Waffendepot, sondern mitten auf einer Straße im nördlichen Stadtteil von Khan Shaykhun. Satellitenbilder vom 6. April würden einen Krater zeigen, der mit diesem Videomaterial übereinstimmt, so die Behauptung.

Eine genaue Analyse des Kraters (auf einem Bild,  nicht vor Ort) habe demnach bestätigt, dass die „Munition funktioniert hat“, also die These von der „Sarin-Bombe“ damit bestätigt werde. Doch Professor Postol betont, dass er in 6 Fotos eindeutig dokumentiert, wie der „Bomben-Krater“ manipuliert wurde (siehe Seite 2 des Berichts – ich zitiere hier nur seine Aussagen zum Bild 1:

Postol Analysis 2017 Fig 1

Ein Mann hockt in einem  Krater, in dem angeblich Sarin freigesetzt wurde. Er trägt eine Atemmaske, die kleine Partikel aus der Luft filtert, ein Hemd mit offenem Kragen und medizinische Handschuhe. Zwei weitere Männer stehen vor ihm, die ebenso „ausgerüstet“ sind. Wenn Sarin dort vorhanden gewesen wäre, wären diese Männer alle kontaminiert worden und in große Lebensgefahr geraten, denn das Gas dringt auch über die Haut u. Kleidung in den Körper ein. Es dauert einige Zeit bis das freigesetzte Sarin sich in der Umgebung abgebaut hat. (Auch der Mann auf dem Motorrad würde nicht zuschauen)

DIE „WEISSEN HELME“: PERFIDES SPIEL MIT DEM MITLEID DER ZUSCHAUER

Auch die ersten Fotos, die vom britischen Propaganda-Werkzeug „White Helmets“ veröffentlicht wurden, zeigen deutlich, dass es sich hier um eine billige PR-Inszenierung handelt (Foto unten links bzw. Video). Auf der rechten Seite sieht man, wie professionelles Personal ausgerüstet sein müsste.

WH fraud CW 2017

Die Produzenten dieser Bilder wussten also genau, dass dort kein Sarin freigesetzt worden war.

Dass die White Helmets eine perfide PR-Show sind, (wo „Ärzte“ bei lebensrettenden Maßnahmen gefilmt werden, die keine sind und imme nur „Opfer des Regimes“ genannt werden) wird auch in diesem Video deutlich, das die Erkenntnisse der Organisation Schwedische Ärzte für Menschenrechte dokumentiert. (nichts für empfindliche Gemüter, da tote Babys zu sehen sind)

(Weitere Bilder von Postol – siehe seine Analyse)

Professor Postols Fazit:

Das Papier hat wahrscheinlich nur den Zweck, Handlungen der US-Regierung zu rechtfertigen, die nicht durch echte Geheimdienstinformationen („intel“) untermauert werden können. 

(Darauf kannst Du wetten)

Das sei ja nichts neues, denn schon Bush jun. habe behauptet, er sei falsch informiert worden, als es um die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak gegangen sei. (Aber letztlich ist alles recht, um einen „Diktator“ zu entfernen)

Auch Professor Postol erinnert dann an den ebenso verlogenen „Bericht“ aus dem Jahr 2013 über die Nervengas-Attacke in Ghouta /Damaskus am 21. August. Auch dieser enthielt Behauptungen, die nicht wahr sein konnten (aus physikalischer Perspektive: die Reichweite der  Amateur-Raketen war zu gering, es konnte also nicht die syrische Armee sein, die sie abgefeuert hatte).

Trotzdem wurden sie von John Kerry (dem damaligen US-Außenminister) am 30. August 2013 vor laufender Kamera  wiederholt (und dann von unseren Papageien-Journalisten in den Nachrichten tausendfach übernommen)  und auch hier sehen wir wieder die gleiche semantische Täuschungs- und Einhämmerungs-Taktik, die ich weiter oben hervorgehoben habe:

Kerry 30 Aug 2013 we know

Wir wissen, von wo die Raketen abgeschossen wurden und wann. Wir wissen wo sie gelandet sind und wann. Wir wissen, die Raketen kamen nur aus Gebieten, die vom Regime kontrolliert werden.“

Wie Seymour Hersh aufgedeckt hat, wussten man (die Geheimdienste) aber tatsächlich etwas ganz anderes: Nämlich, dass es nicht die syrische Armee war, die das Giftgas eingesetzt hatte und dass auch die Terrorbanden (vor allem Al Nusra) Zugang dazu hatten. (siehe Teil 1 und 2). Auch  Obama deutete in einem Interview im April 2016 an, dass er beinahe „in eine Falle“ getappt wäre (die „Rote Linie“ als Ultimatum).

Professor Postol betont abschließend, dass die Entscheidungen der Bush-Regierung (Irak-Krieg 2003)  bis heute schwerwiegende Folgen in der ganzen Region nach sie gezogen haben. Es muss daher eine umfassende Untersuchung der Umstände geben, die entweder das Weiße Haus in die Irre geführt haben oder, noch schlimmer, von Leuten arrangiert wurden, die genau wussten, dass sie nicht durch echte Informationen gedeckt waren.

Zum Thema „echte Informationen“ oder was man dafür halten soll, hat die ARD einiges zu bieten:

„TAGESSCHAU“ AUF OSTERHASEN-NIVEAU

 ARD SPIN 2016 weisen Giftgaseinsatz nach

Das “berichtete“  (als Audio-Kommentar) der ARD-Korrespondent Kühntopp in Kairo am 22.10.2016 und auch hier erkennen wir den semantischen Spin in der Einleitung wieder: „Die UN-Untersuchungskommission ist sich sicher“.

Doch diese eingangs suggerierte „Sicherheit“ wird durch den nachfolgenden Text in keiner Weise untermauert, denn da wimmelt es von Unterstellungen und  Vermutungen (rot markiert):

„Im März 2015 hat die syrische Armee hat [sic] das Dorf Kmines mit einer giftigen Substanz angegriffen, vermutlich Chlorgas. In dem Bericht heißt es, dafür gäbe es genügend Beweise [dann zeigt sie uns!] Ein Armeehubschrauber habe über dem Dorf in der Provinz Idlib Fassbomben abgeworfen, die beim Aufschlagen … die giftige Substanz freigesetzt hätten. Es ist das dritte Mal, dass die Fachleute die syrische Armee für Chlorgasangriffe verantwortlich machen. In einem anderen Fall beschuldigten sie den IS, Senfgas eingesetzt zu haben. Die Vorwürfe gegen das Assad-Regime dürften nun einen weiteren Konflikt im UN-Sicherheitsrat auslösen. Vor drei Jahren hatte sich Assad zur Zerstörung seines CW-Arsenals verpflichtet. Bei Verstößen drohen Strafmaßnahmen. In der Vergangenheit haben jedoch Russland und China Entschließungen gegen Syrien immer wieder blockiert.“

Besonders verräterisch ist die sprachliche Unterscheidung zwischen „verantwortlich machen“ (gegenüber Assad) und „beschuldigen“ (gegenüber IS), denn die (gefühlsmäßige, moralische) Konnotation ist im ersten Fall positiv, im zweiten aber eher negativ.

Man wird kaum Fälle finden, wo das Verb „beschuldigen“ für die Behauptungen der US-Regierung verwendet wurde, mit der der syrische Präsident seit Jahren dämonisiert wird.

Ein ähnliches Beispiel  aus der Tagesschau  (Jänner 2015) sei hier noch erwähnt, das ebenfalls die subtile Manipulation der Leser  verdeutlicht. Zunächst muss man aber fragen:

Wieso liefert die ARD keinen Link zum OPCW-Bericht, damit sich jeder selbst vom Ergebnis überzeugen kann?

Was aber das Wichtigste ist: die OPCW macht keine definitiven Aussagen dazu, WER das Chlorgas eingesetzt hat. Das erwähnt zwar die Tagesschau-Redaktion in der Überschrift weiter unten: (womit sie ihre „Ausgewogenheit“ zu beweisen sucht, doch die spätere Schlagzeile oben „weisen Assad nach“ suggeriert ja etwas ganz anderes )

Eine ungeklärte Frage: Wer setzte das Gift ein?

Man liest, dass sich die „Rebellen“ und die Assad-Regierung gegenseitig beschuldigen bzw. die Regierung den Einsatz von Chlorgas „vehement zurückgewiesen“ hat. Doch dann kommt der suggestive Kontext:

Power Spin 2015 ARD framing

Von US-amerikanischer Seite wurde nun jedoch ein Schuldiger klar ausgemacht.“

Es wird also nicht das Verb „beschuldigen“ verwendet (das Unsicherheit und fehlende Beweise einschließt),  wie ich ja oben schon betont habe), sondern „ein Schuldiger klar ausgemacht“. Das ist an sprachlicher Perfidie nicht mehr zu überbieten. „Klar ausgemacht“  suggeriert Sicherheit und Verlässlichkeit.

Und woher kommt die?  Von einer Twitter-Meldung der damaligen amerikanischen UN-Botschafterin Samantha Power (deren bühnenreife Hetz-Tiraden vor dem Sicherheitsrat mit einer Diplomaten-Rolle absolut unvereinbar waren):

 „Nur das syrische Regime benutzt (Helikopter).“

Aha. Das ist also „klar ausgemacht“.

Historischer Nachhilfe-Unterricht zum Thema Täuschen & Tarnen für die  Tagesschau-Redaktion:

Bei der (gescheiterten) „Schweinebucht“-Invasion in Kuba verwendete die CIA Flugzeuge, die mit den Farben des kubanischen Militärs bemalt waren, damit sie der Öffentlichkeit das Märchen auftischen konnte, es habe sich dabei um kubanische Piloten gehandelt, die desertiert seien. Die Generäle planten sogar, Fleugzeuge über den USA „zum Absturz“ zu bringen und das Fidel Castro in die Schuhe zu schieben (Operation Northwoods– nachzulesen im Internet, da die CIA die Dokumente inzwischen freigegeben hat).

Bild: Beispiele für geplante „Aktionen“, für die man Castro „verantwortlich“ machen würde:

Northwoods 3

Hier nur eine Kostprobe in deutscher Übersetzung:

„Eine Reihe gut geplanter und organisierter  „Vorfälle“ werden [in und rund um Guantanamo] stattfinden, die den Eindruck erwecken, dass sie von feindlichen [kubanischen]  Einheiten begangen wurden.“

 Liste von Vorfällen, die für diesen Zweck geeignet sind:   (Auszug)

  1. Gerüchte verbreiten
  2. Eingeweihte Exil-Kubaner in Uniform (verkleidet als kubanische Soldaten) werden „hinter dem Zaun“ (auf kubanischer Seite) abgesetzt, um einen „Angriff“ auf die US-Militärbasis vorzutäuschen
  3. „Festnahme“ von (vorgetäuschten) kubanischen „Saboteuren“ auf der Basis
  4. „Unruhen“ in der Nähe der Basis auslösen (mit dafür bezahlten und geschulten Exil-Kubanern)
  5. Munitionsdepot innerhalb der Basis in die Luft jagen; Brandstiftung
  6. Flugzeuge im Stützpunkt in Brand setzen (Sabotage)
  7. Granaten von außerhalb auf die Basis abfeuern; Beschädigung einiger Installationen
  8. Festnahme von „Überfallkommandos“ die sich vom Meer oder rund um Guantanamo nähern
  9. Festnahme einer Miliz, die die Basis stürmen will
  10. Sabotage eines Schiffes im Hafen; großes Feuer – Naphtalen.
  11. Versenken eines Schiffes in der Nähe des Hafeneingangs; Begräbnisse für Schein-Opfer
  12. Die USA würden auf diese Ereignisse [selbst geplante Terrorakte] „antworten“ indem sie „offensive Operationen zur Sicherung von Wasser- und Energieversorgung“ durchführen, wodurch Artillerie- und Minenwerferstellungen zerstört würden, die eine Bedrohung für die Basis darstellten.
  13. „Wir könnten eine Drone (ein unbemanntes Schiff) in kubanischen Gewässern in die Luft jagen. Wir könnten es so aussehen lassen, als ob es das spektakuläre Ergebnis eines kubanischen Angriffes aus der Luft oder durch die Marine wäre, oder beides. Alleine die Gegenwart kubanischer Schiffe, die nur überprüfen wollen, zu welchem Zweck dieses Schiff unterwegs ist, könnte schon so ausgelegt werden, dass das als Beweis für einen Angriff gesehen wird. Die Nähe zu Havannah oder Santiago wäre günstig für die Glaubwürdigkeit der Operation, denn dann hätte man „Zeugen“, die vielleicht die Explosion gehört oder das Feuer gesehen hätten. Die USA könnte dann eine „Rettungsoperation“ (unter Begleitschutz durch Kampfflugzeuge) durchführen, um überlebende Mitglieder der nicht existierenden Besatzung zu „evakuieren“.
  14. Die anschließende Präsentation von „Opferlisten“ in der Presse würde auf diese Weise eine hilfreiche Welle der Empörung auslösen.

In welcher kognitiven, autistischen Blase leben eigentlich unsere Journalisten, dass sie die Chuzpah haben, all diese –historischen Fakten (die die Skrupellosigkeit der USA gegenüber ihren politischen Gegnern im Ausland dokumentieren) – als „Verschwörungstheorie“ zu denunzieren  (diese „Aktivitäten“ der CIA bzw. der „special forces“ dauern ja bis heute an und sind perfider denn je …) und die Anmaßung, uns dann über „fake news“ zu belehren?!

Aber kommen wir zurück zum Tagesschau-Artikel über den Giftgaseinsatz (2014). Die Logik (von Power) lautet also:

C-Bombe fällt aus Helikopter – Helikopter hat nur SAAF (syrische AirForce) – ergo: C-Bombe kommt von SAAF

Doch was steht wirklich in dem OPCW-Bericht?  Ist es wirklich bewiesen, dass das Chlorgas nur durch Helikopter (Abwurf von „Fassbomben“) freigesetzt werden konnte?  Nein, ganz und gar nicht.

al-nusra white hands syriaSchon in der Einleitung (Seite 24) schreiben die Autoren, welche enormen Herausforderungen und Beschränkungen ihre Arbeit erschwerten (weil sie ja in einem von den islamistischen „Rebellen“ (Al Nusra –  von UN & USA als Terrorgruppe eingestuft) kontrolliertem Gebiet stattfand, ein Kontext der von unseren Journautisten gerne unterschlagen wird):

OPCW UN-Report 2016 p24

  • Oft kein Zugang zu den „Tatorten“, weil es zu gefährlich war , wodurch das Sammeln von Proben und die Befragung von (nicht manipulierten) Zeugen vor Ort unmöglich wurde
  • der Zeitfaktor: seit dem jeweiligen Vorfall waren Monate vergangen, in einigen Fällen mehr als zwei Jahre
  • das ihnen ausgehändigte Material war keiner Kontrollkette unterworfen (es konnte also manipuliert sein)
  • die Quelle von Information und Material war aus zweiter oder dritter Hand (die echte Quelle war also nicht verifizierbar)
  • Teile des Informationsmaterials waren irreführend (die Art und das Ausmaß des Vorfalls schildernd)
  • Zugang zu unabhängigen Quellen erwies sich als sehr schwierig
  • Die Tatorte (wo die angeblichen Bomben aufgeschlagen hatten) waren nicht gesichert worden, also als forensischer Beweis nicht mehr brauchbar: z.B. Videos und Fotos wurden erst nach Tagen aufgenommen und in vielen Fällen, nachdem die Reste (der angeblichen „Faßbombe“) dort nicht mehr vorhanden waren

Die syrische Regierung hatte (nach eigenen Angaben) seit Ende Dezember 2012 die Kontrolle über das Gebiet verloren. Im Frühjar 2014 war die Al Nusra Front (ANF) und ihre Verbündeten in Kafr Zita die dominante Kraft.

DIE HELIKOPTER SAGA

(ist nicht so simpel, wie uns die Tagesschau-Story suggeriert)

Beim ersten Vorfall (11. April 2014 in Kafr Zita) soll ein Helikopter zwischen 18 und 19 Uhr eine Fassbombe abgeworfen haben (diese Version wurde „von einigen“ UN-Mitgliedsländern forciert, schreibt die OPCW). Doch es gab andere Informationen, wonach es sich auch um ein Flugzeug gehandelt haben könnte (Seite 27). Die syrische Regierung gab an, die SAA habe am 11. April das Haus eines Al Nusra Kommandeurs angegriffen (wo auch Bomben fabriziert wurden). Das Haus sei explodiert, wobei ANF-Kämpfer sowie Zivilisten verletzt bzw. getötet wurden. Mehrere Fässer mit einer Chlorverbindung hatten sich in diesem Haus befunden, und der Angriff führte natürlich zu einer Freisetzung von Chlorgas.

OPCW 2016 whose chlorine attack

Die ANF versuchte dann, nach Aussagen der syrischen Regierung, die Verwendung von Chlorgas der SAAF in die Schuhe zu schieben. Dazu fertigten sie ein Video an, in dem gefälsche Beweise gezeigt wurden. Eine weitere Quelle bestätigte diese Darstellung, schreibt die OPCW. Die Regierung und die zweite Quelle sagten auch, dass einer der Ärzte (der auch als „Zeuge“ gegenüber der OPCW auftrat) an der Fabrikation von gefälschten Beweisen beteiligt sei. (Wieder Dr. Shajul Islam?)

Ein anderer „Zeuge“ sagte noch etwas anderes: Als ein Helikopter in Richtung Kafr Zita flog, feuerten die „Rebellen“ eine sogenannte „Hell-Cannon“ auf die Stadt ab. Gelber und weißer Rauch breitete sich aus und der Zeuge bemerkte einen üblen Geruch und hatte Atembeschwerden. Im Krankenhaus klagten andere Patieten über die gleichen Symptome.

22 OPCW UNReport 2016

Das zweite Video, das am 11. April im Internet auftauchte (noch keine forensische Analyse zum Zeitpunkt des Reports) stuft die OPCW insofern als „fake“ ein, als es die gleiche Explosion zeigt, wie im ersten. Doch – und das ist entscheidend – die Experten stellen fest, dass das Video editiert wurde:  am Anfang sieht man, wie ein Helikopter etwas fallen lässt, dann – Schnitt – dann Bilder einer Explosion. (Auch das ist also als „Beweis“ unbrauchbar)

(41) Reste der „Fassbomben“ auf Bildern beweisen nicht, dass sie von einem bestimmten „Tatort“ stammen. (Denn dort waren sie ja nicht mehr, als die OPCW-Untesuchung stattfand bzw. konnte man erst gar nicht zu den Orten vordringen).  Also gab es nur Behauptungen einiger „Zeugen“ (die natürlich alle Angst vor den ANF-Kopf-Abhackern hatten oder zu ihnen gehörten). Die abgebildete Munition konnte also nicht einer bestimmten Location zugeordnet werden (auch nicht durch Bild-Analyse).

Die OPCW kommt also (bezüglich des Vorfalls in Kafr Zita) zu folgenden Schlussfolgerungen:

75 OPCW UNReport 2016

Die SAAF führte an diesem Tag Luftangriffe durch und mindestens eine Explosion war die Folge. Sie konnte aber NICHT die Verwendung von Fassbomben bestätigen, da deren Reste nicht mehr am angeblichen Einsatzort vorhanden waren und auch nicht (durch forensische Untersuchung) damit in Verbindung gebracht werden konnten.

Why_barrel_bombs_are_goodDer seit Monaten behauptete Einsatz von „Fass-Bomben“ ist  ein Knüller in den Medien, um die syrische Armee wieder einmal als „barbarisch“ hinstellen zu können. Dass es sich dabei um perfide Hetz-Propaganda handelt, (siehe BILD oben, analysiert im Buch von Professor Tim Anderson) die von den Sponsoren der Terror-Gruppen verbreitet wird, das ist gedankliches  „Sperrgebiet“.

Wir sehen also, die verkürzte ARD-Darstellung „es sei weitgehend erwiesen“ steht auf sehr wackeligen Beinen. In einem Gebiet, das von fanatischen, islamistischen Banden (unter Führung von Geheimdiensten) kontrolliert wird, kann man nicht erwarten, dass die meisten Zeugenaussagen oder „Material“ aus dritter Hand wirklich echte Beweiskraft haben. (Das räumt ja auch die OPCW ein). Und natürlich ist offensichtlich, dass alles getan wird, um die Regierung Assad als barbarisches Monster hinzustellen (siehe Northwoods oben), das machen die US-Geheimdienste (und ihre Verbündeten) schon seit vielen Jahren, nur das Opfer ändert sich (Milosevic, Saddam, Gaddafi und jetzt Assad).

Doch die Motive der USA werden nie hinterfragt (deren Präsentation als moralische Autorität ist surreal und unerträglich), stattdessen lässt man keine Gelegenheit aus, Russland (bzw. Putin) moralisch zu diffamieren. So kommt auch diese Überschrift nicht überraschend:

Russland hebelt mögliche UN-Reaktion aus 

[…] Neue Sanktionen gegen Damaskus wegen des Einsatzes von Giftgas scheiterten Ende Februar im UN-Sicherheitsrat am Veto Russlands und Chinas.

Die negative Formulierung „hebelt aus“ wird niemals für die USA verwendet (z.B. wenn sie zum hundersten Mal ein Veto gegen eine Verurteilung Israels einlegt).  Der ORF verwendete z.B. auch die Formulierung „Putin hat Assad ein Alibi gegeben“ (zwei Fliegen mit einer PR-Klappe!)

Die Tagesschau weiter:

Bereits 2013 waren östlich der Hauptstadt Damaskus bei Angriffen mit Giftgas mutmaßlich Hunderte Menschen getötet worden. Die Opposition und der Westen machten dafür Syriens Regierung verantwortlich. Diese stimmte danach zu, alle Giftgasvorräte zu vernichten.“

Wir sehen wieder „verantwortlich gemacht“ (nicht „beschuldigen“, wie oben erklärt). Die (von mir geschilderten) Erkenntnisse von Seymour Hersh, der DIA,  von Carla del Ponte (für die UN), die Analyse von Professor Postol, usw. all das wird als Kontext unterschlagen, damit die unterstellte und nachgeplapperte „Verantwortung“ für Verbrechen nicht als das entlarvt wird, was sie ist: schäbige Propaganda und Projektion der eigenen Verbrechen auf den designierten „Feind“ der USA (und der Zionisten).

Die ARD betreibt also subtile Volksverdummung, schafft es nicht, auch nur eine intelligente Analyse der politischen Hintergründe zu liefern, (Papageien können das ja auch nicht) und hat dann den Nerv, die Zuschauer mit solch rührseligen Titeln zu verarschen: („Hart aber Fair“, Anmoderation: Frank Plasberg)

Schuldig durch Wegschauen ARD

Wir schauen ja nicht weg, wenn es darum geht, wer hier die wahren „Barbaren“ sind, sondern ihr unerträglichen Fließband-Journalisten sorgt dafür, dass die Empörung in die gewünschten Kanäle geleitet wird, durch massives framing und Isolierung aus dem (richtigen) politischen Kontext. (Aus Tätern werden so Opfer– so auch seit Jahren bei Israel, dessen brutale Besatzung  einfach „verschwindet“).

ORF Regime verantwortlich

Der ORF (screenshot vom 13.9.2013  mit propagandistischer Schlagzeile)

lässt sich auch nicht „lumpen“, wenn es darum geht, die Anbiederung gegenüber dem US-Hegemon zu demonstrieren (durch politisch-kompatible Formulierungen und frames) . Dieser „Journal“-Bericht von ö1 war leider nur 7 Tage online):

Es war vielleicht eine Provokation zuviel. Das syrische Regime hat kein Interesse mehr an Verhandlungen, bestreitet jegliche Giftgasattacke auf die eigene Bevölkerung und sagt, wenn wir diesen Krieg nicht gewinnen, wird es Syrien nicht mehr geben.“

Von einer „Provokation“ (Assads) zu sprechen, obwohl es noch keinerlei Beweise dafür gibt, was wirklich in Khan Sheikoun passiert ist, (geschweige denn, wer es war) und dann auch noch (auf Basis dieser propagandistischen Formulierung) zu behaupten, Assad habe „kein Interesse mehr an Verhandlungen“, das ist ein so schäbiger, tendenziöser Journalismus, das einem schlecht wird.

Von hier aus flogen jene syrischen Flugzeuge … die für den Giftgasangriff  ….. verantwortlich gemacht werden.“

(Das gleiche Muster wie bei der ARD) und auch die sprachlich suggerierte „Sicherheit“ (bei der Bestimmung des Schuldigen) kommt natürlich wieder vor:

„Für Trump besteht kein Zweifel: der syrische Diktator habe den schrecklichen Angriff auf unschuldige Zivilisten …bla,bla, bla“-

Natürlich plappern auch die Vasallen in der EU diesen Spin nach, so etwa Federica Mogherini (die ungewählte „EU-Außenministerin“) und natürlich – the mother of all spineless German chancellors – „Mutti“ Merkel.

ES GEHT AUCH ANDERS

Der einzige journalistische Lichtblick in diesem schwarzen Propaganda-Loch scheint die Deutsche Welle zu sein:  (Hervorhebungen von mir)

DW war es wirklich Assad

 „Von einem solchen Giftgaseinsatz können nur die bewaffneten Oppositionsgruppen profitieren, erklärt der Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz (Günter Meyer) gegenüber der DW.  „Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, haben de-facto keine Chance, sich militärisch gegen das Regime zu wehren. Und wie die jüngsten Reaktionen von US-Präsident Trump zeigen, ermöglichen ihnen solche Aktionen, wieder die Unterstützung der Assad-Gegner zu bekommen“, so Meyer.

Das ist der politische Kontext der bei ARD, ZDF, ORF und den anderen Journautisten regelmäßig unterschlagen wird, weil er die Motive der beteiligten Parteien in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. (Die Motive der USA werden erst gar nicht untersucht)

Die Journalisten der DW sind auch die einzigen (so weit ich weiß), die erwähnen (in dem sie Meyer zitieren), dass die ersten Giftgas-Opfer syrische Soldaten waren und dass Präsident Assad selbst die UN-(OPCW)-Kontrolleure ins Land rief, um „die Verantwortlichen für diesen Angriff zu  identifizieren“ . Auch Meyer betont, dass die Frage nach dem Motiv für die Tat nicht zu Assad führt:

Es ist unsinnig zu erwarten, dass das Regime einen derartigen Angriff gerade dann ausführt, wenn diese Kommission eintrifft(das war uns schon 2013 klar).

Die DW verlinkt auch zur  (2014) MIT-Analyse von Postol / Lloyd, die ich ja auch schon erwähnt habe, in der wissenschaftlich bewiesen wird, dass die „Raketen“ nicht von der syrischen Armee abgefeuert werden konnten, weil ihre Reichweite zu kurz war (siehe auch Teil 1 u. 2.)

Auch das ehemalige CW-Arsenal des syrischen Staates stellt Professor Meyer in den richtigen, relativierenden Kontext:

Diese Chemiewaffenbestände dienten […] ursprünglich als Gegengewicht zu Israels Atomwaffen.“ (Deren bloße Erwähnung ja bei unserer Papageien-Journaille tabu ist!)

Nur im letzen Absatz kommt eine Art „moral disclaimer“: (Assads Rolle als Bösewicht soll wohl doch nicht wanken):

Unzweifelhaft ist Baschar Al-Assad in der Wahl der Mittel zur Sicherung seiner Herrschaft alles andere als zimperlich.* Aber warum der syrische Diktator die Weltöffentlichkeit ausgerechnet zu einem Zeitpunkt wissentlich gegen sich aufbringen sollte, als sie sich mit seinem Verbleiben als syrischer Präsident abzufinden beginnt, ist eine berechtigte Frage. Man sollte sie plausibel beantworten, bevor man sich zu voreiligen Reaktionen hinreißen lässt.“

the hated dictator fantasyWieso ein gewählter Präsident (der von vielen Syrern sogar verehrt wird) als „Diktator“ eine „Herrschaft“ pflegt, wird nicht begründet, offenbar, weil das einfach in den (von den USA/NATO verbreiteten) mittlerweile tiefsitzenden „evil Assad“-frame passt. Man will also der Logik Tribut zollen, beeilt sich dann aber, nicht zu sehr gegen den politischen Strom zu schwimmen.

Wieso sich dieser Mann sechs Jahre lang in diesem terrorisierten Land halten konnte (wenn er doch von seinem Volk angeblich so gehasst wird), wieso er nicht schon längst abgehauen ist, sondern bis heute weiterkämpft, fragt die DW auch nicht. Vielleicht sollte sie mal mit Syrern darüber sprechen …

Sputnik meldete am 6. April übrigens, dass der syrische Außenminister sich folgende Frage stellt (mit folgendem Kontext):

„Al Nusra, IS und andere Terror-Gruppen lagern weiterhin chemische Waffen in Wohngebieten. Wir haben mehr als hundert Telegramme an den UN-Sicherheitsrat und die OPCW geschickt, in denen wir ihnen Informationen über den Transport dieser CW aus der Türkei und dem Irak gaben.

Warum wurde nichts dagegen unternommen“?

ANHANG

Zum Thema „barbarisch“ und machtbesessen:

* Diesen Satz der DW (bezogen auf Assad)  „… in der Wahl der Mittel zur Sicherung seiner Herrschaft alles andere als zimperlich“ möchte ich einmal bezogen auf den Hegemon USA lesen, da wäre er nämlich 100% zutreffend. Aber das wird  ja erfolgreich durch billige Stigma-Wörter wie „anti-amerikanisch“ verhindert.

MLK beyond vietnamMartin Luther King ging mit seinerBeyond VietnamRede am 4. April* 1967 in die Geschichte ein. (Exakt ein Jahr später wurde er ermordet, diese Rede hat ihn quasi „umgebracht“… zufälligerweise fand auch der fingierte „Giftgasanschlag“ in Idlib an diesem Tag statt)

 Darin kommt ein Satz vor, der es auf den Punkt bringt:

„… Der größte Exporteur von Gewalt in der Welt: (ist heute) meine eigene Regierung.“

(Kontext: „I knew that I could never again raise my voice against the violence of the oppressed in the ghettos without having first spoken clearly to the greatest purveyor of violence in the world today: my own government. […] for the sake of the hundreds of thousands trembling under our violence, I cannot be silent.

Paul Craig Roberts ist auch Amerikaner, war unter Reagan im Finanzministerium und schrieb kürzlich über die Rolle der US-Präsidenten (dass er erst mit Clinton anfängt, ist unzulänglich) unter der Überschrift „Eine Regierung aus Dummköpfen und Kriegsverbrechern“ eine bittere Polemik gegen sein Land, die wie ein bitteres Echo von Martin Luther King klingt.

Hier ein Zitat daraus:

 „Indeed, violence is what America is. […] Violence is the heart of America.“

Martin Luther King sagte 1967 es gäbe Zeiten, in denen sei Schweigen mit Verrat gleichzusetzen. Verrat an allem, was humanistische Werte ausmacht. Seit sechs Jahren führt die USA und ihre Vasallen einen perfiden PR- und Terrorkrieg gegen die syrische Zivilbevölkerung mit hundertausenden Toten, unvorstellbaren Qualen und Millionen von Vertriebenen.

Welche UNMENSCHLICHEN Grausamkeiten

AKTUELL:  Dutzende hungrige, schiitische Kinder, die gerade evakuiert werden sollten (!), werden mit Süßigkeiten und Chips zu einem Fahrzeug gelockt, das dann explodiert und sie in Stücke reißt

… müssen auf dieser Welt noch passieren,

bevor unsere Journalisten erkennen, dass ohne ihr Schweigen, ohne ihre Komplizenschaft diese systematischen Verbrechen – und vor allem ihre Vertuschung – nicht möglich wären?

 

CIA CYBER-CRIME (2): Empörung goes to Turkey

busmind1Im letzten Beitrag wurde analysiert, auf welche Weise die „Nachrichten“ (am Beispiel ZDF) nur mehr ein Fließband für „soft-power“ Manipulationstechniken sind, die im Rahmen des „Empörungsmanagements“ angewendet werden.

Es geht also darum, zu kontrollieren, worüber wir uns „aufregen“ und worüber nicht. Denn „Aufregung“ ist die Voraussetzung dafür, dass man Energie für Widerstand aufbringt, sich also „regt“ und nicht apathisch in der „Zuschauerdemokratie“ vor dem Fernseh-Gerät sitzt und sich mit lächerlichen Sport-Spektakeln, 50 Krimis pro Woche und billiger Unterhaltung das Hirn vernebeln lässt.

Die Cyber-Verbrechen der CIA werden also systematisch verharmlost und die Empörung auf andere Ziele gerichtet, das kann man auch am Beispiel des ORF (Österreichischer Rundfunk) zeigen:

Analog zur deutschen Tagesschau gibt es dort die  „ZiB“ (Zeit im Bild), die mehrmals täglich gesendet wird. Der Suchbegriff „Wikileaks“ auf orf.at  (am 10.3.2017) brachte  25 Treffer mit einer Beitragslänge von 0:30 – 3:21 Minuten.

Daran sieht man schon, wie das Thema bagatellisiert wird, denn auf diese Weise bleibt „keine Zeitfür machtpolitischen und rechtsstaatlichen Kontext und (schon gar nicht) eine kritische Betrachtung der Frage, was die CIA eigentlich ist und wem sie wirklich dient (der Sicherheit der Bevölkerung jedenfalls nicht).

ORF Cyber-Crime AnstiegAm 7. März, um 22:00 wird z.B. in der ZiB 2 festgestellt, dass solche Praktiken „nicht nur von Geheimdiensten, sondern immer häufiger von Kriminellen genutzt“ werden. Leute, das ist eine Kategorie, nicht zwei!

Die Kriminalstatistik zeige eine Zunahme von „Cyber-Kriminalitätum 30% in Österreich (als Angriffs-Ziel, woher die Angriffe kommen, wird nicht erklärt). Ein Experte sagt dann, dass sich ständig „neue Kriminalitätsmuster entwickeln“ (mit jedem neuen „Werkzeug“ tun sich eben neue  kriminelle Felder auf). Der ORF bemerkt dann abschließend:

Auch die Enthüllungsplattform Wikileaks klärt nun in tausenden neuen Dokumenten darüber auf, wie Hacker und sogar der US-Geheimdienst CIA sich an Computern und Smartphones vergreifen.“

Bemerkenswert ist an diesem Satz nur das Wort „sogar“ im Zusammenhang mit der CIA, denn diese beschäftigt ja auch tausende Hacker, die unter dem Deckmantel der „national security“  und der  suggerierten „notwendigen“ Geheimhaltung als völlig unkontrollierbare Cyber-Gestapo ihr Unwesen treiben.

(Mit dem groß angelegten „Absaugen“ privater Daten hat die CIA (als Konkurrent der NSA) natürlich auch ein enormes Erpressungspotential in der Hand, besonders bei Politikern).

Man darf davon ausgehen, dass der ORF diese Perspektive gewählt hat, um die Cyber-Aktivitäten der CIA zu relativieren (Motto: „andere machen das ja auch“) und somit den Eindruck zu fördern, es sei ja alles gar nicht so schlimm.

Doch amerikanische IT-Security Experten (auch ehemalige, ranghohe Mitarbeiter der NSA wie Bill Binney) betonen schon länger, dass es eben gerade die Geheimdienste (allen voran NSA und CIA) sind, die dafür sorgen, dass Sicherheitslücken NICHT geschlossen werden, weil sie ja sonst nicht spionieren und Daten „exfiltrieren“ können. Davon profitieren natürlich auch Hacker , die nicht (oder nicht mehr) bei Geheimdiensten arbeiten. Dass die „Verschlüsselung“ von Smart-Phone-Apps nichts nützt, wenn das Betriebssystem selbst infiltriert wurde (auch und gerade beim ach-so-smarten „i-phone“), bestätigt was John McAfee gesagt hat: Smart-Phones sind als Spionagewerkzeuge entwickelt worden und so manche „IT-Security-Firma“ gehört ja auch zum CIA-Netzwerk)

Unter dem Deckmantel der „Terror-Bekämpfung“ nach „9/11“ forderten NSA und CIA gigantische Summen aus dem Budget und bekamen sie auch. (Die CIA hat natürlich auch ein „black budget“). Was sie aber wirklich damit machen, entzieht sich jeder demokratischen Kontrolle …

DIE  US-CYBER-MAFIA IN FRANKFURT (mit diplomatischer Immunität)

Die skandalöse Enthüllung über die große, illegale Hackerzentrale im US-General-Konsulat in Frankfurt (wo sich CIA-Cyber-Kriminelle, geschützt durch Diplomaten-Pässe und hohe Mauern, quasi in einem „rechtsfreien Raum“ bewegen) bleibt im ORF  (und auch bei ARD und ZDF) völlig folgenlos: Es wird einmal erwähnt „ …von dort aus würden Hackerangriffe auf Europa, NahOst und Afrika gesteuert“ und das war’s.

Der Spiegel schreibt dazu: (mit einem Foto von Langley, nicht dem US-Konsulat!)

SPON Frankurt CIAHacker Zentrale„Dort, in der Gießener Straße, befindet sich das größte US-Konsulat weltweit. Es beherbergt laut WikiLeaks-Dokumenten auf seinem Gelände eine „Sensitive Compartmented Information Facility“ (SCIF), ein Gebäude, das nur Mitarbeitern der CIA und anderer US-Geheimdienste zugänglich ist. Diese Digitalspione arbeiten offenbar voneinander abgeschottet „undercover“ in der Einrichtung […]  und stellt dann fest:

Aus den USA oder Deutschland gab es zunächst kaum Reaktionen auf die Enthüllungen.

Natürlich nicht. Das ist eben das Ergebnis von „Empörungsmanagement“. Beiträge, die 1-3 Minuten dauern und die Opfer-Perspektive der CIA in den Mittelpunkt stellen, woher soll da „Aufregung“ kommen?

Kein seriöser Kontext. Kein politischer Hintergrund. Keine rechtliche Dimension, keine Debatte über staatliche Souveränität, die Rolle der Geheimdienste bei subversiven, politischen Machenschaften, die auch zu Krieg führen:  hinterlistige Täuschung und Lügen ohne Ende heißen bei der CIA (in der moralisch-sterilen Sprache des Militärs) „IOs“ (information operations)  im Kontext von „POLWAR“ (political warfare) also politischer Kriegsführung.

Diese Begriffe sind sehr häufig in Strategiepapieren des US-Militärs  (oder nahestehender Think-Tanks) zu finden, aber unsere Journaille weiß davon nichts. Oder sie muß dazu schweigen. Auch Papageien wird ja nur ein bestimmtes Repertoire an Wörtern beigebracht oder wie es Orwell ausdrückte, wenn bestimmte Wörter nicht verwendet werden dürfen, kann man „so etwas“ auch nicht mehr denken.

Dass die neuesten, haltlosen Anschuldigungen gegen Russland, es unterminiere „demokratische Prozesse“ in Europa eben mit dem „frame“ POLWAR zu interpretieren sind, dieser Gedanke muss eliminiert werden. Dass die USA Medien bzw. Kommunikation systematisch als politische Waffen einsetzt, wenn es darum geht, aufmüpfige Länder (wie Russland, China oder Syrien) zu diffamieren und zu isolieren, ist eben ein „verbotener“ Gedanke.

Und Gott behüte, dass das Verhältnis des US-Hegemons zu seinen europäischen Vasallen einmal näher durchleuchtet wird. Wo kämen wir denn dahin. Das Wort „Hegemon“ oder „Herrschaft“ (bezogen auf die USA) darf ja nicht einmal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgesprochen werden.

Das sind doch unsere „Partner“ !

Kann man mit Godzilla eine Partnerschaft eingehen? Ja, wenn man besonders dämlich ist oder insgeheim die gleichen Ziele verfolgt wie das Monster selbst …

Man kann sich auf unsere Journaille verlassen: nämlich darauf, dass sie ihre Rolle als Spin-Maschine gewissenhaft erfüllt, wenn es darum geht, den richtigen „Frame“ zu konstruieren (zur Verarschung der Zuschauer…)

WÖRTER  ALS  WAFFEN GEGEN  KRITISCHES DENKEN

Damit werden Verbrechen des US-Imperiums nicht nur verharmlost oder unsichtbar gemacht, sondern dessen routinemäßig durchgeführten „false flag“ Operationen einfach mit dem Stigma- Wort „Verschwörungtheorie“  belegt und damit als Hirngespinst von Idioten abgetan.

Der amerikanische Schriftsteller und  satirische Politik-Kommentator Gore Vidal fand dazu die passenden Worte:

I am not a conspiracy theorist, I am a conspiracy analyst“.   

Genau darum geht es. Die Bedeutung eines Wortes ändert sich durch die Art und Weise, wie es gebraucht wird. Eine „Theorie“ ist ja nichts, wofür man sich schämen müsste, eigentlich ist es nur eine Überlegung, ein Nachdenken zu einem bestimmten Thema, das noch Fragen offen lässt.

Doch wenn „Verschwörung“ dazu kommt, ist es plötzlich ein Schandmal. Warum? Weil es zu diesem Zweck erfunden wurde: als billige Immunisierung gegen kritisches Nachdenken, denn damit wird die Aufmerksamkeit vom Inhalt der Kritik auf die Person des Kritikers gelenkt. Mit „so einem Spinner“  redet man nicht, dem hört man nicht zu, wenn man nicht selbst als solcher diffamiert werden will. Und genau das ist der Trick, mit dem erreicht wird, dass viele Menschen davor zurückschrecken, sich dieser „Theorie“ anzuschließen oder den Kritiker zu unterstützen, auch wenn seine Argumente sehr schlagkräftig und faktenbasiert sind.

Die nächste Überschrift hört sich an wie eine „Verschwörungstheorie“, (mit negativer Konnotation) die aber sehr rational und empirisch zu begründen ist:

AUTOS ALS  UNSICHTBARE  MORDWERKZEUGE  DER GEHEIMDIENSTE    

Am 8.3. hörte man im ZiB-Magazin um  19:45  u.a. folgendes:

ORF Action Thriller CIA CarJacking

Es klingt ja wie ein Action-Thriller: jemand hackt sich in den Bordcomputer eines Autos ein, übernimmt die Steuerung und verursacht sogar einen tödlichen Unfall. Doch die Dokumente, die Wikileaks zugespielt wurden, sagen, dass die CIA das kann […]

Zum Thema „Car-Jacking“ also DIE ELEKTRONIK VON FAHRZEUGEN SO ZU MANIPULIEREN, dass der Fahrer das Fahrzeug – NICHT MEHR KONTROLLIEREN KANN schon seit 2010 in der wissenschaftlichen Praxis erprobt, fallen mir spontan die angeblichen „Terror-Anschläge“ ein, bei denen ein Lkw in eine Menschenmenge gefahren ist (Nizza, Berlin, etc.).

Hier die Zusammenfassung der IT-Experten der Universität Washington (leider nicht mehr Science-Fiction):


Durch mehrere Experimente – im Labor und auf der Straße – demonstrieren wir die Fähigkeit, eine große Bandbreite von automotiven Funktionen zu kontrollieren und das Eingreifen des Fahrers völlig unwirksam zu machen: dazu gehört die Bremsen lahmzulegen oder einzelne Räder zu bremsen, den Motor auszuschalten, usw.

Es zeigte sich, dass es möglich ist, grundlegende Sicherheitssysteme zu umgehen … auch das Implantieren eines bösartigen Codes in die Telematic-Einheit war erfolgreich, sodaß alle Spuren dieser Eingriffe nach einem „Unfall“ gelöscht sind


Was ist, wenn z.B. genau das in Berlin (Weihnachtsmarkt) passiert und die (Cover-)Story von Amri einfach erfunden ist?

berlin-breitscheidplatz-lorry-1912Man „findet“ Stunden nach dem „Anschlag“ einen Ausweis, eine Geldbörse, einen Fingerabdruck (ein Kinderspiel für Geheimdienste, das zu arrangieren), erzählt uns eine dick aufgetragene, fiktive Story von seiner „Flucht“ durch halb Europa und am Ende wird er – natürlich – erschossen. (Mehr über Berlin und „Terror-Illusionen“ auch auf diesem Blog)

Dieser Kontext ist natürlich für unsere Medien-Papageien TABU.

Die „Terror-Märchen“ werden schön brav so geschildert, wie es die Geheimdienste wollen … sie füttern ja die Journaille mit (eigenem) „Material“ aus anonymen Quellen, das aber ohne Verifizierung übernommen wird.

Umso schwerwiegender ist die  bereits im letzten Beitrag geschilderte Methode in den „Nachrichten“, wodurch die Rolle der Geheimdienste (besonders kriminell und diabolisch im Fall der CIA) auf den Kopf gestellt wird – sie mutieren vom Täter zum Opfer, so auch beim ORF, der natürlich auch – schön brav – den Video-Clip zur Entlastung der CIA abspielt:

„Diese Daten-Lecks beschädigen die Fähigkeiten unserer Geheimdienste an Informationen zu kommen, sie schaden dem Ziel der GH, nämlich unser Land zu schützen“

Immerhin kann sich der ORF zu dieser Aussage durchringen:

„Doch diesem hehren Ziel wurden womöglich Grundrechte geopfert, denn die Daten zeigen, die CIA kann fast alles hacken …z.B. „Weeping Angel“ (Samsung „Smart-TV“  auch „ausgeschaltet“ als Abhörgerät, usw.).

Wieso „womöglich“? Die brisante Frage der Grundrechts-Verletzung wird aber nicht weiter verfolgt, sondern wieder der „die-CIA-hat-einen Schaden- erlitten“-Frame benutzt, um die Empörung der Zuschauer klein zu halten.

Der ORF erwähnt zwar „WL will eine Diskussion darüber anstoßen, ob die CIA ihre Kompetenzen überschreitetdoch niemand will sich damit beschäftigen, welche „Befugnisse“ die CIA denn eigentlich hat und ob diese mit einem demokratischen Rechtsstaat überhaupt vereinbar sind.

Stattdessen wird zum dritten Mal die Perspektive der CIA übernommen (Suggestion: Wir sind das Opfer) und ein IT-SEC Experte betont, dass es zuwenig Kontrolle innerhalb der CIA gäbe, weil „jemand höchst-sensible Informationen nehmen und veröffentlichen konnte“. Dann kommt der übliche CIA-Spin, dass nämlich die Veröffentlichung ihrer kriminellen Machenschaften „das Leben von US-Bürgern gefährdetund  dieses „Spielen mit der Nationalen Sicherheit“ der eigentliche Skandal sei.

Die „offene Diskussion“ über den geheimen Einsatz von Cyber-Waffen – die der „Leaker“ anstoßen wollte,  wird es aber – dank unserer folgsamen Journaille – nicht geben.

Also noch einmal, Leute – zum mitschreiben:

Es ist nicht die geheime, rechtlich unantastbare Cyber-Gestapo (CIA & NSA, bei uns unter einer Decke mit BND & „Verfassungsschutz“)  die unsere Gesellschaft, unsere „Demokratie“ und unsere Privatsphäre bedrohen, sondern die „Whistle-blower“, also jene Mitarbeiter dieser Gestapo, die nicht mehr tatenlos zusehen können, wie verfassungswidrige, kriminelle Machenschaften als Beitrag zur „Staatssicherheit“ verkauft werden (wie Snowdon und Seth Rich, der höchstwahrscheinlich das DNC-Leak war, aus dem die Clinton/Podesta  e-mails stammen und dann plötzlich ums Leben kam … )

Vielleicht sollten wir eine Twitter-Kampagne starten um der Sache mehr Nachdruck zu verleiten?

 #JE suis CIA!    #JE suis BND!   

(Dann wäre unsere medial- organisierte Verblödung nicht mehr zu übersehen…)

Auch die Print-Medien werden natürlich als „smart-power“ Waffen gegen die Bevölkerung eingesetzt:

FORGET FRANKFURT ⇒…(als illegale CIA-Hacker-Zentrale)

Tagesspiegel Vault 7 Empörung verbrauchtDie“Empörung verbraucht sich“ konstatiert der Tagesspiegel  und outet sich damit ebenfalls als Werkzeug der „Soft-Power“ Washingtons:

Stell Dir vor, Wikileaks landet den größten Coup seiner Geschichte, und die Öffentlichkeit findet andere Themen wichtiger

Dass „andere Themen heute aufregender wirkensei nach dieser Logik quasi ein Beweis dafür, dass es sich nicht wirklich lohne, über die amerikanische Cyber-Gestapo aufzuregen (geschweige denn, darüber, was die CIA sonst noch treibt).

„In Europa konkurriert der Wikileaks-Coup mit dem internationalen Frauentag, dem Konflikt um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker vor Präsident Erdogans Ermächtigungs-Referendum, den Wahlen in den Niederlanden mit dem befürchteten Aufstieg des Rechtspopulisten Geert Wilders und, in Berlin, natürlich dem Skandalflughafen BER.“

Doch dass es gerade die Art der Darstellung in den Medien ist, die Aufmerksamkeit und „Aufregung“ in vorgegebene Bahnen lenken, (also ein Thema viel mehr Präsenz  bekommt als ein anderes), darüber darf nicht nachgedacht werden.

… ⇒ EMPÖRUNG GOES TO ANKARA

Das aktuelle Theater um die türkischen Politiker könnte ja gerade deshalb medial so „hochgekocht“ worden sein, damit die Wikileaks-Enthüllungen über die demokratiefeindlichen Methoden der CIA schnell wieder „begraben“ werden. (Natürlich ist es auch eine Ablenkung von eigenen Problemen in Deutschland und in der EU).

Hollande ErdoganNoch vor wenigen Monaten war Erdogan „unser verlässlicher NATO-Partner“, der uns die „Flüchtlings-Welle“ vom Hals halten sollte und dafür 3 Milliarden Euro bekam. Jetzt (nachdem es eine Annäherung mit Putin gab), ist er wieder zum Mega-Schurken mutiert? Sehr bequem als Ablenkung für „Empörung“, denn Erdogans Fähigkeiten, „demokratische Prozesse zu gefährdensind (obwohl für die Türken bedenklich) verglichen mit dem US-Hegemon geradezu lächerlich.

Die geplante Umwandlung zu einem Präsidialsystem (wie es in den USA schon lange existiert) kann man kritisieren, aber da es eine Volksabstimmung darüber gibt, kann von Diktatur keine Rede sein. Das rechtfertigt nicht die Beschneidung der Rede- und Versammlungsfreiheit und schon gar nicht eine „PNG“-Behandlung (wie in Holland). Solange türkische Politiker in Deutschland keine Straftat begehen oder zu solchen aufrufen, gibt es keine rechtliche Grundlage, sie so auszugrenzen. (Ich bin kein Freund von Erdogan –siehe sehr kritische Beiträge über „Türkei“ auf diesem Blog, aber dieses Theater ist einfach nur Doppelmoral und Heuchelei).

McCain with NeoNazis KiewAls amerikanische Politiker (John McCain, Victoria Nuland, etc.) in Kiew „aufgetreten“ sind (mit Neo-Nazis) um die Empörung für  die von Washington organisierte „Fata Maidana“ zu schüren, und ihre Unterstützung dafür kundtaten, hat sich hier niemand aufgeregt. Der amerikanische Putsch (soft-power-fascist coup) einer zwar korrupten, aber gewählten Regierung in der Ukraine ist bis heute ein Tabu-Thema in den Medien, deren autistische Zeitrechnung immer mit der „Annexion der Krim“ beginnt.

Aber wie Orwell vorhersah, kann die „Denkpolizei“ (THINKPOL) sehr effektiv sein, wenn man – besonders Journalisten – ein ausgefeiltes Repertoire an Begriffen eintrichtert, die sehr selektiv angewendet werden.

Dass einige  Leser des Tagesspiegel aber noch selbständig denken können, sieht man an den Kommentaren: Hier vier Beispiele:

  1. Wenn der Tagesspiegel dem keine Artikel widmet, außer zu sagen, dass es nicht mehr so schlimm ist, dann soll die Resonanz woher kommen? Datenschutzrechtlich ist der Tagesspiegel doch voll auf Regierungskurs, Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, etc. alles gut, da wir die „Guten“ sind.
  2. Willkommen in der Post-Demokratie
  3. Warum sollten wir auch empört sein wenn die USA unsere Grundrechte schänden? Richtig, es sind ja nicht die Russen.
  4. Ist schon schade, dass der Tsp einen transatlantischen Netzwerker diesen relativierenden Beitrag über US-Spionage schreiben lässt. Da vermisse ich einen Investigativjournalisten, der sich empört!

 


FAZIT: Unsere Medien tun alles, um die moralische, rechtliche und demokratie-feindliche Dimension der CIA-Methoden herunterzuspielen, die das Konzept eines „demokratischen Rechtsstaates“ ad absurdum führen.  (Das ist – seit 9/11 – Carl Schmitt 2.0 … aber darüber darf man auch nicht sprechen)


Doch bei anderen Ländern wird die moralische Keule der Empörung umso mehr angewendet, wenn es der Ablenkung (von den eigenen Schweinereien) dient – siehe Hetze gegen Syrien, Russland, Türkei, etc.

Ein Kommentar aus den USA zeigt, warum die „Aufregung“ über die CIA sehr wohl gerechtfertigt und dringend notwendig ist:

The U.S. created a cyber monster it can’t control. This is what absolute domination/control breeds and what the future holds.

This has the power to destroy us because … the operatives involved in cyber warfare are attacking in the shadows, and because they can cover their tracks, they have an unlimited license to unleash chaos, destruction and hell.

Dazu passt auch ein Statement eines amerikanischen Journalisten aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert (gilt auch heute):

The business of the journalists is to destroy the truth; to lie outright; to pervert; to vilify; to fawn at the feet of mammon, and to sell his country and his race for his daily bread. You know it and I know it, and what folly is this toasting an independent press? We are the tools and vassals of rich men behind the scenes.  […] We are intellectual prostitutes.                                                                                   John Swinton, editor of the New York Times (died 1901)

(Source/ Quelle: Labor’s Untold Story, Richard O. Boyer and Herbert M. Morais, NY, 1955/1979.)

Vielleicht sollte man das in die Job-Beschreibung unserer „öffentlich-rechtlichen“ Journalisten aufnehmen?

Aber dann können sie keine zwangsweisen GEZ-Gebühren mehr von uns kassieren …(wir zahlen ja auch dann, wenn wir sie „nicht mehr sehen können“ …)

Wie lange noch?

 

DEADLY BETRAYAL: Wie unsere Journalisten Terrorismus, Krieg und Massenmord ermöglichen

turkishisisAm 2. Dezember präsentierte das russische Verteidigungsministerium in einer Pressekonferenz klare und überzeugende Indizien dafür, dass die Türkei in den illegalen Öl-Schmuggel von IS involviert ist, also damit Terroristen und Mörder unterstützt. (Andere Quellen, die das bestätigen –siehe weiter unten)

Dieses Press Briefing war von enormer Wichtigkeit, weil die Türkei als NATO-Mitglied, enger Verbündeter der USA (und ab 2016 Visa-Freiheit und erneut Anwärter auf die EU-Mitgliedschaft!) eine zentrale Rolle in den außenpolitischen Intrigen spielt, die für verdeckt geführte Kriege, Massenmord, Vertreibung und Flüchtlingselend verantwortlich sind und dessen „blowback“ ja die „erhöhte Terrorgefahr“ in Europa sein soll.

Diese gefährliche Rolle der türkischen Regierung näher zu untersuchen, müsste daher eine vorrangige Aufgabe für die Presse sein.

Doch dieses Ereignis wurde VON UNSEREN MEDIEN IGNORIERT, ALS OB ES NIE STATTGEFUNDEN HÄTTE oder so bagatellisiert, dass es praktisch „unterging“.

Diese Journalisten müsste man wegen „Hochverrat“ an der Demokratie anklagen, denn sie verdienen ihr Geld damit, uns (um die Wahrheit) zu betrügen, wofür sie anscheinend auch billigend „über Leichen gehen“.

Diese moralisch korrupten und „gekauften Journalisten“ (Ulfkotte) sind die Totengräber des Völkerrechts, der Demokratie und der Freiheit.

Ohne ihre willfährige Unterstützung wären die politischen Verbrechen, die sich vor unseren Augen abspielen und wahrscheinlich zum dritten Weltkrieg führen, nicht möglich.

1 ZUR RUSSISCHEN PRESSEKONFERENZ (Ganzer Text- Englisch -siehe hier)

Der stellvertretende, russische Verteidigungsminister Anatoly ANTONOV sagte dabei u.a.:

„Der internationale Terrorismus ist die größte Gefahr in der heutigen Welt. … Viele Länder mussten das schon am eigenen Leib erfahren, besonders Russland. Der IS nimmt im IT eine absolute Spitzenstellung ein. Aber es gibt Mittel und Wege dieses Monster zu bekämpfen und zu besiegen. Die russische Luftwaffe hat das in den letzten zwei Monaten demonstriert. Wir sind überzeugt davon, dass dafür die finanziellen Quellen von IS zerstört werden müssen, wie Präsident Putin schon mehrfach betont hat. […]

Der illegale Verkauf von Erdöl ist eine Haupteinnahmequelle für die Terroristen in Syrien, die von manchen auf 2 Milliarden jährlich geschätzt wird.

Die Türkei ist der Hauptabnehmer dieses gestohlenen Erdöls, dessen legitime Besitzer die Staaten Syrien und Irak sind. Der erschreckendste Teil daran ist, dass sogar die politische Führungsebene in diese illegalen Geschäfte verwickelt ist: Präsident Erdogan und seine Familie.“

Es werden dann Satellitenaufnahmen, Aufklärungs-Videos und Fotos gezeigt, die beweisen, dass das gestohlene Öl (in industriellen Mengen) mit tausenden Tanklastern in die Türkei gebracht  wird: als „rollende Pipeline”.

c2a9-syria-mil-ruDas russische Militär hat drei wichtige Transport-Routen identifiziert:

  • Die westliche Route führt von den Ölfeldern in Raqqa durch West-Syrien (wo das russische Flugzeug abgeschossen wurde) zu den Mittelmeerhäfen Dörteyol und Iskenderun
  • Die nördliche Route geht von den Ölfeldern bei Deir- Ez-Zor im Osten Syriens entlang dem Fluss Euphrates zur Ölraffinerie in Batman, etwa 100 km nach der syrisch-türkischen Grenze. Ein Satellitenbild vom 18.Oktober zeigt 1.722 Tanklaster bei Deir-Ez-Zor, die darauf warten, beladen zu werden.
  • Die östliche Route beginnt im Norden des Irak, geht über die türkische Grenze (bei Zakho) und endet an einem großen Schiffs-Umschlaghafen (Pumpstation)in Cizre. Ein Satellitenfoto vom 14. November zeigt mehr als 3000 Tanklaster beim Grenzübertritt auf in die Türkei. Zwei weitere Bilder zeigen einen Teil der Strecke zwischen der syrischen Stadt Azaz und dem Grenzübergang. Auf dem ersten sieht man 240 Tanklaster auf der türkischen und 80 auf der syrischen Seite. Das zweite vom 16. November zeigt eine Kolonne von 360 Tanklastern am gleichen Grenzübergang.

Turkish-trucks-carrying-ISIS-oilInsgesamt transportieren 8.500 Laster bis zu 200.000 Tonnen Öl pro Tag, heißt es in der Pressekonferenz. Der Großteil dieser Fahrzeuge kommt über den Irak in die Türkei. Die angeblichen „air strikes“ der US-geführten Koalition haben diese „Ziele“ nicht getroffen ..,

Ein Überwachungsvideo zeigt auch, dass diese Lastwagen an der türkischen Grenze nicht kontrolliert werden. (Kann von YouTube blockiert werden)

Generalleutnant Mikhail MIZINTSEV erklärt, dass die Terroristen von IS auch direkt mit Nachschub versorgt werden:

Allein in dieser Woche sind aus der Türkei an die 2.000 neuen Kämpfer zu IS und Al Nusra etwa 120 Tonnen Munition und 250 Fahrzeuge gebracht worden. „

life sentence cumhuriyetAntonov weist auch darauf hin, dass Erdogan türkische Journalisten verhaften ließ, als diese den Waffenschmuggel nach Syrien , getarnt als „Hilfslieferung“ aufdeckten (Cumhurriyet Chefredakteur). Dazu gibt es ja auch ein Video von der Deutschen Welle (Englisch):

Antonov wendet sich dann direkt an anwesende Journalisten und ermutigt sie dazu, das gezeigte Daten-Material für weitere investigative Recherchen zu nutzen und sagt dann:

„Wir vertrauen darauf, dass – mit Ihrer Hilfe – die Wahrheit siegen wird.“

Doch dieses „Vertrauen“ wird zu 100% enttäuscht werden, denn wer noch daran zweifelte, dass unsere Schafsmedien und Papageienjournalisten nur mehr ein Fließband für perfide Propaganda, Lügen und Desinformation sind, kann sich anhand des Umgangs mit dieser Pressekonferenz davon überzeugen.

2 DIE   ZENSUR   UND   GLEICHSCHALTUNG   DER RUNDFUNK-MEDIEN (gebührenpflichtig!)

Tagesschau 212 IS finance BW EinsatzWeder die Tagesschau noch die Tagesthemen haben am 2. Dezember über die russische Pressekonferenz berichtet. Totales Blackout einer unbequemen Wahrheit. (ZDF und ORF dasselbe) Ein journalistischer Skandal, über den sich anscheinend niemand aufregt. Der Beitrag „Deutschland u. Frankreich wollen Finanzierung des IS erschweren“ kann in diesem Kontext nur als schwarzer Humor ausgelegt werden.

Und diese Leute haben die Chuzpe, sich über fehlende Pressefreiheit in Russland oder Syrien zu beschweren …

Die eilige Entsendung deutscher Soldaten nach Syrien in einen verdeckten Terror-Krieg der Geheimdienste gegen den souveränen Staat Syrien, kann angesichts dieser Zensur von den Zuschauern nicht richtig interpretiert werden. (Van der Leyen ist wohl der dümmste Verteidigungsminister, den Deutschland je hatte, sie hat also Chancen auf einen Orden von Obama!)

ORF: ENABLER VON KRIEG UND MASSENMORD

Ich möchte am Beispiel des ORF verdeutlichen, wie eine perfide Form der Zensur ausgeübt wird und wie das „Feindbild“ Russland durch subtile Formulierungen genährt wird:

Die wichtigsten Nachrichtensendungen im TV-Programm des ORF sind die „ZIB“ (Zeit im Bild), die mehrmals täglich gezeigt werden (fast stündlich). In der „Prime Time“, also am Abend, wenn die die Zuschauerzahlen am höchsten sind, werden die „ZIB 1“ (um 19:30 Uhr) und die „ZIB 2“ (um 21:45 Uhr) gezeigt.

Wenn man die ZIB 2 –Sendungen vom 2. bis 4. Dezember überprüft, sieht man, dass darin KEIN WORT über die russische Pressekonferenz vorkommt. (Dass es eine „Neuübersetzung von „Der kleine Prinz“ gibt, war einen eigenen Beitrag wert, die Förderung einer brutalen Terror-Organisation wie IS durch den türkischen Staat, nicht!)

Das ist wieder ein klarer Fall von ZENSUR durch TOT-SCHWEIGEN. (Zur besonderen Inszenierung in der ZIB 1 kommen wir weiter unten.)

Terrorfolgen ORF 1Terrorfolgen ORF 2Auf der Homepage des ORF gibt es auch einen „Themenschwerpunkt“: Terror und die Folgen. Auch hier KEIN WORT über die russische Pressekonferenz, die – bis dato unwiderlegte – Beweise für die Beteiligung der Türkei am Ölschmuggel von IS präsentiert hat. (siehe Screenshots abgerufen am 5.12.2015)

Auch in den Hörfunk-Programmen des ORF das gleiche Bild, hier demonstiert am Beispiel von „Ö Eins“, das sich als „Kultursender“ an die geistige und wirtschaftliche Elite als Zielpublikum wenden will. Am 2. Dezember 2015 wird in keiner der Journalsendungen oder „Nachrichten“ die russische Pressekonferenz erwähnt.

Mittagsjournal 312 Ö1Am Donnerstag, dem 3. Dezember findet man zum Thema „Russland“ nur das als Schlagzeile im „Mittagsjournal“:

„Putin Droht Türkei“

Schon dieser Titel und die Anmoderation zeigen deutlich, wie voreingenommen die Journalisten sind und wie bemüht man ist, den russischen Präsidenten immer in einem negativen Licht darzustellen:

„Putin heizt Konflikt mit Türkei weiter auf“

Auch in den „Nachrichten“ um 14:00 wird gegen Russland Stimmung gemacht: (Beitrag dauert 68 Sekunden)

„Diesen Streit hat Putin heute mit harten Worten und neuen Vorwürfen weiter angefacht“

Wie jeder Journalist weiß, ist der Kontext, in dem eine „Meldung“ gebracht wird, entscheidend dafür, wie sie vom Publikum aufgenommen wird und in welche Richtung die (eventuelle) Empörung der Zuschauer kanalisiert werden kann (siehe dazu Mausfeld: Empörungsmanagement).

In diesem Fall ist der richtige Kontext die Tatsache, dass ein russisches Kampfflugzeug heimtückisch (ja dieses Wort ist durchaus angebracht) vom türkischen Militär abgeschossen wurde, obwohl dieses keine feindseligen Absichten gegenüber der Türkei hatte, was die Regierung Erdogan auch genau wusste. (Mehr dazu weiter unten)

Celik Grey WolvesDie Ermordung der wehrlosen Piloten (im Fallschirm) bzw. im Rettungshubschrauber durch faschistische „Graue Wölfe“ (Bild) in Syrien ist ein Kriegsverbrechen nach der Genfer Konvention. (mehr Info dazu siehe meinen „Unter Wölfen“- Türkei Beitrag) doch das interessiert die Ö1-Papageien-Redaktion nicht. Deshalb begreift sie auch nicht, dass die türkische Regierung tatsächlich für den Tod des Piloten verantwortlich ist und stellt Putins Reaktion als überzogen und unversöhnlich dar (ganz im Sinne der USA/NATO).

Um diesen Eindruck zu erzeugen, wurden aus Putins Rede jene Passagen weggelassen, die zeigen, dass er durchaus auch versöhnliche und besonnene Worte gewählt hat. Außerdem wurde der Kontext manipuliert, um Aussagen zu unterschlagen, die die Unterstützung der Türkei für islamistische Terrorgruppen im Kaukasus – schon in den 1990er Jahren – zum Inhalt haben:

Der ORF bringt aus Putins Rede:

Wir wissen, wie er in der Türkei seine Taschen füllt und den Terroristen erlaubt …(durch die Erlöse des illegalen Ölhandels Söldner zu rekrutieren, Waffen zu kaufen und unmenschliche Terroranschläge …. zu organisieren). Den folgenden Satz bringt er aber nicht:

Wir erinnern uns, dass die Milizen, die zwischen 1990 und 2000 im Nord-Kaukasus operiert haben, Zuflucht, sowie moralische und materielle Unterstützung in der Türkei fanden. Das ist auch heute noch so.“

Diese Aussage Putins ist völlig korrekt, untermauert die Verlogenheit und Hinterlist der türkischen Führung, deshalb muss sie unterschlagen werden.

(Zur zentralen Rolle der Türkei / AKP bei Erschaffung islamistischer Terrorgruppen in den 1990er Jahren siehe auch Sibel Edmonds)

putinEbenso wie diese Äußerung, die eben nicht geeignet ist, Putin zu dämonisieren:

Das türkische Volk ist freundlich, fleißig und talentiert. Wir haben viele gute, verlässliche Freunde in der Türkei. Erlauben Sie mir, zu betonen, dass wir sie nicht mit jenem Teil der derzeitigen Führungsschicht gleichsetzen, die direkt für den Tod unserer Soldaten verantwortlich ist.“

Der nächste Satz

„Wir vergessen diese Hilfe für Terroristen nicht und werden Verrat immer für die niederträchtigste Tat halten, das sollen die in der Türkei wissen, die unseren Piloten in den Rücken geschossen haben.“

wird dann als Audio-Clip wieder abgespielt und sehr schlampig übersetzt. Putin sagte wörtlich:

Wir werden diese Kollusion mit Terroristen niemals vergessen. Wir haben Verrat immer als das Schlimmste und Schändlichste betrachtet, und das wird sich nie ändern. Ich möchte, dass sie sich das merken – diejenigen in der Türkei, die unsere Piloten in den Rücken geschossen haben und die Heuchler, die deren Verhalten rechtfertigen wollen und Terroristen decken.

Die nächste Passage wurde – aus den oben erwähnten Gründen – ebenfalls unterschlagen:

Ich verstehe nicht einmal, warum sie es getan haben. Irgendwelche Streitpunkte, Probleme, Meinungsverschiedenheiten, die uns nicht bekannt waren, hätten auch auf andere Weise gelöst werden können. Außerdem waren wir bereit, mit der Türkei selbst in den heikelsten Punkten zusammenzuarbeiten. Dann folgen sarkastische Bemerkungen über den „verlorenen Verstand“ der türkischen Führungsclique. […] Falls sie eine hysterische Reaktion von uns erwartet haben, damit wir eine Gefahr für uns selbst und für die Welt werden, haben sie sich getäuscht. [..]. Es wird nicht passieren.“

Unsere Handlungen werden immer von Verantwortungsgefühl geleitet werden, uns selbst gegenüber, unserem Land und unserem Volk.

Der nächste Satz wurde dann wieder vom ORF übernommen: „Wir werden nicht mit dem Säbel rasseln …“ und Putins „Drohung“, Wir werden sie mehr als einmal an ihre Tat erinnern. Und sie werden es bereuen. Wir wissen, was zu tun ist.“

Wir sehen also, wie manipulativ diese Art der „Reportage“ ist: das ist Propaganda für das US-State Department und hat mit „unabhängigem“ Journalismus nichts mehr zu tun.

3  KONTEXT   IS  EVERYTHING

Bei der faktisch-richtigen, politischen Interpretation des Abschusses der russischen SU-24 kann dem ORF ein amerikanischer Senator aus Virginia behilflich sein, der in diesem Video folgendes zu sagen hat:

 

Die Türkei ist der treueste Verbündete von IS; sie hat eine Kriegshandel mit IS aufgebaut, die sehr wichtig für ihre Wirtschaft ist. „

Dann zeigt er die wichtigste Versorgungsroute von der Türkei über Raqqa bis nach Mosul im Irak mit folgenden Worten: (Hervorhebungen von mir)

Russland hat vor kurzem diese Nachschublinien angegriffen. Die USA hat angeblich als Führer einer „Koalition“ dasselbe getan, doch die meisten dieser „Koalition“ haben in drei Monaten nicht eine einzige Bombe abgeworfen, irgendwie schaffen wir es nicht, diesen endlosen Strom von Tanklastern zu treffen; an einem einzigen Tag hat Russland mehrere hundert davon getroffen, deshalb ist die Türkei natürlich wütend, es geht um enorme Profite; Diesel und Benzin fließen zu den IS-Stellungen in Raqqa und weiter in den Irak;

Er zeigt dann wieder auf die Kartediese grüne Zone hier war von den Kurden erobert, die eine Schlacht gewonnen und dann begonnen haben, die Grenze abzuriegeln; sie waren kurz davor, diese Lücke (100 km breiten Korridor) zu schließen [wo Waffen und Terroristen über die Türkei nachgeliefert werden]. Das war der Zeitpunkt, wo die Türkei sagte: wir wollen jetzt auch bei eurer „Koalition“ mitmachen. Gebt uns nur eine „No-Fly“-Zone, dann werden wir IS bombardieren. Sie haben dann 300 Angriffe geflogen, 297 davon galten den Kurden, unseren Verbündeten. Sie haben also dieses Gebiet beschützt, damit der Nachschub für IS weiterhin fließen kann …

Senator Black stellt noch fest: Die Türkei versorgt aber auch die Ableger von Al Kaida in Syrien mit Nachschub. Zum Abschuss der russischen Su-24 sagt er:

Dafür gibt es keine Ausrede, keine Rechtfertigung, das war ein klarer Akt der Aggression, ein Hinterhalt. Dazu kommt noch, dass Russland ja mit den USA kooperieren wollte und die Flugdaten seiner Kampfflugzeuge zur Verfügung gestellt hat (auch der Türkeiwas verständlich macht, warum Putin von Verrat spricht und stinksauer ist)

Doch von diesem Kontext wollen unsere Medienschafe nichts wissen.

ORF: THE 5-MINUTE DAILY PUTIN-HATE (nach George Orwell)

SU 24Der Abschuss des Flugzeugs wird zwar vom ORF en passant erwähnt, aber als keine große Sache. Ausgesuchte Passagen – wie oben ausgeführt – sollen „einmal mehr“ dem Publikum suggerieren, wie „aggressiv“ der russische Präsident doch ist, was seit seinem Eingreifen in die Ukraine-Krise ja seine mediale Rolle als „Schurke“ untermauern soll.

Der russische Präsident Putin hat der Türkei einmal mehr unverhohlen gedroht.“

Damit beginnt der o.a. Beitrag des ORF und im Audio-Clip (nur mehr bis 10.12. verfügbar) finden wir ebenfalls eine negative Formulierung:

Wer gehofft hat, dass Präsident Putin seine heutige Rede nutzen wird um einen Ausweg aus dem eskalierenden Streit mit der Türkei zu finden, wurde enttäuscht.“

Das Innuendo hier ist (wie es der ORF seit Jahren in seiner dubiosen „Nahost-Krise—Berichterstattung“ macht), dass beide Parteien (gleich viel) Schuld an der Krise haben, und es sich nicht um Opfer (Russland) und Täter (Türkei) handelt; doch die wahre Rolle der Türkei (oder Israels) in diesem perfiden Spiel wird vom ORF nicht hinterfragt. Dann folgt dieser Satz:

Putin erneuert im Gegenteil die gestern vom russischen Verteidigungsministerium direkt gegen den RUSSISCHEN [vielsagender Freud’scher Versprecher!] Präsidenten Erdogan und dessen Familie erhobenen Vorwürfe.“

MERKE: Unter dem Titel „Putins Rede zur Lage der Nation“ wurde also ein Hinweis auf die russische Pressekonferenz über den Ölschmuggel versteckt: in einem einzigen Satz.

Wer die Pressekonferenz nicht gesehen hat, käme aufgrund dieser einsilbigen, bagatellisierenden Darstellung nie auf die Idee, dass hier wichtige, detaillierte Beweise vorgelegt wurden (Satellitenbilder, Fotos, etc.) Stattdessen präsentiert der ORF die russischen Daten nur als „Vorwürfe“, die man nicht weiter zu beachten braucht.

Das ist eine perfide Manipulation, eine Verarschung der Zuschauer und ein Verstoß gegen das Rundfunkgesetz.

Es wäre die Pflicht des ORF, diese Daten und Fakten zu überprüfen, um festzustellen, ob sie durch andere Quellen untermauert werden oder ob man sie widerlegen kann. Aber nichts davon passiert. Man schweigt und präsentiert weiterhin „frisierte“ Nachrichten, die eine Beleidigung für die Intelligenz der Zuschauer sind und zum Großteil aus den PR-Abteilungen des State Departments kommen.

Sie schreiben, was man ihnen gibt“.

(Zitat aus dem Buch „Flat Earth News” von Nick Davies – die akkurate  Beschreibung unserer “Nachrichten“)

Der einzige Lichtblick in diesem völlig korrupten System ist die MONITOR-Redaktion des WDR, vor der ich meinen Hut ziehe.

Aus dem Video-Clip: „

Sie bringen Terroristen aus 40 Ländern nach Syrien …!“ Ein Abgeordneter der türkischen Opposition zu Erdogan ….

 4  DÜMMLICHE  UNTERHALTUNG  STATT  SERIÖSER INFORMATION

Was ist mit dem „Bildungsauftrag“ eines Senders, für den wir Gebühren zahlen müssen, der uns aber regelmäßig für dumm verkauft?

Und damit kommen wir zur „ZIB 20“ vom 2. Dezember 2015, die in der „prime time“ um 20 Uhr gesendet wird:

Wurde dort über die wichtige Pressekonferenz des russischen Generalstabs berichtet, die Erdogan und seine Regierung als Unterstützer einer Terror-Organisation entlarvt, die von der UN jüngst als „globale Bedrohung“ klassifiziert wurde?

Nein, natürlich nicht.

Der ORF versteht es „Prioritäten“ zu setzen, soll heißen die Zuschauer mit „kuriosen“ und „skurrilen“ Meldungen zu erfreuen, die in Zeiten von dämlichem „Info-tainment“ als normal empfunden werden und den Zuschauer nicht aufregen. Unter der Schlagzeile:

Erdogan mit Gollum verglichen

Gollum Erdogan ZIB20 212entblödet sich die ZIB-Redaktion nicht, einen Beitrag über einen völlig unwichtigen Twitter-Furz aus der Türkei zu bringen, doch wie wir sehen werden, hatte diese Meldung eines „skurrilen Streits“ durchaus eine politische Funktion:

Der 40-Sekunden lange Beitrag hörte sich so an:

Die Eiszeit nach dem Jet-Abschuss zwischen Russland und der Türkei geht in die nächste Runde. Russland  wirft dem türkischen Präsident Erdogan vor, in Ölgeschäfte mit der Terrormiliz IS verwickelt zu sein. Keine gute Phase für Erdogan, in der er derzeit steht und dann auch noch das: ein Arzt vergleicht ihn mit der Phantasiefigur Gollub aus Herr der Ringe und landet dafür vor Gericht.

Dieses Bild hat er auf Twitter gepostet. Jetzt sollen Experten für das Gericht klären, ob es sich bei dem Vergleich um eine Beleidigung handelt. Zwei Wissenschaftler, 2 Psychologen und ein Filmexperte sollen mögliche Ähnlichkeiten prüfen. Seinen Job im Krankenhaus ist der Arzt jedenfalls los.

MERKE:

Auch hier wendet die ORF-Redaktion den gleichen journalistischen Trick an, den wir schon im Mittagsjournal gesehen haben: ein Ereignis von großer politischer Bedeutung – für die Wahrheitsfindung in mitten eskalierender Gewalt- einfach zu ignorieren, lässt sich mit der Informationspflicht des ORF (der Gebühren zwangsweise einhebt) nicht vereinbaren.

Doch was tun, wenn man unliebsame, (russische) Wahrheiten unter den Teppich kehren will, ohne dass der Redaktion Total-Zensur (durch Verschweigen) vorgeworfen werden kann?

Man bringt einen Satz zu dem politisch äußerst brisanten Thema (das tagelang erörtert werden müsste) und stellt diesen in einen Kontext, der vom Publikum als lächerlich und absurd wahrgenommen werden muss.

Eine Fantasy-Figur aus einem Kino-Kassenschlager, deren Grimassen mit denen von Erdogan verglichen werden, ist dazu sehr gut geeignet.

Zaman Gollub story 1510Doch wieso bringt der ORF diese Twitter-Story ausgerechnet am 2.Dezember, wenn die Meldung über den türkischen Arzt, der wegen „Beleidigung“ von Sultan Erdogan seinen Job verloren hatte, schon fast zwei Monate alt ist?  (vom 15. 10.)

Und warum bringt er sie – als billiges Amusement – und nicht in einem viel kritischeren Kontext, zur Untermauerung der Vorwürfe gegen Erdogan, der massiv gegen Presse- und Meinungsfreiheit vorgeht, Journalisten verhaften lässt, um sein quasi-faschistisches Regime an der Macht zu halten?

Und warum findet man über hundert andere Presseberichte aus dutzenden Ländern, die alle diese Story exakt zur gleichen Zeit aufgegriffen haben?

Gollum newsfeed 1Hier nur eine kleine Auswahl der wichtigsten Medien:

BBC / Zaman / taz / msn / faz / stern /handelsblatt /sueddeutsche /diepresse / foxnews / FP / press-report (PA) / diewelt / telegraph.uk /times-of-israel/ ORF / Spiegel / Kurier / Yahoo / der Standard / tageblatt / WaPo ..

Gollum newsfeed 4Die „Quelle“ all dieser Schafs-Presse-Monotonie scheint die Washington Post gewesen zu sein, die sich wiederum auf eine türkische Presseagentur beruft (DHA).

Lanciert wurde diese „leicht verdauliche“ und amüsante Meldung in unseren Breiten von der Presseagentur AP und wie ferngesteuerte Marionetten haben über 100 Chefredakteure sie übernommen …

Das hätte Goebbels imponiert: man braucht keine Gestapo mehr, um die Inhalte zu kontrollieren …Sieg Heil!

Es handelt sich also um eine inszenierte Medien-Kampagne, für die sich unsere churnalists bereitwillig hergeben.

FAZ  oilsmuggle to Turkey spinAls Beispiel für die „Kollusion“ der Printmedien mit den wirklichen Sponsoren des „Terrors“ soll hier die FAZ vorgeführt werden, deren Artikel so beginnt

Im Streit mit der Türkei hat die russische Regierung schwere Vorwürfe nachgelegt: Der türkische Staatschef …Erdogan und dessen Familie seien in Ölgeschäfte mit ….(IS) verwickelt, sagte der russische Vizeverteidigungsminister Antonow am Mittwoch in Moskau. Erdogan warf Moskau daraufhin „Verleumdung“ vor. Auch das amerikanische Außenministerium wies die russischen Darstellungen als falsch zurück.

Auch hier kein Wort über das umfassende Datenmaterial, das der russische Generalstab als Beweise für den Ölschmuggel in die Türkei vorgelegt hat.

Stattdessen sofort „Dementi“ aus Ankara und Washington, um zu suggerieren, es gäbe große Zweifel an der Darstellung Russlands, die im Kontext des „Streites“ nach dem Flugzeugabschuss [ein kriegerischer, aggressiver Akt der Türkei nach dem Völkerrecht] ja eher emotional und nicht rational analysiert werden soll. Russland legt Fakten auf den Tisch, die USA sagen das sei „falsch“. End of Story.

Das ist also „Journalismus“ in einer „freien“ Gesellschaft. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke …

5 JUST-IN-TIME-TERROR (ON DEMAND)

San Bernadino PSYOPDas zweite große mediale Ablenkungsmanöver war natürlich das mit perfect timing durchgeführte „mass shooting“ (wieder während einer Einsatzübung mit dem gleichen Szenario) sprich der „Terror“ von San Bernadino, dessen „storyline“ so absurd ist, dass man sich jeden Kommentar dazu ersparen kann, außer: wenn das keine inszenierte PSYOP war, fresse ich einen Besen. (Es ist immer das gleiche Muster … siehe dazu meine Artikel über die Anschläge in Paris)

Aber die Medienschafe rennen schön brav dem Leithammel (der Presseagentur) nach, der ein Wolf im Schafspelz ist und übernehmen den BS von Twitter und Facebook ebenso unkritisch.

Die ORF / ZDF / ARD „Nachrichten“-Redaktionen und ihre Kollegen in den Printmedien tun weiter so, als ob die kriminellen Machenschaften der Türkei nur „Vorwürfe“ aus Russland seien, die man nicht weiter verfolgen muss.

Ihre Verpflichtung, durch investigative Recherchen zu klären, was Erdogan und die Türkei wirklich mit IS zu tun haben (und damit auch die Rolle der USA/NATO zu entlarven) wird völlig missachtet.

barbarism IS Syria

Sie tragen deshalb Mitverantwortung am Tod von über 250.000 Menschen (allein in Syrien), unvorstellbarem Terror, Enthauptungen und dem Elend von über 10 Millionen Flüchtlingen (aus Syrien und Irak), das jetzt als „Bumerang“ zu uns zurückkommt (die USA sind ja weit weg und wollen die Opfer ihrer Barbarei ja nicht vor der eigenen Haustür haben …).

(Bild: enthaupteter syrischer Soldat; die tapfere, syrische Armee verteidigt seit vier Jahren ihr Land gegen westliche BARBAREN, die sich feige hinter synthetischen „Islamisten“ verschanzen; dafür sind etwa 100.000 Soldaten gestorben … )

6 DIE TÜRKEI IST EIN MAFIA-STAAT (deshalb so nützlich für die NATO)

Im Internet findet man aber zahlreiche Artikel und Recherchen, die die Behauptungen Russlands über die Rolle der Türkei – und der Familie Erdogan – untermauern, die meisten in englischer Sprache. Aber es gibt auch etwas auf Deutsch: z.B. das:

DWN US Turkei dulden Ölschmuggel

Enge Verbündete der USA und Großbritanniens finanzieren heimlich die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan (ARK) im Norden des Irak und der türkische Militärgeheimdienst haben den verdeckten IS-Ölschmuggel unterstützt und die Terrorgruppe darüber hinaus mit Waffen und Ausrüstung versorgt. Auch britische Ölkonzerne sind in den illegalen Ölschmuggel des IS involviert.

Die Anschuldigungen wurden auch von türkischen Abgeordneten bestätigt, darunter ein hoher Beamter mit Verbindungen zum Büro des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu.

Er bestätigte gegenüber dem MiddleEastEye, dass die Unterstützung der Türkei für islamistische Rebellen im Kampf gegen Assad von entscheidender Bedeutung für den rasanten Aufstieg des IS war.

Das Ausmaß der IS-Schmuggel-Operationen über die türkisch-syrische Grenze ist enorm, und vieles davon geschieht mit der Zustimmung von Erdogan und Davutoglu, die in den Islamisten eine Möglichkeit sehen, den türkischen Einfluss in der Region auszudehnen.“

(Einige Aussagen in diesem Artikel sind widersprüchlich und mit Vorsicht zu genießen …wer den Ölschmuggel duldet, kann nicht gleichzeitig „Verbündeter der USA im Kampf gegen IS sein“ .. hier hat ein „editor“ eingegriffen, um den Artikel zu entschärfen )

Reportagen wie diese zeigen, dass es sich schon seit langem um mehr als nur einen „Verdacht“ handelt.

Spricht man mit Leuten und Journalisten aus der Region (Irak, Syrien, Libanon), so weiß praktisch jeder dort, dass die Türkei (neben Saudi Arabien) der größte Förderer und Beschützer von IS  und den anderen Al Kaida-Ablegern in Syrien ist, den profitablen Ölschmuggel unterstützt, und dahinter leading from behind steht natürlich die größenwahnsinnige USA (und in einer Oscar-reifen „Nebenrolle“ Großbritannien und Frankreich, die ihre neo-kolonialen Pläne endlich realisieren wollen.

Wer verstehen will, was in Ankara wirklich hinter den Kulissen los ist, sollte diesen Artikel lesen.

Auch andere (von Russland unabhängige) Quellen bestätigen die „Vorwürfe“ des russischen Militärs über den illegalen Ölschmuggel in die Türkei. Hier ein Beispiel:

7  ÖLSCHMUGGEL  IN  DIE  TÜRKEI: Eine Tatsache, kein „Vorwurf“

IS oil smuggling studyDie Wissenschaftler haben die Häufigkeit der Charter von Öltankern an südöstlichen Mittelmeerhäfen untersucht und die Aktivität an Öl-Verladestationen in IS-kontrollierten Gebieten damit verglichen.

Sie zitieren Zahlen aus Presseberichten von 45.000 Fass Erdöl (bpd), die IS angeblich seit 2015 PRO TAG produziert (eine Steigerung von 50% seit 2014 innerhalb der Zeit, wo die USA sie angeblich „bombardiert“ hat).

Wenn das stimmt, muss uns klar sein, dass so ein Logistiksystem nicht von einer primitiven Killer- und Verbrecherbande mit schwarzer Flagge auf die Beine gestellt wurde, sondern dass dabei Profis am Werk waren (also Leute aus der westlich dominierten Ölbranche und Geheimdienste, die beste Kontakte zu Schmugglern und kriminellen Netzwerken aller Art haben.

Das sei eine beachtliche Menge, ja „geradezu rätselhaft, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Kriegsgebiet handelt“ schreiben die Autoren. Hohe Profite bzw. Bestechungsgelder (auch für lokale Mittelsmänner, Wachposten und Beduinen-Stämme) garantieren einen reibungslosen Ablauf des Schmuggels.

Die Studie zeigt, dass die Öl-Transporte letztlich im Südosten der Türkei in  Adana enden, wo sich der große Tanker-Hafen Ceyhan befindet. . Dieser Öl-Verladehafen wird von der türkischen Firma BIL kontrolliert (ich erinnere nur daran, dass der Sohn von Erdogan Bilal heißt…) und diese Leute müssen doch wissen, woher das Erdöl kommt, das sie weiterverkaufen.

Schlussfolgerung der Studie:

Jedes Mal, wenn die Islamisten in Regionen mit hohen Ölvorkommen kämpfen, erreichen die Exporte von Ceyhan einen (ungewöhnlichen) Höchststand.

correlation IS gains and tanker spikes

Das sei kein Beweis für eine direkte Kooperation zwischen der türkischen Regierung und dem IS, aber ein „ein deutlicher Hinweis auf eine „illegale Lieferkette“, in der das Öl der Terroristen über Ceyhan in die globalen Märkte gelangt.

[Übrigens: Der türkische Energieminister ist Erdogans Schwiegersohn]

British oilfirms IS smuggleNeben der Türkei sind auch britische Ölfirmen (Genel Energy) und die Kurden in den Schmuggel verwickelt (vor allem aus dem Irak). Jedenfalls der korrupte Barzani-Clan und die „patriotische Union Kurdistans“, die natürlich seit Jahren mit den USA gemeinsame Sache machen und dafür quasi einen Staat im Staat bilden durfte (der die Autorität der irakischen Regierung in Bagdad untergräbt und auch von Israel beeinflusst wird).

Der offizielle Kurdenstaat (in „Syraq“)  ist ja noch in Arbeit ….die ethnische Säuberung dafür erledigt ja der IS für die Türkei, Israel und Frankreich.

Die Türkei kann ja – dank unserer hirntoten Schafsmedien – jetzt auch im Irak „einmarschieren“, ohne rechtliche Konsequenzen. Das Völkerrecht wurde abgeschafft bzw. wird nur dann exhumiert, wenn man es gegen Putin und andere „Bösewichte“ als politische Waffe einsetzen kann. Der Witz dabei ist, dass Russland das einzige Land ist, das seine Aktivitäten in Syrien im Einklang mit dem Völkerrecht durchführt (weil mit Zustimmung der syrischen Regierung).

Damit die Öffentlichkeit versteht, was hier gespielt wird, müssten die Journalisten den größeren, geostrategischen Kontext untersuchen, doch das wird gemieden wie die Pest.

FAZIT 1:

the terror chess pieceDer IS ist eine von Geheimdiensten erschaffene Killerbande, eine künstliches Monster, eine „dual-use“ „Bedrohung“, die die mörderische Außenpolitik der USA und ihrer schäbigen Vasallen AUSFÜHRT aber gleichzeitig TARNT und später das militärische „Eingreifen“ gegen diese Monster legitimieren soll. Alle kämpfen nur mehr gegen „Terroristen“, egal wo die sich befinden und die dortige Regierung (die das Opfer der eingeschleusten Terroristen ist) wird einfach ignoriert und dann auch noch für die Gewalt verantwortlich gemacht . und unsere unspeakable Presse macht dabei mit ….

FAZIT 2:

Unsere Journaille ist das Letzte. Man muss ein neues Wort finden, um die Verachtung, die man für sie empfindet ausdrücken zu können …

Kann man in einem Meer aus Lügen ertrinken? Ich bekomme jedenfalls keine Luft mehr …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SWP: Volksverblödung durch die Denkfabrik

quotation-ramsey-clark-world-war-crimeWährend das geplante Morden und Sterben in Syrien (und anderswo) weitergeht und der außenpolitische Bumerang zu uns zurückkommt (riesige Flüchtlingswelle über das Mittelmeer), müssen wir uns fragen, wieso unsere Politiker die barbarische Zerstörung des syrischen Staates tatenlos hinnehmen bzw. als treue Vasallen der USA sogar unterstützen.

WIR NEHMEN EUCH DAS DENKEN AB …

Eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung von Entscheidungsträgern und Journalisten spielen die sogenannten „Think-Tanks“, die seit den 1980er Jahren als gemeinnützige „Stiftungen“ wie Pilze aus dem Boden schossen. In Deutschland gehört die „Stiftung Wissenschaft und Politik(SWP) zu den wichtigsten Beratern der Bundesregierung und des Bundestages in außenpolitischen Fragen und deren Mitarbeiter werden auch von Journalisten gerne (und unkritisch) als Experten für diesen Politikbereich herangezogen.

Der Direktor der SWP, Dr. Volker Perthes ist einer der häufigsten Interview-Partner, wenn es um Fragen des Nahen Ostens geht. Er wurde z.B. letzten Freitag, am 14.8.2015 im österreichischen Rundfunk (ORF / Ö1 „Kontext“ – kann noch bis Donnerstag „nachgehört“ werden ) zu seinem neuen „Essay“ mit dem Titel „Das Ende des Nahen Ostens, wie wir ihn kennen“ befragt, der auch in den Printmedien präsent war.

Ich habe dieses Werk nicht gelesen, kann also keinen Kommentar zum konkreten Inhalt abgeben, doch die während des Interviews zitierten bzw. gefallenen Aussagen sind so skandalös, dass man sie nicht einfach stehen lassen kann. Einige irreführenden Schlagwörter daraus sollen hier hinterfragt werden:

1 „MEGATREND“  ORDUNGSZERFALL (oder Polit-Alzheimer?)

Zunächst wird von Wolfgang Ritschl (ORF) festgestellt, dass laut Perthes „in Syrien, im Irak oder in Libyen die staatliche Ordnung zerfallen [sei], der Begriff „Ordnungszerfall aber den ganzen Nahen Osten betreffe.

KOMMENTAR: die staatliche Ordnung in diesen Ländern ist natürlich nicht „zerfallen“, sondern von außen zerstört worden.

Das ist ein Riesenunterschied: „Zerfall“ suggeriert ja, dass der Abbau-Prozess von innen in Gang gesetzt wurde, quasi eine natürliche Auflösung von Strukturen, die schon immer wackelig waren und es nur eine Frage der Zeit war, bis sie nicht mehr tragfähig sind. Der „Arabische Frühling“ als fabrizierter Deutungsrahmen sollte ja bewirken, dass „Aufstände“ in diesem Kontext als spontan und hausgemacht wahrgenommen werden.

Doch die staatliche Ordnung im Irak, in Libyen und in Syrien wurde bewusst von außen attackiert und demontiert: durch eine gezielte „Destabilisierungskampagne“, wie man sie aus aus inzwischen freigegebenen Dokumenten der Geheimdienste kennt.

Das verdeckte Anzetteln von „Volksaufständen“ und „Bürgerkriegen“ (schon lange im Repertoire der britischen und amerikanischen Geheimdienste, auch in Syrien) wurde nach dem kalten Krieg durch moderne Methoden ergänzt: die subversive Unterwanderung der Zivilgesellschaft durch dutzende amerikanische NGOs (Tarnbegriff: „empowering civil society), woraus dann „Color revolutions“ und andere Inszenierungen „demokratischer Opposition“ hervorgehen. Die Gewalteskalation wird – wenn nötig – durch Einschleusen von Sonderkommandos bewirkt, die sowohl staatliche als auch zivile Kräfte umbringen, aber diese Verbrechen dann der Regierung in die Schuhe geschoben werden. Dann „muss“ die „Staatengemeinschaft“ militärisch eingreifen, um den Schurken zu besiegen …

LIBYEN

Die USA haben schon seit den 1980er Jahren – mit allen Mitteln – versucht, Gaddafi zu stürzen, das ist ausreichend belegt und wird sogar zur Erheiterung bei politischen Reden benutzt; hier eine kleine Anekdote von Robert Gates, die er 2010 erzählte:

Gates speech 2010 overthrow GaddafiAls ich in den 1980er Jahren stellvertretender Geheimdienst-Direktor war, wurde ich über einen Plan informiert, Luftballons über Libyen loszulassen, mit einem Flugblatt daran, das eine Aufforderung zum Sturz der Regierung enthielt. Ich sagte ihnen, sie sollten sicherstellen, dass darin Gaddafi wörtlich erwähnt wird, weil ich mir vorstellte, wie starke Winde diese „stürzt eure Regierung“-Ballons nach Ägypten trieben. Ich dachte, Präsident Mubarak wäre nicht erfreut darüber …“ [der „ewige“ Mubarak war ein Protegé der USA)

Von subversiven „Luftballons“ über Wirtschaftssanktionen, einen organisierten Flugzeugabsturz, eine mediale Hetzkampagne, NATO-Bomben … bis zur barbarischen Ermordung Gaddafis durch herangezüchtete Terroristen der USA, die „Toolbox“ der amerikanischen Außenpolitik ist sehr vielseitig und lässt die Mafia blass aussehen. Mehr über die politischen Hintergründe (und Abgründe) zur Gewalt gegen Libyen siehe hier, hier und hier.

IRAK

we dont do tortureWas den „Zerfall“ des Irak betrifft, ist ja ausreichend dokumentiert, wer das Land zerstört und Millionen Menschen auf dem Gewissen hat: die USA (und im Hintergrund Israel). Ebenso ist klar, dass das Theater um die „Massenvernichtungswaffen“ ebenso inszeniert war, wie die „Brutkastenlüge“. Wieder eine gezielte, mediale Hetzkampagne gefolgt von einer „Show“ vor der UN, Lügen aus London, und schließlich (nach Ausschaltung der irakischen Luftabwehr in gewohnt feiger US-Manier) ein Bombenhagel, „Shock and Awe“ für die Zivilbevölkerung.

Der Irakkrieg, die grausame Besatzung, die neoliberale Transformation der irakischen Wirtschaft, die Erschaffung von Terror-Banden (Salvador Option), der inszenierte „Religionskrieg“, der Einsatz von Uran-Munition, daraus resultierende, häufige Missgeburten und hohe Krebsraten, das qualvolle Sterben von 500.000 Kindern (wegen Sanktionen und verseuchtem Trinkwasser) all das sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für die die verantwortlichen US-Politiker (und ihre „Partner“) verurteilt werden müssten (in diesem Fall plädiere ich für die Todesstrafe).

Mehr über die Verbrechen im Irak siehe hier und hier.

SYRIEN

HufPo golden age of SOCUnd auch im Fall Syrien ist klar, dass hier nichts „zerfällt“, sondern der Staat bewusst zerstört wird. Nach dem negativen „Image-Fall-Out“ des Irakkriegs (tote US-Soldaten, Amoklauf und Selbstmorde von Soldaten, Wikileaks-Enthüllungen, Folter in Abu Ghraib etc.) begann das „goldene Zeitalter“ der US-Spezialkommandos: um einen Staat zu zerstören, schickt man nicht mehr bewaffnete Männer in Uniform, sondern bewaffnete, vermummte Männer aus dem Ausland, also indoktrinierte, von westlichen SOC-Militärs ausgebildete, terroristische Guerilla-Kämpfer, die man zuerst als „proxies“ (Stellvertreter, nützliche Idioten) benutzt, um ein Land „aufzuweichen“ und dann als Vorwand, um dort mit militärischen Mitteln einzugreifen (was wir ja in Syrien am Beispiel IS gesehen haben, aber auch in Jugoslawien und natürlich in vielen afrikanischen Ländern, wo auch Frankreich dabei ist).

2 DER  FALSCHE  RELIGIONSKRIEG

Hands Off syriaEin zweites Schlagwort von Perthes ist die „konfessionelle Polarisierung“ (also der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten). Dazu wird im ORF-Interview folgende Passage zitiert:

Die konfessionelle Polarisierung zwischen Sunniten und Schiiten fördert eine Spirale aus Hass und Angst und stellt die Hoffnung in Frage, dass Staaten und Gesellschaften einfach wieder zusammenfinden werden, wenn nur die eine oder andere Terror-Organisation besiegt oder das eine oder andere Regime gefallen ist.“

KOMMENTAR:

Die „konfessionelle Polarisierung“ ist aber nicht (wie suggeriert wird) der Normalzustand im Irak oder in Syrien, sondern das Ergebnis der perfiden „Intervention“ und Destabilisierung von außen. Im Irak haben Schiiten und Sunniten größtenteils friedlich zusammengelebt, auch untereinander geheiratet, es gab keine religiöse Ghettoisierung. Die Baath-Partei (zu der Saddam Hussein gehörte) hat mit Religion gar nichts am Hut, sie ist ja sozialistisch (geht auf die Zeit Nassers zurück) und Irak war natürlich ein säkularer Staat. Heute gibt es in Bagdad – dank der dunklen Machenschaften der USA – ein Apartheid-System: in einem Viertel leben die Shia, in einem anderen die Sunnite, eine Atmosphäre aus gegenseitigem Misstrauen, Verbitterung und Angst ist das Ergebnis.

great mosque damascusSyrien war seit vielen Jahren das Vorzeigeland im Nahen Osten, wenn es um die friedliche Ko-Existenz der Religionen ging, dafür sorgte die Regierung (was immer man ihr auch sonst vorwerfen kann). Die brutale Gewalt der eingeschleusten, ausländischen Terrorbanden, von denen viele von den Saudis zu religiösen Fanatikern (Takfiris) gemacht wurden, richtet sich gegen alle anderen Religionsformen des Islam, die als „häretisch“ wahrgenommen werden und auch gegen Christen. Sie sind nur eine Neuauflage der von den USA konstruierten Terrorbanden in Lateinamerika, nur eben mit religiöser Verbrämung.

Die „konfessionelle Polarisierung“ wie sie Herr Perthes nennt, ist also Folge eines teuflischen Plans ausländischer Mächte, die unter dem Deckmantel eines „Religionskrieges“ einen Stellvertreter-Krieg führen (getarnt als „Bürgerkrieg“) und im Hintergrund die Fäden ziehen. Das hat Seymour Hersh schon 2007 in seinem Artikel The Redirection beschrieben.

Die Gewalt im Irak, in Libyen und in Syrien war/ist zu 100% „importiert“ und hat nichts mit einer demokratischen Volkserhebung oder authentischer Religion zu tun.

Das ist nur die „cover-story“ für die Verbrechen der involvierten Geheimdienste. Von dieser dunklen Seite der Macht spricht Herr Perthes allerdings nie, für ihn gibt es gegenüber den Medien nur Staaten und ihre Bevölkerung, alle anderen (sehr mächtigen Akteure) ignoriert er einfach.

Seine fünf-minütigen „Analysen“ in der Tagesschau sind für Dummköpfe.

DIE  (ETWAS ANDEREN) „SELBSTMORD-ATTENTÄTER“

 Wie diese „Spirale aus Hass und Angst“ zustande kam, lässt sich auch durch eine Geschichte verdeutlichen, die der Analyst Marius Nazemroaya bei einem Vortrag (siehe Video weiter unten) erzählt hat:

Ein junger Iraker sagte ihm, er habe sich bei den Amerikanern gemeldet, um sich als Polizist ausbilden zu lassen. Er wunderte sich darüber, dass er den Großteil der Ausbildung mit dem Lenken von Fahrzeugen verbrachte. Eines Tages wurde er angewiesen, mit dem Auto an einen Ort in der Stadt zu fahren und dann eine bestimmte Nummer anzurufen. Er stellte also den Wagen ab und wollte telefonieren. Doch die Verbindung war so schlecht (kam nicht zustande), dass er ausstieg und es in einiger Entfernung noch einmal versuchte. Als er die Nummer gewählt hatte und es läutete, explodierte das Fahrzeug. Es stand vor einer Moschee. Zerrissene Körper, überall Blut, Szenen des Grauens spielten sich ab.

Dann wird natürlich verbreitet, hier habe ein religiös-motivierter Anschlag stattgefunden, um den Hass zwischen Sunni und Shia anzustacheln. Irgendwann gibt es einen Vergeltungsschlag und so entsteht ein „Religionskrieg“, der nach dem alten Kolonialprinzip „divide et impera“ funktioniert und in Wahrheit nichts mit Religion zu tun hat …(das haben die Briten ja schon vor vielen Jahren u.a. in Indien vorexerziert…)

USSAPerthes Darstellung soll den Eindruck verstärken, dass es sich dabei um ein regionales Phänomen handelt. Das stimmt aber nur insofern, als Saudi Arabien (selbst ein Konstrukt des britischen Empires) die treibende Kraft der Radikalisierung des Islams ist (Der dort praktizierte, brutae Wahabismus wird aber von den seriösen Religionsgelehrten in anderen Ländern strikt abgelehnt) und hunderte Koranschulen finanziert hat.

Ein Interview über den „Zerfall“ sprich die Zerstörung, das inszenierte Chaos des Nahen Ostens zu geben, ohne auch nur ein Wort über die wirkliche Rolle der USA und ihrer Vasallen wie die Türkei oder Israel, aber auch Frankreich und Großbritannien zu verlieren, ist allerdings mit seriöser Politikwissenschaft unvereinbar (und mit seriösem Journalismus auch nicht).

Aber Perthes kann sich darauf verlassen, das ihm ein „Stenographen- oder „Papageien-Journalist“ gegenüber sitzt, der nichts hinterfragt.

3 WOHER  KOMMT  DAS  PHÄNOMEN „IS“?

isis-a-creature-of-usaudisraelZur Frage, ob mit einem Sieg über IS „nicht so wahnsinnig viel gewonnen sei“ (ORF) sagt Perthes u.a.:

Wir müssen uns immer klarmachen, einen solchen Herrschaftsverband könnte es nicht geben, wenn wir es mit funktionierenden Staaten zu tun hätten, die ihre Bürger mitnehmen, inkludieren würden und das ist in Syrien, im Irak nicht der Fall und in v.a. Ländern der Region haben wir da zumindest große Defizite.“

KOMMENTAR: Auch das ist eine sehr irreführende Aussage, denn der „Erfolg“ von IS, ja seine bloße Existenz ist nicht die Folge fehlender „ Inklusion“ in diesen Staaten, wie Perthes suggeriert und auch nicht der fehlenden Demokratie.

Was ist denn nun ein „funktionierender Staat“?

Libyen, Syrien und Irak haben insofern als Staat gut „funktioniert“, als sie ihren Bürgern eine gute Infrastruktur, Bildung, ein staatliches Gesundheitssystem und ein nicht von US-Finanzinteressen dominiertes Wirtschaftssystem geboten haben und staatlich gestützte Preise für die nötigsten Produkte, also keine „Marktherrschaft“ wie bei uns.

Libyen unter Gaddafi hatte den höchsten Entwicklungsstandard aller afrikanischen Länder (niedrigste Kindersterblichkeit, höchstes pro-Kopf Einkommen, höchste Lebenserwartung, Zugang zu Bildung, geringste soziale Ungleichheit, etc. laut HDI) und viele aus Nachbarländern geflüchtete Afrikaner fanden dort Arbeit (die jetzt alle zu uns kommen wollen).

Es gab in diesen Ländern keine politische Freiheit, das ist richtig, aber die Menschen mussten nicht Angst haben, dass jeden Tag irgendwo eine Bombe losgeht, oder Terrorbanden einfallen, wie das heute der Fall ist. Auch waren die Strukturen nicht demokratisch, das stimmt, doch weder in Libyen noch im Irak wäre es deshalb zu solchen Gewaltexzessen gekommen.

„IS“ ist nicht entstanden, weil diese Staaten „nicht funktioniert“ haben, sondern weil man sie als außenpolitisches Werkzeug benutzt, um zu zerstören, was sich dem USraelischen Hegemon (bzw. der neoliberalen Weltordnung) nicht unterordnen will.

Herr Perthes will damit wohl suggerieren, dass der „Bürgerkrieg“ in Syrien durch die politische Unterdrückung entstanden ist (die autoritäre Regierung von Assad), also quasi eine natürliche Entwicklung sei. Das ist aber völlig falsch.

Es ist gar kein „Bürgerkrieg“, denn die echte syrische Opposition wollte weder Gewalt anwenden, noch die Einmischung fremder Mächte. Der „Volksaufstand“ wurde inszeniert, die politische „Opposition“ (Syrer im Ausland) vom Westen finanziert und organisiert, die ausländischen Terrorgruppen über die Türkei und Jordanien eingeschleust, von den Saudis und Katar finanziert, von Israel am Golan unterstützt, usw. (Siehe dazu auch diesen Beitrag)

Wieso Herr Perthes als „wissenschaftlicher Berater“ durchgeht, obwohl er eine völlig eindimensionale, realitätsfremde Version der Probleme in diesen Ländern kolportiert, ist mir ein Rätsel. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte bzw. Regierungen in der Region und spricht nie von den geopolitischen Hintergründen und den hegemonialen Interessen der USA.

4 DIE  LÜGE  VOM  „HERAUSHALTEN“

Die SWP verbreitet diese völlig falsche Darstellung über das „Spielfeld“ (der Zerstörung) im Nahen Osten – Auszug aus einem Artikel von Perthes, erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 10. März 2015:

SWP kein Interesse an Neuordnung BSDas ist natürlich völliger Unsinn und eine Beleidigung für die Intelligenz der Leser (aber anscheinend nicht der Journalisten, die so etwas drucken und vervielfältigen).

Wie ich oben bereits skizziert habe (und was ausreichend dokumentiert ist), sind die „internationalen Spieler“ – allen voran die Weltmacht USA– natürlich ganz und gar nicht daran interessiert, sich aus den Machtverhältnissen der geostrategisch enorm wichtigen Region „herauszuhalten“. Das ist völlig absurd. Es geht ja nicht nur um die Öl- und Gasvorkommen, die Kontrolle der Verteilung der Ressourcen als Machtfaktor, sondern auch darum, auf dem Weg nach „Eurasien“ (siehe Brzezinski) alle Verbündeten Russlands aus dem Weg zu räumen und auch den Interessen Chinas in der Region zu schaden.

Auch die sprachliche Argumentation von Perthes ist Non-Sense: Er behauptet etwas  in einem Satz, negiert es im zweiten und „bestätigt“ dann im dritten die falsche Prämisse:

  1. die USA will sich heraushalten. Dann räumt er ein, dass man
  2. zwar weiterhin Interessen wahrt und „Partner“ unterstützt (sprachliche Verharmlosung von Subversion und versteckter Aggression) und
  3. interpretiert „Luftschläge, Ausrüstung und Training“ (für Terrorbanden, die man selbst erschaffen hat) und massive Eingriffe in die Souveränität anderer Länder und schwere Völkerrechtsbrüche) als Zeichen für Zurückhaltung und Vorsicht.

Hat der Mann noch alle Tassen im Schrank? Kann er zwischen „plausible deniability“ und echten politischen Absichten nicht unterscheiden? Dieser Gedanke lässt sich angesichts solchen Schwachsinns nicht unterdrücken.

Saban Brookings Syria 2012Vielleicht sollte er mal bei Brookings nachschlagen (auch ein geistiger „Anstifter“-Verein, der sich Think-Tank nennt), dort konnte man schon vor Jahren nachlesen, was Sache ist. (Der Deal mit dem Iran war natürlich nicht vorgesehen)

Seine Glanzleistung an totaler Verdrehung der politischen Tatsachen „sie haben weder Interesse noch Intention, Strukturveränderungen in diesen Ländern der Region selbst auf den Weg zu bringen oder gar politische Ereignisse zu bestimmen lässt den Leser fassungslos auf die Zeilen starren. Dieser Mist wird natürlich vom ORF-Journalisten im Interview brav wiedergekäut – schließlich hat man doch einen „Nahostexperten“ vor sich, oder?

ORF / WOLFANG RITSCHL: „Nun erscheint die Situation insofern heute ganz anders weil es keine externen Mächte … gibt, die dem Nahen Osten eine neue Ordnung aufzwingen wollen oder die dazu in der Lage wären“ (!)

Dass die Weltmacht USA, flankiert von ihren Vasallen und Klienten in Europa und der Region, „keine Absicht hat, politische Ereignisse dort zu bestimmen“, sollen wir glauben, nachdem wir seit „911“ Zeuge der Ausbreitung einer gigantischen Propaganda-, Überwachungs- und Gewaltmaschinerie geworden sind, die sich über alle Rechtsnormen hinwegsetzt, um amerikanische Interessen unter dem Deckmantel der „Terrorbekämpfung“ durchzusetzen, hat Herr Perthes das verschlafen? Dass seit fünf Jahren eine skrupellose Hetzkampagne gegen die Assad-Regierung läuft (vom Washington, Paris und Tel Aviv organisiert), hat er das vergessen?

Der Mann ist ein solcher Scharlatan, dass einem die Spucke wegbleibt und kein Journalist stellt in Frage, was er von sich gibt ….unglaublich, diese Konformität des Denkens.

FAKT: DIE BRUTALE NEUORDNUNG IST SCHON SEIT „911“ IM GANGE

Schon seit 2003 ist bekannt, dass bestimmte Machteliten in den USA (vor allem die Israel-hörigen „Neocons“) die Fragmentierung der Region geplant haben.

brithpangs ME riceCondoleeza Rice sprach von „den Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens“ während im Libanon Zivilisten von Israel bombardiert wurden.

Leslie Gelb, der emeritierte Präsident des CFR argumentierte schon 2003 in der New York Times, die beste Lösung im Irak sei die Aufteilung in drei Ministaaten für Sunniten, Schiiten und Kurden.

Projected-New-Middle-East-MapDer pensionierte US-Geheim-dienst Offizier Ralph Peters präsentierte im Juni 2006 im „Armed Forces Journaleine Karte für einen „besseren Nahen Osten“, die die Neuordnung (Balkanisierung nach religiöser Zugehörigkeit oder Volksgruppe) deutlich machte. (Peters forderte öffentlich die Ermordung von Julian Assange, nach den Wikileaks Enthüllungen über die Brutalität und Kriegsverbrechen des US-Militärs im Irak).

  • Die amerikanische, vielfach ausgezeichnete Auslands-Journalistin Robin Wright (und quasi Kollegin von Volker Perthes, da sie auch für USIP arbeitet, (gegründet 1984 als Moral-Fassade von Reagan) wo ähnlich „profunde“ (irreführende) Analysen verbreitet werden, wie von der SWP) legte im September 2013 in der NYT noch nach und zeigte eine Landkarte, in der aus fünf Ländern (Libyen, Irak, Syrien, Saudi Arabien und Yemen) 14 neue Einheiten geformt werden (wieder getrennt nach Religionsgruppen oder Stammeszugehörigkeit).

Robin-Wrights-Remapped-Middle-East

Auch sie fördert den Eindruck, dass dieser „Zerfall“  quasi die Lösung für die „natürlichen“ Spannungen in der Region zurückzuführen sei. Bei Libyen spricht sie von über 100 bewaffneten Milizen, die sich im Land herumtreiben, doch kein Wort davon, dass dieses Chaos  ja von der USA / NATO verursacht wurde und unter Gaddafi solche Zustände nicht möglich waren.

Wer aus „Zerstörung“ einen „Zerfall“ macht, kann nur als Geschichtsfälscher bezeichnet werden.

ZU BEACHTEN:

Yinon 1Alle oben genannten „Neuordnungen“ lassen sich in wesentlichen Punkten auf den Yinon-Plan Israels zurückführen der ja schon Anfang der 1980er Jahre entstand und sowohl den „Zerfall“ des Irak als auch Syriens als strategisches Ziel erster Ordnung für Israel bezeichnet (beide unterstützten ja den Freiheitskampf der Palästinenser gegen die verbrecherische Besatzung und sind daher Feinde Israels).

Hier eine Textstelle (22) daraus, übersetzt von Israel Shahak 1982:

The dissolution of Syria and Iraq later on into ethnically or religiously unqiue areas such as in Lebanon, is Israel’s primary target on the Eastern front in the long run, while the dissolution of the military power of those states serves as the primary short term target. Syria will fall apart, in accordance with its ethnic and religious structure, into several states such as in present day Lebanon, so that there will be a Shi’ite Alawi state along its coast, a Sunni state in the Aleppo area, another Sunni state in Damascus […].

PerthesPerthes spricht angesichts dieser Tatsachen von „“kein Interresse an einer Neuordnung“ durch ausländische Mächte. Wie verrückt ist das? Will uns der Mann verarschen? Wird er dafür bezahlt?

Perthes-Zitat aus dem ORF-Interview:

„…Politisch ist es sinnvoll, nach den Bedingungen zu fragen… um die Bürgerkriege zu beenden und die betroffenen Staaten wieder zusammenzubauen .“

Wer hätte denn, nach ihrer Meinung Herr Perthes, unter den Mächtigen, ein echtes Interesse daran, diese Staaten „wieder zusammenzubauen“? deren perfide Zerstörung (am Beispiel Syriens) auch die SWP mit ihren „Empfehlungen“ legitimiert hat:

  • Die SWP hat monatelang dafür „geworben“, dass die Bundesregierung sich an einer „militärischen Intervention“ in Syrien beteiligt und sie wegen ihrer Zurückhaltung massiv kritisiert: Die Weigerung, militärisch einzugreifen, „würde die deutsche Außenpolitik diskreditieren“ und „moralisch massiv unterminieren“ so Dr. Markus Kaim, SWP.
  • Kaim schlägt später auch vor, „Spezialkommandos“ zur Unterstützung der Rebellen einzusetzen und militärische Einrichtungen in Syrien zu sabotieren, was natürlich alles schwere Verbrechen sind, aber anscheinend ist alles erlaubt, um Assad zu vernichten …
  • Die SWP hat also einen kriegerischen Akt als legitim angesehen (Tarnbegriff: „militärische Intervention“ – klingt moralisch steriler und harmloser als Krieg) obwohl es dafür kein UN-Mandat gibt, also Deutschland damit einen Bruch des Völkerrechts begangen hätte; für die SWP läuft das unterVerantwortung übernehmen“ (R2P)
  • Die SWP hat schon 2012 (mit dem amerikanischen USIP) einen Plan für die Zeit nach dem Sturz Assads ausgearbeitet (The Day After) – mit welchem Recht wird hier in die inneren Angelegenheiten Syriens eingegriffen? (Was wäre, wenn Assad oder Putin finden würde, „Merkel muss weg“ und (nachdem er einen „Militärschlag“ fordert) einen Plan „für danach“ ausarbeitet? Wer würde das tolerieren???)
  • Alle Papiere der SWP basieren auf der Prämisse „Assad muss weg“ und alles was dafür „notwendig“ ist, ist auch legitim. Also auch eine konfrontative, deutsche Militärpolitik. Was hat das mit „unabhängiger Wissenschaft“ zu tun?

Die SWP befürwortet den Einsatz von Gewalt für politische Zwecke in Syrien (außer bei Assad …) getarnt als „notwendiges Eingreifen“ . Was ist daran „unabhängig“ oder „wissenschaftlich“?

 

Perthes empfiehlt IT Sabotage IranVolker Perthes war es auch, der in Washington vorgeschlagen hat, die (legalen) iranischen Atomanlagen mit einem Virus zu sabotieren, was ja auch durch „Stuxnet“ passierte (der Mann ist also eigentlich ein Straftäter)

 

Am 14.12.2010 beschließt der Bundestag die Entsendung von deutschen Soldaten und Patriot-Raketen in die Türkei (ein illegaler Akt, den 62% der Deutschen lt. DIMAP-Umfrage ablehnen.) Dr. Markus Kaim von der SWP ist auch dagegen, aber nicht aus moralischen Gründen, sondern weil er darin nur eine leere „Drohgebärde“ sieht. (Die angebliche Bedrohung der Türkei durch Syrien – das sich ja nur verteidigt – ist ein Witz, der die Sache moralisch legitimieren soll).

Gestern (16.8.2015) wurde gemeldet, dass die deutschen Truppen samt Raketen demnächst wieder abgezogen werden.

Kaim befürwortet auch Waffenlieferungen an die kämpfende „Opposition“ (die zu 95% aus Ausländern besteht – siehe Biden in Harvard)

Es sieht so aus, als ob die SWP manchmal wie ein „Good Cop – Bad Cop“ Team funktioniert: während Kaim darauf drängt, den notwendigen „Militärschlag“ (und noch mehr subversive Gewalt) zu verwirklichen, warnt ein anderer SWP-Experte vor einer Erosion des Völkerrechts (R2P ist ja keine völkerrechtliche Norm, sondern eine Erfindung der Kommunikationsstrategen, um außenpolitische Verbrechen moralisch zu legitimieren). Doch die Kriegs-Befürworter des SWP sind medial immer präsenter als die Völkerrechts-Bewahrer, so kann man US-freundliche „Politikberatung“ machen und den Anschein erwecken, man sei „unabhängig“.

(Quelle für diese Informationen und ausgewählte Text-Passagen siehe IMI-Bericht hier)

4 DIE  SWP und DAS  GIFTGAS-MÄRCHEN

Agnes mariam GhoutaDer Giftgasanschlag am 21. August 2013 –in Ghouta (Vorort von Damaskus) soll natürlich der „catalyzing event“ werden, der so viel moralische Empörung erzeugt, dass der Krieg nun beginnen kann. (Dass vorher auch auf syrische Soldaten ein solcher Anschlag verübt wurde, – siehe Lavrov unten – bleibt in den Medien unerwähnt)

Im Gegensatz zur SWP traut sich ein mutiger Akademiker der Uni Mainz, Prof. Dr. Günter Meyer, das auszusprechen, was Perthes & Co. nie thematisieren: die perfide Rolle der USA im Nahen Osten. Er sagte im ZDF am 27. August 2013 („Rote Linie überschritten? Greift der Westen in Syrien ein?“) folgendes: (siehe zuerst Bild)

Günter Meyer gefälschte Beweise USAAllein die Aufständischen dürften das inszeniert haben. […] Wir haben schon einmal gesehen, welche Belege die Amerikaner vor dem Einmarsch in den Irak vorgelegt haben. Diese

kann man beliebig fälschen und auslegen.

Er weist auch darauf hin, dass die UN-Kommission ja nicht beweisen sollte, wer für die Anschläge verantwortlich ist, sondern nur dass Sarin verwendet wurde.

Im Gegensatz dazu sprach Volker Perthes am 26. August 2013 in den „Tagesthemen“ der ARD wieder ganz im Sinne der Kriegstreiber  in Washington und Tel Aviv:

Ich glaube ich muss klar sagenich weiß es nicht, ich war ja nicht dort, aber wahrscheinlicher und plausibler ist, dass das Assad-Regime die Waffen eingesetzt hat.“

Das könne man daran erkennen, an welchen Orten es eingesetzt worden sei, welche militärische Lage dort geherrscht habe und wer überhaupt die Möglichkeit habe, in solchen Mengen systematisch (?) Giftgas einzusetzen. (siehe dazu auch Tagesschau vom 27.8.2013)

Diese Bewertung von Perthes ist wieder IRREFÜHREND UND UNWAHR (er plappert nur die Desinformation des US-Außenministeriums nach), denn wir wissen durch die investigative Arbeit von Seymour Hersh, dass die „Rebellen“ durchaus in der Lage waren und sind, Sarin herzustellen und die Geheimdienste bzw. das US-Militär das auch wussten. Eine geheime Studie der DIA bestätigte laut Hersh, dass Al Nusra Terroristen Sarin herstellen konnte und auch Zugang zu anderen Chemiewaffen hatte.

MIT rockets CW not from syrian armyAußerdem hat eine Studie des MIT bewiesen, dass die Amateur-Raketen mit dem Sarin nicht aus syrischen Positionen abgefeuert werden konnten (sie hatten nicht die technische Reichweite), sondern von den „Rebellen“ stammen musste.

Hersh bestätigt auch, dass es eine geheime Kooperation zwischen der USA und dem Trio Infernal Saudi Arabien, der Türkei und Katar gibt. Schon 2012 wurde von Washington eine „Rattenlinie“ autorisiert, also eine von der CIA überwachte Schmuggelroute für Waffen und Munition von Libyen über die Süd-Türkei nach Syrien zu genau jenen „Terroristen“, die man angeblich bekämpfen wollte.

 In einer E-Mail von STRATFOR vom 7.12.2011 wird bereits ersichtlich, dass die „Entfernung“ Assads von langer Hand geplant war und man trotz erschwerter Verhältnisse (syrische Luftabwehr nicht ausgeschaltet) guten Mutes war, das Land in die Knie zu zwingen:

Obama’s people were “saying that the idea ‘hypothetically’ is to commit guerrilla attacks, assassination campaigns, try to break the back of the Alawite forces, elicit collapse from within. There wouldn’t be a need for air cover, and they wouldn’t expect these Syrian rebels to be marching in columns anyway.”

Und hier sehen wir auch wie der “Zerfall” erreicht werden sollte: Guerilla-(Terror)-Taktiken, systematische Mordanschläge, den „alawitischen Truppen das Rückgrat brechen“, den Zusammenbruch „von innen“ herbeiführen …

 HAT  DIE  SWP  DAVON  ETWAS  MITBEKOMMEN?  WELCHE ART VON „BERATUNG“ WIRD HIER EIGENTLICH PRAKTIZIERT?

Der dramatische Hinweis von Perthes (in den o.a. Tagesthemen) es gäbe ein „Chemiewaffenverbot“, das auch für Syrien zu gelten habe und man dürfte nicht den Eindruck erwecken, dass jemand ungestraft Chemiewaffen einsetzen könne, deshalb müsse der Westen jetzt „reagieren“, klingt ja wunderbar, zeigt aber wieder, wie voreingenommen der Mann ist (und dass er die israelischen Absichten unterstützt …)

Denn er geht stets davon aus, dass alle Gräueltaten, die in Syrien verübt werden, von Assad angeordnet sind.

SWP bias(Bild: IMI) Dass die vom Westen unterstützten Rebellen das Giftgas eingesetzt haben (um es Assad in die Schuhe zu schieben und damit die „Intervention“ zu rechtfertigen, wird von Perthes erst gar nicht in Betracht gezogen (jedenfalls nicht gegenüber den Medien).

Auch neueste Meldungen bestätigen, dass IS chemische Waffen benutzt (diesmal gegen die Kurden)

Perthes „freundliche“ Haltung zu aggressiven Kreisen in Washington äußert sich auch in folgendem Satz:

Wenn die Amerikaner sich entscheiden zu handeln, … (auch ohne UN-Resolution) dann wird Deutschland, denke ich, dürfte Deutschland (meiner Ansicht nach) nicht im Wege stehen …

Gleichzeitig „empfiehlt“ Dr. Margarete Klein, ebenfalls SWP, man müsse Druck auf Russland machen, Moskau die Gefahr seiner Isolation verdeutlichen, wenn es die Forderung, Assad an einer politischen Lösung zu beteiligen, nicht aufgibt.

Russlands intensive Bemühungen für eine diplomatische Lösung „müssen also aufhören“, so damals die SWP, das „militärische Eingreifen“ (verdeckt – sowieso schon die ganze Zeit), Waffenlieferungen, etc.wird als „notwendig“ präsentiert.

Der russische Außenminister Lavrov betonte damals in einem Interview, dass die Bemühungen Russlands (die Konfliktparteien in Syrien an einen Tisch zu bringen) von der „Opposition“ torpediert wurden. Hier ein Zitat daraus:

„Der Ablauf der Ereignisse mache klar, dass jedes Mal, wenn es eine kleine Chance für die Wiederaufnahme von Gesprächen gibt, ein Vorfall inszeniert werde, der diese Chance zunichtemacht (so erging es den LAS Beobachtern und dem Plan von Kofi Annan). Im Gegensatz zur syrischen Regierung, die sofort damit einverstanden war, eine Delegation zur geplanten Konferenz Anfang Mai zu entsenden (und zwar ohne Bedingungen zu stellen), hat die Opposition sich stets geweigert – Monate lang. Wir fragen uns daher, welche Signale die Opposition von ihren Sponsoren bekommt (USA, Saudi Arabien, Qatar,  Türkei,) Mehr dazu siehe hier)

Doch jetzt macht Perthes plötzlich eine 180o Kehrtwendung und betont:

Es geht darum, mit ziemlich traditioneller Diplomatie Konflikte mit und zwischen regionalen Staaten, also zwischen Staaten im Nahen und Mittleren Osten zu überwinden zu versuchen“ 

Während die SWP also die ganze Zeit Gewaltandrohung und Gewaltanwendung (auch verdeckt) gegenüber Syrien begrüßt, Deutschlands Unterstützung dabei gefordert hat und damit den öffentlichen Diskurs massiv beeinflusste, wird jetzt auf einmal die wichtige Rolle „ziemlich traditioneller Diplomatie“ im Nahen Osten betont?

Dann wiederum wird an anderer Stelle (für Deutschlands Außenpolitik) mehr Mut zur Aggressivität gefordert, wie in diesem Bericht

Neue Macht, neue Verantwortung: Elemente einer deutschen Außen- und Sicherheitspolitik

Was soll das sein – surreale Politikberatung nach dem Windbeutel-Prinzip?

SWP: WIR  ANALYSIEREN „BEDARFSORIENTIERT“

Das IMI kommt also zu dem Schluss, dass die SWP Krieg und Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele in Syrien gutheißt, sie als legitim erachtet, den „regime change“ in Syrien durchzusetzen.  Die Rolle der Opposition wird nicht hinterfragt, die anderen Drahtzieher nicht erwähnt.

 

Das Agieren der SWP wird – als Fazit des IMI – als „hochgradig kontraproduktivaus friedenspolitischer Sicht eingestuft.

 

Das ist aber auch kein Wunder, denn die geistige Ahnengalerie der SWP (amerikanische Geheimdienste, Kissinger und Gehlens „brauner“ BND) hat mit „Friedenspolitik“ auch gar nichts am Hut . Der „military-industrialfinancial Komplex lebt davon, Konflikte zu schüren und damit Milliarden zu verdienen und auch die „Politikberater“ hätten wenig zu tun, wenn alle nur friedlich miteinander umgehen würden.

 

Deadly export BlumPerthes stellt die Situation so dar, als es ob es bei dem Abschlachten in Syrien primär um eine Konfrontation zwischen dem Iran und Saudi Arabien handelte. Natürlich spielt diese Rivalität im Hintergrund eine Rolle, doch er lenkt völlig davon ab, wie Washington  diesen blutigen Konflikt steuert. Auch die Rolle Israels bei der Zerstörung Syriens (und des Irak) wird völlig außer Acht gelassen, ebenso die dunklen Machenschaften der Türkei unter Erdogan.

 

Der Journalist des ORF kommt mit den alten Geschichten von Sykes-Picot, als ob die Welt 1918 stehengeblieben wäre und faselt auch noch vom „30-jährigen Krieg“ (Vergleich von Kissinger) und vom Wiener Kongress (wofür gibt es denn die UN, Herr Ritschl und wer hat sie zu einem „Debattierclub“ reduziert?).

Die USA wurden nach dem zweiten Weltkrieg die beherrschende Macht im Nahen Osten und konnte gar nicht schnell genug den Staat Israel anerkennen. Sie verbündeten sich mit den Saudis (den schlimmsten, primitivsten Diktatoren in der Region) und sorgten gemeinsam dafür, dass alle Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt (auf Basis einer Sozialdemokratie) gescheitert sind. Die herrschende Klasse in den USA hat ja die gleichen Interessen wie die arabischen Herrscher-Dynastien. doch diese Symbiose der Interessen „analysiert“ Herr Perthes nicht.

Wenn also Herr Ritschl (ORF) fragend suggeriert, „… dass die Europäer gar nicht so schlecht gehandelt haben, als Sie den Arabern 1918 eine Ordnung aufgezwungen haben (weil die ja anscheinend nur Chaos produzieren können) und Herr Perthes von „Elitenversagen“ spricht , denen es nicht gelang „lebensfähige Gemeinschaften aufzubauen“, dann wird damit wieder der Eindruck erweckt, diese arabische Welt ist einfach unfähig, eine haltbare Ordnung aufzubauen, die einen dauerhaften Zusammenhalt der Gesellschaft möglich macht.

Dass dieser Region (vor allem den unteren Gesellschaftsschichten) – wegen ihrer strategisch wichtigen Bedeutung (Suez Kanal, Erdöl, Transportwege, Eurasien, etc.) niemals vom „Westen“ das Recht zuerkannt wurde, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln (ohne politische Intrigen aus Washington, London oder Paris und gegen die kriminellen „Interessen“ Israels) wird von Perthes nicht erwähnt. Als sei das ohne Bedeutung.

Dass er dann noch empfiehlt, der Iran möchte doch bitte konstruktiver mit anderen regionalen Parteien umgehen, sich um eine Re-Stabilisierung der Region bemühen, zeigt endgültig, wie absurd seine „Analysen“ und „Empfehlungen“ sind.

Es war doch nicht der Iran, der sich seit Jahren aggressiv oder subversiv gegenüber den anderen Staaten in der Region verhalten hat, sondern Israel und Saudi Arabien (mit Washingtons Hilfe natürlich). Der achtjährige Krieg zwischen dem Irak und dem Iran wäre ohne Washingtons Unterstützung auch nicht zustande gekommen (damals war Saddam ihr „Verbündeter“, das Giftgas kam aus Deutschland), ganz zu schweigen von den beiden Kriegen gegen den Irak, den die USA geführt haben.

FAZIT:

mind controlDie SWP ist kein unabhängiger „Think-Tank“ (das Wort gibt es ja eigentlich nicht, es soll Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit suggerieren). Sie ist allem Anschein nach ein trojanisches Pferd, eine „front-group“, die sich ein wissenschaftliches Mäntelchen umhängt, um ihre ideologisch gefärbte  „Beratung“ und Maniplation der Öffentlichkeit zu tarnen, die unzweifelhaft den Interessen der US-Außenpolitik und den dahinter agierenden Netzwerken dienlich ist.

Mit solchen „Beratern“ und solchen Journalisten (die nur nachplappern, was ihnen der „Experte“ vorsetzt) haben wir keine Chance der großen Apokalypse zu entgehen (dritter Weltkrieg bzw. die finanzielle, soziale und ökologische Katastrophe auf die wir zusteuern).

Wie die Flüchtlinge aus den von dieser Politik (und ihren Erfüllungsgehilfen in den Medien) zerstörten „Krisengebieten“ behandelt werden und die Menschen in Griechenland spricht ja schon Bände …wohin die Reise geht.

Wenn „Tatort“ zur Propaganda wird …

Tatort kidonGestern lief in der ARD wieder eine Folge aus der Serie „Tatort“, die (laut Wikipedia) von fast 8,5 Millionen Menschen gesehen wurde. So what? Es läuft praktisch jeden Tag irgendwo ein „Tatort“ (alte Folgen werden bis zum Erbrechen wiederholt) und schließlich gilt diese Krimiserie als besonders hochkarätig, weil in den Drehbüchern auch brisante, gesellschaftspolitische Themen behandelt werden, die „Story“ sich also nicht nur auf die Lösung eines Mordfalles beschränkt.

Die gestern ausgestrahlte Folge (produziert vom österreichischen Rundfunk – ORF) trägt den Titel „Deckname Kidon und schon der Vorspann deutete an, dass es sich hier um etwas „besonderes“ handelt, denn die Namen der Schauspieler erschienen auf dem Bildschirm zuerst in persisch-arabischen Schriftzeichen, die dann in lateinische Buchstaben umgewandelt wurden. Das ganze wird begleitet von „orientalischer“ Musik …

Die Handlung wird von der ARD so zusammengefasst:

Aus dem obersten Stock eines Wiener Nobelhotels stürzt ein Mann in die Tiefe. Der iranische Diplomat und Atomphysiker Dr. Bansari verübte allem Anschein nach Selbstmord. Warum aber kaufte er für denselben Abend noch teure Opernkarten? Moritz Eisner und seine Kollegin Bibi Fellner wollen der Frage nachgehen, doch sofort mischen sich die iranische Botschaft und das österreichische Außenministerium ein.

Der Fall unterliegt strengster Geheimhaltung – Laptop und Handy des Toten werden beschlagnahmt. Die beiden Ermittler sind angefressen, geben aber nicht auf. Das Überwachungsvideo des Hotels führt sie auf die Spur des zwielichtigen Lobbyisten Johannes Leopold Trachtenfels-Lissé. Dieser hat mit Dr. Bansari einen geheimen Deal eingefädelt.

Eisner und Fellner finden heraus, dass es um Ventile und Pumpen geht, die für Kernreaktoren benötigt werden. Eine Zugladung der hochwertigen Bauteile soll über Drittländer in den Iran verschickt werden. Für die beiden Ermittler beginnt ein Wettlauf mit der Zeit – und dem israelischen Geheimdienst Mossad.

WARUM  IST  DIESER „TATORT“  EINDEUTIG  POLITISCHE PROPAGANDA?

„Tatort“ ist eine Unterhaltungssendung und somit sind Handlung und Personen in der Regel fiktiv, doch der politische u. gesellschaftliche Rahmen in den die Ereignisse eingebettet sind, soll ja realistisch wirken, deshalb werden hier Fakten und Fiktion mehr oder weniger unvermeidlich vermischt.

Man baut reale Personen oder reale Umstände und Hintergründe in das Drehbuch ein und für den durchschnittlichen Zuschauer ist es schwer möglich, eine klare Trennlinie zwischen Wahrheit und Erfindung auszumachen. Personen, die als reale Vorbilder für bestimmte Rollen dienen, werden natürlich mit einem anderen Namen versehen, um dem Vorwurf der Verleumdung- und Rufschädigung auszuweichen.

KORRUPTIONS-U-AUSSCHUSS: MENSDORFF-POUILLYSo weiß z.B. jeder Österreicher, dass die fiktive der Figur des „Grafen Trachtenfels-Lissé“ in diesem Tatort angelehnt ist an den realen, österreichischen Lobbyisten (vor allem der britischen Rüstungsindustrie u.a. Unternehmen) Graf Mensdorff-Pouilly, der zwar wegen „Geldwäsche“ angeklagt, aber von diesem Vorwurf freigesprochen wurde. Dass praktisch alle Rüstungsgeschäfte mit Bestechung (Zahlung von „Schmiergeldern“) verbunden sind, ist eine hässliche Realität, aber die Leute, die solche Geschäfte vermitteln, sind natürlich nicht das Hauptproblem, sondern nur Symptom einer Krankheit, die 1967 von Martin Luther King so treffend beschrieben wurde und in zwei Sätzen auf den Punkt gebracht werden kann:

mlk beyoond vietnam--spiritual death

 

Ein Staat, der  Jahr für Jahr mehr Geld für Rüstung ausgibt, als für die Verbesserung der sozialen Bedingungen, ist dem spirituellen Tod nahe …“

 

Mein Land ist der größte Exporteur von Gewalt in der Welt von heute“   (daran hat sich nichts geändert …)

O-Ton: […] I knew that I could never again raise my voice against the violence of the oppressed in the ghettos without having first spoken clearly to the greatest purveyor of violence in the world today: my own government. For the sake of those boys, for the sake of this government, for the sake of the hundreds of thousands trembling under our violence, I cannot be silent.”

DER BÖSE, BEDROHLICHE IRAN – FAKT ODER FIKTION?

Die zentrale politische Aussage (und Handlungs-Prämisse) dieses „Krimis“ ist, dass der iranische Staat nach Atomwaffen trachtet und sich über die Sanktionen des Westens hinwegsetzt, um über dunkle Kanäle an Material heranzukommen, das zur Herstellung von Nuklearwaffen notwendig ist.

porterFür diese Behauptung (die von Washington und Tel Aviv lanciert wurde, um den Iran politisch zu isolieren und als russlandfreundliche Regionalmacht zu zerstören ) gibt es aber bis heute keinerlei Beweise.

(Fakt ist, dass der Iran als Unterzeichner des NPT das Recht hat, Atomreaktoren zu betreiben, die der Energiegewinnung dienen. Die Beschaffung von „Ventilen“, die auch für AKWs verwendet werden könnten, stellt daher in keiner Weise eine kriminelle Handlung oder den Bruch von Verträgen dar. Die Suggestion, dass die verhängten “Sanktionen” mit dem Völkerrecht konform sind, ist ebenfalls ein Trugschluss.)

 

Sie wurde einfach jahrelang so oft in den Medien wiederholt, bis die meisten „Zuschauer“ (in der „Zuschauerdemokratie“) dieses Hetz- und Dämonisierungskampagne zum Opfer gefallen sind. Das gleiche perfide Schauspiel gab es ja auch gegen Saddam Hussein, den libyschen Staatschef Gaddafi und den syrischen Präsident Assad, doch im Moment ist eindeutig Vladimir Putin auf dem medialen Weg zum „neuen Hitler“, der die Welt mit seiner „Aggression“ bedroht.

Dass die speichelleckende, korrupte Journaille in Deutschland und Österreich sich seit Jahren für dieses unwürdige Theater hergibt (Zerstörung der Glaubwürdigkeit von Staaten bzw. deren Behandlung als Aussätzige, die ökonomisch u. schließlich auch militärisch angegriffen werden, weil sie es gewagt haben, sich nicht zum Vasall der USA degradieren zu lassen) kann ja spätestens nach der Veröffentlichung des Buches „Gekaufte Journalisten“ auch als gesicherte Tatsache angesehen werden.

Ich habe zu diesem Thema ja schon mehrere Artikel geschrieben, in denen ich die „Kanaille“ der Medien (Journaille kann man das nicht mehr nennen) häufig als „Journ-autisten“ bezeichne, weil ihre Darstellung der politischen Realität so absurd ist. Sie machen Propaganda, geben sich als „Multiplikatoren“ für bewusst verbreitete Desinformation und Lügen her, die eine gewünschte Stimmung in der Bevölkerung erzeugen soll und lassen sich dafür auch noch fürstlich entlohnen. Dieses Gesindel fühlt sich dann (dank genossener Privilegien) auch noch als Teil der intellektuellen „Elite“.

Herr Ulfkotte spricht von „Alpha-Journalisten“, ich denke „Alpha-Arschlöcher“ wäre mehr angebracht:

Goebbels PressSie haben nicht nur die journalistische Ethik verraten und verkauft, sondern ermöglichen durch ihre willfährige Unterstützung auch die moralische „Rechtfertigung“ von Verbrechen (Subversion, Umstürze, angezettelte Bürgerkriege, Massenmord, synthetische Terroristen, etc.) der einzigen „Supermacht“ samt ihren Vasallen in der EU und anderswo.

Damit stehen sie nach meiner Ansicht moralisch auf der gleichen Stufe wie die Presse im Dritten Reich … Nein, eigentlich sind sie noch schäbiger, denn unter Hitler musste man damit rechnen von der Gestapo abgeholt zu werden. Unsere Papageien-Presse muss nur um die Karriere fürchten … (siehe dazu Ulfkotte).

Anders formuliert: wir werden von morgens bis abends von den Medien verarscht und (im Fall von ORF, ARD und ZDF) auch noch gezwungen, für diese systemische Verblödung „Gebühren“ zu bezahlen.

Dass die „Nachrichten“ und Talk-Shows massiv von politischen Netzwerken beeinflusst werden, die im Hintergrund die Fäden ziehen und als eine Art „Denkpolizei“ erfolgreich die öffentliche Meinung steuern (auch bei den Journalisten selbst), dürfte sich ja inzwischen herumgesprochen haben (dank mutigen Leuten wie Ken Jebsen, Jürgen Elsässer oder Christoph Hörstel).

Was wir hier, in diesem „Tatort“ erleben, ist die Unterwanderung von Unterhaltungssendungen mit politischer Propaganda, die das künstlich produzierte „Feindbild Iran“ weiter verstärken soll. Die nächste Frage muss also lauten: Cui Bono?

statue of tortureWer hat etwas davon, den Iran zu dämonisieren und als Erzschurkenstaat zu präsentieren? Die Antwort darauf ist schnell gefunden: Washington und Tel Aviv. Diese beiden politischen Kräfte (radikale Gruppen in diesen Ländern, innerhalb und außerhalb der Regierung) lassen ja seit Jahren nichts unversucht, den Iran als Bedrohung für den Weltfrieden darzustellen, gegen den der Westen mit seinen „Werten“ entschlossen vorgehen muss. Was für eine unerträgliche Farce das alles ist.

Der jüngste „Folterbericht“ des US-Senates stellt klar, welche „Werte“ hier tatsächlich vertreten werden …

DIE ROLLE DES MOSSAD ALS „SCHWERT DER GERECHTIGKEIT“

Iran stopped Nuclear ProgramIn diesem „Tatort“ wird aber nicht nur das „Atomprogramm“ des Iran als illegal und gefährlich hingestellt, sondern gleichzeitig die Rolle Israels (in Form des Geheimdienstes Mossad) geradezu verherrlicht, wobei man sich fragen muss, wer solche Drehbücher verfasst (Max Gruber, eine undurchsichtige Figur) und welche Zwecke damit verfolgt werden.

Das Buch ist nicht besonders intelligent: Wenn ein Geheimdienst jemand umbringt und einen Selbstmord oder Unfall vortäuschen will, stellt er sich sicher nicht so dumm an, wie im Film anfangs suggeriert wird.

Das ist doch Selbstmord, was machen wir denn da überhaupt?“, motzt Eisner über den Einsatz am Sonntagmorgen. Doch ganz so einfach ist das nicht. Schluckt jemand Kopfschmerz-Tabletten zum Frühstück, hängt sein Handy an die Ladestation, bestellt noch teure Opernkarten und bringt sich dann um? Eisner und Fellner kommen Zweifel. Diese wachsen noch, als ein iranischer Botschaftssekretär in das Hotelzimmer platzt, einfach wichtige Beweisstücke einsammelt und sich höflich verabschiedet – mit Verweis auf seine Immunität.“

(Quelle: Stern bzw. dpa / C. Bock)

Dass es kein Selbstmord war liegt also von Anfang an ganz klar auf der Hand, nicht nur wegen der oben geschilderten Aktivitäten (wer geht als „iranischer Diplomat“ in ein Nobelhotel und springt von dort aus dem Fenster auf ein parkendes Auto, mitten in Wien, wodurch massive Aufmerksamkeit garantiert ist? Und wo ist das Motiv?) Warum sollte sich überhaupt ein „Atomwissenschaftler“ nach Wien begeben, um einen Deal für Ventile abzuwickeln? Das ist doch lächerlich …)

Der barsche Polizei-Major Eisner ist stinksauer. Doch sein aalglatter Vorgesetzter Ernst Rauter (Hubert Kramar) wäscht ihm den Kopf. Der Tote sei führender Kopf des iranischen Atomprogramms gewesen und habe an der nuklearen Aufrüstung seines Landes gearbeitet. Rund um die Welt soll Bansari am Handelsembargo vorbei Material besorgt haben. Schon ein halbes Dutzend solcher iranischer Experten seien mehr oder weniger mysteriös ums Leben gekommen, sagt der Chef. „Einige wurden gezielt eliminiert oder sind „verunfallt“.“ Möglicherweise stecke dahinter eine Spezialeinheit des israelischen Geheimdienstes.“

Herr Bock von der dpa suggeriert also, dass die „nukleare Aufrüstung“ des Iran real sei,  traut sich aber nicht einmal den Namen „Mossad“ zu erwähnen und ist offensichtlich bemüht, die Ermordung iranischer Physiker (und anderer Iraner, die wirklich stattfindet) im Auftrag israelischer Geheimdienste als reine Spekulation abzutun. Wo ist hier also die Grenze zwischen Realität und Fiktion?

BÖSER IRAN – GUTES (GERECHTES) ISRAEL

sword-of-justiceDie Öffentlichkeit soll die – suggerierten – finsteren Absichten des Irans als Tatsache akzeptieren, während die Rolle des Mossad (und der ominösen „Spezialeinheit“ Kidon) als Organisator „gezielter Tötungen“ (staatlich organisierte Morde) zunächst angezweifelt wird, aber am Ende des Filmes als grandioses Finale, nämlich als Sieg der Gerechtigkeit inszeniert wird.

Dem zwielichtigen, selbstherrlichen Grafen (der als Vermittler des „illegalen Geschäftes“ mit Ventilen tätig war) kann das BKA laut Drehbuch nichts anhaben, weil er offenbar von einflussreichen österreichischen Politikern geschützt wird.

Das „Böse“ siegt also über die Gerechtigkeit und dem adeligen Mittelsmann für dunkle Geschäfte legt der Drehbuchautor auch noch am Ende folgende Worte in den Mund:

Herr Eisner, Sie können nicht gewinnen. Wir haben das Geld, wir haben die Beziehungen und wir scheißen uns nichts. Und Sie? Sie haben kein Geld, keine Beziehungen und müssen sich an die Regeln halten.“

Während also Eisner hier die eigene Impotenz gegenüber solchen Netzwerken der Macht demonstriert wird, taucht plötzlich ein Motorrad mit zwei Personen auf, diese erschießen nicht nur den „bösen“ Grafen (der im Auto sitzt) am helllichten Tag in Wien, (Kamera zeigt die blutigen Schusswunden am Kopf als Nahaufnahme) sondern lüften dann auch noch das Visier des Helmes, damit Eisner sieht, wer die Mörder sind.

Es sind jene zwei Mossad-Agenten (eine Frau und ein Mann), die schon vorher Eisner’s Mobiltelefon mit einem Trojaner ausspioniert hatten und deshalb Einblick in die Ermittlungen hatten. (In der politischen Mord-Realität wird natürlich in solchen Fällen nicht geschossen, sondern mit Sprengsätzen gearbeitet)

Der „Hammer“ kommt aber ganz am Ende der Tatort-Folge, denn die letzte Szene zeigt Eisner, wie er vor seinem Vorgesetzten aus dem Innenministerium aussagt, es sei alles so schnell gegangen, man habe nichts tun können um die Täter zu fassen. Dabei lassen sein Gesichtsausdruck und sein Ton darauf schließen, dass er dieses Verbrechen eigentlich nicht bedauert, im Gegenteil …

Den Zuschauern wird also suggeriert, dass ein Beamter des österreichischen Bundeskriminalamtes die Ermordung eines österreichischen Staatsbürgers durch einen ausländischen Geheimdienst gutheißt, weil das Opfer dieses Anschlags es „verdient hatte“ bestraft zu werden, auch zu sterben.

Da er wegen seiner Kontakte zu hohen Politikern das normale Rechtssystem umgehen konnte und illegale Deals einfädelte, die (so die Suggestion) den Bau von iranische Atomwaffen möglich machen würde, sei das quasi eine Art „höhere“ Gerechtigkeit.

just-warDie unheimliche Macht des Staates Israel, dessen psychopatische Version von „Gerechtigkeit“ zig-tausenden Menschen Elend und Tod gebracht hat, wird also dargestellt als Schwert der Vergeltung, fast wie der Vollstrecker eines göttlichen Urteils … die „Feinde“ Israels werden diesem Urteil nicht entkommen …wer schreibt so ein Drehbuch für den Tatort? Anstatt die Mörder (oder Auftraggeber aus Israel) zu fassen, werden sie als Helden der Gerechtigkeit dargestellt?

Wer sich „an die Regeln hält“, wird also verlieren? Soll heißen Gesetze (im moralischen und rechtlichen Sinn) dürfen und sollen, ja müssen gebrochen werden, damit „Gerechtigkeit“ (aus israelischer Sicht) hergestellt wird?

In einem älteren Blog habe ich über diese fanatische Selbstgerechtigkeit Israels (moralischer Absolutismus) u.a. geschrieben:

„Aus dieser Perspektive sind die Ausführungen von Herrn Augstein ein Affront, weil sie die verlogene Selbstdarstellung der israelischen Regierung (und des Zionismus als emanzipatorisches, moralisches  Unternehmen) gewaltig ins Wanken bringt.  Das „Opfervolk“ als gefährliche und unheimliche Atommacht zu präsentieren, für die die gleichen Spielregeln gelten müssen, wie für den Iran – also Kontrollen durch die IAEA, von der Unterfertigung des NPT (Iran hat unterzeichnet und nichts verbrochen, wird aber trotzdem sanktioniert) ganz zu schweigen – das geht nun aber wirklich nicht.“

Dieser „Tatort“ ist ein Skandal und die Verantwortlichen bei ORF, ARD, aber vor allem der Drehbuchautor müssten öffentlich Rede und Antwort stehen, was sie eigentlich mit diesem „Krimi“ wirklich bezwecken wollten. (Das „framing“ in den „Nachrichten“ durch „embedded spin“ im Unterhaltungssektor zu verstärken?)

Wenn diese Art der „psychologischen Operation“ (PSYOP) zum Vorteil der israelischen Regierung als „Unterhaltung“ durchgeht, dann steht uns noch Schlimmes bevor …

Können wir es uns leisten, dieses System weiterhin mit unseren Gebühren zu unterstützen? Die Hetze gegen den Iran, gegen Syrien und jetzt vor allem gegen Russland (Putin) als „Routine“ abtun, die in allen „Informationssendungen“ zur Normalität gehört?

Und jetzt werden auch noch die Unterhaltungsfilme dazu missbraucht, Stimmungen zu schüren und Verbrechen Israels zu verharmlosen?

Bacevich targeted killings

Prof. Andrew Bacevich (der seinen Sohn im zweiten Irak-Krieg verloren hat) schrieb in diesem Kontext („Gezielte Tötungen“) allerdings bezogen auf die USA, nicht Israel (aber die beiden sind ohnehin, moralisch betrachtet, siamesische Zwillinge) vor einiger Zeit:

Der Präsident darf jetzt [im Kampf gegen den „Terror“]  jeden umbringen […] Die Rolle, die man dem amerikanischen Volk dabei zugedacht hat,  besteht darin, zu applaudieren … falls, es über eine erfolgreiche „Aktion“ (Ermordung) dieser Art informiert wurde.“

Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Drehbuchautor dieses „Tatorts“ (und seine Auftraggeber) ähnliche Reaktionen beim Publikum auslösen wollten.

Was muss noch passieren, damit wir uns gegen diese Manipulation der Wahrnehmung wehren, die uns für den nächsten Krieg einstimmen soll?

ANHANG

Hintergründe und geopolitischer Kontext zur Dämonisierung des Iran und der Rolle der USA & Israels:

https://medienschafe.wordpress.com/2012/04/20/grass-thinkpol-4-the-dark-stars/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/04/15/grass-und-die-thinkpol-3-iran-vs-israel/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/10/15/es-ist-angerichtet-churnalism-2012/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/07/22/superman-is-jack-the-ripper/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/06/09/monster-morder-moralapostel-3-terrorr-us/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/06/07/monster-morder-moralapostel-2/

https://medienschafe.wordpress.com/tag/iran/

Link zum Tatort (nur in Deutschland):

http://mediathek.daserste.de/Tatort/Deckname-Kidon-H%C3%B6rfassung-Video-tgl-/Das-Erste/Video?documentId=25668026&topRessort=tv&bcastId=602916

 

 

 

   

 

 

 

 

INVERTED REALITY: Die Symphonie des Grauens als „Selbstverteidigung“

yalhelou0725Tausende Palästinenser sind vor den schweren Bombenangriffen auf Wohngebiete geflüchtet und haben in Gebäuden Schutz gesucht, die nach den Regeln des Kriegsrechts – und der Menschlichkeit – nicht als militärische Ziele in Betracht kommen: Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Gebäude, die von UN-Hilfsorganisationen verwaltet werden.

Doch die fanatischen, von Gott auserwählten „Eigentümer“ des scheinheiligen Landes kennen keine Gnade und keinen Anstand, für sie sind alles und jeder in Gaza legitime „Ziele“ ihrer Gewaltorgie und warum sollten sie auch moralische Skrupel haben, wen sie seit Jahrzehnten damit durchkommen?

Wenn selbst die Kommissarin für Menschenrechte der UN, Navy Pillay nur mehr vage andeuten darf, dass hier Kriegsverbrechen stattgefunden haben „könnten“, während der zweite Teil des Statements- dass das Abfeuern der Raketen aus Gaza keine Rechtfertigung für die Kriegsverbrechen auf israelischer Seite seien – schon gar nicht mehr in den meisten Medien erwähnt wird.

Die hohlen Phrasen unserer vor Israel kuschenden Politiker über „Besorgnis“ und geforderte „Zurückhaltung“ kann niemand mehr hören. Ebenso unerträglich ist das brave Wiederholen der israelischen Propaganda über das „Recht zur Selbstverteidigung“ und das Märchen, die Gewalt habe – wie immer – mit den Raketen aus Gaza bzw. der bösen Hamas angefangen …

MSF stop bombing helpless civiliansDas israelische Militär hat mehrmals Krankenhäuser bombardiert – ein erschreckendes Zeugnis der Unmenschlichkeit der Kommandeure und der Indoktrination der Soldaten, aber leider nichts Neues – und dabei wurden natürlich Menschen getötet und hunderte verletzt. Das Schlimme ist, wenn man täglich solche Meldungen hört, stumpft man langsam ab, die Gewalt wird beinah zur Routine.

Deshalb möchte ich hier einige Schicksale erwähnen, die diese Abstumpfung verhindern sollen:

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ....

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ….

Am Donnerstag wurde ein kleiner Junge, Muhammad al-Durra Krankenhaus in Gaza City getötet. Sein Name war Ibrahim al-Sheikh Omar und er befand sich nach einer Operation in der Intensivstation, als vor dem Krankenhaus eine Bombe explodierte. Durch die Bombensplitter, die seinen Kopf trafen, wurde der Ibrahim (auf grauenvolle Weise) getötet. (30 weitere Palästinenser wurden verletzt).

Was soll man dazu sagen?

Dieses Kind wurde quasi zweimal ermordet. Beim ersten Mal klappte es nicht (er überlebte), aber dann im Krankenhaus, hat man ihn doch noch „erledigt“. Ein Palästinenser weniger, der den Auserwählten das Land streitig machen kann, wenn er groß ist und vielleicht auch zu den bewaffneten Widerstandsgruppen geht. Aus der zynischen Perspektive des israelischen Militärs hat man „präventiv“ einen eventuellen späteren „Terroristen“ ausgeschaltet.

Aber vielleicht das Schlimmste ist, mein erster Gedanke zu dieser Geschichte war: Jetzt hat er es hinter sich, das Leben in diesem zerbombten, belagerten Gefängnis ohne Würde und ohne Zukunft; ohne Menschenrechte und Hoffnung, dass in seinem Ghetto-Land einmal eine „humanitäre Intervention“ stattfinden wird. Damit meine ich nicht Vorwand für einen Krieg, sondern ein konzertiertes internationales Eingreifen wie es gegen den Unrechts- und Apartheidstaat Südafrika stattfand (der bis zuletzt von den USA unterstützt wurde …)

Auch Ärzte werden schwer verletzt, während sie am OP-Tisch stehen und operieren. Die IDF bombardiert ein Hospital, in dem Behinderte liegen, die nicht transportfähig sind. Aber das ist doch kein Problem, man telefoniert ja vorher mit dem Direktor des Krankenhauses an, und kündigt den Angriff an – das ist doch human, oder?

wounded children on floor in hospitalKann man sich so etwas bei uns überhaupt vorstellen? Krankenhäuser sind doch Orte, wo Menschen umsorgt, gepflegt und geheilt werden sollen. Kranke Menschen, die auf die Hilfe und Fürsorge anderer angewiesen sind und deshalb besonderen Schutz brauchen. Doch für Palästinenser gilt die Inanspruchnahme dieser Menschlichkeit anscheinend nicht. Sie sind ja nur jene “Ziele”, die – laut unseren Nachrichten – „Israel wieder bombardiert hat“ und es reicht doch völlig, einfach zu behaupten, Hamas habe diese geschützten Gebäude für ihre Zwecke missbraucht. Beweise braucht man nicht und niemand wundert sich darüber, dass trotz dieser ungeheuerlichen, taktischen „Präzision“ weiterhin Raketen abgefeuert werden.

PIGS MAY FLY

Das Theater mit dem Flughafen Ben Gurion wäre geradezu lachhaft, wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre. Zuerst läuft die israelische PR-Maschinerie auf Hochtouren, um der Weltöffentlichkeit die absurde Darstellung einzutrichtern, die Raketen aus Gaza (bzw. deren Gefährlichkeit für die Bevölkerung) seien auch nur annähernd vergleichbar mit dem gigantischen Zerstörungsarsenal der IDF, das in Gaza eine Hölle auf Erden erzeugt.

Dann, als die Welt darauf hereinfällt und Flüge nach Tel Aviv gestrichen werden, beeilt man sich, zu versichern, wie „sicher“ doch der Flughafen (und Israel überhuapt) sei. Wenn der mit allen Wassern gewaschene „Regierungssprecher“ Mark Regev dabei zu stammeln anfängt, weiß man, dass Israel in diesem Fall Opfer der eigenen Propaganda wurde.

Gideon Levy„Ein Konflikt zwischen einem Elefant und einer Fliege“, so bezeichnete der israelische Journalist Gideon Levy kürzlich die Kräfteverhältnisse zwischen den Widerstandskämpfern in Gaza und der viertstärksten Armee der Welt.

Er lehnte sich aber noch weiter aus dem Fenster und schrieb einen Artikel mit der Überschrift:

Israel’s Real Purpose in Gaza Operation? To Kill Arabs.

In dem er als wahres Ziel der israelischen „Militäroperationen“ in den letzten 30 Jahren die Tötung von Arabern (so viele wie möglich) anprangert. Die Realität sei brutal: immer tötet Israel sehr, sehr viele Zivilisten, mit grauenerregenden Szenen, mit unverhältnismäßigen Mitteln und der palästinensische Widerstand versucht, zurückzuschlagen, doch in Bezug auf die Ausrüstung und militärischen Fähigkeiten, es sei ein Aufeinandertreffen von einem Elefant und einer Fliege.

Levy, der mutige Kommentator der israelischen Zeitung Haaretz, antwortete in einem Interview auf die Frage, wie denn die Stimmung in Tel Aviv sei, angesichts des angeblichen Raketenhagels aus Gaza:

Im Süden des Landes haben die Leute mehr Angst (weil sie näher am Gazastreifen sind). Heute Morgen hörten wir zweimal die Sirenen in Tel Aviv und fünf Minuten später war alles wieder normal. Ich sage nicht, dass die Leute überhaupt keine Angst haben, aber im Großen und Ganzen geht das Leben weiter wie bisher. Die Leute gehen weniger aus, aber es ist nicht vergleichbar mit den Tagen der Selbstmordanschläge, wo Busse explodiert sind, etc. Damit will ich nicht andeuten, dass das Routine werden soll, aber verglichen mit dem Leiden in Gaza, ist das hier wirklich Kinderkram. Und Gott-sei-Dank gibt es ja praktisch keine zivilen Opfer in Israel.[…]“

Die abgedroschenen Sprüche von Premierminister Netanyahu, wonach der angebliche Zweck der Belagerung, die Verhinderung des Waffenschmuggels sei, habe – so Levy – offensichtlich nicht funktioniert, aber die Menschen in Gaza dadurch zermürbt und in die Ecke und der Verzweiflung und der Gewalt gedrängt werden.

Zu den Bemerkungen Netanyahus* „Israel muss doch (auf die Raketen) reagieren“ erwiderte Levy:

the real terrorist*(Netanyahu bringt seit Jahren den gleichen Spruch, wenn er interviewt wird: Was würden Sie tun, wenn ihre Städte von Raketen beschossen werden? Was würden Sie sagen? …usw. Doch kein Journalist hat je geantwortet: Ich würde mich fragen, warum? Warum schießen Sie auf uns? Was haben wir getan, um diese Gewalt zu provozieren? Doch diese Frage – und vor allem die Antwort darauf, will niemand hören …)

Natürlich muss sich Israel verteidigen, aber Herr Premierminister, womit hat es angefangen? Sind diese Raketen nur rein zufällig auf unsere Köpfe gefallen? Gibt es dazu keine Kontext?

Gab es da nicht den Abbruch der politischen Gespräche durch Israel, das sich weigert, einige Gefangene freizulassen, die seit vielen Jahren inhaftiert sind? Gab es da nicht eine Kriegserklärung an Hamas in der West Bank (nach der Entführung dreier israelischer Jugendlicher), wo 500 Hamas-Aktivisten festgenommen wurden, die nichts mit der Entführung zu tun hatten?

Hat Israel nicht die Gehaltszahlungen an 40.000 Hamas-Angestellte in Gaza blockiert? War Israel nicht gegen die Einheitsregierung? Und dachte Israel wirklich, all das würde einfach so durchgehen und Hamas würde sich das alles gefallen lassen? […]“ (Natürlich hat Israel das nicht gedacht, sondern bewusst provoziert, das weiß auch Levy …)

Das sind genau jene Fragen, die unsere Papageien-Journaille nicht gestellt hat und stattdessen die – nicht einmal besonders intelligente – Propaganda Israels so lange wiederholt, bis sie selbst daran glaubt … Und wer es besser weiß und trotzdem mitmacht, sollte vielleicht das Ressort wechseln (Sport oder Society?), wenn er die Verantwortung für die Wahrheitsfindung, also die journalistische Ethik im Rahmen der Außenpolitik nicht tragen will.

Gideon Levy sagte zu den Forderungen von Hamas (Waffenstillstand ja, aber nicht unter Beibehaltung des Status Quo, vor allem der unmenschlichen Belagerung):

Sie verlangen Freiheit für Gaza, sie fordern die Belagerung zu beenden. Kann man sich eine gerechtere Forderung vorstellen? Dient es nicht auch den Interessen Israels, Gaza in Freiheit zu sehen, das seine Wirtschaft aufbaut und nicht unter diesen unmenschlichen Bedingungen im größten Käfig der Welt lebt, was nur mehr Hass und Gewalt erzeugt? Es liegt also nun bei uns, zu entscheiden … wie es weitergeht.“

KINDER OHNE ZUKUNFT

2 gaza victimsEin Kind aus Gaza, das nach der Jahrtausendwende geboren wurde, erlebt bereits den dritten (2009, 2012 und 2014) massiven Bombenangriff und muss mitansehen, wie seine Freunde, Verwandten und Nachbarn auf grauenvolle Weise verletzt und getötet werden. Tausende Häuser wurden zerstört, mehr als 140.000 Menschen sind auf der Flucht – nur wohin soll man fliehen, wenn die Grenzen alle gesperrt sind und selbst die notdürftigen Flüchtlingseinrichtungen der UNRWA (eigentlich Schulen) angegriffen werden? Obwohl deren exakte GPS-Koordinaten der IDF bekanntgegeben wurden und die blaue UN-Flagge dort weht?

Die IDF haben ja schon 2008/2009 absichtlich –stundenlang UN-Einrichtungen (die UNRWA-Einsatzzentrale am 15. Jänner, wo sich etwa 700 Personen befanden und am 17. Jänner die UNRWA-Schule in Beit Lahiya, wo ca.1600 Flüchtlinge Schutz gesucht hatten) mit weißem Phosphor angegriffen, (während der ganzen Zeit telefonierten die UNRWA-Mitarbeiter unaufhörlich mit der IDF, um die Angriffe zu stoppen). Ein doppeltes Kriegsverbrechen – doch Israel kann sich alles erlauben (was die Zionisten nur darin bestärkt, dass sie allen anderen überlegen sind ..) und man muss wieder betonen, dass jeder Journalist, der die israelische Propaganda übernimmt, sich zum Komplizen dieser Verbrechen macht.

Wie ein programmierter Roboter behauptete die israelische Regierung natürlich sofort, Hamas habe von dort auf israelische Soldaten geschossen. Doch wir wissen ja, dass diese reflexartige Lüge dem selbstgerechten Zionisten sehr leicht über die Lippen kommt und weder HRW noch andere Untersuchungen haben irgendwelche Hinweise gefunden, die diese absurden Behauptungen untermauern würden.

Rain of Fire HRW 2009„In einem Bericht von UNRWA (zitiert von HRW) hieß es damals:

“Phosphorbomben – ein hoch (selbst-)entzündliches Material – setzte die -Werkstatt und zwei große Lagerräume in Brand, in denen humanitäre Hilfsgüter aufbewahrt wurden (Lebensmittel und medizinisches Versorgungsmaterial). Die dichtbepackten Mehlsäcke brannten noch nach 12 Tagen, bis 27. Jänner.“

Wer ist so ein Arschloch und zerstört ein Lager für dringend benötigte Hilfsgüter für Menschen, die in einem riesigen Gefängnis leben müssen? Und dann nochmal in Schutzeinrichtungen bombardiert werden, nachdem ihre Häuser zerstört wurden?

Laut Wikipedia sterben Menschen, die mit dieser grausamen (und in zivilisierten Ländern verbotenen) Waffe attackiert werden, einen grauenhaften Tod:

Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da Phosphor in Brandbomben jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt wird, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder Intoxikation zu Tode gekommen sind.“

KINDER ALS TRAUMATISIERTE GEFANGENE

unrwa_school_sequence-34Dass diese Kinder in einem Freiluftgefängnis aufwachsen, aus dem es kein Entkommen gibt und dass völlig von der Gnade Israels abhängig ist, wird in unseren Medien so gut wie nie erwähnt und auch die Politik schaut lieber weg, wenn es um die Unmenschlichkeit der Blockade geht, die jetzt seit Jahren von Israel verhängt wurde.

Dass zigtausende Kinder in Gaza extrem traumatisiert sind, wird immer wieder von Kinderpsychiatern bestätigt, aber das interessiert hier niemand, denn nur wenn die „Raketen“ wieder aus Gaza abgefeuert werden, beschäftigen sich die Medien überhaupt mit diesem Riesenghetto am Mittelmeer.

Jeden Tag werden die Toten gezählt (wir nähern uns der Zahl eintausend – und vorher wird Israel auch nicht Halt machen), aber so traurig diese Zahlen sind, sie berühren uns kaum, weil die toten Palästinenser – dank unseren sterilen „Nachrichten“ keine Namen, keine Gesichter und kein Schicksal haben. Dafür sorgen unsere Papageienjournalisten und nennen das dann „objektive Berichterstattung.

Dass immer die israelische Perspektive dominiert, fällt gar nicht mehr auf, das ist ja schon Routine. Netanyahu, Obama und Kerry sondern ihre verlogenen Sprechblasen ab und die Presse tut so, als ob diese leeren Phrasen noch mit der grausamen Realität in Einklang zu bringen wären:

bombed Gaza_Al Aqsa hospital 2207Am Montag wurde das Al Aqsa Krankenhaus in Deir-Al-Balah von israelischen Panzern mit Granaten beschossen. 70 Palästinenser wurden dabei getroffen. Das Bombardement dauerte fast den ganzen Tag an und führte zum Tod von fünf Patienten, während weitere Kranke, Besucher und medizinisches Personal verwundet wurden.

Das Krankenhaus wurde so schwer beschädigt, dass keine effektive medizinische Behandlung mehr möglich ist und auch keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden können. In der ersten „Runde“ des Angriffes wurden die Operationsräume zerstört, in der Folge wurden dann auch noch die bildgebende Diagnostik (Röntgen, etc.) und die Entbindungsstation in Schutt und Asche gelegt.

Die Verletzten und Kranken (die transportfähig waren) mussten also mit Rettungswägen zu anderen Hospitälern gebracht werden. Doch zwei Rettungsfahrzeuge auf dem zum Shifa-Krankenhaus wurden ebenfalls von israelischen Panzergranaten (absichtlich) getroffen. Die grotesken Stellungnahmen der israelischen Regierungssprecher (wie Mark Regev) zu diesen Kriegsverbrechen auch nur wiederzugeben, ist schon ein Affront für die Intelligenz der Leser bzw. Zuschauer, was aber unsere Roboter-Journaille nicht daran hindert, sie zu zitieren (Klartext: bombardiere was du willst und behaupte danach einfach, Hamas war dort tätig und niemand wird dir widersprechen … )

Stellen wir uns einmal unsere Ärzte vor, die während einer Operation mit Granaten beschossen werden und dann mitansehen müssen, wie ihre Kollegen und Patienten in Blutlachen liegen … dann fehlt auch noch medizinisches Material u. Strom gibt es nur sporadisch … Patienten (die nicht weggebracht werden konnten) wurden ins Erdgeschoß verlegt (die oberen Stockwerke sind weitgehend zerstört), wo sie seitdem in ständiger Angst vor neuen Attacken dahinvegetieren ….

victims of zionismMSF meldete kürzlich, dass mit 10 Bombenangriffen pro Stunde die Brutalität der „Militäroperation“ von 2012 noch übertroffen werde: in nur zwei Tagen wurden so viele Bomben abgeworfen, wie damals in einer Woche …nach letzten Meldungen stirbt jetzt jede Stunde ein Kind. Davor hatte Nicolas Palarus, der MSF Koordinator in Gaza die offiziellen Angaben Israels, die „Bodenoffensive“ diene der Zerstörung von Tunnels nach Israel, Lügen gestraft: „“Was wir hier sehen, ist rücksichtloses Bombardieren und dass jene, die sterben, Zivilisten sind.“

Nur ca. 4-6 Stunden Strom am Tag, verunreinigtes Trinkwasser, defekte Abwassersysteme, zerbombte Häuser, Schulen und Moscheen, Tag und Nacht die Drohnen am Himmel, Granatenbeschuss aus Panzern, zu wenig Treibstoff für die Rettungsfahrzeuge, und die Welt schaut zu … was ist das für ein Leben?

Robert Fisk berichtete vor kurzem, dass ein Mitarbeiter von „Ärzte Ohne Grenzen (MSF)“ in Gaza die Arbeit dort mit „dem Zusammenflicken von Folteropfern in einem Open-Air-Gefängnis“ verglich, wen wundert das?

Al Aqsa war das einzige Krankenhaus, das eine medizinische Versorgung für geschätzte 350.000 Menschen in Flüchtlingslagern und umliegenden Dörfern und Städten möglich machte. Die medizinischen Einrichtungen stehen vor dem Zusammenbruch, wie auch der norwegische Arzt Dr. Mads Gilbert betont und seine Worte sind es wirklich Wert, gelesen zu werden:

Die letzte Nacht war extrem. Die „Bodeninvasion“ führte zu ganzen Wagenladungen von verletzten, auseinandergerissenen, blutenden, zitternden, sterbenden Palästinensern, mit allen nur vorstellbaren Verwundungen, in allen Altersgruppen, alle Zivilisten, alle unschuldig.

Die Helden in den Krankenhäusern und Ambulanzen arbeiten in 12-24 Stunden-Schichten, sie sind schon ganz fahl vor Müdigkeit und der unmenschlichen Arbeitsbelastung (im Shifa Hospital bekommt das medizinische Personal seit vier Monaten kein Gehalt mehr). Sie versorgen die Verwundeten so gut es geht, versuchen das furchtbare Chaos aus Körpern, Gliedmaßen, Mensch kann-noch-gehen, kann-nicht-mehr-gehen; atmet noch, atmet-nicht-mehr, blutet noch oder blutet nicht … zu verstehen!

Ja – es sind Menschen! Menschen, die jetzt wieder wie Tiere behandelt werden von der „moralischsten Armee der Welt“

DIME victimEr beschreibt die „Blutlachen im Operationssaal“, die noch nicht weggewischt werden konnten und es kommen schon die nächsten zerschossenen Körper, verstümmelten Kinder .. Selbst für ein gut ausgerüstetes Krankenhaus wäre diese hohe Zahl an Verwundeten eine Herausforderung, aber für die angespannten Verhältnisse im Gaza-Gefängnis ist es ein medizinischer Albtraum … doch alle tun, was sie können .. keine Zeit zum Jammern.

Dr. Gilbert hat in seinem Leben schon mehr Blut und zerstörte Körper gesehen, als wir uns es je vorstellen können, aber selbst ein Mann wie er ist von der Grausamkeit Israels überwältigt und gesteht, dass er die Tränen nicht mehr zurückhalten kann:

„ Ich bin alleine hier … und diese warmen, nutzlosen Tränen aus Schmerz und Trauer, Wut und Angst fließen aus mir heraus .. Das kann doch alles nicht wahr sein!” Und dann beginnt das Orchester der israelischen Kriegsmaschinerie wieder seine Symphonie des Grauens zu spielen … Artilleriesalven von den Kriegsschiffen, die dröhnenden F-16 Kampfjets, das ständige Summen der Drohnen in der Luft und das Bodenecho der Apache-Kampfhubschrauber … so viel davon aus den USA … und dann sein Appell and den amerikanischen Präsidenten:

„Herr Obama, haben Sie ein Herz?

Ich lade Sie ein, verbringen Sie nur eine Nacht mit uns in Shifa. Vielleicht als Reinigungskraft verkleidet? Ich bin mir sicher, dass würde den Lauf der Geschichte verändern …

die Ströme aus Blut werden auch in der kommenden Nacht weiter fließen. Ich höre schon, sie haben ihre Mordinstrumente bereits gestimmt […]

Das sind authentische, emotionsgeladene Aussagen eines Arztes, der mit eigenen Augen sieht, welche unmenschlichen Massaker in Gaza stattfinden. Wir brauchen diese Emotionen, damit Empathie mit den Opfern dieser Barbarei entstehen kann. Und Zorn über die Täter, der uns aktiv werden lässt, etwas dagegen zu tun (siehe Georg Schramms Papst-Zitat über „die Vernunft, die sich dem Bösen mehr entgegenstellen kann, wenn ihr der Zorn dienstbar zur Hand geht“).

Doch den Journalisten wurde eingetrichtert, sie müssen eine sterile Sprache verwenden, deshalb hören sie sich auch an wie Maschinen, die mit PR-Informationen gefüttert wurden, aber nicht mehr wie mitfühlende Menschen. What a shame. (Hätten sie im Dritten Reich auch geschrieben „Hitler griff wieder Ziele in Polen an? Dass Israel  die „ab heute wird zurückgeschossen“ Lüge Hitlers permanent anwendet, ist ja auch kein Thema)

Philip Luther von Amnesty International sagte zu diesen barbarischen Angriffen:

Es gibt zu keiner Zeit eine Rechtfertigung für den Beschuss medizinischer Einrichtungen. Diese Angriffe unterstreichen die Notwendigkeit einer sofortigen, unabhängigen Untersuchung im Auftrag der Vereinten Nationen.“

Schön und gut, aber wir wissen ja alle, wer bei der UN immer das letzte Wort hat (sicher nicht der Waschlappen Ban-Ki-Moon).

israeli-impunityMeanwhile, spricht der israelische Botschafter in den USA davon, dass die IDF den Friedensnobelpreis verdiene, wegen ihrer unvorstellbaren „Zurückhaltung“ (!). Wie ich schon oft betont habe, diese pathologische Form der zionistischen Selbstgerechtigkeit ist ungeheuerlich und wird durch die beschämende Unterwürfigkeit unserer Journaille noch unterstützt.

Wie diese „Zurückhaltung“ in der Realität aussieht, konnte man vor einer Woche sehen:

Murdered Bakr Boys Gaza BeachVier palästinensische Kinder, zwischen 9 und 11 Jahren (alle miteinander verwandt (Cousins) die am Strand Fußball spielten, wurden am 16. Juli mit Granaten beschossen und starben kurz darauf. Da es in diesem Fall selbst den „Freunden Israels“ schwer fallen dürfte, mit dem „Hamas-war-da“-Totschlags(schein)sargument zu kommen und außerdem der Vorfall von zahlreichen Auslandsjournalisten, von ihrem Hotel aus, auch noch beobachtet wurde, ist Leugnen dieses eindeutigen Verbrechens sinnlos. Einer von ihnen hatte zuvor noch mit den Jungen Fußball gespielt.

Palestinians mourn over the body of boys from the Baker family, whom medics said was killed with three other children from the same family by a shell fired by an Israeli naval gunboatDie Journalisten leisteten Erste Hilfe, doch leider überlebten Ismail Mahmoud Bakir, 9 Jahre alt;  Ahed Atef Bakir und Zakariya Ahed Bakir, beide 10 Jahre, und Mohammad Ramiz Bakir, 11, den Angriff nicht.

(Aber vielleicht hat Hamas ja den Fußball bezahlt?!)

Doch Israel kann in solchen Fällen immer auf seine getreuen Diener in der Presse zählen, die den Vorfall entweder ganz verschweigen oder – häufiger – zwar erwähnen, aber unter „ferner liefen“: also weiter hinten in einem Artikel wird diese Meldung dann „vergraben“, während ein anderes – „Israel-freundliches“ Thema (das Israels Verhalten in einem moralischen Licht erscheinen lässt) in der Schlagzeile dominiert. Z.B. die Tageschau, also die ARD ist stets darauf bedacht, bloss keine „anti-israelische“ Stimmung aufkommen zu lassen:

Lyon protest media complicity Isr terror

Demo In Lyon: Gaza unter Bomben, Frankreich unter Zensur: Hollande und die Medien sind Komplizen der Apartheid

Alle „Informationen“, die die Tagesschau-Redaktion hier verbreitet, stammen von israelischen Behörden bzw. der IDF und sind somit alles andere als glaubwürdig, doch die deutsche Presse übernimmt diese Darstellungen ohne Zweifel oder Kritik und verstärkt das PR-Märchen von der ewigen, gerechtfertigten „Selbstverteidigung“. Aber es kommt noch dicker: In einer sogenannten „Analyse“ werden sämtliche Propaganda-Talking Points Israel heruntergebetet und Hamas wieder alle Schuld in die Schuhe geschoben. Kein Wort von der brutalen Besatzung, von allem was Gideon Levy oben (und ich im letzten Beitrag) erwähnt haben. (Nur die viel zu kurzen Statements von Herrn Lüders sind seriös). Aber der größte Witz kommt am Schluss:

Der langjährige Geheimdienstchef von Saudi-Arabien, Prinz Turki al Faisal, warb in einem Gastbeitrag in der israelischen Zeitung „Haaretz“ für den Plan der Liga. Und nicht nur das: Das Mitglied der saudischen Königsfamilie schrieb über einen Traum vom friedlichen Zusammenleben der Religionen und Völker im gesamten Nahen Osten, wo der Handel, die Wissenschaft sowie Kunst und Kultur neu erblühen könnten. Einen Traum, der in weiter Ferne liegt.“

Damit haben wir den Beweis, dass hier Idioten am Werk sind (wer meine Beiträge über Saudi Arabien und seine jahrzehntelange Rolle in der Heranzüchtung islamistischer Extremisten gelesen hat, (inklusive der Kopf-abhackenden Takfiris in Syrien bzw. jetzt im Irak), und vor allem den Artikel von Seymour Hersh, The Redirection, kennt, kann sich nur totlachen über diesen gefährlichen Schwachsinn.

Auch das ZDF stimmt in den Papageien-Chor ein, der immer nur in „Z-Dur“ singt (Z- für Zionismus-Propaganda):

Beim Beschuss eines Küstenstreifens durch ein Kriegsschiff sollen auch vier Kinder ums Leben gekommen sein, sagen die Palästinenser“ Diese zweifelnde Formulierung (auch gerne vom ORF verwendet) wird aber nie bei israelischen Meldungen benutzt und der Kontext ist wieder die böse Hamas, die an allem schuld ist:

„Israel erhöht den militärischen Druck auf die Hamas. Gezielt werden die Häuser von Anführern der radikalislamischen Palästinenserorganisation angegriffen. Auch vier Kinder sterben.“ 

Bakir Boy killed on Gaza beachMit dieser Einleitung wird suggeriert, dass der Tod der vier Kinder von Hamas zu verantworten sei, eine ungeheure, propagandistiche Verzerrung der Realität. Dass „der gezielte Angriff“ auf die Wohnhäuser von Hamas-Anführern auch ein Kriegsverbrechen ist und dabei als kollektive Bestrafung (Sippenhaftung bei den Nazis) absichtlich Familienmitglieder getötet werden, erwähnt die schäbige ZDF-Redaktion nicht. Ganz im Sinne Israels also.

Dann geht es wie gewohnt weiter („Fliege und Elefant“ werden als militärisch ebenbürtige Gegner präsentiert, wobei der Elefant quasi niemand auf die Füße treten will, doch er muss sich doch gegen die „radikale“ und „fanatische“ Fliege verteidigen.

Auch die Hamas feuerte am Mittwoch wieder Dutzende Raketen auf israelisches Gebiet ab. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Am Mittwoch hatte die radikalislamische Palästinenserorganisation auch offiziell den ägyptischen Dreipunkteplan zur Beendigung der Gewalt abgelehnt.“

Was in dem Plan steht und warum Ägyptens neue (plötzlich salonfähige) Militärdiktatur für Hamas als scheinbarer „Vermittler“ völlig inakzeptabel ist, wird nicht erklärt. Dass dieser Plan (in Wahrheit von der hochbezahlten Polit-Hure Tony Blair verfasst) nur den Zweck hatte, die Ablehnung von Hamas sicherzustellen, damit Israel „gut dasteht“ und einen Vorwand für die Intensivierung der Angriffe hat, haben intelligente Journalisten begriffen, das ZDF Papageien-Team aber offensichtlich nicht. Wie denn auch, ihre Souffleusen sitzen doch in PR-Firmen die für Israel arbeiten …

Und auch der ORF praktiziert diese feige und bequeme Art des „truth-avoiding-journalism“, die der britische Journalist Nick Davies in seinem Buch „Flat Earth News“ kritisiert. Im Archiv des ORF wurde der Beitrag über die getöteten Kinder bereits gelöscht, aber es wurde die gleiche Methode des „perception management“ angewendet und das Märchen von den Raketenangriffen der Hamas (als Ursache des Konfliktes) erzählt, ja sogar als „Hintergrund“ verkauft:

Auslöser der jüngsten Gaza-Krise war das Raketenfeuer der Hamas auf israelische Städte und Ortschaften gewesen. Die Bewohner Südisraels sind schon seit vielen Jahren den Raketen ausgesetzt, dazu kommt jetzt eine neue Bedrohung durch unterirdische Gänge, die ganz nahe an grenznahe Dörfer heranreichen.“

Doch immerhin durfte Michael Lüders ganze fünf Minuten in der ZiB 2 (Sendetermin 22 Uhr) im Telegramm-Stil sprechen und was er sagte, war sehr wichtig.

Lüders transkriptEs deckt sich mit der Kritik von Gideon Levy und anderen Analysten, die wissen welches Spiel hier von Israel und den Medien gespielt wird. Allerdings kann ein Mini-Interview mit Lüders zwar den Anschein der „Ausgewogenheit“ erwecken, doch der hält einer seriösen Prüfung nicht stand, weil der ORF – wie die anderen Medienschafe auch – natürlich der pro-israelischen Perspektive sehr viel mehr Sendezeit einräumt, als – wenn überhaupt – den Kritikern und Historikern, die genau wissen, wie verlogen und selbstgerecht die Zionisten sind und wie sie die Medien steuern.

Gideon Levy entlarvte ja auch den Irrsinn der „Operation Protective Edge“, indem er u.a. pensionierte IDF-Generäle zitiert, die ohne mit der Wimper zu zucken, folgendes in der Öffentlichkeit von sich geben: „Wenn wir ihre Familien umbringen, wird ihnen das Angst einjagen (Generalmajor i.R. Oren Shachor).

Jedenfalls wird klar, dass die Ermordung der vier Kinder auf dem Strand kein Versehen war und ich wette, die Tatsache, dass dieses Verbrechen vor den Augen von Journalisten stattfand (ohne dass Israel dadurch Konsequenzen fürchten muss) hat den Kommandeuren noch besondere Genugtuung bereitet.

Was für ein perverses, enormes Macht- bzw. Überlegenheitsgefühl muss das sein, wenn man täglich 100 eingepferchte, wehrlose Menschen umbringen kann, ohne irgendwann zur Rechenschaft gezogen zu werden? Und sich dann auch noch als moralische Autorität aufspielen kann?

Während deutsche und österreichische TV-Sender kürzlich die gestrichenen Flüge nach Tel Aviv in den Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit rückten, wendete die Redaktion von DN! nur einen einzigen Satz dafür auf und beschäftigte sich stattdessen mit der humanitären Katastrophe und den israelischen Kriegsverbrechen, ohne dabei ständig den von Israel konstruierten, surrealen Kontext zu verwenden, den unsere Journalisten gerne aufnehmen:

Hamas, Hamas, Hamas … ist an allem schuld … How stupid can you get?

yonathan shapiraDN! interviewte auch Yonathan Shapira, der sich schon vor Jahren (gemeinsam mit anderen) als IDF-Pilot weigerte, in den besetzten Gebieten „Dienst zu tun“. Er sagte u.a folgendes:

Der ganze (verlogene) Diskurs dreht sich immer nur darum, wie gut (moralisch) wir sind, wie wir uns selbst in Gefahr bringen, damit Zivilisten nicht zu Schaden kommen, während wir dieses irrsinnige Massaker verüben … das … noch viel intensiver ist als „Operation Cast Lead“ (Jänner 2009).. noch mehr Tote und Verletzte … wir glauben, dass diese Befehle kriminell und unmoralisch sind …

Auch er bestätigt, dass die Gefahr durch die (als Grund für das ganze Massaker angeführten) „Raketen“ nicht zu vergleichen sei, mit dem, was in Gaza passiert: „… it’s really nothing compared to what people in Gaza are experiencing. And I have family in Sderot, next to Gaza, and I have even relatives who are in Gaza as soldiers.”

Er vergleicht die Beziehung zwischen Israel und den seit fast 50 JAHREN brutal unterjochten, kolonisierten und rechtlosen Palästinensern allegorisch mit einer Serien-Vergewaltigung, bei der das Opfer den Peiniger immer wieder kratzt, weil es sich zu wehren versucht. Wer also das Kratzen stoppen will, muss aufhören zu vergewaltigen ….

Und ich sage … hört mit der Vergewaltigung auf, hört mit der Besatzung auf, hört mit der Apartheid auf, mit dieser unmenschlichen Ghettoisierung der Palästinenser – und dann – erst dann können wir „verhandeln“ und „Friedensgespräche“ führen, all diese schönen Worte, die jetzt völlig bedeutungslos sind.“

O-Ton:

And I think that if I have to give one allegory to this whole thing, and this need of Israel and me, myself, of self-protection—legitimate thing, by the way; I want to be safe, I don’t want anyone to bomb me and to kill me and my baby—I would imagine it as gang rape. And forgive me for using this hard language, but when you have a group of people raping someone, and this person that is being raped starting to scratch, the first thing you want to do in order to stop the scratches is to stop the rape. And what Israel, official Israel, is trying to do is to continue the rape and deal with the scratches. And I say, stop the rape, stop the occupation, stop the apartheid, stop this inhumane ghettoization of Palestinians, and then—then—we can start talking, and we can reach peace agreements and all these beautiful words that now don’t mean anything for us.

Shapira soll in diesem (wieder viel zu langen) Blog auch noch das letzte Wort haben, weil er ein Problem anspricht, das hier niemand zur Kenntnis nehmen will:

“But overall, overall, there is a disease in my country, and the disease is spreading very fast, and it’s called fascism and racism. Fascism and racism is now the biggest threat of the Jewish people in the Middle East.”

(I rest my case ….)

 

Nochmal zur Erinnerung:

 

 

 

 

 

 

 

 

Zionist Justice: Der Gerechte Massenmord

terror or what1 – WIE KONNTE ES DAZU KOMMEN?

Die von Israel verbreitete Darstellung, dass die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten mit der Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher (Details dazu siehe den letzten Beitrag) bzw. den „Raketen aus Gaza“ begann, wird natürlich von erfahrenen (und unabhängigen) Analysten der politischen Situation als das durchschaut, was sie ist: eine Lüge, die wie immer dazu dient, das Opfer-Image Israels zu untermauern.

Einer der Mutigsten und Besten unter den Kritikern der israelischen Verbrechen ist Norman Finkelstein, dessen vielversprechende Karriere als amerikanischer Universitätsprofessor (Doktor der Politikwissenschaft) von den mächtigen israelischen Lobbyorganisationen ruiniert wurde. Seitdem verdient er seinen Lebensunterhalt als Buchautor und hat sich auch dabei nicht einschüchtern lassen.

Norman-FinkelsteinAlleine das Buch „Die Holocaust-Industrie” löste heftige Kontroversen aus, aber das ist (im Falle Israels bzw. des Zionismus) meistens nur ein Zeichen dafür, dass der Autor den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Alle seine Bücher sind sehr aufschlussreich, wenn es darum geht, hinter die mächtigen PR-Kulissen der „radikal-zionistischen“ (israelischen) Regierung zu blicken und die historischen und völkerrechtlichen Fakten im Auge zu behalten.

IDF pal childDie Entführungsstory lenkt davon ab, dass die brutale, illegale israelische Besatzung seit 1967 als grundlegender, politischer Kontext für „die Gewalt im Nahostkonflikt“ zu sehen ist. Dieser Kontext wird aber in unseren Medien einfach totgeschwiegen – seit Jahren.

Die so isolierte, scheinbare Aggression der „militanten Palästinenser“ (eine Minderheit, doch auch friedliche Proteste der Mehrheit im Westjordanland werden kriminalisiert bzw. brutal niedergeknüppelt) erscheint daher in einem politischen Vakuum und wird als Ausdruck von Extremismus präsentiert, während es sich tatsächlich (mit Ausnahme der Selbstmord-Attentate in Israel) um legitimen Widerstand gegen die Besatzung handelt.

Finkelstein sagte zu den aktuellen Ereignissen in Israel/ Palästina kürzlich in einem Interview folgendes:

„Netanyahu kochte vor Wut, als die Einheitsregierung (von Fatah und Hamas) auch noch von den USA und von der EU anerkannt wurde. Durch die – gerade recht kommende -Entführung der israelischen Teenager hatte er seinen Vorwand. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, gar nichts, dass Hamas irgendetwas mit der Entführung zu tun hatte [sie hätte sich damit ja nur selbst ins Knie geschossen …..]

Niemand weiß bis heute auch nur das Geringste über die Motive der Entführung. Weder HRW noch das State Department haben irgendwelche Hinweise auf die Täter. Aber das war ja auch nur ein Vorwand um wieder einmal in der West Bank „aufzuräumen“: 700 Hamas-Mitglieder festzunehmen, Häuser in die Luft zu jagen, Angst und Schrecken zu verbreiten, eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen um eine Reaktion von Hamas zu provozieren.

Das ist der übliche Modus operandi für Israel: […]Jedes Mal, wenn die Palästinenser versuchen, einer Beilegung des Konflikts näherzukommen – z.B. durch die Bildung einer Einheitsregierung zwischen Fatah und Hamas, wie sie kürzlich zustande kam – tut Israel alles, um die Einheit der Palästinenser zu torpedieren und um Gewalt zu provozieren, in diesem Fall von Hamas […]. Wenn die Gewaltreaktion dann kommt [die Raketen], dann kannst du wieder sagen – mit diesen Leuten können wir nicht verhandeln, das sind Terroristen.“

Dann hat die israelische Regierung also wieder einen Vorwand um weiterhin das Märchen von der „Selbstverteidigung“ zu verbreiten. Und sie hat keinen besseren Komplizen als unsere Journaille (Kanaille scheint mehr angemessen ..)

2 – KEIN WAFFENSTILLSTAND WEGEN HAMAS?

spinUnsere Fließbandjournalisten meldeten alle brav, dass Israel den Vorschlag der ägyptischen Regierung für eine Waffenruhe akzeptiert habe, Hamas aber nicht.

Damit soll also der „good-will“ der zionistischen Regierung demonstriert werden, während die „radikalen“ Palästinenser wieder einmal eine Chance für einen Kompromiss vertan haben und deshalb (wie immer) schuld an der Gewalteskalation und den vielen zivilen Opfern in Gaza tragen.

Was in diesem „Vorschlag“ eigentlich drinsteht, erfahren wir nicht und die Journalisten interessieren sich auch nicht dafür.

Dass Hamas (als Spross der MB) und die neue ägyptische Militärdiktatur, die sich „Regierung“ nennt, sich spinnefeind gegenüber stehen, weil letztere die Muslim-Brüder (MB – geschaffen als Werkzeug des britischen Empire) ) als Staatsfeinde betrachtet und massenweise verhaftet und zum Tode verurteilt hat (der gewählte Präsident Morsi, der auch zu den MB zählt, wurde ja von ihnen gestürzt), wird als Kontext auch meistens weggelassen. Hamas hat von dem Vorschlag erst aus den Medien erfahren, wurde also gar nicht konsultiert, das Ganze ist offensichtlich ein PR-Stunt von Netanyhu.

Your are free to do what we want

Aber Studenten von Machiavelli, Leo Strauss & Co. kennen diese Taktik ja aus Rambouillet, wo den Serben Bedingungen für eine „Einigung“ vorgesetzt wurden, die für sie völlig unakzeptabel waren, damit man anschließend sagen konnte, an deren Sturheit und Verblendung sei dieses Abkommen gescheitert. Dasselbe Muster war in Camp David zu erkennen, wo Arafat das enorm „großzügige“ Angebot von Ehud Barak ablehnte (zur PR-Strategie siehe dazu dieses Video).

In Wahrheit sollte es eben zu keiner Einigung kommen, weil man einen Vorwand für die eigene Gewalteskalation brauchte und genau dasselbe passiert jetzt wieder. Netanyahu hat ja bereits davon gesprochen, dass man jetzt quasi legitimiert, sei, noch mehr Gewalt anzuwenden.

victimhood TMWie ich bereits im letzten Beitrag skizziert habe, geht es bei den Zionisten immer darum, die moralische Überlegenheit zu demonstrieren (die es natürlich gar nicht gibt – im Gegenteil), deshalb muss alles getan werden, um die eigene Gewalt als „Verteidigung“ bzw. Reaktion auf die finsteren Absichten des Gegners zu präsentieren. .

Damit das (jedenfalls medial) gelingt, muss der Kontext für den Ablauf der Ereignisse stets manipuliert werden. Man könnte auch sagen moralisch „sterilisiert“, denn die Brutalität und Realität der israelischen Besatzung wird völlig ausgeblendet, also Ursache und Wirkung sind völlig verdreht.

Auch in diesem Fall (Entführung u. Ermordung der israelischen Teenager, dann Raketen aus Gaza, dann „Reaktion“ Israels, um die eigene Bevölkerung zu schützen, etc.) ist dieses Muster klar erkennbar, wie Norman Finkelstein auch ausführt:

Die Waffenruhe sagt nichts über die jüngsten Überfälle der IDF gegen Hamasmitglieder im Westjordanland und es waren diese Attacken[ähnlich wie bei einem Pogrom, wo alle Mitglieder einer bestimmten Gruppe wie Staatsfeinde und „Volksschädlinge“ behandelt werden] die zur Eskalation des derzeitigen Konflikts geführt haben. Israel erteilt sich damit einen moralischen Blankoscheck für die Verhaftung von Hamas-Mitgliedern, der Zerstörung von Wohnhäusern in der West Bank und der Ermordung von Palästinensern, was der Auftakt für die jetzigen Kämpfe war.“

israeli defenseFinkelstein erklärt dann, dass es ja bereits existierende Vereinbarungen zur Einhaltung einer Waffenruhe gäbe, nämlich aus den Jahren 2008 bzw. 2012. In beiden Fällen ist die zentrale Forderung von Hamas die Aufhebung der Blockade, die den Gazastreifen de facto in ein riesiges Open-Air-Gefängnis verwandelt hat und das Leben der Menschen dort unerträglich macht.

In beiden Fällen – so Finkelstein – habe Israel nach Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens die Versprechungen nicht gehalten und die Blockade nicht nur aufrechterhalten, sondern auch noch verschärft. Bei dem jetzt präsentierten „Vorschlag” der Ägypter (die wohl nur den Mediator spielen), wird eine Lockerung der Blockade versprochen, wenn wieder „Ruhe und Sicherheit“ hergestellt sind. Doch diese semantischen Tricks werden von Finkelstein entlarvt, in dem er sagt:

Da Israel Hamas als Terror-Organisation bezeichnet, kann die Sicherheitslage wohl nie als zufriedenstellend angesehen werden und deshalb wird es nie ein Ende der Blockade geben. Wir sind also wieder dort angekommen, wo wir schon im Juni 2008 und im November 2012 waren. Natürlich lehnt Hamas so eine Vereinbarung ab, denn sie legitimiert die brutale, gnadenlose, illegale Blockade des Gazastreifens.

Während unsere Papageien-Journalisten unisono „berichten“, dass Hamas sich einfach weigert, einem Waffenstillstand zuzustimmen, habe ich kein Beispiel in den Mainstream-Medien gefunden (vor allem nicht in den deutschen Rundfunksendern ARD, ZDF und ORF), das die Forderungen von Hamas (bzw. dem bewaffneten Arm Al Qassam) für eine Waffenruhe überhaupt erwähnt.

Dies sind nach Angaben der palästinensischen Presseagentur Maan (Meldung vom 7. Juli 2014) fünf Bedingungen: (Hervorhebungen sind von mir)

  1. Ende der Militäroffensive gegen Gaza
  2. Keine Luftangriffe mehr (wo hunderte Tonnen Bomben in einem sehr dicht besiedelten Gebiet abgeworfen werden)
  3. Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens aus dem Jahr 2012
  4. Erneute Freilassung aller Häftlinge, die im Zuge des Gefangenenaustausches mit Gilad Shalit freikamen, aber nach der Entführung der israelischen Jugendlichen erneut verhaftet wurden
  5. Ein Ende der (intriganten) Unterminierung der neuen Einheitsregierung durch Israel

Wie Finkelstein oben erwähnt, sind die Bedingungen der Feuerpause aus dem Jahr 2012 praktisch die gleichen, die schon im Juni 2008 vereinbart wurden.

Schauen wir uns doch einmal an, was nach der vereinbarten Waffenruhe Mitte Juni 2008 passiert ist. Natürlich ist es unmöglich, im Detail alle relevanten Ereignisse darzustellen, doch selbst wenn man beispielhaft nur die wichtigsten Meldungen eines Monats betrachtet (den Juli 2008), wird klar, welches hinterhältiges Katz- und Mausspiel die israelische Regierung hier treibt und das Finkelstein mit seiner Analyse Recht hat:  (Viel Lesestoff, aber wer verstehen will, was hier wirklich passiert und wie unsere Medien als Komplizen Israels die Realität verzerren, sollte sich die Zeit dafür nehmen …) 

Am 13. Juni 2008 wird ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet ….

1 Juli National Resistance Brigades (Nrb) Urge Israel To Comply With Truce

IDF arrest Pal in Hebron„Der Sprecher der NRB, Abu Salim drängte darauf, dafür zu sorgen, dass die israelischen Provokationen* gegen die Palästinenser aufhören. Dazu gehören die anhaltende Sperre der Grenzübergänge, der Beschuss des Wohngebietes in Sufa und die andauernden Überfälle in der West Bank. Sollten die israelischen Übergriffe nicht aufhören, habe die Widerstandsbewegung das Recht, ihre Landsleute mit allen Mitteln zu verteidigen.

Abu Salim betonte die Notwendigkeit eines Dialoges (zwischen den verschiedenen palästinensischen Gruppen) um den Zustand der internen Spaltung zu beenden. Er ermahnte besonders Fatah und Hamas, sich auf den Pfad der Versöhnung zu begeben.“

2 Juli Hamas: 41 Palestinians killed by Israeli forces during June

„Hamas gab am Mittwoch bekannt, dass im Juni 41 Palästinenser durch die IDF getötet wurden, davon 16 Mitglieder des bewaffneten Arms (Al Qassam) sowie vier Kinder. Weitere 28 Menschen starben als Folge der Blockade, wodurch sich die Zahl der Blockadeopfer seit Juni 2007 auf 199 erhöhte. 194 Palästinenser wurden von der IDF festgenommen, davon 179 in der West Bank.

Das israelische Militär (IDF) habe 136 Überfälle in der West Bank und in Gaza durchgeführt.*

pal detaineesHamas fügte hinzu, dass trotz der Einladung zum Dialog, die Sicherheitskräfte (der Fatah) im Westjordanland weiterhin politisch motivierte Verhaftungen vornehmen. Hamas-Anhänger und andere Widerstandsgruppen seien immer noch in Haft und jede politische Aktivität durch Hamas sei verboten. Man habe ihnen sogar verboten, das Foto eines getöteten Widerstandskämpfers zu publizieren.“

(*Fünf Jahre später ist die Situation noch schlimmer, wie HRW jüngst dokumentierte)

2 Juli Haniyeh: Israel must stick to truce; Hamas supports national unity

HaniyehIsmael Haniyeh, der Premierminister der de facto Hamas-Regierung, sagte am Freitag „Israels Verletzungen des Waffenstillstands sind die Folge fehlender Seriosität“. Israel müsse die Grenzen öffnen und die Aggression gegen die Palästinenser stoppen. Er verlangte die Umsetzung der Bedingungen des Waffenstillstands-abkommens, wie die Öffnung des Grenzübergangs Rafah (zu Ägypten), das Thema des nationalen Dialogs mit Ägypten als Mediator anstatt nur über Gilat Shalit zu reden (ein israelischer Soldat, der gefangengenommen wurde, um Druck auf Israel auszuüben, die hunderten palästinensischen (politischen) Gefangenen freizulassen.

*Welche Art von „Provokationen“ Israel immer wieder praktiziert, wird aus diesen Meldungen klar:

5 Juli Israeli warships fire on Palestinian fishermen, further straining truce

fisher boats attacked by IDFIsraelische Kriegsschiffe feuerten am Samstagmorgen mit Maschinengewehren auf palästinensische Fischerboote im Norden des Gazastreifens. Es wurden keine Opfer gemeldet. Bereits am Freitag hatte das israelische Militär Granaten auf Fischerboote abgefeuert, als sie westlich von Rafah, im Süden des Gazastreifens ihre Netze auswarfen. Dabei wurden die Boote beschädigt. Diese Angriffe sind eine direkte Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, das am 19. Juni in Kraft getreten war.

Israel und die pal Gruppen beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Israel hat sich verpflichtet, die seit einem Jahr andauernde Blockade Schritt für Schritt zu lockern, wenn die Widerstandsgruppen keine Waffengewalt mehr ausüben. Israel hat jedoch schon zweimal die Grenzen wieder versiegelt, nachdem selbst-gebastelte Projektile aus Gaza abgefeuert wurden.

Die Palästinenser kritisieren, dass Israel sich Zeit damit lässt, die verheerende Blockade zu lockern, geschweige denn aufzuheben

6 July Israeli forces fire on farmers in northern Gaza

IDF Gaza borderDas israelische Militär (IDF) schoss mit Maschinengewehren auf palästinensische Bauern, die ihre Felder in der Nähe des Sperrzaunes im Norden des Gazastreifens bestellen wollten. Wegen des starken Beschusses mussten sie die Feldarbeit aufgeben, die ja gerade erst nach dem Waffenstillstand im Juni wieder möglich wurde. Die IDF kündigte am Freitag an, dass sie sich das Recht herausnehmen, auf alle Personen zu schießen, die sich dem Sperrzaunmehr mehr als 300 m nähern, auch während eines Waffenstillstands. Schon am Sonntag hatte die IDF die Frequenzen lokaler Radiostationen übernommen, um davor zu warnen, dass auf jeden, der sich der Grenze nähert, das Feuer eröffnet wird.

Die lokale Initiative gegen Israelische Aggression in Beit Hanoun, im nördlichen Gazastreifen nannte diese Entscheidung „ein Todesurteil für die Bauern“ und warnte davor, dass tausende Hektar Ackerland und Brunnen dadurch verloren gingen. Die Grenzstreifen seien zu Todeszonen geworden, die zum Verlust tausender Arbeitsplätze führen, wenn die Bauern keinen Zugang mehr zu ihren Feldern haben. […]

7 July Israeli forces raid Nablus; ransack and close four charities

IDF operation in NablusDie IDF haben am Montag vier Wohltätigkeitsorganisationen in Nablus (darunter Sozialhilfe für Waisen und eine Apotheke) geschlossen, weil sie angeblich mit Hamas verbunden sind. Vorher hatten sie die Büros durchwühlt und Computer und Bargeld konfisziert. Das Verbot gilt für drei Jahre. Die israelischen Soldaten stürmten auch die Büros des Sozialministeriums in Nablus.

Der Leiter der Apotheke, Dr. Hafizh As-Sadr, sagte dazu:

Die Soldaten zerstörten die gesamte Einrichtung (samt Medikamente) und auch den Safe, in dem sich umgerechnet fünftausend US-Dollar befanden. Das Geld haben sie gestohlen.”

Die medizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung sei der Zweck gewesen und habe nichts mit Hamas zu tun gehabt. Die Klinik sei bereits 1977 errichtet worden, 10 Jahre vor der Gründung von Hamas.

Die israelischen Behörden haben solche Überfälle genehmigt, um die zunehmende Popularität von Hamas in der West Bank zu unterminieren. Die IDF haben seit Jahresanfang ähnliche Aktionen in den Regionen Hebron, Qalqilyah and Ramallah durchgeführt, aber die offizielle Genehmigung wird nun zu einer Ausweitung der Kampagne in andere Teilen der West Bank führen.

Wir sehen also, was hier vor sich geht: eine Art zionistisches Kristallnacht Syndrom … Plünderung und Zerstörung von sozialen Einrichtungen, die dringend benötigt werden, nur weil sie von Hamas gegründet wurden … wie krank ist das? Und selbst das ist nur ein Vorwand … denn es wird (wie o.a.) oft behauptet, eine Einrichtung habe Verbindungen zu Hamas, wenn man sie plündern will …

Dazu kommt noch, dass in den Gebieten, die unter palästinensischer Verwaltung stehen, von den lokalen Sicherheitskräften erwartet wird, die eigenen Leute festzunehmen, wenn sie Widerstand gegen solches Unrecht leisten. Das ist der perfekte Spaltpilz, denn die Fatah-Partei kann aus Verhaftungen von Hamas-Mitgliedern zwar politisches Kapital schlagen, dadurch wird aber der Dialog zwischen den Rivalen noch schwerer. Und die israelische Regierung ist der lachende Dritte …

10 July Israeli crackdown on „Hamas“ institutions in Nablus continues

IDF West Bank crackdownDie Razzien gegen Hamas Institutionen gehen weiter: In Nablus wurde um 1 Uhr nachts ein Fernsehsender gewaltsam geschlossen, die technische Ausrüstung konfisziert. Auch die Moschee, die sich im gleichen Gebäude befand, wurde gestürmt. Mehr als 50 Militärfahrzeuge kamen in den frühen Morgenstunden an und die israelischen Soldaten stürmten anschließend auch noch zwei Kliniken, die ebenfalls geplündert wurden (Computer und medizinische Geräte).

Nach Augenzeugenberichten überfielen die IDF auch die Zentrale der Frauenverbände in An-Najah Straße im Westen der Stadt und ein Gebäude, in dem sich die Islamische Bank befindet.

Ebenfalls am Donnerstagmorgen haben israelische Soldaten drei Schulbusse konfiziert, die drei verschiedenen Schulen gehören.

Am Dienstag stürmte die IDF die Büros des Einkaufszentrums von Nablus und beschlagnahmte Dokumente, Computer und Überwachungskameras. Das Shopping-Center hat 50 Geschäfte und Büros, darunter auch eine Investmentfirma mit einem Kapital von fünf Millionen Dollar. Israel behauptet, diese Gesellschaft fördere Hamas und „Terrorismus“. Der Geschäftsführer des Einkaufszentrum, Adli Yayish, wird seit einem Jahr von Israel festgehalten (ohne Anklage), weil man ihm Verbindungen zu Hamas vorwirft.

Der IDF-Kommandant in Nablus ordnete an, dass jeder, der das Shopping Center betritt, mit fünf Jahren Gefängnis bestraft wird, gültig ab 15 August. Die Besitzer werden kurzerhand enteignet: ab 18. August „gehört“ das Einkaufszentrum Israel.

(So einfach ist das, wenn man die Besatzungsmacht ist, die mit den kolonisierten Ureinwohnern macht, was sie will …und die Welt schaut zu … es handelt sich doch immer nur um „Verteidigung“ … die Besatzer und Mörder werden zu armen Opfern gemacht, die sich „wehren“ müssen … )

Der Bürgermeister von Nablus rief die Bürger dazu auf, sich nicht an die Verfügung der Israelis zu halten und wies alle Behauptungen, das Einkaufszentrum gehöre Hamas, zurück. 70 Kaufleute und 4000 palästinensische Investoren aus den muslimischen und christlichen Gemeinden seien die wahren Inhaber bzw. Betreiber. Er sagte der Presseagentur, die Überfälle auf Nablus seien eine Taktik, die PNA zu unterminieren und ihre Bemühungen, für Ruhe (Sicherheit) zu sorgen.

Gemeint ist natürlich, dass diese israelischen Verbrechen und Demütigungen Aufruhr und Gewalt provozieren sollen, damit man dann wieder sagen kann, die palästinensischen Behörden können nicht für Sicherheit sorgen. Greifen sie dann hart durch (um zu beweisen, dass sie es können), fühlen sich die Palästinenser im Stich gelassen, verraten und es kommt bei manchen zu einer weiteren Radikalisierung bzw. Zuwendung zu bewaffneten Widerstandsgruppen. Dann kann Israel wieder sagen: das sind Terroristen, die unsere Sicherheit bedrohen …In diesem zynischen Spiel können die Palästinenser nur verlieren … besonders, weil unsere Presse sich als gehorsamer Diener der israelischen PR-Taktik zur Verfügung stellt …

10 July Five PLO and Islamic Jihad factions start dialogue in Gaza

Trotzdem versuchte Hamas und andere Gruppen weiterhin, einen nationalen Dialog voranzubringen, also die Spaltung innerhalb der Palästinensischen Gruppen zu beenden. Meldungen wie diese (die PLO und eine bewaffnete Widerstandsgruppe starten einen Dialog) sieht die israelische Regierung gar nicht gern, deshalb muss weiter mit brutaler Gewalt vorgegangen werden, bis die Verzweiflung und Wut über das erlittene Unrecht so groß werden, dass wieder „Raketen“ abgefeuert werden. Dann lesen wir wieder Meldungen wie diese:

10 July Israel: projectiles launched at Negev by Al-Aqsa violate truce

Al AqsaZwei weitere Projektile, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden, landeten nach israelischen Angaben am Donnerstag im Westen der Negev (Wüste). Schäden und Verletzungen wurden nicht gemeldet. Die Al-Aqsa Brigaden (gehören nicht zu Hamas) haben die Verantwortung für den Abschuss übernommen, ebenso für zwei Mörsergranaten, die auf den Militärposten Kissufim abgefeuert wurden.

Die Brigaden sagten der Presseagentur, die “Raketen” seien eine Antwort auf die jüngsten Überfälle und Mordanschläge in der West Bank.

In unseren Medien hätte man nur den ersten Teil der Meldung gebracht, den zweiten nicht, denn damit wäre die Realität und Brutalität der Besatzung ans Licht gekommen, die gezielt noch gesteigert wird, wenn man eine gewaltsame Reaktion bei den Palästinensern provozieren will.

Dazu kommt, dass suggeriert wird, für jeden Beschuss aus Gaza sei automatisch Hamas verantwortlich. Das entspricht aber nicht den Tatsachen: es gibt mehrere, bewaffnete Widerstandsgruppen, auch die politische Partei Fatah (zu der – schon lange nicht mehr – „Präsident“ Abbas gehört) hat einen „bewaffneten Arm“: die Al Aqsa Brigaden, während das Pendant bei Hamas die Al Qazzam-Brigaden sind. In den Medien wird aber kein Unterschied gemacht, weil sie nach Israels Pfeife tanzen und deshalb immer Hamas beschuldigt wird. Meldungen wie diese passen da gar nicht ins PR-Konzept:

Nach Angaben der Al-Aqsa Brigaden hat die de-facto Regierung (Hamas) zwei ihrer Mitglieder festgenommen, die verdächtigt werden, die „Raketen“ abgefeuert zu haben. Die Festnahmen sollen einen Vergeltungsschlag nach der Ermordung von Salim Al-Humeidi verhindern.

Hamas hat sich also durchaus dafür eingesetzt, dass der Waffenstillstand eingehalten wird, kann aber unmöglich alle Widerstandsgruppen rund um die Uhr so kontrollieren, dass solche Vorfälle verhindert werden. Aber – wie oben erwähnt – ist es angesichts der enormen Brutalität des Vorgehens der IDF nur eine Frage der Zeit, bis diese systemische und taktisch eingesetzte Gewalt zu Gegengewalt bei den Widerstandsgruppen führt., dann wird wieder die „Crying and Shooting“ Show der israelischen Regierung aufgeführt.

Dass die Mehrheit der Proteste aber friedlich und demokratisch sind, wird von unserer Journo-Kanaille auch totgeschwiegen. Meldungen we diese (die sehr häufig sind), werden bei uns unterschlagen:

10 July 9-year-old child shot by Israeli forces in anti-wall demonstration near Tulkarem

palestine child IDFEin 9-jähriges Kind wurde am Dienstagnachmittag während einer friedlichen Demonstration gegen die Trennmauer und Haus-Demolierungen durch israelische Soldaten verletzt. In Far‘un, südlich von Tulkarem in der West Bank wurde Mohammad Abdel Kareem Salim Bdeir von mit Gummi überzogenen Geschoßen am Fuß verletzt, als er bei der Demo mitlief.

Die Demonstranten sagen, durch den Bau der illegalen Trennmauer (8m hoch) haben die Bauern große Flächen an Ackerland verloren (weil dadurch eine von Israel geplante, illegale Landannexion stattfand).

1 ICAHD stats 2014

Bilanz Juli 2014: 329 Häuser zerstört, 629 Menschen vertrieben, 1051 Palästinenser durch IDF verletzt (ICAHD)

Sie protestieren auch vor Gebäuden, die abgerissen werden sollen (Israel erteilt den palästinensischen Familien keine Baugenehmigung; da sie aber Wohnraum brauchen, bauen sie trotzdem. Später wird das dann als Vorwand genommen, die Häuser zu zerstören – das ist „Routine“ für Israel, um die Palästinenser zur Auswanderung „zu ermutigen“.) und gemeinsam mit Teilnehmern der Internationalen Solidaritätsbewegung auch gegen dem weiteren Ausbau der (illegalen) „Siedlungen“ und die Trennmauer. Die Demonstranten riefen die UN, die Arabische Liga u.a. dazu auf, solche Praktiken Israels zu stoppen und die Regierung zu zwingen, sich an das Völkerrecht zu halten.

(Der letzte Satz kann nur mehr zynisch kommentiert werden, da Israel offensichtlich 100% rechtliche Immunität genießt, egal wieviele Verbrechen der Staat begeht …auch das geschieht mit Unterstützung unserer Journaille …

11 July Haniyeh agrees Carter Center to monitor truce

Hamas Premierminister Ismail Haniyeh sagte, man werde nicht zulassen, dass das Waffenruheabkommen und die Bemühungen für eine nationale Einheit sabotiert werden, deshalb habe man die beiden Al Aqsa-Militanten festgenommen. Dann legte er eine Liste der israelischen Verletzungen des Abkommens vor.

Haniyeh hatte den Besuch einer Delegation des Carter Centers dazu benutzt, um Intervention zu bitten, damit Israel sich an die Verpflichtungen aus der Vereinbarung hält, vor allem die Zusage, dass die Palästinenser Zugang zu allen Waren bekommen, die sie täglich brauchen und dass die Grenzübergänge geöffnet werden.

Es sei die Weigerung der Fatah-Behörden, sich mit Hamas-Vertretern in Damaskus zu treffen, die den Dialog zur nationalen Einheit nicht weiterbringe. Einigung könne nur am Verhandlungstisch erreicht werden.

Dialog zwischen den Streitparteien, das ist natürlich ein gewaltiger Störfaktor der kolonialen divide et impera Taktik, die Israel seit Jahren betreibt. Deshalb geht die Charade weiter:

12 July Israel claims Gazans launched another round of projectiles at western Negev

Gaza rockets NegevIsraelische Medien meldeten, dass eine Explosion im Westen der Negev zu hören war und man Reste einer selbstgebastelten Rakete gefunden hatte. Die Al Aqsa hätten sich dafür verantwortlich erklärt. Doch dann veröffentlichte ein Sprecher der Brigaden ein Statement, dass diese Behauptung falsch sei (eine Fälschung).

Kurz vorher hatte der Islamische Jihad eine Pressemeldung herausgegeben, in der die 13 Verstöße Israels gegen die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens – alleine in der vergangenen Woche – hervorgehoben wurden.

Israel benutzte das “Auffinden” der Raketenteile als Vorwand, die Grenzübergänge nach Gaza zu schließen, sodass Lebensmittel und Treibstofflieferungen verhindert wurden.

14 July Israeli forces raid Nablus; storm Nablus Mall, arrest five in Askar camp

Das Einkaufszentrum wird neuerlich gestürmt .. alle 50 Geschäfte durchwühlt … Zutritt ist absolut verboten …

19 JuliFree Gaza“ initiative to try and enter Gaza by sea and open port

Dass Israel nach dem medial-inszenierten Rückzug im Jahr 2005 theoretisch kein Recht mehr hat, den Luftraum, die Grenzen und die Küstengewässer von Gaza zu kontrollieren, ist ein Fakt, interessiert aber unsere Medien nicht. Was aus der „Free Gaza“ Initiative letztlich wurde, wissen wir ja … siehe dazu meine Beiträge über die „Mavi Marmara“

20 Juli  Israeli warships fire at Gazan fishermenhere we go again …

21 Juli  Israeli campaign against Nablus continues; more than 20 arrested overnight

Die IDF hat neuerlich in der Stadt Nablus Razzien durchgeführt. Gegen 3 Uhr morgens wurden mehrere Wohnhäuser durchwühlt, darunter auch das von Muna Mansour, der Abgeordneten die Hamas nahesteht. Sie wurde gemeinsam mit 20 anderen Palästinensern verhaftet. Die Polizei sagte, die Verhaftungen betrafen Geschäftsleute, Arbeiter und Studenten (deren Computer wurden beschlagnahmt). Die Verhaftungen kamen nach einer Welle von Überfällen und Razzien in der vergangenen

22 Juli  Fayyad threatens to withdraw Palestinian security forces in protest of Israeli incursions

22 Juli  Building materials, food, and other goods allowed into Gaza

23 Juli   Civilian shot by Israelis in the north of Gaza Strip

24 Juli  Over half of Gazan households slump below poverty line

poverty and destruction 1Christopher Gunness, der Sprecher der UNRWA sagte, die Jugend sei am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen. (80% der Menschen in Gaza sind auf  UN-Lebensmittelspenden angewiesen.)

Wenn Sie junge Menschen um ihre ökonomische Zukunft bringen, nehmen Sie ihnen jede Hoffnung und wenn die weg ist, was bleibt dann noch? Wie kann man besser Verzweiflung und Elend einer ganzen Generation verhindern, als durch die Wieder-Öffnung der Grenzen von Gaza?

Hamas hat ein Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen initiiert, doch angesichts der fehlenden Bewegungsfreiheit in den besetzten Gebieten, deren Bevölkerung seit 1999 um ein Drittel gewachsen ist, ist eine Regression unvermeidlich. Diese Blockaden (durch die Besatzung) sind das größte Hindernis für eine wirtschaftliche Erholung und Weiterentwicklung.“

Wenn alle Stricke reißen (um einen Dialog zwischen Fatah und Hamas zu verhindern), bleibt ja immer noch der „Bombenanschlag“, den man anderen in die Schuhe schiebt. Die bestehende Rivalität wird dadurch neu geschürt und ein gemeinsames Vorgehen gegen Israel verhindert….

25 Juli  Six dead, 20 injured as car of Hamas leader explodes near Gaza City

26 Juli  Al-Aqsa Brigades threaten attacks on Hamas personnel if violence against Fatah affiliates continues in Gaza

27 Juli  Hamas activist dead after Israeli troops demolish Hebron home, crushing him

28 Juli  Hamas renews accusations of Fatah responsibility for Gaza explosions

28 JulyFatah blames Hamas for Gaza explosions divide et impera again …

28 Juli  PA security services apprehend more than 50 Hamas loyalists in Nablus

30 Juli   Six Hamas activists injured in Gaza Strip explosion

30 Juli  Ar-Rish Brigades: Hamas arrest dozens of fighters and confiscate weapons

30 JulyHamas: PA arrest 11 Hamas members

31 JulyAl-Quds Brigades: Israeli army violates truce in Gaza and West Bank

01Aug  Al-Quds Brigades will not stand for ‚Israeli violations‘

Der Sprecher von Al Quds sagte: „Israel hat kein Interesse an einem Frieden. Die israelische Armee will, dass wir wieder eine Offensive starten, damit sie eine Rechtfertigung für noch mehr Verhaftungen, Massaker und die Fortführung der Blockade haben.“

Er rief Hamas dazu auf, zu einem Dialog zurückzukehren um den Versuch einer Einigung der Palästinenser zu erneuern und verlangte ein Ende aller Verhaftungen in der West Bank.“

Das Divide et Impera Spiel gegen eine fanatisch selbstgerechte Besatzungsmacht, die in „göttlichem Auftrag“ handelt, ist nicht zu gewinnen – jedenfalls nicht mit unseren Papageienmedien … die nur die Texte herunterbeten, die das israelische PR-Arsenal ihnen zur Verfügung stellt …

genocide

Zur Erinnerung:

  • Die Menschen in Gaza sind gefangen. Niemand kommt rein oder raus, wenn Israel es nicht erlaubt
  • Massive Arbeitslosigkeit
  • Unter- und Mangelernährung ist Routine. Mehr als die Hälfte der Kinder unter zwei Jahren leidet an Blutarmut (Eisenmangel) und Kümmerwuchs.
  • 90% des Trinkwassers ist verunreinigt und untrinkbar.
  • Abwasser muss jetzt ungeklärt ins Meer geleitet werden (Ausfall der Kläranlagen wegen Strommangel)
  • Mangelhafte Medizinische Versorgung wegen der Blockade
  • Sie haben keine Pässe und sind staatenlos.
  • Sie werden tagtäglich von ihren Kolonialherren als Verbrecher, Terroristen und Todfeinde der Juden denunziert, die ihnen ihr Land und ihre Würde gestohlen haben

Die  Scheinheiligen  Moralapostel

Eine tiefe und weite moralische Kluft trennt uns von unseren Feinden. Sie verherrlichen den Tod, während für uns das Leben heilig ist. Sie verherrlichen die Grausamkeit, während für uns das Mitgefühl heilig ist.“

Benjamin Netanyahu, Juli 2014

Der israelische Premierminister hat nur vergessen zu erwähnen, dass für Zionisten nur jüdisches Leben heilig,und nur für Juden Mitgefühl eine moralische Pflicht is.

the unspeakableWas die Grausamkeit betrifft, leidet Bibi an völligem Realitätsverlust … da könnte ihm Dr. Mads Gilbert behilflich sein, der schon in seinem Buch Eyes of Gaza die grauenhaften Verwundungen der Opfer der Kriegsverbrechen Israels geschildert hat, das auch routinemässig Krankenhäuser bombardiert …

Ich habe ja damals über Operation Cast Lead geschrieben und heute will man diese barbarische Gewaltorgie anscheinend noch übertreffen …

Während ich diese Zeilen schreibe, giesst es  – passend zu meiner Verzweiflung – seit Stunden in Strömen … mitten im Hochsommer .. auch der Juni war völlig verregnet …  es ist, als ob die Sonne angesichts der unmenschlichen Verbrechen in Gaza, der Ukraine, im Irak, in Syrien, etc. – wo USrael überall mitmischt – nicht mehr scheinen darf, nur ein grauer Himmel ist jetzt noch der Trauer angemessen, ähnlich wie im Gedicht von W.H. Auden

The stars are not wanted now: put out every one;
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the wood.
For nothing now can ever come to any good.

Fortsetzung folgt …

P.S. so sieht das „Mitgefühl“ im zionistischen (faschistischen) Judenstaat wirklich aus, den Netanyahu leitet …

„They [the Palestinians] are all enemy combatants, and their blood shall be on all their heads. Now this also includes the mothers of the martyrs, who send them to hell with flowers and kisses. They should follow their sons, nothing would be more just. They should go, as should the physical homes in which they raised the snakes. Otherwise, more little snakes will be raised there.”

Ayelet Shaked, Mitglied der  rechtsradikalen Jüdischen Heimat-Partei,auf ihrer Facebook Seite am 30. Juni

Der ORF als THINKPOL: Sind Sie „pro-russisch“?

Es ist uns gelungen, der Revolution neues Leben einzuhauchen

Andrei Parubiy, zu den Vorfällen am 22. Februar 2014 auf dem Maidan

From Hell Odessa 0205Während also in der Ukraine jetzt de facto das Kriegsrecht ausgerufen wurde und fanatische Neo-Nazis, vermummte Milizen und militärische Gewalt im Land Angst und Schrecken verbreiten,– von dem Pogrom und Blutbad in Odessa ganz zu schweigen – was machen unsere Journalisten derweil?

  • Brechen sie in die Ukraine auf, um der Welt zu zeigen, was dort wirklich los ist? Analysieren sie wenigstens einige von hunderten Videos, die über die Ereignisse in Odessa, Kharkov, Slavyansk und die anderen Städte, in denen es zu Gewaltausbrüchen kam, informieren und nicht vom Fließband der Presseagenturen stammen?
  • Lesen sie die Parteiprogramme der Machthaber in Kiew? Interessieren sie sich dafür, welche Leute eigentlich für die innere und äußere Sicherheit der Ukraine nach dem Putsch zuständig sind?
  • Wer die „Nationalhelden“ sind, die von den Svoboda und (jungen) Pravy Sektor Anhängern so inbrünstig verehrt werden? Warum diese Leute den Jahrestag der Gründung der galizischen Division der Waffen-SS mit Fackelzügen und Jubelgesängen feiern?
  • Wissen Sie, dass Svoboda Parteichef Tyanybok die Bevölkerung der Ukraine vor dem „jüdisch-russischen Abschaum“ (oder ebendieser „Mafia“) gewarnt hat? Dass in der Ukraine am helllichten Tag Menschen schwer misshandelt werden, wenn sie die „ultra-nationalen“ Helden der Ukraine kritisieren und „faschisti, faschisti “ rufen?
  • Dass dutzende Politiker verprügelt oder anderweitig eingeschüchtert, wurden, die vorhatten, bei Regional- oder den Präsidentschaftswahlen mitzumachen?
  • Haben sie eine Ahnung davon, dass der stellvertretende Parteivorsitzende und „Chef-Ideologe“, Yuriy Mykhalchyshyn, ein bekennender Faschist und begeisterter Anhänger von Josef Goebbels ist, dem er sogar ein „politisches Forschungszentrum“ gewidmet hat? (Mehr dazu siehe „Goebbels in Galizien“)
Mass Murder Odessa and  Media Silence in Europe

(Klicken Sie auf das Bild)

Weit gefehlt. Der ORF (Österreichische Rundfunk) zum Beispiel hat viel Wichtigeres zu tun. Seine Journalisten haben eine neue Mission gefunden: das Aufspüren „pro-russischer“ Elemente in der österreichischen Polit-Szene. Gerade jetzt, wo die EU-Parlamentswahlen bevorstehen, darf der Journalist nichts unversucht lassen, um der ahnungslosen Öffentlichkeit die gefährlichen „Sympathisanten“ Putins zu präsentieren, damit sie diese ja nicht wählen!

AM PRANGER: DIE „PRO-RUSSISCHEN“ SYMPATHISANTEN

Surreale Interviews geführt im geopolitischen Vakuum sind ja seit der „Fata Maidana“ in Kiew an der medialen Tagesordnung. Hier „profilieren“ sich Journalisten-Attrappen, in dem sie Politikern scheinbar „auf den Zahn fühlen“. Nun ist der investigative Journalismus – gerade in Wahlkampfzeiten – theoretisch eine feine Sache, besonders „in Zeiten des universellen Betrugs“ wie sich George Orwell ausgedrückt hat, „wird die Suche nach der Wahrheit zu einem revolutionären Akt.“

Was uns hier aber als Interview präsentiert wurde, ist so schäbig, dass man nach den passenden Worten suchen muss, um die Infamie dieser „Pressestunde“ adäquat zu beschreiben. Bevor ich aber auf den Inhalt des Gesprächs eingehe, eine wichtige Klarstellung:

Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in die Situation komme, einen FPÖ-Politiker zu verteidigen. Diese „liberalen“Parteien sind für mich seit vielen Jahren ein „rotes Tuch“ und ich halte die perfide, politische Instrumentalisierung des Begriffs „Freiheit“ durch diese Parteien für sehr gefährlich.

Besonders die Führungsfiguren dieser Ideologie im ökonomischen Kontext, allen voran Friedrich von Hayek, dann Milton Friedman samt seinen „Chicago boys“, sowie Leute wie Reagan und Thatcher usw.) sind meine Feindbilder der ersten Ordnung.

Doch man muss auch eingestehen können, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen, deren politische Ideologie man ablehnt, nicht fair ist. Auch wenn man die politische Gruppierung, zu der eine Person gehört, nicht goutiert, heißt das nicht, dass jeder einzelne davon immer mit allem was er oder sie sagt, Unrecht hat.

Aus dieser Perspektive möchte ich daher die Aussagen des FPÖ-Spitzenkandidaten für das Europäische Parlament in der ORF-Pressestunde bewerten (auch jene von Ewald Stadler, ehemals FPÖ-Mitglied, im letzten Beitrag) und die Fragen der Journalisten kommentieren:

ORF pressestunde VilimskyDas Interview wurde geführt von Wolfgang Wagner für den ORF und Ulla Kramar-Schmid für das österreichische Politik-Magazin PROFIL. Das „Opfer“ der „anti-russischen“ Inquisition (um diese wertende Kategorisierung auch mal zu verwenden) ist Harald Vilimsky, wie schon erwähnt Spitzenkandidat der FPÖ für das EP.

DER ORF UND DER EINZIG WAHRE GLAUBE

Der Tenor der Kritik, die sich durch das ganze Interview zieht wie ein roter Faden, ist „die deutliche Sympathie für Russland die die FPÖ „als einzige Partei“ angeblich erkennen lässt. Damit nicht genug, „lehnt sie auch noch die EU-Sanktionen ab (die in Wahrheit natürlich US-Sanktionen sind). So beginnt das Interview …

Sympathie? Was soll das aber konkret heißen? Dass man die Aktionen der russischen Föderation als richtig und legitim erachtet? Dass man die Dämonisierung des russischen Präsidenten für ungerecht und als Teil einer medialen Hetzkampagne ansieht, die von Washington, Berlin und Brüssel lanciert wurde und von den kriminellen Aktionen der Putsch-Regierung und ihrer Sponsoren ablenken soll?

Dass man versteht, warum in der Ost-Ukraine die Menschen sich zu Russland hingezogen fühlen? Und wenn das so ist, muss man sich dann dafür schämen? Weil man „die einzige Partei“ ist, die diesen Standpunkt vertritt? Ist Non-Konformismus in einer so heiklen Angelegenheit peinlich?

Anscheinend schon, so klingen jedenfalls die unterschwelligen Töne der beiden Journalisten, die nichts besseres zu tun haben, als einen „pro-russischen“ Kollaborateur zu entlarven (so hört es sich beinah an).

Vilimsky vertritt in dem Interview folgende Standpunkte:

  • Der Umsturz der gewählten Regierung in Kiew wurde von außen gesteuert, man wollte bewusst einen Konflikt provozieren
  • Echte Demokratiebewegungen würden sich nicht mit „Sturm- und Maschinengewehr artikulieren
  • Europa sollte sich nicht als Propagandainstrument der USA missbrauchen lassen und vor der Realität in der Ukraine die Augen verschließen
  • Österreich sollte sich in diesem Konflikt „neutral“ verhalten, wie es die Verfassung auch vorsieht
  • Die FPÖ sieht er ebenfalls in einer „neutralen Position“ (will nicht für die eine oder andere Seite Partei ergreifen)
  • Russland sei ein Partner Österreichs und die Regierung sollte alles unternehmen, um als neutraler Vermittler eine gütliche Regelung herbeizuführen (Sanktionen würden uns nur selbst schaden)

„Wir brauchen dafür Russland, die Ukraine und die Europäer. Was wir nicht brauchen, sind die Amerikaner, die auch hier offensichtlich Weltpolizei spielen wollen.“

Die Journalisten werfen ihm vor, dass er bzw. seine Partei eben nicht neutral sei, denn praktisch, alles was er sage, zeige die „pro-russische Haltung“ der FPÖ. Vilimsky erklärt, dass er seit einigen Jahren Obmann der Österreichisch-Ukrainischen Gesellschaft sei und deshalb einen „sehr emotionalen Bezug“ zu den Ereignissen in der Ukraine habe. Er betont, dass er deswegen über gute Kontakte im Land verfüge und diese Aussagen der Betroffenen höher zu bewerten seien, als die Propaganda-Meldungen in den Medien, (auf die sich aber diese beiden Gestalten immer beziehen).

Da wird ja von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt

Er versucht immer wieder, diesen beiden geopolitischen Autisten klar zu machen, worum es hier geht:

  • Dass die mediale Darstellung der Ereignisse in der Ukraine seit Monaten nicht der politischen Realität entspricht und nur die Perspektive Washingtons (samt seinen Vasallen in Brüssel und Berlin) widerspiegelt.
  • Dass man (den korrupten, aber) legitimen Präsidenten Janukowitsch verfassungswidrig abgesetzt habe (ein Rumpfparlament wurde quasi mit vorgehaltener Pistole gezwungen, die Forderungen der Putschisten zu erfüllen – siehe dazu auch Natalia Vitrenko)

Vilimsky erinnert dann daran, dass sowohl Bush als auch Tony Blair die Weltöffentlichkeit belogen haben und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ nie gefunden wurden (weil es sie nie gab).

Quotation-Ramsey-Clark-world-war-crimeVilimsky hat also den Mut, ein enorm heißes Eisen der internationalen Politik anzufassen: die wahre Rolle der USA auf dieser Welt bei der Entstehung von außenpolitischen Konflikten (bzw. innenpolitischen Krisen aus Sicht der Opfer).

Er versucht, den beiden Fließband-Journalisten klarzumachen, dass aufgrund seiner persönlichen Kontakte mit Ukrainern vor Ort und unter Zugrundelegung der realen, geopolitischen Verhältnisse auf der Welt, die USA mit großer Wahrscheinlichkeit am Sturz einer gewählten Regierung in der Ukraine beteiligt war. (Alleine das abgehörte Telefonat zwischen Victoria Nuland und dem amerikanischen Botschafter in Kiew ist ein gewaltiges Indiz dafür – genau der Politiker, den sie darin als „richtig“ erachtet, wurde ja tatsächlich Ministerpräsident: Yatseniuk und die „fünf Milliarden Dollar“, die laut Victoria Nuland in die Ukraine „investiert wurden“ – wofür wohl ?

Doch die brisanten, aber sehr realistischen Aussagen über die wahren Urheber des Putsches und die unerträgliche Schwarz-Weiß-Propaganda, die aus Washington kommt – und von den Medien schamlos absorbiert wird – interessieren diese beiden „churnalists“ gar nicht.

Sie leiden offenbar an einer schweren Form von „cognitiver Dissonanz“ bzw. „confirmation bias“: Gemeint ist damit, die Neigung (von uns allen), Informationen zu bevorzugen, die mit unserem Weltbild, unseren Werten, etc. übereinstimmen, egal ob diese wahr sind oder nicht und jene abzulehnen, die dieses Wahrnehmungsmuster ins Wanken bringen …). Bei Journalisten ist dies natürlich enorm behindernd bei der Arbeit …..

Die beiden Interviewer konzentrieren sich darauf, dass Vilimsky behauptet, es habe „Blackwater“ Söldner auf dem Maidan gegeben und dass er selbst nicht „neutral“ sei.“ (Der ORF betätigt sich später in der ZIB2 dann auch noch als scheinbarer „Fakten-Checker“ um Vilismkys Aussagen über die BW-Söldner als falsch zu entlarven – mehr dazu im nächsten Beitrag).

Zunächst geht es aber um die EU-Sanktionen: Hier die Frage verbatim:

EU DornenkroneORF (Wagner) : „Die EU hat Sanktionen, die jetzt laut Merkel und Hollande sogar verschärft werden sollen, wenn in zwei Wochen die Wahlen des Präsidenten nicht ordnungsgemäß abgehalten werden können, weil in der Ost-Ukraine diese Separatisten es verhindern werden, dann wollen eben Merkel und Hollande EU-Sanktionen verschärfen …[vorwurfsvoll] Sie sind ja nicht einmal mit den derzeitigen sehr sanften Sanktionen gegen Russland einverstanden …“

Mal abgesehen von der schwachen Rhetorik, die wie eine hängengebliebene Platte klingt, zeigt diese Haltung eines ORF-Mitarbeiters etwas sehr wichtiges:

Ob die Sanktionen nach dem Völkerrecht legitim sind, interessiert die Journalisten überhaupt nicht, weil sie die Prämisse auf der sie aufbauen kritiklos übernommen haben: dass sich Russland die Krim illegal „einverleibt“ habe und deswegen die „internationale Staatengemeinschaft“ (ein Codewort für den Willen der USA) „Strafen“ verhängen müsse, um dem Schurken Putin klarzumachen, dass solche Unverschämtheiten nicht folgenlos bleiben …warum es sich dabei nicht um einen Bruch des Völkerrechts handelt, habe ich ja im letzten Beitrag erläutert.

NATO eastern expansionDoch da die geopolitischen Hintergründe dieses Konflikts NIE IN DEN MEDIEN ERWÄHNT WERDEN (siehe dazu auch meinen Beitrag Cruelty in Numbers) und stattdessen den Zuschauern vorgegaukelt wird, es handle sich wieder einmal darum, dass der Westen seinen angeblichen Wertekanon gegen einen bedrohlichen Schurken („den jeweils neuen Hitler“) verteidigt, fällt diese wichtige Aussage des FPÖ-Politikers auf unfruchtbaren Boden bei den beiden Journalisten.

COGITO ERGO SUM? (oder fehlt da was?)

Die beiden „Journalisten“ sind darauf geeicht worden, in Russland bzw. Putin den Schurken und im Westen den „Guten“ zu sehen. Seit Monaten leben sie in einem medialen Echo-Chamber, das ständig diese Botschaft verbreitet. Alternative Medien und Personen, die diesem manichäischen Weltbild energisch widersprechen, werden als „pro-russische“ Handlanger, oder „anti-amerikanische „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert oder – noch effektiver – einfach ignoriert. Zensur durch Schweigen wirkt enorm (das sehen wir ja auch seit Jahren am Beispiel der „Meldungen“ über den „Nahost-Konflikt“ und die absurden „Friedensgespräche“ mit der isarelischen Regierung).

Herr Vilimsky kommt nun mit seinen (der Realität entsprechenden) Behauptungen daher und wird als enormer Störfaktor dieses etablierten Werte-Systems wahrgenommen. Was tun? Eine inhaltliche Auseinandersetzung ist riskant, denn dann müsste einmal all das auf den Tisch kommen, was in den Medien unterschlagen wird (die systematischen Verbrechen der USA, die ständige „Intervention“ in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, deren „Verschwinden“ in den Medien Harold Pinter in seiner Nobelpreis-Rede so treffend als „brillianten Akt der Hypnose“ bezeichnet hat).

Kissinger truthDas ist zu gefährlich. Deshalb ist die effektivste Methode folgende: ignorieren und einfach das Thema wechseln. Sollte die „unerwünschte“ Botschaft nochmal erwähnt werden, hilft immer noch die ad hominem Attacke. Die „pro-russischen“ Häretiker werden dann als korrupte Marionetten Putins diffamiert, oder ihre gegen-den-Strom-Schwimmen– Attitude wird als Ausdruck ihre „rechten“ Gesinnung in den Dreck gezogen. (Beide Methoden werden später gegenüber Vilimsky angewendet).

DIE KOMMISSION GEGEN PRO-RUSSISCHE UMTRIEBE macht weiter

Ulla Kramar-Schmid, eine Journalistin vom PROFIL reagiert auf den Satz

Als Europäer darf man sich hier nicht zum Spielball amerikanischer Propaganda machen lassen“

so: „Bleiben wir mal bei der Ukraine ..“ (als ob die Frage der amerikanischen Propaganda nicht gerade im Fall der Ukraine von ENORMER BEDEUTUNG sei sie selbst verkörpert die Effektivität dieser als Waffe eingesetzte „strategic information“ und kriegt anscheinend nichts davon mit) und erklärt dem staunenden Zuschauer, dass die Übergangsregierung in Kiew von der EU anerkannt sei und auch „auch über eine Mehrheit im Parlament verfügt“.

Frau Kramar-Schmid, wollen Sie mal sehen, wie es im Parlament in Kiew heute zugeht, wenn die Regierung kritisiert wird:

Dann werden die Häretiker von der FPÖ, vertreten durch Vilimsky, wieder mit der „Inquisition“ gegen pro-russische Umtriebe konfrontiert, weil die Fraktion jüngst von „einer Putschistenregierunggesprochen und sichdamit der Wortwahl Russlands bedient habe. Frau Kramar-Schmid fragt dann weiter, ob er sich nicht davon distanzieren wolle.

Herr Vilimsky versucht der Dame noch mal klarzumachen, dass es hier um „keine ordentlich gewählte Regierung handle, der „Präsident“ verfassungswidrig im Amt sei, weil die alte Regierung ja mit Waffengewalt vertrieben und das Parlament (was davon übrig blieb) eingeschüchtert wurde, um die Enthebung des gewählten Präsidenten scheinbar zu legalisieren.

(Was der gewählte, vertriebene Präsident dazu sagt, ist hier zu sehen. Bei uns darf dieser ja gar nichts mehr sagen …

Der ganze Prozess war eine Form schwerer Nötigung und natürlich verfassungswidrig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum die Regierung in Kiew in anderen Teilen des Landes nicht akzeptiert wird und auf den YouTube Videos aus dem Osten fast immer ein aufgeregtes „Faschisti, Fachisti!“ zu hören ist.

Davon weiß aber Frau Kramar-Schmid offenbar nichts, denn ihre Wahrnehmung wurde ja von „pro-amerikanischen“ Kräften geformt, was sie allerdings nicht bemerkt hat. Vilimsky fängt wieder von den Blackwater Söldnern „mit Sturmgewehren“ an, die er auch auf dem Maidan vermutet.

Er weist darauf hin, dass die vertriebene Regierung, „ordentlich gewählt war“ während die jetzige „Regierung“ eingesetzt wurde, ohne demokratische Legitimation sei, also die Illegalität der Regierung außer Zweifel steht; dann wird er vom ORF-Mitarbeiter Wagner unterbrochen, der wie ein echter Presse-Papagei die talking points von Frau Kramar-Schmid wiederholt:  „… mit einer Mehrheit im Parlament.. darauf betont Vilimsky: „mit sehr vielen Repressionen“ wird schon wieder vom ORF unterbrochen .“. auch von der Janukowitsch Partei“.

Spätestens an diesem Punkt wurde mir klar, dass hier zwei Idioten (the ugly truth, I am sorry) vor mir sitzen, die keine Ahnung haben, was in Kiew wirklich passiert ist, weil sie Opfer ihres eigenen Systems geworden sind, das rund um die Uhr die Propaganda des US-Außenministeriums verlautbart und sich hinter „Presseagenturen“ versteckt.

NATÜRLICH handelt es sich hier um eine „Putschregierung“, das ist doch völlig klar und jeder doch denken, kann weiß das auch (das ist ja auch der Grund, warum viele deutschsprachige Redaktionen mit Beschwerden der Zuschauer und Leser überschwemmt wurden).

DIE  SPRACHPOLIZEI  ERMITTELT (aber nur in eine Richtung ..)

Dass sich hier jemand „der Wortwahl Russlands bedient“ als „Argument“ sprich implizite Schuldzuweisung, in einer politischen Debatte vorzubringen, ist derartig dumm und infam, dass einem die Spucke wegbleibt.

Hier zeigt sich auf erschreckende Weise, wie indoktriniert unsere Journaille tatsächlich ist, weil sie das „belief system“ der US Außenpolitik so aufgesogen haben, dass sie glauben, es sei ihr eigenes. (das wahre Ziel jeder effektiven Propaganda).

Und der größte Witz ist, dass die Papageien-Journaille selbst sich laufend „der Wortwahl der USA bedient“, aber eben nicht „schnallt“, dass die Quelle, aus der die „Meldungen“ über die Ukraine sprudeln, im State Department zu finden ist.

Wie sehr das eingebläute Freund-Feind-Denken dieser beiden „Journalisten von der traurigen Gestalt“ ihre Fähigkeit logisch zu denken einschränkt, sieht man auch daran, dass als Gegenargument (zur Verharmlosung der zutreffenden Bemerkungen über die „weggeputschte Regierung“ von Herrn Vilimsky) nur der Einwurf „von der EU anerkannt“ kommt.

  • Wenn also die EU („NATOstan“) etwas für legitim erklärt, stimmt das natürlich: keine kritischen Fragen, keine Untersuchung, was tatsächlich passiert ist. Alle Stimmen, die dieser Version widersprechen, werden ausgegrenzt,  diffamiert oder – noch besser – ignoriert.
  • Die USA (und ihre europäischen Vasallen) sind doch die „Guten“, die für „demokratische Werte“ stehen, fragen Sie doch mal die Leute im Irak, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan, in Pakistan, im Iran, in Palästina, im Sudan, in Chile, Bolivien, Venezuela, Indonesien, im Yemen oder in Serbien, Kroatien, etc,…. Die Liste ist endlos lang.
  • Wenn Russland oder Putin etwas für legitim erklärt, kann das unmöglich so sein, denn dann würde ja Putins Rolle als hinterhältiger Intrigant, der ein neues russisches Imperium schaffen will, ins Wanken geraten. Also wirken die beiden oben genannten Mechanismen und natürlich noch der Drang zur Konformität mit der Mehrheit, was viel bequemer ist, als gegen den Strom zu schwimmen.

Herr Wagner (ORF) sagt über die Vorfälle auf dem Maidan am 22.Februar dann:

demonizing putin_hitler„Wir haben hier sicher nicht die Möglichkeit, alles aufzuklären, aber ich muss Ihnen schon sagen (tadelnder, schulmeisterlicher Ton) ihre Sicht der Dinge muss man als pro-russische sehen …“

SO WHAT? Wenn ich mich auf Ihr rhetorisches Niveau begebe, Herr Wagner …muss Ihnen schon sagen, Ihre Sicht der Dinge muss man als pro-amerikanisch also „anti-russisch“ sehen! 

Dann Wagner weiter: „Herr Janukowitsch war plötzlich nicht mehr da, er ist außer Landes gegangen, wurde nicht verhaftet…“

Wie schon oben gesagt, da der ORF sämtliche Augenzeugenberichte, Videos und sogar die Statements von Janukowitsch selbst über die massiven Repressionen gegen das Parlament in Kiew sowie Todesdrohungen ausgeblendet hat (man bringt natürlich nur „selektiertes“ Material der Presseagenturen, die hauptsächlich als Verteiler für PR und Propaganda dienen) fehlt der politische Kontext, den die kritischen Beobachter weltweit sowie Herr Vilinski mit seinen guten Kontakten in die Ukraine, natürlich kennen.

Wagner spricht nur von „Auseinandersetzungen“ auf dem Maidan, von „Bewaffneten“und räumt ein, dass es vielleicht Dinge gibt, von denen „wir“ nichts wissen. Und wieder kommt der (pro-amerikanische) „bias“ zum Vorschein: er zweifelt die Aussagen über die „Söldner auf dem Maidan“ an, weil es dazu keine Beweise gäbe. Gleichzeitig aber übernimmt er die offizielle Darstellung (derjenigen, die den Putsch organisiert haben), dass „von Regierungsseite auf den Maidan geschossen wurdeund es daraufhin dutzende Tote gab anstandslos.

Dass aber die offizielle Version mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die MONITOR-Recherche des WDR und das abgehörte Telefonat des Außenministers von Estland mit Catherine Ashton).

una unso-gladioVilimsky beweist wiederum Engelsgeduld und erklärt den beiden Autisten, dass er es durchaus verstehe, warum (nicht nur) der Präsident geflüchtet sei [er kennt ja die wahren Umstände des Putsches]: „aus nackter Angst um ihr Leben“. (Wer die Vorbilder der ukrainischen Neo-Nazis kennt, weiß mit welchen Psychopathen wir es hier zu tun haben)

Er betont noch einmal, wie wichtig es sei, mit den Leuten vor Ort zu sprechen, weil es (implizit) eine ungeheure Propagandawelle gäbe, die natürlich von den Urhebern des „regime change“ lanciert werde, um die wahren Umstände des Putsches und die Rolle der Neo-Nazis zu vertuschen. Er habe Berichte vom ehemaligen ukrainischen Botschafter, der natürlich viel besser wisse, was dort wirklich geschieht und auch andere Kontakte in der Ukraine würden es ihm erlauben, die Lage dort realistisch zu bewerten.

Aber wieder geht keiner der beiden Autisten auf die realistische Perspektive von Vilimsky ein, stattdessen erbost sich Frau Kramar-Schmid darüber, dass sich der Parteiobmann der FPÖ „am Höhepunkt der Krise mit einem russischen Diplomaten getroffen habeQuelle horreur! Damit nicht genug: der Parteiobmann hält Putin auch noch für einen „Demokraten“! Wo kommen wir denn dahin?

Und als Krönung kommt was? Die neuerliche, ultimative Stigmatisierung für einen Politiker in Zeiten wie diesen: Sie senden ganz klar pro-russische Signale aus!“

Dass sie selbst ununterbrochen „pro-amerikanische“ Signale aussendet, ja ihre gesamte Perspektive der Ereignisse in der Ukraine aus dem State Department stammt, begreift sie einfach nicht. Wozu auch, ist ja auch zur Berufsausübung nicht erforderlich und schließlich ist sie ja nur eine(r) unter tausenden anderen Papageien der Presse-Fabrik aus der heutzutage die „Meldungen“ kommen.

Vilimsky spricht dann das aus, was das große Problem ist:

Ich würde sagen, Wir verständigen uns darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind ..“

(genau das können oder wollen die beiden Presse-Vertreter aber nicht)

warstateEr kritisiert die Tatsache, dass die absolute Rollenverteilung – Putin, der Böse und die Amerikaner die Guten – eine grobe Verzerrung der Realität ist. Am Beispiel der Todesstrafe ließe sich demonstrieren, wie einseitig die Kritik verteilt wird: während man Putin vorwirft, er sei intolerant gegenüber Homosexuellen, kann man den USA vorwerfen, dass dort immer noch Menschen auf grauenhafte Weise vom Staat umgebracht werden; „

Dem muss man hinzufügen, dass – was die aggressive „Außenpolitik“ betrifft, die Schuld der USA viel, viel schwerer wiegt als alles, was Russland je getan hat. Es gibt ja hunderte Bücher und Dokus, die diese Verbrechen dokumentieren (vor allem von ehemaligen CIA-Agenten oder Offizieren bzw. Soldaten sind erschütternde Berichte vorhanden).

Vilimsky spricht nochmal davon, dass er sich Österreich in einer neutralen Vermittlerrolle wünscht, worauf die Profil-Journalistin wieder mit ihrem „Sie sind ja selbst nicht neutral!Einwurf nervt …. weil der Witz dabei ist, dass das auch auf Sie selbst zutrifft (ebenso auf Herrn Wagner), der ihr sofort zustimmt.

Was beide anscheinend nicht begreifen: wenn es um die Wahrheit geht, um ungeheuerliche, subversive Verbrechen im Ausland, die ganze Völker ins Elend stürzen und oft in einem Blutbad enden, kann und DARF MAN NICHT NEUTRAL SEIN.

Die FPÖ sollte hier nicht versuchen, sich hinter dem Begriff Neutralität zu verschanzen, sondern ganz klar sagen: wir sind in diesem Fall auf der Seite Russlands, weil es nicht Russland war, dass der Ukraine seit Jahren mit 5 Milliarden Dollar (Nuland) eine massive, subversive „Faulbrandinfizierung“ (siehe Pinter Rede) verpasst hat, die zu einem blutigen Bürgerkrieg und zu einem Weltkrieg führen kann.

In der Folge wird dann die Wahlbeobachter-Kommission auf der Krim in den Dreck gezogen, über die ich im letzten Beitrag berichtet habe: klassisches Beispiel für confirmation bias. Dann muss natürlich auch die Abstimmung selbst verunglimpft werden (obwohl keiner der anwesenden Journalisten dabei war)

Herr Wagner hat sich aber anscheinend noch nicht genug blamiert, denn er feuert dann eine (vermeintliche) Breitseite auf die FPÖ ab, indem er deren „Wahlbeobachter“ unterstellt, sie hätten auf der Krim „einen Persilschein“ ausgestellt. Woher er das weiß? Putin selbst habe eine Kommission beauftragt, die Wahlbeteiligung, etc. zu untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass nur die Hälfte teilgenommen habe und davon hätten höchstens 50-60% für die Eingliederung in die russische Föderation gestimmt. Dann wörtlich:

Ist das nicht extrem peinlich, wenn man sich unter nicht geklärten Bedingungen zum Wahlbeobachter machen lässt? Dann fährt man hin, gibt einen Persilschein ab und dann sagen die Russen, nachdem sie sich die Krim einverleibt hatten, Ätsch, war gar nicht so!

Dass diese Meldung (von der extrem niedrigen Wahlbeteiligung etc.) von Julia Timoshenko lanciert wurde, die sehr enge Beziehugen zu „gewissen Kreisen“ in den USA pflegt, hat Herr Wagner nicht verstanden.

Dass Andrey Illarionov – der sich von der amerikanischen „Rechten“ als Putin-Basher einspannen ließ und heute für die neo-liberale Hochburg der USA, das CATO-Institut arbeitet, (das „liberty and prosperity“ der Superreichen verteidigt, zu denen auch Timoshenko gehört), jene Statistik publiziert hat, in der angeblich in den letzten drei Jahren (nur) zwischen 23 und 41% der Krim-Bewohner einer Eingliederung in die russische Föderation zustimmen würden, weiß er offenbar auch nicht.

Dass Illarionov einfach behauptet, zwei Drittel der Krimaner seien gar nicht zur Abstimmung gegangen, aber keine Beweise dafür vorlegt, macht auch nichts. Er „zitiert“ übrigens Timoshenko, um seine Aussagen zu untermauern und die beruft sich auf einen Tatarenführer,  der auch keine Beweise hat.

Solange eine „Meldung“ in das vorgefertigte Deutungsmuster passt (der in diesem Fall „Putin ist ein Arschloch“ heißt), wird sie enthusiastisch aufgenommen. Illarionov ist ein direkter politischer Gegner Putins, er tritt in zahlreichen Veranstaltungen der russischen „Opposition“ auf (die große Unterstützung aus den USA erhält) und kommt deshalb – ebensowenig wie „das Biest“ Tymoshenko als „seriöse“  Quelle für solche Meldungen  in Frage. Er ist auch ein großer Unterstützer des verurteilten Oligarchen Khodorkovsy, der kürzlich von Putin begnadigt wurde.

Was einfach dabei ignoriert wird ist der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in Kiew: dieses Ereignis und die damit verbundene Gewalt der Neo-Nazis könnten natürlich dazu geführt haben, dass viele Menschen auf der Krim sich lieber an Russland klammern.

march 18 referndum pro RussiaAußerdem ist die Krim seit 240 Jahren “russisch” und die Mehrheit der Bewohner auch. Wenn man dann auch liest, dass unter den Auftraggebern der „Umfragen“  die „Institute“ der Republikanischen u. der Demokratischen Partei in den USA sind  hat sich die Sache eigentlich erledigt.

Wir können nicht nachprüfen, wie viele Menschen tatsächlich zur Abstimmung gingen und für Russland votiert haben, doch die Aussagen von Beobachtern wie Stadler und die Affinität der Krim-Bewohner für Russland sprechen eher für eine große Zustimmung als Ablehnung.

Die Krim war der letzte Teil der Ukraine, die von der Nazi-Herrschaft im zweiten Weltkrieg von der Roten Armee befreit wurde – unter enormen Opfern. Das haben die Menschen dort nicht vergessen. Wenn sie also die Neo-Nazis von Svoboda & Co. sehen, die Nazi-Kollaborateure wie Helden verehren und in Kiew die gewählte Regierung stürzen, ist es sehr natürlich, dass sie sich Russland zuwenden. Nicht zuletzt geht es ihnen dort auch besser: z.B. Pensionen werden nach der Eingliederung angehoben (dem höheren russischen Standard angepasst).

Und wieder sehen wir hier, wie der confirmation bias wirkt, denn letztlich läuft die Argumentation der Journalisten darauf hinaus, dass Putin ein hinterhältiger Intrigant ist – und daraus abgeleitet, sind alle „pro-russischen“ Kräfte ebenso verdächtig, aber der Westen wird als vertrauenswürdig dargestellt. Das ist aber angesichts der historischen Realität einfach ein Witz und keine stichhaltige Argumentation.

Wagners Hieb auf die „ungeklärten Bedingungen“ der Beobachter-Kommission kommt wie ein semantischer Bumerang zu ihm zurück, denn die „Beobachter“ unter Leitung der deutschen Bundeswehr (siehe dazu meinen Beitrag: Meldungen vom Fließband) waren auch unter dubiosen Bedingungen in der Ukraine unterwegs und wurde von der gesamten Fließband-Presse irreführend als „OSZE“-Kommission“ bezeichnet, weil niemand die Quelle der Meldung geprüft hat.

Vilimsky hat natürlich recht, wenn er darauf hinweist, dass „eine Abstimmung eine Abstimmung“ sei und wenn bei Europawahlen meistens weniger als 50% wählen gehen, bedeutet nicht, dass die Wahl ungültig ist. (Wagner hatte gesagt, eine „Minderheit habe mit ihrer Stimme die Vereinigung mit Russland erzwungen“.) Dann ruft er aus:

ORF: Ja aber fair muss eine Abstimmung stattfinden! Und weiter: „Wo tausende mit Waffen herumstehen, haben die Leute unbeeinflusst ihre Stimme angegeben? Das meinen Sie doch nicht ernst? (Das Parlament in Kiew wurde dazu genötigt, den gewählten Präsidenten abzusetzen, damit eine Putschregierung ins Amt kommt – wieso regt sich Wagner darüber nicht auf? Die Antwort kennen wir …)

Dass die russischen Truppen in Erscheinung treten mussten, weil sonst die Abstimmung von  der Putsch-Regierung Kiew verhindert worden wäre, (die Neo-Nazi Schlägertruppen waren bereits unterwegs) begreift Wagner in seinem Tunnelblick nicht. Im Gegensatz zu der brutalen Repression in Kiew und jetzt im Süd-Osten, wo Kampfhubschrauber und paramilitärische „Einheiten“ (bezahlte Killer) eingesetzt werden ist auf der Krim von russischer Seite kein einziger Schuss gefallen.

Die ukrainische Marine, immer mehr Teile der Armee und der Polizei weigern sich , für die neue Regierung Dienst zu tun, genau deshalb müssen ja immer mehr „Söldner“ aus dem Ausland geholt werden bzw. wurden Neo-Nazis in die „Nationalgarde“ integriert.

1 Kathyn then Odessa nowDas pogromartige, grauenvolle Massaker in Odessa haben diese beiden Papageien gar nicht mitbekommen, stattdessen echauffieren sie sich ständig über die „pro-russischen Sympathien“ der FPÖ.

Sie hören nicht die Stimmen jener, die bezeugen, wie brutal die faschistische Regierung in Kiew die Opposition unterdrückt, wie grausam die Neo-Nazis Menschen ermorden, weil sie als „pro-russisch“, „Moskali“, und somit als Verräter und Feinde wahrgenommen werden. (Die Leute in Odessa und auch im Osten wollten ursprünglich keine Abspaltung sondern mehr regionale Selbstbestimmung, dass sie ihre politischen Vertreter selbst wählen können, anstatt von Kiew wieder einen Millionär mit einer Privatarmee vorgesetzt zu bekommen undsie wehren sich gegen die irrationale Hetze der Svoboda-Partei gegen alles „russische“ )

WEHRET DEN ANFÄNGEN

Für uns ist Toleranz ein Verbrechen“ dieser Satz des Chefideologen der Svoboda-Partei dürfte den beiden Autisten auch unbekannt sein, ebenso wie deren Parteiprogramm und historische Vorbilder. (Siehe dazu „Goebbels in Galizien“ hier auf diesem Blog für mehr Info).

Sie begreifen anscheinend auch nicht, dass diese Form der „Befragung“, die sie durchgeführt haben, zwar an der Oberfläche harmlos aussieht, aber wenn man genauer hinsieht, in dem gleichen Geist geführt wurde, der in den 1950er Jahren in den USA schließlich zu einer Hexenjagd gegen vermeintliche Kommunisten führte und somit „anti-amerikanische“ Umtriebe aufdecken sollte.

Diese von „oben verordnete“ und durch Indoktrination herbeigeführte Einstufung von Menschen in eine verachtete und schließlich verhasste Kategorie ist der Nährboden, aus dem der Holocaust entstanden ist.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen und den Kontext anpassen, würde aus „russische Sympathien“ (also dem neuen „Feindbild Russland“) dann „jüdische Sympathien“ oder „Judenfreund“ werden (mit dem alten Feindbild „Juden“) … ein absurder Vergleich?

Keineswegs. Oleh Tyanybok, der Parteichef von Svoboda (früher Sozial Nationalistische Partei der Ukraine) spricht ja davon dass die Ukraine „von einer Jüdisch-Russischen Mafia“ beherrscht werde und führende Historiker, die die Neo-Nazi Bewegung in Europa analysieren, fördern noch beängstigenderes Material zu Tage.

Aber diesem Mann haben doch Lady Ashton und andere hochrangige Politiker aus Europa und Amerika die Hand geschüttelt, also muss er doch – nach der schlichten Logik dieser beiden Autisten – ein „Guter“ sein, oder? Und „Sanktionen“ verhängen wir doch immer nur gegen die „Bösen“, den gerade aktuellen neuen „Hitler“ ….

Na dann gibt es ja keinen Grund zur Aufregung, höchstens Grund zur Verzweiflung …

Denn unsere Autisten- und Papageien-Journaille beweist, dass man selbst in einer sogenannten „Informationsgesellschaft“, in der alle rund um die Uhr Zugang zu Medien haben, „NICHTS DAVON GEWUSST HAT“, wenn faschistische Banden Menschen terrorisieren und umbringen …. Weil sie als willige Erfüllungsgehilfen der Machteliten des Westens dafür sorgen, dass diese Informationen unterdrückt werden ….

Am 22. April marschierten die Neo-Nazis in Kiew, wo es zu Zusammenstößen mit den weniger radikalen „Rebellen“ des Maidan kam …

Am 27. April attackierten radikale Nationalisten (Fußballfans) eine Gruppe friedlich demonstrierender Regierungskritiker in Kharkov …

Am 29. April marschierten die Neo-Nazis in Lviv zum Gedenken an die Gründung der galizischen Division der Waffen-SS.

Doch was kümmert das unsere Presse?

 

P.S. (Zum lächerlichen „Faktencheck“ des ORF über die Präsenz von US-Söldnern nehme ich im nächsten Beitrag Stellung)

Ukraine (8): Wer ist hier der KRIMinelle?

 

propagandaschauAngesichts der seit Monaten andauernden, medialen Manipulationskampagne zur Dämonisierung Putins (sprich: Zerstörung seiner Glaubwürdigkeit und Hetze gegen Russland) wird einem Angst und Bange. Diese „Journalisten“, die sich zur „intellektuellen Elite“ zählen, haben anscheinend gar nichts begriffen, wenn es darum geht, die realen geopolitischen Machtverhältnisse und die Absichten dahinter, zu verstehen.

In Odessa wurden höchstwahrscheinlich zwischen 100 und 300 Menschen in einem Neo-Nazi Pogrom abgeschlachtet, aber unsere „Presse“ kriegt nichts davon mit. Sie fungieren nur mehr als Verteiler der „Meldungen“, die von den Machtzentren dieser Welt lanciert werden und arbeiten dann die „Talking Points“ ab, die man ihnen vorgegeben hat. What a shame…

Schön langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie die Deutschen und Österreicher sich in den 1930er Jahren gefühlt haben müssen … rund um die Uhr bombardiert mit Propaganda. Wenn wir das Internet nicht hätten, wären wir verloren …

GEWALT IM POLITISCHEN VAKUUM

GDP impact EU vs Russia

Vergleich BIP-Entwicklung Ukraine – oben EU-Abkommen, unten russische Zollunion

Anstatt die wirtschaftlichen, sozialen und innenpolitischen Hintergründe als Kontext der Unruhen in den Industriegebieten der Ost-Ukraine zu erläutern, wird ständig suggeriert, dass Putin für den Volksaufstand verantwortlich sei. Dieser Vorwurf wird zwar nie mit Beweisen untermauert, aber alleine die ständige Wiederholung hat einen Brainwashing-Effekt.

Vielleicht habe ich ja nicht gründlich genug gesucht ….?

 

  • Kann mir jemand nur einen einzigen Artikel in der deutschen Presse zeigen, in dem die „pro-russischen Aktivisten“ ausführlich zu Wort kommen und in einem kohärenten Statement zusammengefasst wird, was diese Leute wirklich wollen?
  • Kann mir jemand einen einzigen „Beitrag“ in den Rundfunk-Medien zeigen, in dem das Parteiprogramm der Svoboda-Partei analysiert und die historischen und aktuellen Wurzeln der Neo-Nazi Bewegung untersucht werden? (Das ist schwer möglich, denn die Existenz dieser Neo-Nazis wird nicht einmal als Fakt akzeptiert bzw. präsentiert …!)

DER KRIM-(INFO)-KRIEG

Economist Putin diffWas ich bisher verabsäumt habe, ist darauf näher einzugehen, was als Grundlage für die Dämonisierung Putins herangezogen wird: die angeblich illegale „Annexion“ der Krim. Russland habe sie “überfallen”, mit Militärpräsenz die Leute eingeschüchtert, damit sie bei der Abstimmung „richtig“ wählen usw. Diese Vorwürfe geistern seit Wochen ständig durch die Medien und als die Unruhen in der Ost-Ukraine losgingen, wurden sofort Vergleiche mit der Krim hergestellt (warum nicht mit den Aufständen in Kiew?).

Damit wollte man die „core message” verstärken, dass es sich in beiden Fällen um „russische Aggression“ handle und die Gründe für das Vorgehen der dortigen Bevölkerung nicht Ablehnung der faschistischen Putsch-Regierung sowie Ausdruck der Forderung nach mehr Selbstbestimmung (Föderalismus) seien, sondern die Intrigen Moskaus.

Ich möchte auf zwei Wegen diese Behauptung entkräften:

  1. Durch Augenzeugenberichte neutraler Beobachter der Abstimmung auf der Krim
  2. Durch Erläuterung der Rechtsgrundlagen des Völkerrechts, die hier zur Anwendung kommen

DIE BEOBACHTER-KOMMISSION

Der österreichische EU-Abgeordnete Ewald Stadler war als neutraler Beobachter gemeinsam mit anderen Parlamentariern aus Griechenland, Italien, Belgien und dem Baltikum während der Abstimmung auf der Krim vor Ort und berichtete in einer (sehr schlecht besuchten) Pressekonferenz am 19. März 2014 über seine Erfahrungen (siehe dazu das Video unten).

Organisiert wurde die Mission von der Organisation EODE (Eurasian Observatory for Democracy and Elections), das von einem Belgier namens Luc Michel geleitet wird. (Ich kenne diese Gruppe nicht und bin sehr vorsichtig mit solchen „NGOs“, aber Stadler berichtet, was er persönlich auf der Krim gesehen hat und ich habe keinen Grund, an der Authentizität seiner Aussagen zu zweifeln.)

Hier eine Zusammenfassung seiner Aussagen:

Stadler ist offensichtlich sehr empört, weil die Presse-Berichte über die Vorgänge auf der Krim absolut nicht mit dem übereinstimmen, was er dort mit eigenen Augen gesehen hat. Wörtlich sagt er „es wird hetzerisch berichtet“ [was wir alle – die noch selbst denken  – nachvollziehen können!] und jeder der mit diesen Propagandameldungen nicht konform gehe, werde diffamiert.

Die Beobachter konnten sich auf der Krim frei bewegen. Sie sahen kein Militär auf den Straßen, keine Absperrungen, keine Check-Points. Die Fotos, die in den Medien gezeigt wurden (und das Gegenteil beweisen sollten), seien nachweislich in der Ukraine aufgenommen worden. Die Putschregierung wollte auf diese Weise erreichen, dass die Leute Angst bekommen und nicht in die Ukraine fahren. Auf diese Weise könnten sie sich nicht selbst davon überzeugen, was dort wirklich los ist.

Dass die Putsch-Regierung Reisen in den Süden erschwert hat, zeige sich auch daran, dass es keine Flüge mehr von Kiew nach Simferopol gabund die Beobachter über Moskau anreisen mussten.

ABSTIMMUNG KRIM

ua krym coat of armsDie Abstimmung auf der Krim sei in einer „sehr entspannten Atmosphäre“ erfolgt. Die Ordnungskräfte waren in keinem Fall bewaffnet und nur deshalb notwendig, weil der Andrang zu den Wahllokalen so groß war.

Die Bevölkerung der Krim war nahezu geschlossen für die Eingliederung in die russische Föderation. Es gab auf den Stimmzetteln auch die Option für eine größere Autonomie innerhalb der Ukraine zu stimmen. Leute die sich dafür entschieden haben, wurden in keiner Weise drangsaliert. Die Wahlurnen seien durchsichtig gewesen, sodass eine transparente Stimmabgabe (mit offenen Stimmzetteln, die teilweise gefaltet wurden) möglich war. Die Stimmung auf der Krim sei eindeutig pro-russisch, weil dort ja auch überwiegend Russen leben [und das seit Katharina der Großen, also seit mehr als 200 Jahren).

Es sei überhaupt nicht seltsam, dass die Zustimmung so groß war mehr als 96%), weil die „Bevölkerung schon seit 10 Jahren über die Misswirtschaft der Regierung in Kiew murrt“ auch schon unter Julia Timoschenko.

Dann kommt Stadler zum rechtlichen Aspekt der Abstimmung und betont vor den Journalisten, dass die Menschen auf der Krim „ihr Selbstbestimmungsrecht in Einklang mit dem geltenden Völkerrecht ausgeübt“ hätten. Er sei entsetzt darüber, dass sich kein Journalist mehr die Mühe mache, Dokumente selbst anzuschauen, auf deren Grundlage brisante politische Entscheidungen getroffen werden. [Dem kann man nur zustimmen].

Im ArtikeI I, Abs. 2 der UN-CHARTA stehe das „Selbstbestimmungsrecht der VÖLKER, nicht der Staaten im Zentrum“. Die mediale Aufregung über die „Annexion“ bzw. die Unzulässigkeit der Abstimmung sei also eine „infame Verdrehung klarer Tatsachen“.

Stadler ist bestürzt darüber, dass hier offensichtlich „Kriegstreiber am Werk“ seien, die ein erstarkendes Russland in die Knie zwingen“ wollen. (Damit hat er absolut Recht). Das ist aber keine „Verschwörungstheorie“ sondern stützt sich auf die Publikationen von Masterplaner Zbignew Brzezinski (der der außenpolitische Mentor von Obama und (als Pole) ein Russlandhasser ist), in denen nicht nur die Ausdehnung der NATO bis vor die Tür Russlands als „notwendig“ erachtet wird, sondern auch die Zerschlagung der russischen Föderation, damit die Sonderstellung der USA als dominante Supermacht nicht gefährdet sei.

Zur Rolle der österreichischen Bundesregierung äußert sich Stadler wie folgt:

Merkel Timosh-EPP_Summit_March_2011_(67)

Merkel mit Timoshenko

Sie verhalte sich „wie ein Schoßhündchen der Frau Merkel“ und man müsse sich fragen, ob der österreichische Außenminister schon volljährig sei. Er mache jedenfalls das, was Merkel will und diese wiederum führe die Wünsche Washingtons aus. Österreich könnte als neutraler Staat eine wichtige Vermittlerrolle einnehmen und habe (früher) hohes Ansehen bei den Russen und den Ukrainern gehabt.

Die Hetze in den Medien erinnere ihn an den Vorabend des Irak-Krieges, wo sich alle Journalisten „unkritisch vor den Karren der USAußenpolitik spannen ließen“. Er erinnert an die Präsentation von Colin Powell vor der UN, wo Beweise für die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ gezeigt werden sollten. Später habe sich herausgestellt, dass es sich um plumpe Fälschungen gehandelt habe und Powell hat sich öffentlich dafür entschuldigt.

Bamford IraqDie „Zeugen“, die in der gleichen Sache vor dem Senatsausschuss auftraten, waren nie selbst im Irak, usw. Österreich solle sich für den Erhalt des Friedens einsetzen und nicht Teil der Hetzkampagne werden.

Die Sanktionen gegen russische Beamte seien „eine Lachnummer“ und würden der EU (und im konkreten Fall auch Österreich) mehr schaden als Russland. Alleine der VOEST Alpine Stahlkonzern würde im Rahmen des Southstream Projekts über eine Milliarde Euro einbüßen, wenn dieses Projekt torpediert wird (weil es die USA so wollen).

(Den energiepolitischen Hintergrund dazu liefert ein wichtiges Statement von Dirk Müller)

Die jüdische Bevölkerung sowie jüdische Rabbis beklagen in den israelischen Medien, dass sie von den Neo-Nazis drangsaliert werden – so Stadler weiter. Die Situation sei dramatisch, doch deutsche Abgeordnete die die Rolle der deutschen Bundesregierung bei der Anerkennung der Putschregierung kritisieren, werden als Mitglieder einer „rechten Allianz mit Putin“ diffamiert. Das sei ein Skandal, dass die Medien sich vor den Karren der Amerikaner spannen lassen.

Wer etwas Positives über Russland sagt, also eine Gegenposition hat, wird geschnitten (in Österreich, Deutschland und in Brüssel) betont der EU-Abgeordnete. Was Russland immer vorgeworfen werde – die Einschränkung der Pressefreiheit – finde nun bei uns statt.

Er schließt damit ab, dass es unbedingt notwendig sei, die Menschen aus der Ost-Ukraine an der (neuen) Regierung in Kiew zu beteiligen.

Sie müssen in die Gespräche einbezogen werden, damit sie nicht mehr Angst haben, dass ihre Anliegen und Rechte (vor allem in den Industriezentren mit russischer Mehrheit) missachtet werden. Das hat ja auch Putin erst kürzlich bei seinen Gesprächen mit dem Schweizer Präsidenten und OSZE-Direktor betont. Stadler warnt davor, dass die Ost-Ukraine wegbrechen werde, wenn diese Einbindung nicht stattfindet und dann wäre die Ukraine als Staat nicht mehr lebensfähig.

Er sendet diese Botschaft speziell an „jene Hetzer, die im Jänner und Februar auf dem Maidan waren, um die Leute gegen Russland aufzuhetzen. Die unglaubliche Doppelmoral des Westens, die von den Medien sang- und klanglos übernommen wird zeige sich daran, dass die demokratisch legitimierte Abspaltung der Krim (die schon vorher einen Status als autonome Republik  hatte) als illegitim angeprangert wird, während eine Putschregierung, die mithilfe von Neo-Nazis (also Gewalt und Repression) an die Macht kam, vom Westen unterstützt wird.

Zur selektiven Auslegung des Selbstbestimmungsrechts und der Akzeptanz der Methoden, mit der es umgesetzt werden soll, sagte Putin kürzlich:

Ich verstehe die Menschen im Süd-Osten der Ukraine die sich sagen: Wenn die in Kiew machen können, was sie wollen – sich bewaffnen, Regierungsgebäude, Polizeistationen und Militärbasen besetzen – warum dürfen wir dann unsere Interessen und Rechte nicht auf die gleiche Weise verteidigen?

Fast die gleichen Methoden (+ Neo-Nazi Schocktruppen , schwere Nötigung & Misshandlung von Abgeordneten) mit denen die Putsch-Regierung selbst an die Macht kam werden jetzt von derselben „Regierung“ als Begründung für den Einsatz von „Anti-Terror-Einheiten“ gegen jene angeführt, die die Rechtmäßigkeit dieses Regimes nicht anerkennen – vor allem wegen der Neo-Nazis und ihrer Terrorkampagne.

Yanukovic speaks outAls Janukowitsch – als legitimer Präsident – gegenüber gewalttätigen, von außen gesteuerten Horden für „Ordnung sorgen“ wollte, damit die Handlungsfähigkeit der Regierung und des Parlaments gewahrt bleibt, wurde er von Washington an den Pranger gestellt und die Medien droschen alle auf ihn ein (obwohl er enorme Konzessionen machte).

Als die illegitime „Regierung“ (durch einen Putsch, verfassungswidrig an die Macht gekommen) mit der gleichen Argumentation – und viel mehr Gewalt – gegen die eigene Bevölkerung losging (inklusive Nazi-Schlägertruppen und Massakern, die in den Medien völlig ignoriert werden), war das plötzlich „das gute Recht“, das Obama persönlich verteidigte.

Wie absurd ist das?

Damit kommen wir zum zweiten Punkt: Die Rechtmäßigkeit der Abstimmung und der Sezession der Krim.

ORF: ANOTHER MINISTRY OF TRUTH

Ich habe vor zwei Tagen nur ganz kurz (etwa fünf Minuten – dann hatte ich genug) in die „Wahlkampf-Showder EU-Parlamentskandidaten „gezappt“, als Ingrid Turnherr (vom ORF) gerade in inquisitorischem Ton die Kandidaten damit konfrontierte, wie „naiv“ doch die EU gewesen sei, weil sie Putins finstere Absichten nicht richtig eingeschätzt habe.

Democracy deniedIhr Tenor: Seine „Annexion“ der Krim sei quasi von langer Hand geplant gewesen und verdeutliche nur, das der Mann „seine Ziele“ mit allen Mitteln durchsetzen wurde. Dass Putin im Falle der Krim „das Völkerrecht gebrochen“ habe, ist also für Turnherr eine Tatsache und natürlich notwendig, damit die Dämonisierung des russischen Präsidenten und seine „Aggression“ dem Publikum eingehämmert wird.  (Dass die „Krimaner“ kulturell und historisch gesehen,seit mehr als 200 Jahren „russisch“ sind, und sich auch so fühlen …. interessiert die Dame nicht)

Goebbels 2Turnherr hat mit diesem Auftritt (beispielhaft für viele ihrer Kollegen) demonsriert, wie indoktriniert die Journalisten von ihrem eigenen System sind. Diese „beinharten Fragen“ sollen dem naiven Publikum suggerieren, wie unsere Presse ihre Rolle als wichtiges, demokratisches „Kontrollorgan“ erfüllt und mit solchen Sendungen dem „Informationsauftrag“ des nicht kommerziellen Rundfunks Rechnung getragen wird (den wir finanzieren müssen – wofür?).

Was sie aber wirklich demonstriert hat, waren zwei Dinge:

  • Die deutschsprachige Presse übernimmt laufend die Perspektive des US-Außenministeriums in der Darstellung politischer Ereignisse, in die – nicht nur – Russland (Putin) involviert ist und merkt es gar nicht mehr (dabei kommt der Echo-Effekt ins Spiel)
  • Die Behauptung, Putin habe das Völkerrecht gebrochen ist keine Tatsache, sondern eine Ansicht, die natürlich von der USA und ihren Vasallen verbreitet wird, um die Menschen gegen Putin aufzubringen.

Putin double standards USEUWie mehrere seriöse Kommentare erwähnt haben, hat Putin die Doppelmoral des Westens in diesem Zusammenhang zu Recht kritisiert und auf das Beispiel Kosovo hingewiesen. An diesem Beispiel lässt sich demonstrieren, dass auf internationaler Ebene mit zweierlei Maß gemessen wird und zwar nach dem „Recht“ des Stärkeren:

SOME ARE MORE EQAL THAN OTHERS

Am 22. Juli 2010 erließ der Internationale Gerichtshof (ICJ) nach Aufforderung durch die UN-Generalversammlung ein Urteil, das die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo (die in einerAbtrennung von Serbien mündete) bewerten sollte. Dies war notwendig geworden, weil Serbien die Gründung der Republik Kosovo nicht anerkannte.

Der Senat hat darin mit einer Mehrheit von 10 zu 4 Stimmen entschieden, dass „die Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 keine Verletzung des allgemeinen Völkerrechts sei, weil dieses kein Verbot für solche Erklärungen“ enthalte.

Damit ist es auf jeden Fall zumindest unseriös und unprofessionell, wenn Journalisten Putin eine Völkerrechtsverletzung unterstellen, nur weil das immer wieder auf dem amerikanischen Propagandafließband lanciert wurde. Wer sich (vor allem als Journalist) die Mühe macht, brisante Aussagen zu prüfen, bevor er sie unkritisch übernimmt, würde niemals so einen Auftritt hinlegen wie Turnherr (wie gesagt, sie ist nur ein Beispiel für viele andere „churnalists“).

Wer es ganz genau nimmt, würde dann noch folgendes erklären (damit die Leser verstehen, warum daraus eine Kontroverse entstanden ist):

Die Rechtsprechung ist selten absolut, meistens werden „Rechtsmeinungen“ vertreten, weil man fast alle Gesetze verschieden interpretieren kann (dadurch bleiben ja auch die Rechtsanwälte im Geschäft). Deshalb gibt es natürlich auch “Rechtsansichten”, die jener des ICJ widersprechen.

Warum? Weil sich hier zwei Rechtsgrundsätze gegenüberstehen, die schwer miteinander zu vereinbaren sind:

Das Selbstbestimmungsrecht einerseits und das Prinzip der Souveränität und territorialen Unverletzbarkeit eines Staates, das in der UN-Charta festgelegt ist (im Falle Jugoslawiens gab es auch noch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates – 1244), andererseits.

DIE GEGNER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

stellen das moralische Recht eines Gebietes auf Selbstbestimmung nicht in Frage, sondern stützen ihre Kritik darauf, dass die Urheber (eine nicht gewählte „Übergangsregierung“) der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo dazu nicht berechtigt waren. Zu diesem Zeitpunkt lag die Verfügungsgewalt in den Händen eines „Spezialberichterstatters“ des UN-Generalsekretärs)

DIE BEFÜRWORTER DER ICJ-RECHTSAUFASSUNG

haben mehrere Argumentationslinien vorzuweisen. Hier die wichtigsten:

  1. Der Schutz ziviler Rechte und der Menschenrechte haben im Völkerrecht hohe Priorität und dieser sei durch die Milosevic-Regierung massiv verletzt worden [von der NATO aber noch viel mehr]
  2. Das Rechtsprinzip der territorialen Integrität bzw. deren Schutz, gelte nur für andere Staaten, aber nicht für einheimische Gruppen (dieses Prinzip sollte ja Vorwände für Angriffskriege entkräften)
  3. Das Recht auf Selbstbestimmung sei ein Recht aller Völker und gelte nicht nur für ehemalige Kolonien (dieses wurde vom ICJ im Falle von Ost-Timor als „zwingendes, also unabdingbares Recht“ eingestuft, lat. jus cogens)

Es ist nach meiner Auffassung ziemlich eindeutig, dass im Fall der Krim die drei oben genannten Punkte geltend gemacht werden können, vor allem Punkt 3 als „unabdingbares Recht“ (siehe auch die UN-Charta). Punkt 1 trifft zu, weil die Neo-Nazi Truppen schon unterwegs waren, um auf der Krim „für Ordnung zu sorgen“ sprich die Opposition niederzuknüppeln wie später in Odessa. Ihr fanatischer Hass auf alles Russische hat der russischen Bevölkerungsmehrheit auf der Krim Angst gemacht und deshalb ist es ganz natürlich, dass sie bei Russland Schutz gesucht haben, das ihnen auch eine bessere wirtschaftliche Zukunft bieten kann.

Die Befürworter des Gegenarguments, dass die Gremien, die auf der Krim die Abstimmung organisierten, dazu nicht berechtigt waren (weil das über den Autonomiestatus hinausgehe) geraten in gefährliches Fahrwasser, denn nach dieser Logik, sind alle Maßnahmen, die das verfassungswidrige Putsch-Regime in Kiew angeordnet hat, ebenfalls illegal und daher null und nichtig: die Verteilung der Ministerposten, die Anordnung von Gewaltmaßnamen gegen die rebellierende Bevölkerung im Osten, die Unterzeichnung des EU-Kooperationsvertrages, des Genfer Abkommens, usw.

Damit ist klar, dass die Grundlage für die mediale Empörung über die „Annexion“ der Krim durch Russland zusammenbricht.

(Im Übrigen hat Russland durch einen Kooperationsvertrag das Recht bis zu 25.000 Soldaten auf der Krim zu stationieren, deshalb ist dort kein Soldat „einmarschiert“. Für die Nutzung der Flottenstützpunkte bezahlte Putin eine hohe Pacht und zusätzlich hat die Ukraine dafür einen sehr günstigen Gaspreis erhalten.)

MIGHT IS RIGHT

Worum es hier aber im machtpolitischen Kontext geht, ist natürlich die Tatsache, dass die „einzige Supermacht“ sich das Recht herausnimmt, im Hintergrund zu bestimmen, welche Rechtsnormen auf welche Länder anzuwenden sind. Oder anders formuliert: das Völkerrecht wird selektiv angewendet, nicht universell womit der wichtigste Rechtsgrundsatz überhaupt – nämlich die Gleichheit aller (Staaten) vor dem Gesetz – ad absurdum geführt wird.

(Dass die USA selbst die größten Verbrecher und Verletzer des Völkerrechts sind, darf nicht einmal mehr gedacht, geschweige denn ausgeprochen werden …)

Als Russland einige Monate später (nach dem Kosovo-Urteil) die Unabhängigkeit der Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien anerkannte, berief sich Putin auf die Erkenntnis des ICJ als Präzedenzfall. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los mit den üblichen Floskeln über „russische Aggression“ und kriminelle Absichten etc.

Wir sehen also, dass das internationale Rechtssystem von den USA für ihre Zwecke in Geiselhaft genommen wurde. Wenn man ein moralisches Feigenblatt für „Interventionen“ und die absichtliche Zerschlagung souveräner Staaten braucht (das englische Wort: Balkanization spricht Bände), werden diese Institutionen eingespannt um geopolitische Ziele durchzusetzen. Wenn andere Staaten sich dieser Urteile bedienen, um ihre Interessen zu fördern, ist die Hölle los.

SCHLUSSWORT

media warningAn diesem Beispiel sieht man wieder, wie unsere Fließbandjournaille (mit sehr wenigen Ausnahmen) funktioniert: statt seriöser Recherche, Überprüfen brisanter Behauptungen (die Sanktionen, also wirtschaftliche Kriegsführung und letztlich auch militärische Gewalt nach sich ziehen), werden diese einfach übernommen, ständig wiederholt und darauf aufbauend wird dann spekuliert, „was Putin will“.

So wird im Laufe der Zeit ein „neuer Hitler“ generiert, gegen den der Westen dann als imaginäre Schutzmacht der Unterdrückten mit aller Härte vorgehen muss …. aber diesmal könnte ein Weltkrieg daraus entstehen … Wie lange können wir uns solche Medien noch leisten? Die einen Krieg nach dem anderen (nicht immer mit Waffen geführt)  durch ihre Unterwürfigkeit gegenüber Washington legitimieren und die Opfer der Aggression zu Tätern machen, die eliminiert werden müssen (Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Iran, jetzt Russland etc.)?

Dazu fällt mir spontan nur eins ein: FUCK YOU ….

Wir dürfen dieses irre System icht länger unterstützen, sondern müssen mit dem „Geldbeutel abstimmen“: In diesem Sinne kauft diese Zeitungen nicht mehr und boykottiert die Rundfunkgebühren …  Für diese systemische Form der Volksverblödung dürfen wir nicht länger auch noch zur Kasse gebeten werden ..

Aber viel schlimmer ist, dass mit Hilfe dieses Fließbandes der Lügen und Desinformation andere Länder zerstört werden, nicht immer durch militärische Gewalt, sondern immer öfter durch subversive Gewalt (siehe Fata Maidana) von innen … Harold Pinter nannte das so schön „Faulbrandinfizierung“ … darin sind die USA erste Klasse und Merkel hält Obama dabei schön die Stange.

Es ist zum Verweifeln …

Verarschung für Gebühren

 

 

 

Ukraine (7): Meldungen vom Fließband

USSADie Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich: tägliche kommen neue Meldungen über Gewaltausbrüche im Osten des Landes, (aber auch an der Schwarzmeerküste, wie in Odessa) über die Medien zu uns, die wir aber nur schwer einordnen können, weil uns der notwendige politische Kontext vorenthalten wird. (Mehr dazu und über die in den Medien ignorierte Gewalt der Neo-Nazis im nächsten Beitrag)

Der paranoide Tenor im Hintergrund ist immer der gleiche: Russland bedroht die Welt und Putin ist an allem schuld (am besten wir bekreuzigen uns, wenn wir ihn sehen …) Die deutsche Journaille merkt gar nicht mehr, wie sehr sie von ihrem eigenen Apparat indoktriniert wird und dass ohne Hinterfragung des ganzen Mediensystems eine wahrheitsgemäße Darstellung politischer Absichten und Ziele unmöglich wird.

Ich möchte an zwei Beispielen zeigen, wie sehr unsere Presse als Fließband für Spin funktioniert und sich zu „churnalists“ reduzieren lässt, solange die „Meldungen“ in den vorgefertigten Rahmen passen. (Hier zunächst Nr.1):

DIE OSZE BEOBACHTER (die keine waren)

Seit Wochen sorgt ein Thema in den Medien für Schlagzeilen: Die „Entführung“ von Mitgliedern einer „OSZE-Beobachter“-Mission im Osten der Ukraine (aktuelle Meldung: sie wurden freigelassen). Natürlich wurde auch dieses Ereignis so dargestellt, dass nur „pro-russische Aktivisten“ – diesmal in Gestalt eines „selbsternannten“ Bürgermeisters – dahinterstecken können, also wieder einmal der böse, hinterhältige Putin im Hintergrund die Fäden zieht.

In praktisch allen Schlagzeilen (Ende April) wurden die festgehaltenen Männer als „OSZE-Beobachter“ bezeichnet. Hier nur einige Beispiele:

  • Separatisten setzen OSZE-Beobachter fest“ (Süddeutsche Zeitung) 26. April 2014
  • Steinmeier verurteilt Vorführung der festgehaltenen OSZE-Beobachter“ (Focus Newsticker mit Zeitangaben, aber ohne Datum ..?)
  • Deutsche OSZE-Beobachter in Ostukraine festgehalten“ (SPIEGEL Video)

Diesen Meldungen waren andere vorausgegangen, mit denen die Entsendung der OSZE-Beobachter angekündigt wurde, z.B. hier:

  • Ukraine OSZE entsendet Beobachter (FAZ)21. März 2014
  • Erste OSZE-Beobachter sind da (Tagesschau) 23. März 2014

Obwohl in einigen Presseberichten weiter hinten im Artikel erwähnt wurde, dass es hier um zwei verschiedene Gruppen ging, nahm die große Mehrheit der Leser bzw. Zuschauer natürlich an, dass es sich um die gleiche Mission handelte, was aber nicht stimmte. Die echte OSZE-Mission besteht aus ca. 130 (bis zu 500) Beobachtern, die tatsächlich Delegierte der OSZE sind und (bisher) aus 30 Mitgliedsländern kommen, die auf der OSCE-Website auch namentlich genannt werden. Diese Mission wird auch von Russland unterstützt.

Nach offiziellen Angaben hat die „Regierung“ der Ukraine diese Beobachter „eingeladen“, um auf der Basis des Wiener Abkommens von 2011 Besorgnis über „ungewöhnliche Militäraktivitäten“ (der Putsch-Regierung gegen die eigene Bevölkerung) zu entkräften. Nach diesem Vertrag sind aber alle Mitgliedsstaaten über solche Inspektionen zu informieren.

Die „festgehaltenen“ Beobachter, die Schlagzeilen machten, haben aber kein Mandat der OSZE sondern sind im Auftrag der deutschen Bundesregierung in die Ukraine gereist. Unter deutscher Führung sind aktive Offiziere aus Tschechien, Polen, Schweden Dänemark und natürlich Deutschland selbst, in Begleitung fünf ukrainischer Militärs im Land unterwegs – zu welchem Zweck und wodurch legitimiert? (Alle Länder sind „enge“ Verbündete, also Vasallen)  der USA, die das NATO-Kommando hat)

BIG BROTHER IN UKRAINE: Wer beobachtet hier wen?

Carl Neukirch, stellvertretender Leiter des OSZE-Krisenpräventionszentrums erklärte in einem ORF-Interview* am 25. April 2014 dazu folgendes:

(Einleitung ORF:Wir wollen jetzt über die Situation der festgehaltenen OSZE-Mitarbeiter sprechen13 OSZE-Mitarbeiter werden derzeit festgehalten … die Journalisten selber glaubten also auch, dass es sich um OSZE-Leute handelte … media-self-indoctrination works …!)

Neukirch:Genau genommen muss man sagen, dass es sich nicht um OSZE-Mitarbeiter handelt, sondern es sind Militärbeobachter, die bilateral auf Basis eines OSZE-Dokuments tätig sind. Wir haben parallel dazu auch eine OSZE-Mission, die schon über 125 zivile Beobachter im Land hat, auch in dieser Region, und diese Leute sind glücklicherweise nicht betroffen, aber sie helfen uns jetzt dabei, mehr über die Situation dieser Militärbeobachter […] herauszufinden“

Die Journalistin reagiert überhaupt nicht auf diese (peinliche) Richtigstellung, sondern arbeitet schön brav ihren vorbereiteten Fragenkatalog ab, der natürlich darauf basiert, dass es sich um OSZE-Mitarbeiter handelt (was ja nicht der Fall ist) … was der ganzen Sache etwas Surreales (à la „1984“) verleiht.

Sie fragt z.B. weiter: Mit wem verhandeln Sie jetzt? Worauf er ihr (zum wiederholten Mal) erklärt, dass es sich um eine bilaterale Mission (keine OSZE-Mission) handelt, die unter Führung der deutschen Bundeswehr (des Zentrums für Verifikationsaufgaben ZVBW) stattfindet, weshalb eben „OSZE im Augenblick nicht verhandelt“. Schließlich soll er noch zur Frage der Risikoabschätzung (für eine OSZE-Mission) etwas sagen und antwortet darauf, dass man eine solche nicht gemacht habe, „weil es nicht unser Besuch ist“. Für die eigene (echte OSZE-Mission) gäbe es natürlich Verhaltensregeln, aber man müsse dann vor Ort einschätzen, wo man hingehen könne und wohin nicht.

(*Der ORF hat allem Anschein nach den brisanten Beitrag mittlerweile entfernt, ich konnte ihn jedenfalls in der „TV-Thek“ nicht mehr finden, obwohl wesentlich ältere Beiträge noch vorhanden sind … so viel zum Thema „öffentlich-rechtlicher Informationsauftrag“ … forget it …!)

(Die Bundeskanzlerin hat mittlerweile erreicht, dass die OSZE offiziell „interveniert“, damit die Rolle der Bundesregierung in diesem Spiel im Dunkeln bleibt – siehe Pressemeldungen über die Freilassung …)

WAS  „VERIFIZIERT“  DIE  DEUTSCHE  BUNDESWEHR  IN  DER UKRAINE?

Axel SchneiderBereits am 23. April hat der Leiter der (fälschlich als OSZE-Mission bezeichneten) Gruppe von „Beobachtern“, Oberst Axel Schneider in einem Radiointerview klargestellt, dass es sich um zwei völlig verschiedene Dinge handelt. Auch die Journalistin von Bayern 2 spricht von Anfang an von einer „Delegation der Bundeswehr“ im Zuge der „Rüstungskontrolle“ an der ostukrainischen Grenze und fragt Schneider, was man denn in der Ukraine kontrollieren und herausfinden könne.

Schneider sagt, Ziel der Mission sei die „Überwachung der regulären, staatsbewaffneten Kräfte“ – nicht die Frage zu klären, ob es russische Spezialeinheiten gibt und ob diese die Lage verschärfen. Man habe ein „schlagkräftiges Dokument“, mit dem man überprüfen könne, „in welchem Zustand die bewaffneten Kräfte sind und was sie leisten können, ob sie offensiv oder defensiv ausgerichtet sind. Man habe auch Gespräche mit Soldaten geführt, die zeigen „wie sich die einzelnen Soldaten mit ihrem Land identifizieren“, was wiederum den Grad der „Bereitschaft, in den Einsatz zu gehen“ deutlich mache. Auch Sport und Verpflegung spielten eine Rolle und alle diese Faktoren seien zur Bewertung der „Schlagkraft der Einsatzkräfteausschlaggebend.

Was denn für ihn schon „sichtbar geworden“ sei, fragte die Moderatorin. Darauf Oberst Schneider:

Ein offensives Auftreten, möglicherweise eskalierend, wird seitens der Streitkräfte im Moment nicht agiert. Sie vermeiden alles um ein falsches Signal zu geben.“ Ob es allerdings so bleibt, könne niemand sagen. Russische Spezialeinheiten habe man nicht gesehen, das sei aber auch nicht der Auftrag gewesen.

Schließlich wundert sich die Journalistin, wieso „ein diplomatischer Auftrag von Bundeswehrsoldaten ausgeführt wird“? Darauf kann Schneider keine richtige Antwort geben. Man habe schon seit 1991 „als Soldaten eine diplomatische Funktion übernommen und das sei alles „sehr eng mit dem AuswärtigemAmt koordiniert“.

GEILENKIRCHEN GOES EAST oder What the hell is going on?

inspecting what

„Inspector“ – Wofür?

Das Interview mit Oberst Schneider wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Die „Bewertung der Schlagkraft“ und der Motivation der Soldaten (auch Polizisten und anderer „Sicherheitskräfte“?) ob sie „offensiv oder defensiv“ agieren, was hat das mit „Rüstungskontrolle“ oder mit „diplomatischen Funktionen“ zu tun? Und seit wann ist es Aufgabe der Bundeswehr, sich um den Zustand ausländischer Militäreinheiten zu kümmern? Noch dazu gerade jetzt in einer solchen Krisensituation?

Wenn die OSZE ohnehin eine offizielle Beobachtermission entsandt hat, um „Besorgnis im Zusammenhang mit ungewöhnlichen militärischen Aktivitäten“ in „Anwendungszonen für vertrauensbildende Maßnahmen“ zu entkräften (Abschnitt III. des Wiener Abkommens), was machen dann Offiziere der Bundeswehr und anderer EU-Staaten (in Zivil) in der Ukraine?

Und was genau ist mit „ungewöhnlichen Aktivitäten“ gemeint? Neo-Nazis als (politische) Oberbefehlshaber der Streitkräfte? Die Schlägertruppen von UNA-UNSO bzw. dem Pravy Sektor, die alle politischen Gegner bedrohen und auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken? (Mehr dazu im nächsten Beitrag). Wohl kaum, denn die Rolle der Nazis wird in den Medien weitgehend ignoriert, sie lassen sich ja mit „Informationen“ füttern, die PR-Firmen selektiert bzw. fabriziert haben.

Festzuhalten ist folgendes:

  • Die genannten Länder (aus denen die „Beobachter“ kommen) sind alle Mitglieder der NATO, stehen also unter dem strategischen und ideologischen Kommando Washingtons. US-NATO wiederum steht zu 100% hinter der illegitimen „Regierung“ in Kiew. Das bedeutet also, dass diese Offiziere keinesfalls als neutrale Beobachter für eine Mission in Betracht kommen, wie sie die OSZE verkörpern soll.
  • Auch die Berufung auf das Wiener Abkommen als Legitimation für die „Beobachter“ ist äußerst fragwürdig, da die angebliche Einladung für den Besuch von einer „Regierung“ stammt, die durch kriminelle und verfassungswidrige Aktionen an die Macht gekommen ist und ganz sicher nicht den Willen der Bevölkerungsmehrheit repräsentiert.
  • Wie diese „Mission“ das ukrainische Militär untersuchen soll, wenn fünf ukrainische Offiziere (als Aufpasser) mit dabei sind, ist mir auch nicht ganz klar …
  • Das ganze Gefasel von „vertrauensbildenden Maßnahmen“ im Kontext militärischer Aufgaben erscheint mir sehr heuchlerisch, denn die Crux militärischer Planung liegt doch darin, dass die „anderen“ nicht wissen, was man wirklich vorhat. Verträge über militärische „Zusammenarbeit“ sind daher mit äußerster Vorsicht zu genießen, besonders in Zeiten wie diesen …. (letztes Stadium des Plünderungskapitalismus und zunehmender Militarismus)

Carl Neukirch stellte im o.a. ORF-Interview klar, dass die (in den Medien falsch bzw. irreführend deklarierte OSZE-Mission) tatsächlich unter Leitung der deutschen Bundeswehr unterwegs war und zwar deren ZVBW.

Was ist das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBW) nach offiziellen Angaben bzw. was macht es wirklich?

ZVBW logoDiese Frage hätten die Journalisten stellen müssen, anstatt rund um die Uhr Putin-Bashing zu betreiben. Hier geht es um die Überprüfung von Vereinbarungen, die sich aus dem CFE Vertrag ergeben, der am 19. November 1990 unterzeichnet wurde, aber erst zwei Jahre später, im November 1992 für alle Vertragsparteien bindend wurde.

Während die bisherigen Rüstungsbeschränkungsabkommen keinen besonders hohen Personalaufwand zur „Verifizierung“ nach sich zogen, wurde mit dem CFE eine neue Ära eingeleitet. Es reichte nun nicht mehr, ein Segment des Militärs für Inspektionsaufgaben auszubilden, sondern alle Unterzeichnerstaaten begannen damit, eigene „Verifizierungsagenturen“ zu gründen, die dem Militär bei der Einhaltung der Vertragsbedingungen Hilfe leisten sollten.

Das ZVBW wurde im Oktober 1990 in Geilenkirchen (bei Aachen) gegründet. Der Hauptgrund dafür war, so Brigadegeneral Dr. Heinz Loquai „der voraussichtliche große Aufwand, der auf Deutschland im Rahmen des CFE-Vertrages zukam. Deutschland hatte mehr Inspektionsorte vorzuweisen als die Sowjetunion.“ Mit jedem zusätzlichen Abkommen wurde der Kontrollrahmen noch zusätzlich erweitert, was sich auch in der Personalstärke auswirkte: 1990 hatte das ZVBW 65 Mitarbeiter (nicht alle Offiziere), zwei Jahre später waren es 400.

Bei der Gestaltung des Vertragstextes samt Anhängen war natürlich die US-geführte NATO (High Level Task Force (HLTF in Brüssel) sehr stark involviert, doch in den Dokumenten wird so getan, als ob es NATO gar nicht gäbe (das Wort kommt nicht einmal vor) und auch der Warschauer Pakt wird nicht erwähnt. Stattdessen ist die Rede von “zwei Gruppen von Staaten” und jeder Staat für sich ist (formal) verantwortlich für die Implementierung des Vertrages.

NATO CALLS THE SHOTS

Doch da gibt es auch noch das Verification Coordination Committeeder NATO (VCC)

Hier handelt es sich um eine Organisation, die politische und militärische Ziele kombiniert und durch jeweils zwei Vertreter jedes NATO-Mitglieds repräsentiert wird. Üblicherweise findet einmal im Monat ein Treffen statt. Auch hier finden wir eine „Verifizierungs“- bzw. Implementierungs-Abteilung, das VICS, das mehrere wichtige Funktionen hat. Es legt z.B. die Inspektionsquoten der Mitgliedsstaaten fest (wie oft kontrolliert werden muss) und überprüft die Übereinstimmung mit den Vertragsinhalten.

Das VCC verfügt über eine riesige Datenbank und „unterstützt“ die NATO-Mitglieder dabei, relevante Daten einzuordnen und im Hinblick auf Vertragsübereinstimmung zu bewerten. Das VCC hält aber auch „Kurse“ ab, um einen „einheitlichen Zugang“ zur Implementierung der Vertragsbedingungen sicherzustellen und schließlich sorgt es auch noch dafür, dass es zu einem „Informationsaustausch“ der Unterzeichnerstaaten bei den „Verifizierungsangelegenheiten“ kommt.

Das VCC wurde bereits sechs Monate VOR der Vertragsunterzeichnung in Paris gegründet, um die die Umsetzung der Vereinbarungen zu „koordinieren“. Maßgeblich daran beteiligt war General John R. Galvin, (USA, USCINCEUR), der darauf bestand, dass NATO eine zentrale Rolle bei der Implementierung des Vertrages, der Koordination und der „Schulung“ hatte. (Unter seiner Führung als SACEUR (Supreme Allied Commander Europe) sollen die „Gladio-Strukturen“ in Europa nach dem Skandal in Italien aufgelöst worden sein .. wer’s glaubt, wird selig …) Der Vorsitzende des VCC wurde der „beigeordnete“ Generalsekretär für Politische Angelegenheiten, Gebhardt von Moltke.

Fazit: Man darf davon ausgehen, dass alle Daten aus diesen „Verifizierungsstellen“ im großen NATO-Computer in Brüssel landen, wo sie vernetzt werden und somit unter Kontrolle der USA stehen, die selbst den größten Militärapparat aller Zeiten aufgebaut hat und alle „Begrenzungsabkommen“ daher ad absurdum führt (von der NSA ganz zu schweigen – „vertrauensbildende Maßnahmen“ im Kontext der aggressiven US-Außenpolitik und NSA-Affäre – Soll das ein Witz sein?)

NATO the good terroristsEin Staat, der „Full Spectrum Dominance“ als politisches und militärisches Ziel hat, sich das Recht herausnimmt, mit allen Mitteln in jedem Land zu „intervenieren“, wenn die dortige Regierung nicht konveniert und dann auch den Moralapostel mimt und anderen Ländern Vorträge über Völkerrecht hält und „Strafen“ (für fehlende Unterwürfigkeit) verhängt – bekommt durch diese „Abkommen“ Einblick in die militärischen Strukturen aller Unterzeichner-Staaten …. Man kann doch nicht so naiv sein, zu glauben, die USA würden ihre eigenen Daten wirklich offenlegen. Außerdem gibt es da noch so etwas wie „Scheininspektionen“ ….

Aber kommen wir zurück zur Rolle des ZVBW in der Ukraine. Wenn diese Mission so nobel und durch Verträge abgedeckt ist, warum dann die Geheimhaltung? Warum werden die anderen Mitglieder nicht namentlich genannt? Warum gehen Offiziere in Zivil in ein Land (quasi im Kriegszustand) um dort die Streitkräfte zu „überprüfen“? Warum will die Bundesregierung den Anschein erwecken, dass die OSZE der Auftraggeber ist?

Darauf gibt es zwei mögliche Antworten:

  1. Die „Einladung“ war eine Falle, die die ukrainische Putsch-Regierung (beraten von amerikanischen „Freunden“) dem ahnungslosen Team gestellt hat. Man wollte die Mission torpedieren bzw. einen Eklat herbeiführen, der Putins Rolle als Erzschurke (dem die Entführung als indirekt Verantwortlicher in die Schuhe geschoben wird) noch stärker in die Köpfe der Zuschauer einbrennt. Besonders die deutsche Bundesregierung sollte gegen Russland aufgebracht werden (aus Sicht der deutschen Exportwirtschaft ist eine Konfrontation mit Russland glatter Selbstmord, das kann der „Wirtschaftspartei“ CDU nicht egal sein, deshalb ist Merkel bei den Sanktionen zögerlich)
  2. Das ZVBW (bzw. die anderen Teilnehmer) hatten in Wahrheit eine ganze andere „Mission“, nämlich die von „pro-russischer“ Seite unterstellte Spionageaktivität.

Scheinbar „neutrale Beobachter“ und „Inspektionen“ können für Spionagezwecke missbraucht werden, das liegt doch auf der Hand

Am Beispiel des Kosovo lässt sich ja demonstrieren, wie unter dem Deckmantel der OSZE „Verifizierungsmission“ Verbindung zwischen US-Geheimdiensten (inklusive privater Söldnerfirmen) und der KLA aufgenommen wurde, zur Vorbereitung der verdeckten Kooperation für den Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien. (Was nicht bedeutet, dass alle echten OSZE-Mitarbeiter darin involviert waren oder davon wussten)

Der Kriegsvorwand der „humanitären Intervention“ war ja an sich eine große Lüge, die aber erst nach der Zerstörung Jugoslawiens von wenigen Medienberichten entlarvt wurde. Die „humanitäre Katastrophe“ entstand erst DURCH den NATO-Angriff, wie auch andere Analysen später klarstellten.

(Mehr zum Vorgehen der NATO im Jugoslawien Krieg in diesem Interview)

Dass deutsche Politiker und Regierungsmitglieder uns gezielt mit Lügen füttern, um „Zustimmung“ zu bereits geplanten Kriegen und anderen (kriminellen) außenpolitischen „Maßnahmen“ zu erhalten, ist also eine Tatsache. Wenn die Medien diese Desinformation unkritisch übernehmen, hat die Gerechtigkeit keine Chance und letztlich sterben Menschen deswegen (wie gerade jetzt in der Ukraine, in Syrien, im Irak und vielen anderen Ländern der Welt).

Die Journalisten haben also eine enorme Verantwortung, die sie aber anscheinend nicht ernstnehmen.

Ein sehr interessantes Gespräch über die USA, NATO, „9/11“, Rohstoff-Kriege, die Rolle der Medien etc. gibt es hier.

DER KAISER IST NACKT (ABER BEWAFFNET)

NATOs real faceDer Historiker Dr. Daniele Ganser bezeichnet das Pentagon darin als „Angriffsministerium“ und die  NATO als „aggressive Organisation„. Er betont, dass diese Bezeichnungen im offiziellen Diskurs (der Journalisten und Politker) quasi tabu seien, weil die USA als imperiale Macht die „Deutungshoheit“ über (passende oder unpassende) Begriffe habe. Deshalb werden Leute, die sich nicht daran halten und das böse Kind beim Namen nennen sofort mit Stigma-Labels wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „anti-amerikanisch“ versehen. Das wirkt immer (besonders auf die Zuschauer).

Er bezeichnet die Rolle der Medien (als Transporteur von Lügen) als „ganz großes Versagen“ und „fundamentales Problem“. Der Mann hat ja so Recht ….

NATO – LEAVE UKRAINE ALONE

Die Rolle der NATO bei der Eskalation der Gewalt in der Ukraine wird von den Medien kaum beachtet ebenso wenig die Tatsache, dass in Geilenkirchen nicht nur das ZVBW zu finden ist, sondern ein ganzer NATO-Stützpunkt.

Von dort werden „Aufklärungsflüge“ (sprich: Spionage aus der Luft) mit den modernsten Flugzeugendurchgeführt. Ohne NATO geht in Europa (geschweige denn Deutschland) – nicht nur militärisch – gar nichts mehr. Deutschland gibt sich ja auch dafür her, dass von hier aus Drohnen gesteuert werden, die im Auftrag der US-Regierung praktisch jede Woche irgendwo Menschen umbringen (vor allem in Afrika). Dass das ein klarer Bruch des Grundgesetzes bzw. des Völkerrechts ist, spielt bei Merkel keine Rolle (sie ist ja schließlich Trägerin der „Medal of Freedom“, da weiß man, auf wessen „Freiheit“ es ankommt …).

Während die Fließband-Medien immer (vorgeben) nur fragen „Was will Putin?“ sollten sich die Journalisten mal damit beschäftigen, was die deutsche Außenpolitik eigentlich will und inwiefern diese von Washington dominiert wird.

Übrigens: Das „Nachrichten“- Fließband der Papageienpresse läuft ungehindert weiter: Immer noch heißt es „OSZE-Beobachter“ …

  • „Nach der Freilassung der OSZE-Beobachtersollen bei neuen Gefechten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk wieder mehrere Menschen getötet worden sein.“Tagesspiegel
  • OSZE-Beobachter in der Ostukraine freigelassenAPA-Meldung (APA ist die österreichische Presseagentur)
  • Die in der Ostukraine freigelassenen OSZE-Militärbeobachter sind unterwegs nach Deutschland. Das Flugzeug der Bundeswehr sei in Donezk gestartet, teilte die OSZE-Mission in der Ukraine am Samstagnachmittag mit. Die Männer, darunter vier Deutsche, wurden abends auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel erwartet – unter anderem von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). STERN Newsticker
  • Ukraine-Krise: Geiselnehmer lässt OSZE-Beobachter freiFocus

mass deceptionWas lernen wir noch daraus? „Newsticker“ sind so was von sinnlos  (und irreführend) … Was nützt es, im Stundentakt „Nachrichten“ zu bekommen, deren Wahrheitsgehalt niemand geprüft hat, weil die Presseagenturen immer als „vertrauenswürdige“ Quellen gelten? Solange alle das gleiche schreiben, kann man das auch noch als „Bestätigung“ auffassen.

P.S. Wer über die Hintergründe des modernen Presse-(Un-)wesens informiert werden will, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen:

(Siehe auch frühere Beiträge mit dem Schlagwort „Medienkritik“ bzw. „Churnalism“)