FLUECHTLINGE: THEATER und WIRKLICHKEIT

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dann brauchen auch die Menschen nicht mehr aus ihrer Heimat fliehen …

Wir erleben in den Medien derzeit ein besonderes Schauspiel: die inszenierte Betroffenheit über das Schicksal der Flüchtlinge, die zu Zehntausenden aus „Krisengebieten“ (vor allem aus Syrien) kommen, wo „der Westen“ gewaltsam und hinterlistig die politischen Machtverhältnisse ändert. Man nennt das jetzt nicht mehr Krieg oder Kriegsverbrechen, sondern „notwendige Intervention“, „Schutzverantwortung“ (R2P), etc. (politisch zu interpretieren in der semantischen Tradition der „Schutzhaft“ unter den Nazis)

Doch statt Aufdeckung der tatsächlichen Ursachen für die massenhafte Flucht (schwere Verbrechen der USA samt ihren Vasallen in Europa und im Nahen Osten) gibt es rührselige Stories über tote Kleinkinder, die an Stränden angespült werden und politische Attacken auf die Schlepper, die aus dem Flüchtlingselend Kapital schlagen.

Warum wird das Leiden (und Sterben) der Menschen während der Flucht emotional von den Medien hochgespielt, aber das von unseren Politikern verursachte zugrundeliegende Elend (Massenmord und Terror) in ihren Heimatländern unter den Teppich gekehrt?

Wenn ich Frau Illner von ihrer Talk-Runde, in ihren high-heels zu einem fünf-minütigem „Steh-Interview“ mit einem perfekt gestylten, syrischen Vorzeigeflüchtling der BILD-Zeitung (!) watscheln sehe, wird mir schlecht…

refugees hungaryDie gestrandeten Menschenmassen , die auf griechischen Inseln oder ungarischen Bahnhöfen zum Störfaktor der Ordnung werden, und anscheinend alle nach Deutschland wollen, stellen die angeblichen, „europäischen Werte“ massiv auf den Prüfstand.

Doch in einer Gesellschaft,

  • in der Sozialsysteme (und damit Solidarität mit den Schwächeren) nur mehr als wirtschaftlich-unhaltbarer Ballast präsentiert und deshalb ausgehöhlt werden, während gleichzeitig tausende Milliarden für „Bankenrettung“ zur Verfügung stehen ist es kein Wunder, wenn Unterkünfte für Asyl-Bewerber abgefackelt werden.
  • in der Regierungen sich mehr darum bemühen das „Vertrauen der Finanzmärkte“ zu gewinnen (von denen wir systematisch ausgeplündert werden), als das Vertrauen ihrer Bürger nicht endgültig zu verlieren, können Appelle an die Menschlichkeit auch nur mehr als blanker Hohn empfunden werden.

Wo war denn diese „Menschlichkeit“ als man die perfide inszenierten Kriege gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, etc. gebilligt hat bzw. noch immer unterstützt?

Dass diese Flüchtlinge „Hilfe brauchen“ ist ein Gemeinplatz, den man täglich von irgendeinem Politiker hört und die Journaille organisiert „Brennpunkte“ und Talk-Runden, um das dringende Problem zu erörtern. Währenddessen werden Stacheldrahtzäune errichtet, Grenzen dicht gemacht und Bahnverbindungen gekappt, um den Zustrom des Elends zu unterbinden.

SOME REFUGEES ARE MORE EQUAL THAN OTHERS

Zoll findet Pakete mit syr Pässen 0409Skurrile Meldungen (mdr) über hunderte syrische Pässe, die per Post nach Deutschland geschickt werden und vom Zoll wegen Fälschungsverdacht beschlagnahmt wurden, sind darauf zurückzuführen, dass die deutsche Regierung die Asylbewerber in zwei Klassen eingeteilt hat:

Die „Armutsflüchtlinge“ (aus Ländern, wo es keine offensichtlichen Kriegshandlungen gibt, die deshalb als „sicher“ gelten) und jene, die aus Kriegsgebieten fliehen, wobei Syrien offenbar als einziges Land im Nahen Osten gilt, wo es „Krieg“ gibt.

Diese perfide Klassifizierung lässt sich wohl darauf zurückführen, dass hier „gebombt“ wird und zwar von der syrischen Armee. Präsident Assad ist ja seit 2011 der von der Verbrechenszentrale in Washington stigmatisierte „böse Diktator“, der, dargestellt als brutaler Feind der Demokratie, von der „Wertegemeinschaft“ entfernt werden muss.

Die politische Realität wurde natürlich völlig auf den Kopf gestellt, denn der „Volksaufstand“ in Syrien wurde von den US-Geheimdiensten und ihren Verbündeten in der Region angezettelt und die militärische Gewalt der syrischen Regierung ist deshalb defensiv, nicht offensiv. Die Bomben der syrischen Armee richten sich gegen die eingeschleusten Terrorbanden (Al Nusra, IS, oder wie sie gerade heißen) und nicht gegen die eigene Bevölkerung, während die USA und ihre Vasallen die selbst herangezüchteten „Islamisten“ mit allem Nötigen für den Terrorkampf versorgen.

Die hinterlistigen Politiker, die also für die Gewaltspirale und den Terror in Syrien verantwortlich sind, haben die Chuzpah, sich gleichzeitig als moralische Richter (und Henker) aufzuspielen und die Opfer zu Tätern zu machen. Und die Medien stenographieren brav mit …

Wagenknecht(Die einzige deutsche Politikerin, die den Mut hat, die Wahrheit zu sagen ist Frau Wagenknecht, wofür man ihr nur den größten Respekt entgegenbringen kann)

Wer „vor dem Assad-Regime“ flieht, genießt also besondere „Schutzverantwortung“ in Deutschland, deshalb hat Merkel für syrische Flüchtlinge das erste „Dublin Abkommen“ ausgesetzt, wonach das Land, in das der Flüchtling zuerst eingereist ist, das Asylverfahren abwickeln muss.

BUMIG dublin III beamtenjargon(Bild oben: Die „Information“ des Bundesamtes für Migration zu diesem Thema (Dublin) muss man gelesen haben: ein schauderhaftes Beispiel für „Beamtendeutsch“, das Kopfschmerzen verursacht .. kann man diesen Paragraphenreitern das Schicksal tausender Flüchtlinge überlassen?

Stattdessen wird nach Art. 17 von „Dublin III“ vorgegangen (dem „Selbsteintrittsrecht“), Deutschland bearbeitet also die Asylanträge selbst.

Die Folge? Jetzt wollen natürlich alle verzweifelten Flüchtlinge zu den Privilegierten gehören und „Syrer“ sein, deshalb blüht in der Türkei das Geschäft mit gefälschten syrischen Pässen und deshalb jetzt der große Ansturm (bevor Merkel es sich anders überlegt …)

Mir fällt dazu noch eine Szene aus dem Film „Der englische Patient“ ein:

Fiennes english patientGraf Almassy (gespielt von Ralph Fiennes) kommt nach Tagen aus der Wüste völlig erschöpft bei einem Militärposten an und bittet um Hilfe (ein Flugzeug) für die geliebte Frau , die er ohne Proviant in einer Höhle zurücklassen musste, weil sie gebrochene Beine hatte.

Die Reaktion der Behörden: Wo ist ihr Pass?? (Haben sie den richtigen, aus dem „richtigen“ Land? Dann nehmen sie ihn fest ..

MEDIEN & VERANTWORTUNG

Wie auch bei der „Finanzkrise“ spielen die Medien eine entscheidende Rolle in diesem tragischen Theaterstück, denn ohne ihre willfährige Unterstützung wäre es den Verantwortlichen der jeweiligen Misère nicht gelungen, die Ursachen und Hintergründe der Probleme zu verschleiern und sich damit der moralischen Verantwortung zu entziehen.

Die bereits erwähnte Einteilung der Flüchtlinge in zwei Kategorien „Armutsflüchtlinge“ und Kriegsflüchtlinge ist verlogen und unmoralisch, was in einem sehenswerten Beitrag des WDR, in der Sendung MONITOR vor drei Tagen gezeigt wurde:

Was hat uns die Monitor-Redaktion darin mitgeteilt?

  • Die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland angekommen sind, ist kein Grund zur Besorgnis (es sind derzeit etwa 400.000); verglichen mit den Flüchtlingswellen nach 1945 (12 Mio.), den „Gastarbeitern“ in den 1960/70er Jahren (3,4 Mio.) und der Migration nach dem Mauerfall 1988-93 (3,1 Mio.) sind das keine Mengen, die „dramatisch“ sind.
  • „Zuwanderung“ muss nicht als Bedrohung wahrgenommen werden, im Gegenteil, sie eröffnet durchaus „riesige“ Chancen für positive Effekte in der Gesellschaft, was „Migrationsexperten“, die die Flüchtlingsströme analysieren, uns nahebringen können; Wir sehen junge Syrer und Iraker im Erstaufnahmelager, die Deutsch lernen. Sie sind jung und motiviert und könnten die demographische Fehl-Entwicklung (Überalterung der Gesellschaft) „abfedern“ (zu wenig Kinder in Deutschland) und den drohenden Fachkräfte-Mangel entschärfen.
  • Monitor zeigt auch, dass viel zu wenig Mittel für die Ausbildung / Eingliederung der jungen Flüchtlinge zur Verfügung stehen (überfüllte Klassen, zu wenig Lehrpersonal – niemand, der arabisch spricht?!) und das deutsche Bildungssystem ohnehin schon sehr selektiv ist (Erfolg abhängig von der sozialen Herkunft).

KOSOVO-FLÜCHTLINGE – DEUTSCHLANDS VERSAGEN AUF DEM BALKAN (Monitor-Titel)

Im dritten Beitrag geht es um die Kosovo-Flüchtlinge, die als Armutsflüchtlinge (von Politkern „Wirtschaftsflüchtlinge“ genannt) massenhaft wieder abgeschoben werden.

Dann sehen wir ein Video, in dem ein abgeschobenes Ehepaar am Flughafen in Pristina ankommt und dann wieder in ihr „Haus“ einzieht: (Monitor-Ton: „vor 20 Jahren herrschte ein Bürgerkrieg…“) eine Kriegs-Ruine ohne Fenster, fließendes Wasser, Kanalisation, WC und Strom. Das Kleinkind spielt auf dem nackten Betonboden mit einem winzigen Auto …Bonjour Tristesse.

Arbeit gibt es keine, man ist auf Almosen und Gutherzigkeit anderer angewiesen. Die Mutter sagt, sie habe überlegt, sich umzubringen, als sie von der Abschiebung erfuhr, doch was hätten dann die Kinder gemacht? „Wir sind einfach bitter arm“, doch eine arme Mutter sei doch immer noch besser als gar keine.

Ein Experte der SWP erklärt dann, Kosovo sei ein „Land der Armut und Perspektivlosigkeit, das Armenhaus Europas, in dem die Kinder heute schlechter leben als ihre Eltern und diese auch schon schlechter als deren Eltern…“

Klartext: im sozialistischen Jugoslawien – bevor man „humanitär intervenierte“ war das Leben viel besser.

Monitor macht dann einen kurzen Blick in die jüngere Geschichte –

1999 jubeln die Menschen im Kosovo den deutschen Soldaten zu, … sie sollen helfen, den Aufbau von Demokratie und Rechtsstaat militärisch abzusichern … Zuvor hatten die Deutschen und ihre NATO-Verbündeten einen Krieg geführt um den Kosovo zu befreien (!) …erster Kampfeinsatz der Bundeswehr seit 1945 .. nach dem Krieg versprach die Bundesregierung, dem Land wieder auf die Beine zu helfen …“

– und stellt fest: Doch vielen geht es noch schlechter als vor dem Krieg … jeder vierte lebt von weniger als 1,20 Euro am Tag, 70% der Bevölkerung unter 30 Jahren ist arbeitslos Hilfsgelder versickern in der Korruption … man hat beim „Aufbau“ des Kosovo versagt … Ein Balkanexperte erklärt, dass die politischen Strukturen im Kosovo „kriminell und mafiös“ seien, dass der Westen eine erhebliche Mitschuld an der extremen Korruption und Rechtlosigkeit habe („die Justiz ist politisch unterwandert, es wurden keine Untersuchungen bzw. Anklagen gegen die „großen Fische“ erhoben)

[Historische Analogie: Integration von Nazi-Verbrechern in deutsche und andere staatliche Strukturen nach 1945 …)

EULEX logoNach dem scheinheiligen UN-Mandat hatte die EU offiziell die Aufgabe übernommen, im Kosovo ein „Rechtssystem aufzubauen“ (funktionierende Polizei, Justiz, etc.) und zwar mit EULEX. Doch deren „Anstrengungen“ sind bestenfalls wirkungslos, denn Männer, die schwere Kriegsverbrechen und organisierte Kriminalität mittragen, sind nach wie vor Machtfaktoren im politischen System und haben natürlich kein Interesse daran, dass Untersuchungen stattfinden, die ihre Schuld beweisen könnten.

Der Westen setzt auf Politiker, denen schwerste Verbrechen zur Last gelegt werden, wie Hashim Taci, der heute Premierminister ist. Laut Monitor war er früher „Guerilla-Chef“ (Anführer der brutalen Verbrecherorganisation KLA/UCK, die in Drogen-, Waffen und Menschenhandel und „Terror-Training“ für außenpolitisch nützliche Islamisten involviert ist), ein Mann, den der BND schon vor Jahren als „Schlüsselfigur“ im organisierten Verbrechen klassifizierte, was aber deutsche Politiker nicht daran hindert, ihm die Hand zu schütteln. (Monitor: „es konnte ihm nichts nachgewiesen werden“ – kein Wunder, wo kein Kläger …)

Man sieht dann noch ein zweites Ehepaar, das in einem Container haust. Dieser ist so klein, dass die Kinder darin keinen Platz haben und natürlich gibt es auch hier weder Wasser, Kanalisation noch Strom. Die Familie ist „freiwillig“ in den Kosovo zurückgekehrt, weil man ihr versprochen hatte, dort werde die deutsche Regierung ihnen beim Aufbau eines besseren Lebens behilflich sein.

Für diese „Re-integration“ wurde „URA2“ ins Leben gerufen, ein scheinheiliges Programm, das unter Geld- und Personalmangel leidet und laut Monitor derzeit für 290 „Rückkehrer“ sorgen soll. Doch heuer wurden schon 8 x so viele Menschen abgeschoben. Dieser mismatch von angeblich edlen Absichten, tatsächlichem Bedarf und vorhandenen Mitteln ist natürlich kein behördliches Versagen, sondern Absicht: das Ganze ist „ein humanes Feigenblatt“ wie es am Ende des Beitrags heißt.

Doch die humanitäre Heuchelei löst keine Probleme, denn „Wenn sie nichts haben, kommen sie wieder …“

Frage an Frau Merkel: Die Abschiebung in ein „sicheres“ Mafia-Land ohne Lebensgrundlage – welche „europäischen Werte“ werden denn hier umgesetzt?

In der Anmoderation zu diesem Monitor-Beitrag hieß es:

Erstaunlich, über die Fluchtursachen wird eher selten gesprochen, fast gar nicht darüber, welchen Anteil die deutsche und europäische Politik daran hat …“

Absolut richtig, doch mehr darf anscheinend auch die Monitor-Redaktion nicht dazu sagen … Damit kommen wir zum Kern dieser Kritik:

Wir haben also gesehen, dass der Aufbau rechtstaatlicher Strukturen im Kosovo völlig gescheitert und die „Eingliederungshilfe“ für die abgeschobenen Rückkehrer eine Illusion ist. Das Land versinkt in Armut und Kriminalität, doch es ist doch jetzt „frei“, oder nicht?

FACTS DO NOT CEASE TO EXIST BECAUSE THEY ARE IGNORED (Aldous Huxley)

Der Monitor-Beitrag ist wichtig, doch ein grundlegendes Problem der Reportage ist auch hier nicht zu übersehen:

Die wahren Hintergründe der „Interventionen“ der NATO (bzw. ihrer verdeckt operierenden Akteure) im Balkan, die wahren Absichten der deutschen und anglo-amerikanischen Außenpolitik bleiben im Dunkeln, werden nicht hinterfragt. Ein journalistisches Tabu, das nicht gebrochen werden darf …so viel zur Pressefreiheit in Deutschland.

Darüber spricht man nicht, sonst kommt die Keule der „Verschwörungstheorie“, mit der man sich nicht stigmatisieren lassen will oder anders gesagt: Jetzt hat man auch der Monitor-Redaktion einen Maulkorb umgehängt. Wie sonst ist es zu erklären, dass solche Sätze vorkommen (und die schmutzige Rolle der USA mit keinem einzigen Wort erwähnt wird):

Zuvor hatten die Deutschen und ihre NATO-Verbündeten einen Krieg geführt um den Kosovo zu befreien“.

Das ist natürlich völliger Bullshit und hat mit der geostrategischen Realität nichts zu tun.

Die Monitor-Redaktion präsentiert hier außenpolitische Propaganda als historische Tatsache, das ist völlig inakzeptabel.

dschihad made foryouDie „Freiheit“ des Kosovo oder irgendwelcher „Minderheiten“ ist den Politikern scheißegal. Auch handelte es sich im Falle Jugoslawiens / Serbiens nicht um einen „Bürgerkrieg“, sondern eine bewusst von außen angezettelte „Destabilisierung“ eines eigenständigen Landes, dass aus geopolitischen und wirtschaftlichen Gründen in kleine, schwache Mini-Staaten zerschlagen wurde.

Damit bei aller Aggression die Scharade der „westlichen Werte“ aufrechterhalten werden kann, muss ein Vorwand geschaffen werden, der das „Eingreifen der Staatengemeinschaft“ als notwendig und moralisch gerechtfertigt erscheinen lässt. Dazu wird ein Feindbild konstruiert (der Kommunismus steht ja nicht mehr zur Verfügung), in diesem Fall Milosevic, der skrupellose „Diktator“, der brutal gegen eine „Freiheitsbewegung“ vorgeht und „Massaker“ und „ethnische Säuberungen“ verübt. Dieser Darth Vader auf dem Balkan wird dann durch eine mediale Hetz- und Lügenkampagne zur größten Bedrohung der „Wertegemeinschaft“ hochstilisiert, die natürlich – wie der edle, weiße Ritter – den Unterdrückten mit Bomben und Waffen unter die Arme greift und den bösen Schurken besiegt. Alles nur im Namen der „Menschenrechte“ und der „Freiheit“.

Wären die Folgen nicht so verheerend, müsste man sich über diese PSYOP-Kindergarten-Story totlachen, doch in den Medien wird diese schwachsinnige Schwarz-Weiß-Malerei tatsächlich – immer noch – als glaubwürdig gehandelt (das gleiche Muster erleben wir ja auch in Syrien).

The Grand chessboard ZbigMan kann ja bei „Zbig“ Brzezinski und seinem „Schachbrett“ nachlesen, worum es wirklich geht:

In the wake of the First World War the borders of the Balkans and Central-Eastern Europe were redrawn. This region experienced a period of upheaval, violence and conflict, before and after World War I, which was the direct result of foreign economic interests and interference.

Die KLA war nie eine „Freiheitsbewegung“, sondern ein Teil der organisierten Kriminalität Albaniens, die von Deutschland, England und den USA zur paramilitärischen Kampftruppe und Terroreinheit ausgebildet wurde, damit man sie als perfides Instrument der Außenpolitik einsetzen konnte. (So wie vorher Al Kaida-Krieger, die ja auch in Bosnien und im Kosovo eingesetzt wurden, und nachher „IS“).

UCK_KLA.svgUnd das, obwohl die UCK / KLA 1997 von den USA selbst als „Terror-Organisation“ klassifiziert wurde. Der Abgesandte von Präsident Clinton, Robert Gelbard, bezeichnete sie so und zwar „ohne jeden Zweifel“.

Doch wie wir ja aus der Geschichte der CIA gelernt haben, kann der „Terrorist“ von gestern, schnell zum „Freiheitskämpfer“ von morgen mutieren. Er muss nur die richtigen Leute umbringen …

Aus diesem Sumpf wurde dann die „Demokratische Partei des Kosovo“ konstruiert, die heute in der EU hoffähig ist.

Das ist Geopolitik ohne Skrupel denn Serbien ist geostrategisch ein wichtiger Teil von „Eurasien“ bzw. einer bedeutenden Route für die Kontrolle von Energieströmen und Transportwegen vom Nahen Osten, über das Mittelmeer bis nach Zentralasien. Und auch zur Vorbereitung eines Krieges gegen Russland bestens geeignet.

Da trifft es sich gut, wenn die USA dort ein riesiges Militärlager hat  (mehr dazu weiter unten) das von keiner funktionsfähigen Regierung belästigt wird. Die Milliarden aus dem Heroinhandel (der von der CIA protegiert wird) kommen in klammen Zeiten, wo man viel für Terror-Ausbildung braucht, auch gerade recht.

Thaci Kosovo gangster state organ traffickingIm Dezember 2010 veröffentlichte die britische Zeitung The Guardian einen aufsehenerregenden Artikel mit dem Titel:

DER MINISTERPRÄSIDENT DES KOSOVO – WIE EIN MAFIA-BOSS

Hacim Thaci sei „der Kopf einer mafia-ähnlichen albanischen Gruppe, die für Waffen-, Drogenschmuggel und illegalem Organhandel in Osteuropa verantwortlich ist“, so die Aussage eines Untersuchungsberichtes des Europäischen Rats über das organisierte Verbrechen.

Dieses Verbrecher-Netzwerk gab es schon vor dem (1998-99) Kosovo-Krieg und es hat bis heute nichts von seiner Macht eingebüßt – im Gegenteil. Organisationen zur Bekämpfung des Drogenhandels aus fünf Ländern haben schon seit mehr als zehn Jahren darüber berichtet, dass Thaci und andere Mitglieder der „Drenica Gruppe“ die gewaltsame Kontrolle über den Handel mit Heroin und anderen verbotenen Drogen übernommen hat.

Die Untersuchung wurde ausgelöst durch Aussagen von Carla del Ponte, wonach sie als ermittelnde „Anklägerin“ daran gehindert worden sei, kriminelle Verbindungen ranghoher Mitglieder der KLA zu überprüfen. Doch der größte Schock war ihre Behauptung, dass die KLA serbische Zivilisten nach Albanien verschleppte, wo ihnen aus finanziellen Gründen Organe für Transplantationen entnommen und sie dann getötet wurden (viele sind einfach „verschwunden“).

EC report organ trafficking Kosovo

Der Bericht stellt fest, dass der illegale Organ-Handel nur eine Facette eines weitreichenden, kriminellen Netzwerks ist, in dem Drogenhandel, Menschenhandel (vor allem Frauen für Prostitution), illegale Waffengeschäfte und Geldwäsche an der Tagesordnung sind und kommt zu folgendem Schluss:

Die Anzeichen einer geheimen Absprache zwischen der kriminellen Klasse und den höchsten, politischen Amtsträgern sind zu zahlreich und zu ernst, um ignoriert zu werden.“

Während also die Monitor-Redaktion zaghaft anprangert, dass im Kosovo große Armut und Perspektivlosigkeit herrscht und man deshalb Flüchtlinge nicht dorthin abschieben sollte, werden die tieferen Ursachen des Elends (auch in anderen Ländern) nicht untersucht (ist auch schwer möglich, bei 10-Minuten pro Beitrag)

Auf den Punkt gebracht:

Kosovo ist ein absichtlich konstruierter Narco-Mafia-Staat, ein Sumpf aus Gewalt-, Wirtschaftsverbrechen und Korruption, der von Deutschland und den USA bewusst in Kauf genommen wird, weil ohne funktionierende (rechts-)staatliche Strukturen, ein strategisch wichtiges Gebiet für kriminelle, außenpolitische Zwecke genutzt werden kann, ohne dass man einen teure Besatzung organisieren muss, die Widerstand auslöst und PR-Probleme schafft. Ein Paradies für die dunklen Machenschaften der Geheimdienste: Von den Medien totgeschwiegen …

DIE UNSICHTBARE US-MILITÄR-KOLONIE

camp-bondsteel_2000Die USA haben im Kosovo eine riesige Militär-Basis errichtet: Camp Bondsteel, wo etwa 8000 Soldaten stationiert sind. Das „Camp“ – eher eine kleine Stadt – gilt als die „größte und teuerste Armeebasis seit Vietnam“.

Bereits im Juni 1999, unmittelbar nach dem Bombenhagel auf Jugoslawien, wurde das Land bei Uresevic, in der Nähe der mazedonischen Grenze konfisziert und mit dem Bau der riesigen Anlage begonnen.

Sie umfasst mehr als 300 Gebäude, 25 km Straßen und ist von 14 km langen Schutz-Wällen, 84 km Stacheldraht-Zaun und 11 Beobachtungstürmen umgeben. Es gibt wegen der Ausdehnung, wie bei Städten, eine „Nord-, Mittel- und Südzone“. Darin findet man Geschäfte, Sportanlagen, ein state-of-the-art Krankenhaus, Unterhaltungsmöglichkeiten, Fast-Food-Ketten, etc.

Versorgt wird die Anlage von KBR (einer Tochterfirma von Halliburton, die seit Cheney Vize-Präsident war, ganz groß mit dem US-Militär „im Geschäft“ ist: man verrechnet Luxuspreise), dazu gehören täglich über 4 Mio. Liter Wasser, Strom für eine Stadt mit 25.000 Einwohnern, 18.000 Portionen Essen pro Tag, Wäscheservice, Feuerwehr, usw. KBR ist der größte Arbeitgeber im Kosovo, allerdings werden Billiglöhne (ca. 2 Euro pro Stunde)gezahlt. Aber die Albaner („Kosovaren“) kennen ja nichts anderes …

Die Feindseligkeit der Albaner gegenüber der Anlage wächst, denn ihre ultra-modernen Annehmlichkeiten, ihre technische Ausrüstung stehen im krassen Gegensatz zu der eklatanten Armut und Rückständigkeit der Anrainer. Besucher sprechen von einer „Zeitreise”, so fühle man sich, wenn man aus dem geschniegelten Militärstützpunkt wieder in die schmuddelige Realität des „befreiten“ Kosovo kommt, wo 80% Arbeitslosigkeit herrscht und niemand investiert, um die Lage zu verbessern.

Übrigens, seitdem die Amerikaner in „Bondsteel“ angekommen waren, hatte sich die „Aktivität“ der KLA merklich erhöht: Serben, Roma, aber auch Albaner, die anderer Meinung waren, wurden massenweise vertrieben oder ermordet.

Camp Bondsteel hat aber neben den üblichen militärischen Einrichtungen auch „special facilities“ á la Guantanamo vorzuweisen. Mit anderen Worte: dort wird gefoltert (in erster Linie psychisch), Menschen verschwinden in ein dunkles Loch, aus dem sie nie wieder „normal“ herauskommen (oder nach „Gehirnwäsche“ als nützliche Terroristen).

Die Menschen im Kosovo wurden natürlich nicht gefragt, ob sie damit einverstanden sind, auf diese weise „militarisiert“ zu werden. Die USA hat sich das Gebiet einfach angeeignet, was in einem „rechtsfreien“ Raum, den Kosovo ja heute darstellt, auch kein Problem ist.

DEUTSCHLAND – USA: DIE TRANSATLANTISCHE HEUCHLERGEMEINSCHAFT

Die Geheimdiensteliten Deutschlands und der USA (selbst staatlich autorisierte Verbrecher) haben sich also bewusst mit dem organisierten Verbrechen verbündet, um Jugoslawien zu zerstören. Man sah ja auch bei dem „Kriegsverbrecher-Tribunal“ gegen Milosevic, wie einseitig hier „Strafrecht“ praktiziert wurde. Alle Gräueltaten wurden Serbien in die Schuhe geschoben, alle Verbrechen der KLA (oder der Bosnier und Nazi-Kroaten) wurden ignoriert. Entlastungszeugen für Milosevic fanden in den Medien keine Beachtung. (Siehe weiter unten)

Der EC-Bericht prangert auch an, dass hier “wichtige Rechtsprinzipien geopfert wurden (indem man die KLA-Bande für eigene Zwecke „angestellt“ hat und die schweren Verbrechen gegen Serben und Albaner (die gegen die KLA waren) unter den Teppich gekehrt hat.

Das politische System, die „Wirtschaft“ und das organisierte Verbrechen sind eins geworden … das ist doch die Freiheit, von der Hayek immer geträumt hat …

-EC report lawlessness Kosovo

(Bild: aus dem EC-Bericht über das „befreite“, in Korruption und Verbrechen versumpfte Kosovo)

Das letzte Wort zur US-Außenpolitik geht an den Experten William Blum:

BLUM our useful terrorists

ANHANG 1- QUELLEN (Kosovo)

Als verlässliche Quellen für die Aufdeckung der Propaganda-Lügen über Milosevic und die „Gräueltaten“ im Kosovo gibt es u.a. die Zeugenaussagen von

1 Oberleutnant Dietmar HARTWIG, der von 1. Jänner bis Ende Juni 1999 als Leiter der EU-Beobachtermission Zeitzeuge der perfiden Destabilisierung wurde. (Zeugenaussagen im Milosevic Prozess ab Seite 36984)

So for my part, the most striking difference was after the return, after the evacuation to Germany where in the media I read about a picture of Kosovo, and I didn’t think it had anything to do with reality(engl. Übersetzung seiner Aussage, Seite 36991)

Hartwig wertete die UCK als kriminelle Organisation, die nicht nur die Sezession von Serbien zum Ziel hatte, sondern auch die Vertreibung aller Serben aus dem Kosovo. Nicht nur die Angriffe auf jugoslawische Sicherheitskräfte, auch die Ermordung von Albanern, die sich für den Verbleib des Kosovo in Jugoslawien und damit gegen die Ziele der UCK aussprachen, gehörten demnach zum Alltag in der südserbischen Krisenprovinz. Nach Meinung Hartwigs gab es bis zum Abzug seiner Mission aus dem Kosovo wenige Tage vor Beginn der NATO-Angriffe am 24. März 1999 »keinen einzigen Grund für irgendjemanden, sich in die Aktivitäten der jugoslawischen Regierung im Kosovo einzumischen«.

2 Brigadegeneral Heinz LOQUAI, damals Leiter des militärischen Beraterstabes bei der deutschen OSZE-Vertretung in Wien (siehe auch seine Bücher dazu und das Video weiter unten)

Robin Cook3 Robin COOK, damals britischer Außenminister, sagte z.B. vor dem Parlament in London

am 19.Oktober 1998 (KLA bricht die Waffenruhe, ermordet vier serbische Polizisten, kein Interesse an friedlicher Lösung…)

We also expect the Kosovo Liberation Army to abide by its commitment to honour a ceasefire. Over the weekend, there have been several breaches of the ceasefire by the Kosovo Liberation Army, including the murder of four policemen. Such continuing acts of hostility serve only the interests of those who wish to undermine the political process and return to war.”

am 27. Oktober 1998 (Milosevic halt sich an die Holbrooke-Vereinbarung über einen Rückzug der Sicherheitskräfte)

Since my statement to the House last week, Britain has remained fully engaged in efforts to implement the Holbrooke package. At the weekend, after hours of intensive negotiation, President Milosevic gave a detailed commitment to reduce the levels of army, police and heavy weapons in Kosovo to their levels before the conflict. Diplomatic observers in Kosovo report that several thousand security troops have left over the past 24 hours

am 27. November 1998 (wie oben – serbische Militärpräsenz abgebaut, wie vereinbart)

In Kosovo, there has been steady progress on implementing some elements of the Holbrooke package. There has been a marked improvement in the humanitarian situation. Within two months, the number of refugees on the open hillside has fallen from 50,000 to a few hundred. There has been a substantial reduction in the presence of the Serbian security forces, which have been cut, as agreed, to the level that existed before the conflict began.”

Ich bedauere, zu berichten, dass nach dem vereinbarten Waffenstillstand ein Großteil der Anschläge durch die KLA verübt wurde ..

The killing continues in Kosovo. I regret to report that most of the killings since the Holbrooke agreement have been carried out by the Kosovo Liberation Army. Since the Holbrooke package was signed, 19 members of the Serbian security forces have been killed. Five Kosovo Albanians are known to have been killed – all of them in the full uniform of the Kosovo Liberation Army. I cannot stress too strongly that a ceasefire will hold only if both sides cease firing.”

am 18. Jänner 1999:

Die KLA/UCK hat mehr Verletzungen des Waffenstillstands begangen und ist für mehr Todesfälle verantwortlich, als die serbischen Sicherheitskräfte. Sie muss aufhören, den politischen Dialog zu blockieren und die Waffenruhe zu unterminieren

4 General Klaus NAUMANN, bestätigte dies ebenfalls vor einem Ausschuss des britischen Parlaments:

Ich denke, es ist fair zu sagen, dass Milosevic die Zusagen, die er mir und General Clark am 25. Oktober 1998 gegeben hat, auch eingehalten hat. Er zog Militär und Polizei zurück. Doch dann nutzte die UCK / KLA das entstandene Vakuum und eskalierte die Gewalt. Ich habe das auch im NATO-Council schon vorgebracht. In den meisten Fällen kam die Eskalation von der kosovarischen, nicht von der serbischen Seite.

5 Henning HENSCH, deutscher Polizist und OSZE-Beobachter im Kosovo (siehe Video unten) sah mit eigenen Augen, wie das „Massaker von Racak“ künstlich fabriziert wurde, bei dem in Wahrheit UCK-Kämpfer bei einem Gefecht ums Leben kamen.

6 „Die STORY“ Die hervorragende Reportage des WDR über die Lügen deutscher Politiker, die im Sinne der NATO den Krieg legitimierten ( Video unten), aber die Gründe für die deutsche Beteiligung und die Rolle der Geheimdienste wurden nicht wirklich analysiert …(haben sie die deutschen Politiker mit Desinformation „gefüttert“, oder wussten alle, was wirklich im Kosovo los war..?)

Französische Journalisten (Renaud Girard, Le Figaro, 20.Januar 1999 über die Racak-Lüge, übersetzt von Diana Johnstone)

WDR-VIDEO: ES BEGANN MIT EINER LÜGE – (diestory Redaktion)

„(Deutsche Politiker wie Scharping) …Ein großartiges Beispiel für politische Führer, die verstehen .. die öffentliche Meinung zu formen.“.

(NATO-Sprecher Jamie Shea)

 

ZITATE ZUR RECHTFERTIGUNG EINES ANGRIFFSKRIEGES UNTER DEUTSCHER BETEILIGUNG GEGEN SERBIEN:

JOSCHKA FISCHER: Nie wieder Ausschwitz!

Gerhard SCHRÖDER (da wird George Orwell vor Neid blass…)

„…Milosevic führt doch einen erbarmungslosen Krieg. Wir führen keinen Krieg. Aber wir sind aufgerufen, eine friedliche Lösung des Konflikts auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen“.

RUDOLF SCHARPING (aufgeregt, bei Sabine Christiansen): Wenn ich höre, dass im Norden ..ein Konzentrationslager eingerichtet hat, wenn ich höre, dass man die Eltern und die Lehrer zusammentreibt und die Lehrer vor den Augen der Kinder erschießt, wenn ich höre, dass man in Pristina die Serben auffordert, ein großes S an die Tür zu malen, damit sie von den Säuberungen nicht betroffen sind, dann ist da etwas im Gange, wo kein zivilisierter Europäer die Augen zumachen darf… (triumphierend) außer er wollte in die Fratze der eigenen Geschichte schauen!

[alles frei erfundene Gräuelpropaganda …wie auch im Video festgestellt wird]

ANHANG 2:

Zum Nachlesen: Ein unvollständiges Transkript der WDR-Doku (ergänzt mit Kommentaren von mir), für den Fall, dass das Video auf YouTube nicht mehr verfügbar ist)

(Scharping rechtfertigt sich später, er habe [nur] gesagt, dass der VERDACHT bestünde, dass eine „Internierung“ (der Albaner) unter dem Stadium in Pristina stattgefunden habe und dass es dafür Zeugenaussagen gegeben habe…) Shaban Kelmendi (wohnt direkt gegenüber vom Stadium) sagt dem WDR-Team, es habe in Wirklichkeit keinen einzigen Gefangenen oder eine Geisel gegeben. Die Fläche im Stadium hatte immer nur als Landeplatz für Helikopter gedient, sonst nichts.

WDR: Ein Konzentrationslager? … bestenfalls eine gutgläubig weitergetragene Propaganda, wahrscheinlich aber eine frei erfundene Gräuelgeschichte.

Heinz Loquai screenshot WDR Lüge KosovoInterview-Clip von Heinz Loquai, General a.D., damals OSZE-Berater:

Hier muss ich mich wirklich beherrschen, weil der Vergleich mit Auschwitz und der Situation im Kosovo eine ungeheuerliche Behauptung ist.

Man muss sich als Deutscher schämen, dass deutsche Minister so etwas getan haben, denn ein normaler Mensch wird (wegen Verharmlosung von Nazi-Verbrechen ) vor Gericht zitiert. Von einem „KZ“ zu sprechen … finde ich ungeheuerlich, dass gerade Deutsche diese Vergleiche gewählt haben.

Das war aber nicht die einzige Kriegslüge, ein weiteres Beispiel ist

Rugovo: Am 29. Januar 1999, zwei Monate vor Beginn der NATO-Luftangriffe hörten die Nachbarn von REMZI SHALA (Bauer in Rugovo) plötzlich Schüsse. Er erzählt darüber:

Es waren Schüsse aus Maschinengewehren, drei- oder vier Stunden lang. So gegen 10 Uhr kam eine Gruppe Polizisten aus dieser Richtung auf uns zu. Mein Vater und ich haben sie gesehen. Als sie bis auf 50 m an mich herangekommen waren, lief ich weg, in die andere Richtung.

Was war geschehen? Ein Massaker der Serben an unschuldigen Zivilisten, sagte Scharping. Zwei Monate später, am 27. April 1999, präsentierte der Verteidigungsminister seine „Beweise“:

Clip-Scharping-Pressekonferenz:

„… Man braucht starke Nerven, um …solch grauenhafte Bilder ertragen zu können. Sie machen aber deutlich, mit welcher Brutalität das damals begonnen wurde und seither weitergegangen ist. …(zeigt ein großes Foto der Presse) die Uniformen, die sie da sehen, sind Uniformen der serbischen Spezial-Polizei. Das macht auch deutlich, dass Armeekräfte, Spezialpolizei, später .. dann auch ..äh.. regelrechte Banden, freigelassene Strafgefangene ..,an solchen Morden beteiligt sind. Es sind .… erschütternde Bilder …“

Rugovo Scharping-Lüge deshalb führen wir Krieg(Foto links – mit großer BILD Schlagzeile Deshalb führen wir Krieg)

WDR: Doch seine eigenen Experten wussten es schon damals besser: DIES WAR KEIN MASSAKER AN ZIVILISTEN.

Aus dem geheimen Lagebericht:

VERSCHLUSSSACHE – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH:

Am 29.Januar 1999 wurden in Rugovo bei einem Gefecht 24 Kosovo-Albaner und ein serbischer Polizist getötet.

Fernsehbilder, die am gleichen Tag, unmittelbar danach, von einem westlichen Kamerateam aufgenommen worden waren, zeigten jedoch ein ganz anderes Bild: Gewehre neben den toten Albanern, sie tragen Militärstiefel, haben Mitgliedsausweise der UCK (KLA) und tragen deren Rangabzeichen.

WDR fragt: Wurden diese Bilder (möglicherweise) arrangiert, von den Serben, vor dem Eintreffen der Kamerateams?

Interview-Clip – Rudolf Scharping:

WDR-Frage: Bei den Bildern aus Rugovo, auf wen haben Sie sich da berufen?

Antwort: Auf OSZE-Beobachter, die als erste da waren. [CIA-Freund Walker]

WDR-Frage: Waren diese Schilderungen von damals, aus ihrer heutigen Sicht korrekt?

Antwort: Ja, die sind völlig korrekt.

Henning Hensch Rogovo OSZE ZeugeDoch der erste OSZE-Beobachter vor Ort war ein deutscher Polizist, Henning Hensch. Er sagt dem WDR-Team (und schon vorher der Deutschen Welle) dass die Bilder, die über Rugovo veröffentlicht wurden, mit der Realität unvereinbar seien („so ist es nicht gewesen“). Sein offizieller Ermittlungsbericht sagte ganz klar, dass es kein Massaker an Zivilisten gab.

Am Tatort fanden wir einen zerschossenen, roten Van mit insgesamt 14 Leichen in diesem Fahrzeug und drei Leichen lagen außerhalb des Fahrzeuges. In der „Garage“ genannten Stallung auf der Rückseite der .. befanden sich fünf UCK-Kämpfer in den typischen Uniformen …die dort im 10cm hohen Wasser lagen und dann ging wir noch weiter zu einem zweiten Tatort (etwa 300m entfernt), in dem wir wiederum vier Leichen fanden und darüber hinaus sind die Leichen, die der Verteidigungsminister zeigen ließ, dort von den serbischen Sicherheitsbehörden, mir und meinen beiden russischen Kollegen abgelegt worden, weil wir sie von den verschiedenen Fund- bzw. Tatorten zusammengetragen hatten.

WDR: So also entstanden diese Bilder einer angeblichen Exekution, die Minister Scharping präsentierte. Bilder, die mit den tatsächlichen Ereignissen nichts zu tun hatten.

HEINZ LOQUAI: Es war auch ganz klar, dass das kein Massaker an der Zivilbevölkerung war, denn nach den OSZE-Berichten haben Kommandeure der UCK ja selbst gesagt, es seien Kämpfer … „für die große Sache“ dort gestorben. Zu einem Massaker hat es der deutsche Verteidigungsminister dann interpretiert“. (24:06)

WDR: Währenddessen war der Kosovo-Krieg weiter in vollem Gange und es wurde in Deutschland und in den USA Stimmung dafür gemacht. Das war notwendig, denn der Krieg war völkerrechtswidrig, weil ohne UN-Mandat [ein brutaler Angriffskrieg],

[…] April 1999: Bei den Vereinten Nationen wird um den Krieg gestritten. Zur gleichen Zeit fliegen NATO-Bomber bereits Angriff um Angriff, 6.000 Mal und immer ohne UN-Mandat. Überraschend ist das nicht, denn bei der UN kennt man nicht erst seit heute die amerikanische Regierungspolitik und deren kaum verhüllte Geringschätzung der UN:

Mit der UN wenn möglich, ohne sie, wenn nötig (Clinton-Papier, 1993)

Die NATO (US) sagt also der UN „wo’s völkerrechtlich langgeht“, nicht umgekehrt.

WDR: Der Kosovo-Krieg ist ein klarer Bruch des Völkerrechts. Der deutsche Verteidigungsminister hat ihn mitgetragen. Doch warum?

Ein wichtiger Berater der US-Regierung, Wayne Merry hatte laut WDR Zugang zu den geheimen Planungsunterlagen der US-Regierung. Er sagte im Interview, dass laut Aussagen einiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums, Kosovo nur der Auftakt für weitere Kriege gewesen sei. (Was wir ja inzwischen gesehen haben…)

Mein Kommentar: Quasi ein Testfall für die Akzeptanz von „out of area“ Einsätzen der NATO, die ja eigentlich als Verteidigungsbündnis gilt und nur Mitgliedern „zu Hilfe kommen“ soll, wenn sie militärisch bedroht sind.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hätte man sie eigentlich auflösen müssen, denn die große „Bedrohung“ war ja abhandengekommen. Doch die USA (die ja die NATO auch politisch instrumentalisiert) wollten der Welt demonstrieren, dass die NATO weiterhin eine Existenzberechtigung bzw. einen neuen Zweck hat: durch die unglaubliche Scharade des „humanitären Eingreifens“. (43:02)

WDR: Soll die NATO der neue Weltpolizist werden?  … der deutschen Öffentlichkeit wäre das sehr schwer zu vermitteln gewesen … der Kosovo-Krieg ist immer heftiger geworden.

Als die NATO militärische Ziele in Serbien verfehlte (?!) und versehentlich Flüchtlingstreks angegriffen wurden, sank die Zustimmung in Deutschland. Doch Jamie Shea, NATO-Sprecher verweist auf Bilder, die dieses „Defizit“ wieder korrigierten …)

Operation Hufeisen Scharping Lüge 3WDR: Bilder jugoslawischer Flüchtlinge an der Grenze zu Mazedonien. Jeden Abend, in jeder Nachrichten-Sendung war es nun zu sehen: Leid, Flucht und Vertreibung. Doch in Deutschland haben diese Bilder offenbar nicht ausgereicht. Jetzt hieß es, von langer Hand hätten die Serben die Vertreibung und die ethnischen Säuberung des Kosovo geplant. Mord und Vertreibung im Kosovo erhielten einen Namen: Operation Hufeisen

Clip-Pressekonferenz Scharping: „… zeigt deutlich, dass in klar erkennbaren Abschnitten die jugoslawische Armee, … seit Oktober bis zu Beginn der Verhandlungen im Rambouillet,… diese Vertreibungen schon begonnen hat, das brutale, mörderische Vorgehen schon seit Oktober 1998 geplant und seit Januar 1999 ins Werk gesetzt worden ist …(29:38)

Hufeisen-Scharping Lüge planmäßige VertreibungWDR: Eine Broschüre des BM für Verteidigung sollte demonstrieren, dass die Serben schon seit Jänner 1999 planmäßig vorgegangen seien, doch die Datenzeile des Fotos weckt Zweifel (April 1999) und schon deshalb ist das kein Beweis für den „Hufeisen-Plan“.

Die WDR-Team geht in das Dorf, das angeblich – laut Scharping – schon vor den NATO-Luftangriffen überfallen und in Brand gesetzt wurde und fragt nach. Und wurde die Zivilbevölkerung wirklich planmäßig vertrieben?

Ein Anwohner (siehe Bild) sagt aus:

Augenzeuge Rudobraya Scharping-Lüge 4Die Bewohner haben das Dorf Randubraya am 25.März, nach den Angriffen der NATO verlassen. Wir haben abends den Befehl von der UCK erhalten, die Bevölkerung zu evakuieren. Am 26. März hat es hier keine Dorfbewohner mehr gegeben. Dann erst beschossen uns die Serben mit Granaten. Wir waren UCK-Soldaten … wir (85 Männer) haben uns verteidigt (!) aber es gab auch noch andere von außerhalb.

Auf die Frage, wie sich Scharping über die Lage in den betroffenen Dörfern informiert hatte, antwortet er: über die Luftaufklärung, Zeugenaussagen und OSZE-Beobachter. (Auch das Foto von Sanhovici (das gar nicht so heißt) entstand erst im April 1999, also nach der Bombardierung durch die NATO) (33:23)

WDR: Dieses Dorf wollte die serbische Armee auf besonders heimtückische Weise zerstören, so steht es in der Broschüre des BM für Verteidigung, die Scharping herausgegeben hatte.

Zitat daraus: Man stellt eine brennende Kerze auf den Dachboden, dann öffnet man im Keller den Gashahn.

Das allen fand – laut Scharping – vor den NATO-Angriffen statt als Teil des „Hufeisen“-Planes.

Doch in Petershtika (das falsche „Sanhovici“) erinnert sich die Bevölkerung an etwas ganz anderes: schon im Juni 1998 habe die jugoslawische Armee das Dorf beschossen. Das Feuer wurde in einigen Fällen durch die Granaten ausgelöst (Stroh in Brand etc.) auf gar keinen Fall durch die von Scharping behauptete Methode

WDR: Wieder kein Beleg für den sogenannten Hufeisenplan, wohl aber ein weiterer Beweis für Manipulation und Fälschung im Verteidigungsministeriums.

In einem Interview konfrontiert der WDR Scharping auch mit der Tatsache, dass die „Kerze im Dach-Gas im Keller Theorie auch physikalischer Unsinn ist (Gas ist schwerer als Luft), was den notorischen Lügner und Kriegsverbrecher Scharping aber nicht aus der Ruhe bringt. [ich bezweifle auch, dass die verarmten Albaner eine Gasheizung haben..]

Doch die Recherchen führen dazu, dass die verräterischen Aufnahme-Daten der Bilder aus der nächsten Auflage der Kosovo-Broschüre (28. Mai 1999) entfernt werden. (38:09)

WDR: Mai 1999, BW-Soldaten bereiten sich auf Tornado-Flüge vor. Längst war bekanntgeworden, dass nicht nur militärische Ziele, sondern auch zivile bombardiert wurden [also Kriegsverbrechen] und die Nato setzte sowohl grausame Splitterbomben als auch umstrittene Uran-Munition ein. In Deutschland mehren sich Zweifel daran, ob der Einsatz der Kampfflugzeuge gerechtfertigt sei und … Scharping blieb stichhaltige Beweise für die Existenz des Hufeisenplanes schuldig.

Zwei Jahre nach dem Krieg sagt er dazu: Wir hatten geheimdienstliche Informationen, ich erhielt sie Anfang April 1999 über den Außenminister.

Erst nach einem „Abgleich“ (von HUMINT) mit den Ergebnissen der elektronischen Aufklärung (SIGINT, Abhören von Funk, etc.) sei er dann von der Echtheit des Hufeisen-Planes überzeugt gewesen. (information dominance siehe dazu meine kleine Serie über die CIA)

Heinz Loquai wurde aber auf Anfrage vom BM für Verteidigung mitgeteilt, es habe diesen Plan nie gegeben, nur eine „Darstellung“ der Ereignisse …die auch mit OSZE-Beobachtungen übereinstimmten …

[Mein Kommentar: die Leitung der OSZE-Mission war von den USA manipuliert, sie „sah“ nur, was den amerikanischen Plänen nicht im Wege stand; bestes Beispiel William Walker, der ja auch später nach massiven Protesten zurücktreten musste .. er war es, der das PR-Märchen vom „Massaker von Racak“ in die Welt setlte; der Mann war in seinem früheren Leben, in den 1980er Jahren US-Diplomat in El Salvador … mehr braucht man nicht zu wissen …]

Das Elend der Flüchtlinge und der Hass zwischen den Volksgruppen wurden erst durch die NATO-Bombardierung dramatisch verschärft, das ist eine bittere Tatsache.

Dass „kein Kriegsziel der NATO erreicht wurde“, wie der WDR am Ende resümiert, ist natürlich ein gewaltiger Trugschluss. Man hat alles erreicht, was man – wirklich – wollte, wie weiter oben ausgeführt. General Loquai sagt abschließend, er wollte zu den Lügen (die Verbrechen des Westens verschleiern sollen) in diesem Krieg nicht schweigen, wie man es den Generälen unter Hitler vorgeworfen hatte. Dazu der WDR: Doch die Propaganda sei stärker

„Lügen und Propaganda sind Waffen. Sie töten die Wahrheit“.

Stimmt. Doch in der letzten Konsequenz töten sie auch Menschen. Deshalb ist es unverzeihlich, dass unsere Medien weiterhin vor und während der verbrecherischen US & NATO-Kriege (die seit dem Irak-Krieg immer häufiger „verdeckt“ geführt werden, also ohne dass Soldaten dort sind, sondern eingeschleuste Terror-Banden, wie IS, dafür benutzt werden) alles übernehmen, was ihnen vorgesetzt wird (besonders die „Nachrichten“-Redaktionen gehören wegen passiver Beihilfe zu Völkermord angeklagt).

Wenn Journalisten unter Druck gesetzt werden, sollen sie damit an die Öffentlichkeit gehen und sich solidarisieren, anstatt sich zur Rechtfertigung von Verbrechen missbrauchen zu lassen.

Scharping hat also von Anfang bis Ende gelogen, um die deutsche Öffentlichkeit zu manipulieren und einen Krieg zu legitimieren, der ein schweres Verbrechen war.

Dass dafür an die Schuldgefühle der Deutschen appelliert wurde und man Vergleiche mit den ungeheuerlichen Verbrechen der Nazis dafür benutzte, wieder Krieg, Vertreibung, die Zerstörung einer friedlichen, lebenswerten Gesellschaft zu legitimieren, ist unfassbar zynisch und widerlich.

Die meisten Verbrechen, die Milosevic angelastet wurden, hat die NATO (vor allem die USA – auch über die KLA und dafür benutzte Islamisten – mit Billigung Deutschlands) indirekt „selbst“ begangen.

Die moralische Empörung, das Mitgefühl und Rechtsempfinden der deutschen Bevölkerung dafür zu missbrauchen, genau das zu rechtfertigen, was man dem Opfer der Aggression vorwirft und selbst getan hat –VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT (wirtschaftliches Elend durch IWF-Auflagen, Aufhetzung von Volksgruppen, Mordanschläge auf serbische Polizisten, Terror gegen die Zivilbevölkerung – auch Albaner, die gegen die UCK waren – und dann, wenn die serbischen Sicherheitskräfte dagegen vorgehen, laut aufzuschreien und mit „humanitärem Bombenhagel“ zu beantworten ) ist auf der Skala der Skrupellosigkeit nicht mehr zu überbieten.

Dass Leute wie Scharping, Fischer, (von den amerikanischen Politikern ganz zu schweigen) heute noch frei herumlaufen, ist ein Skandal.

Aber solange die Medien immer erst Jahre später die Hintergründe und Vorwände für diese Verbrechen aufdecken, wird sich nichts ändern.

Kosovo war ein Testfall: man wollte sehen, wie weit man die Medien in der Hand hat, wie weit „information warfare“ dazu führt, dass die Emotionalisierung der Massen das eigene Denkvermögen ausschaltet. Ob man das Völkerrecht „bedarfsgerecht“ benutzen kann. Es war ein voller Erfolg.

„Mitleid“-Stories über Flüchtlinge statt Anprangern der verbrecherischen Politik, die dahinter steht – vor allem die verordnete Blindheit gegenüber dem Schurkenstaat USA – helfen da nicht weiter, sie zeigen nur, wie tief unsere Presse gesunken ist. (Monitor ist dabei nur die Ausnahme der Regel …)

JE SUIS IMBÉCILE: Charlie dirigiert die Massen …

(Der „Gladio“ Artikel wird auf den nächsten Beitrag verschoben)

Rob Tornoe cartoon CH

Too Good To Be True:

10 Gründe, warum die Medien-Story nicht plausibel ist …

Die offizielle Story über die Vorgänge in Paris rund um „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt in Porte de Vincennes , die zum Tod von 17 Menschen geführt haben (sollen), gerät immer mehr ins Wanken. Während die Schafsherde der Medien und Zuschauer ihre Denkfähigkeit von einer inszenierten Welle der Solidarität und des Mitgefühls wegspülen lässt, versucht eine kleine Minderheit kritischer Mitmenschen der Wahrheit auf die Spur zu kommen. In Zeiten des „universellen Betruges“ (Orwell) keine leichte Aufgabe …

1  TOTALVERSAGEN DER „TERROR-PRÄVENTION“

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, ist das gleiche Muster erkennbar wie bei „911“:

Trotz gigantischer Ausgaben für „nationale Sicherheit“, einem umfassenden Überwachungssystem und enger Zusammenarbeit der Geheimdienste konnte dieser Anschlag nicht verhindert werden. Und das, obwohl einer der Brüder bei den „Anti-Terror“-Fahndern seit Jahren bestens bekannt und inhaftiert war. Die vermeintliche „Inkompetenz“ dient aber in Wahrheit nur die Verschleierung der Tatsache, dass diese Anschläge stattfinden sollten, um ein bestimmtes politisches Ziel zu erreichen, wobei die der Welt vorgeführten „Täter“ natürlich nicht die Drahtzieher des Verbrechens sind.

2  UNGLAUBWÜRDIGE  IDENTIFIZIERUNG  DER TÄTER

France Newspaper AttackNach der abscheulichen Tat gelingt es denselben fahrlässigen Behörden aber in Windeseile, nicht nur die Täter zu identifizieren, sondern sie auch gleich noch zur Strecke zu bringen. Dies ist natürlich notwendig, damit die Beschuldigten nicht mehr zu Wort kommen und das Komplott bzw. die „PSYOP“ entlarven können.

Nachdem sich die Täter völlig vermummt haben, um unerkannt zu bleiben, waren sie aber dumm genug, auf der Flucht einen Ausweis (und Fingerabdrücke) zurückzulassen, der den Fahndern die Arbeit gewaltig erleichterte. Ein ähnliches Märchen wurde ja schon bei „911“ getestet (Pass übersteht Höllenfeuer und Pulverisierung des WTC) und von den Massen und ihren Medien akzeptiert.

3 UNGLAUBWÜRDIGE  SCHILDERUNG DES  TATHERGANGS

Eine Angestellte von Charlie-Hebdo, Corrine Rey, (die ins Büro zurückkehrte, nachdem sie ihr Kind abgeholt hatte) soll dazu gezwungen worden sein, den Sicherheitscode am Eingang einzutippen. Sie soll auch Zeugin der Schießerei geworden sein, während sie sich unter einem Schreibtisch versteckte.

Doch wo waren die Polizisten, die seit 2011 vor dem Bürogebäude von Charlie Hebdo stationiert waren? Wenn sie nicht dort waren oder verletzt / tot am Boden lagen, warum hätte sich Madame Rey dann dem Gebäude genähert? Jeder normale Mensch hätte angesichts der bedrohlichen Situation sofort das Weite gesucht, um sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu holen. Anders gefragt: War es nicht ein unglaublicher Zufall, dass die Pseudo-Islamisten genau in dem Moment auftauchten, als „Cora“ quasi schon vor der Tür stand?

Nach Angaben von Le Monde sagte ein Mitarbeiter von Charlie Hebdo, die Täter mussten Insiderinformationen gehabt haben, weil sonst nie so viele Leute im Büro anwesend waren.

Im zweiten Stock angekommen, gingen die Killer direkt in die Redaktionsräume und eröffneten das Feuer auf die versammelten Journalisten, einen Gast und auch Brigadier Brinsolaro (SDLP), der ja für Chefredakteur Charbonnier Personenschutz leisten sollte. Wieso hat er nicht geschossen und woher wussten die Täter, wann die Redaktionsbesprechung war?

Franck BrinsolaroBrinsolaro ist auch deshalb äußerst interessant, weil er nach Angaben seiner Kollegen als Personenschützer auch im Ausland tätig war (z.B. in Kambodscha und Indonesien – zwei ehemalige französische Kolonien) und auch in „territoires hostiles“ wie Bosnien (Sarajewo) und Afghanistan als Bodyguard gearbeitet hat, also in Ländern, wo der NATO-Terror viele tausend Opfer gefordert hat, für die keine Trauer- und Solidaritätskundgebungen stattfinden.

Offizielle Darstellung: Als gegen 11:30 mehrere Anrufe von Anwohnern bei der Polizei eingingen, dass mit automatischen Waffen geschossen werde, versammelten sich mehrere Polizeieinheiten vor Ort. In der Allée Verte kam es dann zu einer Konfrontation zwischen der Kriminalpolizei und den Terroristen, ein heftiger Schusswechsel folgte, wobei das Polizeifahrzeug angeblich durchlöchert wurde, doch niemand wurde verletzt und die Killer konnten nach einem weiteren Duell mit einer anderen Polizeieinheit entkommen. Auf der Place du Colonel Fabien stießen sie mit einem VW Touran zusammen und ließen den Citroën schließlich in der Rue Sadi Lecointe im 19. Bezirk stehen. Sie setzten die Flucht dann mit einem gestohlenen Renault Clio fort, nachdem sie dessen Fahrer mit Gewalt vertrieben hatten (so genanntes „car-jacking“). Dann verlor sich ihre Spur …

special forces hunting for TS Charlie HebdoWie konnten zwei bewaffnete Männer sich gegen ein solch massives Polizeiaufgebot durchsetzen? Wie konnten sie Straßensperren und Ringfahndung entgehen, während einer Generalmobilmachung der Sicherheitskräfte?

Das ergibt alles keinen Sinn und warum dann auch noch Aufmerksamkeit auf sich ziehen, indem man eine Tankstelle überfällt und sich später mit einer Geisel verschanzt?

So verhalten sich Kriminelle in Actionfilmen, aber nicht militärisch ausgebildete Kommandos, die politische Anschläge ausführen. Niemand hatte die Gesichter der beiden Täter gesehen, sie hätten also einfach Masken und Kampfanzug ablegen, die Waffen verstecken, sich eventuell verkleiden und in der Millionenstadt Paris untertauchen können.

Eine ähnliche Show haben wir ja auch beim Boston Marathon gesehen, wo uns auch zwei Brüder als „Patsies“ vorgeführt wurden. Dzokhar soll ja noch leben, kann aber wohl nicht mehr sprechen (oder nicht mehr klar denken?).      

4  ERSCHIESSEN OHNE BLUT

Laut Angaben der Pariser Polizei kam es im Boulevard Richard Lenoir zu einem neuerlichen Schusswechsel mit dem Killerkommando, wobei der 41-jährige Polizist Ahmed Merabet schwer verletzt wurde. Er soll nach Angaben der Agentur Reuters jener Polizist sein, der in dem brutalen „Kopfschuss-Video“ zu sehen ist.

Doch das weltweit verbreitete Video, indem scheinbar die brutale Ermordung eines Polizisten auf der Straße gezeigt wird, ist eine Illusion.

fake headshotBallistik-Experten und Kriegsveteranen, die sich die Bilder in Zeitlupe angesehen haben, sind sich einig, dass keine scharfe Munition verwendet wurde, weshalb auch kein Rückstoß, kein Blut, ja nicht einmal eine Wunde zu sehen ist.

shot-fired-and-dust-cloud VTSie wissen, ein Kopfschuss mit einer AK-47 aus nächster Nähe hätte furchtbare Folgen: der Kopf würde förmlich „explodieren“, es würde also Blut, Gehirn und Gewebe austreten, verursacht durch die hohe Geschwindigkeit des Projektils, Nichts davon ist zu sehen, nur zwei weiße Wölkchen.

Was mir noch auffiel, ist, dass der Polizist im Video nicht Merabet sein kann, weil er eine sehr helle Hautfarbe hat, während Merabet ja aufgrund seiner Abstammung aus Algerien viel dunkler ist.

5  VIDEOS FÜR  STIMMUNGSMACHE & „INFORMATION-DOMINANCE“

Zuerst muss man sich fragen, wie es möglich war, diese Videos zu produzieren. Normale Menschen neigen dazu, verängstigt zu sein, wenn vor ihrem Haus Schüsse fallen und vermummte Killer-Kommandos auftauchen. Man geht sozusagen psychologisch „in Deckung“. Doch in diesem Fall war man geistesgegenwärtig genug, nicht die Fassung zu verlieren und stattdessen einen eiskalten „Mord“ zu filmen (wenn man die offizielle Story glaubt).

Auch die sofortige Überschwemmung der Medien mit hunderten Fotos (die vor allem das gigantische Polizeiaufgebot zeigen und Terror-Angst schüren) ist verdächtig und deutet auf eine konzertierte Propagandaaktion hin.

Dann gibt es noch Leute, die demonstrieren wollen, dass das Video (der französischen TV-Sender France24 zeigte einen Clip mit dem „Allahukbar“-Ruf, der die vermummten Täter als arabische Terroristen brandmarken soll) kein ungeschnittenes Rohmaterial ist, sondern manipuliert wurde: die Polizisten wurden an geeigneter Stelle herausgeschnitten und die Terroristen eingefügt:

3 policemenZuerst sieht man drei Polizisten (dunkel angezogen mit weißer Schrift auf dem Rücken) auf der Straße, die sich auf die Kreuzung zu bewegen, wo der schwarze Citroen (das Auto der Täter) später zum Stehen kommt.

In der nächsten Szene sind die Polizisten plötzlich verschwunden, während die Kamera sich wieder auf das Dach des Gebäudes richtet, wo sich mehrere Männer aufhalten (davon einer mit einer schusssicheren Weste). Dann tauchen (in weniger als einer Sekunde) die zwei “Killer“ auf und rufen „Allah ukbar“ (nicht Allah u akbar, wie echte Muslime es tun).

shooters appear policemen disappearVon der Polizei ist jetzt nichts mehr zu sehen, deshalb gibt es auch keinen Schusswechsel und keine verletzten Polizisten. Als die Killer auftauchen, duckt sich der Mann auf dem Dach, genau in diesem Moment (des Kameraschwenks) werden die „Killer“ ins Bild eingefügt. (Machen Sie sich hier selbst ein Bild, ob diese Interpretation richtig ist)

6  THE ISRAEL CONNECTION

Wie es der zionistische Zufall wollte, befand sich Amchai Stein, der stellvertretende Direktor des israelischen Fersehsenders IBA Channel 1, genau zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“ des „Terrors“ und hat als erster Fotos der Schießerei bzw. von Szenen nach der Tat im Internet veröffentlicht, die die offizielle Version untermauern sollen:

Amchai Stein twitter 1

Und was finden wir hier?   אני שארלי

Laut dieser jüdischen Internetseite bedeuten diese Zeichen:

Ich bin Charlieauf Hebräisch.

Das ist ja eher wenig spannend, doch dann das:           

             אני ישראל

Für Leute, die nicht hebräisch sprechen wie ich, auf den ersten Blick das Gleiche, doch wenn man genau hinsieht, sind es dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge (die ersten vier Zeichen). Und was bedeutet das?

Ich bin Israel auf Hebräisch.

Die Verfasser dieses Beitrags weisen dann auch noch darauf hin, dass diese Spiegelung für Studenten der Torah eine große Bedeutung habe, weil [sie quasi als versteckte Bedeutung die Botschaft enthalte] „diejenigen, die Charlie angegriffen haben, die gleichen sind, die auch Israel angegriffen haben“ was sie dann mit dem Ausruf -das stimmt ja auch! – untermauern.

Für nicht-religiöse Studenten des Zionismus und der Politik des zionistischen Staates Israel hat diese kleine „Perle“ der Information aber eine ganz andere Bedeutung, weil sie sie in einem völlig anderen Kontext sehen: es könnte eine Art „talmudischer“ Hinweis darauf sein, dass der israelische Staat hinter den Anschlägen steckt und sich auch noch damit brüstet – was niemand wundern würde, der sich für Geopolitik interessiert …

Das „Geiseldrama“ im koscheren Supermarkt (das nach Darstellung einiger Internetseiten, die von ehemaligen Angehörigen militärischer „Spezialkräfte“ betrieben werden, eine „false flag“ Aktion des Mossad war) hätte man vielleicht als realistisch akzeptieren können, wenn nicht die absurde Verbindung zu den Palästinensern konstruiert worden wäre.

1 UN resistance against occupation is lawfulIhr unbeugsamer Widerstand gegen einen selbstgerechten Schurkenstaat, der sie seit fast 7 Jahrzehnten enteignet, demütigt, quält und ermordet, es aber nicht schafft, sie als kollektive Gemeinschaft zu brechen. (Siehe dazu meine zahlreichen Artikel über Israel bzw. Palästina), soll durch diese Farce entehrt und kriminalisiert werden.

Europe on the fence proPalDer Massenmörder Netanyahu fürchtet, dass die Stimmung in Europa in naher Zukunft „kippen“ könnte, also die Politik nicht mehr bloß scheinheilige Lippenbekenntnisse und „Empörung“ von sich gibt, sondern Palästina wirklich unterstützt.

Erhielt Frankreich diesen brutalen „Denkzettel“, weil es gewagt hat, sich gleich dreimal  für die Palästinenser einzusetzen? Dieser  ätzende, vor Selbstgerechtigkeit triefende  Artikel legt diese Schlussfolgerung nahe:

And France certainly has been at the forefront of pro-Palestinian activism, especially in recent weeks. 

On Dec. 2, the French parliament voted overwhelmingly to demand that the French government immediately recognize the “State of Palestine.Not after negotiations. Not with Israel’s agreement. Just do it right away, whether the Israelis like it or not. And the vote wasn’t even close—339 in favor, 151 against.

Four weeks later, the Palestinian Authority presented a resolution to the United Nations Security Council, setting a timetable for Israel to unilaterally withdraw from all of Judea, Samaria, [Westjordanland] and most of Jerusalem.

[Dieses Ende der brutalen Besatzung ist Bereits seit 1967 ,UNSC-Resolution 242 ff. überfällig, wurde aber von Israel  ignoriert und durch ständige, weitere Enteignungen noch verhöhnt  – siehe Jeff Halper -„Nishul“)

That is, back to the pre-1967 armistice lines that Abba Eban said would make Israel so vulnerable that it would set the stage for another Holocaust. [völlig absurd- crying and shooting again ..]

In the meantime, there was more pro-Palestinian news from France. The city council of Aubervilliers, which is a suburb of Paris, voted to grant honorary citizenship to Marwan Barghouti, a Palestinian terrorist leader who is currently service five consecutive sentences of life imprisonment for carrying out a series of terrorist attacks in Israel.

[Who started and never ended the terror? Israel – see Ilan Pappe]

France’s national government was not responsible for the decision of Aubervilliers to honor a mass murderer. But when combined with the French parliament’s vote on Palestinian statehood, and the French government’s vote at the U.N., one would think that this French bear-hug of the Palestinians would impress the Islamists. The massacre of journalists in Paris by killers shouting the jihadist call of “Allahu Akhbar” indicates that perhaps the linkage that Kerry imagines is nothing more than that—imaginary.“

7 WIDERSPRÜCHE & UNGEREIMTHEITEN

Zeugen (darunter auch Polizisten) sagten aus, wie gelassen die Mörder waren und erwähnten ihre große Treffsicherheit beim Schießen: sie trafen demnach „ihre Ziele mit einem Schuss, anstatt einfach wild herumzuballern.

Amchai stein twitter 3Dann zeigt man uns ein Polizeifahrzeug mit einer durchlöcherten Windschutzscheibe (gezählte 11 Einschüsse, laut Reuters waren es aber sogar 30 abgegebene Schüsse) und trotzdem wird – während der intensiven Schusswechsel – kein Polizist (und kein „Terrorist“) verletzt oder getötet? Wer soll das glauben?

(Das manipulierte Video liefert ein viel bessere Erklärung dafür: die Schießerei hat so nie stattgefunden …)

Laut AFP, der französischen Presseagentur, beschrieb ein Augenzeuge den Anschlag auf Charlie Hebdo „wie eine Szene aus einem Film“.

Ich sah, wie sie abhauten und Schüsse abfeuerten. Sie trugen Masken. Diese Jungs meinten es ernst. Zuerst dachte ich, es seien Spezialeinheiten der Drogenfahnung oder sowas in der Art.“

AFP witness special forces hint(Bild: AFP Report, übersetzt ins Englische von msm)

In der ersten Story, die in den Medien verbreitet wurde, war ja immer von drei Terroristen die Rede.

Am Mittwoch erzählten zwei Terrorbekämpfer dem amerikanischen Fernsehsender NBC, einer der Täter sei getötet worden und zwei befänden sich im Polizeigewahrsam. Wurden diese „Informationen“ schon vorher verteilt und erwiesen sich dann als „voreilig“, weil das Szenario notgedrungen kurzfristig geändert wurde?

Auf allen Bildern und Videos sind nur zwei Männer zu sehen. Der dritte „Verdächtige“ musste ausfallen, weil er ein 100%iges Alibi für die Tatzeit hatte. Um diesen faux pas auszubügeln, wurde der „patsy“ Coulibaly aus dem Al Kaida-Zylinder gezogen und als dritter Verschwörer präsentiert, der sich für seine verbrecherische Aktion „extra“ einen koscheren Supermarkt ausgesucht hatte, um den unterdrückten Palästinensern Tribut zu erweisen.

Es gibt nur eine Partei, die ein massives Interesse daran hat, den legitimen Widerstand der Palästinenser mit dem synthetischen Terror des Westens in Verbindung zu bringen: die israelische Regierung. (Siehe Pkt. 6)

8 „TERRORISTEN“ ALS BÖSARTIGE & GROTESKE KARIKATUR DES ISLAMS

Die krampfhaften Bemühungen (der wahren „Terror-Förderer“) mithilfe der Medien, dem Publikum einzuhämmern, dass es sich hier um „fanatische Islamisten“ handelt, sind kabarettreif:

  • Die “Verdächtigen” müssen stets – am besten vor und nach der Tat lautstark „Allah u akbar!“ rufen, damit haben sie sich in den Augen der verblödeten Zuschauer ja bereits als arabische Terroristen ausgewiesen. Dass diese akustische Visitenkarte nur Tarnung sein könnte, darf nicht in Erwägung gezogen werden.
  • Um ganz sicher zu gehen, dass die Verbrecher in die richtige Kategorie von Bösewichten eingeordnet werden, ist die Mitgliedschaft bei den diversen Regionalorganisationen von „Al Kaida“ laut und deutlich zu verkünden. Eine noch bessere Wirkung wird natürlich (zusätzlich) mit schwarzen Fahnen und anderen „Terror“-Requisiten erzielt.

isis mercenaries(Die PR-Auftritte von „ISIS“, IS oder welches Akronym gerade genehm ist, sind derartig lächerlich, dass man sich fragen muss, wieso die Leute auf so etwas reinfallen;)

  • Zum Vergleich – wie sich echte, politische Kampfeinheiten benehmen, bei denen der Islam zwar eine wichtige Rolle spielt, aber natürlich nicht das eigentliche Motiv für die Gewalt ist, sondern die Verbrechen Israels und der USA (samt Vasallen) kann man sich die libanesische Hisbollah anschauen (die eine soziale Bewegung, eine gewählte Partei und eine Kampftruppe unter ihrem Dach vereint).
  • Dass es sich bei den vom Westen fabrizierten „Terror-Milizen“ überwiegend um indoktrinierte Idioten, Verbrecher und brutalisierte Söldner handelt, die als mörderische Werkzeuge der Außenpolitik missbraucht werden (Gladio 2.0), sollte mittlerweile jedem intelligenten Beobachter klar sein.
  • Der neueste, theatralische Islamisten-Gag ist aber der ausgestreckte Zeigefinger. Wie z.B. Journalisten der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ uns einreden wollen, ist das eine Art geheimer Code für „radikale Islamisten“ und prompt hat man ihn auch in Paris „entdeckt“ (auf einem extrem unscharfen Bild).

PARIS-fingerDass diese zur Schau gestellte, groteske Form von „Religiosität“ aber mit dem Verhalten echter Muslime unvereinbar ist, wird nicht diskutiert. Und selbst die echten „Gotteskrieger“ (fanatische Salafisten bzw. Takfiris, die auch nur als Werkzeuge der Geo-Politik benutzt werden), würden sich nicht so benehmen, wie z.B. Thierry Meyssan konstatiert:

„Sie hätten auf jeden Fall die Archive des Magazins zerstört, weil es die „Pflicht“ dieser Gotteskrieger sei, alle Objekte zu zerstören, die nach ihrer Meinung „Gott beleidigen“ (oder seinen Propheten) und die „Feinde Gottes“ zu bestrafen. Sie wären auch nicht sofort wieder geflohen (um der Polizei zu entgehen), sondern hätten ihre „Mission“ erfüllt, auch wenn sie dabei selbst umgekommen wären.

Dass sie einem verwundeten Polizisten eiskalt in den Kopf geschossen haben ist auch ein klares Indiz dafür, dass dieser Mord nichts mit der „Vergeltung“ für die Beleidigung des Propheten zu tun hatte und schon gar nichts mit dem vulgären Humor des Magazins Charlie Hebdo. [Inzwischen wissen wir ja, dass die Exekution so nie stattfand]

Thierry Meyssan ist überzeugt davon, dass dieses Attentat die Kluft zwischen französischen Muslimen und Nicht-Muslimen vertiefen soll, wobei auch ein Bürgerkriegsszenario ins Auge gefasst wird. Man kann nur hoffen, dass er nicht recht hat ….“

Abgerundet wird die „Shocking Terror Picture Show“ dann durch Aufritte von selbsternannten „Terror-Experten“, deren Qualifikation für diesen Titel von niemand hinterfragt wird. Wie Glen Greenwald in diesem Interview feststellt, sind sie allesamt Scharlatane, die ein persönliches Interesse daran haben, den „Terror-Scare“ aufzublasen, weil sie ja schließlich davon profitieren. Hier ein kleines Beispiel daraus:

Steve EMERSON (der sich selbst als „eine der führenden Autoritätenfür islamistische Netzwerke bezeichnet) erklärt zunächst, dass es „in ganz Europa “No-Go” Zonen gäbe, wo sich kein Christ mehr hin wagen würde. Orte (in Frankreich, England, Schweden, Deutschland) wo die Regierung quasi nicht mehr souverän sei, wo Scharia-Gerichte eingerichtet seien, wo die „Muslim-Dichte“ sehr hoch sei, wo selbst die Polizei nicht mehr auftaucht, wo es schon einen Staat im Staate gebe –

Daraufhin die Moderatorin “Weißt du was, Steve das klingt für mich schon nach einem Kalifat …“

EMERSON weiter: „Ja, das klingt wirklich so ..und in England sind es nicht nur „No-Go“-Zonen; es gibt dort ganze Städte, wie Birmingham, die völlig „moslemisch“ sind, wo Nicht-Muslime einfach nicht mehr hingehen …“

Diese Aussagen führten zu großer Empörung in Großbritannien, weil sie völlig unwahr sind, worauf sich Emerson in einer Sendung der BBC entschuldigte und seine verlogenen Behauptungen damit erklärte, er habe sich „auf unkorrekte Recherchen verlassen und es sei „völlig verantwortungslos“ gewesen, die ihm zugespielten Informationen nicht überprüft zu haben. (Was für unsere Journaille ja der Normalzustand ist …)

Dass Prime Minister Cameron diesen Unsinn mit dem Satz „the man is a complete idiot“ kommentierte, trifft die Sache nicht ganz, denn diese Leute verfolgen natürlich eine politische Agenda: die Volksverblödung bzw. subtile Form der Volksverhetzung.

8 DAS (BFM) INTERVIEW  MIT  CHERIF KOUACHI

Dass uns hier absurdes Theater vorgespielt wird, lässt sich auch durch das angebliche Telefon-Interview demonstrieren, das Cherif Kouachi mit einem französischen Fernsehsender geführt haben soll, von dem nur Bruchteile veröffentlicht wurden:

Kouachi: (Anfang fehlt) … wir sagen Euch, dass wir die die Verteidiger des Propheten sind, …dass ich, Cherif Kouachi, von Al Kaida im Jemen geschickt wurde …ich ging dorthin und es war Anwar Al-Awlaki, der mich finanziert hat.

[Anmerkung: Wieso wird Al-Awlaki extra erwähnt? Niemand hat ihn danach gefragt. Für die US-Regierung ist diese Aussage aber politisch äußerst nützlich. Für Hintergrund dazu siehe Jeremy Scahill.

Wie konnten die Brüder in den Jemen und wieder zurück fliegen, wenn sie auf der „No-Fly-List“ der US-Anti-Terror-behörden waren und Cherif schon 2005 verhaftet und 2008 wegen Kontaktaufnahme zu einer terroristischen Vereinigung – im Irak – verurteilt wurde? Warum hat man ihn nicht schon früher dazu verhört bzw. überwacht?]

BFM: Und wie lange ist das her?

Kouachi: Es war bevor er getötet wurde.

Abdulrahman[Anmerkung: Anwar Al Awlaki, ein Imam und amerikanischer Staatsbürger, wurde im September 2011 durch amerikanische Dronen (sein 16-jähriger Sohn zwei Wochen später) im Jemen ermordet. Obwohl ihm seit 2008 umfangreiche Unterstützung für „Al Kaida“ (zuerst als „Inspiration“ dann „operativ“) vorgeworfen wurde, hat man nie Anklage gegen ihn erhoben, sondern ihn einfach umgebracht. Tote können eben nichts mehr erzählen ….was nicht ins Bild passt.]

BFM: Ihr seid also erst vor kurzem nach Frankreich zurückgekommen?

Kouachi: Nein, schon vor langer Zeit …. ich kenne den Geheimdienst, da brauchst du dir keine Gedanken machen. Ich weiß genau, wie ich vorgehen muss, um erfolgreich zu sein ….

(Anmerkung: die Sätze sind nicht kohärent, nicht stimmig …als ob Teile fehlen würden)

BFM Und sind da nur Sie und Ihr Bruder? Gibt es Leute hinter Euch?

Kouachi: Das geht dich nichts an.

BFM: Habt ihr vor, noch mehr Menschen zu töten, im Namen Allahs?

Kouachi: Töten – wen denn?

BFM: Ich stelle ja nur die Frage.

Kouachi: Haben wir Zivilisten getötet in den zwei Tagen, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Ihr habt Journalisten getötet.

Kouachi: Sind Zivilisten gestorben, in den zwei Tagen wo ihr uns gesucht habt? Oder Menschen während der zwei Tage, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Warte, warte Cherif – habt ihr an diesem Vormittag getötet?

Kouachi: Wir sind keine Mörder. Wir sind die Verteidiger des Propheten, wir töten keine Frauen. Wir töten niemand. Wir verteidigen den Propheten. Wir sind nicht wie ihr (Stimme wird zum ersten Mal emotional): Ihr seid es, die Kinder töten in Syrien, im Irak und in Afghanistan. Nicht wir. Wir haben einen Ehrenkodex im Islam.

Aber ihr habt doch gerade Rache geübt .. ihr habt 12 Menschen getötet …

Kouachi: …(bruchstückhaft, Anfang fehlt ) …ja, weil wir Rache geübt haben. Wie du es gesagt hast, wir haben uns gerächt.

Kommentar:

  • Ich finde dieses „Gespräch“ äußerst seltsam und es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass hier Frage und Antworten nicht unbedingt zusammengehören (also aus Einzelteilen „zusammengebaut“ wurden).
  • Woher weiß ich überhaupt, dass diese Stimme wirklich Cherif gehört?
  • Woher weiß ich, wann dieses „Gespräch“ stattgefunden hat?
  • Wer telefoniert seelenruhig mit der Presse, wenn sich vor der Tür die geballte Staatsgewalt versammelt hat?
  • Das Verhalten der beiden „Islamisten“ ist nicht schlüssig: Zuerst treten sie wie Profikiller des Militärs auf, tarnen sich, entkommen der Pariser Polizei (trotz massiver Präsenz), nehmen Geiseln (was mit der Verteidigung des Propheten garantiert nichts zu tun hat) um schließlich im Kugelhagel als „Märtyrer“ zu sterben?

(Der Link zum Original-Interview wurde mittlerweile von YouTube entfernt, aber der britische Guardian hat noch ein Audio zum Nachhören mit englischen Untertiteln)           i

9 THE BIG LIE: Charlie Hebdo als Ikone der Pressefreiheit

holy trinity a la charlie hebdoDie Zeitung war nicht die furchtlose Verfechterin von Meinungs- u. Pressefreiheit, als die sie uns jetzt präsentiert wird. Die Cartoons waren oft äußerst vulgär, pornographisch – religiöse Verunglimpfung kombiniert mit Sex und Gewalt – und deshalb beleidigend für religiöse Menschen; besonders für Muslime, weil im Islam die bildliche Darstellung von Gott und Propheten verboten ist.

Viel wichtiger ist aber: In einer Zeit, wo hunderttausende Muslime durch westliche Kriege und Terroraktionen getötet, vertrieben oder gefoltert werden, solche diffamierenden, kränkenden Zeichnungen zu veröffentlichen, ist keine journalistische Heldentat, sondern dumm, bösartig und verantwortungslos. (bête et méchant, exactement)

Im Jahr 2000 wurde die Journalistin Mona Chollet entlassen, weil sie gegen einen Artikel protestierte, in dem die Palästinenser pauschal diffamiert wurden.

affaire siné2008 wurde der Veteran-Cartoonist Maurice Siné gefeuert, weil er als „anti-semitisch“ denunziert wurde. Der Grund? Er hatte eine Karikatur von Jean Sarkozys Hochzeit (dem Sohn des Präsidenten) mit Jessica Seboun-Darty gezeichnet, einer Jüdin, die ein großes Vermögen erbt, und das Gerücht, Jean sei deshalb zum jüdischen Glauben übergetreten, mit dem Text kommentiert: „Dieser Kleine wird es noch weit bringen“.

Sofort wurden die jüdischen “Anti-Diffamierungs”-Lobbyisten aktiv, die ihm „jüdische Stereotype“ und „Aufstachelung zum Rassenhass“ vorwarfen und Siné musste gehen. Auf jüdischen Webseiten wurden sogar dazu aufgerufen, ihn umzubringen. Wo war damals die Verteidigung der Pressefreiheit? Nicht umsonst wird in Frankreich diese zionistische Inquisition als „la police de la pensée“ bezeichnet.

Bernard-Henry Lévy, der französische Ober-Zionist mit Super-Ego schrieb damals in Le Monde:

Immer wieder hat Siné die Grenze zwischen Humor und Beleidigung überschritten, zwischen Karikatur und Hass.“

Für Araber/Muslime gibt es diese Grenze offenbar nicht.

10   „SWARMING“: DIE VOR-FABRIZIERTE PR-KAMPAGNE

Wir erinnern uns noch an die #BringBackOurGirls (Kenia) oder Boys (in Israel) PR-Kampagnen, wo der Zweck der Emotionalisierung bzw. Konditionierung der Massen durch „social media“ ersichtlich wurde: einerseits Stimmungsmache gegen die bösen Islam-Terroristen, andererseits wirkungslose Zur-Schaustellung einer „feel-good“ Solidarität als „social event“) statt echtem politischen Engagement, das die politischen Macht-Verhältnisse ändern will.

je suis Charlie logoWenn (innerhalb einer Stunde nach Bekanntwerden des Anschlages, ein PR-Slogan wie  „JeSuisCharlie“ sich blitzartig und massenhaft verbreitet, ist Misstrauen angebracht. Warum? Weil diese gesteuerten „Schwärme“ davon ablenken, die wahren Hintergründe des Verbrechens zu analysieren. Hier werden ehrenwerte menschliche Gefühle wie Empathie, Solidarität und moralische Empörung instrumentalisiert und in den Medien verstärkt, während kritisches Nachdenken über die vielen Ungereimtheiten der offiziellen Story und den geopolitischen Kontext behindert wird.

helric fedou(Der – zweite – „Selbstmord“ eines Kriminalkommissars in Limoges, der nach Presseberichten an einem Report über die Anschläge in Paris gearbeitet hat, gibt neue Rätsel auf .. .könnte allerdings auch ein Ablenkungsmanöver sein ..)

 

Fortsetzung folgt…

Israel: Die „Villa im Dschungel“

Schädelbruch, spricht nicht mehr … 3 Jahre alte „Terroristin“ in Gaza ..

Der Massenmord und die Verstümmelung tausender Menschen in Gaza gehen mit extremer Brutalität ungehindert weiter, während unsere Politiker tatenlos zuschauen und außer „mahnende Worte“ zu äußern, nichts dagegen unternehmen. Nicht Israel (oder das Oligarchen-Nazi-Marionettenkabinett in der Ukraine, dass ähnliche Verbrechen begeht) wird mit Sanktionen belegt – nein, Russland wird dafür bestraft, dass es nicht nach Washingtons Pfeife tanzen will.

Wie kann es sein, dass ausgerechnet in dem Land, das von einem „Opfervolk“ bewohnt wird, dessen Identität maßgeblich von den Erinnerungen an den Holocaust geprägt ist, solche unmenschlichen Verbrechen als „notwendig“ und gerechtfertigt wahrgenommen werden?

WENN VÖLKERMORD ERLAUBT IST

Die “Times of Israel” veröffentlichte am 1. August einen Online-Kommentar von Yochanan Gordon, der zeigt, wie weit der zionistische Wahnsinn in Israel bereits getrieben wurde. Das „Crying & Shooting“ Syndrom sowie die ungeheuerliche Selbstgerechtigkeit des Zionismus habe ich ja schon öfter angesprochen, doch noch nie zeigte es sich auf so erschreckende Weise:

GenocideGordon reagiert auf die massive Kritik an Israels brutaler Gewaltorgie, indem er drei „Argumente“ vorbringt, die aus dem Dritten Reich stammen könnten:

Den Vorwurf der „Unverhältnis-mäßigkeit“* (wegen der extrem hohen zivilen Opfer durch absichtliche Angriffe auf Märkte, Moscheen, Wohnblöcke, etc. und anschließender Bombardierung der Notunterkünfte für diese Flüchtlinge) weist er zurück, weil

  1. Die Kritiker „den wahren Charakter des Gegners“ nicht erkannt haben
  2. deshalb gar „nicht befähigt sind, die Regeln des Krieges vorzuschreiben“
  3. die böse „Natur des Gegners“ (als arabisches Volk bzw. fanatische Muslime) Israel keine andere Wahl lässt, als totale Vernichtung, damit es endlich in „Ruhe“ leben kann

*(„Unverhältnismäßigkeit“ ist Beamtenjargon und ein verharmlosender Euphemismus für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit)

Dass die „Regeln des Krieges“ Teil des humanitären Völkerrechts und vielleicht das einzige sind, das einen Staat (bei der Ausübung von Gewalt) von einem Terroristen unterscheidet, wird einfach ignoriert.

Der Krieg an sich ist natürlich auch „Terror“, doch durch diese Regeln sollen wenigstens die Zahl ziviler Opfer so niedrig wie möglich gehalten und die Grundregeln der Menschlichkeit (Schutzräume und nicht-militärische Ziele nicht zu bombardieren) befolgt werden.

Dann macht er sich mit Sarkasmus darüber lustig, dass die Weltöffentlichkeit – schockiert über die Brutalität des Vorgehens gegenüber eingesperrten, entrechteten Menschen– „Zurückhaltung“ und „humanitäre Feuerpausen“ verlangt:

„[…] Üblicherweise wurden Kriege geführt, um zu gewinnen, also den Gegner zu schlagen. Heutzutage gewinnt man den Eindruck, ein Krieg soll bis zu einem „Unentschieden“ geführt werden. Ich meine, wer hat schon mal etwas von einer „Auszeit“ in einem Krieg gehört?

Die NBA-Regeln für ein Basketball-Spiel gestatten nach sechs Auszeiten für jedes Team, doch soweit ich weiß, geht es hier um einen Krieg!

Wir sind im Krieg gegen einen Feind, dessen Charta zur Auslöschung unseres Volkes aufruft. Nichts kann deshalb als „unverhältnismäßig“ angesehen werden, wenn wir um unser Recht auf Leben kämpfen.“

Israels Politiker hätten das begriffen, müssten sich aber vom Ausland immer wieder Beschränkungen auferlegen lassen. Doch es müsse eine Zeit kommen, wenn Israel „sich bedroht genug fühle, das es keine andere Wahl habe, sich darüber hinwegzusetzen, weil es hier um „Leben und Tod“ gehe.

victimhood TMMit anderen Worten der Zweck heiligt die Mittel und – wie immer – hat Israel „keine andere Wahl“ als mit unmenschlicher Brutalität vorzugehen gegen diese arabischen Monster, die es bedrohen. Diese hysterische Verzerrung der Realität (dass Israel der Aggressor ist, nicht die Palästinenser, die seit Jahrzehnten brutal unterdrückt werden) kombiniert mit dem Image des „ewigen Opfers“ einerseits und dem „Auserwähltsein“ („God’s chosen people“) andererseits, führt dazu, dass überhaupt kein Unrechtsbewusstsein mehr entstehen kann.

Dr. Joel Kovel, der ein wunderbares Buch über den Zionismus geschrieben hat, betont immer wieder, dass das Konzept des „jüdischen Staates“ unvereinbar sei mit demokratischen Grundsätzen und universellen Rechten, weil damit automatisch eine systematische Diskriminierung der arabischen Israelis verbunden ist. Der legitime Widerstand der unterdrückten Palästinenser gegen die brutale Besatzung (verkörpert durch den bewaffneten Arm der Hamas und andere Gruppen) erinnert an das verdrängte Unrecht, das durch die Gründung des israelischen Staates (und der sofort beginnenden Vertreibung und Expansion) den „Arabern“ angetan wurde.

Der Judaismus lehrt aber, so Kovel, dass mit dem „Auserwähltsein“ auch hohe moralische Ansprüche verbunden sind.

Diese besondere Verpflichtung, moralisch zu handeln, (die sich aus dem Abkommen mit Gott ergeben) sei aber durch die Gründung Israels als koloniales Siedler-Eroberungsunternehmen gebrochen worden. Die Brutalität, der Terror, die ethnischen Säuberungen, die Besetzung weiterer Gebiete seit 1967, die brutale Niederschlagung des Widerstandes, etc. all das laste schwer auf dem jüdischen (kollektiven) Gewissen. Dieses Unrecht wird aber nicht aufgearbeitet, sondern seit Jahrzehnten verdrängt.

joel kovelDr. Kovel hat als (jüdischer, nicht mehr praktizierender) Psychiater eine sehr aufschlussreiche Diagnose des Zionismus gestellt, die man unseren Politikern täglich unter die Nase halten müsste.

Hier eines der zentralen Erkenntnisse:

Die Unfähigkeit, die Palästinenser als gleichberechtigte, menschliche Wesen wahrzunehmen, belastet das Gewissen, doch der Schmerz wird quasi auf den Kopf gestellt und kommt als Hass auf jene heraus, die an den Verrat (der Ideale) erinnern: die Palästinenser selbst und andere, gerade auch Juden, die die Widersprüche des Zionismus offenlegen.

Unfähig Kritik zu ertragen, transformiert das schlechte Gewissen die Leugnung der Tatsachen (engl: denial) in Projektion:

Aus „Wir können es ja nicht sein“ wird „Es müssen (also) die sein“ und damit werden der Rassismus, die Gewalt und die Doppelmoral nur weiter verstärkt. Daher kommt der Begriff „der selbsthassende Jude“ (Schimpfwort für Juden, die Israel kritisieren).

Das ist ein Spiegelbild des Zionismus, der sich nicht selbst erkennen kann. Es ist eine Leinwand, auf den das schlechte Gewissen projiziert wird. Es ist eine Schuld, die nicht durch Bewusstwerdung oder echte Sühne überwunden werden kann und die als verfolgende Anklage und neuerliche Aggression wiederkehrt.“

Anstatt sich – wie es Deutschland auferlegt wurde – der furchtbaren Vergangenheit (und in Israel auch Gegenwart) zu stellen und die Verbrechen des Staates aufzuarbeiten, wird ohne Ende geleugnet und verdrängt. Die Folge sei die Konstruktion eines moralischen Universums, in dem „wir“ immer im Recht und in dem immer „die anderen“ an allem schuld sind. Da es kein Korrektiv mehr gibt (die Verbrechen werden nicht sanktioniert, die Verantwortlichen nie bestraft) wird die Hysterie und Selbstgerechtigkeit nach jedem „Krieg“ immer schlimmer.

Das „auserwählte Volk Gottes“ in Israel, mit seiner edlen Gesinnung, kann also per definitionem nicht auf das Niveau rassistischer Gewalt sinken“ oder wie es Norman Finkelstein ausdrückt:

„Feindseligkeit gegenüber Juden kann niemals von Unrecht herrühren, dass Juden begangen haben.“

(Das ist das Dogma der Holocaust-Industrie) aus dem Buch: Beyond Chutzpah

Auf dieser Basis lässt sich erklären, wie solche irren Kommentare zustande kommen.

Gordon behauptet dann weiter, dass praktisch alle Berichte aus Gaza entweder stark übertrieben oder einfach falsch seien und dass sei wiederum Ausdruck des „wahren Charakters“ der Araber:

Es ist nicht ihre Schuld, Falschheit und Betrug sind Teil der Grundsubstanz ihres Wesens – wer sie sind – und dass wird sich nie ändern. Aber trotz ihrer Neigung zu lügen, (muss uns klar sein) wenn dein Feind dir sagt, er ist entschlossen, dich zu zerstören, dann glaubst du ihm.“

official-shirt-idfDiese Sätze hätten auch von Heydrich oder Goebbels stammen können … nicht das Verhalten einzelner Personen oder Gruppen (als politische Akteure) wird kritisiert, sondern ein ganzes Volk pauschal als verschlagen und niederträchtig hingestellt und da es „in ihrer Natur“ liege, eine Bedrohung für Israel zu sein, gäbe es nur eine vernünftige Antwort: man muss sie vernichten.

Da läuft es einem kalt den Rücken runter ….

Dann folgt ein Märchen aus der hebräischen Bibel, das allen Ernstes als historisches Ereignis präsentiert wird und als Parabel für die angebliche Mordlust der Palästinenser als eingeschworene „Feinde Israels“ herhalten muss (obwohl der Mörder im antiken Babylon ein Jude ist!) Die Lektion sei, man dürfe solche Feinde nicht unterschätzen und müsse sie – quasi vorsorglich – ausschalten.

Und dann kommt der Hammer: Auf der (falschen) Prämisse, dass Hamas „den Tod idealisiert“, während die Juden „das Leben zelebrieren“ kommt der Autor zu dem Schluss:

Welchen anderen Weg gibt es also noch – mit einem solchen Feind umzugehen, als ihn komplett auszulöschen?

Das war auch das „Fazit“ zur Lösung der „Judenfrage“ von Heydrich, Himmler, Goebbels und Hitler, die ebenfalls ein ganzes Volk (bzw. eine Religion) wegen ihrer „Natur“ als kollektive „Bedrohung“ darstellte und dann von der Demütigung, Enteignung, Entrechtung, Ghettoisierung, etc. zum Genozid überging – als „Endlösung“ des Problems.

  • Dass solche Statements – während 1500 Menschen in Gaza abgeschlachtet werden – in einer israelischen Zeitung online zu lesen waren – inzwischen entfernt), macht klar, wie fanatisch selbstgerecht und gefährlich diese Leute sind.
  • Dass dieses Land hunderte Atomsprengköpfe hat (und Deutschland 5 U-Boote praktisch verschenkt hat, die damit bestückt werden können…), lässt einem die Haare zu Berge stehen …

Gordon hat dann noch ein drittes „Argument“, das auf den beiden ersten beruht:

Wer mit solchen „Monstern“ wie Hamas (die „ohne Grund“ Raketen auf „uns“ abfeuern und „Terror-Tunnel“ graben) zusammenlebt, hat keinen Anspruch mehr auf die Einhaltung irgendwelcher Rechtsgrundsätze. „Unschuldige Zivilisten“ gibt es demnach nur in Israel, aber nicht in Gaza oder der West Bank.

Der Geist von Carl Schmitt lebt also in Israel (und Washington) weiter, denn die Verbrechen des Staates werden legalisiert indem man dessen Opfer, (bzw. jene, die Widerstand gegen das unmenschliche System leisten,) pauschal als Staatsfeinde klassifiziert und ihnen damit alle Rechte aberkennt.

Und wieder sei es „die (bösartige) Natur des Feindes“, die zu einer automatischen Aussetzung der Kriegsregeln führen müsse.

Dann kommt wieder das Mantra von „Israel hat ein Recht, sich zu verteidigen“ und der PR-Slogan „Niemand würde sich das gefallen lassen, wenn tausende Raketen auf ein Land herunterregnen ..“.

jews against IsraelDie grundsätzlichen Fragen

  • Warum? Was haben wir denn dazu beigetragen, dass der Widerstand der Palästinenser gewalttätig wurde?
  • Was ist denn mit dem Recht der Palästinenser, sich gegen eine bald 50jährige, brutale Besatzung zu wehren?
  • Was ist mit ihrem Recht auf Selbstbestimmung, auf einen eigenen Staat?

werden einfach ignoriert. Alles beginnt immer mit der Gewalt von Hamas (es gibt ja noch andere, bewaffnete Gruppen), gegen die man sich wehren muss. Der Staatsterror Israels (schon 1947), die ethnischen Säuberungen, die Besatzung, die Tatsache, dass die Zionisten das ganze Land beanspruchen und niemals einen eigenen arabischen Staat in „Eretz Israel“ dulden werden, all das wird ausgeblendet, verdrängt, totgeschwiegen. Auf dieser Basis werden aber bei uns jeden Tag „Berichte“ und „Nachrichten“ gesendet und gedruckt, die aus einer Scheinwelt stammen und das Image des Schurkenstaates Israel als armes Opfer nicht antasten.

 So etwas hätte sich nicht einmal Kafka ausdenken können …

Gordon resümiert am Ende: der einzige Streitpunkt sei eigentlich nur mehr „das Ausmaß der Bestrafung“, dass man den Untermenschen in Gaza zukommen lassen müsse und da jeder Staatschef die Pflicht habe, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, stellt er die entscheidende Frage an die „Gutmenschen“ da draußen:

Wenn politische Führer und militärische Experten zu dem Schluss kämen, der einzige Weg diese „Ruhe“ zu gewährleisten, sei Genozid (also Völkermord), ist es dann nicht gestattet, diese „veranwortungsvollen Ziele“ zu erreichen?“

Netanyahu würde darauf sicher mit Ja antworten ….

Die Times of Israel hat inzwischen den Blog entfernt und sich dafür entschuldigt, ebenso wie der Autor, der darin beteuert, er habe doch mit seinen Worten „nicht dazu aufrufen wollen, anderen Menschen zu schaden“. Doch wer soll ihm das glauben?

Wer „Ruhe“ in Israel mit dem Massenmord an Arabern erreichen will und das als „verantwortungsvolles Ziel“ bezeichnet, hat alle moralischen und ethischen Grenzen überschritten, die in einer zivilisierten Gesellschaft gelten müssen.

dublin stop israel war crimesEs wäre schon schlimm genug, wenn in irgendeinem anderen Land solche Argumentationslogik verbreitet wird, doch ausgerechnet in Israel ist diese Denkweise eine absolute No-Go-Area. Ein Land, das das Grauen des Holocausts seit 70 Jahren vor sich her trägt wie ein moralisches Schutzschild und damit jede berechtigte Kritik an israelischen Verbrechen abwürgt, kann sich solche Statements eigentlich nicht leisten. Rechtfertigung eines Völkermordes als „Selbstverteidigung“? Das hatten wir doch schon mal ….

Auch wenn man einräumt, dass der Autor nicht für alle Israelis spricht, so steht er mit seiner Meinung nicht alleine da und solche „Überlegungen“ sind für eingefleischte Zionisten ja nichts Neues (siehe Ilan Pappe, Avi Shlaim, etc.):

DIE  GESINNUNGTÄTER  IN  GAZA

In New York demonstrierten tausende für Israel und ein Rabbi hielt eine hetzerische Rede zur Legitimierung der israelischen Aggression: Rabbi David-Seth Kirshner, der Präsident der New Yorker Rabbiner, plädierte klar für die israelische Version der Sippenhaftung:

rabbi kirshner NYCPalästinenser, die Hamas gewählt haben, „verdienen es“ demnach, von israelischen Bomben getroffen zu werden. Er sagte u.a.:

“When you are part of an election process that asks for a terrorist organization which proclaims in word and in deed that their primary objective is to destroy their neighbouring country and not to build schools or commerce or jobs, you are complicit and you are not a civilian casualty.

And lastly when you fail to heed the pamphlets, the phone calls, the text messages and the warning shots telling you to evacuate a building, and instead use yourself as a shield and use innocent children as a shield, you are not collateral damage. When you ignore those very moral warnings and align yourself with Hamas, you are a combatant.”

Auch hier sehen wir wieder die Leugnung der Realität und die Projektion, von der Joel Kovel gesprochen hat. Der Feind (Hamas) wird einfach als „Terrorist“ klassifiziert, womit er automatisch aufhört, ein Mensch zu sein. (daher 911 …)

Dass Hamas ja auch wichtige Sozialarbeit geleistet hat, eine politische Partei ist, die Ministerien aufgebaut und geführt hat und nicht nur einen „bewaffneten Arm“ hat, wird unter den Teppich gekehrt. Dass die Gewalt von Hamas (Al Qassam Brigaden) nur die Folge der israelischen Gewalt und Unterdrückung ist, davon will man gar nichts wissen. Das eigene Unrecht muss unter allen Umständen auf den anderen geschoben werden, damit der moralische Absolutismus nicht ins Wanken gerät.

Den toten und verwundeten Palästinensern, die selbst in Schutzräumen der UN und in Krankenhäusern bombardiert wurden, selbst die Schuld dafür zu geben, weil sie sich und ihre Kinder „als Schutzschilde hergeben“, ist so infam, dass man schreien möchte.

Der Feind muss als unmenschliches und perfides Monster hingestellt werden, um die eigene Brutalität als „notwendige Verteidigung“ zu verschleiern. Das passiert ja in fast allen Kriegen, wo sich zwei Staaten gegenüberstehen und es um Gebietseroberung, etc. geht. Doch in diesem Fall ist es ja gar kein „Krieg“: Gaza hat keine Armee, keine Luftwaffe, keine Flotte, keinen riesigen Militärapparat wie Israel und will auch nichts „erobern“ oder „vernichten“.

Hamas will das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser durchsetzen und ein Ende der Besatzung bzw. Belagerung (was ja von Israel schon im Rahmen der beiden letzten Waffenruheabkommen 2008 bzw. 2012 in Aussicht gestellt wurde). Doch Israel hat alle Vereinbarungen (unter konstruierten Vorwänden) gebrochen, um dann anschließend wieder mit Lügen in „Crying & Shooting“ Manier in lautes Gejammer über die Aggression von Hamas auszubrechen.

Damit nicht genug, wird jetzt auch noch allen Menschen in Gaza eine Kollektivschuld angelastet, für die sie zahlen müssen. Das ist krank. Ebenso krank wie die „Notwendigkeit“, die Juden zu vernichten, die im Dritten Reich wegen „ihrer Natur“ als kollektive Bedrohung angesehen wurden.

Aber es gibt noch mehr solche selbstgerechten Fanatiker in Israel. Einer von ihnen ist Moshe Feiglin.

moshe-feiglinEr ist der Leiter der Manhigut Yehudit der größten Fraktion im Zentralkomitee der regierenden Likud-Partei. Bei der Wahl für die Parteiführung im Jahr 2012 kandidierte er gegen Netanyahu und bekam 23 % der Stimmen. Seither ist sein Aufstieg konstant, so dass er zusätzlich zu seinem Amt als Vize-Präsident der Knesset kürzlich Mitglied der einflussreichen Kommission für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung wurde.

Feiglin hat vor kurzem einen Plan vorgeschlagen, mit dem Gaza (ein für alle Mal) als Teil des jüdischen Staates annektiert werden soll.

Nach Angaben des ehemaligen Außenministers von Ägypten, haben die USA den Sturz Hosni Mubaraks organisiert, weil er sich weigerte, die Vertreibung der Bewohner Gazas in den Sinai zu unterstützen, die Washington von ihm verlangt habe.

Hier die sieben Punkte (wörtlich): (Entscheidende Punkte dieses Planes werden derzeit in Gaza in die Tat umgesetzt…)

1. DAS ULTIMATUM

  • Eine einzige Ankündigung des Premierministers an die „feindliche Bevölkerung“, in der sie vor den Angriffen auf militärische Ziele gewarnt wird und sie dazu drängt, sofort das Gebiet zu verlassen. Sinai ist nicht weit von Gaza und sie können „ja gehen“. Das ist aber auch schon das Äußerste, was Israel an humanitären Überlegungen zulässt.

2. DER ANGRIFF

  • Auf Zielgebiete über die ganze Länge des Gazastreifens mit maximaler Gewalt der IDF und allen konventionellen Waffen, die verfügbar sind. Alle militärischen und Infrastruktur-Ziele werden attackiert, ohne jede Rücksichtnahme auf „Schutzschilde“ oder „Umweltzerstörung“. Es genügt, dass wir „exakte Ziele“ treffen und wir sie vorher gewarnt haben.

 

3. DIE BELAGERUNG

  • Gleichzeitig zu den oben erwähnten Maßnahmen, eine totale Belagerung von Gaza.
  • Nichts kann in den Gazastreifen reinkommen, jedoch wird Israel die Ausreise gestatten (Zivilisten können in den Sinai gehen, Kämpfer können sich der IDF ergeben) ?

 4. DIE “VERTEIDIGUNG”

  • Jeder Ort, von dem aus israelische Soldaten angegriffen wurden, wird sofort mit voller Gewalt beschossen, ohne jede Berücksichtigung für „Schutzschilde“ oder „Umweltzerstörung“.

 5. DIE EROBERUNG

  • Nachdem die IDF das “Aufweichen der Ziele” mit Luftangriffen und weitreichendem Artillerie-Feuer abgeschlossen hat, werden Bodentruppen aktiviert um den ganzen Streifen zu erobern. Dabei werden alle Mittel eingesetzt, die nötig sind um das Risiko für unsere Soldaten zu minimieren – ohne irgendwelche anderen Bedenken.

 6.DIE ELIMINIERUNG

  • Die GSS und die IDF werden gründlich alle bewaffneten Feinde aus Gaza eliminieren. Der feindlichen Bevölkerung, die sich nichts zu Schulden kommen ließ, wird – im Einklang mit dem Völkerrecht – gestattet zu gehen. Israel wird Denjenigen großzügige Hilfe anbieten, die ins Ausland gehen wollen

 7. DIE GEBIETSHOHEIT

  • Gaza ist Teil unseres Landes und wir werden für immer dort bleiben. Die Befreiung von Teilen unseres Landes ist die einzige Sache, die es rechtfertigt das Leben unserer Soldaten (im Kampf zur Landeroberung) zu gefährden. Nachdem der Terror aus Gaza eliminiert wurde, wird der Streifen Teil des souveränen Staates Israel und von Juden bevölkert. (Dadurch wird auch die Wohnungsnot in Israel gemildert.)

Feiglin behauptet, dass nach Umfragen „sowieso die Mehrheit der Araber weg aus Gaza will. Diejenigen, die nicht in anti-israelische Aktivitäten involviert waren, erhalten ein großzügiges Auswanderungspaket“.

Jene, die bleiben wollen, könnten nach „einigen Jahren der Gewöhnung an das Leben in Israel“ und der Voraussetzung, dass sie „die israelische Herrschaft und die Lebensweise im jüdischen Staat akzeptieren“, die israelische Staatsbürgerschaft beantragen.

Child waiting for dead mother to wake up

Gaza 2014: Der kleine Junge wartet darauf, dass seine tote Mutter aufwacht ..

Die neueste Aufforderung – zur ethnischen Säuberung –, die Feiglin an Premierminister Netanyahu richtet, geht noch weiter und hat bereits über 8.000 „likes“ auf facebook:

Die IDF muss “bestimmte offene Gebiete zwischen der Küste und der Grenze zum Sinai festlegen, wo „die zivile Bevölkerung dann in Zeltlagern konzentriert“ wird, bis (von Israel) entschieden ist, wohin die Palästinenser auswandern. Sie müssen weit entfernt von den bebauten Zentren liegen, die für „Raketen und Tunnelbau“ benutzt werden.

 „Strom und Wasserversorgung zu diesen ehemals bewohnten Gebieten werden abgedreht. (Ist bereits erfolgt)

 „Dann werden diese Gebiete mit maximaler Härte bombardiert, die gesamte zivile Infrastruktur wird völlig zerstört. (Ist bald erreicht) Israel wird Länder und Quoten für die Emigration der Flüchtlinge organisieren, wer bleiben will, muss einen öffentlichen Treueeid zu Israel schwören“.

Hier zeigt sich wieder die Realitätsverleugnung und zionistische, selbstgerechte Arroganz: was die Menschen in Gaza selbst wollen, ihr Recht auf Selbstbestimmung in ihrem eigenen Land wird völlig negiert.

utter destructionDass sich kein Palästinenser – nach dieser Orgie der Zerstörung – auf so etwas einlassen würde, ist klar … deshalb läuft der Plan auf die Ermordung bzw. Vertreibung aller Araber in Gaza hinaus. Ein Genozid als Endlösung ist also „notwendig“, denn

Es gibt keine zwei Staaten und keine zwei Völker. Es gibt nur einen Staat für ein Volk.“

Das war und ist die echte Politik Israels gegenüber den Palästinensern, deshalb immer mehr „Siedlungen“ (der Landdiebstahl) in der Westbank, die Provokationen, die Verhaftungen, die massive Unterdrückung, die falschen „Verhandlungen“, die „Kriege“ in Gaza usw. Der ganze „Friedensprozess“ war und ist eine unerträgliche Farce, ein zionistisches Affentheater, das in unseren Medien nie hinterfragt wurde.

WIR  SIND  DIE  GUTEN

Der arrogante Rassismus der „Auserwählten“, den Kovel anprangert und der sich hinter dem Zionismus versteckt, wird sehr deutlich in einem anderen Pamphlet von Feiglin, in dem er die Araber als „Wilde aus der Wüste bezeichnet, die „nach Israel kamen um Arbeit bei den Zionisten zu finden“ und „wir gaben ihnen törichterweise Teile unseres Heimatlandes.“

Der Fanatismus, mit dem Palästina als „unser Heimatland“ bezeichnet wird, kennt keine Grenzen. Dass die Araber seit Jahrhunderten dort gelebt, das Land bebaut und ihre eigene Kultur und Religion haben und ein Recht auf Selbstbestimmung, ist völlig irrelevant. Dass die Region immer Spielball imperialer Mächte war und deshalb kein souveränes „Palästina“ entstehen konnte, wird von Zionisten als Beweis für die Minderwertigkeit der „Araber“ gewertet, da mussten erst die Juden kommen, damit ein “blühendes Land“ entstehen konnte.

Feiglin fantasiert weiter – und hier sieht man den heuchlerischen, selbstgefälligen „Großmut“ der Zionisten – dass „wir ihnen ein souveränes Gebilde“ [genau das ist Gaza eben nicht, weil Israel alle Lebensadern kontrolliert] ermöglicht haben, das dann in demokratischen Wahlen Hamas gewählt hat“. [worauf Israel und die USA sofort wieder mit subversiver Gewalt reagiert haben]

Dies sei natürlich der Beweis dafür, mit welchen üblen Gestalten man es hier zu tun habe und deshalb muss sofort gehandelt werden, denn jede Verzögerung, sei für „die Kräfte des Lichtes in ihrem gerechten Krieg gegen die Mächte der Finsternis“ (!) offenkundig „unethisch“.

Er zeichnet ein politisches Zerrbild, in dem alle arabischen Widerstandsgruppen als fanatische Islamisten denunziert werden, die Israel vernichten wollen. Die illegale Besatzung und eigene Aggression existiert in diesem Zerrbild der Wirklichkeit nicht, denn das würde ja das Selbstbild der „moralische Überlegenheit“ der Juden gefährden …

Deshalb sei Israel – wieder einmal – „gezwungen“, gegen diese gefährlichen Spinner mit aller Härte vorzugehen. Wenn dabei fünfhundert Kinder und eintausend Frauen getötet werden, so what?

DIE  „GESAMTLÖSUNG“  FÜR  GAZA

Iran, Hisbollah und neuerdings ISIS – alle seien hinter Israel her und deshalb müsse jetzt in Gaza ein Exempel statuiert werden, damit die anderen „Arme des Kraken“ die Botschaft verstehen:

... wieder einen Hamas Sympathisanten erwischt ..

… wieder einen Hamas Sympathisanten erwischt ..

Jeder Angriff auf Israel hat den Verlust des Gebietes zur Folge, von wo aus die Attacke ausging und die komplette Liquidierung der politischen Führung vor Ort.“ Nur auf diese Weise könne man den wahnsinnigen Islamisten klar machen, dass Israel sich nichts gefallen lasse und verhindern, dass es einen noch schlimmeren Krieg gäbe (mit iranischen Atomwaffen, etc.)

„Deshalb haben wir keine andere Wahl als Gaza zu erobern und Hamas zu zerstören. Nicht (wieder) eine Operation, deren Handlungsfreiheit an dieKetten der deformierten Moral des Westen“ gefesselt sei.“ Eine effektive Eroberung würde doch auch viel Blutvergießen verhindern.

Das Pamphlet endet so, wie es angefangen hat („Die einzigen Unschuldigen im Gazastreifen sind unsere Soldaten – weil sie einen Krieg „um die Existenz Israels“ kämpfen (was völliger Blödsinn ist). „Operative Entschlossenheit, die moralische Kraft ausstrahlt”, sei notwendig und diese erwachse aus dem „tiefen Verstehen“, dass das „unser Land ist und dass wir die Guten sind.

Sich dies zu vergegenwärtigen, sei „zur Abwehr der internationalen Kritik notwendig … Vorwärts zum Sieg!“

LÜGEN HABEN LANGE BEINE IN ISRAEL

ISIS responsible for abductionDie ständig wiederholte Behauptung von Netanyahu, Hamas sei für die Entführung (u. angebliche Ermordung) von drei israelischen Jugendlichen verantwortlich, (und damit für die Gewalteskalation) ist eine Lüge. Das wissen alle, die die zionistischen Täuschungsmanöver seit Jahren untersuchen. Doch selbst die israelische Presse hat bereits am 3. Juli veröffentlicht, dass nicht Hamas, sondern eine neue, bisher unbekannte „Islamistengruppe“ sich zu der Tat (und Raketenangriffen aus Gaza vor zwei Monaten) bekannt hatte.

Und siehe da – diese neuen “Jihadisten“ sind treue Anhänger der jetzt im Irak ihr Unwesen treibenden „ISIS“, „ISIL“ „IS“ oder welche politische Marke für synthetische „radikale Islamisten“ gerade in Mode ist.

Die „Operationen“ seien zu Ehren von Abu Bakr al-Baghdadi (einem Phantom …Is he real?) erfolgt, dem selbsternannten „Kalifen“ des neu proklamierten „Islamischen Staates“, der – wie Israel – keine festen Grenzen hat und mal Syrien, Irak und was sonst noch opportun erscheint, als Gebiet beansprucht. Sowohl Fatah als auch Hamas werden von ihnen als Verräter des wahren Glaubens kritisiert („sie haben sich mit Heiden und Schiiten zusammengetan …“

Wir wissen ja (vor allem dank Seymour Hersh) dass diese Kreaturen aus der Werkstatt der saudischen, amerikanischen und israelischen Geheimdienste stammen und (seit Afghanistan) als perfide „ Destabilisierungs-Werkzeuge“ der Außenpolitik eingesetzt werden und zwar in Afrika, Asien und natürlich im Nahen Osten.

NetanyahuWarum ist Netanyahu aber so erpicht darauf, trotzdem Hamas zu dämonisieren? In einer Situation, in der die Organisation ziemlich geschwächt ist (Bruch mit Syrien, die Muslimbrüder nach Benutzung für den inszenierten „Arabischen Frühling“ wieder als Staatsfeinde deklassiert und verfolgt, keine Unterstützung mehr aus Ägypten, etc.) und wo „nebenan“ gerade ein Kalifat ausgerufen wurde, das angeblich von fanatischen Takfiris beherrscht wird, die allen Andersgläubigen (auch Muslimen, die nicht ihrer extremen Glaubensrichtung folgen) den Garaus machen wollen (mittels Kopfabhacken, Kehle durchschneiden, etc.)?

Ein Grund war die Bildung einer Einheitsregierung mit Fatah (darüber habe ich ja schon in den beiden letzten Beiträgen geschrieben).

Netanyahu scheint darüber gar nicht besorgt zu sein, dass im Irak diese „Halsabschneider“ (wörtlich zu nehmen) jetzt im Norden das Kommando haben und – anscheinend- auch in Israel / Palästina Verbrechen begehen. Stattdessen tut er so, als ob die – vergleichsweise sehr gemäßigte – Hamas die größte Bedrohung Israels sei? Warum?

OCHA map conquered stripTeile des kranken Planes von Feiglin werden ja derzeit bereits in die Tat umgesetzt (die so genannte „Pufferzone“, aus der die Bewohner mit „Warnungen“ und Bomben vertrieben wurden, macht 44% des ganzen Gebietes aus. In Gaza drängen sich fast 10.000 Menschen pro km², was das bedeutet im Kontext der „Konzentrierung der Zivilisten in Lagern“, die Feiglin plant, läßt einem die Haare zu Berge stehen.

Das erklärt auch die Härte des Vorgehens (über alle Regeln des Krieges hinweggesetzt), die massenhaften Vertreibungen der zivilen Bevölkerung. (rund 400.000 interne Flüchtlinge, die nirgendwo mehr hin können …, da selbst die UN-bombardiert wird) und die massive Zerstörung der Infrastruktur und die dadurch ausgelöste „humanitäre Katastrophe“:

  • Trinkwasser und Abwasserversorgung – zerstört (keine WC-Spülung mehr für tausende Menschen …)
  • Stromversorgung – zerstört
  • Müllabfuhr – zerstört
  • Hohe Gefahr des Ausbruchs von Seuchen (schon seit 2008, inzwischen noch schlimmer)
  • Medizinische Versorgung – vor dem Kollaps
  • Industriebetriebe im Norden – weitgehend zerstört
  • Geflügel, Gemüseanbau, Selbstversorgung – weitgehend zerstört
  • Kein Geld mehr (Finanzministerium zerstört, Geldautomaten leer)

 

Doch die große politische (und zynisch erscheinende Frage bei aller Betroffenheit über diese Verbrechen) ist:

Warum ist Israel auf einmal so erpicht darauf, den Gazastreifen zu annektieren bzw. die Palästinenser loszuwerden, nachdem man sich 2005 unter großer Fanfare „zurückgezogen“ hat?

Die Antwort darauf lautet sehr wahrscheinlich: Erdgas.

Wir wissen ja, dass das globale „Endgame“ um die letzten Energiereserven und die Kontrolle der Transportwege bereits begonnen hat. Die von außen organisierte Gewalt in Libyen, Syrien, im Irak, in Afghanistan, im Sudan (Iran ist natürlich auch im Visier), aber auch in der Ukraine, zeigt ja bereits, wohin die brutale Reise geht. Der Hegemon in Washington beansprucht die Kontrolle der Energieströme (direkt oder über seine Vasallen) oder bei Zuwiderhandelnden(wie Assad, Gaddafi oder zuletzt Janukowitsch) durch die Förderung von synthetischen „Bürgerkriegen“, die unter dem grotesken Feigenblatt der „Demokratieförderung“ – wenn es opportun ist, auch mit Neo-Nazis  oder selbst-gezüchteten Takfiris , angezettelt werden.

Ich habe ja bereits vor einigen Jahren einen Blog über das Erdgas in Gaza geschrieben. Diese Offshore-Felder sind anscheinend noch viel größer, als ursprünglich angenommen und haben deshalb eine große geopolitische Bedeutung. Für die geschundenen verarmten Menschen in Gaza wären die Einnahmen aus der Erdgasförderung natürlich ein wahrer Segen, denn damit könnten sie – wenn die illegitime Blockade endlich aufhört – ihre eigene Wirtschaft und das zerstörte Land wieder aufbauen.

Doch das würde Israel nie zulassen, denn es ist ja „für immer unser Land“… und unsere Politiker schauen zu – oder eher weg – während der „Völkermord in Zeitlupe“ (derzeit beschleunigt) weitergeht ..

 

Wir sind moralisch am Ende ..

 

 

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Anne Will: Dummheit, Stolz & Vorurteil

blood pool from attack on playground in Gaza

Blutlache nach Angriff auf einen Spielplatz in Gaza zum Eid-Fest

The question of the morality of Israel’s action depends, in the first instance, on the question, couldn’t Israel be doing something to prevent this disaster that is playing out now, in terms of the destruction of human life? Couldn’t they have done something that did not require that cost? And the answer is, sure, they could have ended the occupation.“

Rabbi Henry Siegman (mehr zu ihm weiter unten)

Vorgestern hat sich Anne Will mit vier Gästen über den „blutigen Nahostkonflikt“ unterhalten und dabei klar demonstriert, dass eine seriöse Debatte über die wahren Absichten Israels im deutschen Fernsehen nicht erwünscht ist. Schon in der Einleitung auf der Homepage gibt es klare Hinweise darauf, dass hier die „pro-israelische“ Haltung eingenommen wird:

Laut palästinensischen Angaben sind  mehr als 1100 Menschen getötet und mehr als 6500 verletzt worden. Auf israelischer Seite sind Armee-Angaben zufolge bislang mehr als 50 Soldaten und Zivilisten getötet worden.“

Diese Formulierung „50 Soldaten und Zivilisten“ ist bewusst vage und irreführend, denn hier wird nicht konkretisiert, wie viele Opfer wirklich Soldaten bzw. Zivilisten sind. Nach letzten Meldungen wurden 56 IDF-Soldaten getötet, aber nur 2-3 israelische Zivilisten (und auch das glaube ich erst, wenn Beweise dafür vorgelegt werden). Die Gefahr durch die Raketen wird also propagandistisch übertrieben (Augenzeugen, die in Israel waren, bestätigen das).

Der NDR bzw. die Produktionsfirma von Anne Will versucht also bereits hier die Zuschauer / Leser zu manipulieren, weil die hohe Zahl ermordeter Zivilisten in Gaza ja ein zentraler Kritikpunkt ist. Doch der Tod von Soldaten einer brutalen Besatzungsmacht, die Menschen wie in einem Käfig gefangen hält und sie aller Rechte beraubt, ist moralisch nicht vergleichbar mit dem Tod von hunderten Menschen, die im Zuge der Sippenhaftung für die „Raketen“ aus Gaza (den Widerstand gegen die Besatzung) bestraft werden

arrests east jerusalemDa der Horror der Besatzung aber nie im deutschen Fernsehen gezeigt wird, gelingt es Israel immer wieder den Eindruck zu erwecken, man müsse sich immer nur gegen die bösen Araber „wehren“, die – nur aus Fanatismus – aus heiterem Himmel Raketen nach Israel schießen. Das ist eine absurde Charade, die wir seit Jahren ertragen müssen und für die unsere Journalisten mitverantwortlich sind.

Die Frage, ob Israel mit seiner massiven Gewalt gegen ein dicht besiedeltes Elendsghetto noch den „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ wahrt, kann für jeden, der nicht blind ist oder zionistisch indoktriniert wurde nur mit Nein beantwortet werden. Wie Gideon Levy richtig betonte, handelt es sich um einen Konflikt zwischen einer Fliege und einem Elefanten – ich würde sagen, statt dem Elefanten nehmen wir einen Tyrannosaurus, das passt besser …

DIE  MENSCHLICHEN  SCHUTZSCHILDE

Hätte Frau Will auch nur die geringste Ahnung davon, was Israel wirklich will und mit welchen Methoden es seine kriminellen Ziele verfolgt, wäre die ganze, verlogene „Schutzschild“-Debatte ganz anders verlaufen. Im krassen Gegensatz zu ihr haben Journalisten von Format das Thema so dargestellt, dass erkennbar wird, wozu Israel die „Schutzschild“-Vorwürfe benutzt: für Propagandazwecke natürlich, zur Dämonisierung des Gegners (Hamas) und um die eigene Aggression zu rechtfertigen.

Hamas among civiliansIm Guardian z.B. schreibt Harriet Sherwood u.a folgendes:

Diese Beschuldigung wird ständig von Politikern und Medienkommentatoren vorgebracht … und .. als Echo in Debatten mehrfach wiederholt, doch der Vorwurf wird kategorisch von Hamas und anderen Leuten in Gaza bestritten. Die IDF veröffentlichte am Mittwoch Karten, die Hamas-Stellungen in der Nähe von Schulen, Moscheen und Wohnhäusern zeigen sollen, ein Video, indem angeblich Kämpfer einen Rettungswagen als Fluchtfahrzeug benutzen und behauptet, das Al Wafa Krankenhaus in Gaza-Stadt sei „wiederholt von Hamas und Islamischer Jihad Kämpfern als Kommandozentrale benutzt worden, zum Abfeuern von Raketen und damit Terroristen auf Soldaten schießen konnten“.

Diesen Teil der Story hätte Frau Will sicher gerne übernommen, doch was dann folgt, lässt sie bequemerweise unter den Tisch fallen:

Doch der Krankenhausdirektor hat die israelische Behauptung zurückgewiesen. Das Spittal sei weder von Hamas noch anderen Kämpfern für militärische Zwecke missbraucht worden. Er sagte konkret: „Israel hat unser Krankenhaus auf der Basis falscher Behauptungen als legitimes Ziel deklariert. Sie zielen auf medizinische Einrichtungen, die Kranken, die Verletzten und unsere Kinder im gesamten Gazastreifen. Die Botschaft lautet: Ihr seid nirgends mehr sicher.“

Harriet Sherwood erwähnt auch, dass die UN in einer Schule – erstmals – zwar Waffen gefunden hat – und das auch sofort meldete. Sie vergisst jedoch zu erklären, dass diese Schule LEER war, also nicht mehr als Schule benutzt wurde wodurch der Vorwurf der Schutzschilde keine Gültigkeit hat (abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wer diese Raketen dort abgelegt hat …)

Die Behauptung der IDF, das Massaker in Shujaijya sei ebenfalls Hamas anzulasten, weil diese verhindert habe, dass viele Anwohner fliehen konnten (nachdem sie von der IDF gewarnt wurden), wird von der Autorin entkräftet. Sie schreibt dazu:

Diese Behauptungen wurden nicht von unabhängigen Reportern bestätigt. Auslandsjournalisten, die über den Krieg berichten, haben vielschichtige Gründe dafür gefunden, warum einige Anwohner diese Gebiete nicht verlassen haben. Viele sagten, es sei nirgends sicher, also bringe es auch nichts, aus ihren Häusern zu fliehen. Andere machten sich Sorgen darüber, welche Art von “Nachbarn” sie antreffen würden, wenn sie fliehen (vielleicht wären dort ja dann Kämpfer, usw.) oder sie hatten einfach zu viel Angst, um auf die Straße zu gehen. Viele Medienberichte sagten aus, es gäbe keinerlei Hinweise auf eine Nötigung durch Hamas. Diese Familien haben Todesangst, aber die überwältigende Mehrheit nennt die israelischen Bomben und die Granaten als Grund dafür, nicht Drohungen von Hamas.“

Sherwood erinnert auch daran, wie eng es im Gazastreifen ist:

360 km² für 1,8 Millionen Menschen) und dass es schier unvermeidlich sei, dass die Kämpfer sich zwischen der Zivilbevölkerung aufhalten (was aber nicht bedeutet, dass man sie dazu zwingt).

Und daran, dass dieser „Krieg“ ja nicht auf üblichen Kriegsschauplätzen stattfindet, wo sich zwei Armeen gegenüberstehen, sondern dass Israel das ganze Gebiet mit einem Bombenhagel überzieht und die Bodentruppen gegen bewaffnete Widerstandskämpfer (einer Untergrundarmee) in dicht besiedelten Gebieten vorgehen. Während also die Panzer immer weiter in die Städte vordringen, ist es nicht verwunderlich, wenn Hamas in diesem Guerilla-Kampf in der Nähe von zivilen Gebäuden die Soldaten attackiert.

Entscheidend ist aber, dass selbst wenn eine Kriegspartei solche menschlichen Schutzschilde verwenden würde, wäre das keine Rechtfertigung dafür, dass die andere Schulen, Krankenhäuser, etc. bombardiert. Zweimal Unrecht macht kein Recht, Frau Will. Die Verpflichtung, zivile Opfer zu vermeiden wird dadurch nicht aufgehoben. Doch solche Sätze werden wir in unseren „Talk-Shows“ nicht zu hören bekommen …

PRO-ISRAELISCHE  ZENSUR  DURCH  VERSCHWEIGEN

IDF human shieldsWas aber noch viel wichtiger wäre – to set the record straight, wie der Engländer sagt – ist die Erwähnung der Tatsache, dass die IDF selbst mehrfach Palästinenser – auch Kinder – als Schutzschilde verwendet hat. Im Guardian-Artikel wird natürlich auch darauf hingewiesen:

2010 wurden zwei Soldaten (selbst von einem Militärgericht) verurteilt, weil sie einen elfjährigen Jungen in der „ Operation Cast Lead“ als menschliches Schutzschild verwendet hatten.

Untersuchungen von Menschenrechtsorganisationen haben ergeben, dass die IDF Palästinenser sowohl in Gaza als auch in der besetzten Westbank als Schutzschilde missbraucht hat.

IDF convicted of human shields useDer Artikel endet damit, dass aufmerksame Zuschauer darauf aufmerksam machten, dass das Hauptquartier der IDF, die Kiriya (ein hoher Turm) mitten in Tel Aviv steht, umgeben von einem großen Krankenhaus, Wohnungen und Geschäften [siehe dazu das Interview mit Yonathan Shapira bei DN! im letzten Beitrag)

Übrigens, der Grund, warum die IDF die Leute warnt, bevor sie bombardiert, ist nicht Großmut oder Mitleid, sondern hat rechtliche Gründe: wenn die Leute trotzdem bleiben, gelten sie für das Militär als „freiwillige Schutzschilde“ und demnach nicht mehr als Zivilisten. Auch Leute, die zurückkommen, werden als „Kombatanten“ betrachtet, die man „legal“ abknallen kann.

Die Antwort auf Ihre Frage, Frau Will lautet also:

Nein, Hamas benutzt die Bewohner des Gazastreifens nicht als Schutzschilde, das haben zahlreiche Untersuchungen (von Menschenrechtsorganisationen) in der Vergangenheit bereits ergeben. Das wäre auch dumm, weil sich dann die Bevölkerung gegen Hamas stellen würde …

Wenn die UN dem israelischen Militär (mehrfach) die GPS-Koordinaten einer Schule gibt, in der tausende Flüchtlinge Schutz gesucht haben, und diese dann trotzdem von der IDF bombardiert werden, ist die Frage der Schuld ebenso eindeutig zu beantworten, wie nach der Bombardierung von Krankenhäusern, die ebenfalls mittlerweile als Flüchtlingslager herhalten müssen.

AS silencing criticsNatürlich darf auch die „Anti-Semitismus“ Nummer nicht fehlen, wenn es darum geht, Proteste gegen Israels Verbrechen zu diskreditieren und der NDR macht brav mit:

„Unterdessen fallen hierzulande auf Anti-Israel-Demonstrationen antisemitische Parolen. Menschen, die sich mit Israel solidarisieren, werden offen angefeindet. Ist es noch möglich, sich solidarisch mit Israel zu zeigen, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben? Oder wird Deutschland zunehmend israelfeindlich? Und wie weit muss die deutsche Unterstützung für Israel gehen?“

Über 1000 eingesperrte Menschen werden kaltblütig ermordet, aber wir sollen uns Sorgen machen um die „Freunde Israels? Was ist denn mit denen, die sich mit den Palästinensern solidarisch zeigen? Wie werden die denn behandelt, Frau Will? Wir erinnern uns noch an die billigen ad hominem Attacken gegen Herrn Augstein und Günter Grass … Wieso dürfen denn wirklich kompetente Kritiker wie Ilan Pappe, Norman Finkelstein, Jeff Halper, oder israelische Dissidenten u. Friedensaktivisten nie bei uns im Fernsehen auftreten? Weil dann jeder sehen könnte, wie indoktriniert, feige oder ahnungslos unsere Journalisten sind?

Die ganze Debatte bei Anne Will war dominiert von Michael Wolffsohn (MW) und von Rudolf Dressler (RD), die viel länger reden durften als Herr Todenhöfer (JT) und Frau Daibes (KD), die diplomatische Vertreterin der PLO in Berlin.

MW versuchte mit der perfiden „kein Omelett ohne kaputte Eier“ Argumentation die Verbrechen Israels zu relativieren:

 „Kein Krieg ist verhältnismäßig (!) …jede Seite will gewinnen, man wartet nicht wie beim Fechten ..da geht es um Sein oder nicht Sein … das ist die Gesetzmäßigkeit des Krieges … sie ist furchtbar, sie ist blutig, alle sind schockiert, aber eine Verhältnismäßigkeit gibt es nicht“

Als Frau Will nachhakt, weicht er aus, attackiert die UN und drischt leere Phrasen … „überlegen, wie man aus dem Teufelskreis herauskommt, es seien keine Lösungen auf dem Tisch, etc.„

Frau Daibes (KD) versucht zu betonen, wie wichtig es sei, auf den größeren Kontext hinzuweisen, die historischen Rahmenbedingungen seien wichtig, damit man versteht, wie es zu diesem Konflikt kommen konnte.

THE  HIDDEN  OCCUPATION &  STATE CRIMES

Trust UsDoch Frau Will geht darauf natürlich nicht ein: Denn dann müssten ja die totgeschwiegene Brutalität der Besatzung und die ethischen Säuberungen bei der Staatsgründung Israels zur Sprache kommen, also der von Israel seit fast 70 Jahren praktizierte STAATSTERROR gegenüber den Palästinensern, der ja den Widerstand provoziert hat. Doch das muss verhindert werden, damit das konstruierte Opferimage Israels nicht ins Wanken gerät. Also macht Frau Will business as usual (ablenken von Israels Verbrechen) und fragt allen Ernstes:

AW: Was Hamas macht, halten Sie das für verhältnismäßig?

KD versucht nochmal auf die Rolle Israels als Besatzungsmacht hinzuweisen, auf die damit verbundene systemische Entmenschlichung u. Entrechtung der Palästinenser und dass die Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft brauchen. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, doch sei der bewaffnete Widerstand nach dem Völkerrecht legitim.

Die Frage von Will zeigt bereits ihre Ignoranz, denn erstens ist es nicht nur Hamas, die bewaffneten Widerstand leistet (es gibt mehrere Gruppen wie der Islamische Jihad, die Al Aqsa Brigaden, etc. die auch Raketen abfeuern, wenn Israel sie genug provoziert hat – siehe dazu den letzten Beitrag für Details) und zweitens basiert die Frage auf einer falschen Prämisse: nämlich, dass sich hier zwei militärisch ebenbürtige Gegner gegenüberstehen und das beide gleich verantwortlich für die Gewalteskalation sind – ein weiterer Trugschluss, den die israelische Propaganda genährt hat und den Frau Will unkritisch übernimmt.

Die Frage, wie Hamas (als politische Gruppierung) überhaupt – mit Hilfe Israels – entstand und warum sie 2006 in demokratischen Wahlen die Mehrheit errang (ein unerwünschtes Ergebnis, das sofort mit intriganter Gewalt Israels und der USA beantwortet wurde), interessiert Frau Will gar nicht. Diesen größeren Kontext ignoriert sie ebenso, wie die brutale Besatzung als wahre Ursache der Gewalt. Was Hamas wirklich „macht” oder “will” ist auch kein Thema, stattdessen wird implizit die Position Israels gestärkt, die Hamas als Inbegriff des Bösen hinstellt, gegen die sich das „gute“ Israel doch verteidigen muss.

THE GOOD, THE BAD … AND  THE  UGLY  TRUTH

An dieser Stelle muss betont werden, welche moralisch wertenden Schwarz-Weiß Begriffe hier in die Köpfe eingepflanzt wurden:

Wenn Hamas Waffengewalt einsetzt, ist das „Terror“ gegen die israelische Bevölkerung. Wenn Israel Gewalt einsetzt (jeden Tag durch die Besatzung, die ja Freiheitsberaubung und Aberkennung ziviler Rechte ist, aber auch Waffengewalt), ist das „notwendige Verteidigung“ oder der „Sicherheit“ geschuldet. Was ist denn mit der „Sicherheit“ der Palästinenser?

Wie Jeff Halper nicht müde wird zu betonen, ist Israels wichtigste Waffe die Verzerrung der Realität:

Double IdentityReframe The Conflict nennt er das und meint natürlich, dass Israel sich als kleines Land präsentiert, das doch nur in Frieden leben will, aber gezwungen ist, brutale Methoden anzuwenden, damit es- umzingelt von bösen Arabern – überlebt. Dieses Märchen lebt davon, dass die historischen Fakten völlig ausgeblendet werden und die illegale Besatzung nie ein Thema ist. So isoliert, erscheint die Gewalt von Hamas (u.a.) als irrational und Ausdruck von Fanatismus, während Israel sich unter dem Banner der Selbstverteidigung als moralisch überlegene Partei aufspielen kann.

Diese perfide Inszenierung wäre unhaltbar, wenn unsere Journalisten ihren Job machen und das Recht der Leser / Zuschauer auf Wahrheit ernstnehmen würden. Doch stattdessen perpetuieren sie die israelischen Lügen, die – oft genug wiederholt – schließlich als „real“ wahrgenommen werden.

„Ein Krieg ist gerecht, wenn er notwendig ist“.

Niccolo Machiavelli

Der wichtigste Punkt in der zionistischen Propaganda ist die zur Schau gestellte, aber eingebildete moralische Überlegenheit. Um die eigene Brutalität zu relativieren, muss der Gegner – also jetzt Hamas – als manichäischer Teufel hingestellt werden, dem alles zuzutrauen ist und den alle verabscheuen (müssen). Dies drückt sich im Wort „Terroristen“ aus, das ja seit „911“ sehr inflationär verwendet wird (auch Poroschenko verwendete es in der Ukraine für den Widerstand gegen seine faschistische Marionettenregierung der USA)

„Terrorist“ und „Freiheitskämpfer“ sind aber austauschbare Begriffe, es kommt nur auf die Perspektive an.

Wenn also der ehemalige deutsche Botschafter in Israel (lauthals) betont, „Die Palästinenser müssen den Terror stoppen!“ (und (weniger laut) Israel seine Siedlungspolitik “ändern“, dann wertet er den Widerstand gegen die Besatzung und die unmenschliche Blockade als moralisch inakzeptable Vorgangsweise, die man verurteilen muss.

DIE  VERGESSENE  GESCHICHTE

Pappe Ethnic Cleansing CoverDoch was passierte vor der Staatsgründung 1948 in Palästina? Wie haben die „radikalen“ Zionisten ihren eigenen Staat durchgesetzt? Mit Terror. Davon wollen weder Herr Dressler noch Frau Will etwas wissen. Warum diese selektive Geschichts-Amnesie unter Politikern und Journalisten grassiert, erklärte Rabbi Henry Siegman kürzlich bei Amy Goodman:

Ein Journalist von Haaretz schrieb ein Buch über Israel, in der auch dieses dunkle Kapitel der israelischen Geschichte behandelt wird. Dafür interviewte er den Historiker Benny Morris, der ihm nach intensiven Recherchen in den Militärarchiven bestätigte, dass 1947/48 von langer Hand geplante, ethnische Säuberungen stattfanden (siehe dazu Ilan Pappe), also tausende Zivilisten brutal ermordet wurden, damit die anderen Palästinenser (700.000 Menschen) durch diesen Terror „zur Flucht ermutigt“ wurden.

Der Unterschied zwischen Pappe und Morris (beide israelische Historiker) ist, dass Pappe über seine Erkenntnisse entsetzt war und seitdem versucht, die Welt darüber aufzuklären und den Palästinensern zu helfen, während Morris eiskalt resümiert, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien „notwendig gewesen“, sonst hätte es keinen jüdischen Staat gegeben.

Rabbi Siegmann kritisiert, dass Shavit diese Aussage nicht weiter hinterfragt habe, weil sie die Doppelmoral der israelischen Regierung demonstriert:

Das war ein Wendepunkt für mich, weil Shavit nicht nachhakte und fragte:

Wenn das eine Rechtfertigung ist, der Kampf um den eigenen Staat, warum dürfen die Palästinenser dann nicht auch solche Methoden anwenden? Was ist denn das Problem mit Hamas? Warum werden sie dämonisiert, wenn sie das gleiche tun wie wir?

Danach folgt ein Video-Clip von Premierminister Netanyahu, der wieder die „moralische Überlegenheit“ der Israelis zum Besten gibt – noch dazu nach der brutalen Ermordung eines palästinensischen Teeanagers durch einen fanatischen Mob, der ihn bei lebendigem Leib angezündet hatte:

I know that in our society, the society of Israel, there is no place for such murderers. And that’s the difference between us and our neighbors. They consider murderers to be heroes. They name public squares after them. We don’t. We condemn them, and we put them on trial, and we’ll put them in prison.”

Netanyahu, triefend vor Selbstgerechtigkeit, behauptet also, in seiner Gesellschaft „gäbe es keinen Platz für Mörder“. Und das sei eben der Unterschied zwischen Israel und seinen Nachbarn. „Sie halten Mörder für Helden. Benennen Strassen und Plätze nach ihnen. Wir machen das nicht. Wir verurteilen sie, stellen sie vor Gericht und bringen sie ins Gefängnis.“

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Polizei sucht 3 zionistische Terroristen (Mitte Yitzak Shamir) 1943

Schöne Ansprache, doch leider unvereinbar mit der Realität, wie Rabbi Siegman so treffend festhält:

Der einzige Unterschied der mir dazu einfällt, ist, dass (nur) in Israel die Anführer von Terrorgruppen später Premierminister wurden [Menachem Begin und Yitzak Shamir]. Diese Unterscheidung von Netanyahu ist also falsch, sie ist einfach nicht wahr. Und, noch etwas – wie Benny Morris in seinem Buch „Righteous Victims“ auch erwähnt, wurde die gezielte Gewalt gegen Zivilisten von den jüdischen Terrorgruppen angefangen, und erst dann haben die arabischen Kämpfer das nachgemacht“.

The Partition of Palestine is illegal. It will never be recognized …. Jerusalem was and will for ever be our capital. Eretz Israel will be restored to the people of Israel. All of it. And for Ever.“

Menachem Begin, einen Tag nach dem die UN den Teilungsplan vorgelegt hat.

bombed King David Hotel 22 July 1946(zitiert in Iron Wall, Seite 25)

Begin war auch verantwortlich für das Attentat auf das King David Hotel im Juli 1946 (siehe Foto links)

Amy Goodman zeigt auch ein Interview mit Khalid Meshal, dem Chef von Hamas und fragt Siegman, ob die Hamas Israel als jüdischen Staat jemals anerkennen wird (den sie ja laut Gründungscharta „vernichten“ will, was ja immer als Grund dafür herhalten muss, dass Hamas-Führer als Monter stigmatisiert und ausgegrenzt werden).

Siegman hat mehrere Gespräche mit Meshal geführt und dabei wurde ihm gesagt, dass Hamas als Gruppe diese Anerkennung nicht leisten könne, aber bereit sei, in einer Regierung mitzuarbeiten, die Israel – als legitimen jüdischen Staat – akzeptiert – wenn das von einer Mehrheit der Palästinenser unterstützt werde.

Aber es gäbe einen noch wichtigeren Punkt, so Rabbi Siegman:

„… und das ist, warum diese Unterscheidungen so unaufrichtig sind – der Staat Israel erkennt aber nicht das Recht der Palästinenser auf einen Staat an; soll heißen – es gibt wichtige Parteien in Netanyahus Regierung, inklusive seiner eigenen (Likud), die bis zum heutigen Tag eine offizielle Plattform hast, die den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat abspricht – egal in welchem Teil des Landes. Und dann gibt es da noch die HaBayit HaYehudi, die ganz offen verkündet, es werde niemals einen solchen Staat geben.

Warum hat denn unsere Regierung oder sonst jemand nicht gesagt (Wie bei Hamas argumentiert wird): Mit solchen Parteien in der Regierung bist du kein akzeptabler Partner für Friedensverhandlungen, du bist eine Terrorgruppe, wenn du Gewalt zur Durchsetzung deiner Politik benutzt, wie Hamas es tut. Also, wir sehen die Heuchelei in der öffentlichen Debatte ist umwerfend.“

In der Tat, das ist so und Anne Will und ihresgleichen tun nichts dazu, diesen Zustand zu ändern, im Gegenteil – mit ihrem Papageien-Journalismus machen sie alles noch schlimmer …

Rabbi Siegman weiter:

Netanyahu„Netanyahu habe daraus nie einen Hehl gemacht bevor er Premierminister war, aber danach musste er so tun als ob Israel die „Zweistaatenlösung“ akzeptiert hätte. Und nicht nur das: er war auch gegen Friedensabkommen mit Ägypten, mit Jordanien, gegen jeden echten Schritt für eine Stabilisierung und mehr Frieden in der Region. Er wusste, es wäre nicht klug zuzugeben, dass Israel die Besatzung nie aufgeben wolle, also spielte er eben Theater …und sein eigener Vater sagte zu seinen falschen Beteuerungen:  „Das meinte er doch nicht wirklich … er wird Bedingungen verlangen, die die eine Einigung unmöglich machen.…

Siegman Israel provoked warAuf die Vorwürfe der ADL (Hamas Charta fordere die Zerstörung Israels etc..) als Reaktion auf Siegmans Artikel („Israel hat diesen Krieg provoziert“) reagierte Rabbi Siegman so:

„Ich würde hervorheben, dass das auch Israels Politik ist, einen palästinensischen Staat zu verhindern. Und deshalb haben sie sich bis an die Zähne bewaffnet, um diese Politik umzusetzen. Und der Unterschied zwischen Hamas und Israel ist, dass Israel es tatsächlich tut: sie verhindern ja seit Jahren diesen Staat [deshalb ja der Ausbau der Siedlungen unter allen Regierungen ] und die Palästinenser haben keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft während die Juden in einem wohlhabenden Staat leben mit einer Armee, dessen einziger Zweck darin besteht, den anderen Staat zu verhindern. Das ist ihr Mandat.“

Und obwohl die Besatzungsmacht rechtlich verpflichtet ist, für das Wohl der Unterdrückten zu sorgen, sie zu beschützen tun sie nichts dergleichen – traurig aber wahr. Die Soldaten dort schauen nur zu, wenn die Siedler gewalttätig sind, sie greifen nicht ein. „Das ist nicht unser Job – werden sie sagen. Unser Job ist die Juden zu beschützen.”

Ein oft gehörtes Argument von Israel-Unterstützern ist, dass es wegen des Holocaust, wegen der Verfolgung der Juden, verständlich sei, dass Israel mit massiver Gewalt gegen Hamas vorgeht. Darauf sagt Siegman:

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

IDF Soldaten brechen die Knochen eines Palästinensers mit einem Stein

Das akzeptiere ich gar nicht, weil die Lehre aus den Verfolgungen doch für mich ist – und das gilt sicher, wenn man der jüdischen Tradition folgt, jedenfalls bevor der Staat Israel entstand – dass man Menschen nicht s0 grausam behandeln darf.“

(Bild links oben ist ein Screenshot aus dem Film „Peace, Propaganda and the Promised Land, klicken Sie auf das Bild, um das Video anzusehen)

Rabbi Siegman weiter:

„Und die Hoffnung war doch immer, das Israel eine Modelldemokratie sein wird, nicht nur das sondern dass dort jüdische Werte im Sinne einer menschlichen Annäherung an diese Fragen praktiziert werden, in der Verfolgung von Gerechtigkeit usw.

Aber was mich am meisten ärgert, ist, wenn die Leute sagen: !Wie können Sie es wagen, die Nazi-Zeit (als Vegleich) ins Spiel zu bringen? Doch worum es hier wirklich geht, ist nicht, was die Nazis getan haben, sondern dass anständige Leute zusehen, wie Ungeheuerliches passiert, aber nichts dagegen tun.

Das ist die wichtigste Lektion aus dem Holocaust. Nicht Hitler und die SS, sondern die Öffentlichkeit, die es zuliess, dass diese Dinge passierten.

Und meine tiefe Enttäuschung ist, dass die Israelis diese Leute immer wieder wählen … und dass der Zionismus von Anfang an auf einer Lüge beruhte, auf einem Mythos – dass Palästina „ein Land ohne Menschen für ein Volk ohne Land“- sei. Doch der Zionismus hat dieses profunde moralische Dilemma in seinem Zentrum nicht aufgearbeitet, sondern stattdessen die Vertreibung von 700.000 Menschen organisiert ..und die Zerstörung ihrer Dörfer und Städte ..“

Ist das bei Ihnen angekommen, Frau Will, NDR-Redaktion? Mit Ihrer unterwürfigen Haltung (und fadenscheinigen Debatten) gegenüber Israel tragen Sie auch dazu bei, dass wieder und wieder „Ungeheuerliches“ passiert, aber diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativiert und legitimiert werden (nicht nur in Palästina auch in der Ukraine, in Syrien, etc.)

(Vielleicht könnten Sie aber auch einmal darüber sprechen, welchen Druck die Zionisten auf Journalisten machen, um sie zur Konformität zu bewegen?)

Zu ihrer Frage „Nimmt Israel zivile Opfer bewusst in Kauf? Lautet die Antwort: Ja, Ja und Ja. (Auch wenn Herr Dressler sich das „nicht vorstellen kann“- wie dämlich muss ein Botschafter in Israel sein?)

Die „Schlange“ (im biblischen Sinn – aber diesmal verhindert sie, dass vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen wird … ) in der Debatte war natürlich Herr Wolffsohn, der – brav nach Dr. Luntz PR-Manual – immer wieder seinen Respekt vor Todenhöfers Engagement betonte, um dann israelische Propaganda zu machen, also falsche Behauptungen zu verbreiten …allerdings clever als Fragen formuliert:

Warum beschießt die Hamas jetzt zu diesem Zeitpunkt Israel mit Raketen? Warum hat die Hamas – eigentlich ohne Grund – angefangen, Israel zu beschießen?

Netanyahus Behauptung, Israel sei (wieder einmal) „gezwungen“, auf die Raketen zu reagieren – mit denen ja „alles angefangen“ hatte – wurde ja auch von Frau Will ungeprüft übernommen. Auf diese Argumentation angesprochen sagt Rabbi Siegmann bei DN! in Richtung Netanyahu:

Occupation realityEs gäbe diese Raketen nicht ohne die Besatzung. Und die gibt es immer noch (so wird suggeriert), weil es keine Einigung … gibt, keine Gruppe, die für alle Palästinenser spricht. Und wenn sie dann eine Einheitsregierung bilden, wie es kürzlich passiert ist, dann versuchst du, sie zu zerstören. Du erkennst sie nicht an. Deshalb gibt es mehrere Gründe für das israelische Vorgehen. Ein hervorstechender ist, die neue Einheitsregierung zu torpedieren.

[was ja auch Finkelstein, Ilan Pappe und Gideon Levy konstatiert haben]

Auf die Frage, warum Netanyahu das denn wolle, folgt die Antwort, die alles erklärt und die wahren Absichten Israels offen legt:

They want all of Palestine.

Schreiben Sie sich das hinter die Ohren Frau Will .. und leider auch Sie, Herr Todenhöfer … der eine unglaubliche Naivität an den Tag legte und rhetorisch ziemlich schwach und defensiv wirkte, (auch wenn es ihn ehrt, dass er Sanktionen fordert) während Herr Dressler schwadronierte wie ein pensionierter General, aber leider meistens nur israelische talking points wiedergab (am Anfang behauptete er allen Ernstes, die vielen toten Zivilisten seien das Resultat moderner, quasi voll-automatisierter Kriegstechnik …).

Als die PLO-Vertreterin versucht, in einem Einwurf die Besatzung als Grund ins Spiel zu bringen, würgt Wolffsohn sie elegant ab. Dann folgt ein abgedroschener Talking-Point über den „Rückzug aus Gaza“ im Jahr 2005, der aber – dank der nicht vorhandenen, intelligenten Moderation von Frau Will – unwidersprochen bleibt. Rabbi Siegman hat auch dazu die passende Antwort:

Das ist natürlich kompletter Unsinn und zwar aus mehreren Gründen. Zunächst einmal wird Gaza (wie auch die West Bank) völlig von Israel kontrolliert…Israel könnte ja seine Umklammerung nicht durchführen, wenn sein Militär nicht das Gebiet umzingelt hätte. Niemand kann sich von dort wegbewegen, wo die Leute eingesperrt sind … ohne mit israelischen Soldaten in Berührung zu kommen. Ich habe deshalb noch keinen Völkerrechtler getroffen, der nicht gesagt hätte, Gaza sei immer noch besetzt. Das ist also völliger Blödsinn.” (Take that, Frau Will!)

Rabbi Siegman spricht aber noch einen wichtigen Punkt an, der in der Propaganda immer wieder auftaucht – und siehe da – auch von Herrn Wolffsohn bei Anne Will abgespielt wird:

Sinngemäß – Wir haben diesen Leuten Gaza überlassen und was haben Sie daraus gemacht? Anstatt etwas aufzubauen, basteln sie Raketen und streiten sich. Bei Wolffsohn klingt das so:

MW:Israel hat 2005 das beherzigt, was immer gesagt wird … Land für Frieden … und sich aus dem gesamten Gazastreifen zurückgezogen .. es gibt keinen einzigen, jüdisch-israelischen Siedler im Gazastreifen und 2005 war wirklich darauf programmiert, den GS zusammen mit der Westbank, mit der IR zu einem blühenden Gemeinwesen zu entwickeln (!) … als Reaktion sind Raketen gekommen und erst 2008 ist die Blockade gekommen … drei Jahre wurden vertan“

Frau Will hätte auf diesen antiquierten Propagandamist natürlich reagieren müssen, – z.B mit dem verräterischen Zitat von Dov Weissglas (Top-Berater von Netanyahu)

The significance of the disengagement plan is the freezing of the peace process,“

„And when you freeze that process, you prevent the establishment of a Palestinian state, and you prevent a discussion on the refugees, the borders and Jerusalem. Effectively, this whole package called the Palestinian state, with all that it entails, has been removed indefinitely from our agenda. And all this with authority and permission. All with a presidential blessing and the ratification of both houses of Congress.“

oder mit einem wichtigen – noch heute relevanten -Artikel von Avi Shlaim, der schon 2009 über die israelische Politik zu Gaza schrieb:

Die Entwicklung einer lokalen Industrie wurde aktiv behindert, um es für die Palästinenser unmöglich zu machen, ihre Unterdrückung durch Israel zu beenden und eine eigenständige Wirtschaft aufzubauen, ohne die es keine echte politische Unabhängigkeit geben kann.“

Soviel zu den Lügen von Wolffsohn über das „blühende Gemeinwesen“, das in Gaza hätte entwickelt werden können. Aber Israels Apologeten kommen damit durch, weil sie sicher sein können, dass von unseren Papageien-Journalisten kein Widerstand kommt … what a shame.

– aber nach dem Motto „gib dem intelligenten Journalismus keine Chance“ … blieb sie stumm und verkörperte stattdessen die Inquisition gegenüber der palästinensischen Vertreterin, die noch einmal versucht, die massiven Übergriffe Israels in der Westbank ins Spiel zu bringen ..die – als geplante Provokation, wie Siegman erklärt – zur Eskalation geführt haben.

Doch nur Todenhöfer greift das Thema auf und spricht vom Selbstverteidigungsrecht der Palästinenser und von Landraub .. er erwähnt auch, dass die IDF nachweislich menschliche Schutzschilder benutzt, aber Will schweigt dazu und Wolffsohn wirft ein, der Goldstone Report der UN sei widerrufen worden (stimmt, aber nur von Goldstone persönlich – nicht von der UN – weil Israel enormen Druck auf ihn ausgeübt hat, eben weil die Kriegsverbrechen darin bestätigt werden. Die drei anderen Mitglieder der Untersuchungskommission blieben bei den Aussagen des Berichtes)

Die friedlichen Demos von denen Todenhöfer träumt, finden ja statt, werden aber auch niedergeknüppelt. Dass Wolffsohn behauptet, Israel habe keine Alternative, als „zurückzuschießen“, weist ihn endgültig als Apologet für israelische Verbrechen aus.

Herr Dressler gewinnt aber das Ringen um die dümmsten Bemerkungen mit dem Satz:

Die Israelische Regierung (die die Entmilitarisierung von Gaza als Ziel erklärt hat) muss sich auf eine nicht quantifizierbare Strecke ihrer Bodenmilitäroffensive im Gazabereich einstellen u. das bedeutet, der ganze Konflikt ist … nicht mehr kalkulierbar.. der Schmerz ist noch nicht schlimm genug, dass sie reden“

Herr Dressler, sie können Ihren Allerwertesten darauf verwetten, dass die IDF und die Zionistenführung ganz genau kalkuliert haben, was sie in Gaza tun und sich im stillen Kämmerlein über Leute wie Sie köstlich amüsieren.

Auf die Frage von AW: Wird Israel den Siedlungsbau stoppen? antwortet Wolffsohn:

1 Camp David generous offer scamEinstweilen nicht .. die Siedler halten sich jedoch nur „ in einem eng begrenzten und klar definierten Raum“ auf (!) und man könne ja später Gebiete tauschen – auch diese extremen Lügen werden von Frau Will als seriöse Antwort zugelassen .. und dann kommt sie auch noch mit dem ultimativen Propagandasatz „Hamas … will Israel von der Landkarte löschen! ..“ (Das war auf Ahmadinejad im Iran bezogen doch von dem stammt der Satz aber auch nicht, Frau Will!)

Auch darauf hat ja Rabbi Siegman schon geantwortet … Israel hat Palästina als eigenständiges, arabisches Land zerstört, also von der Landkarte gelöscht und nicht umgekehrt und beansprucht das ganze Land für sich … das ganze Theater mit den „Friedensverhandlungen“ war und ist also eine unerträgliche Farce …doch unsere Medien tun immer noch so, als ob Israel es ernst meinen würde …

Vielleicht das schlimmste Statement von Frau Will – wo sie quasi den journalistischen Offenbarungseid geleistet hat – war aber auf den Satz von Herrn Todehöfer „Ich muss doch sagen, was ich dort gesehen habe“ – (eine „Bombardierungsorgie“) so zu reagieren:

Wieso müssen Sie das? Wem ist damit gedient, wenn Sie diese Position einnehmen?

MLKpanel4Frau Will, Herr Todenhöfer meinte damit, er sei als Journalist verpflichtet, die WAHRHEIT zu berichten, denn nur dann können die Zuschauer erkennen, wer im Recht und wer im Unrecht ist.

Haben Sie davon schon einmal etwas gehört? Das dieses Suchen nach der Wahrheit die oberste Pflicht des Journalisten ist? Besonders wenn Menschen sterben? Und dass es ohne Wahrheit keine Gerechtigkeit und ohne Gerechtigkeit keinen Frieden geben kann? Es sieht nicht so aus …

Aber dank Sendungen wie dieser … darf die subtile Verblödung der Zuschauer ungestraft weiter gehen .. und auch der Massenmord in Gaza. Nochmal Rabbi Siegman zum Schluss:

Kein Land und kein Volk würde so ein Leben akzeptieren, wie man es den Menschen in Gaza zumutet. Und deshalb ist dieser moralische Vergleich, der Israel als überlegen präsentiert (weil es sich „verteidigen“ muss) und die Palästinenser in Gaza u. Hamas als Angreifer hinstellt, unzulässig.

Unsere Medien kümmern sich nie darum, dass diese Menschen auch ein Recht darauf haben, ein normales, würdevolles Leben zu führen.“

 

 

 

 

 

 

Witness to an International Crime: Israeli State Terrorism in Gaza *****

http://www.commondreams.org/view/2014/07/16-7

 

INVERTED REALITY: Die Symphonie des Grauens als „Selbstverteidigung“

yalhelou0725Tausende Palästinenser sind vor den schweren Bombenangriffen auf Wohngebiete geflüchtet und haben in Gebäuden Schutz gesucht, die nach den Regeln des Kriegsrechts – und der Menschlichkeit – nicht als militärische Ziele in Betracht kommen: Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Gebäude, die von UN-Hilfsorganisationen verwaltet werden.

Doch die fanatischen, von Gott auserwählten „Eigentümer“ des scheinheiligen Landes kennen keine Gnade und keinen Anstand, für sie sind alles und jeder in Gaza legitime „Ziele“ ihrer Gewaltorgie und warum sollten sie auch moralische Skrupel haben, wen sie seit Jahrzehnten damit durchkommen?

Wenn selbst die Kommissarin für Menschenrechte der UN, Navy Pillay nur mehr vage andeuten darf, dass hier Kriegsverbrechen stattgefunden haben „könnten“, während der zweite Teil des Statements- dass das Abfeuern der Raketen aus Gaza keine Rechtfertigung für die Kriegsverbrechen auf israelischer Seite seien – schon gar nicht mehr in den meisten Medien erwähnt wird.

Die hohlen Phrasen unserer vor Israel kuschenden Politiker über „Besorgnis“ und geforderte „Zurückhaltung“ kann niemand mehr hören. Ebenso unerträglich ist das brave Wiederholen der israelischen Propaganda über das „Recht zur Selbstverteidigung“ und das Märchen, die Gewalt habe – wie immer – mit den Raketen aus Gaza bzw. der bösen Hamas angefangen …

MSF stop bombing helpless civiliansDas israelische Militär hat mehrmals Krankenhäuser bombardiert – ein erschreckendes Zeugnis der Unmenschlichkeit der Kommandeure und der Indoktrination der Soldaten, aber leider nichts Neues – und dabei wurden natürlich Menschen getötet und hunderte verletzt. Das Schlimme ist, wenn man täglich solche Meldungen hört, stumpft man langsam ab, die Gewalt wird beinah zur Routine.

Deshalb möchte ich hier einige Schicksale erwähnen, die diese Abstumpfung verhindern sollen:

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ....

Das ist nicht Ibrahim, aber ein Kind in Gaza, das auch von Bombensplittern getroffen wurde ….

Am Donnerstag wurde ein kleiner Junge, Muhammad al-Durra Krankenhaus in Gaza City getötet. Sein Name war Ibrahim al-Sheikh Omar und er befand sich nach einer Operation in der Intensivstation, als vor dem Krankenhaus eine Bombe explodierte. Durch die Bombensplitter, die seinen Kopf trafen, wurde der Ibrahim (auf grauenvolle Weise) getötet. (30 weitere Palästinenser wurden verletzt).

Was soll man dazu sagen?

Dieses Kind wurde quasi zweimal ermordet. Beim ersten Mal klappte es nicht (er überlebte), aber dann im Krankenhaus, hat man ihn doch noch „erledigt“. Ein Palästinenser weniger, der den Auserwählten das Land streitig machen kann, wenn er groß ist und vielleicht auch zu den bewaffneten Widerstandsgruppen geht. Aus der zynischen Perspektive des israelischen Militärs hat man „präventiv“ einen eventuellen späteren „Terroristen“ ausgeschaltet.

Aber vielleicht das Schlimmste ist, mein erster Gedanke zu dieser Geschichte war: Jetzt hat er es hinter sich, das Leben in diesem zerbombten, belagerten Gefängnis ohne Würde und ohne Zukunft; ohne Menschenrechte und Hoffnung, dass in seinem Ghetto-Land einmal eine „humanitäre Intervention“ stattfinden wird. Damit meine ich nicht Vorwand für einen Krieg, sondern ein konzertiertes internationales Eingreifen wie es gegen den Unrechts- und Apartheidstaat Südafrika stattfand (der bis zuletzt von den USA unterstützt wurde …)

Auch Ärzte werden schwer verletzt, während sie am OP-Tisch stehen und operieren. Die IDF bombardiert ein Hospital, in dem Behinderte liegen, die nicht transportfähig sind. Aber das ist doch kein Problem, man telefoniert ja vorher mit dem Direktor des Krankenhauses an, und kündigt den Angriff an – das ist doch human, oder?

wounded children on floor in hospitalKann man sich so etwas bei uns überhaupt vorstellen? Krankenhäuser sind doch Orte, wo Menschen umsorgt, gepflegt und geheilt werden sollen. Kranke Menschen, die auf die Hilfe und Fürsorge anderer angewiesen sind und deshalb besonderen Schutz brauchen. Doch für Palästinenser gilt die Inanspruchnahme dieser Menschlichkeit anscheinend nicht. Sie sind ja nur jene “Ziele”, die – laut unseren Nachrichten – „Israel wieder bombardiert hat“ und es reicht doch völlig, einfach zu behaupten, Hamas habe diese geschützten Gebäude für ihre Zwecke missbraucht. Beweise braucht man nicht und niemand wundert sich darüber, dass trotz dieser ungeheuerlichen, taktischen „Präzision“ weiterhin Raketen abgefeuert werden.

PIGS MAY FLY

Das Theater mit dem Flughafen Ben Gurion wäre geradezu lachhaft, wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre. Zuerst läuft die israelische PR-Maschinerie auf Hochtouren, um der Weltöffentlichkeit die absurde Darstellung einzutrichtern, die Raketen aus Gaza (bzw. deren Gefährlichkeit für die Bevölkerung) seien auch nur annähernd vergleichbar mit dem gigantischen Zerstörungsarsenal der IDF, das in Gaza eine Hölle auf Erden erzeugt.

Dann, als die Welt darauf hereinfällt und Flüge nach Tel Aviv gestrichen werden, beeilt man sich, zu versichern, wie „sicher“ doch der Flughafen (und Israel überhuapt) sei. Wenn der mit allen Wassern gewaschene „Regierungssprecher“ Mark Regev dabei zu stammeln anfängt, weiß man, dass Israel in diesem Fall Opfer der eigenen Propaganda wurde.

Gideon Levy„Ein Konflikt zwischen einem Elefant und einer Fliege“, so bezeichnete der israelische Journalist Gideon Levy kürzlich die Kräfteverhältnisse zwischen den Widerstandskämpfern in Gaza und der viertstärksten Armee der Welt.

Er lehnte sich aber noch weiter aus dem Fenster und schrieb einen Artikel mit der Überschrift:

Israel’s Real Purpose in Gaza Operation? To Kill Arabs.

In dem er als wahres Ziel der israelischen „Militäroperationen“ in den letzten 30 Jahren die Tötung von Arabern (so viele wie möglich) anprangert. Die Realität sei brutal: immer tötet Israel sehr, sehr viele Zivilisten, mit grauenerregenden Szenen, mit unverhältnismäßigen Mitteln und der palästinensische Widerstand versucht, zurückzuschlagen, doch in Bezug auf die Ausrüstung und militärischen Fähigkeiten, es sei ein Aufeinandertreffen von einem Elefant und einer Fliege.

Levy, der mutige Kommentator der israelischen Zeitung Haaretz, antwortete in einem Interview auf die Frage, wie denn die Stimmung in Tel Aviv sei, angesichts des angeblichen Raketenhagels aus Gaza:

Im Süden des Landes haben die Leute mehr Angst (weil sie näher am Gazastreifen sind). Heute Morgen hörten wir zweimal die Sirenen in Tel Aviv und fünf Minuten später war alles wieder normal. Ich sage nicht, dass die Leute überhaupt keine Angst haben, aber im Großen und Ganzen geht das Leben weiter wie bisher. Die Leute gehen weniger aus, aber es ist nicht vergleichbar mit den Tagen der Selbstmordanschläge, wo Busse explodiert sind, etc. Damit will ich nicht andeuten, dass das Routine werden soll, aber verglichen mit dem Leiden in Gaza, ist das hier wirklich Kinderkram. Und Gott-sei-Dank gibt es ja praktisch keine zivilen Opfer in Israel.[…]“

Die abgedroschenen Sprüche von Premierminister Netanyahu, wonach der angebliche Zweck der Belagerung, die Verhinderung des Waffenschmuggels sei, habe – so Levy – offensichtlich nicht funktioniert, aber die Menschen in Gaza dadurch zermürbt und in die Ecke und der Verzweiflung und der Gewalt gedrängt werden.

Zu den Bemerkungen Netanyahus* „Israel muss doch (auf die Raketen) reagieren“ erwiderte Levy:

the real terrorist*(Netanyahu bringt seit Jahren den gleichen Spruch, wenn er interviewt wird: Was würden Sie tun, wenn ihre Städte von Raketen beschossen werden? Was würden Sie sagen? …usw. Doch kein Journalist hat je geantwortet: Ich würde mich fragen, warum? Warum schießen Sie auf uns? Was haben wir getan, um diese Gewalt zu provozieren? Doch diese Frage – und vor allem die Antwort darauf, will niemand hören …)

Natürlich muss sich Israel verteidigen, aber Herr Premierminister, womit hat es angefangen? Sind diese Raketen nur rein zufällig auf unsere Köpfe gefallen? Gibt es dazu keine Kontext?

Gab es da nicht den Abbruch der politischen Gespräche durch Israel, das sich weigert, einige Gefangene freizulassen, die seit vielen Jahren inhaftiert sind? Gab es da nicht eine Kriegserklärung an Hamas in der West Bank (nach der Entführung dreier israelischer Jugendlicher), wo 500 Hamas-Aktivisten festgenommen wurden, die nichts mit der Entführung zu tun hatten?

Hat Israel nicht die Gehaltszahlungen an 40.000 Hamas-Angestellte in Gaza blockiert? War Israel nicht gegen die Einheitsregierung? Und dachte Israel wirklich, all das würde einfach so durchgehen und Hamas würde sich das alles gefallen lassen? […]“ (Natürlich hat Israel das nicht gedacht, sondern bewusst provoziert, das weiß auch Levy …)

Das sind genau jene Fragen, die unsere Papageien-Journaille nicht gestellt hat und stattdessen die – nicht einmal besonders intelligente – Propaganda Israels so lange wiederholt, bis sie selbst daran glaubt … Und wer es besser weiß und trotzdem mitmacht, sollte vielleicht das Ressort wechseln (Sport oder Society?), wenn er die Verantwortung für die Wahrheitsfindung, also die journalistische Ethik im Rahmen der Außenpolitik nicht tragen will.

Gideon Levy sagte zu den Forderungen von Hamas (Waffenstillstand ja, aber nicht unter Beibehaltung des Status Quo, vor allem der unmenschlichen Belagerung):

Sie verlangen Freiheit für Gaza, sie fordern die Belagerung zu beenden. Kann man sich eine gerechtere Forderung vorstellen? Dient es nicht auch den Interessen Israels, Gaza in Freiheit zu sehen, das seine Wirtschaft aufbaut und nicht unter diesen unmenschlichen Bedingungen im größten Käfig der Welt lebt, was nur mehr Hass und Gewalt erzeugt? Es liegt also nun bei uns, zu entscheiden … wie es weitergeht.“

KINDER OHNE ZUKUNFT

2 gaza victimsEin Kind aus Gaza, das nach der Jahrtausendwende geboren wurde, erlebt bereits den dritten (2009, 2012 und 2014) massiven Bombenangriff und muss mitansehen, wie seine Freunde, Verwandten und Nachbarn auf grauenvolle Weise verletzt und getötet werden. Tausende Häuser wurden zerstört, mehr als 140.000 Menschen sind auf der Flucht – nur wohin soll man fliehen, wenn die Grenzen alle gesperrt sind und selbst die notdürftigen Flüchtlingseinrichtungen der UNRWA (eigentlich Schulen) angegriffen werden? Obwohl deren exakte GPS-Koordinaten der IDF bekanntgegeben wurden und die blaue UN-Flagge dort weht?

Die IDF haben ja schon 2008/2009 absichtlich –stundenlang UN-Einrichtungen (die UNRWA-Einsatzzentrale am 15. Jänner, wo sich etwa 700 Personen befanden und am 17. Jänner die UNRWA-Schule in Beit Lahiya, wo ca.1600 Flüchtlinge Schutz gesucht hatten) mit weißem Phosphor angegriffen, (während der ganzen Zeit telefonierten die UNRWA-Mitarbeiter unaufhörlich mit der IDF, um die Angriffe zu stoppen). Ein doppeltes Kriegsverbrechen – doch Israel kann sich alles erlauben (was die Zionisten nur darin bestärkt, dass sie allen anderen überlegen sind ..) und man muss wieder betonen, dass jeder Journalist, der die israelische Propaganda übernimmt, sich zum Komplizen dieser Verbrechen macht.

Wie ein programmierter Roboter behauptete die israelische Regierung natürlich sofort, Hamas habe von dort auf israelische Soldaten geschossen. Doch wir wissen ja, dass diese reflexartige Lüge dem selbstgerechten Zionisten sehr leicht über die Lippen kommt und weder HRW noch andere Untersuchungen haben irgendwelche Hinweise gefunden, die diese absurden Behauptungen untermauern würden.

Rain of Fire HRW 2009„In einem Bericht von UNRWA (zitiert von HRW) hieß es damals:

“Phosphorbomben – ein hoch (selbst-)entzündliches Material – setzte die -Werkstatt und zwei große Lagerräume in Brand, in denen humanitäre Hilfsgüter aufbewahrt wurden (Lebensmittel und medizinisches Versorgungsmaterial). Die dichtbepackten Mehlsäcke brannten noch nach 12 Tagen, bis 27. Jänner.“

Wer ist so ein Arschloch und zerstört ein Lager für dringend benötigte Hilfsgüter für Menschen, die in einem riesigen Gefängnis leben müssen? Und dann nochmal in Schutzeinrichtungen bombardiert werden, nachdem ihre Häuser zerstört wurden?

Laut Wikipedia sterben Menschen, die mit dieser grausamen (und in zivilisierten Ländern verbotenen) Waffe attackiert werden, einen grauenhaften Tod:

Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da Phosphor in Brandbomben jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt wird, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder Intoxikation zu Tode gekommen sind.“

KINDER ALS TRAUMATISIERTE GEFANGENE

unrwa_school_sequence-34Dass diese Kinder in einem Freiluftgefängnis aufwachsen, aus dem es kein Entkommen gibt und dass völlig von der Gnade Israels abhängig ist, wird in unseren Medien so gut wie nie erwähnt und auch die Politik schaut lieber weg, wenn es um die Unmenschlichkeit der Blockade geht, die jetzt seit Jahren von Israel verhängt wurde.

Dass zigtausende Kinder in Gaza extrem traumatisiert sind, wird immer wieder von Kinderpsychiatern bestätigt, aber das interessiert hier niemand, denn nur wenn die „Raketen“ wieder aus Gaza abgefeuert werden, beschäftigen sich die Medien überhaupt mit diesem Riesenghetto am Mittelmeer.

Jeden Tag werden die Toten gezählt (wir nähern uns der Zahl eintausend – und vorher wird Israel auch nicht Halt machen), aber so traurig diese Zahlen sind, sie berühren uns kaum, weil die toten Palästinenser – dank unseren sterilen „Nachrichten“ keine Namen, keine Gesichter und kein Schicksal haben. Dafür sorgen unsere Papageienjournalisten und nennen das dann „objektive Berichterstattung.

Dass immer die israelische Perspektive dominiert, fällt gar nicht mehr auf, das ist ja schon Routine. Netanyahu, Obama und Kerry sondern ihre verlogenen Sprechblasen ab und die Presse tut so, als ob diese leeren Phrasen noch mit der grausamen Realität in Einklang zu bringen wären:

bombed Gaza_Al Aqsa hospital 2207Am Montag wurde das Al Aqsa Krankenhaus in Deir-Al-Balah von israelischen Panzern mit Granaten beschossen. 70 Palästinenser wurden dabei getroffen. Das Bombardement dauerte fast den ganzen Tag an und führte zum Tod von fünf Patienten, während weitere Kranke, Besucher und medizinisches Personal verwundet wurden.

Das Krankenhaus wurde so schwer beschädigt, dass keine effektive medizinische Behandlung mehr möglich ist und auch keine neuen Patienten mehr aufgenommen werden können. In der ersten „Runde“ des Angriffes wurden die Operationsräume zerstört, in der Folge wurden dann auch noch die bildgebende Diagnostik (Röntgen, etc.) und die Entbindungsstation in Schutt und Asche gelegt.

Die Verletzten und Kranken (die transportfähig waren) mussten also mit Rettungswägen zu anderen Hospitälern gebracht werden. Doch zwei Rettungsfahrzeuge auf dem zum Shifa-Krankenhaus wurden ebenfalls von israelischen Panzergranaten (absichtlich) getroffen. Die grotesken Stellungnahmen der israelischen Regierungssprecher (wie Mark Regev) zu diesen Kriegsverbrechen auch nur wiederzugeben, ist schon ein Affront für die Intelligenz der Leser bzw. Zuschauer, was aber unsere Roboter-Journaille nicht daran hindert, sie zu zitieren (Klartext: bombardiere was du willst und behaupte danach einfach, Hamas war dort tätig und niemand wird dir widersprechen … )

Stellen wir uns einmal unsere Ärzte vor, die während einer Operation mit Granaten beschossen werden und dann mitansehen müssen, wie ihre Kollegen und Patienten in Blutlachen liegen … dann fehlt auch noch medizinisches Material u. Strom gibt es nur sporadisch … Patienten (die nicht weggebracht werden konnten) wurden ins Erdgeschoß verlegt (die oberen Stockwerke sind weitgehend zerstört), wo sie seitdem in ständiger Angst vor neuen Attacken dahinvegetieren ….

victims of zionismMSF meldete kürzlich, dass mit 10 Bombenangriffen pro Stunde die Brutalität der „Militäroperation“ von 2012 noch übertroffen werde: in nur zwei Tagen wurden so viele Bomben abgeworfen, wie damals in einer Woche …nach letzten Meldungen stirbt jetzt jede Stunde ein Kind. Davor hatte Nicolas Palarus, der MSF Koordinator in Gaza die offiziellen Angaben Israels, die „Bodenoffensive“ diene der Zerstörung von Tunnels nach Israel, Lügen gestraft: „“Was wir hier sehen, ist rücksichtloses Bombardieren und dass jene, die sterben, Zivilisten sind.“

Nur ca. 4-6 Stunden Strom am Tag, verunreinigtes Trinkwasser, defekte Abwassersysteme, zerbombte Häuser, Schulen und Moscheen, Tag und Nacht die Drohnen am Himmel, Granatenbeschuss aus Panzern, zu wenig Treibstoff für die Rettungsfahrzeuge, und die Welt schaut zu … was ist das für ein Leben?

Robert Fisk berichtete vor kurzem, dass ein Mitarbeiter von „Ärzte Ohne Grenzen (MSF)“ in Gaza die Arbeit dort mit „dem Zusammenflicken von Folteropfern in einem Open-Air-Gefängnis“ verglich, wen wundert das?

Al Aqsa war das einzige Krankenhaus, das eine medizinische Versorgung für geschätzte 350.000 Menschen in Flüchtlingslagern und umliegenden Dörfern und Städten möglich machte. Die medizinischen Einrichtungen stehen vor dem Zusammenbruch, wie auch der norwegische Arzt Dr. Mads Gilbert betont und seine Worte sind es wirklich Wert, gelesen zu werden:

Die letzte Nacht war extrem. Die „Bodeninvasion“ führte zu ganzen Wagenladungen von verletzten, auseinandergerissenen, blutenden, zitternden, sterbenden Palästinensern, mit allen nur vorstellbaren Verwundungen, in allen Altersgruppen, alle Zivilisten, alle unschuldig.

Die Helden in den Krankenhäusern und Ambulanzen arbeiten in 12-24 Stunden-Schichten, sie sind schon ganz fahl vor Müdigkeit und der unmenschlichen Arbeitsbelastung (im Shifa Hospital bekommt das medizinische Personal seit vier Monaten kein Gehalt mehr). Sie versorgen die Verwundeten so gut es geht, versuchen das furchtbare Chaos aus Körpern, Gliedmaßen, Mensch kann-noch-gehen, kann-nicht-mehr-gehen; atmet noch, atmet-nicht-mehr, blutet noch oder blutet nicht … zu verstehen!

Ja – es sind Menschen! Menschen, die jetzt wieder wie Tiere behandelt werden von der „moralischsten Armee der Welt“

DIME victimEr beschreibt die „Blutlachen im Operationssaal“, die noch nicht weggewischt werden konnten und es kommen schon die nächsten zerschossenen Körper, verstümmelten Kinder .. Selbst für ein gut ausgerüstetes Krankenhaus wäre diese hohe Zahl an Verwundeten eine Herausforderung, aber für die angespannten Verhältnisse im Gaza-Gefängnis ist es ein medizinischer Albtraum … doch alle tun, was sie können .. keine Zeit zum Jammern.

Dr. Gilbert hat in seinem Leben schon mehr Blut und zerstörte Körper gesehen, als wir uns es je vorstellen können, aber selbst ein Mann wie er ist von der Grausamkeit Israels überwältigt und gesteht, dass er die Tränen nicht mehr zurückhalten kann:

„ Ich bin alleine hier … und diese warmen, nutzlosen Tränen aus Schmerz und Trauer, Wut und Angst fließen aus mir heraus .. Das kann doch alles nicht wahr sein!” Und dann beginnt das Orchester der israelischen Kriegsmaschinerie wieder seine Symphonie des Grauens zu spielen … Artilleriesalven von den Kriegsschiffen, die dröhnenden F-16 Kampfjets, das ständige Summen der Drohnen in der Luft und das Bodenecho der Apache-Kampfhubschrauber … so viel davon aus den USA … und dann sein Appell and den amerikanischen Präsidenten:

„Herr Obama, haben Sie ein Herz?

Ich lade Sie ein, verbringen Sie nur eine Nacht mit uns in Shifa. Vielleicht als Reinigungskraft verkleidet? Ich bin mir sicher, dass würde den Lauf der Geschichte verändern …

die Ströme aus Blut werden auch in der kommenden Nacht weiter fließen. Ich höre schon, sie haben ihre Mordinstrumente bereits gestimmt […]

Das sind authentische, emotionsgeladene Aussagen eines Arztes, der mit eigenen Augen sieht, welche unmenschlichen Massaker in Gaza stattfinden. Wir brauchen diese Emotionen, damit Empathie mit den Opfern dieser Barbarei entstehen kann. Und Zorn über die Täter, der uns aktiv werden lässt, etwas dagegen zu tun (siehe Georg Schramms Papst-Zitat über „die Vernunft, die sich dem Bösen mehr entgegenstellen kann, wenn ihr der Zorn dienstbar zur Hand geht“).

Doch den Journalisten wurde eingetrichtert, sie müssen eine sterile Sprache verwenden, deshalb hören sie sich auch an wie Maschinen, die mit PR-Informationen gefüttert wurden, aber nicht mehr wie mitfühlende Menschen. What a shame. (Hätten sie im Dritten Reich auch geschrieben „Hitler griff wieder Ziele in Polen an? Dass Israel  die „ab heute wird zurückgeschossen“ Lüge Hitlers permanent anwendet, ist ja auch kein Thema)

Philip Luther von Amnesty International sagte zu diesen barbarischen Angriffen:

Es gibt zu keiner Zeit eine Rechtfertigung für den Beschuss medizinischer Einrichtungen. Diese Angriffe unterstreichen die Notwendigkeit einer sofortigen, unabhängigen Untersuchung im Auftrag der Vereinten Nationen.“

Schön und gut, aber wir wissen ja alle, wer bei der UN immer das letzte Wort hat (sicher nicht der Waschlappen Ban-Ki-Moon).

israeli-impunityMeanwhile, spricht der israelische Botschafter in den USA davon, dass die IDF den Friedensnobelpreis verdiene, wegen ihrer unvorstellbaren „Zurückhaltung“ (!). Wie ich schon oft betont habe, diese pathologische Form der zionistischen Selbstgerechtigkeit ist ungeheuerlich und wird durch die beschämende Unterwürfigkeit unserer Journaille noch unterstützt.

Wie diese „Zurückhaltung“ in der Realität aussieht, konnte man vor einer Woche sehen:

Murdered Bakr Boys Gaza BeachVier palästinensische Kinder, zwischen 9 und 11 Jahren (alle miteinander verwandt (Cousins) die am Strand Fußball spielten, wurden am 16. Juli mit Granaten beschossen und starben kurz darauf. Da es in diesem Fall selbst den „Freunden Israels“ schwer fallen dürfte, mit dem „Hamas-war-da“-Totschlags(schein)sargument zu kommen und außerdem der Vorfall von zahlreichen Auslandsjournalisten, von ihrem Hotel aus, auch noch beobachtet wurde, ist Leugnen dieses eindeutigen Verbrechens sinnlos. Einer von ihnen hatte zuvor noch mit den Jungen Fußball gespielt.

Palestinians mourn over the body of boys from the Baker family, whom medics said was killed with three other children from the same family by a shell fired by an Israeli naval gunboatDie Journalisten leisteten Erste Hilfe, doch leider überlebten Ismail Mahmoud Bakir, 9 Jahre alt;  Ahed Atef Bakir und Zakariya Ahed Bakir, beide 10 Jahre, und Mohammad Ramiz Bakir, 11, den Angriff nicht.

(Aber vielleicht hat Hamas ja den Fußball bezahlt?!)

Doch Israel kann in solchen Fällen immer auf seine getreuen Diener in der Presse zählen, die den Vorfall entweder ganz verschweigen oder – häufiger – zwar erwähnen, aber unter „ferner liefen“: also weiter hinten in einem Artikel wird diese Meldung dann „vergraben“, während ein anderes – „Israel-freundliches“ Thema (das Israels Verhalten in einem moralischen Licht erscheinen lässt) in der Schlagzeile dominiert. Z.B. die Tageschau, also die ARD ist stets darauf bedacht, bloss keine „anti-israelische“ Stimmung aufkommen zu lassen:

Lyon protest media complicity Isr terror

Demo In Lyon: Gaza unter Bomben, Frankreich unter Zensur: Hollande und die Medien sind Komplizen der Apartheid

Alle „Informationen“, die die Tagesschau-Redaktion hier verbreitet, stammen von israelischen Behörden bzw. der IDF und sind somit alles andere als glaubwürdig, doch die deutsche Presse übernimmt diese Darstellungen ohne Zweifel oder Kritik und verstärkt das PR-Märchen von der ewigen, gerechtfertigten „Selbstverteidigung“. Aber es kommt noch dicker: In einer sogenannten „Analyse“ werden sämtliche Propaganda-Talking Points Israel heruntergebetet und Hamas wieder alle Schuld in die Schuhe geschoben. Kein Wort von der brutalen Besatzung, von allem was Gideon Levy oben (und ich im letzten Beitrag) erwähnt haben. (Nur die viel zu kurzen Statements von Herrn Lüders sind seriös). Aber der größte Witz kommt am Schluss:

Der langjährige Geheimdienstchef von Saudi-Arabien, Prinz Turki al Faisal, warb in einem Gastbeitrag in der israelischen Zeitung „Haaretz“ für den Plan der Liga. Und nicht nur das: Das Mitglied der saudischen Königsfamilie schrieb über einen Traum vom friedlichen Zusammenleben der Religionen und Völker im gesamten Nahen Osten, wo der Handel, die Wissenschaft sowie Kunst und Kultur neu erblühen könnten. Einen Traum, der in weiter Ferne liegt.“

Damit haben wir den Beweis, dass hier Idioten am Werk sind (wer meine Beiträge über Saudi Arabien und seine jahrzehntelange Rolle in der Heranzüchtung islamistischer Extremisten gelesen hat, (inklusive der Kopf-abhackenden Takfiris in Syrien bzw. jetzt im Irak), und vor allem den Artikel von Seymour Hersh, The Redirection, kennt, kann sich nur totlachen über diesen gefährlichen Schwachsinn.

Auch das ZDF stimmt in den Papageien-Chor ein, der immer nur in „Z-Dur“ singt (Z- für Zionismus-Propaganda):

Beim Beschuss eines Küstenstreifens durch ein Kriegsschiff sollen auch vier Kinder ums Leben gekommen sein, sagen die Palästinenser“ Diese zweifelnde Formulierung (auch gerne vom ORF verwendet) wird aber nie bei israelischen Meldungen benutzt und der Kontext ist wieder die böse Hamas, die an allem schuld ist:

„Israel erhöht den militärischen Druck auf die Hamas. Gezielt werden die Häuser von Anführern der radikalislamischen Palästinenserorganisation angegriffen. Auch vier Kinder sterben.“ 

Bakir Boy killed on Gaza beachMit dieser Einleitung wird suggeriert, dass der Tod der vier Kinder von Hamas zu verantworten sei, eine ungeheure, propagandistiche Verzerrung der Realität. Dass „der gezielte Angriff“ auf die Wohnhäuser von Hamas-Anführern auch ein Kriegsverbrechen ist und dabei als kollektive Bestrafung (Sippenhaftung bei den Nazis) absichtlich Familienmitglieder getötet werden, erwähnt die schäbige ZDF-Redaktion nicht. Ganz im Sinne Israels also.

Dann geht es wie gewohnt weiter („Fliege und Elefant“ werden als militärisch ebenbürtige Gegner präsentiert, wobei der Elefant quasi niemand auf die Füße treten will, doch er muss sich doch gegen die „radikale“ und „fanatische“ Fliege verteidigen.

Auch die Hamas feuerte am Mittwoch wieder Dutzende Raketen auf israelisches Gebiet ab. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Am Mittwoch hatte die radikalislamische Palästinenserorganisation auch offiziell den ägyptischen Dreipunkteplan zur Beendigung der Gewalt abgelehnt.“

Was in dem Plan steht und warum Ägyptens neue (plötzlich salonfähige) Militärdiktatur für Hamas als scheinbarer „Vermittler“ völlig inakzeptabel ist, wird nicht erklärt. Dass dieser Plan (in Wahrheit von der hochbezahlten Polit-Hure Tony Blair verfasst) nur den Zweck hatte, die Ablehnung von Hamas sicherzustellen, damit Israel „gut dasteht“ und einen Vorwand für die Intensivierung der Angriffe hat, haben intelligente Journalisten begriffen, das ZDF Papageien-Team aber offensichtlich nicht. Wie denn auch, ihre Souffleusen sitzen doch in PR-Firmen die für Israel arbeiten …

Und auch der ORF praktiziert diese feige und bequeme Art des „truth-avoiding-journalism“, die der britische Journalist Nick Davies in seinem Buch „Flat Earth News“ kritisiert. Im Archiv des ORF wurde der Beitrag über die getöteten Kinder bereits gelöscht, aber es wurde die gleiche Methode des „perception management“ angewendet und das Märchen von den Raketenangriffen der Hamas (als Ursache des Konfliktes) erzählt, ja sogar als „Hintergrund“ verkauft:

Auslöser der jüngsten Gaza-Krise war das Raketenfeuer der Hamas auf israelische Städte und Ortschaften gewesen. Die Bewohner Südisraels sind schon seit vielen Jahren den Raketen ausgesetzt, dazu kommt jetzt eine neue Bedrohung durch unterirdische Gänge, die ganz nahe an grenznahe Dörfer heranreichen.“

Doch immerhin durfte Michael Lüders ganze fünf Minuten in der ZiB 2 (Sendetermin 22 Uhr) im Telegramm-Stil sprechen und was er sagte, war sehr wichtig.

Lüders transkriptEs deckt sich mit der Kritik von Gideon Levy und anderen Analysten, die wissen welches Spiel hier von Israel und den Medien gespielt wird. Allerdings kann ein Mini-Interview mit Lüders zwar den Anschein der „Ausgewogenheit“ erwecken, doch der hält einer seriösen Prüfung nicht stand, weil der ORF – wie die anderen Medienschafe auch – natürlich der pro-israelischen Perspektive sehr viel mehr Sendezeit einräumt, als – wenn überhaupt – den Kritikern und Historikern, die genau wissen, wie verlogen und selbstgerecht die Zionisten sind und wie sie die Medien steuern.

Gideon Levy entlarvte ja auch den Irrsinn der „Operation Protective Edge“, indem er u.a. pensionierte IDF-Generäle zitiert, die ohne mit der Wimper zu zucken, folgendes in der Öffentlichkeit von sich geben: „Wenn wir ihre Familien umbringen, wird ihnen das Angst einjagen (Generalmajor i.R. Oren Shachor).

Jedenfalls wird klar, dass die Ermordung der vier Kinder auf dem Strand kein Versehen war und ich wette, die Tatsache, dass dieses Verbrechen vor den Augen von Journalisten stattfand (ohne dass Israel dadurch Konsequenzen fürchten muss) hat den Kommandeuren noch besondere Genugtuung bereitet.

Was für ein perverses, enormes Macht- bzw. Überlegenheitsgefühl muss das sein, wenn man täglich 100 eingepferchte, wehrlose Menschen umbringen kann, ohne irgendwann zur Rechenschaft gezogen zu werden? Und sich dann auch noch als moralische Autorität aufspielen kann?

Während deutsche und österreichische TV-Sender kürzlich die gestrichenen Flüge nach Tel Aviv in den Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit rückten, wendete die Redaktion von DN! nur einen einzigen Satz dafür auf und beschäftigte sich stattdessen mit der humanitären Katastrophe und den israelischen Kriegsverbrechen, ohne dabei ständig den von Israel konstruierten, surrealen Kontext zu verwenden, den unsere Journalisten gerne aufnehmen:

Hamas, Hamas, Hamas … ist an allem schuld … How stupid can you get?

yonathan shapiraDN! interviewte auch Yonathan Shapira, der sich schon vor Jahren (gemeinsam mit anderen) als IDF-Pilot weigerte, in den besetzten Gebieten „Dienst zu tun“. Er sagte u.a folgendes:

Der ganze (verlogene) Diskurs dreht sich immer nur darum, wie gut (moralisch) wir sind, wie wir uns selbst in Gefahr bringen, damit Zivilisten nicht zu Schaden kommen, während wir dieses irrsinnige Massaker verüben … das … noch viel intensiver ist als „Operation Cast Lead“ (Jänner 2009).. noch mehr Tote und Verletzte … wir glauben, dass diese Befehle kriminell und unmoralisch sind …

Auch er bestätigt, dass die Gefahr durch die (als Grund für das ganze Massaker angeführten) „Raketen“ nicht zu vergleichen sei, mit dem, was in Gaza passiert: „… it’s really nothing compared to what people in Gaza are experiencing. And I have family in Sderot, next to Gaza, and I have even relatives who are in Gaza as soldiers.”

Er vergleicht die Beziehung zwischen Israel und den seit fast 50 JAHREN brutal unterjochten, kolonisierten und rechtlosen Palästinensern allegorisch mit einer Serien-Vergewaltigung, bei der das Opfer den Peiniger immer wieder kratzt, weil es sich zu wehren versucht. Wer also das Kratzen stoppen will, muss aufhören zu vergewaltigen ….

Und ich sage … hört mit der Vergewaltigung auf, hört mit der Besatzung auf, hört mit der Apartheid auf, mit dieser unmenschlichen Ghettoisierung der Palästinenser – und dann – erst dann können wir „verhandeln“ und „Friedensgespräche“ führen, all diese schönen Worte, die jetzt völlig bedeutungslos sind.“

O-Ton:

And I think that if I have to give one allegory to this whole thing, and this need of Israel and me, myself, of self-protection—legitimate thing, by the way; I want to be safe, I don’t want anyone to bomb me and to kill me and my baby—I would imagine it as gang rape. And forgive me for using this hard language, but when you have a group of people raping someone, and this person that is being raped starting to scratch, the first thing you want to do in order to stop the scratches is to stop the rape. And what Israel, official Israel, is trying to do is to continue the rape and deal with the scratches. And I say, stop the rape, stop the occupation, stop the apartheid, stop this inhumane ghettoization of Palestinians, and then—then—we can start talking, and we can reach peace agreements and all these beautiful words that now don’t mean anything for us.

Shapira soll in diesem (wieder viel zu langen) Blog auch noch das letzte Wort haben, weil er ein Problem anspricht, das hier niemand zur Kenntnis nehmen will:

“But overall, overall, there is a disease in my country, and the disease is spreading very fast, and it’s called fascism and racism. Fascism and racism is now the biggest threat of the Jewish people in the Middle East.”

(I rest my case ….)

 

Nochmal zur Erinnerung:

 

 

 

 

 

 

 

 

Zionist Justice: Der Gerechte Massenmord

terror or what1 – WIE KONNTE ES DAZU KOMMEN?

Die von Israel verbreitete Darstellung, dass die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahen Osten mit der Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher (Details dazu siehe den letzten Beitrag) bzw. den „Raketen aus Gaza“ begann, wird natürlich von erfahrenen (und unabhängigen) Analysten der politischen Situation als das durchschaut, was sie ist: eine Lüge, die wie immer dazu dient, das Opfer-Image Israels zu untermauern.

Einer der Mutigsten und Besten unter den Kritikern der israelischen Verbrechen ist Norman Finkelstein, dessen vielversprechende Karriere als amerikanischer Universitätsprofessor (Doktor der Politikwissenschaft) von den mächtigen israelischen Lobbyorganisationen ruiniert wurde. Seitdem verdient er seinen Lebensunterhalt als Buchautor und hat sich auch dabei nicht einschüchtern lassen.

Norman-FinkelsteinAlleine das Buch „Die Holocaust-Industrie” löste heftige Kontroversen aus, aber das ist (im Falle Israels bzw. des Zionismus) meistens nur ein Zeichen dafür, dass der Autor den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Alle seine Bücher sind sehr aufschlussreich, wenn es darum geht, hinter die mächtigen PR-Kulissen der „radikal-zionistischen“ (israelischen) Regierung zu blicken und die historischen und völkerrechtlichen Fakten im Auge zu behalten.

IDF pal childDie Entführungsstory lenkt davon ab, dass die brutale, illegale israelische Besatzung seit 1967 als grundlegender, politischer Kontext für „die Gewalt im Nahostkonflikt“ zu sehen ist. Dieser Kontext wird aber in unseren Medien einfach totgeschwiegen – seit Jahren.

Die so isolierte, scheinbare Aggression der „militanten Palästinenser“ (eine Minderheit, doch auch friedliche Proteste der Mehrheit im Westjordanland werden kriminalisiert bzw. brutal niedergeknüppelt) erscheint daher in einem politischen Vakuum und wird als Ausdruck von Extremismus präsentiert, während es sich tatsächlich (mit Ausnahme der Selbstmord-Attentate in Israel) um legitimen Widerstand gegen die Besatzung handelt.

Finkelstein sagte zu den aktuellen Ereignissen in Israel/ Palästina kürzlich in einem Interview folgendes:

„Netanyahu kochte vor Wut, als die Einheitsregierung (von Fatah und Hamas) auch noch von den USA und von der EU anerkannt wurde. Durch die – gerade recht kommende -Entführung der israelischen Teenager hatte er seinen Vorwand. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, gar nichts, dass Hamas irgendetwas mit der Entführung zu tun hatte [sie hätte sich damit ja nur selbst ins Knie geschossen …..]

Niemand weiß bis heute auch nur das Geringste über die Motive der Entführung. Weder HRW noch das State Department haben irgendwelche Hinweise auf die Täter. Aber das war ja auch nur ein Vorwand um wieder einmal in der West Bank „aufzuräumen“: 700 Hamas-Mitglieder festzunehmen, Häuser in die Luft zu jagen, Angst und Schrecken zu verbreiten, eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen um eine Reaktion von Hamas zu provozieren.

Das ist der übliche Modus operandi für Israel: […]Jedes Mal, wenn die Palästinenser versuchen, einer Beilegung des Konflikts näherzukommen – z.B. durch die Bildung einer Einheitsregierung zwischen Fatah und Hamas, wie sie kürzlich zustande kam – tut Israel alles, um die Einheit der Palästinenser zu torpedieren und um Gewalt zu provozieren, in diesem Fall von Hamas […]. Wenn die Gewaltreaktion dann kommt [die Raketen], dann kannst du wieder sagen – mit diesen Leuten können wir nicht verhandeln, das sind Terroristen.“

Dann hat die israelische Regierung also wieder einen Vorwand um weiterhin das Märchen von der „Selbstverteidigung“ zu verbreiten. Und sie hat keinen besseren Komplizen als unsere Journaille (Kanaille scheint mehr angemessen ..)

2 – KEIN WAFFENSTILLSTAND WEGEN HAMAS?

spinUnsere Fließbandjournalisten meldeten alle brav, dass Israel den Vorschlag der ägyptischen Regierung für eine Waffenruhe akzeptiert habe, Hamas aber nicht.

Damit soll also der „good-will“ der zionistischen Regierung demonstriert werden, während die „radikalen“ Palästinenser wieder einmal eine Chance für einen Kompromiss vertan haben und deshalb (wie immer) schuld an der Gewalteskalation und den vielen zivilen Opfern in Gaza tragen.

Was in diesem „Vorschlag“ eigentlich drinsteht, erfahren wir nicht und die Journalisten interessieren sich auch nicht dafür.

Dass Hamas (als Spross der MB) und die neue ägyptische Militärdiktatur, die sich „Regierung“ nennt, sich spinnefeind gegenüber stehen, weil letztere die Muslim-Brüder (MB – geschaffen als Werkzeug des britischen Empire) ) als Staatsfeinde betrachtet und massenweise verhaftet und zum Tode verurteilt hat (der gewählte Präsident Morsi, der auch zu den MB zählt, wurde ja von ihnen gestürzt), wird als Kontext auch meistens weggelassen. Hamas hat von dem Vorschlag erst aus den Medien erfahren, wurde also gar nicht konsultiert, das Ganze ist offensichtlich ein PR-Stunt von Netanyhu.

Your are free to do what we want

Aber Studenten von Machiavelli, Leo Strauss & Co. kennen diese Taktik ja aus Rambouillet, wo den Serben Bedingungen für eine „Einigung“ vorgesetzt wurden, die für sie völlig unakzeptabel waren, damit man anschließend sagen konnte, an deren Sturheit und Verblendung sei dieses Abkommen gescheitert. Dasselbe Muster war in Camp David zu erkennen, wo Arafat das enorm „großzügige“ Angebot von Ehud Barak ablehnte (zur PR-Strategie siehe dazu dieses Video).

In Wahrheit sollte es eben zu keiner Einigung kommen, weil man einen Vorwand für die eigene Gewalteskalation brauchte und genau dasselbe passiert jetzt wieder. Netanyahu hat ja bereits davon gesprochen, dass man jetzt quasi legitimiert, sei, noch mehr Gewalt anzuwenden.

victimhood TMWie ich bereits im letzten Beitrag skizziert habe, geht es bei den Zionisten immer darum, die moralische Überlegenheit zu demonstrieren (die es natürlich gar nicht gibt – im Gegenteil), deshalb muss alles getan werden, um die eigene Gewalt als „Verteidigung“ bzw. Reaktion auf die finsteren Absichten des Gegners zu präsentieren. .

Damit das (jedenfalls medial) gelingt, muss der Kontext für den Ablauf der Ereignisse stets manipuliert werden. Man könnte auch sagen moralisch „sterilisiert“, denn die Brutalität und Realität der israelischen Besatzung wird völlig ausgeblendet, also Ursache und Wirkung sind völlig verdreht.

Auch in diesem Fall (Entführung u. Ermordung der israelischen Teenager, dann Raketen aus Gaza, dann „Reaktion“ Israels, um die eigene Bevölkerung zu schützen, etc.) ist dieses Muster klar erkennbar, wie Norman Finkelstein auch ausführt:

Die Waffenruhe sagt nichts über die jüngsten Überfälle der IDF gegen Hamasmitglieder im Westjordanland und es waren diese Attacken[ähnlich wie bei einem Pogrom, wo alle Mitglieder einer bestimmten Gruppe wie Staatsfeinde und „Volksschädlinge“ behandelt werden] die zur Eskalation des derzeitigen Konflikts geführt haben. Israel erteilt sich damit einen moralischen Blankoscheck für die Verhaftung von Hamas-Mitgliedern, der Zerstörung von Wohnhäusern in der West Bank und der Ermordung von Palästinensern, was der Auftakt für die jetzigen Kämpfe war.“

israeli defenseFinkelstein erklärt dann, dass es ja bereits existierende Vereinbarungen zur Einhaltung einer Waffenruhe gäbe, nämlich aus den Jahren 2008 bzw. 2012. In beiden Fällen ist die zentrale Forderung von Hamas die Aufhebung der Blockade, die den Gazastreifen de facto in ein riesiges Open-Air-Gefängnis verwandelt hat und das Leben der Menschen dort unerträglich macht.

In beiden Fällen – so Finkelstein – habe Israel nach Unterzeichnung des Waffenstillstandabkommens die Versprechungen nicht gehalten und die Blockade nicht nur aufrechterhalten, sondern auch noch verschärft. Bei dem jetzt präsentierten „Vorschlag” der Ägypter (die wohl nur den Mediator spielen), wird eine Lockerung der Blockade versprochen, wenn wieder „Ruhe und Sicherheit“ hergestellt sind. Doch diese semantischen Tricks werden von Finkelstein entlarvt, in dem er sagt:

Da Israel Hamas als Terror-Organisation bezeichnet, kann die Sicherheitslage wohl nie als zufriedenstellend angesehen werden und deshalb wird es nie ein Ende der Blockade geben. Wir sind also wieder dort angekommen, wo wir schon im Juni 2008 und im November 2012 waren. Natürlich lehnt Hamas so eine Vereinbarung ab, denn sie legitimiert die brutale, gnadenlose, illegale Blockade des Gazastreifens.

Während unsere Papageien-Journalisten unisono „berichten“, dass Hamas sich einfach weigert, einem Waffenstillstand zuzustimmen, habe ich kein Beispiel in den Mainstream-Medien gefunden (vor allem nicht in den deutschen Rundfunksendern ARD, ZDF und ORF), das die Forderungen von Hamas (bzw. dem bewaffneten Arm Al Qassam) für eine Waffenruhe überhaupt erwähnt.

Dies sind nach Angaben der palästinensischen Presseagentur Maan (Meldung vom 7. Juli 2014) fünf Bedingungen: (Hervorhebungen sind von mir)

  1. Ende der Militäroffensive gegen Gaza
  2. Keine Luftangriffe mehr (wo hunderte Tonnen Bomben in einem sehr dicht besiedelten Gebiet abgeworfen werden)
  3. Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens aus dem Jahr 2012
  4. Erneute Freilassung aller Häftlinge, die im Zuge des Gefangenenaustausches mit Gilad Shalit freikamen, aber nach der Entführung der israelischen Jugendlichen erneut verhaftet wurden
  5. Ein Ende der (intriganten) Unterminierung der neuen Einheitsregierung durch Israel

Wie Finkelstein oben erwähnt, sind die Bedingungen der Feuerpause aus dem Jahr 2012 praktisch die gleichen, die schon im Juni 2008 vereinbart wurden.

Schauen wir uns doch einmal an, was nach der vereinbarten Waffenruhe Mitte Juni 2008 passiert ist. Natürlich ist es unmöglich, im Detail alle relevanten Ereignisse darzustellen, doch selbst wenn man beispielhaft nur die wichtigsten Meldungen eines Monats betrachtet (den Juli 2008), wird klar, welches hinterhältiges Katz- und Mausspiel die israelische Regierung hier treibt und das Finkelstein mit seiner Analyse Recht hat:  (Viel Lesestoff, aber wer verstehen will, was hier wirklich passiert und wie unsere Medien als Komplizen Israels die Realität verzerren, sollte sich die Zeit dafür nehmen …) 

Am 13. Juni 2008 wird ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet ….

1 Juli National Resistance Brigades (Nrb) Urge Israel To Comply With Truce

IDF arrest Pal in Hebron„Der Sprecher der NRB, Abu Salim drängte darauf, dafür zu sorgen, dass die israelischen Provokationen* gegen die Palästinenser aufhören. Dazu gehören die anhaltende Sperre der Grenzübergänge, der Beschuss des Wohngebietes in Sufa und die andauernden Überfälle in der West Bank. Sollten die israelischen Übergriffe nicht aufhören, habe die Widerstandsbewegung das Recht, ihre Landsleute mit allen Mitteln zu verteidigen.

Abu Salim betonte die Notwendigkeit eines Dialoges (zwischen den verschiedenen palästinensischen Gruppen) um den Zustand der internen Spaltung zu beenden. Er ermahnte besonders Fatah und Hamas, sich auf den Pfad der Versöhnung zu begeben.“

2 Juli Hamas: 41 Palestinians killed by Israeli forces during June

„Hamas gab am Mittwoch bekannt, dass im Juni 41 Palästinenser durch die IDF getötet wurden, davon 16 Mitglieder des bewaffneten Arms (Al Qassam) sowie vier Kinder. Weitere 28 Menschen starben als Folge der Blockade, wodurch sich die Zahl der Blockadeopfer seit Juni 2007 auf 199 erhöhte. 194 Palästinenser wurden von der IDF festgenommen, davon 179 in der West Bank.

Das israelische Militär (IDF) habe 136 Überfälle in der West Bank und in Gaza durchgeführt.*

pal detaineesHamas fügte hinzu, dass trotz der Einladung zum Dialog, die Sicherheitskräfte (der Fatah) im Westjordanland weiterhin politisch motivierte Verhaftungen vornehmen. Hamas-Anhänger und andere Widerstandsgruppen seien immer noch in Haft und jede politische Aktivität durch Hamas sei verboten. Man habe ihnen sogar verboten, das Foto eines getöteten Widerstandskämpfers zu publizieren.“

(*Fünf Jahre später ist die Situation noch schlimmer, wie HRW jüngst dokumentierte)

2 Juli Haniyeh: Israel must stick to truce; Hamas supports national unity

HaniyehIsmael Haniyeh, der Premierminister der de facto Hamas-Regierung, sagte am Freitag „Israels Verletzungen des Waffenstillstands sind die Folge fehlender Seriosität“. Israel müsse die Grenzen öffnen und die Aggression gegen die Palästinenser stoppen. Er verlangte die Umsetzung der Bedingungen des Waffenstillstands-abkommens, wie die Öffnung des Grenzübergangs Rafah (zu Ägypten), das Thema des nationalen Dialogs mit Ägypten als Mediator anstatt nur über Gilat Shalit zu reden (ein israelischer Soldat, der gefangengenommen wurde, um Druck auf Israel auszuüben, die hunderten palästinensischen (politischen) Gefangenen freizulassen.

*Welche Art von „Provokationen“ Israel immer wieder praktiziert, wird aus diesen Meldungen klar:

5 Juli Israeli warships fire on Palestinian fishermen, further straining truce

fisher boats attacked by IDFIsraelische Kriegsschiffe feuerten am Samstagmorgen mit Maschinengewehren auf palästinensische Fischerboote im Norden des Gazastreifens. Es wurden keine Opfer gemeldet. Bereits am Freitag hatte das israelische Militär Granaten auf Fischerboote abgefeuert, als sie westlich von Rafah, im Süden des Gazastreifens ihre Netze auswarfen. Dabei wurden die Boote beschädigt. Diese Angriffe sind eine direkte Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, das am 19. Juni in Kraft getreten war.

Israel und die pal Gruppen beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Israel hat sich verpflichtet, die seit einem Jahr andauernde Blockade Schritt für Schritt zu lockern, wenn die Widerstandsgruppen keine Waffengewalt mehr ausüben. Israel hat jedoch schon zweimal die Grenzen wieder versiegelt, nachdem selbst-gebastelte Projektile aus Gaza abgefeuert wurden.

Die Palästinenser kritisieren, dass Israel sich Zeit damit lässt, die verheerende Blockade zu lockern, geschweige denn aufzuheben

6 July Israeli forces fire on farmers in northern Gaza

IDF Gaza borderDas israelische Militär (IDF) schoss mit Maschinengewehren auf palästinensische Bauern, die ihre Felder in der Nähe des Sperrzaunes im Norden des Gazastreifens bestellen wollten. Wegen des starken Beschusses mussten sie die Feldarbeit aufgeben, die ja gerade erst nach dem Waffenstillstand im Juni wieder möglich wurde. Die IDF kündigte am Freitag an, dass sie sich das Recht herausnehmen, auf alle Personen zu schießen, die sich dem Sperrzaunmehr mehr als 300 m nähern, auch während eines Waffenstillstands. Schon am Sonntag hatte die IDF die Frequenzen lokaler Radiostationen übernommen, um davor zu warnen, dass auf jeden, der sich der Grenze nähert, das Feuer eröffnet wird.

Die lokale Initiative gegen Israelische Aggression in Beit Hanoun, im nördlichen Gazastreifen nannte diese Entscheidung „ein Todesurteil für die Bauern“ und warnte davor, dass tausende Hektar Ackerland und Brunnen dadurch verloren gingen. Die Grenzstreifen seien zu Todeszonen geworden, die zum Verlust tausender Arbeitsplätze führen, wenn die Bauern keinen Zugang mehr zu ihren Feldern haben. […]

7 July Israeli forces raid Nablus; ransack and close four charities

IDF operation in NablusDie IDF haben am Montag vier Wohltätigkeitsorganisationen in Nablus (darunter Sozialhilfe für Waisen und eine Apotheke) geschlossen, weil sie angeblich mit Hamas verbunden sind. Vorher hatten sie die Büros durchwühlt und Computer und Bargeld konfisziert. Das Verbot gilt für drei Jahre. Die israelischen Soldaten stürmten auch die Büros des Sozialministeriums in Nablus.

Der Leiter der Apotheke, Dr. Hafizh As-Sadr, sagte dazu:

Die Soldaten zerstörten die gesamte Einrichtung (samt Medikamente) und auch den Safe, in dem sich umgerechnet fünftausend US-Dollar befanden. Das Geld haben sie gestohlen.”

Die medizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung sei der Zweck gewesen und habe nichts mit Hamas zu tun gehabt. Die Klinik sei bereits 1977 errichtet worden, 10 Jahre vor der Gründung von Hamas.

Die israelischen Behörden haben solche Überfälle genehmigt, um die zunehmende Popularität von Hamas in der West Bank zu unterminieren. Die IDF haben seit Jahresanfang ähnliche Aktionen in den Regionen Hebron, Qalqilyah and Ramallah durchgeführt, aber die offizielle Genehmigung wird nun zu einer Ausweitung der Kampagne in andere Teilen der West Bank führen.

Wir sehen also, was hier vor sich geht: eine Art zionistisches Kristallnacht Syndrom … Plünderung und Zerstörung von sozialen Einrichtungen, die dringend benötigt werden, nur weil sie von Hamas gegründet wurden … wie krank ist das? Und selbst das ist nur ein Vorwand … denn es wird (wie o.a.) oft behauptet, eine Einrichtung habe Verbindungen zu Hamas, wenn man sie plündern will …

Dazu kommt noch, dass in den Gebieten, die unter palästinensischer Verwaltung stehen, von den lokalen Sicherheitskräften erwartet wird, die eigenen Leute festzunehmen, wenn sie Widerstand gegen solches Unrecht leisten. Das ist der perfekte Spaltpilz, denn die Fatah-Partei kann aus Verhaftungen von Hamas-Mitgliedern zwar politisches Kapital schlagen, dadurch wird aber der Dialog zwischen den Rivalen noch schwerer. Und die israelische Regierung ist der lachende Dritte …

10 July Israeli crackdown on „Hamas“ institutions in Nablus continues

IDF West Bank crackdownDie Razzien gegen Hamas Institutionen gehen weiter: In Nablus wurde um 1 Uhr nachts ein Fernsehsender gewaltsam geschlossen, die technische Ausrüstung konfisziert. Auch die Moschee, die sich im gleichen Gebäude befand, wurde gestürmt. Mehr als 50 Militärfahrzeuge kamen in den frühen Morgenstunden an und die israelischen Soldaten stürmten anschließend auch noch zwei Kliniken, die ebenfalls geplündert wurden (Computer und medizinische Geräte).

Nach Augenzeugenberichten überfielen die IDF auch die Zentrale der Frauenverbände in An-Najah Straße im Westen der Stadt und ein Gebäude, in dem sich die Islamische Bank befindet.

Ebenfalls am Donnerstagmorgen haben israelische Soldaten drei Schulbusse konfiziert, die drei verschiedenen Schulen gehören.

Am Dienstag stürmte die IDF die Büros des Einkaufszentrums von Nablus und beschlagnahmte Dokumente, Computer und Überwachungskameras. Das Shopping-Center hat 50 Geschäfte und Büros, darunter auch eine Investmentfirma mit einem Kapital von fünf Millionen Dollar. Israel behauptet, diese Gesellschaft fördere Hamas und „Terrorismus“. Der Geschäftsführer des Einkaufszentrum, Adli Yayish, wird seit einem Jahr von Israel festgehalten (ohne Anklage), weil man ihm Verbindungen zu Hamas vorwirft.

Der IDF-Kommandant in Nablus ordnete an, dass jeder, der das Shopping Center betritt, mit fünf Jahren Gefängnis bestraft wird, gültig ab 15 August. Die Besitzer werden kurzerhand enteignet: ab 18. August „gehört“ das Einkaufszentrum Israel.

(So einfach ist das, wenn man die Besatzungsmacht ist, die mit den kolonisierten Ureinwohnern macht, was sie will …und die Welt schaut zu … es handelt sich doch immer nur um „Verteidigung“ … die Besatzer und Mörder werden zu armen Opfern gemacht, die sich „wehren“ müssen … )

Der Bürgermeister von Nablus rief die Bürger dazu auf, sich nicht an die Verfügung der Israelis zu halten und wies alle Behauptungen, das Einkaufszentrum gehöre Hamas, zurück. 70 Kaufleute und 4000 palästinensische Investoren aus den muslimischen und christlichen Gemeinden seien die wahren Inhaber bzw. Betreiber. Er sagte der Presseagentur, die Überfälle auf Nablus seien eine Taktik, die PNA zu unterminieren und ihre Bemühungen, für Ruhe (Sicherheit) zu sorgen.

Gemeint ist natürlich, dass diese israelischen Verbrechen und Demütigungen Aufruhr und Gewalt provozieren sollen, damit man dann wieder sagen kann, die palästinensischen Behörden können nicht für Sicherheit sorgen. Greifen sie dann hart durch (um zu beweisen, dass sie es können), fühlen sich die Palästinenser im Stich gelassen, verraten und es kommt bei manchen zu einer weiteren Radikalisierung bzw. Zuwendung zu bewaffneten Widerstandsgruppen. Dann kann Israel wieder sagen: das sind Terroristen, die unsere Sicherheit bedrohen …In diesem zynischen Spiel können die Palästinenser nur verlieren … besonders, weil unsere Presse sich als gehorsamer Diener der israelischen PR-Taktik zur Verfügung stellt …

10 July Five PLO and Islamic Jihad factions start dialogue in Gaza

Trotzdem versuchte Hamas und andere Gruppen weiterhin, einen nationalen Dialog voranzubringen, also die Spaltung innerhalb der Palästinensischen Gruppen zu beenden. Meldungen wie diese (die PLO und eine bewaffnete Widerstandsgruppe starten einen Dialog) sieht die israelische Regierung gar nicht gern, deshalb muss weiter mit brutaler Gewalt vorgegangen werden, bis die Verzweiflung und Wut über das erlittene Unrecht so groß werden, dass wieder „Raketen“ abgefeuert werden. Dann lesen wir wieder Meldungen wie diese:

10 July Israel: projectiles launched at Negev by Al-Aqsa violate truce

Al AqsaZwei weitere Projektile, die aus dem Gazastreifen abgefeuert wurden, landeten nach israelischen Angaben am Donnerstag im Westen der Negev (Wüste). Schäden und Verletzungen wurden nicht gemeldet. Die Al-Aqsa Brigaden (gehören nicht zu Hamas) haben die Verantwortung für den Abschuss übernommen, ebenso für zwei Mörsergranaten, die auf den Militärposten Kissufim abgefeuert wurden.

Die Brigaden sagten der Presseagentur, die “Raketen” seien eine Antwort auf die jüngsten Überfälle und Mordanschläge in der West Bank.

In unseren Medien hätte man nur den ersten Teil der Meldung gebracht, den zweiten nicht, denn damit wäre die Realität und Brutalität der Besatzung ans Licht gekommen, die gezielt noch gesteigert wird, wenn man eine gewaltsame Reaktion bei den Palästinensern provozieren will.

Dazu kommt, dass suggeriert wird, für jeden Beschuss aus Gaza sei automatisch Hamas verantwortlich. Das entspricht aber nicht den Tatsachen: es gibt mehrere, bewaffnete Widerstandsgruppen, auch die politische Partei Fatah (zu der – schon lange nicht mehr – „Präsident“ Abbas gehört) hat einen „bewaffneten Arm“: die Al Aqsa Brigaden, während das Pendant bei Hamas die Al Qazzam-Brigaden sind. In den Medien wird aber kein Unterschied gemacht, weil sie nach Israels Pfeife tanzen und deshalb immer Hamas beschuldigt wird. Meldungen wie diese passen da gar nicht ins PR-Konzept:

Nach Angaben der Al-Aqsa Brigaden hat die de-facto Regierung (Hamas) zwei ihrer Mitglieder festgenommen, die verdächtigt werden, die „Raketen“ abgefeuert zu haben. Die Festnahmen sollen einen Vergeltungsschlag nach der Ermordung von Salim Al-Humeidi verhindern.

Hamas hat sich also durchaus dafür eingesetzt, dass der Waffenstillstand eingehalten wird, kann aber unmöglich alle Widerstandsgruppen rund um die Uhr so kontrollieren, dass solche Vorfälle verhindert werden. Aber – wie oben erwähnt – ist es angesichts der enormen Brutalität des Vorgehens der IDF nur eine Frage der Zeit, bis diese systemische und taktisch eingesetzte Gewalt zu Gegengewalt bei den Widerstandsgruppen führt., dann wird wieder die „Crying and Shooting“ Show der israelischen Regierung aufgeführt.

Dass die Mehrheit der Proteste aber friedlich und demokratisch sind, wird von unserer Journo-Kanaille auch totgeschwiegen. Meldungen we diese (die sehr häufig sind), werden bei uns unterschlagen:

10 July 9-year-old child shot by Israeli forces in anti-wall demonstration near Tulkarem

palestine child IDFEin 9-jähriges Kind wurde am Dienstagnachmittag während einer friedlichen Demonstration gegen die Trennmauer und Haus-Demolierungen durch israelische Soldaten verletzt. In Far‘un, südlich von Tulkarem in der West Bank wurde Mohammad Abdel Kareem Salim Bdeir von mit Gummi überzogenen Geschoßen am Fuß verletzt, als er bei der Demo mitlief.

Die Demonstranten sagen, durch den Bau der illegalen Trennmauer (8m hoch) haben die Bauern große Flächen an Ackerland verloren (weil dadurch eine von Israel geplante, illegale Landannexion stattfand).

1 ICAHD stats 2014

Bilanz Juli 2014: 329 Häuser zerstört, 629 Menschen vertrieben, 1051 Palästinenser durch IDF verletzt (ICAHD)

Sie protestieren auch vor Gebäuden, die abgerissen werden sollen (Israel erteilt den palästinensischen Familien keine Baugenehmigung; da sie aber Wohnraum brauchen, bauen sie trotzdem. Später wird das dann als Vorwand genommen, die Häuser zu zerstören – das ist „Routine“ für Israel, um die Palästinenser zur Auswanderung „zu ermutigen“.) und gemeinsam mit Teilnehmern der Internationalen Solidaritätsbewegung auch gegen dem weiteren Ausbau der (illegalen) „Siedlungen“ und die Trennmauer. Die Demonstranten riefen die UN, die Arabische Liga u.a. dazu auf, solche Praktiken Israels zu stoppen und die Regierung zu zwingen, sich an das Völkerrecht zu halten.

(Der letzte Satz kann nur mehr zynisch kommentiert werden, da Israel offensichtlich 100% rechtliche Immunität genießt, egal wieviele Verbrechen der Staat begeht …auch das geschieht mit Unterstützung unserer Journaille …

11 July Haniyeh agrees Carter Center to monitor truce

Hamas Premierminister Ismail Haniyeh sagte, man werde nicht zulassen, dass das Waffenruheabkommen und die Bemühungen für eine nationale Einheit sabotiert werden, deshalb habe man die beiden Al Aqsa-Militanten festgenommen. Dann legte er eine Liste der israelischen Verletzungen des Abkommens vor.

Haniyeh hatte den Besuch einer Delegation des Carter Centers dazu benutzt, um Intervention zu bitten, damit Israel sich an die Verpflichtungen aus der Vereinbarung hält, vor allem die Zusage, dass die Palästinenser Zugang zu allen Waren bekommen, die sie täglich brauchen und dass die Grenzübergänge geöffnet werden.

Es sei die Weigerung der Fatah-Behörden, sich mit Hamas-Vertretern in Damaskus zu treffen, die den Dialog zur nationalen Einheit nicht weiterbringe. Einigung könne nur am Verhandlungstisch erreicht werden.

Dialog zwischen den Streitparteien, das ist natürlich ein gewaltiger Störfaktor der kolonialen divide et impera Taktik, die Israel seit Jahren betreibt. Deshalb geht die Charade weiter:

12 July Israel claims Gazans launched another round of projectiles at western Negev

Gaza rockets NegevIsraelische Medien meldeten, dass eine Explosion im Westen der Negev zu hören war und man Reste einer selbstgebastelten Rakete gefunden hatte. Die Al Aqsa hätten sich dafür verantwortlich erklärt. Doch dann veröffentlichte ein Sprecher der Brigaden ein Statement, dass diese Behauptung falsch sei (eine Fälschung).

Kurz vorher hatte der Islamische Jihad eine Pressemeldung herausgegeben, in der die 13 Verstöße Israels gegen die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens – alleine in der vergangenen Woche – hervorgehoben wurden.

Israel benutzte das “Auffinden” der Raketenteile als Vorwand, die Grenzübergänge nach Gaza zu schließen, sodass Lebensmittel und Treibstofflieferungen verhindert wurden.

14 July Israeli forces raid Nablus; storm Nablus Mall, arrest five in Askar camp

Das Einkaufszentrum wird neuerlich gestürmt .. alle 50 Geschäfte durchwühlt … Zutritt ist absolut verboten …

19 JuliFree Gaza“ initiative to try and enter Gaza by sea and open port

Dass Israel nach dem medial-inszenierten Rückzug im Jahr 2005 theoretisch kein Recht mehr hat, den Luftraum, die Grenzen und die Küstengewässer von Gaza zu kontrollieren, ist ein Fakt, interessiert aber unsere Medien nicht. Was aus der „Free Gaza“ Initiative letztlich wurde, wissen wir ja … siehe dazu meine Beiträge über die „Mavi Marmara“

20 Juli  Israeli warships fire at Gazan fishermenhere we go again …

21 Juli  Israeli campaign against Nablus continues; more than 20 arrested overnight

Die IDF hat neuerlich in der Stadt Nablus Razzien durchgeführt. Gegen 3 Uhr morgens wurden mehrere Wohnhäuser durchwühlt, darunter auch das von Muna Mansour, der Abgeordneten die Hamas nahesteht. Sie wurde gemeinsam mit 20 anderen Palästinensern verhaftet. Die Polizei sagte, die Verhaftungen betrafen Geschäftsleute, Arbeiter und Studenten (deren Computer wurden beschlagnahmt). Die Verhaftungen kamen nach einer Welle von Überfällen und Razzien in der vergangenen

22 Juli  Fayyad threatens to withdraw Palestinian security forces in protest of Israeli incursions

22 Juli  Building materials, food, and other goods allowed into Gaza

23 Juli   Civilian shot by Israelis in the north of Gaza Strip

24 Juli  Over half of Gazan households slump below poverty line

poverty and destruction 1Christopher Gunness, der Sprecher der UNRWA sagte, die Jugend sei am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen. (80% der Menschen in Gaza sind auf  UN-Lebensmittelspenden angewiesen.)

Wenn Sie junge Menschen um ihre ökonomische Zukunft bringen, nehmen Sie ihnen jede Hoffnung und wenn die weg ist, was bleibt dann noch? Wie kann man besser Verzweiflung und Elend einer ganzen Generation verhindern, als durch die Wieder-Öffnung der Grenzen von Gaza?

Hamas hat ein Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen initiiert, doch angesichts der fehlenden Bewegungsfreiheit in den besetzten Gebieten, deren Bevölkerung seit 1999 um ein Drittel gewachsen ist, ist eine Regression unvermeidlich. Diese Blockaden (durch die Besatzung) sind das größte Hindernis für eine wirtschaftliche Erholung und Weiterentwicklung.“

Wenn alle Stricke reißen (um einen Dialog zwischen Fatah und Hamas zu verhindern), bleibt ja immer noch der „Bombenanschlag“, den man anderen in die Schuhe schiebt. Die bestehende Rivalität wird dadurch neu geschürt und ein gemeinsames Vorgehen gegen Israel verhindert….

25 Juli  Six dead, 20 injured as car of Hamas leader explodes near Gaza City

26 Juli  Al-Aqsa Brigades threaten attacks on Hamas personnel if violence against Fatah affiliates continues in Gaza

27 Juli  Hamas activist dead after Israeli troops demolish Hebron home, crushing him

28 Juli  Hamas renews accusations of Fatah responsibility for Gaza explosions

28 JulyFatah blames Hamas for Gaza explosions divide et impera again …

28 Juli  PA security services apprehend more than 50 Hamas loyalists in Nablus

30 Juli   Six Hamas activists injured in Gaza Strip explosion

30 Juli  Ar-Rish Brigades: Hamas arrest dozens of fighters and confiscate weapons

30 JulyHamas: PA arrest 11 Hamas members

31 JulyAl-Quds Brigades: Israeli army violates truce in Gaza and West Bank

01Aug  Al-Quds Brigades will not stand for ‚Israeli violations‘

Der Sprecher von Al Quds sagte: „Israel hat kein Interesse an einem Frieden. Die israelische Armee will, dass wir wieder eine Offensive starten, damit sie eine Rechtfertigung für noch mehr Verhaftungen, Massaker und die Fortführung der Blockade haben.“

Er rief Hamas dazu auf, zu einem Dialog zurückzukehren um den Versuch einer Einigung der Palästinenser zu erneuern und verlangte ein Ende aller Verhaftungen in der West Bank.“

Das Divide et Impera Spiel gegen eine fanatisch selbstgerechte Besatzungsmacht, die in „göttlichem Auftrag“ handelt, ist nicht zu gewinnen – jedenfalls nicht mit unseren Papageienmedien … die nur die Texte herunterbeten, die das israelische PR-Arsenal ihnen zur Verfügung stellt …

genocide

Zur Erinnerung:

  • Die Menschen in Gaza sind gefangen. Niemand kommt rein oder raus, wenn Israel es nicht erlaubt
  • Massive Arbeitslosigkeit
  • Unter- und Mangelernährung ist Routine. Mehr als die Hälfte der Kinder unter zwei Jahren leidet an Blutarmut (Eisenmangel) und Kümmerwuchs.
  • 90% des Trinkwassers ist verunreinigt und untrinkbar.
  • Abwasser muss jetzt ungeklärt ins Meer geleitet werden (Ausfall der Kläranlagen wegen Strommangel)
  • Mangelhafte Medizinische Versorgung wegen der Blockade
  • Sie haben keine Pässe und sind staatenlos.
  • Sie werden tagtäglich von ihren Kolonialherren als Verbrecher, Terroristen und Todfeinde der Juden denunziert, die ihnen ihr Land und ihre Würde gestohlen haben

Die  Scheinheiligen  Moralapostel

Eine tiefe und weite moralische Kluft trennt uns von unseren Feinden. Sie verherrlichen den Tod, während für uns das Leben heilig ist. Sie verherrlichen die Grausamkeit, während für uns das Mitgefühl heilig ist.“

Benjamin Netanyahu, Juli 2014

Der israelische Premierminister hat nur vergessen zu erwähnen, dass für Zionisten nur jüdisches Leben heilig,und nur für Juden Mitgefühl eine moralische Pflicht is.

the unspeakableWas die Grausamkeit betrifft, leidet Bibi an völligem Realitätsverlust … da könnte ihm Dr. Mads Gilbert behilflich sein, der schon in seinem Buch Eyes of Gaza die grauenhaften Verwundungen der Opfer der Kriegsverbrechen Israels geschildert hat, das auch routinemässig Krankenhäuser bombardiert …

Ich habe ja damals über Operation Cast Lead geschrieben und heute will man diese barbarische Gewaltorgie anscheinend noch übertreffen …

Während ich diese Zeilen schreibe, giesst es  – passend zu meiner Verzweiflung – seit Stunden in Strömen … mitten im Hochsommer .. auch der Juni war völlig verregnet …  es ist, als ob die Sonne angesichts der unmenschlichen Verbrechen in Gaza, der Ukraine, im Irak, in Syrien, etc. – wo USrael überall mitmischt – nicht mehr scheinen darf, nur ein grauer Himmel ist jetzt noch der Trauer angemessen, ähnlich wie im Gedicht von W.H. Auden

The stars are not wanted now: put out every one;
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the wood.
For nothing now can ever come to any good.

Fortsetzung folgt …

P.S. so sieht das „Mitgefühl“ im zionistischen (faschistischen) Judenstaat wirklich aus, den Netanyahu leitet …

„They [the Palestinians] are all enemy combatants, and their blood shall be on all their heads. Now this also includes the mothers of the martyrs, who send them to hell with flowers and kisses. They should follow their sons, nothing would be more just. They should go, as should the physical homes in which they raised the snakes. Otherwise, more little snakes will be raised there.”

Ayelet Shaked, Mitglied der  rechtsradikalen Jüdischen Heimat-Partei,auf ihrer Facebook Seite am 30. Juni

Das Blutige Rasenmähen

I am so sorry that my country is run by greedy murderers and that we support the terrorist nation of Israel.
I am also ashamed that my fellow citizens are so brainwashed and ignorant that we continue to elect these war criminals. Deepest apologies.”

Gaza bloody toddler shoeIn diesem englischen Kommentar in einem Internetforum wird – angesichts der aktuellen Luftangriffe auf das belagerte Elendsquartier in Gaza – bedauert dass die amerikanische Regierung die „terroristische Nation Israel“ unterstützt und die beschämende Ignoranz der Mitbürger beklagt, die die „Wiederwahl dieser Kriegsverbrecher“ ermöglicht.

Wie wir wissen, beschäftigt Israel dutzende Leute, die dafür bezahlt werden, sich in solchen Internet-Foren als Verteidiger der israelischen Politik zu äußern. Auch in diesem Fall findet man ein Beispiel; die Klage über das Leiden der Menschen in Gaza durch die israelischen Bombenangriffe wird so kommentiert:

Here is a clue: STOP firing rockets into Israel, and maybe you won’t have these problems!”

Worauf ein intelligenter Teilnehmer des Forums antwortet:

Here’s another clue: Give people back their land that you stole and they won’t fire rockets at you!”

(Gebt den Leuten ihr Land zurück, dann werden sie aufhören, Raketen auf euch zu schießen!)

Hier sieht man, dass es eigentlich ganz einfach ist, die israelische Propaganda zu entlarven, doch dank unserer Medienschafe werden diese Lügen so oft wiederholt, bis sie als „Realität“ wahrgenommen werden. Seit Jahren hören wir in den „Nachrichten“ (für Idioten) immer die Perspektive Israels, die natürlich mit der bitteren Realität wenig zu tun hat.

In den Mittagsnachrichten, war die erste Meldung, dass wieder „Raketen aus Gaza nach Israel abgefeuert wurden.“ Im Hintergrund waren Sirenen zu hören, die wahrscheinlich die Angst der armen Israelis verdeutlichen sollten. Dann hieß es, die Raketen hätten eigentlich kaum Schaden angerichtet, aber das sei dem Abfangsystem „Iron Dome“ zu verdanken.

Hier wird also immer wieder suggeriert, dass die „grundlose“ Aggression der Palästinenser (unter Kommando der ultra-bösen Hamas), das eigentliche Problem sei und Israel sich doch immer nur „verteidigen“ müsse bzw. die heilige Pflicht habe, seine Bürger zu beschützen. Diese völlige Verzerrung der Wirklichkeit durch unsere Medien dient – seit Jahrzehnten – als Apologet für die Brutalität, Aggression und Kriminalität des israelischen Staates.

Jeder Redakteur, Journalist der dieses Propagandasystem unterstützt, macht sich mitschuldig am Leiden und Sterben der Palästinenser (und aller anderen Opfer, ob sie nun in der Ukraine, im Irak, in Syrien, im Jemen, im Libanon, und anderen Teilen der Welt misshandelt und getötet werden).

Die israelische Armee (IDF) ist einer der am besten trainierten und am besten ausgerüsteten Terrororganisationen der Welt. Ihre einziger Zweck ist (die Palästinenser) zu terrorisieren.“

Miko Peled (Sohn eines hochdekorierten israelischen Generals; mehr über ihn siehe weiter unten)

Luftangriffe auf den dicht besiedelten, völlig von Israel kontrollierten Gaza-Streifen sind ja nichts Neues mehr und werden in den Medien wie Routine behandelt. Die sterile, militaristische Sprache der „Meldungen“ lässt auch kein Mitgefühl oder Unrechtsbewusstsein aufkommen: Israel hat wieder „Ziele“ im Gazastreifen bombardiert, heißt es immer. In Wahrheit werden Schulen, Wohnblöcke, Geschäfte, Moscheen, etc. bombardiert, (also eben keine legitimen Ziele)und letztlich sind damit Menschen gemeint …

Gaza children victimsWie fanatisch selbstgerecht und unmenschlich man sein muss, um 1,8 Millionen Menschen (darunter etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche) die in einem Elendsghetto eingesperrt sind, immer wieder zu bombardieren, diese Frage darf nicht gestellt werden. Denn das würde ja das ewige Opfer-Image, auf das jüdische Israelis ein Monopol haben, in Frage stellen.

Dass jede Form von Gewalt, die manche Palästinenser ausüben, die Folge der brutalen Besatzung ist, wird in den Medien nie erwähnt. Ja die Besatzung selbst wird unsichtbar gemacht, damit keine Empathie für die entrechteten Palästinenser aufkommt.

Dieser Kontext darf nicht hergestellt werden. Ursache und Wirkung werden auf den Kopf gestellt, die Gewalt in einem politischen Vakuum präsentiert. (Darüber habe ich ja schon häufig geschrieben)

In diesem Fall ist aber die Vorgeschichte äußert interessant, weil damit eine riesige Medienkampagne verbunden war, die weltweit Schlagzeilen machte und die Gemüter sehr erregte. Wie glaubhaft diese Story ist, darüber machte sich niemand Gedanken …

BIG DEAL: DIE  ENTFÜHRUNG  VON  DREI  ISRAELISCHEN TEENAGERN

three-boysLaut offiziellen Angaben wurden am 12. Juni 2014 drei männliche Jugendliche „entführt“: Naftali Frenkel, Gilad Shaar and Eyal Yifrach seien am Abend (auf dem Heimweg von der Schule) als Anhalter mitgenommen worden und seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Die drei Schüler bzw. ihre Eltern gehörten zu jenen „Siedlern“, die von der israelischen Regierung durch finanzielle Anreize (oder religiösen Eifer) dazu gebracht werden, sich als illegale Kolonisten im Westjordanland niederzulassen. In diesem Fall die „Siedlung“ Kfar Etzion. Netanyahu, ein Meister machiavellischer Täuschung, schlug aus dieser „Entführung“ natürlich politisches Kapital: eine gewaltige Medienkampagne wurde losgetreten und dabei den ultra-rechten Kreisen in Israel viel Wasser auf die Mühlen ihres Fanatismus gegossen.

Während einerseits die Mitleidskarte gespielt wurde („Bring our Boys back!), zogen „Bibi“ und die fanatischen Rabbis andererseits alle Register, um den Hass auf die Palästinenser zu schüren: einen Aufruf über Facebook, für jede Stunde der „Entführung“, als Vergeltung einen palästinensischen Gefangenen zu ermorden, kommentierten über 30.000 Israelis mit „das gefällt mir“.

So wurde eine emotionsgeladene, aggressive „Opfer“- Stimmung erzeugt und gleichzeitig Hoffnung auf die Auffindung der drei Entführten geschürt. Als diese dann tot aufgefunden wurden, entlud sich natürlich die aufgestaute Aggression umso mehr: fanatische israelische Jugendliche attackierten Palästinenser bzw. arabische Israelis auf den Straßen, der Volkszorn kochte über:

NF Petition for UN Investigation  7 2014Der grauenvolle Tod eines 16 jährigen Palästinensers, der mit Benzin übergossen und dann angezündet wurde (man zwang ihn auch noch, den Treibstoff zu trinken), ist das traurige Ergebnis dieser kollektiven Hetzkampagne, die andernorts als Pogrom bezeichnet würde. Dann wurde auch noch sein Cousin von IDF-Soldaten geschlagen und getreten (siehe Bild unten rechts).

Wie immer, wurde sofort Hamas die Schuld an der Entführung zugewiesen, obwohl nicht die Spur eines Beweises existiert und die Hamas-Führung jede Beteiligung daran leugnet. Wenn eine Entführung politisch motiviert ist, bekennen sich die Täter normalerweise dazu oder brüsten sich sogar damit. Entweder, weil sie die Geisel gegen Erfüllung einer politischen Forderung freilassen wollen, sie gegen Gefangene austauschen oder die Geisel töten, um sich beim politischen Gegner (für dessen Verbrechen) zu rächen.

Angesichts der brutalen Realität der Besatzung und der fanatischen Aggression vieler „Siedler“ (die auf gestohlenem Land ihre Häuser bauen und den palästinensischen Familien das Leben zur Hölle machen), wäre es kein Wunder, wenn unter den gequälten Palästinensern im Westjordanland einige so radikalisiert würden, dass sie sich für das seit Jahrzehnten erlittene Unrecht rächen wollen. Aber selbst wenn es so wäre, könnte man daraus nicht automatisch und reflexartig den Schluss ziehen, dass Hamas dafür verantwortlich ist.

DIVIDE ET IMPERA 2.0

Doch der Zeitpunkt der Entführung und der politische Kontext dahinter, sind starke Indizien dafür, dass der Wahrheitsgehalt dieser Story eher dürftig ist.

Dass es Hamas und Fatah nach vielen Jahren der (von Israel geschürten) Zwietracht kurz davor gelungen war, eine Koalition der nationalen Einheit zu bilden, die von der EU und der USA als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, darf natürlich als politischer Kontext nicht unerwähnt bleiben. Mit der kurz darauf lancierten Entführungsstory und ihrem blutigem Ende hat Israel diese Einigkeit erfolgreich torpediert und wieder dem alten PR- Slogan „Israel has no partner for peace“ neues Leben eingehaucht. Das kann kein Zufall sein, denn die israelische Regierung sucht ja seit Jahren (erfolgreich) immer wieder nach Vorwänden, diese Verhandlungen zu torpedieren.

Und was hätte diese dilettantisch inszenierte „Entführung“ denn Hamas gebracht? Betrachtet man die Sache nach dem Cui Bono? Prinzip wird schnell klar, dass Hamas von dieser Entführung, geschweige denn Ermordung der drei israelischen Jugendlichen keinen politischen Vorteil gezogen hätte, im Gegenteil. Netanyahu jedoch schlug enormes Kapital aus diesem medial inszenierten Drama.

Er sagte dazu einen Tag nach der Entführung:

Heute kann ich das aussprechen, was ich gestern noch verschweigen musste (wegen einer Welle von Verhaftungen in Judäa und Samaria) Hamas-Leute haben die Entführung organisiert. Das ist dieselbe Hamas, mit der Abbas jetzt eine Einheitsregierung gebildet hat. Das wird schwerwiegende Folgen haben.“

Abgesehen davon: In einem Rechtsstaat muss ein Verdacht begründet werden. Dann kommt es zur Verhaftung bzw. einer Anklage und schließlich zu einem Gerichtsverfahren, in dem der Staatsanwalt die Schuld des Angeklagten beweisen muss. Dieser Rechtsgrundsatz gilt aber für Palästinenser nicht: Während Israelis danach behandelt werden, gilt für Palästinenser unter Besatzung das Kriegsrecht. Beweise für die Schuld müssen nicht vorgelegt werden. Es genügt, wenn einfach behauptet wird, dieser oder jener „Arabushim“ (dreckiger Araber) sei der Täter. Wenn es sich um Hamas-Mitglieder oder deren Sympathisanten handelt, gelten nur mehr die Rechtsgrundsätze einer Militärdiktatur: „wir haben immer Recht, egal was wir tun“.

Sobald diese Beschuldigung also verlautbart ist, tritt das Nazi-Prinzip der „Sippenhaftung“ in Aktion: Angehörige des mutmaßlichen „Täters“ ja ganze Dörfer werden kollektiv dafür bestraft, was man ihm vorwirft: willkürliche Verhaftungen, Demolierung von Wohnhäusern, nächtliche Überfälle durch die Militärmacht, Folter, jahrelange Haft ohne Anklage, etc. sind in solchen Fällen Routine. Es gibt keine Behörde, bei der sich die Palästinenser über dieses Unrecht beschweren könnten. (Diese Gesetze stammen zum Teil noch aus der britischen Mandatszeit und reflektieren somit die Kolonialmentalität …)

Während also die Emotionen hochgekocht wurden um dann das alte Reaktionsmuster (böse Hamas, Bomben auf Gaza, Raketen auf Israel …) auszulösen, sind einige wichtige Fragen nicht gestellt worden, die die offizielle Story als unglaubwürdig entlarven könnten:

HITCHCOCK KRIMI: BEI ANRUF MORD

Angeblich ging am Tag der Entführung, gegen 10:30 abends ein (aufgezeichneter) Telefonanruf bei der israelischen Polizei ein. Gilad Shaar soll einen Hilferuf abgesetzt haben, der aber von der Polizei nicht ernstgenommen wurde. Sie betrachteten ihn zunächst als „Scherz“ bzw. konnte sich Gilad anscheinend nicht richtig verständlich machen. Erst als die Eltern am 13. Juni gegen 3 Uhr morgens eine Vermisstenmeldung machten, wurde der Notruf in einem anderen Licht gesehen.

Nach Presseberichten hört man darin, wie die Kidnapper den Jugendlichen befehlen, „unten zu bleiben“. Im Hintergrund sei ein israelischer Radiosender zu hören, während Gilad (schwer verständlich) flüstert: Wir sind entführt worden … Dann folgen angeblich mehrere Schüsse und Jubelgesang, gefolgt von der Bemerkung: „Wir haben drei!“(erledigt).

Die Existenz dieses Tonbands sei erst später an die Öffentlichkeit gelangt, weil die Regierung den Medien zunächst Stillschweigen verordnet habe. Die Mutter von Galit Shaar sagte in einem Interview, die Polizei habe ihr auf die Frage, was die Schüsse zu bedeuten hätten, gesagt, es handle sich dabei um Platzpatronen. Wie konnten sie das wissen?

Die Tonband-Story ist bei genauer Betrachtung lächerlich (so wie die Anrufe am 11. September aus dem Flugzeug …)

  • Wieso sollten „radikale“ Palästinenser (wie sie immer genannt werden) israelisches Radio hören, noch dazu während einer Entführung?
  • Welcher Entführer ist so dämlich und lässt der Geisel ihr Handy? Noch dazu unter israelischer Besatzung, wo sich überall Militärposten befinden?
  • Wie konnten die Palästinenser in das für Juden reservierte und von Militärs bewachte „Siedlungsgebiet“ so einfach vordringen? Selbst die Straßen im Westjordanland („Judäa und Samaria“) sind nach einem Apartheidsystem organisiert: nur Fahrzeuge mit israelischen Kennzeichen dürfen dort fahren, bzw. die Palästinenser müssen durch zahlreiche Checkpoints – wo sie streng kontrolliert werden und ihnen der Zugang einfach verwehrt werden kann – oder sie werden durch Straßensperren in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.
  • Was bezweckten die „palästinensischen“ Entführer mit der Tat, wenn sie daraus keinen Vorteil hatten?
  • Wer ist so dämlich und vergräbt die Opfer auf seinem eigenen Land in einem „seichten“ Grab?
  • Wieso gibt es keine Fotos von den toten Israelis? Aus Pietät? Schwer zu glauben …
  • Die Leichen wurden nach offiziellen Angaben erst 14 Tage später gefunden, waren aber nicht verwest (bei Temperaturen von über 30 Grad …) – wie ist das zu erklären? Wurden sie gekühlt?
  • Wieso gibt es keinen Autopsiebericht, der die Todesursache bestätigt?

140707-hebron-carAls das ausgebrannte Auto der „Entführer“ aufgetaucht ist, habe man nach Angaben des Geheimdienstes keine DNA-Spuren gefunden. Später hieß es aber, Patronenhülsen und Blutspuren seien vorhanden gewesen, man habe die Eltern belogen, weil man den Eindruck erwecken wollte, die Jugendlichen seien noch am Leben.

Max Blumenthal schreibt dazu, die Regierung habe schon bald gewusst, dass die drei Entführten tot seien, aber aus Propagandagründen den Eindruck erweckt, sie seien noch am Leben. Dazu seien auch die Medien einige Zeit “geknebelt” worden, um zu verhindern, dass die Schüsse auf dem Tonband publik werden.

Das ergibt aber keinen Sinn, denn die Eltern von Gilad hörten ja das Tonband und somit auch die Schüsse. Wenn sie diese Aufzeichnung als authentisch ansahen, musste ihnen klar sein, dass die Schüsse nur eines bedeuten konnten. Die ganze Story ist absurd und erinnert mich an die Taktik nach „911“: damit sich die Empörung kanalisieren lässt, wurden Stories über die Inkompetenz der Behörden lanciert, damit aber gleichzeitig die falsche Prämisse, nämlich WAS an diesem Tag passiert ist und WER die Täter waren, untermauert wurde.

Nach diesem Täuschungsprinzip wurde dann auch publik gemacht, dass als Folge dieses Versagens mehrere Polizisten entlassen wurden, während die IDF als glorreicher Held präsentiert wird.

Investigative Reporter wie Blumenthal haben auf diese Weise etwas zum „Aufdecken“, erkennen aber nicht, dass sie wohl einem „Red Herring“ gefolgt sind. So „berichtet“ Blumenthal, die Identität der mutmaßlichen Täter sei schon bald klar gewesen:

Schon zwei Tage später, am Samstag, wurden die Häuser von zwei Hamas-Unterstützern in der Nähe von Hebron durchsucht, die Söhne der Verdächtigen verhört und (nach Auffinden der Leichen) wurden die Häuser später demoliert: Marwan Qawasmeh and Amer Abu Eishe sind am Tag nach der Entführung angeblich „verschwunden“, das ist die einzige Grundlage dafür, dass sie als tatverdächtig gelten.

Ende Juni stürmten IDF-Truppen dann das Haus von Husam Dufish und nahmen ihn mit, weil er ebenfalls als Entführer der drei Jugendlichen verdächtigt wird. Auch bei ihm wird behauptet, er sei seit der Entführung verschwunden, doch die Familie sagte aus, er sei die ganze Zeit da gewesen und habe sich verhalten wie immer.

Obwohl es also angeblich diese „dringend Tatverdächtigen“ gab, wurden hunderte Palästinenser – weit entfernt vom Tatort – verhaftet, auch Abgeordnete und andere Persönlichkeiten festgenommen und wie Verbrecher behandelt. Universitäten wurden überfallen, Computer konfisziert und ihre Schließung erzwungen. Kollektive Bestrafung ist in den besetzten Gebieten der normale modus operandi wenn wieder einmal Pogromstimmung herrscht …ob es dafür einen echten oder inszenierten „Grund“ gibt, spielt keine Rolle. Man muss wieder eine Projektionsfläche für die eigene Schuld und Aggression finden und Hamas hat ja bereits die Rolle des Ultra-Bösewichts erhalten.

Während also die Entführungsstory weltweit Schlagzeilen machte, weil es sich um „jüdische“ Opfer handelte, fand der gewaltsame Tod  zweier junger Palästinenser kein großes Interesse – aber das ist ja nichts Neues.

 TEARS FOR FEARS: BRING OUR BOYS BACK

 Am 17. Juni stand der israelische UN-Botschafter vor einem Redepult der Vereinten Nationen in New York und machte ein Riesentheater wegen der entführten Jugendlichen. (Man muss dazu sagen, dass die israelischen Soldaten jederzeit palästinensische Jugendliche unter einem Vorwand festnehmen und inhaftieren können und das auch laufend tun …Schikane, Psychoterror und Misshandlungen, sind dabei nicht selten, wie B’t Selem immer wieder dokumentiert hat.)

Wo ist die internationale Gemeinschaft, wo ist sie? Unsere Jungs sind seit fünf Tagen vermisst …und was tut sie?

Natürlich nutzte er die Gelegenheit, um die Einigung zwischen Fatah und Hamas zu verunglimpfen:

Alle die diese Verbindung begrüßt haben, sollten in die Augen der verzweifelten Eltern blicken und den Mut aufbringen, die Entführung zu verurteilen. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich auf ein schlechtes Geschäft eingelassen und Israel zahlt den Preis dafür.

Daneben stand ein großes Plakat mit den drei Gesichtern der israelischen Teenager und dem Slogan „Bring Back our Boys.“

Ein Paradebeispiel für das Crying & Shooting Syndrom, das die Zionisten so gerne zum Besten geben.

Dann wurden die “social media”mit dem rührseligen Slogan überschwemmt, ganz nach dem PR-Muster in Nigerien …dort waren es ja Mädchen. Man sieht also, dass hier eine ähnliche PR-Taktik dahinter steht.

WHICH BOYS? DIE  OPFER,  FÜR  DIE  SICH  NIEMAND INTERESSIERT

Am gleichen Tag, als die BBOB Kampagne gestartet wurde, konfiszierte die IDF die Überwachungskamera, mit der die Ermordung zweier junger Palästinenser gefilmt wurde, nachdem sie an einer Demonstration zur Erinnerung an die Nakba teilgenommen hatten und gegen die politisch motivierte Inhaftierung tausender Palästinenser protestierten.

Nadim NawarahDie beiden Opfer waren der 16-jährige Muhammad Abu Daher und der der 17-jährige Nadim Nawarah (siehe Foto links). Ihm wurde am helllichten Tag in den Rücken geschossen, als er friedlich auf der Straße ging. Als das publik wurde, bestritt die IDF (die israelische Armee) das man scharfe Munition gegen Demonstranten einsetzte: es sei nur mit Gummi überzogene Munition verwendet worden und die könne nicht tödlich sein.

Der Familie von Nadim und den Augenzeugen wurde also unterstellt, dass sie lügen (was ja für „dreckige Araber“ quasi der Normalzustand sei, während die israelische Regierung bzw. die IDF doch immer nur moralisch handeln ….)

Dann tauchte ein Video aus einer Überwachungskamera auf, in dem man sieht, wie Nadim von hinten von einem Geschoss getroffen wird und dann nach vorne auf den Boden fällt. Auch das wurde als „Fälschung“ hingestellt.

Doch am Mittwochabend (ca. 36 Stunden bevor die Entführungsgeschichte die Medien überschwemmte), wurde ein Autopsiebericht veröffentlicht, aus dem klar hervorging, dass Nadim mit scharfer Munition erschossen wurde.

Das israelische Militär hat also (wieder einmal) zwei junge Palästinenser ermordet, das Verbrechen bis zuletzt geleugnet und als der Mord ans Licht kam passierte was? Nichts. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen, denn es ist kein Grund zur Aufregung, wenn Araber vom Militär des „auserwählten Volkes“ getötet werden. Schließlich sagte ja ein israelischer Offizier (Rafael Eitan) schon vor Jahren, die einzige Art mit den Palästinensern umzugehen, sei ihr Leben auf das Niveau „von benommenen Küchenschaben in einer Flasche“ zu reduzieren.

TIERE,  MENSCHEN  UND  ZIONISTEN

Im "Abschlachten" sind die Zionisten unerreicht ...

Im „Abschlachten“ sind die Zionisten unerreicht …

Netanyahu hatte nach der angeblichen Ermordung der Jugendlichen durch Palästinenser – für die es keinen Beweis gibt – auch über Twitter noch mehr Öl ins Feuer gegossen: „Sie wurden von Tieren in Menschengestalt kaltblütig ermordet… dann zitierte er Passagen aus dem Gedicht „Über Das Abschlachten“ von Chaim Bialik* (über ein Pogrom im russischen Zarenreich des Jahres 1903) über die „angemessene“ Rache für die Ermordung eines „kleinen Kindes“, die der Teufel erst noch erschaffen müsse“ und betonte dass Hamas dafür verantwortlich sei und dafür bezahlen werde …

(*Dieses Gedicht radikalisierte tausende junge Juden in Osteuropa und ermöglichte den Zionisten die Schaffung paramilitärischer Einheiten, die eindeutig faschistische Züge hatten — einer ihrer glühendsten Anhänger war Vladimir Jabotinsky, den sogar Ben Gurion als „Vladimir Hitler“ beschimpfte)

palestinian-teenager-police-detention.siDer Erfolg dieser billigen Demagogie ließ nicht lange auf sich warten: Horden von radikalisierten Israelis zogen durch die Straßen von Jerusalem und schrien „Tod den Arabern!“. Auf Facebook tauchten Fotos von Soldaten auf, die mit ihren Waffen posierten und Rache schworen … Das Abfackeln eines jungen Palästinensers (der 16-jährige Muhammed Abu Khudair) bei lebendigem Leib war der vorläufige traurige Höhepunkt dieser Volksverhetzung, zu der dann noch die brutale Verprügelung seines Cousins, (siehe Bild oben) zu Besuch aus den USA, durch die IDF kam. Er wurde von israelischen Soldaten schwer misshandelt (man sieht auf dem Video, wie er von einem festgehalten wird während der andere mit Stiefeln auf seinen Kopf tritt …)

Die extrem rechte  “Jüdische Heimat” Partei erhielt dank dieser inszenierten, kollektiven Lynchhysterie natürlich verstärkten Zulauf und Rufe nach der Auslöschung aller Palästinenser wurden in dieser Atmosphäre salonfähig. Was die zionistischen Rabbis zum Thema grenzenlose Rache von sich gaben, ist nicht druckreif.

Netanyahu, der diese kollektive Hysterie bewusst geschürt hatte, trat dann vor die Kamera und hatte dann auch noch den Nerv – in einer äußerst eklatanten Form von Chuzpe – folgendes zu sagen:

Murder, riots, incitement, vigilantism — they have no place in our democracy. And it is these democratic values that differentiate us from our neighbours and unite us with the United States.”

Das ist wieder eine eindrucksvolle Demonstration des moralischen Absolutismus, den das zionistische Israel in Anspruch nimmt und den Joel Kovel in seinem Buch „Overcoming Zionism“ so treffend analysiert. Nach dieser Ideologie können Juden gar nicht unrecht tun, eben weil sie Juden (also die Auserwählten Gottes) sind.

Anti-Semitismus – auf den Punkt gebracht – heißt: Jemand ist ein schlechter Mensch, weil er Jude ist. Der Zionismus dreht den Spieß um und sagt: Jemand ist automatisch gut (handelt immer moralisch richtig), weil er Jude ist. Kovel betont, dass die eine Sichtweise ebenso falsch ist, wie die andere (die aber nie diskutiert wird).

Die politische Instrumentalisierung des Holocaust mit einer religiös-verbrämten Ideologie der Überlegenheit bzw. des „Auserwähltseins“ (rabbinische Lehre: Juden stehen in der Rangordnung über den Menschen) führt dazu, dass es – selbst bei extremer Grausamkeit gegenüber den Palästinensern – kein Unrechtsbewusstsein gibt.

Alle unmenschlichen Verhaltensweisen, alle Verbrechen werden damit geschönt und moralisch legitimiert dass es sich immer um eine Kombination aus „Selbstverteidigung“ und der Ausübung eines göttlichen Rechts handelt. Fragt man einen so indoktrinierten „Siedler“ im Westjordanland, ob er keine moralischen Skrupel habe, weil die eigentlichen Besitzer des Landes enteignet, entrechtet und vertrieben werden, antwortet er nur: ich tue nur Gottes Wille.

Diejenigen, die weniger mit biblischen Parolen zu beeindrucken sind, klammern sich an den Mythos der Selbstverteidigung und tragen ihn vor sich her wie ein Schutzschild. Solange ich die Aggression auf den politischen Gegner projizieren kann, der mir einfach nur Böses will (weil ich Jude bin), kann die eigene Gewalt als defensiv, notwendig und „edel“ betrachtet werden. Damit das gelingt, wird auch vor systematischer Geschichtsfälschung nicht Halt gemacht. Das haben ja u.a. Historiker wie Ilan Pape u. Avi Shlaim klar demonstriert.

1 NakbaIn diesem Video spricht der Sohn eines berühmten israelischen Generals über seine Erfahrungen in Israel. Er wuchs in Israel auf und hörte alle diese Mythen über das arme, kleine Israel, das sich immer nur gegen die bösen Araber wehren musste, die es von der ersten Stunde an vernichten wollten. Doch eines Tages fand er heraus, dass alles ganz anders war. Die “Verteidigungskriege” waren stets von langer Hand geplant, ebenso wie ethnischen Säuberungen (1947 u. 1948 und in gewisser Weise noch heute …) und der von Anfang an existierende Plan, das ganze Land in Besitz zu nehmen. UN-Teilungsplan, Völkerrecht, etc. hin oder her.

Wenn dazu eine brutale Militärdiktatur (in den besetzten Gebieten) notwendig ist, so what. Wer sich immer im Recht wähnt, wird blind für die Folgen seines Tuns und wenn daraus neue Gewalt entsteht, sieht man das wieder als Bestätigung der eigenen rassistischen Vorurteile an: diese „Araber“ sind einfach primitive Kreaturen, verstehen nur die Sprache der Gewalt, etc. und wieder muss man sich doch nur „verteidigen“ ..

Was “wir” diesen Menschen seit mehr als vier Jahrzehnten angetan haben, ist kein Thema. Nicht unser Handeln ist die Ursache des Problems, sondern deren „Charakter“, deren Religion, deren Fanatismus, usw. Kollektiver Narzissmus gepaart mit biblischem Sendungsbewusstsein und dem moralischen Blankocheck, den man sich aus dem Holocaust konstruiert hat, das kann nur in einer pathologischen Form von aggressiver Selbstgerechtigkeit enden.

Mehr als 1.400 Kinder wurden seit Beginn der Intifada (2000) von Israel getötet. Es mag grotesk sein, die Zahl der toten Kinder auf beiden Seiten gegeneinander aufzurechnen, doch der Vergleich zeigt, wie verlogen die israelische Propaganda ist: zu suggerieren, dass die (vergleichsweise lächerlichen) Raketen aus dem belagerten Gazastreifen für Israel eine ebensolche Bedrohung sind, wie die massive Bombardierung (400 Tonnen Bomben in zwei Tagen) ist einfach absurd.

Außerdem ist das seit Jahren andauernde Wirtschaftsembargo gegen die Menschen in Gaza natürlich auch eine Form von Gewalt, die viele Opfer fordert.

(Bild unten aus dem Bt’selem Report über Gaza : ONE BIG PRISON)

1 One Big Prison BtSelem

 

 

 

 

Fortsetzung folgt …

ANHANG:

humanSchreiben der palästinensischen Eltern zweiter getöteter Jugendlicher (siehe weiter oben) an den Papst, mit der Bitte um Hilfe, damit die isarelischen Täter zur Rechenschaft gezogen werden:

Your Holiness,

We are the parents of the two children, Nadeem Nawara, 17, and Mohammad Abu Daher, 16, who were killed in cold blood by Israeli forces. We appeal to Your Holiness as a religious and spiritual leader to call on international human rights organizations to seek justice in the prosecution of the perpetrators and hold their leaders accountable for the murder of our sons.

Our hearts are torn in anguish for the loss of our sons, whose young lives, dreams, and hopes were cut short by the bullets that struck them. They were murdered with the utmost cruelty and disregard for human life, at a time when our people were recalling the tragedy of the Nakba that befell upon us at the hands of the Israeli occupation.

Your Holiness, we would like you to watch the video that was published by Defense for Children International Palestine, documenting the murder and showing clearly how our children were killed without the blink of an eye.

As part of your moral responsibility as a prestigious religious and social figure, we hope that Your Holiness will interfere to put an end to the crimes committed against our children, women, and elderly.

We attach high hopes to your historic visit to our holy and blessed land, and we hope it will be a good start to exert every possible effort at the international level to end the occupation, so that our children may live in peace and security in the land of love and peace.

Mehr Lesestoff:

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Ukraine (9): Der Altar des Teufels

Das neue Gesicht der Demokratie

Das neue Gesicht der Demokratie

Heute wurde also in der Ukraine „gewählt“. Was für eine ungeheuerliche Farce wird der Welt hier präsentiert.

Im Südosten zieht die eingesetzte „Regierung“ mit gepanzerten Fahrzeugen, Kampfhubschraubern und privaten Söldnern gegen die eigene Bevölkerung zu Felde, weil diese sich weigert einem Putsch-Regime  aus Neo-Liberalen und Neo-Nazis zu gehorchen.

Aber diese massive, militärische Gewalt im Inneren, die sonst immer typisch für „Diktatoren“ ist, die Kritik nicht dulden, heißt jetzt plötzlich „für Ordnung sorgen“.

Washington ist Herr der Definitionen: Wann Gewalt „gut“ ist, bestimmt das Imperium …

In Odessa lag die Wahlbeteiligung bei 12%.

Kann das verwundern, nach dem Massaker am 2. Mai? Was ist an diesem Tag wirklich passiert? Die Tatsache, dass es dazu in inseren Medien ein „blackout“ gibt, kann nur bedeuten, dass hier ein ungeheuerliches Verbrechen vertuscht werden soll.

Nach Angaben der Organisation Oriental Review, die sich auf Informationen eines Insiders, sowie zahlreiche Videos und Zeugenaussagen stützt, gibt es für die dramatischen Ereignisse in Odessa folgende Erklärung:

DIE  PLANER

"Präsident" Turchinov

„Präsident“ Turchinov

Zehn Tage vor dem Massaker traf sich in der Hauptstadt Kiew das „Planungskomitee“ dieses ungeheuerlichen Verbrechens. Dazu gehörten:

    • der interimsmäßige „Präsident“ Alexander Turchinov (ehemaliger SBU-Geheimdienstchef u. Kumpane von Yulia Tymoshenko)

    der Vorsitzende des Nationalen Sicherheits- u. Verteidigungsrates Andriy Parubiy (Mitbegründer der Neo-Nazi Partei Svoboda)

  • der „Innenminister“ Arsenij Avakov (verurteilter Steigbügelhalter für die korrupte Oligarchin Yulia Tymoshenko)
  • der Chef des Geheimdienstes Valentin Nalivaychenkoeh

DIE AKTEURE DES INSZENIERTEN DRAMAS

1 UNA-UNSO

bandera colours with fake st george ribbonDas sind paramilitärische Einheiten, also der „bewaffnete Arm“ (man könnte auch sagen, eine Art „SA“) der Neo-Nazi Parteien, die ihre Hochburg im Westen des Landes, in Galizien haben und den Sicherheitsapparat des Landes kontrollieren; erkennbar sind sie an den roten Armbändern aus Plastik, die ihre Mitglieder bei kriminellen Aktionen tragen; ihre Aufgabe in Odessa bestand darin, Gewalt auf den Straßen zu provozieren und zwar so, dass diese Aggression in den Augen der Öffentlichkeit den „pro-russischenAktivisten zugeschrieben wird.

(Deshalb hat der Mann auf dem Bild unter der linken Schulter auch ein  orange-schwarz gestreiftes Victory-Bändchen angeheftet)

Mit anderen Worten – es sollte so aussehen, als ob die „anti-Maidan“ (AM) Bewegung, (also die Gegner der faschistischen Putsch-Regierung in Kiew, die für regionale Selbstbestimmung eintreten) Auslöser der Gewalt waren und dass man sich gegen solche „Terroristen“ natürlich wehren müsse, die das Land (dargestellt als Agenten Putins) spalten wollen.

Auf dem Kulikovo-Platz spielten sie eine besonders infame Rolle: sie kamen als erste zu den Zelten der Regierungsgegner, die vor dem Gewerkschaftsgebäude seit Wochen friedlich campierten. Dort „warnten“ sie (scheinbar) die Protestbewegung vor den herannahenden Neo-Nazi Horden und aufgehetzten Fußballfans, worauf sich die AM zum Großteil im Gebäude versteckten.

(Was mich auf den Videos immer gewundert hat, dass in dem Moment, wo die aufgehetzten Horden bei den Zelten ankommen und diese anzünden, wenig Vertreter der Protestbewegung zu sehen sind; jetzt wird klar warum – eben weil diese schon im Gewerkschaftshaus Schutz gesucht hatten).

2 DIE „PRO-MAIDAN“ Kämpfer (PM)

Parubiy with Volkov in Odessa 3Also mit nationalistischen Parolen indoktrinierte (und im Straßenkampf trainierte) Leute, die glauben, sie kämpfen für „Demokratie“, aber auch Kriminelle und anderes Gesindel wurden ebenfalls in Odessa als Werkzeug eingesetzt und zwar unter der Führung von Sergei Pashinsky, der so etwas wie die rechte Hand des selektierten Präsidenten ist. Am 29. April ließ sich Andrej Parubiy (links im Bild)  seelenruhig dabei filmen, wie er schusssichere Westen und anderes Material zur „Selbstverteidigung“ an die „Patrioten“ in Odessa verteilte. Der ukrainische Text zu diesem Video wurde von Google-Translator so übersetzt:

Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine überreichte den diensthabenden Freiwilligen an den patriotischen Kontrollpunkten der Zufahrten nach Odessa modernste Schutzausrüstung der fünften Generation.“                                      

(Originaltext: СекретарьСоветанациональнойбезопасностииобороны Украиныподарилдобровольцам, дежурящимнапатриотическихблок-постахнавъездевОдессусовременныебронежилеты 5-гоклассазащиты.)

Parubiy unterhält sich in diesem Clip mit einem sehr dicken Mann in Tarnkleidung. Derselbe Mann ist auch in mehreren Videos zu sehen, die am 2. Mai auf dem Kulikovo-Platz aufgenommen wurden und zeigen, wie er (mit schusssicherer Weste) mehrfach Schüsse auf das Gewerkschaftsgebäude abgibt (man sieht nicht, worauf er genau zielt). Dann sieht und hört man ihn telefonieren bzw. „melden“, dass „diese Leute bewaffnet seien und er schon vier seiner Leute verloren hätte“. Es soll also der Eindruck erweckt werden, dass einige der AM, die im Gebäude eingesperrt waren, sich mit Waffengewalt gewehrt haben, was völlig aus der Luft gegriffen ist.

Mykola VolvovSein Name ist Mykola Volkov. Er ist ein lokaler Krimineller, der mehrfach im Gefängnis gesessen hatte und offensichtlich werden solche Leute als nützlich im Kampf gegen die eigene Bevölkerung angesehen, die sich weigert, die Putschregierung in Kiew zu akzeptieren. Warum Volkov sich bei seinen Schüssen auf angeblich bewaffnete AM-Aktivisten filmen ließ, dürfte mittlerweile klar geworden sein.

Es befanden sich aber vermummte Personen auf dem Dach (mit roten Armbändern), die tatsächlich geschossen haben. Volkov war also offenbar ein Werkzeug auf „need-to-know“ Basis. Um die Illusion der patriotischen „Selbst-Verteidigung“ aufrecht zu erhalten, könnte es natürlich sein, dass er und andere nicht wussten, wer die Schützen auf dem Dach wirklich waren. Nur eine kleine Gruppe „ganz oben“ war über alle Details der geheimen Operation informiert, das ist ja auch bei solchen „covert operations“ üblich ….

3 DER ZIONISTISCHE MAFIA-OLIGARCH

Gesinnungs-T-Shirt ...

Gesinnungs-T-Shirt …

Ihor Kolomoiskiy, wird als Drahtzieher der Operation „Ha’ola“ in Odessa angesehen. Er gehört zu den brutalsten, skrupellosesten und reichsten „Geschäftsleuten“ der Ukraine, der sogar russischen Oligarchen (die ja selbst nicht gerade zimperlich sind) noch schlaflose Nächte bereitet, weil er sie – ohne mit der Wimper zu zucken – betrügt.

Kolomoiskiy hat (ebenso wie der „Schokoladenkönig“ und jetzige Präsidentschaftskandidat Pyotr Poroshenko) einen zweistelligen Millionenbetrag in die Inszenierung der „Fata Maidana“ investiert und davor spendierte er auch eine beträchtliche Summe für die „Orange Revolution“ des Jahres 2004. Er kann es sich leisten, gilt er doch als der drittreichste Mann der Ukraine (geschätztes Vermögen etwa 3-4 Milliarden Dollar)

Der jüdische Oligarch, der sowohl die ukrainische als auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt, wird der ukrainischen Mafia zugeordnet und wurde von der illegitimen Putschregierung in Kiew im März 2014 zum „Gouverneur“ der Region Dnjepropetrovsk ernannt. Er verfügt über eine Privatarmee, also hochbezahlte, bewaffnete Söldner die seinen Befehlen gehorchen und seit seinem Amtsantritt finden auch die Neo-Nazi Schlägertruppen des Pravy Sektors bei ihm neue „Beschäftigungsmöglichkeiten“.

Dazu gehört auch das „Dnjepr-1“Battalion, das in Odessa eingesetzt wurde, mit Zustimmung der Behörden in Kiew. Kolomoiskiy hat auch eine Kopfprämie von zehntausend Dollar ausgesetzt, für jeden „pro-russischen Separatisten“, der ermordet wird.

An den Zufahrtsstraßen nach Odessa wurden Straßensperren errichtet, die von PM-Milizen „gesichert“ waren. Sie standen unter dem Kommando der ranghöchsten Söldner des „Dnjepr 1“ Batallions, das mit den Schocktruppen des Pravy Sektors (aus dem Westen der Ukraine) gemeinsame Sache machte.

Insgesamt waren etwa 1.500 bewaffnete, paramilitärische Kräfte an diesem Tag in Odessa unterwegs, die aus anderen Teilen des Landes gekommen waren.

Wenige Tage nach dem Massaker im Gewerkschaftshaus wurde ein enger Geschäftsfreund Kolomoiskiys, Igor Palitsa zum Gouverneur der Region Odessa ernannt. Man muss schließlich sichergehen, dass bei den „Ermittlungen“ über die Verbrechen des 2. Mais die „richtigen“ Leute an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Kolomoisky gerät immer wieder in die Schlagzeilen, so wurde er von türkischen Behörden festgenommen, weil auf einer seiner Yachten minderjährige Prostituierte als „Unterhaltung“ für die Gäste dienten und selbst bei internationalen Jüdischen Organisationen, in denen es vordergründig um „Gemeinschaft“ gehen soll, reißt der ukrainische Pate die Macht an sich, indem er dafür sorgt, dass er zum Vorsitzenden bestimmt wird.

rabinovitchAuch in der Wahl seiner Freunde ist er nicht zimperlich: zu ihnen gehört z.B. Vadim Rabinowitz, der auf der „No-Fly-List“ der USA steht, weil er in illegalen Waffenhandel verwickelt war. Auch in der Ukraine selbst wurde er verurteilt und 1999 des Landes verwiesen (Vorübergehender Entzug der Staatsbürgerschaft, er hat aber auch einen israelischen Pass).

Was ihn aber nicht daran hindert – oder sollte man nicht besser zynisch sagen – im Gegenteil geradezu befähigt – heute als Präsidentschaftskandidat für die Ukraine in Erscheinung zu treten. Rabinowitch ist ein “Medienzar“ in der Ukraine und besitzt, wie alle Oligarchen, einen eigenen Fußballklub.

Fazit: Die Grenze zwischen Business, Politik und organisiertem Verbrechen in der Ukraine gibt es nicht mehr … egal, wen die Leute „wählen“, die Machtstrukturen werden sich nicht ändern … dazu müsste eine echte Revolution stattfinden.

4 DIE POLIZEI VON ODESSA

dep police chief Dmitry Fuchedze OdessaAls die ersten Videos aus Odessa auftauchten, fiel auf, dass es darunter Aufnahmen gab, in denen ein Polizeioffizier in Uniform sich mit den (scheinbaren) AM-Randalierern, also den Provokateuren mit den roten Armbändern unterhält. Dieser Mann wurde kurz darauf als Dmitry Fuchetsy identifiziert, der stellvertretende Polizeichef von Odessa. Angeblich wurde er bei den Zusammenstößen „verwundet“, wofür es aber keine Beweise gibt.

Er ist seit dem Massaker „verschwunden“ – niemand weiß, wo er sich aufhält. Fuchetsy und sein Vorgesetzter, Petr Lutsyuk waren für die Polizeiaktionen in Odessa verantwortlich und aus den zahlreichen Videos wird klar, dass die Polizei (jedenfalls die oberen Chargen) von den Plänen aus Kiew wusste und dabei mitspielte.

Die gesamte Polizeieinheit von Odessa wurde am 3. Mai „ausgetauscht“, auch der Polizeichef Lutsyuk.

Der 2. Mai wurde ausgesucht, weil an diesem Tag ein Fußballspiel zwischen Odessa und Metall Kharkov stattfand und es deshalb ursprünglich nicht auffiel, dass sich aufgeregte Ansammlungen junger Männer auf den Straßen herumtrieben, darunter auch die „Ultras“, also die Sympathisanten der Neo-Nazis. Außerdem waren viele Leute aus Odessa wegen des Mai-Feiertages nicht in der Stadt.

5 DIE FUSSBALL-FANS

metal kharkovHunderte Anhänger des Fußballvereins “Metall Kharkov“ kamen am 2. Mai auf dem Bahnhof in Odessa an. Die meisten von ihnen waren harmlos und wollten eben nur das Match verfolgen und ihrem Club Unterstützung geben. Doch unter ihnen befanden sich auch etliche Neo-Nazis, die in die geheime Operation eingeweiht waren. Der Verein gibt später eine Pressemeldung heraus, wonach seine Fans nicht an den Ausschreitungen beteiligt waren und zum Zeitpunkt der Eskalation bereits alle Fans auf dem Bahnhof waren bzw. sich im Zug befanden.

DIE  (MEDIEN-)SCHLACHT  BEGINNT

Vor Beginn des Fußballspiels strömten die Mitglieder des „1.Dnjepr-Battallions“ (die Oligarchen-Privatarmee) die Banden des Rechten Sektors und die PM in die Stadt, alle natürlich getarnt als normale Zivilisten. Die Polizei in Odessa hatte an diesem Tag den strikten Befehl erhalten, keine Autos anzuhalten, die Kennzeichen aus Kiew, Lviv oder Dnjepropetrovsk hatten.

Für den Nachmittag war ein Protestmarsch „für eine vereinte Ukraine“ geplant. Dazu versammelte sich die Menge am Sobornaya-Platz in der Stadtmitte. Die „Fußballfans“ wurden von den Provokateuren der Neo-Nazis so aufgehetzt, dass sie grölend durch die Stadt zogen und nationalistische Parolen brüllten. Der Marsch führte ganz bewusst zum Griechischen Platz, wo Barrikaden aufgebaut waren und die Konfrontation mit dem „anderen“ Lager stattfinden sollte.

false pro-russian PS impersonators among their partners in crimeDieses „andere Lager“ war eine Gruppe vermummter Randalierer, die sich (mit angehefteten, orange-schwarz gestreiften „Victory“-Bändern, die ein Symbol für den Sieg der Roten Armee über Hitler sind) aus der Alexandrovsky-Straße kommend, ebenfalls zum griechischen Platz bewegte. Sie verhielten sich extrem aggressiv, grölten obszöne Parolen und taten alles um auf sich aufmerksam zu machen. Diese Spezialeinheit (UN) sollte vortäuschen, dass es sich hier um wildgewordene „pro-russische Separatisten“ handelte. Damit die anderen Verschwörer sie aber als „Freund“ erkennen konnten, trugen sie – wie bereits erwähnt – die roten Bänder auf dem Arm.

Die UN-Provokateure sammelten sich dann in der Nähe eines Einkaufszentrums, wo sie gegen 19:20 Uhr von den „Patrioten“ der UNSA und des Pravy Sektors angegriffen wurden (man hat auf den Videos das Gefühl, das hier z.T. Scheinkämpfe, ähnlich wie ihn Filmen stattfinden). Die Polizei stand dazwischen mit einem lächerlich kleinen Cordon (vielleicht 20 Männer) und wurde mit Steinen, Molotov-Cocktails und Blendgranaten beworfen. Nachdem sie ihre Rolle erfüllt hatten, verschanzten sich die UN-Provokateure im Afina-Shopping Center, wo sie später von der „Polizei“ (den Insidern) abgeholt wurden.

PS thugs with dep police chief(Auch unter den Polizisten befanden sich Kollaborateure – sie trugen ebenfalls die roten Plastikarmbinden. Man sieht in dem Video auch, wie sich der Polizeicordon öffnet und einige Pro-Maidan Kämpfer durchlässt)

Die ukrainischen „Patrioten“, Neo-Nazis und „Verteidiger“ des Maidan bewegten sich nun, vollgepumpt mit Adrenalin, auf den Kulikovo-Platz zu, wo die Regierungsgegner seit Wochen friedlich in Zelten campierten und für regionale Selbstverwaltung, also ein föderatives System eintraten, das sich nicht mehr dem Diktat Kiews (und der Oligarchen dahinter) beugen wollte.

DAS MASSAKER IM GEWERKSCHAFTSHAUS (auf dem Kulikovo Platz)

From Hell Odessa 0205Während also die Aufmerksamkeit der Medien auf die Vorfälle am Griechenplatz gerichtet war (wo die inszenierte Straßenschlacht stattfand), schlichen Mitglieder des Pravy Sektor unbemerkt durch den Hintereingang in das Gewerkschaftsgebäude und versteckten sich im Keller bzw. auf dem Dachboden.

20:00 Einige UN-Provokateure fuhren mit dem Auto zum Kulikovo-Platz und taten so, als ob sie AM-Protestanten vor den marschierenden Neo-Nazis warnen wollten. Sie riefen „Sie werden euch umbringen!“ und lösten damit eine Panikstimmung aus, die die AM-Leute dazu brachte, im Gewerkschaftsgebäude Schutz zu suchen.

Odessa tents on fireEinige davon gingen in den Keller, wo die fanatischen Killer schon auf sie warteten. Sie wurden gefoltert, ermordet und verstümmelt. Andere flohen in die oberen Räume und verbarrikadierten sich, als sie sahen, wie der aufgehetzte Mob die Zelte vor dem Haus anzündete. Die Neo-Nazis stürmten in die Stiegenhäuser und hämmerten an die verschlossenen Türen. Dann kam das Gas: anscheinend wurde Napalm mit Benzin vermischt und daraus ein tödliches Giftgas hergestellt.

Odessa charred bodies on 3rd  floor without fireIn dem Gebäude haben sich unvorstellbare Szenen der Grausamkeit abgespielt. Menschen wurden erdrosselt, erschlagen, Körperteile abgehackt, sie wurden mit Gas vergiftet, in Brand gesteckt, usw. (siehe dazu: Über Leichen Gehen). Einige UN-Mörder haben dann Molotov-Cocktails aus dem Fenster geworfen, damit es so aussieht, als ob die AM-Leute selbst auch solche verwendet haben und das Feuer ein „Unglück“ war.

Während dieses Massakers war keine Polizei auf dem Kulikovo-Platz zu sehen.

Die Feuerwehr kam ebenfalls viel zu spät. Die „Patrioten“ hatten davor auch Feuerwehrfahrzeuge in ihre Gewalt gebracht und die Wasserversorgung des Gewerkschaftsgebäudes wurde sabotiert. Man wollte also sicherstellen, dass der Brand möglichst lange anhält, damit die Leichen bzw. die Todesursache nur mehr schwer zu identifizieren sind.

DER  ALTAR  DES  TEUFELS

Nach Angaben des Informanten wurde die geheime Operation unter dem Titel „Ha’ola“ geführt. Das ist ein Begriff aus dem Hebräischen, der soviel wie „Altar für das Brandopfer“ bedeutet.

Odessa victims only shoulders and heads charredNach dem grausamen Massaker flohen die Mörder durch Seiten- bzw. Hinterausgänge und verließen die Stadt. Erst dann kam die Polizei in das Gebäude. Die offizielle Zahl der Todesopfer – 46 – bezieht sich nur auf Menschen, die sich in den oberen Stockwerken aufhielten. Die Mehrheit der Ermordeten befand sich aber im Keller des Gebäudes, ihre Leichen wurden nach Zeugenaussagen bei Nacht und Nebel weggebracht, um sie später außerhalb von Odessa in einem Massengrab zu verscharren.

Die exakte Zahl der Mordopfer lässt sich nur schwer eruieren, sie dürfte aber zwischen 120 und 300 liegen. Die Einwohner Odessas wundern sich, nach Berichten von Lokalreportern …

  • warum die vom Feuer bedrohten Menschen sich nicht in jene Etagen flüchteten, in denen es gar nicht gebrannt hat
  • warum man niemand „springen“ sah (aber mehrere Personen fallen)
  • warum so viele Leichen nicht identifiziert werden konnten bzw. Menschen seither „verschwunden“ sind …
  • warum die Polizei und die Feuerwehr so spät kamen …

fire victims do not leave blood poolsDie Machthaber in Odessa haben große Teile der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden bereits ausgetauschti. Doch Oleh Makhnitsky, den interimsmäßigen Justizminister hat man offenbar nicht in die geheimen Pläne für Odessa eingeweiht. Er ließ kürzlich in einer Pressemeldung folgendes verlautbaren:

Diese Aktion war nicht nur auf lokaler Ebene geplant, es war eine von langer Hand geplante und eng-koordinierte Operation, an der auch Behördenvertreter teilgenommen haben“.

Tsarev beaten PSSollte er eine ernsthafte Untersuchung der kriminellen Operation in Odessa anstreben, wird man ihn sicherlich in die Schranken weisen. Die Neo-Nazis haben ja sehr effektive Methoden, um Dissidenten wieder auf den „richtigen“ Weg zu bringen, wie viele Oppositionspolitiker und sonstige Kritiker bereits am eigenen Leib erfahren mussten. (Bild: der verprügelte Oleg Tsarev hat seine Kandidatur als Präsident  – wie viele andere -„zurückgezogen“)

Es gibt sehr lange Videos (jeweils mehr als zwei Stunden), die die Ereignisse ziemlich gut wiedergeben, aber da es nicht viele Menschen gibt, die sich die Zeit nehmen, das anzusehen, hier noch ein kurzes, das die oben geschilderten Vorfälle auf den Punkt bringt:

Wir werden nie vergessen, wir werden nie vergeben ….

Das rufen am Anfang trauernde Menschen aus Odessa, doch unsere Medien haben es schon vergessen … sie wollten es gar nicht wissen …

Mass Murder Odessa and  Media Silence in EuropeDie wichtigsten Aussagen in dem Video sind folgende (und decken sich mit den Angaben des Informanten und anderer Zeugenaussagen):

 

  • Es gibt mindestens 116 Tote
  • Die örtliche Polizei gab den Neo-Nazi Gangstern mit den roten Armbinden Anweisungen, es bestand also eine Kooperation zwischen den beiden Gruppen, die ja eigentlich auf zwei verschiedenen Seiten stehen sollten
  • Vermummte Neo-Nazis spielten die Rolle aggressiver Föderalisten (AM), die die Fußball-Ultras zu Angriffen auf die echten AM provozieren sollten (was ja dann auch passierte)
  • Polizisten, die eingeweiht waren, trugen ebenfalls rote Armbinden
  • Der stellvertretende Polizeichef Odessas ist seither untergetaucht
  • KULIKOVO: Junge Mädchen mischen Molotov-Cocktails vor dem Gebäude (mit Begeisterung)
  • Die Zelte werden angezündet, was den Eindruck erweckt, es gäbe ein großes Feuer nahe am Gebäude
  • AM-Anhänger wurden im Gebäude brutal attackiert und ermordet, viele davon angezündet
  • Die PS-Neo-Nazis filmten im Inneren des Gebäudes und deshalb sieht man, dass es in vielen Räumen gar nicht gebrannt hat
  • Man hört einen davon sagen: 1,2,3 … 9 Leichen im oberen Stock, einer lebt noch (05:10 Minuten)
  • Ein Mitglied der Regionalverwaltung sagt aus, viele Leichen hätten zwei Schusswunden im Kopf aufgewiesen
  • Nach dem Brand haben die EM-Verteidiger Twitter-Meldungen verschickt, in denen von einem „Barbecue“ und einer „netten Feuershow“ die Rede ist …

Damit nicht genug, sind die Kommentare einiger Politiker nach der „Tragödie“ bestens dazu geeignet, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen wenn diese Metapher überhaupt noch tragbar ist:

Der Bürgermeister von Odessa, Volodomir Nemirovsky schrieb z.B. auf facebook:

Die Anti-Terror-Operation war rechtmäßig“

Olesya OrobetzOlesya Orobetz, Abgeordnete der (Neo-Nazi) Partei „Svoboda“:

Es ist ein historischer Tag für die Ukraine. Ich bin so froh darüber, dass diese nervenden Separatisten jetzt endlich unschädlich gemacht wurden!“

Svoboda Olesya Orobetz happy about the massacre in Odessa

Hier noch einige Videos:

 

 

 

 

 

Über Leichen Gehen: Odessa und die Medien

Odessa PS marchingSlava Ukraina! (Ruhm der Ukraine), „Tod unseren Feinden!“ und „Stecht die Moskalis* ab!“ (Schimpfwort für alle „Russen“ und Russland-freundliche)  sind die Slogans der indoktrinierten Schlägertruppen, die am 2. Mai 2014 bewaffnet mit Schlagstöcken und Ketten durch die Straßen von Odessa ziehen. Am Abend spielen sich grauenvolle Szenen im Gewerkschaftsgebäude ab …ein Massaker fanatischer Neo-Nazis, die den Geist der UPA wieder auferstehen lassen (mehr dazu weiter unten – was die UPA ist weiß jeder, der meinen Blog „Glorified Bastards“ und die Vorgeschichte gelesen hat …)

WARNUNG – Dieser Beitrag enthält schockierende Bilder von Mordopfern (im zweiten Teil)

Die grauenhaften Ereignisse in Odessa vom 2. Mai 2014 (ein Pogrom) wurden von unseren Fließband-Journalisten bereits abgehakt, ja sie haben gar nichts davon mitbekommen … Ein neuerlicher „Gewaltausbruch“ in der Ukraine, diesmal im Süden des Landes ist ja keine große Sache mehr. Man gewöhnt sich an diese Meldungen von „Zusammenstößen“, lässt sich mit vor-selektiertem Material füttern und muss nur darauf achten, das Wort „pro-russisch“ im Kontext einer aggressiven Gewalt in die Köpfe der Leser bzw. Zuschauer einzuhämmern. (Wenn wir für jede Erwähnung dieses Wortes in den Medien 10 Euro bekommen würden, hätten wir schon eine große Summe zusammen …)

MASSENWARE VOM FLIESSBAND

Fließband News Odessa

Warum ich den Ausdruck „Fließband“ immer wieder verwende, sieht man an diesem Beispiel: Sie schreiben alle das gleiche, wobei „Schreiben“ schon zu viel gesagt ist, denn es handelt sich eher um „Copy & Paste“: Texte, Bilder, Videos alles liefern die drei, vier Presseagenturen und wo die ihr Material herhaben, ist den Medienschafen egal. Alle nehmen das, also machen wir es auch und schließlich ist es viel bequemer und spart Geld.

Jetzt könnte man sagen, das ist zwar bedauerlich aber ist das wirklich so schlimm?

Ja, das ist sehr schlimm und ich kann hoffentlich mit diesem Beitrag demonstrieren, dass diese Art von Papageienjournalismus oder „churnalism“, wie es international heißt, katastrophale Folgen hat:

Menschen werden auf grauenvolle Weise umgebracht, Bürgerkriege und Angriffskriege angezettelt, ganze Gesellschaften zerstört und die Verantwortlichen haben nichts zu befürchten, weil unsere Schafsmedien ihnen dienstbar als verlängerter Propaganda-arm zur Hand gehen.

Heute heißt das „strategic information“ verbreiten (dazwischen hieß es „Management der Wahrnehmung“). Man könnte auch sagen, sie verarschen uns von morgens bis abends und die meisten haben auch selbst keine Ahnung davon, was wirklich auf der Welt los ist.

Vor unseren Augen wird – wieder einmal – ein Land aus geostrategischen Gründen in den Bürgerkrieg getrieben, fanatische Neo-Nazis sitzen in der vom Westen installierten Regierung und schicken ihre Schlägertruppen durchs Land. Doch unsere Pressepapageien haben davon keine Ahnung. Ihnen wurde nur beigebracht „pro-russisch“ so oft wie möglich aufzusagen und reflexartig alles dem bösen Putin in die Schuhe zu schieben.

In diesem Beitrag gehen wir zwei entscheidenden Fragen nach: Was ist in Odessa am 2. Mai 2014 wirklich passiert und hält die Darstellung in den Medien einer kritischen Überprüfung stand? (Antwort: Nein – es ist eine Propaganda-Meldung ……)

ODESSA IN  DEN  MEDIEN

Diese Tagesschau-Meldung ist typisch für hunderte andere Medienberichte zum gleichen Thema:

Feuer nach Kämpfen – Mehr als 30 Tote

In der Ukraine haben sich die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Kiewer Zentralregierung und pro-russischen Separatisten abermals verschärft und auf die Schwarzmeerstadt Odessa ausgeweitet. Dort kam es zu blutigen Unruhen. Bei einem Feuer, das bei Kämpfen zwischen pro-russischen Kräften und ukrainischen Regierungsanhängern in einem Gewerkschaftsgebäude ausgebrochen war, kamen nach jüngsten Angaben der Polizei mindestens 31 Menschen ums Leben. Einige Menschen seien vom Rauch erstickt worden, andere seien aus dem Fenster gesprungen und dadurch gestorben. Das Feuer sei auf „kriminelle Brandstiftung“ zurückzuführen, so die Polizei. Zunächst hatten die Behörden von 38 Toten gesprochen.“

 ZDF Storyline 0205

Auch das ZDF singt über seine „Heute“-Sendung mit im Chor, kein Wunder, da praktisch alle das gleiche Material aus dem „News-feed“ von REUTERS & Co. verwenden und es – inhaltlich konform – nur in „Nuancen“ ändern – ganz so wie es sich Goebbels immer gewünscht hat.

Im ukrainischen Odessa sind nach einem Brand in einem Gewerkschaftshaus mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, Behörden sprachen zunächst von 38 Toten, später war von 31 Opfern die Rede. Einige starben demnach, als sie aus dem brennenden Gebäude sprangen. Andere seien Rauchvergiftungen erlegen ..usw.“

Dazu bringt man dann natürlich ein Foto von einem „brennenden Gebäude“, um die Story vom Feuertod der „pro-russischen Aktivisten“ auch optisch zu verstärken. Was haben die beiden „öffentlich-rechtlichen“ deutschen TV-Sender sonst noch über dieses „Unglück“ zu sagen? Schauen wir uns das mal an:

ARD in den „Tagesthemen“ (2. Mai 2014)

Der Moderator Thomas Roth wiederholt die gleiche stenographische Version der Story von dem „Gewerkschaftsgebäude, das nach Zusammenstößen […] in Flammen aufgegangen war“ und hämmert den Zuschauern, wie seine Kollegen, schön brav die so antrainierte (quasi-automatische) Assoziation von „pro-russisch“ mit Aggression und Gewalt aus Moskau ein.

Dass Dr. Martin Luther King schon 1968 die USA als „größten Exporteur der Gewalt in der Welt“ genannt hat (was natürlich auch heute noch zutrifft und sich anhand historischer Fakten beweisen lässt), davon wissen diese „Journalisten“ natürlich nichts. Stattdessen wird rund um die Uhr, Putin bzw. Russland eine Aggression unterstellt, die es einfach in der realen Welt nicht gibt. Diese absurde Perspektive kann man nur mehr als „pro-amerikanische“ Halluzinationen bezeichnen, aber Washingtons Motive werden nie in Frage gestellt, nur die jener Staaten, die sich nicht als Vasallen einspannen lassen.

Dann folgt ein Videoclip, der in einer Minute und 20 Sekunden die Ereignisse in Odessa schildern soll (der Rest ist zu 95% Bildmaterial der ukrainischen Putsch-Regierung über die Niederschlagung der „Terroristen“ im Osten) und von Frau Atai mit ein paar Sätzen kommentiert wird. Schließlich wendet sich Roth an die „Auslands-Korrespondentin“ in der Ukraine:

Roth: Golineh Atai, …. Was wissen Sie über die näheren Umstände dieser furchtbaren … äh…äh Anzahl von Opfern?

Die Polizei spricht mittlerweile von über 40 Toten und weit über 100 Verletzten, das hat angefangen mit einer riesigen pro-ukrainischen Demo, es sollen sich über 1500 Anhänger dort zusammengefunden haben, pro-russische …. Aktivisten sind mit Bussen weitgehend in die Stadt gekommen und haben mit Waffen, Schlagstöcken, mit Molotov-Cocktails die Menge angegriffen, in dieser pro-ukrainischen Menge sollen sich auch viele gewaltbereite Fußballfans befunden haben, die sollen die pro-russischen Demonstranten eingekesselt haben, sie in die Enge getrieben haben, in das Gewerkschaftshaus ….sie sollen das Gebäude mit Molotococktails beworfen haben …. Alleine 30 seien dort qualvoll erstickt … acht haben sich aus dem Fenster gestürzt … Polizei hat sich weitgehend hilflos verhalten … am Ende ist es ihr gelungen, einige der pro-russischen Demonstranten in Sicherheit zu bringen

(Video bis 1:20; der Rest behandelt die „Geiselnahme“ der „Militärbeobachter“, die vorher immer „OSZE-Beobachter“ hießen, obwohl sie nie solche waren – siehe den letzten Beitrag).

Die „tagesthemen“ Redaktion verwendet also ganze 80 Sekunden, um den Zuschauern zu erklären, was in Odessa passiert ist.

Frau Atai „weiß“ tatsächlich aber gar nichts darüber, warum und auf welche Weise die Menschen im Gewerkschaftsgebäude gestorben sind. Da sie in Donetsk und nicht in Odessa ist, kann sie eigentlich auch nichts „berichten“, was man von einem „Reporter“ aber erwarten darf. (Dass Bildmaterial aus Odessa gezeigt wird, bedeutet nicht, dass es vom ZDF selbst gedreht wurde; Journalisten werden heute mit solchen „Press-Kits“ versorgt um eine homogene Medienlandschaft sicherzustellen)

„OFFICIALS SAY“ – DER  JOURNALIST  ALS  HOFBERICHT-ERSTATTER

churno 3Stattdessen wiederholt sie schön brav das, was die Polizei in Odessa in Absprache mit dem Innenministerium bekanntgegeben hat. Sie schildert keine tatsächlichen Vorgänge, die auf eigener Beobachtung, Interviews mit Augenzeugen beruhen oder Schlussfolgerungen aus Background-Recherche sind, sondern fungiert als Propagandaarm der ukrainischen Sicherheitsbehörden, die seit dem Sturz der gewählten Regierung von Neo-Nazis kontrolliert werden (Mehr dazu später).

Dementsprechend heißt es dann auch „die Polizei spricht von“ und immer wieder „es soll“ dies oder jenes passiert sein (nur bei den pro-russischen … lässt sie es weg). Im Grunde werden also Gerüchte verbreitet, die die Perspektive der „pro-amerikanischen“ Machthaber in Kiew widerspiegelt.

Damit nicht genug, benutzt sie (auch) ständig die polarisierenden Adjektive „pro-ukrainisch“ (PU) und „pro-russisch“ (PR) um die zwei Bevölkerungsgruppen zu beschreiben, die jetzt gegeneinander gehetzt werden. Damit wird dem Zuschauer immer wieder suggeriert, dass jemand der „pro-russisch“ ist, automatisch „anti-ukrainisch“ sein muss und umgekehrt. Die PU-Fraktion wird also als patriotisch dargestellt, die ein demokratisches, vereintes Land mit EU-Anschluss will, während die PR-Leute ein von Russland gesteuerter Separatistenverein ist, der das Land spalten will und jetzt auch noch gewalttätig wurde.

Diese Suggestion ist aber – gelinde gesagt – sehr irreführend und die beiden politischen Etiketten (pro-dies und pro-das) sind absolut ungeeignet dafür, den Zuschauern zu erklären, was diese beiden Gruppen wirklich wollen – aber gerade das ist ja Absicht. Die „Nachrichten“, die man uns täglich vorsetzt haben Kindergartenniveau und man ist doch immer wieder überrascht, dass diese „Journalisten“ es schaffen, von einem ohnehin schon niedrigen Niveau auch noch tiefer zu fallen.

Damit kommen wir zum

ZDF „heute-Journal“ vom 2. Mai 2014

Hier wird dem Zuschauer statt Hintergrundinformation und politischem Kontext rührseliges „Herzkino“ samt einem Pot-Pourri aus Zensur und Propaganda geboten: Das Video beginnt mit Bildern von Odessa, in denen Menschen Blumen vor dem Gewerkschaftsgebäude niederlegen, in dem laut Presse rund 40 Personen dem „Feuer“ zum Opfer fielen. (Dagegen ist nichts zu sagen) Doch dann kommt das „Voice-over“ von Frau Eigendorf:

Selbst in Momenten der Trauer regiert der Hass und die Verblendung“ – dieser (bescheuerte) Satz wird als diffamierender Kontext für die folgende Aussage einer alten Dame gewählt, die weinend vor der Kamera steht und ihren Emotionen freien Lauf lässt:

Diese Schweine und Faschisten, sie müssen ausgelöscht werden, diese Faschisten.(Banderas)

Was die alte Frau damit gemeint hat und ob sie triftige Gründe dafür hat, so zu sprechen bleibt den Zuschauern verborgen. Erstens, weil uns vorenthalten wird, was sie sonst noch gesagt hat (der Kontext also fehlt) und zweitens sorgt die von Katrin Eigendorf gewählte Einleitung dafür, dass dieser Satz als Ausdruck von Irrationalität (in Form von „Hass und Verblendung“) interpretiert werden soll.

Das ist eine bewusste Manipulation, die mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun hat. Wenn Frau Eigendorf (oder die ZDF-Redaktion) sich die Mühe gemacht hätten, nachzuforschen, wüssten Sie, dass Ausdrücke wie „Schweine“ und „Faschisten“ für die Neo-Nazis des Pravy Sektors und ihre Ideologen mehr als angebracht sind. (Ich komme darauf noch zurück) .

SCHON  VERGESSEN?  HITLER  ZERSTÖRT  DIE  DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTEN

2 Mai 1933Am 2. Mai 1933 haben tausende SA und SS-Männer mit der Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften begonnen, ist das diesen „Journalisten“ eigentlich klar? Hunderte Gewerkschaftsmitglieder wurden „als Schutzhäftlinge“ ins KZ gebracht.

Da ich die historischen Wurzeln der ukrainischen Neo-Nazis kenne, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass die Stürmung eines Gewerkschaftsgebäudes in Odessa an diesem Jahrestag ein Zufall war. In der Ukraine werden Gewerkschaften aufgrund der Geschichte natürlich mit dem Sowjet-Kommunismus in Verbindung gebracht und die Neo-Nazis wurden extrem indoktriniert, alles Kommunistische (= Russische) zu hassen und als „Bedrohung“ aufzufassen, gegen die man sich „wehren“ müsse.

Genau so wurden die Mitglieder der OUN-UPA vor 70 Jahren zu hasserfüllten Fanatikern gemacht, wobei ein primitives „Trio Infernal“ als Feind konstruiert wurde: russisch-jüdisch-bolschewistisch. Dieselben Mechanismen also, die auch die NSDAP benutzt hat …)

Dass deutsche Journalisten über diese wichtigen, historischen Zusammenhänge schweigen, ist ein ungeheuerlicher Skandal.

Dann folgen Bilder von Klitschko und Präsidentschaftskandidat Poroschenko wieder mit Blumengaben. Klitschkos sentimentale Platitüden

Es ist eine Tragödie, was passiert. Jeder einzelne Tod ist eine Tragödie für die Menschen, die in dieser Stadt leben.“

(das ganze ist offensichtlich ein billiger PR-Event) werden von Frau Eigendorf aber mit einem ganz anderen Rahmen versehen: Er sei „sichtlich erschüttert“ (tatsächlich verzieht der Mann keine Miene).

Dann wieder die Stimme von Eigendorf:

Odessa, Slavyansk, Lugansk, Kramatorsk, jeden Tag werden es mehr Städte, in denen pro-russische Separatisten und pro-ukrainische Aktivisten aufeinanderprallen. Unaufhaltsam zieht sich die Spur der Verwüstung durchs Land, das in vielen Teilen längst von Kämpfern und nicht mehr von Politikern regiert wird. Slavyansk wird weiterhin von pro-russischen Kämpfern kontrolliert … ein Teil der Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken und der selbst-ernannte Bürgermeister gibt westlichen Journalisten Interviews über seine Pläne, das Land zu regieren. … In Andrejewka haben die Bewohner die Truppen vertrieben, die für Ordnung sorgen sollen. Hier ist das Militär der Feind. Pro-russische Rebellen kontrollieren wichtige Straßen, Ausweise … für eine echte Befriedung fehlt Kiew die Kraft.“ (Video: 2 min)

DOUBLE-THINK IN ACTION

doublethinkAn diesem Beispiel sehen wir, dass der moderne Journalist mühelos eine argumentative Drehung um 180 Grad hinlegt, wenn es darum geht, politisch nicht anzuecken und der Karriere nicht zu schaden.

Dass die jetzige „Regierung“ auch durch gewaltsame Besetzung von Regierungsgebäuden, Attacken auf Polizisten samt taktisch eingesetzten Nazi-Schlägertruppen an die Macht kam und Kiew deshalb „längst von Kämpfern und nicht mehr Politikern regiert wurde“, ist eine Überforderung des Denkvermögens einer Journalistin, die heute den Einsatz des Militärs – einer Putschregierunggegen die eigene Bevölkerung als „für Ordnung sorgen“ bezeichnet, während Janukowitsch, der ja als gewählter Präsident auch für Ordnung sorgen musste, von allen Seiten bedrängt wurde, keine Gewalt gegen die Protestbewegung einzusetzen und das bisschen, was er tat, sofort in den Medien als Beweis für seine autoritäre Gesinnung verdammt wurde. (Dann folgte natürlich die inszenierte Sniper-Attacke, die einfach seiner Regierung in die Schuhe geschoben wurde, bis heute ohne Beweise, aber sehr effektiv als „psy-op“ zur Beeinflussung des Zielpublikums)

Was gestern für medial aufbereitete Mega-Empörung sorgte, ist heute der legitime Versuch einer Regierung, „Terroristen“ (gleichgesetzt mit Separatisten, gleichgesetzt mit ungehorsamen Regierungskritikern) zu bekämpfen, auch wenn dazu Panzerfahrzeuge, Kampfhubschrauber und private Söldner eingesetzt werden. (Letztere sind „notwendig“, weil sich immer mehr Polizisten bzw. Militärangehörige weigern, gegen die eigenen Landsleute mit Gewalt vorzugehen.)

THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY

Doch die Kehrtwendung in der Darstellung von Regierungsgewalt von „böse“ zu „gut“ ist natürlich kein Zufall, sondern Ausdruck der Tatsache, dass der dominante „narrative“ der Medien von Kommunikationsstrategen aus Washington, Berlin, etc. gesteuert wird und das ZDF (wie auch die ARD und der ORF und den Printmedien) ein verlässlicher Transporteur dieser Propaganda ist. Das lässt sich ganz leicht beweisen, indem man die Äußerungen Obamas (oder Kerrys) mit dem vergleicht, was unsere Papageien-Presse von sich gibt.

„“We are united in our determination to impose costs on Russia for its actions, including through coordinated sanctions….And as Ukrainian forces move to restore order in eastern Ukraine, it is obvious to the world that these Russian-backed groups are not peaceful protesters. They are heavily armed militants who are receiving significant support from Russia. The Ukrainian government has the right and responsibility to uphold law and order within its territory, and Russia needs to use its influence over these paramilitary groups so they disarm and stop provoking violence […].”

(Pressekonferenz des US-Präsidenten im Rosengarten des Weißen Hauses mit Angela Merkel vom 2. Mai 2014; Text im 10. Absatz) – (Er nennt sie tatsächlich „Angela“ … mir wird übel …)

Wir sehen also, woher der jeweilige Tenor unserer „Nachrichten kommt. Von „unabhängiger“ Berichterstattung kann keine Rede sein, von „Pressefreiheit“ auch nicht, weil die (im Jargon de jour „pro-amerikanische“) Zensur schon im Kopf stattfindet und nur selektierte „Nachrichten“ verbreitet werden.

Solange die Existenz und Verbrechen der ukrainischen Neo-Nazis in den Medien zensuriert werden (durch Schweigen darüber), kann kein Zuschauer verstehen, dass die Angst der Ukrainer vor einer solchen „Regierung“ enorm ist und sie sich natürlich dagegen wehren. (Über die wirtschaftlichen Hintergründe habe ich ja bereits geschrieben – siehe Cruelty in Numbers)

Dass dabei auch Russland um Hilfe gebeten wird, heißt nicht, dass jeder, der gegen die Nazi-Regierung ist, zu Russland gehören will. Das ist doch Blödsinn. Wie sehr die Fans von Bandera alles Russische hassen, hat Frau Eigendorf noch gar nicht mitbekommen. Hier könnte sie die „Macht des Irrationalen“ mal live miterleben, wenn die fanatischen Mobs nachts mit Fackelzügen Kriegsverbrechern huldigen und die Waffen-SS anhimmeln.

Frau Eigendorf hat uns mit ihrem dummen, voreingenommenen Gefasel aber noch nicht genug geärgert, denn sie führt auch noch ein online „Ukraine-Tagebuch“, das etwa auf dem intellektuellen Niveau von Rosamunde Pilcher anzusiedeln ist.

Unter dem unheilschwangeren Titel „Die Macht des Irrationalen wächst“ erfahren wir (wieder nichts über die Hintergründe in Odessa oder sonstwo, aber ) dass die „pro-russischen“ Elemente eine „schwer durchschaubare Ansammlung von Ideologen, Kriminellen und Waffennarren“ sind, von denen einige furchterregend mit ihren Kalaschnikows herumfuchteln“.

Ausgerüstet mit diesen Informationen können wir jetzt die „Meldungen“ besser verstehen … oder doch nicht? Dass für Frau Eigendorf die Situation „schwer durchschaubar“ ist, können wir leicht erkennen (sie hat offenbar keine Ahnung, welche Kräfte in der Ukraine wirklich die Fäden ziehen), aber warum schreibt sie dann ein „Tagebuch“, das so nützlich ist, wie ein Fußpilz? Die Banalität ist schwer zu ertragen und wenn dann endlich mal ein wichtiger Satz kommt „die Realität ist vielschichtiger, komplizierter und schmerzhafter“ (als die primitive Gegenüberstellung von pro-dies und pro-das) wird er sofort wieder von der Voreingenommenheit der Autorin und einer neuen banalen Floskel erschlagen:

„Denn auf der einen Seite stehen die selbsternannten Führer und Ideologen, ihnen gegenüber eine weitgehend unfähige und uneinige Regierung in Kiew. Dazwischen stehen die Menschen, die in ihrer Wut und Hoffnung mitten in unsere Herzen zielen, egal auf welcher Seite sie stehen.“

oleh-tyahnybok-1Frau Eigendorf, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass die „selbsternannten Führer und Ideologen“, die das Land durch Fanatismus und Ethnozentrismus spalten, in Kiew und Lviv (Lemberg) sitzen und nicht in Donetsk, Slavyansk oder einer anderen Stadt im Industriegebiet des Ostens. Aber statt das Parteiprogramm von Svoboda & Co zu lesen und die Geschichte der fanatischen UON-UPA zu studieren, (deren Anführer von den „pro-ukrainischen“ Nazi-Aktivisten wie mystische Helden verehrt werden), verbringen Sie ihre Zeit damit, die Propaganda des State Departments zu wiederholen und mit sentimentalen Worthülsen zu dekorieren..

Dann folgt wieder das obligate Putin-Bashing. „Dass dieser Konflikt angeheizt wird durch russische Propaganda, die Hass sät, der irgendwann kaum noch einzufangen sein wird, macht nicht optimistisch.“

Eine Behauptung, die ständig wiederholt wird, ist effektives Brainwashing, aber kein Faktum. Präsentieren Sie uns doch mal Beweise für die „russische Propaganda, die Hass sät“ und schauen Sie mal in das Nationalarchiv in Washington. Dort können Sie aus CIA-Dokumenten lernen, wie „Propaganda, die Hass sät“ wirklich gemacht wird.

WAS IST IN ODESSA WIRKLICH PASSIERT?

Dass es in Odessa am 2. Mai zu „Zusammenstößen“ zwischen Kritikern der Putsch-Regierung und fanatischen „Ultra-Nationalisten“ (sprich: Neo-Nazis) gekommen ist, ist richtig. Doch schon hier ist – wie bereits oben ausgeführt – die Wortwahl entscheidend und pro-dies und pro-das sind Verdummungsetiketten, die abzulehnen sind. Man kann Abkürzungen benutzen, aber nur wenn vorher klargestellt wird, was damit gemeint ist. Ich benutze von nun an

  • AM für „Anti-Maidan“ (findet man oft in den ukrainischen Medien) was für die Regierungskritiker steht, die keine Neo-Nazis im Kabinett wollen, auch keine Oligarchen-Marktherrschaft, sondern eine Änderung der wirtschaftlichen Machtstrukturen im Land; die wirtschaftliche Kooperation mit Russland soll beibehalten werden; für diese Menschen darf Russisch zu sprechen oder sich positiv über Russland zu äußern nicht zu einem Stigma werden, aus dem sich pogromartige Gewalt entwickelt (wie wir sie ja bereits sehen)
  • PS für „Pravy Sektor“: eine Vereinigung faschistischer Gruppierungen, deren fanatische Schlägertruppen im Land Angst und Schrecken verbreiten und von Teilen der Putsch-Regierung als Instrument des Terrors benutzt werden. Sie enthalten paramilitärische Elemente, die man durchaus mit der SA und der SS vergleichen kann (UNA-UNSO). Nach dem Besuch von CIA-Direktor Brennan darf man davon ausgehen, dass diese Kräfte jetzt carte blanche für „Operationen“ haben, die extreme Gewalt und Hinterlist einsetzt. Deren Opfer werden dann selbstverständlich auch der „russischen Aggression“ in die Schuhe geschoben, gegen die man sich „verteidigen“ muss.

Natürlich sind nicht alle Personen, die bei solchen Krawallen mitlaufen Neo-Nazis oder Schläger. Viele sind einfach frustrierte Jugendliche, Arbeitslose, ausgegrenzte Fußball-Hooligans, manche auch Klein-Kriminelle, die nicht selten dafür bezahlt werden, dass sie bei den Krawallen mitmachen („rent-a-mob“ das macht die CIA schon seit dem Sturz von Mossadegh im Iran 1953 …) Aber die Leute des PS sind die Anführer und Provokateure der Gewaltexzesse, deshalb verwende ich dieses Kürzel.

SICHERHEIT und „VERTEIDIGUNG“ IN DER UKRAINE: WER IST DAFÜR ZUSTÄNDIG?

Banderas heirs Ukraine 2014Um die Rolle der Neo-Nazis in diesem intriganten Spiel verstehen zu können, muss man wissen, dass die Kontrolle über die Sicherheitskräfte seit dem „Euro-Maidan“ Putsch in den Händen der Neo-Nazi Führungsfiguren liegt, die bei der Eskalation der Gewalt auf dem „Euromaidan“, (gemeinsam mit Julia Timoshenko im Hintergrund) eine entscheidende Rolle spielten. Dieser „Rechte Sektor“ hat vor kurzembeschlossen, sich als politische Partei registrieren zu lassen und ihren „Führer“ Dmitry Yarosh als Präsidentschaftskandidat aufzustellen.

Yarosh with bandera colorsYarosh rief Mitte April in einem Video zu einer Art totalen Mobilmachung seiner Nazi-Truppe auf um dafür vorbereitet zu sein „entscheidende Schritte zur Verteidigung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine zu unternehmen“. (Was das bedeutet, sehen wir ja in Odessa die Farben Rot und Schwarz stehen für die OUN-UPA bzw. die „Blut & Boden“ Ideologie der Nazis)

Damit nicht genug, forderte er dazu auf, nicht nur keinen Widerstand gegen den Rechten Sektor (RS) zu leisten sondern (ihm) dabei zu helfen, für „Recht und Ordnung im Land“ zu sorgen. Diese Neo-Nazi Mobs mit paramilitärischer Ausbildung verstehen aber unter „Ordnung“ etwas ganz anderes als unsere Polizeiorgane. Sie wollen eine Ukraine, die ethnisch „rein“ ist, also werden Minderheiten und eingebildete „Feinde“ zur Zielscheibe des Hasses, aber vor allem alles Russische muss als „Vergiftung des Volkskörpers“ eliminiert werden.

Die Sicherheitsbehörden des Landes stehen nach dem Sturz der gewählten Regierung also unter „einschlägiger“ Kontrolle:

  • Andriy Parubiy(Андрій Парубій) ist Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Рада національної безпеки іоборони України,Abkürzung: RNBOU) dem sowohl das Verteidigungsministerium als auch das Militär untersteht. Er gründete gemeinsam mit Oleh Tyahnybok die “Sozial-Nationale (Nazi) Partei der Ukraine“, die später in Svoboda (Свобода = „Freiheit“) umbenannt wurde.
  • Dmytro Yarosh (ДмитроЯрош) ist sein Stellvertreter im RNBOU und Anführer der Neo-Nazi Koalition aus dem „Rechten Sektor“ und dem „Stefan Bandera Dreizack“. (Bandera – siehe Ukraine (6) Er kämpfte Seite an Seite mit tschetschenischen Islamisten gegen russische SoldYarosh plays victim of policeaten. Es war Yarosh, der in dem „Skandalvideo“ den nackten Demonstranten spielte, der – in Winterkälte – von der bösen Polizei misshandelt wurde. Die Rolle des Polizisten spielte Andrej Dubovik, (pro-Timoshenko) wie ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt wurde. Yarosh ist „Oberkommandeur“ der neu geschaffenen „Nationalgarde“, in die die illegalen Nazi-Truppen jetzt integriert werden.
  • Ihor Tenyukh (ИгорьТенюх) Verteidigungsminister und Mitglied von Svoboda; Absolvierte das US Defense Language Institute (1994) und wurde anschließend Dozent an der Nationalen Militärakademie der Ukraine. Befürwortet einen NATO-Beitritt der Ukraine. Von 2006 bis 2010 war er Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine (wurde vor kurzem „zurückgetreten“, weil er die Integration der Neo-Nazis in die Streitkräfte ablehnte).
  • Oleh Makhnitsky(ОлегМахницкий), Justizminister, Mitglied der „ultra-nationalistischen“ Svoboda-Partei
  • Arsen Avakov, Innenminister, seit 2010 Mitglied und Organisator der “Vaterlandspartei” der (verurteilten) Oligarchin Julia Timoschenko; er wurde im Jänner 2012 wegen illegalem Landverkaufs angeklagt, setzte sich ab und kam im März 2012 auf die Interpol-Fahndungsliste. In Italien wurde er dann festgenommen und unter „Hausarrest“ gestellt. Im Oktober 2012 wurde er ins Parlament gewählt (von wem?) und kam im Dezember zurück ins Land, nachdem der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben wurde. (Beziehungen muss man haben …)

Man muss diese Informationen im Kopf haben, um die „Meldungen“ dieser Sicherheitsbehörden über das Massaker in Odessa einordnen zu können, die von unseren Medien einfach übernommen wurden.

WAS PASSIERTE AM 2. MAI?

Nach offizieller Darstellung kam es am Nachmittag bzw. Abend des 2. Mai zwischen den AM und den PS zu Zusammenstößen, wobei auch ein Fußballspiel zwischen „Metalist“ Kharkov und Odessa eine Rolle spielte.

Zahlreiche Meldungen wurden lanciert, wonach sich die beiden Lager (etwa ab 15 Uhr) Straßenschlachten geliefert hätten. Es gibt aber kein einziges Video, wo das zu sehen ist. Das Problem ist natürlich, das Kämpfe zwischen (großteils) Vermummten schwer zu analysieren sind (deren wahre Identität oder Gruppenzugehörigkeit kann nicht eruiert werden). Die PS sind leicht akustisch zu erkennen, da sie immer „Slava Ukraina!“ und andere (nicht druckreife) Slogans brüllen und von einem Einpeitscher begleitet werden.

Dagegen gibt es mehrere Videos, auf denen man sieht, wie ein minimaler Polizeicordon, der die Straße zu einem Shopping Center blockiert, wo die angeblichen „pro-russischen“ Randalierer sich befinden, vom PS mit Rauchbomben und Steinen beworfen wird. Man sieht darin auch, wie sich der Cordon öffnet und einige Vermummte durchlässt.

AM tents peaceful before attackFakt ist, dass die AM-Aktivisten (die mehr Autonomie und ein föderales System wollen – nicht eine russische Annexion) seit einigen Wochen in Zelten „friedlich“ vor dem Gewerkschaftsgebäude in Odessa campiert haben, das zu einer Art Zentrale der Bewegung wurde. (Ähnlich wie die „occupy“-Bewegung in den USA.) Nach Berichten lokaler Reporter hat sich dann folgendes ereignet:

Gegen 19.30 Uhr ziehen die Neo-Nazis des PS grölend durch die Straßen in Richtung Kulikowoplatz (wo die Zelte stehen). Auf dem Weg dorthin zerschlagen sie alle “citylights” (beleuchtete Reklame), die Wahlkampfplakate von Mikhail Dobkin enthalten.

Gegen 19:45 Uhr erreichen sie den Platz vor dem Gewerkschaftsgebäude und fallen über das „linke“ Protestcamp her. Es kommt zu Kämpfen mit Stöcken, Baseball-Schlägern, ja sogar Äxte werden gesehen, aber auch Schüsse sind zu hören. Die Zelte werden von den PS angezündet. Die noch gehfähigen AM flüchten dann in das Gewerkschaftsgebäude.

Lokale Reporter berichten, dass sich zu diesem Zeitpunkt KEINE POLIZEI auf dem Kulikovo-Platz befindet (obwohl es nach offizieller Version des Innenministers schon seit Stunden Zusammenstöße der beiden Gruppen im Stadtinneren gibt).

Drei von vier Polizeichefs der Region Odessa befinden sich – zufällig – außer Landes.

Die PS bewarfen das Haus nur an der Vorderseite an zwei Stellen mit Molotov-Cocktails, worauf im Erdgeschoß und im zweiten Stock ein Feuer ausbrach. Der Rauch breitete sich zwar nach oben aus, aber gebrannt hat es dort nicht. (Man sieht das an Fotos und Videos, die im Inneren danach aufgenommen wurden: im Gebäude liegt ein Parkettboden, viele Möbel aus Holz sind zu sehen, Teppiche, die keine Brandspuren aufweisen – mehr dazu weiter unten)

Auf Twitter wurden von den Tätern Meldungen verschickt, die Übelkeit verursachen:

Der grausame Tod der politisch Andersdenkenden und Gegner der Putsch-Regierung in Kiew wurde dann auch noch via „social media“ zynisch gefeiert: „Die Kartoffelkäfer werden gerade in Odessa geröstet*“.

(Caveat: Diese Meldung könnte aber absichtlich verbreitet worden sein, damit die Story vom Verbrennungstod mehr Gewicht bekommt)

*Die Streifen und die Farben der Käfer werden mit dem Orden des Heiligen Georg (Symbol für den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland) in Verbindung gebracht, um die „anti-ukrainischen“ (gegen Svoboda & Co. und somit als „pro-russisch“ abqualifizierten) Ukrainer zu demütigen und sie als „Freiwild“ für Pogrome darzustellen.

Nach manchen Berichten fielen die Neo-Nazis („wie ein Wolfsrudel“) auch noch über jene her, die aus dem Gebäude „gesprungen“ waren und überlebt hatten: sie wurden zu Tode geprügelt. Bei genauerer Betrachtung der Videos fällt auf, dass mehrere Leute aus Stockwerken „sprangen“, in denen es gar nicht brannte. Das Gebäude ging keinesfalls „in Flammen auf“, wie manche Medienberichte und Bilder suggerieren. Es brannte nur in bestimmten Räumen in zwei Etagen.

DAS HORROR-KABINETT IM GEWERKSCHAFTSHAUS

Als das Feuer gelöscht war, gingen die PS in das Gebäude und filmten die grauenvoll aussehenden Leichen.

Die meisten Türen waren versperrt und mussten aufgebrochen werden.

doused with gasoline partly burnedFotos der Opfer widerlegen aber die offizielle Version, wonach die AM entweder verbrannt oder erstickt sind. Man sieht, dass nur bestimmte Körperteile verbrannt sind (z.B. nur Kopf und Oberkörper), der Rest (inklusive Kleidung) ist völlig unversehrt. Viele der Opfer haben nur im Gesicht und an den Händen Verbrennungen (Säure? Napalm?). Diese Bilder legen nahe, dass die Opfer in Eile mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und dann angezündet wurden.

Einige haben Schusswunden, andere wurden erdrosselt. Wie schon erwähnt, sieht man in den Videos, dass ein Großteil der Büroräume keinerlei Brandspuren aufweist (Holzmöbel, Teppich, etc. alles intakt). Einige Leichen wurden bewegt, man sieht Schleifspuren auf dem Boden (ein weißlicher Belag, vermutlich von Feuerlöschern?). Der größte Horror ist das Foto einer hochschwangeren Frau, die anscheinend von hinten mit einem Elektrokabel erdrosselt wurde und dann auf dem Schreibtisch hängend, liegengelassen wurde.

Das Gesamtbild, das sich aus den Videos, Zeugenaussagen, Internet-Informationen aus Odessa und lokalen Reportagen (wie vesti.ua) ergibt sieht nach meinen Recherchen (mit Dank an VT) so aus:

fire victims do not leave blood poolsDiese Menschen sind keinesfalls durch einen Brand umgekommen. (Feueropfer hinterlassen keine Blutlachen …)

Während die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf die (wenigen) brennenden Räume gelenkt wurde, zog einer fanatische, indoktrinierte Killerbande durch das Haus und ermordete kaltblütig die politischen Gegner, die als „Bedrohung“ der nationalen Identität wahrgenommen werden.

Diese organisierte Grausamkeit in Kombination mit dem historischen Datum des 2. Mai (1933) ist für mich ein klarer Hinweis darauf, dass die legendäre „UPA“ wieder auferstanden ist.

Man hat es wieder einmal geschafft, ein „indigenes Monster“ für politische Zwecke zu züchten

Dass die damaligen „Monster“, wie Mykola Lebed, (unter dessen Führung 1943-1944 zig-tausende Polen und Juden abgeschlachtet wurde) von den USA mit offenen Armen als „Kriegsflüchtlinge“ aufgenommen und für „spezielle Operationen“ eingesetzt wurden, habe ich ja bereits erläutert – siehe Ukraine (5): Glorified Bastards.

Auf der amerikanischen Seite “Veterans-Today“ – LINK-WARNUNG! SCHOCKIERENE BILDER! – habe ich dann zum ersten Mal die grauenhaften Fotos der Opfer aus Odessa gesehen. Dort findet man auch das Video einer Frau, die sich aus dem Gewerkschaftsgebäude retten konnte und ihre Erlebnisse darin schildert:

Sie hat sich mit drei anderen Frauen und etwa 12 Männern in einem Raum aufgehalten. Zwei Männer, die bereits erstickt waren, lagen im Raum nebenan. Man wollte noch Erste Hilfe leisten, aber sie waren schon tot. Sie hatten alle Angst, dass die Neo-Nazi Hooligans zu ihnen vordringen könnten und verbarrikadierten die Tür mit Büroschränken. Damit konnten Sie etwa 15 Minuten lang die „Stellung halten“. Während dieser Zeit hörten sie Schüsse auf dem Gang. Dann hämmerte jemand gegen die Tür und flehte sie an, ihn hereinzulassen. Er sei auch ein AM Aktivist.

Nach kurzem Zögern öffnete eine der Frauen die Tür eine kleinen Spalt, um zu sehen, was los war. Dann begannen die (sehr jungen) Hooligans sofort durch den Spalt zu schießen (es war also ein Trick gewesen – man hatte auf ihre Hilfsbereitschaft spekuliert).  Die Frau im Video sah einen der Banditen an: er trug eine schwarze Maske und rief lachend „Ich habe einen Coloradin umgebracht!“ (der Name kommt von Coloradokäfer, wie die Kartoffelkäfer in den USA heißen und wird als Schimpfwort für die „pro-russischen“ AM benutzt)

Dann warfen sie mit Gas gefüllte Behälter in den Raum. Nach 2-3 Minuten begann es zu wirken. Die Hooligans haben dann die Barrikade durchbrochen und sind in den Raum eingedrungen. Sie haben sofort auf alle Männer geschossen und dann alle die noch lebten, mit schweren Stöcken erschlagen. (Sie sagten dabei „Sparen wir lieber die Munition”…)

Die Frau im Video sagt dann wörtlich: „Diese Monster haben sogar auf die Toten noch eingedroschen…“ Dann sprachen sie darüber, die Toten in den Keller zu bringen. Die vier Frauen baten um Gnade und eine sagte, sie habe ein kleines Kind … Dann wurden sie auf den Gang geführt, wo die Hölle los war. Überall lagen Leichen, auch auf den Treppen. Die Nazi-Hooligans machten schmutzige Witze und schleppten die Leichen weg, um sie in den Keller zu werfen. Dann ergriff einer der Männer eine Frau aus der Gruppe und schob sie in ein anderes Zimmer. Die Frau im Video hörte sie dann schreien … (Es gibt ein Foto einer toten Frau, deren Zustand eine Vergewaltigung sehr wahrscheinlich macht – grauenvoll)

Dann wurde sie selbst etwa 15 Minuten verhört. Man verlangte von ihr, sie solle zugeben, dass sie Russin sei. Aber sie hatte einen ukrainischen Pass mit Wohnort Odessa. Schließlich gelang es ihr, inmitten des Chaos zu fliehen. Die Feuerwehr kam erst nach eineinhalb Stunden, obwohl sich direkt gegenüber eine Feuerwehrstation befindet. Sie sagten, man hätte sie daran gehindert, früher zu kommen.

Im Keller des Gebäudes hätte man später noch viele Leichen gefunden. Andere Personen aus der AM-Protestbewegung seien aber einfach “verschwunden”. Von den Verletzten, die man ins Krankenhaus gebracht habe, seien viele bald wieder „geflüchtet“, weil die SBU von allen die Personalien aufgenommen hätte (der Inlands-Geheimdienst der Ukraine).

Ein weiterer Augenzeuge „Vania“, erzählt in diesem Video im Telegramstil, was er gesehen hat: (Ich vermute, dass das Video inzwischen blockiert wurde – ich habe aber jede Szene als Screenshot gespeichert)

eyewitness odessa 1Wir gingen (buchstäblich) über Leichen ….Wie viele Tote waren es? Mindestens 116 … sie begraben sie heimlich … 6 km außerhalb von Odessa … sie haben eine Frau mit ihren beiden Kindern in Brand gesteckt! … sie starben im ersten Stock … und die ukrainischen Medien nennen uns „Terroristen“! Der Pravy Sektor, diese Wixer, haben uns bis auf das Dach gejagt .. dann warfen sie Molotov-Cocktails nach uns und schrien „Tod unseren Feinden! Welche Feinde denn? Und dann riefen sie „Vereinte Ukraine! Vereinte Ukraine!“

Zum Teufel mit der „Vereinten Ukraine. Zum Teufel mit diesem Land. Viele Kinder, Frauen und ältere Leute wurden umgebracht. Sie haben die Verwundeten erledigt. Mit Kopfschüssen. Sie sprangen auf ihre Köpfe.

Sie haben nicht nur Gas verwendet sondern auch Blendgranaten, Pistolen, Pump-guns und Spezialgeschosse.

eyewitness odessa 2Die Polizei hat gar nichts getan. Sie war hilflos. Sie haben nur das Gebäude umstellt. Als die Polizei zu uns raufkommen wollte, ging eine Granate los. Die Schweine sind dann auf den toten Polizisten herumgesprungen. Die restlichen Leichen sind 6 km von Odessa vergraben. Wir müssen sie holen.“

Auf einer anderen Website wird die Zahl der Opfer mit bis zu 300 angegeben. Frauen und Kinder seien mit Äxten attackiert und im Keller des Gewerkschaftsgebäudes erschlagen worden:

Убитых может быть до 300. Большую часть, особенно детей и женщин, рубили топорами и забивали палками в подвале

Dass man dann auch noch die ukrainische Flagge über dem Gebäude hisste, in dem dutzende Leichen der eigenen Landsleute lagen, lässt einem die Haare zu Berge stehen. Und die Gänsehaut wird noch schlimmer, wenn Beobachter feststellen, dass dies eine schauderhafte Metapher dafür sei, wie weit die Machthaber in Kiew (und ihre Sponsoren im Ausland) gehen, um an der Macht zu bleiben.

Diese Psychopathen haben dann auch eine Collage verbreitet, auf der man die erdrosselte, hochschwangere Frau sieht – dazu der Text: „Wir haben die Mama erledigt – Ruhm der Ukraine!“

Odessa sick killer displayAuf einer Website aus Odessa (inzwischen blockiert) fand ich folgenden Titel in ukrainisch und englisch:

Alle Menschen, die gegen Faschismus sind, wir brauchen eure Hilfe!

 

Die deutsche Presse ist auf diesem Ohr leider taub …

 

Fortsetzung folgt …

 

[i]

Ukraine (7): Meldungen vom Fließband

USSADie Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich: tägliche kommen neue Meldungen über Gewaltausbrüche im Osten des Landes, (aber auch an der Schwarzmeerküste, wie in Odessa) über die Medien zu uns, die wir aber nur schwer einordnen können, weil uns der notwendige politische Kontext vorenthalten wird. (Mehr dazu und über die in den Medien ignorierte Gewalt der Neo-Nazis im nächsten Beitrag)

Der paranoide Tenor im Hintergrund ist immer der gleiche: Russland bedroht die Welt und Putin ist an allem schuld (am besten wir bekreuzigen uns, wenn wir ihn sehen …) Die deutsche Journaille merkt gar nicht mehr, wie sehr sie von ihrem eigenen Apparat indoktriniert wird und dass ohne Hinterfragung des ganzen Mediensystems eine wahrheitsgemäße Darstellung politischer Absichten und Ziele unmöglich wird.

Ich möchte an zwei Beispielen zeigen, wie sehr unsere Presse als Fließband für Spin funktioniert und sich zu „churnalists“ reduzieren lässt, solange die „Meldungen“ in den vorgefertigten Rahmen passen. (Hier zunächst Nr.1):

DIE OSZE BEOBACHTER (die keine waren)

Seit Wochen sorgt ein Thema in den Medien für Schlagzeilen: Die „Entführung“ von Mitgliedern einer „OSZE-Beobachter“-Mission im Osten der Ukraine (aktuelle Meldung: sie wurden freigelassen). Natürlich wurde auch dieses Ereignis so dargestellt, dass nur „pro-russische Aktivisten“ – diesmal in Gestalt eines „selbsternannten“ Bürgermeisters – dahinterstecken können, also wieder einmal der böse, hinterhältige Putin im Hintergrund die Fäden zieht.

In praktisch allen Schlagzeilen (Ende April) wurden die festgehaltenen Männer als „OSZE-Beobachter“ bezeichnet. Hier nur einige Beispiele:

  • Separatisten setzen OSZE-Beobachter fest“ (Süddeutsche Zeitung) 26. April 2014
  • Steinmeier verurteilt Vorführung der festgehaltenen OSZE-Beobachter“ (Focus Newsticker mit Zeitangaben, aber ohne Datum ..?)
  • Deutsche OSZE-Beobachter in Ostukraine festgehalten“ (SPIEGEL Video)

Diesen Meldungen waren andere vorausgegangen, mit denen die Entsendung der OSZE-Beobachter angekündigt wurde, z.B. hier:

  • Ukraine OSZE entsendet Beobachter (FAZ)21. März 2014
  • Erste OSZE-Beobachter sind da (Tagesschau) 23. März 2014

Obwohl in einigen Presseberichten weiter hinten im Artikel erwähnt wurde, dass es hier um zwei verschiedene Gruppen ging, nahm die große Mehrheit der Leser bzw. Zuschauer natürlich an, dass es sich um die gleiche Mission handelte, was aber nicht stimmte. Die echte OSZE-Mission besteht aus ca. 130 (bis zu 500) Beobachtern, die tatsächlich Delegierte der OSZE sind und (bisher) aus 30 Mitgliedsländern kommen, die auf der OSCE-Website auch namentlich genannt werden. Diese Mission wird auch von Russland unterstützt.

Nach offiziellen Angaben hat die „Regierung“ der Ukraine diese Beobachter „eingeladen“, um auf der Basis des Wiener Abkommens von 2011 Besorgnis über „ungewöhnliche Militäraktivitäten“ (der Putsch-Regierung gegen die eigene Bevölkerung) zu entkräften. Nach diesem Vertrag sind aber alle Mitgliedsstaaten über solche Inspektionen zu informieren.

Die „festgehaltenen“ Beobachter, die Schlagzeilen machten, haben aber kein Mandat der OSZE sondern sind im Auftrag der deutschen Bundesregierung in die Ukraine gereist. Unter deutscher Führung sind aktive Offiziere aus Tschechien, Polen, Schweden Dänemark und natürlich Deutschland selbst, in Begleitung fünf ukrainischer Militärs im Land unterwegs – zu welchem Zweck und wodurch legitimiert? (Alle Länder sind „enge“ Verbündete, also Vasallen)  der USA, die das NATO-Kommando hat)

BIG BROTHER IN UKRAINE: Wer beobachtet hier wen?

Carl Neukirch, stellvertretender Leiter des OSZE-Krisenpräventionszentrums erklärte in einem ORF-Interview* am 25. April 2014 dazu folgendes:

(Einleitung ORF:Wir wollen jetzt über die Situation der festgehaltenen OSZE-Mitarbeiter sprechen13 OSZE-Mitarbeiter werden derzeit festgehalten … die Journalisten selber glaubten also auch, dass es sich um OSZE-Leute handelte … media-self-indoctrination works …!)

Neukirch:Genau genommen muss man sagen, dass es sich nicht um OSZE-Mitarbeiter handelt, sondern es sind Militärbeobachter, die bilateral auf Basis eines OSZE-Dokuments tätig sind. Wir haben parallel dazu auch eine OSZE-Mission, die schon über 125 zivile Beobachter im Land hat, auch in dieser Region, und diese Leute sind glücklicherweise nicht betroffen, aber sie helfen uns jetzt dabei, mehr über die Situation dieser Militärbeobachter […] herauszufinden“

Die Journalistin reagiert überhaupt nicht auf diese (peinliche) Richtigstellung, sondern arbeitet schön brav ihren vorbereiteten Fragenkatalog ab, der natürlich darauf basiert, dass es sich um OSZE-Mitarbeiter handelt (was ja nicht der Fall ist) … was der ganzen Sache etwas Surreales (à la „1984“) verleiht.

Sie fragt z.B. weiter: Mit wem verhandeln Sie jetzt? Worauf er ihr (zum wiederholten Mal) erklärt, dass es sich um eine bilaterale Mission (keine OSZE-Mission) handelt, die unter Führung der deutschen Bundeswehr (des Zentrums für Verifikationsaufgaben ZVBW) stattfindet, weshalb eben „OSZE im Augenblick nicht verhandelt“. Schließlich soll er noch zur Frage der Risikoabschätzung (für eine OSZE-Mission) etwas sagen und antwortet darauf, dass man eine solche nicht gemacht habe, „weil es nicht unser Besuch ist“. Für die eigene (echte OSZE-Mission) gäbe es natürlich Verhaltensregeln, aber man müsse dann vor Ort einschätzen, wo man hingehen könne und wohin nicht.

(*Der ORF hat allem Anschein nach den brisanten Beitrag mittlerweile entfernt, ich konnte ihn jedenfalls in der „TV-Thek“ nicht mehr finden, obwohl wesentlich ältere Beiträge noch vorhanden sind … so viel zum Thema „öffentlich-rechtlicher Informationsauftrag“ … forget it …!)

(Die Bundeskanzlerin hat mittlerweile erreicht, dass die OSZE offiziell „interveniert“, damit die Rolle der Bundesregierung in diesem Spiel im Dunkeln bleibt – siehe Pressemeldungen über die Freilassung …)

WAS  „VERIFIZIERT“  DIE  DEUTSCHE  BUNDESWEHR  IN  DER UKRAINE?

Axel SchneiderBereits am 23. April hat der Leiter der (fälschlich als OSZE-Mission bezeichneten) Gruppe von „Beobachtern“, Oberst Axel Schneider in einem Radiointerview klargestellt, dass es sich um zwei völlig verschiedene Dinge handelt. Auch die Journalistin von Bayern 2 spricht von Anfang an von einer „Delegation der Bundeswehr“ im Zuge der „Rüstungskontrolle“ an der ostukrainischen Grenze und fragt Schneider, was man denn in der Ukraine kontrollieren und herausfinden könne.

Schneider sagt, Ziel der Mission sei die „Überwachung der regulären, staatsbewaffneten Kräfte“ – nicht die Frage zu klären, ob es russische Spezialeinheiten gibt und ob diese die Lage verschärfen. Man habe ein „schlagkräftiges Dokument“, mit dem man überprüfen könne, „in welchem Zustand die bewaffneten Kräfte sind und was sie leisten können, ob sie offensiv oder defensiv ausgerichtet sind. Man habe auch Gespräche mit Soldaten geführt, die zeigen „wie sich die einzelnen Soldaten mit ihrem Land identifizieren“, was wiederum den Grad der „Bereitschaft, in den Einsatz zu gehen“ deutlich mache. Auch Sport und Verpflegung spielten eine Rolle und alle diese Faktoren seien zur Bewertung der „Schlagkraft der Einsatzkräfteausschlaggebend.

Was denn für ihn schon „sichtbar geworden“ sei, fragte die Moderatorin. Darauf Oberst Schneider:

Ein offensives Auftreten, möglicherweise eskalierend, wird seitens der Streitkräfte im Moment nicht agiert. Sie vermeiden alles um ein falsches Signal zu geben.“ Ob es allerdings so bleibt, könne niemand sagen. Russische Spezialeinheiten habe man nicht gesehen, das sei aber auch nicht der Auftrag gewesen.

Schließlich wundert sich die Journalistin, wieso „ein diplomatischer Auftrag von Bundeswehrsoldaten ausgeführt wird“? Darauf kann Schneider keine richtige Antwort geben. Man habe schon seit 1991 „als Soldaten eine diplomatische Funktion übernommen und das sei alles „sehr eng mit dem AuswärtigemAmt koordiniert“.

GEILENKIRCHEN GOES EAST oder What the hell is going on?

inspecting what

„Inspector“ – Wofür?

Das Interview mit Oberst Schneider wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Die „Bewertung der Schlagkraft“ und der Motivation der Soldaten (auch Polizisten und anderer „Sicherheitskräfte“?) ob sie „offensiv oder defensiv“ agieren, was hat das mit „Rüstungskontrolle“ oder mit „diplomatischen Funktionen“ zu tun? Und seit wann ist es Aufgabe der Bundeswehr, sich um den Zustand ausländischer Militäreinheiten zu kümmern? Noch dazu gerade jetzt in einer solchen Krisensituation?

Wenn die OSZE ohnehin eine offizielle Beobachtermission entsandt hat, um „Besorgnis im Zusammenhang mit ungewöhnlichen militärischen Aktivitäten“ in „Anwendungszonen für vertrauensbildende Maßnahmen“ zu entkräften (Abschnitt III. des Wiener Abkommens), was machen dann Offiziere der Bundeswehr und anderer EU-Staaten (in Zivil) in der Ukraine?

Und was genau ist mit „ungewöhnlichen Aktivitäten“ gemeint? Neo-Nazis als (politische) Oberbefehlshaber der Streitkräfte? Die Schlägertruppen von UNA-UNSO bzw. dem Pravy Sektor, die alle politischen Gegner bedrohen und auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken? (Mehr dazu im nächsten Beitrag). Wohl kaum, denn die Rolle der Nazis wird in den Medien weitgehend ignoriert, sie lassen sich ja mit „Informationen“ füttern, die PR-Firmen selektiert bzw. fabriziert haben.

Festzuhalten ist folgendes:

  • Die genannten Länder (aus denen die „Beobachter“ kommen) sind alle Mitglieder der NATO, stehen also unter dem strategischen und ideologischen Kommando Washingtons. US-NATO wiederum steht zu 100% hinter der illegitimen „Regierung“ in Kiew. Das bedeutet also, dass diese Offiziere keinesfalls als neutrale Beobachter für eine Mission in Betracht kommen, wie sie die OSZE verkörpern soll.
  • Auch die Berufung auf das Wiener Abkommen als Legitimation für die „Beobachter“ ist äußerst fragwürdig, da die angebliche Einladung für den Besuch von einer „Regierung“ stammt, die durch kriminelle und verfassungswidrige Aktionen an die Macht gekommen ist und ganz sicher nicht den Willen der Bevölkerungsmehrheit repräsentiert.
  • Wie diese „Mission“ das ukrainische Militär untersuchen soll, wenn fünf ukrainische Offiziere (als Aufpasser) mit dabei sind, ist mir auch nicht ganz klar …
  • Das ganze Gefasel von „vertrauensbildenden Maßnahmen“ im Kontext militärischer Aufgaben erscheint mir sehr heuchlerisch, denn die Crux militärischer Planung liegt doch darin, dass die „anderen“ nicht wissen, was man wirklich vorhat. Verträge über militärische „Zusammenarbeit“ sind daher mit äußerster Vorsicht zu genießen, besonders in Zeiten wie diesen …. (letztes Stadium des Plünderungskapitalismus und zunehmender Militarismus)

Carl Neukirch stellte im o.a. ORF-Interview klar, dass die (in den Medien falsch bzw. irreführend deklarierte OSZE-Mission) tatsächlich unter Leitung der deutschen Bundeswehr unterwegs war und zwar deren ZVBW.

Was ist das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBW) nach offiziellen Angaben bzw. was macht es wirklich?

ZVBW logoDiese Frage hätten die Journalisten stellen müssen, anstatt rund um die Uhr Putin-Bashing zu betreiben. Hier geht es um die Überprüfung von Vereinbarungen, die sich aus dem CFE Vertrag ergeben, der am 19. November 1990 unterzeichnet wurde, aber erst zwei Jahre später, im November 1992 für alle Vertragsparteien bindend wurde.

Während die bisherigen Rüstungsbeschränkungsabkommen keinen besonders hohen Personalaufwand zur „Verifizierung“ nach sich zogen, wurde mit dem CFE eine neue Ära eingeleitet. Es reichte nun nicht mehr, ein Segment des Militärs für Inspektionsaufgaben auszubilden, sondern alle Unterzeichnerstaaten begannen damit, eigene „Verifizierungsagenturen“ zu gründen, die dem Militär bei der Einhaltung der Vertragsbedingungen Hilfe leisten sollten.

Das ZVBW wurde im Oktober 1990 in Geilenkirchen (bei Aachen) gegründet. Der Hauptgrund dafür war, so Brigadegeneral Dr. Heinz Loquai „der voraussichtliche große Aufwand, der auf Deutschland im Rahmen des CFE-Vertrages zukam. Deutschland hatte mehr Inspektionsorte vorzuweisen als die Sowjetunion.“ Mit jedem zusätzlichen Abkommen wurde der Kontrollrahmen noch zusätzlich erweitert, was sich auch in der Personalstärke auswirkte: 1990 hatte das ZVBW 65 Mitarbeiter (nicht alle Offiziere), zwei Jahre später waren es 400.

Bei der Gestaltung des Vertragstextes samt Anhängen war natürlich die US-geführte NATO (High Level Task Force (HLTF in Brüssel) sehr stark involviert, doch in den Dokumenten wird so getan, als ob es NATO gar nicht gäbe (das Wort kommt nicht einmal vor) und auch der Warschauer Pakt wird nicht erwähnt. Stattdessen ist die Rede von “zwei Gruppen von Staaten” und jeder Staat für sich ist (formal) verantwortlich für die Implementierung des Vertrages.

NATO CALLS THE SHOTS

Doch da gibt es auch noch das Verification Coordination Committeeder NATO (VCC)

Hier handelt es sich um eine Organisation, die politische und militärische Ziele kombiniert und durch jeweils zwei Vertreter jedes NATO-Mitglieds repräsentiert wird. Üblicherweise findet einmal im Monat ein Treffen statt. Auch hier finden wir eine „Verifizierungs“- bzw. Implementierungs-Abteilung, das VICS, das mehrere wichtige Funktionen hat. Es legt z.B. die Inspektionsquoten der Mitgliedsstaaten fest (wie oft kontrolliert werden muss) und überprüft die Übereinstimmung mit den Vertragsinhalten.

Das VCC verfügt über eine riesige Datenbank und „unterstützt“ die NATO-Mitglieder dabei, relevante Daten einzuordnen und im Hinblick auf Vertragsübereinstimmung zu bewerten. Das VCC hält aber auch „Kurse“ ab, um einen „einheitlichen Zugang“ zur Implementierung der Vertragsbedingungen sicherzustellen und schließlich sorgt es auch noch dafür, dass es zu einem „Informationsaustausch“ der Unterzeichnerstaaten bei den „Verifizierungsangelegenheiten“ kommt.

Das VCC wurde bereits sechs Monate VOR der Vertragsunterzeichnung in Paris gegründet, um die die Umsetzung der Vereinbarungen zu „koordinieren“. Maßgeblich daran beteiligt war General John R. Galvin, (USA, USCINCEUR), der darauf bestand, dass NATO eine zentrale Rolle bei der Implementierung des Vertrages, der Koordination und der „Schulung“ hatte. (Unter seiner Führung als SACEUR (Supreme Allied Commander Europe) sollen die „Gladio-Strukturen“ in Europa nach dem Skandal in Italien aufgelöst worden sein .. wer’s glaubt, wird selig …) Der Vorsitzende des VCC wurde der „beigeordnete“ Generalsekretär für Politische Angelegenheiten, Gebhardt von Moltke.

Fazit: Man darf davon ausgehen, dass alle Daten aus diesen „Verifizierungsstellen“ im großen NATO-Computer in Brüssel landen, wo sie vernetzt werden und somit unter Kontrolle der USA stehen, die selbst den größten Militärapparat aller Zeiten aufgebaut hat und alle „Begrenzungsabkommen“ daher ad absurdum führt (von der NSA ganz zu schweigen – „vertrauensbildende Maßnahmen“ im Kontext der aggressiven US-Außenpolitik und NSA-Affäre – Soll das ein Witz sein?)

NATO the good terroristsEin Staat, der „Full Spectrum Dominance“ als politisches und militärisches Ziel hat, sich das Recht herausnimmt, mit allen Mitteln in jedem Land zu „intervenieren“, wenn die dortige Regierung nicht konveniert und dann auch den Moralapostel mimt und anderen Ländern Vorträge über Völkerrecht hält und „Strafen“ (für fehlende Unterwürfigkeit) verhängt – bekommt durch diese „Abkommen“ Einblick in die militärischen Strukturen aller Unterzeichner-Staaten …. Man kann doch nicht so naiv sein, zu glauben, die USA würden ihre eigenen Daten wirklich offenlegen. Außerdem gibt es da noch so etwas wie „Scheininspektionen“ ….

Aber kommen wir zurück zur Rolle des ZVBW in der Ukraine. Wenn diese Mission so nobel und durch Verträge abgedeckt ist, warum dann die Geheimhaltung? Warum werden die anderen Mitglieder nicht namentlich genannt? Warum gehen Offiziere in Zivil in ein Land (quasi im Kriegszustand) um dort die Streitkräfte zu „überprüfen“? Warum will die Bundesregierung den Anschein erwecken, dass die OSZE der Auftraggeber ist?

Darauf gibt es zwei mögliche Antworten:

  1. Die „Einladung“ war eine Falle, die die ukrainische Putsch-Regierung (beraten von amerikanischen „Freunden“) dem ahnungslosen Team gestellt hat. Man wollte die Mission torpedieren bzw. einen Eklat herbeiführen, der Putins Rolle als Erzschurke (dem die Entführung als indirekt Verantwortlicher in die Schuhe geschoben wird) noch stärker in die Köpfe der Zuschauer einbrennt. Besonders die deutsche Bundesregierung sollte gegen Russland aufgebracht werden (aus Sicht der deutschen Exportwirtschaft ist eine Konfrontation mit Russland glatter Selbstmord, das kann der „Wirtschaftspartei“ CDU nicht egal sein, deshalb ist Merkel bei den Sanktionen zögerlich)
  2. Das ZVBW (bzw. die anderen Teilnehmer) hatten in Wahrheit eine ganze andere „Mission“, nämlich die von „pro-russischer“ Seite unterstellte Spionageaktivität.

Scheinbar „neutrale Beobachter“ und „Inspektionen“ können für Spionagezwecke missbraucht werden, das liegt doch auf der Hand

Am Beispiel des Kosovo lässt sich ja demonstrieren, wie unter dem Deckmantel der OSZE „Verifizierungsmission“ Verbindung zwischen US-Geheimdiensten (inklusive privater Söldnerfirmen) und der KLA aufgenommen wurde, zur Vorbereitung der verdeckten Kooperation für den Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien. (Was nicht bedeutet, dass alle echten OSZE-Mitarbeiter darin involviert waren oder davon wussten)

Der Kriegsvorwand der „humanitären Intervention“ war ja an sich eine große Lüge, die aber erst nach der Zerstörung Jugoslawiens von wenigen Medienberichten entlarvt wurde. Die „humanitäre Katastrophe“ entstand erst DURCH den NATO-Angriff, wie auch andere Analysen später klarstellten.

(Mehr zum Vorgehen der NATO im Jugoslawien Krieg in diesem Interview)

Dass deutsche Politiker und Regierungsmitglieder uns gezielt mit Lügen füttern, um „Zustimmung“ zu bereits geplanten Kriegen und anderen (kriminellen) außenpolitischen „Maßnahmen“ zu erhalten, ist also eine Tatsache. Wenn die Medien diese Desinformation unkritisch übernehmen, hat die Gerechtigkeit keine Chance und letztlich sterben Menschen deswegen (wie gerade jetzt in der Ukraine, in Syrien, im Irak und vielen anderen Ländern der Welt).

Die Journalisten haben also eine enorme Verantwortung, die sie aber anscheinend nicht ernstnehmen.

Ein sehr interessantes Gespräch über die USA, NATO, „9/11“, Rohstoff-Kriege, die Rolle der Medien etc. gibt es hier.

DER KAISER IST NACKT (ABER BEWAFFNET)

NATOs real faceDer Historiker Dr. Daniele Ganser bezeichnet das Pentagon darin als „Angriffsministerium“ und die  NATO als „aggressive Organisation„. Er betont, dass diese Bezeichnungen im offiziellen Diskurs (der Journalisten und Politker) quasi tabu seien, weil die USA als imperiale Macht die „Deutungshoheit“ über (passende oder unpassende) Begriffe habe. Deshalb werden Leute, die sich nicht daran halten und das böse Kind beim Namen nennen sofort mit Stigma-Labels wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „anti-amerikanisch“ versehen. Das wirkt immer (besonders auf die Zuschauer).

Er bezeichnet die Rolle der Medien (als Transporteur von Lügen) als „ganz großes Versagen“ und „fundamentales Problem“. Der Mann hat ja so Recht ….

NATO – LEAVE UKRAINE ALONE

Die Rolle der NATO bei der Eskalation der Gewalt in der Ukraine wird von den Medien kaum beachtet ebenso wenig die Tatsache, dass in Geilenkirchen nicht nur das ZVBW zu finden ist, sondern ein ganzer NATO-Stützpunkt.

Von dort werden „Aufklärungsflüge“ (sprich: Spionage aus der Luft) mit den modernsten Flugzeugendurchgeführt. Ohne NATO geht in Europa (geschweige denn Deutschland) – nicht nur militärisch – gar nichts mehr. Deutschland gibt sich ja auch dafür her, dass von hier aus Drohnen gesteuert werden, die im Auftrag der US-Regierung praktisch jede Woche irgendwo Menschen umbringen (vor allem in Afrika). Dass das ein klarer Bruch des Grundgesetzes bzw. des Völkerrechts ist, spielt bei Merkel keine Rolle (sie ist ja schließlich Trägerin der „Medal of Freedom“, da weiß man, auf wessen „Freiheit“ es ankommt …).

Während die Fließband-Medien immer (vorgeben) nur fragen „Was will Putin?“ sollten sich die Journalisten mal damit beschäftigen, was die deutsche Außenpolitik eigentlich will und inwiefern diese von Washington dominiert wird.

Übrigens: Das „Nachrichten“- Fließband der Papageienpresse läuft ungehindert weiter: Immer noch heißt es „OSZE-Beobachter“ …

  • „Nach der Freilassung der OSZE-Beobachtersollen bei neuen Gefechten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk wieder mehrere Menschen getötet worden sein.“Tagesspiegel
  • OSZE-Beobachter in der Ostukraine freigelassenAPA-Meldung (APA ist die österreichische Presseagentur)
  • Die in der Ostukraine freigelassenen OSZE-Militärbeobachter sind unterwegs nach Deutschland. Das Flugzeug der Bundeswehr sei in Donezk gestartet, teilte die OSZE-Mission in der Ukraine am Samstagnachmittag mit. Die Männer, darunter vier Deutsche, wurden abends auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel erwartet – unter anderem von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). STERN Newsticker
  • Ukraine-Krise: Geiselnehmer lässt OSZE-Beobachter freiFocus

mass deceptionWas lernen wir noch daraus? „Newsticker“ sind so was von sinnlos  (und irreführend) … Was nützt es, im Stundentakt „Nachrichten“ zu bekommen, deren Wahrheitsgehalt niemand geprüft hat, weil die Presseagenturen immer als „vertrauenswürdige“ Quellen gelten? Solange alle das gleiche schreiben, kann man das auch noch als „Bestätigung“ auffassen.

P.S. Wer über die Hintergründe des modernen Presse-(Un-)wesens informiert werden will, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen:

(Siehe auch frühere Beiträge mit dem Schlagwort „Medienkritik“ bzw. „Churnalism“)