Dresden 1945: Die Lektion des Grauens

Heute ist der 75. Jahrestag eines Kriegsverbrechens, dessen Brutalität und Unmenschlichkeit deutlich macht, dass die moralische Überlegenheit der Alliierten im zweiten Weltkrieg ein Trugbild ist (was heute auch für die US-geführte NATO gilt).

Die Rede ist natürlich von der massiven Bombardierung Dresdens, die am 13. Februar 1945, kurz nach 22 Uhr begann und hauptsächlich vom britischen „Air Ministry“ bzw. der Royal Air Force (RAF) zu verantworten ist, obwohl auch die USAF (amerikanische Luftwaffe) am 14. und  15. Februar das Massaker der Zivilbevölkerung tatkräftig unterstützt hat.

Der exzessive, großflächige Einsatz von tausenden Spreng- u. Brandbomben bzw. Luftminen, usw. zerstörte nicht nur eine der schönsten Städte Deutschlands (und Europas), sondern verwandelte das architektonische Juwel an der Elbe in eine wahre Feuerhölle. Die Schilderungen von Überlebenden, historische Aufzeichnungen sowie die erhaltenen Bilder sprechen für sich: Ein unvorstellbarer Albtraum, eine Inszenierung des Grauens, ja ein wahrhafter „Holocaust“  (griechischer Wortsinn: totale Verbrennung eines Opfers) hat hier stattgefunden.

Doch die Geschichte eines Krieges wird bekanntlich von den Siegern geschrieben und diese trachten danach, ihre Rolle in dieser Gewaltorgie als „notwendig“ und „edel“ darzustellen. Schließlich habe man gegen einen (wahnsinnigen) Diktator und sein totalitäres Regime gekämpft und der Untergang des Dritten Reiches war ein Segen für die Menschheit.

Der Zweck heiligt die Mittel, das ist der Tenor, der häufig als Rechtfertigung für die Intensivierung des Bombenkrieges in Deutschland zu hören ist und – natürlich – die „Deutschen hätten es doch verdient“, weil sie den Nazi-Terror ja „mitgemacht“ hatten bzw. „wegschauten“ usw. Außerdem wollte man doch nur ein schnelleres Kriegsende herbeiführen usw.

Hier geht es nicht um die geopolitischen Hintergründe des zweiten Weltkrieges (zu dem natürlich auch die Anatomie des ersten Weltkriegs gehört, ohne den es „Hitler“ ja nicht gegeben hätte), sondern darum, dass die absurde Rollenverteilung zwischen „GUT“ (Alliierte – heute vor allem USA, UK, NATO) und „BÖSE“ (Deutschland – heute Russland, China, Iran) immer noch hingenommen wird, obwohl sie die Realität auf den Kopf stellt.

Die Verbrechen der „Guten“ werden bagatellisiert (oder geleugnet), die Verbrechen der „Bösen“ dramatisiert (oder sogar erfunden- s. Syrien). Schauen wir uns am Beispiel Dresdens an, wie diese „fake history“ konstruiert wird:

Die tornado-artigen Feuerstürme in dieser Februar-Nacht zum Aschermittwoch des Jahres 1945 sind eine historische Tatsache. Untersuchungen der übriggebliebenen Bausubstanz ergaben, dass damals oberirdisch Temperaturen von mehr als 1.000 Grad Celsius geherrscht haben. Der Sandstein der Frauenkirche konnte diesem Inferno nicht standhalten, Menschen und Tiere verbrannten zu unkenntlichen „Mumien“ (sie schrumpften, verschmorten), tausende erstickten durch Kohlenmonoxid in den Kellern bzw. weil die Feuersäule den Sauerstoff absaugte.

1  WIEVIELE OPFER?

Die Stadt war voll mit gestrandeten Menschen, die vor der vorrückenden Roten Armee aus dem Osten geflohen waren. Die Einwohnerzahl Dresdens lag damals bei ca. 600.000, ein Großteil der Männer war natürlich an der Front (wenn nicht schon tot)  also dürfte die Mehrheit aus Frauen, Kindern und alten Leuten bestanden haben. Es gibt aber keine gesicherte Zahl der Menschen, die sich an diesem Tag in Dresden aufgehalten haben. (Schätzungen 800.000 bis 1 Million)

Die Infamie dieses Bombenterrors wird umso deutlicher, wenn man erwähnt, dass die Stadt zu diesem Zeitpunkt keine Flugabwehr hatte (die war an kriegswichtigere Standorte verlegt worden), keine Luftschutzbunker und man davon ausging, dass Dresden niemals als Kriegsziel in Frage käme. Deshalb wurde die sächsische Hauptstadt ja auch als „Lazarettstadt“ eingestuft, als Schutzzone für Flüchtlinge,  Kranke und Verwundete. B

Beschreibung eines RAF-Piloten auf dem Weg zum zweiten Angriff auf Dresden um 1:21 nachts:

Was das Abwerfen von Luftminen “(genannt “Cookies” bei den Engländern) an Zerstörung bewirkt, kann man hier nachlesen.

Ein Maßstab für die Grausamkeit von Kriegsverbrechen ist natürlich die Zahl der Opfer, die im Falle des Massenmordes in Dresden sehr „variabel“ zu sein scheint.

So findet man in Pressemeldungen aus den 1950er u. 1960er Jahren folgende Angaben:

  • „Die Zahlen schwanken zwischen 80.000 und 500.000 Toten.“
  • „Während der beiden Angriffe (nur nachts) fanden mindestens 250.000 Menschen den Tod.“

Es fällt auf, dass die Opferzahlen in der Folge ständig nach unten korrigiert wurden: Zuerst sprach man noch von 135.000 Toten, dann wurden es immer weniger und heute spricht man von 25.000 Opfern. Woher kommt diese Zahl?

Das kann man z.B. hier nachlesen, wo auch die Methoden einer Historikerkommission im Auftrag der Stadt Dresden hinterfragt werden. Auch die Schilderungen von Tieffliegerangriffen auf Überlebende des Infernos sollten darin überprüft werden, die es – nach offizieller Darstellung – „nie gegeben“ hatte. (Mehr dazu weiter unten)

Im Internet kursieren auch folgende Angaben (gefunden z.B. bei Herrn Krause):

  1. „Laut einer Mitteilung des ehemaligen Generalstabs-Offiziers des Verteidigungsbereiches Dresden, Oberstleutnant der Bundeswehr a. D. Eberhard Matthes, seinerzeit Verwaltungs-Direktor der Stadt Dresden, wurden 35.000 Tote voll, 50.000 Tote teilweise und 168.000 Tote nicht identifiziert.“ Quelle: DIE WELT  vom 12. Februar 1995, (Seite 8) .

Das wären also  insgesamt 274.000 Opfer. Auch Konrad Adenauer habe diese Größenordnung bestätigt:

  1. „„Der Angriff auf die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt Dresden am 13. Februar 1945 forderte allein mindestens 250.000 Tote.“ (Deutschland Heute, hrsg. vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Wiesbaden 1955, S. 154;)
  2. „Gesicherten Angaben der Dresdner Ordnungspolizei zufolge wurden bis zum 20. März 1945 202.040 Tote, überwiegend Frauen und Kinder, geborgen. Davon konnten nur etwa 30 % identifiziert Einschließlich der Vermissten dürfte eine Zahl von 250.000 bis 300.000 Opfern realistisch sein…“ (Stadt Dresden; Mitzscherlich, Zeichen: 0016/Mi, Datum: 31. 7. 1992)6)

Nach diesen Aussagen liegt also die tatsächliche Opferzahl mindestens 10x so hoch, als jene, die heute als „gesichert“ in den Medien verkündet wird. Das ist auch durchaus realistisch, wenn man das Ausmaß des Feuersturms, des Flächen-Bombardements und die Menschenansammlungen in Dresden berücksichtigt.

2  WEM KANN MAN GLAUBEN?

Wir sind darauf konditioniert, sogenannte „Experten“ als vertrauenswürdig anzusehen, also Wissenschaftler oder andere Autoritäten, die aufgrund ihres Wissens und ihrer Ausbildung in der Lage sind, bestimmte Dinge besser zu  beurteilen als andere.

In diesem Fall wäre das natürlich ein Historiker, der sich auf den Zweiten Weltkrieg spezialisiert hat und besonders auf den „Luftkrieg“ in Deutschland. So ein „Experte“ wurde in einem Interview im Jänner 2015 zu den Opferzahlen von Dresden befragt: Er heißt Matthias Rogg und ist Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden und „ erklärt uns Fakten und Hintergründe“.

Auch hier wird die Opferzahl mit 25.000 angeführt.  Auf die Frage warum es so große Schwankungen gab, antwortet er folgendes:

„Die von Dresden eingesetzte Historikerkommission geht nach gründlichen Recherchen von einer Opferzahl zwischen knapp 23.000 und maximal 25.000 aus. Der größte Teil der Opfer ist namentlich bekannt. Wir haben heute ein klares Bild. Das Propagandaministerium hat damals Zahlen im sechsstelligen Bereich lanciert – völlig aus der Luft gegriffen. Sie sollten als Beleg für ein Kriegsverbrechen dienen. Doch der Dresdner Polizeichef wusste schon eine Woche nach der Katastrophe ziemlich genau Bescheid. Er kam auf 25.000 Opfer. Das Dokument haben die Historiker gefunden, ein Sensationsfund.  Das eine ist die Wahrheit, das andere die Propaganda.“

Ist das glaubwürdig? Sind diese Aussagen schlüssig, überzeugend?  Ich denke nicht.

Dass unter den extremen Umständen ein Großteil der (verstümmelten,  verkohlten, oder erstickten, unter Trümmern begrabenen) Opfer namentlich gewesen bekannt sei, ist nicht nachvollziehbar (wie oben ausgeführt). Er betont, dass Goebbels gute Gründe hatte, zu lügen, aber das gleiche gilt auch für die Alliierten.  Welche Methoden der „Recherche“ angewendet wurden, sagt er nicht. Der einzige „Beleg“ für seine Behauptung ist ein sensationelles „Dokument“, das man zum passenden Zeitpunkt  „gefunden“ habe. Keine näheren Angaben dazu, keine Möglichkeit, diese Aussagen  bzw. das „Dokument“  zu überprüfen.  Diese Argumentation ist nicht akzeptabel.

Politiker aus England, Amerika – ja auch aus Deutschland – haben kein Interesse daran, die Kriegsverbrechen der Alliierten (Helden, die unsere Vorfahren „von der Nazi-Herrschaft befreit haben“) offenzulegen und die Bundeswehr operiert ja seit 1945 in einem nicht mehr souveränen Deutschland, was kann man da erwarten?

Zu den möglichen Motiven für eine Manipulation der Opferzahlen heißt es auf der Website von Herrn Krause u.a.:

„Aber auch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland habe ein nachvollziehbares Interesse daran, die Anzahl der Bombenopfer möglichst gering zu halten. Als Partner im Nato-Bündnis seien immense Opferzahlen nicht hilfreich. Es sei daher zweckdienlich, sie gegenüber der Realität herunterzuspielen, um die gegenseitigen Beziehungen nicht unnötig zu belasten. Nicht anders die Stadt Dresden…“

3 „SCHLACHTHOF“ DRESDEN: EINE ERINNERUNG

Aber es gibt doch Quellen, denen man vertrauen kann. Eine davon ist der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut, der im Februar 1945 (damals 22 Jahre alt) als amerikanischer Kriegsgefangener in Dresden war. Seine Perspektive ist „aus erster Hand“ und da er kein Deutscher ist, kann man ihm auch nicht unterstellen, dass er die damaligen Ereignisse aus einem verzerrten Blickwinkel betrachtet und den Alliierten etwas „anhängen“ will oder der „rechten Szene“ angehört.

Vonnegut schrieb nach Ende seiner Gefangenschaft (die am 19. Dezember 1944 begonnen hatte und ihn am 10.Jänner 1945 nach Dresden in ein Arbeitslager brachte) einen Brief an seine Familie (seine „Leute“, wie er es nannte), indem er auch den 14. Februar 1945 erwähnt. Hier ein Auszug daraus:

„… Ungefähr am 14. Februar kamen die Amerikaner rüber, gefolgt von der RAF. Ihre gemeinsame Anstrengung tötete 250.000 Menschen in 24 Stunden und zerstörte ganz Dresden, möglichweise die schönste Stadt der Welt. Aber nicht mich.“

Auch hier wird also die oben genannte Größenordnung von 250-300.000 Opfern bestätigt. Vonnegut und seine Kameraden hatten außerdem einen guten Grund, diesen Bombenterror nie zu vergessen: Sie mussten danach als „Arbeitskommando 557“ in die Stadt gehen und  die Toten einsammeln, vor allem die makabren Leichen aus den Kellern holen.

Was er an diesen Tagen sah, hat ihn jahrelang verfolgt und es dauerte 23 Jahre bis er seine Erlebnisse in einem Buch verarbeitete, das in den USA Kult-Status hat:  Slaughterhouse-Five (vermischt mit surrealen Elementen).

Der Titel kommt daher, dass die Kriegsgefangenen in Dresden (seine Truppe)  in einem unterirdischen Schlachthof gehaust hatten. Bei Bombenangriffen saßen sie zwischen gekühlten Rinderkadavern, die an der Decke hangen. In einem kurzen Interview, dass er  2003 (zum Jahrestag von „9/11“) gab, sagte er zum Bomben-Terror 1945:

„Es war ein britische Gräueltat, ein militärisches Experiment; sie testeten eine neue Art von Brandbombe um heraufzufinden, ob man damit eine ganze Stadt niederbrennen konnte. Wir haben die Opfer aus den Kellern ausgegraben, wo sie erstickt waren, und schichteten sie zu Leichenbergen (Scheiterhaufen) auf, die dann angezündet wurden. Aber das ganze dauerte zu lange (es waren zuviele), dann haben sie Flammenwerfer geholt…“

(O-Ton)  “ It was a British atrocity, (testing a new kind of incendiary bomb) a military experiment to find out if you could burn down a whole city by scattering incendiaries all over it” (we dug the victims out of basements where they had suffocated und put them on a huge funeral pyre … but the procedure was too slow .. so they sent in guys with flame-throwers..”

Vonnegut war vorher fasziniert gewesen von der Schönheit der Stadt und wie unversehrt sie geblieben war … Er sagte später auch, dass Dresden eine wehrlose Stadt gewesen sei, die keine strategische Bedeutung für den Krieg hatte. Und dann noch wörtlich:

„In diesem Feuersturm, in dieser gigantischen Feuersbrunst, starben mehr Menschen als in Hiroshima und Nagasaki zusammen..(aber) „dadurch wurde keine einzige Person aus einem Vernichtungslager befreit und kein einziger deutscher Soldat hörte deswegen auf zu kämpfen”

(„Dresden did not free one person from a death camp or cause a single German soldier to stop fighting“)

(Warum die Geleise zu den Konzentrationslagern nicht bombardiert wurden, wurde auch nie schlüssig beantwortet)

4  UND DIE SCHULDFRAGE?

Herr Oberst Rogg, der Museumsdirektor von der Bundeswehr hat dazu folgendes zu sagen:

„Eine unglückliche Verkettung von Umständen hat dazu geführt, dass die Zahl der Opfer so groß war. Die Amerikaner und Briten konnten das nicht einkalkulieren.

(Dann aber entkräftet er sein eigenes Argument mit diesen Sätzen):

Die Stadt war voller Flüchtlinge. Dresden besaß de facto keine Flugabwehr mehr. Es gab auch keine nennenswerte Abwehr durch Jagdflugzeuge.“

(Diese Umstände waren auch der RAF  bzw. den verantwortlichen Politikern in London bekannt und genau deshalb war der Bombenterror ja so infam…)

„Die Feuerwehr war total überfordert, der Brandschutz ungenügend. Zudem gab es selbst beim Nachtangriff eine ideale Sicht.“

Auch ohne die damalige Kapazität der Dresdner Feuerwehr näher untersucht zu haben, kann man mit Gewissheit sagen, dass keinerlei „Brandschutzmaßnahme“ bzw. noch so effektive Löschmethode mit diesem unvorstellbaren, bewusst herbeigeführten Flammeninferno fertig geworden wäre. Es ist ungeheuerlich, dass diese Scheinargumentation dazu dienen soll, das  „biblische“ Ausmaß der Zerstörung, vor allem den Massenmord an Zivilisten, als Folge „unglücklicher“ Umstände zu bezeichnen, obwohl es keinen Zweifel daran gibt, dass hier mit Vorsatz gehandelt wurde.

Rogg hat aber noch mehr zu bieten,  um eine Rechtfertigung für dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu finden:

Heute wissen wir, dass Dresden ein wichtiger Rüstungsstandort war.“ 

(Dann nennen Sie doch bitte die Firmen…)

„Wir wissen“ ist ein sehr effektiver, rhetorischer Kunstgriff (ein Sophismus) um Sicherheit zu suggerieren, wo keine ist und  natürlich soll damit eine Gräueltat relativiert werden, nach dem Motto: der Zweck rechtfertigt die Mittel. Auch hier sind seine Aussagen nicht glaubwürdig.  Man kann sogar beweisen, dass sie unwahr sind:

Im September 2009 war in der Online-Version der britischen Zeitung „Daily Mail“ folgende Schlagzeile zu finden:

Haben die Lancaster-Bomber, die 600.000  Menschen in deutschen Städten töteten, absichtlich Zivilisten getroffen? Ein neues Buch sagt JA..

Der Artikel stammt vom Buch-Autor Leo McKinstry, der sich speziell mit den britischen Bombern aus dieser Zeit befasst (die Flugzeuge). Dazu ein Auszug:

„Für die RAF-Besatzung sah der Anblick der ostdeutschen Stadt in Flammen aus wie eine furchtbare Vision der Hölle. Als der breite Strom von 796 viermotorigen Lancaster-Bombern in der Nacht zum 14. Februar 1945 über Dresden flog, wurden fast 2000 Tonnen  Explosivmunition und Brandbomben abgeworfen – ein Inferno (Höllenfeuer).

Einer der Piloten schrieb in sein Tagebuch: „Der Feuerschein war noch in 80 km Entfernung zu sehen. Das Zielgebiet war fast taghell. Unter uns war die Stadt ein Meer aus Flammen. Es war zum Fürchten.“

Die Szenen in Dresden waren biblisch, was das Ausmaß der Zerstörung betraf. Die einzelnen Feuer verbanden sich, saugten den Sauerstoff aus der Luft und erzeugten einen enormen, brüllenden Wirbelsturm (Tornado). Bäume wurden entwurzelt, Gebäude zerstört und Menschen flogen durch die Luft wie Stoffpuppen. Die große Hitze machte aus dem Asphalt der Straßen eine tödliche Lava. Tausende erstickten oder verbrannten in den Kellern ihrer Häuser. Viele wollten der Hitze entkommen und sprangen in das Löschbecken (am Altmarkt) der Stadt, doch die große Menschenmenge, die höllischen Temperaturen und der Sauerstoffmangel machten auch das unerträglich. Verzweifelt versuchten die Menschen wieder aus dem Becken herauszuklettern, doch die glatten Betonwände machten das unmöglich. Aus dem erhofften Rettungsbecken wurde ein siedender Friedhof.“

Der Angriff auf Dresden ist eine der anrüchigsten Episoden der britischen Kriegsführung, ein Symbol für die Skrupellosigkeit der strategischen Bombenoffensive

In einem Buch über Kurt Vonnegut und den Bombenterror in Dresden heißt es noch:

„Sogar in einer Flughöhe von 8000 Fuß (ca. 2.400 m) , wurde es „heiß“ für die Bomber der RAF. Eine Hitze von tausend Grad versengte die Unterseite der Flugzeuge und der heiße Rauch stieg bis 15.000 Fuß, wodurch die Besatzung  in Schweiß gebadet wurde … Drei Stunden nach dem ersten Angriff, als die Menschen aus den Kellern gekommen und die Rettungskräfte u. Feuerwehr im Einsatz waren, kamen noch einmal  fünfhundert Lancaster-Bomber und warfen tausend Tonnen Sprengbomben ab.  Am Dresdener Bahnhof, wo sich tausende aufhielten,  spielten sich grauenhafte Szenen ab …“

Angesichts dieser Schilderungen, Bildern aus den Archiven und Aussagen von Augenzeugen muss jeder Versuch, dieses ungeheuerliche Verbrechen zu legitimieren, als Geschichtsfälschung zurückgewiesen werden.

Auch bei McKinstry wird allerdings die falsche Zahl von 25.000 genannt (kein Wunder), doch ein anderer, diesmal deutscher Bombenangriff in England wird  selbst mit dieser Zahl relativiert:

COVENTRY

“It has been estimated that around 25,000 people were killed that night  –  compare that to the 568 deaths in the assault on Coventry by the Luftwaffe in November 1940, by far the worst individual raid that any British city endured during the Blitz.”

Also: Der schlimmste Angriff  der deutschen Luftwaffe auf die Industriestadt Coventry (auch mit Luftminen und Brandbomben) kostete 568 Menschen das Leben und das sei bei weitem der schlimmste Einzel-Angriff auf eine britische Stadt gewesen (insgesamt waren es ca. 800 Tote im „Blitzkrieg“ gegen Coventry)

Dieser Vergleich zeigt aber, wie barbarisch das Vorgehen der RAF (nicht nur) in Dresden war – selbst wenn man die „25.000“ glauben könnte und  nur wenige Tage später wurden 1.551 Tonnen Bomben auf die kleine Stadt Pforzheim geworfen. Dazu der Autor:

DAS “LODERNDE KREMATORIUM” (Courtesy: RAF)

“Little more than a week after Dresden, 362 Lancasters dropped 1,551 tons of bombs on the small town of Pforzheim in 22 minutes. The central area became a blazing crematorium, with the death toll reaching 17,600, a quarter of the population.

Das Zentrum von Pforzheim wurde also  nach nur 22 Minuten ein  “loderndes Krematorium”, in dem ein Viertel der Einwohner zu Tode kam. Und uns will man einreden, dass in drei Angriffswellen (mit 5 x so viel Bomben und mind. 10 x so viel Menschen) in Dresden kaum mehr Menschen gestorben sind? Zur Verdeutlichung noch ein Augenzeuge:

Aus den Aufzeichnungen beteiligter RAF-Bomber-Piloten an der „Operation Thunderclap“ in Dresden 1945:

Ein Meer aus Flammen, das … eine Fläche von ungefähr 103 km² bedeckte. Ich konnte die Hitze des Hochofens da unten im Cockpit spüren. Der Himmel hatte Schattierungen von Scharlachrot bis Weiß und im Flugzeug sah es aus wie ein unheimlicher Sonnenuntergang … wir konnten auch noch 10 Minuten später den grellen Schein des Holocausts sehen ..“

Dass durch diese organisierte Grausamkeit die (eingebildete) „moralische Überlegenheit“ der britischen Regierung in Gefahr geriet (wie Lord Salisbury befürchtete), kann wohl nur mehr als bittere Ironie angesehen werden.

McKinstry schreibt weiter, dass die Vorwürfe über Kriegsverbrechen von den britischen Politikern stets zurückgewiesen wurden. Man habe doch immer nur „militärische Ziele“ angegriffen und die “civilian casualties” seien unbeabsichtigt gewesen.

Genau dasselbe sagte auch Herr Rogg. Hier noch einmal sein Statement:

„Eine unglückliche Verkettung von Umständen hat dazu geführt, dass die Zahl der Opfer so groß war. Die Amerikaner und Briten konnten das nicht einkalkulieren.“

Dazu der Autor des Buches Leo McKinstry  (bezogen auf britische Aussagen, aber auch für Rogg gültig):

Die Wahrheit ist, dass solche Behauptungen unaufrichtig sind. Unveröffentlichte Dokumente, die ich für die Recherchen zu meinem Buch gefunden habe, enthüllen die Wahrheit über die Regierungspolitik. [Quellen sind im Buch veröffentlicht]

Sie belegen, dass die Flächenbombardierung der deutschen Städte, der Massenmord an der städtischen Bevölkerung tatsächlich ein Hauptziel der RAF-Angriffe war. So fand ich z.B. ein Dokument des Luftfahrtministeriums vom August 1941, in dem stand „der Schwerpunkt der Angriffe müssen die Leute in ihren Häusern und Fabriken“ sein.

Die Bombardierung der Stadt Coventry durch die Luftwaffe habe man als Vorbild genommen (wie gesagt: 568 Tote). Wenn man solche Angriffe ständig wiederholen würde, würde das totale Panik bei den Deutschen auslösen.

In einem anderen Bericht wird ein flächendeckender Angriff mit Brandbomben empfohlen um die Moral der Bevölkerung zu brechen und sie in dem Gefühl zu lassen, sich in ständiger Gefahr zu befinden. Sir Charles Portal (RAF Kommandant) sagte Churchill die Ausweitung des Bomberprogramms würde eine Zerstörung von „sechs Millionen Häusern und ca. 900.000 tote Zivilisten“ bewirken.“

Dass hier klare Absichten bestanden, erkennt man daran, dass die Politiker bzw. Militärs selbst den Begriff „terror-bombing“ benutzten. Der Schlimmste unter ihnen war Sir Arthur Harris, der ab 1942 das Kommando über die Bomberstaffeln hatte und auch inoffiziell die Meinung vertrat, die britische Regierung solle offen zugeben, dass sie deutsche Zivilisten töten wollte. Doch natürlich wussten Politiker genau, dass man die wahren Absichten durch sprachliche Täuschung verschleiern musste,

Der Rest des Artikels schwärmt von den Vorzügen der “Avro Lancaster”, die bis zu zehn Tonnen Bomben transportieren konnte. Diese Flugzeuge haben 51.000.000 Brandbomben und 600.000 Tonnen Sprengbomben abgeworfen, konnten auch noch sehr gut manövrieren und nur mit zwei Motoren fliegen, wenn es notwendig war.

Einige Bomber-Piloten von Dresden waren schockiert von dem, was sie angerichtet hatten, doch die meisten trösteten sich damit, dass sie dazu beitrugen, die „Nazi-Kriegsmaschinerie“ zu zerstören. Und der Autor gibt ihnen Recht, wenn er schreibt:

„Das größte, moralische Verbrechen wäre gewesen, die Angriffe gegen das Reich aufzugeben, denn das hätte den Krieg verlängert und damit auch die das völkermordende Unterdrückungsregime der Nazis. Die strategische Bombenoffensive brachte den Krieg nach Deutschland selbst und schwächte damit seine Kampfkraft, weil immer mehr in die Luftabwehr investiert werden musste… Die massiven Angriffe zwangen das Reich in die Knie* .. und letztendlich, trotz der hohen Opferzahlen, war das der größte moralische Triumph.“

Dazu die passenden Worte eines englischen RAF-Funkers, der den (ihm eingetrichterten) Hass auf die Deutschen und seine „moralische Überlegenheit“ exemplarisch verkörpert:

‚The filthy Hun. Let the bastards die like the rats they are,‘

(Das ist der Stoff, aus dem ein “Holocaust” gemacht wird)

*Die Wahrheit ist, dass die Rote Armee die Wehrmacht in die Knie gezwungen hat und zwar für den Preis von 27 Millionen Toten. Der Beitrag der Amerikaner und Engländer (in Europa) war im Vergleich dazu unbedeutend…

5  ZUR FRAGE DER  TIEFFLIEGER-ANGRIFFE  „DIE ES NIE GAB

Auch hier sollen wir auf Experten hören, die uns die „Fakten“ erklären. Diese sind aber unvereinbar mit den Schilderungen von Überlebenden in Dresden, die diese Angriffe mit Maschinengewehren genau beschreiben. Und wieder begegnet uns die „Historikerkommission“ und deren Leiter, Herr Müller erzählt uns, man habe das „überprüft“. Wie? Indem Jahrzehnte später nach „Munitionsresten auf Freiflächen“ sucht, die man durch ihren Bleigehalt nachweisen könnte. Das Ergebnis?

„Die Fachleute erwarten, dass diese Untersuchungen ein negatives Ergebnis bringen“   (confirmation bias)

Wie bitte? Schon vorher wird davon ausgegangen, dass man nichts findet? Damit wird klar, wie voreingenommen diese Leute sind. Dann wird und erklärt, dass die tatsächlich existierenden, britischen Kampfflieger nicht bewaffnet waren und die amerikanischen „Mustangs“ hätten zwar MGs gehabt, aber damit nur „deutsche Jagdmaschinen“ verfolgt.

„Die Menschen, die sich vor dem Feuersturm auf die Elbwiesen gerettet hatten, hatten dabei womöglich den Eindruck, es würde auf sie geschossen“

Das ist der Gipfel. Die Menschen in Dresden haben sich also nur „eingebildet“, dass man auf sie geschossen hat, wahrscheinlich eine Form von PTS, eine „Stressreaktion“ auf den Horror der Bomben.

Doch wenn man englische Quellen untersucht, wird schnell klar, dass auch hier gelogen wird.

Diese Webseite (ww2today.com) enthält sehr viele Informationen (z.T. Originaltexte und Buchauszüge) über die Bombenangriffe der Alliierten und zwar aus englischer Perspektive. Ein überlebender, jüdischer Bewohner Dresdens schildert z.B. hier, was er unmittelbar nach der Bombardierung sah und die Einleitung dazu lautet:

„Er überlebte glücklicherweise die amerikanische Bombenwelle kurz nach Mittag und die willkürlichen Angriffe der Mustang-Kampfflugzeuge, die man entsandt hatte, um die Rettungskräfte tagsüber zu schikanieren und zu beschießen“

(O-Ton):

Es gab also „Tiefflieger-Angriffe“ („strafing“) auf Zivilisten, das war keine „Einbildung“. Auch der Augenzeuge Kurt Vonnegut bzw. ein Buch über sein Leben schildert diese Vorgänge: (O-Ton):

 At dawn on Wednesday morning the fourteenth, approximately eight hours after the first attack, Vonnegut and the others climbed the steps, Lazarus-like, to see what had happened. Overhead, P-51 Mustang fighters zoomed over streets and bridges, strafing anything that moved, adding fatalities like pebbles to the mountain of sixty thousand dead.”

In der Morgendämmerung des 14. Februars, ungefähr acht Stunden nach dem ersten Angriff, kamen Vonnegut und seine Kameraden aus dem „Bunker“ (Treppe der Schlachthof-Kellerräume) um zu sehen, was passiert war. Über ihren Köpfen, zogen P 51-Mustang-Jäger über Straßen und Brücken und schossen auf alles, was sich bewegte, wodurch der Leichenberg von 60.000 Toten noch weiter vergrößert wurde.“

Auch in den Aufzeichnungen der RAF („war diaries“) finden sich Hinweise auf diese Angriffe:

“311 American B-17s dropped 771 tons of bombs on Dresden the next day, with the railway yards as their aiming point. Part of the American Mustangfighter escort was ordered to strafe traffic on the roads around Dresden to increase the chaos. The Americans bombed Dresden again on the 15th and on 2 March but it is generally accepted that it was the RAF night raid which caused the most serious damage.”

Die US-Bomber haben also am 14. Februar weitere 771 Tonnen Bomben auf die Stadt abgeworfen, mit dem Schwerpunkt auf dem Bahnhofsgebiet. Ein Teil der Mustang-Kampfflieger Eskorte erhielt den Befehl, Bewegungen auf den Straßen rund um Dresden zu beschießen, um das Chaos zu vergrößern. Am 15. Februar und 2. März bombardierten die Amerikaner noch einmal Dresden, aber es ist allgemein anerkannt, dass es die RAF war, die den größten Schaden angerichtet hat.“

 

Fazit:

Die genaue Zahl der Opfer in Dresden wird wohl nie zu ermitteln sein, aber das ist auch nicht notwendig. Es sollte aber aus den obigen Ausführungen erkennbar sein, dass in Deutschland – auch 75 Jahre nach Kriegsende – nur die  ewige „Aufarbeitung“ der Verbrechen im Dritten Reich erwünscht ist, aber die (nicht weniger grauenvollen) Schandtaten der Alliierten stets relativiert (oder bestritten) werden.

Das Schlimmste ist, dass die Verbrechen bzw. der Terror der „Guten“ nach 1945 nicht aufhörten:  Palästina (Israel), Korea, Vietnam, Laos, Kambodscha, El Salvador, Guatemala, Nicaragua, Chile, Iran, Jugoslawien, Irak, Afghanistan,  Libyen, Syrien, Yemen … usw.

Millionen Menschen terrorisiert, gefoltert, ermordet, entrechtet, aber merke: Die Russen und die Chinesen sind die Bösen!

Und mit der NATO geht die große Täuschung der „moralischen Überlegenheit“ weiter …

(erinnert irgendwie an das Gladio Logo..)

 

 

 

 

 

 

 

3 Kommentare zu „Dresden 1945: Die Lektion des Grauens

  1. Exzellenter, gut recherchierter Beitrag.
    [Aber nicht vergessen: Es gibt nur einen WAHREN Holocaust, dessen „Singularitaet“ 1. Gesetz und 2. heilig ist. Das Ausloeschen einer Grossstadt in 2 Tagen, das nukleare Plattmachen zweier Staedte, das kommt schon oefter mal vor…Merke: die einzigen WAHREN „Opfer“ sind nur Juden, denen muss man gedenken, Deutsche sind nur tote Nazi – und die sollte man vergessen. Na ja, also nicht GANZ vergessen – das warme Buffet der „Wiedergutmachung“ muss ja bis in alle Ewigkeit geoeffnet bleiben!]

  2. Hat dies auf Sascha's Welt rebloggt und kommentierte:
    Eine sehr gute und gründliche Recherche über neuere und vertrauenswürdige Quellen. Die Manipulation der Opferzahlen einerseits durch die Nazis selbst, andererseits durch die westlichen Alliierten, zeigen, daß der kalte Krieg gegen die (nicht mehr vorhandene) Sowjetunion und gegen jeglichen Antiimperialismus und Antikapitalismus noch längst nicht beendet ist.

    Heute versuchen die Machthaber der imperialistischen Staaten und ihre Lakaien, die Pseudo-Professoren und Lügen-„Historiker“, die Geschichte zu ihren Gunsten und zugunsten ihrer Brötchengeber, den Kapitalisten und Kriegsprofiteuren, umzufälschen. Doch das wird ihnen nicht gelingen!

  3. „sascha313 sagt:
    —die Geschichte zu ihren Gunsten und zugunsten ihrer Brötchengeber, den Kapitalisten und Kriegsprofiteuren, umzufälschen. Doch das wird ihnen nicht gelingen!“

    Es ist ihnen bereits gelungen

    Die nette Ansagerin im ZDF berichtet uns, dass die Deutschen die Flächenbombardements mit
    Angriffen auf London und Warschau begonnen hätten.
    London? Gab es da nicht eine Kriegserklärung GBs an das „deutsche Reich?“, Verzeihung, an Nazi-Deutschland.
    Warschau:
    „Zudem war die Metropole wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Zentrum der polnischen Rüstungsindustrie. Eine durch Parlamentäre überbrachte Aufforderung zur Übergabe von Warschau wurde von polnischer Seite am 16. September abgelehnt.

    LEMO
    > Der Zweite Weltkrieg > Kriegsverlauf
    Der Angriff auf Warschau 1939
    https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/angriff-auf-warschau-1939.html

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