Das Treiben der Lämmer

Das Böse des Banalen: Klimaverschwörung und Medien

11/26/2009 · Kommentar schreiben

Es überrascht nicht, dass sich ein Großteil der Presse wieder einmal als „Multiplikator“ für einen bewusst erzeugten Medienskandal hergibt und  davon spricht, dass „die Schlacht zwischen Befürwortern und Gegnern der Ansicht, dass der Mensch für globale Erwärmung verantwortlich ist, neu entfacht“. Das ganze könnte auch unter der Überschrift „Context is everything kommentiert werden.

Es geht hier um den „Skandal“, dass Hacker in einen Server einer englischen Universität eingedrungen sind und e-mails von Klimaforschern veröffentlicht haben, die dann als „Beweis“ für Manipulationen dienen sollen. Man will uns also weismachen, es handle sich bei der ganzen Klimadebatte um eine bewußt herbeigeführte Hysterie.

Meistens  sind die wenigen Zeilen über die gehackten Mails im Reportageteil äußerst dürftig, es gibt aber auch Ausnahmen, wie etwa die Süddeutsche, die offenbar „geschnallt“ hat, was hier gespielt wird.

Dass die Wissenschaft nicht sakrosankt ist, und es dort beinharte Konkurrenzkämpfe und menschliche Eitelkeiten gibt, die streng seriöse Forschung gefährden, ist ja nicht neu. Durch die zunehmende Ökonomisierung der Wissenschaft, die mit der Kürzung öffentlicher Haushalte und der neoliberalen Ideologie einhergeht, ist natürlich die Gefahr der Korruption noch größer geworden. „Science for Sale war ja nicht umsonst schon der Titel von Symposia, die sich die Frage stellen, wohin geht die Wissenschaft? Wer bestimmt, was und wozu geforscht wird? (z.B. Wer will, braucht Nanotechnologie in Konsumartikeln und wer weiß über die Risiken Bescheid?)

Im Februar 2007 machte das CRU Schlagzeilen, weil man seinen Wissenschaftlern jeweils 10.000 Pfund angeboten hatte, damit sie den kurz vor der Veröffentlichung stehenden, umfassenden Klimabericht der UN diskreditieren, der die Profiteure der fossilen Energienutzung weiter unter Druck brachte. Nach Berichten des britischen Guardian kam dieses Geld vom AEI, das aber nur als „front group für die Ölkonzerne fungierte, eine PR-Praxis, die die großen Tabakkonzerne schon vor Jahren etabliert haben. Das Geld war als „incentive“ für die Veröffentlichung von Artikeln gedacht war, die das IPCC in Verruf bringen, also seine Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Kompetenz unterminieren sollte.

Generating controversy war auch eines der zentralen Strategien der Tabaklobby, der es gelang, mehr als drei Jahrzehnte lang, die öffentliche Meinung zu manipulieren, indem man mit allen Mitteln eine wissenschaftliche Kontroverse schürte, die es in Wahrheit nie gab: nämlich, die Zweifel an der in wissenschaftlichen Studien festgestellte Schädlichkeit des Rauchens für die menschliche Gesundheit und später auch im Kontext des Passivrauchens. Diese erfolgreiche Strategie inkludierte auch das Abhalten wissenschaftlicher Symposien („Junk science“, die den Namen wirklich verdiente, wie etwa in Wien in den 1980er Jahren), deren Ergebnisse schon von Anfang an feststanden, weil die wissenschaftlichen Leiter auf der Lohnliste von Philip Morris u.a. standen, wie gerichtliche Monsterprozesse in den USA später aufdeckten. Gleichzeitig wurden Kampagnen über „sound science betrieben …

Die „Third Party Technik ist dabei immens wichtig, weil die Lobby selber natürlich keinerlei Glaubwürdigkeit hat, deshalb müssen andere gesellschaftliche Gruppen und scheinbar unabhängige Organisationen, (z.B. Think Tanks) aber vor allem Wissenschaftler in den Medien erscheinen, die die Interessen der Lobby transportieren, die aber medial nie in Erscheinung tritt. Unter dem seriös klingenden Namen eines  „Institutes“ oder einer  „Stiftung“ wird hier der Öffentlichkeit vorgegaukelt, es handle sich um Gruppen, die nur am Fortkommen der Gesellschaft interessiert, und deren „Experten“ nur wissenschaftlichen Prinzipien verpflichtet seien, während sie in Wahrheit ideologisch fragwürdige, wirtschaftliche Dogmen gekoppelt an Profitinteressen repräsentieren (bei uns ist hier wohl an erster Stelle die Bertelsmann-Stiftung zu nennen, die eigentlich der wirkliche Autor von „Hartz IV“ und anderen Stigmatisierungen von Armut und Arbeitslosigkeit ist …).

Dr. David Viner, der Leiter des CRU an der Universität von East Anglia, sagte damals:

“Das IPCC Verfahren ist wahrscheinlich die gründlichste und öffentlichste Bewertung, die jemals in einer [wissenschaftlichen] Disziplin unternommen wurde.  Diese Aktion unterminiert das Vertrauen der Öffentlichkeit in die wissenschaftliche Community und die Fähigkeit der Regierungen, soliden wissenschaftlichen Rat anzunehmen.“

Das Ziel dieser PR-Strategie ist einerseits die Polarisierung der Debatte durch die o.a. Methoden, andererseits die Verstärkung von menschlichen Schwächen, die ohnehin schon vorhanden sind. War es nicht Aldous Huxley, der bemerkte:

„Das erstaunlichste am Menschen ist nicht sein Verstand, sondern seine Neigung, Fakten zu ignorieren (oder in Frage zu stellen), deren Akzeptanz eine massive Verhaltensänderung nach sich ziehen müsste. Man müsste sich eingestehen, dass das eigene Verhalten [oder die Wirtschaftspolitik] dumm, kurzsichtig und langfristig destruktiv ist, das ist aber so unangenehm, eine solche Kränkung für das Ego, das man lieber die Fakten torpediert und weiter macht wie bisher .“

Wer profitiert von diesem Verhalten? Dass ausgerechnet jetzt, 2 Wochen vor dem Klimagipfel in Kopenhagen dieser „Skandal“ rund um das CRU ans Licht der Öffentlichkeit kommt, ist ein starkes Indiz dafür, dass hier Akteure am Werk sind, die im Verborgenen bleiben wollen, und dass es nicht um die Bewahrung ethischer Grundsätze in der Wissenschaft geht, sondern um die Verstärkung von Zweifeln (wie bei der Zigarettendebatte), die die drohenden Paradigmenwechsel in der Energie- und Wirtschaftspolitik verhindern (oder zumindest weiter verzögern) sollen.

Dass die großen PR-Firmen in den USA schon seit Jahren mit äußerst perfiden Methoden im Interesse ihrer corporate clients agieren (und die Medien davon wenig mitkriegen) ist schon schlimm genug. Doch man sinkt offenbar moralisch immer tiefer: das letzte ist „astroturfing“ und die mediale Projektion der eigenen Schandtaten (absolut keine moralische Authorität) auf den Gegner (eine Taktik, die z.B. Israel gegenüber der UN zuletzt erfolgreich praktiziert hat) – die wohl auch hier angewandt wurde.

Die Umstände, unter denen diese Korrespondenz gehackt und veröffentlicht wurde, sind wie gesagt, sehr seltsam und es liegt auf der Hand, dass hier ein „Skandal“ erzeugt wurde, der eigentlich keiner ist. Man darf auch nicht vergessen, wie aggressiv und – häufig unter der Gürtellinie – diese Wissenschaftler von der Energielobby attackiert wurden. Wenn die „Karotte“ nicht wirkt (siehe die erwähnte Guardian -Story aus 2007 ), dann muss wohl der PR- „Knüppel“ ran. Dass man in E-mails unter Kollegen einen (vielleicht zu) lockeren Ton anschlägt, dass man Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden, völlig anders darstellen kann, ist auch nicht neu. Ebenso wenig die Tatsache, dass die Veröffentlichung von brisanten wissenschaftlichen Studien in peer-reviewed Journals ein Politikum geworden ist (siehe z.B. die Chapela Studie über die Kontamination von wildem Mais mit  transgener DNA  in Nature, die – einmalig in der Wissenschaftspublizistik –  vom Herausgeber zurückgezogen wurde) – doch darüber schreiben die Medien nichts, außer, wie im vorliegenden Fall, wenn sich die Forschung gegen bestehende Profitinteressen (hier der fossilen Energielobby) richtet.

Darum sollten sich unsere Medien einmal kümmern: Hat Ethik heute in der Wissenschaft noch Platz, wenn sich alles nur mehr ums Geld dreht oder um die Erhaltung des energie- (u. macht-) politischen Status Quo? (siehe Biotech-Research: schnelles Patent, statt solider Grundlagenforschung;  oder die absurde, völlig schwachsinnige Kernfusionsforschung, die in der Presse meistens völlig kritiklos dargestellt wird. Der Journalist als Lohnschreiber, der es sich nicht leisten kann, Dinge als gefährlichen Schwachsinn zu bezeichnen?

Bitte die Graphik anklicken!

Auch wenn sich herausstellt, dass diese E-mails authentisch sind, und einige Wissenschaftler dieses Institutes „faith-based science“ praktiziert haben, ändert das nichts daran, dass wir vor einer ökologischen Katastrophe stehen, die es in diesem Ausmaß nie vorher gab. Dabei geht es natürlich nicht „nur“ um Temperaturveränderungen, Änderung der Niederschlagsverteilung (von Dürren bis Hochwasser), steigende Meeresspiegel, etc. sondern um die andauernde Zerstörung von Ökosystemen, deren Leistungen für unser Überleben unverzichtbar sind. Dass sich die mediale Debatte nur um CO² dreht, zeigt bereits, wie kurzsichtig und unzulässig vereinfacht, das komplexe Thema angegangen wird, denn die Wachstumsideologie ist unhaltbar und bringt uns alle um (siehe Club of Rome Berichte, etc.).

Nur ein Autist, ein nicht lernfähiger Ignorant oder ein bezahlter Lobbyist bzw. „Tintenknecht“ zweifelt heute noch daran, dass die natürlichen Regelkreise, die das Klima beeinflussen und im größeren Kontext auch die Überlebensfähigkeit der Ökosysteme steuern, vom (ziemlich schwachsinnigen) industriellen Produktionskreis der Menschen überfordert werden und in nicht allzu langer Zeit kollabieren werden.

Dazu braucht es keine neuen Statistiken mehr, keine endlosen Debatten über „Hockeystick-„Kurven“ und Methodologie der Klimaforschung, nur offene Augen und Ohren.

Wer 15 Grad im November noch als normal ansieht, wer die Natur genau beobachtet, kapiert auch so, das hier etwas unheimliches im Gange ist, das mit statistisch normalen Schwankungen nicht mehr erklärt werden kann.

Doch die banale Rhetorik der Talking Points in den Medien lässt der Vernunft wenig Chancen: „Klimawandel oder „globale Erwärmungsind verharmlosende Euphemismen, die das Problem völlig irreführend darstellen. Natürlich ist es richtig, dass sich das Klima langfristig immer ändert, dass es immer wärmere und kältere Phasen gab, entscheidend ist jedoch der Zeitraum, in dem diese Änderungen stattfanden. Waren es früher 10.000ende Jahre, sind es heute Jahrzehnte, in diesem Tempo kann sich die Natur nicht an solche Änderungen anpassen. Dass sich ein Leitartikel damit befasst, um wie viel Grad die Durchschnittstemperatur oder um wie viel cm genau der Meeresspiegel steigen wird, zeigt, dass der Blick auf das Wesentliche völlig fehlt. Auch die Aussage, es sei noch „kein Land von steigenden Meeren überspielt worden“ zeigt eine erschreckende Ignoranz, nach dem Motto, wenn es heute, morgen oder nächste Woche nicht passiert, besteht wohl keine Gefahr oder anders gesagt, das klingt nach: „Erst wenn ich selbst gesehen habe, glaube ich es auch“. Muss ich einen Lungenkrebstoten sehen, damit ich an die Gefährlichkeit des Rauchens glaube? Nein, ich muss nur meinen Verstand einschalten (siehe Huxley).

Für uns sind ein halbes Grad, oder ein Grad ein Witz, für fein abgestimmte biologische Systeme aber nicht. In der Meeresbiologie können Veränderungen von nur einem halben Grad schon Störungen der Fortpflanzung bewirken. Dieses microtuning oder die kurzfristige Veränderung eines Mikroklimas an Land ist wahrscheinlich viel relevanter für die Gefährdung der Stabilität von Ökosystemen, als die ständige Beobachtung globaler Durchschnittstemperaturen. Das Problem dreht sich eben nicht nur um Klimawerte, sondern gleicht einem globalen Zerstörungskrieg (als „Wirtschaft“ bekannt, doch eher die Chrematistik, nicht die „Ökonomie“ der Griechen), der von den Wachstumsfanatikern natürlich nicht beachtet wird, im Gegenteil sie sind irgendwo in den 1980er Jahren stecken geblieben, wo man der aufkeimenden Umweltbewegung noch entgegenhielt: Man müsse doch das Geld erst erwirtschaften, mit dem man den „Umweltschutz“ finanzieren könne. Der „Washington Consensus“, als letztes Stadium des Kapitalismus,  bringt uns letztlich alle um, das ist das Problem.

Den besten und umfassendsten Kommentar dazu lieferte der CDU-Dissident Herbert Gruhl in seinem Buch „Ein Planet wird geplündert“, das man allen Journalisten eindringlich als Lektüre empfehlen müsste, bevor sie sich zum Thema „Klimawandel“ oder Umwelt- und Wirtschaftspolitik äußern …

Dass Herr Langenbach (wie viele andere) anscheinend auch das Opfer der „generating controversy“ Strategie geworden ist, überrascht auch nicht wirklich. Warum sonst würde er schreiben: „Entschieden ist es nicht?“ oder noch besser „die Natur hat viele Rückkopplungen“.

Stimmt, doch hier geht es um positive Rückkopplungen: (z.B. nach Abschmelzen des Polareises kommt es zu einer noch stärkeren Erwärmung, weil die dunklen Flächen mehr Wärme absorbieren und das freiwerdende Methan (vorher Permafrost) den Prozess weiter aufschaukelt). Die Puffersysteme, die eine negative Rückkopplung bewirken könnten,  (z.B. Aufnahme von CO2 durch Wälder und andere Senken) werden gleichzeitig zerstört (so schnell, dass Wiederaufforstung (wieder „Nutzwald“ statt natürliches Ökosystem) zu spät kommt und bei Urwäldern gar nicht möglich ist) und auch die Meere sind schon übersäuert.

Auch das Fazit zur Energiepolitik: „Wir haben die großen Alternativen noch nicht und werden sie so rasch auch nicht haben“ klingt nach Banalität und Resignation. Was haben denn die Medien dazu beigetragen, damit dieser dringend nötige Paradigmenwechsel stattfindet?

Die ersten Warnungen über den Wahnsinn des Wachstums stammen doch schon aus den 1970er Jahren! Erich Fromm (Haben und Sein), E.F. Schumacher (Small is Beautiful), die Berichte des Club of Rome oder des Wuppertal-Institutes, das feststellte, wenn alle den „westlichen Lebensstil“, also den Konsumwahn des Wirtschaftswachstums-Kultes (aus den USA) übernehmen (oder die bevölkerungsreichen Länder wie China), bräuchten wir 6 Planeten, um diese Ressourcen bereitzustellen!

Was unter diesem Aspekt vom „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ der deutschen Bundesregierung zu halten ist, ist wohl klar … Merkel, Westerwelle, „off-balance-sheet accountant“ Schäuble und zu Guttenberg: das Horrorkabinett der neoliberalen Indoktrination geht unbeirrt seinen Weg der Zerstörung weiter, unterstützt von Journalisten, die nichts kapiert haben ….

Vielleicht sollte man statt dem „Economist“ (Wirtschaftsteil der Zeitungen) und den bescheuerten (weil manipulierten) Börsenkursen mal einen „Ecologist“ einführen, der den Leuten klarmacht, dass die herkömmliche Art der „Wirtschaft“  uns direkt in den Abgrund führt!

Aber das kann man wohl von unseren Journalisten nicht erwarten, stattdessen „business madness as usual“ : Wachsdummswahn ohne Ende und das kriminelle „carbon-trading“, das nur der Bereicherung dient …

Quellen:

Scientists Offered Cash to Dispute Climate Study

Hans von Storch Website

Climate sceptics claim leaked e-mails are evidence of collusion

Greenfacts.org

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It’s Your Job to Change the World

11/20/2009 · Kommentar schreiben

Das sagte Margret Atwood zu einem Journalisten, der sie gefragt hatte, ob sie glaube, dass Schriftsteller mit zeitkritischen Büchern die Welt verändern könnten….)

Warum ist die Bekämpfung des Hungers in der Welt so schwierig?

(Thema im „Notizbuch“ von Bayern 2 am 20.November 2009)

Weil die Journalisten nur mehr „Talking Points“ transportieren und nicht willens oder nicht in der Lage sind, sich intensiv mit den großen Problemen (Hintergrund und Zusammenhänge) dieser Welt auseinanderzusetzen (bevor sie auf Sendung gehen)?  Oder gibt es Denkverbote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Dieser Gedanken konnte man sich nicht erwehren, angesichts dessen, was man uns in der letzten Woche an dilettantischen und oberflächlichen Diskursen serviert hat ….

Bayern 2 hat sich mehrfach mit dem Thema „Hungerbekämpfung“ anlässlich der Welternährungskonferenz in Rom befasst, darunter in der Radiowelt, im „Tagesgespräch“ und zuletzt im „Notizbuch“. Als „Experte“ war  der Agrarwissenschaftler und  Journalist (WDR)  Dr. Wilfried Bommert eingeladen.  Was kam dabei heraus?

Die Aussagen von Herrn Bommert sind irreführend und völlig einseitig. Er spricht immer von den gleichen Dingen: der Korruption (in den Entwicklungsländern), der ineffizienten Entwicklungshilfe („neue Welternährungsorganisation nötig“), etc.); von den (26) Kriegen in Afrika“ – „da muss die Welt für Frieden sorgen“; von Regierungen, die alles falsch machen(er meint, die Entwicklungsländer u. Investitionen in industrielle Infrastruktur statt Landwirtschaft); und vor allem der  „Biosprit“, der als das größte, akute Problem dargestellt wird.  Diese Faktoren spielen zwar auch eine Rolle, aber die alles überragenden strukturellen Ursachen (neoliberale Wirtschaftspolitik, die mit Demokratie und sozialer Gerechtigkeit völlig unvereinbar ist) werden totgeschwiegen ….Auch die Redaktionen von Bayern 2 haben dazu nichts zu sagen …

Im „Tagesgespräch“ sagte Herr Bommert wörtlich ..“dass die Welt zuwenig Nahrung produziert“. Das ist – wie selbst der Papst in seiner Rede erwähnte – FALSCH.

Es besteht kein Mangel an Nahrungsmitteln auf der Welt.

Die Ursache des Hungers (als Ausdruck von Armut) ist also nicht eine zu geringe Produktivität in der Landwirtschaft, oder zu geringe Investitionen, sondern die extreme Ungleichheit bei Zugang (zu) bzw. Besitz lebenswichtiger Ressourcen wie Land, Produktionsmittel, Bildung, aber auch das extreme Ungleichgewicht der Kräfteverhältnisse auf dem Markt. Wenige, sehr mächtige Konzerne und Handelsketten stehen Millionen von atomisierten Kleinbauern gegenüber. Die unfairen Handelsbedingungen, die durch die WTO zementiert wurden, haben die Marktmacht der einen Seite noch mehr konsolidiert, während die Ohnmacht der Bauern auf der anderen Seite offensichtlich ist.

Doch diese feudalen, undemokratischen Strukturen, die in den Medien meistens als „Freihandel“ (!) bezeichnet werden, regeln weit mehr, als Import und Export von Waren. Sie sind ein massiver Eingriff in die Demokratie selbst, in die Entscheidungssouveränität der Völker, ihre Agrar-, Handels und Wirtschaftspolitik (und damit die Basis ihrer Lebensumstände) selbst und nach unterschiedlichen Bedürfnissen zu bestimmen.

Für den Bereich der Landwirtschaft gilt hier besonders das Agreement on Agriculture (AoA), das  1995 in Kraft trat. Obwohl die Menge der erzeugten Nahrungsmittel seit Gründung der WTO ständig gesteigert wurde, nehmen Armut und Hunger weiter zu. (Zum Argument des Bevölkerungswachstums ist festzuhalten, dass 60% der Weltgetreideernte für die TIERMAST  verfüttert werden) Klingt paradox, ist es aber nicht, wenn man sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen genauer ansieht:

„Freier“ Handel bedeutet im Klartext, die Starken erpressen die Schwachen (die kaum Verhandlungsmacht haben) und pressen sie auch immer mehr aus; im Endeffekt ist es eine andere Variante der Plantagenwirtschaft, mit der die Kolonialherren im 18. und 19. ihre Vermögen machten, der Unterschied ist nur, dass die Sklaverei nicht mehr physische Nähe erfordert, sondern im wesentlichen über die Kontrolle von Preisen und Löhnen  erfolgt ….

Die WTO kommt im Buch des Herrn Bommert ganze 2mal vor (nur namentlich), der IWF gar nicht und die Weltbank wird nur einmal mit einem Hauch von Kritik erwähnt, weil sie die Industrialisierung der Schweinezucht in China massiv fördert (statt Küchenabfälle und Kleie bekommen die Schweine jetzt wertvolles Getreide, das ist „Fortschritt“ …)

“Eine neue Art des Warentausches begann zwischen dem neuen und dem alten Kontinent, … der sich eigentlich als ebenso vorteilhaft für Amerika hätten herausstellen sollen, als er für Europa sicherlich war. Doch die brutale Ungerechtigkeit der Europäer verwandelt ein Ereignis, von dem eigentlich alle Beteiligten profitiert hätten, in ein zerstörerisches, ruinöses Unterfangen für viele dieser unglücklichen Länder …“

„Der Wohlstand der Nationen“, Adam Smith 1776)

Zahlreiche wissenschaftliche Studien kommen zum gleichen Ergebnis, wenn es um die Frage geht, warum sind sie so arm? Warum nimmt der Hunger zu? Die Handels- und Agrarpolitik, die man (besonders) den Entwicklungsländern  unter dem Mäntelchen von „Fortschritt und Entwicklung“ aufs Auge gedrückt hat, ist die zentrale, strukturelle Ursache für die zunehmende Verelendung (und damit auch Unterernährung) der ländlichen Bevölkerung. Dazu folgende Fakten im Überblick:

  • 80% der Hungernden auf der Welt sind Bauern
  • (50% Kleinbauern, 20% landlose Arbeiter, 10% Tierhalter)
  • seit Gründung der WTO 1995 sind die Erzeugerpreise für Lebensmittel dramatisch (z.t. niedriger als vor 40 Jahren!) gefallen – Warum?

Weil durch EU- bzw. US-Subventionen systematisch eine exportorientierte Überschussproduktion  gefördert wird. In den Industrieländern wurden riesige Mengen der fünf wichtigsten Agrarpflanzen (Weizen, Mais, Soja, Reis, Baumwolle) zu Dumpingpreisen auf den Markt geworfen, die bis zu 50% unter den Produktionskosten lagen. Durch den erzwungenen Abbau von Importbeschränkungen konnten diese ungehindert in die Märkte der Entwicklungsländer eindringen und ruinierten damit in vielen Fällen die eigene Produktion. Die Kleinbauern haben gegen diese Subventionslawine keine Chance, viele geben auf und landen in den Slums der Städte oder rutschen in die Kriminalität (siehe auch „Piraten“ in Somalia, oder Schlepper in Westafrika, die früher Fischer waren, etc.) ab.

In den Entwicklungsländern sorgten Weltbank und IWF –„Berater“ dafür, dass auch die Produktion der „Kolonialwaren“ in großem Stil ausgeweitet wurde. (Siehe dazu das Beispiel Kaffee in meinem früheren Beitrag). Die unter Bedingung der Liberalisierung gewährten Kredite machen die Bauern und Länder zu „Schuldsklaven“: Ertrags- bzw. Exportsteigerungen durch erhöhten Einsatz von Agrochemie verteuern die Produktionskosten, während gleichzeitig die Einnahmen wegen des Preisverfalls  kontinuierlich sinken; Versuche, den Einkommensverlust durch höhere Produktivität wettzumachen, lässt den Preis weiter fallen, usw. – diese Preisspirale ist tödlich.

Dieses System führt auch zu einer Refeudalisierung der Landwirtschaft, denn nur große industrielle Einheiten können in diesem brutalen Umfeld bestehen und Marktmacht ausüben, so kommt die „Plantagenwirtschaft“ wieder in Schwung und mit ihr die die Neuauflage der Sklaverei. Ketten braucht man nicht mehr, es genügt die Kontrolle über Preise und Löhne, die man jetzt auch schon „virtuell“ erledigen kann … (z.B. durch elektronisches Trading, etc.)

Sowohl die FAO als auch NGOs haben festgestellt, dass die wirtschaftspolitische Prämisse, die armen Länder werden durch Teilnahme am Welthandel bzw. durch verstärkte Exporte mehr Wohlstand erlangen, eine Illusion ist. Die Statistiken beweisen dies ganz klar: obwohl immer mehr exportiert wird, sinken die erzielten Erlöse. Gleichzeitig steigen die Zinsen für Kredite und das Währungsrisiko, sodass ein immer größerer Teil der Exporteinnahmen in die Zinszahlungen fließen. Für die eigene Bevölkerung bleibt da nicht mehr viel übrig. Etliche Länder wenden schon mehr als die Hälfte ihres Budgets für diese gezielte Plünderungsaktion der Banken auf.

Dazu kommt noch, dass genau diese Länder immer mehr Nahrungsmittel importieren müssen (weil die eigenen Felder für eben jene cash crops gebraucht werden, mit denen Devisen zur Schuldenrückzahlung erwirtschaftet werden müssen). Durch die Magie des „compounding interest“ ist es quasi unmöglich, diese Schulden je zurückzuzahlen (was ja auch beabsichtigt ist).

Übrigens, das Märchen von der „Entwicklungshilfe“(„wir zahlen für die“) ist ein Witz, denn die armen Länder zahlen etwa 5-10 x mehr jährlich in Form von Zinsen an den Westen, als sie von uns bekommen. Das Problem ist nur, dass dieses Geld die Großbanken einstreifen, die wir gerade „retten“ mussten)

Das Corporate Food Regime ist also gekennzeichnet durch:

  • Agribusiness: Errichtung einer industrialisierten, von Konzernen und Kapitalinteressen diktierten Landwirtschaft (kleine Bauern haben darin keine Zukunft)

  • Das ganze Food System wird von wenigen transnationalen Konzernen kontrolliert – vom Saatgut bis zum Supermarkt  (sie schanzen sich gegenseitig die astronomischen Gewinne zu)
  • Weitgehende Privatisierung der Ressourcen (Boden, Wasser) und Patente auf Saatgut und Wissen (TRIPS)
  • „Oligonomie“: wenige dominante „Käufer“ und „Verkäufer“ (oft im gleichen Konzern) beherrschen den Markt
  • Diese transnationalen Monsterfirmen bestimmen aufgrund ihrer Marktmacht WAS und WIE produziert wird (unterstützt von den Sympatisanten im Bankenkartell von Weltbank und IWF)

ÜBERBLICK

Ziele der Handelsliberalisierung:

  • Entwicklung eines globalen Agrarmarktes (kein Naturzustand!)
  • NICHT BEDINGUNGEN, DIE ENTWICKLUNG FÖRDERN
  • NICHT DIE LÖSUNG BESTHENDER PROBLEME (Die Herren der Welt WOLLEN JA Dumping (erzeuger)preise …)

  • GEWINNER

  • Transnationale Konzerne entlang der gesamten  Wertschöpfungskette
  • Wenige Großbetriebe
  • Investoren
  • Spekulanten (Trader)

  • VERLIERER

  • Großteil der Bauern im Norden und Süden
  • Konsumenten (hohe Verbraucherpreise, durch Werbung verblödet, Illusion der „Wahl“ (Marken des gleichen Konzerns)
  • EU-Bürger zahlen dreifach: Subventionen, hohe Preise, Kosten für Umweltschäden, Tierseuchen, „Fleischskandale“, etc.
  • Umwelt: Verlust der Biodiversität, Bodenerosion, Wasserbelastung, Wasserknappheit, Nitratbelastung, Klimawandel (Lachgas durch N-Düngung viel schlimmer als CO2!)
  • Demokratie: Konzerne diktieren (über Preis) Produktionsbedingungen
  • Gesundheit: Convenience Food (ungesund, hoch verarbeitet, denaturiert), Massentierhaltung (Antibiotika); immer mehr übergewichtige Kinder

  • Soziale Katastrophen in den armen Ländern, Recht auf Selbstbestimmung verwehrt, Hungerlöhne, Wage-Slavery, keine Verhandlungsmacht (zu viele billige Arbeitskräfte verfügbar (Nachschub von ruinierten Bauern)
  • Vertreibungen der indigenen Völker aus Wäldern, Umsiedlung ganzer Dörfer für Plantagen oder Staudämme

CHANGE: Nahrungssouveränität: das Recht

  • auf Nahrung
  • zur Selbstbestimmung der Produktionsmethoden in Landwirtschaft und Fischerei, (auch Respekt vor Traditionen)
  • auf eine Agrarpolitik nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen und den ökologischen und sozialen Bedingungen in verschiedenen Regionen der Erde
  • Lokale Versorgung wichtiger als Export  (Importe verringern)
  • Lokale, regionale Produktion ist auch klimafreundlich
  • Solidarität zwischen Produzenten und Konsumenten, Arbeitern und Bauern, Umweltgruppen, Gewerkschaften, Klimaschützern, etc.
  • Weniger Fleisch essen! Fair Trade  und Bioprodukte kaufen
  • EU Politik entlarven (auch Austritt erwägen)
  • WTO in dieser Form unhaltbar, unvereinbar mit Demokratie

Das jetzige System PRODUZIERT strukturelle ARMUT und damit auch HUNGER

(es fördert auch Umweltzerstörung und Klimawandel, mehr dazu siehe Quellen am Ende)

Friends of the Earth zählen eine Liste von erforderlichen Maßnahmen zur Änderung des Systems auf und fassen in ihrer Broschüre Trade and Food Sovereignity die Situation so zusammen:

„Wenn wir eine schonende und nachhaltige Landwirtschaft wollen, die Ernährungssicherheit leisten kann, müssen sowohl der Zugang zu Ressourcen als auch der Ertrag aus deren Nutzung fair zwischen Ländern, Regionen und Menschen verteilt werden.“

In einem Satz gesagt:

Menschenrechte müssen wichtiger sein, als Besitzrechte.

Die schlimmste Form der Gewalt ist Armut.

Mahatma Ghandi

(siehe dazu auch die  bewegende Doku von John PILGER

Es ist völlig inakzeptabel, dass die Einhaltung willkürlicher, von (und für) Kapitalinteressen verfassten „Handelsregeln“ mit strengen Sanktionen überwacht wird, während die massive Verletzung der Menschenrechte (wozu das Recht auf wirtschaftliche Selbstbestimmung, Zugang zu Nahrung, Wasser  und anderen Basics auch gehört) im Rahmen der Marktherrschaft als völlig normal angesehen bzw. gar nicht medial angeprangert wird.

Die ökologische und soziale Schuld der Industrieländer gegenüber den (früheren) „Dritte-Welt-Ländern“ ist weitaus größer, als die finanzielle, die unsere Finanzmafia eintreibt. Auch im Kontext der Klimadebatte muss dieser Umstand betont werden.

Entscheidend ist auch, dass die absurden Wirtschaftsideologien bzw. surreale „ökonomische Theorien“,  die diesem menschenverachtenden System zugrunde liegen, entlarvt werden müssen. Der „Markt“ hat weder Gewissen, noch Moral, denn er wird von jenen konzipiert und beherrscht, die ihre Seele dem Profit verkauft haben und es, als echte „Friedmaniacs“, auch völlig normal finden, dass man sein Leben damit verbringt, nie genug Geld und Macht zu bekommen, auch wenn man dabei über Hungernde und Leichen gehen muss ….

Sollte sich doch bei dem einen oder anderen letzte Reste eines Gewissens rühren, liefert auch dafür die (Pseudo)-Wissenschaft eine Rechtfertigung: es sind die „egoistischen Gene“, also die Evolution, die dieses unmenschliche Verhalten steuern, der Sozialdarwinismus kommt auch sehr gelegen: Der eigene „Erfolg“ und Reichtum sind doch nur Beleg dafür, dass man zu den „Besten“ gehört, die Armen, Hungernden werden mehr? So what? Das sind doch „Verlierer“, Leute, die schon genetisch minderwertig sind oder eben nicht „leistungsbereit“…

Mehr Background: (kleine Auswahl)

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Papst, Hunger, Kaffee und Wirtschaftslügen

11/19/2009 · Kommentar schreiben

Gedanken zu Medienberichten über den  Welternährungsgipfel in Rom: Warum nimmt der Hunger zu?  Who cares? Wer verarscht hier wen?

In seiner Rede zum Amtsantritt am 20. Jänner 1949 sprach der amerikanische Präsident Harry Truman  zum ersten Mal von der wichtigen Aufgabe, die unterentwickelten Gebiete der Welt am wissenschaftlichen und industriellen Fortschritt teilhaben zu lassen, um durch die Ausweitung des Welthandels Armut und Hunger zu beenden und den Frieden  zu sichern.

Diese Rede kann wohl als Startschuss für das gelten, was heute als „Entwicklungshilfe“ bekannt ist, doch diese entpuppte sich bald als Trojanisches Pferd für Marktmacht und ökonomische Diktatur …

Bis 1960 wurde mehr als ein Drittel des globalen Weizenhandels über US „Food Aid“ (subventionierte Preise) abgewickelt. Ende der 1960er Jahre gingen  80% der US-Exporte in die „Dritte Welt“. So wurden Eingriffe in die globale Nahrungsmittelversorgung ein nicht unerheblicher Part amerikanischer Außenpolitik. Doch auch die EU ist mittlerweile auf diesem Pfad erfolgreich unterwegs und terrorisiert mit ihrem Export- und CAP-Wahnsinn die kleinen Bauern dieser Welt ….

Die „Grüne Revolution“ mit ihren gewaltigen Ertragssteigerungen bedeutete mehr verfügbare Lebensmittel, führte jedoch keinesfalls zu „Ernährungssicherheit“, weil die Selbstbestimmung der Länder über ihre Agrar-, Export- und Wirtschaftspolitik immer weiter unterminiert wurde.

Free Trade“ funktioniert eben nur mit Nötigung und Zwang, das ist die Ironie … (siehe Karl Polanyi: The Great Transformation)

Stattdessen wurden neue Abhängigkeiten geschaffen: die multinationalen Konzerne der Agrochemie verdienten mit ihren synthetischen Düngern und Pestiziden nicht nur Milliarden, sie gewannen gleichzeitig eine wachsende Zahl von „Agro-Junkies“, die ohne ihre „Infusionen“ in die Äcker nicht mehr auskamen und ständig mehr davon verwenden mussten, weil die Bodenfruchtbarkeit langfristig durch den Einsatz dieser Chemikalien sowie die intensive Bewirtschaftung (Monokulturen, Herbizide, etc.) abnimmt. Doch das alles wird im Irrenhaus der Ökonomie unter „Effizienz- bzw. Produktivitätssteigerung“ geführt, denn die sozialen und ökologischen Kosten werden einfach „externalisiert“

Dass die überwältigende Mehrheit der Hungernden und Unterernährten selbst Bauern sind bzw. in der Landwirtschaft arbeiten, scheint auch nicht weiter aufzufallen ….  (siehe Vandana Shiva u.a.)

Ein sehr effektives Mittel zur Kontrolle der Nahrungsmittelproduktion auf internationaler Ebene sind  natürlich die Kredite, deren Vergabe an strenge Auflagen (SAP) geknüpft wurde, die dem internationalen Bankenkartell (bekannt als IWF und Weltbank) und den transnationalen Konzernen (vertreten durch WTO) möglichst ungehinderten Zugang zu den Ressourcen  und Märkten der „unterentwickelten“ Länder garantieren sollten und ein Herr von Schuldsklaven ….

Unter dem Deckmantel der „Entwicklungshilfe“,  angeblichem Kampf gegen Armut, etc. wurde die Handels- und Agrarpolitik also zu einem Machtinstrument für die finanziellen und wirtschaftlichen Eliten dabei wurde massiv in das Selbstbestimmungsrecht der schwächeren Staaten eingegriffen: „Food Sovereignity“ ist das Recht von Gemeinden, Regionen und Ländern, ihre eigene Landwirtschafts- und letztlich auch Wirtschaftspolitik festzulegen, deren Prioritäten von den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung geleitet werden und nicht von ökonomischer Ideologie und den Machtinteressen der transnationalen Konzerne, die das gegenwärtige System zu ihren Gunsten konzipiert haben.

Diese „Souveränität“ schließt auch Ernährungssicherheit (im Bezug auf Produktion, Verteilung, Qualität, umweltverträgliche Anbaumethoden, die langfristig die Bodenfruchtbarkeit und unverzichtbare Ökosysteme erhalten) ein.

Doch weder das Bevölkerungswachstum noch die angeblich zu geringe Produktivität der Landwirtschaft sind das eigentliche Problem, sondern das Festhalten an einer irrsinnigen Ideologie: Wachstum & Wettbewerb (sprich: Marktbeherrschung, Re-Feudalisierung der Welt und Oligopole, die Preise diktieren und die Armut verschärfen) Natürlich ist auch der westliche Konsumwahn (sprich: „Wachstum“), die Verfütterung von 60% des Getreides an tierische Produktionsmaschinen (als Lebewesen werden sie ja nicht mehr behandelt) in industriellen Gulags (CAFOs), die Perversion der forcierten Erzeugung von „Biotreibstoff“ für prestigeträchtigen Schwachsinn wie SUVs, (der wieder mit Erdöleinsatz und  massiver Umweltzerstörung hergestellt wird…), die steuerliche Bevorzugung des Flugverkehrs, die Subvention von Kohle und Atom und vieles mehr Ausdruck des Irrenhauses, in dem wir leben und das uns als rationale Wirtschaftspolitik verkauft wird ….)

Undemokratische Organisationen wie die WTO, die Weltbank und der IWF – aber auch die EU – haben Strukturen gefördert, die unvereinbar sind mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, den Menschenrechten und den ökologischen Imperativen, die die Säulen unsere Lebensgrundlagen bilden. Sie haben die Armut und damit den Hunger (bzw. Mangelernährung) vergrößert und quasi zementiert, und gleichzeitig die astronomischen Gewinne der dominanten Marktakteure ermöglicht.

Dies soll an einem konkreten Beispiel dargestellt werden, einem Produkt, das wir wohl alle gerne konsumieren:

Kaffee

Was kostet ein Kilo guter Kaffee für den Konsumenten im Einzelhandel?  Etwa 10 Euro, also etwa 15 US-Dollar. Raten Sie mal, wie viel davon bekommt wohl der Kaffeebauer? Wieviel davon der Kaffeeexporteur? Ein Drittel, ein Viertel? Weit gefehlt.

Schauen wir uns die Verhältnisse am Beispiel der Kaffeepreise in Uganda an. Nach den Monatsberichten der  „Uganda Coffee Development Authority“ brachte der Export von einem Kilo Rohkaffee im Schnitt

Juli 2008:       2,15 Dollar / kg

September      2,10 Dollar / kg

Dezember       1,63 Dollar / kg

Mai 2009        1,53 Dollar / kg

In Euro ausgedrückt hat sich der Exportpreis also in 10 Monaten von EUR 1,43 auf EUR 1,02 reduziert (wobei natürlich auch der Wechselkurs eine Rolle spielt). Er ist also um 29% gefallen. Auch wenn man weiter zurückgeht und die Entwicklung über Jahre anschaut, die Tendenz ist immer die gleiche: die Preise fallen und fallen und das ist natürlich kein Zufall, denn das ganze System des „Welthandels“ ist so angelegt, dass die Erzeugerpreise fallen müssen, dass gewaltige Überschüsse entstehen, die den großen Händlern und Verarbeitern ständig fallende Einkaufskosten bescheren, während der Preis für den Konsumenten nicht gesenkt wird oder sogar steigt, sodass es ein Kinderspiel ist, in diesem System ständig steigende Gewinne zu machen (siehe Nestlè & Co.)

Die verzweifelten Bauern versuchen natürlich die Verluste durch Steigerung der Produktion wettzumachen, werden also mehr oder weniger dazu gewzungen, was aber letztlich den Preisverfall wieder beschleunigt. In diesem System kann der Produzent NUR verlieren. Die Zahlen aus Uganda zeigen auch diese systemische Ausbeutung auf:

Im Jänner 2009 wurde nur  8%  weniger Rohkaffee exportiert als im Jänner des Vorjahres, aber der Wertverlust war 23%. Im May 2009 nahm die Exportmenge gegenüber dem Vergleichsmonat um 4,7% ab, aber der finanzielle Verlust war bereits 31,3%. Zwischen Oktober 2008 und Jänner 2009 wurde das Exportvolumen um 7% gegenüber dem Vorjahr gesteigert, aber die Einnahmen stiegen nur um 0,66%.

Dieser eingebaute Abwärtstrend hat natürlich fatale Folgen für diese Länder, deren Exporte zu einem Löwenanteil aus der Landwirtschaft bestritten werden. Denn obwohl sie den „Rat“ der „Freihandelstheologen“ befolgten (IWF, Weltbank, WTO, EU) und vermehrt „Cash Crops“ exportierten, kommen sie aus der Schuldenfalle nicht heraus. Warum? Obwohl die Exporte ständig ausgeweitet werden, sinken die Einnahmen, aber gleichzeitig steigen die Produktionskosten (schon alleine durch die steigenden Energiepreise).

Das können nur Großbetriebe überleben, aber der weitaus größte Anteil in den „Entwicklungsländern“ sind natürlich Kleinbauern, die diesen unfairen Preiskampf nicht lange durchstehen. Ende der 1990er Jahre fiel der Welt-Kaffeepreis in vielen Fällen unter die Produktionskosten. Aber aus Sicht der neoliberalen Prediger ist auch das kein Problem: Entweder die Bauern bringen sich massenweise um (wie in Indien – das freut die Malthusianer ….), oder sie wandern in die Slums der Großstädte, wo sie bereit sind, unter sklavenähnlichen Bedingungen  in Sweatshops und anderen menschenverachtenden Systemen zu arbeiten. So garantiert der „Welthandel“ immer eine Reservearmee von verzweifelten Menschen, die bereit sind, unter unmenschlichen Bedingungen für das Wohl der Konzerne zu arbeiten.

Aber wie viel bekommt denn nun der Kaffeebauer selbst für seine Bohnen? In Uganda sind es derzeit etwa 35 Eurocent pro Kilo (zwischen 1000 und 1200 ugandische Schillinge) – wir erinnern uns, der Exporteur bekommt etwa 1 Euro und wir zahlen dafür etwa 10 Euro. Der Preis ist also um mehr als das 28-fache gegenüber dem Erzeuger gestiegen. Handel und Verarbeitung ist das große Geschäft, aber der Produzent, der das größte Risiko hat und seine Familie von diesem ständig und heftig schwankenen Einkommen ernähren muss, bekommt nur die sprichwörtlichen „Peanuts“, also so gut wie nichts.

Stellen Sie sich mal ihr, ihr Einkommen würde trotz harter Arbeit kontinuierlich sinken, unter das Existenzminimum und sie könnten nichts dagegen machen….

Was passiert, wenn die Bauern in Uganda aufgeben müssen? Kein Problem, die Weltbank und andere „Entwicklungshelfer“ sorgen schon für Ersatz. So wurde z.B. in Vietnam eine super-billige (minderwertige) Kaffeeproduktion gefördert, die die Preise noch weiter in den Keller trieb und nebenbei noch große Urwaldgebiete zerstörte (was natürlich den Klimawandel forcierte) – mehr dazu weiter unten.

Deutschland feierte kürzlich den 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, aber für die Menschheit insgesamt war das – aus heutiger Sicht – kein Grund zum Feiern. Warum nicht?

Schon wenige Monate nach dem Mauerfall, zog sich die USA vom so genannten ICA, ein internationales Handelsabkommen für Kakao und Kaffee, das Ende der 1960er Jahre unter Führung der UNabgeschlossen worden war, zurück und in der Folge  kündigten auch andere Länder ihre Teilnahme auf, so dass die Kontrolle der Produktionsmengen und damit einigermaßen stabile Erzeugerpreise nicht mehr funktionierte. Die Folge waren dramatische Preisverluste für die Bauern, hunderttausende wurden in den Ruin getrieben, viele brachten sich um, oder mussten ihr Land auf der Suche nach Arbeit, verlassen.

Die historische Fakultät der Universität in Santa Cruz (Kalifornien) hat eine kleine Geschichte des Kaffeeanbaues auf ihrer Website veröffentlicht. Darin heißt es u.a.:

„Der Rückzug der USA aus dem ICA war symptomatisch für die globalen wirtschaftlichen Veränderungen in der Zeit nach Ende des kalten Krieges, die gravierende Auswirkungen auf den Kaffeehandel hatten. Ohne die Bedrohung des Kommunismus sahen von den USA geführte Organisationen wie der IWF und die Weltbank keinen Grund mehr, marktradikale, neoliberale Wirtschaftspolitik auf kleiner Flamme schmoren zu lassen. Das Streben nach Profiten musste jetzt nicht mehr wegen der Bedürfnisse nach sozialer Gerechtigkeit  gezügelt werden, denn das „Ende der Geschichte“ war gekommen. Jetzt konnte man endlich voll zuschlagen ….

Voller Sieg des Kapitalismus, keine Gefahr mehr durch den gescheiterten Soviet-Sozialismus (der natürlich mit Marx’schen Ideen einer neuen Gesellschaft relativ wenig zu tun hatte …)

IWF und Weltbank haben großzügig Kredite an „Entwicklungsländer“ vergeben, um damit Infrastrukturprojekt zu finanzieren (dieses Geld floss zum größten Teil wieder an die Geberländer zurück, weil deren Konzerne die Projekte durchführten), die meistens überdimensioniert waren und kaum der eigenen Bevölkerung nutzten. Als Bedingung mussten „Strukturanpassungs-programme“ (SAP) durchgeführt werden, die den Abbau von Sozialprogrammen und Preisstützungen für Nahrungsmittel; Deregulierung und Privatisierung verlangten.  Exportwaren mussten direkt auf dem Weltmarkt verkauft werden, mit einem Minimum an Steuern und Zöllen.

Die verheerenden Effekte der neoliberalen Politik sind am Beispiel Vietnams zu sehen:

Anfang der 1990er Jahre erhielten die Bauern hohe Kredite um den Kaffeeanbau dramatisch auszuweiten. Dabei wurde nicht nur Regenwald und die dazugehörige Fauna weitgehend zerstört, sondern auch viele indigene Gruppen vom Land ihrer Väter vertrieben, die mit und vom Regenwald gelebt hatten, und den unschätzbaren Wert dieses Ökosystems nicht so gering achteten, wie die vermeintlichen Vertreter des „Fortschritts“.

Im August 2000, attackierten mehr als 150 Mitglieder der Edeh in der Provinz  Dak Lak (zentrales Hochland) eine Kaffeefarm, zerstörten Häuser und brannten zwei Hektar mit Kaffeesträuchern nieder. Obwohl die Regierung hart durchgriff und sogar das Militär einsetzte, eskalierte der Widerstand und tausende gingen auf die Straße, ja blockierten sogar ganze Straßen, um gegen diese menschenverachtende Form der „Entwicklung“ zu protestieren. Nach zwei Wochen mussten sie sich geschlagen geben … (Ähnliche Szenen spielen sich natürlich an vielen Orten der Welt ab, wo der „Fortschritt“ und die „Entwicklung“ auf Kosten der Menschen durchgesetzt werden, aber in den Medien erfährt man davon so gut wie nichts…)

Und die vietnamesischen Kaffeebauern? Haben die wenigstens etwas gewonnen? Schön wär’s.

Um diese Kredite zurückzahlen zu können, mussten sie den Kaffee so schnell wie möglich auf den Weltmarkt bringen. Diese Kaffeeflut bewirkte einen dramatischen Preisverfall mit verheerenden Folgen für hunderttausende Bauern weltweit. Während die Proponenten dieses Systems behaupten, dieser Irrsinn hätte tausende Arbeitsplätze in Vietnam geschaffen, ist die traurige Wahrheit, dass die Kaffeebauern in Vietnam aus der Schuldenfalle nicht mehr herauskommen. Schwankungen der Währung und der Zinsen hängen wie ein Damoklesschwert über ihnen und die Banker dieser Welt strahlen: denn der IWF ist in Wahrheit ein Bankenkartell unter Führung des US-Finanzministeriums… Dass diese Herren „systemrelevant“ sind, egal welche horrenden Schäden sie auf der Welt anrichten, wurde ja erst kürzlich wieder gezeigt … Too Big to Fail (Firmen), too Small to Survive (Menschen) …die Tragik der modernen „Wirtschaft“

Man darf ja auch nicht vergessen, dass die „Plantage“ ja Ausdruck und Ergebnis der kolonialen Ausbeutung war und ohne die brutale Sklaverei, die großen Gewinne mit Zuckerrohr, Kaffee, Kakao, Baumwolle nicht möglich gewesen wären. Diese Denkschule der „Plantagenwirtschaft“ gibt es noch heute, sie ist nur etwas subtiler und heißt heute „Globalisierung“ und auch sie braucht Arbeitssklaven ….nur die Ketten wurden abgeschafft uns durch unsichtbare „Zwänge“ ersetzt ….

Zwischen 2000 und 2004 sanken die Kaffeepreise wegen der bewusst geförderten Überproduktion auf ein absolutes Rekordtief (die Bauern bekamen weniger als 1960!), wodurch 25 Millionen Menschen, die vom Kaffeeanbau leben, in eine extreme Notlage gerieten und ihre Familien ins Elend gestürzt wurden. Die Weltkaffeeproduktion im Jahr 2002 betrug etwa 116 Millionen Säcke (à 60 kg), während nur fünf Millionen dieser Säcke konsumiert wurden.  Die von der Weltbank geförderte Ausweitung der  Kaffeeproduktion in Vietnam um das 14-fache war also ein Anschlag auf die Überlebensfähigkeit der Kleinbauern zugunsten der stark steigenden Gewinne der fünf großen Kaffeeverarbeiter und des konzentrierten Einzelhandels.

Der Kaffeeabsatz stagniert im Großen und Ganzen, die reichen Länder trinken ohnehin schon mehr als vielleicht aus gesundheitlicher Sicht gut für sie ist. Trotzdem wird die Produktion weiter ausgeweitet, das muss zu weiteren Preisverfällen führen, damit die Gewinnspannen trotz stagnierender Umsätze weiter steigen …. Es ist nie genug … Die Investoren wollen doch steigende Renditen sehen, wo die in einer begrenzten Welt herkommen, interessiert nicht ….

Nach dem Hinscheiden des ICA, ist der Anteil der Erzeugerländer am Profit des Kaffeegeschäftes  von 40% auf ca. 12% gesunken. Das große Geschäft ist die Veredelung, die zur Gänze in den westlichen Industrieländern stattfindet. Nur die „Fair Trade“ Produkte sind ein Ansatz, den Produzenten ein Einkommen zu gewährleisten, von dem sie auch leben können.

Das globale Kaffeegeschäft dreht sich inzwischen um mehr als 140 Milliarden Dollar (zweitgrößter Handelswert an den Terminbörsen), nach Erdöl das lukrativste Geschäft mit Rohstoffen, die durch die Verarbeitung gigantische Gewinne bescheren ….

Die Kaffeebauern der Welt werden gegeneinander ausgespielt (wen kann man noch mehr auspressen, wo gibt es noch brutalere Produktionsbedingungen, noch weniger Ansprüche auf Menschenrechte, etc.) und die großen Food-Multis (eine Handvoll beherrscht den Markt) kassieren gigantische Gewinne. Das ist das gern ignorierte wahre Wesen von „Wettbewerb“ und „Wachstum“, von dem neoliberale Politiker ständig schwärmen ….  „Wachstum“, das über Leichen geht …

Papst Benedikt hat in seiner Rede zum Welternährungsgipfel etwas sehr wichtiges gesagt:

Es ist nötig, sich [folgende Dingen] entgegenzustellen:

  • jene Formen der „Hilfe“, die schweren Schaden in der Landwirtschaft anrichten,
  • jene Sicht der Nahrungsproduktion, die nur auf Konsum ausgerichtet ist und den größeren Kontext [soziale und ökologische Folgen] völlig außer Acht lässt und besonders
  • der Gier, die das hässliche Gesicht der Spekulation sogar in der Vermarktung von Getreide auftauchen lässt, als ob Lebensmittel wie jede andere Ware zu behandeln seien …

Damit hat er einen zentralen Punkt getroffen, der in der endlosen Debatte über den Hunger in der Welt, so gut wie nie erwähnt wird. Denn natürlich sind Lebensmittel etwas besonderes, weil sie unverzichtbar sind. Man kann als „Konsument“ Macht ausüben, wenn man bewusst eine Ware nicht kauft, aber auf Essen kann niemand verzichten.

Dass Lebensmittel wie Socken oder Nägel behandelt werden, verdanken wir der WTO und dem „Agreement on Agriculture“. Dass nur mehr der Papst echte Kritik an den systemischen (und moralischen) Ursachen von Hunger und Armut übt, während unsere Journalisten nur mehr die „Talking Points“ wiederholen, die irgendwelche (von den Konzernen gesteuerten) Think-Tanks bzw. deren Gesandte („Experten“) ihnen vorsetzen, ist ein Trauerspiel der besonderen Art.

Sie reden über Bevölkerungsexplosion, Biosprit, fehlenden Investitionen und Korruption, aber die systemischen Ursachen von Armut und Hunger – die verheerende Wirtschafts- und Handelspolitik des  neoliberalen Marktkultes, die gewollte Konzentration von Profit und Macht in den Wirtschafts- und Finanzeliten, die auf Handlanger-Dienste reduzierte Rolle der Politik, die bewusst in Kauf genommene hohe Arbeitslosigkeit, die „beschränkte Haftung“ der Wirtschaftsführer für nie dagewesene ökologische Zerstörung, Plünderung öffentlicher Haushalte  und soziale Verelendung, all das ist kein Thema für sie.

Die Verzweiflung und Stigmatisierung von Hartz IV-Beziehern,  die bedrohte Existenz (auch unserer) Bauern, mehr als 150.000 Selbstmorde alleine in Indien – no Big Deal.. Aber wenn sich ein Fußballer umbringt, ist nationale Trauer  und große Betroffenheit angesagt …

Der Journalist als Autist, als Medienschaf, das mit den anderen im Chor blökt …. (Agenturmeldungen wiederkäuen und möglichst Denken vermeiden ….) und wir hungern nach Wahrheit ….

P.S. Es gibt noch wenige Ausnahmejournalisten, die uns wirklich helfen, die Welt besser zu verstehen und die Hintergründe zu erkennen, z.B. HIER., sollten wir solche raren Dokumente der Pressefreiheit nicht durch Abos der Printversion unterstützten?  …. Diese Zeitung hat finanzielle Probleme (kein Wunder, denn sie ist völlig unabhängig und keine Massenware ….) und dennoch kann man das Online-Archiv gratis benutzen, weil eben nicht das Profitmotiv im Vordergrund steht ….

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Hysterie, Pandemie, Infamie? Medien und Schweinegrippe

10/25/2009 · 2 Kommentare

Big PharmaDies ist eine Replik zur  WDR-Sendung Hart, aber Fair“ vom 21.10.2009. Welche Fakten wurden nicht erwähnt bzw. welche irreführenden Aussagen nicht korrigiert?

Haben die beiden Kritiker, die Ärztin Angela Spelsberg und  der Journalist Markus Grill vom SPIEGEL Recht? Ist das Ausrufen einer „Pandemie“ politisch begründet und nicht wissenschaftlich?

Darauf antwortet Jörg Hofmann auf der Faktencheck Website:

Entsprechend den Definitionen der WHO, nach denen Ausbrüche bewertet werden, handelt es sich bei dieser Grippe tatsächlich um eine Pandemie. Ein Erreger muss sich dabei in mindestens zwei WHO-Regionen gleichzeitig von Mensch zu Mensch ausbreiten. Es wird nicht vom Auftreten entsprechender Erkrankungen sondern lediglich von Infektionen gesprochen. Eine Entwarnung zum derzeitigen Zeitpunkt ist nicht angebracht.“

DIE UNERWÄHNTEN FAKTEN:

Eine Epidemie wird alszeitlich und räumlich gehäuft auftretende Massenerkrankung“ definiert. Wenn es sich um eine rasche, kaum noch zu verhindernde Ausbreitung handelt,  spricht man von einer Pandemie. (griechisch pan = alle, demos = das Volk) Dieser Begriff suggeriert natürlich, dass praktisch die ganze Welt betroffen ist (Stufe 6) und dass es eine sehr große Ansteckungsgefahr gibt. Die Klassifizierung als Pandemie heißt aber nicht automatisch, dass hier eine große Gesundheitsgefahr bzw. Lebensgefahr besteht.

Außerdem ist wichtig daran zu erinnern, dass die WHO ja die Definition einer Pandemie geändert hat, damit sie überhaupt ausgerufen werden konnte. Ein einmaliger Vorgang, der natürlich entsprechende Kritik auslöste: Wer profitiert von dieser Änderung, wer hat Druck auf die WHO ausgeübt? Eines der Länder war z.B. Großbritannien, ein Land in dem  zufällig einer der größten Pharmakonzerne und Impfstoffhersteller der Welt zu Hause ist: Glaxo-Smith-Kline.

„Die alte Definition war ein neues Virus, das sich rasch ausbreitete, weil es keine Immunität gab und sowohl hohe Erkrankungszahlen als auch Todesraten. Jetzt hat man die beiden letzten fallengelassen und deshalb kann die „Schweinegrippe“ als Pandemie kategorisiert werden.“

Zitat aus einem Spiegel-Interview mit dem Epidemiologen Thomas Jefferson vom 21.Juli 2009

Am 11.Juni 2009 meldete AP, dass die höchste Warnstufe 6 von der WHO ausgerufen wurde. Dies bewirkt automatisch das Inkrafttreten so genannter Pandemiepläne, die die Herstellung eines Impfstoffes bzw. die Beauftragung dazu durch die Regierungen (die Zulassung erfolgte durch ein „Fast Track Approval der EMEA) zwingend vorsehen, weil man überzeugt ist, eine weitere Verbreitung müsse gestoppt werden. Trotz dieser angeblichen Gefahr wurden aber keinerlei Reisebeschränkungen empfohlen oder durchgeführt.

Am Tag dieser Meldung wurde die „Schweinegrippe“ aus 74 Ländern gemeldet, man sprach von 29.000 Infizierten, von denen allerdings „die meisten nur milde Symptome zeigten und keine Therapie in Anspruch nehmen mussten.“ (AP-Meldung zur Stellungnahme der WHO).

Äußerst seltsam ist auch, dass die WHO folgende Empfehlung herausgab:

„Countries with no or only a few cases should remain vigilant. Countries with widespread transmission should focus on the appropriate management of patients. The testing and investigation of patients should be limited, as such measures are resource intensive and can very quickly strain capacities,“.

Jene Länder, wo es bereits zu einer großen Ausbreitung gekommen sei, sollten sich auf die Behandlung der Erkrankten konzentrieren:

Das Testen und Befragen der Patienten sollte begrenzt sein, da diese Maßnahmen sonst die vorhandenen Kapazitäten überlasten würden.“

Was ist denn das für ein Unsinn? Wie kann man Erkrankte richtig behandeln, wenn man nicht einmal gründlich getestet hat, ob ein und wenn ja, welcher Virentyp/-stamm die Symptome ausgelöst hat? Woher weiß man denn dann, dass es sich überhaupt um den H1N1-Erreger handelt? In Wahrheit wurden praktisch alle Patienten in den USA mit „flu-like symptoms“ (Grippe ähnlichen Symptomen) als Pandemiefälle geführt, während in den meisten Entwicklungsländern gar keine entsprechenden Labors vorhanden sind, um die Viren eindeutig zu identifizieren.

Frau Chan wies aber auch darauf hin, dass besonders in den armen Ländern, die Gesundheitsgefahr am größten sei – eben weil der Ausbruch von Krankheiten und Epidemien natürlich auch von sozialen  Faktoren abhängt: Armut, Mangel- und Unterernährung, fehlende Hygiene (kein sauberes Wasser, keine Kanalisation), Arbeits- und Hoffnungslosigkeit, all das führt zu einer Schwächung des Immunsystems und damit ist der Boden für eine Ansteckung bereitet; das Virus alleine ist nicht das Problem, aber genau das will uns die Pharmaindustrie weismachen.

Die Experten vom „Faktencheck“ werfen Frau Dr. Spelsberg vor, zu ignorieren, „dass  bei den in der Vergangenheit aufgetretenen Pandemien oft eine zweite Welle mit aggressiveren Erregern aufgetreten ist“. Man muss mit solchen Szenarien rechnen, Grippeviren sind unberechenbar. Wenn so etwas eintreten sollte, kann derjenige, der geimpft ist, sehr froh sein.“

Wenn das Virus mutieren sollte und in einer „aggressiveren Form“ wiederkehrt, nutzt aber auch die Impfung nichts, denn das Antigen stammt ja von der bereits vor Monaten identifizierten Variante. Aus dieser Perspektive ist auch die so genannte „saisonale Impfung“ ein Witz, denn bis der Impfstoff produziert ist, kann sich das Virus schon wieder geändert haben…

Das bestätigt auch Tom Jefferson (siehe Spiegel-Link weiter oben), und weist darauf hin, dass an der Entstehung “grippaler Infekte” auch noch andere Viren (und auch Bakterien) beteiligt sind, die in diesem Zusammenhang völlig ignoriert werden, weil man mit den “Grippeviren” das große Geschäft machen kann.

Nach seinen Untersuchungen ändert die saisonale Grippeimpfung nichts daran, dass in den Wintermonaten mehr Leute an „Grippe“ (oft an Komplikationen wie Lungenentzündung) sterben. Die Wirkung dieser Impfungen sei also bestenfalls „begrenzt“. Außerdem zeigten die Studien, dass eine Wirkung eigentlich nur bei gesunden, jungen Erwachsenen festzustellen sei, aber bei Kindern und Älteren, eine verbessere Immunität nicht erkennbar sei.  Auch müsse man endlich berücksichtigen, dass die Umweltbedingungen (auch im sozialen Sinn) eine große Rolle bei der Entstehung von Epidemien spiele.

(siehe dazu und über die Wirkung / Gefahren von Impfstoffen meine vorherigen Beiträge  HIER)

„Whether it’s our scientists or externally, clearly there’s a high degree of concern that the strains are going to continue to evolve and manifest themselves in different ways, and it’s very possible that the vaccines that are being produced for H1N1 right now will not be effective as the strains mutate and evolve over time“.

(Bob Parkinson von Baxter International, räumt ein, dass  der  jetzt hergestellte Impfstoff  bei einer Mutation des Virus nicht mehr wirksam sein wird…. )

Quelle: Chicago Tribune 19.10.2009

Zur Person Beda Stadler, der eines der größten Assholes ist, das sich je unter dem Deckmantel der Wissenschaft, in den Medien selbst als Gralshüter der Vernunft inszeniert hat, muss ausführlich berichtet werden. Seine bissige und entwürdigende Polemik, seine arrogante und selbstherrliche Art hat dazu geführt, dass sich in der Schweiz viele weigern, mit ihm auf einem Podium zu diskutieren: Es gibt keinen Diskurs, wer seine Ansichten nicht teilt, wird beschimpft und in den Dreck gezogen (er verglich z.B. Impfgegner (Masern) mit „Holocaust-Leugnern“ und nannte sie eine größere Gefahr, als jene, die von Atomkraftwerken ausging…) . Bei Plasberg hat er sich ja noch zurückgehalten…

Er wird immer als „Immunologe“ vorgestellt, aber niemand kümmert sich darum, von welchen Firmen sich Herr Stadler seine Forschung – und seine Tiraden gegen industriefeindliche Denkarten (Biolandbau, Ablehnung der grünen Gentechnik, Homöopathie etc.) – finanzieren lässt. Mehr dazu im nächsten Beitrag…

Zurück zum Hart, aber fair Faktencheck:

Zur Behauptung Stadlers, die über 60 –jährigen seien immun gegen die Krankheit…

Virologe Stefan Ludwig:

Derzeit zeigt das Virus in der Tat milde Verläufe, aber das muss nicht so bleiben. Auf das Szenario des plötzlichen Auftretens einer aggressiveren Variante muss man vorbereitet sein. Die Aussage, dass Menschen über 60 sich nicht mehr anstecken können, ist meines Wissens statistisch keinesfalls belegt.“

Vieles, was Herr Stadler sagt, ist nicht belegt, doch es ist auffallend, dass bei dieser „Grippe“ in erster Linie junge Erwachsene betroffen sind und weniger ältere Menschen, die sonst zu den Risikogruppen gehören.

Doch die Pharmaindustrie weiß genau, dass die Wirkung der Impfstoffe bei alten Menschen sehr schlecht ist, weil das Immunsystem mit zunehmendem Alter einfach immer schwächer wird (das ist ja Teil des Altwerdens, sonst würde ja letztendlich niemand sterben), deshalb versucht man, mit immer stärkeren Adjuvantien speziell für „Senioren“, das Immunsystem zu „stimulieren“, wobei gerade „MF-59“ eine Erhöhung der Antikörper-Titer bei alten Menschen bewirkt haben soll.  (Mehr zu MF-59 in meinem  früheren Beitrag  über Adjuvantien )

Bild1Nach meiner Auffassung ist das aber ein ebenso großer Irrsinn wie die gewinnträchtige Verabreichung weiblicher Hormone während bzw. nach der Menopause. Man muss einfach systemisch denken und akzeptieren, dass sich der Körper mit zunehmendem Alter verändert. Hier mit der chemischen Keule auf natürliche Abläufe einzudreschen bzw. sie umkehren zu wollen, ist verrückt und zeigt, wie blind diese Industrie ist, wie sehr sie immer noch ein biologisches System als Maschine betrachtet, die man „reparieren“ muss, wenn die gewünschte Leistung nicht mehr erbracht wird.

Eine gesunde Lebensweise ist – natürlich auch im Alter – die beste Vorsorge, den Körper insgesamt zu stärken. Den Leuten zu suggerieren, die bösen Viren und Bakterien liegen nur auf der Lauer, um uns zu bedrohen, und man könne sich nur durch Impfen schützen (was gar nicht eindeutig bewiesen ist), ist eine verzerrte Darstellung der Wirklichkeit, die natürlich den Interessen der Pharmaindustrie dient.

Ja, Viren sind nicht ungefährlich, weil sie – wie auch die Bakterien – Meister der Anpassung sind und ihr Erbgut rasch verändern können, wenn es die Umweltbedingungen verlangen. (Mehr dazu siehe meine vorherigen Beiträge zum Thema Impfen). Je mehr man sie unter Druck setzt (z.B. mit antiviralen Mitteln wie Oseltamivir (Tamiflu), desto schneller mutieren sie. Über die weitläufigen Resistenzen der häufigsten Grippenviren gegen Tamiflu habe ich ja bereits geschrieben)

Doch ständig neue Impfungen zu erfinden, um damit angeblich die Menschheit von großen Bedrohungen zu befreien, ist eine unzulässige Vereinfachung eines systemischen Problems. Krankheitserreger existieren nicht in einem Vakuum.

Es gibt nicht nur uns und den pathogenen Keim. Manche Viren leben jahrzehntelang in uns und es bricht trotzdem keine Krankheit aus. Ja wir tragen sogar in unserem Genom Segmente von Viren in uns, (auch darüber habe ich bereits geschrieben), die man lange Zeit als „Junk DNA“ (Link: siehe Fußnoten) bezeichnet hat, weil man nicht wusste, welche Funktion dieser Abschnitt hat (und eigentlich noch immer nicht wirklich versteht…)

Was die „Todesfälle“ durch Grippe betrifft: laut PEI zwischen 5.000 und 10.000 Menschen pro Jahr – auch diese Statistik ist mit Vorsicht zu genießen. (siehe Spiegel-Interview), denn oft wird die genaue Todesursache nicht festgestellt.

Aber nehmen wir an, die Statistik stimmt – nehmen wir einen Durchschnittswert von 7.000 Todesfällen – was heißt das? Zunächst müsste man schauen, in welchen Altersgruppen diese Todesfälle aufgetreten sind, ob andere (chronische) Krankheiten vorlagen, etc. Die Zahlen alleine sagen gar nichts aus.

Vergleicht man aber diese Todesfälle mit anderen Todesursachen, wird klar, dass hier eine Bagatelle aufgebauscht wird, um dem Impfgeschäft ein moralisches Mäntelchen umzuhängen. Man will doch diese Leute „retten“ (zum Vergleich: bis zu 25.000 Menschen sterben pro Jahr an unerwünschten Nebenwirkungen medikamentöser Therapien. Etwa 90.000 müssen im Krankenhaus stationär behandelt werden, wegen schwerer Nebenwirkungen )

Was sagt das  Statistische Bundesamt zu den Todesursachen?

  • Herz-Kreislauf  (43%) 360.000 Tote
  • Herzinfarkt (7,4%) 61.000 Tote
  • zusammen also mehr als 50%
  • Krebs (25%) 212.000 Tote
  • Atemwege, Verdauung (12%) 100.000 Tote

Wenn man einmal von den altersschwachen Personen absieht, wo damit gerechnet werden muss, dass das Herz einmal nicht mehr mitmacht, haben alle diese Krankheiten eines gemeinsam: ihr Entstehen hängt maßgeblich von der Lebensweise und den Umweltbedingungen ab.

Rauchen, falsche Ernährung, Umweltgifte (inkl. ionisierender Spaltprodukte aus Atomkraftwerken und Bombenexplosionen) Bewegungsmangel, sozialer Stress, das sind die Hauptfaktoren für ihre Entstehung und ständige Zunahme. Genetische Faktoren spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle (auch wenn man uns anderes erzählt…um unser Verhalten weiter steuern zu können, im Sinne des hirnlosen Konsums..) und auch die Tendenz, Viren immer mehr für die Entstehung von Krebs verantwortlich zu machen, hat offensichtliche Ursachen.

Eine Änderung des Konsumverhaltens zu einer gesünderen Lebensweise ist nicht erwünscht, denn das hieße, dass der ganze Mist, den man uns andreht (Junk Food, Convenience Food (denaturierte, hoch verarbeitete Produkte, die „tot“ sind und mit künstlichen Vitaminen, Aromen, etc. aufbereitet werden; Verharmlosung der sehr bedenklichen Pestizide sowie anderer Chemikalien, die ohne je ausreichend getestet worden zu sein, tonnenweise verwendet werden siehe z.B. Weichmacher – Phthalate - im Plastik und REACH Initiative der EU, die aber gründlich entschärft wurde…)

In den letzten Monaten wurde z.B. eine Diffamierungskampagne gegen die Biolandwirtschaft in den Medien durchgeführt (Herr Stadler ist der erste, der sich über biologische Landwirtschaft lustig macht, er wird ja auch dafür bezahlt, dass er grüne Gentechnik promotet, obwohl er nichts von Agro-Ökologie versteht).

Das eigentliche Ziel waren aber nicht die Biobauern oder die überzeugten Anhänger, sondern alle jene, die vielleicht auf die Idee kommen könnten, ihre Lebensweise zu ändern. Im Sinne einer ökologischen – dringend erforderlichen – Wende. Das muss unbedingt verhindert werden. Vorgezeigt hat diese PR-Strategie schon seit Jahrzehnten die Tabakindustrie:

Man macht sich lustig über die Rauchgegner, bezeichnet sie als Leute, die „nicht genießen“ können, bei den Bio-Freaks und Veggies heißt es dann eben, das sei alles Aberglaube oder Esoterik. Sie werden als „Körndlfresser“ denunziert, und zur Belustigung in den Medien vorgeführt..Aber jeder, der Bio isst und die seriösen Studien kennt, weiß, dass diese billige Polemik nur ein System aufrecht erhalten soll, das unsere Lebensgrundlagen zerstört und – während man uns vorgaukelt, es handle sich um die „Freiheit“ selbst zu entscheiden, wie man lebt – die Profite der Food-Multis, der Handelsketten und der chemischen Industrie (vor allem auch Agrochemie) weiter ansteigen lässt.

Die sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Kosten werden dabei „externalisiert“, also der Gesellschaft aufgebürdet. Kein Wunder, dass die Kosten für das „Gesundheitswesen“ (eigentlich Verwaltung der Krankheiten) explodieren. Die Konsumenten werden gezielt verblödet, gesunde Lebensweise lächerlich gemacht und die eindeutige positive Wirkung biologischer Landwirtschaft geleugnet. Bloß keine tief greifende Veränderung im Bewusstsein der „Konsumenten“.

Dass man durch gesunde, ökologisch bewusste Lebensweise viel mehr zur Verhinderung von Krankheiten beiträgt, als mit einer Impfung, deren Wirkung und Risikofreiheit gar nicht bewiesen ist, das soll sich in den Köpfen der Menschen nicht breit machen.

Eine Prävention, an der man nichts verdient, bzw. die z.B. en Absatz von Millionen Cortisonsalben, etc. schlagartig reduzieren würde ist uninteressant. Das zeigte ja auch das Beispiel mit der Avocadosalbe gegen Neurodermitis. Diese Leute haben keine Moral, sie produzieren nicht, um der Menschheit zu helfen, sondern nur wegen des enormen Profits (…letztendlich sind sie aber angetrieben von den Finanzmärkten, das darf  man nicht vergessen…)

Die Journalisten machen es sich aber viel zu einfach: Es werden immer die gleichen „Experten“ eingeladen, von den gleichen Instituten, Ministerien, Zeitungen oder trojanischen Pferden wie Think Tanks und bezahltenFrontgroups“, die sich oft ebenfalls als „Institute“ bezeichnen damit der Eindruck entsteht, es handle sich um unabhängige, seriöse Wissenschaftler. Deshalb kommt bei den Debatten auch immer das Gleiche heraus:  So gut wie Nichts.

Der Zuschauer hört die eine Seite, dann die andere und muss einfach entscheiden, wer glaubwürdiger ist. Es gibt keine Quellenangaben, kein Hinterfragen der Motive von Leuten wie Stadler oder Mitarbeiter des PEI und RKI, und Professoren sind anscheinend sakrosankt, auch wenn sie sich  sehr unprofessionell  benehmen (siehe Stadler – seine Reaktion auf die Avocadosalbe war ja eindeutig).

Die stichhältige Überprüfung der Aussagen oder der Authentizität der Personen kann man von heutigen Journalisten wohl nicht erwarten. Dazu ist das „Format“ auch kaum geeignet…

Die Aussage von Herrn Schröder etwa, dass die beiden Impfstoffe  (einer für die Bundesregierung bzw. die Bundeswehr, der andere für die Bevölkerung) im wesentlichen“  [in ihrer Wirkung und was das Risiko von Nebenwirkungen betrifft] gleich seien, ist falsch. (Sowohl was die Herstellung als auch das Vorhandensein von Adjuvantien betrifft – mehr dazu in den anderen Beiträgen zum Thema „Impfen“ ) Das weiß auch Herr Stadler und wenn man sich das Video der Sendung ansieht, ist ein Grinsen in Stadler’ Gesicht die unmittelbare Reaktion auf die Aussage  Schröders, der als Vertreter des Gesundheitsministeriums entweder unglaublich naiv ist, oder ziemlich verlogen.

So schreibt der Spiegel Online über die erste Plasberg Sendung zum Thema Schweinegrippe:

Wie alle Journalisten bekam auch Plasberg in seiner Sendung nicht mehr heraus als: Nichts Genaues weiß man nicht“ (30.04.2009)

Bei dieser Art des nach Quoten schielenden „Infotainments“ wird sich das auch kaum ändern…denn Stadler wird ja eingeladen, weil er immer für einen Eklat gut ist, nicht für seine seriöse und unabhängige Expertise.

„Worldwide, most patients infected with the pandemic virus continue to experience typical influenza symptoms and fully recover within a week, even without any form of medical treatment.“

WHO-Meldung (gekürzt) vom 21. August 2009

Diese Meldung ist im Kontext der Behandlung mit antiviralen Mitteln wie Tamiflu zu sehen, doch die Bewertung der Gefährlichkeit ist klar. Dass die WHO oft doppeldeutige Stellungnahmen abgibt, habe ich ja bereits kritisiert (siehe dazu ausführliche Informationen über Tamiflu in meinen vorhergehenden Beiträgen mit dem tag „Impfen“)

Mehr über die Hintergründe der dubiosen Ansichten Beda Stadlers (der von manchen als „Beda Roche“ bezeichnet wird)   im nächsten Beitrag.

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Atomdebatte: Wir sind das Endlager

10/14/2009 · 3 Kommentare

july21

Gestern gab es im deutsch-französischen Sender ARTE eine sehr interessante Reportage zum Thema  „Albtraum Atommüll“. Es ging aber auch darum, ob man generell den Versprechungen der Atomwirtschaft bzw. deren Befürworter trauen kann.

Nachdem die Akzeptanz der Atomenergie spätestens nach Tschernobyl ihren absoluten Tiefpunkt erreicht hatte, sah es für die Zukunft der  Atomlobby ziemlich düster aus. Doch der drohende „Klimawandel“ und die damit eingeleitete Dauerdebatte über die unverzichtbare Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes, brachte ungeahnte Möglichkeiten, die Wahrnehmung der Menschen zu beeinflussen, sodass das Märchen von der „sauberen Kernenergie“ wieder aufleben konnte (ungeachtet der Tatsache, dass auch durch die Atomwirtschaft CO2 produziert wird, siehe dazu meine beiden ersten Beiträge zum Thema „Atompolitik“ hier auf diesem Blog)

ARTE Themenabende laufen meistens nach dem gleichen Schema ab: zuerst gibt es eine spannende und gut recherchierte Reportage, aber dann folgt eine Debatte, die ziemlich langweilig ist, weil sie nichts Neues bringt. Zwar hat man inzwischen das Format geändert, sodass nunmehr auch Stimmen aus dem Volk zu Wort kommen, und auf dem Podium auch etwas lebhafter diskutiert wird, aber es ist keine effektive Moderation erkennbar, man hat das Gefühl, die Debatte driftet vor sich hin. (Auch der Internetauftritt von ARTE ist einzigartig: Nur deutsche und französische IP-Adressen dürfen die ARTE+7 Videos online ansehen – eine Zensur (des Publikums) ohne Gleichen, die die Grenzenlosigkeit des Internets ad absurdum führt…)

Der einzige Podiumsteilnehmer, der gestern etwas Schwung in den Diskurs brachte, war Herr Bütikofer als stv. Vorsitzender der Grünen Fraktion im Europaparlament . (Dass die Grünen in Deutschland auf Landtagsebene jetzt ihre Prinzipien in „Jamaika“ verraten, ist ein weiterer Dolchstoß für eine neue Politik weg von Kohle, Atom und Oligarchen…)

Er griff mehrmals ein, als das scheinheilige Gewäsch der beiden Atommanager (EdF bzw. AREVA) unerträglich wurde. So antwortete man auf den Vorwurf, es werde hier (in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague) eben nicht „recycelt“ (der Film zeigte, dass tausende Fässer Uran über 8.000 km nach Sibirien transportiert werden und nur 10% wieder zurückkommen; die restlichen Fässer sammeln sich  IM FREIEN an [man sieht sie mit Google Earth, weil es so viele sind!] ohne besonderen Schutzmaßnahmen…), sondern der – immer noch – schwach radioaktive Abfall ins Ausland verschoben, wovon offenbar nicht einmal die französische Umweltministerin informiert war…), es handle sich hier nicht um „Abfall“, sondern „radioaktive Stoffe“. Diese semantischen Raffinessen zeigen bereits, wie seriös diese Diskutanten sind, wenn es darum geht, transparent und wahrheitsgemäß über die Gefahren der Atomwirtschaft zu berichten.

Eine der Autorinnen des Beitrages war ebenfalls im Podium und fragte, warum denn nicht größere Mengen des Urans (aus den ausgemusterten Brennstäben) wieder verwendet werden und man stattdessen Russland diesen „kostbaren“ Rohstoff tonnenweise überlasse… Daraufhin hieß es, man müsse das wie ein „Sparschwein“ sehen, man wolle quasi diese Uranvorräte aufheben für später, wenn es mit dem Uran knapp werde… Auf diesem absurden Niveau ging es weiter, bis dann wieder Herr Bütikofer einwarf, man rede häufig von Kosten, aber kaum über Sicherheitsprobleme  und weiche nur aus, wenn kritische Fragen gestellt würden.

Schließlich antwortete der Manager von EdF, der Transport [über tausende km] sei doch standardisiert und diese „Regeln“ würden doch durch die IAEA vorgegeben und kontrolliert.  Alles paletti, also?

Weit gefehlt. Denn auch das marode „Endlager“ in den Salzstöcken (ASSE II) war von entsprechenden Gremien genehmigt worden und stellt jetzt das Bundesamt für Strahlenschutz vor schier unlösbare Probleme.

Eine grandiose Reportage zum Thema Atommüll und die systematische Täuschung der Öffentlichkeit zeigte der NDR Anfang September:  Christoph Lütgert aus der Panorama Redaktion hat  ein Stück investigativen Journalismus vom Feinsten produziert, auch deshalb, weil er klare Worte findet, die dem Ernst der Sache angemessen sind.  Lütgert besichtigt den „Laugensumpf“ in der Asse und ist entsetzt über das Ausmaß einer jahrzehntelangen Verantwortungslosigkeit, das hier offenbart wird.

(Link zum Video gibt es weiter unten)

Ein ehemaliger Arbeiter der Asse, der nach 9 Jahren an Leukämie erkrankte, bezeichnet die Lügen, die man den Arbeiter erzählt hatte, als „menschenverachtend“, denn man habe die Gefahren von Anfang an verharmlost, auch der Strahlenschutzbeauftragte. Wie immer wurden Ängste damit besänftigt, dass man den Leuten sagte, die radioaktive Strahlung „dort unten“ sei niedriger als die „natürliche“ Strahlung an der Oberfläche (gemeint ist z.B. Granit, Radon oder auch die Strahlung, die man bei längeren Flügen abbekommt – mehr zu den politisch motivierten „Grenzwerten“ später)

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz hat mittlerweile angesichts der immer größer werdenden Probleme mit dem illusorischen „Endlager“ resigniert: In einem Interview mit Wolfram König wird Klartext gesprochen:

„Die Herausforderungen für ein Endlager wurden systematisch unterschätzt“ …. „mit einem sicheren Endlager hat das aber auch gar nichts zu tun“… die Anlage kann absaufen und das Grundwasser kontaminieren..“

Doch die Wahrheit ist noch bitterer: hier geht es nicht um „Versagen“ im Sinne eines Irrtums oder einer Fahrlässigkeit, sondern um ein System der Verharmlosung und Verschleierung, das mit demokratischen Grundsätzen unvereinbar ist:

Detlef Möller, ein Historiker, hat nach Durchforsten der Archive eine klare Erkenntnis über die Geschichte der Asse gewonnen:

Schon 1967 gab es ein Positionspapier des zuständigen Oberbergamtes, aus dem klar hervorgeht, dass auf längere Sicht mit einem Eindringen von Wasser gerechnet werden muss: man müsse davon ausgehen, „dass kein Raum der Grube trocken bleibt“. Außerdem wusste man auch schon damals, dass der Gebirgsdruck so stark ist, dass die Kammern, in denen die Fässer gelagert werden sollen, eingedrückt werden, also das ganze einstürzen könne und der Wassereintritt natürlich die korrosive Wirkung des Salzes voll zur Geltung bringt. Die dramatische Folge ist natürlich, dass die radioaktiven Abfälle gelöst werden und damit in absehbarer Zeit das Grundwasser für zigtausende Menschen radioaktiv verseuchen.

Möllers Urteil ist vernichtend und zeigt die moralische Verkommenheit der deutschen Politik, die sich als Diener der Industrie anbiedert, auch wenn sie enorme Gefahren für Gesundheit und Umwelt erzeugt:

„ Mit Sicherheit wurden diese Umstände bewusst verschwiegen. Hier handelt es sich um eine taktisch kalkulierte Inkaufnahme erheblicher Risiken …diese Vorgänge sind geeignet, das Vertrauen in staatliche Organe grundlegend zu erschüttern..“

Hätte man die Atomenergie nicht um jeden Preis forciert: Wie vielen Kindern hätte man die traumatische Diagnose und Behandlung einer Leukämie ersparen können? (Dass die Kinderkrebsraten steigen, ist an sich ein unglaublicher Skandal, aber man hat sich scheinbar damit abgefunden. Wie vielen Menschen andere Krebsarten, monatelanges Leid und in vielen Fällen den Tod?

Stellen sich unsere erbärmlichen Politiker diese Fragen, wenn sie von einer „Übergangslösung sprechen, die die Atomenergie doch sein müsse, bis die erneuerbaren Energien „so weit seien“, einen größeren Beitrag zur Energieversorgung zu leisten. (Bei tausenden Jahren Halbwertszeit ein unglaublicher Schwachsinn, der aber in den Medien so hingenommen wird…) Ganz zu schweigen davon, dass man seit Jahrzehnten die Atom- und Kohleindustrie mit etwa 5 x soviel Subventionen unterstützt, als die dezentralen, erneuerbaren Energien, damit ihre Marktposition so klein wie möglich bleibt.. also eine  „self-fulfilling prophecy“ generiert wird…

Der Panorama-Reporter will wissen, „wie hoch hinauf“ die eklatante Verantwortungslosigkeit und Verlogenheit eigentlich geht und macht damit dem Beruf des Journalisten alle Ehre. Ohne Kontrolle der Macht durch die Medien sind wir verloren…

Der damals zuständige Forschungsminister Matthöfer will nichts von den Gefahren des Salzstocks gewusst haben, die „Experten“ hätten ihn falsch beraten.  Wird ein Minister dafür bezahlt, dass er ahnungslos ist? Insbesondere bei einem Thema, wo es – im wahrsten Sinn des Wortes – um Leben und Tod geht?

Moment Mal, wir haben doch Frau Merkel, eine promovierte Atomphysikerin, die müsste doch wissen, was Sache ist, die Frau gehört doch einer „christlichen“ Werten verpflichteten Partei an, die müsste doch entsprechend verantwortlich handeln?

Doch Herr Lütgert zeigt in wenigen Minuten, dass diese Frau auch eine moralische Autistin ist, wenn es um die Atomindustrie geht. Das „Endlager“ Morsleben,  das noch zu DDR- Zeiten eingerichtet wurde, ist eine weitere ökologische Zeitbombe: auch hier ein Salzbergwerk, auch hier Einsturzgefahr und Kontaminierung mit radioaktiver Lauge; Hier wurden nach der Wende – unter Merkel als Umweltministerin – zigtausende Kubikmeter radioaktiver Müll aus dem Westen eingelagert, bis zum Jahr 1998. „Merkel im O-Ton.“ Ich halte dieses Lager für sicher“ (N.B. hier wird eine Meinung geäußert, Warnungen gab es genug, aber Merkel ignorierte sie) Heute ist klar, dass die Sanierungskosten (soferne die überhaupt möglich ist) auf etwa 2 MILLIARDEN geschätzt werden, was natürlich der Steuerzahler übernehmen darf –nicht die Atomindustrie, die das Problem erschaffen hat.

Wer bei der letzten Wahl das Schreckensduo Merkel-Westerwelle gewählt hat, muss seinen Kindern erklären, wie man ohne Schamgefühl diese „Kernkraft“- Promoter an die Macht bringen kann (bzw. hält) … sie sind wahrhafte merchants of death(ich rede hier vom Normalbetrieb, nicht von den möglichen  „Unfällen“ – mehr zur „unschädlichen“ Strahlendosis später)

Zur Asse ist noch ein wichtiger Punkt anzuführen, der im Panorama-Beitrag nicht erwähnt wird: Zuständig für die Asse (Betreiber) war nicht das BA für Strahlenschutz, sondern das Helmholtz-Zentrum in München, das den absurden (wohl aus der PR-Industrie stammenden) Untertitel „Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt“ trägt und ein Dokument über die Asse  mit dem Titel „Erfolgreiche Einlagerungszeit“ ins Internet stellt. George Orwell wäre angesichts soviel „Doublespeak beeindruckt gewesen, meine Herren!

Was diese „Experten“ seit den 1960er Jahren dort konkret „untersucht“ haben, ist rätselhaft, denn auf der Hompage gibt es unter Präsentationen“ und dann „Ära der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten“ nur  ein 1- seitiges pdf-Dokument (wohl noch aus der Vorläufergesellschaft GSF);  diesen Level an Informationen hat man wohl einem Publikum zugedacht, dessen geistige Kapazität auf Kindergarteniveau stehen geblieben ist. Genau dort will man das „Volk“ ja haben, wenn es um das Verständnis der echten Gefahren der Atomindustrie geht. Diese Industrie hätte nie so einen massiven Einfluss auf die Politik gewinnen können (man denke nur an den EURATOM-Vertrag, der für immer und ewig die EU-Länder drangsaliert), ohne eine systematische Verschleierung ihrer wahren Aktivitäten und Risiken.

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Die "Hintergrundstrahlung" (rot)muss als Alibi für die angebliche Harmlosigkeit herhalten

Doch die Machenschaften der Helmholtz-Bande (beware of PPP!) sind nicht nur intransparent, sondern geradezu kriminell: (Auszüge BAS)

„Bereits 1988 sind diese Lösungen aus dem „Laugensumpf“ vor der Kammer 12 auf der 750-m-Sohle abgepumpt und ……in die Kammer 11 auf der 700-m-Sohle transportiert worden. Dort sind die Lösungen aus den Behältern auf die dort geschichteten Gesteinsbrocken … der teilverfüllten Kammer abgelassen worden.

Das geht aus dem Bericht eines Bergmannes aus dem Dezember 2008 hervor, der im Januar dem BfS vorgelegt und ausgewertet wurde. Um welche Mengen es sich dabei gehandelt hat und wo die radioaktiv kontaminierten Laugen verblieben sind, ist nicht bekannt.

….“Das Helmholtz-Zentrum München, das bis Ende 2008 Betreiber der Asse war, hatte ab 2005 ohne die erforderliche Umgangsgenehmigung nach Strahlenschutzverordnung kontaminierte Salzlösungen in andere Teile des Bergwerks transportiert. Diese Lösungen lagen deutlich über den Freigrenzen. Die belastete Salzlauge war aus dem Sumpf vor Kammer 12 auf der 750-Meter-Sohle durch ein Bohrloch in den so genannten Tiefenaufschluss in etwa 975 Meter Tiefe gebracht worden. Dieses Vorgehen wurde am 18.6.2008 gestoppt.“

Warum wurden diese Leute – inklusive Merkel – nie zur Rechenschaft gezogen? Warum hört man nichts von einer Anklage, von einer Ermittlung der Staatsanwaltschaft? In der Asse wurden auch Plutonium-Abfälle gelagert, Plutonium trägt seinen Namen zu Recht, denn es ist eines der gefährlichsten Stoffe, die die Menschheit je produziert hat und selbst winzigste Mengen haben das Potential, Krebs auszulösen.

Wenn man weiter recherchiert, kommt man zum gleichen Schluss wie der Panorama-Reporter: Das Wort „Entsorgung“ oder „Endlagerung“ im Zusammenhang mit radioaktiven Spaltprodukten ist ein Widerspruch in sich, eine Jahrtausendlüge, mit katastrophalen Folgen. (der nächste Horror ist Gorleben….)

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Die Idee, dass man hunderttausende Fässer, die für zig Generationen (nach menschlicher Zeitrechnung für die Ewigkeit) eine massive Bedrohung darstellen, irgendwo vergraben kann, und dann tausende Jahre unter Kontrolle hält, ist so absurd, dass man sich fragen muss, warum Leute wie Westerwelle, Merkel oder Atomlobbyisten nicht für verrückt erklärt werden, wenn sie von der Verlängerung der Laufzeiten von AKWs oder der „Übergangslösung“ sprechen, warum die Medien diesen gemeingefährlichen Schwachsinn auch noch übernehmen…

Wir sind das „Endlager“. Unsere Körper, unsere Zellen, unsere DNA, unsere Kinder.

Denn das Märchen von der „unschädlichen Dosis“, den „Grenzwerten“ und der „natürlichen Hintergrundstrahlung“ ist ein Witz, eine unglaubliche Lüge, die seit Jahrzehnten verbreitet wird, damit die Bevölkerung ruhig bleibt.

Der wirkliche Hammer in der  ARTE-Reportage war nicht der Transport tausender Tonnen Uran nach Russland, sondern die Aussage eines Wissenschaftlers, der auf einem Laptop eine Statistik zeigt, die die ständige Zunahme von Krypton 85 in der Atmosphäre darstellt. Ein erheblicher Teil davon wurde durch die Atombombentests produziert, aber mittlerweile emittierten die Wiederaufbereitungsanlagen MEHR als die 500 Bombenexplosionen zuvor.

Die Betreiber von La Hague behaupten in der Reportage, die radioaktive Strahlung sei zu gering, um die Menschen krank zu machen (das sagen ja alle). Man weigert sich sogar, den Begriff „Kontamination“ zuzulassen, es handle sich um Freisetzungen „ohne Effekte“ (!)

Doch dann erklärt der Wissenschaftler der Journalistin, dass diese Aussage „die Strahlendosis sei zu niedrig, um gesundheitliche Schäden anrichten zu können“ auf EINER VÖLLIG FALSACHEN PRÄMISSE beruht, nämlich dem so genannten Strahlenschutzmodell (ICRP). Dieses entstand auf der Basis der Studien, die nach der atomaren Explosion in Hiroshima durchgeführt wurden.

Aber damals wirkte eine hohe Strahlungsdosis, für sehr kurze Zeit (Milisekunden) VON AUSSEN auf den Körper ein. Das Verhältnis von Dosis zu Wirkung ist jedoch nicht einfach linear (also je kleiner die Strahlung, desto weniger Effekt und unterhalb eines Grenzwertes passiert gar nichts – das ist falsch!)

Die Gefahr von AKWs besteht jedoch in der CHRONISCHEN BESTRAHLUNG VON INNEN, weil die radioaktiven Isotope mit Nahrung und Wasser in den Körper gelangen.  Sehr geringe Strahlendosen und – quellen (wie z.B. Alphastrahlung), die von außen harmlos sind, richten aber innerhalb des Körpers verheerende Schäden an, weil sie ja die Zellen direkt bestrahlen – also mit ionisierender Energie „beschießen“. Wird ein Zellkern einmal getroffen, kann der Schaden wahrscheinlich noch repariert werden, doch kommt es zu wiederholtem „Bombardement“ mit ionisierender Energie (vor allem während der Reparaturphase), können die Schäden nicht mehr beseitigt werden und es kommt zu Doppelstrangbrüchen und Chromosomenschäden. Dies führt entweder zum Zelltod oder zu einer abnormalen Zellteilung, was die Basis für Krebswucherungen ist. (Siehe dazu auch meine beiden vorhergehenden Blogs zum Thema Atompolitik)

Jeder, der den weiteren Ausbau der „Kernenergie“ (verharmlosender Begriff!) voran treibt, oder die Laufzeiten der alten Kraftwerke verlängern will, legt damit weitere Zeitbomben für unsere Zukunft.

Wir verseuchen den ganzen Planeten mit radioaktiven Spaltprodukten, die sich in Nahrung und Wasser, aber letztlich IN UNSEREN (MUTIERTEN) GENEN „verewigen“. Es ist deshalb kein Wunder, dass die Krebsraten steigen (nicht weil die Menschen älter werden!) , aber besonders die zunehmende Krebsinzidenz bei Kindern ist ein Skandal, der seinesgleichen sucht, weil sich anscheinend alle damit abgefunden haben und statt Prävention dieser schrecklichen Krankheiten (wie Leukämie bei Zweijährigen oder Fällen in Weiss-Russland, wo Babys MIT SCHILDRÜSENKREBS GEBOREN wurden, versucht man die Bevölkerung mit biotechnischen  Heilsversprechen (Gentherapie, Stammzellen, etc.) aufzumuntern…

Jeder Politiker, der diese Wahnsinnstechnologie weiter unterstützt, ist ein Verbrecher gegen die Menschlichkeit, weil damit das Leiden und Sterben von Millionen Menschen vorprogrammiert ist, aber zu verhindern wäre.

Der unbeirrbare Wachstums- und Fortschrittsglaube lässt diese traurigen Gestalten auf dem politischen Parkett jedoch blind werden für den Wahnsinn, den sie propagieren.

John Maynrad Keynes sagte so schön:

„The problem is not lack of new ideas but to get rid of the old ones…“

Dieses FOBs (fossilized old buggers), also gedanklich erstarrten Politiker (auch Westerwelle gehört dazu, das ist nicht unbedingt eine Frage des Alters, sondern der Indoktrination…) können unsere gewaltigen Probleme nicht lösen, weil sie unfähig sind, den großen Paradigmenwechsel vorzunehmen.

Das würde ja bedeuten, dass man zugeben müsste, in den letzten Jahrzehnten einem wirtschaftspolitischen Dogma angehangen zu haben, das uns an den Rand des Abgrunds führt, weil es unsere Lebensgrundlagen zerstört.

Doch woher sollen neue Denker kommen, wenn sogar angesichts der immer wiederkehrenden und sich verschärfenden Krisen, die die neoliberale Religion produziert (siehe zuletzt Billionen im Bank(un)wesen versenkt und Schuldsklaverei für alle Bürger vergrößert…)  genau jene Arschlöcher (Entschuldigung, finde im Moment keinen besser passenden Ausdruck) wieder gewählt werden?  Und dann noch der Schwachsinn potenziert wird durch Leute wie Westerwelle, dessen geniales Programm aus „Steuern senken“ und „Freiheit für alle Leistungsträger“ besteht?

Link zum Panorama-Video:

Desaster Atommüll

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Bio oder Bullshit – Teil 2 (Fleisch & Klima)

10/13/2009 · Kommentar schreiben

organic_farming_365-773444Eine Studie der TU München (Lehrstuhl für Ökologischen Landbau) hat sich u.a. mit folgenden  Fragen befasst:

Kann der ökologische Landbau einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Wie hoch sind die Emissionen von Treibhausgasen im ökologischen Landbau im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen? Wie hoch sind der Energieeinsatz und die Energieeffizienz im ökologischen Landbau?

Daraus nur einige (editierte)Auszüge

[…] „Durch Photosynthese werden jedes Jahr etwa 60 Milliarden Tonnen C in der pflanzlichen Biomasse gebunden. Ein Teil dieser Biomasse gelangt in die Böden und trägt zur Kohlenstoff-Speicherung im Humus bei. Etwa die gleiche Menge wird jährlich durch Bodenmikroorganismen wieder veratmet und an die Atmosphäre abgegeben. Damit wäre der Kreislauf geschlossen. Durch menschliche Einflüsse wird der globale C-Kreislauf massiv verändert.

Allein durch die Nutzung fossiler Energieträger werden jährlich 6,3 Milliarden Tonnen als Kohlendioxid emittiert, durch massive Eingriffe in die Landschaft (z. B. Rodung tropischer Wälder) weitere 1,7 Milliarden Tonnen. Ungefähr die Hälfte dieser CO2-Emissionen wird in Ozeanen und in terrestrischen Senken (wie Wälder) gebunden.“

[…] In der Landwirtschaft müssen – wie in jedem Wirtschaftsbereich – Möglichkeiten zur Energieeinsparung genutzt werden. Ein wichtiges Bewertungskriterium landwirtschaftlicher Systeme ist daher der Einsatz fossiler Energie je Flächen- bzw. Produkteinheit.

[…] Die Kohlenstoff-Speicherung im Humus landwirtschaftlich genutzter Böden ist eine Option zur Minderung des CO2-Anstiegs, die weltweit diskutiert wird. Humus besteht zu etwa 58 % aus Kohlenstoff, der aus der Atmosphäre stammt. Wenn der Humusgehalt von Böden durch geeignete Maßnahmen (Fruchtfolge, Düngung, Bodenbearbeitung) erhöht wird, kommt es zur C-Akkumulation. 

Neben CO2 sind Methan (CH4) und Lachgas [Folge der Stickstoffdüngung] als Treibhausgase bedeutsam, deren Konzentration seit 1750 um 148 % bzw. 18 % zunahm (IPCC 2007). Obwohl diese Mengen verglichen mit Kohlendioxid sehr klein sind, müssen sie beachtet werden, da ihr Treibhauspotenzial um ein vielfaches größer ist.

Ergebnisse (verkürzte Darstellung ohne „Wissenschaftsjargon“)

Es „besteht ein linearer Zusammenhang zwischen Energieinput und Treibhauspotenzial“, d.h. also je höher der Einsatz fossiler Energien (in Form von Mineraldüngern, Pestiziden, etc.) desto höher der Beitrag zum Treibhauseffekt. Aber auch die bessere Humusbildung bei Biolandbau spielt eine entscheidende Rolle, weil der Humus – wie oben erwähnt -Kohlenstoff bindet.

„ Aufgrund eines geringeren Stickstoff und Energieeinsatzes wurden für die ökologischen Betriebe deutlich geringere Stickoxid- und Kohlendioxid-Emissionen als für die integrierten Betriebe berechnet“ [letztere erzeugen fast dreimal soviel Treibhausgase wie Biobetriebe]

Bezogen auf die Produktivität ist das Verhältnis natürlich weniger extrem, weil konventionelle Betriebe höhere Erträge pro Hektar produzieren – aber um welchen Preis?

Wollen wir höhere Erträge pro Hektar für ein paar Jahrzehnte, die nur unter ständig steigendem Einsatz von Energie und Chemie (sprich Umweltschäden) möglich sind (und natürlich auch den Preisverfall beschleunigen) oder nachhaltige Landwirtschaft, die die Bodenfruchtbarkeit erhält und nicht von der Agro-Chemie abhängig ist? Auf den Punkt gebracht, wollen wir eine langfristig destruktive Landwirtschaft, die unsere Lebensgrundlagen zerstört oder eine, die lebensnotwendige Leistungen der Ökosysteme bewahrt?

In einem Bericht des  IAASTD („Agriculture at a Crossroads“) heißt es dazu:

„ Agriculture generates large environmental externalities, many of which derive from failure of markets to value environmental and social harm and provide incentives for sustainability.“

AMAZON-DEFORESTATION/Die konventionelle (industrialisierte) Landwirtschaft produziert nur scheinbar „billiger“, denn die riesigen Probleme und Umweltschäden, die sie verursacht, werden „externalisiert“, also der Gesellschaft  insgesamt aufgebürdet, während die marktbeherrschenden Erzeuger, Händler und Verarbeiter große Profite einstecken. Doch auf dem Altar des „Marktes“ wird weiter von praktisch allen politischen Parteien geopfert, denn man kann sich – durch ideologisch induzierte Blindheit – dem schwachsinnigen Dogma von „Wachstum und Wettbewerb“ nicht entziehen und auch die Medien machen schön brav mit, dafür sorgt schon Bertelsmann und andere „think tanks“, die getarnt als„Stiftungen“ Politik, Wirtschaft und Medien als  „Berater“ zur Seite stehen….

Dass ein System, das ständig wachsen muss, um nicht zu kollabieren, sich langfristig selbst zerstört, ist schon lange bekannt (siehe z.B. Small ist Beautiful), aber man macht munter weiter, bis zum bitteren Ende – selbst jetzt, wo sich eine ökologische Katastrophe ohne Gleichen ankündigt. („Klimawandel“ ist dafür ein verharmlosender Euphemismus)

Der o.a. Bericht befasst sich natürlich auch mit den Auswirkungen des ständig steigenden Fleischkonsums bzw. des Konsums an tierischen Produkten:

Panorama kritisiert zu Recht, dass die Haltung tausender Hühner mit der Bio-Ethik unvereinbar ist (obwohl man einräumen muss, dass es diesem Geflügel immer noch viel besser geht, als den gequälten Käfighühnern, zerflederten Puten, Enten, etc. in finsteren, stinkenden Hallen, wo sie über ihre toten Artgenossen stolpern und nie das Licht der Sonne geschweige denn ausreichende Bewegung erleben…)

Viele Probleme, die wir heute bewältigen müssen, können nicht von heute auf morgen angegangen werden, aber die Massentierhaltung und ihre verheerenden Folgen für Umwelt, Tier- und Menschengesundheit, sowie die dadurch verhinderte, gerechte Verteilung der Nahrungsmittel  könnte relativ schnell beendet werden:

Der Fleischkonsum (aber auch – nicht ganz so dramatisch – der Konsum von Eiern, etc.) in den Industrieländern muss dramatisch reduziert werden, damit die  pflanzlichen Kalorien (in Form von Getreide) den Menschen zur Verfügung stehen, die sie zum Überleben brauchen und damit die ultimative Umwelt- und Klimakatastrophe verhindert werden kann.

Dass inzwischen Urwälder gerodet werden, damit unsere Masttiere mit Millionen Tonnen von Soja (das noch dazu fast nur mehr als transgenes Saatgut vorhanden ist) gefüttert werden, ist ein ökologischer und landwirtschaftpolitischer Wahnsinn, der aufhören muss. (Mehr zur globalen Handelspolitik, die diese bedrohliche Entwicklung fördert in den Links am Ende dieses Beitrags)

Da man niemand zwingen kann, weniger Fleisch zu essen, muss die Lenkung über den Preis erfolgen (Bewusstseinsbildung ist natürlich auch wichtig): Die viel zu niedrigen Fleischpreise sind ein Irrsinn und bilden in keiner Weise die gesellschaftlichen Kosten ab, die durch die Intensivmast entstehen, auch hier wird also massiv externalisiert“.

Das perverse System „füttert sich selbst“: die Ungerechtigkeiten sind systemimmanent – Bauern mutieren zu Mega-Mästern, weil immer größere Fleischmengen zu immer niedrigeren Preisen gewünscht sind. Es gilt also die Produktivität zu steigern, immer größere Einheiten – eben die Massentierhaltung, in der Tiere nur mehr als Produktionsmaschinen gesehen werden, sind die Folge. Dieses immer größer werdende „Output“ hat aber natürlich einen weiteren Preisverfall zur Folge, was wieder dazu anregt, noch mehr Tiere zu halten, usw.  Ein endloser, teuflischer Kreislauf, der unsere Lebensgrundlagen zerstört und den Tieren grausame Lebensbedingungen beschert, die (zu viele Tiere auf zu engem Raum) die Natur dann durch mutierte Viren zu beseitigen sucht (wie z.B. „Vogelgrippe die in Wahrheit natürlich eine neue Variante der altbekannten Geflügelpest ist)

Neben den massiven Umweltproblemen (u.a. durch Gülleseen und Mistberge, Dauereinsatz von Antibiotika, Förderung von Tierseuchen, etc.) ist der häufige Fleischkonsum (und auch zu viel tierisches Eiweiß in anderer Form) ja auch ein Grund für gesundheitliche Probleme– und das in einer Zeit, wo die Gesundheitssysteme kaum noch finanzierbar sind.

Dringend nötig wäre es auch (mit Ausnahme von Sarah Wiener, die in der Lage ist, über den kulinarischen Tellerrand hinaus zu denken), den immer mehr werdenden TV-Promi-Köchen klarzumachen, dass die Herkunft und Produktionsbedingungen ihrer Zutaten, vor allem aber die Dauerpräsenz von Fleisch in ihren Rezepten, ein Zeichen beunruhigender Ignoranz ist, die wir uns nicht mehr leisten können….

Zum Abschluss noch ausgewählte Erkenntnisse aus  ‘Natur und Kultur: Transdisziplinäre Zeitschrift für ökologische Nachhaltigkeit’, Ausgabe 2/2 (2001), Seiten 60-81.: „Ausgewählte ökologische Auswirkungen unseres Ernährungssystems am Beispiel Klimaschutz“

Steigender Fleischkonsum und die Folgen: Zahlen und Fakten

[…] Bemerkenswert ist, dass allein bei der Erzeugung von Rindfleisch und Milchprodukten etwa 60% der klimawirksamen Emissionen der Landwirtschaft entstehen.

Gegenwärtig werden weltweit an die 18 Milliarden Tiere gemästet. Davon sind rund eine

Milliarde Schweine, 1,3 Milliarden Rinder, 1,8 Milliarden Schafe und Ziegen sowie 13,5 Milliarden Hühner. Ein Viertel der Festlandoberfläche der Erde wurde in Weideflächen umgewandelt. In Südamerika werden pro Rind etwa 1,8 ha Regenwald gerodet. Die Weltfleischproduktion lag 1999 bei 217 Millionen Tonnen, 1950 waren es noch 44 Millionen. Neben dem enormen Tierleid, das man hinter solchen Zahlen nur erahnen kann, bedeuten diese großen Tierbestände auch ein erhebliches Umweltproblem.

[…] Weltweit stieg der Fleischkonsum pro  Kopf von 17 kg im Jahre 1950 auf 36 kg im Jahre 1999. Doch der Verbrauch ist ungleich verteilt: In den westlichen Industrieländern werden pro Kopf und Jahr 87 kg Fleisch, 213 kg Milchprodukte, 71 kg Gemüse und 572 kg Getreideprodukte verbraucht. In den ‘Entwicklungsländern’ liegen die Zahlen pro Kopf und Jahr bei 23 kg Fleisch, 42 kg Milchprodukten, 72 kg Gemüse und 249 kg Getreideprodukten.

Wenn man den gesamten Ernährungssektor – inkl. Verarbeitung, Transport und Zubereitung –

betrachtet, zeigt sich: Die Fleischwirtschaft inklusive der Milchwirtschaft ist für den größten Teil der Klimabelastungen verantwortlich. Dagegen ist der Energieaufwand der Pflanzenproduktion fast vernachlässigbar. Der energetische Vergleich zwischen einem Fleischlaibchen und einem Getreidelaibchen (je 250 g) verdeutlicht dieses Faktum: […] Isst man also ein Fleischlaibchen, verursacht man eine fast 13- mal stärkere Klimabelastung als beim Verzehr eines Getreidelaibchens. Dabei ist bemerkenswert, dass die Emissionen beim Getreidelaibchen zu über 80% beim Verbraucher erzeugt werden, während sie beim Fleischlaibchen zu über 90% von der Tierproduktion bedingt sind.

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[…] 1 kg Fleisch ist bis zu zehnmal umweltbelastender als 1 kg Gemüse. Prinzipiell ist die ‘Veredelung’ von Pflanzen zu Fleisch sehr energieintensiv. Denn eine Kalorie Rindfleisch verbraucht ca. 10 Kalorien Getreide, bei Schweinefleisch ist das Verhältnis 1:3, bei Eiern 1:4 und bei Milch 1:5 . Innerhalb der Fleischproduktion gibt es verschiedene Energieintensitäten.

Bio-Geflügelfleisch hat den geringsten Energieverbrauch aller Fleischarten (vgl. Jungbluth 2000, 218).

1 kg Rindfleisch verursacht 10,7 kg CO2-Äquivalente, 1 Kilogramm eines konventionell gemästetes Huhn kommt auf 2,9 kg CO2-Äquivalente (vgl. Taylor 2000, 67). Bei der Fleischproduktion im Rahmen der Intensivtierhaltung sind nicht nur die Energieverluste bei der ‘Veredelung’ problematisch, auch die Art der Tierhaltung setzt überproportional Klimagase frei.

[…] neben den CO2-Emissionen aus der Umwandlung von Primärenergieträgern entstehen weitere spezifisch landwirtschaftliche Emissionen: CH4 aus der intensiven Rinderhaltung sowie N2O-Emissionen bei der Düngemittelherstellung und bei der Düngung selbst. Addiert man all diese Emissionen, die den Primärenergieeinsatz nicht beeinflussen, ergibt sich eine hohe zusätzliche Klimabelastung. […]

Wenn man eine Kuh nach dem In- und Output bewertet, also danach, was als Nahrungsmittel

aufgenommen und dann über die Verdauung abgegeben wird, kommt man rechnerisch zu

folgendem Ergebnis: Eine ‘glückliche Kuh’ auf der grünen Wiese emittiert mehr CH4 als eine Kuh in der Massentierhaltung, der – unter anderem – Soja aus Brasilien gefüttert wird!

Diese Aussage ist zwar alleine betrachtet korrekt, aber es ist notwendig, mehrere Aspekte zu berücksichtigen, wie z.B. die Auswirkungen der Sojamonokulturen in Brasilien und

anderswo, die ebenfalls Treibhausgase produzieren.

Im Rahmen des Klimaschutzes müssen unsere Nutztiere als Lebewesen gesehen werden und nicht als Durchlaufmaschinen von Klimagasen. Das sind grundlegende Fragen, die im Zusammenhang von

Klimaschutz und Ernährung unbedingt geklärt werden müssen.

[…]Eine Analyse der globalen Umweltsituation muss die ökonomischen Gesichtspunkte des Ernährungssystems einbeziehen. Insbesondere die

Handelsverflechtungen und Verteilungsprozesse zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sind dabei von Bedeutung.

Besonders der internationale Handel mit Futtermitteln veranschaulicht die Fehlentwicklung unseres Ernährungssystems in seiner globalen Dimension. ‘Kraftfutter’ ist die Basis der Intensivtierhaltung und wird nach den Rezepten des ‘freien Marktes’ zusammengestellt. Doch die Kräfte des ‘freien Marktes’ haben es geschafft, dass die ‘Kaufkraft’ der Futtertröge unserer Nutztiere größer ist als jene vieler Menschen in der Dritten Welt. Anstatt Nahrungsmittel für die Eigenversorgung anzubauen, werden daher Exportkulturen forciert.

Aufgrund des hohen Fleischkonsums werden unsere Nutztiere, die früher für Menschen Unverwertbare fraßen (wie z.b. Heu) mit

zusätzlichem Kraftfutter gemästet. Dadurch sind unsere Nutztiere Nahrungskonkurrenten geworden: Weltweit gehen 36% der Getreideernte und 70% der Sojaernte in die Mägen von Tieren. Selbst ein Drittel der Milchprodukte dient bereits der Mast.

[…]

Der Verzicht auf ‘Kraftfutter’, das nach den Rezepten des ‘freien Marktes’ zusammengestellt wurde, und die Hinwendung zur biologischen Landwirtschaft schützt daher nicht nur den Regenwald und das Weltklima, sondern erhält auch die bäuerlichen Strukturen – weltweit!

Daher sollte das Ziel sein: nicht importiertes Soja statt Tiermehl, sondern Biolandbau statt Massentierhaltung.“ (Ende des Auszugs)

FAZIT

Der „Markt“ (jene Akteure, deren Interessen ihn beherrschen) bringt uns letztlich alle um, wenn wir weiterhin lebenswichtige Entscheidungen über politische Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft, die Preisgestaltung und die sich konzentrierenden Handelsstrukturen jenen erbärmlichen Gestalten (Politikern, die nur den Status Quo erhalten wollen, damit sie anschließend durch die „Drehtür“ – als Dank für erwiesene Treue -  in die Industrie wechseln können) überlassen, die unfähig sind, den unverzichtbaren Paradigmenwechsel auch nur zu erkennen, geschweige denn, ihn umzusetzen… (das gilt auch für die gesamte Wirtschaftspolitik und die Energiepolitik)

Wie viele Bauern müssen noch demonstrieren, ihre Milch wegschütten oder aufgeben, damit sich endlich etwas ändert? Wie viele „Fleischskandale“ muss es noch geben? Wie lange wird die verheerende Landwirtschaftspolitik der EU noch als gottgegeben akzeptiert (von der WTO ganz zu schweigen)?

Anstatt sich über die angebliche Naivität der Biokunden lustig zu machen, sollten unsere Journalisten endlich einmal den Mut haben, dieses Wirtschaftssystem und seine ideologischen Grundlagen zu hinterfragen.

Aber wie man auch am Beispiel der „Bankenkrise“ gesehen hat, Systemkritik ist unerwünscht und wird brav unterlassen. Man beklagt einzelne Probleme und Auswüchse, aber die  „Marktherrschaft“ an sich, wird nicht in Frage gestellt…. Wie denn auch, es treten ja immer dieselben Klone auf („Experten aus Wirtschaftsforschungsinstituten und  einschlägigen „Think-Tanks“, die das neoliberale Credo schon mit der Muttermilch aufgesogen haben…)

„Am Ende ist die Gesellschaft nur mein ein Anhängsel des Marktes … alles wird zu einer Ware degradiert, schließlich das Leben selbst…[siehe z.B.  „Biotechnologie“  und Organhandel)

Karl Polanyi, The Great Transformation

Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft“

Albert Schweizer

Mehr Infos:  (größerer Kontext)

World Trade – What is wrong with it?

Food Sovereignity – wer bestimmt die Regeln der Landwirtschaft?

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Panorama: Bio oder Bullshit?

10/12/2009 · 2 Kommentare

322437_f260Dies ist eine Replik (ausführliche Argumentation) zur Sendung „Geschäft mit Gutem Gewissen“ der PANORAMA-Redaktion des NDR.

Auf welche Prämissen stützt sich die Kritik, was wird unterstellt?

1) Bio-Kunden sind naiv und ziemlich doof,

weil sie keine Ahnung haben, wie diese Lebensmittel wirklich produziert werden und stattdessen einem verklärten Idealbild („heile Welt“) anhängen, das mit der brutalen (wirtschaftlichen) Realität nichts zu tun hat. Weiters wird unterstellt, dass man mit dieser Wahl „sein Gewissen beruhigen will“ und „egoistisch handelt“, weil man Nahrungsmittel zur Stärkung der eigenen Gesundheit einkaufen möchte.

Allein diese Wortwahl zeigt, wie voreingenommen man ist und wie er von Anfang dazu tendiert, „Bio“ also eine gewisse ethische Grundhaltung, die  Natur- und Umweltschutz mit Landwirtschaft und bewusstem Konsumverhalten verbinden will,  lächerlich zu machen bzw. zu diskreditieren.

Als „Beweis“ für diese Unterstellungen dienen 3 „Soundbites“ von Kunden, die im Bio-Supermarkt einkaufen. Ob diese Meinungen repräsentativ für alle Biokunden sind, oder ob sie gezielt von der Panorama-Redaktion selektiert wurden, bleibt dabei offen.

2) Die Biobranche ist verlogen, intransparent und nicht vertrauenswürdig,

weil sie dubiose Praktiken – wie z.B. das Spritzen von Kupferlösungen oder die Tatsache, dass es Großbetriebe bei der Tiermast gibt – zu verbergen sucht bzw. damit ihre Grundsätze verrät, die den Schutz des Bodens und der Artenvielfalt zum Ziel haben.

Tatsächlich sind die Bio-Bauern von einst eingetreten für eine bessere Landwirtschaft, für eine bessere Welt. Doch Bio-Lebensmittel sind angesichts der riesigen Nachfrage heute Massenware. Und so können die Bio-Bauern von heute das Heile-Welt-Versprechen oft nicht mehr einlösen.“

Dieses „Heile-Welt-Versprechen“ hat nie existiert. Was „Bio“ wirklich sein will, ist eine Art der Landwirtschaft, die nicht gegen die Natur arbeitet und deren einziges Ziel nicht die ständige Steigerung der Produktivität (und damit Reduzierung der „Stückkosten“ und Anwendung industrieller Produktionsmethoden bedeutet), sondern die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und der Artenvielfalt ist und in der Tierzucht die Einhaltung bestimmter Prinzipien wie artgerechte Haltung und Fütterung mit biologisch angebauten Rohstoffen.

Was wird in der Sendung konkret angeprangert?

1) Die Panorama Redaktion „deckt auf“: Biolandwirtschaft „behandelt“ ihre Erzeugnisse“ Man spritzt mit „natürlichen Giften“ (wie Kupferpräparaten)– ein Skandal!

Zunächst unterstellt Frau Reschke (siehe Prämisse unter Punkt 1), dass Biokunden tatsächlich glauben, Bioprodukte seien gänzlich unbehandelt. (Weil ein einziger Kunde gesagt hatte, er bevorzuge Lebensmittel die „pur“ und „unverfälscht“ seien). Wir hören einige Kunden, die erklären, warum sie im Biomarkt einkaufen, z.B. eine Mutter:

Wir wollen uns gesund ernähren.  Ich finde, dass man an Obst oft auch merkt, dass es gespritzt ist und dass würde ich meiner Tochter nicht zumuten wollen.“

Reschke: „Bio ist also unbehandelt, rein – pur, das jedenfalls denken die meisten Kunden. Aber wieso sehen dann Bioäpfel genauso schön glatt aus, wie konventionelle? Macht der Wurm etwa einen Bogen um den Bioapfel?

Wir erinnern uns: als die Biolandwirtschaft ganz am Anfang war,  waren die Produkte EBEN NICHT MAKELLOS, die Äpfel klein, oft schrumpelig oder fleckig – auch darüber machten sich die Medien lustig: diese doofen Biofreaks, zahlen mehr Geld für diese mangelhafte Ware! Im Lauf der Zeit lernten die Biobauern dazu, es gab neue Züchtungen, neue Erkenntnisse für den vorbeugenden Pflanzenschutz, etc. sodass heute sehr schöne Ware angeboten wird, was aber nicht automatisch bedeutet dass sie „gespritzt“ wurde bzw. werden muss. Mehr dazu später – jetzt zurück zu PANORAMA:

Kamera auf  Tafel: Kompetenzzentrum Obstbau – Bodensee, darunter Schuhmacherhof Ravensburg – Bavendorf

Reschke: Hier kann man sehen, wie es einem Apfel geht, wenn er wirklich pur und unbehandelt wachsen darf.“ – „Wie sieht denn nun so ein Baum aus, wenn man den nicht spritzt?“

Reschke geht mit Herrn Christian Scheer (vorgestellt als Pflanzenschutzexperte) durch die Obstplantagen und lässt sich einen Apfelbaum zeigen, dessen Früchte völlig verschorft sind (Schorf ist eine Pilzkrankheit). Wir erfahren, dass Obst „so aussieht, wenn man keine Behandlung  (= „Spritzen“) durchführt und das (wäre) dann„… natürlich, – so sieht es aus, wenn man nichts macht.“

Der Zuschauer muss also den Eindruck gewinnen, ohne „Spritzen“ würde kein gesunder Apfel existieren bzw. die Früchte, die es gäbe, wären unverkäuflich. Jeder, der selbst einen Obstgarten hat oder Bauern kennt, die noch Obstbäume (vor altem alte Sorten) haben, wird wissen, dass es sehr wohl möglich ist, auch ohne „Spritzen“, schöne (nicht immer makellose) und gesunde Äpfel zu erhalten. Sie sind vielleicht kleiner als die handelsüblichen, aber sehr saftig und haben feste Zellwände (sie sind richtig „knackig“).

Die Gefahr von Pilzkrankheiten nur auf die „Behandlung“ mit Spritzmitteln (also bei Bio natürliche Fungizide), zu reduzieren, ist eine unzulässige Vereinfachung des Problems und äußerst irreführend. Dass die Sortenauswahl, die Standortwahl (Klima & Niederschläge, Waldnähe, etc.), die Bodenbearbeitung, die Vermeidung von dichten Monokulturen, etc. eine ebenso wichtige Rolle bei der Prävention von Pilzkrankheiten spielen, wird völlig vernachlässigt.

FeinkostSpehr_BioApfel_kl

Auch das „Kompetenzzentrum Obstbau“) weiß natürlich, dass die Darstellung des Schorfproblems viel zu einseitig und plakativ ist. So findet sich auf der Homepage dieser „Stiftung“ ein Dokument, das sich mit der „Eignung schorfresistenter Sorten für die Mostapfelproduktion“ befasst, darin heißt es u.a.: „In den letzten Jahren kamen eine Reihe krankheitsresistenter Apfelsorten auf den Markt“ ( gedacht für „Tafeläpfel“, also jene Äpfel, die wir unverarbeitet kaufen und um die es im Beitrag ging).

Ein zentrales Thema bei der Vermeidung (bzw. Förderung) von Pilzkrankheiten und anderen Problemen, ist also u.a. (siehe oben) die Sortenwahl und vor allem die Artenvielfalt. Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft wurde (auch bei der Züchtung) immer mehr Augenmerk auf die Steigerung der Erträge gelegt, was – gefördert durch Monokulturen – oft auf Kosten der Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge ging. Dies konnte der Agro-Chemie nur recht sein, denn dadurch boomte der Absatz von Pestiziden. Das es bei dieser Art der „Landwirtschaft“ (gegen die Natur) nur eine Frage der Zeit ist, bis sich Resistenzen einstellen, ist auch bekannt. Dann muss das nächste Gift her ….

Panorama interessiert dieser Kontext nicht so erfahren wir auf die Frage Frau Reschkes, was denn nun gegen diesen Schorf helfe: „Im Ökolandbau wird Kupfer verwendet. Kupfer ist ein relativ breit wirkendes Fungizid mit einer guten Wirkung gegen den Schorf….“

Reschke: Wer also einen knackigen, hübschen Apfel kauft, muss wissen: der ist gespritzt – auch bei Bio. Das gilt auch für anderes Bio-Obst, Weintrauben, Pflaumen.“

Panorama liefert also hier eine Schlussfolgerung, die auf einer unwahren  Prämisse beruht. Auch hier ist erkennbar, dass offenbar vorgefasste Meinungen bestätigt werden sollen, um die Glaubwürdigkeit von „Bio“ zu unterminieren, wobei bewusst suggeriert wird, dass zwischen „Spritzen“ mit synthetischen Pestiziden bzw. mit natürlichen, seit Jahrzehnten verwendeten Mitteln (wie Kupferpräparaten) kein Unterschied besteht – weder in der Wirkung auf Boden und Ökosysteme noch in der Auswirkung auf die Gesundheit.

Reschke: …“ aber Spritzmittel, das verkauft sich halt nicht gut, denn es ist genau die Angst vor Pestiziden auf konventionellem Obst und Gemüse, die Menschen reihenweise in die Biomärkte getrieben hat.“

Schnitt – Zurück zu den Kundeninterviews im Biomarkt:

Reschke: Haben Sie Angst vor Pestiziden?“

„Auf jeden Fall, ja.“ (Kontext fehlt) Kunde um die 30  (der mit „pur, unverfälscht) –

Man weiß nicht, was die Wirkungen sind. (älterer Mann)“

Ich habe keine Lust, außer Getreide auch noch Pestizide zu mir zu nehmen, wo ein Totenkopf auf der Dose war“. (junge Frau)

Reschke: „Die Bilder von früher stecken noch in den Köpfen, als Bauern noch spritzten nach dem Motto „viel hilft viel“ aber sind gespritzte Lebensmittel auch heute noch wirklich ein Problem für die Gesundheit? Das Bundesinstitut für Risikobewertung testet Giftstoffe und forscht seit Jahrzehnten wie sich das Risiko der Pflanzenschutzmittel verändert hat.

Reschke: Ist denn diese Angst vor Pestiziden in Deutschland begründet?

Ursula Banasiak„Ich würde sagen, unsere Lebensmittel sind sicher. Es ist eine gewisse Pestizid-Hysterie, die Verbraucher haben Angst davor, vor diesen Rückständen, aber ich denke, die Risiken, die sich daraus ergeben, haben wir im Griff.“

Wie hat sich den nun „das Risiko für PSM verändert? Worin besteht es überhaupt? Welche Studien gibt es darüber? Es gibt keine Antworten, weil es keine kritischen Fragen gibt.

Was heißt denn dass „die Lebensmittel sind sicher“? Dass es keine akute Vergiftungsgefahr gibt, ist klar (dazu sind die Rückstände von Pestiziden zu gering – außer bei denen, die sie (leichtfertig oder unwissend) anwenden) – aber was ist mit Langzeitfolgen, mit synergetischen Effekten? So hat z.B. die EU eine Online-Datenbank eingerichtet, in der tausende Wirkstoffe, die in Pestiziden enthalten sind, auf ökotoxikologische bzw. biochemische (physiologische) Wirkungen abgefragt werden können (interessanterweise in mehreren Sprachen aber nicht in Deutsch!!!) Aber was ist mit der Wechselwirkung mehrerer Substanzen, mit chronischen Effekten?

Hat sich die Panorama-Redaktion mit diesen Themen auseinandergesetzt? Hat man Toxikologen und Umweltmediziner über die langfristige Wirkung dieser Substanzen befragt? Hat man Ökologen hinzugezogen, die über die unerwünschte Akkumulation gefährlicher Stoffe aus diesen „Spritzmitteln“ in der Umwelt  eine fachliche Auskunft geben können? Offenbar nicht. Stattdessen wieder eine „foregone conclusion“ bzw. unkritische Wiedergabe der Einschätzung eines der „größten Gemüsebauern Deutschlands“, Herrn Behr (ist der repräsentativ für die vielen kleineren Biobauern oder die Bioverbände in Deutschland?) und eines Statements des Umweltbundesamtes, nach dessen Ansicht Kupfer eigentlich verboten gehört“.

Frau Reschke erklärt uns weiter, dass der gesamte Bio-Hopfen- bzw. Bioweinbau ohne Kupfer nicht möglich wäre (das stimmt zwar grundsätzlich, aber auch hier ist ein größerer Kontext notwendig, um die Zusammenhänge und Risiken zu verstehen – mehr dazu später)

PANORAMA – VIDEO: TRANSCRIPT

Behr: „Bio wird genauso, wird auch gespritzt, sonst könnten sie mit den Schädlingen gar nicht klar kommen, ohne Spritzen geht das auch nicht.

Reschke: „Ohne Spritzen würde dieser Salat z.B. vom falschen Mehltau befallen, ein Pilz, der ein ganzes Feld vernichten kann. Alle chemischen Fungizide verbietet Bio, also geht nur Kupfer. Das gilt nach Bioverständnis als natürliches Gift.

Herr Behr: „Kupfer ist ein Naturprodukt, aber wir wissen alle, dass es nicht ständig in die Natur gehört. Kupfer ist schon ein problematisches Teil…

Reschke: „ Kupfer wird… auch im konventionellen Landbau eingesetzt?“

Behr: „Nein, das nehmen wir nicht mehr. Es ist zwar erlaubt, die Wirkung ist derartig schlecht, das wäre dann wirklich Umweltverschmutzung.“

Tobias Frische (UBA):

Kupfer ist ein giftiges Schwermetall. Es geht vor allem in den Boden und dort schädigt es das Bodenleben – Bodenorganismen und langfristig auch die Bodenfruchtbarkeit. In diesem Punkt widerspricht der Ökolandbau – oder handelt gegen seine eigenen Prinzipien, die er sich auf die Fahne geschrieben hat, dass er den Boden nachhaltig behandeln möchte, schützen möchte und – für seine langfristige Fruchtbarkeit sorgen.

Was sagen denn nun andere Quellen über die Verwendung des Kupfers?

Wie gefährlich ist diese Praktik denn wirklich und nehmen die Bioverbände und Biobauern diese Risiken wirklich auf die leichte Schulter bzw. versuchen sie zu verbergen?

Kupferhaltige Mittel werden seit mehr als 100 Jahren als Pflanzenschutzmittel eingesetzt. eine So galt z.B. eine Mischung aus Kalk, Kupfersulfat und Wasser, die so genannte „Bordeauxbrühe“ war bis vor wenigen Jahrzehnten das wirksamste Mittel gegen Pilzkrankheiten wie den Falschen Mehltau an Weinrebe und Hopfen oder die Kraut- und Knollenfäule an der Kartoffel. Durch die „modernen“ Errungenschaften der Agro-Chemie wurde Kupfer natürlich immer mehr verdrängt und durch neue Fungizide ersetzt. Aber auch hier kommt es bei Dauereinsatz zu Resistenzen, deshalb können auch konventionelle Betriebe auf  kupferhaltige Pflanzenschutzmittel nicht verzichten.

Die Aussage von Herrn Behr  „Nein, das nehmen wir nicht mehr“ ist also irreführend, denn sie kann nicht stellvertretend für den konventionellen Anbau generell gelten (noch dazu ohne abzuklären welche Kulturen genau gemeint sind), werden aber von Panorama zur Untermauerung ihrer einseitigen Darstellung der Kupferproblematik benutzt.

Als essentielles Spurenelement ist Kupfer in seinen Verbindungen bzw. als Ion an zahlreichen vitalen biologischen Prozessen bei Pflanzen, Tieren und Menschen beteiligt. Die toxische Wirkung von Kupfer beruht auf Proteinbindung und verursacht Funktionsstörungen, z. B. Enzymhemmungen.

Kupfer ist – im Gegensatz zu synthetischen Pestiziden – ein natürliches Element, das an sich nicht schädlich ist. Es kommt natürlich – wie fast immer – auf die Dosis an und ob es zu unerwünschten Ansammlungen in Ökosystemen,  z.B. in Böden oder Gewässern kommt.

Die Bioverbände sind sich der Kupfer-Problematik durchaus bewusst und man versucht seit Jahren die Mengen bzw. die Anwendungshäufigkeit zu reduzieren.. Zur Risikobewertung muss man die ausgebrachten Mengen und ihre Wirkung aber relativieren: Wer hat wirklich den größten Beitrag zur Belastung der Böden bzw. der Gewässer mit Kupfer geleistet?

So wurden  noch in den 1960 Jahren im konventionellen Hopfenanbau in Deutschland bis zu 60 kg Kupfer pro Hektar und Jahr ausgebracht, von den 1970er bis Ende der 1990ere Jahre zwischen 40 und 15 kg / ha jährlich, während  heute die Gesamtmenge im Öko-Hopfenbau bereits auf 4 kg pro Hektar und Jahr (bei Obst 3 kg) begrenzt ist.

Das ist eine Reduzierung von ca. 1.200 Tonnen (Kupferprodukte) für 9.000 ha auf heute 160 Tonnen für ca. 18.000 ha Anbaufläche.

Das Umweltbundesamt sieht u.a. durch die Kupferausbringung eine hohe Gefährdung für Regenwürmer, verkürzt stellt sich die Sache so dar: wo häufig Kupfer gespritzt wird (z.B. in Hopfenkulturen), nimmt die Regenwurmpopulation dramatisch ab.

Dazu gibt es aber eine Untersuchung aus Bayern (aus der Hallertau, einem Zentrum des Hopfenanbaus), die zeigt, dass diese simple Darstellung so nicht richtig ist, weil es natürlich noch andere Faktoren gibt, die die Zahl der Regenwürmer beeinflusst:

So wurden z.B. in einem Testgebiet nur 3 Regenwürmer pro m² gezählt, was natürlich sehr mickrig ist. Im selben Boden wurde aber durch Gründüngung und Bodenabdeckung  eine Steigerung auf 144 Regenwürmer festgestellt, das entspricht einer Steigerung um das 48-fache! Diese Zahlen stammen aus den 1980er Jahren, wo noch wesentlich mehr Kupfer ausgebracht wurde, als heute, ist also die Panikmache wirklich gerechtfertigt?

Das Umweltbundesamt kommt in seiner aktuellen Einschätzung zu dem Ergebnis, dass die weitere Anwendung von Kupferpräparaten nicht vertretbare Auswirkungen auf den Naturhaushalt insbesondere auf Vögel, Kleinsäuger, Regenwürmer und aquatische Organismen haben kann, hat aber selbst in einer Studie festgestellt, dass die Kupferspritzung (vor allem in der Biolandwirtschaft) einen sehr geringen Anteil an der gesamten Kupferbelastung hat.

Verglichen mit anderen Emissionsquellen sind die Mengen aus dem Biolandbau geradezu lächerlich klein:

Unter der Rubrik „Schwermetalleinträge über Wirtschaftsdünger“  (Seite 27 der Publikation) erfahren wir, dass alleine aus Gülle und Mist von Tiermastbetrieben (Rinder, Schweine, Geflügel) 2.300 Tonnen Kupfer enthalten!

An zweiter Stelle kommt der Abrieb von Bremsbelägen durch Kfz mit 797 Tonnen, dann folgt der Klärschlamm mit rund 450 Tonnen, dann kommt der konventionelle Landbau mit etwa 300 Tonnen Kupfer (durch Spritzung), dann Mineraldünger mit etwas mehr als 60 Tonnen und erst dann die Biolandwirtschaft mit geschätzten 20 Tonnen!

Hier sieht man bereits, welche Verzerrung die Darstellung in Panorama bewirkt, wenn der entsprechende Kontext fehlt.

Weiters muss man sich fragen: Was passiert denn in den anderen EU-Ländern? Steht das Umweltbundesamt hier alleine da mit seiner Bewertung des Risikos?

Die efsa, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit kommt zum Schluss, dass es noch Forschungsbedarf für die langfristigen Auswirkungen auf Regenwürmer, Bodenorganismen, Bienen und Wasserorganismen gibt, räumt aber ein, dass Kupfer in bestimmten Konzentrationen für Wasserlebewesen sehr giftig ist.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz schreibt dazu auf seiner Homepage:

„Hier gibt es eine Entscheidung mit Auswirkungen auf Zulassungen in Deutschland: Bezüglich Kupfer hat die Europäische Kommission einen Vorschlag vorgelegt, der vorsieht, Kupfer für sieben Jahre in den Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG aufzunehmen, unter anderem mit der Maßgabe, dass die Mitgliedstaaten bei der Zulassung kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel die Aufwandmenge und die Anzahl der Anwendungen auf das notwendige Minimum beschränken. Dieser Vorschlag fand in der Sitzung des zuständigen Ausschusses am 22./23. Januar 2009 die Zustimmung der Mitgliedstaaten. Explizit genannt sind in dem Aufnahmevorschlag fünf Kupferverbindungen (Kupferhydroxid, Kupferoxychlorid, Kupferoxid, Bordeaux-Gemisch und Kupfersulfat); die Europäische Kommission versteht die Entscheidung aber so, dass sie auch andere Verbindungen beinhaltet, sofern deren Äquivalenz nachgewiesen ist. In Deutschland sind aktuell zwei Pflanzenschutzmittel mit Kupferhydroxid, eines mit Kupferoxychlorid und zwei mit Kupferoktanoat zugelassen.“

In der Publikation „Zukunftsfähige Pflanzenschutzstrategien für den Ökologischen Landbau“ schreibt Peter Röhrig vom   Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft u.a.:

„Für zahlreiche Hopfen-, Wein- und Obstbauern in Deutschland, die über viele Jahre ihre Öko-Betriebe aufgebaut haben, gibt es derzeit keine Alternative zu Kupfer und der Einsatz von Kupfer als Pflanzenschutzmittel bleibt unverzichtbar. Ohne die Möglichkeit es anwenden zu können, stünden ihre Betriebe vor dem Aus. Auch umstellungswilligen Betrieben im Bereich der Dauerkulturen kann vor dem Hintergrund der momentanen Unsicherheiten bei der Kupferverfügbarkeit nur schwerlich zur Umstellung geraten werden. Die Ausweitung des Ökolandbaus ist damit deutlich gebremst.

… Für unsere Betriebe ist es nicht verständlich, weshalb in anderen EU-Ländern Kupfer weiter in breitem Umfang angewendet werden kann und in Deutschland erhebliche Einschränkungen gelten. Ein faktisches Anwendungsverbot in Deutschland führt zu einer Verlagerung der Öko-Produktion in andere Länder. Deutsche Betriebe müssen aufgeben, die notwendigen Kupferpräparate werden anderswo angewendet. Es käme also nicht zu einer wirklichen Reduktion… Ein fortschreitendes Verbot der Kupferanwendung wird dazu führen, dass die Öko-Produktion bestimmter Kulturen nicht oder kaum noch stattfinden wird. Damit werden der angewandten Forschung die Grundlagen entzogen, alternative Präparate zu entwickeln. Der Ökolandbau wird so in die Sackgasse geführt.“

Hier wird ein wichtiger wirtschaftpolitischer Aspekt angeführt, der PANORAMA auch interessieren sollte: Wer hat ein Interesse daran, dass Biolandbau nicht weiter wächst und wenn doch, dann nur in großbetrieblichen Strukturen, die industrielle Produktionsmethoden anwenden um Kosten zu senken?

Aus Sicht jener Industrien, die mit der Beherrschung des Saatgut-Marktes, der Konzentration in der Agro-Chemie, dem Verkauf immer größerer Maschinen, (auch Banken, die Kredite dafür hergeben) etc. Unsummen verdienen und damit immer größere Abhängigkeiten der Erzeuger schaffen, ist der weitgehend entscheidungssouveräne Biolandwirt ein unerwünschtes Objekt, an ihm lässt sich kaum etwas verdienen und er ist in der Lage, selbständig zu denken und gegen den Strom zu schwimmen. Man muss hier unterscheiden zwischen den wirklichen „Bio-Bauern“, die noch mit ihrem Land und ihren Tieren verbunden sind und ethische Grundsätze haben und den reinen „Mästern“ oder  Gemüse- / Getreidebaronen, die nur deshalb „Bio“ anbauen, weil sie in diesem wachsenden Marktsegment mehr Anteile gewinnen wollen. Mittlerweile gibt es ja schon Betriebe, die Aktiengesellschaften sind…..

In einem Punkt muss man der Panoramaredaktion völlig Recht geben: die Haltung von tausenden Hühnern, Enten oder Schweinen ist mit der Bioethik völlig unvereinbar und eine unerwünschte Entwicklung, die gestoppt werden muss (mehr dazu im nächsten Beitrag), aber durch welche (globalen und europäischen) politischen Strukturen die Konzentration immer größerer Betriebe gefördert wird, das hinterfragt die Redaktion nicht.

Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Buchempfehlungen und weitere Infos:

We Want Real Food von Graham Harvey

Earth Democracy / Geraubte Ernte von Vandana Shiva

Stuffed & Starved  von Raj Patel

FAO: Benefits of Organic Farming

UNCTAD: Benefits of Organic Farming

Soil Association: Biodiversity and Organic Farming

Organic Farming could feed Africa

http://www.tporganics.eu/upload/TPOrganics_OrganicKnowledgefortheFuture.pdf

http://www.ifoam.org/about_ifoam/principles/index.html

http://www.small-farm-permaculture-and-sustainable-living.com/advantages_and_disadvantages_organic_farming.html

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Grippeimpfung: Das Geschäft mit der „Pandemie“

09/12/2009 · 1 Kommentar

651px-Virus_Replication_large.svgJedes Jahr untersuchen Forscher die vorhandenen Grippeviren und schätzen ein, welche Stämme am gefährlichsten sind, also eine Pandemie auslösen könnten. Es werden drei Stämme ausgewählt (zwei vom Typ A und einer vom Typ B), aus denen dann der jährliche Grippeimpfstoff gebastelt wird.

Das läuft etwa so ab:

  • Man will die gewünschten Antigene für HA und NA (des angepeilten „gefährlichen“ Virenstammes) mit Genen eines harmlosen Stammes kombinieren, der sich gut in Eiern vermehren lässt.
  • Virenstamm 1 und 2 werden in ein befruchtetes Hühnerei injiziert
  • Es kommt zu einem Austausch von Genen zwischen Stamm 1 und Stamm  2. Daraus können bis zu 256  (28) mögliche Genkombinationen entstehen.
  • Es werden jene Kombinationen gesucht, die die Gene für das HA und NA Enzym von Stamm 1 codieren und die restlichen Gene von Stamm 2 stammen.
  • Dieser neu „assortierte“ Stamm und zwei weitere Stämme werden dann für die Grippeimpfung im nächsten Jahr herangezogen. Die Vermehrung in Hühnereiern ist langwierig, unsicher und teuer. (Man muss jedesmal ein „künstliches“ Virus herstellen)

Welche Grippeimpfungen (gegen die angebliche “H1 N1 Pandemie“) werden entwickelt?  Wie kann man in relativ kurzer Zeit etwa 5 Milliarden Dosen  (lt. WHO benötigt) herstellen?

1) CELVAPAN (Baxter) hergestellt in Tschechien

Dieser Impfstoff enthält „ganze“, purifizierte  Viren, die durch Formaldehyd und UV-Bestrahlung „inaktiviert“ wurden: sie können sich nicht mehr vermehren und deshalb keine Infektion auslösen.

Celvapan ist insofern außergewöhnlich, als die Viren bzw. die benötigten Influenza-Antigene in Zellkulturen gezüchtet wurden und zwar in den berühmt-berüchtigten „Vero Zellen“, also Gewebszellen aus den Nieren einer afrikanischen Affenart (Grüne Meerkatze).  Soweit bekannt, enthält Celvapan keine Adjuvantien.

Derzeit werden weniger als 10% der weltweit erzeugten Impfstoffe in „kontinuierlichen“ Zelllinien erzeugt, ein Großteil wird nach der klassischen Methode in befruchteten Hühnereiern hergestellt. Bei einer Pandemie werden Milliarden Impfdosen benötigt, man braucht also unvorstellbare Mengen an Eiern.  Informationen über die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken (Zelllinien und Eikultur) – siehe den ersten Beitrag zum Thema Impfen in diesem Blog.

Das H1 N1 Virus lässt sich noch dazu relativ schwer vermehren. Die Ausbeute ist fast nur halb so groß wie bei anderen Viren und auch die Immunogenität lässt zu wünschen übrig. Zunächst einmal muss man die effektive und „sichere“ Dosis herausfinden. Um Kosten und Mühe zu sparen, setzen die Hersteller auf so genanntes „dose sparing“: Durch die Beimischung von Verstärkersubstanzen (Adjuvantien – näheres dazu siehe den vorhergehenden Beitrag) soll die vorhandene Menge an Influenza Antigenen für möglichst viele Impfdosen reichen und gleichzeitig das Immunsystem zu einer stärkeren und nachhaltigeren  „Antwort“ angeregt werden.

Die Firma Baxter geriet im März 2009 in die Schlagzeilen, weil sie Impfstoff, der „irrtümlich“ mit „Vogelgrippeviren“ kontaminiert war, in mehrere Länder (an dortige Labors) verschickte. Das Produkt enthielt eine Mischung verschiedener saisonaler Grippeviren (H3 N2) und eben auch das gefährliche H5 N1 Virus.

Was dieser Vorfall über die hohe „Sicherheit“ in Labors aussagt, die mit lebenden Krankheitserregern hantieren und „Bioengineering“ betreiben, braucht wohl nicht näher kommentiert zu werden…

2) Pandemrix  (Glaxo-Smithkline) hergestellt in Dresden (D)

Enthält gespaltene, inaktivierte Influenzaviren (aus verschiedenen Stämmen), die in befruchteten Hühnereiern (also in Hühnerembryos…) vermehrt wurden. Im Gegensatz zu Celvapan ist Pandemrix mit dem umstrittenen SQUALEN adjuviert („AS 03“), in Form einer Öl-in-Wasser-Emulsion. Kritiker warnen davor, weil es zwar ein natürliches Molekül (Vorstufe zu Cholesterin und  ein Zwischenprodukt für die Biosynthese von anderen Steroiden)  ist, aber die Impfung (also die Eintrittsroute in den Körper in Form einer immunstimulierenden Injektion) dazu führt, dass das Immunsystem Squalen als „Feind“ klassifiziert und auch körpereigenes Squalen als Bedrohung bekämpft, was bei predisponierten Menschen zu Auto-Immunerkrankungen führen könnte.  Die „Größe“  des Moleküls spielt dabei auch eine Rolle: wie man aus der „Nanotechnologie“ weiß, kommt es zu völlig unerwarteten Effekten .. Adjuvans werden offenbar getrennt geliefert und erst unmittelbar vor der Impfung vermischt.

3) CELTURA (Novartis) hergestellt in Marburg (D)

MDCK Zellen (eingefärbt)

Eingefärbte MDCK Zellen (Zellkern blau)

Auch hier setzt man auf die Vorteile der Zellkultur, vor allem schnellere Produktion größerer Mengen des Influenza Antigens, es werden aber auch Hühnereier als Vermehrungsreaktoren benutzt. Verschiedene Pressemeldungen sprechen von  „einer Hunde-Zellkulturlinie von 1958“ – das kann eigentlich nur heißen, dass es sich um MDCK Zellsubstrate handelt.

Diese bieten den Vorteil, dass Viren sich rasch vermehren lassen und zwar auch ohne tierisches Serum als Nährmedium. Die Zellen werden also „synthetisch gefüttert“ und somit zur Teilung angeregt. Die „Virenernte“ ist dabei anscheinend wesentlich größer als bei Verozellen. Was aber sind die Risiken dieser Methode?

Die Epithelzellen stammen von einem weiblichen „gesunden Cockerspaniel“ aus dem Jahr 1958. MDCK steht für „Madin-Darby Canine Kidney“, also aus dem Nierengewebe eines Hundes.

MDCK gehören zu den so genannten „neoplastischen Zellsubstraten“, sie zeigen also eigentlich ein abnormales (ewiges) Zellwachstum, das man auch als Vorstufe für eine Krebswucherung ansehen könnte….

Obwohl die ursprünglichen Zellen nicht karzinogen waren, stellte sich heraus, dass manche Sub-Linien hochgradig karzinogen waren. Enthalten diese Zellen krebsfördernde Onkogene? Versteht und beherrscht man mögliche unerwünschte Interaktionen zwischen Virus und Wirt bzw. Virus und Zelle? Der Impfvirus könnte DNA Fragmente aus der neoplastischen Zelle aufnehmen oder „verpacken“, die unter Umständen krebsfördernd sind. Könnte es zu vererbbaren epigenetischen Veränderungen kommen? (z.B. durch RNA) Können diese Risiken durch bestehende Sicherheitstests ausgeschlossen werden?

Fragen über Fragen, die kaum zufrieden stellend beantwortet werden können, aber dennoch wird die Impfstoffproduktion auf Teufel komm raus weiter getrieben, denn schließlich ist so eine „Pandemie“ ein Riesengeschäft, offenbar auch dann, wenn die Krankheit völlig harmlos verläuft und die meisten auch ohne Behandlung wieder gesund werden.

Novartis hat ja bereits Grippeimpfstoffe auf dem Markt – spätestens nach der „Vogelgrippe“-Hysterie haben ja alle großen Pharmafirmen auf dieses Pferd gesetzt. Auch hier wurde Squalen („harmlos“ lt. WHO) als Adjuvans eingesetzt („MF 59“). Dass MF 59 sehr potent ist, steht außer Zweifel. Antikörper-Titer verdoppeln sich (allerdings nicht bei alten Menschen), aber wie schon im Beitrag über die Adjuvantien erwähnt – die Geister (z.B. Aktivierung cytotoxischer T-Zellen und hochpotenter Zytokine), die ich rief (und nicht wirklich verstehe) – habe ich sie wirklich unter Kontrolle? Alle Adjuvantien sind toxisch, aber ihre exakte Wirkungsweise ist nicht bekannt und das Lostreten einer immunologischen Lawine in Form von Autoimmunreaktionen (Immunsystem bekämpft körpereigene Stoffe bzw. Zellen)  ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Man sagt sich hier einfach, der Nutzen überwiegt das Risiko…..

Laut Hersteller provoziert diese Kombination auch eine so genannte „Kreuzreaktion“: d.h. das Immunsystem reagiert nicht nur auf einen bestimmten Stamm (von der Erstimpfung), sondern auf alle verwandten Stämme (z.B. von H5 N1). Das wäre natürlich der Jackpot für die Hersteller, denn dann könnten sie die Regierungen und Gesundheitsbehörden dazu bringen, riesige Mengen an Impfstoffen auf LAGER zu halten.

Da sich die Grippeviren andauernd ändern, kann man Impfstoffe für Pandemien nicht im Voraus produzieren. Deshalb erlaubt die EU die Zulassung so genannter „Mock-Up“ Vakzine: dabei werden praktisch die Produktionsweise und die Materialien und Zusatzstoffe genehmigt, mit denen ein vorhandener Virusstamm (oder eine Mischung aus mehreren) zur Antigenproduktion vermehrt wurden. Wenn dann das „Pandemievirus“ da ist, wird es in die bereits vorhandene Produktion übernommen.

Ob diese mechanistische Sichtweise allerdings ausreicht, um unerwünschte Wirkungen auszuschließen, darf angezweifelt werden…

AUFBAU VON INFLUENZAVIREN  news_8679_n

Ein Grippevirus enthält acht Gensegmente. Eines davon codiert für ein Eiweiß, dass das Virus braucht, um unsere Zellen zu attackieren. Dieses Molekül heißt Hemagglutinin (HA) und ist in der Lage, sich an ein entsprechendes Pendant (Rezeptor) an der Zelloberfläche zu binden. Dadurch gelangt das Virus in das Innere der Zelle.  HA Ein zweites codiert für die Neuraminidase (NA). Dieses Enzym braucht das Virus um nach seiner Vermehrung wieder aus der Zelle herauszukommen (sich von der Oberfläche zu lösen).  Medikamente wie „Tamiflu“ greifen hier ein: Sie sollen die Produktion von NA hemmen und somit die Virenvermehrung behindern. Doch hält „Tamiflu“ (steht hier für den Wirkstoff „oseltamivir“) was die Marketingabteilung verspricht? Da schaut es sehr düster aus……

TAMIFLU UND RAUS BIST DU?

Tamiflu wurde schon 1996 von der Pharmfirma Gilead Sciences entwickelt und patentiert und zwar als Medikament für AIDS-Kranke (!). Erst später, als der Vogelgrippe-Hype ausbrach wurde es auch als Grippemedikament zugelassen. „Stuff-happens“- Donald Rumsfeld war bis 2001 Vorstandsvorsitzender dieser Firma und auch als er Verteidigungsminister wurde, hat er seine Aktien nicht verkauft …. Das traf sich gut, als er für die US-Soldaten große Mengen des Virenhemmers bestellte, als „Vorbeugung“ gegen die Vogelgrippe (die dann nie kam). Die Firma Roche hat später die Produktionslizenz erworben und ist der jetzige Nutznießer verkaufsfördernder Pandemieängste.

Die grausame und krankmachende Massentierhaltung ist natürlich die Hauptursache, warum Viren und andere pathogene Keime sich explosionsartig vermehren können, das gilt ganz besonders für die industrielle Geflügelhaltung, wo tausende Tiere in dunklen Hallen in ihrem eigenen Kot und zwischen erkrankten und toten Artgenossen ihr Dasein fristen. In China hat man schon vor 2005 millionenfach ein anderes virenhemmendes Mittel an Geflügel verabreicht: Amantadine. Es kam wie es kommen musste, das H5 N1 Virus wurde rasch resistent gegen diese chemische Keule. Wenn nun solcher Hühnermist als Dünger verteilt wird, kann sich ein neuer Kreislauf ergeben. Amantadine greift aber auch an einer völlig anderen Stelle ein: bei der Freisetzung von Neurotransmittern im Gehirn (wie Dopamin).

Seit 2006 mehren sich die Hinweise aus fast allen Teilen der Welt, dass Grippeviren gegen Tamiflu resistent werden. Im Jänner hat die New York Times berichtet, dass in den USA praktisch eine vollständige Resistenz eingetreten ist, weil die Virengene an zwei Stellen mutiert haben (Na klar: das von Tamiflu attackierte NA Enzym wurde durch Austausch einer Aminosäure geändert) Daher hat auch das CDC (Center für Seuchenbekämpfung in den USA) seine Empfehlungen für die Einnahme von Virenhemmern aktualisiert:

Man warnt ausdrücklich davor, Tamiflu prophylaktisch einzunehmen, also z.B. nur weil man Kontakt zu Personen hatte, die grippeähnliche Symptome zeigen. Nach der Vogelgrippe-Hysterie haben weltweit Millionen Menschen Tamiflu erhalten und davon sicher nicht wenige „vorbeugend“ auch eingenommen, doch damit wurden sie zu „wandelnden Mutationsförderzentren“ für Grippeviren.

Jeder, der eine ganzheitliche Sichtweise biologischer Systeme hat, versteht, dass je mehr Viren oder Bakterien biochemisch bekämpft werden, desto schneller mutieren sie. Das ist eine ganz klare Überlebensstrategie. Bei den Bakterien sehen wir ja schon seit langen, dass durch den leichtsinnigen und großflächigen Einsatz von Antibiotika immer mehr resistente, ja multi-resistente Arten entstehen, so z.B. der gefürchtete MRSA Keim in Krankenhäusern.

Viren und besonders Bakterien sind eigentlich nicht die große Bedrohung, als die sie uns präsentiert werden. Sie leben in uns (auf den Schleimhäuten, vor allem zigtausende im Darm) auf uns (auf der Haut) und um uns herum. Solange alles im Gleichgewicht ist (wir einigermaßen gesund leben), sind sie kein Problem.

Wenn aber das Immunsystem und der Körper geschwächt ist (z.B. im Krieg, durch große Armut, mangelnde Hygiene, Unternährung, aber auch das andere Extrem Übergewicht, Dauerstress, Junk Food, Industriegifte in Luft und Nahrung und vor allem das Einatmen einer krebsfördernden Giftwolke namens „Tabakrauch“, dann braucht man sich nicht wundern, wenn Keime zum Problem werden oder das Immunsystem verrückt spielt. Der beste und natürlichste Weg ist ganz klar, das Immunsystem zu stärken, nicht die Erreger mit „Biowaffen“ zu immer neuen Höchstleistungen anzuspornen…

Aber zurück zu Tamiflu: Das CDC  und auch die WHO haben kürzlich folgende Meldung veröffentlicht: Ein Großteil der an Grippe Erkrankten werde ohne Komplikationen wieder gesund werden.

„Die meisten Patienten haben sich nach einer Woche wieder völlig erholt, sogar ohne jegliche Medikamente. Diese Leute, die ansonst gesund sind, brauchen keine virenhemmende Medikamente.“ (WHO, Quelle: Guardian Weekly)

Man höre und staune. Natürlich ist auch diese Meldung eine Reaktion auf die Resistenzen gegenüber Tamiflu. Die vorbeugende oder unkontrollierte Einnahme von NA-Hemmern  kann genau das bewirken, was die Gesundheitsbehörden verhindern wollen: das ein neuer, superresistenter Virenstamm entsteht.

Wenn aber die meisten Leute von allein gesund werden (durch Bettruhe und passende Diät) wozu brauchen wir dann die Impfung?  Für die so genannten Risikogruppen: Kinder, Schwangere, Kranke, Menschen mit Immunschwäche (aus Alters- oder Krankheitsgründen). Doch auch diese sollten sehr vorsichtig mit den neuen Impfstoffen sein….

Aber die Tamiflu-Saga hat noch einen anderen, äußerst spannenden und besorgniserregenden Aspekt, den man überhaupt nicht diskutiert:

Shit Happens. NA-Hemmer im Abwasser – wie verhält sich der Wirkstoff in Ökosystemen?

Dazu muss man wissen, dass in der Tablette (z.B. Tamiflu) eben nicht der aktive Wirkstoff enthalten ist, sondern nur eine Vorstufe. Erst durch die Verwertung in unserem Körper entsteht die aktive Form des Medikaments: Oseltamivirphosphat (OP) wird im Verdauungstrakt absorbiert und durch Leberenzyme zur aktiven Form des NA-Hemmers umgewandelt (OC)

So weit, so gut. Das Problem ist, dass dieses OC sehr beständig ist und ein Großteil davon wieder ausgeschieden wird und, es kommt noch schlimmer, offenbar auch in der Umwelt sehr schwer abbaubar ist. Es hält sich wochenlang in den Kläranlagen und dort, wo es keine gibt (z.B. in weiten Teilen Asiens- siehe SARS oder „Vogelgrippe“ Ausbruch….), ist die Gefahr der Kontaminierung von Wasser noch größer.

So hat z.B. ein Team schwedischer Wissenschaftler, das sich dankenswerter Weise mit diesem Problem befasste,  erschreckende Ergebnisse zu Tage gefördert:

Der Lebenszyklus eines Influenza A Virus hängt entscheidend mit seinem Vorkommen in Gewässern zusammen, wo es monatelang aktiv bleiben kann, wenn es relativ kühl ist. Die meisten Unterarten zirkulieren in Wildenten, die sich beim Trinken infiziert haben wobei sich die Erkrankung im Verdauungstrakt manifestiert. Das heißt, sowohl die Infektion als auch der pharmakologische Effekt von OC finden im Verdauungstrakt statt. Wenn also Enten, die verschiedene Virenstämme beherbergen, z.B. von Wasserbecken bei Kläranlagen trinken, treffen diese im Darm auf niedrige Dosen von OC, was zu einer beschleunigten Resistenz führen kann.

Die Verwirrung darüber, dass Resistenzen zu OC auch bei Patienten aufgetreten sind, die nicht Tamiflu eingenommen hatten, ist aber eigentlich unnötig. Denn entweder haben Patienten resistente Viren auf andere übertragen und / oder diese Resistenz wurde durch den Mutationsdruck von OC in der Umwelt (vor allem Gewässern) beschleunigt.

Much Ado about Nothing? Und wozu das ganze Risiko? Was bewirken denn die NA-Hemmer wirklich?

Wenn sie nicht spätestens 48 Stunden nach Auftreten der Symptome genommen werden, so gut wie gar nichts.

Selbst wenn sie vorschriftsmäßig eingenommen werden, ist das Ergebnis ein Witz:

Im besten Fall verkürzt sich die Krankheitsdauer um 1-2 Tage und es „könnten“ Komplikationen verhindert werden. Doch die Ratschläge des CDC sind sehr zweideutig: Zuerst warnt man vor „vorbeugender“ Einnahme, empfiehlt aber weiter unten man solle doch schon mal mit der Therapie beginnen, auch wenn es noch gar keinen Beweis dafür gibt, dass man tatsächlich eine echte Grippe hat.

Noch schlimmer ist aber, dass man besonders schwangeren Frauen die Einnahme von Tamiflu empfiehlt, OBWOHL es keine klinischen Studien über die Sicherheit in der Schwangerschaft gibt. Als häufigste Nebeneffekte werden Übelkeit und Erbrechen angegeben…. Das fällt ja bei Schwangeren nicht weiter auf… Seit Contergan kann man sich keine leichtfertigen Empfehlungen mehr leisten, sollte man meinen….

Doch der dickste Hund kommt noch:

Am 13.November 2006 hat die FDA (die Zulassungsbehörde für Medikamente und Lebensmittel in den USA) eine Warnung im Beipacktext von Tamiflu abgesegnet: Diese Warnung beruht auf erschreckenden Meldungen aus Japan, wo man bei Kindern „neuropsychiatrische Events“ festgestellt hat, die von Delirium über Selbst-Verletzungen bis Selbstmordabsichten reichten. Man weist darauf hin, dass man Kinder nach Einnahme von Tamiflu genau beobachten solle um festzustellen, wenn sie „außergewöhnliches“ Verhalten zeigten.

Wie kann das sein, fragt man sich? Angesichts der überraschenden „Nebenwirkungen“ von Amantadine auf die Biochemie des Gehirns (siehe oben) ist es durchaus möglich, dass auch dieser Enzymhemmer ähnliche, unbeabsichtigte Wirkungsweisen hat. Hier zeigt sich wieder, dass die Pharmaindustrie endlich lernen muss, systemisch zu denken und den menschlichen Körper nicht länger als Maschine betrachtet.

Nächster Beitrag: Letzter Teil der „Impfsaga“:

Was sind „Impfschäden?“ Wer meldet sie, wer kontrolliert sie? Werden sie veröffentlicht oder geheimgehalten?

P.S. Aus Zeitgründen kann ich diesen Beitrag nicht mehr abliefern, verweise aber auf ein Video zu diesem Thema, das sehr aufschlußreich ist:

Impfschäden (und ihre systematische Verharmlosung….)

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DIRTY LITTLE SECRET: Impfen – oder Learning by Doing?

08/28/2009 · Kommentar schreiben

Impfungen sind ein Miliardengeschäft und die Umsatzzuwächse sind seit dem PR-Hype um „Vogelgrippe“ und „Schweinegrippe“ gewaltig: Ein Markt von etwa 35 Milliarden Dollar… Die WHO ändert sogar die Definition einer „Pandemie“, damit das große Geschäft richtig losgehen kann (obwohl der Verlauf der „neuen Grippe“ äußerst harmlos ist) Doch wer weiß wirklich, was in den Impfungen enthalten ist? Niemand zeigt uns einen Beipackzettel, der uns vor „unerwünschten Nebenwirkungen“ warnt, stattdessen Impfeuphorie und „Fast-Track“ Approval durch die EU…

Dies ist ein Versuch, die gewaltigen Informationslücken zu verringern… (siehe dazu auch den vorhergehenden Artikel über die Virenvermehrung, etc.)

WOZU ADJUVANTIEN IN IMPFSTOFFEN?

Adjuvantien (ADJ) sind Stoffe, die die Fähigkeit, eine Immunantwort auszulösen, erhöhen, die oft zu gering ausfällt, wenn nur das purifizierte Antigen enthalten ist.

Für eine „optimale“ Immunantwort sollen diese ADJ sorgen, das bedeutet:

  • Frühere Immunität
  • Spezifische Immunität (auch Aktivierung der zellulären Abwehr, also innerhalb der Zelle, nicht nur humorale Abwehr (durch Antikörper im Blut, etc.))
  • Dauerhafte Immunität („immunologisches Gedächtnis“ wird aktiviert)
  • Weniger Nachimpfungen (effektive „Booster“),
  • Weniger Antigene nötig, dadurch wird die Impfstoffherstellung erheblich billiger und es können zigfach mehr Dosen produziert werden
  • Bessere Wirkung auch bei schwächerem Immunsystem (z.B. alte Menschen)

Diese gezielte Provokation der schärferen Geschütze des Immunsystems bedeutet aber auch mehr „Nebenwirkungen“ also ein höheres Risiko von gesundheitlichen Schäden, die unter Umständen erst Monate später sichtbar werden.

WELCHE ADJUVANTIEN WERDEN VERWENDET?

Am längsten verwendet und am weitesten verbreitet sind Mineralsalze wie z.B. Aluminiumsalze Sie finden sich in Kristallform z.B.  in Impfstoffen gegen

  • Diphterie, Tetanus & Keuchhusten
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Hepatitis A u. Hepatitis B
  • FSME („Zeckenimpfung“)

Diese Salze sind GIFTIG, besonders für Nervenzellen, aber das wird in Kauf genommen und die beobachteten „Nebenwirkungen“ wie Granuloma, lokale Entzündungen  und  mögliche Verbindung zu „Neurologischen Events“ und Auto-Immunität (das Immunsystem attackiert körpereigene Zellen) werden nicht wirklich ernst genommen (nach dem Motto: so lange niemand tot umfällt…). Hier ein Zitat aus einem Workshop über Adjuvantien in den USA:

„Die Toxikologie der Impfstoffe, ganz zu schweigen die der Adjuvantien, ist wirklich ein vernachlässigtes Gebiet in der Forschung. Die Werkzeuge der konventionellen Toxikologie, die nur die Wirkung von Medikamenten auf Organe untersuchen (nicht auf immuno-zellulärer oder genetischer Ebene), sind dafür nicht ausreichend..“

(Dr. Jesse Goodman, CBER, 2008)

Was sich in den USA nach einer flächendeckenden Grippeimpfung im Jahr 1976 abgespielt hat, lässt einem die Haare zu Berge stehen: Bei mehr als 500 Amerikanern wurde das Guillean Barr Syndrome festgestellt, eine schwere Nervenerkrankung mit dauerhaften Folgen (bleibende Behinderung).

Sehen Sie die VIDEO-Dokumentation von CBS über den Skandal:

Weitere Adjuvantien sind z.B.:

  • EMULSIONEN (Öl-in-Wasser oder Wasser-in-Öl)
  • ISCOMS (Immunstimulierende Komplexe) (hier werden Cholesterol, Saponine (!) und Phospholipide in einem „Käfig“ dem Immunsystem angeboten…eine sehr heftige Provokation, deren Folgen verheerend sein könnten ….)

  • VIROSOME (leere Hüllen von Viren, die sich nicht vermehren können, aber dem Immunsystem die Glykoproteine (NA / HA)  auf  der Oberfläche „anbieten“….)

  • MIKRO- und NANOPARTIKEL (hier wird die Büchse der Pandora geöffnet  … beißen sich die Makrophagen daran die Zähne aus? …)

NB: In den USA sind bisher NUR Alusalze als Adjuvans zugelassen…..doch die EU???Was all diese ADJ gemeinsam haben, ist folgendes:

MAN VERSTEHT NICHT, WAS SIE GENAU IM KÖRPER BEWIRKEN, AUCH NICHT IM KOMPLEXEN IMMUNSYSTEM. Es ist ein „Versuch und Irrtum“-Ansatz, der hier ausreichen muss, um ein Milliardengeschäft in die Wege zu leiten….

Man weiß nicht einmal, WAS überhaupt gemessen werden muss, um die Wirksamkeit bzw. die Schädlichkeit der ADJ gründlich zu verstehen….

Ein Sprecher der FDA sagte, dass die „Abwesenheit von Beweisen“ eben kein Beweis für die Abwesenheit von Gesundheitsrisiken bzw. Impfschäden sei, weil es zu wenige, seriöse Studien gäbe, zu kleine Kontrollgruppen, kein Monitoring für Langzeitschäden und besonders keine Untersuchungen über die Sicherheitsbedenken bei Kindern. Man verlasse sich auf „Modelle“ aus Tierversuchen und vernachlässige Langzeituntersuchungen an Menschen, die vor allem auch unterschiedliche Reaktionen je nach Alter berücksichtigen sollten (Kinder und alte Menschen haben ein anderes Immunsystem als Erwachsene).

Man weiß inzwischen, dass die Wechselwirkungen zwischen Antigen und Adjuvans spezifisch sind, das heißt, wenn eine Kombination (z.B. Masern Antigen und Alu-Salze) unproblematisch ist, heißt das nicht, dass man sie auch auf  andere übertragen kann.

„Die Idee, dass ein Adjuvans nur auf eine Sache wirkt, ist wohl eine sehr naive Vorstellung“.

Die komplexen Interaktionen der zahlreichen „Musiker“ des Immunorchesters, machen es sehr schwer, vorherzusagen, welches „Stück“ dann tatsächlich gespielt wird: ist es die gewünschte Symphonie oder doch ein Kakophonie? Hat der eine Musiker „zu laut“ gespielt und der andere gar nicht oder zu spät eingesetzt? Wer dirigiert die ganze Performance und ändert die Partitur, wenn es erforderlich ist? Hat es vielleicht einen guten Grund, warum wir auf bestimmte Antigene nicht reagieren? Ist es vielleicht sogar eine Schutzfunktion, die wir nicht verstehen? Dem Immunsystem hier künstlich auf die Sprünge zu helfen, ist das der richtige Ansatz?

Zitat aus dem  NIH-Workshop (Dezember 2008) (… an dem nur Experten teilnahmen…):

„We really do not understand the mechanisms by which they stimulate immunological responses, ok?“

(Wir verstehen nicht wirklich, AUF WELCHE WEISE die Zusatzstoffe immunologische Antworten stimulieren …. was uns aber nicht davon abhält sie massenweise einzusetzen…

Man sollte annehmen, dass die Wirkungsweise einer Substanz, die seit vielen Jahren für Millionen von Impfungen verwendet wird, ausreichend untersucht und verstanden wird. Das ist aber nicht der Fall. Man hat hier eine Art „Black Box“ System etabliert: man weiß was hineingeht (in die Impfampulle) und man weiß, was herauskommt (Antikörperproduktion, etc.) – WARUM und WIE GENAU das funktioniert, was hier konkret im Immunsystem ausgelöst wird, weiß man aber nicht. So fragt z.B. ein „Experte“ aus der Branche:

Wie sind die Wirkungsmechanismen des „Alus“? Es erzeugt hohe IgG und IgE Titer, aber es aktiviert nicht TLR (Toll-like Rezeptoren), es induziert nicht die Reifung der dendritischen Zellen, aber es kommt zur Bildung von Granuloma, ja zu Nekrosen (absterbendes Gewebe) an der Injektionsstelle – warum?

Reagiert das Immunsystem so stark, weil das Alu (Kristalle aus Aluminiumhydroxid und Al-Phosphat) Merkmale von Pathogenen hat (oder imitiert)? Aktiviert es einen Mustererkennungs-Rezeptor, der auf Stoffwechselprodukte von Mikroben reagiert?

Man weiß es nicht, verabreicht aber diese  potenten Adjuvantien an Kleinkinder und Babys?? Ist das verantwortungsvolle Wissenschaft? Ist die Balance zwischen Wirksamkeit und Giftigkeit oder eventuellen späteren Langzeitschäden so akzeptabel?

DIESE ZENTRALEN FRAGEN SIND NOCH UNBEANTWORTET, aber man treibt den Impfhype trotzdem weiter:

  • Soll man nur die höchste Dosis testen oder eine Reihe unterschiedlicher Dosen?
  • Soll man das Adjuvans alleine testen oder nur die Kombination mit dem Antigen?
  • Soll man nur eine Tierart testen oder mehrere? Welche Art ist am besten geeignet? (Dazu muss man wissen, dass das allgemeine Immunsystem artspezifische Unterschiede hat, also nicht jede Art gleich reagiert)
  • Soll / Muss man Impfstoffe für Kinder auch an „Tierkindern“ testen?
  • Wie kann man den Effekt des ADJ  zur Entstehung von Autoimmunkrankheiten untersuchen? Kann man dafür überhaupt Tiermodelle nehmen?
  • Genotoxizität oder chronische Toxizität müssen bisher GAR NICHT getestet werden – Ist das moralisch vertretbar, wenn Milliarden Menschen mit neuen Substanzen geimpft werden? Niemand untersucht die Langzeiteffekte, man kümmert sich nur um akute Reaktionen….
  • Welche biochemischen (auch genetische?) Parameter müssen überhaupt beachtet werden? (Bisher konzentriert man sich im wesentlichen nur auf die Zahl der Antikörper („Titer“)) Soll man nicht auch die Zytokinlevel  messen?
  • Beginnt man nicht erst zu verstehen, wie genau die Immun-Rezeptoren funktionieren? Wie sie ihre „Feinde“ erkennen? Wird die Komplexität und Vernetzung der Signal- und Reaktionskaskaden des Immunsystems nicht „conveniently“ unterschätzt? Um „Agonisten“ einzusetzen, die eine Reaktion ankurbeln, die  man nicht wirklich versteht….
  • Die Schnittstelle / Interaktion zwischen allgemeiner und spezifischer Immunantwort – versteht man dieses Zusammenspiel wirklich im Detail? (Nein)
  • Wie kann man altersspezifische Reaktionen auf das ADJ feststellen? (Das sich entwickelnde Immunsystem bei Kindern reagiert anders als das von Erwachsenen, bei alten Menschen ist es wieder anders (Immunsystem ist viel schwächer) etc.

Foto: eine dendritische Zelle, die eine wichtige Funktion im Immunsystem hat

Auf den Punkt gebracht: Sind die derzeitig angewendeten Tests  (für die Risikobewertung) ausreichend? Die Frage kann mit ziemlicher Sicherheit mit NEIN beantwortet werden….

Ein aktuelles Beispiel ist der Einsatz eines Adjuvans, das u.a. eine scheinbar harmlose Substanz enthält:

SQUALEN

ist ein biochemischer Vorläufer für Cholesterin und andere Steroide, wird also in unserem Körper (und in vielen Tieren) in der Leber selbst hergestellt;

Es gibt mehr als 20 Studien aus unterschiedlichen Ländern, die eine Verbindung zwischen Squalen und Auto-Immunkrankheiten (in Tiermodellen) nahelegt. Das Karolinska Institute in Schweden hat gezeigt, dass Squalen alleine (ohne Impfstoff) rheumatoide Arthritis bei Tieren hervorrufen kann. Ja man hat Squalen benutzt, um bei Versuchstieren MIT NUR EINER INJEKTION (ins Gelenk oder in die Haut)  chronische Arthritis auszulösen, um ein „Tier Modell“ für die Therapie dieser Krankheit zu haben.

Andere Forschungsergebnisse zeigen einen Zusammenhang mit Nervenerkrankungen, doch die Mechanismen werden kaum verstanden und es gibt noch viel zu wenig Informationen über die Toxizität bei Tieren, von Menschen ganz zu schweigen.

Dennoch ist Squalen in einer der „H1 N1“ Grippeimpfstoffe enthalten…. (wie praktisch, dass wegen der Pandemiehysterie, die die WHO und die Pharmalobby verbreiten, die Hersteller von IHRER HAFTUNG für eventuelle Schäden BEFREIT werden….)

Mehr dazu im nächsten Beitrag….

Ein Beispiel aus der Vergangenheit zeigt, wie leichtsinnig hier die Gesundheit der Kinder aufs Spiel gesetzt wird:

Thiomersal (Quecksilber – Natriumsalz als Konservierungsmittel)

Thiomersal wird im Körper zu Thiosalicylat und Ethylquecksilber (EQ) metabolisiert. Das Ethylquecksilber blockiert die Aktivität von Enzymen. Daraus resultieren in niedrigen Dosen die antimikrobielle Wirkung und in hohen Dosen eine nerven- und nierengiftige Wirkung Doch wie wurde die „hohe Dosis“ bestimmt? Durch Tierversuche? Sind Mäuse (bzw. deren neuronale Entwicklung)  mit  (jener von) Kleinkindern gleichzusetzen?  Kann man einfach die Dosis pro Gewichtseinheit daraus berechnen?

Als in den USA in den 1990er Jahren Autismus bei Kindern dramatisch zunahm – nachdem immer mehr Zwangsimpfungen durchgeführt wurden – erhärtete sich der Verdacht, dass Thiomersal als Auslöser für diese unheilbare Erkrankung wahrscheinlich sei. Quecksilberverbindungen sind besonders für Nervenzellen sehr giftig, dass wusste man schon früher, aber sowohl die Behörden als auch die Pharmaindustrie behauptete, die Dosen seien viel zu gering, um akut giftig zu sein. Aber wer untersuchte die Möglichkeit einer chronischen Vergiftung bzw. durch kumulierte Dosen? (Quecksilber wurde auch in vielen anderen Produkten leichtfertig eingesetzt, niemand untersuchte die synergetischen bzw. die Langzeiteffekte….)

Außerdem gab es zunächst nur Grenzwerte für Methylquecksilber, nicht Ethylquecksilber (EQ) – doch die FDA wusste, dass die Babys innerhalb ihrer ersten 6 Monate (durch vorgeschriebene Impfungen) eine höhere Dosis EQ (als Grenzwert für MQ) erhielten… aber man unternahm nichts….

Schließlich kam es zu einem Hearing vor einem Gesundheitsausschuss des US-Kongresses und dort kam man zu folgendem Schluss:

Das Risiko für neurologische Schäden durch Thimerosal ist nicht nur „theroretisch“ (es gäbe keinen Beweis für Schäden). Nach gründlicher Durchforstung der wissenschaftlichen Publikationen wurde klar, dass dieses Risiko sehr real ist und die vermehrte Aufnahme von EQ durch Impfungen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein wesentlicher Faktor für die explosionsartige Zunahme von Autismus und anderen neurologischen Erkrankungen bzw. Verhaltensstörungen  in den USA ist.

Weiters stellte der Kongressausschuss fest: Die FDA (Kontrollbehörde) hat nie von den Herstellern umfangreiche Sicherheitstest verlangt, obwohl man seit Jahren wusste, dass EQ sowohl ein potentes Allergen als auch giftig ist. Die Zahl der autistischen Kinder stieg nach der Zunahme der Impfungen (wodurch sich die Quecksilberdosis verdreifachte) bei Kleinkindern  JÄHRLICH um ca. 15%.

Obwohl es bereits seit Jahren massive Hinweise auf die Gefährlichkeit von EQ gab, wurde es erst nach 2001 nicht mehr in Kinderimpfstoffen (außer für Grippe!) verwendet. (Die vorhandenen Bestände (Millionen Dosen) wurden jedoch aufgebraucht … da sieht man, mit wem man es hier zu tun hat ….

Schließlich weist der Ausschuss darauf hin, dass das CDC einen Interessenkonflikt hat, denn es soll einerseits die Sicherheit der Impfstoffe überprüfen, andererseits dafür sorgen, dass möglichst viele Impfungen durchgeführt werden….

Wer untersucht, wie viele giftige Metallsalze bei einem Kleinkind vom Körper aufgenommen wird, das mehrere Impfungen erhält (darunter immer mehr Mehrfachimpfungen)?

Wer überwacht, wie hoch die kumulative Dosis der giftigen Adjuvantien ist? Wer kontrolliert mögliche schädliche Effekte, die sich aus der Kombination verschiedener ADJ ergeben? (Je nach Hersteller werden verschiedene Arten bzw. Kombinationen verwendet, jeder testet aber nur die „hauseigenen“ Produkte und das nur sehr unzureichend, schließlich kosten diese Tests sehr viel Geld….

Hier ein VIDEO über eine unfassbare Geschichte, die in den USA stattfand:

Ein Vater fährt seinen 3 Monate alten Sohn in die Klinik, nachdem er nach Impfungen aufgehört hatte, zu atmen… Das Baby stirbt … die Eltern sind am Boden zerstört … doch dann wird DER VATER VERHAFTET, weil man ihm vorwirft, das Kind durch „zu heftiges Schütteln“ umgebracht zu haben…. Er wird ZU LEBENSLANGER HAFT VERURTEILT …

Ein Thriller aus dem wirklichen Leben, der zeigt, wie groß das Impfdogma ist und wie blind weite Teile der Ärzteschaft  für Impfschäden sind …

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IMPFUNG ODER BIO-WAFFE?

08/14/2009 · 2 Kommentare

Wo ist die Grenze? Spätestens seit der „Vogelgrippe“ stehen mögliche virale Epidemien wieder im Spotlight der Aufmerksamkeit und die aktuelle „Schweinegrippe“ (die offenbar kein Schwein krank macht) erst recht. Doch während man sich streitet, wer die exorbitanten Kosten für eine Massenimpfung übernehmen soll, werden viel wichtigere Fragen nicht gestellt:

  • Wie werden Impfstoffe hergestellt und mit welchen Risiken?
  • Wird die Öffentlichkeit über die Risiken informiert? Findet eine öffentliche informierte Debatte über Gefahren, Nutzen und Nebenwirkungen statt?
  • Wieweit spielt Gentechnik eine Rolle bei der Entwicklung?
  • Wer kontrolliert die Hersteller und wie werden Sicherheitsanforderungen erfüllt?
  • Welche Rolle spielt die EU bei der Freigabe von Impfstoffen?
  • Welche Substanzen sind in Impfstoffen enthalten?
  • Ist die Wirkung von „Virenhemmern“ wie Tamiflu überhaupt wissenschaftlich bewiesen? Welche Wechselwirkungen ergeben sich aus der Einnahme von Tamiflu und einer späteren Impfung?

Wie wir am Beispiel des inszenierten Theaters um die „Vogelgrippe“ und jetzt um die „Schweinegrippe“ sehen, findet ein Wettlauf um die Entwicklung eines Impfstoffes statt. Mittlerweise ist die Angstpropaganda so groß, dass Regierungen Millionen Dosen von Impfstoffen bestellen, obwohl es sie noch gar nicht gibt und obwohl die „Grippe“ mild verläuft und auch ohne Medikamente in wenigen Tagen ausgeheilt werden kann.

Man tut so, als wäre es nur eine Frage von ein paar Monaten, einen Grippeimpfstoff zu entwickeln und bagatellisiert die Gefahren von unerwünschten Wirkungen. Dies ist möglich, weil die Öffentlichkeit – aber vor allem auch die Politik kaum versteht, wie diese Impfstoffe entwickelt werden und welche Risiken damit verbunden sind. Hier geht es nicht darum, das Impfen zu verteufeln, sondern zu zeigen, ob die Versprechungen der Pharmaindustrie wirklich einer kritischen Überprüfung standhalten.

Versuchen wir, wenigstens einige dieser Fragen zu beantworten, wobei an erster Stelle die Herstellung der Impfstoffe steht.

WOZU IMPFEN?

Die Impfung soll vor den „gefährlichen“ Folgen einer Infektion schützen und muss deshalb das Immunsystem so vorbereiten, dass bei einem späteren, echten „Angriff“ durch Mikroben wie z.B. Viren, die „Spezial-Kampftruppen“ sofort einsatzbereit sind. Aber das Immunsystem ist sehr komplex und funktioniert nicht wie eine Maschine, die immer nach demselben Muster arbeitet.

Effektive Immunität ist das Resultat einer fein abgestimmten, konzertierten Zusammenarbeit zwischen den zahlreichen Akteuren (verschiedene Zelltypen, Signal- und Botenstoffe, Antikörper, Aktivierung von bestimmten Genen, die spezifische Proteine erzeugen, etc.)  Einen Impfstoff (schon gar nicht gegen Viren) kann man also nicht einfach „aus dem Ärmel schütteln“.

WIE WERDEN IMPFSTOFFE HERGESTELLT?

(oder „VOM HÜHNEREI ZUM BIOREAKTOR“)

Damit sich Viren vermehren können, dringen sie in die Zellen ihrer unfreiwilligen “Wirte” ein, das können Pflanzen, Tiere oder Menschen sein. Für die Herstellung eines Impfstoffes müssen diese Viren in riesigen Mengen produziert werden, also braucht man tierische oder menschliche Zellen als „Brutstätten“. Damit diese Zellen aber gedeihen, müssen sie ernährt werden, das geschieht häufig mit Extrakten aus Tierblut, wie z.B. Serum von Kälberföten (also ungeborenen Kälbern).

Das Problem ist, dass im Blut von Kälbern und Rindern ebenfalls Viren (und andere Erreger) zu finden sind, so etwa das BVD-Virus, das zur Gattung der Pestiviren gehört. (Pestiviren lösen die so genannte „Schweinepest“ aus, daher der Name, obwohl es sich eher um eine Art Cholera handelt (Durchfallerkrankung). Es gibt zahlreiche medizinische Studien, die nachweisen, dass Zelllinien, die zur Impfstoffherstellung verwendet werden, häufig mit diesen Viren kontaminiert sind. Natürlich beteuern die Hersteller, dass die Imfpstoffe gründlich gereinigt („purifiziert“) werden, aber wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Kontaminierung  häufiger vorkommt, als man zugeben will.

Die große Frage lautet: Können diese Viren auch Menschen infizieren bzw. dazu führen, dass ein neues (rekombinantes) Supervirus entsteht? Die Fähigkeit mancher Viren, RNA ihrer Wirtszellen (also Erbmaterial der Zellkulturen) in ihr eigenes Genom aufzunehmen, lässt bereits Alarmglocken läuten, aber die Pharmaindustrie bleibt gelassen und setzt offenbar darauf, dass die Öffentlichkeit und die Politik ohnehin im Dunklen tappt:

Forschungsergebnisse zeigen alarmierende Befunde: so wurde schon vor Jahren eine neue Variante des Pestivirus aus menschlichen Leukozyten (weiße Blutkörperchen) isoliert (8) und eine andere Studie ergab, dass Ziegen mit dem BVD-Virus infiziert wurden, wobei sich allerdings ein völlig anderes Krankheitsbild zeigte: Hier wurde nicht (wie bei den Rindern) der Darmtrakt geschädigt, aber Krankheitssymptome zeigten sich im zentralen Nervensystem und durch gestörte Fortpflanzungsfähigkeit.

Ein echter Skandal (von dem nur wenige wissen) sind aber ist die  in den 1950 er Jahren vor allem in den USA durchgeführte Massenimpfung gegen Kinderlähmung: Das Polio-Virus wurde aus Affengewebe gewonnen und erst Jahre später stellte sich heraus, dass der Impfstoff mit mehr als 20 verschiedenen Affenviren kontaminiert war, darunter auch das krebserregende SV40)

Hier müssen also dringend einige Fragen beantwortet werden:

Können diese sehr unterschiedlichen Krankheitsbilder (auch Lungenerkrankungen gehören dazu), ausgelöst durch den BVD-Virus, auch beim Menschen auftreten?

Wie wird verhindert, dass BVD-Viren (u.a.) in Impfstoffen enthalten sind? Normale Filterprozesse sind ungenügend, da das Virion extrem klein ist. Schon vor einigen Jahren zeigte sich in einer Untersuchung, dass 13% der MMR-Impfstoffe (Masern-Mumps-Röteln) sowie der Polioimpfstoffe mit dem BVD-Virus kontaminiert waren und etwa 30% der Menschen Antikörper gegen diesen Virus im Blut haben, obwohl sie nie direkt mit infizierten Tieren in Berührung kamen. (ANMEKRUNG: Antikörper sind kein Beweis für Immunität) Als bei Kleinkindern Durchfallerkrankungen auftraten und man keine der üblichen bakteriellen Ursachen fand, wurde auch hier das Virus nachgewiesen.

2 -„UNSTERBLICHKEIT“ ODER SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD?

Schon in den 1960er Jahren begann die Entwicklung so genannter „unsterblicher Zelllinien (CCL)“. So wurde im Jahr 1962 aus den Nierenzellen einer afrikanischen Affenart („African Green Monkey“) eine Zellkultur (AGMK oder später „Vero-Zellen“) angelegt, die besondere Eigenschaften aufwies: Die Zellen lassen sich scheinbar endlos vermehren (unzählige neue Generationen), weil sie offenbar dem normalen Alterungsprozess nicht unterliegen, der auch die Teilungsfähigkeit negativ beeinflusst.

Auch lassen sich diese Zellen leicht mit allen möglichen Arten von Viren infizieren (Masern, Polio, Grippe, Adenoviren, etc.), was sie natürlich besonders attraktiv für die  Herstellung von Impfstoffen macht. Es gibt allerdings ein Problem: diese Zellen sind genetisch betrachtet, nicht gesund: sie sind aneuploid, d.h. sie haben einen schweren Chromomosendefekt (die Zahl der Chromosomen ist abnormal) und das erklärt auch, warum sie sich beliebig vermehren lassen.

Dieses abnorme (endlose) Zellwachstum („neoplastische“ Zellen) ist allerdings auch das zentrale Merkmal einer Krebszelle, weil auch hier die genetischen Kontrollsysteme für eine begrenzte Zellteilung außer Kraft gesetzt wurden…

Eine andere Zelllinie sind die MDCK-Zellen, die 1958 aus den Nierenzellen eines „gesunden Cockerspaniels“ extrahiert wurden. Die Originalzellen sind nicht krebsverdächtig, allerdings zeigt sich in manchen „Sublinien“ ein hohes Tumorpotential. Wie bereits erwähnt, können Viren Erbmaterial (RNA) von ihrer Wirtszelle aufnehmen. Es könnte also zu einer „Aktivierung des onkogenen Potentials durch den Virus“ kommen, wenn nicht auch der kleinste Rest des Zellsubstrates herausgefiltert wird. D.h. es darf möglichst keine „Rest-DNA“ von diesen Zelllinien (nicht eine intakte Zelle) im Impfstoff vorhanden sein. (Krebs entsteht aus einer einzigen Zelle, die außer Kontrolle geraten ist….)

Den Forschern ist das krebsfördernde Potential dieser Zelllinien durchaus bekannt, was sie allerdings nicht davon abhält, diese als Substrate für die Produktion von Viren bzw. Impfstoffen zu verwenden. Und auch die WHO hat seit 1986 grünes Licht für die Verwendung „unsterblicher“  (abnormer) Zelllinien gegeben, trotz aller Bedenken.

Diese mechanistische Sichtweise biologischer Systeme ist gefährlich: Es ist bekannt, dass die Interaktionen zwischen Virus und Zellsubstrat nicht nach Schema F ablaufen:

Je nach Kombination ist die Reaktion unterschiedlich, d.h. ein bestimmter Virus in Zellsubstraten verschiedener Tier- bzw. Gewebearten kann unterschiedliche Effekte auslösen und auch bei menschlichen Zellen gibt es spezifische Reaktionen.

Natürlich verwendet man auch menschliche Zelllinien, deren Ursprung noch abstoßender ist: So z.B. „MRC-5“ und „WI-38“: diese stammen aus dem Lungengewebe abgetriebener Föten, die 1966 nur 14 Wochen (ein Junge) bzw. 3 Monate (ein Mädchen) im Mutterleib gelebt haben. Diese „Kulturen“ dienten z.B. der Herstellung von Impfviren gegen Masern und Windpocken….

BIOENGINEERING: BRAVE NEW WORLD

Zu den neueren Errungenschaften gehören u. a. im Labor „transformierte tierische Zellen“: Der Vorteil ist, dass hier eben nicht aus Tieren gewonnene Nährsubstrate verwendet werden müssen (wie das oben erwähnte fetale Kälberserum) und man so „sichere“ und effizientere „Bio-Reaktoren“ kreieren kann. Allerdings tun sich dafür neue „biotechnische“ Abgründe auf: Das klingt dann z.B. so.

„Wir haben stabile aviäre Wirtszellen für Industrie und Forschung erzeugt durch Transfektion von Expressionsplasmiden für adenovirales E1A und E1B in verschiedene Gewebe von Entenembryonen.“

Adenoviren werden aber auch gerne als Vektor eingesetzt: Hier schwärmt der Hersteller z.B. :

“AdVac® Vektoren können so konstruiert werden, dass sie kleine genetische Fragmente enthalten, die von verschiedenen Viren, Parasiten und Bakterien enthalten. Dies macht die Entwicklung vielfältiger neuartiger Impfstoffe gegen gefährliche, menschliche Pathogene möglich.“

Der transgene, manipulierte „Vektor“ (hier ein Adenovirus) ist quasi das Transportgerät für bestimmte Gene des Impfvirus (z.B. des Grippevirus- Influenza A): die man durch gentechnische Methoden in das Genom des lebenden AV eingefügt hat und die dann die gewünschte Immunreaktion auslösen soll (die Zelle reagiert sowohl auf die „Impfgene“ bzw. Eiweiß aus dem Erbgut des Grippevirus als auch auf den Adenovirus selbst, wodurch sowohl Antikörper im Blut als auch spezifische, zelluläre Abwehrkräfte  mobilisiert werden sollen.

Doch so einfach, wie es diese Graphik suggeriert, ist die Sache natürlich nicht. So kann man nicht steuern, an welcher Stelle des Vektor-genoms die fremden Gene (z.B. aus dem Grippevirus) eingebaut werden. Transgene DNA ist instabil (die natürliche systemische „Ordnung“ der Gene wurde massiv gestört, denn der Vektor ist ja ein künstliches Mosaik aus Genen verschiedener Lebewesen) und es kann zu völlig neuen „Genexpressionsmustern“ kommen, d.h. das gentechnisch manipulierte Virus könnte mutieren. Es kann ein neues Virus entstehen (durch Rekombination oder Rearrangement, (siehe Retroviren weiter unten) auch wenn der Virusvektor selbst „defekt“ -man hat bestimmte Gene entfernt oder ausgeschaltet – ist.)

Das Potential für unkontrollierbare Folgen durch die gentechnischen Eingriffe ist erheblich… Selbst der „host range“, also welche Art von Lebewesen vom Virus befallen werden, kann sich dadurch ändern (z.B. entwickelt sich das neue Virus z.B. in einem Schwein (das aber selbst nicht erkrankt), aber der Virus z.B. Menschen infiziert (oder ein anderes Tier).  Diese genmanipulierten Vektoren sind ja darauf getrimmt, in fremde Genome einzudringen und die natürlichen Abwehrmechanismen zu überwinden…. (Von der „nackten DNA“ wollen wir hier erst gar nicht anfangen)

Dem Normalbürger stehen hier die Haare zu Berge angesichts des Umstandes, dass diese Leute jeden Respekt vor Viren, Bakterien, (im Sinne der Evolution – den zähesten Lebewesen seit Millionen von Jahren) und den komplexen biochemischen bzw. molekularbiologischen Interaktionen zwischen Milliarden von Zellen (beim Menschen) verloren haben. Das hier das System mehr ist als die Summe seiner Teile, scheint man nicht zu begreifen, denn eine reduktionistische und mechanistische Auffassung biologischer Systeme hat hier offenbar den Blick auf das Wesentliche völlig vernebelt.

Zellen als „computergesteuerte Bioreaktoren“ deren „unzureichende Produktivität“ bei der Vermehrung von „nützlichem Biomaterial“ durch menschliche Eingriffe in die komplexe Genetik von Viren, Bakterien u. a. Lebewesen vergrößert wird? Alles nur biochemische Maschinen? Ein Impfstoff für alle?  Wohin führt diese Hybris?

Erinnern wir uns noch  an den katastrophalen Ausgang eines „Medikamententests“ im Auftrag der Firma TEGENERO im März 2006 in London? Dort wurden freiwillige, gesunde Probanden mit einem neuartigen, gentechnisch hergestellten monoklonalen Antikörper (TGN1412) beglückt, der angeblich in zweigegensätzliche – Richtungen wirken sollte (was offenbar niemand widersprüchlich erschien):

Einerseits sollte er die unangemessene Immunantwort des Körpers UNTERDRÜCKEN (wie z.B. bei Multipler Sklerose und anderen so genannten Auto-Immunkrankheiten, bei denen das Immunsystem „überreagiert“ und  eigene Körperzellen angreift).

Andererseits sollte er potente Akteure des Immunsystems ANREGEN, um z.B. eine verstärkte Reaktion auf Krebszellen (durch verstärkte Freisetzung von T-Zellen) zu erwirken.

Das Ergebnis: Es kam zu schwerwiegenden Reaktionen: rasende Kopfschmerzen, Fieber, massive Schwellungen (wie bei einem anaphylaktischen Schock), Erbrechen, Ohnmacht und schließlich multiples Organversagen.

Was hier im Detail passiert ist, können wir nicht nachvollziehen, aber eines ist klar: Dieses vom Menschen konstruierte Antikörper-Monster hat die eingebauten Sicherheitsmechanismen des Immunsystems umgangen und damit auf „Teufel komm raus“ eine Katastrophe provoziert.

Wer sich ein bisschen mit den hochkomplexen, vernetzten Wirkungskaskaden des Immunsystems befasst hat, verneigt sich in Ehrfurcht vor diesem Wunderwerk der Natur und ist fassungslos, mit welcher Hybris die moderne Forschung sich anmaßt, dieses zu „verbessern“ oder zu „steuern“.  Bis heute versteht man nicht wirklich, WARUM es zu „unangemessenen“ Immunantworten kommt und wie das kommunikative Netzwerk aller Zellen und Signalstoffe im Detail funktioniert. Wie kann man dann eine Therapie entwickeln, die das System selbst verändert?

Die dramatische Zunahme von Allergien etwa, kann man doch nicht einfach auf eine immunologische Fehlfunktion zurückführen, sondern muss die Ursachen in der „modernen“ Lebensweise, der Umweltbelastung und anderen Faktoren suchen, zu denen auch die Impfungen gehören.

3 -MEINE VIREN – DEINE VIREN  – UNSERE VIREN?

Was passiert, wenn Impfviren (oder nicht entdeckte „blinde Passagiere“) mit endogenen Viren in unserem Körper in Berührung kommen?

Einige Virenstämme zeigen eine besondere Affinität für bestimmte Gewebearten oder bestimmte Wachstumsbedingungen, so z.B. das AL-Virus (avian leukosis / Vogelleukämie-Virus – ALV), das durch die langjährige Verwendung von Vogeleiern als „Brutkasten“ für die Virenvermehrung, in Impfstoffen vorhanden sein kann (und auch nachgewiesen wurde).

Die industrielle “Geflügelwirtschaft” sprich Massentierhaltung sorgte natürlich dafür, dass sich Viren wie ALV rasant ausbreiten und daher praktisch überall vorkommen.   Es ist besonders gefährlich, weil es neuartige “Tochtergenerationen” (wie RSV) bildet, in dem es krebsrelevante Gene seiner Wirtszellen in sein eigenem Genom integriert und damit nicht genug, besitzt es die Fähigkeit sein eigenes Erbgut in das Wirtsgenom (auch das menschliche) einzuschleusen, es kann sich also dort quasi verstecken, um den Kampftruppen des Immunsystems zu entgehen. Unter optimalen Wachstumsbedingungen kann sich das ALV also leicht in Unterarten verwandeln, von denen man weiß, dass sie krebsfördernd sind – im Fachjargon heißt das: Proto-onkogene werden mit überraschender Leichtigkeit in retrovirale Genome integriert“.

ALV gehören zu den so genannten Retroviren. Heute weiß man, dass  praktisch alle Wirbeltiere Unterarten dieser Viren in „schlafender Form“ in sich tragen:

Etwa 8-10% unserer DNA beherbergt diese fossilen Virengenome, aber ursprünglich wurde die Vorstellung, dass manche Viren sich quasi in unseren Chromosomen verewigen, also „endogen“ (von innen) sind, als völlig absurd abgelehnt. Bei genetischen Untersuchungen hat man bei einer gefährlichen endogenen Retrovirenart (die Sarkome / Tumore in Geflügel erzeugt) festgestellt, dass sie sich deshalb nicht vermehren kann, weil ein bestimmtes Gen (env für envelope = Hülle) durch ein anderes ersetzt wurde. Das klingt ja beruhigend. Dann aber stellte sich heraus, dass das ALV in der Lage ist, diesem „defekten“ Virus zu Hilfe zu kommen, indem es die notwendige Gensequenz zur Verfügung stellt. Treffen also diese beiden Viren zusammen, können aus dem „schlafenden“ Virus, neue, aktive und infektiöse Viren produziert werden, die noch dazu in der Lage sind andere Arten zu befallen (der Wirt wird nicht krank). Aber es kommt noch dicker:

Einem Forscher war aufgefallen, dass Zellkulturen von einigen Hühnerembryos, die Vermehrung eben dieses Virus (RSV) gestatteten, OBWOHL das env Gen fehlte und obwohl kein  AVL „Helfervirus“ präsent war. Wie war das möglich? Man fand heraus, dass die Virenhülle neuartige, spezifische Rezeptoren und Abwehrmethoden (um das Immunsystem zu täuschen) entwickelt hatte, es musste also möglich sein, dass die Produktion des fehlende Env Proteins durch die embryonalen Hühnerzellen ermöglicht wurde. Sie mussten also selbst provirales Genmaterial enthalten, das dann zur Komplementierung des RS-Virus dienen konnte.

Selbst dieser kurze und sehr oberflächliche Einblick in das genetische und biochemische Zusammenspiel von Viren und ihren Wirtszellen, zeigt uns, wie komplex diese Interaktionen sind und es liegt auf der Hand, dass man – ohne diese Wechselbeziehungen 100%ig zu verstehen – besser die Finger davon lassen sollte, hier durch „Bio-engineering“ in Prozesse einzugreifen, die man unter Umständen nicht mehr kontrollieren kann. Aber die Hybris der Gentechniker und die gewaltigen Profitinteressen der Pharmakonzerne lassen dieser gebotenen Vorsicht keine Chance…..

Fortsetzung folgt:  „Dirty Little Secret...“

Welche Zusatzstoffe werden Impfseren beigefügt um eine stärkere und langanhaltende Immunreaktion zu erhalten? (Adjuvantien)  Können diese (besonders für Kleinkinder) gefährlich sein? Wissen die Forscher eigentlich wirklich, was hier immunologisch und genetisch vor sich geht?

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