WIKI AT WAR: Wenn Wörter zu Waffen werden

arundhati-royKen FM hat kürzlich ein interessantes Video veröffentlicht, in dem ein engagierter Biologie-Lehrer zeigt, wie bei Wikipedia Einträge manipuliert werden, wenn es um politisch brisante Themen wie „911“ geht. Am Beispiel von Dr. Daniele Ganser wird deutlich, wie der Ruf eines brillianten Wissenschaftlers beschädigt werden soll, um seine Glaubwürdigkeit zu unterminieren.

Als Historiker muss Ganser akribisch Fakten recherchieren, bevor er sich zu politischen Themen und Ereignissen äußert und natürlich in seinen Büchern immer genaue Quellen angeben, also seine Erkentnisse belegen. Mit seinem Buch über „Gladio“ hat er bereits in gewissen Kreisen für Irritationen gesorgt und seine mutige „911“-Forschung macht ihn umso mehr (aber zu Unrecht) zur Zielscheibe für Diffamierung und Ausgrenzung.

Eine faire Diskussion wird aber vermieden, denn dann müssten Gansers Argumente widerlegt und unangenehme Fragen beantwortet werden. Also bleibt nur ein Ausweg: die semantische Kampfansage, mit der die Seriosität seiner Forschung in ein schiefes Licht gestellt werden soll.

Rhetorische Kunstgriffe zur Manipulation einer Debatte sind zwar nichts Neues (das kannten schon die alten Griechen), doch leider wird die Kunst der Rede bzw. die Fähigkeit, sprachliche Tricks zu durchschauen, heute nicht mehr in Schulen unterrichtet. Man darf davon ausgehen, dass ein politisches Kalkül dahintersteht, denn wenn die Bürger mehrheitlich erkennen, wie sie durch die Sprache manipuliert werden, wäre es sehr viel schwerer die „Herde“ zu kontrollieren (und die Journaille könnte „einpacken“).

Der effektivste, sprachliche Kampfbegriff in diesem Kontext ist natürlich „Verschwörungstheorie“ (oder „Verschwörungstheoretiker“), der auch im Wikipedia-Eintrag zu Ganser vorkommt:

Er greift Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auf und stellt sie als von Historikern zu prüfende Erklärungsansätze dar.“

Das klingt doch eigentlich ziemlich harmlos …. oder?

Ganser wehrt sich gegen diese Etikettierung durch Wikipedia (warum bzw. welche negativen, psychologischen Effekte der Begriff auslöst, wird unten erläutert) und viele andere User haben wiederholt versucht, dieses „Un-Wort“ durch eine neutrale Formulierung zu ersetzen. Doch „Administratoren“ von Wikipedia haben jedesmal die Änderungen entfernt und als unzulässig deklassiert.

Das erstaunt niemanden, der weiss, dass wir uns in einem Informationskrieg befinden und ein Medium wie Wikipedia natürlich nicht verschont bleibt. Trotzdem sollte Wikipedia nicht pauschal verurteilt werden, was auch im Video betont wird. Es gibt vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich sehr gute Beiträge. Aber zurück zum Kernthema:

1 DIE „VERSCHWÖRUNGSTHEORIE“ ALS POLITISCHE WAFFE

(„Verschwörungstheorie“ oder – theoretiker wird im folgen mit VT abgekürzt)

Was ist denn überhaupt eine VT? Dazu findet man in Wörterbüchern u.a. folgende Definitionen:

  • Eine Theorie, die ein Ereignis als Resultat eines geheimen Planes mächtiger Leute erklärt
  • Eine erklärende Hypothese, die andere Personen oder bestimmte Gruppen beschuldigt, ein Verbrechen oder eine unmoralische Tat im Geheimen geplant bzw. ausgeführt zu haben.

1 angletonIch persönlich finde das Wort „Verschwörung“ ziemlich altmodisch und nicht mehr zeitgemäß. Auch „Komplott“ klingt im dritten Jahrtausend ziemlich seltsam. Um welche Art von geheim geplanten Aktivitäten – als Teil eines Systems- es hier (im außenpolitischen Kontext) geht, hat die amerikanische Regierung ja schon 1947 (das Jahr, in dem die CIA gegründet wurde) festgelegt:

Mit NSC 4-A wurde die CIA ermächtigt, auch in Friedenszeiten „psychologische Kriegsführung“ zu betreiben. Am 18. Juni 1948, wurde diese durch NSC 10/2 ersetzt und der Handlungsspielraum der CIA für „geheime Aktionen“ (Verbrechen im Ausland) erweitert. Einzige Bedingung war, dass sie so durchgeführt werden, dass die Veranwortung der US Regierung (dafür) gegenüber „nicht autorisierten Personen“ verborgen bleibt und, falls aufgedeckt, von dieser „glaubhaft bestritten“ werden kann.

Hier die Liste der erlaubten, geheimen Aktivitäten im Originalton:

propaganda; political action; economic warfare, including sabotage, anti-sabotage, demolition; preventive direct action, , and evacuation measures; subversion against hostile states or groups, including assistance to underground resistance movements, guerrillas and refugee liberations [sic] groups, and support of indigenous anti-Communist elements, deception plans and operations …”

Dass die CIA auch (illegal) im eigenen Land „verdeckte“, widerwärtige und demokratiefeindliche Operationen durchgeführt hat, ist ja auch längst bewiesen, z.B. Operation Mockingbird, MKULTRA, Artichoke, etc. Auch das FBI war nicht untätig …

(Der Einwurf, selbst die abgebrühtesten amerikanischen Geheim-Akteure würden doch ihren eigenen Landsleuten nichts antun (911 VT) ist deshalb nicht stichhältig …)

Arglistige Täuschung der Öffentlichkeit, geheime Planung und Ausführung, keinerlei Schuldgefühle und absolute Skrupellosgkeit kennzeichnen diese politischen „Verschwörungen“.

Konspiration Soz des VerschwörungsdenkensKonspiration: Soziologie des V-Denkens

Die Wissens-Soziologie kann sich dem Thema VT – spätestens seit 911 – natürlich nicht entziehen, doch die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen dazu sind eigentlich inakzeptabel, weil ihr negativer „bias“ (ihre Voreingenommenheit) nicht zu übersehen ist.

Wie z.B. Andreas Anton feststellt, erfolgt diese Art der Forschung auf der Prämisse, dass VT eine Form des „illegitimen Wissens“ darstellen und (immer) einen „fiktiven Charakter“ haben. Mit anderen Worten es handelt sich – in dieser Darstellung – um unwahre, absurde Behauptungen, wobei „unbewiesen“ (nur hier) allem Anschein nach mit „unwahr“ gleichgesetzt wird.

(Dass es im Wesen geheimer Operationen liegt, nur schwer beweisbar zu sein, ist anscheinend kein Thema.)

  • Daraus ergibt sich, dass die bloße Verwendung des Begriffes Verschwörungstheorieeine reflexartige Distanzierung vom Inhalt (dessen spontane, unreflektierte Ablehnung) bewirkt.
  • Die Suggestion ist enorm: die unbequemen Sichtweisen sollen als irrational, abwegig und „extrem“ wahrgenommen werden, und zwar ohne faire Überprüfung der Argumente.

Die Motive und Gründe, die zur Entstehung und Verbreitung von VT beitragen, werden hauptsächlich in der „krankhaften“ Interpretation ihrer Anhänger verortet und nicht in historisch belegten „Verschwörungen“ (Geheimdienstoperationen) bzw. im suspekten Verhalten von Regierungen und anderen Machtapparaten, die durchaus (rational) ein tiefes Misstrauen rechtfertigen.

Anton spricht von einer “Pathologisierenden Beurteilung (sozial-psychologisch u. gesellschaftspolitisch). D.h. die Klassifizierung von VT als „abnormal“ reduziert die Zweifler und Kritiker der offiziellen Darstellung zu „Spinnern“, die dann auch noch als „gefährlich“ bezeichnet werden, weil sie angeblich einen „Nährboden für Extremismus“ liefern und „den Diskurs vergiften“.

Die angebotenen, „wissenschaftlichen“ Erklärungen zu Ursachen für die VT und deren Verbreitung werden immer in einem negativen Kontext dargestellt und meistens auf „Persönlichkeitsdefizite“ ihrer Anhänger reduziert, Z.B.:

verweltlichter Aberglauben“; Misstrauen, Angst, Ohnmacht, geringes Selbstwert-Gefühl; „Paranoia-Haltung“, „pathogene Störung der Eltern-Kind Beziehung“ (!); politische Entfremdung; „wahnhafte Verfolgung“ usw.

Den kritischen Denkern und Zweiflern (eigentlich Säulen der Demokratie) werden eine „kognitive Inferiorität ihres verschwörungstheoretischen Denkens unterstellt und „epistemische Naivität“, die dazu führen, dass primitive Erklärungsmodelle für komplexe Ereignisse konstruiert werden.

Klartext: ihr seid zu doof, um die Realität zu erkennen und zu bewältigen …und flüchtet euch in eine simple, schwarz-weiße Fantasiewelt, die von geheimen Organisationen beherrscht wird.

Nach Anton haben wir es hier also mit einer „Trias der Mangelhaftigkeit“ zu tun: VT seien demnach

UNWAHR – KRANKHAFT – GEFÄHRLICH

Hier findet also ein Kampf um die Definitionsmacht über „Wirklichkeit“ statt; Dass VT immer fiktiv (also Unsinn) sind, ist ja keine bewiesene Tatsache, sondern eine „diskursive Zuschreibung“, eine Behauptung, die nur durch Konditionierung des Publikums und der Journalisten aufrecht erhalten wird.

Die ketzerischen VT sind – politisch betrachtet – eine „Bedrohung“ für die offizielle Darstellung (hier am Beispiel 911), die als „orthodoxes Wissen“ akzeptiert wird. Mit anderen Worten, die Version der US-Regierung ist keinesfalls glaubwürdiger als die VT (ganz im Gegenteil), doch dieser „gesellschaftlich anerkannte Verschwörungsnarrativ der US-Regierungdarf / soll nicht angezweifelt werden.

Warum denn nicht? Die Antwort liegt auf der Hand (siehe dazu auch „Empörungsmanagement“ von Rainer Mausfeld)

„Verschwörungstheorie“ ist deshalb (so Anton) ein delegitimierendes, stigmatisierendes Synonym für alternative Deutungen und – was am wichtigsten ist – eine effektive Immunisierung gegen Kritik.

Die 911-Zweifler werden – wie Häretiker (Ketzer) von der katholischen Kirche – als Anhänger und Verbreiter einer „Irrlehre“ behandelt, weil sie die als „richtig“ zu geltende Darstellung ins Wanken bringen, die Autorität (Deutungshoheit) dahinter gefährden.

Hier werden Denkverbote exekutiert, weil die Leute nicht merken, wie sie manipuliert werden, wie ihr Verhalten gesteuert wird. Jeder, der diesen Begriff benutzt und nicht hinterfragt, macht sich zum Komplizen dieser hinterhältigen Zensur (vor allem die Journalisten).

censorshipDer Begriff VT wird als politische Waffe eingesetzt, aber von Wissenschaftlern übernommen, die seinen „abwertenden, sozialen Zuschreibungen“ damit „die Aura der Wissenschaftlichkeit“ verleihen, konstatiert Anton völlig richtig.

Man kann es auch plakativer ausdrücken: „Verschwörungstheorie“ hat die gleiche psychologische Wirkung wie der „Judenstern“ („Achtung, Jude!“) im Dritten Reich: Menschen werden durch Einordnung in eine bestimmte (durch Manipulation als negativ wahrgenommene, verachtete) Kategorie ausgegrenzt, zur „Gefahr“ stilisiert: diese Leute sind nicht vertrauenswürdig, mit denen will ein „anständiger“ Mensch nichts zu tun haben .. sie sind anders als wir, haben „extreme“ Ansichten … usw.

DUBITO ERGO COGITO; COGITO ERGO SUM

 (Ich zweifle, daher denke ich; ich denke, daher bin ich; René Descartes (1596-1650)

In seiner Magisterarbeit hat ein Student der Soziologie sich (2004) auch dem Thema VT gewidmet. Schon in der Einleitung wird festgestellt, dass trotz „Hochkonjunktur“ der VT kaum wissenschaftliche Forschung darüber vorhanden sei. Das habe verschiedene Gründe, wie etwa dass

  • der „fragwürdige Charakterder VT die Reputation der Wissenschaftler (die sich damit befassen) gefährden könnte (!)
  • das Thema „wegen seiner Unseriosität und Vulgarität“ und dem „niedrigen, intellektuellen Niveau der VT“ als „unter ihrer Würde“ betrachtet werde (!)

conspiracy Theory against dissidentsWenn ein Sozial-Wissenschaftler sich von solchen Stigma-Etiketten abschrecken lässt, frage ich mich, wer hier „kognitiv“ minderbemittelt ist …

One can hurl no greater insult at a colleague than by describing his position as the result of a conspiracy theory (!)

Nur der häufige Hinweis, dass auch der Holocaust im Dritten Reich als Folge solcher VT („jüdische Weltverschwörung) angesehen wird, lässt das Thema dann doch noch als „gesellschaftlich relevantes“ Phänomen erscheinen, das auch soziologisch aufgeklärt werden müsse.

Welche politische Funktion haben Verschwörungstheorien „von oben“?

  • Ablenkungs- und „Sündenbock“-Funktion: Entlastung für die Regierung oder Gruppe, deren Ideologie für die schädlichen Konsequenzen verantwortlich ist, Umlenkung von Frustration und Wut des Volkes auf konstruierte „Feinde“, die als Urheber der Probleme präsentiert werden: „Juden“ … „Kommunisten“ … „radikale Islamisten“ ….“Ausländer“ ….
  • Einsatz als Herrschaftsinstrument durch Autoritäten: Legitimation für repressive und kriminelle Maßnahmen, „Sondergesetze“, „Interventionen“ in andere Ländern, etc. die als notwendiger Schutz vor diesen bedrohlichen Verschwörungen dargestellt werden (von Hitler über den „Kalten Krieg“ bis 911 – NDAA, Syrien, etc.…)

Interessant ist, dass wenn VT als Propagandainstrument von Machthabern eingesetzt werden, dieses Verhalten von Wissenschaftlern anscheinend als rational (wenn auch unmoralisch) akzeptiert wird, aber die vermutete Verschwörung „von unten“ (aus dem Volk), immer als „verrückt“ und irrational dargestellt wird. So ist die Rede von „der übertriebenen Art der Behauptungen“, von „übertriebenem Misstrauen gegenüber politischen Institutionen“, von „politischer Paranoia“, usw.

conspiracy 1Man konstruiert sogar eine eigene „Verschwörungsmentalität“, um die Denkweisen der Zweifler und Kritiker (VT) abzuwerten und unterstellt eine „besondere Charakterstruktur“, die „autoritär“ sei und „das konspirative Denken begünstige“.

Der Autor schreibt, dass „die Existenz von realen Verschwörungen zwar nicht geleugnet werden könne“ (weil es historische Beweise dafür gibt), dass er jedoch „größte Zweifel“ bezüglich der VT habe (konkret bei 911) und das, obwohl er an einer anderen Stelle einräumt, dass die stigmatisierende Wirkung des Etiketts VT „zu einer automatischen Negierung des Wahrheitsgehaltes“ führe.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die Logik auf der Strecke bleibt:

Was zu beweisen wäre (die Unwahrheit der als VT deklarierten, alternativen Ansichten und Erklärungsmodelle, z.B. für „911“ ) wird von diesen Leuten (unbewusst?) als Prämisse für ihre negativen Denkmuster „axiomatisch“ vorausgesetzt und was sie den VT unterstellen – confirmation bias – also die Neigung zum Ausblenden von Informationen, die im Widerspruch zum eigenen Standpunkt stehen, zur Bewältigung von kognitiver Dissonanz – gilt natürlich auch für sie selbst (für uns alle). Dass darauf die „Fehlerhaftigkeit“ der Betrachtungsweise der VT aufgebaut wird, ist also wenig überzeugend.

Den VT werden u.a. folgende Fehlleistungen vorgeworfen:

Ihre Annahmen seien nicht „korrekturfähig“, sie würden sich gegen andere Sichtweisen abschotten, seien unfähig zur Selbstreflexion, es handle sich um einen „Glauben“ an VT, man brauche keine Beweise usw.

Dasselbe könnte man auch der anderen Seite vorwerfen …

4 impossible flight BS

Wo sind denn die Beweise für die Darstellung der amerikanischen Regierung zu 911?

Das Verbrechen wurde nie kriminalistisch (im rechtstaatlichen Sinn) untersucht, sondern als „kriegerischer Akt“ deklariert, damit das US-Militär darauf „reagieren“ konnte.

Binnen kürzester Zeit wurden die „Täter identifiziert“ (sie hinterließen netterweise Pässe, Reisetaschen, Testamente u.a. Hinweise) und da sie ja selbst dabei umkamen, gab es auch keinen Untersuchungs- bzw. Strafprozess. Stattdessen illegale Bombenangriffe auf Afghanistan und Irak und „Ermächtigungsgesetze“, die den Rechtsstaat außer Kraft setzen …

Als Erklärung für das Totalversagen der Geheimdienste und Ermittlungsbehörden zur Verhinderung von „911“ (CIA, FBI, DOJ, etc.) wird quasi „Shit happens“ angeführt.

Für das unglaubliche „Versagen“ der militärischen Luftüberwachung NORAD gibt es bis heute keine vernünftige Erklärung, außer der logischen Schlussfolgerung, dass es ein „Inside-Job“ war. Dass Bin Laden von Afghanistan aus dafür sorgen konnte, die Kampfjets der USAF zu „neutralisieren“, ist so absurd, dass alleine dieser Punkt den Verdacht einer „Verschwörung“ rechtfertigt.

BBC OBL guilt 911Als Beispiel für die „Ignoranz der VT gegenüber Gegenbeweisen“ wird in der Magisterarbeit u.a. das „Bekennervideo von Osama Bin Laden“ angeführt.

Was soll das denn sein?

Die Echtheit dieses Videos wurde nie von einer unabhängigen Stelle verifiziert. Die Bild- und Tonqualität ist miserabel, es gibt berechtigte Zweifel, ob überhaupt Bin Laden darauf zu sehen ist und die Übersetzung (vom Pentagon beauftragt) wurde nach Recherchen von Monitor so „hingebogen“, dass ein Bezug zu 911 konstruiert werden konnte.

Die MONITOR-Recherchen stellten die Beweiskraft der vom Pentagon verbreiteten und von den meisten westlichen Medien übernommenen Version in Frage: „Die amerikanischen Übersetzer, die die Bänder abgehört haben und transkribiert haben, haben offensichtlich an vielen Stellen Dinge hineingeschrieben, die sie hören wollten, die aber so – auch nach mehrmaligem Anhören – nicht zu hören sind„, sagte Professor Rotter dem Politikmagazin.“

Im Video unten wird Rotter (englisch) so zitiert:

Viele Stellen sind völlig unverständlich und jene, die man versteht (akustisch) wurden aus dem Zusammenhang gerissen, sodass man sie nicht als Beweismittel verwenden kann.

Die durchaus logische Hypothese, dass Teile des US-Militärs selbst in die Planung von 911 verwickelt waren (eben wegen „Versagen“ der Luftabwehr und dem grotesken „Angriff auf das Pentagon“) wurde ja bis heute nicht widerlegt. Daher ist alleine die Veröffentlichung eines „Bin Laden Videos“ durch eine Behörde, die selbst tatverdächtig ist, als äußerst fragwürdig anzusehen. Dass Bin Laden selbst ein CIA „asset“ war, der als Gallionsfigur für den „Jihad“ in Afghanistan (gegen die Sowjetunion) eingesetzt wurde, ist mittlerweile bekannt, wodurch das „Bekennervideo“ als Beweismittel endgültig disqualifiziert wird.

modterus

(Wie war das noch mit dem Confirmation bias?)

 

 

ICH  SEHE  WAS,  WAS  DU  NICHT  SIEHST

Die Verteilung der „Protokolle von Zion“ im Dritten Reich wird von Soziologen verständlicherweise als „konspiratorische Geschichtsfälschung“ der Nazis bezeichnet, doch das „Verschwinden-Lassen“ wirklicher, unangenehmer historischer Fakten (siehe z.B. Mausfeld – USA für den Tod von mehr als 20 Mio. Menschen weltweit nach 1945 verantwortlich, who cares? Oder auch „Nakba“ und die brutale, israelische bald 50-jährige Besatzung in Palästina) durch die Medien wird in der ganzen Magisterarbeit (und wohl auch in den Quellen) mit keinem Wort erwähnt.

screenshot14Dass solche fiesen Methoden der Manipulation (des öffentlichen Diskurses) wie sie Mausfeld skizziert, natürlich das Misstrauen und damit VT schüren, liegt auf der Hand. Daran ist nichts Irrationales, im Gegenteil.

Die offizielle Darstellung zu „911“ ist so lächerlich, so voller Widersprüche, lässt viele Fragen unbeantwortet und wirft neue auf (seit 14 Jahren!), dass jeder selbst-denkende Mensch sie anzweifeln muss.

Die Ursache für VT im „gestörten“ Erkenntnisvermögen, unzulänglichem „psycho-sozialen Krisenmanagement“ und in „Persönlichkeitsdefiziten“ der Zweifler zu suchen, ist keine seriöse wissenschaftliche Analyse, sondern eine Schande für eine „Wissensgesellschaft“.

Die als „paranoide Umdeutung der Realität“ diffamierten, völlig gerechtfertigten Zweifel an der offiziellen Version der Ereignisse von 911, sind das Resultat des kriminellen Verhaltens der US-Regierung, ihrer Geheimdienste und der historischen Präzedenzfälle die als false flag, PSYOPS, covert operations, usw. bekannt geworden sind und ja auch z.T. von Herrn Ganser angeführt werden. (vom Gulf of Tonkin bis zur Brutkastenlüge, der „Fata Maidana“, etc.)

2 POLITIK UND VERSCHWÖRUNG: Business as usual

In der soziologischen „Forschung“ zu Verschwörungstheorien findet man auch Anmerkungen zur „Weltanschauung der VT“ Darin wird z. B kritisiert, dass bei ihnen die „Dominanz des Kausalitätsgedankens“ festgestellt wurde. Was heißt das? „Sie beschreiben Ereignisse, als wären sie das Resultat von Absichten“ – really? Schon mal etwas von Machiavelli gehört? Oder von den o.a. besonderen Befugnissen der CIA, dem „Office of Special Plans“?

Auch der Cui Bono? Ansatz werde von 911-Zweiflern „überstrapaziert“ (wer von einem Verbrechen profitiert, muss deswegen nicht automatisch der Täter sein …). Stimmt, aber wenn man dann noch die Frage – Wer hatte Motiv, Gelegenheit und die organisatorischen Mittel dazu? Und die Macht zur Steuerung der Medien? (BBC „meldet Einsturz“ von WTC 7 bevor er stattfindet …die anderen Medien ignorieren ihn völlig) – verbindet, wird klar, dass Bin Laden und seine „40 Räuber“ dem politischen „Täterprofil“ nicht einmal nahekommen.

Die VT reduzieren angeblich komplexe Beziehungen zu „binären Gegensätzen“ (Dualismus): gut – böse, für – gegen; Eine „emotionale, dogmatische Darstellungsweise“ sei typisch und vorherrschend für VT …

Moment mal: Wer sagte „You are either with us or against us? … undLet us never tolerate outrageous conspiracy theories …!

Das war doch Bush jun., der Verfechter-in-chief der „gesellschaftlich anerkannten“ V-Theorie zu 911 …

Dann wird auch noch die von VT „unterstellte Existenz einer verborgenen Realität“ (Okkultismus) kritisiert, die also zwischen „Schein“ und „Sein“ unterscheidet und der Politik misstrauisch gegenübersteht.

Der Verfasser will anhand dieser und anderer diagnostizierter Makel die „Fehlerhaftigkeit der VT im Umgang mit der Beobachtung der Realität beweisen“, sollte aber bei sich selber anfangen, denn seine politische Naivität verhindert offenbar die Erkenntnis, dass in der politischen Realität (die durch massive Manipulation der Wahrnehmung und systematische Täuschung gekennzeichnet ist) „Verschwörungen“ zur Routine geworden sind.

Sie heißen bloß anders, wurden von ihren Urhebern „rationalisiert“ und in „moralisch desinfizierte“ Sprache gekleidet (strategic information / perception management / psyops / irregular warfare/ special ops / counter-terrorism, etc.

Wie schon erwähnt, das Wort „Verschwörung“ ist uralt und kann den „modernen“ politischen Verhältnissen kaum gerecht werden. Hier geht es prinzipiell darum, zu verhindern, dass die Bevölkerung über die wahren Absichten und Ziele der Machthaber informiert wird. Diese Erkenntnis ist nicht die irrationale Folge „konspirativen Denkens“, sondern der Fähigkeit zu „sapere aude“.

Bernays manipulate opinionsEdward Bernays schrieb schon 1928 von der „bewussten und intelligenten Manipulation der […] Massen“, die in unserer Gesellschaft notwendig sei, damit die Illusion der Demokratie aufrechterhalten werden kann.

Die „unsichtbare Regierung“ seien Organisationen, die im Verborgenen tätig sind, aber die wahre Macht im Staat ausüben, während die an der Nase herumgeführte „Herde“ glaubt, sie habe tatsächlich etwas zu entscheiden. (Bernays hat auch die Frauen zum (giftigen) Rauchen verleitet, in dem er Zigaretten als „torches of freedom“ bezeichnete …daher auch „free trade“, „free market“, usw.)

Sein Buch „Propaganda“ hat Kultstatus bei allen PR-Agenturen und Organisationen, die die gewünschten Meinungen bzw. Zustimmung zu bereits gefallenen Entscheidungen der Mächtigen im Volk „herstellen“ sollen (z.B. Akzeptanz von kriegerischen und verdeckten Interventionen, die völkerrechtswidrig und kriminell sind, wie in Jugoslawien, Kosovo, Irak, Libyen, Syrien, etc. aber auch von TTIP, EZB, EU, NATO, usw.)

Professor Mausfeld von der Uni Kiel hat ja in seinem Vortrag dargelegt, wie diese Mechanismen funktionieren:  Fakten als Meinungen deklariern / Fragmentierung der Information (Sinn-Zusammenhang geht verloren) / De-kontextualisierung bzw. Re-Kontextualisierung (was man ja auch bei den VT macht)

Hier ein Bild aus seinem Vortrag zum Thema „Täuschung“ (Deception):

APA 1science of deceptionAm 17./ 18.Julifand der The Science of Deception workshop der APA und RAND Corporation (Think Tank des Pentagons) in Arlington (Va.) mit großzügiger, finanzieller Unterstützung der CIA statt.

Eine Gelegenheit, Menschen zusammenzubringen, für die (einerseits) das Verstehen und die Anwendung von Täuschung im Rahmen der nationalen Sicherheit wichtig sind, und die (andererseits) die Phänomene und Mechanismen der Irreführung untersuchen.

Hier trafen sich etwa 40 Leute – Psychologen, Neurologen, etc. und Vertreter von CIA, FBI und DoD mit Interesse an geheimdienstlichen Operationen …

911: AND THE  TRUTH  WILL  SET  YOU  FREE ….

Wenn also manche Soziologen allen Ernstes behaupten, die „VT“ leiden an „einem übermäßigen Misstrauen gegen Verlautbarungen der US-Regierung (das sei das wesentliche, konspirative Element für 911) und staatlichen Behörden wie FBI und CIA, dann kann man nur den Kopf schütteln und sich fragen, wer hier an „kognitiver Inferiorität“ leidet.

MLK greatest purveyor of violenceWährend Mausfeld anprangert, dass die außenpolitischen „Interventionen“ der USA den Tod von mehr als 20 Millionen Menschen verschuldet haben, und MLK die USA zu Recht als „größten Exporteur der Gewalt in der heutigen Welt bezeichnete, (was noch immer gültig ist) formuliert der frischgebackene Magister der Soziologie das so (Hervorhebung von mir):

Die „historisch zu beobachtende US-Außenpolitik (bestehend aus) unrechtmäßigen Eingriffen in die Politik anderer Länder fungiert als „welcome structure“ für die konspiratorische Sichtweisen zu 911 …“

Klartext: die lange Liste der Verbrechen der USA rechtfertigen die Annahme einer „Verschwörung“ bzw. Täuschung bei 911 durchaus …

Die Geheimhaltung (von Informationen zu 911) der US-Regierung beschreibt er so:

Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von Sach-Hinweisen, die die herkömmliche Sichtweise untermauern würde“

Die Frage:

Welche logischen Gründe könnte die US-Regierung haben, solche „Beweise“ nicht zu veröffentlichen?

stellt er nicht, denn darauf gibt es nur eine Antwort: die Veröffentlichung der unterdrückten Informationen würde die offizielle Version nicht untermauern, sondern noch mehr in Frage stellen … z.B. Flugschreiber, Voice Recorder, Videos vom Pentagon, etc.

Die Tatsache, dass die offizielle Darstellung von 911 natürlich auch eine – unbewiesene -VT ist, die allerdings „von den Leitmedien, anderen Deutungsinstanzen und einer Mehrheit der Bevölkerung anerkannt wird“, wird generell tunlichst verschwiegen.

Der Grund, warum die VT (hier am Beispiel 911) als so „outlandish“ angesehen werden, liegt nicht an der übersteigerten, „paranoiden“ Fantasie ihrer Vertreter, sondern daran, dass die wirkliche Rolle der Supermacht USA (als aggressiver und destruktiver Machtfaktor – wie auch das „kleine“, arme Israel) auf dieser Welt dem „Tagesschau“-Konsumenten stets verborgen bleibt.

Darin besteht eben die permanente Täuschung der „Zuschauer“, die dann einfach nicht glauben können, dass dieses „Symbol für Freiheit und Demokratie“, dass uns „von den Nazis befreit hat“ (auch eine Täuschung) zu solcher Arglist, zu solch ungeheuerlichen Verbrechen fähig ist (siehe wieder einmal Harold Pinter, den Mausfeld ja auch zitiert).

Der Verfasser der Magisterarbeit über VT konzediert zwar, dass die „meist linken“ VT im Sinne einer Aufklärung aktiv seien und „Antworten auf offene Fragen suchten, die die US-Regierung bis heute schuldig blieb aber er ortet auch „Amerika-Feindlichkeit“ als Motiv z.B. bei „VT“ Mathias Bröckers, der die massive Unterstützung der NSDAP durch amerikanisches Kapital sarkastisch auf den Punkt bringt: „ohne US-Hilfe für Hitler … hätte Deutschland wahrscheinlich gar nicht befreit werden müssen. (Genau)

Das seien „revisionistische Äußerungen“ behauptet der Autor und merkt nicht, dass er als „Soziologe“ die perfide Wirkung dieser Stigma-Etiketten (auf ihn selbst) nicht durchschaut …

Er selbst kritisiert zwar an einer Stelle den Spiegel (911-Was wirklich geschah, 3.12.2001) sei „eher eine Erzählung als eine Dokumentationund der Leser muss sich auf die Richtigkeit der Spiegel-Annahmen verlassen“ wegen geheimnisvoller Vorenthaltung prozessualen Wissens“ (Quellen nicht angegeben); die Andeutung von Andreas von Bülow, auch Spiegel-Redakteure könnten für Geheimdienste tätig sein, weist er als „völlig absurd zurück und nennt das „Aussagen und Sachverhalte werden manipuliert“.

Bernstein CIA infiltration & control mediaVon Bülow (u.a.) hätten „das Feindbild der Geheimdienste entdeckt“, weil man daraus (als Buchautor) Profit schlagen könne, so die Diagnose. Dass dieser aufgrund seiner ehemaligen Funktion in einem Kontrollausschuss des Bundestages über Geheimdienste sehr viel mehr Wissen (und Lebenserfahrung) vorrätig hat, als der Student der Soziologie und Carl Bernstein schon in den 1970er Jahren über die Unterwanderung der Printmedien durch die CIA geschrieben hat (siehe auch Mockingbird), wird ebenso ignoriert, damit die behauptete „Irrationalität“ der VT aufrechterhalten werden kann.

Dass mehrere Millionen Menschen 2003 gegen den Irakkrieg demonstrierten, was aber die Kriegstreiber nicht interessierte, wird in der Magisterarbeit unter „Ermöglichungsrahmen“ für VT registriert. Daraus entstandene „Wut und Hassgefühle auf Amerika“ passten nach Einschätzung des Autors in das „virulente Deutungsmuster des Anti-Amerikanismus“. Schon wieder ein Stigma-Wort für Dissidenten. Noch dazu eines aus dem stalinistischen Vokabular, wie Noam Chomsky mehrfach feststellte:

In totalitarian societies, the usage is standard. In the former Soviet Union, for example, dissidents were condemned as “anti-Soviet” or “anti-Russian.” Where a democratic culture prevails, the usage would be regarded as comical. If people who criticize Irish government policies were condemned as “anti-Irish,” I suppose people would collapse in ridicule in the streets of Dublin. At least they should.”

GWOT is BOGUS MeacherDer Hinweis vieler „VT“ (911-Zweifler), die Belege zu Operation Northwoods (mittlerweile in den staatlichen US-Archiven einsehbar), zeigten doch, dass inszenierter Terror, den man anderen in die Schuhe schiebt, schon in den 1960er Jahren vom US-Militär geplant wurde (ohne Skrupel, auch gegen die eigene Bevölkerung), was die Plausibilität für ein ähnliches Szenario zu 911 erhöht, wird vom Autor damit zurückgewiesen, „dass dieser Plan von JFK vehement abgelehnt wurde“. Diesen Umstand würden die VT einfach übergehen.

Dass diese Ablehnung Kennedys (u.a.) zu seiner Ermordung (natürlich nicht durch Oswald) beigetragen haben könnte, wird aber vom „Soziologen“ ignoriert, denn das wäre ja auch eine „Verschwörungstheorie“ und damit will er nichts zu tun haben … Stattdessen hält er an seinem Tunnelblick fest: Northwoods fungiert „als Blaupause für die konspirative Sichtweise ..“

Der Autor kritisiert zwar die Rolle der Presse nach 911, so z.B.

Die Medien beteiligten sich nicht an der Aufarbeitung der Hintergründe“ – doch die Gründe dafür werden auf unglaublich naive Weise verharmlost – denn „sie vertrauten den polizeilichen Ermittlungsbehörden“ (!)

Die VT wurden zunächst weitgehend ignoriert bzw.als fragwürdig und lächerlich hingestellt, was den Eindruck einer Verschwörung nur begünstigen konnte. Als die 911 „Truther“ drei Jahre später immer noch da waren, änderte die Presse ihre Taktik und griff die VT jetzt an. Diese „konfrontierende Berichterstattung“ in den Medien sei aber legitim, weil die VT – nach seiner Diagnose – eine „Gefahr für die Gesellschaft“ seien. (!)

Insofern kamen die Medien, wenn auch spät, als ein der Aufklärung verpflichtetes Organ, ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nach, der Verbreitung irrationaler VT Einhalt zu gebieten.“

Das hätte Goebbels nicht besser formulieren können… der Geist des „Heiligen Officiums“  lebt in Soziologie-Studenten des dritten Jahrtausends weiter …. Da wird einem Angst und Bange …

Fazit: Wir brauchen mehr „Gansers“  und „Ken Jebsens“ auf dieser Welt ….. intelligent, sympathisch, integer, mutig … damit wir nicht  verzweifeln …

 

 

 

 

JFK (1): Rendezvous with Death

statoflibertyGestern, vor 50 Jahren wurde John F. Kennedy am hellichten Tag in Dallas ermordet. Diesem Jahrestag haben wir es zu verdanken, dass uns die Medien (allen voran ARD, ZDF, ARTE) in den letzten Tagen sogenannte „Dokus“ über den letzten Tag des Präsidenten oder über sein Leben vorgesetzt haben, die alle eine Schande für den Journalismus sind.

JFK wurde quasi noch einmal hingerichtet, diesmal war nicht sein Körper das Opfer, sondern sein Charakter: immer wieder hörten wir von seinem ausschweifenden Sexualleben, seinen Affären mit Marilyn Monroe, etc. dass er (und auch noch Jackie) angeblich Drogen nahmen, usw. Die Yellow Press hätte neidisch werden können, was die Fernseh-Redaktionen da an Banalität und Schmutz auf Kennedy abgeladen haben.

Was JFK in seinem Privatleben tat, geht uns gar nichts an und spielt auch zur Aufarbeitung seiner Ermordnung keine Rolle. Das ganze ist natürlich nur ein riesiges Ablenkungmanöver von der ganz großen Frage: WARUM?  Warum wurde er  umgebracht und warum werden wir immer noch – nach 50 Jaren – gewaltig verarscht, damit wir die Dimension dieses Verbrechens nicht begreifen?

Zur Klärung dieser Fragen soll dieser Blog beitragen ..

Stone JFK Cover1992 kam „JFK“ von Oliver Stone in die Kinos und war ein Kassenschlager.  Doch neben dem finanziellen Erfolg begannen für den Regisseur schwere Zeiten, denn er hatte mit diesem Film wieder Salz in die Wunde der Erinnerung an das Attentat gestreut.

Stone wurde massiv angegriffen (Vorwurf: Fact & Fiction vermischt)  und natürlich wie alle Zweifler (die noch logisch denken können und somit die offizielle Version als völlig unglaubwürdig erkennen müssen) – mit dem Label „Verschwörungstheorie“  (sprich: du bist ein Idiot) stigmatisiert.

Obwohl Stone noch jahrelang in gewissen Kreisen der amerikanischen Gesellschaft wie ein Aussätziger behandelt wurde und z.T. immer noch wird, hatte sich die Mühe doch in gewisser Weise gelohnt:

Als Folge der Kontroverse, die der Film ausgelöst hatte, verabschiedete der amerikanische Kongress 1992 den President John F. Kennedy Assassination Records Collection Act. Wie im Film gezeigt wird, konnte der einzige Staatsanwalt, der je ein Strafverfahren einleitete (Jim Garrisson, gespielt von Kevin Kostner), um die wahren Schuldigen zu finden, in vielen Fällen seinen begründeten Verdacht nicht beweisen, weil ihm der Zugang zu Regierungsdokumenten verweigert wurde.  (Die CIA gab später zu, dass Clay und Ferry für sie gearbeitet hatten)

1 JFK autopsy 0504bSo wurden z.B.  weder alle Autopsiefotos noch die vollständigen Röntgenaufnahmen von Präsident Kennedy je veröffentlicht (auch die Warren-Kommission hat sie nicht gesehen, man gab ihr stattdessen „Zeichnungen“ eines Künstlers, (siehe Graphik links.)

Dieses neue Gesetz ermöglichte es vielen JFK-Forschern neue Erkenntnisse über das Attentat und seine Hintergründe zu Tage zu fördern bzw. die bereits vorhandenen Untersuchungsergebnisse mit den neuen Dokumenten zu erweitern.

Dadurch werden wir in die Lage versetzt zu verstehen, WARUM John F. Kennedy ermordet wurde – eigentlich war es eine Hinrichtung. Wenn wir wissen warum, können wir auch auf die Täter schließen. Aus den vielen Büchern über die Ermordung Kennedys habe ich vier ausgesucht, die nach meiner Ansicht unverzichtbar für die Aufklärung des Verbrechens und den  politischen Hintergrund sind:

50  JAHRE  ARGLISTIGE  TÄUSCHUNG

1 Howard Roffman – Presumed Guilty (The Framing of Lee Harvey Oswald) – 1975

Durch  genaue Analyse der Indizienbeweise und der ballistischen Untersuchungen demonstriert Roffman sehr überzeugend, dass Oswald nicht der Mörder von JFK sein konnte. Er zeigt auf, dass die Warren Kommission gegenüber Oswald voreingenommen war (gelinde gesagt) und alle glaubhaften Informationen, die ihn entlasteten, systematisch unterdrückte.

Roffman hatte seit seinem 14.Lebensjahr alles gelesen, was er über das Attentat und Kennedy finden konnte. Mit 18 (1970) kaufte er alle 26 Bände des Warren-Reports (tausende Seiten) und – entsetzt von dem, was er darin fand (oder vermisste) – forschte er im Nationalarchiv weiter. 1974 schloss er sein Geschichtsstudium mit Auszeichnung ab und studierte anschließend Jura.

allen dullesDie Mörder von JFK kamen davon, weil die eingesetzte  „Untersuchungskommission“  alles andere als unbefangen war, das zeigte sich ja bereits an der Auswahl der Mitglieder, allen voran CIA-Direktor Allen Dulles (der wahre Chef der Kommission) – der kurz zuvor von Kennedy gefeuert worden war. Der Bericht der Warren-Commission diente weniger der Wahrheitsfindung, als der Vertuschung der Wahrheit: dass es sich sehr wohl um eine politische „Verschwörung“ gehandelt hatte und die Erklärung dafür liegt natürlich in der wichtigsten Frage:

WARUM? Warum wurde Kennedy ermordet? Wer profitierte von seinem Tod? Wessen Pläne wurden durch Kennedys Politik durchkreuzt? Welche Kreise hatte er so gegen sich aufgebracht, dass sie ihn hassten und als Verräter ansahen?

(Wir kommen später darauf zurück)

Wie Roffman richtig erkannt hat, kam die Warren-Kommission (WK)  ihrerseits damit durch, weil so gut wie alle Institutionen, die eine demokratische Kontrolfunktion haben (sollten), angesichts dieser Herausforderung, eklatant versagt haben. Der Kongress, das Rechtssystem, vor allem auch die Presse ... sie alle haben es unterlassen, das  Versagen (Pseudo-Untersuchung) der WK anzuprangern und eine echte Aufklärung  zu verlangen.

Die vielgerühmte amerikanische  „Demokratie“ konnte sich also auf keine Institution verlassen,  als es um den Schutz vor eklatantem Machtmissbrauch und organisiertem Verbrechem (von Teilen des eigenen Regierungsapparates) ging. Alle „Checks and Balances“ die die US-Verfassung zur Kontrolle der Exekutivmacht vorsieht, haben im entscheidenden Moment nicht funktioniert.

3rd_psychological_operations_btn_dui_n14121Täuschung und Tarnung in der US-Politik (gegenüber der eigenen Bevölkerung) gab es natürlich auch schon vorher. Roosevelt versicherte den Amerikanern, dass „eure Söhne nicht in fremde Kriege geschickt werden“ und Eisenhower leugnete 1960, dass ein US-Flugzeug, das von den Sowjets abgeschossen wurde, ein amerikanisches Spionageflugzeug war (die berühmte „U2“-  unterwegs im Auftrag der CIA).

Auch der „Gulf-of Tonkin-Incident“ (August 1964) war eine Lüge – um wieder einmal militärische Aggression der USA als „notwendige Verteidigung“ edler Werte darzustellen, damit der Mythos der „guten Supermacht“ – die gegen das Böse (Sowjet-Kommunismus) kämpfte –  weiter genährt wurde.

Damit wurde der Vietnamkrieg eskaliert und Millionen Menschen zu unermeßlichem Leid und letztlich zum Tode verurteilt.

Hier im O-Ton einige Zitate von Zeitzeugen:

One of the Navy pilots flying overhead that night was squadron commander James Stockdale, who gained fame later as a POW and then Ross Perot’s vice presidential candidate. „I had the best seat in the house to watch that event,“ recalled Stockdale a few years ago, „and our destroyers were just shooting at phantom targets — there were no PT boats there…. There was nothing there but black water and American fire power.“

In 1965, Lyndon Johnson commented: „For all I know, our Navy was shooting at whales out there.“

Betrug und List  der US-Regierung waren also nichts Neues, aber die Dimension im Falle der Kennedy Ermordung schien alles bisherige in den Schatten zu stellen.

Allen Menschen, die sich das Denken noch nicht abgewöhnen ließen, war klar, dass eine solche Tat nur mit Wissen und Zustimmung bzw. aktiver Beteiligung ranghoher Mitglieder von Regierungsinstitutionen (allen voran FBI, CIA, und Pentagon) und von anderen Teilen des Sicherheitsapparates (Polizei, Secret Service), organisiert  werden konnte.

Roffman kritisiert auch heftig die Tatsache, dass etliche Rechtsanwälte in der WK saßen (von denen nur ein kleiner Teil tatsächlich an allen Hearings teilnahm .. ):

Sie verhielten sich nicht wie Rechtsanwälte, sie wirkten bei der Vertuschung eines brutalen Verbrechens mit und wurden somit Mittäter. Der Kongress akzeptierte den  mangelhaften Bericht als endgültig und hat damit ebenfalls eine Straftat (im nachhinein) begünstigt. Aber wahrscheinlich am schwerwiegendsten ist das Versagen der Pressesie wurde zu einem Sprachrohr der Regierung. Am Anfang wurden noch einige Ungereimtheiten in den Zeitungen erwähnt, die sich aus den Indizien, Beweisen und den Schlüssen der Warren-Kommission ergaben, doch zu keinem Zeitpunkt haben die Journalisten ernsthaft die Legitimität der offiziellen „Erkenntnisse“ über das Attentat  in Frage gestellt …“

Die einzigen Menschen, die sich die Mühe machten, die ganze Inszenierung zu hinterfragen, waren  einige gewöhnliche Bürger, die keine besondere Funktion im System hatten. Sie begannen damit, tausende Dokumente zu analysieren, Fragen zu stellen und neue Zeugenaussagen und Beweise auszugraben. Schon bald wurde klar, dass hier tatsächlich eine Verschwörung existierte und der Rest der Bevölkerung es einfach nicht wahrhaben wollte, was dieses Attentat über den Zustand der amerikanischen „Demokratie“ aussagte.

Wenn die Mörder des eigenen Präsidenten (der auf brutale Weise hingerichtet wurde) ungestraft davon kommen (dank  organisierter Täuschung, effektiver Gehirnwäsche und  psychologischer Verdrängungsmechanismen, die in der Bevölkerung wirken), was ist das für eine „freie“ Gesellschaft?

Ein anderer dieser „Kriminalinspektoren“ aus dem amerikanischen Volk war

WeisbergHarold Weisberg (Whitewash: The Report on the Warren Report (1965)

This government did manufacture, suppress and lie when it pretended to investigate the assassination of JFK. If it can do that, it can do anything.   And will, if we let it.

Auch Weisberg warnte davor, dass die (gewaltige) Exekutivmacht in den USA ungeheuerliche Verbrechen begehen könnte und würde, wenn es keine gesellschaftliche Institution gäbe, die bereit ist, sie zu stoppen. (Aktueller Bezug: Machtmissbrauch der globalen US- Cyber-Gestapo: NSA) Der nächste „Skandal“, die Watergate-Affaire, zeigte ja schon  wohin die Reise geht …

Ich möchte an einem Beispiel verdeutlichen, wie akribisch Roffmann, Weisberg  (u.a.) die Fakten recherchiert haben:

Um ein Verbrechen aufzuklären, muss die Polizei drei Aspekte verfolgen: Wer hatte ein Motiv, wer hatte die Möglichkeit und die Mittel, die Tat  zu begehen? Nur wenn alle drei Aspekte auf eine Person zutreffen,  und genug Indizien und Beweise gesammelt werden können, dass nur eine bestimmte Person dafür in Frage kommt,  kann der Täter mit Sicherheit überführt werden.

Im Fall Oswalds geht es also darum folgendes zu beweisen:

  • Er – und nur er – hat auf den Präsidenten geschossen.
  • Mit der Waffe, die in den Medien als seine vorgestellt wurde (ein billiges Karabiner-Gewehr mit defekter Optik).
  • Die Munition, die den Präsidenten getötet hat, stammt aus dieser Waffe.
  • Die Wunden des Präsidenten stimmen überein mit Wunden, die durch solche Patronen verursacht werden.

(Gouverneur Connally wurde auch durch Schüsse verletzt – darauf kommen wir erst später zurück)

Wer hat diese Untersuchungen durchgeführt? Normalerweise ist dafür die Staatsanwaltschaft zuständig bzw. jene Teile der Kriminalpolizei, die man salopp  als „Spurensicherung“ bezeichnet, also forensische Experten.  Im Falle des Kennedy-Attentates wurde aber kein normales Verfahren eingeleitet, weil Oswald ja – wie günstig für die wahren Mörder – ermordet wurde, bevor er noch ein Wort vor Gericht aussagen konnte.

Die forensischen Untersuchungen (ballistisch) des Kennedy Mordes fanden unter Kontrolle des FBI  statt. 

Für dessen Chef, Edgar Hoover war die Sache abgeschlossen: Oswald war der einzige Täter – end of story.  Um festzustellen, ob die Ergebnisse des FBI korrekt, (und unvoreingenommen waren), und die Unabhängigkeit der Untersuchungen sicherzustellen,  hätte die Warren-Kommission andere forensische Experten zuziehen müssen.

Doch die Warren-Kommission tat nichts dergleichen: um die offenen Fragen zu beantworten, beauftragte sie – wen? – das FBI …

Die „Schuld“ Oswalds wurde – nach Angaben des FBI – dadurch „bewiesen“, dass die gefundenen Kugeln aus dem Gewehr von Oswald stammten. Wie überzeugend waren diese „Beweise“ und wurden sie von der WK geprüft?

Hier die dokumentierten Seufzer zweier Kommissionsmitglieder: …(16 Dec 1963)

McCloy:This bullet business leaves me totally confused ..“

Warren: „… it’s totally inconclusive …“

Es gab schon 1963 ein wissenschaftliches Verfahren, um festzustellen, ob die metallischen Reste in einer Schusswunde von einer bestimmten Waffe bzw. einer bestimmten Munition stammen: die spektrographische Analyse.

Das FBI gab an, solche Tests durchgeführt zu haben, die aber kein schlüssiges Ergebnis hervorbrachten. Die WK hat sich darauf verlassen, ohne den Originalbericht des Ballistikexperten je gesehen zu haben, geschweige denn ihn in die offizielle Dokumentation aufzunehmen.  Weisberg hat später herausgefunden, dass das FBI  von der AEC (Atomic Energy Commission) das Angebot erhielt, ein noch exakteres Verfahren anzuwenden: die „neutron activation analysis“ (NAA). Damit konnte der definitive Beweis erbracht werden, ob die Geschosse, die den Präsidenten getötet hatten, identisch mit jener „unversehrten, herausgefallenen“ Patrone waren, die auf der Trage von Gouverneur Connally im Krankenhaus „gefunden“ worden war (und die aus Oswalds Gewehr stammte). Die AEC schrieb sogar an das Justizministerium (DOJ), weil die Sache so wichtig für die Beweisführung war.

Das DOJ reichte den Brief an die Warren-Kommission weiter, die dann das FBI kontaktierte. Die „Beweise“ wurden dann vom FBI an die AEC übermittelt. Die dokumentierten Resultate kamen nie  zurück

JFK exhibit59Die WK beugte sich dem Wunsch von Edgar Hoover, die Einschusslöcher in der Kleidung von Kennedy und Connally dieser NAA (winzige Metallspuren werden analysiert)  NICHT zu unterziehen … so also verstand die Kommission ihr Mandat,  „alle Fakten des Attentates zu untersuchen“.

Die WK hörte keinen einzigen Zeugen zur NAA der ballistischen „Proben“ (also Patronen) … am 8.Juli 1964 – erst eine Woche, bevor der Warren-Report in Druck ging – gab es eine schriftliche Erklärung von Hoover (die niemand wirklich verstand …):

Hoover ballstics

bullet1Die „herausgefallene“ Patrone wurde gar nicht erwähnt … und für die angeblichen „Testergebnisse“ wurde keine Dokumentation vorgelegt. Als Weisberg später die Herausgabe der spektrographischen Testergebnisse verlangte (nach dem FOIA-Gesetz sein gutes Recht), und in erster Instanz Recht bekam, wurde von seiten der Regierung mehrfach dagegen geklagt bis ihm die Einsicht endgültig verweigert wurde. Natürlich war wieder „die nationale Sicherheit“ die Tarnkappe zur Verschleierung von Staatsverbrechen.

Doch als der Fall publik wurde, reagierte der US-Kongress und verabschiedete 1974 eine Ergänzung zum FOIA . Weisberg stellte wieder einen Antrag auf Akteneinsicht (diesmals auch für die NAA –Testergebnisse).  Die Regierung – unter Zugzwang – gab eine Sammlung chaotischer, unvollständiger  Aufzeichnungen heraus, die niemand verstehen konnte. Jede Mengen Zahlen und Tabellen, aber keine statistischen Auswertungen. Das war alles? FBI Agent Robert Frazier hatte unter Eid ausgesagt, die gesamten Testergebnisse seien archiviert worden .. doch nach aktueller, offizieller Aussage gabe es diesen „File“ nicht …

Welchen Grund könnte es für die Kommission (bzw. die Regierung) geben, diese Ergebnisse geheimzuhalten? Genau jene Tests, die die Schuld – oder Unschuld –  Oswalds wirklich beweisen würden? Dreimal dürfen Sie raten …

Das Verhalten der Kommission, des FBI, und anderer Regierungsbehörden ist das stärkste Indiz – eigentlich der Beweis – für ein gewaltiges „cover-up“.  Hier geht es nicht nur darum, dass „Wer“ zu ermitteln, sondern um einen Totalzusammenbruch der Rechenschaftspflicht  einer Regierung, der folgenlos blieb. Und das ist das Land, das anderen Vorträge über Demokratie hält und sie mit Bomben und Terroristen (scheinbar) erzwingen will …

Dass Attentat auf Kennedy ist deshalb – auch nach 50 Jahren – von eminenter Bedeutung für uns.  Alle Menschen, denen der Begriff „Demokratie“ noch etwas bedeutet, müssen sich deshalb näher mit den Hintergründen dieses ungeheuerlichen Verbrechens befassen .. und dabei wird klar, dass vom 22. November 1963 eine gewundene, aber klare Spur zum 11.September 2001 führt …

False Mystery4  False Mystery Concealing State Crimes 

von Vincent J. Salandria

I have never declared the covert actions of the U.S. intelligence agencies to be incompetent. They are almost invariably and unerringly competent in murdering, individually and massively, in defense of U.S. military dominance and empire …  JFK was killed by U.S. intelligence to perpetuate the Cold War.”

Neben Roffman und Weisberg ragt ein weiterer  Pionier unter den Aufdeckern des Kennedy Attentats hervor, der wirklich Großes geleistet hat:  der Jurist Vincent Salandria  – ein „Rechtsanwalt“, der den Titel wirklich verdient hat. Er schrieb in den Jahren nach dem Anschlag zahlreiche Essays, in denen er aus der Perspektive des Rechtsstaates aufzeigt, dass das (kriminelle) Verhalten der Behörden nach dem Mord (der ja auch ein Staatsstreich war)  nur den Schluss  zulässt: hier ist tatsächlich eine Verschwörung im Gange.

Die Vorbereitung eines Mordes in dieser politischen Dimension,  die Ausführung und die Vertuschung eines solchen Verbrechens konnte nur mit Beteiligung höchster Regierungskreise und der Machteliten stattfinden. Dazu gehören allen voran das US-Militär und seine Geheimdienste, die CIA, der Secret Service, das FBI, die Polizei in Dallas, usw. Natürlich heißt das nicht, dass jeder einzelne Mitarbeiter in diesen Organisationen am Attentat beteiligt war. In allen diesen Behörden arbeiten viele Menschen gewissenhaft und in dem Glauben, ihrem Land einen Dienst zu erweisen. Doch wenn man in diesen Behörden an kritischen Stellen Leute platziert hat, die insgesamt ein Netzwerk bilden, das an den Schaltstellen der Macht sitzt und Zugang zu den wichtigsten politischen Informationen hat, lassen sich auch solche Verbrechen organisieren und vertuschen.

Jedesmal, wenn (während der Untersuchung durch die Warren-Kommission) Hinweise für eine Verschwörung auftauchten – und davon gab es mehr als genug – weigerte sich die Regierung, diesen nachzugehen. Andererseits wurde Informationen, die völlig unglaubwürdig waren, aber Oswald belasteten, zur Untermauerung der  Einzeltäter-Theorie herangezogen.“

Die Essays von Salandria erschienen zunächst in einigen Zeitungen und wurden erst Ende der 1990er Jahre in einem Buch zusammengefasst: False Mystery – An Anthology of Essays on the Assassination of JFK

Er schreibt in der Einleitung zu seinem Buch:

Die Warren-Kommission (WK) hat also den falschen Mann als Täter präsentiert und zu keinem Zeitpunkt ernsthaft versucht, die Wahrheit über das Attentat herauszufinden. Die Dokumente, die hier [in seinem Buch] vorgelegt werden, zeigen also ganz deutlich, dass die Kommission keine andere Möglichkeit, als die Täterschaft Oswalds auch nur in Betracht zog, als sie ihre Untersuchungen durchführte. Was bedeutet das? (unabhängig von Motiven)  Die WK hat den Mord an Präsident Kennedy (PK)  unaufgeklärt gelassen und damit stillschweigend das Entkommen der wahren Attentäter ermöglicht.

Für diejenigen, die mit den Umständen des Attentates nicht vertraut sind, noch mal eine kurze Darstellung der Ereignisse:

PK wurde am 22. November 1963 um 12:30 erschossen, als er in einem offenen Wagen durch die Straßen von Dallas fuhr und den Menschen zuwinkte. Neben ihm saß seine Frau, Jacqueline. Der Gouverneur von Texas, John Connolly (der auf dem Vordersitz, also direkt vor dem Präsidenten saß), wurde ebenfalls mehrfach von Kugeln getroffen.

Die Wagenkolonne fuhr daraufhin zum nächstgelegenen Parkland Hospital, wo JFK in der Notaufnahme behandelt wurde. Doch die Ärzte konnten ihn nicht retten. Gegen den Willen und unter Protest der örtlichen Behörden wurde der Leichnam dann nach Washington geflogen (die Zuständigkeit der Untersuchungsbehörden lag eindeutig in Dallas, wo das Verbrechen stattgefunden hatte) – Die Autopsie erfolgte in einem Militärhospital in Anwesenheit von hochrangigen Offizieren, die den Ärzten namentlich gar nicht bekannt waren.

45 Minuten nach dem Anschlag auf JFK wurde ebenfalls in Dallas ein Polizist erschossen: J.D. Tippit. Nur eine halbe Stunde später wurde Lee Harvey Oswald in einem Kino als mutmaßlicher Täter (Polizistenmord) festgenommen. Am Abend des 22.11. wurde er dann auch als Hauptverdächtiger für die Emordung des Präsidenten in den Medien präsentiert. 

Oswald hat stets behauptet, er habe niemanden erschossen und mehrfach um einen Rechtsbeistand ersucht.  Er werde seine Unschuld vor Gericht beweisen, sagte Oswald immer wieder.  Doch am 24. November wurde er, in Begleitung von Polizeibeamten und vor laufender Kamera, von Jack Ruby (aus dem Dunstkreis der Mafia) erschossen. Damit war der angebliche Präsidentenmörder für immer zum Schweigen gebracht und ein ordentliches Gerichtsverfahren verhindert worden.

Die Schuld von Oswald wurde nie (nach rechtsstaatlichen Grundsätzen) bewiesen. Er sollte in den Augen der Öffentlichkeit „emotional“ verurteilt werden.

Nach den Ausführungen der Warren-Kommission (WK) wurden bei dem Attentat nur drei Schüsse abgegeben. Diese drei Kugeln hatten laut BWK folgende Verwundungen bzw. Schäden verursacht:

  • Kennedy: je  eine Wunde im Rücken, im Hals und im Kopf
  • Connally: eine Wunde im Rücken, Durchschlagen (Bruch) einer Rippe, Durchschlagen( Bruch) des rechten Handgelenks, und Festsitzen eines Kugel- Fragments im linken Oberschenkelknochen
  • James T. Tague, ein Zuschauer auf der Dealey Plaza wurde von Munitionsteilchen getroffen
  • Windschutzscheibe und Chassis der Limousine von Schüssen beschädigt
  • Einschläge am Straßenrand

magic bulletDie Prämisse der Warren Kommission, dass alle Wunden von nur einer Kugel verursacht wurden (Magic Bullet Theory) ist so absurd, dass sie eigentlich jeder vernünftige Mensch sofort ablehnen müsste. (Schön demonstriert in dem Oliver Stone Film „JFK“ von Kevin Costner als Staatsanwalt Jim Garrisson)  2900

Im FBI-Bericht stand dazu auf Seite 18:

Unmittelbar nachdem PK und Gouverneur Connally im Parkland Memorial Hospital angekommen waren , fand man eine Kugel auf einem der Tragen. Die medizinische Untersuchung des Präsidenten ergab, dass eine der Kugeln in seinen Körper knapp unterhalb der Schulter rechts von der Wirbelsäule, mit einem Abwärtswinkel zwischen 45 und 60 Grad eingeschlagen ist, dass es keine Austrittswunde gab und dass die Kugel sich nicht im Körper befand.“

(Wie geht das denn?)

Diese Frage stellte sich anscheinend niemand. Doch mit dieser Aussage hatte die Regierung ein gewaltiges Problem: einen akuten Munitionsmangel zur Erklärung der vielen Wunden.

Dazu Salandria:

Alleine das hätte eine wirklich unabhängige Kommission zu der Erkenntnis geführt, dass  die o.a. Schäden nicht nur von einem Schrottgewehr verursacht sein konnten. Doch die absurde „Einzeltäter“ – Mordtheorie war und blieb das einzige Konzept, an dem die Regierung in krimineller Weise – allem anderen gegenüber blind – festhielt.  Sie diente als unzureichendes Feigenblatt für die Legitimation eines autoritäten „Sicherheits“-Staates, der sich zur absoluten Macht geschossen hat…“

Die Limousine des Präsidenten mit den Einschüssen sowie den Blut- und Hirngewebeteilen (von den Wunden des Präsidenten, die beim Einschlag der Geschosse das Fahrzeug bespritzten), hätte natürlich sofort  als exrem wichtiges Beweismittel sichergestellt und vor Manipulation geschützt werden müssen.

Doch was geschah?

Der Wagen wurde sofort aus Dallas weggebracht und neu „ausgestattet“, d.h. die forensischen Beweise darin wurden unwiederbringlich zerstört. Wie der Jurist Salandria richtig feststellt, stellt das eine eklatante Form von Behinderung der Justiz (Unterschlagung von Beweismitteln) dar:

„The removal from Dallas of the vehicle and the evidentiary eradication by means of refitting of the vehicle clearly constituted criminal obstruction of justice.“

Als Motiv für dieses Vorgehen der Behörden (FBI, die Warren-Kommission, Polizei in Dallas u.a.) kommt nur eine plausible Möglichkeit in Betracht: die Vertuschung der eigenen Schuld. Eine unschuldige Regierung hätte darauf bestanden, dass das Auto streng bewacht wird und dort verbleibt, wo es nach dem Gesetz hingehört: in die Jurisdiktion von Dallas.

neck wound front shotDie Ärzte im Parkland Hospital (wo Kennedy zuerst hingebracht wurde) in Dallas sagten alle vor der Kommission aus, dass die Wunde im Hals des Präsidenten eine Eintrittswunde war, der Schuss also von vorne kam.  Damit war aber die Einzeltäter-Theorie erledigt, denn Oswald (der ja angeblich vom 6. Stock des Schulbuchlagers geschossen hatte) konnte den Präsidenten nur von hinten treffen (siehe Bild  unten):

Dallas 2211Immer wieder wurden die Ärzte und das medizinische Personal von der WK gefragt, ob sie eine kleine Eintrittswunde am Hinterkopf des Präsi-denten gesehen hatten, alle verneinten das klar und deutlich. Wenn man die Protokolle liest, wird klar, wie versessen die WK darauf war, die  unbewiesene Theorie, dass der Präsident (nur) von hinten erschossen wurde, zu untermauern.

Die Möglichkeit, dass es mehrere Schützen gab (was auch die vielen Wunden erklärt wurde einfach negiert und alles, was darauf  hindeute, ignoriert. Dies war umso gravierender, als es Beweise und Zeugenaussagen dafür gab, dass die (tödliche) Wunde am Hinterkopf riesig (Teile des Gehirns traten aus, die Hälfte des Schädels war „weggeblasen“) und eine Austrittswunde war. Der Zapruda Film zeigt ja auch, dass der Kopf des Präsidenten nach hinten und nach links geschleudert wird, der Schuss in den Kopf also von vorne rechts kommen musste, was Kevin Kostner als Staatsanwalt Jim Garrison im Film JFK eindrucksvoll demonstriert:

Kevin Kostner Jim GarrissonIm Bethesda Naval Hospital, dem Militärkrankenhaus, in dem der Leichnam von JFK genauer untersucht wurde,  schrieb Commander James J. Humes einen Autopsiebericht, der wohl zu den wichtigsten Dokumenten aller Zeiten gehört. Am 24. November 1963 bestätigte er mit seiner Unterschrift folgendes:

 Ich, James J. Humes, bestätige dass ich gewisse, handgeschriebene Notizen zum Autopsiebericht A63-272  (durch Verbrennen) vernichtet habe…”

Auch mit dieser Handlung wurden die Ermittlungen der Justiz im Mordfall des Jahrhunderts behindert. Natürlich wurde Dr. Humes von ranghöheren Offizieren angewiesen, dies zu tun. Die Frage und die Antwort von Salandria sind wieder die gleichen:

Würde eine unschuldige Regierung solche Dokumente vernichten? Würde sie nichts unternehmen, um diese Vernichtung von Beweisen zu hinterfragen?

Salandria hat jahrelang tausende Dokumente analysiert und neue Aufzeichnungen ans Licht gebracht, die eine Beteiligung der Regierung an der Vertuschung verdeutlichen. So etwa das (in den USA berühmte) Memo an Bill Moyers (damals Pressesprecher von Lyndon B. Johnson)  von Nicholas Katzenbach, der damals im Justizministerium arbeitete und Moyers anwies, der Öffentlichkeit einzuhämmern, dass Oswald – und nur er – der Attentäter war, das es also keine Mittäter gibt, die noch frei herumlaufen und dass die Beweislage so eindeutig sei, dass es (ganz sicher) zu einer Schuldspruch vor Gericht gekommen wäre.

Hier einige Passagen im englischen O-Ton:

Memorandum for Mr. Moyers

It is important that all of the facts surrounding President Kennedy’s assassination be made public in a way which will satisfy people in the United States and abroad that all the facts have been told and that a statement to this effect be made now.

1. The public must be satisfied that Oswald was the assassin; that he did not have confederates who are still at large; and that the evidence was such that he would have been convicted at trial.

2. Speculation about Oswald’s motivation ought to be cut off, and we should have some basis for rebutting thought that this was a Communist conspiracy or (as the Iron Curtain press is saying) a right-wing conspiracy to blame it on the Communists. Unfortunately the facts on Oswald seem about too pat — too obvious (Marxist, Cuba, Russian wife, etc.). The Dallas police have put out statements on the Communist conspiracy theory, and it was they who were in charge when he was shot and thus silenced.

Angesichts der bisher skizzierten, unzureichenden Beweislage (wegen Unterdrückung von Beweisen, die eine Verschwörung untermauert  hätten)  muss man sich fragen:

Wie konnte Katzenbach bereits am 25. November wissen, dass Oswald alleine das Attentat begangen hatte? 

Die Schuld eines Angeklagten muss zweifelsfrei bewiesen werden, bevor er verurteilt wird. In einem Rechtsstaaat hat das Prinzip in dubio pro reo, also im Zweifel für den Angeklagten zu gelten. Doch hier passierte genau das Gegenteil: alle Zweifel an Oswalds Täterschaft (und davon gab es mehr als genug) wurden von vorneherein ignoriert, alles was ihn entlasten konnte, wurde unterschlagen oder falsch wiedergegeben.

Rechtsanwalt Salandria stellt also wieder fest, dass die Vorgangsweise von Katzenbach nur eine Interpretation zulässt: Auch er verhinderte, dass die wahren Schuldigen gesucht, geschweige denn gefunden wurden: Salandria nennt keine Namen, sondern klagt den Staat an, dessen Identität und Mentalität seiner Führungsriege  von einem dauerhaften Kriegszustand und paranoidem Militarismus geprägt ist.

Earl_WarrenAuch Earl Warren, Richter am Obersten Gerichtshof, und offizieller Leiter der Kommission (in Wahrheit war es Allen Dulles) erhielt von Katzenbach schon bald die Mitteilung, dass das FBI – „zweifelsfrei die Schuld von Lee Harvey Oswald bewiesen habe und dass es keinerlei Hinweise auf andere Mittäter gäbe …“

Was aber soll  eine „unabhängige Untersuchungskommission“ dann noch untersuchen – wenn von Anfang an die Täterschaft Oswalds als „sicher“ zu gelten hat?

Wie kann man sich auf die Aussagen von Behörden verlassen, die selbst Gegenstand der Untersuchung sein sollten? Wo bleibt da die demokratische und verfassungsmäßige  Gewaltenteilung? (Die Anweisung von Katzenbach war 1963 noch nicht bekannt, sondern wurde erst durch Salandrias Forschungsarbeit (noch mehr Beweise für Vertuschung durch die Regierung*) zutage gefördert)

(*Für mehr packende Informationen ist auch das Buch The Last Investigation von  Gaeton Fonzi zu empfehlen, der eine klare Spur zur CIA findet ..)

Bei den Recherchen über den Kennedy Mord besteht die große Gefahr, dass man sich in den Details des WIE verliert: Analyse der Einschüsse, Analyse der Wunden,  wer war Oswald, wer hat wann was gehört (von den Augenzeugen, die Kennedy zuwinkten) usw.

Obwohl alle diese Punkte wichtig sind (und ich habe nur einen kleinen Teil davon angesprochen), muss uns klar sein, dass die wichtigste Frage bei einem politischen Mord  ist:

WARUM? Cui bono?

Damit komme ich zum vierten  Buch, das mehr als alle anderen in der Lage ist, diese Frage zu beantworten und den 50-Jahre alten Schleier der Verwirrung zu lüften:

JFK – The Unspeakable

Fortsetzung folgt …

 

(Rendezvous with Death war das Lieblingsgedicht von JFK .. er hat sein ganzes Leben lang dem Tod ins Gesicht gesehen, weil er schon als Kind  schwer erkrankte, mehrfach operiert wurde und im Laufe seines Lebens mehrmals die letzte Ölung erhalten hatte ..)

The Boston Bombing Terror Show (1)

ussaWenn es noch irgendwelche Zweifel  daran gab, dass ARD, ZDF, ORF  in ihren „Nachrichtensendungen““ inhaltlich gleichgeschaltet sind, dann sind diese durch die „Meldungen“ zu den „Terroranschlägen“ beim Marathon in Boston endgültig ausgeräumt.

Es wird auch auf schmerzliche Weise klar, dass die Fließbandjournalisten  gar nicht mehr in der Lage sind,  selbständig zu denken. Sie plappern nur mehr die Schlagwörter und Slogans nach, die ihnen seit Jahren eingetrichtert wurden, sie übernehmen das gewünschte framing, einen völlig deformierten Kontext, der natürlich zur gewünschten Interpretation („radikale Islamisten“ als globale „Ursache“ des irrationalen Terrors)  führt,  ohne wenn und aber und sind somit Erfüllungsgehilfen für brainwashing und Volksverdummung, die Goebbels beeindruckt hätte. Ich glaube mittlerweile auch, dass sie den bullshit, den sie täglich verbreiten, auch noch selbst für „seriösen“ Journalismus halten.

Sie schleusen das gefilterte Bildmaterial durch die Sendungen und liefern dazu 2 minütige Kommentare des Korrespondenten aus „Washington“, die so banal sind, das einem schlecht wird.

tsarnaev brothersZwei junge Männer, die sich nichts zu schulden kommen ließen und ein ganz normales Leben führten, stehen plötzlich als barbarische Bombenattentäter da, die ohne irgendein glaubwürdiges, erkennbares Motiv aus heiterem Himmel Opfer einer beispiellosen „Verbrecherjagd“ werden. Einer wird dabei getötet, der andere wird schwer verletzt verhaftet und  „kann nicht sprechen“. Das trifft sich doch gut – so kann keiner der beiden erzählen, was wirklich passiert ist.

Dass bis dato kein einziger Beweis (nicht einmal ein glaubwürdiges Indiz) für die „mutmaßliche“ Täterschaft vorgelegt wurde, sondern nur eine Behauptung des FBI und jede Menge Spekulationen, spielt in dieser medialen Idiotenfabrik keine Rolle mehr. Dass die beiden jungen Männer von Freunden, Mitstudenten und Familie als sympathische und harmlose Zeitgenossen bezeichnet werden, tut auch nichts zur Sache. Im Gegenteil, da sieht man doch wieder, wie gefährlich diese „Islamisten“ sind, denen man nicht ansieht, wie verrückt sie sind.

Theo Knoll vom ZDF kann sich hier den Orden als Chief-Promoter  stigmatisierender  Stereotypen auf die Brust heften, als er im ZDF-Spezial vom 19.4. folgendes von sich gab (und sich damit als seriöser Journalist disqualifizierte):

„[Die beiden mutmaßlichen Täter] zeigen in ihren Internet profilen starkes, islamistisches Interesse …gleichzeitig heisst es heute von Mitstudenten, sie seien ausgesprochen freundliche und höfliche Menschen …aber das wurde über die Täter vom 11.September ja auch gesagt …“

Mal abgesehen davon, dass Veröffentlichungen im Internet über eine Person kein Beweis für tatsächliche Autorenschaft sind, ist es eine Frechheit von Knoll, zu suggerieren Freundlichkeit und Höflichkeit stünden im Widerspruch zu „islamistischem Interesse“ (was immer dieser nebulose, aber emotional aufgeladene Ausdruck auch konkret heißen soll).

Durch die Erwähnung bzw. suggerierte Analogie mit „9/11“ (die völlig daneben ist) verstärkt er natürlich die emotionale Reaktion und das negative framing zusätzlich: Egal, wieviele Menschen etwas Gutes über die beiden Männer sagen; egal, dass sie in ihrem bisherigen Leben völlig harmlos waren; einer davon reiste in ein Land, in dem „radikale Islamisten“ ihr Unwesen treiben (die von den USA und den Saudis angetrieben werden), hat sich „verdächtige“ Internetseiten angesehen, das reicht für die moralische und rechtliche Vorverurteilung.

Die Unschuldsvermutung, die in einem Rechtsstaat zu gelten hat (un die immer in den Medien angeführt wird, wenn es um Wirtschaftskriminalität geht) , bis das Gegenteil in einem ordentlichen Verfahren bewiesen wurde, hat hier keinen Platz mehr. Die bloße Einordnung in die verhasste Kategorie „Islamist“, noch besser  in Kombination mit „radikal“ reicht, um das kritische Denken auszuschalten.

tamerlan 1Warum sollten zwei junge Männer, die ein gutes Leben hatten (gute Ausbildung, Stipendium, erfolgreiche Sportler, Spaß am Leben, aber natürlich auch mit Problemen, wie alle anderen Menschen auch), die sich nie politisch engagiert haben und in keiner Weise radikale Weltanschauungen hatten,  plötzlich wildfremde Menschen in Boston umbringen wollen? Das ist doch völlig absurd.

Die ganze Geschichte ist völlig unglaubwürdig, nicht nur weil es kein glaubwürdiges Motiv gibt, sondern weil in den Medien eine stark verzerrte Version der Ereignisse in Boston präsentiert wird.

Folgende Punkte – die ein völlig anderes Bild ergeben  – wurden ignoriert bzw. zensuriert oder nicht beachtet:

1  Die Aussage von Alastair Stevenson (Trainer der Universität von Mobile), Teilnehmer des Marathons:

1 bomb sniffing dogs Boston marathon„Es gab einen extrem hohen Sicherheitsaufwand – mehr als ich je bei einem anderern Marathon (und ich war bei den großen Events wie London, Chicago dabei) gesehen habe. Hundestaffeln (Bombensuch-Hunde) am Start und am Ziel,  bewaffnete Beobachter auf den Dächern, Ankündigungen über Lautsprecher an die Teilnehmer „macht euch keine Sorgen, es ist nur eine Zivilschutzübung“.

1 Boston roof observersEr hatte gerade den Lauf beendet, als die Explosionen stattfanden. Seine Frau hatte nur Minuten vorher  im „VIP“ Bereich der Zuschauertribüne gesessen,  wo die erste Bombe hochging. Sie war aufgestanden, um ihren Mann an der Ziellinie zu empfangen, das rettete vielleicht ihr Leben.

1 Coach Ali Stevenson it was a drillStevenson zog folgende  Schlüsse: „Ich glaube nicht, dass es nur eine Übung war. Ich denke, sie hatten vorher einen Hinweis oder eine Drohung erhalten.“

FRAGE: Wenn der Sicherheitsaufwand so enorm hoch war, wie konnten dann unbemerkt die Bomben platziert werden?

2 Die Präsenz der unidentifizierten Männer in „Uniform“

Boston no identityDiese Bilder kursieren im Internt und haben großes Aufsehen erregt: Wer sind diese Männer (und was machen sie am Tatort), die alle gleich angezogen sind: dunkle Jacke, dunkle Baseball-Mütze mit weißem Logo, helle Hosen, Army-boots …dunkle Sonnenbrillen und schwarze Rucksäcke.

Das kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Da liegen Sie richtig. Auch die mutmaßlichen „Täter“, vor allem Tamarlan, der ältere Bruder war (angeblich) so gekleidet: dunkle Baseballmütze mit weißem Logo, dunkle Jacke, dunkler Rucksack, helle, beige-farbene Hose.

1 T suspectWas für ein Zufall: sollte sich jemand an einen verdächtigen Mann erinnern, (oder ein Video auftauchen), der mit einem schwarzen Rucksack hantierte ..usw. dann könnte es einer dieser Männer gewesen sein … oder man behauptet, es sei Tamarlan gewesen … äußerlich sehr schwer zu unterscheiden …das Gesicht sieht man ja nicht …

Die Männer hatten auch Drähte hinter dem Ohr – also ein eigenes Kommunikationssystem, einen nicht markierten SUV mit einer Art  Satellitenschüssel auf dem Dach des Wagens, aber keiner der Sicherheitskräfte scheint sich um sie zu kümmern oder ihre Anwesenheit zu hinterfragen … (wenn sie Teil der angekündigten „Übung“ sind, wäre das auch kein Wunder)

Warum wurde dieses Bild ignoriert und nie in den Medien gezeigt?

Ignored suspect Boston

Das weiße Logo auf den Baseball-Kappen wurde von Insidern als „Totenkopf“ identifiziert und zwar in einer Form, wie er für die Navy SEALS  (Wikipedia beschönigt, diese Leute sind fast immer Kriegsverbrecher) typisch ist:

1 SEALS logo Boston

Viele dieser „Spezialkräfte“ des US-Militärs werden nach ihrem Ausscheiden von privaten „Sicherheitsfirmen“ (als mietbare Privatarmee) engagiert und deren „Berufskleidung“ deckt sich genau mit jener, die diese Herren beim Boston Marathon getragen haben. Das Totenkopf-Logo der SEALS  wird übernommen und mit dem Schriftzug der jeweiligen Firma ergänzt,

In Boston soll es sich um Mitarbeiter der Firma CRAFT International gehandelt haben, deren Gründer ein berüchtigter Scharfschütze war und der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

Das Motto von CRAFT: „Vergiß, was Dir Deine Mama gesagt hat: Gewalt löst doch Probleme..“ (Solche „Firmen“ aus den USA sind kein Problem in unserer Gesellschaft ..aber die bösen Islamisten kennen nur Gewalt … Wie bescheuert ist das? Trotzdem verbreiten die Medien diesen Bockmist ….)

1 violence a problem solver

3 WER IDENTIFIZIERTE DIE VERDÄCHTIGEN UND WODURCH?

Bei einer Pressekonferenz des FBI (Richard DesLauriers) wurden die Bilder der beiden Verdächtigen (Stills von einer Überwachungskamera) mit folgenden Worten präsentiert:

 „Diese Bilder sollten die einzigen, ich wiederhole – die einzigen sein, die die Öffentlichkeit sieht um uns zu unterstützen. Andere Fotos sollten als unglaubwürdig betrachtet werden … sie lenken die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in die falsche Richtung“

1 FBI releases only credible picturesDann betonte er, man werde alles tun, um die Schuldigen zu finden und dann kam ein sehr interessanter Freud’scher Versprecher:

die Opfer und Überlebende verdienen nicht mehr .. verzeihen Sie .. ich meine nicht weniger…

FRAGE: Wie ist man auf die  beiden gekommen? Wodurch wurden sie „verdächtig“?  Dutzende Menschen haben an diesem Tag Rücksäcke getragen und dunkle Jacken und Baseball-Mützen – wer hat die Brüder als „Verdächtige“ identifiziert? (Antworten dazu folgen später)

4  UNTERSCHLAGENER KONTEXT: PATRIOTS DAY

An diesem Tag gedenken die Amerikaner dem Beginn ihrer eigenen „Revolution“ gegen den britischen König, die durch die Schlacht von Lexington und Concord am 19. April 1775  symbolisiert wird.

Dieser patriotische Touch zeigt sich auch an der Tatsache, dass am Marathon Mitglieder des US-Militärs bzw. der Nationalgarde teilnahmen, und damit gefallene Kameraden ehren wollten (siehe Bild unten).

Boston tough-ruck-finish-line425Ein Anschlag an diesem Tag lässt den Schluss zu, dass „Patrioten“ vom rechten Rand der Regierung Obamas eine Botschaft schicken oder die Einwanderungsdebatte anheizen wollten. Zumindest sollte auch in dieser Richtung ermittelt werden. Doch sobald das Stichwort „Islam“ ins Spiel gebracht wird, ist die Sache gelaufen, die Denkpolizei hat wieder zugeschlagen und die Homogenisierung der „Meldungen“ ist garantiert.

5 BILDERRÄTSEL: WAS STIMMT HIER NICHT?

marathon-boston-no shrapnel piercing the flagsWir hören und lesen von grauenhaften Verstümmelungen (abgetrennte Gliedmaßen), also muss die Explosion bzw. die Druckwelle ziemlich stark gewesen sein. Doch was sehen wir hier wirklich?

Die Flaggen, die unmittelbar neben den Bomben aufgebaut sind, sind völlig unbeschädigt. Keine Löcher, keine Risse, keine wurde aus der Halterung geschleudert …. Wie ist das möglich?

Auch die Absperrungen zum Zuschauerraum (leichte Metallgitter) wurden nicht von der Explosion tangiert … warum nicht? Man sieht nach der Detonation wie „Helfer“ und Einsatzkräfte die Absperrungen wegschieben, um zu den Verletzten  zu gelangen.

Man sieht keinerlei Shrapnel (zerfetzte Teile) oder Folgen der Nägel, mit denen die Bomben angeblich gefüllt waren .. Auch die umliegenden Häuser sind nicht stark beschädigt.

Als ich die Fotos zum ersten Mal sah, war mein erster Gedanke: die sehen aber ziemlich gelassen aus (vor allem die „Sicherheitskräfte“ und die wartenden Sanitäter) angesichts einer solchen Katastrophe … man musste schon suchen um wirklich entsetzte Gesichter zu sehen … die einzige vernünftige Erklärung dafür ist das Statement von Coach Stevenson (siehe unter 1): man hatte den Leuten vorher gesagt, es handle sich nur um eine „Übung“ …

6 IS IT ALL REAL?

Diese Frage stellt Prof. James Tracy in seinem Blog und obwohl man zuerst zögert, kann man doch verstehen, dass er die offiziellen Angaben über die Art der Verletzungen und ihre Zahl anzweifelt und feststellt:

  • Die Bomben waren so platziert, dass die Kameras der US-Medien fast direkt darauf gerichtet waren  (gegenüber der Boylston Street).
  • Videoaufnahmen der ersten Explosion nahe der Ziellinie deuten darauf hin, dass es sich um eine zielgerichtete Kraft handelte – die sich nach oben entlud und nicht horizontal ausbreitete, was zu schweren Verletzungen der unteren Gließmaßen geführt hätte, wie sie in den Medienberichten als Aussagen von Ärzten zitiert wurden.
  • Auch die vom FBI gezeigten Metallteile des Druckkochtopfes weisen auf eine kanalisierte Entladung der Bombenkräfte hin, das würde auch erklären, warum es zu keiner großflächigen Verteilung von Bombensplittern kam.
  • Trotz der scheinbar gewaltigen Explosionen sind nur wenige Körper und keine abgetrennten Körperteile am Boden zu beobachten, obwohl viele Leute augenscheinlich verwirrt sind und  Verletzungen aufweisen
  • Das Ereignis erinnert stark eine Zivilschutzübung mit vielen simulierten Verletzten, von denen viele so realistisch wie möglich durchgespielt werden. (siehe die 3 Videos im Linkk oben) Man sieht auf keinem der Bilder abgetrennte Gliedmaßen oder Knochen.
  • Da hier jedoch „Regie geführt wird“, und das Ereignis für die meisten nur aus der Ferne zu sehen ist und die Wahrnehmung durch sorgfältige Kombination von Wörtern, Bildern, offiziellen Statements und Kommentaren geformt wird, erscheint das Ereignis als „real“.

Sehen Sie sich diese Bilder (auf dem o.a. Blog von Tracy) an und bilden Sie sich selbst ein Urteil.

7) DIE AUSSAGEN DER TANTE

„Give me evidence, convince me …. I am suspicious that this was staged“.

Maret TsarnaevaMaret Tsarnaeva sagte (sichtlich empört) in einer Pressekonferenz, dass sie den Verdacht hegt, es handle sich bei der ganzen Sache um eine Inszenierung, in der ihre beiden Neffen als Sündenböcke herhalten müssten. Sie glaubt einfach nicht, dass „ihre Jungs“ so etwas tun würden: wahllos Menschen umzubringen bzw. zu verletzen. Welchen Grund hätten sie auch dafür gehabt?

Die Tatsache, dass Tamerlan verheiratet war (mit Katherine Russell Tsarnaev siehe Foto unten) und eine kleine Tochter hat, wird in den Medien eher unterdrückt, denn das Bild eines sympathischen Familienvaters und Ehemanns passt nicht in den gewünschten Kontext des einsamen, verbitterten „Terroristen“, der sich keiner Gruppe zugehörig fühlt und deshalb die religiöse Gemeinschaft „fanatischer“ Muslime als Ersatz sucht.

Tamerlan with girlfriedDass der Mann schon rein optisch ganz und gar nicht den stereotypen „Islamisten“ abgibt, sondern aussieht wie Millionen andere Amerikaner und ein hervorragender Sportler war (mehrfach ausgezeichneter Boxer), tut auch nichts zur Sache.

Frau Tsarnaeva sagte, der ältere Bruder sei seit etwa zwei Jahren religiös geworden, was man daran erkennen konnte, dass er fünf mal am Tag betete. Doch sie betonte, dass er kein Extremist gewesen sei und dass seine Frau aus einer christlichen Familie stamme, es sei also falsch und irreführend, ihm religiöse Tatmotive zu unterstellen.

Ihre erste Reaktion auf die Medienberichte sei  Wut gewesen: Wie hätten sie (ihre Neffen) so etwas tun können? Wofür? Um was zu erreichen? Welche Überzeugung hätte sie dazu veranlasst?

Dann rief sie das FBI an: Es sei unmöglich, das sie so etwas getan haben. Wo sind die Beweise dafür? Alles was sie uns gezeigt haben, sind die Aufnahmen der Videokamera, die nur zeigen, dass die beiden nacheinander vorbeigehen. Sie wundert sich, dass die beiden nicht gemeinsam gehen (also nebeneinander), weil sie sehr eng verbunden waren.

Frage des Reporters: Aber sind Sie nicht argwöhnisch, dass die beiden diese Tat doch begangen haben?

Antwort Frau Tsarnaeva: (Energisches) Nein! Ich hege den Verdacht, dass man sie hereingelegt hat …dass die Bilder inszeniert wurden.

Reporter: Von wem?

Antwort: Wer davon einen Nutzen hat …wer Leute sucht, denen man die Sache in die Schuhe schieben kann …

Reporter: Sie glauben also, dass dies ein abgekartetes Spiel von anderen Leuten (nicht den US-Behörden)  war?

Anwort: Welche anderen Leute denn?  Wer hat ein Interesse an diesem Fall? Wenn sie Leute in die Luft sprengen und sie wollen die Aufmerksamkeit auf etwas lenken …etwas damit erreichen … rechnen Sie es sich doch selber aus …Warum soll ich das machen?

Ich bin es gewöhnt, unter Druck gesetzt zu werden .. so habe ich gelebt, bevor ich Länder der ehemaligen Sowjetunion verlassen habe …Ich bin eine Tschetschenin …ich muss immer dreimal so gut sein … muss beweisen, dass ich mithalten kann  mit den Kirgisen oder Kazachen, die auf ihrem eigenen Land leben ..

Reporter: Was sagen Sie zu den Behauptungen der Polizei, dass Ihre Neffen die ganze Nacht verfolgt wurden, dass sie einem Fahrzeug gefolgt sind, in dem die beiden saßen, und dass sie Sprengkörper geworfen haben …?

Antwort: Aber das hat niemand zu mir gesagt (vom FBI) …deshalb glaube ich ja, dass es eine abgekartete Sache ist …deshalb sage ich ja: zeigen Sie mir Beweise und dann fragen Sie mich: Was denken Sie? Warum fragen Sie immer „Glauben Sie ..“(dass die Neffen das getan haben)?  Wenn es Beweise dafür gibt, was spielt es dann für eine Rolle, was ich „glaube“?

(Take that, you stupid journos!)

8 Transkript der ersten „Anhörung“ vor Gericht

Dzhokhar TsarnaevWenn die Sache nicht so bitter Ernst wäre, müsste man diese Sache als beispiellose Polit-Satire bezeichnen, oder besser als Surreal-Satire, denn wie wir ja gehört haben, ist der Angeklagte wegen einer Verwundung am Hals nicht in der Lage zu sprechen. In einer zivilisierten Welt müsste man natürlich warten, bis der 19-jährige Dzokhar  wieder gesund ist, damit sichergestellt ist, dass er ohne den Einfluss von Medikamenten und aus freiem Willen seine Aussagen machen kann.

Stattdessen wird ein „Protokoll“ der Anhörung veröffentlicht, dessen Sinn ja darin besteht, dass alle Aussagen wörtlich niedergeschrieben werden und somit transparent wird, was tatsächlich gesagt wurde (und was nicht).

 1 Transcript first hearing

Schon auf der ersten Seite wird die Absurdität der Situation klar: Auf die Frage des Arztes Dr. Odom Sind Sie in der Lage einige Fragen zu beantworten? kann der schwerverletzte Beklagte natürlich nichts sagen.

Was lesen wir also in der „Niederschrift“ immer wieder (auch auf die Frage des Gerichts: Wenn Sie etwas nicht verstehen, was ich sage, unterbrechen Sie mich – ist das klar?)

Der Beklagte nickt zustimmend mit dem Kopf.

Das ist Surrealsatire mit einem kräftischen Schuss Kafka und Orwell.

Ein 19-jähriger bis dato völlig unbescholtener Junge, der einen Albtraum hinter sich hat, dessen Bruder erschossen wurde, der schwer verletzt ist (den Ärzten wurde verboten, sich über die Verletzungen zu äußern) wird  am Krankenbett verhört, obwohl er  offensichtlich in einer psychischen Ausnahmesituation ist und nicht sprechen kann.

Seine Stellungnahmen werden daher auf „Kopfnicken“ bzw. „Kopfschütteln“ reduziert, was natürlich voraussetzt, dass nur Entscheidungsfragen gestellt werden. Eine semantische Farce der besonderen Art.

Dass der  beigestellte Strafverteidiger  unglücklicherweise auch noch „Mr.Fick“ heisst, macht die Sache noch grotesker. Aber es geht weiter: Auf die Frage des Gerichts „Können Sie sich einen Anwalt leisten“? antwortet der Sprechunfähige plötzlich „Nein“. Es heißt dann weiter:

Das Gericht: Schreiben Sie ins Protokoll, dass ich glaube, der Beklagte hat „Nein“ gesagt.

Dann folgt eine intensive Belehrung über die Folgen falscher Angaben beim Ausfüllen des Formulars für Rechtshilfe (makaber für einen 19-jährigen, dem die Todesstrafe droht). Das „Gericht“ sagt, man würde jetzt normalerweise über die Festsetzung einer allfälligen Kaution sprechen, worauf der „Verteidiger“ sofort erklärt, er sei mit „freiwilliger Haft“ ohne Präjudiz einverstanden.

3 first hearing lucid access cs off record

Das „Gericht“ befindet dann noch, dass der Beklagte  „bei klarem Verstand“ und „wach“ sei, und dass er wisse, um „welche Art von Verfahren“ es sich hier handle. Dann wird er  formal aus dem Gewahrsam der „anwesenden Agenten“ entlassen und den US Marshals übergeben.

Auf die Frage, wie es denn mit dem Zugang zum Verteidiger aussehe, sagt der Staatsanwalt: Euer Ehren, die Regierung hat keine Einwände, dass der Beklagte seinen Anwalt sehen kann, in Absprache mit den Marshals … und mit den Besuchszeiten des Krankenhauses.

Das Gericht: .. Ms.Conrad: Richtig, Wir können uns ja „off-the-record“ über diese Dinge unterhalten …

Mr.Chakravarty: Es gibt also keinen neuen Gerichtstermin?

Gericht: Feststellung des hinreichenden Tatverdachts (probable cause hearing)? – off the record.

Vertrauliches Gespräch zwischen Richter und „Verteidiger“. Dann wird ein Termin für den 30.Mai um 10 Uhr vereinbart.

Es lebe der amerikanische „Rechtsstaat“ …

9) VIDEO CNN: NACKTER MANN IN HANDSCHELLEN VERHAFTET

Dieses Video schlug hohe Wellen im Internet, weil der nackte Mann, der verhaftet und in ein Polizeiauto gesetzt wird, später als Tamarlan identifiziert wurde.  Zunächst dachte ich nur, das könnte ja irgendwer sein. Man sieht ja das Gesicht nicht (die Statur könnte passen).

Dann fand ich das längere Video von CNN:

In der längeren Fassung erzählt ein Zeuge vor der Kamera, dass er gehört habe wie die Polizisten geschrien hätten „Get out of the car!“, was der Verdächtige dann ja auch getan hätte. „Er war völlig nackt, sie befahlen ihm, alles auszuziehen, auch die Unterhose .. dann kam das FBI .. ich sah helle Blitzlichter ..es sah aus, als würden sie ihn fotografieren.

Nach diesem (dritten) Video erscheint es mir sehr wahrscheinlich, dass der nackte Mann  tatsächlich Tamerlan war:

Der freie Journalist Dan Dicks („Press for Truth“)  hat ein Interview mit der Tante vereinbart – per Telefon. Doch sie hat Angst … beginnt zu weinen und sagt zu ihm: Kommen sie um mich zu töten? Sie sagen mir, ich soll nicht mit den Medien sprechen …“

Dan versucht sie zu beruhigen. Er erklärt, dass er nicht zur Mainstream-Presse gehört und sie alles sagen könne, was sie für wichtig erachte. Als er vor ihrer Tür steht, macht sie nicht auf. Über die Sprechanlage sagt sie: Woher weiß ich, dass Sie nicht gekommen sind um mich zu töten?

Dann sagt sie: „Ich sah ein Video meines ältesten Neffen Tamerlan, nackt, wie er in dieses Polizeiauto geschoben wird ..ich sage Ihnen, das war er …100%ig .. ich kenne ihn .. ich identifiziere ihn für Sie … das ist er gewesen … ich kenne doch mein Fleisch und Blut …

Die Medien sagen, er sei bei einem Schusswechsel getötet worden und dass sein jüngerer Bruder ein Auto gestohlen hätte und ihn damit überfahren hat aber das kann nicht sein ..ich habe ihn gesehen … das ist er gewesen..

Die ganze Welt glaubt, dass meine Neffen das getan haben .. weil die Medien es so sagen ..“

Dan versucht noch einmal, sie zu überreden, die Tür zu öffnen, damit er mit ihr direkt sprechen kann, von Angesicht zu Angesicht. Sie sagt: ich weiß ja nicht, wie Sie aussehen. Er sagt, sehen Sie auf unserer Website nach … sie tut es .. Sehen Sie, ich bin es wirklich, sagt Dan. Doch sie unterbricht ihn … mein Computer ist abgestürzt .. ich habe einen Virus … sie beginnt wieder zu weinen.

(Dan): Sie sagte zu mir … sie werden mir nicht glauben .. sie wurden hereingelegt .. es ergibt keinen Sinn … es passt alles nicht zusammen.

„Das FBI ist ja berüchtigt dafür, dass es in solchen Ereignissen immer die Finger mit drin hat … das ist ja kein Geheimnis mehr … seit den Bomben von 1993 (WTC) ..das FBI steckte da ganz tief mit drin (gefälschte Beweismittel wie die Sprengstoff-Analyse) und jetzt hören wir, dass einer der Verdächtigen tot ist und der andere in den Hals geschossen wurde .. (Mehr zum FBI im nächsten Beitrag)

Wenn Du ein Paar Sündenböcke brauchst kommt es sehr gelegen, dass keiner von ihnen ihre Version der Ereignisse schildern kann. Ich möchte euch nur wissen lassen, dass es hier eine große Verstrickung des FBI gibt … wir können das, was die Mainstream Medien sagen, nicht als glaubhaft akzeptieren .. es gibt so viele unzutreffende Berichte .. Ungereimtheiten … diese Typen, die vor, während und nach den Bombenexplosionen da waren .. all diese Fragen werden nicht beantwortet …(nicht einmal gestellt) ..

Wir werden weiterhin versuchen, dieser Sache auf den Grund zu gehen .. wünscht mir Glück, betet für mich … das war wirklich eine stressige Sache …“

(Es folgt Teil 2:  Can You Believe it? Die Rolle des FBI  ….)

Monster, Mörder & Moralapostel (2)

Wie im letzten Beitrag (am Ende) erwähnt, musste der italienische Fotograf Marco di Lauro entsetzt feststellen, dass sein Bild (aufgenommen am 27.März 2003 im Irak) für Anti-Assad Propaganda  missbraucht wurde.

Er kritisierte auch, dass der britische Sender es nicht der Mühe wert fand, die Quelle des Bildmaterials zu überprüfen.

Der betreffende „Report“ der BBC wurde mit den Worten zusammengefasst: „ Der Westen erhöht den Druck für eine Reaktion auf das Massaker in der syrischen Stadt Houla. Die USA verlangt ein Ende der, wie sie es nennt, „Bashar-Al-Assad Herrschaft durch Mord“.

LEKTION Nr.1: Staatlich angeordneter Mord an sich ist kein Problem, es kommt nur darauf an, WER ihn begeht.

Während die USA selbst in Pakistan, im Yemen, in Somalia, fast monatlich Menschen beliebig durch ferngesteuerte Flugkörper („Drohnen“) umbringen, das aber als ihr „gutes Recht“ empfinden, weil „die es verdient haben“, stellen sich Außenministerin Clinton und andere US-Vasallen  vor die Kamera um ihre moralische Empörung über Assads „mörderische Herrschaft“ zu erklären? Wie absurd und verlogen ist das?

Das Bild (ebenfalls von Marco di Lauro) unten wurde auch im Irak aufgenommen und zeigt die achtjährige Sara Ismaeel, die durch einen Raketenangriff der USA schwer verletzt wurde. Sie starb  am 13. April 2003 an Wundvergiftung im Chawadar Saddam Hospital.

Warum gingen diese Bilder nicht binnen Stunden um die Welt?

Weil hier andere Mörder am Werk waren, die ja „für den guten Zweck“ töteten? Weil man nicht pietätlos sein wollte? Warum werden die einen Opfer durch Schweigen der Medien „noch einmal begraben“ und die anderen Leichen als „Schocker“   global zur Schau gestellt? Ich denke die Antwort ist klar …

Auch CNN  hat (unwissentlich, aber fahrlässig?) „falsche“ syrische Aktivisten interviewt, um Assad zu dämonisieren: „Danny“ (der erst „kürzlich aus England zurückgekommen ist“) gibt vor einem Telefoninterview „Regieanweisungen“, wann „Schüsse und Explosionen“ im Hintergrund zu hören sein sollen . Wie authentisch ist das?

Im Interview (mit der weiblichen CNN-Journalistin) sagt er „die Situation ist wirklich sehr schlimm. Sie haben jetzt seit mehr als vier Stunden Bomben hochgehen lassen (eine Inszenierung, die ihn offensichtlich amüsiert, achten Sie auf seine Stimme und sein Gesicht, als er das sagt „they have been bombing for .. hours now…“ )

Obwohl niemand die Herkunft und Echtheit der Videos und „Meldungen“ aus Syrien  überprüft hat, werden sie von den Medien verbreitet – ihr Hauptzweck ist es ja „Stimmung zu machen“, also durch Manipulation der Wahrnehmung Emotionen und „Meinungen“ zu erzeugen, die den wahren Absichten der Gegner Assads (US, Israel, Saudi Arabien und die Golf-Emirate mit Unterstützung britischer und französischer Kräfte; Westerwelle schon unterwegs in den Golfstaaten?!!) dienlich sind.

Dabei werden auch verdächtige Ungereimtheiten nicht kritisiert: so hieß es zunächst, die Opfer in Houla seien durch Panzerangriffe der Armee umgebracht worden (UN: „tank shelling“), dann hätten „Augenzeugen“ gesehen, dass die Täter (keine Armeeangehörige, sondern „Milizen“ Messer benutzt hätten und schließlich seien die meisten Opfer durch Schüsse aus nächster Nähe getötet worden – was denn nun?

Doch während sich in der Indymedia  kritische  Stimmen mehren, erscheint  prompt ein militärischer “Augenzeuge” auf der Bildfläche: ein Major “Jihad Raslan“, zufällig beurlaubt und in der Gegend, als das Massaker in den Dörfern rund um Houla stattfand, der aus Abscheu nun desertiert ist und seine ergreifende Story  der britischen Presse erzählt hat.

Lektion Nr.2: „Ab heute wird zurückgeschossen“ oder die Kunst der Irreführung (Ursache oder Wirkung?)

Durch intensives „Framing“ wurde bereits erreicht, dass alle negativen Meldungen, fast automatisch Assad angelastet werden: von Ausbruch und Eskalation der Gewalt, dem Scheitern eines Waffenstillstandes, über das Scheitern eines „Friedensplanes“ bis zum unvermeidlichen offiziellen „Militärschlag“. Dass von Anfang an auf Polizisten und Regierungseinrichtungen Anschläge verübt wurden, dass hier von außen gesteuerte „Rebellen“ und Killerbanden mit der friedlichen und legitimen Opposition absichtlich in einen Topf geworfen werden, dass hier ein Bürgerkrieg geschürt werden soll; woher die Waffen der „Rebellen“ kommen und wer wirklich dahinter steckt, braucht nicht weiter untersucht werden. Gut gegen Böse, Schwarz gegen Weiß, das reicht.

Die sprachlichen Formulierungen dienen dazu, dass der Leser eine Schlussfolgerung ziehen soll, die schon vorher feststand und die heimliche Agenda unterstützt. In einer britischen Zeitung wird eine solche Story „platziert“, anderen übernehmen diese, schließlich entsteht ein „Echo-Effekt“: von allen Seiten hört man nur, was für ein Monster dieser Assad sei. Obwohl es keine Beweise dafür gibt, entsteht so eine “ hilfreiche Welle der Empörung“, die nicht mehr zu stoppen ist. (the same procedure mit  Milosevic, Saddam, Gaddafi, …)

Obwohl der Leiter der UN Untersuchungskommission Generalmajor Robert Mood, in einem Interview sagte, dass der Anschlag „unverzeihlich“ sei, aber man nicht wisse, wer dafür die Schuld trägt, wird weiter insinuiert, dass Assad dahinter steckt. Mood fügte hinzu: „Ich habe vor Ort in Syrien eins gelernt: keine voreiligen Schlüsse ziehen ..“ (dieses Zitat wurde kaum veröffentlicht)

Das ist also  in den meisten Fällen der Journalismus der uns heute geboten wird:

Bestenfalls unkritisches Verbreiten von Greuelpropaganda und grobe journalistische Fahrlässigkeit , im schlimmsten Fall  aktive Mitwirkung der Medien als politisches Instrument der Desinformation, um die Zerstörung eines Staates und seiner Regierung durch äußere Kräfte als legitime „Rettungsaktion“ zu präsentieren.

(Gestern hatte ich wieder einen Anfall von Info-Masochismus und schaute (teilweise) die „Anne Will“ Talkshow zum Thema Syrische Massaker … die Frau hat Null Ahnung, worum es hier wirklich geht und betreibt hier übles „infotainment“ … und die Auswahl der Gäste? Mit Ausnahme von Herrn Scholl-Latour lauter empty suits … der Gipfel: ein Bild-Reporter als moralische Instanz ..na dann, Gute Nacht Deutschland …)

Die „Ankläger“, die moralisch  Empörten, die den meisten politischen Druck machen, sind selbst die „Verbrecher“. Zu absurd, eine Verschwörungstheorie? Keineswegs. Es gibt ja historische Präzedenzfälle, hier nur ein paar Beispiele:

Wir (US-Geheimdienste und andere) planen Verbrechen (im Ausland) und schieben es dann der Regierung in die Schuhe, die wir loswerden wollen und dabei treten wir noch als moralische Instanz auf?

Kein Problem. Denken wir doch an die Zeit des kalten Krieges, als Präsident Kennedy im Amt war und sich weigerte „Operation Northwoods zu genehmigen.  Damals wollte man die selbst geplanten Verbrechen im In- und Ausland  Fidel Castro in die Schuhe zu schieben und schreckte sogar nicht davor zurück, innerhalb der USA Menschen zu töten.

Lektion Nr.3: COUNTERINSURGENCY – Terrorists Made in USA

In den 1980er Jahren finanzierte und trainierte die CIA „Todesschwadronen“ “ (u.a.) in Lateinamerika, um „kommunistische“ Politik zu unterbinden und Regime zu fördern, die dem grenzenlosen Macht- u. Profitstreben der US-Konzerne nichts in den Weg legten, auch wenn dadurch die Bevölkerung in Armut und Elend versank. Dabei wurden hundertausende Menschen gefoltert und auf grauenvolle Weise getötet.  Kaum jemand wurde dafür – bis heute – zur Rechenschaft gezogen.

Auch vor der Ermordung eines Erzbischofs während der Predigt am Altar schreckte man nicht zurück. Der  Unterschied zur Situation in Syrien bestand darin, dass man damals GEGEN die Opposition, also die „Rebellen“ aus dem Volk kämpfte, und FÜR die Erhaltung korrupter Regime mit brutalen Diktatoren.

Letztere werden natürlich auch heute noch bevorzugt, so lange sie den geopolitischen Interessen des „Masters“ nicht im Wege stehen, können sie Menschenrechtsverletzungen begehen, so viel sie wollen (siehe z.B. die brutale Niederschlagung der Proteste in Bahrain, wo sogar Ärzte ins Gefängnis gingen, weil sie „Rebellen“ medizinisch versorgt hatten).

Dann die Medienkampagne gegen Hugo Chavez: Die privaten (im Dienst der reichen Oligarchen stehenden) Medien in Venezuela begannen Chavez als geisteskrank, größenwahnsinnig und schließlich als „Terrorist“ darzustellen, der sein Volk unterdrücke, die Pressefreiheit verhindere (er weigerte sich, einigen Sendern die Lizenz zu verlängern, nachdem sie zu seiner Ermordung aufgerufen hatten) und als Höhepunkt der Dämonisierung wurde „gezeigt“ , wie seine Schergen in die protestierende Menge friedlicher Demonstranten feuern, bis sich herausstellte, dass die ganze Inszenierung eine von der CIA gesteuerte „psy-op“ war (der „regime change“ Plan misslang, weil die (arme) Bevölkerung sich massiv hinter den Präsidenten stellte und auch das Militär zu weiten Teilen nicht mitspielte …) Chavez hatte es sich auch mit Bush jun. verscherzt, als er  Bilder getöteter Kinder in Afghanistan in die Kamera hielt und sagte: „Man kann „Terror“ nicht mit noch mehr “Terror“ bekämpfen.

Hier ein Videoauschnitt dazu:

Eine umfassendere, sehr authentische  Dokumentation zweier spanischer Journalisten (die während des versuchten Staatsstreiches im April 2002 in Venezuela waren) gibt es hier.

Das Argument, solche Massaker  durch  „Stellvertreter“  (proxies – also indoktrinierte, fanatische Banden wie Al Qaeda und skrupellose „Spezialkräfte“) zu begehen  , um  damit – FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT UNSICHTBAR – die eigenen Ziele zu realisieren,  könne man nicht einmal den US-Geheimdiensten oder der US-Regierung zutrauen, ist also fehl am Platze ebenso der  semantische Immunisierungsversuch (gegen kritische Hinterfragung) mit dem Stigma-Wort „Verschwörungstheorie“.

Die Non-Konformisten sollen so als dämliche Spinner eingestuft werden, die man einfach nicht ernst nehmen kann.

In dem (teilweise fiktiven) Film von Oliver Stone über die Ermordung JFKs, gibt es eine Szene, in der sich der von Kevin Costner gespielte Staatsanwalt mit einem ehemaligen Geheimdienstmann in Washington trifft. Sie unterhalten sich über die Hintergründe der Ermordung Kennedys … Der CIA-Mann sagt:

Not the HOW, the WHY is most important…“  Precisely.

Aber zurück zu Syrien und der Gegenwart, eine andere Version  der Ereignisse sagt folgendes:

Die Leute wurden niedergemetzelt, weil sie Anhänger Assads waren oder sich weigerten, mit den Rebellen gemeinsame Sache zu machen. Der brutale Mord an den Kindern lässt sich aber wohl nur durch fanatische Indoktrination erklären und da fallen einem zunächst die Salafisten ein („Al Queda“ kommt auch aus dieser Ecke), die ja auch in der Lage sind, Leuten den Kopf abzuhacken usw.

Zu welcher Religionsgruppe gehörten die Opfer? Waren sie Sunni, Shia, Christen oder Alawiten? Als Menschen sind alle gleich viel wert, aber die Beantwortung dieser Frage lässt natürlich Schlüsse auf die Täter  zu …

„Die Leute in der Gegend um  Houla hatten eine gute Beziehung zu den syrischen Soldaten. Die Terroristen kamen … und sagten den Anwohnern, sie müssten entweder syrische Soldaten töten oder sie würden selbst getötet. Das regionale Krankenhauses in Houla wurden in Brand gesteckt, weil dort syrische Soldaten behandelt worden waren.“ (Zitat aus einem arabischen Blog)

„Bestätigt“ wird diese Version auch durch dieses Video, das RT ausgestrahlt hat: (vor dem Mikrofon der politische Analyst Dr. Ibrahim Alloush)

Er sagt u.a. folgendes: „Wenn Sie mich nach dem Massaker fragen, dann sage ich ihnen, … dass es die bewaffneten Banden waren …“

Er sagt auch, dass die Rebellen Angriffe auf Straßensperren der syrischen Armee machten, und das Krankenhaus in Brand setzten. Dann gingen sie in die Häuser und brachten die Menschen um … von denen einige dafür bekannt waren, dass sie Assadanhänger waren … es macht also keinen Sinn, die syrische Armee zu beschuldigen ..“

Zu beachten sei auch der Zeitpunkt, an dem diese „Greueltaten“ stattfinden und sofort publiziert werden. Das „Timing“ sei sehr aufschlussreich:

Diese Leute wollen keine politische Lösung, sondern ein internationales Eingreifen in Syrien unter dem Vorwand des Massakers. Finden Sie es nicht komisch, dass jedes Mal,  wenn sich ein UN-Vermittler in Syrien aufhält (oder er etwas untersuchen soll), oder eine diplomatische Lösung möglich erscheint, dann diese „Massaker“ passieren? [Das Februar Massaker in „Homs“ fand kurz vor einer Versammlung des UN-Sicherheitsrates statt, andere Greueltaten während des Besuches von Kofi Annan .. wer profitiert von diesem „Timing“? Sicher nicht Assad…)

Es ergibt doch keinen Sinn, dass die syrische Armee diese Massaker begeht (dann müsste sie wohl die militärische Kontrolle über das Gebiet haben), sich dann zurückzieht und Rebellen in aller Ruhe Fotos und Filme dieser Greueltaten machen lässt?

Diese Verbrechen werden von den bewaffneten Banden selbst begangen, die von außen unterstützt werden, von den GCC-Ländeern, der Nato, insbesondere der Türkei [die Rolle der Türkei müsste näher untersucht werden].

Henry Meyer and Stephan Kravchenko von Bloomberg zitieren den syrischen Botschafter in Russland mit den Worten:

Das Hauptzweck des Massakers ist den Annan-Plan scheitern zu lassen und eine militärische Intervention zu provozieren.“

Die BBC (und andere News-Redaktionen) mögen das gestohlenes Foto wieder entfernt haben, doch der (gewollte) Schaden ist angerichtet: syrische Diplomaten wurden ausgewiesen, die Isolation des Landes verstärkt und diese „Journalisten“ haben brav mitgespielt. Was für eine erbärmliche Show wird uns hier geboten?

Die Quelle für die Berichte über (Assads angebliche) “Greueltaten” ist meistens das Syrian Observatory for Human Rights, ein Propaganda-Outlet mit Sitz in London, dessen Glaubwürdigkeit gegen Null tendiert, wenn man genauer hinschaut:

Dieses SIHR ist in England nicht offiziell registriert: weder als Unternehmen, wissenschaftliche Institution noch als gemeinnützige Einrichtung. Es hat keine Büroräume, keine Angestellten, aber der „Direktor“ Rami Abdulrahman schwimmt im „Spendengeld“. Seine Informationen kommen, nach eigenen Angaben, von einem Netzwerk syrischer „Aktivisten“. Seine Homepage besteht aus einer einzigen Seite, aber Al-Jazeera (das dem Emir von Katar gehört, der auch zur Anti-Assad Fraktion zählt) beherbergt einen „live-blog“ vom ersten Moment, in dem die Proteste in Syrien ausbrachen.

Dass Journalisten von Al Jazeera (die arabische, nicht  die englische Variante) aus Protest gegen Manipulationen zurückgetreten sind, braucht man auch nicht zu wissen.

Der von der Brookings Institution [pro-israelisches Saban Center]  vor einiger Zeit veröffentliche „Ratgeber“ „Welcher Weg nach Persien?“ führt verschiedene „Optionen“ für „regime change“ im Iran an und bewertet ihre Machbarkeit und ihre Erfolgschancen. Darin heißt es im dritten Abschnitt u.a.: (Inzwischen gibt es ein ähnliches Werk auch für Syrien)

Ein Aufstand ist oft leichter aus dem Ausland zu schüren und zu unterstützen …. Verdeckte Förderung einer Rebellion würde ein Abstreiten der [Einmischung der] USA plausibler machen … weniger diplomatischen und politischen Staub aufwirbeln … als wenn man eine direkte, militärische Aktion durchführte. Sobald das Regime einen schweren Schlag erhält [wie ein unterstelltes Kinder-Massaker], ergibt sich eine Möglichkeit zu handeln.“

[Die schon lange geplante] militärische Intervention würde so in den Medien als notwendige “letzte Option” erscheinen, nachdem alle anderen Mittel [UN-Friedensplan, Waffenstillstand, etc.]versagt hätten. Die „internationale Gemeinschaft“ würde dann zum Schluss kommen, dass das Assad-Regime es sich selbst zuzuschreiben hätte, weil er seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen [und eben ein Schurke] sei.

Subversive Aktivitäten, die zum Sturz einer ausländischen Regierung führen und für die dortige Bevölkerung  schwerwiegende Folgen haben, bis zu einem eskalierenden Bürgerkrieg, werden hier  präsentiert wie eine ganz normale  „To-DoList“: (man stelle sich vor, Iran oder Syrien würde so etwas in den USA planen … da wäre die Hölle los)

  • „Finanzierung und Organisationshilfe für die Opposition, unter Einbindung „unzufriedener“ Ethnien“
  • „Eine „effektive Opposition“ aufbauen, mit der man dann eine „alternative Führung“ erschafft, die die Macht ergreift“
  • „Direkte oder indirekte Ausstattung dieser Gruppen“ mit allen dafür notwendigen Werkzeugen, von Faxgeräten und Internetzugang bis hin zu Waffen: Die CIA könnte sich um diese Dinge kümmern (Ausrüstung und Training), wie sie sie es seit Jahrzehnten in der ganzen Welt getan  hat …“
  • Schulung über effektive Nachrichtenübermittlung („messaging“)
  • Eine Story zu konstruieren, in der Mängel des Regimes durch US-gesponserte Medien aufgeblasen werden, und  unbekannte Kritiker prominent werden:
  • „Die Diskreditierung des Regimes durch zentrale  „Meinungsmacher“ ist entscheidend  für dessen Zusammenbruch.“
  • Die Schaffung eines großzügigen Budgets zur Finanzierung eines weiten Spektrums zivilgesellschaftlicher Aktivitäten (z.B. ein 100 Millionen Dollar Fonds, mit dem Think Tanks, bzw. deren  Forschungsprojekte  zum Thema „Iran“ oder „Syrien“ finanziert werden)
  • „Die Nutzung eines Landkorridors in einem Nachbarstaat um „eine Infrastruktur für Supportoperationen entwickeln zu können“ (dieser Staat  ist im Falle Syriens die Türkei).

Die Washington Post deckte im April 2011 auf, dass die USA syrische Oppositionsgruppen im Ausland mit Millionen unterstützt hat. Dazu gehört auch die Organisation “Movement for Justice and Development“ in London (die der Muslimbruderschaft nahesteht) und Orwell’sche Projekte wie die “Middle East Partnership Initiative” die von einem “Democracy Council“ gemanagt wird.

Hier ist eine Stimme des christlichen Klerus in Syrien, die auch begreift, dass hier die Medien ein Zerrbild Assads verstärken, während der Charakter und die Motive seiner Gegner nie hinterfragt werden.

Fortsetzung folgt …

die( Vorfälle in Syrien wurden (nachweislich) schon vor Jahren geplant … im Rahmen einer „Neuordnung“ des Nahen Ostens, eine politische Fragmentierung jener Staaten, die sich nicht der hegemonialen „Ordnung“ fügen wollen: Chaos, Terror, Massaker, Bürgerkrieg nicht als schreckliche, bedauerliche Konsequenz, sondern als Ziel  einer Politik von Irrsinnigen …

THE BIG LIE 1.0: Die Bombe von Lockerbie

Im Herbst 2007 erschienen in den wichtigsten Zeitungen Europas ähnliche Artikel wie dieser aus dem britischen Guardian (klicken Sie auf das Bild um den Link zu aktivieren):

 

 

 

 

 

 

Unter der Schlagzeile „Neuerliche Zweifel am Lockerbie Urteil“, wird darin enthüllt, dass der Hauptbelastungszeuge im Lockerbie Prozess nach eigenen Angaben von „US Behörden“ 2 Millionen Dollar dafür erhalten  hatte, dass er die gewünschten “Beweise” für den Schuldspruch  des Angeklagten Libyers Al Megrahi geliefert hat (es waren ursprünglich zwei, der zweite wurde freigesprochen).

Die Aussagen des Ladenbesitzers Tony Gauci aus Malta waren im ersten Prozess entscheidend für die Verurteilung von Abdel Basset al-Megrahi aus Libyen gewesen: Er „identifizierte“ (nach mehr als zwei Jahren) den Angeklagten als den Mann, der in seinem Geschäft jene Kleidungsstücke gekauft hatte, deren Reste man Monate nach dem (durch eine Bombenexplosion verursachten) Flugzeugabsturz in den Wäldern rund um Lockerbie angeblich gefunden hatte.

Die Maschine „Maid of the Seas“ (Pan Am Flug 103) war am 21. Dezember 1988 über der schottischen Kleinstadt Lockerbie abgestürzt. Dabei kamen 244 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder ums Leben. 11 Anwohner aus Lockerbie starben ebenfalls als Folge des Absturzes.

Der zweite „Beweis“ für die Anklage war eine bestimmte Zeitschaltuhr („Timer“), die von der Schweizer Firma Mebo produziert wurde. Ein winziges Fragment einer Platine hatte angeblich die gewaltige Explosion überlebt und konnte schließlich zu diesem Hersteller zurückverfolgt werden. Dann hieß es, dass dieser Typ nur an ein Land geliefert worden war: Libyen.

Auf dieser äußerst fragwürdigen Indizienkette baute man die Anklage auf: Der angeklagte Mitarbeiter der libyschen Fluggesellschaft, Al-Megrahi soll die Bombe gebaut und gemeinsam mit Kleidungsstücken aus Gaucis Shop in einen Koffer gelegt haben. Dieser wurde in Malta aufgegeben, in Frankfurt umgeladen und war dann auf dem Weg nach London. Etwa 30 Minuten nach dem Start in Heathrow explodierte die Bombe über Schottland (die Maschine startete mit etwa 10 Minuten Verspätung, sonst wäre die  Maschine über dem Nordatlantik abgestürzt, was die Urheber wohl auch geplant hatten).

Der Geschäftsführer von MEBO, Edmund Bollier, sagte gegenüber der Presse, dass 1989 einer seiner Mitarbeiter – Ulrich Lumpert – ein Exemplar dieser Zeitschaltuhr entwendet habe, um sie einem der schottischen „Untersuchungsbeamten“ auszuhändigen. Es sei dieses Stück gewesen, dass dann im Prozess als „Beweisstück“ herhalten musste und von dem behauptet wurde, man habe es an der Absturzstelle gefunden (mehr als zwei Jahre nach dem Unglück …)

Die Beweisstücke wurden manipuliert, damit man eine Verbindung nach Libyen konstruieren konnte“. (Bollier)

Auch andere Zeitungen haben die Story aufgegriffen, so z.B. der FOKUS am 29. August 2007: (Klicken Sie auf das Bild, um den vollständigen Artikel zu lesen, ein Auszug folgt unten)

 

 

 

 

 

 

„Lumpert, der die Uhr konstruiert habe, habe in einer der Zeitung vorliegenden eidesstattlichen Aussage erklärt, dass er die angeblich in den Flugzeugtrümmern gefundene Zeitschaltuhr erst am 22. Juni 1989, also ein halbes Jahr nach dem Anschlag, „in unerlaubter Weise an eine offizielle Ermittlungs-Person im Lockerbie-Fall“ übergeben habe. Vor Lumpert hatte schon ein an den Ermittlungen beteiligter schottischer Polizeibeamter ausgesagt, dass Beweise und Indizien von den Ermittlern gefälscht worden seien, um die Schuld auf Libyen zu schieben.

Für kriminelle Machenschaft missbraucht“

Lumpert erklärte der Zeitung zufolge, er habe „einen Schock und übergroße Angstzustände“ bekommen, als die Zeitschaltuhr zwei Jahre später als Beweismittel in den Ermittlungen auftauchte. Er habe gemerkt, dass das von ihm übergebene Bauteil „für eine vorsätzliche politisch kriminelle Machenschaft missbraucht wurde“. Geschwiegen habe er, weil er befürchtet habe, dass es „ansonsten für mich, als ungewollten Geheimnisträger, lebensgefährlich werden“ könnte.“ (Ende FOKUS Auszug)

Auch die FAZ hat über die dramatische Wende im Lockerbie Fall berichtet, so z.B.am 31. August 2007

 

 

 

 

 

 

Die Journalisten des FOKUS (und andere) glauben, ihre „Ausgewogenheit“ dadurch unter Beweis zu stellen, dass sie die Version der Verteidigung (in ihrem Anspruch auf Wahrheit) gleich behandeln, wie die Version der Anklage und deshalb den Titel der Story mit Fragezeichen versehen.

Doch ihre Aufgabe wäre es, herauszufinden, wer lügt (und warum)  und wer nicht.  Schließlich kamen 270 Menschen ums Leben und ein ganzes Land (Libyen) wurde jahrelang als „Strafe“ mit schweren Sanktionen belegt. An sich schon ein Skandal, denn das ist eine Form der Kollektivbestrafung, die nicht mit der Menschenrechtskonvention vereinbar ist.

Aus dem Skandal wird aber ein monströses Verbrechen, wenn man davon ausgehen muss, dass die „Ankläger“ (die  Regierung bzw. die Geheimdienste der USA) selbst die Täter waren …

Schließlich gab die schottische Prüfungskommission für Strafverfahren (SCCRC) der Revision der Verteidigung Folge, weil massive Mängel im ersten Verfahren als erwiesen angesehen wurden.

 

 

 

 

 

 

Die Journalisten der DAILY MAIL schrieben zwei Jahre später, dass die neuerliche Berufung der Verteidigung gegen das Fehlurteil im Wesentlichen auf folgenden Punkten basiere:

  • Unterschlagung von Beweismitteln u. Zeugenaussagen (die den Angeklagten massiv entlastet hätten)
  • Manipulation der vorgelegten „Beweismittel“ (auf denen die ganze Anklage ruhte)
  • Berichte amerikanischer Geheimdienste, die nicht Libyen, sondern Iran im Visier hatten

Die Daily Mail erwähnt ein Memo der DIA (Defense Intelligence Agency, der US Militärgeheimdienst), wonach es starke Indizien dafür gegeben habe, dass die „Terroristen“ nicht aus Libyen, sondern aus dem Iran kamen. Demnach sei der Anschlag auf den Pan Am Flug 103 die Rache für den Abschuss eines iranischen Flugzeuges gewesen, (fünf Monate vorher) den der Captain des Flugzeugträgers USS Vincennes auf dem Gewissen hatte. Damals starben fast 300 Menschen, darunter 66 Kinder.

I will never apologise for the United States of America, ever. I don’t care what it has done. I don’t care what the facts are.

George H. W. Bush, August 1988

Am 6. November 2003 urteilte der ICJ, dass die Anwesenheit bzw. die  Handlungen der US Navy im persischen Golf gegen internationales Recht verstießen (das hoch computerisierte Kriegsschiff war 40 km weit in iranische Gewässer vorgestoßen).

Offizielle sprach man von einem „Fehler“, doch eine Verwechslung von harmlosen Airlinern mit Militärflugzeugen ist praktisch ausgeschlossen, denn jedes Flugzeug hat einen Transponder, der automatisch eine elektronische Identifikation ermöglicht: Modus 1 und 2 für militärisch, Modus 3 für zivile Maschinen und der zuständige Offizier Andrew Andersen erhielt auch das Signal „Modus 3“ als Anwort auf seine IFF Anfrage.

Die ganze, traurige Story kann hier nicht erzählt werden, doch das US-Magazin NEWSWEEK hat in einer investigativen Reportage die skandalöse, bittere Wahrheit aufgedeckt. Hier nur ein kleiner Auszug (Absatz: Anatomy of a Cover-Up), der Bände spricht:

„By July 14, the day of Bush’s speech, the Pentagon knew the truth but failed to share it with the vice president. The tapes of the Vincennes Aegis system, with its combat and navigational data reached the United States on July 5 and what they showed was reported to the Pentagon on July 10.

The Vincennes had been in Iranian territorial waters. The Iranian airliner was well within the commercial air corridor and had been ascending, not descending. There was no beleaguered merchant vessel. „

(Das iranische Flugzeug befand sich innerhalb des vorgesehenen Luft-Korridors für zivile Flüge (Ziel: Dubai) und war im Steigflug, nicht im Sinkflug, wie der Kapitän behauptet hatte. Auch die angebliche Bedrohung eines Handelsschiffes war eine Lüge gewesen. Die US Vincennes hingegen war in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen, eine klare Rechtsverletzung und ein kriegerischer Akt)

Die USA weigerten sich nicht nur, eine Entschuldigung dafür herauszugeben, nein – Präsident Reagan verlieh dem Kapitän sogar noch eine Medaille für diese „Heldentat“.

Diese unmenschliche und arrogante Aktion ist aber nur für den naiven Medienkonsumenten überraschend, denn wie wir ja wissen, mordet Amerika (wie sein „Partner Israel“) ja immer „für den guten Zweck“, während die finsteren Islamisten einfach nur „böse“ sind. Das ist jedenfalls die absurde Schwarz-Weiß-Malerei, mit der die USA ihre Verbrechen vor sich selbst und der Welt legitimieren wollen.

Aber es waren nicht nur die Anwälte Al Megrahis, die diese neuen Beweise ausgruben, sondern vor allem ein britischer Journalist: Ian Ferguson, der seine Recherchen auch in dem Buch „Cover-Up of Convenience-The Hidden Scandal of Lockerbie“ veröffentlichte.

Ferguson verbrachte hunderte Stunden mit Al Megrahi und war immer von seiner Unschuld überzeugt gewesen. Doch die neuen Beweise der Verteidigung, die mit großer Wahrscheinlichkeit, einen gigantischen Justizskandal entlarvt hätten, wurden nie in einer neuen Verhandlung bzw. von einem unabhängigen Gremium geprüft. Warum?

Weil man plötzlich eine vorzeitige Entlassung Al Megrahis „aus humanitären Gründen“ ankündigte, die wegen seiner unheilbaren Krebserkrankung genehmigt wurde. Da kam es sehr gelegen, dass der Verurteilte seine Berufung zurückzog und die inkriminierenden Beweise somit nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Die schottischen Justiz- bzw. Ermittlungsbehörden dürften aufgeatmet, wenn nicht sogar gejubelt haben, als dieser Deal abgeschlossen war.

Die o.a. Aussagen von Bollier bzw. Lumpert (dass das als Beweisstück vorgelegte Fragment einer Platine nicht vom Unfallort stammen konnte, weil es erst Monate nach dem Anschlag an die Ermittlungsbehörden übergeben wurde) wurden in dem Revisionsantrag weiter untermauert, denn ein unabhängiger forensischer Experte hatte erklärt, dass erstens kein solches Teil die gewaltige Explosion „überlebt“ hätte und zweitens, man keinerlei chemische Spuren des Sprengstoffs daran gefunden  habe. Außerdem wurde klargestellt, dass diese Zeitschaltuhren nicht nur nach Libyen geliefert worden waren, sondern auch in andere Länder.

Die Nadel im Trümmerhaufen?

Die Fluggesellschaft Air Malta hatte bereits 1993 einen Prozess wegen Rufschädigung gewonnen, in dem festgestellt wurde, dass kein unbeaufsichtigtes Gepäck (ohne dazugehörigen Passagier) nach Frankfurt transportiert worden war, wie die Anklage behauptet hatte und dass es somit keinen einzigen Beweis dafür gäbe, dass die Bombe in Malta an Bord ging.

Man sollte doch annehmen, dass in diesem Verfahren, das enormes öffentliches Interesse genoss, die besten forensischen Experten auftreten. Doch man engagierte drei Männer, die einen äußerst dubiosen Ruf hatten:

Dr. Thomas Hayes hatte sich den zweifelhaften Ruhm erworben, dass wegen seiner „Expertise“ mehrere unschuldige Leute verurteilt wurden. Er sagte vor Gericht aus, er habe am 12. May 1989 ein kleines Stück Stoff gefunden, in dem er das Fragment der Platine aus der Zeitschaltuhr entdeckte. Dieser Stofffetzen wurde dann als Teil eines Hemdkragens „identifiziert“ und das Hemd zum Geschäft Tony Gaucis in Malta „zurückverfolgt“ (wer soll das glauben?).

Allan Feraday, der im Verfahren als “Doktor” und „Professor“ angesprochen wurde, aber niemals einen akademischen Grad erworben hatte, sondern lediglich eine höhere technische Lehranstalt für angewandte Physik und Elektronik besucht hat.

Hayes und Feraday bezeugten vor Gericht nicht nur, dass das Auffinden der Platine nicht ungewöhnlich sei (was die wirklichen Sprengstoffexperten ausschlossen, weil die Explosion davon nichts übriggelassen habe), sondern auch, dass sich die Herkunft des Stofffetzens exakt feststellen ließ. Der gekaufte Gauci trat dann als „Zeuge“ der Anklage auf …

Tom Thurman, dem angeblichen “Sprengstoff-Experten” des FBI, war es in den USA verboten, als Sachverständiger vor Gericht aufzutreten, nachdem man festgestellt hatte, dass er […] falsche Beweise geliefert hatte, weil er gar nicht die fachliche Qualifikation besaß, um sich als „Experte“ vor Gericht äußern zu können.

Eine ausführliche und fachlich fundierte Kritik an der Auswahl der Sachverständigen und der Prozessführung hat die anerkannte britische Rechtsanwältin Gareth Peirce anzubieten:

z.B. über Thurman:

„[…] Two years later, as a result of a review by the US inspector general, Michael Bromwich, into a large number of criminal investigations, Thomas Thurman was barred from FBI labs and from being called as an expert witness. Bromwich had discovered that he had no formal scientific qualifications and that, according to a former colleague, he had been ‘circumventing procedures and protocols, testifying to areas of expertise that he had no qualifications in . . . therefore fabricating evidence’.

 Quelle: The Framing of al-Megrahi“ 

 

The lawyers who represented the defenders were disastrously inadequate, or worse. Defence experts failed them, police were fabricating evidence as well as extracting false confessions from brutality. Forensic scientists were cooking the books, and judges from start to finish were either turning a very blind eye or actively assisting the prosecution to get convictions and sustain the convictions year after year.

Quelle: “The Quiet Storm

Die Aussagen von Thurman waren damals entscheidend für die konstruierte „Spur nach Libyen“, denn die Entdeckung des Fragments einer Zeitschaltuhr lieferte eine plausible Erklärung dafür, warum die Bombe (die angeblich in Malta aufgegeben wurde und ohne Passagier an Bord ging) nicht schon vor der Zwischenlandung in Frankfurt explodiert sei: der Zündmechanismus wird üblicherweise durch die Veränderung des Luftdruckes aktiviert, also dann wenn das Flugzeug die übliche Flughöhe erreicht hat. So konnte die Anklage behaupten, dieser „Timer“ war so eingestellt, dass die Bombe erst einige Zeit nach dem Start in Heathrow gezündet wurde. Und dann noch die Lüge verbreiten, diese Zeitschaltuhren seien nur nach Libyen geliefert worden.

Diese gefälschten „Beweismittel“ haben einen Unschuldigen – wegen Massenmord – ins Gefängnis gebracht und ein ganzes Volk schwersten Sanktionen ausgesetzt.

Zu dem Zeitpunkt, als diese gefälschten Beweise für eine Involvierung Gaddafis bzw. Libyens vorgelegt wurden, hatte bereits die CIA die Untersuchungen über die Lockerbie „Tragödie“ übernommen, die schottischen Behörden waren nur mehr „Dekoration“. Der leitende Ermittler war ausgerechnet  der pensionierte CIA-Mann Vincent Cannistraro, ein Mann der unter Präsident Reagan ein geheimes CIA-Programm zur „Destabilisierung“ Libyens geleitet hatte. Dazu gehörte die Unterstützung terroristischer Gruppen (fanatischer Islamisten) mit Geld und Waffen und – nachdem diese versagt hatten – schließlich die Bombardierung von Gaddafis Wohnräumen im Jahr 1986, bei dem seine Adoptivtochter ums Leben kam.

Dr. Hans Köchler war 2001 bzw. 2002 bei den Gerichtsverhandlungen gegen Al Megrahi als UN-Beobachter anwesend. Seine Berichte über den Prozess sind haarsträubend, denn es war offensichtlich, dass hier nicht eine unabhängige Justiz entscheidet, sondern Geheimdienste und außenpolitisches Kalkül. Köchler war schockiert, denn ihm wurde klar, dass das ganze Verfahren eine Farce war, dass Beweise nicht gewürdigt oder offensichtliche Ungereimtheiten einfach ignoriert wurden, dass das Urteil von Anfang an feststand und somit von einem fairen Verfahren nicht die Rede sein konnte.

“Der Unterfertigte ist, zu seinem größten Bedauern, zu der Schlussfolgerung gelangt, dass das gesamte Verfahren weder fair noch objektiv war. Tatsächlich wurden dadurch noch mehr Fragen und Zweifel aufgeworfen, als am Beginn der Verhandlung. […] Doch die Suche nach der Wahrheit muss weitergehen. Das verlangt der Rechtsstaat ebenso wie die Familien der Opfer und die internationale Öffentlichkeit.“

„[…] it is evident that the appellant did not get a fair trial according to the requirements of the European Convention for the Protection of Human Rights and Fundamental Freedoms”  (Originalzitat Köchler)

Seine vollständigen Berichte und Stellungnahmen können hier nachgelesen werden.

Im August dieses Jahres, als die NATO schon in Libyen Angst und Schrecken verbreitete, schrieb der Guardian:

„Der Lockerbie Fall … hat jetzt eine noch größere Bedeutung bekommen, denn  für westliche Regierungen, die krampfhaft nach einer Rechtfertigung dafür suchen, warum gerade in Libyen ein gewaltsamer Sturz der Regierung  von der NATO vorangetrieben wird, ist die Katastrophe von Lockerbie quasi ein Geschenk des Himmels. Sowohl Präsident Obama als auch der britische Außenminister William Hague haben in den letzten Wochen versucht, mehr Zustimmung der Öffentlichkeit zu gewinnen, indem sie Gaddafis „Verantwortung“ für diesen Anschlag hervorhoben.

(Aber selbst wenn er dafür verantwortlich wäre  -rein hypothetisch, denn er hat nichts damit zu tun -, wäre das keine Rechtfertigung für die Bombardierung Libyens und die Bewaffnung radikaler Islamisten in einem von außen geschürten „Aufstand des Volkes“). Der NATO-Einsatz ist ein neo-kolonialesVERBRECHEN, ob mit oder ohne Lockerbie.

Doch die Zahl derer, die die offizielle Version über Lockerbie anzweifeln, ist so groß, dass es seit seiner Verurteilung im Jahr 2001 eine Kampagne gibt, die den stolzen Namen „Gerechtigkeit für Megrahi“ trägt (Justice for Megrahi).

Dabei handelt es sich aber nicht um libysche Aktivisten oder irgendwelche, von Gaddafi angeheuerte Rechtsanwälte bzw. PR-Spezialisten, weit gefehlt: Wir sprechen hier von Leuten wie Erzbischof Desmond Tuto aus Südafrika oder Kardinal Keith O’Brien, Oberhaupt der katholischen Kirche Schottlands, aber vor allem sind es auch Angehörige  der Opfer von Lockerbie wie Dr. Jim Swire (der seine Tochter Flora verloren hat) und Reverend John Mosey (dessen Tochter ebenfalls starb)

FAZIT: Es kann also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die offizielle Version über Lockerbie eine große Lüge ist (another „Big Lie“). Gaddafi hatte mit dem Sprengstoffanschlag nichts zu tun. Es war einfach politisch opportun, ihm die Sache anzuhängen, das Image des „Terrorförderers“ zu kultivieren, denn durch die darauffolgenden Sanktionen wurde er erpressbar und hat sich schließlich auch bereit erklärt, etwa 2 Milliarden Dollar „Entschädigung“ an die Angehörigen der Opfer zu zahlen, sein Rüstungsprogramm zu beenden, nur damit die Sanktionen gegen Libyen aufhören.

Doch damit stellt sich die Frage: Wer hat dann die Bombe im Flugzeug hochgehen lassen?  Die von Ferguson und anderen propagierte Theorie, dass eine palästinensische „Terrorgruppe“ im Auftrag des Iran das Pan Am Flugzeug in die Luft sprengte, halte ich für eine weitere falsche Fährte (die Israel sehr angenehm sein musste).

Wer hatte wirklich ein Interesse daran, dass dieses Flugzeug abstürzte? Diese Frage kann leichter geklärt werden, wenn man sich genauer ansieht, wer die Passagiere waren bzw. wer in letzter Minute den Flug umgebucht hatte …

(Fortsetzung folgt)