GAZA: Die Barbaren hinterm Zaun

Seit Wochen massakriert die Khazar-Mafia (nom de guerre: „israelische Regierung“) unbewaffnete Palästinenser, die in Gaza für ihre Menschenrechte und das ihnen zustehende Rückkehrrecht (ein Großteil der Insassen des Ghaza-Ghettos sind Vertriebene von 1948 bzw. deren Nachkommen) demonstrieren. Bis heute sind nach offiziellen Angaben 178 Menschen getötet und mehr als 17.000 verletzt worden- Ich greife hier nur drei Namen der Ermordeten heraus:

 LAILA ANWAR AL-GHANDOUR

Leila Anwar Al Ghandour 18mts killed IDF 1starb am 15. Mai  (Nakba-Tag) durch Einatmen von Gas (mehr als nur „Tränengas“), das Israels Militär in großen Mengen mittels Drohnen versprühte. Leila funeral 1

Sie war acht Monate alt.

 

 

 

FADI ABU SALAH

2 Fadi Abu Saleh killed in Gaza May 2018Ein Vater von fünf Kindern, der schon 2008 durch Bombenangriffe Israels in Khan Younis schwer verletzt wurde. Beide Beine mussten damals oberhalb des Knies amputiert werden. Seitdem saß er im Rollstuhl und musste ständig Medikamente einnehmen. 2018 haben ihn die Israelis endgültig „erledigt“, als er es wagte, gegen das kollektive Unrecht zu protestieren.

Er war 30 Jahre alt.

 

ROZAN A-NAJAR (Familie stammt aus Salama bei Jaffa)

3 Razan Al Najar IDF Gaza victim 2018Eine Untersuchung der isarelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem hat bestätigt, das die 20-jährige Palästinenserin am 1. Juni absichtlich von Scharfschützen getötet wurde, nachdem sie  Verletzten geholfen hatte. Sie war ehrenamtliche Sanitäterin und trug eine Weste, die sie klar und deutlich als solche kennzeichnete. Zwei weitere Sanitäter wurden verletzt. Sie hielten ihre Arme hoch, als sie sich dem Zaun ihres Ghettos (nicht einer legalen Grenze) näherten, um Menschen Erste Hilfe zu leisten, die durch Kontakt mit Reizgas in einer Notsituation waren.  Sie waren ca. 25 m vom Zaun entfernt, als auf sie geschossen wurde und nahmen nicht an den Protesten teil.

Eine (kurze) Welle der Empörung lief durch die Medien,  doch wie reagierte Israel?

Zuerst leugnete man, dass auf sie geschossen wurde. Dann hieß es, sie sei womöglich Opfer eines ricochet-Effekts geworden und schließlich gab man ihr selbst die Schuld an ihrem gewaltsamen Tod, da sie sich als „Schutzschild“ für die Aufrührer hergegeben habe. Doch laut B’Tselem ist aufgrund der Faktenlage nur ein Schlussfolgerung zulässig: Sie wurde gezielt getötet, obwohl sie keinerlei Gefahr für das israelische Militär darstellte und als medizinische Helferin klar erkennbar war.

Das resignative Fazit von B’Tselem:

Doch selbst angesichts dieser ungeheuerlichen  Umstände, wird das routinemäßige „Weiß-Waschen“sicherstellen, dass niemand in Israel dafür verantwortlich gemacht wird.

Das Schießen auf unbewaffnete, eingepferchte Menschen, die in in einem unmenschlichen Ghetto leben müssen, wird aber noch schlimmer, weil die medizinische Versorgung in Gaza durch die extreme Gewalt des israelischen Militärs (2008/9 und 2014) und die andauernde, illegale Blockade (seit 2007) ohnehin schon am Rande des Kollaps stand. Ein Elend, das ebenfalls von B’Tselem angeprangert wird:

Gaza MedCrisis

Selbst ein gut ausgestattetes Versorgungssystem hätte also Probleme, eine so große Zahl von Verletzten in so kurzer Zeit zu behandeln, doch die ohnehin schon prekäre Situation in Gaza macht eine adäquate medizinische Versorgung unmöglich. 257 Medikamente und 247 medizinische Hilfsmittel sind laut WHO bereits Ende Mai ausgegangen. Die Ärzte sind gezwungen, Einwegprodukte mehrmals zu verwenden und da auch noch bei Desinfektionsmitteln und Antibiotika ein Engpass besteht, ist die Infektionsgefahr sehr hoch (noch dazu bei dutzenden Amputationen, das ist unvorstellbar).

Der Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Gaza ist in erster Linie der israelischen Blockade geschuldet. Sie behindert die Einfuhr medinzinischer Ersatzteile bzw. den Ersatz kaputter durch neue, moderne Geräte, den Import von Medikamenten und die Ausreise von Ärzten für Fortbildungszwecke. Dazu kommt noch die völlig unzureichende Stromversorgung (ebenfalls maßgeblich durch Israel verursacht), derzeit nur etwa 4 Stunden pro Tag.

Was das für Folgen hat, zeigt auch dieses erschütternde Schicksal:

Gaza MR victim 2018

Alaa a-Dali, ein 20-jähriger Palästinenser aus Rafah wurde Ende März durch eine israelische Kugel am rechten Bein verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus in Khan Younis gebracht und war zwei Tage lang bewusstlos. Die Ärzte versuchten 14 Tage lang alles, um sein Bein zu retten, doch wegen der problematischen Verwundung brauchte er eine spezielle Behandlung, die es in Gaza aber (dank Israel) nicht gibt. Also wurde ein Gesuch eingereicht, damit er in einem besser ausgerüsteten Krankenhaus in Ramallah operiert werden konnte. Ramallah ist aber in der Westbank und um dorthin zu kommen, braucht er eine Reisegenehmigung der israelischen Behörden. Seine Anträge wurden abgelehnt. Die Ärzte waren daher gezwungen, sein Bein unterhalb des Knies zu amputieren. Das ist für jeden jungen Menschen furchtbar, doch für Alaa noch schlimmer, denn er wollte Profi-Radfahrer werden.

Bei den jüngsten Bombenangriffen auf Gaza wurde eine hochschwangere Frau  (Inas Khamash) und ihre 18-Monate alte Tochter Bayan (s. Bild unten) getötet.

Inas & Bayan Khamash funeral Gaza

Wo sind die „Gedenkstätten“ für diese Verbrechen?

WHO CARES?

(Wie war das noch mit dem „Wegschauen“ und der „deutschen Verantwortung“?)

Unsere politischen Schleimbeutel sicher nicht, denn sie sind ja seit vielen Jahren darauf konditioniert worden, Israel in den Arsch zu kriechen.

Netanyahu-Merkel

Während Siegfried im Blut des Drachen baden musste, um unverwundbar zu werden (das Blatt kam dazwischen), genügt es im Falle Israels, das Zauberwort „Holocaust“ auszurufen, und die Unverwundbarkeit (im politisch-rechtlichen Sinn) ist garantiert. Sollte sich dennoch hie und da Empörung regen, hat man dann noch eine rhetorische Breitband- Immunisierungswaffe parat: „Anti-Semit!“ (Das Wort macht keinen Sinn, denn Araber sind auch Semiten, aber die Ashkenazi-Khazaren – die Mehrheit in Israel – sind keine) Damit wird jede noch so berechtigte Kritik abgewürgt und der Kritiker gerät unweigerlich in die Defensive (dank Unterstützung unserer schäbigen Papageien-Presse. Wir erinnern uns an den Fall Augstein bzw. Günter Grass.)

Die ungeheuerlich Ironie dabei ist, dass damit genau das erreicht wird, was seit dem „Holocaust“ eigentlich tabu sein müsste:

Das Anprangern von schweren Menschenrechtsverletzungen systematisch zu unterdrücken um ein unmenschliches Apartheid-System zu legitimieren.

B’Tselem ist entsetzt über die hohe Opferzahl (Im Kontext von Protesten) und beklagt, dass die Befehle bzw. die politischen Anweisungen dahinter kriminell seien. Doch weder das Militär noch die Regierung unternimmt etwas dagegen, denn sie behaupten – wie immer – die Befehle seien legal. In einem Bericht über das Militärrecht in den besetzten Gebieten resigniert die Menschenrechtsorganisation nach Jahren des Engagements: Es habe keinen Sinn mehr, gegen die Verbrechen der IDF zu protestieren, denn sie sind a priori „unschuldig“. Das zeigt sich auch an diesem Statement:

„Unfortunately, the Hamas terror organization deliberately and methodically places civilians in danger.”

Noch deutlicher lässt sich diese völlige Fehlen eines Unrechts-Bewusstseins, diese ungeheure Selbstgerechtigkeit,  aber an dem berühmten Satz von Golda Meir demonstrieren: „I can never forgive the Arabs for forcing us to kill their children“.

Dass wir es hier mit einer schweren Psychopathologie zu tun haben, hat der jüdische Psychiater Dr. Joel Kovel in seinem Buch „Overcoming Zionism“ deutlich gemacht. (Mehr dazu weiter unten).

DIE ERFUNDENE BEDROHUNG

Was haben die Menschen in Gaza aber „verbrochen“, dass Israel es als legitim ansieht, auf sie zu schießen?

Das erklärt uns Avigdor Lieberman (den ein amerikanischer Analyst kürzlich als „latent incarnation of Stalin“ bezeichnete). Er sagte am 30.März, als sich der Protest-Marsch zu formieren begann, das: (Quelle: B’Tselem)

shoottokill Gaza fence BTselem

Jeder, der sich dem Zaun nähert, riskiert sein Leben. Ich schlage vor, ihr macht weiter mit eurem Leben und nehmt nicht an dieser Provokation teil“.

„Macht weiter mit eurem Leben“ ist der Gipfel des Zynismus, denn die Menschen in Gaza haben kein normales „Leben“ mehr, sie sind völlig von Israel abhängig. Keine Bewegungsfreiheit, keine Arbeit, kein Geld, kein sauberes Trinkwasser, kein Strom (nur 3-4 Std. am Tag), zerbombte Infrastruktur, keine Möglichkeit, eine florierende Wirtschaft aufzubauen, keine Selbstbestimmung, usw. (Das ganze Elend in Zahlen findet man in den Berichten von OCHA und UNRWA).

Wohlgemerkt: Jeder, der sich dem Zaun 300 (und weniger) Meter nähert, muss damit rechnen, erschossen zu werden. Das ist also die israelische Version eines „Rechtsstaates“ und erinnert uns an „Schießbefehle“, die das Ausbrechen aus einem anderen, viel größeren Gefängnis verhindern sollten.

(Kritik an der Gewalt Israels als „unverhältnismäßig“ ist irreführend. Norman Finkelstein betonte in einem Interview dazu, dass Israel GAR KEIN RECHT habe, Gewalt gegen Gefangene anzuwenden, die gegen das Ghetto rebellieren …)

Palestinian protesters sit next to a tent during protest tents at the Israel-Gaza border where Palestinians demand the right to return to their homelandDer Großteil der Leute war viel weiter als 300 m vom Zaun entfernt, ungefähr 1 km (Familien, die kleine Zelte errichtet hatten und ihre Kinder dabei hatten; sie machten ein Picknick, sangen, lasen Gedichte, wie ein kleines Folk-Festival). Nur einige Teenager näherten sich der „verbotenen Zone“ am Zaun , warfen mit Steinen, zündeten Reifen an und schwangen die palästinensische Flagge. Doch das ist kein Verbrechen und auch keine echte Bedrohung für die israelischen Soldaten, die sich hinter Erdhügeln verschanzten und mit modernsten Waffen ausgerüstet sind.

Die Palästinenser haben DAS RECHT GEGEN IHRE BESATZER WIDERSTAND zu leisten (auch mit Gewalt), doch hier ging es ja nur um symbolischen Widerstand. Den Israelis zu zeigen, dass man auch nach 70 Jahren der Unterdrückung, Diskriminierung und Enteignung nicht aufgegeben hat. Genau das können die Soldaten aber nicht ertragen, denn in ihren Augen sind die Palästinenser bzw. „Arabushim“ Untermenschen, die es nicht besser verdient haben. Abwertende Vergleiche mit Tieren („they shall live like dogs“ oder „like drugged cockroaches in a bottle“) gehören ja zum Repertoire „angesehener“ israelischer Offiziere und auch die Minister lassen sich nicht lumpen, wenn es darum geht, ihre Verachtung zu äußern.

DIE AUSERWÄHLTEN (THE CHOSEN PEOPLE)

Juden aber sind das „auserwählte Volk“ und dürfen sich nach zionistischer Lesart deshalb alles leisten. Zu polemisch?

Gideon Levy Zionism as religionDer ausgezeichnete, mutige israelische Journalist Gideon Levy sagte bei der ILAP-Konferenz in Washington u.a. dazu folgendes: „Core values“ of the Israeli society are …

  • We are The Chosen People, above the law, nobody tells us what to do…“
  • „We are the Victims, not „they“
  • „Palestinians are not like us, they are inferior, born to killl..“

Zionism is one of the two religions of Israel, (the second is security)…you cannot question it … it’s hard to describe how an ideology became part of our DNA, with no room for any question .. it is so totalitarian, so holy .. that you have no right to doubt anything…“

Der pseudo-religiöse Gruppen-Narzissmus wird von den Zionisten geschürt und hat verheerende Folgen. Das brachte ein israelischer „anständiger Mensch“ (der die humanistische Tradition des Judentums nicht verlernt hat) kürzlich auf den Punkt:

Israel’s ‘democracy’ is in fact an apartheid state led by fascist Jewish supremacists.

Wer hat das gesagt? Ein fanatischer „Anti-Semit“?

Shapira Freedom Flotilla TRN

Keineswegs. Der Mann heißt YONATHAN SHAPIRO und war in einem „früheren“ Leben Hubschrauber-Pilot in der israelischen Armee bis ihm klar wurde, dass er das massive Unrecht nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte (27 weitere Piloten schlossen sich ihm an):

„Wir waren Teil einer Organisation, die Verbrechen an unschuldigen Palästinensern verübt … wir sagten unserem Kommandeur und der ganzen israelischen Gesellschaft, dass wir nicht mehr bereit sind, Befehle zu befolgen und Teil der illegalen, kriminellen und unmoralischen Besatzung zu sein.“

Er befand sich auf dem Schiff, das als Teil der „Freedom Flotilla“ im Juli versuchte, die Seeblockade zu durchbrechen und dringend notwendige Medikamente nach Gaza zu bringen. Das wurde natürlich vom „Apartheid state“ verhindert (durch Entern und Kidnapping in internationalen Gewässern. Das Schiff wird gezwungen in Israel anzulegen und dann werden die Leute wegen „illegaler Einreise“ angeklagt.

DIE SELBSTGERECHTEN

Was die israelische Version des „Rechtsstaates“ bedeutet, zeigt auch die Analyse von B’Tselem, die sich damit beschäftigt,  wie das israelische Militär mit vorgeworfenen Menschenrechtsverletzungen und anderen Verbrechen umgeht:

Kill & Whitewash IDF 1

Man leitet eine offizielle „Untersuchung“ ein, die aber nur Propandazwecken dient. Es wird nur der Eindruck erweckt, dass hier rechtsstaatliche Mechanismen aktiviert werden, damit die Wahrheit ans Licht kommt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Doch tatsächlich handelt es sich um einen Trick, denn die  scheinbare „Untersuchung“ soll verhindern, dass sich der Internationale Strafgerichtshof (ICC) mit den Verbrechen in Gaza beschäftigt. (Wenn der betroffene Staat selbst ein „Untersuchungsverfahren“ einleitet, ist der ICC nicht zuständig).

Der gezielte Einsatz von scharfer Munition gegenüber unbewaffneten Zivilisten (also in einer Situation, die nicht lebensbedrohlich ist) ist eindeutig ILLEGAL. Trotzdem werden Befehle erteilt, die sich darüber hinwegsetzen und zwar mit voller Unterstützung der Politik, beklagt B’Tselem und dann heißt es weiter:

IS breaking the law BTselem 1

Israel ist sehr erfahren darin, das Gesetz zu brechen und grundlegende moralische Prinzipien mit Füßen zu treten ohne dafür getadelt zu werden. (Weder in Israel selbst, noch auf internationaler Ebene).

Die Perfidie der „Rechtssprechung“ geht aber noch weiter: Man erkennt zwar die Rechtsnormen grundsätzlich an, höhlt ihre Bedeutung aber durch absurde Interpretationen aus. Sie werden nicht als moralischer Kompass genutzt, sondern als Anleitung dafür, wie man sie umgehen kann:

  • Die breite Anwendung militärische Gewalt basiert auf einer kriminellen Auslegung der Gesetze
  • Trotz der erschreckenden Resultate (massenhaft tote und verletzte Zivilisten) wird weitergemacht und jede Verantwortung dafür geleugnet
  • Ergebnis: Man muß keinen „Preis“ dafür zahlen, man fühlt sich immer im „Recht“. Das „Weißwaschen“ funktioniert immer.

Whitewashing IDF crimes 2

 

collective punishment Gaza MEDWie weit diese Selbstgerechtigkeit geht – sie führt zu einer VÖLLIGEN DEHUMANISIERUNG der Palästinenser – zeigt auch ein Artikel von Amira Hass, der Anfang August erschienen ist: Sieben krebskranken Frauen aus Gaza wurde eine Einreise-Genehmigung für eine dringend benötigte, medizinische Therapie verweigert. Begründung: Sie seien mit Hamas-Mitgliedern verwandt.

Das ist nicht nur unmenschlich sondern auch eine Form kollektiver Bestrafung, die man im Dritten Reich „Sippenhaftung“ nannte. Dazu kann bei Wikipedia in der Einleitung folgendes lesen:

„Diese Art der Haftung wurde in totalitären Herrschaftssystemen wie zum Beispiel während der Zeit des Nationalsozialismus als Terrormaßnahme gegen politische Gegner (und deren Familien) angewandt.

Sippenhaft in der NS-Zeit ist also eine „Terrormaßnahme gegen politische Gegner und deren Familien“. Wenn Israel jedoch seit Jahrzehnten das gleiche praktiziert, herrscht bei uns Funkstille. Ein „Judenstaat“ kann doch nicht auf so ein abgrundtiefes, moralisches Niveau herabsinken, denn:

Die zentrale Illusion und Triebkraft des Zionismus ist ein MORALISCHER ABSOLUTISMUS.

Der weiter oben zitierte Satz von Golda Meir „Ich werde den Arabern nie verzeihen, dass sie uns zwingen, ihre Kinder umzubringen“ („weil sie uns mehr hassen, als sie ihre Kinder lieben“ (!) verdeutlicht diese Einstellung.

1 Finkelstein beyond chutzpahNorman Finkelstein schrieb dazu u.a.:

„Das Dogma der Holocaust-Industrie lehnt jede Verantwortung Israels für Feindseligkeit gegenüber Juden a priori ab. Groll gegenüber Juden kann niemals darauf beruhen, dass Juden etwas Unrechtes getan haben.“

Genau darum geht es.

Wer sich allen anderen moralisch überlegen wähnt („von Gott auserwählt“) und unfähig ist, die eigene Schuld einzugestehen, muss jede Kritik an seinen Taten und jeden Widerstand dagegen als Unrecht bzw. Bedrohung empfinden. Die Schuld wird immer auf den Gegner projiziert, den man dann umso härter bekämpfen muss. Dieses zwanghafte Verhaltensmuster der Zionisten hat Dr. Joel Kovel am besten analysiert (mehr dazu gibt es hier).

Wie weit dieses aggressive Abwehrverhalten geht, zeigt ein aktuelles Beispiel:

DER  KONSTRUIERTE  SKANDAL

JC- racist AS corbynJEREMY CORBYN, der Parteichef der britischen Labour-Party hat sich immer gegen Rassismus und Diskriminierung engagiert und auch an Demonstrationen für die Rechte der Palästinenser teilgenommen. Daraus soll ihm jetzt ein Strick gedreht werden.

Seit Monaten findet in den britischen Medien eine Hetzkampagne gegen ihn statt, die eine neue Welle des „Anti-Semitismus“ in England heraufbeschwört und Corbyn als unerträglichen Makel für seine Partei denunziert.

Was wirft man ihm konkret vor? Er habe 2010 im britischen Parlament an einer Veranstaltung teilgenommen, in der „antisemitische“ Polemik verbreitet wurde. Noch dazu am „Holocaust Memorial Day“.

Was wurde denn dort gesagt?

Einer der Redner verglich das Verhalten der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern mit den Verbrechen der „Nazis“. Der Titel seines Vortrags: „Der Missbrauch des Holocaust für politische Zwecke“. Der Tenor: Der Judaismus sei in Israel ersetzt worden durch die „Holocaust-Religion“, deren „Hohepriester“ Eli Wiesel sei.

Wer war denn nun dieser „Anti-Semit“?

Corbyn Holocaust AbuseDer Mann heißt Dr. HANS-JOACHIM MEYER und wurde  1924 in Bielefeld geboren. Nach der „Reichskristallnacht“ schickten ihn seine Eltern mit einem Kindertransport nach Holland, weil er – als Jude – in Deutschland nicht mehr zur Schule gehen durfte. Er schlug sich bis 1943 alleine durch, doch die Gestapo verhaftete ihn 1944 und transportierte ihn nach Auschwitz, wo er 10 Monate verbrachte, bis ihm die Flucht gelang. (Er studierte theoretische Physik und arbeitete später in der Entwicklung beim holländischen Philips-Konzern.) Meyer ist also nach geltender PC-Diktion ein „Holocaust-Überlebender“. Das Problem für Israel ist, dass er sich aber nicht für die Propaganda der Zionisten hergab, sondern erbittert gegen sie kämpfte. (Er starb 2014)

Er absolvierte 2010 mehrere Auftritte in Europa zum Thema „NIE WIEDER (für irgendjemand)- von Auschwitz bis Gaza“

Er schreibt über seine Erfahrungen in Auschwitz u.a.: (Hervorhebung von mir)

„Wenn ein Gefangener selbst Teil des Unterdrückungssystems wurde (als „Kapo“), war die Entmenschlichung erfolgreich. Ich erkannte, dass jeder in einer dominanten Gruppe, der einer Minderheit die menschliche Würde aberkennt, nur deshalb dazu fähig ist, weil er durch Indoktrination und Propaganda selbst dehumanisiert wurde. Egal, welche Uniform er trägt.

Es ist eine furchtbare Tragödie, dass diese Erkenntnis in Israel nicht vorhanden ist. Im Gegenteil, Auschwitz wird dort auf den Status einer Religion erhoben.

Es ist schmerzlich für mich festzustellen, dass es Parallelen zwischen meinen Erlebnissen in Deutschland (vor 1939) und jenen der Palästinenser in der Gegenwart gibt.

In der Rhetorik der fundamentalistischen „Siedler“ („unser heiliges Recht auf das biblische Judea und Samaria“) höre ich das Echo des NS-Mythos „Blut und Boden“. Die verschiedenen Formen der kollektiven Bestrafung (Sippenhaftung), denen die Palästinenser ausgesetzt sind – erzwungene Ghettoisierung hinter einem „Sicherheitszaun“ (bzw. einer Mauer), das Abreißen von Häusern, die Zerstörung der Felder; die Bombardierung von Schulen, Moscheen und Regierungsgebäuden; eine wirtschaftliche Blockade die den Zugang zu Wasser, Nahrung, Medizin, Bildung und lebensnotwendigen Gütern verhindert (ein Überleben in Würde unmöglich machen) zwingen mich dazu, die Entbehrungen und Demütigungen meiner Jugend in Erinnerung zu rufen.

Dieser 100-Jahre lange Prozess der Unterdrückung bedeutet unvorstellbares Leiden für die Palästinenser.“

Dr. Meyer betont auch, dass das Streben nach Gerechtigkeit und einer ethischen Weiterentwicklung, die aus dem Leiden bzw. der Sühne erwächst, Teil der jüdischen (ethischen) Tradition ist:

TESHUVAH – moralische „Umkehr“, sich wieder auf den richtigen Weg begeben, sein Verhalten durch Einsicht ändern (gr.Metanoia). Dies sei aber für alle Menschen (egal welche Religion) entscheidend, da unser moralisches Überleben davon abhängt.

Die Buße durch Brandopfer, wie man sie im Alten Testament findet, bedeutet aber keine Umkehr, keine Wiedergutmachung. Die Sühne müsste vielmehr durch gute Taten und gerechtes Handeln erfolgen:

Doing charity and justice is more desirable to the Lord than sacrifice‘ (Proverbs 21:3).“ (Babylonian Talmud, Sukkah 49)

(Doch ohne Schuldeingeständnis kann es weder Sühne noch Umkehr geben … daher kann der israelische Staat nur immer tiefer in den moralischen Abrund sinken… wie Dr. Kovel richtig erkannte.)

Er stellt auch fest, dass Israel eben (wegen der systematischen Missachtung ethischer Grundregeln des Judentums) kein „Jüdischer“ Staat sei, sondern ein zionistischer Staat. Zionismus jedoch sei das Gegenteil des liberalen Judaismus vor 1945.

„Der politische Zionismus, wie er heute praktiziert wird,  ist xenophobisch, nationalistisch, kolonialistisch und rassistisch. Es ist eine Ideologie, die die größtmögliche Zahl von Palästinensern auf dem kleinsten Stück Land konzentrieren will“.

In seinem Vortrag kritisierte er scharf, dass Benjamin Netanyahu vor der UN die Erinnerung an den Holocaust dazu missbrauchen wollte, einen Angriff auf den Iran zu legitimieren.

ISRAEL – THE GREAT PRETENDER

Israel has not the slightest wish to make peace“

rogue stateAuch dieser Satz stammt von Dr. Meyer und jeder, der den Zionismus analysiert hat, weiß, dass er Recht hat. (Unsere Papageien-Journaille spricht aber immer noch von einem „Friedensprozess“ …den es nie gab). Meyer unterstützt auch die BDS-Kampagne und sagte dazu:

Israel is a world champion at pretending to be an enlightened civilised nation – and nowhere more so than in the realms of academia and the arts. And therefore the BDS campaign, especially in the areas of the cultural and academic boycott, is one of the most effective weapons at our disposal”.

Sein wichtigster Satz wahr wohl dieser:

„However, Israel is dehumanising itself through its treatment of Palestinians, and this will be its downfall.” Israel is de-legitimizing itself by ist crimes against humanity.

DIE UN-MENSCHEN HINTERM ZAUN   

(sind zionistische Israelies, nicht „Hamas-Terroristen“)

Die Einreihung in die Kategorie „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ist nicht übertrieben. Das jüngste Beispiel dafür kann man hier sehen. Der Einsatz von neurotoxischem Gas in Gaza führt zu andauernden, schweren Krämpfen bei einem 14-jährigen (bewusstlosen) Jungen, in Gaza gibt es dafür keine Behandlungsmöglichkeit.

Gaza guineapigs CW

Das Gaza-Ghetto und die besetzte Westbank werden seit Jahren als Versuchslabor für neuartige Waffen benutzt, die Israels beeindruckende Waffenindustrie dann als „erprobt“ („field-tested“) vermarkten kann.

Während Russland für erfundene „Giftgasanschläge“ in Salisbury diffamiert und „bestraft“ wird, kann Israel echtes Nervengift (und verbotene Munition) einsetzen ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Das ist die Perversion der Wirklichkeit, die dank unseren Pressepapageien und heuchlerischen Politikern zur „Normalität“ geworden ist. Sie haben aus dem „Holocaust“, den Verbrechen des Dritten Reiches gegen die Menschlichkeit, nichts gelernt. Das ist eine Schande.

 

Weitere Quellen:

https://www.btselem.org/press_releases/20180515_take_the_finger_off_the_trigger

https://www.btselem.org/publications/summaries/201804_if_the_heart_be_not_callous

https://www.btselem.org/publications/100

http://unctad.org/meetings/en/SessionalDocuments/tdb62d3_en.pdf

https://www.unrwa.org/newsroom/press-releases/gaza-2020-liveable-place

https://off-guardian.org/2018/08/13/the-goal-of-propaganda-is-a-population-that-polices-itself/ (exzellenter Kommentar zur Corbyn-AS-Hetze)

 

P.S. Und was ist das?

Banned Imports Gaza 2018

Das sind Gebrauchsgegenstände, deren Einfuhr nach Gaza Israel aus „Sicherheitsgründen“ untersagt hat ….

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