TERROR-THEATER: Wenn die Polizei Regie führt

Human Rights AT The spectre of the defendants serving a life sentence for a crime that the police manufactured by exploiting their vulnerabilities … is offensive to our concept of fundamental justice.“

Vor zwei Wochen hat der Oberste Gerichtshof von British Columbia (Kanada) ein Urteil gefällt, das bei uns eigentlich Schlagzeilen machen müsste:

Ein „radikal-islamistisches“ Ehepaar, das wegen Planung und (vereitelter) Durchführung eines Terroranschlags zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wurde (nach drei Jahren Gefängnis) frei gelassen und das gesamte Strafverfahren wurde ausgesetzt (stay of proceedings).

Die Richterin, Catherine Bruce, begründete ihre Entscheidung damit, dass die beiden Verurteilten ohne hinterlistige Steuerung durch die Polizei niemals in der Lage gewesen wären, einen solchen Anschlag zu planen bzw. zu begehen. Sie ist nach rund 50 Verhandlungstagen (verteilt auf zwei Jahre) zu der Erkenntnis gekommen, dass die beiden Angeklagten in eine Falle gelockt wurden, die Polizei sie also durch Einsatz von „Undercover“-Agenten dazu ermutigt und befähigt hat, einen Terroranschlag zu begehen.

Die Geschworenen hatten die beiden im Juni 2015 in zwei Anklagepunkten für schuldig befunden: Beteiligung an einem Mordkomplott gegen unbekannte Personen und Besitz bzw. Herstellung von Sprengmaterial zum Vorteil einer terroristischen Vereinigung.

An RCMP photograph of pressure cookers they say two people intended to use as explosive devices is displayed during a news conference to announce terrorism charges in Surrey, B.C., on Tuesday, July 2, 2013. The charges are in connection to an alleged Al-Qaeda-inspired plot to explode a bomb at the B.C. Legislature on Canada Day. THE CANADIAN PRESS/Darryl Dyck

An RCMP photograph of pressure cookers they say two people intended to use as explosive devices is displayed during a news conference to announce terrorism charges in Surrey, B.C., on Tuesday, July 2, 2013.

Vorgelegte Beweise: Drei selbstgebastelte „Kelomat“-Bomben, die sie hinter Büschen vor dem Parlamentsgebäude in Victoria (BC) am 1. Juli 2013 (dem kanadischen Nationalfeiertag) versteckt hatten und jede Menge Audio- und Videoaufzeichnungen, da die Polizei (RMCP) sie vier Monate lang ständig überwacht und durch einen „V-Mann“ (undercover-(police)-officer – UCO) manipuliert hatte.

Die „Bomben“ konnten gar nicht explodieren, weil der darin enthaltene Sprengstoff nur eine Attrappe war (er enthielt nur 1 Gramm C 4), den die beiden „Täter“ von der Polizei selbst erhalten hatten (sie dachten jedoch, der UCO und zwei weitere Polizisten seien wichtige Drahtzieher in einer Terror-Organisation wie „Al Kaida“).

Vor allem die Video-Statements überzeugten die Geschworenen von der Schuld der Angeklagten, doch die Verteidigung kündigte sofort an, Berufung gegen das (vorläufige) Urteil einzulegen, weil ihre Mandanten gar nicht in der Lage seien, so eine Aktion auf den Weg zu bringen.

Nach gründlicher Durchsicht des gesamten Aktenmaterials  ergab sich für die Richterin ein klares Bild, das man vielleicht mit diesen beiden Sätzen aus dem Urteil auf einen Punkt bringen kann:

 „Die Polizei entschied sich dafür, offensiv vorzugehen: (selbst) dafür zu sorgen, dass der Plan zustandekam und dass Nuttall und Korody ihn als ihren eigenen akzeptierten. Die Polizei ließ sich auf eine facettenreiche, systematische Manipulation der Angeklagten ein, um sie zu einem Terroranschlag zu verleiten.“

The police decided they had to aggressively engineer the plan for Nuttall and Korody and make them think it was their own.“ The police engaged in a multi-faceted and systematic manipulation of the defendants to induce them into committing a terrorist offence.

Das Urteil im Originalwortlaut* gibt es hier. 

Bruce Ruling BCSC 1401Mit anderen Worten: Die Polizei hat den versuchten Bomben-Anschlag also selbst „eingefädelt“ und damit das Rechtssystem an sich pervertiert. Das Ersturteil wurde aufgehoben, nicht weil die Angeklagten völlig frei von Schuld waren, sondern weil es durch rechtswidrige Methoden der Polizei zustandegekommen war, die ihre prekäre Situation am Rande der Gesellschaft ausgenutzt hatte.

Wie die Richterin zu diesem schwerwiegenden (moralischen) Urteil kommt, sollten wir uns genauer ansehen, denn die jüngste Serie von Attentaten vermeintlicher „Islamisten“ in Europa, (momentan en vogue: Messer und Machete) sind auch nicht das, was sie zu sein scheinen. Die Rollenverteilung zwischen „böse“ (Täter“) und „gut“ (Polizei u. a. Sicherheitsbehörden) entspricht nicht mehr der politischen Realität.

Außerdem zeigt dieser Fall auf erschreckende Weise, wie durch das inszenierte Terror-Theater die Polizei immer mehr zu einer „Gestapo“ mutiert, die unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ selbst zu einer Gefahr für den Rechtsstaat und die Bevölkerung wird.

DIE ANTI-TERROR-EINHEIT DER POLZEI  MELDET ERFOLG

Jul 2 2013 RCMP press conference Nuttall terror plotAm 2. Juli 2013 hält die kanadische Bundes-Polizei (RCMP) eine Presse-Konferenz  und meldet voller Stolz, dass man einen „home-grown“ Terroranschlag durch „verdeckte Ermittlungen“ verhindert habe.

Die „Sicherstellung“ von drei selbst-gebastelten Bomben und mehr als 100 Stunden Video-Aufzeichnungen dienen als Beweis für das Aufdecken einer „Terror-Zelle“, die dank der unermüdlichen Polizeiarbeit infiltriert und schließlich „unschädlich“ gemacht wurde.

Verhaftet wurden am 1. Juli  John Nuttall (38) und Amanda Korody, 29 Jahre alt. Sie wurden – wie schon erwähnt – im Juni 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Schaut man sich (nur) dieses Video an, lässt man sich leicht von der Schuld der beiden überzeugen:

Doch es steckt viel mehr hinter diesen „Videos“ als wir zu sehen bekommen … Inzwischen wissen wir, dass die Polizei das Verbrechen selbst arrangiert hat. Schauen wir uns an, wie alles begann:

PROJECT SOUVENIR

Im Oktober 2012 erhielt die Polizei in Vancouver eine Meldung über gefährliche, „extremistische“ Äußerungen eines Mannes, der vor kurzem zum Islam übergetreten war. Er habe mehrfach angekündigt, dass er nach Afghanistan gehen wolle, um dort „den heiligen Krieg“ zu führen. Der Zeuge gab weiters an, er glaube, der Mann habe auch psychische Probleme.

Die RCMP (kanadische Bundespolizei) schaute sich den Fall an und kam zum Schluss, dass der Mann im  Grunde harmlos war und keine weitere Untersuchung erforderlich sei.

Im Jänner 2013 traf sich der RCMP-Polizeichef mit dem örtlichen Vertreter des CSIS (die kanadische Version des „Verfassungsschutzes“ in Deutschland, also der Inlands-Geheimdienst), der ihn davor warnte, dass dieser Mann gefährlich werden könnte, indem er möglicherweise andere als „Djihadisten“ rekrutiert,  die später in Kanada gewalttätig werden. Woher diese „intelligence“ kam, sagte er nicht.

Wenige Tage später wurde die geschlossene Ermittlungsakte wieder geöffnet und eine Überwachung des Mannes (John Nuttall) angeordnet, um festzustellen, ob er in kriminelle Aktivitäten verwickelt sei bzw. eine „nationales Sicherheitsrisiko“ darstellt.

John Nuttall 1Im Februar 2013 kam ein Anruf von der RCMP Zentrale in Ottawa, in dem der örtliche Polizeichef erfuhr, dass der Mann (John Nuttall- Bild) verdächtigt werde, sich Sprengstoff-Material besorgen zu wollen. (Auch diese Info kam von der CSIS). Dieser Befund wurde auch schriftlich festgehalten, in einem sogenannten „advisory letter“.

Ab diesem Zeitpunkt wurde er von zwei Sicherheitsbehörden ständig kontrolliert und manipuliert: der CSIS (Geheimdienst) und der RCMP (Polizei).

Doch die RCMP hat nie überprüft, ob diese Anschuldigung berechtigt war. Sie hat NIE in seinem Bekanntenkreis, unter Nachbarn, in der Umgebung, in Läden, wo er einkaufte, etc. eine Befragung durchgeführt, um die Verdachtsmomente (er versuche, Material für „Terror-Zwecke“ zu kaufen) zu verifizieren oder zu entkräften.

Der Teamleiter, Sergeant Kalkat sagte dazu später vor Gericht, der Polizeichef habe ihm damals gleich gesagt „es gibt derzeit keinerlei Beweise dafür, dass Nuttall eine akute Bedrohung darstellt oder kriminelle Handlungen begeht“.

Am 21. Februar 2013 wurde die Überwachung durch ein Spezial-Team der Polizei eingestellt, weil es eigentlich NICHTS zu berichten gab (was die „nationale Sicherheit“ oder Planung einer Straftat betraf) und dieses Team anderswo dringender gebraucht wurde. Trotzdem blieb Project Souvenir eine nationale Priorität für die E-INSET Division (Terror-Bekämpfung) der RCMP in Ottawa. Warum?

Das einzige „belastende“ Indiz waren also seine „extremistischen Äußerungen“ im Kontext des Islam. Der Mann wurde also wegen seiner Gedanken als „Gefahr“ eingestuft … (mehr dazu weiter unten).

HINTERGRUND-INFORMATIONEN

John Nutall wuchs in Kinderheimen auf, spielte als Teenager in Punk-Bands und begann, Drogen zu nehmen (Kokain, Heroin).

Er wurde mehrfach (1995, 1996 und 1997) verurteilt wegen Raub, Körperverletzung etc. meistens um sich Geld für Drogen zu besorgen.

Die letzte, registrierte Straftat beging er im März 2003 (Raub) wofür er 18 Monate auf Bewährung bekam. Zwischen 1995 und 2010 hatte er ständig mit der Polizei zu tun: meistens wegen Drogen, Alkoholismus oder Störung der öffentlichen Ordnung.

Polizeiakten aus den Jahren 2002/3 enthalten Hinweise auf eine möglicherweise notwendige Einweisung in die Psychiatrie (Mental Health Act). Nuttall habe wegen seiner Drogensucht die „Kontrolle über sich“ verloren, zeige irrationales, aggressives Verhalten und außerdem leide er an den Spätfolgen einer Schädeltraumas. Er hatte offensichtliche Probleme mit dem Sprechen (sehr langsam), kognitive Ausfälle und Gedächtnisstörungen (Folgen der Drogensucht – Heroin, dann Methadon), beide rauchten zusätzlich Cannabis, die Frau nahm auch noch legale Drogen gegen Angststörungen mit schweren Nebenwirkungen ).

Nuttall Korody kitchen messIn den Jahren 2009 und 2010 waren Nuttall (und seine spätere Frau) obdachlos. Beide hatten keinen Reisepass, kein Auto und keinen Führerschein. Sie lebten von der Sozialhilfe und hatten gerade genug Geld, die Miete und das Essen zu bezahlen. (Sie hatten nicht einmal ein Bett, nur eine Matratze, in der Wohnung sah es furchtbar aus – siehe Bild oben – die zugemüllte Küche).

DIE  „ANTI-TERROR“- ERMITTLUNGEN

Seit 16. Februar 2013 wurden alle Telefonate von Nuttall und seiner Frau überwacht und natürlich auch seine „Kontakte“ überprüft. Nichts davon war mit kriminellen Taten in Verbindung zu bringen und es gab auch keinerlei Hinweise auf irgendwelche Absichten oder Pläne, solche zu begehen.

Interessanterweise wurden aber ZU KEINER ZEIT die Internet-Aktivitäten der Angeklagten überwacht (auch nicht „social media“), obwohl in den Medien ständig von einer „Selbst-Radikalisierung“ gewisser Personen, gerade über das Internet, die Rede war (und ist). Erst nach ihrer Verhaftung wurden ihre Online- Kontakte überprüft und nichts gefunden, was sie mit „Terror-Netzwerken“ oder radikalen Seiten  in Verbindung bringen konnte.

Trotzdem fiel im Februar die Entscheidung in der RCMP, einen „Operations-Plan“ zu genehmigen, um die „Terror-Verdächtigen“ weiter zu überwachen, dieser wurde im Mai 2013 verlängert. Zu diesem Zeitpunkt war aber keine Rede davon, dafür „V-Leute“ (UCOs) zu verwenden, die sich als Mitglieder einer Terror-Gruppe ausgeben würden.

Als offizielles Ziel der Ermittlungen wurde folgendes angegeben:

Glaubwürdige und gerichtsverwertbare Beweise dafür zu finden,

  • ob (dass) die Verdächtigen dabei sind (oder beabsichtigen), Handlungen zu begehen wie sie im Paragraph 83.02 des kanadischen Strafgesetzbuches beschrieben sind: (Materielle Unterstützung für Terroristische Handlungen)
  • (bzw. festzustellen) ob John Nuttall Kenntnis von oder Beteiligung an kriminellen Handlungen nachzuweisen ist, die mit nationalen Sicherheitsinteressen in Verbindung stehen …

Um das zu bewerkstelligen, war anscheinend der Einsatz eines „V-Mannes“ (UCO) nötig, der sich als Mitglied einer terroristischen „islamistischen“ Bruderschaft ausgab. Diese „unkonventiollen“ Polizeimethoden wurden alleine dadurch gerechtfertigt, dass Nuttall „radikal-islamistische“ Tendenzen gezeigt habe.  (Wir kommen noch darauf zurück)

Der UCO würde sich durch eine Reihe geplanter manipulativer „Szenarien“ das Vertrauen von Nuttel erschleichen, ja dafür sorgen, dass er ihn als spirituellen „Bruder“ betrachtete.

Etwa Mitte Mai 2013 wurde das Projekt von der Zentrale genehmigt und ein Polizist für den Under-Cover Einsatz bestimmt obwohl. Er wurde ausgewählt, weil er auch Muslim war und „arabisch“ aussah..

Er nahm also Kontakt auf, stellte sich zunächst als „arabischer Geschäftsmann“ vor, der Sympathie für IS & Co. hatte und solche Gruppen auch finanziell unterstützte. Er bestärkte Nuttall in seiner naiven Vorstellung vom „Jihad“ und versuchte, alle moralischen Zweifel zu beseitigen, die Nuttall immer wieder äußerte (ob es Allah wirklich gefiele, unschuldige Menschen zu töten …).

john-nuttall-amanda-korodyDoch Wochen vergingen und das „Zielobjekt“ (Nuttall) zeigte wenig Bereitschaft, seine hochtrabenden Fantasien vom „Heiligen Krieg“ in die Tat umzusetzen. Der leitende Sergeant (Kalkat) verlangte, dass der UCO „aggressiver“ an die Sache heranging, er solle „mehr Input“ liefern, aktiver sein, um den Verdächtigen zu konkreten Taten zu bewegen.

Wie oben erwähnt, gab es keinerlei Hinweise, dass die beiden verarmten Junkies wirklich einen Anschlag begehen wollten. Als Kalkat vor Gericht befragt wurde, warum er glaubte, sie seien trotzdem ein „Sicherheitsrisiko“), antwortete er, Nuttall habe einen Blog unter dem Namen „Muhammad“ registriert und seine Frau trug doch den „hijab“ (schwarzen Schleier).

Dazu die Richterin wörtlich: „Apparently Sgt. Kalkat associated terrorism with adherence to the Islamic faith in general.“

Alleine das Bekennen zum Islam (und die Einhaltung bestimmter Regeln) ist also Grund genug, jemand als „Terrorist“ zu verdächtigen.

Und das, obwohl die kanadische Polizei selbst die „religiöse Karte“ auf perfide Weise ausspielte.  Dazu die Richterin:

From the outset of the undercover operation, Sgt. Kalkat pushed for Officer A to assert his superior knowledge of the Islamic faith during the scenarios with Mr. Nuttall and to use his knowledge of the religion as a means of controlling and directing Mr. Nuttall’s behaviour“.

Er missbrauchte also die Religion als „Werkzeug“, um „das Verhalten von Mr. Nuttall zu kontrollieren und zu steuern“.

Nuttall zeigte ein naives, kindliches Verhalten gegenüber dem UCO von Anfang an. Dieser warnte ihn davor, niemals gegenüber Fremden über solche Dinge zu sprechen, aber ließ ihn in dem Glauben, er teile seine Einstellung zum „heiligen Krieg“ (Gewalt wird durch die Religion legitimiert), damit seine Rolle „überzeugend“ war. Ein weiterer Polizei-Offizier gab sich am Telefon ebenfalls als „Terror-Bruder“ aus, damit Nuttall den Eindruck gewann, der UCO sei Mitglied einer größeren Organisation (wie „Al Kaida“etc.) und habe schon „Erfahrung“ in solchen Angelegenheiten. Später wurde ihm noch ein dritter UCO vorgestellt, der sich als kampferprobter „Mujahedeen“ ausgab (Krieger in Afghanistan).

Mehrere Polizisten sagten vor Gericht aus, das grundlegende Ziel war, Nuttall davon zu überzeugen, dass sie Teil einer großen, internationalen Terror-Gruppe waren.

DAS MOTIV

Ich habe schon zweimal erwähnt, dass es die angeblich „radikal-islamistischen“ Tendenzen waren, die Nuttall zur Gefahr für die öffentliche Sicherheit werden ließen. Doch was hatte er wirklich gesagt? Man stellt sich das übliche PR-Klischee vor: Errichtung eines Kalifats und Einführung der Sharia, Hass auf alle Ungläubigen, religiöser Fanatismus … etc.

(Hier muss ich  betonen: Beide „Verdächtigen“ sind kanadische Staatsbürger, sie haben keinen „Migranten“-Hintergrund und haben auch nichts mit arabischen Ländern zu tun.) Sie waren erst vor einem Jahr zum Islam übergetreten (wo, warum und wie das passierte, bleibt ein Rätsel, aber es besteht der begründete Verdacht, dass auch hier der CSIS eine entscheidende Rolle spielte …)

WEIT GEFEHLT. Wie im Urteil zu lesen ist, ging es um etwas völlig anderes.

palestine 6Die ursprüngliche Quelle seiner „Aggression“ war Wut und moralische Empörung über das Schicksal der Palästinenser. (Dazu habe ich ja schon dutzende Artikel geschrieben). Das brutale Besatzungsregime Israels, die unzähligen Verbrechen der zionistischen Regierung (und fanatischer Siedler im Westjordanland) seit Jahrzehnten, die gezielten Bomben-Massaker im Freiluft-Gefängnis Gaza, all das bleibt folgenlos; niemand wird zur Rechenschaft gezogen (dank den USA als Schutzmacht Israels und ihrem „Schoßhündchen“ EU) und das gigantische Unrecht geht weiter.

War is PeaceIm Gegensatz dazu wird der bewaffnete Kampf gegen diesen Staats-Terror Israels natürlich massiv verurteilt und es ist sonnenklar, dass Israel ein Rieseninteresse daran hat, diesen politisch-motivierten Widerstand mit dem religiös verbrämten, irrationalen „Terrorismus“ (der uns angeblich alle bedroht) in einen Topf zu werfen. Genau das passiert ja auch.

Durch den „War on Terror“ (der durch die inszenierte 9/11 PSYOP legitimiert wurde) nahm sich die USA ja das Recht heraus, von nun an in allen Ländern (die nicht gehorsam sind) Muslime anzugreifen (offen oder verdeckt) und zu töten, eben unter dem Vorwand der Terror-Bekämpfung.

lady-liberty-bloodSeitdem sterben Muslime massenhaft (und auf grauenvolle Weise) in Afghanistan, in Pakistan, im Irak, in Libyen, in Syrien (dort auch Christen), im Yemen, usw. Es ist also in Wahrheit ein „War of Terror“.

Diese Massaker (und absichtliche Zerstörung des kulturellen Erbes) sind Grund genug, „aggressiv“ zu werden, soll heißen, man wünscht sich, dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen und hart bestraft werden.

Wir wissen aber, dass das nicht passiert, deshalb ist ein leichtes, bei dafür empfänglichen Menschen, diese Frustration und Wut (über das Unrecht) so zu kanalisieren, dass sie in Gewalt umschlagen. Die Religion dafür zu benutzen, ist ja nichts neues – man denke nur an die Rolle der katholischen Kirche bei der Legitimation staatlicher Gewaltorgien gegen Nicht-Christen über Jahrhunderte hinweg.

Jüdische "Siedler" Westbank ... diese "religiösen Extermisten" sind kein Thema ...

Radikale Jüdische „Siedler“ in der Westbank … diese „religiösen Extremisten“ sind kein Thema in den Medien …

Auch den jüdischen, gewalttätigen „Siedlern“ im Westjordanland sagt man, das sei alles „Gottes Wille“ … also keine moralische Verantwortung für ihre Verbrechen…

Es war also nicht der Islam, der Nuttall zu seinen „extremistischen“ Äußerungen bewog, sondern die politische Gewalt des Westens gegen Muslime in anderen Ländern und die Tatsache, dass die kanadische Regierung sich ebenso „bedingungslos“ hinter den Schurkenstaat Israel stellt, wie die Regierung in Washington. (Kanada macht auch in Afghanistan mit).

Natürlich ist das keine Rechtfertigung für einen Bombenanschlag, aber der Fokus auf den Islam (und dessen Anhänger) als prinzipielle „Gefahr“ für die Staatssicherheit ist völlig irreführend. (Da wäre der subversiv agierende Zionismus ein viel passenderer Kandidat)

Nutall erwähnte in einem „Szenario“ am 3. März, dass Hamas Qassam-Raketen im Kampf gegen Israel einsetzte. Er sagte, er habe einen Plan, diese Raketen zu bauen um damit eine symbolische Botschaft für die Rechte der Palästinenser zu senden (er wollte sie „über das Regierungsgebäude in Victoria schießen“ und dass der UCO ihm das dafür notwendige Material besorgt. Dieser sagte ihm neuerlich, er solle vorsichtig sein, wem gegenüber er von diesen Plänen sprach.

Zu seiner politischen Motivation (und moralischen Perspektive) stach mir ein Satz der Richterin aus dem Urteil ins Auge:

At the end of this scenario, Officer A gave Mr. Nuttall $100 because it became apparent that he had given away his last dollar to a street person who claimed to be from Palestine.“

DIE MANIPULATION

Um seinen Gehorsam und sein Vertrauen gegenüber dem UCO zu testen, wurde ihm aufgetragen, Pakete abzuholen und an einen anderen Ort zu bringen, oder Leuten zu übergeben, ohne zu wissen, was sich darin befand. Ihm wurde dabei suggeriert,  es sei ein „gefährlicher Job“ und er könne damit demonstrieren, dass er für weitere, geheime Aktivitäten geeignet sei. Die Polizei zahlte ihm dafür 200 Dollar. Sein Glaube, er habe (durch den UCO) Zugang zu kriminellen Ressourcen, die man für Terror-Aktivitäten im Rahmen des „heiligen Krieges“ braucht, wurde weiter gestärkt.

Die Polizei gab ihm (nur für den „Job“) ein „sicheres“ Mobiltelefon, Busfahrkarten, Geld für Lebensmittel und Zigaretten, zahlte Hotel-Rechnungen, etc. Seine Abhängigkeit (in psycho-sozialer Hinsicht) wurde ständig größer. Da ihnen gesagt wurde, (im Kontext der „Loyalität“) sie sollten sich von anderen fernhalten und niemand vertrauen (außer dem UCO), isolierten sich die beiden immer mehr. Als dieser sich zwei Wochen lang nicht meldete, wurde Nuttall extrem unruhig. Er fühlte sich „im Stich gelassen“ und war froh, als sein „Glaubens-Bruder“ wieder mit ihm Kontakt aufnahm.

Sergeant Kalkat ordnete an, dass der UCO „mehr Kontrolle über die Gespräche mit Nuttall ausüben“ und ihn immer wieder an seinen „Plan“ erinnern solle nach dem Motto: Ist das alles nur Gerede oder meinst Du es Ernst?

Dass Nuttall „geistige Defizite“ hatte, wird deutlich, wenn man seine irrwitzigen „Pläne“ näher betrachtet: So wollte er (alleine) „ein Atom-U-Boot kapern“ und die „Welt damit erpressen“, eine Militär-Basis mit einem Gewhr stürmen und – wie schon gesagt – Qassam-Raketen bauen, um dem Parlament eine „Botschaft“ zum Thema Palästina zu übermitteln.

Er  wollte, dass ihm der UCO eine Waffe beschafft und ihm entsprechendes „Training“ organisiert. Dieser vertröstete ihn zwar jedesmal, ließ ihn aber in dem Glauben, er könnte jederzeit solche Waffen besorgen.

Inzwischen bemühten sich die Polizisten der RCMP, die Glaubwürdigkeit des UCO als „Djihadist“ zu erhöhen und zogen deshalb Experten zu Rate, die sich mit echten „Gotteskriegern“ auskannten. Dazu suchten sie nach Versen aus dem Koran, die sich mit „Djihad“ befassen.

Prof Safi RMCP radicalized himEin Islam-Wissenschaftler sagte vor Gericht, dass in einigen dieser Koran-Verse klar zum Ausdruck gebracht werde, dass das Töten von Unschuldigen eine große Sünde sei.

DIE MORALISCHEN SKRUPEL

Nuttall hat immer wieder genau solche Zweifel geäußert, ob Allah ihn nicht bestrafen werde, wenn er unschuldige Menschen tötet.

Daraufhin hat ihm der UCO entgegnet: Wir kontrollen nicht unser Schicksal, es ist Allah. Wenn es passiert, ist es Allah’s Wille … folge Deinem Herzen ..und lass es geschehen …“.

Damit wurde dem „Zielobjekt“ suggeriert, er habe ohnehin keine Kontrolle über sein Schicksal … und damit keinen eigenen Willen. Man wollte seine moralische Empörung über das Unrecht, das tausende Muslime erleiden, in echte Gewaltbereitschaft umformen und hat dazu seinen Glauben missbraucht.

Nach dem Meeting am 3. April ließ ihn die Polizei wieder „schmoren“ und Nuttall rief den UCO ständig an wobei klar wurde, wie abhängig er von ihm war. Er sagte (Mailbox) „Bruder, ich denke jede Minute an Dich und bete für dich …“ Er versprach ihm, dass beide „alles tun würden“, was er von ihnen verlangte.  Er fragte den UCO in allen möglichen (sehr privaten) Dingen um „religiösen“ Rat, so etwa, ob er sich die Schamhaare rasieren müsse, bevor er in den heiligen Krieg zog.

Wie sehr Nuttall auf den UCO fixiert war, lässt sich auch aus dessen Notizen erkennen: „Wir hatten eine allgemeine Konversation über Religion und er sagte, er wolle mein „Jünger“ werden. (!)

Kurz darauf drängte Kalkat darauf, die „Szenarios“ so zu planen, dass dadurch auch Beweise für kriminelle Taten entstünden. Der UCO solle „mehr Kontrolle“ über die Aktionen von Nuttall bekommen. Dazu schlug er vor, ihm Geld für den Kauf einer Waffe zu geben und schon einen Tag („D-Day“) festzulegen, an dem Nuttall verhaftet werde. Weiters könnte ihm die Polizei ein „safe house“ zum Bauen der Bombe geben und ihn dazu bringen, ein Video über die bevorstehende Tat zu machen.

july-29-2016-john-nuttallIn privaten Gesprächen mit dem UCO erzählte Nuttell von seiner Drogensucht und dass er als brutaler Schuldeneintreiber im Drogenmilieu  gearbeitet hatte. Doch seit er zum Islam konvertiert sei, habe sich sein Leben total geändert, er habe jetzt keine finsteren Gedanken mehr, Menschen zu töten oder sie leiden zu lassen.

Am 26. April ging der UCO mit Nuttall „einkaufen“: er kaufte ihm einen Anzug, Hemden und Schuhe. Er gab ihm 200 Dollar für den Kauf einer Festplatte, die man verschlüsseln konnte. Er sollte darauf seinen „Plan“ für den Djihad speichern (damit sie ihn später als Beweis gegen ihn  vorlegen konnten). Der UCO wies ihn an, seine Dateien auf dem USB-Stick mit einem Password zu sichern, aber er hat es nie getan.

Ab 3. Mai 2013 wurden alle Gespräche der Angeklagten mit den Undercover-Polizisten z.T. live mitverfolgt, aufgezeichnet und schriftlich festgehalten.  Die oberen Chargen der Polizei machten sich nicht die Mühe, diese selbst zu überprüfen, sondern ließen sich vom UCO ein „briefing“ geben. Am gleichen Tag trafen sich die Chefs der Sicherheitsbehörden um sich einen Überblick über die „Operation“ zu verschaffen. Kalkat meldete, dass es keine Bedenken wegen Gefährdung der Öffentlichkeit gab und dass der UCO „complete control“ über die Zielperson (Nuttall) hatte.

Dieser hatte dem gutgläubigen Nuttall gesagt, er sei jetzt ein „Mujahedeen“ und bereit für den „Djihad“. Nuttall  war stolz und faselte davon, einen Zug zu entführen, um die Freilassung eines Gefangenen in Guantanamo zu erzwingen (!).Der UCO sagte ihm, der Lebenszweck für jeden Muslim sei, als Märtyrer zu sterben … später behauptete er, er habe eine Liste von 100 kanadischen Soldaten um die er sich schon „kümmern“ werde, weil sie Muslime in Afghanistan getötet hatten.

Während einer längeren Fahrt im Auto erzählte Nuttall, er sei zwei Jahre wegen GBS paralysiert gewesen. Insgesamt habe er vier Jahre im Rollstuhl verbracht. Doch sein „Plan“ für einen Anschlag war noch immer nicht vorhanden, stattdessen entwarf er absurde Szenarien, die völlig unrealistisch waren. Der UCO wurde ungeduldig und rügte ihn, weil er solange brauchte. Schließlich gab er Nuttall Tipps für den Plan, worüber dieser sehr erfreut war, denn er dachte ja, der UCO sei ein „erfahrener Terrorist“.

Auf der Rückfahrt redete Nuttall ununterbrochen. Er sagte, er habe die Nacht davor mit einem US-Soldaten im Internet diskutiert und ihm gesagt „Frieden ist möglich, und dann gäbe es keinen Terrorismus mehr, wenn alle fremden Soldaten den Nahen Osten verlassen und aufhören, Israel zu unterstützen.“

 („peace could be achieved and there would be no more terrorism if all the foreign soldiers left the Middle East and stopped supporting Israel)

RCMP emblem 2Sergeant Kalkat (RCMP) drängte immer mehr darauf, „mehr Realismus“ in die Szenarien zu bringen, im Sinne von „islamistischen Extremismus“. Er gab dem UCO Anweisungen, sich „mehr wie ein echter Terrorist“ zu verhalten und aktive Schritte zur Erstellung eines machbaren Plans zu unternehmen. Die Polizisten waren sich einig, dass – wenn man Nuttall nur genug Geld geben würde – er ein „Terrorist“ würde. Die Rechtsberaterin der Polizei sagte dazu, kleine Geldbeträge seien kein Problem, das könne nicht als „Anstiftung“ gewertet werden.

Bei der nächsten Besprechung betonte der Polizeichef, es sei jetzt wichtig, Nuttall zu einem „machbaren“ Plan zu bewegen und Kalkat zeigte sich optimistisch, dass wir „innerhalb der nächsten zwei Monate genug Video-Beweise haben, um ein Strafverfahren einzuleiten“. Nur ein Polizist warnte am 8. Mai davor, dass mit diesen Methoden die Polizei (selbst) Nuttall „zu einem Terroristen machen würde“, wozu er alleine nicht fähig wäre:

„ … At this stage, however, the target may come back with another plan SIMPLY BECAUSE WE TOLD HIM TO. This would be coercion at best, and at worst IT WOULD BE US MAKING A TERRORIST OUT OF SOMEONE who might not otherwise be.“

Der gleiche Polizist drückte auch seine Besorgnis darüber aus, dass Nuttall doch psychische Probleme hätte.

Am 10. Mai wurde das nächste „szenario“ (eine Art good cop – bad cop show) durchgespielt: der UCO erzählt Nuttell, dass seine geplante Entführung eines Passagierzuges auf Vancouver Island ein Witz sei, weil dieser nur mehr Güter transportiert. Dazu schreibt die Richterin:

Der OCU verwirrte Nuttall mit seinen widersprüchlichen Aussagen. Zuerst schrie er ihn an und sagte sein Partner sei böse, weil der Plan so bescheuert sei. Sein Versagen hätte ihn selbst in eine sehr peinliche Lage gebracht, da er für ihn gebürgt habe. Er hämmerte ihm ein, dass er jetzt nicht mehr zurück könne.

Doch als Nuttall sagte, er befürchte, dass ihn der OCU jetzt umbringen werde, lachte dieser und sagte, das sei absolut nicht geplant.

Schließlich betonte er, dass Nuttell nur dann mitmachen könne, wenn er einen gut überlegten, machbaren, realistischen Plan vorlegt. Er riet ihm, das Internet zu nutzen, um dafür Recherchen zu machen. Nuttell fing wieder von seinem Raketen-Plan an, doch der UCO sagte, das sei nicht machbar. Nuttall antwortete, er sei kein General und könne diese Art von Planung nicht bewerkstelligen. Er war jetzt sehr erregt und bat den UCO, ihm einen spirituellen Berater zu suchen, der ihm sagen könne, ob das Töten unschuldiger Menschen (samt Selbstmord) mit dem muslimischen Glauben vereinbar sei.

Der UCO erwiderte, er wisse doch schon, was der Glaube von ihm verlange. Er habe schwerwiegende Zweifel an dem Vorhaben, die seine Seele in Gefahr brächten. Darauf der UCO: du kannst doch mich fragen ….

Damit hat der UCO seine polizeilichen Befugnisse weit überschritten und hätte sich jemand aus der Führungsriege das Audio-Tape angehört, wäre klar gewesen, dass Nuttall keinesfalls erpicht darauf war, andere Menschen „für den Glauben“ umzubringen. Im Gegenteil, er hatte enorme moralische Bedenken. Dazu die Richterin:

„Nuttall was expressing reticence and UNCERTAINTY ABOUT ANY INTENDED ACT OF VIOLENCE AGAINST NON-MUSLIMS, AND IN PARTICULAR, INNOCENT CITIZENS.

DIE POLIZEI BEGEHT SELBST EIN VERBRECHEN

Polizei LegoDass ein Under-Cover Polizist, in dieser kritischen Situation, unter dem Deckmantel der Religion Nuttals Zweifel und sein Zögern (ein schweres Verbrechen zu begehen) ausräumen will, um ihn zu einer Straftat zu animieren, ist eindeutig ein schwerer Verstoß gegen jedes Rechtsempfinden und ein Missbrauch der Polizeimacht.

In der Gerichtsverhandlung wurde ein Video gezeigt, in dem der Undercover-Polizist zu ihm sagt:

“Im here to make what you have in your head become true, what you want in your heart to be reality.

Nuttall wird jedoch weiter bedrängt, einen Terror-Plan zu erstellen und der UCO sagt ihm, wenn der Plan gut sei, werde er ihn finanzieren und sich um die Logistik kümmern. Der ständige Druck ist zu viel für den psychisch labilen, drogen-gescädigten Mann: er bricht in Tränen aus. Der UCO beruhigt ihn damit, sie werden es zusammen machen, in „kleinen Schritten“.

Nuttall sagt, er brauche Anweisungen von ihm und fragt, was er bis zu ihrem nächsten Treffen tun solle. Er bekräftigt neuerlich, dass er keinen „Djihad“ machen werde, wenn ihm nicht ein religiöser Gelehrter erklärt, ob Töten wirklich erlaubt sei:

Significantly, Mr. Nuttall said that he was not going to carry out any jihad until he had the spiritual guidance he was looking for in regard to whether killing was prohibited or permitted by the faith.

Auch andere Barrieren zur Terror-Plan-Erstellung werden von der Polizei beseitigt: Nuttall weigert sich, im Internet nach inkriminierendem Material zu suchen, ohne „sichere“ Verbindung. Es ist der UCO, der ihm die TOR-Software zeigt, damit er seine IP-Adresse verbergen kann.

Als nächstes fährt die Polizei die beiden „Täter“ nach Victoria, um sie zu einem konkreten Plan zu inspirieren und damit sie dort „Aufklärung“ betreiben können. Aber dabei kommt auch nicht viel heraus.

Es war eindeutig, dass Nuttall ohne die ständige Anleitung und psychische Manipulation des UCO nie zu einem konkreten „Terror-Plan“ fähig wäre.

Zwei der ranghohen Polizisten dachten deshalb darüber nach, ob es nicht besser wäre, das ganze zu beenden und eine sogenannte „De-Radikalisierung“ einzuleiten (mit Konsultation eines Psychologen). Doch Sergeant Kalkat und der UCO waren dagegen und vertraten die Ansicht, Nuttall sei nicht „mental“ behindert.

Schließlich wollte Kalkat einen anderen Polizisten (Muslim) dazu bringen, sich gegenüber Nuttall als Islam-Gelehrten auszugeben, doch dieser wollte dabei nicht mitspielen.  Der UCO bestärkte aber weiterhin den zögerlichen „Djihadi“ darin, einen Anschlag zu planen.

Es ist klar zu erkennen, dass die Polizei die labile „Zielperson“ gelenkt und damit zu einer schweren Straftat verleitet hat.

Nuttall spricht Mitte Mai noch immer von seinen „Raketen“, dem Atom-U-Boot usw. und betont, er brauche zur Umsetzung dieser grandiosen Fantasien einen Lehrgang über Sprengstoff. Der UCO stimmt zu, ihm beizubringen, wie man Bomben bastelt.

Doch Nuttall hatte massive Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, er vergaß Dinge, die man ihm vor zwei Minuten gesagt hatte. Und das sollte der „Mastermind“ einer Terror-Operation sein? Er hatte eine Riesenangst davor, dass man von ihm erwarten würde, Anordnungen zu erteilen und wollte doch selbst nur Anweisungen ausführen.

Er sagte dem UCO, er wolle „kein General sein, der sich alles ausdenken müsse“. Dieser antwortete, er werde ihm schon dabei helfen, die Inkonsistenz seines Planes zu überwinden und nötigenfalls weitere „Brüder“ hinzuziehen. Nuttall war überzeugt davon, dass diese niemals Anweisungen von einem wie ihm akzeptieren würden.

Seine ständige Suche nach religiösem Beistand wurde von der Polizei abgeblockt: er dürfe nicht den Imam einer Moschee fragen, wegen der vertraulichen Beziehung zum UCO und ihren geheimen Plänen für den „Djihad“.

Am 21. Mai erzählte Nuttall dem UCO, er habe eine Beinah-Todeserfahrung gemacht, nachdem er versehentlich Ameisengift konsumiert hatte (?). Er konnte sich nicht mehr bewegen, verlor die Sehkraft und hatte große Schmerzen. Er habe jedoch nicht 911 anrufen können, weil der Koran es verbiete, jemand um Hilfe zu bitten, der sich über seine Religion lustig macht (!). Stattdessen riefen sie die Vergiftungszentrale an, die ihnen sagte, sie sollten viel Wasser trinken. Er sei immer noch sehr krank.

Am gleichen Tag wird das Projekt „Souvenir“ von der Zentrale der RCMP bis 31. August 2013 verlängert.

BC Legislature Victoria 1Nuttall hatte es mittlerweile nicht einmal geschafft, sich eine Karte vom „Zielgebiet“ zu besorgen. Der Trip nach Viktoria (zur „Ausforschung“ des Zielortes vor dem Parlamentsgebäude – Bild) wurde zur Gänze von der Polizei organisiert und finanziert. Nuttall schlief fast die ganze Zeit und musste sich von der Vergiftung erholen, während sich seine Frau häufig übergeben musste. (Clonazepam-Effekt)

Auf der Fahrt nach Viktoria beginnt Nuttall plötzlich über den britischen Imperialismus zu diskutieren und kommt zu der Schlussfolgerung, dass „diese Vergeltungs-Anschläge eigentlich nicht viel für die Muslim-Gemeinde  bringen würden

(Es folgt Teil 2 …. )

 

terror factoryWie in den USA solche verdeckten Operationen mit Informanten (durch das FBI) ablaufen, kann man hier nachlesen (basierend auf Insider -Wissen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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