DIE TERROR-ILLUSION oder (Terror on demand)

Am Donnerstag war wieder autistisches Polit-Cabaret der besonderen Art im ZDF zu sehen: Maybrit Ilner stellte (angesichts der Attentate von Paris) wieder einmal die naive Frage: Tun wir genug gegen den Terrorismus?

accept war goeringDie viel wichtigere Frage ist aber: Woher kommt der „islamistische Terror“? Wer hat ihn ermöglicht, finanziert und zu welchem politischen Zweck? Und ist er überhaupt echt? (Der Quatsch, es handle sich dabei um spontan entstandene Horden „fanatischer Islamisten“, die den Westen hassen und mit skrupelloser Gewalt ein weltweites Kalifat errichten wollen, glaubt ja nur ein Idiot)

cover-RoundedUpDer „War on Terror“ ist die größte, politische Scharade, die man der Welt seit Anfang der 1990er Jahre präsentiert hat. Eine psychologische Meisterleistung und eine gefährliche Illusion, die so fest in die Köpfe des Publikums eingepflanzt wurde, dass man sie schwer wieder zerstören kann.

(Wie man mit Stigma-Wörtern wie „Verschwörungstheorie“ versucht, die Entlarvung zu verhindern, habe ich ja schon erläutert – siehe Wiki at War …)

Doch es gibt genügend Beweise dafür, dass alles (wie die Terroranschläge in den 1970er und 80er Jahren in Europa) eine perfide Inszenierung ist, man muss nur danach suchen. Einige davon werden hier beschrieben: (Auf den Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gehe ich später noch ein)

DER  KONSTRUIERTE „TERROR“

HRW Terror Illusion DeutschIm Juli 2014 veröffentlichte Human Rights Watch einen alarmierenden Bericht, der zeigt, wie sehr die zivilen Rechte und die Rechtsstaatlichkeit (an sich) nach “911“ vor allem gegenüber Muslimen mit Füßen getreten werden, damit die „Terrorgefahr“ als real wahrgenommen wird. Der Inhalt des Berichts kann mit diesen Worten zusammengefasst werden:

Die US-Regierung sagt den Amerikanern, dass sie für Sicherheit sorgt, indem sie Terrorismus innerhalb der USA verhindert und verfolgt“. Aber wenn man genauer hinsieht, wird klar, dass viele der vermeintlichen Terroristen nie ein Verbrechen begangen hätten, wenn die Strafverfolgungsbehörden sie nicht dazu ermutigt, gedrängt und manchmal dafür bezahlt hätten.“                                                                                                                                   Andrea Prasow, HRW

false terror plotsDas FBI unterhält tausende „Informanten“, deren offizielle Aufgabe darin besteht, Terroranschläge zu verhindern. Doch wie der HRW-Bericht offenlegt, werden sie dazu benutzt, meist junge, muslimische Männer zu Anschlägen zu verleiten, die dann häufig „im letzten Moment“ verhindert werden (oder auch nicht …wie in Paris?).

Damit soll die Akzeptanz repressiver Maßnahmen und totalitärer Überwachungssysteme in der Bevölkerung sichergestellt werden (und die militärische und indirekte Gewalt der USA im erdölreichen „Eurasien“).

Diese Informanten sind oft selbst Straftäter (sogar Mörder) und erhaltene entsprechende „rechtliche Vergünstigungen“, wenn sie dem FBI nützlich sind und natürlich jede Menge Geld.

Einer dieser (wegen Scheckbetrugs vorbestraften und auf Bewährung freigelassenen) Informanten war Craig Monteilh. Unter Aufsicht zweier FBI-Agenten erhielt er eine neue Identität: Farouk al-Aziz, französisch-syrischer Abstammung (!), der zum Islam übertreten wollte und deshalb in kalifornischen Moscheen „herumhing“.

craig-monteilh2006 konvertierte er zum Islam, ließ sich einen Bart wachsen, trug arabische Roben, las ständig im Koran, usw. Er sollte sich mit Muslimen anfreunden, sie zu unüberlegten Äußerungen provozieren und ihre Gespräche aufzeichnen. Dabei täuschte er vor, selbst „radikal“ zu sein, also Gewalt gegen die westlichen „Feinde des Islams“ (auch als Vergeltung für die US-Aggression im Nahen Osten) zu befürworten um entsprechende Sympathisanten zu finden. Er machte Andeutungen über Waffen, die er besorgen könne, und animierte seine Gesprächspartner dazu, sich positiv zum „Jihad“ zu äußern.

Doch im sonnigen Kalifornien (wohl dem progressivsten, liberalsten Staat der USA, was die Bevölkerung betrifft) fand sich kein passendes Jihadisten-Material. Stattdessen wurde Monteilh selbst zum öffentlichen Ärgernis: sein aufrührerisches Benehmen löste so viel Unbehagen in der friedlichen Islam-Gemeinde aus, dass er mit einer einstweiligen Verfügung daran gehindert wurde, dort wieder aufzutauchen. Die braven, kalifornischen Muslime meldeten ihn auch als „potentiellen Extremist“ beim FBI (!), nichtsahnend, dass er für das „bureau“ als verdeckter Provokateur arbeitete. Damit platzte die „Operation Flex“ und das FBI ließ ihn fallen.

Er landete schließlich für 16 Monate im Gefängnis (weil er verbotene Hormonpräparate für teures Geld an Frauen in Fitnessstudios verkauft hatte (ein Ponzi-scheme) was nach seinen Angaben auch Teil einer „verdeckte Operation“ gewesen sei) und wurde schließlich vom Saulus zum Paulus:

2009 verhaftete das FBI einen afghanischen Flüchtling in Kalifornien als „Terrorverdächtigen“. Die „Beweise“ gegen ihn, waren manipulative Gespräche, die er mit dem falschen „Farouk“ geführt hatte. Doch Monteilh gab seine Geschichte an die Presse weiter, wodurch das FBI zurückrudern musste. Die islamische Gemeinde war schockiert über die Enthüllungen, aber sein Sinneswandel hat einen jungen Afghanen (der schon genug erlitten hatte) vor einer langen Gefängnisstrafe bewahrt, die er keinesfalls verdient hatte.

Die Ironie dabei ist, dass Niazi (der Afghane) einer der beiden Männer war, die gemeinsam mit CAIR, den falschen Farouk als „gefährlich“ bei den Behörden gemeldet hatten. Er sagte später aus, das FBI habe ihm (deswegen) damit gedroht, ihn für Jahre ins Gefängnis zu bringen, wenn er nicht als Informant für sie arbeiten würde (er hatte in seinem Einbürgerungsgesuch „verschwiegen“, dass seine Schwester – die nicht in den USA lebt – mit einem „Mujahedeen“ aus Afghanistan verheiratet sei, der sich später mit den „Taliban“ zusammentat). Er wollte aber kein Informant werden und sagte, er könne doch nichts dafür, wen seine Schwester geheiratet habe. Ein Freund erinnert sich an seine damaligen Worte, die er unter Tränen von sich gab:

I don’t want anything to happen to me. I came to America thinking this was a free country and I’d be treated with dignity and humanity.’

Monteilh (hier in einem aktuellen Video mit pikanten Details zu sehen) hat 2012 dazu eine eindeutige Aussage gemacht:

„Die Art, wie das FBI seine Operationen durchführt – It is all about entrapment” (Es geht darum, jemand in die Falle locken).

Ich kenne das Spiel, es ist ein Witz, ein echter Witz. Es gibt kein wirkliches Programm zur Terror-Prävention. Es ist eine abgekartete Sache.“

Er verklagte das FBI wegen „Vertragsbruch“ und strebt neuerdings eine Karriere als „Experte“ für die Verteidigung von FBI-Dupes an. Seine Enthüllungen führten dazu, dass die ACLU eine Klage gegen das FBI einbrachte, weil es flächendeckend Muslime (nur wegen ihrer Religion) überwacht und ausspioniert. Wie ging das aus? Das Justizministerium stoppte das Verfahren und berief sich dabei auf das „state secret privilege“ (etwas ähnliches passierte vor kurzem auch in Frankreich, mehr dazu später …)

Monteilh The Intercept 2015In diesem Intercept-Artikel vom Mai 2015 bestätigt der windige Monteilh neuerlich, dass alles nur ein gewaltiger Bluff sei:

If you remove the informant, there is no case, there is no operation, there is no jihad. “There’s only talk about American foreign policy — and that’s all you get. The informant enhanced everything by 1,000 percent.”

Doch für die Angeklagten ist das perfide Spiel bitterer Ernst.

Die paranoide Stimmung nach 911 und „braune“ Gesetze wie der „Patriot Act“, oder der NDAA, erlaubten sehr viel rechtlichen Handlungsspielraum auf Kosten der „Verdächtigen“. So akzeptierte ein Bundesrichter in Virginia das “Geständnis” eines Angeklagten (Ahmed Omar Abu Ali, ein US-Staatsbürger) der in einem saudi-arabischen Gefängnis ausgepeitscht worden war, als definitives Beweismittel und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft, weil er George W. Bush umbringen wollte.

(Er wurde also bestraft für etwas, dass er angeblich geplant hatte, und nicht für etwas, dass wirklich stattgefunden hat).

Wenn sich Muslime auf facebook oder in Videos gegen die amerikanischen Kriege äußern, sich für die entrechteten Palästinenser engagieren, Israels brutale Besatzung anprangern, kann bereits als „Unterstützung“ für den Terrorismus ausgelegt werden. (Da freut man sich in Tel Aviv)

Viele der Angeklagten werden jahrelang in Einzelhaft gehalten, bevor es überhaupt zu einem Gerichtsverfahren kommt. Diese soziale Isolation, kombiniert mit endlosen Verhören und dem Gefühl der Hilflosigkeit führt zu seelischen Ausnahmezuständen (regression). Dadurch werden viele psychisch so belastet, dass sie während des Prozesses leichte Opfer eines Rechtssystems werden, dass sich eindeutig gegen sie richtet. Vor Gericht werden nicht selten „Beweise“ vorgelegt, die der Geheimhaltung unterliegen, in einem Fall waren die Geschworenen anonym, sodass die Verteidigung nicht feststellen konnte, ob sie voreingenommen oder beeinflusst waren.

Wenn man sich – ausgestattet mit diesem Wissen – die bekanntesten, in den Medien verbreiteten „Terror-Anschläge“ genauer ansieht, wird klar, dass wir hier gewaltig verarscht werden, damit die Reise in Richtung Finanz-Faschismus zügig weitergehen kann.

Aber wir müssen uns darüber klar sein, dass hier hunderte junge Männer lebenslang ins Gefängnis wandern, obwohl sie – innerhalb eines rechtsstaatlichen Verfahrens – als unschuldig anzusehen ist. Das perfide bei diesem hinterhältigen Spiel ist aber nicht nur die Anstiftung zu Terror-Anschlägen, sondern ein Bumerang-Effekt, der letztlich nicht mehr zu verhindern ist:

Dieses systematische Unrecht, diese Demütigungen, diese menschenverachtende Arroganz staatlicher Behörden führt natürlich (jedenfalls bei einigen Muslimen) dazu, dass sie tatsächlich radikalisiert werden und bereit sind, mit Gewalt dagegen vorzugehen. Der „Terror“ wird somit zur selbst-erfüllenden Prophezeiung. Wenn dann auch noch von den Geheimdiensten ein islamistisches „Superman-Image“ erschaffen wird (bei IS / Al Kaida, etc.), ist kein Wunder wenn sich hunderte auf den Weg machen, um als „Jihadisten“ endlich Prestige und Macht zu haben. Sie begreifen nicht, dass sie auch diesmal „verheizt“ werden, um als „Aufzieh-Armee“ für den Imperialismus zu funktionieren …

inventing terroristsDie Rechtsanwälte Stephen Downs (Gründer des SALAM-Projekts) und Kathy Manley haben ebenfalls 2014 einen Bericht veröffentlicht, der weniger zaghaft wir HRW aufzeigt, dass der Grundsatz des Rechtsstaates in der post-911-Welt begraben wurde. Beide sind Direktoren von nationalen Organisationen zum Schutz der zivilen Rechte in den USA.

Noch deutlicher als der HRW-Report zeigt der Titel dieser Studie was hier gespielt wird:

WIE MAN TERRORISTEN ERFINDET

INVENTING TERRORISTS“ – The Lawfare of Preemptive Prosecution“. Lawfare“ ist ein neu geschaffenes, englisches Wort, mit dem ausgedrückt werden soll, dass das Recht selbst als Waffe im politischen „Krieg“ (war-fare) eingesetzt wird.

Die Behauptung der US-Regierung, die erweiterten Befugnisse der Sicherheitsbehörden und die rechtzeitige Verhaftung hunderter „Islamisten“ habe nach 911 neuerliche Anschläge verhindert, wird auch in dieser Untersuchung als perfide Manipulation der öffentlichen Meinung entlarvt.

Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die „terroristische Bedrohung“ größtenteils vom Staat selbst fabriziert wurde.

Die Anklage wegen „materieller Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ trug in vielen Fällen komische Züge: so handelte es sich z.B. beim „corpus delicti“ in einem Fall um wasserdichte Socken im Gepäck, die der „Terrorverdächtige“ den Taliban in Afghanistan zur „Stärkung ihrer Kampffähigkeit“ offenbar zukommen lassen wollte.

Völlig harmloses Verhalten wurde in der hysterischen Atmosphäre nach 911 auf eine Art und Weise interpretiert, die aus einem Floh einen Elefanten machte und Muslime unter Generalverdacht stellte. So wurden Spenden an islamische Charity-Organisationen (z.B. für die unter brutaler Besatzung lebenden Palästinenser) grundsätzlich als „terror-verdächtig“ eingestuft.

Das FBI zeigte sich als äußerst kreativ, wenn es darum ging, naive (und in einigen Fällen auch geistig minderbemittelte) Muslime in die Falle zu locken oder bereits straffällig gewordene, arbeitslose Jugendliche zu „Islamisten“ zu machen.

DAS VIERTE REICH …

Gemeinsam mit den amerikanischen Justizbehörden wurde also durch die sogenannte „preemptive prosecution“, die Illusion einer Terror-Bedrohung aufrechterhalten, durch die wiederum die repressiven Maßnahmen des Staates legitimiert wurden.

Was ist nach Auffassung der beiden Rechtsanwälte unter diesem Begriff zu verstehen?

Menschen werden zu „Terror-Verdächtigen“ aufgrund ihrer Religion, Ideologie, oder sonstigen politischen Gesinnung und nicht weil es konkrete Hinweise gibt, dass sie gefährlich und / oder kriminell sind.

Die Anklagepunkte im Rahmen der „Anti-Terror“-Fahndung sind also künstlich fabriziert und beinhalten: die Kriminalisierung von demokratisch-legitimierten Aktivitäten wie sich zu versammeln, politische Ansichten zu äußern oder Reden zu halten, sich gegen den Krieg zu engagieren, usw. Harmlose Vereine und Organisationen werden als „Verschwörungen“ (ja, Sie haben richtig gelesen, dass ist in den USA ein Straftatbestand) angesehen, weil dort „verdächtige“ Personen auftreten (oder eben vom FBI eingeschleust werden). Auf diese Weise wird man schnell durch Assoziation ebenfalls zur „gefährlichen Person“ erklärt. In den USA wurden Muslime angeklagt, weil sie mit Leuten befreundet waren, die als „verdächtig“ eingestuft (und auf die o.a. Weise) angeklagt wurden. Sie hatten nie Gewalt angewendet oder dazu aufgerufen.

(Die Analogie zu Methoden des Dritten Reichs, der Kommunistenjagd unter McCarthy, oder Operationen wie COINTELPRO lässt sich schwer übersehen)

Dass eine bestimmte Gruppe Menschen als „potentiell“ gefährlich angesehen wird und deshalb ihre Rechte immer mehr beschnitten werden können und müssen, ist mit einem demokratischen Rechtsstaat völlig unvereinbar. (Doch das waren die USA ohnehin nie).

Dass solche Denkmuster, kombiniert mit Panikmache früher oder später in die Abgründe des Holocaust führen, braucht wohl nicht mehr betont zu werden. (Die Rolle Israels in diesem heimtückischen Spiel ist daher besonders infam …)

Dieses Konzept der „vorbeugenden Anklage“ (VA) wird im Bericht von SALAM mit dem Begriff „lawfare“ verbunden, denn hier handelt es sich offensichtlich um eine Rechtsauffassung, die von Carl Schmitt stammen könnte: wenn die „Staatssicherheit“ bedroht ist, ist alles erlaubt, was die politische Autorität für „notwendig“ hält (Folter, Geheimpolizei, staatlich angeordneter Mord politischer Gegner, etc.). Mit dieser Einstellung könnten sich wahrscheinlich auch viele “anständige” Bürger anfreunden, weil sie eben nicht durchschauen, dass die „Bedrohung“ vom Staat selbst fabriziert wurde, um den Weg in die (akzeptierte) Diktatur zu ebnen.

Mehr als 70% der Verurteilungen wegen Terrorismus (laut einer unvollständigen Liste des amerikanischen Justizministeriums) kamen zustande, weil dieses Prinzip der „vorauseilenden Anklage“ angewendet wurde. Dieses wiederum stützt sich auf eine dem Angeklagten unterstellte Ideologie und nicht auf eine ausgeführte Straftat. Weitere 22% der Verurteilungen betraf Männer, die zwar kleinere Straftaten begangen hatten, deren Aktivitäten aber seitens der Ermittlungsbehörden so verzerrt und aufgeblasen dargestellt wurden, dass sie wie „Terroristen“ aussahen. Z.B. wurde jemandem, der Zigaretten schmuggelte unterstellt, mit dem Geld „materiellen Support“ für Terror-Organisationen zu leisten, usw. Wegen der drakonischen Strafandrohungen lassen sich viele darauf ein, als Belastungszeugen gegen andere „Terrorverdächtige“ auszusagen, so werden künstliche „Fahndungserfolge“ generiert. (Auf diese Weise bekommt das FBI auch immer mehr finanzielle Mittel)

Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass fast 95% aller „Terroristen“ nur durch dieses System verurteilt werden konnten.

(Die Studie enthält auch Annahmen, die ich für falsch halte: dass z.B. (der extrem einfältige) Richard Reid, der „Schuh-Bomber; Farouk Abdulmutallab, der (ebenfalls debile) „Unterhosen-Bomber“ oder die Tsarnaev-Brüder (Boston-Bombing) eine „echte“ Bedrohung der Sicherheit darstellten).

terror factoryAuch das Buch The Terror Factory von Trevor Aaronson dokumentiert etliche Fälle von „entrapment“, mit denen künstliche Terror-Attentate generiert werden sollten. Die eigentliche Rolle des FBI – Verfolgung von Straftaten – wurde auf den Kopf gestellt: Ermöglichung von Straftaten, die man als „Terror“ verkaufen konnte. „Pro-aktive” Terror-Bekämpfung nennt sich das heute, wobei “pro-aktiv“ ein militärisches Codewort für „Anstiftung oder Gewalt-Provokation ist. Dafür bekommt das FBI-CT jährlich 3 Milliarden Dollar aus Steuergeldern.

THE NEWBURGH STING

Diese Video-Dokumentation (siehe unten) zeigt am Beispiel der „verhinderten“ Bombenattentate von Newburgh ebenfalls, was hier gespielt wird. Vier Männer (einer davon geistig behindert) wurden 2011 zu je 25 Jahren Haft verurteilt, weil sie 2009 angeblich geplant hatten, Militär-Flugzeuge mit Raketen abzuschießen und zwei Synagogen in New York in die Luft zu sprengen. (Anklage: Verschwörung zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen)

Alle wurden von FBI-Informanten dazu verleitet, die ihnen auch Stinger-Raketen und Plastiksprengstoff dafür besorgten (die nicht funktionierten). Dem „Anführer“ James Cromitie, hatte der „Informant“ (nach dessen Zögern) 250.000 Dollar versprochen, wenn er bei den Anschlägen mitmachte. Es war auch der Informant, der die „Terrorziele“ auswählte. Keiner der Verurteilten hatte vorher eine Gewalttat (aber zwei davon Drogendelikte) begangen, keiner hätte ohne die „Unterstützung“ des FBI die Möglichkeit gehabt, sich die Mittel oder das Wissen für einen solchen Anschlag zu verschaffen.

Die Verhaftung der Männer (und zur Schau gestellte „Verhinderung“ weiterer Terror-Attacken) wird im Video als theatralische Inszenierung im Stil einer Hollywood-Produktion beschrieben, in der gepanzerte Fahrzeuge und hunderte Polizisten ihren großen Auftritt hatten (wie kürzlich in St. Denis in Frankreich … wir kommen noch darauf zurück)

(Wer nicht so gut Englisch spricht, kann sich mit der folgenden Beschreibung ein Bild machen)

A city drowning in poverty“

NewburghNewburgh ist eine heruntergekommene Stadt, in der Armut und Arbeitslosigkeit der überwiegend afro-amerikanischen Einwohner der Normalzustand ist. Man sieht ein düsteres Bild Amerikas, das gerne versteckt wird. Alle haben Schulden und keine Aussicht auf ein besseres Leben, die meisten Familien sind zerbrochen, es gibt kriminelle Banden und Drogenhandel.

Die Muslime treffen sich in einer (für die Verhältnisse dort) sehr schönen Moschee.

Eines Tages taucht ein pakistanischer Mann auf. Er stellt sich als Geschäftsmann vor, fährt „dicke“ Autos (BMW, Mercedes) und fällt inmitten des Elends auf, wie ein bunter Hund. Der Mann heißt Hussain und ist „Informant“ des New Yorker FBI „Counter-Terrorism“ Büros. Auch er wird manipulative Gespräche mit seinen „Zielpersonen“ aufzeichnen, um sie später damit zu belasten.

James CromitieEr sucht unter den (afro-amerikanischen) Muslimen Männer, die man leicht beeinflussen kann und findet James Cromitie.

Cromitie arbeitet nachts bei Walmart und bessert sein mickriges Gehalt mit dem illegalen Verkauf von Cannabis auf. Er führt große Sprüche, ist ein „Möchte-Gern“-Draufgänger und nicht besonders intelligent. Hussain fängt an, von „Jihad” zu reden, von der damit verbunden „Tapferkeit“ und Cromitie spielt sich vor ihm als „Rambo“ auf: er erfindet Verbrechen mit Schusswaffen, die er nie begangen hat, um den reichen Mann zu beeindrucken. Dann taucht Cromitie einige Zeit unter. Hussain sucht nach ihm und erreicht ihn schließlich telefonisch. Doch Cromitie ist abweisend, da zieht Hussain seine Trumpfkarte: bietet ihm 250.000 Dollar, wenn er mitmacht. Das ist für Leute aus diesem Armutsmilieu ein „life changer“.

Schließlich überredet Hussain Cromitie, Anschläge zu verüben und kündigt an, er könne das Material dafür beschaffen (Sprengstoff und sogar eine Stinger-Rakete). Er drängt Cromitie dazu, noch weitere „brothers“ zu finden, die als Komplizen mitmachen und betont, er solle darauf achten, dass sie Muslime sind (!).

David Williams arrestBald sind drei weitere Männer gefunden, einer davon ist David Williams, (Bild links: bei seiner Verhaftung) dessen Schicksal mich am meisten erschüttert hat. Er ist vorbestraft, saß wegen Drogenhandel im Gefängnis, hat aber danach ein „neues“ Leben begonnen. Er arbeitet und macht nebenbei seinen High-School Abschluss und geht ins College. Seine Mutter ist stolz auf ihn, denkt er sei auf dem Weg in ein besseres Leben.

Eines Tages erfährt er, dass sein „kleiner“ Bruder schwer krank ist: er hat einen riesigen Lebertumor und muss operiert werden. Die Ärzte sagen, er braucht eine Leber-Transplantation, aber das könnte die Familie nie bezahlen. Kurz darauf kommt das Angebot von Cromitie, bei den Anschlägen mitzumachen – für sehr viel Geld. David willigt schließlich ein, er will mit dem Geld seinem Bruder das Leben retten.

We don’t want to hurt people just damage property (take no lives)

Natürlich ist das keine Rechtfertigung für einen Anschlag, aber man sieht in dem Film (aufgezeichnete Gespräche), dass David davon überzeugt war, es würden keine Menschen dabei verletzt. Er dachte, der “Anschlag” auf Militärflugzeuge sollte am Boden erfolgen, wenn niemand an Bord ist und macht sich sogar Gedanken darüber, ob nicht Reinigungspersonal verletzt werden könnte. Die Bomben vor der Synagoge sollten mitten in der Nacht hochgehen, also wenn niemand dort war. (Die Naivität dieser Männer wurde schamlos ausgenutzt).

Auch die „Ziele“ der Anschläge werden vom FBI-Mann ausgewählt: eine jüdische Synagoge und ein „Tempel“ im gepflegten New Yorker Vorort Riverdale (reich im Verhältnis zur restlichen Bronx) und die Stewart Airbase, wo Nachschub in amerikanische Kriegsgebiete geflogen wird.

Als der Tag des Anschlags kam, ging einiges schief. Cromitie schaffte es nicht, die „Bomben“ (die nur Attrappen waren) zu verdrahten, also musste Hussain parken und es selbst tun (das sieht man auf den aus der Luft aufgenommenen Überwachungsvideos des FBI). Als die Bomben später sichergestellt wurden, sah man, dass Cromitie den Schalter für die „Aktivierung“ nicht betätigt hatte.

Bevor die “Bomben” per Mobiltelefon detoniert werden konnten, tauchte ein gigantisches Spezialkommando aus FBI, Homeland Security, Hubschraubern, Hunden und hunderten Polizisten auf und „verhinderte“ mit spektakulärem Medienecho das Attentat.

FBI: rules don’t apply anymore …

Die Doku lässt auch anklingen, wie sehr der Rechtsstaat nach 911 unterminiert wurde: ein früherer Undercover-Agent des FBI (Mike German, diesmal ein „good guy“) schildert, wie sich die Stimmung nach „911“ in seiner Behörde geändert hat. Er hörte seine Kollegen sagen “the rules are off” und dachte welche Regeln meinen die? Die Verfassung?

Mike GermanEr sagt zum Verhalten des FBI als „Anti-Terror“- Behörde: Die ganze muslimische Community wurde als „verdächtig“ eingestuft.

Das Fazit von Mike German:

Die Operation des FBI war darauf angelegt, aus diesen Leuten Terroristen zu machen“.

They certainly weren’t terrorists.. “This government operation over the course of the year was specifically designed to turn them into terrorists.”

Diese Männer hätten ohne die manipulative Beeinflussung des FBI-Informanten (agent provoateur), ohne seine Bereitstellung des Materials niemals eine solche Tat organisieren können. (Sie hatten nicht einmal ein Auto) Dazu fehlte ihnen die Intelligenz, das Geld und das Motiv. Sie waren “patsies”, deren Einfältigkeit und Armut dazu benutzt wurde, einen PR-Stunt abzuziehen, mit dem sich das FBI dann brüsten konnte.

Die Anwälte der Angeklagten betonen, wie abgekartet das Spiel war: Hussain fuhr mit den zukünftige „Terroristen“ von New York nach Connecticut, um dort die Waffen abzuholen. Warum? Weil durch die Überschreitung der Grenze zwischen zwei Bundesstaaten die Zuständigkeit an die Bundespolizei (FBI) ging und nicht an die lokale Polizei. Damit wurde sichergestellt, dass dem FBI niemand “in die Suppe spucken“ konnte.

Auch die Beschaffung einer Stinger-Rakete (!) war von strategischer Wichtigkeit, denn weil diese als „Massenvernichtungswaffe“ deklariert ist, wird damit eine Mindeststrafe von 25 Jahren vorgeschrieben. Diese beiden Faktoren und die Hollywood-reife Inszenierung der Verhinderung der Anschläge in der letzten Minute, garantierten einen maximalen Effekt bei der Beeinflussung der Öffentlichkeit.

Sofort wurde die Lüge verbreitet, die Männer hätten sich im Gefängnis kennengelernt und zur Planung der Anschläge die Moschee benutzt. (Außer Crombie ging keiner je in die Moschee und sie hatten auch vorher kaum Kontakt miteinander). Hussain hatte ja darauf gedrängt, noch andere Männer zu finden, damit der Eindruck eines heimtückischen Komplottes entstand.

Der einzige Zeuge der Anklage in der Verhandlung war Hussain, der selbst eine kriminelle Vergangenheit hat und mehrfach als Lügner und Betrüger entlarvt wurde. (Er hatte 60.000 Dollar für seine Dienste in Newburg erhalten.) Doch das FBI meinte dazu lapidar: Na und? Wir haben ja die Video- und Audioaufzeichnungen der “Terroristen”, das muss reichen für eine Verurteilung.

newburgh detonation demDer „Schocker“ während des Gerichtsverfahrens war ein Video, dass die Anklage den Geschworenen zeigte: darin wurde mit dummies die Zerstörung demonstriert, die bei einer echten Bombe passiert wäre. Der psychologische Effekt einer Stinger-Rakete auf die Jury war ebenfalls vorhersehbar.

Wie in einen Kommentar zu dieser Doku richtig resümiert wurde:

Hier wird gezeigt, wie Medien-Hysterie und staatliche Operationen Hand-in-Hand gehen, um demokratische Rechte zu unterminieren.“

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(Fortsetzung folgt … Was das alles mit den Anschlägen in Paris zu tun hat … damit beschäftigt sich der nächste Beitrag)

 

 

 

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Ein Kommentar zu „DIE TERROR-ILLUSION oder (Terror on demand)

  1. Ein beeindruckender Beitrag zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit. Ich fürchte, er wird von zu wenigen Menschen gelesen.

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