ATOM (2): Die Vergiftung der Kinder

Fusco 11 toddlers dying from cancer Minsk

An Leukämie erkranktes Kleinkind, Minsk 1997 Foto: Paul Fusco (hier Bildausschnitt)

Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft.      

Albert Schweitzer

Im letzten Beitrag habe ich wichtige Erkenntnisse zweier Wissenschaftler über die „verlogenen“ (wissenschaftlich unseriösen) Grundlagen der gängigen Risikobewertung radioaktiver Spaltprodukte vorgestellt. Einer von ihnen war Steven Starr, der sich besonders mit der Gesundheitsgefährdung durch Cäsium 137 befasst hat. Sein (rational begründeter) Standpunkt:

Es gibt keine „gleichmäßige“ Verteilung der freiwerdenden Energie (Radioaktivität) im „Gewebe“, wenn die Strahlenquelle sich im Inneren des Körpers befindet, vor allem bei Alpha- u. Beta-Strahlung.

Steven Starr: „Es gibt dafür keinerlei wissenschaftliche Grundlage, das ist eine willkürliche Risikoeinschätzung“.

DIE ATOM-MAFIA gegen die FREIHEIT DER WISSENSCHAFT

Es gibt aber immer mehr Erkenntnisse darüber, dass die regelmäßige Aufnahme „niedriger Dosen“ in den Körper sehr schädlich ist, besonders für Kinder. Sehr wichtige Studien darüber verdanken wir Professor Yury Bandazhevsky (Med. Spezialgebiet: Pathologie).

Yuri Bandazhovsky

Prof. Dr. Yuri Bandazhovsky (Mitte)

Professor Bandazhevsky (B.), ein mehrfach ausgezeichneter Wissenschaftler, war Leiter des Medizinischen Instituts in Gomel, einer 700.000 Einwohner-Stadt in Weißrussland, das ja besonders schwer vom Fallout nach der Tschernobyl-Katastrophe getroffen wurde. Er gründete 1989 ein Institut, das sich speziell mit den medizinischen Folgen des Reaktor-Unglücks befassen sollte und leistete in den folgenden Jahren wichtige Forschungsarbeit.

Mit welchen Mitteln die staatliche Atom-Mafia arbeitet, wenn es darum geht, das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der „Atomkraft“ zu verschleiern, lässt sich an seinem Schicksal demonstrieren:

Am 13. Juli 1999 wurde er mitten in der Nacht von der Polizei festgenommen. Nach einer gründlichen Hausdurchsuchung wurden sein Computer, seine Bücher und sonstigen wissenschaftlichen Aufzeichnungen „beschlagnahmt“. Die rechtliche Grundlage für seine Verhaftung war (nach Angaben von Amnesty International) ein Dekret des Präsidenten mit dem Titel:

Dringende Maßnahmen zur Terrorismus-Bekämpfung und andere, besonders gefährliche Gewaltverbrechen

(Hier sehen wir auch sehr deutlich, wie die „Anti-Terror-Gesetzgebung“ vom Staat missbraucht werden kann, um Dissidenten und kritische Denker zum Schweigen zu bringen – und das gilt auch für unsere Pseudo-Demokratien. Das Schicksal von Prof. Dr. Siegwart Günther zeigt ja, wozu die Atom-Mafia (auch) in Deutschland fähig ist …)

B. wurde drei Wochen inhaftiert, ohne Angabe von Gründen und erst im August formell angeklagt. Was wurde ihm vorgeworfen? Er soll Bestechungsgelder von einem Studenten* angenommen haben, damit er in seinem Forschungsinstitut aufgenommen wird. Dafür gab es keine Beweise, sondern nur die Aussage eines Kollegen (der sie später wieder zurückzog).

(*angeblich 4.000 Dollar … Frage: Welcher Student in Weißrussland, wo relativ große Armut herrscht (Monatseinkommen um die 100 Euro ), könnte sich das leisten?

Starr chernobyl contam zone Belarus

Kontaminierte Zonen in Weißrussland und Ukraine

Der „Verdacht“, von Amnesty International, dass es sich hier um Polit-Justiz handelt, ist äußerst naheliegend, wenn man weiß, womit sich B. nach Tschernobyl beschäftigt hat. Zunächst machte er sich extrem „unbeliebt“ bei der Regierung, weil er eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Schein-Studie (des Instituts für Strahlenmedizin) über die Folgen von Tschernobyl kritisierte und selbst eine Arbeit veröffentlichte, die zu besorgniserregenden Ergebnissen kam (mehr dazu weiter unten).

Aufgrund der Anklage drohte ihm eine Haftstrafte bis zu 15 Jahren und die Behörden taten alles, um das Verfahren zu verschleppen und ihn durch menschenunwürdige Behandlung weiter zu zermürben: Er durfte erst nach drei Wochen einen Rechtsbeistand kontaktieren und seine Familie sehen. Als der Anwalt die Erlaubnis bekam, seinen Mandanten zu besuchen, wurde B. in ein 100 km entferntes Gefängnis verlegt, ohne ihn zu informieren. Im Gefängnis von Mogilev wurde er in Isolationshaft gesteckt und später in ein Hochsicherheits-Gefängnis nach Minsk verlegt. Dort kam er in den angeschlossenen Krankenhaus-Trakt, weil er in der Einzelzelle in Mogilev zusammengebrochen war.

Sein Gesundheitszustand hatte sich seither dramatisch verschlechtert. Er wurde trotzdem wieder in Isolationshaft gesteckt.

Im Juni 2001 wurde er zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Der Anwalt von B. hatte geltend gemacht, dass es keinerlei objektive Beweise für die Bestechungsvorwürfe gab, sondern nur eine Zeugenaussage, die aber unter Druck gemacht wurde.

Bandazhevsky war ganz sicher ein „prisoner of conscience“, ein Mann, der wegen seiner persönlichen Integrität als „Bedrohung“ für die staatliche Atom-Mafia gilt, und deshalb eingeschüchtert und weggesperrt werden muss. Natürlich soll das auch ein „Warnschuss“, eine Abschreckung für andere Wissenschaftler sein, die auch das Prinzip der Wahrhaftigkeit nicht von der wissenschaftlichen Forschung trennen wollen.

Er wurde am 5. August 2005 auf „Bewährung“ entlassen (was wohl die Medienkampagne von Menschenrechtsorganisationen bewirkt hatte), erhielt jedoch ein Ausreiseverbot. Als er endlich das Land verlassen durfte, lud ihn der Bürgermeister von Clermont-Ferrand (in Frankreich) ein, an der örtlichen Universität weiter über die Folgen von Tschernobyl zu forschen. Das französische CRIIRAD (Information über Atomgefahren) unterstützt seine Arbeit. (Die Verbindung zu seiner Website ist nach meiner Erfahrung ständig blockiert)

1.1 DIE HÄRESIE (1. Gebot: „Du sollst dem ICRP-Modell nicht widersprechen“ …)

Bandazhevsky Cs 137 child heart diseaseSeine Forschungsarbeit (1991-1999) über die Gesundheitsschäden durch Cäsium 137 bei Kindern ist bahnbrechend, denn sie beweist anhand der Messungen, Autopsien und histologischen Befunde, dass sich die (radioaktive) Energie nicht gleichmäßig im Körper verteilt, sondern in bestimmten Organen unterschiedlich konzentriert.

Tabelle 1: Cäsium 137 – gemessene Werte (Bq/kg) in verschiedenen Organen von 6 verstorbenen Babys (!)

Chronic incorp Cs 137 childrens organsBeispiel aus der Tabelle: Kind „Nr.2“: Frühgeburt mit Missbildungen, hatte folgende Strahlenbelastung in seinen Organen (Auswahl):

  • Herz                              4250
  • Lunge                             2666
  • Leber                                250
  • Nieren                            1687
  • Gehirn                           1363
  • Schilddrüse                  6250
  • Dickdarm                       3125
  • Bauchspeicheldrüse 12500 

Die Konzentration in der Bauchspeicheldrüse war also (z.B.) 50 x höher als in der Leber, 9 x höher als im Gehirn, 7, 4 x höher als in den Nieren und doppelt so hoch wie in der Schilddrüse. Von einer „gleichmäßigen Verteilung“ der Energie kann also keine Rede sein.

Tabelle 2: Durchschnittswerte der gemessenen (Cs 137) Radioaktivität in den Organen von 52 Kindern (bis zu 10 Jahre alt) in der Region Gomel 1997.

Cs 137 accum children BandazhesvkyAm meisten belastet waren die Hormondrüsen: Schilddrüse, Nebennieren, Bauchspeichel- und Thymusdrüse (930-2054 Bequerel/kg)

Wie Steven Starr richtig hervorhebt, sind diese Befunde völlig unvereinbar mit den Methoden der ICRP, also der Kalkulation der „effektiven Äquivalenz-Dosis“ (gemessen in Milli-Sievert, mSv), von der in den Medien immer die Rede ist, weil diese Risikoberechnungen eben davon ausgehen, dass sich die beim radioaktiven Zerfall (hier von Cäsium 137) freiwerdende Energie gleichmäßig im menschlichen Gewebe verteilt, die „Ionisationsdichte“ homogen ist. Auch das Märchen, dass die Schilddrüse „nur“ durch radioaktives Jod gefährdet sei, wird damit widerlegt, weil sich auch Cäsium dort anreichert …

Professor Bandazhevsky hatte seine wichtigsten Forschungsergebnisse (u.a. „Radioaktives Cäsium und das Herz“) vor seiner Verhaftung vor dem Parlament in Minsk vorgetragen und auch den Präsidenten darüber informiert (ein großer Fehler, wie er bald feststellen musste).

Es wurde natürlich dafür gesorgt, dass diese unangenehmen Erkenntnisse „in der Versenkung“ verschwanden, also totgeschwiegen wurden. Seine elektronischen Aufzeichnungen wurden zwar zerstört, doch er hatte viele seiner Daten bereits in vier Büchern veröffentlicht:

  • Clinical and experimental aspects of the effects of incorporated radionuclides in the body, 1995
  • Pathophysiology of Incorporated Radioactivity, 1997
  • Structural and functional effects of radionuclides incorporated into the body,
  • Pathology of Incorporated Radioactivity, Minsk, 1999,

 

Nach Tschernobyl erging es hunderten Wissenschaftlern in der Sowjetunion ähnlich: es wurde ihnen verboten, Krankheiten zu diagnostizieren, die mit der radioaktiven Strahlung begründet wurden. Auf diese Weise wurden zehntausende Strahlenopfer aus der Statistik eliminiert. Bandazhevsky hatte auch dagegen protestiert, auf (mit Cäsium) kontaminiertem Land wieder Menschen anzusiedeln, damit das wahre Ausmaß der Katstrophe vertuscht wird.

Erst 12 Jahre später organisierten amerikanische Wissenschaftler eine Übersetzung seiner Arbeit in die englische Sprache und damit konnte ein „peer-review“ aus dem Westen erfolgen.

2 DAS „TSCHERNOBYL-HERZ“

Bandazhevsky hat durch seine Untersuchungen auch eine Korrelation zwischen der Cäsium-Belastung in lebenden Kindern und ihrer Herzfunktion festgestellt. Ich habe oben die Wörter „incorporated“ rot markiert, weil daraus ersichtlich ist, dass er sich jahrelang mit „interner Strahlenbelastung“ befasste, also wenn die Strahlenquelle im Körper ist (weil vor allem die Lebensmittel mit Radio-Nukliden „verseucht“ sind).

In Zusammenarbeit mit dem Belrad Institut wurden mit Ganzkörperzählern mehr als 100.000 Dosen (nur Gammastrahlung) bei Kindern aus Weißrussland ermittelt. Dazu sagt Steven Starr:

„Es gab so viele kontaminierte Kinder in Weißrussland, dass es schwer war, welche zu finden, die 0 Bequerel (pro kg) – also keine Strahlenbelastung hatten (!).

Cs 137 deposit childrens bodiesDoch nur die, die weniger als 10 Bq/kg aufwiesen, hatten (alle) ein normales Elektrokardiogramm. Je höher die gemessene Belastung war, desto häufiger traten Störungen der Herzfunktion bei den Kindern auf:

  • 11-37 Bq:  nur 35% der Kinder normales EKG
  • 37-74 Bq nur 20% der Kinder normales EKG
  • 74-100 Bq nur 11% der Kinder normales EKG (jeweils Durchschnittswerte)

Natürlich belasten radioaktive Spaltprodukte wie Cäsium auch die Herz- und Organfunktionen von Erwachsenen, wie man auf dem Balkendiagramm unten (rot-Erwachsene, blau-Kinder, die 1997 gestorben sind) sehen kann, doch die Kinder sind viel stärker betroffen:

Cs 137 accum in childrens organsHerz: 4x höhere Belastung, Gehirn und Leber: etwa doppelt so hohe Belastung, Schilddrüse: 3x höher, usw.

Steven Starr betont noch einmal ausdrücklich, dass die derzeit gültige, „anerkannte“ Grundlage für den „Strahlenschutz“ weltweit, die angenommene „gleichmäßige Verteilung“ der radioaktiven Zerfallsenergie im Körpergewebe ist. Er zeigt dazu einen Auszug von der EPA, der amerikanischen Umweltschutzbehörde.

DIE UNTERSUCHUNGEN VON YURI BANDAZHEVSKY BELEGEN EINDEUTIG, DASS DIESE „MODELL“ FALSCH IST.

chernobyl heart surgery on infants

Kleinkind nach Herz-Op in Minsk 2002

Er kommt zum Schluss, dass ab 10 Bq/kg eine Schädigung des Herzens (abnormaler Herzrhythmus) eintritt und ab 50 Bq/kg eine irreversible Schädigung (Herz und anderer Organe) unvermeidlich ist. Die Zellen des Herzmuskels werden durch die chronische Aufnahme von Cs 137 (schleichend) vergiftet und auch andere Organe, die die Herztätigkeit regulieren, werden dadurch geschädigt. Neben den direkten Zellveränderungen wird das Herz auch durch eine permanente Störung von Transport, Bindung und Abbau von Stoffwechselprodukten krank, die durch die Vergiftung mit Cäsium entsteht.

Bandazhevsky Cs 137 neuro-endocrin disturbancesAuch bei sehr „niedrigen“ Dosen (10-20 Bq/kg) tritt ein Schaden ein, weil die Fähigkeit der Herzmuskelzellen, sich an Stresssituationen anzupassen, erheblich reduziert wird. Das bedeutet im Alltag: diese Kinder dürfen nicht laufen, keinen Sport treiben, halten Temperaturschwankungen nicht aus, haben wenig Widerstandskraft bei physischem oder seelischen Stress und gegen Infektionskrankheiten.

3  DER HORROR IN BILDERN

orphaned chern victim 2004Kann man den Horror, den diese Kinder erleben müssen, besser ausdrücken, als mit diesem Bild? (Screenshot aus „Tschernobyl Heart“)

2004 kam eine berührende und schockierende Dokumentation über die kranken Kinder in Weißrussland heraus, die von der Irin Adi Roche organisiert wurde. Sie ist auch die Gründerin von Chernobyl Children International, einer Organisation, die seit 1991 tausenden kranken und verwaisten Kindern geholfen hat, ihr grausames Schicksal besser zu ertragen.

Der Film zeigt geistig und körperlich schwer behinderte Kinder, die in Pflegeheimen aufwachsen und in fast allen Fällen von ihren Eltern verlassen wurden (meistens kurz nach der Geburt).

chernobyl heart film poster(Klicken Sie auf das Bild links, um den Film zu sehen (Englisch)

Es tut weh, diese Bilder anzuschauen, dieses Leid mitzufühlen, das Schreien der Kinder zu hören, die (nach unseren Maßstäben für ein glückliches Leben) „keine Zukunft“ haben, weil vor einigen Jahrzehnten jemand entschieden hat, in Tschernobyl ein Atomkraftwerk zu bauen.

Es ist eine Sache über „genetische Schäden“ zu schreiben, mit Statistiken zu argumentieren, aber eine andere, das Ergebnis der vergifteten Erbanlagen zu sehen. Aber diese Verbrechen der Atomlobby müssen gezeigt werden, um die Menschen gegen diese monströse „Technik“ zu mobilisieren, auch wenn einem mangelnde „Pietät“ vorgeworfen wird.

Wenn ich höre, dass nur mehr 15% der Neugeborenen in Weißrussland gesund auf die Welt kommen, also mehr als vier Fünftel der Babys schon im Mutterleib krank wurden (durch die genetischen Schäden aufgrund der Strahlenbelastung), wird klar, mit welchem Wahnsinn wir es hier zu tun haben.

  • Schwere Missbildungen bei Neugeborenen: + 250% seit Tschernobyl
  • Säuglingssterblichkeit: 3x so hoch wie im restlichen Europa

yulya brain outside the head 4 yrsAuf dem Bild sehen wir Yulya, die ja schon 1997 von Paul Fusco in Minsk fotografiert wurde (das Bild habe ich im letzten Beitrag – ATOM 1 -gezeigt). Sie ist inzwischen mehr als vier Jahre alt (sieht aber nicht so aus) und muss mit einem Gehirn außerhalb des Kopfes leben.

Yevgeni huge inoperable kidney tumourAuch dieser Junge wurde schon 1997 von Fusco im Rahmen der „Chernobyl Legacy“ fotografiert. Er heißt Yevgeni und hat einen riesigen Nierentumor, den man nicht operieren kann.

Wie kann man Kindern so etwas antun? Und dann ihr Leiden und Sterben einfach ignorieren? (Alleine dafür verachte ich unsere Journaille zutiefst …dass sie dabei mitmacht …)

Im letzten Drittel des Films geht es um das „Tschernobyl-Herz“. Hier wird gezeigt, dass die Sache viel schlimmer ist, als man sich das vorstellt. Tausende Kinder werden mit schweren „Herzfehlern“ geboren. Viele davon haben mehrere Löcher im Herz und sterben, wenn man sie nicht operiert. Dazu fehlt aber das Geld und so hat sich ein Chirurgenteam aus Amerika bereit erklärt, einigen dieser Kinder das Leben zu retten.

Wir sehen wie ein 13-jähriges Mädchen, Viktoria, am offenen Herzen operiert wird. Sie hat zwei Löcher im Herzmuskel. Der Chirurg, Dr.Novick, erzählt, dass ein Gore-Tex „patch“, mit dem das Loch „geflickt“ wird, 300 Dollar kostet und das Monatseinkommen eines Arztes in Weißrussland etwa 100 Dollar beträgt.

mother of Tanya with 2 holes in heart 2002Als der Arzt aus dem OP kommt, küsst ihm Viktorias Mutter (Bild rechts) die Hände und bedankt sich mit Tränen in der Stimme. Dr. Novick ist peinlich berührt („dieses Ausmaß an Dankbarkeit zu akzeptieren“, fällt ihm schwer, wie er sagt. Für ihn war das Routine, für die Eltern eine unerwartete Gnade Gottes. Man hatte ihnen in einem anderen Krankenhaus gesagt, der Herzfehler ihrer Tochter sei inoperabel. Tausende Kinder werden sterben, weil sie nicht operiert werden (wegen Geldmangel und Überforderung des Systems).

3 BREAKDOWN: MIT DEN NERVEN AM ENDE

Fusco 14 terrorized by brain damageBild von Paul Fusco,  aufgenommen in einem Heim für (durch Tschernobyl) verwaiste, behinderte Kinder,Minsk 1997

Sein Kommentar dazu ..“dieser Junge scheint in einem ständigen Zustand des Terrors zu leben... der in seinem Kopf existiert…“

Zurück zu Professor Bandazhevsky:

Auch die Regulation des Nervensystems wird durch die Strahlenbelastung gestört, es kommt zu einer gesteigerten Aktivität des Sympathikus, die umso größer wird, je höher die Cäsiumbelastung im Körper ist (was sich wieder durch die hohe Konzentration in den Hormondrüsen, wie der Nebenniere erklären lässt; es besteht eine enge Wechselwirkung zwischen dem Hormon- und dem Nervensystem und das Immunsystem ist auch Teil dieser Vernetzung).

Dies wurde auch durch Blutuntersuchungen festgestellt (erhöhte Cortisol- (Stresshormon) und erniedrigte Thyroxin-Werte). Bei den Kindern äußerste sich das in Dystonie und Erkrankungen der Gallenblase. Mehr als 93% der Kinder mit mehr als 20 Bq/kg wiesen solche Symptome auf.

FAZIT: zehntausende Kinder und Jugendliche in Weißrussland (und der Ukraine) wurden und werden durch den Fallout von Tschernobyl krank, wie auch diese Statistik zeigt:

 

scarred for life Belarus disease

  • Fast die Hälfte aller männlichen Schulabgänger hatte gesundheitliche Probleme, die bei so jungen Menschen eigentlich gar nicht vorkommen dürften: chronische Erkrankungen des Verdauungssystems, Herzschwäche, Katarakte.
  • Bei 40% wurden „Erkrankungen des Blutes“ und Funktionsstörungen der Schilddrüse festgestellt

4 MENSCHENOPFER FÜR DIE ATOMWIRTSCHAFT

In ganz Europa sind mehr als 100 Millionen Menschen betroffen ...

In ganz Europa sind mehr als 100 Millionen Menschen betroffen …

Sieben Millionen Menschen (davon 2 Mio. in Weißrussland) leben auf offiziell „verstrahltem“ Land (alleine durch die Cäsium 137-Belastung, würde man alle Zerfallsprodukte berücksichtigen, wäre es noch viel schlimmer …) und noch viel mehr (auch wir) essen täglich radioaktiv belastete Nahrungsmittel.

Wie wir gesehen haben, reichert sich Cäsium in unseren Organen an. Aber das interessiert hier niemand … von Uran und Plutonium ganz zu schweigen . Uran hat noch dazu eine besondere „Affinität“ für die DNA …

LASSET DIE KINDLEIN ZU MIR KOMMEN ….

  •  Jedes Jahr kommen in Weißrussland 6000 Babys mit (genetisch bedingten) Herz-Defekten auf die Welt. Mehr als die Hälfte davon wird sterben, weil die notwendige medizinische Betreuung nicht geleistet werden kann.
  •  Nach Angaben von UNICEF stieg die Zahl der bösartigen Tumore bei Kindern um 40%, der Blutkreislauf-Erkrankungen um 45% und die Erkrankungen von Knochen, Muskeln und Bindegewebe um 63%.
  •  Für jedes behinderte Kind in den weißrussischen Pflege- und Kinderheimen steht nur ein Dollar pro Tag zur Verfügung

fukushima childrenStarr befürchtet, dass es den Kindern im Norden Japans wegen des – andauernden – Desasters von Fukushima und der enormen Vertuschung und Verharmlosung ähnlich ergehen wird, wie den Kindern in Weißrussland und der Ukraine.

 

Wir brauchen uns nichts vorzumachen: auch die Kinder (und in geringerem Ausmaß die Erwachsenen) im übrigen Europa werden davon betroffen sein. Wie hoch muss der Preis für eine „Technik“ eigentlich noch sein, damit sie als unakzeptabel gilt?

Der Grundsatz, nachdem hier vorgegangen wird lautet nicht „Der Schutz des Lebens hat Vorrang“, sondern „der Nutzen muss großer sein als der Schaden“. Aber auch das ist bei „Atomkraft“ ein schlechter Witz … 30 Jahre Strom für ganze Generationen mit immer mehr missgebildeten, kranken Kindern?

 

A VERY BAD IDEA

Starr beendet seinen Vortrag damit, dass die massenhafte Produktion radioaktiver Gifte zur (kurzfristigen) Stromerzeugung ein unverantwortlicher Wahnsinn sei und wer könnte ihm da noch widersprechen?

Mad Nuclear EnergyZu den gefährlichsten, langlebigen radioaktiven Elementen (die der Mensch produziert hat) gehören: das unvorstellbar giftige Plutonium (Pu 239), Americium (Am 241), Cäsium 137 und Strontium (Sr 90). Sie wurden durch die Atombombentests in den 1950er bis Anfang der 1960er Jahre, durch Katastrophen wie TMI, Tschernobyl und Fukushima weltweit verbreitet. Seit mehr als vier Jahrzehnten sind also Menschen und die Natur dieser wachsenden Strahlenbelastung ausgesetzt und die Frage ist, wie groß sind die Schäden dadurch wirklich?

In Weißrussland zeichnen sich (wie oben ausgeführt) seit Tschernobyl äußerst dramatische Folgen ab (auch Fukushima wird die Kinder krank machen …):

Man kann sagen, dass 85% der Kinder und Jugendlichen krank sind. Wenn Herz-/Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die häufigsten Todesursachen von Kindern und Teenagern sind, dann wird klar, dass der Atomwahnsinn gestoppt werden muss.

Doch es gibt sehr wenige Untersuchungen über die Auswirkungen der internen Strahlenbelastung, weil das Dogma des ICRP-Modells nicht angetastet werden soll. Würde das wahre Ausmaß der Gesundheitsschäden, des enormen Leidens der Betroffenen, die schleichende Vergiftung der Lebensmittel ans Licht kommen, wären die Schadenersatzforderungen an die Atomindustrie so gigantisch, die politischen Konsequenzen so dramatisch, dass man alles tut, um diesen Moment der Wahrheit zu verhindern.

5 GEGEN DEN STROM (der Lügen)

Nur wenige mutige Wissenschaftler wie Dr. Bandazhevsky, wagen es, sich der Atomlobby in den Weg zu stellen.

BusbyEiner davon ist der Biochemiker & Biophysiker Dr. Chris Busby, der schon seit Jahren dafür arbeitet, dass das verlogene Strahlenschutzmodell geändert wird. Nach seinen (und anderen) Forschungsergebnissen führt das derzeit gültige Berechnungsmodell zu einer 1000-fachen Unterschätzung des Risikos. Ja, Sie haben richtig gelesen – eintausend. D.h., dass die derzeit akzeptierten, also tolerierten Werte („biologischer Effekt“ / Strahlenbelastung in Sievert) durch 1000 dividiert werden müssten, um das echte Risiko darzustellen. Anders gesagt: die „Grenzwerte“ sind um das Tausendfache zu hoch angesetzt.

Und siehe da – die vorher „unerklärbaren, zu niedrigen“ Werte rund um deutsche KKW und die hohe Kinder-Leukämierate ergeben plötzlich Sinn …

Im übrigen kann man sagen, dass es überhaupt keine „unschädliche“ (ionisierende) Strahlenbelastung gibt.

Zum Nachlesen: ECCR Report- Tschernobyl: 20 Jahre Später   und Dr. Busbys Folgenabschätzung für Fukushima

Was die Änderung des Risiko-Modells – am Beispiel Fukushima – bedeutet, sehen wir hier: Aus den knapp 3.000 zusätzlichen Krebsfällen (prognostiziert für die nächsten 50 Jahre) der ICRP werden über 190.000 nach dem ECCR-Modell, das Dr. Busby angewendet hat. (In einem 100km Radius um Fukushima Daiichi)

Busby risk Fukushima

 

*Tondel ist ein schwedischer Wissenschaftler, der in seinem Modell zu einer 11%igen Zunahme der Krebsfälle (aufgetreten innerhalb von 10 Jahren) kam, für jeweils 100 kBq Cs 137 zusätzlicher Strahlenbelastung pro m2.

In einem Gespräch (von Dr. Busby) mit dem damaligen ICRP-Direktor Jack Valentin wurde sogar zugegeben, dass deren Modell für die Opfer einer Nuklearkatastrophe nicht anwendbar ist („great uncertainties“) und dass durch radioaktive Strahlung genetische Schäden entstehen. Doch Valentin kommentierte das mit folgenden Worten:

Der einzelne Mensch (von Krebs, anderen Krankheiten oder missgebildeten Kindern betroffen) hätte quasi Pech gehabt, „doch die Bevölkerung insgesamt könnte sogar von einer höheren Mutationsrate profitieren“.

Da fehlen einem die Worte … der Geist von Thomas Malthus und der „Selektion“ der Nazis geht in der Atomlobby um … zynischer geht es nicht mehr: Auslese der „Starken“ durch systemische Vergiftung mit Radionukliden der „Schwachen“ … und die Kinder stehen dabei an erster Stelle …

FORTSETZUNG FOLGT:

Fukushima: Die „Schuldfrage“ (der Tsunami war nicht das Hauptproblem) … Warum Fukushima noch gefährlicher ist als Tschernobyl … Die Vergiftung der Natur (nach Tschernobyl )… über die niemand spricht

twinheaded snake post chernobyl

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4 Kommentare zu „ATOM (2): Die Vergiftung der Kinder

  1. Selam,es ist entsetzlich,zu was der Mensch fähig ist,nur um des Profits wegen!Solch sind Stiefellecker des „Mammon“,sie folgen Satan.Und das Ende Satans ist bekannt,er wird in die Hölle ewiglich verbannt.Seine Follower werden ihm folgen.Was für ein mieser Tausch für ein kurzes Erdenleben,aber sie(Politiker und Industrie(die meisten)) glauben ja nur an dieses Erdenleben,an das Jenseits,wo jede/r sein/ihren Verdienst bekommen wird,glauben sie nicht,selbst wenn,nur wenige!
    Sehr interessante Artikel,die ich gern lese.Danke für diese „Erleuchtngen“!
    Gruss und danke nochmal. Saddam

  2. Die Verbrecher bringen regelmäßig Sendungen mit dem Titel „Wie würde die Welt aussehen, wenn Hitler gesiegt hätte?“ Dabei sind genau sie selber Hitler, wie Dr. Rath beweist: „Augenöffner! Wurzeln der Machtübernahme durch Konzerne in der EU und weltweit“:

    Bei uns sind schon fast alle Pflanzen und Tiere grauenhaft mutiert, das Obst wird immer schiefer und verzerrter. Die Welt zerfällt unter unseren Händen! Es gibt nur eine Lösung, einen Ausweg: alle Atomwaffenkraftwerke sofort abstellen! Das Uran und Plutonium muß alles wieder in die Erde zurück, doch in unterkritischen Mengen. Hat jemand Ahnung, was das bei den Millionen Tonnen, die in den Atomwaffenkraftwerken lagern, bedeutet? Das bedeutet, daß zig Millionen unterkritische Uran-Portionen in die Erde zurückmüssen – aber bitte in zig Millionen einzeln gebuddelten Löchern, weil uns sonst der Planet unterm Arsch wegexplodiert! Und GENAU DAS wäre die gerechte Strafarbeit für die Atomverbrecher! Und die Atomverbrecher müssen auch alle Atomwaffenkraftwerke demontieren – ganz allein und ohne Strahlenschutzanzüge! Das müssen sie, ansonst gehen wir alle drauf.

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