CIA (3): KILLING DEMOCRACY

Roosevelt on fascism

(Question: Who „owns“ the CIA?)

POTUS: THE PATSY IN CHIEF? (Ist der US-Präsident wirklich gut informiert?)

Pilger warWie ich ja schon im letzten Beitrag (aufgrund der Schilderungen von Fletcher Prouty) skizziert habe, ist anscheinend weder der Kongress noch der amerikanische Präsident wirklich „im Bilde“ darüber, was auf der Welt passiert (und warum), sondern diese Entscheidungsträger werden regelrecht mit Informationen „gefüttert“, die ihre Zustimmung zu den kriminellen Aktionen der CIA bewirken soll. Sie erhalten also streng kontrollierte, gefilterte „Nachrichten”, die mit der politischen Realität oft nichts mehr zu tun haben und die wahre Rolle der CIA verschleiern.

Dazu schreibt Prouty in eindringlichen Worten, dass die Abgeordneten und sogar der Präsident selbst durch dieses System intellektuell „versklavt“ bzw. indoktriniert und durch die (wieder von der CIA) verordnete Geheimhaltung dazu gebracht werden, erfundene Geschichten zu verbreiten (als Tarnung, also „cover-story“) und schließlich auch selbst zu glauben:

THE DAILY DOSAGE OF MIND-CONTROL

Even as Congress debates whether or not it should be given more intelligence information by the CIA it can be seen that those august men are again being misled by the turn of events. Should Congress rule that the CIA must brief it on current intelligence matters, it will find itself more and more enslaved by the system, just as the President has been by the current intelligence briefings which are his frequent diet.

Not only will the CIA take over the daily indoctrination of key members of Congress, but it will also place them under the “magic” of its security wraps. Every day it briefs the Congress … it will warn that what they are hearing is Super Red-Hot, Top Secret and that now they have heard it, they must not mention it to anyone. Then … the CIA will provide them with a suitable cover-story.

Day after Day they will hear about happenings around the world, as the ST wants them to hear about them, and day after day they will have less time to hear about them from any other source. Thus their own ideas and knowledge of the outside world will decrease from day to day … to finish … consider what the day by day pabulum of cover story after cover story can do to otherwise intelligent … men.” (Chapter 18, p.414)

CONTAINMENT GOES  GLOBAL

Während der ursprüngliche Zweck der militärisch-geheimdienstlichen Programme das „Containment“ der Sowjetunion war, wurde die (künstlich erzeugte) Angst vor dem Kommunismus (heute ist es die Angst vor dem fabrizierten „Terror“) dazu benutzt, die regelmäßige und massive Einmischung Washingtons in die Politik anderer Länder zu legitimieren.

freeing_to death BlumDiese anmaßenden Interventionen wurden natürlich als „Assistenz“, also „Hilfe“ im Kampf gegen den bösen Feind getarnt. Die CIA (als „Koordinator der geheimdienstlichen Informationen“) produzierte fleißig Berichte über „Probleme“ in demokratischen Ländern, die so dargestellt wurden, dass ein „Eingreifen“ der USA unerlässlich schien. Wurde in einem Land die Gewerkschaftsbewegung immer stärker, gewannen die „linken“ Parteien mehr Einfluss, gab es zunehmend Proteste gegen NATO-Basen in Europa, gegen die Ausbeutung amerikanischer Konzerne in Lateinamerika, etc. immer waren das Anzeichen „kommunistischer Infiltration“, als ob sich ein pathogener Virus ausgebreitet hätte, den man ausrotten muss.

Dazu schreibt Colonel Prouty:

What had begun as a plan to contain Russia and Communism with a strong military force, became not a barrier against Russia itself, but a creeping encroachment upon the sovereignty and territory of our friends. Whether they wanted them or not, we have kept military forces on the soil of our friends for more than thirty years and there is no end in sight.

But even more important, we have developed in more than forty countries strong clandestine and paramilitary forces far more dangerous to the internal welfare of those countries than encroachment of Communism, which is supposed to be the reason of such action. And these covert forces exist. The “Communism” there are there to guard against is for the most part no more than an interpretation of intent. (411)

… If the whole concept of sovereignty were to be abandoned, we would of necessity have to fill the void. We would then face the fact tht we are dealing with raw power, and what is important in the nature of power is the end it seeks to serve and the way it serves that end. […] we must realize that these rights … imply certain duties, such as the duty of non-intervention in the affairs of other nations, and the duty to respect the rules and customs of international law. […].

As this nation turned to a broad … covert campaign of anti-Communism, it pressed its military forces, economic forces, and its intelligence arm upon this group of more than forty countries (Philippines, Indonesia, Thailand, Pakistan, India, Iran, etc.)

[The US] abandoned it position of real leadership in favour of creating a vast intelligence organisation and the mightiest peacetime armed force of all time …and we became totally dependent upon the inputs of intelligence (from any and all sources) .. to activate this great force in what …had come to be called “counterinsurgency”.

By this time, the entire might of the US military had become a reservoir and magazine operating in support of the operational machinations of the Secret Team and its paramount force, the CIA.”

econ tyrannyDie geheimen Operationen der CIA (und in deren Schlepptau das US-Militär) hatten sich also 10 Jahre nach ihrer Gründung weg von der Sowjetunion bewegt und sich auf die drohenden „subversiven Aufstände“ in anderen Ländern konzentriert, wo es galt, amerikanische Investitionen zu schützen bzw. die kapitalistische Penetration des Landes zu gewährleisten. Die Vorstellung, dass die einheimische Bevölkerung dabei ein Mitspracherecht, ja ein Vetorecht habe, ist natürlich für das „ST“ und die Business-Interessen dahinter, völlig absurd.

Prouty betont, dass je tiefer diese Länder infiltriert und (mit brutaler Gewalt und perfiden Intrigen) destabilisiert wurden, desto größer die Geheimhaltung der CIA wurde und zwar nicht nur nach außen, sondern auch gegenüber dem US-Kongress und der amerikanischen Öffentlichkeit:

„.. the agency went out of its way to keep this information from Congress and from the people of the United States” (p. 413)

Wie Prouty richtig feststellt, haben diese kriminellen Aktivitäten unter dem Deckmantel der „Aufstandsbekämpfung“ nie aufgehört, weil die Sowjetunion immer nur ein Vorwand dafür war und später durch einen neuen omnipräsenten „Feind“ ersetzt wurde: der islamistische „Terrorismus“. (Wir kommen später darauf zurück.)

MIND CONTROL & …

Wer aus dem Blickwinkel der Weltherrschaft längerfristig plant, begnügt sich natürlich nicht damit, politische „Brandherde“ zu ersticken (die man meistens selbst gelegt hat), sondern baut Programme auf, die eine Infiltration der Zivilgesellschaft ebenso ins Auge fassen, wie eine Indoktrination des Militärs. Da man sich ja gleichzeitig als “Förderer von Demokratie“ verkaufen will, müssen solche Absichten natürlich getarnt werden und das geht ja auch wunderbar, wenn es einen imaginären, monströsen Feind gibt, gegen den sich die Welt „verteidigen“ muss. Man arrangiert also „Ausbildungsprogramme“, die die gemeinsame „Sicherheit“ erhöhen sollen, auf diesem Prinzip beruht ja auch die Kontrolle der europäischen Militär- und Außenpolitik durch die NATO (also Washington).

THE MUTUAL SECURITY SCAM („Gemeinsame” Sicherheit?)

[They were] working quietly on a vast education and reorientation program of civic action, nation building, and such other ideas, which were in reality a cover for the extension of the covert activities of the ST into the countries served by the Mutal Security Program (and similar programs). Military assistance program countries were the primary targets. The military cover personnel and their civilian disciples worked on this project with the zeal and energy of dedicated missionaries in support of a new and vital religion.”

Luce the real USProuty erklärt, wie die CIA die Lehrpläne in den militärischen Ausbildungsstätten manipuliert hat, um die neue „Sicherheits“-Doktrin in die Köpfe der auszubildenden Soldaten einzupflanzen, wobei man gleichzeitig eine Generation von Offizieren geschaffen hat, die sich damit identifizierte.

Der Lehrstoff für “Zivile Angelegenheiten“ (als Teil der militärischen Ausbildung der Armee) wurde nun nicht mehr vor Ort erstellt, sondern im Pentagon. Dort erarbeitete ein spezielles Team von (CIA-erprobten) Offizieren ein Schulungsprogramm für die neue Militärakademie in Fort Bragg (North Carolina), mit dem die „special forces“ der US Armee, aber auch ausländische Teilnehmer, ab sofort indoktriniert und „motiviert“ wurden, politische und soziale Veränderungen herbeizuführen, falls das Volk das Gerede von Demokratie zu ernst nahm.

Bereits 1959 wurde ein spezielles Komitee gegründet, um das „Trainingsprogramm für gemeinsame Sicherheit“ (MAP) in Bezug auf Doktrin und Konzepte zu evaluieren, mit dem die neue Rolle des Militärs „als Instrument im Frieden und im Krieg“ festgelegt wurde.

Im Bericht des Komitees wurde betont, dass „die Ausbildungsziele zu eng gefasst seien und zu wenig das volle Ausmaß unserer nationalen Interessen … berücksichtigen würden.

Was damit gemeint war, ist eine Empfehlung an die US-Regierung, die „gemeinsame Sicherheit“ (Mutual Security Program) durch spezielle Formen „militärischen“ Trainings zu ergänzen, inklusive der Ausbildung paramilitärischer Einheiten in den betroffenen Ländern.

Dazu schreibt Prouty:

The only way this could be carried out would be to mount clandestine operations in every country where this was to apply. By this period the CIA knew that it was ready, equipped, and in a position to do this in any „counterinsurgency-list“ country, as it had been digging its way firmly into the MAP since the earliest days of the Greek and Turkish aid programs.

CREATING US-INSTRUMENTS OF LATENT POWER

CIA NSNun ist es eine Sache, gemeinsame „Trainingsprogramme“ abzuwickeln, bei dem die ausländischen Teilnehmer mit vollem Wissen und mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer gewählten Regierung von amerikanischen Offizieren geschult werden. Doch was den amerikanischen Sponsoren der neuen Doktrin wirklich vorschwebte, war einerseits die subversive Indoktrination und Infiltration der ausländischen Sicherheitsapparate (Militär, Geheimdienste und Polizei) und andererseits die Ausbildung „paramilitärischer“ Kader, die alle für terroristische Zwecke einsetzbar waren, wenn es „die Situation im Land erforderte“.

Diese Form des “MAP” war also nur durch verdeckte Operationen in den „Zielländern“ zu erreichen und die CIA hatte dafür schon entsprechende Strukturen geschaffen, wofür Nazi-Elemente und die organisierte Kriminalität ohne Skrupel eingespannt wurden.

Prouty merkt an, dass die Verfasser des MAP-Berichtes für die CIA arbeiteten, aber offiziell nicht als solche erkannt wurden. Die Tarnung („cover“) in diesem Fall war besonders bemerkenswert, denn sie operierten unter dem Deckmantel des Weißen Hauses:

They were under cover within the White House itself! Both primary authors of this report*, although recognized throughout this period only as an Army general and an Air Force general, had served for many years with the CIA and then for many more years in service assignments directly supporting the CIA. After they wrote these formative and most influential documents, both of these generals saw considerable service in Southeast Asia, all in conjunction with the CIA. By 1959 and 1960 the CIA was so well entrenched in the Government – and for that matter in the governments of the some forty recipient nations – that it could pull the strings even as far up as in Presidential committees.”

(*General Edward Lansdale (USAF) und General Richard G. Stilwell)

Am 23. Oktober 1974 schrieb die New York Times:

Die Rolle der CIA bei der subversiven Entmachtung ausländischer Regierungen (die als „feindselig“ gegenüber amerikanischen Interessen eingestuft werden) ist ja schon seit längerer Zeit bekannt: das Kaufen von Wählerstimmen, die Bewaffnung von Verschwörern, die Infiltration von Gewerkschaften und all die anderen „schwarzen“ Künste der Geheimdienste“.

TEIL 2

Iron StormAls Beispiel für die Penetration eines „souveränen“ Staates in Europa durch die USA und ihre (vor allem militärischen) „Hilfsprogramme“ möchte ich (aus aktuellem Anlass) Griechenland anführen:

KILLING DEMOCRACY IN GREECE

Die ersten Ziele der „militärischen Assistenz“ in Europa nach dem Krieg waren Griechenland und die Türkei (und die Subversion der Wahlen in Italien durch konspirative „Manipulation des politischen Klimas“, weil die kommunistische Partei Italiens sehr beliebt war und eine Regierungsbeteiligung unbedingt verhindert werden musste; dafür wurde ja auch später Aldo Moro ermordet (siehe dazu die Beiträge zu Gladio).

DAE-10381660 - © - DEA PICTURE LIBRARYDie griechischen Kommunisten / Sozialisten (ELAS) hatten unter großen Opfern gegen die Nazi-Besatzung gekämpft und deshalb auch viel Unterstützung der Bevölkerung. Doch nachdem Churchill in seinem perfiden „Prozent-Abkommen“ mit Stalin dafür gesorgt hatte, dass Griechenland nach 1945 zu „90% in die britische Einflusssphäre“ fiel (wodurch Roosevelts „Deklaration für ein freies Europa“ in Jalta völlig unterminiert wurde), hatten die Griechen keine reale Chance ihre Regierung selbst zu bestimmen. Dieses Schicksal – Verweigerung des Rechts auf politische Selbstbestimmung – wurde ja dann auch durch die „Truman Doktrin“ besiegelt (nachdem man Roosevelts „Abgang“ beschleunigt hatte).

Athens december1944Während einer großen Demonstration von EAM / ELAS (den „Linken“) in der griechischen Hauptstadt (Dezember 1944), schoss die Polizei in die Menge, wobei 25 Menschen getötet und 150 verletzt wurden. Die darauffolgende „Schlacht von Athen“ ging bis zum 15. Jänner 1945, womit eine Phase des Bürgerkrieges endete.

1946 flammte in diesem Spannungsfeld (dubioser Wahlsieg der Rechten und Rückkehr des Königs) der Bürgerkrieg neuerlich (noch brutaler) auf und dauerte drei Jahre.

Dieses als „Aufstandsbekämpfung böser Kommunisten“ dargestellte Massaker an mehr als 100.000 Menschen   (die in Wahrheit griechische Freiheitskämpfer waren, denen man ihr Recht auf politische Selbstbestimmung einfach absprach), wurde mit amerikanischer Unterstützung durchgeführt, nachdem die Briten sich als (finanziell) überfordert erklärt hatten.

Damit die Einmischung Washingtons nicht als (demokratiefeindliche) Arroganz der Macht erkennbar wurde, befahl man dem griechischen Botschafter ein formelles Ansuchen um „amerikanische Hilfe“ einzureichen, dessen Text vom US-Außenministerium ebenso formuliert wurde, wie jener der offiziellen „Vereinbarung“, die daraus entstand. Damit übernahm Washington effektiv die Kontrolle über den griechischen Staat unter dem Deckmantel des „Wiederaufbaus“ (eine organisatorische Rolle, die eigentlich der UN zukam …):

US Aid request Greece

William BlumDazu zitiert William Blum in seinem Buch „Killing Hope“ aus einem Brief des damaligen US-Außenministers George Marshall an den Leiter der amerikanischen „Hilfsmission“ (AMAG):

Blum 2A

Die Wirksamkeit der „Mission“ könne also durch eine „Reorganisation der griechischen Regierung erhöht werden und es sei wichtig, „diese in einer Art und Weise zu erreichen, dass sogar die griechischen Politiker glauben, diese Re-Organisation hätten sie selbst herbeigeführt (und sei nicht durch Druck von außen entstanden).“

Griechische Beamte, die sich als unwillig erweisen, die dafür „notwendige Erweiterung der Kooperation“ zuzulassen, müssten natürlich entfernt werden.“

Die massive Vettern-, Misswirtschaft und Korruption in Griechenland – über die ja heute wieder laut geschimpft wird – hat ihre Wurzeln in dieser Zeit und auch die systemische „Steuervermeidung“ der oberen Zehntausend in Griechenland wurde durch die Militärdiktaturen (als Beschützer der Kapitalbesitzer) bzw. die amerikanische Manipulation der Politik jahrzehntelang gefördert.

Im Oktober 1949 endete der Bürgerkrieg mit einem Sieg der USA in Gestalt des „griechischen“ Militärs, das dank der Millionen aus Washington massiv aufgerüstet wurde: materiell und ideologisch … inklusive paramilitärischer Terror-Einheiten, die hauptsächlich aus ehemaligen Nazi-Kollaborateuren bestanden und wohl den Kern der griechischen „Gladio“-Strukturen bildeten (Zitat unten: Blum, Killing Hope)

US weapons for Greece

Das Ergebnis war die Installation eines brutalen Regimes, für das die CIA eine eigene „Sicherheitsagentur“ kreierte, die KYP (sprich: Gestapo). Politischer Terror gegenüber „Linken“, Straflager und Folter waren an der Tagesordnung.

Die häufigen Wechsel der Premierminister in den folgenden Jahren lässt sich durch den Status Griechenlands als „client state“ der USA erklären: jedes Mal, wenn die Regierung eigene Entscheidungen treffen wollte (die Washington nicht genehm waren), wurde damit gedroht die finanzielle und militärische „Hilfe“ einzustellen, wenn nicht ein US-kompatibler Kandidat an die Spitze der Regierung käme. Der Einfluss Washingtons auf die griechische Wirtschaftspolitik in den 1950er Jahren kam einer ökonomischen Diktatur gleich (siehe dazu das Originalzitat bei Blum unten).

Blum 4a econ control

Dank der EU und den dominanten, anglo-amerikanischen Finanzstrukturen wiederholt sich 60 Jahre später ein ähnliches Drama …

APOFASIZOMEN KAI THIATASSOMEN (Αποφασίζομεν και διατάσσομεν)

fascist-us-flag(Die Geister von IG FARBEN & GESTAPO in Griechenland …unterstützt durch die CIA)

Das war also die „Sicherheit“, die die neue Militärdoktrin versprach: Sicherheit des Kapitals vor der gelebten „zu linken“ Demokratie, die als Bedrohung der imperialen Interessen angesehen wird.

Als 1964 eine Regierung gewählt wurde, die die Frechheit besaß, Griechenland als souveränen Staat zu betrachten, der nach eigenem Gutdünken handelt, sorgten die USA – dank der Erfolge des MAP- 1967 für eine Machtübernahme durch faschistische Offiziere wie Georg Papadopoulos, nachdem der demokratisch gewählte George Papandreou und seine Regierung am 15. Juli 1965 durch König Konstantin zum Rücktritt gebracht wurden, was heftige Proteste der „linken“ Wähler zur Folge hatte. Dank der Intrigen des Palastes und finanzieller „Motivation“ durch die amerikanische Botschaft, gelang es, die Zentrumspartei zu spalten und eine Minderheitsregierung des rechten Flügels unter Stephanopoulos zu etablieren.

Georgiu Papandreou

Georgios Papandreou

Trotz häufiger Demonstrationen und Streiks der Linken, wurde eine politische Krise zunächst verhindert, weil es wirtschaftlich (dank ausländischem Kapital) bergauf ging. Im Dezember 1966 vereinbarten Georgios Papandreou und der Parteichef von ERE, Kanellopoulos, am 28. Mai 1967 Neuwahlen abzuhalten. Gerüchte, dass GP bereit sei, zu viele Konzessionen zu machen (die unbeliebte Monarchie nicht zum Thema im Wahlkampf zu machen und das Militär unangetastet zu lassen) verunsicherten die „linken“ Wähler der Zentristen.

OPERATION PROMETHEUS („Gladio“ im Einsatz)

21april1967Am 21.April 1967 wurde per Dekret das Kriegsrecht ausgerufen und jene Teile der griechischen Verfassung, die die Menschenrechte garantieren sollten, außer Kraft gesetzt. Es folgte die Einrichtung spezieller Gerichte, politische Parteien wurden verboten und das Streikrecht abgeschafft. (Das kommt uns ja irgendwie bekannt vor ….)

Tausende Griechen, deren „linke Gesinnung“ nach CIA-Manier dokumentiert worden war, wurden verhaftet und in Internierungslager auf griechischen Inseln verschleppt. Der Oberstaatsanwalt Konstantin Kollias wurde zum neuen „Regierungschef“ ernannt und verkündete, von nun an gäbe es nur mehr eine legitime politische Gruppe: „Griechen, die an Griechenland glauben“. (Εθνικόφρων)

Doch Kollias war nur eine zivile Fassade für die wahren Machthaber, einem Triumvirat aus drei jungen Offizieren: George Papadopoulos (Premierminister), Nicholas Makarezos (Wirtschaft) – beide mit Geheimdienstausbildung à la CIA- und Stylianos Pattakos, der Innenminister wurde.

Greek military juntaDass die von der CIA erdachte neue Militär-Doktrin (neo-faschistische Offiziere übernehmen dauerhaft die politische Kontrolle) hier auf fruchtbaren Boden fiel, zeigt sich auch daran, dass Papadopoulos (nach einem gescheiterten Gegen-Putsch königstreuer Offiziere) noch mehr politische Ämter an sich riss: Außenminister, Verteidigungsminister, Bildungsminister und ab 1972 auch noch Regent. Damals war die absolute Herrschaft des Militärs erreicht und die Vision der CIA über die (von außen gesteuerte) Formung der Zivilgesellschaft realisiert.

Lehrer, Professoren und Beamte mussten ihren Gehorsam gegenüber dem Regime unter Beweis stellen, andernfalls wurden sie ebenso entfernt, wie Rechtsanwälte und Richter, die zu „unabhängig“ waren. Die Bildungsreformen Papandreous wurden wieder rückgängig gemacht, Schulbücher neu geschrieben und der Zutritt zu den Universitäten von „politischen Tests“ abhängig gemacht. Natürlich wurde die Presse einer völligen Zensur unterzogen und eine endlose Propaganda-Flut ergoss sich über die griechische Öffentlichkeit.

Dabei wurde betont, wie wichtig es sei, den „griechischen Charakter“ zu disziplinieren und Griechenland wurde ständig als Patient dargestellt, den man „ans Bett fesseln müsse, damit die nötigen Operationen stattfinden können (ähnliche Töne hören wir ja heute wieder aus Berlin und Brüssel ..)

Die griechischen Reeder waren von der unternehmerfreundlichen Wirtschaftspolitik der Militär-Junta so angetan, dass sie Papadopoulous auf Lebenszeit zum Vorsitzenden ihres Verbandes machten (sie zahlten keine Steuern). Auch ausländische Konzerne erhielten sehr lukrative Verträge, doch trotz steigendem Wohlstand, stieg die Kluft zwischen arm und reich ständig an (wie heute, wo diese Wirtschaftsdoktrin durch Schuldensklaverei durchgesetzt wird).

DIE „ANARCHO-KOMMUNISTEN“ (Αναρχοκομμουνιστές)

To_pistevo_mas PapadopoulosDer Putsch wurde natürlich damit begründet, dass eine kommunistische Machtübernahme bevorstand, die unter allen Umständen verhindert werden musste, (der gängige Vorwand für die subversiven Machenschaften der USA in anderen Ländern.) Das war völlig absurd, denn die Sowjetunion hatte ja Griechenland dem Westen überlassen (Absprache mit Churchill) und sich bei der brutalen Repression der Sozialisten / Anti-Faschisten nach dem Krieg (durch England und später die USA) völlig neutral verhalten.

Doch der wahre Grund für den Militär-Coup war viel eher, dass nach einem Wahlsieg der Zentristen, eine Säuberung der Streitkräfte von faschistischen Elementen zu befürchten war. Papadopoulos, der damals eine hohe Position in der KYP (eine Art griechische CIA) einnahm, und viele seiner Mitverschwörer wären Kandidaten für eine solch erzwungene „Pensionierung“ gewesen.

xounta1Als die Panzer am 21. April 1967 durch Athen rollten, wurde gleichzeitig eine massive Verhaftungswelle politisch Andersdenkender eingeleitet, die sich auf eine vorbereitete Liste von „Verdächtigen“ stützte und hier kam natürlich die CIA groß ins Spiel und ihr spezielles „Training“ von Polizei und Militär. (Ein ähnliches Szenario fand ja auch in Indonesien u. a. Ländern statt)

In der offiziellen Geschichtsschreibung der USA (Foreign Relations: Greece, Cyprus and Turkey 1964-68) findet man (Jahre später) trotz „Entschärfung“ des Textes noch deutliche Hinweise für die subversiven Aktivitäten der CIA in Griechenland. Hier nur einige Beispiele:

#204: Telegramm der US-Botschaft in Athen an das US-Außenministerium vom 5. September 1965:

Papandreous politisches Comeback sollte verhindert werden, wenn dies ohne eine direkte Konfrontation möglich ist“.

#264: Telegramm (Sender – Empfänger wie oben) vom 24. März 1967 (1315Z):

„ … Jeder Versuch des Palastes und der Rechten, den Wahltermin hinauszuzögern, könnte sich positiv für Papandreou auswirken. Es sei denn, das Ganze wird sorgfältig arrangiert, um das direkte Eingreifen des Königs unsichtbar zu machen …

A Papandreou US threatsDie Wahlen waren für den 28. Mai 1967 festgesetzt und es war mit einem Sieg von Andreas Papandreou zu rechnen. Dieser erzählte später, wie er und seine Partei von der US-Botschaft ziemlich unverhohlen bedroht wurden:

Wenn wir uns nicht bereit erklärten, zu „verlieren“ würde man uns eine diktatorische Lösung des Problems präsentieren. Die geplanten Wahlen fanden nie statt. Eine Gruppe junger Armee-Offiziere, die eng mit den amerikanischen und griechischen Geheimdiensten verbunden waren, stürzten das Land in die Dunkelheit einer Militärdiktatur.“

PRESSEBERICHTE

Am 1. Juli 1973 veröffentlichte die britische Zeitung THE OBSERVER einen Artikel, der dann auch von der New York Times zitiert wurde:

Darin hieß es gäbe Beweise dafür, „dass die CIA den Militärcoup von 1967 arrangiert hat und geheime Informationen über Premierminister Papadopoulos benutzt, die aus der Zeit seiner Kollaboration mit den Nazis stammen, um das Regime unter Kontrolle zu halten“.

In diesem Artikel wird auch die „MAAG“ in Athen zitiert (Military Aid Assistance Group – siehe weiter unten), und damit die Warnung von Colonel Prouty bestätigt: Man sei quasi stolz darauf, dass Herr Papadopoulos „der erste CIA-Agent ist, der Premierminister eines europäischen Landes wurde“.

Die NYT schreibt dazu „Herr Papadopoulos, ein ehemaliger Oberst, war einer von hunderten Geheimdienstagenten, die für Trainingszwecke in die USA geschickt wurden …“. Um der „Motivation“ nachzuhelfen, erhielt er aber auch jahrelang Geld von der CIA (wie auch die obersten CIA-Assets von Gladio in Italien und anderen europäischen Ländern)

FUCK  THE  DEMOCRACY  OF  “FLEAS”

LBJIn diesem Zusammenhang ist ein „Gespräch“ von Präsident Lyndon B. Johnson mit dem griechischen Botschafter Matsas am 11. Juni 1964 (von Matsas selbst) überliefert, das den Menschen in Griechenland zeigt, wo’s lang geht und die Verachtung der amerikanischen Machtelite für echte Demokratie deutlich macht: (Die Spaltung Zyperns war auch das Werk der US-CIA)

“… Wir scheißen auf euer Parlament und eure Verfassung … America ist ein Elefant. Zypern ist ein Floh. Wenn diese beiden Flöhe den Elefant weiter jucken, könnte es sein, dass sie bald zerquetscht werden. … Wenn Ihr Premierminister mir weiterhin die Ohren voll singt über Demokratie, Parlament und Verfassung, wird es sein Parlament, seine Verfassung und ihn bald nicht mehr geben…Sagen Sie ihm das!

fuck democracy in Greece LBJ

TEIL 3

ruins of democracyGIVING AID(S) TO DEMOCRACY ON A GLOBAL SCALE

Das MAP-Schulungsprogramm wurde ständig erweitert und intensiviert. Tausende Männer aus [damals] vierzig Ländern wurden in die USA gebracht, um sie zu indoktrinieren und „ihre Ansichten“ zu modellieren. Der neue Ausbildungsplan der Armee entsprach weitgehend dem Lehrstoff in Fort Bragg, wo sozio-ökonomische und politische Fragen immer mehr Platz einnahmen. Diese Erweiterung der militärischen Ausbildung wurde unter dem Titel „Nation-Building“ legitimiert.

Prouty betont auch, dass diese neuen Lehrpläne nicht nur die „Studenten“ aus dem Ausland indoktrinierten, sondern auch die Lehrbeauftragten des US-Militärs, die sie umsetzen sollten:

To them, this non-military, political, social and economic theme was the true doctrine of the U.S. Army. A whole generation of the U.S. Army has grown up with this and now believes, to one degree or another, that the natural world of an army lies in this political field. . . . They believe the army is the chosen instrument in nation building, whether the subject be political-social-economic or military. In many cases, due to the great emphasis the CIA placed on training the police forces of certain foreign countries, a large number of American servicemen who were used for such training became active in what was really police work and not the scope of regular military work.

To me, it is so fundamental, this idea of what we saw so much of in the sixties and seventies where we sensed as a nation (some of us at least) that these police agencies in other countries that were being so repressive were somehow operating under our tutelage, and with our support and blessings.”

Im kalten Krieg wurde also eine ganze Generation von Offizieren herangezüchtet, die es als „natürlich“ ansahen, dass sich das Militär auch (in Friedenszeiten) politisch engagiert und das Instrument der Wahl ist, wenn „nation building“ (Wiederaufbau ziviler Strukturen nach einem Krieg) auf der Agenda steht. Die subversive Rolle des US-Militärs beim Aufbau staatlicher Machtstrukturen in anderen Ländern (wie z.B. das Training von Polizeikräften) wird also als quasi selbstverständlich angesehen und nicht als Verletzung der Souveränität und des Selbstbestimmungsrechts anderer Nationen.

KILLING DEMOCRACY IN IRAN

Kinzer ShahAls Beispiel für diese folgenschwere Einmischung nennt Colonel Prouty den Iran, den die CIA schon 1949 infiltriert hatte und die laut Prouty „überall im Iran die Finger im Spiel hatte“:

Die Agency hat die iranische Fluggesellschaft gegründet und viele andere Organisationen dieser Art. […] Das führte zu Programmen, in denen tausende junge Iraner, die in den USA ausgebildet wurden, wieder in den Iran „importiert“ wurden, weil sei als zukünftige Führungspersönlichkeiten vorgesehen waren.

Die CIA hatte auch ein umfangreiches Dossier über tausende Leute im Iran, die nach einem Umsturz nützlich sein konnten. Dazu gehörten die unterschiedlichsten Berufe wie Techniker, Ärzte, Journalisten, Lehrer, etc. Aus Proutys Sicht war der Iran der erste Testfall für die Planung und Kontrolle einer Zivilgesellschaft durch die CIA. Das Ergebnis dieser systematischen Subversion war (nach Operation Ajax) die Schreckensherrschaft durch Shah Reza Pahlevi, für den ja auch in Deutschland der rote Teppich ausgerollt wurde, wenn er zu Besuch kam.

KILLING DEMOCRACY IN CHILE (und Operation Condor)

pino_cover250Ein weiteres Beispiel für die subversive Indoktrination bzw. Infiltration des Militärs und der Zivilgesellschaft in einem anderen Land, ist natürlich Chile. Der demokratisch gewählte, sozialistische Präsident Salvador Allende wurde durch einen Putsch der Armee gestürzt und durch den brutalen Militärdiktator Pinochet ersetzt. Jener General Pinochet, der in den USA für solche Zwecke „ausgebildet“ worden war. Dazu Prouty:

Pinochet is the man we trained. Allende, we said was a Communist, a Socialist, and so on. So, we reap what we sow when we get that sort of thing. That’s really what I’m trying to say in the book — that this is the way things were going within the world of the Secret Team. Pinochet

This also reveals that, when the Kennedy administration began to realize some of the activities that were going on — how they had been going on — they began to make major changes. They began to stop some of these activities. It’s that kind of pressure — that universal pressure not any given point, but that universal pressure against the system that was heavily implanted — that led to Kennedy’s death.

MILITARY ASSISTANCE (MILITÄR-HILFE ALS TROJANISCHES PFERD)

Das Programm wird in jedem Land kontrolliert von der “Military Assistance Advisory Group” (MAAG). Die CIA hat sowohl militärisches als auch ziviles Personal in diese Organisation eingeschleust und in manchen dieser Gruppen findet man mehr CIA-Leute als Offiziere. Wie Prouty betont, würde die CIA die Existenz dieser „Maulwürfe“ natürlich bestreiten, sollte man sie darauf offiziell ansprechen und darauf hinweisen, dass diese ja als „militärisches Personal“ deklariert seien, womit sie formal auch zum Militär gehörten und nicht zur CIA. Dass diese „Funktionen“ nur Tarnung sind, ist aber kein Thema.

US Flag Around the EarthDas „Military Assistance Program“ (MAP) ermöglichte eine neue Definition der Rolle und Verantwortlichkeiten der amerikanischen Streitkräfte, erklärt Prouty. Dies sei am Anfang durchaus plausibel gewesen, doch im Laufe der Jahre wurde diese (subversive) Doktrin Teil der „militärischen Denke“ beider involvierten Länder, der USA und des jeweiligen „Gastlandes“ und führte dazu, dass die Rolle des US-Militärs immer penetranter wurde:

This led to a very sophisticated form of direct intervention in the internal affairs of the forty host countries, and in some cases, it resulted directly in the separation of that nation’s armed forces from its political control through practices that will be explained. In this sense the elaborate statements of mission of the mutual security programs are a refined cover story.

ENGINEERING CIVIL WARS „ON DEMAND”

Das MAP wurde also ein (getarntes) Instrument des “Secret Team” (ST), um seine Präsenz im Militärapparat und in politischen und zivilen Organisationen des Gastlandes „bei Bedarf“ so zu verstärken, dass es zum Ausbruch offener Feindseligkeiten kommt. So wird die „Feuerwehr“ (die offiziell für mehr „Sicherheit“ vor Bränden sorgen soll) in Wahrheit zum politischen Brandstifter …

(Als aktuelles Beispiel gibt es ja die Ukraine, wo natürlich auch moderne Methoden angewendet wurden – wie die von Gene Sharp, Details dazu siehe den Blog „Fata Maidana“ – um eine unerwünschte Regierung zu entfernen, aber auch auf alte Nazi-Netzwerke zurückgegriffen wurde …)

US military and CIA interventions since WW2Eine Quelle diese Doktrin war die Civil Affairs School in Fort Gordon (Georgia). In dieser Militärakademie wurde im zweiten Weltkrieg ein Programm mit dem Titel „Zivile Angelegenheiten und die Militärregierung“ (CAMG) unterrichtet. Die dort ausgebildeten Offiziere sollten nach dem Krieg in Europa (in Ländern, die davor vom Dritten Reich besetzt waren) beim Aufbau einer neuen Verwaltung „behilflich sein“. Diese Männer waren also mehr für politische Aufgaben ausgebildet worden, als für militärische.

DIE NEUE SA: PARAMILITÄRISCHES TRAINING FÜR „INTERNAL SECURITY“

Prouty schreibt, dass amerikanische Soldaten in den 1950er Jahren keinerlei Erfahrung mit sogenannten „paramilitärischen Einheiten“ hatten und dass ein entsprechendes Trainingsprogramm entscheidend zur Indoktrination einer ganzen Generation von Militärs und ihren zivilen Pendants beigetragen hat. Gleichermaßen wurden auch zehntausende ausländische Absolventen dieser Akademien (wie in Fort Bragg) dadurch massiv beeinflusst und manipuliert.

Die offizielle Definition der US Armee für paramilitärische Gruppen in den 1950er Jahren lautete:

We Americans are not very well acquainted with this type of organization because we have not experienced it in our own country. It resembles nothing so much as a private army. The members accept at least some measure of discipline, and have military organization, and may carry light weapons. In Germany in the 1920’s and early 30’s the parties of the right … had such organizations with membership in the hundreds of thousands. It is readily apparent what a force this can be in the political life of a country, particularly if the paramilitary forces are armed, when the supremacy of the Army itself may be threatened.“

Am Anfang wurde den Kursteilnehmern beigebracht, wie man militärische Einheiten trainiert, damit sie mit den einheimischen Kräften arbeiten können. In vielen Ländern war die Rolle der US Armee (über die CIA Strukturen) getarnt. Diese trainierte aber nicht die legitimen Streitkräfte des Gastlandes, sondern die paramilitärischen Einheiten, die Teil einer Struktur wurden, mit der die Armee (notfalls) auch ausgeschaltet werden konnte.

MockingbirdIn anderen Fällen arbeitete die CIA mit der Polizei, doch das Ergebnis war das gleiche und basierte auf der offiziellen Doktrin der US Armee: mit amerikanischer „Hilfe“ können die so trainierten Streitkräfte „eine entscheidende Rolle beim Aufbau starker, freier Nationen leisten, deren Regierungen wahre Repräsentanten ihres Volkes sind.“

Das war also die Version, die eine noble Mission vorgaukeln sollte. Doch wie Prouty sarkastisch anmerkt, wäre es extrem schwer, auch nur einen einzigen Fall anzuführen, wo dies auch tatsächlich eingetreten ist.

Tatsächlich passierte genau das Gegenteil: diese Militärs waren das imperialistische Werkzeug zum Sturz von Regierungen, die noch am ehesten den Willen des Volkes repräsentierten und stattdessen faschistische Diktaturen etablierten und mit brutaler Repression an der Macht hielten. (z.B. in Uruguay, Chile, Argentinien, Bolivien, Peru, etc.)

Dort, wo in Krisengebieten die “Rebellen” vertrieben worden waren, wurde dem Militär die Doktrin der „Pacification“ eingehämmert, in der es offiziell nur um die Wiederherstellung von „effective government and security“ ging. Doch in Wahrheit wurde die „Ordnung“ durch brutale Repression und Terrormethoden der „Spezialkräfte“ wieder hergestellt.

Im Laufe der Zeit wurden immer mehr die Methoden der zivilen Subversion in diese Programme integriert, ganz im Sinne der CIA.

Im Handbuch für die Armee wurde im Kapitel „Pazifizierung“ darauf hingewiesen, dass man nicht nur das alte Regime durch neue Beamte ersetzen müsse, sondern auch die alten Sitten und Bräuche gleich mit „entsorgt“ werden:

The army turned itself into a social revolutionary force in the same way that the Chinese Red Army had done during the struggle with Chiang Kai-shek. Every army command started a far-reaching scheme for full civilian employment.“ In other words the local army was the new order, and the U.S. Army was being indoctrinated and trained by CIA instructors to do the same thing.”

Wir sehen also, dass das Militär auf diese Weise Aufgaben übernimmt, die weit über eine militärische Dimension hinausgehen: die Armee wird zum Instrument einer sozialen Revolution gemacht, die jener der Roten Armee in China sehr ähnlich ist. (Wie Prouty öfter betont, waren einige US-Generäle sehr vom „Kleinen Roten Buch“ Mao-Tse-Tungs beindruckt und benutzten es als Vorlage für ihre Schulungen …)

ST coverSchließlich findet man in den Gründen für die Bewilligung von „military aid“ durch die USA an ausländische Regierungen folgende entscheidenden Sätze:

  • Erstens, die Fähigkeit des Empfängerlandes, entscheidend zum Widerstand gegen „aktive Aggression“ (aus dem Ausland) beizutragen, wird durch den Aufbau entsprechender Streitkräfte [damit sind auch paramilitärische und Polizeikräfte gemeint, ergänzt Prouty] und Waffenarsenale maximiert.
  • Zweitens, die Fähigkeit des Empfängerlandes, die innere Ordnung aufrechtzuerhalten und Subversion unter Kontrolle zu haben, wird betont. …Hilfe für asiatische Länder soll dazu dienen, interne Subversion zu unterdrücken und, in geringerem Ausmaß, offene Aggression zu bekämpfen.“

Doch das zentrale Thema der (damals neuen) Militärdoktrin (subversive Übernahme ziviler Sicherheitsbereiche und damit letztlich Entmachtung einer gewählten Regierung) wird hier am deutlichsten zum Ausdruck gebracht:

It is not enough, however, to restrict leadership inputs to United States norms. Except in specifically defined circumstances, our Armed Forces have no operative responsibilities within national frontiers; conforming generally to the precepts of Western democracies, they are not an integral part of the mechanism for maintenance of law and order.

The prevailing concept is expeditionary – an instrument of latent power, unentangled domestically, ready for projection abroad should the exigency arise. Not so for the great bulk of the forces of the new nations. Their role has additional dimensions and their missions are actual as opposed to contingent. They are a key element in the maintenance of internal security and are largely determinant of whether stability or instability characterizes the routine of government. The Officer Corps is perforce deeply involved in domestic affairs…”

Zum Nachlesen: Kapitel 19 aus The Secret Team

Die beste Doku im Internet über die wahren Motive der US-Außenpolitik ist THE POWER PRINCIPLE – (in englischer Sprache)

 

http://www.informationclearinghouse.info/article31417.htm

… und der aktuelle Bezug zum Thema wozu  „Training“ durch das US-Militär?

(Dual Use: Einsatz als imperialistische Werkzeuge der Außenpolitik, bei Bedarf auch Vorwand für  „militärische Intervention“ …)

training rebels in Syria

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar zu „CIA (3): KILLING DEMOCRACY

  1. George Orwell lässt grüssen,sein Roman „1984“ ist fast wahr geworden!Vieles davon,wie ich es las,klang fturoetisch,aber nun sehe ich,vieles ist wahr geworden!Und,wenn ich weiter folgere,wird noch vieles dazukommen,und keiner wird sagen können ,“Hätte ich das doch vorher gewusst,…“ !Das „Wahrheitsmnisterium“ haben wir ja auch,und in vielen Ländern,das „Berühmteste“ ist Guantanamo“ ,made by USA!Der Paradedemokrat!Die vorbildlichsten D(ä)mokraten sind ja Usrahell,die Hölle auf Erden!Aber selbst das,hatte schon Albert Pike in seinen Dokumenten vorausgesagt,Theodor Herzl hatte wohl dort abgeschrieben.Alpert Pike hatte 3 Weltkriege vorrausgesagt,nach diesem 3 tenkommt die NWO.Das dürfte wohl nicht mehr lang dauern,sie versuchen ja jetzt schon einen 3. Weltrieg auszulösen.Die Provokationen Russlands sind bestimmt kaein Zufall!Selbst der Kommunismus war deren Idee,auch die angebliche Dämokratie,mit welchen man wohl die Massen besser kontrollieren könnte.Die Dämokratie hat gewonnen,nur die Masse hat nix davon,weder von einem,noch vom anderen!
    Gruss Saddam

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