GLADIO: Holy War in Europe

Wenn Sie eine Gruppe infiltrieren, die dann Terroranschläge verübt aber nicht merkt, dass sie nur benutzt wird, das ist eine der raffiniertesten strategischen Operationen, die man sich vorstellen kann.

(Daniele Ganser)

„Operation Gladio“ – Was ist das?

Gladiator RCroweGladius = lateinisch für Schwert; wir kennen ja die „Gladiatoren“ aus den Hollywood-Filme über das antike Rom, zuletzt beeindruckend verkörpert durch Russel Crowe.

„Gladio“ im 20. Jahrhundert war (in Italien) die Bezeichnung für paramilitärischen Einheiten, die von westlichen Geheimdiensten während des kalten Krieges heimlich als Terroristen ausgebildet wurden und (als internationales Netzwerk) Teil von totalitären Machtstrukturen waren bzw. sind, die man heute als „deep state“ bezeichnet (die oft benutzte Bezeichnung „Geheimarmeen“ halte ich für irreführend und lehne sie deshalb ab).

Der Name ist an sich schon sehr verräterisch, wenn man sich fragt, welchen politischen Zweck diese „gladiatori“ erfüllt haben, denn das blutige „Theater“ im antiken Rom waren ja von den Machthabern inszeniert. Die Männer, die zum Kämpfen und Töten ausgebildet wurden, hatten ja keinen echten Grund, den anderen umzubringen. Sie waren in den meisten Fällen Sklaven des römischen Imperiums und wurden daher für politische Zwecke – vordergründig als primitive „Unterhaltung“ des Publikums, aber auch zur Demonstration der absoluten Macht (über Leben und Tod) benutzt.

Der Unterschied zu Gladio im 20. Jahrhundert ist, dass die Zuschauer nicht sehen, wer die Gewalt inszeniert und nicht verstehen, warum …

Als das geheime Netzwerk in den 1990er Jahren (teilweise) enthüllt wurde, beeilten sich die Politiker zu betonen, es handle sich doch nur um eine defensive Einrichtung, die im Fall einer sowjetischen Invasion in Westeuropa eingesetzt werden sollte. Doch wie Daniele Ganser in seinem bahnbrechenden Buch beweist, wurde bereits 1956 beschlossen, Gladio als Instrument für interne politisch-terroristische Subversion einzusetzen, wenn es die innenpolitische „Stabilität“ erforderte.

Das bedeutet, es musste verhindert werden, dass „linke“ Gruppen oder Parteien (die zu Recht oder zu Unrecht als „Kommunisten“ und somit automatisch als Werkzeuge der Sowjets klassifiziert wurden) so viel Zuspruch erhalten, dass sie in die Lage versetzt werden, das bestehende System zu verändern (vor allem durch mehr soziale Gerechtigkeit). Dieses „System” steht für die Durchsetzung amerikanischer Hegemonial- und europäischer Kapital-Interessen, die demokratische Grundsätze sofort über Bord werfen, wenn sie der Machterhaltung im Wege stehen.

Vatican CoverDabei schreckt man auch vor Mord und Massenmord nicht zurück, weshalb es nicht erstaunt, dass zu diesem Netzwerk viele alte und neue Faschisten gehörten (sowohl Organisatoren als auch ausführende „Werkzeuge“), Freimaurer, die Mafia und andere kriminelle Banden. Überraschend für viele dürfte aber die Tatsache sein, dass auch biedere Katholiken, Adelige und Teile des Vatikans darin involviert waren (und sind).

Die psychologische Wirkung des Terrors auf die Bevölkerung steht dabei im Vordergrund, weil dadurch eine effektive, kollektive Verhaltenssteuerung möglich wird. Dass Amerika damit jedoch die Souveränität anderer Staaten seit Jahrzehnten systematisch untergraben hat, vom Recht der Völker auf Selbstbestimmung ganz zu schweigen, ist angesichts der moralisierenden Rhetorik gegenüber Russland ein unerträglicher Gedanke.

„Gladio“ wird mittlerweile als Sammelbegriff für das gesamte, europäische Netzwerk der gesteuerten Terroristen benutzt, das von den westlichen Geheimdiensten und Militärs aufgebaut wurde, obwohl diese Strukturen in jedem Land einen eigenen Namen hatten. (Hier wird zunächst nur auf die Terroranschläge in Italien eingegangen, eine Liste der anderen Verbrechen in Europa, wie z.B. die Oktoberfest-Bombe in München, folgt später.)

1 WIE WURDE „GLADIO“ AUFGEDECKT?

Felice Casson1984 begann der italienische Untersuchungsrichter Felice Casson damit, einen ungelösten Kriminalfall wieder aufzurollen: bei einem Bombenanschlag im Mai 1972 waren drei Polizisten in Peteano (Norditalien) getötet worden. Man hatte versucht, die Urheber der Tat im Milieu von kriminellen Banden zu finden, doch dieser (unbegründete) Verdacht konnte nicht erhärtet werden. Ein politisches Motiv käme nicht in Betracht, verlautbarte damals der Chef der Carabinieri.

Doch als Casson die Akten studierte, fielen ihm einige „Ungereimtheiten“ auf: die Ermittlungen, die ein politisches Motiv für die Tat zu Tage fördern drohten, wurden systematisch von staatlichen Behörden behindert. Beweise „verschwanden“, unliebsame Zeugen und Spuren wurden ignoriert, etc.

1972 wurde in der Nähe von Triest ein geheimes Waffenlager entdeckt (vergraben vor einer Kirche), in dem u.a. der gleiche, militärische Sprengstoff zu finden war, mit dem der Anschlag in Peteano ausgeführt wurde. Doch die Behörden hatten sich beeilt, der Öffentlichkeit einzureden, diese Waffen gehörten kriminellen Banden, seien „von den Deutschen übriggeblieben“, usw.

Es wurde also alles unternommen, um von der Spur zu Geheimdiensten, Militär und dem italienischen Staat selbst, abzulenken (wie heute bei „Charlie Hebdo“ und dem „islamistischen Terror“-Scare …)

Ordine Nuovo

Ordine Nuovo

Die Nachforschungen ergaben schließlich, dass eine neo-faschistische Organisation mit dem Namen Ordine Nuovo („Neue Ordnung“) für das Verbrechen verantwortlich war und der „Bombenleger“ selbst wurde ebenfalls ermittelt: Vincenzo Vinciguerra (seine Aussagen haben maßgeblich zur Aufklärung beigetragen).

Die Untersuchungen brachten aber eine strafrechtliche Lawine ins Rollen, denn Casson fand heraus, dass Peteano zu einer ganzen Serie von politischen Terroranschlägen gehörte, die ihren Anfang im Jahr 1969 nahmen: auf der Piazza Fontana in Mailand explodierte in der Banqua di Agricultura eine Bombe, durch die 16 Menschen getötet und 80 verletzt wurden. Weitere Anschläge folgten.

Bologna massacreDer Bombenterror in Italien erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 1980, als am 2. August in einem Warteraum des Bahnhofes von Bologna eine gewaltige Explosion stattfand. 85 Menschen wurden dabei in Stücke gerissen und 200 verletzt. Die Schockwellen gingen durch ganz Europa.

2  ANALYSEN  UND  ERKLÄRUNGEN  ZU  GLADIO

Vielleicht die beste (auf den Punkt gebrachte) Erklärung, welchen Zweck die Terroranschläge verfolgten, kommt von Vincenzo Vinciguerra:

Wenn du bei den „Rechten“ warst, würdest du doch nicht staatliche Einrichtungen oder Leute angreifen, die die Staatsgewalt repräsentieren. Sie erwarteten von dir, dass du unschuldige Leute umbringst. Frauen, Kinder, Menschen, die nichts mit Politik zu tun hatten, aus dem einfachen Grund, weil dass die Massen dazu bringt, sich in die Arme des Staates zu flüchten um mehr „Sicherheit“ zu bekommen.

Das war genau die Rolle der Rechten in Italien. Sie ließ sich vom Staat dazu benutzen, die „Strategie der Spannung“ umzusetzen. Die Leute sollten so weit gebracht werden, dass sie die Ausrufung des Notstands (Kriegsrecht] … akzeptieren und damit bereitwillig einen Großteil ihre zivilen Rechte und Freiheiten für mehr „Sicherheit“ aufgeben würden; damit sie sich wieder ohne Angst auf der Straße, dem Bahnhof, usw. aufhalten konnten …das ist die politische Logik hinter den Bombenattentaten. Sie bleiben ungesühnt, weil sich der Staat ja nicht selbst bestrafen kann …“

Ganser GladioDie politischen Hintergründe des Skandals wurden (wissenschaftlich) erstmals von Dr. Daniele Ganser untersucht und publiziert. Ganser hat als Historiker und Politikwissenschaftler seine akribischen Recherchen natürlich mit hunderten Quellenangaben untermauert und das Buch hätte eigentlich eine riesige Welle der Empörung auslösen müssen – ganz zu schweigen von massiven politischen Konsequenzen.

Doch dank unserer Schafsmedien wurde das weitgehend verhindert, weil das Buch einfach „totgeschwiegen“ wurde.

Nur wenige Journalisten hatten den Mut es zu rezensieren oder seine Veröffentlichung auch nur zu erwähnen. Soweit ich weiß, wurden deshalb auch nur etwa zehntausend Exemplare im deutschsprachigen Raum verkauft (das Buch hätte natürlich ein Millionen-Bestseller sein müssen, angesichts seines brisanten Inhalts).

BBC doc 1992Die BBC produzierte 1992 eine dreiteilige Dokumentation über „Gladio“, die wahrscheinlich am besten dazu geeignet ist, in nur drei Stunden den Zuschauern nahezubringen, worum es hier wirklich geht. Dank Regisseur Allan Frankovich wird klar, dass es dabei um ein militärisch-geheimdienstlich organisiertes, auf „Knopfdruck“ aktivierbares Terrornetzwerk geht und nicht um „Geheimarmeen“ (ein verharmlosender Ausdruck).

2.1 THE RINGMASTERS (Die Direktoren der Arena)

Aus der “Intro” zum ersten Teil (The Ringmasters) im Originalton:

For 40 years secret terrorist organisations, many trained by western intelligence agencies, have manipulated the political control of European sovereign states by a campaign of terror and murder.” Originally part of a secret network these groups changed from defenders of state security into attackers of the established political order.” (Video 03:06)

Die politische Kontrolle „souveräner“ europäischer Staaten wurde also vierzig Jahre lang durch eine mörderische Terrorkampagne untergraben (manipuliert), wobei die ausführenden Untergrund-Organisationen von westlichen Geheimdiensten für diese Zwecke ausgebildet wurden.

Die Brisanz bzw. Aktualität dieser Feststellung nach dem „Charlie Hebdo“ Theater liegt auf der Hand

Die Aussage des zweiten Satzes des englischen Originaltons muss man insofern hinterfragen, als die Bedeutung des Begriffes „Staatssicherheit“ vorher definiert werden müsste, weil dieser natürlich von den Urhebern der „Gladio“-Strukturen für ihre kriminellen Zwecke missbraucht wurde. Hier wurde nicht „Sicherheit“ verteidigt, sondern Machterhalt bzw. die „etablierte politische Ordnung“ („oben“ regiert „unten“ und „rechts“ unterdrückt „links“…), was im Politjargon „Stabilität“ genannt wird.

Die BBC-Doku ist auch deshalb einzigartig, weil sie sich hauptsächlich auf Aussagen von Personen stützt, die selbst in das geheime Netzwerk involviert waren. Dazu gehören Angehörige der Polizei, der militärischen und zivilen Geheimdienste, Beamte und Minister sowie Staatsanwälte und andere ermittelnde Behörden ebenso wie die (häufig naiven) menschlichen „Werkzeuge“ der Drahtzieher von Gladio.

Aber auch einer der „Terroristen“ selbst kommt darin zu Wort: Vincenzo Vinciguerra, verurteilt für das Bombenattentat in Peteano, gab nach seiner Inhaftierung britischen Journalisten mehrere Interviews. Er beschreibt Gladio so:

Es sind Parallelstrukturen, eine unsichtbare Kampftruppe, die nicht für den Krieg gegen einen hypothetischen, äußeren Feind vorbereitet wird, sondern für den Einsatz im „Inneren“ gegen die – wie das Militär immer sagte – „Fünfte Kolonne der Sowjetunion“, die kommunistische Partei und die extreme Linke.“

Wie wir noch sehen werden, war aber nicht nur die „extreme“ Linke im Visier des „geheimen, unsichtbaren Staates“, sondern alle, die eine Änderung der Machtverhältnisse von „oben rechts“ nach „unten links“ ermöglichen konnten und wollten.

2.2 DIE PUPPENSPIELER

So heißt der zweite Teil der BBC-Doku (The Puppeteers) über das geheime Terror-Netzwerk Gladio. Davon die „Intro“ im Originalton:

Six years later (1986) an official report revealed the existence of an invisible government in Italy run by the state secret services and groups of political terrorists; it also identified a secret military and civilian organisation under which neo-fascists were allowed to commit atrocities against civilians for political motives.”

Sechs Jahre später enthüllte ein offizieller Untersuchungsbericht die Existenz einer unsichtbaren Macht (einer Art Parallelregierung) in Italien, die von Geheimdiensten und politischen Terroristen ausgeübt wurde; durch die Untersuchungen wurde ebenfalls eine geheime militärische und zivile Organisation aufgedeckt, in deren Auftrag Neo-Faschisten Gräueltaten gegen Zivilisten begehen durften, zur Erreichung politischer Ziele.“

vinciguerra_vincenzoUnd wieder hat Vincenzo Vinciguerra eine wichtige Aussage gemacht, die erkennen lässt, welche Motive hinter dem Attentat von Peteano steckten, das er selbst geplant und ausgeführt hat:

Peteano war eine Kriegserklärung [gegen den staatlichen Machtapparat] mit einem sehr einfachen Motiv:

Die politischen Kräfte, die sich der Geheimdienste, der Polizei, etc. bedienen, haben die faschistischen Gruppierungen in Italien seit langem manipuliert, schon seit 1945. Peteano war eine symbolische Auflehnung gegen diese Manipulation, eine Vergeltungsaktion gegen den Staat.“

Der größte „Knall“ während des Gerichtsverfahrens zur Aufklärung des Peteano-Anschlages war aber die Aussage Vinciguerras, diese geheimen Machtstrukturen in Italien seien verbunden mit ausländischen westlichen Geheimdiensten, vor allem der CIA. (53:42 Casson Interview)

Dies bestätige auch General Gianadelio Maletti, ehemaliger Geheimdienst-Chef in Italien von 1971-1975, während des Strafprozesses über den Bombenanschlag auf der Piazza Fontana (1969). Er sagte, die CIA wollte einen Nationalismus erschaffen, „der den Linksruck in Italien aufhalten sollte und für diesen Zweck, habe man auch rechts-extremen Terror eingesetzt. Das sei wohl auch in anderen Ländern so gewesen.“

Vinciguerras Beschreibung der Gladio-Strukturen im Prozess war so detailliert, dass die Hintermänner im italienischen Geheimdienst in Panik gerieten, weil sie gedacht hatten, die Organisation in einzelne „Zellen“ (wo jede nur so viel erfährt, wie sie zur Ausführung ihrer Aufgaben braucht – „need to know“) hätte diese Einsichten verhindert.

RECHTER TERROR – AUF LINKS GEBÜGELT

Die Bombenattentate (der als Werkzeuge benutzten „kleinen“ Faschisten) sollten aber nicht nur „Terror“ (also große Angst und Abscheu) auslösen, sondern vor allem den „Linken“ in die Schuhe geschoben werden. In Italien hatten die Kommunisten und Sozialisten nach dem Krieg großen Zulauf (kein Wunder, bei der großen Armut in weiten Teilen der Bevölkerung und einer quasi feudalen Herrschaft der Oberschicht, die von Adel, Kirche und Mafia unterstützt wurde).

Nach Umfragen war 1948 mit einem Stimmenanteil von 30% zu rechnen, während die Christdemokraten nur mit etwa 25% rechnen konnten. Die „rote Gefahr“ wäre also als stimmenstärkste Partei in der Lage gewesen, eine Koalition zu bilden und damit wären „Kommunisten“ in die Regierung gekommen – für die Fanatiker des kalten Krieges eine Horrorvorstellung. Das musste um jeden Preis verhindert werden – was dann auch geschah.

In der ersten Phase verübten die Neo-Nazis (als Werkzeug der geheimen Strukturen) Bombenattentate, um die „Linke“ zu diskreditieren und politisch zu schwächen: jeder Versuch von Sozialdemokraten, mit den Kommunisten eine Partei der nationalen Einheit zu bilden, sollte dadurch unterbunden werden.

In der zweiten Phase wurden (nachdem die Studenten 1968 radikalisiert wurden) dann linke „militante“ Gruppen infiltriert, manipuliert und radikalisiert. Diese subversive Form der „Organisation“ wird im dritten Teil der BBC-Doku von mehreren Insidern bestätigt. Darunter Oswald le Winter, ehemaliger CIA Agent:

Baader-Meinhof, die Roten Brigaden, Action direct, etc. sie wurden alle von den Geheimdiensten penetriert und missbraucht…

(Hermann Scheer zu den Gladio Enthüllungen in Italien)

2.3 THE FOOTSOLDIERS (die benutzten, menschlichen „Werkzeuge“)

aldo-moro-sequestratoBRNeben dem Bombenterror in Belgien (Brabant Massaker) und der Aufdeckung faschistischer Trainingslager für Jugendliche in den Ardennen, steht die Entführung und Ermordung des italienischen Premierministers Aldo Moro im Mittelpunkt des letzten Teils der BBC-Doku. Auch sie wurde ja zunächst den Roten Brigaden zur Last gelegt, diese Tat konnte aber nicht ohne Mitwirkung des italienischen Sicherheitsapparates stattfinden, wie im Film auch gezeigt wird. Laut Vinciguerra

waren alle Mitglieder der Roten Brigaden der Polizei und den Geheimdiensten bestens bekannt“

und einer der Gründer der Gruppe (die beide während der Entführung Moros in Haft waren) sagt aus, dass der Geheimdienstagent, der die militante Organisation infiltriert hatte, [Mario Moretti] sich so viel Vertrauen erschlichen hatte, dass man ihn zum Leiter der militärischen Ausbildung machen wollte.

Diese Erkenntnisse sollten uns auch in der Gegenwart dazu verhelfen, die Märchen über derzeit aktuelle „Terrorgruppen“ zu durchschauen …

CIA-SCHATTENTHEATER: BRIGATE ROSSE  (DIE MARIONETTEN)

Mario MorettiDie Roten Brigaden hatten enge Beziehungen zu einer Sprachschule in Paris mit dem Namen „Hyperion“. Deren Gründer waren Corrado Simioni, Duccio Berio und Mario Moretti.

Simoni hatte für die CIA in ihrem Propagandasender Radio Free Europe gearbeitet Duccio Berio war Informant für den italienischen Geheimdienst, Moretti beschaffte Waffen und war ebenfalls ein „asset“ der CIA. (Er war der Organisator der Moro Entführung und hat ihn auch persönlich erschossen. In einem Polizeibericht war zu lesen: „Hyperion sei [zu dieser Zeit] das wichtigste CIA-Büro in Europa“.

Nur wenige Wochen vor der Moro Entführung im März 1978, hatte Hyperion eine Zweigstelle in Italien eröffnet, die kurze Zeit später wieder geschlossen wurde. Aldo Moro war eine „Gefahr“ für die faschistischen Verschwörer, weil er mit den Kommunisten eine Einheitsregierung bilden wollte, um damit die zermürbende, politische Instabilität zu beenden. Nach einem Besuch in Washington hatte er seiner Frau erzählt, dass ihn Henry Kissinger davor gewarnt habe, diesen Weg weiterzuverfolgen. Er werde dafür „teuer bezahlen“ und solle den Anweisungen der US-Regierung folgen, wenn seine Frau nicht „Jackie Kennedy Gesellschaft leisten“ solle.

The Sphinx MorettiMoretti wurde erst Jahre später [nach Moros Tod] festgenommen, obwohl lange bekannt war, dass er die Entführung organisiert hatte. Seine „mehrfach lebenslängliche“ Haft wurde nie umgesetzt, er wurde vom Präsidenten persönlich begnadigt und 1998 freigelassen. 1984 kam der venezianische Untersuchungsrichter Carlo Mastelloni zu dem Schluss, dass die Roten Brigaden Waffen über die PLO erhalten hatte. Diese wiederum fungierte nur als „conduit“ für die CIA, wie andere Untersuchungen ergaben.

Ich schließe daraus, dass auch die PLO letztlich ein manipuliertes Gewaltinstrument westlicher Politik war, wie es später eben „Al Kaida“, AQAP, Boko Haram, ISIS, usw. sind. Aus legitimen Widerstandsgruppen (gegen ausländische Aggression, Besatzung) wurden brutale „Extremisten“ gezüchtet, die man zu Terroranschlägen (und heute sogar Bürgerkriegen und ethnischen Säuberungen) anstachelt, um damit bestimmte politische Ziele zu erreichen. Man erschafft ein „Monster“, das man als politische Waffe einsetzen kann, und damit wird dann die eigene Gewalt und Skrupellosigkeit legitimiert … 

Nach Moros Ermordung veröffentlichte der Journalist „Mino“ Pecorelli (1978) mehrere Artikel, in dem von einer „strahlenden Supermacht“ im Hintergrund die Rede ist, die die Roten Brigaden gesteuert habe. Ein Jahr später war auch Pecorelli tot. Man fand ihn erschossen in Rom auf.

DallaChiesaEbenso erging es dem Chef der Carabinieri, General Carlo Alberto Dalla Chiesa, der allem Anschein nach Pecorelli einige Briefe von Moro zugespielt hatte, die die Existenz der Gladio-Strukturen offenbarten. Er wurde nach Sizilien versetzt und dort von der Mafia 1982 ermordet. Thomas Buscetta, ein Informant aus Mafiakreisen, sagte 1979 unter Zeugenschutz aus, Andreotti habe beide Morde angeordnet, um sich selbst zu schützen.  In der BBC-Doku sind die Worte von Francesco Cossiga (Innenminister zum Zeitpunkt von Moros Tod) äußerst verräterisch: „…als ich die Entscheidung traf, die mir über Nacht weiße Haare bescherte, Moro zu opfern, um die Republik zu retten … 

Das internationale Netzwerk der Freimaurer, speziell die Loge „P2“ in Italien, hatte eine wichtige Rolle in diesem deep state. „Oswald le Winter“, der CIA Agent, beschreibt P2 in der BBC-Doku so:

“… a wholly owned subsidiary of the company (CIA)… for the furtherance of American aims and politics in Western Europe”

Vinciguerra (einer der intelligentesten „Terroristen“, von denen ich je gehört habe) beschreibt die Ziele der politischen Hintermänner so:

Destabilisierung (das Code-Wort für Subversion, Terror und Mord) um zu „stabilisieren“: Spannung in einem Land zu erzeugen um konservative, reaktionäre soziale und politische Tendenzen zu stärken.“

Extreme Gewalt, die man der Linken in die Schuhe schiebt um die eigenen Maßnahmen zu rechtfertigen …

Der eskalierende Bombenterror („Strategie der Spannung“) in Zahlen (nur für Italien):

1968: 147 Anschläge … 1969: 398 Anschläge …. 1978: 2.500 Anschläge

DIE BEWEISE VERDICHTEN SICH

1990 erhielt der venezianische Untersuchungsrichter Casson von Premierminister (Andreotti) die Erlaubnis, die Archive des italienischen Militär-Geheimdienstes (SISMI) zu untersuchen. Dort fand er ausreichende Beweise für die Existenz des Gladio-Netzwerkes und für die Verbindungen zur NATO und der amerikanischen Regierung (die von der CIA dominiert wird).

Im August musste Andreotti schließlich vor dem Parlament zugeben, dass Gladio existiert, behauptete aber die geheimen Strukturen wären 1972 aufgelöst worden (diese Lüge wurde aber schon bald von der italienischen Presse entlarvt). Daraufhin räumte der italienische Premier schließlich auch ein, dass Gladio mit der NATO verknüpft war.

Dazu schreibt Daniele Ganser: (Wie Andreotti enthüllte, war Gladio gut bewaffnet):

Die Ausrüstung (von der CIA zur Verfügung gestellt) war in 139 Verstecken im ganzen Land verstreut: in Wäldern, Wiesen und sogar unter Kirchen und Friedhöfen vergraben. Nach Angaben von Andreotti gehörten dazu „tragbare Waffen, Maschinengewehre, Munition, Sprengstoff, Phosphorbomben, Handgranaten, Messer und Dolche, 60 mm Mörser, 57 mm rückstoßfreie Gewehre, Scharfschützen-Gewehre, Funkgeräte, usw.“

In der BBC-Doku ist zu sehen, wie ein italienischer Priester, Pater Giuciano, davon erzählt, wie neben seiner Kirche ein solches Waffenlager ausgehoben wurde, als Folge der Aussagen von Andreotti. Dieser leugnete jedoch, dass die Gladio-Strukturen etwas mit den Terroranschlägen in Italien zu tun hätten (kein Wunder: die „Christ-Demokraten“ waren ja selbst Teil dieser Machenschaften (siehe dazu auch die Entführung und Ermordung von Aldo Moro) und deren größte Profiteure …)

Doch eine parlamentarische Untersuchungskommission in Italien räumte im Jahr 2000 alle Zweifel an der Beteiligung von “Gladio” an den Terroranschlägen endgültig aus:

Diese Massaker, diese Bombenanschläge, diese militärischen Aktionen wurden organisiert, gefördert und unterstützt von Männern aus den staatlichen Institutionen Italiens und – wie erst kürzlich entdeckt wurde – von Männern, die zu den geheimdienstlichen Strukturen der Vereinigten Staaten gehören.“ (Ganser, Seite 14)

Ein größerer Skandal wurde wieder einmal mithilfe der Medienschafe verhindert, weil deren Aufmerksamkeit schon bald von Italien weg in den Nahen Osten gelenkt wurde.

Fast zeitgleich mit den Enthüllungen Andreottis begann Saddam Hussein seine Invasion von Kuwait (nachdem ihm die USA dafür scheinbar „grünes Licht“ gegeben hatte. Mit diesem konstruierten „Sarajewo“ des dritten Jahrtausends wurde ja dann der Golfkrieg eingeleitet und (durch weitere Lügen) legitimiert.

GLADIO IST INTERNATIONAL

Doch in anderen Ländern ging der Skandal weiter: in Griechenland gab Ministerpräsident Papandreou zu, dass auch in seinem Land solche geheimen Strukturen existierten. In Deutschland wurden Schockwellen ausgelöst, als bekannt wurde, dass ehemalige SS-Offiziere in die deutsche Version von Gladio involviert waren. Andere Länder folgten (wie Portugal und Spanien, wo der ehemalige Verteidigungsminister das sarkastische Bonmot fallen ließ:

„Es ist doch kindisch zu fragen, ob unter dem Diktator Franco eine geheime, faschistische Armee im Land existiert hat, weil „bei uns „Gladio“ die Regierung (selbst) war.

aber nur in Belgien, der Schweiz und Italien wurden Untersuchungskommis-sionen eingesetzt.

Das belgische Parlament entdeckte, dass diese geheimen, paramilitärischen Netzwerke noch immer aktiv waren. Sie fanden Unterlagen, die bestätigten, dass noch am 23. und 24. Oktober 1990 ein geheimes Treffen in Brüssel stattgefunden hatte und zwar unter dem Vorsitz von General Raymond Van Calster, dem Chef des belgischen Militärgeheimdienstes SGR.

Francois Mitterand (nicht umsonst in Frankreich als „Sphinx“ bezeichnet) behauptete, in Frankreich sei dieses Netzwerk längst aufgelöst worden,

de_gaulle(doch dessen Beteiligung – mit dem erz-katholischen, fanatischen Offizier Yves Guerin-Serac als Terror-Paten – an den dutzenden, gescheiterten Attentaten auf Präsident Charles de Gaulle hat er vergessen zu erwähnen; Präsident de Gaulle wollte die Kolonie Algerien in die Unabhängigkeit entlassen, was die französischen Offizierseliten als neuerliche Schmach, nach dem Verlust von “Indochine“ (Vietnam) ansahen und ihn dafür hassten. Diese Gefühle wurden von den USA instrumentalisiert, denn de Gaulle war auch für Washington ein Dorn im Auge.

Er erkannte, dass durch die NATO Westeuropa zum politisch-militärischen Vasall Amerikas degradiert wurde und er begriff auch, welche amerikanische Schlange er hier ins französische Haus gelassen hatte. In der Folge warf de Gaulle die NATO-Kanaille deshalb aus Frankreich hinaus, worauf sie bekanntlich nach Brüssel zog und heute die Militarisierung Europas gegenüber Russland u.a. vorantreibt.)

wurde aber von den Aussagen Andreottis Lügen gestraft: Er sagte, die Franzosen (von Gladio) hätten an dem jüngsten Treffen in Brüssel auch teilgenommen.

ENGLAND: PERFIDE ALBION

In totales Schweigen hüllten sich britische Regierungsmitglieder – kein Wunder, war der britische Geheimdienst MI6 doch die „andere Hälfte“ der Gladio-Geburtshelfer in Europa:

Wie ein ehemaliger CIA-Agent in der BBC-Doku erzählt,

war von Anfang an Gladio in zwei Einflussbereiche unterteilt: einen britischen und einen amerikanischen, das wurde bei dem Abkommen zwischen Allan Dulles (Chef der OSS, später CIA) und Sir Stuart Menzies (damals Chef von MI6, dem britischen Auslandsgeheimdienst) ausgehandelt …“.

Ganser Gladio mapDie USA waren also „pro-aktiv“ (subversiv) zuständig für: Deutschland, Frankreich, die nordischen Staaten, Griechenland, Türkei und Italien; aber auch in den neutralen Ländern (Schweiz, Österreich, Finnland) wurden subversive, anti-demokratische Strukturen etabliert.

Die britische Regierung „kümmerte sich“ im speziellen Sinn um die Niederlande, Belgien, Dänemark, Portugal und Spanien.

Das große Schweigen aus London wurde aber nicht zuletzt durch eine Ausstellung im Imperial War Museum in London entlarvt, in der die Existenz dieser geheimen Strukturen („Secret Wars“) bestätigt wurde. Kurze Zeit später bestätigten zwei ehemalige Mitglieder der Marine, dass sie in der Nähe von Portsmouth (in Fort Monckton) gesehen hätten, wie MI6 und SAS ausländische „Gladiatoren“ trainiert hatten. Dies wurde auch durch investigative Reportagen der britischen Presse untermauert.

S.A.S emblem

SAS Emblem

Die Rolle der „Eliteeinheit“ SAS (elitär im Sinne von jemand, das sich als „auserwählt“ betrachtet, für den Staat Verbrechen zu begehen, also eine Art britische SS) im Training von Terror-Gladiatoren war erheblich und wird auch in der BBC-Doku erwähnt. Sie spielte auch eine zentrale Rolle bei der Anlage der Waffenverstecke in West-Deutschland. Diese Informationen kamen im Zuge der schweizerischen Untersuchungskommission zu Gladio ans Licht (dort hieß die Einheit P26). Die Ironie dabei war, dass die britische Regierung (jedenfalls ihre Geheimdienste) offenbar mehr über die geheime P 26 Truppe wusste, als die Regierung in Bern (was natürlich auch eine Schutzbehauptung sein könnte).

Gladio logo

Gladio Emblem

Nach Angaben eines ehemaligen Mitgliedes von P 26, Alois Hurlimann, wurden im Zuge der militärischen „Übungen“ auch echte Einsätze durchgeführt: Er habe im Mai 1984 an einem solchen, geheimen Training in England teilgenommen, bei dem ein echter Angriff auf ein Waffenlager der IRA durchgeführt wurde. Dabei sei mindestens ein IRA-Mitglied getötet worden. (Ganser, Seite 45)

Zur Frage, wieviel die Regierungsmitglieder dieser Länder davon wussten, sagt der ex-CIA Mann (Oswald de Winter):

Nur Leute, die amerikanischen politischen Zielen freundlich gesinnt waren, wurden informiert. Die anderen wussten gar nichts.“

Na, das ist ja nicht wirklich eine Überraschung. Man muss sich heute nur fragen, zu welcher Kategorie gehört wohl Merkel?

(Deutschlands Rolle im Gladio-Netzwerk ist eine eigene Geschichte …)

DIE REAKTION DER EU

Insgesamt waren (mindestens) 12 EU-Länder betroffen und am 22. November 1990 wurde der Skandal im europäischen Parlament debattiert und dann eine Liste von Forderungen beschlossen, die zu einer Aufklärung und Strafverfolgung führen sollten.

Doch wie Daniele Ganser in seinem Buch so treffend feststellt: Der Hund bellte laut, er biss aber nicht.

Bis heute wurde keine der acht Forderungen wirklich erfüllt und von einer Rechenschaft oder Strafverfolgung der verantwortlichen Politiker, Militärs, Geheimdienste, etc. kann keine Rede sein.

DIE REAKTION DER NATO (North Atlantic Terror Organisation?)

Gladio CottrellDie Reaktionen von NATO, CIA und MI6 sind ebenfalls nur als schändlich zu bezeichnen. Zuerst bestritt der NATO Pressesprecher alle Vorwürfe (eigentlich Tatsachen), doch später gab er indirekt die Involvierung zu.

NATO-Generalsekretär Manfred Wörner hat am 7. November 1990 in einer geheimen Sitzung mit 16 NATO-Botschaftern bestätigt, dass seit 1952 SHAPE (Vorgänger von NATO) die Aktivitäten von Gladio koordiniert habe. Dieser spezielle Planungsstab wurde von amerikanischen Militärs geleitet, unterstützt von britischen und französischen Kollegen und natürlich war auch CIA immer dabei.

Diese Informationen stammten von General John Galvin, damals SACEUR, der ranghöchste NATO-Offizier in Europa und wurden an die spanische Presse weitergegeben. Man gab zu, dass SHAPE die Zentrale für Gladio war, aber mehr nicht. Ansonsten hieß es immer „kein Kommentar zu Geheimsachen“.

Laut Ganser ergaben weitere Recherchen, dass Gladio über das CPC (Clandestine Planning Committee) bzw. das untergeordnete ACC (Allied Clandestine Committee) gesteuert wurde. Der italienische General Paolo Inzerilli (Kommandeur von Gladio zwischen 1974 und 1986) sagte vor Gericht aus, dass „die allgegenwärtige USA“ das CPC stets dominiert habe, das vom SACEUR ins Leben gerufen wurde.

Laut General Gerardo Serravalle (Gladio-Kommandeur von 1971-1974 und ebenfalls in der BBC-Doku zu sehen) waren die Mitglieder des CPC (Offiziere) für die geheimen Strukturen in den jeweiligen Ländern verantwortlich.

Die Schnittstelle zwischen SHAPE und den zivilen Geheimdiensten wurde von „ITAC“ ausgefüllt, das nominell zum US-Militär gehörte, aber in Wahrheit immer von CIA-Leuten besetzt war (siehe dazu BBC-Doku, Teil 2). Die Besprechungen dieser höchsten Exekutivorgane fanden ein- bis zweimal jährlich in Brüssel statt.

Die CIA hat auf Anfragen immer die gleiche Antwort parat: „Wir können diese Angaben weder bestätigen noch widerlegen…“

fascist-us-flagSchließlich tauchten geheime SHAPE-Dokumente auf, aus denen hervorging, dass „extrem-rechte“ Gruppen (sprich: Nazis) vor Strafverfolgung geschützt werden müssen, weil sie im Kampf gegen den Kommunismus sehr nützlich seien. Demnach existiert ein geheimer Appendix zu den NATO-Beitrittsverträgen, wonach sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, politische Verbrechen dieser Dual-Use-Faschisten strafrechtlich NICHT zu verfolgen. (Was so manche seltsamen Vorgänge in Deutschland erklären könnte …)

Obwohl es mittlerweile also eindeutige Aussagen von Beteiligten des Netzwerkes gibt, wird weiterhin so getan, als ob diese Verbrechen nie stattgefunden hätten, was ja im Fall der USA „normal“ ist … (Pinter, again …)

Als Schlusswort dieses Artikels soll ein aufschlussreiches Statement aus dem Untersuchungsbericht des italienischen Parlaments (1995) dienen:

Puppetmasters coverMan kommt ohne jeden Zweifel zum Ergebnis, dass Elemente der CIA in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre eine massive Operation begonnen haben, in der unter Einsatz aller Mittel, die Ausbreitung von linken Bewegungen europaweit verhindert werden sollte.“

Diese Operation hat nie aufgehört ….(und schon viel früher angefangen ..)

Mehr interessante Bücher über Gladio (speziell über Italien)

  • GLADIO: THE SECRET U.S. WAR TO SUBVERT ITALIAN DEMOCRACY – ARTHUR E. ROWSE
  • THE BLACK PRINCE AND THE SEA DEVILS – JACK GREENE AND ALESSANDRO MASSIGNANI
  • PUPPETMASTERS: THE POLITICAL USE OF TERRORISM IN ITALYPHILIP P. WILLAN

 

 

 

 

JE SUIS IMBÉCILE: Charlie dirigiert die Massen …

(Der „Gladio“ Artikel wird auf den nächsten Beitrag verschoben)

Rob Tornoe cartoon CH

Too Good To Be True:

10 Gründe, warum die Medien-Story nicht plausibel ist …

Die offizielle Story über die Vorgänge in Paris rund um „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt in Porte de Vincennes , die zum Tod von 17 Menschen geführt haben (sollen), gerät immer mehr ins Wanken. Während die Schafsherde der Medien und Zuschauer ihre Denkfähigkeit von einer inszenierten Welle der Solidarität und des Mitgefühls wegspülen lässt, versucht eine kleine Minderheit kritischer Mitmenschen der Wahrheit auf die Spur zu kommen. In Zeiten des „universellen Betruges“ (Orwell) keine leichte Aufgabe …

1  TOTALVERSAGEN DER „TERROR-PRÄVENTION“

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, ist das gleiche Muster erkennbar wie bei „911“:

Trotz gigantischer Ausgaben für „nationale Sicherheit“, einem umfassenden Überwachungssystem und enger Zusammenarbeit der Geheimdienste konnte dieser Anschlag nicht verhindert werden. Und das, obwohl einer der Brüder bei den „Anti-Terror“-Fahndern seit Jahren bestens bekannt und inhaftiert war. Die vermeintliche „Inkompetenz“ dient aber in Wahrheit nur die Verschleierung der Tatsache, dass diese Anschläge stattfinden sollten, um ein bestimmtes politisches Ziel zu erreichen, wobei die der Welt vorgeführten „Täter“ natürlich nicht die Drahtzieher des Verbrechens sind.

2  UNGLAUBWÜRDIGE  IDENTIFIZIERUNG  DER TÄTER

France Newspaper AttackNach der abscheulichen Tat gelingt es denselben fahrlässigen Behörden aber in Windeseile, nicht nur die Täter zu identifizieren, sondern sie auch gleich noch zur Strecke zu bringen. Dies ist natürlich notwendig, damit die Beschuldigten nicht mehr zu Wort kommen und das Komplott bzw. die „PSYOP“ entlarven können.

Nachdem sich die Täter völlig vermummt haben, um unerkannt zu bleiben, waren sie aber dumm genug, auf der Flucht einen Ausweis (und Fingerabdrücke) zurückzulassen, der den Fahndern die Arbeit gewaltig erleichterte. Ein ähnliches Märchen wurde ja schon bei „911“ getestet (Pass übersteht Höllenfeuer und Pulverisierung des WTC) und von den Massen und ihren Medien akzeptiert.

3 UNGLAUBWÜRDIGE  SCHILDERUNG DES  TATHERGANGS

Eine Angestellte von Charlie-Hebdo, Corrine Rey, (die ins Büro zurückkehrte, nachdem sie ihr Kind abgeholt hatte) soll dazu gezwungen worden sein, den Sicherheitscode am Eingang einzutippen. Sie soll auch Zeugin der Schießerei geworden sein, während sie sich unter einem Schreibtisch versteckte.

Doch wo waren die Polizisten, die seit 2011 vor dem Bürogebäude von Charlie Hebdo stationiert waren? Wenn sie nicht dort waren oder verletzt / tot am Boden lagen, warum hätte sich Madame Rey dann dem Gebäude genähert? Jeder normale Mensch hätte angesichts der bedrohlichen Situation sofort das Weite gesucht, um sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu holen. Anders gefragt: War es nicht ein unglaublicher Zufall, dass die Pseudo-Islamisten genau in dem Moment auftauchten, als „Cora“ quasi schon vor der Tür stand?

Nach Angaben von Le Monde sagte ein Mitarbeiter von Charlie Hebdo, die Täter mussten Insiderinformationen gehabt haben, weil sonst nie so viele Leute im Büro anwesend waren.

Im zweiten Stock angekommen, gingen die Killer direkt in die Redaktionsräume und eröffneten das Feuer auf die versammelten Journalisten, einen Gast und auch Brigadier Brinsolaro (SDLP), der ja für Chefredakteur Charbonnier Personenschutz leisten sollte. Wieso hat er nicht geschossen und woher wussten die Täter, wann die Redaktionsbesprechung war?

Franck BrinsolaroBrinsolaro ist auch deshalb äußerst interessant, weil er nach Angaben seiner Kollegen als Personenschützer auch im Ausland tätig war (z.B. in Kambodscha und Indonesien – zwei ehemalige französische Kolonien) und auch in „territoires hostiles“ wie Bosnien (Sarajewo) und Afghanistan als Bodyguard gearbeitet hat, also in Ländern, wo der NATO-Terror viele tausend Opfer gefordert hat, für die keine Trauer- und Solidaritätskundgebungen stattfinden.

Offizielle Darstellung: Als gegen 11:30 mehrere Anrufe von Anwohnern bei der Polizei eingingen, dass mit automatischen Waffen geschossen werde, versammelten sich mehrere Polizeieinheiten vor Ort. In der Allée Verte kam es dann zu einer Konfrontation zwischen der Kriminalpolizei und den Terroristen, ein heftiger Schusswechsel folgte, wobei das Polizeifahrzeug angeblich durchlöchert wurde, doch niemand wurde verletzt und die Killer konnten nach einem weiteren Duell mit einer anderen Polizeieinheit entkommen. Auf der Place du Colonel Fabien stießen sie mit einem VW Touran zusammen und ließen den Citroën schließlich in der Rue Sadi Lecointe im 19. Bezirk stehen. Sie setzten die Flucht dann mit einem gestohlenen Renault Clio fort, nachdem sie dessen Fahrer mit Gewalt vertrieben hatten (so genanntes „car-jacking“). Dann verlor sich ihre Spur …

special forces hunting for TS Charlie HebdoWie konnten zwei bewaffnete Männer sich gegen ein solch massives Polizeiaufgebot durchsetzen? Wie konnten sie Straßensperren und Ringfahndung entgehen, während einer Generalmobilmachung der Sicherheitskräfte?

Das ergibt alles keinen Sinn und warum dann auch noch Aufmerksamkeit auf sich ziehen, indem man eine Tankstelle überfällt und sich später mit einer Geisel verschanzt?

So verhalten sich Kriminelle in Actionfilmen, aber nicht militärisch ausgebildete Kommandos, die politische Anschläge ausführen. Niemand hatte die Gesichter der beiden Täter gesehen, sie hätten also einfach Masken und Kampfanzug ablegen, die Waffen verstecken, sich eventuell verkleiden und in der Millionenstadt Paris untertauchen können.

Eine ähnliche Show haben wir ja auch beim Boston Marathon gesehen, wo uns auch zwei Brüder als „Patsies“ vorgeführt wurden. Dzokhar soll ja noch leben, kann aber wohl nicht mehr sprechen (oder nicht mehr klar denken?).      

4  ERSCHIESSEN OHNE BLUT

Laut Angaben der Pariser Polizei kam es im Boulevard Richard Lenoir zu einem neuerlichen Schusswechsel mit dem Killerkommando, wobei der 41-jährige Polizist Ahmed Merabet schwer verletzt wurde. Er soll nach Angaben der Agentur Reuters jener Polizist sein, der in dem brutalen „Kopfschuss-Video“ zu sehen ist.

Doch das weltweit verbreitete Video, indem scheinbar die brutale Ermordung eines Polizisten auf der Straße gezeigt wird, ist eine Illusion.

fake headshotBallistik-Experten und Kriegsveteranen, die sich die Bilder in Zeitlupe angesehen haben, sind sich einig, dass keine scharfe Munition verwendet wurde, weshalb auch kein Rückstoß, kein Blut, ja nicht einmal eine Wunde zu sehen ist.

shot-fired-and-dust-cloud VTSie wissen, ein Kopfschuss mit einer AK-47 aus nächster Nähe hätte furchtbare Folgen: der Kopf würde förmlich „explodieren“, es würde also Blut, Gehirn und Gewebe austreten, verursacht durch die hohe Geschwindigkeit des Projektils, Nichts davon ist zu sehen, nur zwei weiße Wölkchen.

Was mir noch auffiel, ist, dass der Polizist im Video nicht Merabet sein kann, weil er eine sehr helle Hautfarbe hat, während Merabet ja aufgrund seiner Abstammung aus Algerien viel dunkler ist.

5  VIDEOS FÜR  STIMMUNGSMACHE & „INFORMATION-DOMINANCE“

Zuerst muss man sich fragen, wie es möglich war, diese Videos zu produzieren. Normale Menschen neigen dazu, verängstigt zu sein, wenn vor ihrem Haus Schüsse fallen und vermummte Killer-Kommandos auftauchen. Man geht sozusagen psychologisch „in Deckung“. Doch in diesem Fall war man geistesgegenwärtig genug, nicht die Fassung zu verlieren und stattdessen einen eiskalten „Mord“ zu filmen (wenn man die offizielle Story glaubt).

Auch die sofortige Überschwemmung der Medien mit hunderten Fotos (die vor allem das gigantische Polizeiaufgebot zeigen und Terror-Angst schüren) ist verdächtig und deutet auf eine konzertierte Propagandaaktion hin.

Dann gibt es noch Leute, die demonstrieren wollen, dass das Video (der französischen TV-Sender France24 zeigte einen Clip mit dem „Allahukbar“-Ruf, der die vermummten Täter als arabische Terroristen brandmarken soll) kein ungeschnittenes Rohmaterial ist, sondern manipuliert wurde: die Polizisten wurden an geeigneter Stelle herausgeschnitten und die Terroristen eingefügt:

3 policemenZuerst sieht man drei Polizisten (dunkel angezogen mit weißer Schrift auf dem Rücken) auf der Straße, die sich auf die Kreuzung zu bewegen, wo der schwarze Citroen (das Auto der Täter) später zum Stehen kommt.

In der nächsten Szene sind die Polizisten plötzlich verschwunden, während die Kamera sich wieder auf das Dach des Gebäudes richtet, wo sich mehrere Männer aufhalten (davon einer mit einer schusssicheren Weste). Dann tauchen (in weniger als einer Sekunde) die zwei “Killer“ auf und rufen „Allah ukbar“ (nicht Allah u akbar, wie echte Muslime es tun).

shooters appear policemen disappearVon der Polizei ist jetzt nichts mehr zu sehen, deshalb gibt es auch keinen Schusswechsel und keine verletzten Polizisten. Als die Killer auftauchen, duckt sich der Mann auf dem Dach, genau in diesem Moment (des Kameraschwenks) werden die „Killer“ ins Bild eingefügt. (Machen Sie sich hier selbst ein Bild, ob diese Interpretation richtig ist)

6  THE ISRAEL CONNECTION

Wie es der zionistische Zufall wollte, befand sich Amchai Stein, der stellvertretende Direktor des israelischen Fersehsenders IBA Channel 1, genau zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“ des „Terrors“ und hat als erster Fotos der Schießerei bzw. von Szenen nach der Tat im Internet veröffentlicht, die die offizielle Version untermauern sollen:

Amchai Stein twitter 1

Und was finden wir hier?   אני שארלי

Laut dieser jüdischen Internetseite bedeuten diese Zeichen:

Ich bin Charlieauf Hebräisch.

Das ist ja eher wenig spannend, doch dann das:           

             אני ישראל

Für Leute, die nicht hebräisch sprechen wie ich, auf den ersten Blick das Gleiche, doch wenn man genau hinsieht, sind es dieselben Buchstaben in anderer Reihenfolge (die ersten vier Zeichen). Und was bedeutet das?

Ich bin Israel auf Hebräisch.

Die Verfasser dieses Beitrags weisen dann auch noch darauf hin, dass diese Spiegelung für Studenten der Torah eine große Bedeutung habe, weil [sie quasi als versteckte Bedeutung die Botschaft enthalte] „diejenigen, die Charlie angegriffen haben, die gleichen sind, die auch Israel angegriffen haben“ was sie dann mit dem Ausruf -das stimmt ja auch! – untermauern.

Für nicht-religiöse Studenten des Zionismus und der Politik des zionistischen Staates Israel hat diese kleine „Perle“ der Information aber eine ganz andere Bedeutung, weil sie sie in einem völlig anderen Kontext sehen: es könnte eine Art „talmudischer“ Hinweis darauf sein, dass der israelische Staat hinter den Anschlägen steckt und sich auch noch damit brüstet – was niemand wundern würde, der sich für Geopolitik interessiert …

Das „Geiseldrama“ im koscheren Supermarkt (das nach Darstellung einiger Internetseiten, die von ehemaligen Angehörigen militärischer „Spezialkräfte“ betrieben werden, eine „false flag“ Aktion des Mossad war) hätte man vielleicht als realistisch akzeptieren können, wenn nicht die absurde Verbindung zu den Palästinensern konstruiert worden wäre.

1 UN resistance against occupation is lawfulIhr unbeugsamer Widerstand gegen einen selbstgerechten Schurkenstaat, der sie seit fast 7 Jahrzehnten enteignet, demütigt, quält und ermordet, es aber nicht schafft, sie als kollektive Gemeinschaft zu brechen. (Siehe dazu meine zahlreichen Artikel über Israel bzw. Palästina), soll durch diese Farce entehrt und kriminalisiert werden.

Europe on the fence proPalDer Massenmörder Netanyahu fürchtet, dass die Stimmung in Europa in naher Zukunft „kippen“ könnte, also die Politik nicht mehr bloß scheinheilige Lippenbekenntnisse und „Empörung“ von sich gibt, sondern Palästina wirklich unterstützt.

Erhielt Frankreich diesen brutalen „Denkzettel“, weil es gewagt hat, sich gleich dreimal  für die Palästinenser einzusetzen? Dieser  ätzende, vor Selbstgerechtigkeit triefende  Artikel legt diese Schlussfolgerung nahe:

And France certainly has been at the forefront of pro-Palestinian activism, especially in recent weeks. 

On Dec. 2, the French parliament voted overwhelmingly to demand that the French government immediately recognize the “State of Palestine.Not after negotiations. Not with Israel’s agreement. Just do it right away, whether the Israelis like it or not. And the vote wasn’t even close—339 in favor, 151 against.

Four weeks later, the Palestinian Authority presented a resolution to the United Nations Security Council, setting a timetable for Israel to unilaterally withdraw from all of Judea, Samaria, [Westjordanland] and most of Jerusalem.

[Dieses Ende der brutalen Besatzung ist Bereits seit 1967 ,UNSC-Resolution 242 ff. überfällig, wurde aber von Israel  ignoriert und durch ständige, weitere Enteignungen noch verhöhnt  – siehe Jeff Halper -„Nishul“)

That is, back to the pre-1967 armistice lines that Abba Eban said would make Israel so vulnerable that it would set the stage for another Holocaust. [völlig absurd- crying and shooting again ..]

In the meantime, there was more pro-Palestinian news from France. The city council of Aubervilliers, which is a suburb of Paris, voted to grant honorary citizenship to Marwan Barghouti, a Palestinian terrorist leader who is currently service five consecutive sentences of life imprisonment for carrying out a series of terrorist attacks in Israel.

[Who started and never ended the terror? Israel – see Ilan Pappe]

France’s national government was not responsible for the decision of Aubervilliers to honor a mass murderer. But when combined with the French parliament’s vote on Palestinian statehood, and the French government’s vote at the U.N., one would think that this French bear-hug of the Palestinians would impress the Islamists. The massacre of journalists in Paris by killers shouting the jihadist call of “Allahu Akhbar” indicates that perhaps the linkage that Kerry imagines is nothing more than that—imaginary.“

7 WIDERSPRÜCHE & UNGEREIMTHEITEN

Zeugen (darunter auch Polizisten) sagten aus, wie gelassen die Mörder waren und erwähnten ihre große Treffsicherheit beim Schießen: sie trafen demnach „ihre Ziele mit einem Schuss, anstatt einfach wild herumzuballern.

Amchai stein twitter 3Dann zeigt man uns ein Polizeifahrzeug mit einer durchlöcherten Windschutzscheibe (gezählte 11 Einschüsse, laut Reuters waren es aber sogar 30 abgegebene Schüsse) und trotzdem wird – während der intensiven Schusswechsel – kein Polizist (und kein „Terrorist“) verletzt oder getötet? Wer soll das glauben?

(Das manipulierte Video liefert ein viel bessere Erklärung dafür: die Schießerei hat so nie stattgefunden …)

Laut AFP, der französischen Presseagentur, beschrieb ein Augenzeuge den Anschlag auf Charlie Hebdo „wie eine Szene aus einem Film“.

Ich sah, wie sie abhauten und Schüsse abfeuerten. Sie trugen Masken. Diese Jungs meinten es ernst. Zuerst dachte ich, es seien Spezialeinheiten der Drogenfahnung oder sowas in der Art.“

AFP witness special forces hint(Bild: AFP Report, übersetzt ins Englische von msm)

In der ersten Story, die in den Medien verbreitet wurde, war ja immer von drei Terroristen die Rede.

Am Mittwoch erzählten zwei Terrorbekämpfer dem amerikanischen Fernsehsender NBC, einer der Täter sei getötet worden und zwei befänden sich im Polizeigewahrsam. Wurden diese „Informationen“ schon vorher verteilt und erwiesen sich dann als „voreilig“, weil das Szenario notgedrungen kurzfristig geändert wurde?

Auf allen Bildern und Videos sind nur zwei Männer zu sehen. Der dritte „Verdächtige“ musste ausfallen, weil er ein 100%iges Alibi für die Tatzeit hatte. Um diesen faux pas auszubügeln, wurde der „patsy“ Coulibaly aus dem Al Kaida-Zylinder gezogen und als dritter Verschwörer präsentiert, der sich für seine verbrecherische Aktion „extra“ einen koscheren Supermarkt ausgesucht hatte, um den unterdrückten Palästinensern Tribut zu erweisen.

Es gibt nur eine Partei, die ein massives Interesse daran hat, den legitimen Widerstand der Palästinenser mit dem synthetischen Terror des Westens in Verbindung zu bringen: die israelische Regierung. (Siehe Pkt. 6)

8 „TERRORISTEN“ ALS BÖSARTIGE & GROTESKE KARIKATUR DES ISLAMS

Die krampfhaften Bemühungen (der wahren „Terror-Förderer“) mithilfe der Medien, dem Publikum einzuhämmern, dass es sich hier um „fanatische Islamisten“ handelt, sind kabarettreif:

  • Die “Verdächtigen” müssen stets – am besten vor und nach der Tat lautstark „Allah u akbar!“ rufen, damit haben sie sich in den Augen der verblödeten Zuschauer ja bereits als arabische Terroristen ausgewiesen. Dass diese akustische Visitenkarte nur Tarnung sein könnte, darf nicht in Erwägung gezogen werden.
  • Um ganz sicher zu gehen, dass die Verbrecher in die richtige Kategorie von Bösewichten eingeordnet werden, ist die Mitgliedschaft bei den diversen Regionalorganisationen von „Al Kaida“ laut und deutlich zu verkünden. Eine noch bessere Wirkung wird natürlich (zusätzlich) mit schwarzen Fahnen und anderen „Terror“-Requisiten erzielt.

isis mercenaries(Die PR-Auftritte von „ISIS“, IS oder welches Akronym gerade genehm ist, sind derartig lächerlich, dass man sich fragen muss, wieso die Leute auf so etwas reinfallen;)

  • Zum Vergleich – wie sich echte, politische Kampfeinheiten benehmen, bei denen der Islam zwar eine wichtige Rolle spielt, aber natürlich nicht das eigentliche Motiv für die Gewalt ist, sondern die Verbrechen Israels und der USA (samt Vasallen) kann man sich die libanesische Hisbollah anschauen (die eine soziale Bewegung, eine gewählte Partei und eine Kampftruppe unter ihrem Dach vereint).
  • Dass es sich bei den vom Westen fabrizierten „Terror-Milizen“ überwiegend um indoktrinierte Idioten, Verbrecher und brutalisierte Söldner handelt, die als mörderische Werkzeuge der Außenpolitik missbraucht werden (Gladio 2.0), sollte mittlerweile jedem intelligenten Beobachter klar sein.
  • Der neueste, theatralische Islamisten-Gag ist aber der ausgestreckte Zeigefinger. Wie z.B. Journalisten der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ uns einreden wollen, ist das eine Art geheimer Code für „radikale Islamisten“ und prompt hat man ihn auch in Paris „entdeckt“ (auf einem extrem unscharfen Bild).

PARIS-fingerDass diese zur Schau gestellte, groteske Form von „Religiosität“ aber mit dem Verhalten echter Muslime unvereinbar ist, wird nicht diskutiert. Und selbst die echten „Gotteskrieger“ (fanatische Salafisten bzw. Takfiris, die auch nur als Werkzeuge der Geo-Politik benutzt werden), würden sich nicht so benehmen, wie z.B. Thierry Meyssan konstatiert:

„Sie hätten auf jeden Fall die Archive des Magazins zerstört, weil es die „Pflicht“ dieser Gotteskrieger sei, alle Objekte zu zerstören, die nach ihrer Meinung „Gott beleidigen“ (oder seinen Propheten) und die „Feinde Gottes“ zu bestrafen. Sie wären auch nicht sofort wieder geflohen (um der Polizei zu entgehen), sondern hätten ihre „Mission“ erfüllt, auch wenn sie dabei selbst umgekommen wären.

Dass sie einem verwundeten Polizisten eiskalt in den Kopf geschossen haben ist auch ein klares Indiz dafür, dass dieser Mord nichts mit der „Vergeltung“ für die Beleidigung des Propheten zu tun hatte und schon gar nichts mit dem vulgären Humor des Magazins Charlie Hebdo. [Inzwischen wissen wir ja, dass die Exekution so nie stattfand]

Thierry Meyssan ist überzeugt davon, dass dieses Attentat die Kluft zwischen französischen Muslimen und Nicht-Muslimen vertiefen soll, wobei auch ein Bürgerkriegsszenario ins Auge gefasst wird. Man kann nur hoffen, dass er nicht recht hat ….“

Abgerundet wird die „Shocking Terror Picture Show“ dann durch Aufritte von selbsternannten „Terror-Experten“, deren Qualifikation für diesen Titel von niemand hinterfragt wird. Wie Glen Greenwald in diesem Interview feststellt, sind sie allesamt Scharlatane, die ein persönliches Interesse daran haben, den „Terror-Scare“ aufzublasen, weil sie ja schließlich davon profitieren. Hier ein kleines Beispiel daraus:

Steve EMERSON (der sich selbst als „eine der führenden Autoritätenfür islamistische Netzwerke bezeichnet) erklärt zunächst, dass es „in ganz Europa “No-Go” Zonen gäbe, wo sich kein Christ mehr hin wagen würde. Orte (in Frankreich, England, Schweden, Deutschland) wo die Regierung quasi nicht mehr souverän sei, wo Scharia-Gerichte eingerichtet seien, wo die „Muslim-Dichte“ sehr hoch sei, wo selbst die Polizei nicht mehr auftaucht, wo es schon einen Staat im Staate gebe –

Daraufhin die Moderatorin “Weißt du was, Steve das klingt für mich schon nach einem Kalifat …“

EMERSON weiter: „Ja, das klingt wirklich so ..und in England sind es nicht nur „No-Go“-Zonen; es gibt dort ganze Städte, wie Birmingham, die völlig „moslemisch“ sind, wo Nicht-Muslime einfach nicht mehr hingehen …“

Diese Aussagen führten zu großer Empörung in Großbritannien, weil sie völlig unwahr sind, worauf sich Emerson in einer Sendung der BBC entschuldigte und seine verlogenen Behauptungen damit erklärte, er habe sich „auf unkorrekte Recherchen verlassen und es sei „völlig verantwortungslos“ gewesen, die ihm zugespielten Informationen nicht überprüft zu haben. (Was für unsere Journaille ja der Normalzustand ist …)

Dass Prime Minister Cameron diesen Unsinn mit dem Satz „the man is a complete idiot“ kommentierte, trifft die Sache nicht ganz, denn diese Leute verfolgen natürlich eine politische Agenda: die Volksverblödung bzw. subtile Form der Volksverhetzung.

8 DAS (BFM) INTERVIEW  MIT  CHERIF KOUACHI

Dass uns hier absurdes Theater vorgespielt wird, lässt sich auch durch das angebliche Telefon-Interview demonstrieren, das Cherif Kouachi mit einem französischen Fernsehsender geführt haben soll, von dem nur Bruchteile veröffentlicht wurden:

Kouachi: (Anfang fehlt) … wir sagen Euch, dass wir die die Verteidiger des Propheten sind, …dass ich, Cherif Kouachi, von Al Kaida im Jemen geschickt wurde …ich ging dorthin und es war Anwar Al-Awlaki, der mich finanziert hat.

[Anmerkung: Wieso wird Al-Awlaki extra erwähnt? Niemand hat ihn danach gefragt. Für die US-Regierung ist diese Aussage aber politisch äußerst nützlich. Für Hintergrund dazu siehe Jeremy Scahill.

Wie konnten die Brüder in den Jemen und wieder zurück fliegen, wenn sie auf der „No-Fly-List“ der US-Anti-Terror-behörden waren und Cherif schon 2005 verhaftet und 2008 wegen Kontaktaufnahme zu einer terroristischen Vereinigung – im Irak – verurteilt wurde? Warum hat man ihn nicht schon früher dazu verhört bzw. überwacht?]

BFM: Und wie lange ist das her?

Kouachi: Es war bevor er getötet wurde.

Abdulrahman[Anmerkung: Anwar Al Awlaki, ein Imam und amerikanischer Staatsbürger, wurde im September 2011 durch amerikanische Dronen (sein 16-jähriger Sohn zwei Wochen später) im Jemen ermordet. Obwohl ihm seit 2008 umfangreiche Unterstützung für „Al Kaida“ (zuerst als „Inspiration“ dann „operativ“) vorgeworfen wurde, hat man nie Anklage gegen ihn erhoben, sondern ihn einfach umgebracht. Tote können eben nichts mehr erzählen ….was nicht ins Bild passt.]

BFM: Ihr seid also erst vor kurzem nach Frankreich zurückgekommen?

Kouachi: Nein, schon vor langer Zeit …. ich kenne den Geheimdienst, da brauchst du dir keine Gedanken machen. Ich weiß genau, wie ich vorgehen muss, um erfolgreich zu sein ….

(Anmerkung: die Sätze sind nicht kohärent, nicht stimmig …als ob Teile fehlen würden)

BFM Und sind da nur Sie und Ihr Bruder? Gibt es Leute hinter Euch?

Kouachi: Das geht dich nichts an.

BFM: Habt ihr vor, noch mehr Menschen zu töten, im Namen Allahs?

Kouachi: Töten – wen denn?

BFM: Ich stelle ja nur die Frage.

Kouachi: Haben wir Zivilisten getötet in den zwei Tagen, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Ihr habt Journalisten getötet.

Kouachi: Sind Zivilisten gestorben, in den zwei Tagen wo ihr uns gesucht habt? Oder Menschen während der zwei Tage, wo ihr uns gesucht habt?

BFM: Warte, warte Cherif – habt ihr an diesem Vormittag getötet?

Kouachi: Wir sind keine Mörder. Wir sind die Verteidiger des Propheten, wir töten keine Frauen. Wir töten niemand. Wir verteidigen den Propheten. Wir sind nicht wie ihr (Stimme wird zum ersten Mal emotional): Ihr seid es, die Kinder töten in Syrien, im Irak und in Afghanistan. Nicht wir. Wir haben einen Ehrenkodex im Islam.

Aber ihr habt doch gerade Rache geübt .. ihr habt 12 Menschen getötet …

Kouachi: …(bruchstückhaft, Anfang fehlt ) …ja, weil wir Rache geübt haben. Wie du es gesagt hast, wir haben uns gerächt.

Kommentar:

  • Ich finde dieses „Gespräch“ äußerst seltsam und es hinterlässt bei mir den Eindruck, dass hier Frage und Antworten nicht unbedingt zusammengehören (also aus Einzelteilen „zusammengebaut“ wurden).
  • Woher weiß ich überhaupt, dass diese Stimme wirklich Cherif gehört?
  • Woher weiß ich, wann dieses „Gespräch“ stattgefunden hat?
  • Wer telefoniert seelenruhig mit der Presse, wenn sich vor der Tür die geballte Staatsgewalt versammelt hat?
  • Das Verhalten der beiden „Islamisten“ ist nicht schlüssig: Zuerst treten sie wie Profikiller des Militärs auf, tarnen sich, entkommen der Pariser Polizei (trotz massiver Präsenz), nehmen Geiseln (was mit der Verteidigung des Propheten garantiert nichts zu tun hat) um schließlich im Kugelhagel als „Märtyrer“ zu sterben?

(Der Link zum Original-Interview wurde mittlerweile von YouTube entfernt, aber der britische Guardian hat noch ein Audio zum Nachhören mit englischen Untertiteln)           i

9 THE BIG LIE: Charlie Hebdo als Ikone der Pressefreiheit

holy trinity a la charlie hebdoDie Zeitung war nicht die furchtlose Verfechterin von Meinungs- u. Pressefreiheit, als die sie uns jetzt präsentiert wird. Die Cartoons waren oft äußerst vulgär, pornographisch – religiöse Verunglimpfung kombiniert mit Sex und Gewalt – und deshalb beleidigend für religiöse Menschen; besonders für Muslime, weil im Islam die bildliche Darstellung von Gott und Propheten verboten ist.

Viel wichtiger ist aber: In einer Zeit, wo hunderttausende Muslime durch westliche Kriege und Terroraktionen getötet, vertrieben oder gefoltert werden, solche diffamierenden, kränkenden Zeichnungen zu veröffentlichen, ist keine journalistische Heldentat, sondern dumm, bösartig und verantwortungslos. (bête et méchant, exactement)

Im Jahr 2000 wurde die Journalistin Mona Chollet entlassen, weil sie gegen einen Artikel protestierte, in dem die Palästinenser pauschal diffamiert wurden.

affaire siné2008 wurde der Veteran-Cartoonist Maurice Siné gefeuert, weil er als „anti-semitisch“ denunziert wurde. Der Grund? Er hatte eine Karikatur von Jean Sarkozys Hochzeit (dem Sohn des Präsidenten) mit Jessica Seboun-Darty gezeichnet, einer Jüdin, die ein großes Vermögen erbt, und das Gerücht, Jean sei deshalb zum jüdischen Glauben übergetreten, mit dem Text kommentiert: „Dieser Kleine wird es noch weit bringen“.

Sofort wurden die jüdischen “Anti-Diffamierungs”-Lobbyisten aktiv, die ihm „jüdische Stereotype“ und „Aufstachelung zum Rassenhass“ vorwarfen und Siné musste gehen. Auf jüdischen Webseiten wurden sogar dazu aufgerufen, ihn umzubringen. Wo war damals die Verteidigung der Pressefreiheit? Nicht umsonst wird in Frankreich diese zionistische Inquisition als „la police de la pensée“ bezeichnet.

Bernard-Henry Lévy, der französische Ober-Zionist mit Super-Ego schrieb damals in Le Monde:

Immer wieder hat Siné die Grenze zwischen Humor und Beleidigung überschritten, zwischen Karikatur und Hass.“

Für Araber/Muslime gibt es diese Grenze offenbar nicht.

10   „SWARMING“: DIE VOR-FABRIZIERTE PR-KAMPAGNE

Wir erinnern uns noch an die #BringBackOurGirls (Kenia) oder Boys (in Israel) PR-Kampagnen, wo der Zweck der Emotionalisierung bzw. Konditionierung der Massen durch „social media“ ersichtlich wurde: einerseits Stimmungsmache gegen die bösen Islam-Terroristen, andererseits wirkungslose Zur-Schaustellung einer „feel-good“ Solidarität als „social event“) statt echtem politischen Engagement, das die politischen Macht-Verhältnisse ändern will.

je suis Charlie logoWenn (innerhalb einer Stunde nach Bekanntwerden des Anschlages, ein PR-Slogan wie  „JeSuisCharlie“ sich blitzartig und massenhaft verbreitet, ist Misstrauen angebracht. Warum? Weil diese gesteuerten „Schwärme“ davon ablenken, die wahren Hintergründe des Verbrechens zu analysieren. Hier werden ehrenwerte menschliche Gefühle wie Empathie, Solidarität und moralische Empörung instrumentalisiert und in den Medien verstärkt, während kritisches Nachdenken über die vielen Ungereimtheiten der offiziellen Story und den geopolitischen Kontext behindert wird.

helric fedou(Der – zweite – „Selbstmord“ eines Kriminalkommissars in Limoges, der nach Presseberichten an einem Report über die Anschläge in Paris gearbeitet hat, gibt neue Rätsel auf .. .könnte allerdings auch ein Ablenkungsmanöver sein ..)

 

Fortsetzung folgt…

Terror-Charade in Paris: Bête et méchant?

And all knowledge, when separated from justice and virtue, is seen to be cunning and not wisdom; Plato

the great charade

Dollar u akbar!

Am helllichten Tag (7. Jänner, gegen 11:30 Uhr) wird mitten in Paris ein Terroranschlag verübt. Zwei bewaffnete, total vermummte Männer steigen aus einem schwarzen Citroen, stürmen ein Gebäude in der Rue Nicolas Appert Nr. 10, geben mehrere Schüsse ab und verschwinden dann wieder mit dem (mitten auf der Straße geparkten) Auto.

In den 22 Uhr-Nachrichten von „France 24“ erfährt man, dass bei dem Anschlag 12 Menschen getötet wurden. Das Ziel der „Terroristen“ waren die Redaktionsräume des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Dort erschossen sie acht Mitarbeiter, darunter drei der „besten Cartoonisten Frankreichs“, und den Herausgeber Stéphane Charbonnier während eines Redaktionsmeetings.

Der Polizist, der nach Morddrohungen und einem Brandanschlag (2011) zum Schutz von „Charb“ vor Ort war, wurde ebenfalls getötet. Sein Name ist (Brigadier) Franck Brinsolaro (49).

Ahmed Merabet killed 701 CHDas zweite Mordopfer aus den Reihen der Pariser Polizei war Ahmed Merabet (42) der im 11. Bezirk eingesetzt war. Seine brutale Ermordung auf offener Straße wurde in einem Videoclip festgehalten, in dem zu sehen ist, wie er – verletzt am Boden liegend, vor Schmerzen stöhnend – von einem der Profikiller aus nächster Nähe mit einem Kopfschuss exekutiert wird.

Weitere Opfer waren der Handwerker und Vater von zwei Kindern, Frederic Boisseau (42) und Bernard Maris (68), non-konformer Ökonom am Institut für Europäische Studien der Universität von Paris und Mitglied des Aufsichtsrates der Banque de Paris. Er schrieb unter dem Namen „Onkel Bernard“ Artikel für Charlie Hebdo. Die scheinbar „zufällige“ Ermordung von Maris müsste dringend separat untersucht werden, doch sein Name wird in den Medien kaum erwähnt.

Bernhard MarisMarin hat die Tyrannei der orthodoxen Ökonomie entlarvt: „die Wirtschaft“ ist kein mathematisch-logisches Universum, dessen Regeln sich die Menschen – wie bei Naturgesetzen – unterordnen müssen, sondern ein soziales Konstrukt, bei dem es in Wahrheit um Macht, Klassenherrschaft und politische Intrigen geht. Auch psychologische Phänomene werden von ihm durchleuchtet (Herdenverhalten, Freud´sche Interpretation, etc.). Die Dogmen von gnadenlosem “Wettbewerb” und endlosem “Wachstum” führen unausweichlich in die Katastrophe, weil sie mit dem „Mensch-Sein“ unvereinbar sind (wie auch Erich Fromm richtig erkannte) und die Lebensgrundlagen zerstören: So schreibt Marin z.B.

Die Menschheit lebt länger … aber auf Kosten der Verarmung des Lebens: die Homogenisierung der Gesellschaft, die Standardisierung des Planeten, die „Slum-ifizierung“ der Welt und das Verschwinden der Schönheit der Natur“.

open letter to eCONs who take us for foolsMarin entwarf auch alternative Szenarien für ein Wirtschaftssystem, das auf Solidarität und Kooperation beruht. In einem unbeachteten Interview erklärte er, dass Banken „Geld aus dem nichts“ erschaffen (was dann „Kredit“ heißt und wofür ein x-faches an Zinsen und Zinseszinsen kassiert wird und letztlich ganze Staaten (also wir) als Schuldsklaven enden … der größte Betrug aller Zeiten).

Die Ermordung der 12 Menschen in Paris ist eine Tragödie, aber sein Tod ist nach meiner Ansicht der größte Verlust für unsere Gesellschaft und ich frage mich, wer davon profitiert.

Stattdessen werden die getöteten Journalisten posthum zu Quasi-Heiligen stilisiert, die als eine Art Jean(ne) d’Arc der Rede- u. Pressefreiheit den Status von Nationalhelden erhalten. (Aus diesem Grund werden ihre Namen hier nicht erwähnt, sie erhalten ja bereits mehr als genug Aufmerksamkeit in den Massenmedien).

RÜHRSELIGKEIT STATT KRITISCHE HINTEFRAGUNG

Je suis Charlie CH websiteFrankreich ist erschüttert und in ganz Europa gibt es (wie auf Knopfdruck) spontane Solidaritätskundgebungen („Je suis Charlie“ im Kerzenlicht) mit den ermordeten Journalisten (die mich auf unheimliche Art an „swarming“ erinnern). Die Rede- und Pressefreiheit muss verteidigt werden, so der Tenor, weil als Grund für den Anschlag „Islam-kritische“ Karikaturen vermutet werden. Das Pariser Magazin hatte in den letzten 10 Jahren immer öfter provozierende / diffamierende Zeichnungen und Texte abgedruckt, in denen Muslime (generell) bzw. der Prophet Mohammed als Witzfiguren dargestellt werden.

PROVOKATION  ALS  MISSION?

Charlie 8 Feb 2006Am 9. Februar 2006 erschien das Satire-Magazin z.B. mit der Schlagzeile „Mohammed von Fundamentalisten überwältigt“. Darunter war eine Karikatur des weinenden Propheten mit einer Sprechblase zu sehen: C’est dur d’être aimé par des cons

Es ist schwer, wenn man von Idioten verehrt wird“ („con“ kann auch Arschloch bedeuten)

2011 wurde eine Sonderausgabe herausgebracht, die als „Sharia-Hebdo“ bezeichnet wurde.  Auf dem Titelblatt war eine Karikatur eines Muslims mit dem Text „100 Peitschenhiebe, wenn du dich nicht totlachst“. (siehe unten) Im Blattinneren wurden die Vorteile einer „verwässerten“ Sharia illustriert, wozu auch die „weniger offensichtliche Polygamie“ gezählt wurde (mehrere, total verschleierte Frauen, die eine sogenannte „Burka“ tragen). Die Herausgeber schreckten auch nicht davor zurück, im Ressort “Style“ Karikaturen von Frauen zu zeigen, deren abgehackte Hände manikürt wurden.

In dieser Spezialedition wurde nicht der islamische Extremismus satirisch kritisiert, sondern Texte aus dem Koran durch Karikaturen ins Lächerliche gezogen, die das Leben des Propheten Mohammed beschreiben.

Charlie Hebdo hatte auch die umstrittenen Karikaturen der dänischen (sehr „rechten“) Zeitung Jyllands-Posten abgedruckt, ganz nach dem Motto „jetzt erst recht“. Auch hier wurde natürlich die Pressefreiheit als „Recht“ verteidigt. Welchen politischen Zwecken aber diese Provokationen gedient haben (oder welche Stimmung damit geschürt wurde), wurde kaum diskutiert, ganz zu schweigen vom geopolitischen Kontext und der Rolle Frankreichs bei der Bewaffnung der synthetischen Terroristen im Nahen Osten.

(Angesichts der Tatsache, dass 90% der Journaille in Europa nur mehr als Fließband für Propaganda, Desinformation und „Perception Management“ funktioniert, kann die plötzliche Hochhaltung der Pressefreiheit – ausgerechnet durch die Politik – nur mehr als zynische Realsatire betrachtet werden.)

CRIME  DOES  PAY (in A SINISTER WAY)

Charlie Hebdo 100 lashesDiese Ausgabe war sehr erfolgreich (die Auflage verdoppelte sich) und Kritiker werfen dem Magazin vor, es habe (opportunistisch) die Islamophobie geschürt, weil sich damit einfach mehr Geld verdienen ließe. Die Zeitung soll sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben, die nach dem Massaker ein dramatisches Ende gefunden haben: großzügige Spenden sind eingelangt (darunter alleine 250.000 Euro von Google) und die nächste Auflage soll über eine Million Exemplare bringen, die in 16 Sprachen erhältlich sein wird.

LA  GRANDE  MASQUERADE  TERRORISTE

Nate Beeler Cartoon CHWozu sich die Täter völlig vermummt haben, wenn sie nach der Tat „Allah u akbar!“ rufen und dann auch noch „das ist die Vergeltung für die Beleidigung des Propheten“ bleibt ein Rätsel. Diese „islamistische“ Visitenkarte engt den Kreis der Verdächtigen gewaltig ein, doch diese Vorstellung hätten sich die Täter sparen können, denn nach 13 Jahren Konditionierung in den Medien nimmt ohnehin (fast) jeder Zuschauer automatisch an, dass solche Terroranschläge von „radikalen Islamisten“ verübt werden.

Die beeindruckende Metamorphose der Extremisten vom primitiven „Selbstmordattentäter“ mit gebastelter Bombe zu perfekt organisierten „Killerkommandos“ (à la OAS), die ein solches Massaker mit eiskalter Präzision und großer „Gelassenheit“ abwickeln, hat uns auch noch niemand plausibel erklärt.

McClatchy Headline Calm KillersDer „Dschihadist“, wie er uns in den letzten Jahren vorgeführt wurde, will ja als Märtyrer und Held in die Geschichte eingehen, deshalb will und braucht er sich ja auch nicht verkleiden. Er zündet eine Bombe und bringt sich dabei auch selbst um. Doch die Gelassenheit und „Professionalität“ dieser beiden vermummten Killer (am helllichten Tag mitten in Paris Polizisten umzubringen und ein Massaker zu begehen, als ob sie garantiert ungestraft davonkommen) steht im krassen Widerspruch zu den theatralischen Ausrufen, die das Publikum davon überzeugen sollen, dass es sich hier um „Islamisten“ handelt.

al-qaeda1Das Schauspiel ist offensichtlich absurdes Polit-Theater: Vor Verlassen des Tatorts muss natürlich mindestens einmal erwähnt werden, dass man für „Al Kaida“ tätig sei;

 

OPERATION MOCKINGBIRD 2.0

Corcy SFP searching for the terror suspectsDass unsere demente Journaille sich dabei mit jeder, noch so dämlichen Story „füttern“ lässt, konnte man am Freitag im „Brennpunkt„ der ARD erleben, wo uns allen Ernstes mitgeteilt wird, einer der gesuchten „Täter“ habe den Nerv gehabt, seelenruhig mit einem französischen Fernsehsender zu telefonieren (in der Druckerei, wo sie sich – angeblich mit einer Geisel – verschanzt hatten, während draußen hunderte, schwer bewaffnete Polizisten, Scharfschützen, Helikopter, etc. lauerten, mit dem Ziel, die beiden Männer zu töten (das ist immer in solchen „PSY-OPS“ unvermeidlich, weil die „patsies“ natürlich nichts mehr sagen (können) dürfen, damit die offizielle Story nicht ins Wanken gerät (siehe Sydney, Ottawa, aber auch schon Lee Harvey Oswald …).

Merke: Die Polizei erschießt zwei „mutmaßliche Täter“ (nach einer Orgie von „framing“ im Rahmen einer bewusst geschürten „nützlichen Welle der Empörung und Angst“ (General Lemnitzer läßt grüßen), und man behauptet einfach, dass sie die Tat begangen haben. Diese publikumswirksame Anti-Terror-Show wird „untermauert“ mit ausführlichen Details über deren Entwicklung zum „Extremisten“ die man in der Zwischenzeit der Papageien-Presse zugespielt hat.

Ellis Röder „berichtet“, Cherif sei ans Telefon gegangen (die Journalisten hätten einfach dort angerufen) um der Welt mitzuteilen, dass er von Al Kaida im Jemen finanziert werde. Seine Aussage, er habe keine Zivilisten getötet, passt nicht ins Konzept, wird aber nicht weiter hinterfragt. Auch der zweite „Terrorist“ (im koscheren Supermarkt) hat sich – während einer Geiselnahme – für ein Telefoninterview zur Verfügung gestellt und dann auch noch „das Telefon nicht richtig aufgehängt“ sodass die Polizei mithören konnte (!)

Man habe sich „abgestimmt“ … und er habe bewusst einen „jüdischen Supermarkt“ ausgewählt, um „unterdrückte Muslime in Palästina zu verteidigen“.

Was diese unterdrückten Palästinenser denn von so einer Idiotenaktion hätten, darf man sich allerdings nicht fragen. Aber wir erkennen ein bekannte Muster: jedes Mal, wenn die Palästinenser durch eine friedliche Aktion international weiterkommen, muss ein Gewaltakt inszeniert werden, um das Zerrbild vom gewalttätigen, arabischen Monster in Erinnerung zu rufen:

CRYING  &  SHOOTING  IN  ACTION

Talk about Chuzpah. Die „Informationsabteilung” (MISO) der israelischen Geheimdienste leistet wieder einmal ganze Arbeit: seit 911 werden Muslime (praktisch weltweit, aber beschränken wir uns hier auf Europa) dank einer gigantischen Propaganda-Maschinerie mit großem Misstrauen betrachtet, diffamiert, schikaniert, unter Generalverdacht gestellt und hunderte von ihnen wurden auch grundlos verhaftet, verschleppt („rendition flights“), auf ekelhafte Weise psychisch und physisch gefoltert, und zu „Geständnissen“ genötigt und dann verurteilt (oder nach Guantanamo und andere „Lager“ gebracht, wo sie gequält und gedemütigt werden, obwohl sie nichts verbrochen haben).

Doch nicht sie sind die zu bedauernden Opfer dieser geopolitischen Charade (der „War on Terror“ ist die größte massenpsychologische Operation, die es je gab – selbst Goebbels wäre vor Neid erblasst …), Nein, sondern (wieder einmal) die Juden.

Iraq death USquads

Horror im Irak nach der „Befreiung“ durch die USA

Was sind hunderttausende tote Muslime, Millionen von Flüchtlingen, zerstörte Gesellschaften (Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien ist noch „in Arbeit“), sieben Jahrzehnte schwere Menschenrechtsverletzungen in Palästina gegen ein Häufchen jüdischer Franzosen, die in einem kosheren Supermarkt „als Geiseln“ genommen werden? (Was nicht verharmlost, aber relativiert werden soll). Offenbar nichts. Wenn Juden bedroht sind, große Schlagzeilen, wenn Araber/Muslime bedroht sind, so what?

Wie es ein einziger „Terrorist“ schaffen konnte, einen ganzen Supermarkt in Schach zu halten, noch dazu während einer Generalmobilmachung der Sicherheitsbehörden, konnte mir noch niemand glaubhaft erklären und das plötzliche Auftauchen einer Komplizin, die verschwunden ist, ist noch absurder.

Diese hare-brained story aber mit dem Freiheitskampf der Palästinenser in Verbindung zu bringen, zeigt eindeutig, dass in dieser Propaganda-Show Israel eine wichtige Rolle spielt.

Pal ICC approvedKein Wunder, nachdem die UN dem Antrag der Palästinenser zur staatlichen „Zulassung“ beim Internationalen Strafgerichtshof zugestimmt hat, muss sofort ein „event“ inszeniert werden, in dem die Juden als Opfer präsentiert werden begleitet von der „schrillen Rhetorik“, wie Avi Shlaim es ausdrückte, die für dieses Syndrom der pathologischen Selbstgerechtigkeit typisch ist:

It is is indeed a conflict between David and Goliath but the Biblical image has been inverted – a small and defenceless Palestinian David faces a heavily armed, merciless and overbearing Israeli Goliath. The resort to brute military force is accompanied, as always, by the shrill rhetoric of victimhood and a farrago of self-pity overlaid with self-righteousness. In Hebrew this is known as the syndrome of bokhim ve-yorim, „crying and shooting“.

Hier am Beispiel von Netanyahu:

Er nennt die Tötung der „Mörder“ (deren Schuld nie bewiesen, sondern nur behauptet wurde) „sie zur Rechenschaft ziehen“ und hämmert uns ein, dass es sich um einen „globalen Kampf“ handelt, wobei er (Israel und der Westen) die „Guten“ und die Islamisten die „Bösen“ sind, was sonst?

Alle werden über einen Kamm geschoren: Terroranschläge in Paris, in Bali, Enthauptung von Ausländern in Syrien, Kidnapping von Schulmädchen in Nigeria; Sprengung von Kirchen im Irak, Raketen aus Gaza und – natürlich – das israelische Märchen vom Atomwaffenprogramm des Iran.

Die sechs erst genannten Anschläge/ Verbrechen sind aber „synthetischer Terror“ (von westlichen Geheimdiensten produziert, inklusive Israel und Saudi Arabien), während die Raketen aus Gaza natürlich eine Reaktion auf die systemischen Verbrechen Israels gegen das palästinensische Volk sind. Dass Israel selbst über hunderte Atomsprengköpfe verfügt, und sein Atomprogramm so geheim ist, dass nicht einmal das eigene Parlament darüber Bescheid weiß, dass Israel bei Umfragen immer (gemeinsam mit den USA) als größte Bedrohung für den Weltfrieden gesehen wird, darf hier als Kontext natürlich nicht erwähnt werden.

Stattdessen betreibt Netanyahu Volksverhetzung, wenn er legitimen Widerstand gegen brutale Repression (eines Schurkenstaates wie Israel) mit selbst-gezüchteten „proxy“-Terroristen in einen Topf wird und sie als „Feinde unsere gemeinsamen Zivilisation“ bezeichnet, die man besiegen müsse.

ISIS, Boko Haram, Hamas, Al-Shabab, Al Kaida, Hezbollah – alle werden in einen Topf geworfen als „blutrünstige Fanatiker, die unsere Freiheit zerstören und eine gewalttätige, mittelalterliche Tyrannei errichten wollen.

truthinadvertising-Die „mittelalterliche Tyrannei“ gibt es ja bereits. Sie heißt Saudi Arabien und ihr Geheimdienst arbeitet wunderbar seit Jahrzehnten mit dem israelischen, den amerikanischen, den pakistanischen Kollegen, etc. zusammen, wenn es darum geht, junge Muslime zu indoktrinieren und sie dann zu „blutrünstigen Fanatikern“ auszubilden. (Siehe dazu Seymour Hersh: THE REDIRECTION – auch auf diesem Blog).

Dazu noch einmal Avi Shlaim (Israel als „einzige Demokratie“ schaut mit Verachtung auf die arabischen Despoten herab) zur politischen Realität:

Israel likes to portray itself as an island of democracy in a sea of authoritarianism. Yet Israel has never in its entire history done anything to promote democracy on the Arab side and has done a great deal to undermine it. Israel has a long history of secret collaboration with reactionary Arab regimes to suppress Palestinian nationalism. Despite all the handicaps, the Palestinian people succeeded in building the only genuine democracy in the Arab world with the possible exception of Lebanon. In January 2006, free and fair elections for the Legislative Council of the Palestinian Authority brought to power a Hamas-led government. Israel, however, refused to recognise the democratically elected government, claiming that Hamas is purely and simply a terrorist organisation

Wiliam Blum:  America's Deadliest Export

Wiliam Blum: America’s Deadliest Export

Herr Netanyahu und seine Freunde im Westen haben ja gar nichts gegen Mörder und Terrorbanden, sie müssen nur die „Richtigen“ umbringen. Sie sind ja bloß ein Werkzeug der Außen- und Geopolitik, mit dem man z.B. die Strategie des Yinon-Plans umsetzen könnte (also eine Art muslimischer „Gladio“ 2.0) um Israel als dominante Regionalmacht zu etablieren (wofür hunderttausende Muslime sterben oder aus ihrer Heimat fliehen müssen). Dass man diese alte „divide et impera“ Regel zur „divide and ruin“ Doktrin erweitert hat, macht nichts, denn schließlich ist es mit diesen „Werkzeugen“ gelungen, Kriege und ethnische Säuberungen durchzuführen, ohne sich dabei die Hände selber blutig machen zu müssen.

Die geniale Strategie (der „fitna“) lässt die „auserwählten“ Zionisten das Schauspiel genießen, wie sich die Araber gegenseitig umbringen, ihre Staaten zerfallen, um die machtpolitischen Ziele Israels (und anderer Staaten) in die Tat umzusetzen.

Zurück nach Paris …

DAS  WUNDER  DER POST-TRAUMATISCHEN  FAHNDUNG

Charlie Hebdo suspects„France 24“ kann dem erstaunten Zuschauer schon (wenige Stunden nach der Tat) am Abend des 7. Januars 2015 berichten, dass die Tatverdächtigen „zwei Brüder im Alter von 34 und 32 Jahren sind“ und der dritte gesuchte Mann ein 18jähriger Teenager ist. Das kann nur bedeuten: die Sicherheitsbehörden kennen bereits die Identität der mutmaßlichen Mörder, geben aber die Namen noch nicht preis. Wie war es möglich, sie so schnell zu eruieren?

Ein übelriechender Hauch von „911“ (nicht „4711“) liegt in der Luft: die Tatsache, dass diese furchtbare Tat durchgeführt werden konnte, lässt den logischen Schluss zu, dass die Behörden die Täter nicht als „Terrorverdächtige“ im Visier hatten, denn sonst wären sie ja angesichts des totalitären Überwachungssystems (enthüllt von Snowden) unserer Zeit wohl kaum dazu in der Lage gewesen.

Doch siehe da, wie bei „911“ wird die gigantische „Inkompetenz“ der Behörden (das Versagen, den Anschlag durch geheimdienstliche Informationsnetze und Aufklärungsarbeit zu verhindern) durch atemberaubende Schnelligkeit nach dem Attentat kompensiert:

Bereits am nächsten Tag werden in aller Frühe (in den USA noch vor Mitternacht am 7. Jänner) die Namen der Tatverdächtigen veröffentlicht: Zwei französische Staatsbürger algerischer Herkunft, Said (der ältere Bruder) und Cherif Kouachi (der jüngere) sowie der 18-jährige Hamid Mourad, dessen Nationalität „unbekannt“ sei.

Diese Informationen wurden der Presseagentur AP von der Polizei zugespielt, allerdings anonym, weil die Weitergabe dieser Informationen offiziell nicht autorisiert gewesen sei. Handelt es sich hier um ein absichtliches „leak“ an die Presse? Davon darf man ausgehen.

Erstaunlich ist, dass diese Männer einen solchen Anschlag planen und durchführen konnten, obwohl sie – wie jetzt klar wird – in den einschlägigen Kreisen der Sicherheitsbehörden („Terrorbekämpfung“) sehr wohl bestens bekannt waren, denn laut Presseberichten saß Cherif bereits im Gefängnis nachdem er im wegen terroristischer Aktivitäten verurteilt worden war.

Moment mal – wenn die Behörden über die Aufenthaltsorte der beiden Brüder Bescheid wussten, ihre „Radikalisierung“ bekannt war, ebenso ihr kämpferisches „Engagement“ im Nahen Osten, wieso konnte dann der Anschlag nicht verhindert werden? Oder wollte man das gar nicht?

Beide Brüder waren nach Presseberichten den französischen Geheimdiensten bestens bekannt. Cherif Kouachi wurde 2008 zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er sich an einem Netzwerk beteiligt haben soll, dass freiwillige Kämpfer in den Irak schickte (was automatisch mit Unterstützung für „Al Kaida“ gleichgesetzt wurde). Er wurde aber nach 18 Monaten wieder aus der Haft entlassen (lt. Reuters und deren „Quellen“ ohne Namen).

Während dieser Export von „radikalisierten Muslimen“ in Kampfzonen des Nahen Ostens bei uns automatisch als Indiz für religiösen Fanatismus gedeutet wird, sagte Cherif während seines Prozesses aus, die Bilder der Gräueltaten in Abu Ghraib (Folterungen und Demütigungen begangen von amerikanischen Soldaten) hätten ihn dazu gebracht, den bewaffnete Wiederstand gegen die amerikanischen Eroberer unterstützen zu wollen. AP wurde schon einen Tag nach dem Anschlag (von amerikanischen Behörden) mit der Information „gefüttert“, dass beide Brüder seit Jahren auf amerikanischen „Terrorlisten“ (TIDE) und der „No-Fly-List“ zu finden waren.

PSYOP, LIHOP oder MIHOP?

Diese Umstände legen den Verdacht nahe, dass dieser Terror-Anschlag gar nicht verhindert werden sollte (wie bei 911), weil man daraus politisches Kapital schlagen will.

Das Massaker selbst wurde allem Anschein nach von Profi-Killern durchgeführt („special forces“) und einfach den beiden Brüdern als „patsies“ in die Schuhe geschoben (erinnern wir uns noch an die „Boston Terror Show? Die Parallelen sind nicht zu übersehen). Nach ihrer Ermordung (ja, das war ein staatlich angeordneter Mord, weil die Getöteten ja keine Chance zur Verteidigung, im rechtlichen Sinn, hatten) konnten sie ja nichts mehr sagen und so wird die offizielle Darstellung einfach als „wahr“ akzeptiert.

Dass der ganze „Krieg gegen den Terror“ eine riesige Fata Morgana ist, die mit „911“ gezündet wurde, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Wurzeln dieser Strategien gehen aber viel weiter zurück:

Nato-are-nazisVon „Gladio“ bis Al Kaida & Isis, von „Nachtigall“ über Todesschwadronen in Lateinamerika bis zu den Neo-Nazis in der Ukraine und den baltischen Staaten, NATO und die „westlichen Werte“ die dahinter stehen, haben eine lange Geschichte der Kultivierung radikaler Elemente, die man als nützliche Idioten oder nützliche Tyrannen für politische Verbrechen im Inneren oder im Ausland einsetzen kann. Sollten sich diese verselbständigen, kann man ja immer noch einen Kriegsvorwand daraus konstruieren, und der Kriegswirtschaft schöne Profite bescheren.

Mehr zu „Gladio“, der „Strategie der Spannung“ und den Parallelen zur Gegenwart im nächsten Teil ..

 

Wenn Sie eine Gruppe infiltrieren, die dann Terroranschläge verübt aber nicht merkt, dass sie nur benutzt wird, das ist eine der raffiniertesten strategischen Operationen, die man sich vorstellen kann.“.

Daniele Ganser)

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn „Tatort“ zur Propaganda wird …

Tatort kidonGestern lief in der ARD wieder eine Folge aus der Serie „Tatort“, die (laut Wikipedia) von fast 8,5 Millionen Menschen gesehen wurde. So what? Es läuft praktisch jeden Tag irgendwo ein „Tatort“ (alte Folgen werden bis zum Erbrechen wiederholt) und schließlich gilt diese Krimiserie als besonders hochkarätig, weil in den Drehbüchern auch brisante, gesellschaftspolitische Themen behandelt werden, die „Story“ sich also nicht nur auf die Lösung eines Mordfalles beschränkt.

Die gestern ausgestrahlte Folge (produziert vom österreichischen Rundfunk – ORF) trägt den Titel „Deckname Kidon und schon der Vorspann deutete an, dass es sich hier um etwas „besonderes“ handelt, denn die Namen der Schauspieler erschienen auf dem Bildschirm zuerst in persisch-arabischen Schriftzeichen, die dann in lateinische Buchstaben umgewandelt wurden. Das ganze wird begleitet von „orientalischer“ Musik …

Die Handlung wird von der ARD so zusammengefasst:

Aus dem obersten Stock eines Wiener Nobelhotels stürzt ein Mann in die Tiefe. Der iranische Diplomat und Atomphysiker Dr. Bansari verübte allem Anschein nach Selbstmord. Warum aber kaufte er für denselben Abend noch teure Opernkarten? Moritz Eisner und seine Kollegin Bibi Fellner wollen der Frage nachgehen, doch sofort mischen sich die iranische Botschaft und das österreichische Außenministerium ein.

Der Fall unterliegt strengster Geheimhaltung – Laptop und Handy des Toten werden beschlagnahmt. Die beiden Ermittler sind angefressen, geben aber nicht auf. Das Überwachungsvideo des Hotels führt sie auf die Spur des zwielichtigen Lobbyisten Johannes Leopold Trachtenfels-Lissé. Dieser hat mit Dr. Bansari einen geheimen Deal eingefädelt.

Eisner und Fellner finden heraus, dass es um Ventile und Pumpen geht, die für Kernreaktoren benötigt werden. Eine Zugladung der hochwertigen Bauteile soll über Drittländer in den Iran verschickt werden. Für die beiden Ermittler beginnt ein Wettlauf mit der Zeit – und dem israelischen Geheimdienst Mossad.

WARUM  IST  DIESER „TATORT“  EINDEUTIG  POLITISCHE PROPAGANDA?

„Tatort“ ist eine Unterhaltungssendung und somit sind Handlung und Personen in der Regel fiktiv, doch der politische u. gesellschaftliche Rahmen in den die Ereignisse eingebettet sind, soll ja realistisch wirken, deshalb werden hier Fakten und Fiktion mehr oder weniger unvermeidlich vermischt.

Man baut reale Personen oder reale Umstände und Hintergründe in das Drehbuch ein und für den durchschnittlichen Zuschauer ist es schwer möglich, eine klare Trennlinie zwischen Wahrheit und Erfindung auszumachen. Personen, die als reale Vorbilder für bestimmte Rollen dienen, werden natürlich mit einem anderen Namen versehen, um dem Vorwurf der Verleumdung- und Rufschädigung auszuweichen.

KORRUPTIONS-U-AUSSCHUSS: MENSDORFF-POUILLYSo weiß z.B. jeder Österreicher, dass die fiktive der Figur des „Grafen Trachtenfels-Lissé“ in diesem Tatort angelehnt ist an den realen, österreichischen Lobbyisten (vor allem der britischen Rüstungsindustrie u.a. Unternehmen) Graf Mensdorff-Pouilly, der zwar wegen „Geldwäsche“ angeklagt, aber von diesem Vorwurf freigesprochen wurde. Dass praktisch alle Rüstungsgeschäfte mit Bestechung (Zahlung von „Schmiergeldern“) verbunden sind, ist eine hässliche Realität, aber die Leute, die solche Geschäfte vermitteln, sind natürlich nicht das Hauptproblem, sondern nur Symptom einer Krankheit, die 1967 von Martin Luther King so treffend beschrieben wurde und in zwei Sätzen auf den Punkt gebracht werden kann:

mlk beyoond vietnam--spiritual death

 

Ein Staat, der  Jahr für Jahr mehr Geld für Rüstung ausgibt, als für die Verbesserung der sozialen Bedingungen, ist dem spirituellen Tod nahe …“

 

Mein Land ist der größte Exporteur von Gewalt in der Welt von heute“   (daran hat sich nichts geändert …)

O-Ton: […] I knew that I could never again raise my voice against the violence of the oppressed in the ghettos without having first spoken clearly to the greatest purveyor of violence in the world today: my own government. For the sake of those boys, for the sake of this government, for the sake of the hundreds of thousands trembling under our violence, I cannot be silent.”

DER BÖSE, BEDROHLICHE IRAN – FAKT ODER FIKTION?

Die zentrale politische Aussage (und Handlungs-Prämisse) dieses „Krimis“ ist, dass der iranische Staat nach Atomwaffen trachtet und sich über die Sanktionen des Westens hinwegsetzt, um über dunkle Kanäle an Material heranzukommen, das zur Herstellung von Nuklearwaffen notwendig ist.

porterFür diese Behauptung (die von Washington und Tel Aviv lanciert wurde, um den Iran politisch zu isolieren und als russlandfreundliche Regionalmacht zu zerstören ) gibt es aber bis heute keinerlei Beweise.

(Fakt ist, dass der Iran als Unterzeichner des NPT das Recht hat, Atomreaktoren zu betreiben, die der Energiegewinnung dienen. Die Beschaffung von „Ventilen“, die auch für AKWs verwendet werden könnten, stellt daher in keiner Weise eine kriminelle Handlung oder den Bruch von Verträgen dar. Die Suggestion, dass die verhängten “Sanktionen” mit dem Völkerrecht konform sind, ist ebenfalls ein Trugschluss.)

 

Sie wurde einfach jahrelang so oft in den Medien wiederholt, bis die meisten „Zuschauer“ (in der „Zuschauerdemokratie“) dieses Hetz- und Dämonisierungskampagne zum Opfer gefallen sind. Das gleiche perfide Schauspiel gab es ja auch gegen Saddam Hussein, den libyschen Staatschef Gaddafi und den syrischen Präsident Assad, doch im Moment ist eindeutig Vladimir Putin auf dem medialen Weg zum „neuen Hitler“, der die Welt mit seiner „Aggression“ bedroht.

Dass die speichelleckende, korrupte Journaille in Deutschland und Österreich sich seit Jahren für dieses unwürdige Theater hergibt (Zerstörung der Glaubwürdigkeit von Staaten bzw. deren Behandlung als Aussätzige, die ökonomisch u. schließlich auch militärisch angegriffen werden, weil sie es gewagt haben, sich nicht zum Vasall der USA degradieren zu lassen) kann ja spätestens nach der Veröffentlichung des Buches „Gekaufte Journalisten“ auch als gesicherte Tatsache angesehen werden.

Ich habe zu diesem Thema ja schon mehrere Artikel geschrieben, in denen ich die „Kanaille“ der Medien (Journaille kann man das nicht mehr nennen) häufig als „Journ-autisten“ bezeichne, weil ihre Darstellung der politischen Realität so absurd ist. Sie machen Propaganda, geben sich als „Multiplikatoren“ für bewusst verbreitete Desinformation und Lügen her, die eine gewünschte Stimmung in der Bevölkerung erzeugen soll und lassen sich dafür auch noch fürstlich entlohnen. Dieses Gesindel fühlt sich dann (dank genossener Privilegien) auch noch als Teil der intellektuellen „Elite“.

Herr Ulfkotte spricht von „Alpha-Journalisten“, ich denke „Alpha-Arschlöcher“ wäre mehr angebracht:

Goebbels PressSie haben nicht nur die journalistische Ethik verraten und verkauft, sondern ermöglichen durch ihre willfährige Unterstützung auch die moralische „Rechtfertigung“ von Verbrechen (Subversion, Umstürze, angezettelte Bürgerkriege, Massenmord, synthetische Terroristen, etc.) der einzigen „Supermacht“ samt ihren Vasallen in der EU und anderswo.

Damit stehen sie nach meiner Ansicht moralisch auf der gleichen Stufe wie die Presse im Dritten Reich … Nein, eigentlich sind sie noch schäbiger, denn unter Hitler musste man damit rechnen von der Gestapo abgeholt zu werden. Unsere Papageien-Presse muss nur um die Karriere fürchten … (siehe dazu Ulfkotte).

Anders formuliert: wir werden von morgens bis abends von den Medien verarscht und (im Fall von ORF, ARD und ZDF) auch noch gezwungen, für diese systemische Verblödung „Gebühren“ zu bezahlen.

Dass die „Nachrichten“ und Talk-Shows massiv von politischen Netzwerken beeinflusst werden, die im Hintergrund die Fäden ziehen und als eine Art „Denkpolizei“ erfolgreich die öffentliche Meinung steuern (auch bei den Journalisten selbst), dürfte sich ja inzwischen herumgesprochen haben (dank mutigen Leuten wie Ken Jebsen, Jürgen Elsässer oder Christoph Hörstel).

Was wir hier, in diesem „Tatort“ erleben, ist die Unterwanderung von Unterhaltungssendungen mit politischer Propaganda, die das künstlich produzierte „Feindbild Iran“ weiter verstärken soll. Die nächste Frage muss also lauten: Cui Bono?

statue of tortureWer hat etwas davon, den Iran zu dämonisieren und als Erzschurkenstaat zu präsentieren? Die Antwort darauf ist schnell gefunden: Washington und Tel Aviv. Diese beiden politischen Kräfte (radikale Gruppen in diesen Ländern, innerhalb und außerhalb der Regierung) lassen ja seit Jahren nichts unversucht, den Iran als Bedrohung für den Weltfrieden darzustellen, gegen den der Westen mit seinen „Werten“ entschlossen vorgehen muss. Was für eine unerträgliche Farce das alles ist.

Der jüngste „Folterbericht“ des US-Senates stellt klar, welche „Werte“ hier tatsächlich vertreten werden …

DIE ROLLE DES MOSSAD ALS „SCHWERT DER GERECHTIGKEIT“

Iran stopped Nuclear ProgramIn diesem „Tatort“ wird aber nicht nur das „Atomprogramm“ des Iran als illegal und gefährlich hingestellt, sondern gleichzeitig die Rolle Israels (in Form des Geheimdienstes Mossad) geradezu verherrlicht, wobei man sich fragen muss, wer solche Drehbücher verfasst (Max Gruber, eine undurchsichtige Figur) und welche Zwecke damit verfolgt werden.

Das Buch ist nicht besonders intelligent: Wenn ein Geheimdienst jemand umbringt und einen Selbstmord oder Unfall vortäuschen will, stellt er sich sicher nicht so dumm an, wie im Film anfangs suggeriert wird.

Das ist doch Selbstmord, was machen wir denn da überhaupt?“, motzt Eisner über den Einsatz am Sonntagmorgen. Doch ganz so einfach ist das nicht. Schluckt jemand Kopfschmerz-Tabletten zum Frühstück, hängt sein Handy an die Ladestation, bestellt noch teure Opernkarten und bringt sich dann um? Eisner und Fellner kommen Zweifel. Diese wachsen noch, als ein iranischer Botschaftssekretär in das Hotelzimmer platzt, einfach wichtige Beweisstücke einsammelt und sich höflich verabschiedet – mit Verweis auf seine Immunität.“

(Quelle: Stern bzw. dpa / C. Bock)

Dass es kein Selbstmord war liegt also von Anfang an ganz klar auf der Hand, nicht nur wegen der oben geschilderten Aktivitäten (wer geht als „iranischer Diplomat“ in ein Nobelhotel und springt von dort aus dem Fenster auf ein parkendes Auto, mitten in Wien, wodurch massive Aufmerksamkeit garantiert ist? Und wo ist das Motiv?) Warum sollte sich überhaupt ein „Atomwissenschaftler“ nach Wien begeben, um einen Deal für Ventile abzuwickeln? Das ist doch lächerlich …)

Der barsche Polizei-Major Eisner ist stinksauer. Doch sein aalglatter Vorgesetzter Ernst Rauter (Hubert Kramar) wäscht ihm den Kopf. Der Tote sei führender Kopf des iranischen Atomprogramms gewesen und habe an der nuklearen Aufrüstung seines Landes gearbeitet. Rund um die Welt soll Bansari am Handelsembargo vorbei Material besorgt haben. Schon ein halbes Dutzend solcher iranischer Experten seien mehr oder weniger mysteriös ums Leben gekommen, sagt der Chef. „Einige wurden gezielt eliminiert oder sind „verunfallt“.“ Möglicherweise stecke dahinter eine Spezialeinheit des israelischen Geheimdienstes.“

Herr Bock von der dpa suggeriert also, dass die „nukleare Aufrüstung“ des Iran real sei,  traut sich aber nicht einmal den Namen „Mossad“ zu erwähnen und ist offensichtlich bemüht, die Ermordung iranischer Physiker (und anderer Iraner, die wirklich stattfindet) im Auftrag israelischer Geheimdienste als reine Spekulation abzutun. Wo ist hier also die Grenze zwischen Realität und Fiktion?

BÖSER IRAN – GUTES (GERECHTES) ISRAEL

sword-of-justiceDie Öffentlichkeit soll die – suggerierten – finsteren Absichten des Irans als Tatsache akzeptieren, während die Rolle des Mossad (und der ominösen „Spezialeinheit“ Kidon) als Organisator „gezielter Tötungen“ (staatlich organisierte Morde) zunächst angezweifelt wird, aber am Ende des Filmes als grandioses Finale, nämlich als Sieg der Gerechtigkeit inszeniert wird.

Dem zwielichtigen, selbstherrlichen Grafen (der als Vermittler des „illegalen Geschäftes“ mit Ventilen tätig war) kann das BKA laut Drehbuch nichts anhaben, weil er offenbar von einflussreichen österreichischen Politikern geschützt wird.

Das „Böse“ siegt also über die Gerechtigkeit und dem adeligen Mittelsmann für dunkle Geschäfte legt der Drehbuchautor auch noch am Ende folgende Worte in den Mund:

Herr Eisner, Sie können nicht gewinnen. Wir haben das Geld, wir haben die Beziehungen und wir scheißen uns nichts. Und Sie? Sie haben kein Geld, keine Beziehungen und müssen sich an die Regeln halten.“

Während also Eisner hier die eigene Impotenz gegenüber solchen Netzwerken der Macht demonstriert wird, taucht plötzlich ein Motorrad mit zwei Personen auf, diese erschießen nicht nur den „bösen“ Grafen (der im Auto sitzt) am helllichten Tag in Wien, (Kamera zeigt die blutigen Schusswunden am Kopf als Nahaufnahme) sondern lüften dann auch noch das Visier des Helmes, damit Eisner sieht, wer die Mörder sind.

Es sind jene zwei Mossad-Agenten (eine Frau und ein Mann), die schon vorher Eisner’s Mobiltelefon mit einem Trojaner ausspioniert hatten und deshalb Einblick in die Ermittlungen hatten. (In der politischen Mord-Realität wird natürlich in solchen Fällen nicht geschossen, sondern mit Sprengsätzen gearbeitet)

Der „Hammer“ kommt aber ganz am Ende der Tatort-Folge, denn die letzte Szene zeigt Eisner, wie er vor seinem Vorgesetzten aus dem Innenministerium aussagt, es sei alles so schnell gegangen, man habe nichts tun können um die Täter zu fassen. Dabei lassen sein Gesichtsausdruck und sein Ton darauf schließen, dass er dieses Verbrechen eigentlich nicht bedauert, im Gegenteil …

Den Zuschauern wird also suggeriert, dass ein Beamter des österreichischen Bundeskriminalamtes die Ermordung eines österreichischen Staatsbürgers durch einen ausländischen Geheimdienst gutheißt, weil das Opfer dieses Anschlags es „verdient hatte“ bestraft zu werden, auch zu sterben.

Da er wegen seiner Kontakte zu hohen Politikern das normale Rechtssystem umgehen konnte und illegale Deals einfädelte, die (so die Suggestion) den Bau von iranische Atomwaffen möglich machen würde, sei das quasi eine Art „höhere“ Gerechtigkeit.

just-warDie unheimliche Macht des Staates Israel, dessen psychopatische Version von „Gerechtigkeit“ zig-tausenden Menschen Elend und Tod gebracht hat, wird also dargestellt als Schwert der Vergeltung, fast wie der Vollstrecker eines göttlichen Urteils … die „Feinde“ Israels werden diesem Urteil nicht entkommen …wer schreibt so ein Drehbuch für den Tatort? Anstatt die Mörder (oder Auftraggeber aus Israel) zu fassen, werden sie als Helden der Gerechtigkeit dargestellt?

Wer sich „an die Regeln hält“, wird also verlieren? Soll heißen Gesetze (im moralischen und rechtlichen Sinn) dürfen und sollen, ja müssen gebrochen werden, damit „Gerechtigkeit“ (aus israelischer Sicht) hergestellt wird?

In einem älteren Blog habe ich über diese fanatische Selbstgerechtigkeit Israels (moralischer Absolutismus) u.a. geschrieben:

„Aus dieser Perspektive sind die Ausführungen von Herrn Augstein ein Affront, weil sie die verlogene Selbstdarstellung der israelischen Regierung (und des Zionismus als emanzipatorisches, moralisches  Unternehmen) gewaltig ins Wanken bringt.  Das „Opfervolk“ als gefährliche und unheimliche Atommacht zu präsentieren, für die die gleichen Spielregeln gelten müssen, wie für den Iran – also Kontrollen durch die IAEA, von der Unterfertigung des NPT (Iran hat unterzeichnet und nichts verbrochen, wird aber trotzdem sanktioniert) ganz zu schweigen – das geht nun aber wirklich nicht.“

Dieser „Tatort“ ist ein Skandal und die Verantwortlichen bei ORF, ARD, aber vor allem der Drehbuchautor müssten öffentlich Rede und Antwort stehen, was sie eigentlich mit diesem „Krimi“ wirklich bezwecken wollten. (Das „framing“ in den „Nachrichten“ durch „embedded spin“ im Unterhaltungssektor zu verstärken?)

Wenn diese Art der „psychologischen Operation“ (PSYOP) zum Vorteil der israelischen Regierung als „Unterhaltung“ durchgeht, dann steht uns noch Schlimmes bevor …

Können wir es uns leisten, dieses System weiterhin mit unseren Gebühren zu unterstützen? Die Hetze gegen den Iran, gegen Syrien und jetzt vor allem gegen Russland (Putin) als „Routine“ abtun, die in allen „Informationssendungen“ zur Normalität gehört?

Und jetzt werden auch noch die Unterhaltungsfilme dazu missbraucht, Stimmungen zu schüren und Verbrechen Israels zu verharmlosen?

Bacevich targeted killings

Prof. Andrew Bacevich (der seinen Sohn im zweiten Irak-Krieg verloren hat) schrieb in diesem Kontext („Gezielte Tötungen“) allerdings bezogen auf die USA, nicht Israel (aber die beiden sind ohnehin, moralisch betrachtet, siamesische Zwillinge) vor einiger Zeit:

Der Präsident darf jetzt [im Kampf gegen den „Terror“]  jeden umbringen […] Die Rolle, die man dem amerikanischen Volk dabei zugedacht hat,  besteht darin, zu applaudieren … falls, es über eine erfolgreiche „Aktion“ (Ermordung) dieser Art informiert wurde.“

Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Drehbuchautor dieses „Tatorts“ (und seine Auftraggeber) ähnliche Reaktionen beim Publikum auslösen wollten.

Was muss noch passieren, damit wir uns gegen diese Manipulation der Wahrnehmung wehren, die uns für den nächsten Krieg einstimmen soll?

ANHANG

Hintergründe und geopolitischer Kontext zur Dämonisierung des Iran und der Rolle der USA & Israels:

https://medienschafe.wordpress.com/2012/04/20/grass-thinkpol-4-the-dark-stars/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/04/15/grass-und-die-thinkpol-3-iran-vs-israel/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/10/15/es-ist-angerichtet-churnalism-2012/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/07/22/superman-is-jack-the-ripper/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/06/09/monster-morder-moralapostel-3-terrorr-us/

https://medienschafe.wordpress.com/2012/06/07/monster-morder-moralapostel-2/

https://medienschafe.wordpress.com/tag/iran/

Link zum Tatort (nur in Deutschland):

http://mediathek.daserste.de/Tatort/Deckname-Kidon-H%C3%B6rfassung-Video-tgl-/Das-Erste/Video?documentId=25668026&topRessort=tv&bcastId=602916