Al Baghdadi und die vierzig Räuber (2)

Fernandel in Ali Baba 1954Im Märchen Ali Baba und die vierzig Räuber wird die Gier des Bruders Kassim quasi vom Schicksal bestraft: weil er den ganzen Schatz in der Höhle für sich haben will, aber das Zauberwort für das Öffnen der Tür vergisst, wird er von den Räubern getötet.

Die Sklavin Morgiana vereitelt nicht nur mehrfach die Rache der Räuber, sondern tötet am Ende auch noch den Räuberhauptmann, der getarnt als Händler bei Ali Baba zu Besuch ist. Sie rettet also Ali Baba durch ihre List und Cleverness das Leben, erhält dafür die Freiheit und wird die Ehefrau seines Sohnes. Ende gut, alles gut.

Der „Schatz“ in unserem Märchen sind natürlich die großen Öl- und Gaslagerstätten im Irak, in Syrien und im Iran (aber auch zunehmend in Afrika). Die Kontrolle darüber, inklusive der Verteilung über Pipelines: also zu bestimmen durch welche Länder sie führen und durch welche nicht, ist für die größenwahnsinnige USA ein entscheidender globaler Machtfaktor. Nicht, weil die USA diese Energie nur für sich alleine wollen, sondern weil sie damit mehr Macht über die Wirtschaft der Konkurrenten bekommen, vor allem über China.

Dass diese Völker eigentlich selbst das Recht haben, zu entscheiden, wie und mit wem diese Energiereserven gefördert bzw. transportiert werden, ist für den „Räuberhauptmann“ in Washington natürlich kein Thema. Die erfolgreiche Torpedierung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland durch die USA samt erleben wir ja auch gerade.

Das „Zauberwort“ für den Zugang zum Schatz in unserem Polit-Märchen heißt „Terror“, genauer „Terrorbekämpfung“ oder „counter-terrorism“. Mit diesem Begriff wird ja seit „9/11“ (in seiner offiziellen Darstellung vielleicht das größte Märchen aller Zeiten) das „militärische Eingreifen“ in andere Länder gerechtfertigt.

al-qaeda1Damit man die ewige Lüge der notwendigen „Verteidigung“ gegen böse Mächte aufrechterhalten kann, muss dieser Feind bei Bedarf auch selbst konstruiert werden. Dabei sind Washington und seine Räuber-Vasallen nicht zimperlich: ob Nazis & Neo-Nazis in Europa und Lateinamerika oder „gewalttätige, islamistische Extremisten“ – auch in Europa einsetzbar – im Orient und im Kaukasus, alles ist recht, wenn es darum geht, diese „Ziele“ (Länder, Regionen) ins Chaos zu stürzen.

Bevor diese „Dual-Use“ Schurken aber einsatzbereit sind, muss natürlich jahrelang Vorarbeit geleistet werden. Für solche subversiven Tätigkeiten eignen sich besonders NGOs, die mit edel klingenden Namen wie „National Endowment for Democracy“ oder USAID, etc. unzufriedene Segmente der Zivilgesellschaft „aufmischen“, damit sie schließlich gegen ihre eigene Regierung rebellieren (wie in der Ukraine) oder sich als Instrumente „asymmetrischer“ Gewalt in anderen Ländern als proxies (an Stelle von Soldaten) einsetzen lassen. Dazu werden dann natürlich auch die Geheimdienste als „Trainer“ eingesetzt.

Einer der Männer, der für das US-Imperium in solchen „Angelegenheiten (wie Vorbereitung des „Arabischen Frühlings“) viel herumreist ist John McCain.

SUBVERSION getarnt als „Demokratie-Förderung“

John McCain 2John McCain sitzt seit 1986 für die „Reps“ (die Republikanische Partei des US-Bundesstaats Arizona) im amerikanischen Senat und gilt als einer der größten „warmonger“ (Konfliktschürer u. Kriegstreiber zum Wohle der US-Rüstungsindustrie) im Kongress. Dem europäischen Publikum ist er vielleicht noch in Erinnerung wegen seines denkwürdigen Auftritts im Dezember 2013 auf dem „Maidan“ in Kiew.

Dort sprach McCain folgende Worte:

Die freie Welt ist auf eurer Seite. Amerika ist auf eurer Seite. Ich bin auf eurer Seite. Hier geht es um die Zukunft, die ihr für euer Land wollt, um die Zukunft, die ihr verdient habt.”

Diesen mickrigen und verlogenen Propaganda-Text musste McCain auch noch von einem Zettel ablesen:

Unsere braven Medienschafe haben natürlich solche PR-Auftritte ohne jede Kritik gezeigt und so den falschen Eindruck verstärkt, hier ginge es wirklich um die Durchsetzung demokratischer Freiheiten.

Was ein amerikanischer Senator in Kiew zu suchen hat (flankiert von Neo-Nazi Führern) und mit welchem Recht er sich in die Innenpolitik eines (angeblich) souveränen Staates einmischt, darüber sollen wir erst gar nicht nachdenken. Schließlich hat man uns seit 1945 das künstliche Image der USA als scheinbarer Kämpfer für Freiheit und Demokratie eingeimpft und daran darf (viele Millionen Tote und Entrechtete später) auch nicht gerüttelt werden.

Das geht aber nur, wenn man kein Wort über den geopolitischen Hintergrund verliert: die gewaltsam (und arglistig) angestrebte Kontrolle der Energieströme in „Eurasien“ durch die USA im Kontext der wirtschaftlichen Rivalität mit Russland und China – – wobei die EU dazu gebracht wird, sich wirtschaftlich „ins eigene Knie zu schießen“ (indem sie Sanktionen gegen Russland verhängt, die die Rezession in Europa nur weiter verschärft und den Euro als Konkurrent zum Dollar schwächt).

In diesem Video erklärt Bundeswehroffizier (a.D.) Jochen Scholz, worum es hier wirklich geht.

Hervorzuheben aus diesem Interview ist u.a. die Tatsache, dass sowohl Russland als auch China eine größere wirtschaftliche Anbindung an die EU anstreben, die Herr Scholz als „eine gemeinsame Wirtschaftszone von Lissabon bis Wladiwostok“ beschreibt. Als der chinesische Präsident vor einigen Monaten in Deutschland war, sprach er von der Erweiterung der Handelsbeziehungen über eine neue „Seidenstraße“, die von Deutschland (mit einem Hochgeschwindigkeitszug) bis nach China führen könnte.

Von diesen Plänen könnten alle drei Partner profitieren: die EU, Russland und China. Diese verstärkte Zusammenarbeit muss – aus Sicht der imperialen USA – um jeden Preis verhindert werden, damit das strategische Ziel der „Full Spectrum Dominance“ nicht gefährdet ist.

gladio delta isDie Mittel, die dabei angewendet werden, lassen jeden Mafiaboss alt aussehen: psychologische Kriegsführung und politische Subversion auf allen Ebenen, wozu das Anzetteln von Konflikten, Bürgerkriegen und „Aufständen“ (wie die „Fata Maidana“ und alle „Farben-Revolutionen“) – samt anschließender, zur Schau gestellter „Empörung“ über diese Gewalt – ebenso gehört wie die „notwendige Militär-Intervention“, sprich: das Bombardement von aufmüpfigen Ländern, denen man vorher ein „Terrorproblem“ beschert hat (wie in immer mehr afrikanischen Ländern und – jetzt (wieder im Fokus) im Irak und in Syrien.

TERROR R Us: Werkzeuge Der US-Außenpolitik

Damit kommen wir zur neuesten „Bedrohung“ der Welt durch islamistischen „Terror“: die märchenhafte ISIS oder IS und die Rolle, die Senator McCain dabei spielt. Wer noch Zweifel daran hatte, dass die USA mit den „islamistischen“ Terroristen gemeinsame Sache macht, sollte sich diese Bilder genau ansehen:

McCain with Badr al Baghdadi May 2013Hier sehen wir Senator McCain im angeregten Gespräch mit der sogenannten „gemäßigten syrischen Opposition“ im Mai 2013 in Syrien. Zwei dieser Gesprächspartner können identifiziert werden:

  • General Idris( Salem), damals Kommandeur der „Freien Syrischen Armee“
  • Ibrahim al-Badri (roter Kreis), der gerade mit McCain spricht

Wo ist hier das Problem?

Das Problem besteht darin, dass dieser „Al Badri“ (auch bekannt als Abu Dua, der später „Al Baghdadi“ und jetzt Kalif Ibrahim heißt) bereits seit Ende 2011 auf der State Department Liste der am meisten gesuchten Terroristen anzutreffen ist.

1 Abu Dua aka Al Baghadi aka Khalif Ibrahim

Jeder, der zur Ergreifung dieser Verbrecher beiträgt, kann sich angeblich auf eine Belohnung von mehreren Millionen Dollar freuen (doch wie bei Bin Laden, besteht natürlich gar kein echtes Interesse daran, diese Männer zu „finden“: erstens weil man sie ja selbst in diese Rolle gesteckt hat und zweitens, weil sie dann ja „auspacken“ könnten …; Übrigens, Ibrahim wird in den amerikanischen Medien bereits als „neuer Bin Laden“ gehandelt, schließlich braucht die „verwirrte Herde“ (das Volk) ja ein Gesicht des bedrohlichen Feindes, damit sie ihn richtig hassen und fürchten kann.

Al Baghdadi 2Nur wenige Wochen vor dem Treffen mit Senator McCain gründete der jetzige „Kalif Ibrahim“ die Gruppe ISIL (Islamischer Staat im Irak und der Levante), heute IS, während er offiziell immer noch Mitglied der „gemäßigten Opposition“ war. McCain beschrieb diese Leute als „Gruppe von Syrern, die für ihre Freiheit kämpfen“ und denen man „vertrauen“ könne.

Ibrahim machte Schlagzeilen, weil der Überfall auf mehrere Gefängnisse im Irak im Juli 2013 (darunter auch das berüchtigte Abu Ghraib) zur Befreiung hunderter Verbrecher seiner Genialität zugeschrieben wurde. Die „Befreiten“ dankten es dem späteren Kalifen, indem sie sich als engagierte Kämpfer für IS zur Verfügung stellten.

guardian interpol security alert Aug 2013Bemerkenswert ist die Tatsache, dass fast gleichzeitig auch in anderen Ländern Befreiungsoperationen nach dem gleichen Muster stattfanden (was zu einer globalen Sicherheitswarnung von Interpol führte) und auch in diesen Fällen dadurch neue „Kämpfer“ gegen den syrischen Staat gewonnen wurden: Nach Angaben von Interpol kam es u.a. zu Gefängnisausbrüchen in Libyen und in Pakistan, bei denen mehr als 1,500 Verbrecher freikamen.

Sind diese Meldungen echt oder nur Panikmache? Wer kann das in diesen Zeiten des „universellen Betrugs“ (nach Huxley) noch mit Sicherheit sagen. Aber – N.B.:

In allen drei Ländern sorgen die USA seit Jahren dafür, dass dort Chaos herrscht und der „Terror“ dort besser gedeihen kann als je zuvor. Die ganze Region soll so destabilisiert werden, dass weder China noch Russland dort Geschäfte machen können und die USA und ihre kriminellen Verbündeten in der Region mehr Macht über Energieströme bekommen (nicht zu vergessen die Ausschaltung der beiden letzten Länder, die Israel noch die Stirn bieten: Syrien und Iran … )

WITH FRIENDS LIKE THESE

Dass diese neue Wundertruppe aus 1001 Nacht von westlichen Geheimdiensten aufgebaut wurde, kann kaum noch bezweifelt werden. Auch die tatkräftige Unterstützung der arabischen Diktaturen (Saudi Arabien, Bahrein, der ganze „GCC“-Verein) sowie der Schein-Demokratien Jordanien und Türkei steht eigentlich außer Zweifel und wurde ja gerade erst von Vizepräsident Joe Biden ..bestätigt (worauf der sich als zukünftiger „Ottomanen-Sultan“ sehende Erdogan natürlich alles abstritt .)

Das größte Problem der USA in Syrien sind unsere Verbündeten in der Region sagte Biden vor Studenten der Politikwissenschaft in Harvard. Sie hätten „hunderte Millionen Dollar und Tonnen von Waffen an jedermann ausgeteilt, der bereit war, gegen Assad zu kämpfen (mehr dazu weiter unten)

Derselbe Joe Biden sprach im Oktober 2012 von einer „engen Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten in der Region“, damit man jene (Rebellen) identifizieren konnte, die der „Hilfe“ der USA“ würdig sind, lässt diese Realsatire nur noch besser werden.

Das brutale RE-MODELLING des Nahen Ostens

democracy from aboveDass die amerikanischen Bomber nicht die wichtigsten IS-Stellungen angreifen, sondern syrische Infrastruktur (Getreidespeicher, Mühlen, Öl-Raffinerien, etc.) passt durchaus ins Bild: man greift seine Werkzeuge nicht an, jedenfalls nicht, bevor sie ihren „Job“ (Assad zu stürzen, grausame ethnische Säuberungen durchzuführen und Syrien als souveränen Staat zu zerstören) erledigt haben.

Die Kontrolle über die Öl- u. Gaslagerstätten und ihre geopolitische Bedeutung wurde ja schon erwähnt. In diesem Zusammenhang muss auch gesagt werden, dass sowohl die Kurden als auch IS illegal (zum kriminellen Freundschaftspreis) Erdöl aus Syrien und dem Irak verkaufen: über eine Pipeline wird der Rohstoff nach Ceyhan transportiert (in die Türkei) und von dort wird es von israelischen Tankern aufgenommen und nach Ashkelon gebracht. Mit einem falschen Herkunftszertifikat wird das Öl dann exportiert – gegen die UNSC-Resolutionen, die solche Importe ja verbieten.

Man trifft also Syrien und Irak (durch fehlende Exporteinnahmen) und kriegt das gestohlene Öl auch noch extra billig .. das ist also die Moral des Westens….

ARMUT UND INDOKTRINATION: Wie man zum (nicht arabischen) „Jihadi“ wird

Dass mit dem medialen Bild von IS etwas nicht stimmt, zeigt auch dieses Telefon-Interview (vom 20. August 2014 mit einem australischen Journalisten) mit einem militärischen IS-Führer, der als Omar Shishani bezeichnet wurde. Wer entsprechend konditioniert wurde, findet in den Aussagen dieses Mannes alles bestätigt, was man uns einreden will (fanatische, irre Kämpfer, die für die erzwungene Durchsetzung ihrer speziellen Religion vor keinem – noch so grausamen – Mittel zurückschrecken).

Jeder politische Kontext soll allerdings vermieden werden.

isis-syria-iraqDoch ein kurzer Blick auf das Gesicht dieses vermeintlichen „Gotteskriegers“ aus Arabien, lässt starke Zweifel an seiner Herkunft aufkommen: Wie viele hellhäutige, rothaarige Männer gibt es Nahen Osten, die für ein Kalifat morden würden?

Schon der erste Teil der Frage kann mit „Null“ beantwortet werden und deshalb kann das Erstaunen auch nicht mehr so groß sein, wenn der echte Name dieses „islamistischen Extremisten“ Tarkan Batirashvili ist. (Shishani bedeutet „der Tschetschene“ auf Arabisch)

„Vili“ – das kommt uns als Endung von Familiennamen irgendwie bekannt vor: richtig, da war doch dieser Sakashvili aus Georgien. In diesem Land kommen solche Namen häufig vor und dieser Herr Batirashvili wurde von Experten als ehemaliges Mitglied des georgischen Militärs identifiziert.

Seine Eltern sind (ethnische Tschetschenen und) Christen, da fragt man sich wo und wie wurde dieser Mann zum Islamisten gemacht? Sein Vater sagte in einem Interview, das sei wohl passiert, nachdem sein Sohn verhaftet worden war, also im Gefängnis. Er wurde aber vorzeitig entlassen und ging dann sofort nach Syrien. Der Vater glaubt, dass die grundlegende Ursache die Armut gewesen sei. Alle drei Söhne seien mittlerweile zum Islam übergetreten.

pankisi-valley-gorge-georgia-north-caucasus

Die Armut und Hoffnungslosigkeit spielte sicher eine große Rolle. Im Pankisi-Tal in Georgien, wo viele der Tschetschenen-Kämpfer/ Anführer in Syrien herkommen, sind mehr als 90% der Menschen arbeitslos. Die Jugendlichen haben keine Perspektive.

Saudis dual useHier hat man also den idealen Nährboden um „Islamisten“ heranzuzüchten, die man dann gegen unerwünschte Regierungen im Nahen Osten (oder in Russland) einsetzen kann und so erstaunt es auch nicht zu hören, dass seit 1998 viel Geld aus Saudi Arabien in diese Regionen geflossen ist, um Koranschulen, Moscheen und eine extreme, pervertierte Form des Islam zu propagieren. Die Geheimdienste finden dann bei diesen perspektivlosen, indoktrinierten jungen Männern ausreichend „Material“ für ihre Rekrutierung zum Terrorwerkzeug der imperialen Geopolitik. Was für eine Tragödie.

Welche Unmenschlichkeit muss vorhanden sein, um diese jungen Männer und ihre Sehnsucht „gebraucht zu werden“, für eine große Sache zu kämpfen, auf solch perfide Weise zu instrumentalisieren?

Omar reiste über die Türkei nach Syrien und kämpfte im September 2012 in Aleppo. Später gründete er seine eigene Kampftruppe, die sich später mit einer anderen zu Jaish al-Muhajireen wal-Ansar (JMA) vereinigte. JMA soll aus etwa 3.000 Männern aus dem Nord-Kaukasus, der Ukraine (der Krim) und anderen Ländern bestehen. Inzwischen hat sich Batirashvili IS(IS) untergeordnet und ihrem Anführer „al Baghdadi“ (der ja angeblich aus Samarra stammt ..?) den Treueeid geschworen. Er, Omar,  ist der Kommandeur des nördlichen Sektors von IS.

Es gibt noch weitere Kämpfer aus dem Kaukasus wie z.B. Abu Jihad Shishani, der in Ägypten bei salafistischen Klerikern studiert hat. Er tritt neben Omar in Videos auf (Omar ist kein großer Rhetoriker …) und spricht Arabisch und Russisch (sehr praktisch für die Einsetzbarkeit …)

„Kalif Ibrahim“ hat ja auch schon angekündigt, dass Putin auch auf seiner Feindesliste steht … daher macht es Sinn, dass in dieser Truppe auch Kämpfer aus Zentralasien bzw. den ehemaligen Sowjetrepubliken zu finden sind …angeblich nun auch Chinesen …. was den geopolitischen Hintergrund nur weiter unterstreicht …)

DAS INTERVIEW

isis mercenariesUnd was hat dieser falsche „Omar“ nun der Welt mitzuteilen? (Auszüge)

Zuerst antwortet er auf die Frage, warum IS auch Muslime umbringe (auf grauenvolle Weise), das sei nur „jüdische Propaganda“ und außerdem seien Schiiten keine Muslime …. Kurz darauf sagt er aber wörtlich:

„Jeder der Probleme macht, wird gekreuzigt …“ (that sounds familiar …Full Spectrum Dominance?)

F: Wie groß soll denn euer Kalifat sein? A: Ohne Grenzen …

F: Ihr wollt, dass die ganze Welt unter dem Gesetz Allahs steht? A: Korrekt, Sir

F: Gegen wen kämpft ihr jetzt gerade?

A: Gegen die Kurden … sie haben ihre Religion verkauft … wir bekämpfen sie bis sie unsere Herrschaft akzeptieren …

F: Warum kämpft ihr gegen die Sicherheitskräfte im Irak?

A: Haben Sie den Konflikt im Irak studiert? Wissen Sie, wie viele Leute sie ins Gefängnis gesteckt haben, gefoltert haben … bezahlt mit euren Steuergeldern?

F: Wie viele Kämpfer habt ihr?

A: Wir haben genug … es kommen jeden Tag mehr … aus Europa, über die türkische Grenze (korrigiert sich) . ..über alle Grenzen ..

F: Präsident Obama hat Luftschläge angeordnet, hat das eure Kampfkraft geschwächt?

A: Nein, Nein. Das motiviert uns nur und bringt mehr Muslime auf unsere Seite … das ist perfekt für uns; Ich glaube wir haben 2-3000 aus dem Westen bei uns … sie beten, dass die Amerikaner kommen ..wir wollen, dass diese Waschlappen hierher kommen .. ihre Frauen und Hunde vermissen … während wir sie abschlachten …

F: Die Leute hier sagen, dass der Islam eine friedliche Religion sei … was Sie sagen, klingt aber nicht friedlich

A: Ja, aber wir haben ja auch nicht in friedlichen Zeiten gelebt die letzten hundert Jahre … die Christen werden wir tolerieren, sie müssen nur eine Kopfsteuer zahlen … sie werden unsere angesehensten Gäste sein ..

F: Warum haben Sie diesem Interview zugestimmt?

A: Weil es so viel Verwirrung gibt. Man braucht sich ja nur Ihr „Wissen“ anschauen … Sie sollten sich schämen … eine Sendung (zu diesem Thema) zu moderieren … Sie wissen gar nichts über den Irak oder über Syrien und Sie spucken nur aus … sie wiederkäuen nur das ganze Zeug … übernehmen ein Wort hier und ein anderes da … und Millionen von Papageien wie Sie plappern etwas nach .. und dann werden wir von euren Regierungen bombardiert …“

F: Was steht als nächstes auf dem Programm?

A: Wir gehen in den Kampf gegen die Kurden …

F: Die toten Kinder im Norden des Irak … macht Ihnen das Sorgen?

A: Natürlich gefällt uns das nicht , aber werdet ihr die Muslime in Frieden leben lassen? Wohl kaum .. deshalb lehren wir unsere Kinder weiter zu kämpfen …

Was soll man dazu sagen?

Das Interview war ziemlich schwach und dieser Omar hat in einem Punkt Recht: die Ignoranz der Journalisten, die sich über diesen „Terror“ äußern, ist gewaltig und ihre wichtigste Funktion ist die eines Papageis. Wie immer wurde nur ein vorbereiteter Fragenkatalog heruntergelesen und nichts hinterfragt oder vertieft, was der Interviewte gesagt hat.

Was die irakischen „Sicherheitskräfte“ im Irak betrifft, verweise ich nur auf meine Artikel über das Training (die Brutalisierung) dieser Leute durch amerikanische „Ausbildner“ …

Die wichtigste Frage, WARUM er (als Tschetschene, was ja im Interview gar nicht erwähnt wird) in ein arabisches Land geht und dort Leute umbringt, wurde erst gar nicht gestellt. Wer hat ihn und die anderen indoktriniert und radikalisiert? Dazu kann uns der amerikanische Vizepräsident mehr sagen …

HEUCHELEI IN HARVARD: Joe Biden erklärt die US-Außenpolitik

BidenDie Aussagen von Joe Biden vor Studenten der Politikwissenschaft in Harvard machten Schlagzeilen, denn damit bestätigte der US-Vizepräsident nur das, was viele kritische Stimmen schon lange wussten: dass die treuesten Verbündeten der USA in der Region auch die größten Förderer eben jener Extremisten / Terroristen sind, die man jetzt unter lautem Theaterdonner als „Netzwerk des Todes“ bekämpfen muss.

Bidens Rede in Harvard bietet eine gute Gelegenheit, die gewaltige Kluft zwischen den edel klingenden Verlautbarungen und den tatsächlichen Absichten (und Taten) der amerikanischen Außenpolitik offenzulegen.

Auf die Frage eines Studenten, ob die USA nicht schon früher in Syrien hätten eingreifen sollen, antwortete Biden mit Nein und führte dann aus, dass die „Ermittlung der gemäßigten Mitte“ (innerhalb der syrischen Opposition) ein großes Problem gewesen sei. „Es gab keine gemäßigte Mitte [die man bewaffnen konnte], weil diese hauptsächlich aus kleinen Ladenbesitzern bestand“ (also niemand, der eine Waffe in die Hand nehmen, sondern stattdessen Reformen wollte).

Dass in den Medien trotzdem aber bis heute diese „gemäßigte Opposition“ als Empfänger von Waffen und anderem Material genannt wird, die man jetzt noch mehr – als Gegengewicht zu IS – unterstützen müsse, scheint hier keinen Redakteur zu stören. Warum auch, Papageien werden ja nicht fürs Nachdenken bezahlt …

Ich habe ständig darüber geklagt, dass unser größtes Problem unsere Verbündeten in der Region sind. Die Türken, die Saudis, die kleineren Emirate, sie waren so darauf versessen, Assad zu Fall zu bringen und einen Stellvertreter-Krieg zwischen Sunniten und Schiiten zu inszenieren, dass sie folgendes taten: Sie schütteten hunderte Millionen Dollar und Tonnen von Waffen an alle aus, die bereit waren, gegen Assad zu kämpfen. Aber die Leute, die ausgerüstet wurden waren Al Nusra und Al Kaida und die Extremisten (Jihadis) aus allen Teilen der Welt. Wir konnten unsere Kollegen nicht davon überzeugen, diese Gruppen nicht auszurüsten.“

Wir sollen also glauben, dass die USA (mit Ausnahme von Apellen an die Vernunft) hilflos dabei zusahen, wie diese brutalisierten und indoktrinierten Fanatiker von den „Verbündeten“ mit Geld und Waffen versorgt wurden. Das ist ein absoluter Witz, weil die Rolle der CIA im Heranzüchten von „Werkzeugen“ diese Art ja bekannt ist und es sogar amerikanische Presseberichte gibt, die die aktive Rolle der CIA in der „Ausbildung“ und Bewaffnung der Terroristen erwähnen:

CIA ships weapons to Syrian RebelsDiese (zusätzlichen) Waffenlieferungen, eine „entscheidende Eskalation der Rolle der USA im syrischen Bürgerkrieg“, begannen in einer Zeit erhöhter Spannungen und angedrohter Raketenangriffe“, als Bestrafung für den (Assad unterstellten) Giftgasangriff im August 2013 in der Nähe von Damaskus – wie die Washington Post im September 2013 schreibt.

Der Ausdruck „lethal aid“ also „tödliche Hilfe“, der hier für die amerikanischen Waffenlieferungen verwendet wird, könnte als makabres Unwort des amerikanischen Jahrhunderts das Rennen machen ..

Doch die Enthüllungen (Ausrutscher) von Biden bestätigen ja auch indirekt, dass es sich eben nicht um einen syrischen „Bürgerkrieg“ handelt, weil die echte, gemäßigte Opposition ja gar nicht kämpfen, sondern verhandeln wollte. Deshalb hat man von Anfang an von außen für eine Eskalation der Gewalt gesorgt. Die somit inszenierte „Bestürzung“ darüber, dass man dabei “nicht tatenlos zuschauen konnte“, R2P, etc. war ja das vorgetäuschte Motiv für die immer größere Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens.

Auch die New York Times berichtete schon im März 2013 über die „tödliche Hilfe“ der CIA in Syrien (hier zitiert von RT):

Schon im Oktober 2012 seien die ersten Waffenlieferungen mit Militärflugzeugen aus Katar in die Türkei gebracht worden. Saudi Arabien und Jordanien hätten sich dann ab November auch daran beteiligt, wodurch es zu einer Großoperation wurde. Mehr als 160 Militärmaschinen seien in der Türkei gelandet, die meisten davon im Flughafen Esenboga bei Ankara.

Ein Experte vom schwedischen SIPRI Institut schätzt die gesamte Ladung dieser Flüge auf 3.500 Tonnen. Dies sehe nach einer „gut geplanten und koordinierten, Militär-Logistikoperation aus“ fügte er hinzu. Nach Angaben der NYT ist die CIA direkt in die Beschaffung der Waffen (in Kroatien) involviert undüberprüft die syrischen Rebellengruppen“ im Hinblick darauf, wer Waffen bekommt und wer nicht.

Ein “Anti-Assad Kämpfer” in der Provinz Idlib wird dann noch von der NYT mit folgenden Worten zitiert:

Bewaffnen oder nicht bewaffnen, tödlich oder nicht-tödlich [also z.B. Fahrzeuge, Kommunikationsysteme, etc.] – es hängt alles davon ab, was Amerika sagt.“

Also Herr Biden, wen wollen Sie hier verarschen? Die „Elite“-Studenten von Harvard?

who are the real terroristsDas könnte sogar gelingen, wenn man sieht, welche verharmlosende Rhetorik Sie hier anwenden um die außenpolitischen Ziele und Methoden der USA zu beschreiben, „märchenhaft“ ist gar kein Ausdruck …

Die mehrfach wiederholte Behauptung Bidens, das Leitmotiv der amerikanischen Außenpolitik sei die Durchsetzung von Menschenrechten, ist angesichts der historischen Fakten so absurd, dass man laut lachen muss, aber eigentlich weinen will.

Aber damit nicht genug, sagte Biden auch noch wörtlich, das Bestehen auf die Einhaltung von Menschenrechten

ist in unsere DNA eingeprägt. Es ist kein politisches Instrument, es macht uns [als Amerikaner] aus; definiert, wer wir sind.“

Ach so… deshalb braucht man 900 Militärbasen in mehr als 100 Ländern, „humanitäres Bombardieren“, totalitäre Überwachungs- und Finanzsysteme, Unterminierung von Bürgerrechten und Aushöhlung des Völkerrechts, geheime Handelsabkommen … zur Durchsetzung von Menschenrechten! Na klar, was sonst?

Was die USA wirklich im Rahmen ihrer Außenpolitik treiben kann man in dieser wunderbaren Doku sehen

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