Ukraine (7): Meldungen vom Fließband

USSADie Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich: tägliche kommen neue Meldungen über Gewaltausbrüche im Osten des Landes, (aber auch an der Schwarzmeerküste, wie in Odessa) über die Medien zu uns, die wir aber nur schwer einordnen können, weil uns der notwendige politische Kontext vorenthalten wird. (Mehr dazu und über die in den Medien ignorierte Gewalt der Neo-Nazis im nächsten Beitrag)

Der paranoide Tenor im Hintergrund ist immer der gleiche: Russland bedroht die Welt und Putin ist an allem schuld (am besten wir bekreuzigen uns, wenn wir ihn sehen …) Die deutsche Journaille merkt gar nicht mehr, wie sehr sie von ihrem eigenen Apparat indoktriniert wird und dass ohne Hinterfragung des ganzen Mediensystems eine wahrheitsgemäße Darstellung politischer Absichten und Ziele unmöglich wird.

Ich möchte an zwei Beispielen zeigen, wie sehr unsere Presse als Fließband für Spin funktioniert und sich zu „churnalists“ reduzieren lässt, solange die „Meldungen“ in den vorgefertigten Rahmen passen. (Hier zunächst Nr.1):

DIE OSZE BEOBACHTER (die keine waren)

Seit Wochen sorgt ein Thema in den Medien für Schlagzeilen: Die „Entführung“ von Mitgliedern einer „OSZE-Beobachter“-Mission im Osten der Ukraine (aktuelle Meldung: sie wurden freigelassen). Natürlich wurde auch dieses Ereignis so dargestellt, dass nur „pro-russische Aktivisten“ – diesmal in Gestalt eines „selbsternannten“ Bürgermeisters – dahinterstecken können, also wieder einmal der böse, hinterhältige Putin im Hintergrund die Fäden zieht.

In praktisch allen Schlagzeilen (Ende April) wurden die festgehaltenen Männer als „OSZE-Beobachter“ bezeichnet. Hier nur einige Beispiele:

  • Separatisten setzen OSZE-Beobachter fest“ (Süddeutsche Zeitung) 26. April 2014
  • Steinmeier verurteilt Vorführung der festgehaltenen OSZE-Beobachter“ (Focus Newsticker mit Zeitangaben, aber ohne Datum ..?)
  • Deutsche OSZE-Beobachter in Ostukraine festgehalten“ (SPIEGEL Video)

Diesen Meldungen waren andere vorausgegangen, mit denen die Entsendung der OSZE-Beobachter angekündigt wurde, z.B. hier:

  • Ukraine OSZE entsendet Beobachter (FAZ)21. März 2014
  • Erste OSZE-Beobachter sind da (Tagesschau) 23. März 2014

Obwohl in einigen Presseberichten weiter hinten im Artikel erwähnt wurde, dass es hier um zwei verschiedene Gruppen ging, nahm die große Mehrheit der Leser bzw. Zuschauer natürlich an, dass es sich um die gleiche Mission handelte, was aber nicht stimmte. Die echte OSZE-Mission besteht aus ca. 130 (bis zu 500) Beobachtern, die tatsächlich Delegierte der OSZE sind und (bisher) aus 30 Mitgliedsländern kommen, die auf der OSCE-Website auch namentlich genannt werden. Diese Mission wird auch von Russland unterstützt.

Nach offiziellen Angaben hat die „Regierung“ der Ukraine diese Beobachter „eingeladen“, um auf der Basis des Wiener Abkommens von 2011 Besorgnis über „ungewöhnliche Militäraktivitäten“ (der Putsch-Regierung gegen die eigene Bevölkerung) zu entkräften. Nach diesem Vertrag sind aber alle Mitgliedsstaaten über solche Inspektionen zu informieren.

Die „festgehaltenen“ Beobachter, die Schlagzeilen machten, haben aber kein Mandat der OSZE sondern sind im Auftrag der deutschen Bundesregierung in die Ukraine gereist. Unter deutscher Führung sind aktive Offiziere aus Tschechien, Polen, Schweden Dänemark und natürlich Deutschland selbst, in Begleitung fünf ukrainischer Militärs im Land unterwegs – zu welchem Zweck und wodurch legitimiert? (Alle Länder sind „enge“ Verbündete, also Vasallen)  der USA, die das NATO-Kommando hat)

BIG BROTHER IN UKRAINE: Wer beobachtet hier wen?

Carl Neukirch, stellvertretender Leiter des OSZE-Krisenpräventionszentrums erklärte in einem ORF-Interview* am 25. April 2014 dazu folgendes:

(Einleitung ORF:Wir wollen jetzt über die Situation der festgehaltenen OSZE-Mitarbeiter sprechen13 OSZE-Mitarbeiter werden derzeit festgehalten … die Journalisten selber glaubten also auch, dass es sich um OSZE-Leute handelte … media-self-indoctrination works …!)

Neukirch:Genau genommen muss man sagen, dass es sich nicht um OSZE-Mitarbeiter handelt, sondern es sind Militärbeobachter, die bilateral auf Basis eines OSZE-Dokuments tätig sind. Wir haben parallel dazu auch eine OSZE-Mission, die schon über 125 zivile Beobachter im Land hat, auch in dieser Region, und diese Leute sind glücklicherweise nicht betroffen, aber sie helfen uns jetzt dabei, mehr über die Situation dieser Militärbeobachter […] herauszufinden“

Die Journalistin reagiert überhaupt nicht auf diese (peinliche) Richtigstellung, sondern arbeitet schön brav ihren vorbereiteten Fragenkatalog ab, der natürlich darauf basiert, dass es sich um OSZE-Mitarbeiter handelt (was ja nicht der Fall ist) … was der ganzen Sache etwas Surreales (à la „1984“) verleiht.

Sie fragt z.B. weiter: Mit wem verhandeln Sie jetzt? Worauf er ihr (zum wiederholten Mal) erklärt, dass es sich um eine bilaterale Mission (keine OSZE-Mission) handelt, die unter Führung der deutschen Bundeswehr (des Zentrums für Verifikationsaufgaben ZVBW) stattfindet, weshalb eben „OSZE im Augenblick nicht verhandelt“. Schließlich soll er noch zur Frage der Risikoabschätzung (für eine OSZE-Mission) etwas sagen und antwortet darauf, dass man eine solche nicht gemacht habe, „weil es nicht unser Besuch ist“. Für die eigene (echte OSZE-Mission) gäbe es natürlich Verhaltensregeln, aber man müsse dann vor Ort einschätzen, wo man hingehen könne und wohin nicht.

(*Der ORF hat allem Anschein nach den brisanten Beitrag mittlerweile entfernt, ich konnte ihn jedenfalls in der „TV-Thek“ nicht mehr finden, obwohl wesentlich ältere Beiträge noch vorhanden sind … so viel zum Thema „öffentlich-rechtlicher Informationsauftrag“ … forget it …!)

(Die Bundeskanzlerin hat mittlerweile erreicht, dass die OSZE offiziell „interveniert“, damit die Rolle der Bundesregierung in diesem Spiel im Dunkeln bleibt – siehe Pressemeldungen über die Freilassung …)

WAS  „VERIFIZIERT“  DIE  DEUTSCHE  BUNDESWEHR  IN  DER UKRAINE?

Axel SchneiderBereits am 23. April hat der Leiter der (fälschlich als OSZE-Mission bezeichneten) Gruppe von „Beobachtern“, Oberst Axel Schneider in einem Radiointerview klargestellt, dass es sich um zwei völlig verschiedene Dinge handelt. Auch die Journalistin von Bayern 2 spricht von Anfang an von einer „Delegation der Bundeswehr“ im Zuge der „Rüstungskontrolle“ an der ostukrainischen Grenze und fragt Schneider, was man denn in der Ukraine kontrollieren und herausfinden könne.

Schneider sagt, Ziel der Mission sei die „Überwachung der regulären, staatsbewaffneten Kräfte“ – nicht die Frage zu klären, ob es russische Spezialeinheiten gibt und ob diese die Lage verschärfen. Man habe ein „schlagkräftiges Dokument“, mit dem man überprüfen könne, „in welchem Zustand die bewaffneten Kräfte sind und was sie leisten können, ob sie offensiv oder defensiv ausgerichtet sind. Man habe auch Gespräche mit Soldaten geführt, die zeigen „wie sich die einzelnen Soldaten mit ihrem Land identifizieren“, was wiederum den Grad der „Bereitschaft, in den Einsatz zu gehen“ deutlich mache. Auch Sport und Verpflegung spielten eine Rolle und alle diese Faktoren seien zur Bewertung der „Schlagkraft der Einsatzkräfteausschlaggebend.

Was denn für ihn schon „sichtbar geworden“ sei, fragte die Moderatorin. Darauf Oberst Schneider:

Ein offensives Auftreten, möglicherweise eskalierend, wird seitens der Streitkräfte im Moment nicht agiert. Sie vermeiden alles um ein falsches Signal zu geben.“ Ob es allerdings so bleibt, könne niemand sagen. Russische Spezialeinheiten habe man nicht gesehen, das sei aber auch nicht der Auftrag gewesen.

Schließlich wundert sich die Journalistin, wieso „ein diplomatischer Auftrag von Bundeswehrsoldaten ausgeführt wird“? Darauf kann Schneider keine richtige Antwort geben. Man habe schon seit 1991 „als Soldaten eine diplomatische Funktion übernommen und das sei alles „sehr eng mit dem AuswärtigemAmt koordiniert“.

GEILENKIRCHEN GOES EAST oder What the hell is going on?

inspecting what

„Inspector“ – Wofür?

Das Interview mit Oberst Schneider wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Die „Bewertung der Schlagkraft“ und der Motivation der Soldaten (auch Polizisten und anderer „Sicherheitskräfte“?) ob sie „offensiv oder defensiv“ agieren, was hat das mit „Rüstungskontrolle“ oder mit „diplomatischen Funktionen“ zu tun? Und seit wann ist es Aufgabe der Bundeswehr, sich um den Zustand ausländischer Militäreinheiten zu kümmern? Noch dazu gerade jetzt in einer solchen Krisensituation?

Wenn die OSZE ohnehin eine offizielle Beobachtermission entsandt hat, um „Besorgnis im Zusammenhang mit ungewöhnlichen militärischen Aktivitäten“ in „Anwendungszonen für vertrauensbildende Maßnahmen“ zu entkräften (Abschnitt III. des Wiener Abkommens), was machen dann Offiziere der Bundeswehr und anderer EU-Staaten (in Zivil) in der Ukraine?

Und was genau ist mit „ungewöhnlichen Aktivitäten“ gemeint? Neo-Nazis als (politische) Oberbefehlshaber der Streitkräfte? Die Schlägertruppen von UNA-UNSO bzw. dem Pravy Sektor, die alle politischen Gegner bedrohen und auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken? (Mehr dazu im nächsten Beitrag). Wohl kaum, denn die Rolle der Nazis wird in den Medien weitgehend ignoriert, sie lassen sich ja mit „Informationen“ füttern, die PR-Firmen selektiert bzw. fabriziert haben.

Festzuhalten ist folgendes:

  • Die genannten Länder (aus denen die „Beobachter“ kommen) sind alle Mitglieder der NATO, stehen also unter dem strategischen und ideologischen Kommando Washingtons. US-NATO wiederum steht zu 100% hinter der illegitimen „Regierung“ in Kiew. Das bedeutet also, dass diese Offiziere keinesfalls als neutrale Beobachter für eine Mission in Betracht kommen, wie sie die OSZE verkörpern soll.
  • Auch die Berufung auf das Wiener Abkommen als Legitimation für die „Beobachter“ ist äußerst fragwürdig, da die angebliche Einladung für den Besuch von einer „Regierung“ stammt, die durch kriminelle und verfassungswidrige Aktionen an die Macht gekommen ist und ganz sicher nicht den Willen der Bevölkerungsmehrheit repräsentiert.
  • Wie diese „Mission“ das ukrainische Militär untersuchen soll, wenn fünf ukrainische Offiziere (als Aufpasser) mit dabei sind, ist mir auch nicht ganz klar …
  • Das ganze Gefasel von „vertrauensbildenden Maßnahmen“ im Kontext militärischer Aufgaben erscheint mir sehr heuchlerisch, denn die Crux militärischer Planung liegt doch darin, dass die „anderen“ nicht wissen, was man wirklich vorhat. Verträge über militärische „Zusammenarbeit“ sind daher mit äußerster Vorsicht zu genießen, besonders in Zeiten wie diesen …. (letztes Stadium des Plünderungskapitalismus und zunehmender Militarismus)

Carl Neukirch stellte im o.a. ORF-Interview klar, dass die (in den Medien falsch bzw. irreführend deklarierte OSZE-Mission) tatsächlich unter Leitung der deutschen Bundeswehr unterwegs war und zwar deren ZVBW.

Was ist das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBW) nach offiziellen Angaben bzw. was macht es wirklich?

ZVBW logoDiese Frage hätten die Journalisten stellen müssen, anstatt rund um die Uhr Putin-Bashing zu betreiben. Hier geht es um die Überprüfung von Vereinbarungen, die sich aus dem CFE Vertrag ergeben, der am 19. November 1990 unterzeichnet wurde, aber erst zwei Jahre später, im November 1992 für alle Vertragsparteien bindend wurde.

Während die bisherigen Rüstungsbeschränkungsabkommen keinen besonders hohen Personalaufwand zur „Verifizierung“ nach sich zogen, wurde mit dem CFE eine neue Ära eingeleitet. Es reichte nun nicht mehr, ein Segment des Militärs für Inspektionsaufgaben auszubilden, sondern alle Unterzeichnerstaaten begannen damit, eigene „Verifizierungsagenturen“ zu gründen, die dem Militär bei der Einhaltung der Vertragsbedingungen Hilfe leisten sollten.

Das ZVBW wurde im Oktober 1990 in Geilenkirchen (bei Aachen) gegründet. Der Hauptgrund dafür war, so Brigadegeneral Dr. Heinz Loquai „der voraussichtliche große Aufwand, der auf Deutschland im Rahmen des CFE-Vertrages zukam. Deutschland hatte mehr Inspektionsorte vorzuweisen als die Sowjetunion.“ Mit jedem zusätzlichen Abkommen wurde der Kontrollrahmen noch zusätzlich erweitert, was sich auch in der Personalstärke auswirkte: 1990 hatte das ZVBW 65 Mitarbeiter (nicht alle Offiziere), zwei Jahre später waren es 400.

Bei der Gestaltung des Vertragstextes samt Anhängen war natürlich die US-geführte NATO (High Level Task Force (HLTF in Brüssel) sehr stark involviert, doch in den Dokumenten wird so getan, als ob es NATO gar nicht gäbe (das Wort kommt nicht einmal vor) und auch der Warschauer Pakt wird nicht erwähnt. Stattdessen ist die Rede von “zwei Gruppen von Staaten” und jeder Staat für sich ist (formal) verantwortlich für die Implementierung des Vertrages.

NATO CALLS THE SHOTS

Doch da gibt es auch noch das Verification Coordination Committeeder NATO (VCC)

Hier handelt es sich um eine Organisation, die politische und militärische Ziele kombiniert und durch jeweils zwei Vertreter jedes NATO-Mitglieds repräsentiert wird. Üblicherweise findet einmal im Monat ein Treffen statt. Auch hier finden wir eine „Verifizierungs“- bzw. Implementierungs-Abteilung, das VICS, das mehrere wichtige Funktionen hat. Es legt z.B. die Inspektionsquoten der Mitgliedsstaaten fest (wie oft kontrolliert werden muss) und überprüft die Übereinstimmung mit den Vertragsinhalten.

Das VCC verfügt über eine riesige Datenbank und „unterstützt“ die NATO-Mitglieder dabei, relevante Daten einzuordnen und im Hinblick auf Vertragsübereinstimmung zu bewerten. Das VCC hält aber auch „Kurse“ ab, um einen „einheitlichen Zugang“ zur Implementierung der Vertragsbedingungen sicherzustellen und schließlich sorgt es auch noch dafür, dass es zu einem „Informationsaustausch“ der Unterzeichnerstaaten bei den „Verifizierungsangelegenheiten“ kommt.

Das VCC wurde bereits sechs Monate VOR der Vertragsunterzeichnung in Paris gegründet, um die die Umsetzung der Vereinbarungen zu „koordinieren“. Maßgeblich daran beteiligt war General John R. Galvin, (USA, USCINCEUR), der darauf bestand, dass NATO eine zentrale Rolle bei der Implementierung des Vertrages, der Koordination und der „Schulung“ hatte. (Unter seiner Führung als SACEUR (Supreme Allied Commander Europe) sollen die „Gladio-Strukturen“ in Europa nach dem Skandal in Italien aufgelöst worden sein .. wer’s glaubt, wird selig …) Der Vorsitzende des VCC wurde der „beigeordnete“ Generalsekretär für Politische Angelegenheiten, Gebhardt von Moltke.

Fazit: Man darf davon ausgehen, dass alle Daten aus diesen „Verifizierungsstellen“ im großen NATO-Computer in Brüssel landen, wo sie vernetzt werden und somit unter Kontrolle der USA stehen, die selbst den größten Militärapparat aller Zeiten aufgebaut hat und alle „Begrenzungsabkommen“ daher ad absurdum führt (von der NSA ganz zu schweigen – „vertrauensbildende Maßnahmen“ im Kontext der aggressiven US-Außenpolitik und NSA-Affäre – Soll das ein Witz sein?)

NATO the good terroristsEin Staat, der „Full Spectrum Dominance“ als politisches und militärisches Ziel hat, sich das Recht herausnimmt, mit allen Mitteln in jedem Land zu „intervenieren“, wenn die dortige Regierung nicht konveniert und dann auch den Moralapostel mimt und anderen Ländern Vorträge über Völkerrecht hält und „Strafen“ (für fehlende Unterwürfigkeit) verhängt – bekommt durch diese „Abkommen“ Einblick in die militärischen Strukturen aller Unterzeichner-Staaten …. Man kann doch nicht so naiv sein, zu glauben, die USA würden ihre eigenen Daten wirklich offenlegen. Außerdem gibt es da noch so etwas wie „Scheininspektionen“ ….

Aber kommen wir zurück zur Rolle des ZVBW in der Ukraine. Wenn diese Mission so nobel und durch Verträge abgedeckt ist, warum dann die Geheimhaltung? Warum werden die anderen Mitglieder nicht namentlich genannt? Warum gehen Offiziere in Zivil in ein Land (quasi im Kriegszustand) um dort die Streitkräfte zu „überprüfen“? Warum will die Bundesregierung den Anschein erwecken, dass die OSZE der Auftraggeber ist?

Darauf gibt es zwei mögliche Antworten:

  1. Die „Einladung“ war eine Falle, die die ukrainische Putsch-Regierung (beraten von amerikanischen „Freunden“) dem ahnungslosen Team gestellt hat. Man wollte die Mission torpedieren bzw. einen Eklat herbeiführen, der Putins Rolle als Erzschurke (dem die Entführung als indirekt Verantwortlicher in die Schuhe geschoben wird) noch stärker in die Köpfe der Zuschauer einbrennt. Besonders die deutsche Bundesregierung sollte gegen Russland aufgebracht werden (aus Sicht der deutschen Exportwirtschaft ist eine Konfrontation mit Russland glatter Selbstmord, das kann der „Wirtschaftspartei“ CDU nicht egal sein, deshalb ist Merkel bei den Sanktionen zögerlich)
  2. Das ZVBW (bzw. die anderen Teilnehmer) hatten in Wahrheit eine ganze andere „Mission“, nämlich die von „pro-russischer“ Seite unterstellte Spionageaktivität.

Scheinbar „neutrale Beobachter“ und „Inspektionen“ können für Spionagezwecke missbraucht werden, das liegt doch auf der Hand

Am Beispiel des Kosovo lässt sich ja demonstrieren, wie unter dem Deckmantel der OSZE „Verifizierungsmission“ Verbindung zwischen US-Geheimdiensten (inklusive privater Söldnerfirmen) und der KLA aufgenommen wurde, zur Vorbereitung der verdeckten Kooperation für den Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien. (Was nicht bedeutet, dass alle echten OSZE-Mitarbeiter darin involviert waren oder davon wussten)

Der Kriegsvorwand der „humanitären Intervention“ war ja an sich eine große Lüge, die aber erst nach der Zerstörung Jugoslawiens von wenigen Medienberichten entlarvt wurde. Die „humanitäre Katastrophe“ entstand erst DURCH den NATO-Angriff, wie auch andere Analysen später klarstellten.

(Mehr zum Vorgehen der NATO im Jugoslawien Krieg in diesem Interview)

Dass deutsche Politiker und Regierungsmitglieder uns gezielt mit Lügen füttern, um „Zustimmung“ zu bereits geplanten Kriegen und anderen (kriminellen) außenpolitischen „Maßnahmen“ zu erhalten, ist also eine Tatsache. Wenn die Medien diese Desinformation unkritisch übernehmen, hat die Gerechtigkeit keine Chance und letztlich sterben Menschen deswegen (wie gerade jetzt in der Ukraine, in Syrien, im Irak und vielen anderen Ländern der Welt).

Die Journalisten haben also eine enorme Verantwortung, die sie aber anscheinend nicht ernstnehmen.

Ein sehr interessantes Gespräch über die USA, NATO, „9/11“, Rohstoff-Kriege, die Rolle der Medien etc. gibt es hier.

DER KAISER IST NACKT (ABER BEWAFFNET)

NATOs real faceDer Historiker Dr. Daniele Ganser bezeichnet das Pentagon darin als „Angriffsministerium“ und die  NATO als „aggressive Organisation„. Er betont, dass diese Bezeichnungen im offiziellen Diskurs (der Journalisten und Politker) quasi tabu seien, weil die USA als imperiale Macht die „Deutungshoheit“ über (passende oder unpassende) Begriffe habe. Deshalb werden Leute, die sich nicht daran halten und das böse Kind beim Namen nennen sofort mit Stigma-Labels wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „anti-amerikanisch“ versehen. Das wirkt immer (besonders auf die Zuschauer).

Er bezeichnet die Rolle der Medien (als Transporteur von Lügen) als „ganz großes Versagen“ und „fundamentales Problem“. Der Mann hat ja so Recht ….

NATO – LEAVE UKRAINE ALONE

Die Rolle der NATO bei der Eskalation der Gewalt in der Ukraine wird von den Medien kaum beachtet ebenso wenig die Tatsache, dass in Geilenkirchen nicht nur das ZVBW zu finden ist, sondern ein ganzer NATO-Stützpunkt.

Von dort werden „Aufklärungsflüge“ (sprich: Spionage aus der Luft) mit den modernsten Flugzeugendurchgeführt. Ohne NATO geht in Europa (geschweige denn Deutschland) – nicht nur militärisch – gar nichts mehr. Deutschland gibt sich ja auch dafür her, dass von hier aus Drohnen gesteuert werden, die im Auftrag der US-Regierung praktisch jede Woche irgendwo Menschen umbringen (vor allem in Afrika). Dass das ein klarer Bruch des Grundgesetzes bzw. des Völkerrechts ist, spielt bei Merkel keine Rolle (sie ist ja schließlich Trägerin der „Medal of Freedom“, da weiß man, auf wessen „Freiheit“ es ankommt …).

Während die Fließband-Medien immer (vorgeben) nur fragen „Was will Putin?“ sollten sich die Journalisten mal damit beschäftigen, was die deutsche Außenpolitik eigentlich will und inwiefern diese von Washington dominiert wird.

Übrigens: Das „Nachrichten“- Fließband der Papageienpresse läuft ungehindert weiter: Immer noch heißt es „OSZE-Beobachter“ …

  • „Nach der Freilassung der OSZE-Beobachtersollen bei neuen Gefechten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk wieder mehrere Menschen getötet worden sein.“Tagesspiegel
  • OSZE-Beobachter in der Ostukraine freigelassenAPA-Meldung (APA ist die österreichische Presseagentur)
  • Die in der Ostukraine freigelassenen OSZE-Militärbeobachter sind unterwegs nach Deutschland. Das Flugzeug der Bundeswehr sei in Donezk gestartet, teilte die OSZE-Mission in der Ukraine am Samstagnachmittag mit. Die Männer, darunter vier Deutsche, wurden abends auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel erwartet – unter anderem von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). STERN Newsticker
  • Ukraine-Krise: Geiselnehmer lässt OSZE-Beobachter freiFocus

mass deceptionWas lernen wir noch daraus? „Newsticker“ sind so was von sinnlos  (und irreführend) … Was nützt es, im Stundentakt „Nachrichten“ zu bekommen, deren Wahrheitsgehalt niemand geprüft hat, weil die Presseagenturen immer als „vertrauenswürdige“ Quellen gelten? Solange alle das gleiche schreiben, kann man das auch noch als „Bestätigung“ auffassen.

P.S. Wer über die Hintergründe des modernen Presse-(Un-)wesens informiert werden will, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen:

(Siehe auch frühere Beiträge mit dem Schlagwort „Medienkritik“ bzw. „Churnalism“)

 

 

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