Target Syrien (2): Moses beats Machiavelli

TerRUS[…]Präsident Bush plant, mit diesem Krieg die Westeuropäer, gemäßigte Sunniten, die Saudis, Jordanier und Ägypter – auf die allesamt das Wort „gemäßigt“ nicht so recht passen will, aber das Weiße Haus nennt sie so – mit den Israelis gegen Hamas, Iran, Syrien und Hisbollah zusammenzuschweißen.

Das ist der Plan. Auf Arabisch heißt das fitna, Krieg der Muslime untereinander

Seymour Hersh, amerikanischer Ausnahme-Journalist (2007)

„Seine Sicherheitskräfte schießen auf friedliche Demonstranten ein. Diese werden dadurch gezwungen, sich selbst zu bewaffnen und gegen die brutale Diktator zu kämpfen. Er hat zehntausende seiner eigenen Leute umgebracht – mit Panzern, schwerer Artillerie und sogar Chemiewaffen. Er ist ein blutrünstiger Tyrann, dessen Herrschaft zu Ende gehen muss, damit der Übergang zu einer demokratischen Ordnung möglich wird.

Dass ist die Darstellung von Präsident Bashar al-Assad, die von westlichen Politikern und ihre Stenographen in den Medien kultiviert wird. Jede andere Perspektive* wird unterdrücktDie westliche Presse übernimmt die Behauptungen westlicher Politiker in außenpolitischen Angelegenheiten, als wären sie über jeden Zweifel erhaben und akzeptiert ohne Vorbehalt, dass die Feinde des US-Imperialismus so scheußlich sind, wie der amerikanische Präsident und sein Außenminister es sagen.

Stephen Gowans

(*Die Demonstrationen waren keineswegs „friedlich“ … z.B. in Dara, wurden die Leute aufgehetzt, weil man ihnen erzählte, Schulkinder seien verhaftet worden …zuerst wurde die lokale Zentrale der Baath Partei angezündet, dann ein Gerichtsgebäude und eine Filiale der syrischen Telefongesellschaft … Scharfschützen  schossen  auf die Polizei, die das Feuer erwiderte:  jemand wollte also, dass die Gewalt eskaliert und die (Mehrheit der friedlichen) Demonstranten dadurch radikalisiert wird, damit man so einen „Bürgerkrieg“  inszenieren konnte… bei dem man dann „eingreifen“ muss  …)

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STERN Sarin eingesetzt sagt Kerry

Natürlich betätigt sich der  SPIEGEL nicht allein als „Multiplikator“ der endlosen Lügen, die aus Washington  bzw. Tel Aviv kommen. Auch andere „angesehene“ Zeitungen, wie der STERN machen beim Fließband-Journalismus mit: Hier ein Auszug daraus:

 „Einen Tag nach der Ankündigung von Präsident Barack Obama vor einem Militärschlag gegen Syrien den Kongress konsultieren zu wollen, erklärt sein Außenminister John Kerry, das Regime habe das Nervengas Sarin eingesetzt. Dies hätten unabhängige Untersuchungen von Blut- und Haarproben ergeben, die nach dem Beschuss eines Vorortes von Damaskus von Helfern zur Verfügung gestellt wurden. Dies sagte Kerry am Sonntag dem US-Sender CNN. Er betonte, dass die Ergebnisse nicht aus der Untersuchung der UN-Chemiewaffeninspekteure stammten.“

Die deutsche Presse –  und natürlich auch unsere „öffentlich-rechtlichen“ Papageien in ARD, ZDF und ORF –  singen also im gleichen Chor wie die amerikanische und britischen Medien  –Sarin gas used in Syria attack, Kerry says (Washington Post) oder John Kerry: US ‚has evidence of Syrian sarin use‘ (BBC) usw. -kein Wunder, denn sie werden ja alle aus der der gleichen vergifteten Quelle, den Presseagenturen, gefüttert.

Sie prüfen nicht einmal, was John Kerry wirklich gesagt hat:  (Video nach 5:30 Minuten)  Transcript des englischen O-Tons:

„In the last 24 hours we have learned through samples that were provided to the United States and that have now been tested from first responders in east Damascus and hair samples and blood samples have tested positive for signatures of sarin,” so this case is building, and will be building ..“

Wörtlich ins Deutsche übersetzt:

„In den letzten 24 Stunden  haben wir aus Proben , die den USA zur Verfügung  gestellt …und die jetzt getestet wurden … von Ersthelfern aus dem Ostteil von Damaskus …  erfahren, dass …und Haarproben und Blutproben … positiv auf  [charakteristische] Merkmale von Sarin getestet wurden, dieser Fall wird also immer konkreter und wird noch konkreter werden“

Was sofort auffällt, (wenn man gute Englischkenntnisse hat) ist das Gestammel Kerrys, das darauf hindeutet, dass er lügt bzw. seinen Text (den ihm andere eingehämmert haben) wegen verborgener, innerer Aufregung, nicht richtig aufsagen kann. (Da legte Colin Powell am 5. Februar 2003 vor der UN schon eine bessere Performance hin: Vortrag- sehr gut, Inhalt aber genauso verlogen (wie man übrigens an den Mienen (gesenkter Blick) von Negroponte und Tenet, die dahinter sitzen, gut ablesen kann..)

Entscheidend ist aber, dass man versteht, was mit „Signatur“ gemeint ist: ein chemisches Merkmal, aber nicht die chemische Verbindung, um die es konkret geht, nämlich Sarin (ein binäres, aus zwei Komponenten gemischtes, Nervengift).

WAS IST SARIN (Isopropyl methyl-phosphonofluoridat oder „GB“)?

Sarin chem formulaDer Name SARIN kommt von den Namen der  „Erfinder“  Schrader, Ambros, Ritter, Linde der IG Farben AG.

Sarin, eigentlich eine farb- u. geruchlose Flüssgkeit und kein Gas, verdunstet rasch – je höher die Temperatur, desto schneller die Verdunstung. Der Dampf ist schwerer als Luft, sinkt also zu Boden. Am gefährlichsten ist Sarin als Aerosol. Sarin wird auch über die Haut aufgenommen (auch durch die Kleidung).

Sarin wird im Körper rasch abgebaut. Man kann deshalb schon nach kurzer Zeit nur mehr Zerfallsprodukte im Körper finden, die aber auch durch andere Ausgangsstoffe enstanden sein können. Eines der Abbauprodukte von Sarin im menschlichen Körper ist Methylphosphonsäure, die im Urin nachweisbar ist. Da die OP- Pestizide* massenhaft in der Landwirtschaft eingesetzt werden (sind  deren Abbauprodukte bei sehr vielen Menschen zu finden  (siehe dazu meine drei letzten Beiträge KILLING FIELDS)

*„Pflanzenschutzmittel“ ist ein extrem verharmlosener Tarnbegriff der Chemielobby. Pestizide sind alle giftig – siehe dazu meine jüngste Artikelserie KILLING FIELDS, die wegen der Lage in Syrien unterbrochen wurde, aber noch nicht beendet ist; dass sich ausgerechnet die USA über den Einsatz von „Chemiewaffen“ moralisch so entrüsten, während ein US-Konzern wie Monsanto solche Gifte tonnenweise und ohne Zustimmung der betroffenen Bevölkerung an ahnungslose Bauern verkauft (und dabei massiven Druck auf die EU ausübt) ist eine unglaubliche Ironie und unerträglich … Die Agro-Gifte wirken nur langsamer als die militärischen Nervengifte .. statt eine akuten Vergiftung haben wir eine chronische, schleichende Vergiftung von Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen…)

Das erste Giftgas (aus der Gruppe der Organophosphate – op- ) wurde kurz vor dem zweiten Weltkrieg in Deutschland von IG Farben (heute BAYER) entwickelt, zunächst als Insektengift (Insektizid).  Bald darauf wurde Sarin synthetisiert.

Fünf der op Verbindungen sind Nervengifte: Tabun, Sarin, Soman, Cyclosarin und dass russische VX. Ihre extreme Giftigkeit wird auf die totale Blockade des Enzyms Acetylcholinesterase (ACHE) zurückgeführt, das für die Signalübertragung der Nervenzellen unerlässlich ist. Die Nerven werden dadurch in einen permanenten Erregungszustand versetzt, was sich durch Tränen- u. Speichelfluss, und in Atem- und Muskelkrämpfen am ganzen Körper äußert. Blase und Darm entleeren sich unkontrolliert. Schließlich kommt es zu Herzversagen.

Wenn ein extremer Mangel an ACHE nachgewiesen wird, wäre das ein Zeichen dafür, dass das Nervensystem massiv beeinträchtigt wurde, was auf ein Nervengift hindeuten kann, aber kein Beweis für eine bestimmte Substanz wie Sarin ist.  Ein möglicher Marker für Sarin wäre der Nachweis von IMPA im Blut, aber auch das ist wissenschaftlich nicht abgesichert.

(Der  bittere Witz ist ja, dass zehntausende Chemikalien freigesetzt wurden, und man jetzt erst danach forscht, verlässliche Biomarker zu finden, mit denen dann untersucht werden kann, in welchem Ausmaß z.B. Pestizide in biologischen Systemen (wie der Mensch) angereichert werden und welchen Schaden sie dort anrichten. Man darf davon ausgehen, dass die chemische Industrie diese Forschung torpedieren wird …)

Bei vielen Testmethoden sind „falsche Positive“ möglich, also irreführende Ergebnisse (z.B. durch gleiches Molekulargewicht zweier Substanzen; ). Je nach dem, welche Methode angewendet wird, kann die Wahrscheinlichkeit dieser Irrtümer erhöht oder gesenkt werden. Pestizide sind ein Paradebeispiel für ein „falsches“ Ergebnis, weil sie chemisch gesehen, sehr eng mit militärisch nutzbaren Nervengiften verwandt sind. Der Unterschied ist eigentlich nur, dass die einen legal sind und die anderen nicht …

Jabhat al-Nusra fighter CW grenadeDie „Proben“ über die Kerry sprach, (falls es sie wirklich gibt), kamen natürlich von den „Rebellen“ (er pochte  ja lautstark darauf, dass die Anschläge nur in den von ihnen kontrollierten Gebieten stattfanden). In einem Rechtsstaat hätte das Gebiet natürlich völlig abgeriegelt werden müssen, damit Polizei und Forensiker die Beweise sichern können. Davon kann hier aber absolut keine Rede sein. Der Tatort ist völlig „kontaminiert“, die  Integrität der Proben  nicht sichergestellt, wie die Fachleute das nennen und kein ordentliches Gericht würde solche „Proben“, als Beweismittel akzeptieren.

Die US-Regierung behauptet, sie könne keine konkreteren Beweise vorlegen, um die involvierten Personen zu schützen. Sie könnte aber problemlos wissenschaftliche Details offenlegen (welche Testmethoden wurden angewendet, welches Abbauprodukt wurde gefunden, etc.) – dadurch wäre niemand gefährdet. Dann könnte andere (unabhängige Wissenschaftler) bewerten, ob es hier mit rechten Dingen zugeht oder nicht. Aber genau das soll ja verhindert werden.

Was hier abgeht, ist so, als ab ob man einem Mafiaboss gestatten würde (moralisch durchaus dem POTUS gleichwertig), einem Gericht selbst gesammelte Beweise dafür vorzulegen, dass sein Gegner ein Arschloch ist, und deshalb umgebracht werden muss. Ach ja, und das „Gericht“ ist natürlich auch der Mafiaboss selbst ….

Übrigens, das Konzept der binären Kampfstoffe wurden ebenso wie die „Sarin-Artillerie-Granate“ von den USA entwickelt, die sich auch sämtliche Patente der IG Farben nach Kriegsende unter den Nagel gerrissen hat. Mehr Info dazu und zu CW-Abkommen hier.

1 clapperDer jetztige Direktor aller Geheimdienste (Director of National Intelligence) in den USA , also der „DNI“ James Clapper hat eine sehr interessante Vorgeschichte:

Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Fabrikation falscher Beweise für die Massenvernichtungswaffen (WMD) im Irak (unter Saddam Hussein). Unter  Donald Rumsfeld wurde Clapper der erste Direktor der NGA (National Geospatial-Intelligence Agency), wo er zwischen September 2001 (also  auch  „9/11“) und Juni 2006 tätig war. Zu seinen Aufgaben gehörte die Analyse von Satellitenbildern. Als die ersten „Berichte“ von Überläufern über WMD im Irak auftauchten, wäre es ein leichtes gewesen, diese durch Satellitenaufnahmen zu verifizieren bzw. zu widerlegen. Doch Clapper schwieg und  hielt sich an „Rummies“Prinzip: „Abwesenheit von Beweisen ist kein Beweis für deren Abwesenheit.“

Clappers Job war es, jeden unerfahrenen CIA-Analysten daran zu hindern, fragen zu stellen wie: Ist nicht der Grund, warum es keine Spur von WMD auf den Satellitenbildern gibt, der, dass (eben) keine existieren?

Doch Clapper hatte schon eine andere Erklärung gefunden: Saddam hat seine Phantom-Massenvernichtungswaffen nach Syrien geschafft! Dafür gab es zwar auch Null Beweise, nicht einmal Indizien, aber die „Freunde Israels“ (Zionisten / Neocons) behaupteten das einfach, um von der Kritik wegen der (grundlegenden) fehlenden Beweise abzulenken und eine neue Front gegen einen weiteren, israelischen Erzfeind aufzumachen: Assad  bzw. Syrien (das bis heute den israelischen Staat nicht anerkannt hat, sich technisch mit Israel im Krieg befindet – daher auch der Vorrat an Chemiewaffen als eine Art Gegengewicht zu Israels Atomwaffenarsenal –  und die Rechte der Palästinenser hochhält)

Ein weiterer Grund, warum Clapper den Top-Job der „Intelligence“-Branche erreicht hat, ist seine atemberaubend einfache Erklärung  für den Terrorismus: „Selbst-Radikalisierung“ – that’s it. Mord und Totschlag in einem historischen Vakuum, die Rolle der  kriminellen, imperialistischen (open your economy for our corporations and bankers, or else)  US Außenpolitik, der zahllosen Verbrechen von USrael, oft unterstützt von den Saudis, all das spielt keine Rolle, braucht nicht erwähnt werden und existiert deshalb nicht.

al-qaeda1Dass „Al Qaeda“ von den amerikanischen und saudischen Geheimdiensten  erschaffen wurde, darf nicht einmal gedacht werden. Wie sagte ein Kommentator vor kurzem:

The capability of US politicians for self-deception is enormous“- exactly.

Während Clappers Zeit als NGA-Direktor (also der Bush-Regierung), hatte das Pentagon ja eine eigene Abteilung gegründet (das Office of  Special Plans). Unter der Schirmherrschaft von Paul Wolfowitz und Douglas Feith, bestand dessen Aufgabe darin ( auf den Punkt gebracht), alle Geheimdienstberichte und Analysen, die einen Krieg gegen den Irak nicht unterstützten, (also keine Beweise für die „Notwendigkeit“ dese Eingreifens lieferten) verschwinden zu lassen bzw. selbst solche „Beweise“ zu generieren.

Go get me a terrorist and some WMD, because that’s what the Bush administration is interested in“.

Was bei den  „Beweisen“ für den Giftgaseinsatz in Syrien allerdings auffällt, ist die Tatsache, dass diese eben nicht vom „DNI“, also Direktor Clapper vorgestellt wurden, sondern vom Weissen Haus selbst (dem Pressebüro). Darin ist ständig die Rede von „Nach Einschätzung der Regierung der Vereinigten Staaten“ usw.  Clappers Name kommt in dem veröffentlichten Dokument gar nicht vor. Hat der Mann etwa aus dem Irakkrieg etwas gelernt? Kaum zu glauben …

Die endgültige Bewertung der Geheimdienstinformationen erfolgte also durch den Präsidenten und seine engsten Berater, und nicht durch die Dienste selbst.  Geheimdienst-Veteranen sagen dazu, sie  hätten so eine Formulierung noch nie gesehen, wenn es um eine internationale Krise ging.

Der englische Satz oben (Fazit: die „Analysen“ der Geheimdienste werden letztlich den Wünschen des Präsidenten angepasst und somit korrumpiert und zwar nicht erst seit Bush jun.), lautet dann also für Obama bzw. seine „Berater“:

Go get me a chemical weapons attack and some heart-wrenching pictures of children, because that’s what we need to start the bombing of Syria …“

Obama selbst ist wohl nicht mit Bush zu vergleichen, doch seine Berater haben enge Verbindungen zu den „Neocons“ (viele davon Zionisten) die sich (als Jünger von Leo Strauss, Machiavelli und Nietzsche) als auserwählte Herren der Welt sehen, also eine „Elite“, die sich alles erlauben kann.

Für die hohe Zahl 1400 (Opfer der Giftgasattacke lt. US-Regierung) gibt es null Anhaltspunkte. Es sind nach seriösen Angaben weniger als 400 Tote, für die nicht der böse Assad sondern mit großer Wahrscheinlichkeit die mörderischen „Rebellen“ verantwortlich sind.

Das moralische Argument, um das es hier (scheinbar) geht – die Welt darf und kann nicht tatenlos  zuschauen, wenn unschuldige Zivilisten durch grauenhafte Waffen getötet werden, kann man natürlich akzeptieren.

Doch durch tausende Bomben der „Staatengemeinschaft“, wird das Leiden der Zivilisten nicht weniger, sondern mehr – das hat sich ja auch im Kosovo gezeigt.

pic-php5Wenn man also „nicht zuschauen“ darf, wenn solche Massenmorde stattfinden, wieso hat dann die „Staatengemeinschaft“ bei der brutalen Ermordung von 1400 eingesperrten Menschen in Gaza (Operation Cast Lead) zugeschaut, darunter mehr als 300 Kinder? (Insgesamt starben mehr als 1000 Kinder im besetzten Palästina seit Beginn der Intifada).

Die Antwort kennen wir ja: weil es sich um israelische Verbrechen handelt. Dieser zionistische Schurkenstaat darf sich alles erlauben, egal wieviele Menschen dabei umkommen, verletzt oder entrechtet werden. Wir schweigen dazu. Seit mehr als 60 Jahren wird jeder geknebelt, verbal geknüppelt oder auf andere Weise „fertig gemacht“, der es wagt, die Wahrheit über Israel auszusprechen (zuletzt Günter Grass bzw. Jakob Augstein).

Damit kommen wir zur Quelle jener  aktuellen „Beweise“, die John Kerry der Welt  präsentiert hat:

WOHER KOMMEN DIE „BEWEISE“  DER GEHEIMDIENSTE?

1 CRAIG MURRAY

craig murrayMurray ist ein ehemaliger britischer Diplomat, der 2004 gefeuert wurde, weil er sich offiziell darüber beschwert hatte, dass der Westen mit dem faschistischen Terrorregime von Usbekistan (wo Murray Botschafter war und wo fleißig gefoltert wurde – auch für die CIA)  beste Beziehungen hatte, während andere  „Diktatoren“, die Washington und London in die Quere kommen, als Monster bekämpft werden, auch wenn dabei zigtausende ihr Leben verlieren (siehe z.B. Irak, Libyen und jetzt Syrien).

Murray stellt auf seinem Blog  eine sehr interessante These zu den angeblichen „Beweisen“ der Schuld Assads an Giftgasangriffen auf: .

Er wundert sich darüber, dass (nach Kerrys Angaben) die USA über Abhörprotokolle syrischer Politiker und syrischer Offiziere verfügen, weil die Zentrale des „großen Lauschangriffs“ speziell für den Nahen Osten (von Ägypten bis in den Kaukasus) eine Zweigstelle des britischen GCHQ in Zypern ist, aber diese „Erkenntnisse“ den zuständigen britischen Politikern des Geheimdienstausschusses JIC nicht zur Verfügung standen.

Murray war während seiner aktiven Zeit Anfang der 1990er Jahre in dem GCHQ-Gebäude in Zypern und hat mit eigenen Augen gesehen, welche enormen Abhör- bzw. technischen Überwachungssysteme dort vorhanden sind. Er ist überzeugt, dass – wenn diese Informationen echt sind – sie in der Abhörzentrale in Zypern hätten auftauchen müssen.

Für Murray kann das nur eins bedeuten: Die „Abhörprotokolle“ kamen nicht nur von den Israelis, sie wurden von ihnen auch fabriziert.

Man könnte jetzt sagen – also bitte, das ist doch wieder nur eine anti-semitische  VERSCHWÖRUNGSTHEORIE!

(Dass diese beiden Stigma-Wörter erfolgreich gegen Kritiker eingesetzt werden, um sie als verachtenswerte Menschen hinzustellen, dürfte ja mittlerweile klar sein. Doch ihre breite Wirkung zielt in erster Linie auf das Publikum, das davon abgehalten werden soll, dem Kritiker zu glauben. Nicht, indem man dessen Argumente widerlegt (die sind ja richtig), sondern indem man suggeriert, er habe einen anrüchigen Charakter, sei ein gefährlicher Spinner bzw. eine lächerliche  Figur. Mit solchen Leuten will sich niemand identifizieren, also werden sie aus der Debatte ausgeschlossen. Genau das war ja das Ziel …)

Werden die Amerikaner mit Informationen israelischer Geheimdienste gefüttert, ohne dass sie es merken?

bwo deception GermanEin ehemaliger Mossad-Agent, der in zwei Büchern die Hybris und Selbstgerechtigkeit des israelischen Auslandsgeheimdienstes schildert (die  Verlage in den USA wurden enorm unter Druck gesetzt, die Veröffentlichung der Bücher zu verhindern, kein Wunder), scheint dies zu bestätigen:

Victor Ostrovsky erzählt in seinem zweiten Buch  The Other Side of Deception, wie der Mossad die Amerikaner schon in den 1980er Jahren dazu bringt, abgehörte „Gespräche“ im Nahen Osten als authentisch zu betrachten und Washington dadurch zum willigen Vollstrecker israelischer Außenpolitik wird – Massenmord inklusive.

Er schildert, wie der israelische Geheimdienst  „Trojaner“ installiert, die  als Relaisstation für die Übertragung von Daten benutzt werden, die die Desinformationsabteilung des Mossad (LAP) aussendet . Dies geschieht mit der Absicht, dass diese Signale von den amerikanischen und britischen Abhörzentralen aufgefangen werden.

„Die vorgefertigten, digitalen Daten werden von einem Schiff der israelischen Marine ausgesendet und können nur vom Trojaner empfangen werden. Dieses Gerät überträgt dann die Signale auf einer anderen Frequenz, und zwar einer, die im feindlichen Land häufig benutzt wird. An diesem Punkt werden die Signale dann von „amerikanischen Ohren“ bzw. über das Netz des GCHQ aufgenommen.

Die Lauscher würden keinen Zweifel daran haben, dass sie eine echte Kommunikation abhören, daher der Begriff Trojaner. Darüber hinaus würde der Inhalt der Botschaften, sobald er dechiffriert ist, mit den „geheimdienstlichen Erkenntissen“ anderer Spionageeinheiten im Nahen Osten „übereinstimmen“ – nämlich dem Unit 8200 der israelischen Armee. Das knifflige dabei sei, dass der Trojaner so nahe wie möglich an den Ort gebracht werden muss, von dem die echten Übertragungen des Zielobjektes ausgehen würden, weil die Amerikaner natürlich technische Methoden entwickelt haben, um die Datenquelle zu überprüfen.

TERROR  IN  TRIPOLI &  IN  BERLIN:  BOMBEN FÜR  ISRAEL …

newsweek-july-1981Als Beispiel für den äußerst erfolgreichen Einsatz dieses Trojaners schildert Ostrovsky, wie der Mossad die Amerikaner dazu brachte, 1986 Tripoli zu bombardieren und Gaddafi als  gefährlichen „Terrorist“ für die ganze Welt zu brandmarken: (Gaddafi unterstützte die PLO, die damals Terroranschläge gegen israelische „Ziele“ verübte)

Eine Kommandoeinheit aus acht Männern der israelischen Marine bringt in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar  den 180 cm langen Zylinder (gewickelt in einen Teppich) an Land. Dort wartet schon ein Lieferwagen, der scheinbar einen platten Reifen wechselt. Sobald er die Männer sieht, öffnet er die Tür und vier der Männer steigen ein. Sie fahren in Richtung Tripoli während die anderen vier an der Küste zurückbleiben, um eine Fluchtmöglichkeit zu sichern, falsch etwas schief geht. Gleichzeitig macht sich eine Fliegerstaffel der israelischen Airforce für einen Einsatz bereit, sollte Unterstützung notwendig werden.

Der Lieferwagen parkt hinter einem Wohnhaus an der Al Jamhuriyh Straße in Tripoli, weniger als drei Häuserblöcke von den Bab als Aziza Barracken entfernt, wo Gaddafi seinen Amtssitz hatte. Im oberste Stockwerk, in einem gemieteten Apartment, wird der Trojaner aktiviert. Sollte ein Unbefugter den Raum betreten, würde sich der Trojaner selbst zerstören und dabei eine gewaltige Explosion auslösen.

Ende März hatten die Amerikaner schon fleißig die Botschaften des Trojaners abgehört. Darin wurde der Anschein erweckt, dass Informationen über eine ganze Liste geplanter Terroranschläge an verschiedene libysche Botschaften von Gaddafi übermittelt wurde. Wie der Mossad gehofft hatte, decodierten die Amerikaner die Signale und interpretierten sie als ausreichende Beweise dafür, dass die Libyer „aktive Sponsoren des Terrors“ waren. Und, besser konnte es nicht kommen, die US-Geheimdienste sahen die Berichte des Mossad auch noch als „Bestätigung“ an.

FRANKREICH UND SPANIEN GEHEN ISRAEL NICHT AUF DEN LEIM

Die französischen und spanischen Nachrichtendienste jedoch, waren sehr skeptisch: Sie fanden es seltsam, dass –, aus heiterem Himmel – die Libyer, die immer sehr vorsichtig kommunizerten, plötzlich so dumm waren, auf nicht abhörsicheren Kanälen über zukünftige Aktionen zu plaudern. 

Es kam ihnen auch sehr spanisch vor, dass in mehreren Fällen die Berichte des Mossad den „libyschen“ Abhörprotokollen semantisch sehr ähnlich waren.

Sie argumentierten weiter, dass hätte es tatsächlich libysche Abhörprotokolle nach der Attacke gegeben, dann hätte der Terroranschlag auf die Diskothek La Belle in Berlin am 5.April doch verhindert werden können, denn die Geheimdienste seien wohl nicht so dumm gewesen, die verdächtigen „Zielpersonen“ erst nach einem Terroranschlag abzuhören, oder?

Da der Bombenanschlag TROTZ PERMANENTER ÜBERWACHUNG DER KOMMUNIKATIONSNETZE nicht verhindert wurde, konnte das nur bedeuten, dass es NICHT die Libyer waren, und die angeblich „neuen Abhörsysteme“ ein Schwindel waren. Anders gesagt: (Nicht nur) Israel wollte, dass der Bombenanschlag stattfand, damit man ihn Gaddafi in die Schuhe schieben konnte…

DIE GLEICHE LOGIK GILT AUCH HEUTE IN SYRIEN …

„Die Franzosen und Spanier hatten Recht. Die Informationen waren ein Schwindel.“

Der Mossad hatte trotz „Verbindungen zu vielen europäischen Terrorgruppen“ (lt. Ostrovsky) „keine Ahnung“, wer den Bombenanschlag auf die Diskothek La Belle verübt hatte (das glaube ich allerdings nicht …). Man setzte darauf, dass die Amerikaner jedem Land, das als  „Unterstützer von Terror“ identifiziert wurde, mit ihrer ganzen militärischen Macht eine Lektion erteilen würden. Den „Beweis“ dafür im Fall Libyens lieferte der Trojaner. Der Mossad nutze dabei auch noch das exzentrische und demagogische Auftreten Gaddafis, um ihn als „irren Diktator“ zu brandmarken.

„Letzlich sind die Amerikaner dem Mossad voll und ganz auf den Leim gegangen“ (so Ostrovsky) – ich glaube das nicht bzw. denke ich, dass gewisse Gruppen in den USA genau wussten, dass Gaddafi nicht schuldig war, aber sie wollten Krieg und das Theater um den „Terror“ war nur ein Mittel zum Zweck ..wie später bei Saddam) .. „und haben die Briten und die Deutschen ins Schlepptau genommen“.

Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis  leitete die Untersuchung über den Terroranschlag in der Diskothek La Belle. Ihm wurden damals Abhörprotokolle übergeben, die angeblich von der NSA stammten und codierte Botschaften zwischen Tripoli und libyschen „Verdächtigen“ in Deutschland enthalten sollen. Doch in Wahrheit waren es Botschaften, die der Trojaner des Mossad verbreitet hatte.

Mehlis verkündete damals auch, man habe jetzt Beweise für die Schuld Gaddafis an dem Bombenanschlag in Berlin …und dann fielen die Bomben auf Tripoli …

Diese Operation war eine der größten Erfolge des Mossad. Sie führte zu den Luftangriffen auf Tripoli, die Reagan ja schon angekündigt hatte (predictive programming). Ein Schlag, der drei wichtige Konsequenzen hatte: er

  1. sabotierte eine Vereinbarung über die Freilassung der amerikanischen Geiseln im Libanon, wodurch die Hisbollah in den Augen des Westens zum Feind No.1 wurde
  2. sendete eine Botschaft an die ganze arabische Welt, und machte klar, auf welcher Seite die USA im arabisch-israelischen Konflikt standen
  3. plusterte das eigene Image des Mossad enorm auf, denn sie waren es ja, die – durch ihre hinterhältigen Tricks – die Amerikaner dazu gebracht hatten, zu tun, was sie wollten (weil es „richtig“ für Israel war)

Die Franzosen ließen sich nicht hinters Licht führen und wollten nichts mit der amerikanischen Militäraggression zu tun haben. Sie verweigerten den US Bombern die Überflugrechte auf dem Weg nach Libyen (… those were the days …before „l’Americain“ Sarkozy arrived on the scene)

Bombs on TripoliAm 14. April 1986 warfen amerikanische Flugzeuge mehr als 60 Tonnen Bomben auf  Libyen: den Flughafen in Tripoli, die Bab al Aziza Komplex (Gaddafis Amtssitz), die Stadt Benghazi, den Marinestützpunkt Sidi Bilal und andere „Ziele“.

Hunderte Menschen starben, darunter auch Gaddafis Adoptivtochter (zwei Jahre alt). Danach brach die Hisbollah alle Gespräche über die Geiseln in Beirut ab und exekutierte drei von Ihnen, einer davon war Amerikaner. Zwei französische Journalisten wurden freigelassen.

Wie es der Zufall wollte, wurde die französische Botschaft in Tripoli von einer „fehlgeleiteten“ Bombe getroffen …

Ostrovsky erzählt dann, wie sein Vorgesetzer stolz verkündete: „Unser Freund Gaddafi wird jetzt wohl für einige Zeit aus allem heraushalten– (Gaddafi hat immer die Palästinenser unterstützt) … Irak und Saddam Hussein sind die nächsten Ziele. Wir fangen gerade damit an, ihn als großen Schurken aufzubauen … es wird einige Zeit dauern, aber ganz sicher funktionieren ….“

Der Rest ist Geschichte ..

Die Bücher erschienen Anfang der 1990er Jahre, mit den heutigen Methoden (NARUS , VERINT & Co.) sind die Zionterroristen wohl noch zu ganz anderen Schandtaten in der Lage und brauchen nicht mehr bei Nacht und Nebel einen  „Trojaner“ installieren…

Uwe_BarschelLaut Ostrovsky ist der Mossad auch für Ermordung von Rainer Barschel verantwortlich. Er musste sterben, weil er sich weigerte, Schiffsladungen mit israelischen Waffenlieferungen an den Iran (während des achtjährigen Krieges mit dem Irak – siehe dazu auch „Iran-Contra Affäre“) von Häfen in Schleswig-Holstein ablegen zu lassen.

Auch die berühmte „Waldheim-Affäre“ ist nach seinen Angaben ein Konstrukt des Mossad: Der damalige UN-Generalsekretär Dr. Kurt Waldheim wurde mit  einer inszenierten Hetzkampagne – Anschuldigungen über seine „Nazi-Vergangenheit“ – so unter Druck gesetzt, dass er  zurücktreten musste.

Die inkriminierenden, gefälschten „Beweise“ wurden übrigens vom damaligen, israelischen UN-Botschafter gefunden: Wie der hieß? Benjamin Netanyahu.

Warum? Waldheim hatte die israelischen Kriegsverbrechen im Süd-Libanon kritisiert …

Das ultimative Grauen packt einen aber, wenn man liest, dass nach Angaben Ostrovkys, hunderte Palästinenser, die illegal über die Grenze nach Israel kamen (um Arbeit zu suchen) „verschwunden“ sind, man hat nie wieder etwas von ihnen gehört, nachdem sie vom Militär aufgegriffen wurden. Einige von ihnen hätte man in die Forschungslabore für ABC-Waffen gebracht …

Wenn das alles stimmt, stehen diese Leute  moralisch auf einer Stufe mit Hitler  … wahrscheinlich hätte der noch etwas von ihnen lernen können … und wir sollen für immer und ewig vor dem Staat Israel schuldbewusst auf die Knie fallen ….?

Zu Viktor Ostrovskys „Enthüllungen“ ist noch anzumerken, dass das zionistische Netzwerk  in den USA enormen Einfluss hat und (weltweit) viele Menschen für seine Ziele manipuliert.

Zionist capitolEs gibt aber ohne Zweifel in der obersten US-Etage der Macht  Leute, die genau wussten bzw. wissen , dass die „Informationen“ (über die „Monster“ Gaddafi, Saddam, Assad, usw.) falsch und Teil einer psychologischen Kriegsführung sind, mit dem Ziel die öffentliche Meinung zum Nutzen Israels und der amerikanischen Waffen- und „security“-industrie zu steuern. (Welche enormen Profite die korrupten US-Firmen und Teile des US-Militärs aus dem Irak-Krieg abkassiert haben, habe ich ja hier geschildert)

Solche Bücher dienen also auch dazu, jene Leute in den USA, die die Verantwortung für Krieg, Massenmord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit tragen, scheinbar zu entlasten. Ostrovsky platziert natürlich auch alte Desinformation in seinen Büchern, wie die Behauptung, Israels Kriege seien nicht „gewollt“…

Eine Erkenntnis Ostrovskys über Geheimdienste (die wohl nicht nur den Mossad betrifft), scheint mir aber sehr profund zu sein, nämlich diese:

Ostrovsky quote 1

Fortsetzung folgt

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