KILLING FIELDS (1): Terror auf dem Acker

death-ROUNDUP

Man kann ein Problem nicht mit der gleichen Denkweise lösen, durch die es entstanden ist“.

Albert Einstein

LEBEN IM UND AM ACKER:  MEHR ALS DIE SUMME SEINER TEILE

Justus von Liebig hat uns als „Vater“ der modernen Agrochemie ein schweres Erbe hinterlassen. Er war es, der die bahnbrechende Nachricht verbreitete, dass die Ernährung von Pflanzen im wesentlichen nur aus drei Komponenten bestünde: Stickstoff, Phosphor und Kali und dass durch Anwendung von Mineraldüngern (und später Pestiziden) die Erträge erheblich gesteigert werden könnten. Diese primitive Sichtweise und das daraus resultierende „Doping“ der Pflanzen hat sich im Grunde bis heute gehalten, obwohl das ganze natürlich enorm kurzsichtig und eine wirtschaftliche Milchmädchenrechnung ist (siehe dazu auch meine früheren Beiträge über Landwirtschaft).

Frederic Vester, einer der klügsten deutschen Denker des 20. Jahrhunderts hat sich bemüht, uns darzulegen, was ein System ist und dass man ein System nie durch Konzentration (der Analyse) auf einzelne Komponenten verstehen kann, sondern nur, wenn an die Wirkungsbeziehungen aller Teile zueinander untersucht.

Heute gibt es zwar den Wissenschaftszweig der Agrarökologie, doch deren Erkenntisse werden von der Politik weitgehend ignoriert und stattdessen die Profitinteressen der Chemiekonzerne bedient, die mit ihren synthetischen Düngern und Pestiziden unsere Böden vergiften, uns krankmachen und dabei Milliarden verdienen.

DUMMHEIT UND STOLZ:  GENTECHNIK &  ROUNDUP

Zukünftige Historiker werden darüber schreiben, wie bereitwillig wir die Gesundheit unserer Kinder und späterer Generationen durch ein gigantisches Experiment geopfert haben, das auf falschen Versprechungen und  Scheinwissenschaft beruht.“  (Don Huber)

HuberDr. Don Huber, emeritierter Professor für Bodenökologie und Pflanzenpathologie reiste Anfang 2012 durch Europa, um unsere politisch Verantwortlichen vor den verheerenden Folgen von Glyphosat (Wirkstoff im meistverkauften Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ in der Landwirtschaft zu warnen. Er hielt Vorträge vor Parlamentsausschüssen, Bauernverbänden und NGOs, die sich für Umwelt- und Tierschutz einsetzen.

Er betonte, dass Landwirtschaft ein integriertes System sei, in dem viele Komponenten interagieren. Dieses Zusammenspiel, diese Wechselwirkungen zwischen Pflanze, Bodenleben, Wasserkreislauf,  Klima, etc. bestimmen die Gesundheit der Agrarpflanzen und damit auch die Erträge. Biobauern wisssen ja schon lange, dass die Erhaltung der Bodengesundheit –und damit der Fruchtbarkeit – im Vordergrund stehen muss und nicht ein viel zu kurzsichtiger Fokus auf ständig steigende Erträge, wobei immer mehr (fossile) Energie aufgewendet werden muss.

Dr. Huber lässt keinen Zweifel daran, wie gefährlich die massenhafte Verwendung von Glyphosat (gefördert durch den Anbau transgener Pflanzen) für die Agro-Ökosysteme, die Zukunft der Landwirtschaft und unsere Gesundheit ist.

Er arbeitet seit Jahrzehnten für ein staatliches Forschungsinstitut in den USA, das sich mit der Entstehung und Behandlung von Pflanzenkrankheiten beschäftigt. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit den Auswirkungen von Glyphosat auf Feldpflanzen, nachdem in den USA eine Epidemie von Pflanzenkrankheiten auf Äckern aufgetreten ist, die jahrelang mit Glyphosat behandelt wurden.

Im Februar 2011 schrieb Dr. Huber einen Brief an den US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsak, der an die Öffentlichkeit gelangte und für Aufsehen sorgte, weil er darin von einem neuen Krankheitserreger spricht, der massenhaft in RR-Getreide (Roundup-Ready – RR Mais und RR Soja) vorkommt und Unfruchtbarkeit bei  Rindern, Schweinen und Geflügel auslöst.

Passiert ist von seiten der Politik aber nichts (außer Vertuschung) – kein Wunder, denn Monsanto ist ein fleißiger Lobbyist und Wahlkampfspender des US Kongresses und hat enorme politische Macht.  Die armen Amerikaner müsssen seit Jahren transgenes Getreide essen – ob sie wollen oder nicht, weil es in den USA keine Kennzeichnungspflicht dafür gibt. (Ausweichen kann man nur durch Bioanbau)

monsanto 3Doch der Widerstand wächst, weil sich die Hinweise verdichten, dass TGP+G (TGP=transgene Pflanzen; +G= Behandlung mit Glyphosat, aber auch G alleine) schwere gesundheitliche Störungen bei Menschen und Tieren verursachen (mehr dazu im nächsten Beitrag – hier konzentrieren wir uns zunächst auf die Schäden bei Pflanzen).

Ein Empfänger von Monsanto Wahlkampfspenden ist der republikanische Senator Roy Blunt. Er sorgte dafür, dass vor kurzem in ein amerikanisches Gesetz ein Abschnitt „hineingeschmuggelt“ wurde, (es gab vorher keine Debatte bzw. Abstimmung im Kongress, die große Mehrheit der Abgeordneten lesen offenbar Gesetze, die sie beschließen sollen,  vorher nichtwie bei uns …! ), der den Schutz der US Bürger vor Umwelt- und Gesundheitsschäden durch transgene Pflanzen noch mehr unterminiert:

Der »Monsanto Protection Act«, wie er mittlerweile genannt wird, ein Zusatz zur HR 933 Continuing Resolution (dem Übergangs-Haushaltsgesetz – das gar nichts mit Landwirtschaft zu tun hat), erlaubt es den Biotechfirmen sich über gerichtliche Entscheidungen hinwegzusetzen, falls wegen eingebrachter Klagen bzw. Gerichtsurteilen aus den Bundesstaaten ein Anbaustopp angeordnet wird.

Obwohl sich die Hinweise verdichten, dass GMO erhebliche Gesundheits- und Umweltschäden verursachen, kann Monsanto  weiterhin seine gefährlichen Produkte verkaufen bzw. können die Kunden (also die Farmer) weiterhin dieses Saatgut anpflanzen, ernten und in die Nahrungsmittelkette einbringen.

MaiskolbenIn klassischem „Free Market“- Doublespeak  trägt die Passage den Titel „The Farmer Assurance Provision“, als ob es hier um die Absicherung der Bauern ginge und nicht um den Schutz von Profiten der Hersteller. Besonders infam finde ich die Tatsache, dass mit diesem Gesetz einem Landwirtschaftsminister quasi befohlen wird, sich – zum Vorteil der Biotechindustrie und scheinbar auch deren Kunden, also vielen Bauern – über das geltende Rechtssystem hinwegzusetzen und damit die Hersteller Immunität genießen.

Zwar gilt das Gesetz vorläufig nur für ein halbes Jahr (bis 30. September 2013), doch angesichts der Macht von Monsanto in den USA (und anderer Chemiekonzerne wie Bayer, BASF, etc. bei uns)  dürfte das erst der Anfang von der endgültigen Entmachtung der Parlamente sein.

Tatsächlich hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) diesen Eingriff in das Rechtssystem schon in der Vergangenheit vorgenommen: Im Jahr 2010 urteilte ein Bundesgericht in San Francisco , dass die Zulassung von genetisch veränderten Zuckerrüben durch das USDA nicht rechtens sei, weil es keine Umweltverträglichkeitprüfung gegeben habe.  Dadurch wurde der zukünftige Anbau dieser transgenen Zuckerrüben illegal.  Das USDA versuchte das Urteil zu umgehen, doch der Richter ordnete das Ausbuddeln und die Vernichtung der Stecklinge an.

Privi lege gilt für große Konzerne, nicht für kleine Leute: Monsanto und die deutsche Firma KWS („partners in crime“)  übten Druck auf das USDA aus, eine partielle „Deregulierung“ der transgenen Rübe zu erlauben – was dann auch geschah: Die Farmer durften letztlich die GM-Pflanzen anbauen – – trotz eines rechtskräftigen Gerichtsurteils und obwohl noch völlig unklar war, welche Umweltschäden dadurch entstehen würden. Daran sehen wir, wohin die Reise geht: das Vorsorgeprinzip, der Schutz der Natur und des Menschen vor schwerwiegenden, womöglich irreversiblen Schäden wird über Bord geworfen, wenn es darum geht, der „Wirtschaft“ freie Fahrt zu gewähren, wobei die chemische Industrie sicherlich zu den gefährlichsten Bedrohungen der Gesundheit und auch der Demokratie gehört.

Natürlich wäre es für einen Farmer hart, wenn er das teuer gekaufte GM-Saatgut nicht ausbringen bzw. nicht ernten dürfte, doch die Wurzel dieses Problems liegt darin, dass es eben kein wirklich ernstzunehmendes, transparentes und wissenschaftlich fundiertes  Zulassungsverfahren  für TGP (transgene Pflanzen) gibt. Wäre das der Fall, würden diese geklonten Laborsamen nie in den Handel kommen, und die Bauern hätten sie erst gar nicht gekauft. Aber Bauern – im ursprünglichen Sinn –  wird es ja bald nicht mehr geben, sondern „Agrarunternehmer“, die „Investitionssicherheit“ wollen.

In der EU scheiterte kürzlich die Abstimmung der Landwirtschaftsminister über das neueste Konstrukt der Agro-Gentechnik, dem SmartStax Mais – der dem Begriff „Frankenstein-Food“ eine wahrhaft neue Dimension verleiht. Auch dieser Mais ist u.a. gegen „Roundup“ resistent (RR) und produziert noch dazu SECHS Insektengifte. (Mehr dazu später)

Um zu verstehen, warum Dr. Huber und andere Wissenschaftler so alarmiert sind, müssen wir uns Glyphosat genauer ansehen:

roundup-ready1 WIE WIRKT GLYPHOSAT?

Glyphosat ist ein Breitband-Unkrautvernichtungsmittel (Herbizid), das in viele physiologische Prozesse der Pflanze eingreift. Die Agrochemische Industrie hat sich jedoch nur auf einen Prozess konzentriert: den sogenannten Shikimisäureweg. Glyphosat blockiert dabei das Enzym EPSPS, das für die Herstellung aromatischer Aminosäuren unverzichtbar ist.  Aminosäuren sind die Bausteine für lebensnotwendige Eiweiße.

Glyphosat wurde eigentlich als Chelatbilder entwickelt, weil es Metalle wie Mangan, Magnesium, Eisen, Nickel, Zink und Calcium bindet. Diese Metalle spielen für die Funktionsfähigkeit zahlreicher Enzyme eine sehr wichtige Rolle (siehe dazu auch „Spurenelemente“ und „Mineralstoffe“) und die Enzyme selbst haben eine Schlüsselfunktion in der Steuerung fast aller biochemischen Prozesse. Stehen diese Metalle der Pflanze aber nicht mehr zur Verfügung, kommt es zu schweren Mangelerscheinungen, weil die Enzyme nicht mehr „arbeiten“ können.

Für Pflanzen und die Ökosysteme des Ackers wirkt Glyphosat verheerend: das Immunsystem der Pflanzen wird extrem geschwächt und gleichzeitig werden krankmachende Mikroben (Bakterien, Pilze, etc.) stärker, weil sich das mikrobielle Gleichgewicht zu ihren Gunsten verschiebt:

visible damage

Mehr als 40 Pflanzenkrankheiten werden mit Glyphosat in Verbindung gebracht (die lange Zeit sehr selten auftraten), vor allem Pilzkrankheiten:

Fusariuminfektionen haben um 500% zugenommen:

1 Fusarium growth

und ebenso SDS (sudden death syndrome – plötzliches Absterben)  bei Sojabohnen.   So sieht SDS aus der Nähe aus:

SDS 2

Bei längerer Anwendung von Glyphosat kommt es zu einer dramatischen Veränderung der Bioflora im Ackerboden: ganze Gruppen von Organismen verschwinden, andere vermehren sich explosionsartig.

Die phänomenale Wirkung von „Roundup“ als Unkrautvernichter beruht ja darauf, dass die Wildpflanzen durch die o.a. Effekte so krank werden, dass sie sterben. Nicht nur, weil die Aufnahme von lebensnotwendigen Mineralstoffen blockiert wird, sondern auch deshalb, weil sich noch dazu krankmachende Mikroorganismen im Ackerboden vermehren*. Das ökologische Gleichgewicht im Boden wird massiv gestört, die Pflanzen haben keine Abwehrkräfte mehr gegen diesen enormen Stress und gehen ein.

(*Dieser Effekt wurde dadurch nachgewiesen, dass mit Glyphosat behandelte Pflanzen die in steriler Erde angebaut wurden, nicht abgestorben sind (sie kümmern nur dahin – Bild unten: die Pflanze links; Mitte: Roundup in normaler Erde; rechts: ohne Roundup)

1 weak defense+ pathogen increase

2 WARUM KONNTE MONSANTO ROUNDUP ALS „HARMLOS“ VERKAUFEN?

Antwort 1: Weil der Shikimisäureweg bei Menschen und Tieren nicht vorkommt.

Das klingt auf den ersten Blick durchaus logisch, doch wenn man auch nur bescheidene Biologiekenntnisse vorweisen kann, sollte klar sein, dass diese Argumentation einer kritischen Überprüfung nicht ständhält. Warum?

Weil in unserem Körper Millionen von Bakterien wohnen, die – vor allem im Darm – natürlich auch von diesem Biozid getroffen werden! Die nützlichen Darmbakterien gehen ein, die krankmachenden vermehren sich dramatisch …(mehr dazu im nächsten Beitrag)

Antwort 2: Weil Glyphosat im Ackerboden durch die Chelatwirkung „immobilisiert“ wird. D.h. es ist nicht löslich, bleibt stabil und kann schwer abgebaut werden. Was Monsanto jedoch verschwiegen hat, ist die Tatsache, dass bei Düngung mit Phosphor das Herbizid „desorbiert“ wird, es also im Boden (auch nach Jahren) wieder aktiv ist!  Ebenso ignoriert wurde der Umstand, dass sich Glyphosat im Boden anreichert und niemand hat überprüft, wie sich das nach Jahren auf die Bodenlebewesen auswirkt.

Prof. Huber erklärt, dass die Interaktion von drei Faktoren entscheidend ist, für die Entstehung von Krankheiten:

  • Das biotische Umfeld (dazu gehören auch nützliche Organismen im Boden wie Knöllchenbakterien)
  • Das abiotische Umfeld (Nährstoffe, Feuchtigkeit, pH-Wert)
  • Abwehrsystem gegen schädliche Pathogene

interaction 3 factors

Monsanto, Bayer, Syngenta & Co. (und viele Wissenschaftler und Politiker!) behaupten seitJahren, dass die giftige Agrochemie sowie die transgenen Pflanzen (TGP) unverzichtbar seien, weil nur damit genug Lebensmittel für die ständig steigende Weltbevölkerung erzeugt werden können.

3 BESSERE  ERTRÄGE  DURCH  ROUNDUP (Glyphosat)

Das ist eine gewaltige Lüge.  Selbst wenn wir zunächst davon absehen, dass etwa DIE HÄLFTE der in den westlichen Industriestaaten produzierten  LEBENSMITTEL (viel davon schon in den Supermärkten) WEGGEWORFEN werden, und ein gigantischer Teil der Getreideproduktion nur für die irrwitzige Tiermast verwendet wird, ist die Behauptung unwahr, weil die Erträge der industriellen Landwirtschaftvor allem mit transgenen Pflanzen und /oder Glyphosat – sinken und nicht steigen.

Wie Professor Huber ausführt, hat Glyphosat auf alle vier o.a. Bereiche eine so große Störwirkung, dass geschätzte 50% der möglichen Ernteerträge verloren gehen. Es wird nicht nur im oberirdischen pflanzlichen Gewebe  angereichert, sondern vor allem auch in den Wurzeln, die es dann an den Boden abgeben, wodurch nützliche Mikroorganismen (Regenwürmer, Knöllchenbakerien, Micorrhizae,etc.) dezimiert bzw. getötet werden.

Diese Ausschaltung biologischer Kontrollsysteme hat eine Zunahme und erhöhte Virulenz der Krankheitserreger zur Folge, denen die geschwächte Pflanze hilflos gegenüber steht.

1 SDS soja2010 wurden in den USA große Verluste bei der Sojaernte durch SDS gemeldet. Beim Überfliegen der Felder sah man grüne Flecken (mit gesunden Pflanzen), die vollständig von abgestorbenen Pflanzen umgeben waren. Man wollte natürlich wissen, was denn der Unterschied  zwischen den gesunden und den kranken Feldern war und stellte fest: die gesunden Feldfrüchte waren keine transgenen Maissorten und sind ohne Glyphosatspritzung gewachsen.

Durch diese Krankheit allein wurden in den USA in einem Jahr 20 Millionen Tonna  Soja verloren.

sudden death syndrome RR soy fg 2010

In den letzten Jahren wurde auch die rasante Ausbreitung einer Pilzerkrankung (verursacht Wurzelfäule) festgestellt, die vor der Einführung von RR Mais und Soja & Roundup keine wirtschaftlichen Probleme verursacht hatte.

Wurzelfäule Corynespora

4 WAS HEISST DENN ROUNDUP-READY“ (RR)? 

Glyphosat (G) kann direkt auf die RR-Pflanze gesprüht werden, ohne dass sie abstirbt. Diese Sojabohnen oder Maispflanzen enthalten ein  bakterielles Gen für das EPSPS-Enzym, das NICHT durch Glyphosat blockiert wird – allerdings nur in reifem Gewebe.

RR heißt aber nicht, dass die Wirkung von Glyphosat auf die gesamte Pflanze neutralisiert wird: die Pflanze stirbt zwar nicht ab,  doch die Aufnahme / Verfügbarkeit von Nährstoffen wird auch in der RR-Pflanze reduziert. Dr. Huber beruft sich auf Studien an amerikanischen Universitäten, die zum Ergebnis kamen:

Alleine das Vorhandensein des fremden Gens hemmt die Fähigkeit der RR-Pflanzen, Mikronährstoffe effizient zu verwerten. Die Anwendung von (G) macht es noch schlimmer. Die Chelatwirkung ist nicht selektiv, sondern trifft alle wichtigen Metalle: Ca (Kalzium), Cu (Kupfer), Fe, Mg (Magnesium), Mn, (Mangan), Ni (Nickel) und Zink.

Das führt zu einer Ertragsminderung, Verschlechterung der Qualität und einem frühzeitigen Absterben der Pflanzen.

reduced mineral content

RR heißt also, dass die transgene Pflanze durch G zwar nicht getötet wird, aber das bedeutet nicht, dass sie physiologisch die gleiche Effizienz hat, wie normale Pflanzen. Sie ist quasi systemisch „behindert“ und kann deshalb lebenswichtige Nährstoffe nur mangelhaft verwerten – von der Schwächung des Immunsystems ganz zu schweigen.

Auf dem Bild unten sieht man zB eine Chlorose (verursacht durch Eisenmangel):

chlorose Fe def

5 Das Märchen von der „Substanziellen Äquivalenz“

Die GM-Pflanze ist NICHT substanziell äquivalent mit der konventionellen Pflanze

Diese Aussage von Dr. Huber müsste eigentlich große Sprengwirkung haben, weil die Behauptung der „Substanziellen Äquivalenz“ (SÄ) die Basis für die extrem laxen Zulassungsbedingungen in den USA (und später auch bei uns) bildete:

Das Konzept der SÄ ist nirgends exakt definiert, es ist ein nebuloser Begriff.  Gerade deshalb ist es für die Hersteller so praktisch, aber mit Wissenschaft hat das nichts zu tun.

(Ich wünschte nur, ein einziger Journalist würde sich damit einmal befassen und bei der nächsten „Debatte“ über Gentechnik diesen Punkt endlich mal zur Sprache bringen, stattdessen immer dasselbe absurde Theater des „ausgewogenen Journalismus“ … der keine Ahnung hat, worum es hier wirklich geht … aber „beide Seiten zu Wort kommen lässt …)

Normalerweise müssen neue chemische Verbindungen (z.B. in Medikamenten, als Zusatzstoffe für Nahrungsmittel, Pestizide, etc. – in der transgenen Pflanze entstehen neue  Eiweiße) auf ihre potenzielle Giftigkeit  getestet werden.  Diese toxikologischen Tests hätten aber Jahre gedauert und Millionen gekostet, also hat man andere Wege gesucht, um die GVOs schnell auf den Markt bringen zu können.

Die Biotech-Industrie wollte ein Verfahren, dass den Konsumenten vorgaukelt, ihre Produkte wären sicher, aber gleichzeitig die Zulassungshürden so niedrig wie möglich hält, damit das Geschäft nicht behindert wird.

Leider  ist  es  aber  wissenschaftlich  nicht  möglich,   toxikologische  Gefahren  und  mögliche gesundheitliche Schäden vorherzusagen, wenn man nur die chemische Zusammensetzung einer Pflanze kennt. Am Beispiel von Dr. Arpad Pusztai wurde klar, wie absurd dieses Konzept ist.

Negative biochemische und immunologische Effekte sind nicht durch Analyse der chemischen Zusammensetzung erkennbar,  das zeigten  Pusztai`s Untersuchungen, die gesetzlich nicht vorgeschrieben sind und deshalb auch nicht gemacht werden, bevor gentechnisch veränderte Lebensmittel in den Handel kommen.

Die Absurdität des Systems zeigt sich auch an folgender Tatsache:

Damit die transgenen Pflanzen PATENTIERBAR werden, müssen sie als „neu“, eingestuft werden, also verändert gegenüber der Ausgangspflanze, damit sie aber ohne strenge Sicherheitstest auskommen und als harmlos gelten , werden sie wiederum als praktisch „gleich“ mit der natürlichen Pflanze eingestuft.  Das ist absurd …

Das Prinzip der substanziellen Äquivalenz ist ein ein pseudo-wissenschaftliches Konzept, das echte wissenschaftliche Sicherheitskriterien verhindern soll. Die Forschungsergebnisse von Dr. Huber u.a. Wissenschaftlern zeigen klar, dass transgene Pflanzen NICHT GLEICHWERTIG mit normalen Pflanzen sind.

Sie enthalten weniger Nährstoffe, sind geschwächt und empfindlich für Krankheiten und produzieren fremde Eiweiße, die das Immunsystem von Tieren und Menschen völlig aus der Bahn werfen können. Durch die Behandlung mit Glyphosat (G) werden sie zur Giftbombe, weil es sich in allen Pflanzenteilen anreichert.  Die den Bauern aufgeschwatzte Praxis, die Pflanzen vor der Ernte mit (G) zu spritzen , macht die Sache noch schlimmer.

Sikkation MADNESS

6 BESSERE PFLANZEN DURCH GENTECHNIK ERSCHAFFEN

Alle Gentechniker und „Life Science“ Firmen verkünden seit Jahren mit dem Brustton der Überzeugung, dass sie „bessere Pflanzen“ erschaffen, die den natürlichen Sorten „überlegen“ seien und daher für die Zukunft höhere Erträge bei weniger Arbeitsaufwand bedeuten.

Diese gefährliche Illusion – man könnte auch  Lüge sagen –  muss endlich als solche erkannt, angeprangert und sanktioniert werden.

Gibt es ein größeres Verbrechen als Boden und Nahrungspflanzen krank zu machen (und letztlich auch Tiere und Menschen)?

failure_to_yieldDie Selbstherrlichkeit und Hybris dieser Leute, angetrieben von hunderten Millionen an Forschungsgeldern, die in die Biotechnologie gesteckt werden (und anderswo fehlen), gepaart mit den Machtansprüchen der Monsantos dieser Welt, ist unser Untergang, zerstört unsere Ökosysteme und unsere Gesundheit, wenn wir uns nicht massiv dagegen zur Wehr setzen.

Nicht nur, dass die Heilsversprechen (bessere, widerstandsfähigere Pflanzen, bessere Erträge) nicht eingehalten werden, die bittere Wahrheit ist, dass die transgenen Pflanzen SCHLECHTER sind als die natürlichen Pendants: sie brauchen mehr Wasser, sind weniger Stress resistent als die anderen Sorten, haben einen verminderten Nährstoffgehalt (man muss also mehr davon essen, um die gleiche Dosis zu erhalten!), sind immer öfter von Pilzen befallen und sterben immer häufiger massenweise ab.

Selbst wenn einem „die Umwelt“ egal ist, muss klar sein, dass die Bauern hier für dumm verkauft werden und sich langsam aber sicher in den eigenen Ruin „wirtschaften“.

6 DIE REALITÄT: KRANKE PFLANZEN – KRANKE BÖDEN

Damit nicht genug, werden nicht nur kranke Pflanzen gezüchtet, sondern auch kranke Böden, weil das Glyphosat im Boden angereichert (und auch von toten Unkräutern über deren Wurzeln freigesetzt) wird. Das bedeutet, es können auch zeitverzögert Schäden entstehen: wenn Ackerpflanzen auf ein Feld gesäht werden, in dem früher Glyphosat verwendet wurde, aber derzeit nicht mehr.

10 yr effect gly

Dr. Huber führt als Beispiele für die verminderte Effizienz der Pflanze an:

  • Eingeschränkte Photosynthese
  • verringerte Ligninbildung
  • abnehmender Aminosäurengehalt
  • doppelter Wasserverbrauch pro kg Trockenmasse, wenn Glyphosat eingesetzt wird.

Zum Vergleich – die Behauptungen der Gentech-Lobby:

„Gentechnik verbessert die Resistenz gegen Schädlinge, erhöht die Toleranz gegenüber Herbiziden und ermöglicht die Anwendung umweltfreundlicher, nachhaltiger Anbaumethoden. Sie hilft, die Welt zu ernähren durch:

  • Höhere Ernteerträge mit weniger Aufwand
  • Verringerter Einsatz von Agrochemikalien wodurch die Umweltbelastung abnimmt
  • Transgene Ackerpflanzen ermöglichen die Reduzierung des Pestizideinsatzes
  • Entwicklung von Pflanzen mit verbessertem Nährstoffgehalt, die Vitamin- und Mineralstoffmängel in der Ernährung bekämpfen
  • Produktion von Nahrungsmitteln ohne Allergene und Toxine (wie Mykotoxine)
  • Verbesserung des Ölgehaltes zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems

Wie wir anhand der Ausführungen von Dr. Huber (der sich auf wissenschaftliche Studien und praktische Erfahrungen beruft) gesehen haben, sind alle diese Aussagen nicht nur falsch, sondern das genaue Gegenteil ist der Fall:

Weniger Ertrag, mehr Einsatz von teurer Agrochemie, wodurch die Umwelt und die Gesundheit massiv belastet wird;  erheblich geringerer Nährstoffgehalt, der Mangelerscheinungen geradezu herausfordert! Hohes allergenes Potential, weil transgene Pflanzen fremde Eiweiße produzieren, die das Immunsystem in Aufruhr versetzen und erhöhte Gesundheitsgefahr durch verstärkten Befall mit Pilzkrankheiten.

Hier noch eine Übersicht der Pflanzenprobleme:

Symptome für Glyphosat- Schäden (abhängig von der Dosis and Dauer der Anwendung) nach Dr.Huber:

  • Schwächliche, verkümmerte Pflanze, langsames Wachstum
  • Chlorose (vergelben der Blätter zwischen den Blattadern oder komplett)
  • Blattflecken, manchmal mit nekrotischen Punkten
  • Verformung der Blätter (Einrollen, Falten, Bildung von„Mausohren“)
  • Abnormales  Stengelwachstum
  • Knospenabwurf
  • Verzögertes Nachwachsen nach Schnitt (z.B. Alfalfa, mehrjährige Pflanzen)
  • Niedrigere Ernten, niedrigerer Mineralstoffgehalt
  • Verstärkte Neigung zu Infektionskrankheiten (häufig)
  • Verstärkte Empfänglichkeit für Insektenfrass
  • Induktion abiotischer Krankheiten (Dürre- u. Kälteschäden, „Sonnenbrand“, etc.)
  • Aufbrechen der Rinde
  • Ineffiziente Stickstofffixierung und –aufnahme
  • Erhöhte Wurzelkolonisation mit pathogenen Mikroben
  • Erhöhte Durchlässigkeit der Membranen

EFSA-logo

Screw the EU ….again …

no evilDas soll ein „Fortschritt“ in der Landwirtschaft sein? Wie bescheuert ist das denn?  Und was haben eigentlich unsere Landwirtschafts- und Umweltminister im Kopf? Stroh?  

Wie die Tiere und Menschen unter dem „Genfutter“ leiden, und was das mit Angelina Jolie zu tun hat – schauen wir uns im nächsten Beitrag an …

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3 Kommentare zu „KILLING FIELDS (1): Terror auf dem Acker

  1. Nehmen Sie sich Bitte ein paar Minuten Ihrer Zeit und handeln Sie.
    Die Organisation Europäische (gegen) Lobbyisten Union startete die Kampagne Monsanto go home.
    Bitte unterzeichnen Sie und helfen auch Sie uns diese Petition rund um die Welt zu verbreiten.
    Nur gemeinsam erreichen wir etwas. Die Hoffnung stirb zuletzt. Danke

    http://www.avaaz.org/en/petition/Monsanto_go_home/

  2. Suche vergeblich auf der Seite Impressum, E-Mail Adresse bzw. Telefonnummer.
    Ich würde gern den Artikel verlinken.

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