Syrien: Der Moralische Spin

One message alone is permitted public communication. Sanctified Society Destruction as a Morality Play.

Angesichts der undurchsichtigen Vorgänge in Syrien sprechen manche Beobachter von einem postmodernen coup d’état: eine Mischung aus geheimen, subversiven Aktivitäten, militärischer Gewalt und „soft power“. Diese äußert sich u.a. darin, dass gezielt bestimmte Teile der Öffentlichkeit  als Instrumente der Manipulation benutzt werden, ohne dass die betroffenen Gruppen oder Personen das merken.

Da die Planer dieser Verbrechen keinerlei Glaubwürdigkeit haben, brauchen sie „Multiplikatoren“, die ihre falschen Botschaften unters Volk bringen und dabei selbst als vertrauenswürdig undanständig“ (the „good guys“) wahrgenommen werden. In diese Kategorie fallen z.B. humanitäre Organisationen.

Ein Beispiel für Deutschland ist die Organisation medico, die Spenden sammelt, um Menschen in Not ärztliche Versorgung zukommen zu lassen. Auf der Website dieser Organisation findet man unter „Spendenaufruf“ folgenden Text:

„Der syrische medico-Projektpartner Local Coordination Committees (LCC) berichtet, dass angeschossene Aktivisten aus Krankenhäusern entführt und ermordet wurden. Auch versuche das Regime, durch eine engmaschige Kontrolle der Blutbanken gezielt Opfer der Proteste zu identifizieren.

Die medizinische Versorgung der Oppositionellen findet daher zunehmend außerhalb der öffentlichen Krankenhäuser statt. Getragen werden diese klandestinen Strukturen von engagierten Ärzten und anderem medizinischen Personal, die mit Sachmitteln von den LCCs unterstützt werden.“

Medico hat also diese Informationen aus zweiter Hand, und niemand hat anscheinend überprüft, ob die „angeschossenen Aktivisten“ bewaffnet waren oder nicht. Niemand hat überprüft, ob die Ärzte wirklich „verschwunden“ sind;  wenn ja, warum (Ärzte könnten ja auch belastende Aussagen gegen die „Rebellen“ machen,  außerdem gibt es Berichte aus Syrien, wonach die „bewaffneten Rebellen“ (also die eingeschleusten Terrorbanden) das lokale Krankenhaus (in Houla) in Brand gesetzt haben, usw. Doch die Schwarz-Weiß Malerei des Konfliktes ist so weit fortgeschritten, dass kritisches Denken ausgeschaltet wurde;

Wenn man dann noch liest, dass Georg Schramm, vielleicht der beste politische Kabarettist Deutschlands und scharfer Systemkritiker, Teil eines Preisgeldes für dieses Projekt gespendet hat – natürlich in bester Absicht – (das mit großer Wahrscheinlichkeit eine PR-Aktion zur Manipulation der Wahrnehmung ist), wird klar, wie  subtil und infam diese Methoden der Propaganda sind.

Rafif Jouejati  tritt als Sprecherin der LCC auf. Sie studierte „international relations“  und wird als Managerin eines Beratungsunternehmens (P3 solutions) geführt. Googelt man diese Person, kommen immer die gleichen Sprüche und Medienauftritte, mit denen das Assad-Regime dämonisiert wird, sie ist offensichtlich ein PRasset  für die „graue Eminenz“ in den USA. Auffällig ist, dass man sonst nichts über sie findet (z.B. aus ihrem beruflichen Umfeld), außer – nach längerem Suchen –  diesen interessanten Terminkalender:

Was macht eine Expertin für „internationale Beziehungen“,  die angeblich für „lokale Komitees“ in Syrien spricht, im Oktober 2011 bei einem Workshop in den USA? Sie fungiert als „Trainerin“ für  das Gebiet „Menschenrechte“ mit dem Thema: „Medizinische Fachkräfte, die festgenommen wurden“.

Ebenfalls als „Trainer“ taucht eine andere Gestalt auf: Ausama (Osama) Monajed, prominentes Mitglied des Syrischen National Council (SNC) und Gründer und Direktor von „Barada TV“, einem  Propaganda-Satellitenprogramm, das in London ausgestrahlt wird und gegen die syrische Regierung Stimmung macht.  Bereits 2008 war Monajed Teilnehmer einer „Syrien im Wandel“ Konferenz und wenige Monate später wieder in Washington, wo er, mit anderen „Dissidenten“, von George Bush zum Mittagessen eingeladen wurde. Das „Erinnerungsfoto“ ist unten zu sehen (Monajed ist Dritter von rechts, ganz rechts „Condi“ Rice)

2008 wird Monajed vom US State Department als “Direktor der Öffentlichkeitsarbeit für die MJD geführt (Bewegung für Gerechtigkeit und EntwicklungMovement for Justice & Development), das „für einen demokratischen Wandel“ in Syrien eintritt, aber ebenfalls eine Kreation (also humanitäre Fassade als Tarnung der wahren Absichten) der USA ist.

Wikileaks veröffentlichte letztes Jahr  Meldungen aus US-Botschaften, die belegen, dass beträchtliche Summen vom US Außenministerium  an dieses MJD, ein Netzwerk aus Exilsyrern,  geflossen sind. Etwa 6 Millionen Dollar sind seit 2006 (nur) an diese Organisation überwiesen worden um  den Satellitensender  und „Aktivitäten in Syrien“ zu finanzieren.

Damit kein direkter Kontakt  zwischen State Department und den “Begünstigten” nachgewiesen werden kann, fließt das Geld über „Verteiler“, in diesem Fall natürlich Organisationen, die Orwell’sche Namen haben wie „Democracy Council“,  Programme wie „Middle East Partnership“ (MEP),  Syria Democracy Program“ oder – der Gipfel der Verarschung – „US Institute for Peace (USIP)“ – das ist wirklich zum Totlachen.

Das sind natürlich alles „front groups“, also trojanische Pferde oder humanitäre Fassaden, hinter denen eine brutale Machtpolitik steht. Lokale Gruppen in Syrien (und Dissidenten im Ausland) mögen ja glauben, dass ihnen hier jemand die Hand reicht, um für Demokratie und Freiheit zu kämpfen, doch wie die Geschichte des Nahen Ostens so eindrücklich bewiesen hat, ziehen die „Araber“ immer den kürzeren, denn es ist für die Machteliten in den USA einfach  undenkbar, dass diese strategisch wichtigen Länder vom Volk regiert werden. In diesem Sinne hat die Kolonialzeit nie aufgehört, sie hat nur andere Formen angenommen.

Dass die „Wertegemeinschaft EU“ auch nur ein Potemkin‘sches Dorf ist, wenn es um die Kontrolle von Rohstoffen, Energie und Verkehrswegen geht, dürfte mittlerweile auch klar sein, auch wenn Horst Köhler für das Aussprechen dieser unliebsamen Wahrheiten sein Amt verloren hat.

MANUFACTURING CONSENT

Das Ziel all dieser Anstrengungen: Legitimität und damit Akzeptanz für ein ungeheuerliches Verbrechen zu konstruieren: die planmäßige Zerstörung eines Staates durch subversive Aktionen, paramilitärische Gewalt, blutige Anschläge, Psy-Ops, die „Programmierung“ und Zerstörung einer  Gesellschaft, die globalen, kapitalistischen Machtinteressen nicht dienen will.

„We’re looking at the controlled demolition of the Assad regime.“

Andrew J. Tabler, Washington Institute for Near East Policy.

Dieser Satz  zeigt deutlich, wie unmenschlich und krank diese Leute sind. Die „kontrollierte Demolierung“ eines Regimes, das klingt wie die geplante Zerstörung eines Objekts, was ja auch Absicht ist. Dieser Ausdruck wird verwendet, wenn ein Gebäude durch Implosion zum Einsturz gebracht wird. Dass es hier um Menschen geht, die das Recht haben, selbst über ihr Land und ihr Leben zu bestimmen, wird völlig ausgeblendet. Man tut so, als handle es sich um eine  technische Operation, von der  „Programmierung der Zivilgesellschaft“, (Gehirnwäsche) bis zum (organisierten Terror im ) „erweiterten Werkzeugkasten der Außenpolitik“ (Hilary Clinton).

(Wie das in der Realität aussieht, zeigt ja der Video-Dreiteiler „The Power Principle“, den ich im letzten Beitrag vorgestellt habe)

Das alles sind sprachliche Tarnkappen  für  gezielte Manipulation der Wahrnehmung, Subversion, schwere Verletzungen des Völkerrechts, Mord, Kriegsverbrechen, Terror, Abschlachten von Kindern und bestimmten Bevölkerungsgruppen, eigentlich das Repertoire der Nazis, nur ohne Kriegserklärung und ausgeführt von „proxies“, aber mit dem gleichen Brustton der Überzeugung, das „Notwendige“ zu tun, um die eigenen, größenwahnsinnigen Pläne zu realisieren.

Die syrische Armee hat sich aber bisher sehr gut gehalten (wohl auch, weil ein Großteil des Volkes trotz allem hinter ihr steht und jede Einmischung von außen ablehnt). Die eingeschleusten Banden haben eben keinen Rückhalt in der Bevölkerung und die echte Opposition macht bei den Gewaltorgien auch nicht mit.

Wenn Syrien so ein furchtbarer Polizei- und Überwachungsstaat ist, wieso war es dann möglich, den Verteidigungsminister zu ermorden? Wieso hat die Presse in diesem Zusammenhang nicht das Wort „Terroranschlag“ benutzt? Weil der „Richtige“ ermordet wurde? Stellen wir uns vor, Herr Westerwelle würde auf diese Weise getötet? Wie oft würden wir dann das Wort „Terror“ in der Presse lesen?

Eiskalt Menschen zu ermorden – nicht im Krieg – sondern „als Werkzeug der Außenpolitik“, wie es Hilary Clinton ausdrückte, das ist der „War of Terror“, der hier seit 2001 geführt wird …

Gräuelpropaganda einst ….

MITLEID UND EMPÖRUNG als „game changer“

… und jetzt: Inzwischen läuft die Gräuelpropaganda auf Hochtouren: ein besonders trauriges Beispiel sind Meldungen über Massenvergewaltigungen durch syrische Soldaten. So sagte ein gewisser Dr. Malaz Alatassi am 23. April vor dem EU-Parlament aus, er habe Kontakt mit einer Ärztin in Damaskus, die betroffene Frauen behandelt habe.

Das jüngste Opfer sei nur 7 Jahre alt gewesen und auf dem Operationstisch an den Folgen des Verbrechens gestorben. Viele Frauen seien als Folge der Vergewaltigung schwanger oder mit dem HI-Virus infiziert worden, so Atalassi. Es gäbe nicht genügend medizinische, psychologische und soziale Hilfe für diese traumatisierten Frauen, viele von ihnen hätten auch noch ihre Ehemänner oder ihre Eltern verloren.

Unsere unmittelbare Reaktion auf solche Erzählungen kann sich nur in Form von großer Betroffenheit, Mitleid und moralischer Empörung ausdrücken. Wenn dann auch noch Kinder betroffen sind, sind Abscheu und Wut besonders ausgeprägt und natürlich ein lauter Ruf zur Bestrafung der Täter – „wir“ müssen also einschreiten.

Aus diesem emotionalen Umfeld kann aber auch  eine Propagandawaffe konstruiert werden: weil unsere Gefühle die Überhand gewinnen, sind wir nicht mehr in der Lage, kritisch zu denken und der Framing-Effekt wirkt besonders stark: weil wir seit Monaten mit Gräuelpropaganda gegen Assad und die syrische Armee gefüttert werden, wird jedes Verbrechen, jede Meldung über barbarisches Verhalten automatisch in dieses „Muster“ eingeordnet.

Wir wissen eigentlich nicht, ob diese Vergewaltigungen wirklich stattgefunden haben, doch wenn es so ist, gibt es bisher keine Beweise dafür, dass es syrische Soldaten waren.

Wie raffiniert Gräuelpropaganda eingesetzt werden kann, wenn der „Multiplikator“ eine humanitäre Organisation ist, lässt sich auch an diesem Fall demonstrieren: Die Website, von der diese Geschichte stammt, räumt zunächst ein, dass

Weder die Orte, noch das [jeweilige] Datum der berichteten Vergewaltigungen bekannt sind“

(an anderer Stelle der Website wird dem aber widersprochen .. sogar die Uhrzeit wird teilweise angegeben ...)

Gleichzeitig wird aber dieser Umstand (keine Verifizierung, was die angeblichen „Vergewaltigungen“ zu bloßen Gerüchten macht, auf deren dubioser Grundlage kein Staatsanwalt  je Anklage erheben würde), auch wieder dem „Assad Regime“ angelastet:

„Weil die syrischen Behörden derzeit Kontakt zu Journalisten und  Hilfsorganisationen verbieten, kann WUS diesen Report sexualisierter Gewalt in Syrien nicht verifizieren“. [Das stimmt nicht – ausländische Journalisten sind  im Land]

Wer ist Dr. Malaz Alatassi?

Er ist Mitglied der „Syrian Sunrise Foundation“, einer humanitären Organisation, die ihren Sitz in den USA hat und am 6. Dezember 2011 im Bundesstaat Delaware gegründet wurde (der Staat ist bekannt für seinen extrem laxen Umgang mit Firmengründungen, im finanz- und strafrechtlichen Sinn).  Auf Anfrage eines Journalisten, ob Alatassi einen Kontakt mit der Ärztin (die angeblich die vergewaltigten Frauen behandelt hat) herstellen könne, sagte er, er würde sich darum bemühen. Doch dann hat er sich nie mehr gemeldet.

Eine weitere Anfrage bei der Organisation „Women under Siege“ ergab, dass die Informationen über Vergewaltigen fast ausschließlich in Form von Internet-Postings eingingen, also Meldungen oder Videos aus Quellen wie YouTube (Google), facebook und twitter stammen, deren Urheber nicht überprüft werden können. Diese Medien eignen sich ja hervorragend, um Propaganda zu verbreiten, das wissen die Geheimdienste sehr gut.

Auf der Website von WUS steht unter einem Foto des angeblichen Opfers (siehe Bild oben) folgender Text:

„Die 16-jährige Zaynab kommt aus dem Stadtteil Khalidiya in Homs. Sie ist eine Vorzugsschülerin, geht jedoch nicht mehr zur Schule seitdem Soldaten einige ihrer Mitschülerinnen im Jänner entführt, vergewaltigt und getötet haben (das sagte sie der Fotografin des Bildes). Im Moment lebt sie im Libanon.” Die Fotojournalistin schreibt: In den nächsten vier Minuten fällt es ihr schwer zu atmen und darüber zu sprechen, was ihr im Mai 2011 passiert ist:

Fünf  schwarz gekleidete Männer drangen in ihr Haus ein und vergewaltigten sie.

Zaynab selbst wird mit folgenden Worten zitiert:

“Was mir passiert ist, ist sonst niemand passiert, oder wenn es jemand betroffen hat, weiß ich davon nichts. Aber ich werde sprechen und alle Welt soll wissen, was Bashar al-Assad und seineMänner hier tun.“

„Das ist meine Botschaft an die Welt. Die ganze Welt soll hören, was mit uns passiert. Und ich bin wahrscheinlich nicht die Erste oder Letzte, die so behandelt worden ist.“

Auf einer anderen Seit von „Women under Siege“ steht folgende Story:

„Eine verwitwete Frau und Mutter eines Sohnes hat auf YouTube ein Video gepostet, um anderen mitzuteilen, was ihr widerfahren ist: sie wurde von syrischen Soldaten vergewaltigt. Sie hält ihr Gesicht bedeckt.

Sie erzählt, dass sie seit dem Tod ihres Mannes im Haus ihrer Eltern lebt in einem Dorf nahe Homs. Am Freitag, den 6.Mai 2011 um 15 Uhr sei ein „Unfall“ passiert: Ihre Eltern seien zum Begräbnis ihres Cousins gegangen (der natürlich auch von Assad’s Armee umgebracht wurde, was sonst?). Etwa eine halbe Stunde, nachdem sie gegangen waren, hörte die Frau schweres Artilleriefeuer, die Erde schien zu beben. Der Sohn fing an zu weinen, sie ging in sein Zimmer … Nach kurzer Zeit klopfte jemand an die Tür. Sie dachte, es seien die Eltern, die wegen der Bombardierung zurückgekommen waren und rannte zur Tür. Es waren fünf Männer in Schwarz, die Waffen trugen.“

Die Männer durchsuchten das Haus nach Waffen, schlugen alles kurz und klein. Dann rissen sie ihr die Kleider vom Leib, quälten sie mit brennenden Zigaretten und vergewaltigten sie.

Die Frau wird so zitiert (englischer O-Ton):

“What happened to me hasn’t happened to anyone, or if it has affected anyone else I do not know,“ she says. „But I will speak and let all the people know what Bashar Al-Assad and his men are doing.

„This is my message to the world: Let all the world hear what is happening to us. And I might not be the first one nor the last who was treated in this way.”

Sollte Ihnen dieser Text irgendwie bekannt vorkommen, so haben Sie absolut Recht:

Es sind exakt dieselben Worte, die die “16-jährige Zaynab” angeblich von sich gegeben hat. Das alleine ist ein sehr starkes Indiz dafür, dass es sich  hier um eine einstudierte Performance handelt, nicht um die Zeugenaussage eines wirklichen Opfers.

(Erinnern wir uns an die  tränenreichen Aussagen eines jungen Mädchens,  die dem US Kongress berichtete, sie habe gesehen, „wie irakische Soldaten Frühgeborene aus den Inkubatoren rissen und sie dann auf dem Boden, einfach sterben ließen“ – später stellte sich heraus, dass das Ganze ein RIESENBETRUG war (die „Zeugin“ war die Tochter des kuwaitischen Botschafters, die von der amerikanischen PR-Firma Hill & Knowlton  für diese Mitleidsshow „trainiert“ worden war –  mit Erfolg: der Krieg gegen den Irak wurde daraufhin vom US-Kongress genehmigt ….)

Aber zurück zur „Mitleidsshow“ in Syrien: Analysiert man die Aussage der „Witwe“ aus kriminalistischer Perspektive (Glaubwürdigkeit, Ungereimtheiten, etc.) fällt folgendes auf:

1)       Frauen, die vergewaltigt wurden sind enorm traumatisiert und deshalb fällt es ihnen sehr schwer, über die Tat zu sprechen. Bei einer Gruppenvergewaltigung ist die seelische Demütigung und körperliche Verletzung  noch größer, das versteht jeder. In islamischen Ländern ist die Sache noch viel schlimmer, weil dort die Sexualität von Frauen tabuisiert wird und sie ja ihren ganzen Körper verstecken müssen, wenn sie aus dem Haus gehen.  Dass in einer solchen Gesellschaft eine auf diese Weise vergewaltigte Frau ein Video über diese „große Scham“ veröffentlicht, ist extrem unglaubwürdig und unwahrscheinlich.

2)       Warum ist die Frau nicht mit zum Begräbnis gegangen? Es ist durchaus Sitte in arabischen Ländern, dass die ganze Familie am Begräbnis teilnimmt, die familiären Bindungen sind sehr stark.

3)       Wieviele – angeblich brutalisierte und skrupellose – Soldaten kennen Sie, die ANKLOPFEN, wenn sie in ein Haus eindringen wollen, um es zu verwüsten und die Bewohner in Angst und Schrecken zu versetzen?

4)       Wieso werden „fünf Männer in Schwarz“ als syrische Soldaten identifiziert? Das ist doch völlig unglaubwürdig. Soldaten tragen Uniformen, aber die „Farbe“ von „Al Qaeda“ (fanatischer Islamisten) ist bekanntlich schwarz, wie auf  vielen Fotos klar zu erkennen ist.

5)       Wieso wurde die Frau am Leben gelassen? Klingt furchtbar zynisch, sorry, aber normalerweise sind Terrorbanden, sie so brutal vorgehen, nicht daran interessiert, ihre Opfer am Leben zu lassen.

Im Video, dass auf YouTube zu sehen ist, sagt die Frau aber etwas, dass auf der WUS Website NICHT erwähnt wird:

Sie fragten mich, schrien mich an, wie mein Sohn heißt. Ich sagte Abdullah (Diener Allahs). Er sagte mir, [Nein], das ist Abd-Al-Assad, der Diener Assads, der Diener von Bashar, von Maher. Ihr seid alle Sklaven, Sklaven Bashars und Mahers.“

(Maher Al-Assad ist der Bruder des Präsidenten und Kommandant der Republikanischen Garde, berüchtigt für seine Brutalität)

Spätestens jetzt wird das ganze völlig absurd: Wieso sollten syrische Soldaten (die eine Berufsarmee sind, nicht Rekruten) so über den Präsidenten und seinen Bruder reden? Das ist doch völliger Schwachsinn.

Geht man davon aus, dass die Frau wirklich vergewaltigt wurde, was ja angesichts ihrer Vermummung, der fehlenden Identität und fehlender Zeugenaussagen aus dem Ort des Geschehens nicht zu verifizieren ist, ist es viel wahrscheinlicher und logischer, dass es sich um eingeschleuste „Rebellen“ handelte, nicht um Regierungstruppen und nicht um syrische Landsleute.

Ist die Frau Angehörige der shiitischen bzw. alawitischen Religionsgemeinschaft?

Dann wäre sie bereits ein „Ziel“ für die fanatischen Sunni-Banden, die die Saudis mit amerikanischer Unterstützung aus dem Irak, dem Libanon, aus Libyen und anderen Ländern rekrutiert haben, um eine  „Machtausbreitung“ der Shiiten (Achse Irak – Syrien (Shiiten sind dort eine Minderheit)- Iran) mit allen Mitteln zu verhindern. Die Takfiristen sind so indoktriniert worden, dass auch Vergewaltigung und Ermordung als „Bestrafung der Ketzer“ nicht nur erlaubt sind, sondern man dafür wohl auch noch in den Himmel kommt. (Völlige Dehumanisierung)

Die Betreiber der Website  „Frauen unter Belagerung“ (Women under Siege, WUS) geben zwar selbst zu, dass alle Berichte über Vergewaltigungen  nicht verifiziert, also in keiner Weise überprüft worden  sind (rechts oben im Bild, auf rotem Hintergrund UNVERIFIED), und wundern sich selbst, dass „so viele Berichte von ehemaligen, syrischen Soldaten stammen, die ihre eigenen Verbrechen vor laufender Kamera – unter Zwang? Wir wissen es nicht – zugeben.“

Die gewünschte und logische Reaktion ist Abscheu vor den syrischen Truppen, Hass auf Assad, Überlaufen zu den „Rebellen“ – wer hätte also Interesse daran, solche Videos zu drehen? Die Antwort ist nicht schwer …

Die WUS Betreiber schreiben, man müsse, um der Menschlichkeit willen, all das aufschreiben, auch wenn es keine Beweise gäbe.

Doch manchmal wird die „Menschlichkeit“ von denjenigen als Waffe (im Kampf um Meinungsbeeinflussung)  benutzt, die selber keine mehr haben (die Planer und Strategen dieses verdeckten Krieges gegen Syrien, denen die Menschen dort und das Leid, das sie ihnen antun, völlig egal sind.

P.S. Ein wirklich großer Amerikaner und Demokrat,  Gore Vidal, ist am 31.Juli gestorben. Eines seiner zahlreichen bon mots soll hier zitiert werden:

Wir lernen nichts, weil wir uns an nichts erinnern.“ (Gemeint sind die vielen Verbrechen der USA im Laufe der Geschichte, die einfach ignoriert werden … man tut so, als hätten sie nie stattgefunden,  …. Gore sprach deshalb von den „United States of Amnesia

Zur moralisierenden Scheinheiligkeit der US-Außenpolitik hatt er folgendes zu sagen:

„We should stop going around babbling about how we’re the greatest democracy on earth, when we’re not even a democracy. We are a sort of militarised republic.“

 

Ein Kommentar zu „Syrien: Der Moralische Spin

  1. Ihre Artikel sind in dieser unseren Medienlandschaft eine Rarität und ich finde ihre Arbeit großartig! MfG

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