Sykes-Picot 2.0 meets Syrian Contras

Im September 2003 enthüllte die britische Zeitung THE GUARDIAN, dass es schon 1957 eine Verschwörung gegen die syrische Regierung gab: Damals planten die amerikanischen und britischen Geheimdienste (CIA und MI6) eine ganze Reihe von „false flag“ Anschlägen, die einen Vorwand für eine militärischen Angriff liefern sollten.

(*Was ist Sykes-Picot?)

Im Nachlass des damaligen britischen Verteidigungsministers Duncan Sandys, wurden Dokumente gefunden, in denen auch die Ermordung dreier politischer Führer Syriens als „notwendig“ erachtet wird, damit die Dominanz des Westens im Nahen Osten erhalten bleibt.

Die “anti-westlichen” Tendenzen und die Sympathien der neuen syrischen Führung für  ein sozialistisches System  hatten sowohl in Washington als auch in London große Verärgerung ausgelöst. Seit dem Sturz des Militärregimes von Colonel Adib Shishakli 1954 regierte eine Allianz der Baath Partei mit den Kommunisten, die von der syrischen Armee unterstützt wurde.

Die Kolonialmächte Frankreich und England hatten (mithilfe Israels) vergeblich versucht, die Verstaatlichung des Suez-Kanals durch Ägypten rückgängig zu machen, doch Eisenhower machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Kermit Roosevelt (der 1953 als regionaler CIA-Chef den Sturz des demokratisch gewählten Premierministers Mossadegh im Iran organisierte), war auch an den Intrigen gegen Syrien wieder beteiligt. Die offizielle Begründung für die kriminellen, subversiven Aktivitäten der USA und Großbritanniens war natürlich das „kommunistische Virus“ an seiner Verbreitung zu hindern, sich für „Freiheit und Demokratie“ einzusetzen usw. Doch in Wahrheit ging es um die „Freiheit“ andere Länder wirtschaftlich zu plündern: Kontrolle von Ölpipelines (vom Irak in die Türkei), Schifffahrtswegen, und natürlich die „Lektion“, die man einem Land erteilen musste, das sich gegen imperialistische Interessen stellte und sein Schicksal in die eigene Hand nehmen wollte.

Der Bericht über ein geheimes Treffen in Washington 1957 empfiehlt gezielte, subversive Aktionen, um das Land zu destabilisieren und Unruhen auszulösen. Sobald das “notwendige“ Ausmaß an Angst in der Bevölkerung erreicht sei, müsse man „Grenzzwischenfälle“ und Scharmützel inszenieren um einen Vorwand für militärisches Eingreifen durch Irak und Jordanien zu generieren.

Ein wichtiger Punkt sei die Zerstörung der Glaubwürdigkeit des Regimes und dessen Dämonisierung:

Syrien müsse deshalb als „Sponsor von Anschlägen, Sabotageakten und Gewalt gegen benachbarte Regierungen“ hingestellt werden“. Die CIA und SIS sollten sowohl ihre Fähigkeiten auf dem Gebiet psychologischer Kriegsführung ebenso nutzen, wie ihre militärischen Kräfte, um eskalierende Unruhen im Land auszulösen. Dazu gehörten selbst geplante Sabotageakte, nationale Verschwörungen und andere Gewaltaktivitäten, die man dann Damaskus in die Schuhe schieben würde.

Der Plan sah auch vor, ein „Free Syria Committee“ zu erschaffen und politische Kräfte innerhalb Syriens mit paramilitärischen Fähigkeiten und Waffen auszustatten. CIA und MI6 würden dafür sorgen, dass es Aufstände in Syrien gibt, z.B. von den Drusen im Süden (um politische Gefangene zu befreien) und gleichzeitig die Muslimbruderschaft in Damaskus in Aufruhr versetzen.

Dass die beiden westlichen Regierungen der “Demokratie” keinen Dienst erweisen wollten, geht auch daraus hervor, dass man die unerwünschte, sozialistische Regierung durch eine „pro-westliche“ und „anti-kommunistische“ ersetzen wollte – gegen den Willen der Bevölkerung. Dafür seien „repressive Maßnahmen notwendig und die „willkürliche Ausübung der Macht“, doch der Zweck heiligt anscheinend die Mittel.

Dass der Plan nicht umgesetzt wurde, lag nicht an irgendwelchen moralischen Skrupeln (diese Leute sind amoralisch und bezeichnen ihre unmenschlichen, kriminellen Aktivitäten als „rational“ = notwendig zur Machterhaltung und Ausplünderung anderer Völker), sondern daran, dass die arabischen Nachbarländer nicht mitmachen wollten und nur mit der Türkei als „Partner“ schien die Sache zu riskant zu sein. Im Jahr darauf brach die Koalition mit den Kommunisten auseinander und die Baath-Partei bildete eine Föderation mit General Abdel Nasser, die bis 1963 anhielt.

2012: THE SAME PROCEDURE ….mit neuen Variationen

Seit Monaten will uns die Vereinigung der Fließband- und Papageienjournalisten (nom de guerre „Freie Presse“) weismachen, dass hier zwei klare Fronten aufeinandertreffen: Die Guten (syrische „Rebellen“, „Aktivisten“ und ihre Sponsoren) gegen die Bösen (Assad, sein „ brutales Regime“ und die syrische Armee).

Eine Welle von ergreifendem Bildmaterial überflutete die Medien, dass uns klarmachen sollte, wie ein „Monster“ gegen „unschuldige, friedliche Bürger“ mit brutaler Gewalt vorgeht, nur weil sie politische Reformen wollen.

Diese Bilder wurden übernommen und so interpretiert, wie es geplant war, obwohl die Quellen nicht überprüft wurden bzw. sie immer nur aus einer Quelle kamen: die von den USA seit Jahren organisierte, bezahlte und geschulte  syrische „Opposition“, die mit dem Großteil des syrischen Volkes nichts zu tun hat, weil sie aus Exilsyrern rekrutiert wurde, die seit Jahren nicht mehr in dem Land gelebt haben* und weil nach einer Umfrage, die Mehrheit der Syrer Basher Al-Assad nicht stürzen will, aber politische Reformen fordert.

*z.B. Abdel Basset Sayda, der neue Sprecher des Syrian National Council (SNC), gehört zur kurdischen Minderheit in Syrien und hat seit mehr als 20 Jahren im schwedischen Exil gelebt. Er hat praktisch keine politische Erfahrung und wurde wohl deshalb ausgewählt, um die Dominanz der Muslimbruderschaft im SNC zu kaschieren.

Welches machiavellische Netzwerk aus amerikanischen Ideologieschmieden, genannt „Think-Tanks“ oder von Milliardären finanzierten „Stiftungen“, fake NGOs und größenwahnsinnigen politischen Akteuren hinter den Kulissen hier am Werk ist, hat der britische Journalist Charlie Skelton untersucht. Die „syrische Opposition“, wie sie in den Medien präsentiert wird,  ist eine Theaterinszenierung par excellence, die „Talking points“ sind wunderbar einstudiert, die Reaktion der Medienschafe und der „sheeple“ verläuft genau nach Plan. Die Drahtzieher bleiben im Hintergrund …

Diese Leute sind als politische Kraft eine Art „graue Eminenz“, die geopolitische Entscheidungen von ungeheurer Tragweite trifft. Was die Parlamente machen, was das Volk will, was die Verfassung verbietet, interessiert diese Politikmafia gar nicht. Sie regieren in Wahrheit unsere Gesellschaft, während die „verwirrte Herde“ (Walter Lippman) sich der „Halluzination der Demokratie“  (Edward Bernays) hingibt. Dass man die Vergewaltigung souveräner Staaten auch  noch im „Namen der Demokratie“ begeht, muss diesen Leuten eine besondere Genugtuung sein.

Dass es für Assad völlig kontraproduktiv, ja idiotisch wäre, ein „Massaker“ nach dem anderen an der Zivilbevölkerung zu begehen, noch dazu jedes Mal kurz vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates, bzw. vor dem Besuch eines UN oder HR-Beobachters, wird völlig ausgeblendet – logisches Denken ist nicht erwünscht. Man soll die frisierten „Nachrichten“ aufnehmen, nicht hinterfragen.

Dass die “Rebellen” von Anfang an bewaffnet und gewalttätig waren, Anschläge auf Polizisten und Zivilisten verübten (wofür es auch Augenzeugenberichte gibt), wird ebenfalls ignoriert.

Dass es auch Massendemonstrationen für Assad gab, braucht auch nicht weiter erwähnt zu werden und die Reform der Verfassung und die abgehaltenen Wahlen (57% gingen wählen, trotz der Unruhen im Land) sind im Theaterdonner der choreographierten „Aktivisten u. Rebellen“-Performance untergegangen.

Das gleiche Gesindel operierte ja auch in Libyen (viele davon Analphabeten, die bloß schießen und kämpfen können, aber nur exekutieren, was ihnen andere anschaffen). „Al Qaeda“ ist ja eine Kreatur der Saudis, der CIA und des pakistanischen Geheimdienstes, die man zunächst erfolgreich in Afghanistan einsetzte, später aber auch international als „Terrorists for Hire“ in Bosnien, Serbien, Kosovo, im Irak, in Libyen und jetzt in Syrien.

Sogar die systemtreue New York Times hat jetzt in einem Artikel bestätigt, dass die organisierten „insurgents“ von CIA Akteuren mit Waffen ausgestattet werden und man ist dabei nicht kleinlich: automatische Gewehre, RPGs, Panzerabwehrraketen, ein beeindruckendes Arsenal. Bezahlt wird angeblich von Saudi Arabien, der Türkei und dem Emir von Katar. Fragt sich nur, was am Ende  herauskommt, wenn man einem Haufen Halb-Idioten, die religiös und politisch indoktriniert wurden, solche Waffen aushändigt.

Das Thema Energiekontrolle spielt natürlich auch wieder eine Rolle: Seitdem eine  Übereinkunft zwischen Iran, Irak und Syrien für den Bau einer Gaspipeline unterzeichnet wurde, die vom Süd-Pars Feld bis in die Türkei führen soll und auch für Europas Gasversorgung eine große Rolle spielt (man will von Russland weniger abhängig sein, wobei auch das Nabucco Projekt von Bedeutung ist), muss die Destabilisierung und Zerstörung dieser Staaten noch mehr vorangetrieben werden – so sieht es jedenfalls die „Graue Eminenz“ in Washington.

Dass dieses Abkommen von lebenswichtiger Bedeutung für den Iran ist, liegt auf der Hand, spätestens seitdem die amerikanischen „Schoßhündchen“ der EU das von den USA verordnete Öl-Embargo brav übernommen haben.

US/SAUDI/GCC & NATO SPRING CLEANING NOT ARAB SPRING

Der  von westlichen und saudischen Geheimdiensten  organisierte „Aufstand“ in Syrien wurde uns natürlich als Teil desArabischen Frühlings“ verkauft, weil in diesem Kontext unsere Sympathie dem rebellierenden Volk gelten muss und niemand auf die Idee kommt, dass das ganze Theater nur dazu dient, ein politisches Verbrechen erster Ordnung zu vertuschen.

Wenn dann die Regierung gegen die eingeschleusten Terrorbanden und Aufrührer mit Gewalt vorgeht, kann man lautstark gegen diese „Unterdrückung“ protestieren und selbstgerecht den lange geplanten „regime change“ (Putsch) als notwendige Intervention im Namen der Menschenrechte verlangen.

Doch dort, wo sich echter politischer Widerstand regt, wo die Menschen wirklich glauben, es könnte sich etwas zu ihren Gunsten verändern, wenn sie friedlich protestieren, wird entweder nur das Gesicht der Macht ausgewechselt (wie in Ägypten) oder die Opposition brutal niedergeknüppelt (wie in Bahrein).

Bei den „Verbündeten“ der USA wird authentischer politischer Widerstand im Land als „Terror“ präsentiert, bei den Gegnern des US-Imperialismus (wie Syrien und Iran) wird von außen geplanter Terror als legitimer politischer Widerstand verkauft, Realität und Fiktion verschwimmen immer mehr, die oben erwähnte „graue Eminenz“ (man denke an den Kriegsverbrecher und „Friedensnobelpreisträger“ Henry Kissinger) entscheidet, was passieren darf und was nicht. Die Medien sind perfekte Erfüllungsgehilfen für diese Herrscherkaste, die auf ihnen spielt, wie auf einem Klavier.

Warum das Prinzip der  „humanitären Intervention“ für die Palästinenser nicht gilt, diese Frage darf man auch nicht stellen…

Zur Gewalt in Syrien – fassen wir nochmal zusammen:

WARUM?

Den geostrategischen Kontext für die von außen gesteuerte “Revolte” in Syrien lieferte Seymour Hersh schon 2007 mit seinem  genialen Artikel The Redirection. Weitere Gründe für eine Kontrolle Syriens durch die US of Arrogance und ihre Satrapen in der Region:

  • Assad unterstützt den Freiheitskampf der Palästinenser und die Hisbollah im Libanon (somit als „Feind“ Israels eingestuft)
  • Syrien ist das letzte arabische Land in der Region, das nicht von US / NATO / ISRAEL dominiert wird
  • Syrien und Iran wollen eigene Wege gehen, das kann von den „Herren der Welt“ nicht geduldet werden
  • In Syrien befindet sich der einzige Marinestützpunkt Russlands in dieser Region (außerhalb der ehemaligen Sowjetunion)
  • Die syrische Hafenstadt Latakia hat logistisch und geostrategisch große Bedeutung erlangt, weil die amerikanischen Öl-Giganten Exxon Mobil und Chevron die Erschließung der kurdischen Ölfelder in Kirkuk (Irak) durchführen werden und die beste Transportroute über Latakia führt (beschlossen wurde das nicht von der irakischen Regierung in Bagdad, sondern vom Massoud Barzani, dem Anführer der Kurden im Irak, der auch schon im Weißen Haus zu Gast war)
  • (2008 hat die irakische Regierung einen Vertrag mit  Stroytransgaz, einer Tochtergesellschaft der russischen Gazprom zur  Reaktivierung der Öl-Pipeline zwischen Kirkuk und Banias abgeschlossen, doch das ist mittlerweile Geschichte…)
  • Türkische Firmen werden wohl den Zuschlag für die Konstruktion einer Gaspipeline aus Kurdistan erhalten (als Dank für die logistische Unterstützung der Türkei  zur Ausrüstung und Einschleusung der Terroristen nach Syrien).

WIE?

Welche Rolle die „special forces“ (die „moderne“ Version der SS) beim subversiven Krieg gegen ein Land spielen, wird in diesem  Handbuch des US Militärs (in Grundzügen) erklärt. Es ist quasi eine Anleitung zur Steuerung eines Aufstandes im Ausland, bei der die Menschen (vor allem ihre Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit) nur als Werkzeug benutzt werden und alle Mittel recht sind, um ans Ziel zu gelangen: eine Regierung zu installieren, die mit den kriminellen Machtansprüchen der US/NATO kompatibel ist.

Darin wird u.a. festgestellt, dass es immer  einen Teil der Bevölkerung gäbe, der sich politisch nicht engagiere. Um dieses Segment zu aktivieren, müsse man „durch Propaganda, politische und psychologische Maßnahmen die Regierung verunglimpfen und damit eine Atmosphäre größerer Unzufriedenheit schaffen“. Mit zunehmender Eskalation des Konfliktes müsse dann auch die Propaganda intensiviert werden, „die Bevölkerung müsse psychologisch auf die Rebellion vorbereitet werden“.

  • Zuerst, müsse es lokale und nationale Agitation geben: die Organisation von Demonstrationen, Streiks, und anderen Methoden, um die Unzufriedenheit des Volkes zu demonstrieren und zu schüren.
  • Die nächste Phase sei dann, die „Infiltrierung von ausländischen Beratern und Organisatoren, ausländischer Propaganda, Material, Geld, Waffen und sonstige Ausrüstung“.
  • Dann werden „nationale Scheinorganisationen (SNC)  und Freiheitsbewegungen (FSA) gegründet, wodurchgewährleistet sei, dass größere Teile der Bevölkerung „zunehmende politische Gewalt und Sabotage akzeptieren“, und somit das „Coaching von Individuen oder Gruppen, zur Durchführung von Sabotageakten in Städten, erleichtert werde“.

Dass die Gewaltaktionen eher Abscheu bei der Bevölkerung hervorrufen, wird aufgrund folgender Taktik als unwahrscheinlich angesehen: „

Wenn die Regierung auf die Gewalt mit Gegengewalt reagiert,  kann „die Widerstandsbewegung die negativen Folgen ausschlachten, um noch mehr Sympathie zu erhalten, indem sie das Leiden hervorhebt, das die Opposition im Namen „des Volkes“ erduldet. Wenn die Regierung sich  zurückhält, kann das als Beweis für die Effektivität des Kampfes  gewertet werden, usw.

WER STEUERT?

Das Netzwerk der größenwahnsinnigen Ideologen („Think-Tanks“), „Politikberater“ und Kriegstreiber, die die „Neuordnung des Nahen Ostens“ eiskalt planen und vorantreiben, wird hier skizziert. Charlie Skelton resumiert:

Sie verkaufen die Idee des „Regimewechsels“ an die Medien, die sie bereitwillig übernehmen. Viele der „Aktivisten“ und Sprecher, die als Repräsentanten der syrischen Opposition in den Medien auftauchen sind eng mit  den Machtzentren in Washington und London vernetzt, also genau mit jenen Leuten, die dann die Intervention durchführen würden. Das bedeutet, Informationen und Zahlen von diesen Quellen sind keine „Nachrichten“, sondern eine PR-Kampagne, eine Verkaufsstrategie.

Eine interessante Background-Story über die Hintermänner erzählt dieses Video:

WER SIND DIE REBELLEN?

Die Eskalation der Gewalt in Syrien ist also keineswegs der Regierung Assad anzulasten, sondern jenen, die diese Terrorbanden in das Land eingeschleust haben, mit dem Ziel Syrien in einen gescheiterten Staat zu verwandeln (wie Irak und Libyen), in dem sich die Muslime (Sunnis gegen Schiiten) gegenseitig die Schädel einschlagen und das Land im Chaos versinkt – bis westliche Intervention „Stabilität“ bringt. (Was mit den Christen in Syrien passieren wird, zeichnet sich bereits ab)

Dafür hat man schließlich „Al Qaeda“ und ihre Ableger konstruiert: bewaffnete, fanatische „Jihadis“ bzw. Takfiristen (eine Art islamistische Inquisition, die gegen vermeintliche Ketzer innerhalb der eigenen Religion vorgeht, weil sie vom „einzig wahren“ Glauben abgekommen sind ) die Leuten den Kopf abhacken, weil sie nicht nach dem Islam des 7. Jahrhunderts leben wollen oder weil sie Shiiten sind.

Der stellvertretende Innenminister des Irak Adnan al-Assadi sagte der Presseagentur AFP, die FSA habe vor den Augen einer irakischen  Grenzwache (berichtet von Brigadegeneral Qassim al-Dulaimi),  22 syrische Soldaten exekutiert, nachdem sie die Kontrolle über den Grenzposten erlangt hatten.

Der Bab al-Hawa Grenzübergang zwischen Syrien und der Türkei wurde von 150 bewaffneten Islamisten überfallen und eingenommen, die aus Algerien, Ägypten, Saudi Arabien, Tunesien, Tschetschenien u. anderen Ländern stammen, und ihre Loyalität gegenüber der AQIM (Al Qaeda im islamischen Maghreb)  bekundeten. Dabei wurden nach Angaben von Reuters 135 Menschen getötet (davon 86 Zivilisten und 49 Angehörige der syrischen Armee). Die Terroristen (in den Medien als „Rebellen“ bezeichnet) filmten ihre „glorreiche“ Gewalttat, hissten die Flagge der Al Qaeda und erklärten die Grenzregion zu einem „islamischen Staat“.

(Meldungen, wonach die „Rebellen“ alle Grenzübergänge in ihre Gewalt gebracht hätten, sind falsch und dienen nur dazu, die Anhänger Assads und alle Syrer, die nichts mit den Terroristen zu tun haben wollen, mutlos zu machen)

Dass es sich in Syrien nicht um einen Volksaufstand handelt, sondern um eine subversive Zerstörung durch eingeschleuste Terrorbanden (manipuliert von  westlichen Geheimdiensten), wird auch durch folgende Aussagen erhärtet:

Die Mehrheit der FSA Kommandeure sind nicht Syrer, sondern irakische Sunnis. Die Eroberung des Grenzübergangs Abu Kamal erlangte die FSA nicht durch militärische oder taktische Kompetenz, sondern weil das Grenzgebiet von sunnitischen Stämmen kontrolliert wird, die natürlich die schiitische Regierung in Baghdad hassen wie die Pest. Deshalb gilt es mittlerweile als sicher, dass ein ungehinderter Nachschub an  „Gotteskriegern“ und Waffen von Irak nach Syrien stattfindet.

Die BBC berichtete, dass irakische Schiiten von der FSA aus Damaskus vertrieben (und auch ermordet) werden – eben weil sie Schiiten sind.

Die FSA hat unser Leben ruiniert“ erzählt ein vertriebener Familienvater, der mit Frau und Kindern aus dem Viertel Sayyida Zainab, im südlichen Teil von Damaskus fliehen musste. Seine Frau fügte hinzu:

Sie sind keine Armee, nur bewaffnete Banden. Es gibt nur eine Armee, die Syrische Armee und sie haben das Recht, die Menschen und das Land zu beschützen. Sie haben Damaskus unter Kontrolle.”

Auf die Frage des Reporters, ob das Gerücht stimme, dass Anhänger des (shiitischen) geistlichen Führers Moqtada al-Sadr in Syrien kämpften, lautete die Antwort unisono – Nein. Doch als die versammelte Menschenmenge dem Reporter klarzumachen versuchte, dass sunnitische Banden nach Syrien gebracht werden, wollte er das kaum glauben und präsentiert es daher als „Gegen-Gerücht“:

Ja,  es gibt Iraker, die in Syrien kämpfen“  sagte er und registrierte mit Genugtuung die Überraschung in meinem Gesicht. „Die Kommandeure der FSA sind alle Iraker“ – sunnitische Iraker war natürlich die implizierte Erklärung.“ Der BBC Reporter kommentiert diese Information so:

Den Anderen das Schlimmste zuzutrauen, mit oder ohne Beweise, aber alles Schlechte über die eigene Religionsgruppe zurückzuweisen zeigt wohl, wie schwerwiegend die religiöse Spaltung bereits ist.“

Der Reporter ist sich dessen wohl nicht bewusst, dass dieser Vorwurf aber in erster Linie auf die westlichen Medien (die als Verteiler für die Gräuelpropaganda gegen Assad funktionieren) zutrifft, weniger auf die Menschen im Irak. „Den anderen das Schlimmste zuzutrauen (jede Gewalttat in Syrien wird  in den Medien jedenfalls implizit dem Assad-Regime angelastet), während sich die Beweise für die echten Gräueltaten der Terrorbanden („Freie Syrische Armee FSA“ – Orwell meets Goebbels) häufen, aber ignoriert werden, weil sie eben nicht in den etablierten „Frame“ passen: die „Guten“ entpuppen sich als die „Bösen“ – die vom Westen unterstützt werden, dass darf einfach nicht sein …

Auch die Wortwahl des Artikels ist verräterisch: bewaffnete Banden aus dem Ausland, die Menschen in Syrien wegen ihres Glaubens umbringen, werden als „armed opposition groups“ bezeichnet.

Man stelle sich vor, es handle sich nicht um Schiiten, sondern um Juden, die wegen ihrer Religion getötet oder vertrieben werden.  Welcher europäische Journalist würde es wagen, in diesem Zusammenhang von „bewaffneten Oppositionsgruppen“ zu sprechen? Das wäre ein ungeheuerlicher Affront, Israel würde sofort die Verharmlosung der Verbrechen kritisieren und Vergeltungsmaßnahmen ankündigen. Selbstverständlich würde man rund um die Uhr das  Wort „Terroristen“ in den Medien lesen und hören und von Brüssel bis Washington würde die politische Elite sofort ihre Empörung über diese Schandtaten kundtun und Konsequenzen verlangen, etc.

In unseren Medien hieß es nur „tausende Syrer seien über die Grenze in die Nachbarländer geflüchtet“, der politische Kontext (geschürter Religionskrieg, Vertreibungen und Morde durch eingeschleuste „Rebellen“,  ) wurde einfach weggelassen. Dieser Artikel ist 99% Propaganda, eine Schande für den Journalismus.

Assad ist (weniger als sein Vater) ein autokratischer Herrscher, das stimmt, aber verglichen mit den wahhabitischen Saudis (wo eine Religionspolizei existiert) oder der Inzucht-Sippe in Bahrein ist Syrien fast ein Paradies der Freiheit: Frauen dürfen wählen, müssen nicht verschleiert herumlaufen, werden nicht behandelt wie Sklaven, das Fundament des Staates ist nicht religiös, es gibt keine religiöse Diskriminierung im Land, usw. Der Mann ist ja eigentlich wider Willen zum Präsident geworden: nur weil sein Bruder in einem Autounfall starb, wurde der als Augenarzt ausgebildete Bashar zum Präsidenten von Syrien gemacht. Ihn in den Medien als „machtbesessen“ hinzustellen, ist deshalb absurd.

Forsetzung folgt – Teil 2: Civil Society Programming – die humanitäre Front …

 

 

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