Superman is Jack the Ripper

Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert. Sogar als es passierte, passierte es nicht.

Es spielt(e) keine Rolle. Es interessiert(e) niemand. Die Verbrechen der Vereinigten Staaten sind systematisch, konstant, infam, unbarmherzig, aber nur sehr wenige Menschen haben wirklich darüber gesprochen.“

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs unterstützten die Vereinigten Staaten jede rechtsgerichtete Militärdiktatur auf der Welt, und in vielen Fällen brachten sie sie erst hervor. Ich verweise auf Indonesien, Griechenland, Uruguay, Brasilien, Paraguay, Haiti, die Türkei, die Philippinen, Guatemala, El Salvador und natürlich Chile. Die Schrecken, die Amerika Chile 1973 zufügte, können nie gesühnt und nie verziehen werden.

In diesen Ländern hat es Hunderttausende von Toten gegeben. Hat es sie wirklich gegeben? Und sind sie wirklich alle der US-Außenpolitik zuzuschreiben? Die Antwort lautet ja, es hat sie gegeben, und sie sind der amerikanischen Außenpolitik zuzuschreiben. Aber davon weiß man natürlich nichts.

Das muss man Amerika lassen. Es hat weltweit eine ziemlich kühl operierende Machtmanipulation betrieben, und sich dabei als Streiter für das universelle Gute gebärdet. Ein glänzender, sogar geistreicher, äußerst erfolgreicher Hypnoseakt.“

Jeder weiß, was in der Sowjetunion und in ganz Osteuropa während der Nachkriegszeit passierte: die systematische Brutalität, die weit verbreiteten Gräueltaten, die rücksichtslose Unterdrückung eigenständigen Denkens. All dies ist ausführlich dokumentiert und belegt worden.

Aber ich behaupte hier, dass die Verbrechen der USA im selben Zeitraum nur oberflächlich protokolliert, geschweige denn dokumentiert, geschweige denn eingestanden, geschweige denn überhaupt als Verbrechen wahrgenommen worden sind.

Ich glaube, dass dies benannt werden muss, und dass die Wahrheit beträchtlichen Einfluss darauf hat, wo die Welt jetzt steht. […]

Die direkte Invasion eines souveränen Staates war eigentlich nie die bevorzugte Methode der Vereinigten Staaten. Vorwiegend haben sie den von ihnen sogenannten „Low Intensity Conflict“ favorisiert. „Low Intensity Conflict“ bedeutet, dass tausende von Menschen sterben aber langsamer als würde man sie auf einen Schlag mit einer Bombe auslöschen. Es bedeutet, dass man das Herz des Landes infiziert, dass man eine bösartige Wucherung in Gang setzt und zuschaut wie der Faulbrand erblüht.

[…] sitzen die eigenen Freunde, das Militär und die großen Kapitalgesellschaften, bequem am Schalthebel, tritt man vor die Kamera und sagt, die Demokratie habe sich behauptet.“

Das sind nicht meine Worte, sondern jene des britischen Dramatikers Harold Pinter. Sie stammen aus seiner Rede zur Verleihung des Nobelpreises für Literatur im Jahr 2005.

Der Titel der Rede  war „Kunst, Wahrheit und Politik“. Im ersten Teil geht es um das Theater, im zweiten (Absatz beginnt mit „Politische Sprache …) um Wahrheit und Politik und besonders um die „Außenpolitik“ der USA, die eine solch ungeheure Ansammlung systematischer Gewaltverbrechen darstellt, dass man nach Worten ringen muss, um seine Gefühle auszudrücken.

Die massive Kritik von Pinter hat nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil, angesichts der Vorfälle in Syrien (siehe dazu frühere Blogbeiträge) wird klar, dass sich nur die Namen der Länder geändert  haben und die Terrormethoden noch skrupelloser wurden. Der größte Terrorist auf diesem Planeten war und ist das „Land der Freiheit“ bzw. dessen regierende Eliten (nicht das „einfache“ Volk, das seit 1945 einer massiven Propagandamaschinerie ausgesetzt wurde)

Dazu gibt es im Internet eine sehr eindrucksvolle Video-Dokumentation mit dem Titel: The Power Principle – in drei Teilen (Englisch)

Ein hochrangiger ehemaliger CIA-Agent (John Stockwell),  sagt in dem Film (Teil 2: Propaganda:

„Mir wurde klar, dass das Ziel unserer Angriffe nicht die Sowjetunion war, sondern die Menschen in der Dritten Welt, wir führten den drittblutigsten Krieg in der Geschichte … geschätzte 6 Millionen Tote als Folge der „Operationen“ in Lateinamerika, Afrika, Indonesien, usw. (mit der Zerstörung Jugoslawiens, dem Irakkrieg, Afghanistan, Libyen, und jetzt Syrien sind es mehr als 7 Millionen )

.. Sie (der „Sicherheitsapparat“ der USA) nahmen sich das Recht heraus, über den Gesetzen der Vereinigten Staaten und des Völkerrechts zu stehendas Recht, mit Drogen zu handeln, das Recht zu morden, anderen Menschen furchtbare Sachen anzutun, und sich über jedes Prinzip hinwegzusetzen, nachdem Nationen für eine bessere und friedliche Welt zusammenarbeiten können … und sie trachten auch noch danach, das Rechtssystem in den USA so zu verändern, dass sie auch noch die Kontrolle über unsere Gesellschaft erlangen ..

Wir brauchen über diese Dinge nicht zu spekulieren, [das sind keine „Verschwörungstheorien“] es gibt eine umfassende Dokumentation über die „Geheimen Kriege der CIA„. Es gab die Untersuchungen des Church-Kommittees (1975) … daraus wurde ersichtlich, dass es in den 14 Jahren davor 900 „große“ und 3000 „kleine“ Operationen gegeben hatte.

Jede einzelne von ihnen illegal, .. sie bedeuteten Chaos, Horror, Todesangst, ja Zerstörung ganzer Gesellschaften in anderen Ländern .. viele davon so blutig und grausam, dass es unsere Vorstellungskraft sprengt …

Wir haben funktionierende Demokratien manipuliert und ihren Umsturz organisiert .. wir haben geheime Armeen (paramilitärische Truppen) organisiert, wir haben Todesschwadronen trainiert und finanziert und tun das noch immer … (in El Salvador alleine wurden mehr als 100.000 Menschen brutal abgeschlachtet) … wir haben ethnische Minderheiten zu Aufständen angestachelt …

Dieser Krieg gegen die Dritte Welt, den die CIA, das Militär und der National Security Complex der USA führen, hat [zum damaligen Zeitpunkt – Ende der 1980er Jahre] 6 Millionen Menschen das Leben gekostet .. in Ländern wie Kongo, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Indonesien, Nicaragua, etc.  Alle diese Länder stellten keine (militärische) Bedrohung für uns dar, sie waren alle hilflos gegen unseren Militärapparat .. wir haben gegen Menschen gekämpft, die sich nicht verteidigen konnten …“ (Zitat Ende).

Henry Kissinger wird mit den Worten zitiert: „I hope they kill each other„. Er sagte das, als der Krieg zwischen Irak und Iran begonnen hatte (damals standen die USA auf der Seite Saddam Huseins, er war „our son of a bitch„, er kämpfte gegen ein Land, das es gewagt hatte, sein Schicksal (vor allem das Öl) selbst in die Hand zu nehmen …der Iran.

Die gleiche Strategie wird jetzt in Syrien verfolgt, mit anderen Mitteln (kein offener Krieg, sondern indoktrinierte und bezahlte Terrorbanden im Land, die als „Opposition“ oder „Aktivisten“ für Demokratie verkauft werden .. . Und  unsere Medien lassen sich anstandslos für diese „psyops“ und Kriegsverbrechen einspannen …it makes you sick!.

Wie man „den Faulbrand in Gang setzt“ (Pinter) und das ganze noch moralisch „sterilisiert“ – in dem man es als rationale, militärische Operation darstellt – kann man hier nachlesen …

Die wahre „Verfassung“ der USA …

Fortsetzung folgt …

 

 

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