Die Türkei im Fadenkreuz


In meinem ersten Beitrag (über den Angriff auf den Schiffskonvoi für Gaza)  habe ich geschrieben, es sei kein Zufall gewesen, dass alle ermordeten Aktivisten Türken (einer mit US-Pass) waren, denn damit habe die israelische Regierung eine klare „Botschaft“ an Ministerpräsident Erdogan gesendet, die an Mafiamethoden erinnern.

Dazu sollte man vielleicht noch etwas mehr Kontext liefern:

Die Türkei wird zwar immer als „Partner“ der USA (NATO) und Israels bezeichnet, doch anscheinend hat Erdogan (bis zum Angriff auf die Mavi Marmara) nicht verstanden, was es heißt, zu diesen siamesischen Terrorzwillingen „gute Beziehungen“ zu haben. Henry Kissinger bemerkte einmal, es sei in gewisser Hinsicht wesentlich gefährlicher ein „Freund“ der USA zu sein, als deren Feind. Precisely.

Erdogan jedoch glaubte offenbar, er könne auch als Verbündeter der „auserwählten“ Pharisäer  gelegentlich auch nach seinen eigenen Prinzipien und Plänen handeln oder gar den Willen des türkischen Volkes respektieren. Im Prinzip geht das ja auch, aber natürlich nur, wenn diese Aktionen mit den „ Interessen“ dieser beiden  Schurkenstaaten kompatibel sind.

Was hat die Türkei also angestellt, dass sie mittels Mafiamethoden (durch neun Leichen)  zur „Vernunft“ gebracht werden muss, also unmissverständlich erfährt, was diese „Partnerschaft“ (mit den USA  und Israel) im Klartext bedeutet:

You are free to do what we want.

Hier eine kleine Auswahl der türkischen „Ungehörigkeiten“:

IRAK-KRIEG

Die türkische Regierung respektiert den Willen der eigenen Bevölkerung und verweigert den US-Truppen, das Land als Basis für Angriffe gegen den Irak zu benutzen. (auf Druck wurde später nur eine Überfluggenehmigung erteilt)

The Bush administration was stunned by the Turkish Parliament’s March 1 decision to deny the United States the use of its territory in the Iraq conflict. The assistance of Turkey, a long-time U.S. ally and NATO member, had been assumed–perhaps too much so, experts say …

Council on Foreign Relations

EKLAT  IN DAVOS (siehe Foto oben)

Im Jänner 2009, also unmittelbar nach dem Ende der „Operation Cast Lead“ die mehr als 1400 Menschen das Leben kostete, darunter hunderte Kinder, kam es beim World Economic Forum zu einem Affront gegen Erdogan:

Bei einer Podiumsdiskussion mit Shimon Peres verließ der türkische Ministerpräsident wütend den Saal, weil man ihm praktisch das Wort nach wenigen Minuten abgeschnitten hatte, nachdem Peres beinah eine halbe Stunde seinen PR-Doublespeak vortragen durfte. Erdogan wurde zensuriert, weil er emotional, aber aufrichtig mit seiner Replik den ansonsten üblichen Rahmen sprengte (vorfabrizierte manipulative Rhetorik, die von PR-Firmen verfasst wurde und nur einen Zweck hat:  das selbständige Denken zu unterbinden, stattdessen nur Einordnen in vorbereitete Denkmuster)

Die Darstellung des SPIEGEL (siehe Link oben) ist übrigens ein Paradebeispiel für meine Kritik im vorhergehenden Beitrag, denn  sie dient wieder nur als Verstärker der israelischen PR, weil der historische und damals aktuelle Kontext (dass ISRAEL, nicht die Hamas den Waffenstillstand brach)  fehlt und weil Erdogan absolut Recht hatte, als er versuchte, zu erklären, wie Israel jedesmal, wenn es echte Friedensbemühungen gab (Türkei vermittelt als ehrlicher Broker zwischen Syrien und Israel, etc.) diese nachweislich durch List und Gewalt sabotiert hat. Doch die Zensur durch Nichterwähnen unerwünschter Fakten funktioniert wunderbar. (mehr Details dazu – siehe  meine früheren Beiträge  zum Thema „Israel“ bzw. „Gaza“).

Erdogans  berechtigte  Kritik wurde vom SPIEGEL als emotionale Entgleisung und peinlicher Auftritt präsentiert, ohne Hintergrundinformationen über die wahren Vorfälle in Gaza. Ein klassisches Beispiel aus dem Israel-Proejct PR-Handbuch (stelle den Charakter des Kritikers in Zweifel, unterstelle ihm verachtenswerte Motive und lenke  damit vom (wahren) Inhalt der Kritik ab. Die Person erhält dadurch in den Medien einen negativen Rahmen, der dann immer weiter verstärkt wird (Kritik und absolut angebrachte Empörung heißen dann nur mehr: „Hetzreden gegen Israel“ ( nben den Klassikern, den semantischen Breitspektrum-Immunisierungswaffen: „antisemitisch“, „anti-israelisch und „anti-amerikanisch“ siehe auch den so geschaffenen„neuen Hitler“ Ahmadinejad)

Erdogan versuchte Zitate aus einem Kommentar von Avi Shlaim vorzulesen, den der britische Guardian kurz vorher veröffentlicht hatte, als man ihm das Wort abschnitt. Shlaim, Professor für Internationale Beziehungen in Oxford, sagte dazu in einem Interview für eine türkische Zeitung:

„[…] Moreover, Turkey is an honest broker. Turkey has very good relations with Israel and with the Arabs. Turkey has a strategic alliance with Israel. It can be an honest broker — unlike America, which has been a dishonest broker. Since 1967 there have been many opportunities to resolve the Arab-Israeli conflict on the basis of UN Resolution 242 and on the principle of land for peace. And yet all peace plans based on 242 were defeated by an axis of Israel and America. America has always been partial and partisan on behalf of Israel.

Übersetzung im telegramm-stil: Die Türkei ist – im Gegensatz zu den USA – ein ehrlicher Vermittler und Israel hatte seit 1967 viele Gelegenheiten, den Konflikt zu beenden. Doch alle Friedensbemühungen auf Basis der UNSC-Resolution 242 wurden von Israel und den USA sabotiert.

(Wie das im Detail ablief, schildert Robert Fisk aus erster Hand,  in seinem großartigen Buch THE GREAT WAR FOR CIVILISATION, das unverzichtbar ist, um die Geschichte des Nahen Ostens zu verstehen .

Erstaunlich: ich konnte keine deutsche Übersetzung finden! Sollen die Deutschen (die nicht so gut Englisch können) davon nichts wissen?

Doch zurück zu Avi Shlaim und seinem Kommentar zu Gaza:

[…] It is high time for Western governments to engage with Hamas. Hamas is described as a terrorist organization, but it is much more than that. It is a political party and a broadly based social movement. It has a military wing which does practice terror, and I denounce terror which uses violence against civilians for political purposes. I denounce every form of terror, whether committed by Hamas or by the state of Israel. Killing civilians is wrong. Period. That applies to everyone. But the important point is that Hamas, despite all its faults, has been democratically elected….“

Es ist also höchste Zeit für westliche Regierungen, Gespräche mit der Hamas zu führen, die immer nur als „Terrororganisation“ gehandelt wird, aber eben auch eine politische Partei [die die freien Wahlen 2006 gewonnen hat] und eine soziale Bewegung ist. Die Ermordung von Zivilisten ist immer ein furchtbares Verbrechen, egal wer der Täter ist (auch wenn es Staaten wie Israel sind).

Genau diesen Kontext hat der SPIEGEL weggelassen. Erdogan hatte Recht, doch seine etwas kryptische Sprache „Kinder, die am Strand  getötet wurden“ ist nur verständlich, wenn man weiß, welche Vorfälle er damit ansprach. (siehe dazu meine Blogbeiträge  zu GAZA).

AFGHANISTAN-KRIEG

Im Dezember 2009 weigerte sich Erdogan, den Wunsch der US-Regierung nach einer Aufstockung der Truppen für Afghanistan, Folge zu leisten.

DIPLOMATISCHES „BLOWBACK“

Bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter im Jänner 2010, wurde sichtbar, wie die israelische Regierung mit Kritikern umgeht:  Ahmet Oguz Celikkol wurde so platziert, dass er deutlich niedriger saß, als der stellvertretende israelische Außenminister Ayalon und zwei weitere Beamte, die auf Stühlen Platz nahmen, während er auf einem kurzbeinigen Sofa sitzen musste.

Am Beginn der Gespräche durften die Pressefotografen Bilder machen und Ayalon rief ihnen auf hebräisch zu, sie sollten auf das bewusst arrangierte Tableau achten: Der türkische Botschafter  sichtbar „erniedrigt“, kein türkische Flagge im Bild und kein Lächeln für die Kameras. Das ganze Setup erfolgte auf Anordnung von Avigdor Lieberman, eine der fiesesten Gestalten, die jemals ein politisches Amt erhalten hat.

Mitarbeiter von Celikkol sagten der Presse später, dass das Treffen in Israel die peinlichste Veranstaltung war, die sie je (in 35 Jahren als Diplomaten) erlebt hatten.

Als Grund für die Einberufung des türkischen Botschafters wurde die Ausstrahlung eines türkischen Fernsehfilms genannt, in der Mitarbeiter des Mossad als brutale Mörder dargestellt wurden (was ist daran unwahr?  Erinnern wir uns noch an Dubai?

Mit dieser inszenierten Demütigung des türkischen Außenministeriums (das der Botschafter im Ausland  ja repräsentiert), wollte Lieberman, (den selbst niemand wirklich als Gast haben will), wohl verdeutlichen, was er mit seiner „aggressive response“ Strategie  meint: Wir lassen uns nichts, aber auch gar nichts gefallen. Jeder, der es wagt, Wahrheiten über den israelischen Schurkenstaat auszusprechen, oder auch nur anzudeuten, wird schon sehen, was er davon hat.  (Kurzfassung / Slang: Fuck Turkey for being disobedient!)

DIENUKLEARE BEDROHUNGDURCH DEN IRAN: SCHURKENIMAGE DARF NICHT ANGEKRATZT WERDEN

(Zu den israelischen Atomwaffen, die es wirklich gibt, aber von Israel einfach totgeschwiegen werden, komme ich in einem späteren Beitrag; zur geschürten Hysterie über das unterstellte, „geheime nukleare Waffenprogramm“ des Iran,  siehe  frühere Blogbeiträge unter tag „Iran“)

Auch hier hat sich die Türkei, gemeinsam mit Brasiliens Staatschef Lula für eine friedliche Lösung engagiert und einen  akzeptablen Kompromiss erzielt.

Doch Israel ist das ganz und gar nicht recht, denn die Dämonisierung des Iran steht in ihrem „public diplomacy“-Programm ganz oben auf der Liste. Nachdem der ölreiche  Irak durch zwei Kriege zu einem „Client-State“ der USA degradiert wurde, (was Saudi-Arabien und Ägypten schon lange sind), bleiben nur mehr zwei ernstzunehmende Länder, die sich nicht der  USraelischen Hegemonie unterordnen wollen: Syrien und Iran.  Pech ist nur, dass zwar Saddam (als Israel’s ehemaliger Erzfeind) weggeräumt, aber dadurch die Schiiten von der Leine gelassen wurden, was natürlich die Rolle von Teheran als regionale, politische Macht noch kritischer macht.

Israel braucht immer Feinde und heraufbeschworene Bedrohungen, um die Dominanz des  Militärs (dass sich „einen Staat leistet“, nicht umgekehrt) und die Aufrechterhaltung von „Sondergesetzen“ (Einschränkung ziviler Rechte) teilweise noch aus der britischen Mandatszeit, teilweise als „post 9/11 Anti-Terror“-Maßnahmen legitimiert)  weiter als notwendig für die „Sicherheit“ des Landes verkaufen zu können. Zur massenpsychologischen Dimension dieses „ewigen“ Kriegszustands, siehe „WAR IS THE HEALTH OF THE STATEvon Randolph Bourne.

Die amerikanische Rüstungsindustrie würde dramatische Verluste buchen, wenn es tatsächlich Frieden im Nahen Osten gäbe, deshalb gehört Israel (und seine Nachbarn) zu ihren besten Kunden. Da jährlich 3 Milliarden Dollar „military aid“ vom amerikanischen Steuerzahler ankommen, die dann als unfreiwillige Subvention für die „merchants of death“ wieder in die US-Rüstungsindustrie zurückfließen, kauft Israel auch noch zu „Schnäppchenpreisen“. Darüber hinaus hat die IDF seit Jahren die besetzten palästinensischen Gebiete als Testlabor für neuen Waffen benutzt, was wiederum die Waffenproduzenten sehr zu schätze wissen.

Die grausame Wahrheit ...

Wo sonst kann man ungestraft „am lebenden Objekt“ grausame Experimente machen und das als „Notwehr“ bezeichnen? (siehe Berichte der Ärzte aus Gaza im Jänner 2009)

Der Iran ist keine Bedrohung für die Welt und ohne den von England (gemeinsam mit dem Vorläufer der heutigen „BP“, der Anglo-Iranian Oil Company)  und der CIA (Kermit Roosevelt) arrangierten Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mossadegh im Jahr 1953, „Operation Ajax“ – der das brutale Regime des Schah Reza Pahlevi einleitete, gäbe es heute auch keine Ayatollahs an der Macht.

In einem Ranking aller Länder, das bewertet, wie oft jeder Staat einen Krieg begonnen hat, würde der Iran ganz unten stehen, seine beiden Widersacher aber, die USA und Israel, ganz oben.

Im Krieg zwischen Iran und Irak  starben mehr als 100.000 Iraner (allein) durch den Einsatz chemischer Waffen (zum Teil aus Deutschland!), die „Hardware“ wie z.B. Kampfhubschrauber und Helikopter, die das Gas versprühten, und finanzielle „Hilfe“  kamen aus den USA. Damals war Saddam ja noch ein „CIA-asset“, er handelte also im Interesse der USA bzw. Israels, als er Iran angriff. Doch diese Toten interessieren unsere Medienschafe nicht, sie passen einfach nicht ins etablierte Bild  und müssen deshalb „verschwunden werden“:

Iran muss immer als potentielle Bedrohung, als fanatischer Täter präsentiert werden, gegen den sich die „Weltgemeinschaft“ (Newspeak Alarm!) dann verbünden muss, um  USraelische Interessen zu bedienen.  Die werden natürlich hinter noblen, rhetorischen Feigenblättern versteckt, so z.B. man müsse ein „Wettrüsten“ in der sensiblen Region verhindern,  und das, obwohl es ja gerade die zwei Schurkenstaaten Israel und die USA sind, die den Wunsch nach Atomwaffen, im Sinne einer „Lebensversicherung“ geradezu unvermeidlich machen, besonders wenn man auf Millionen Tonnen von Öl sitzt oder andere strategisch wichtige Rohstoffe sein eigen nennt.

Erdogan hat mit seinen Vermittlungen zur Beilegung des „Atomstreits“ oder für Gespräche mit Syrien einen wichtigen Beitrag zur Deeskalation geleistet, doch genau das ist ja das Problem. Denn das sorgfältig gepflegte Schurkenimage des Iran, ganz zu schweigen vom künstlich erschaffenen „neuen Hitler“ Ahmadinejad, darf eben nicht angetastet werden!

Mal abgesehen davon, dass nicht Ahmadinejad über die Atompolitik entscheidet, sondern der (religiöse Führer) „Supreme Leader“ und der Einsatz von Atomwaffen absolut inkompatibel mit dem Islam wäre, hat die Türkei mit diesen Gesprächen das mühsam aufgebaute PR-Monsterimage des Iran ins Wanken gebracht. Leute, die konsensbereit sind und verhandeln (wenn man sie als Menschen respektiert und nicht würdelos behandelt), lassen sich schwer als die „Irren“ von Teheran verkaufen, die mit Schaum vorm Mund alle Juden vernichten wollen …  (über das PR-Märchen von „der Landkarte, von der Israel verschwinden müsse“ habe ich ja bereits geschrieben …)

Die politisch-militärische Führung der USA und Israels ist meines Erachtens ein Fall für den Psychiater:  unglaublicher Narzissmus, Größenwahn, Selbstgerechtigkeit, krankhafte Machtansprüche, gekoppelt mit (vordergründig) religiös unterfüttertem Sendungsbewusstsein und sagenhafter Scheinheiligkeit und Doppelmoral, der Wahnsinn wird verdeutlicht in dem strategischen Ziel der USA: FULL SPECTRUM DOMINANCE (im Falle Israels: „Eretz Israel“ (also das biblische, mythische Fantasieland) und „mad dog“ policy (sollen doch alle glauben, dass wir (die Armee)  „tollwütige Hunde“ sind oder vornehm ausgedrückt:  „Oderint dum metuant“ (sollen sie uns doch hassen so lange sie uns fürchten)

SOME ARE MORE EQUAL THAN OTHERS

Unbestritten ist, dass die iranischen Machthaber regelmäßig Menschenrechtsverletzungen gegenüber der eigenen Bevölkerung begehen, um den politischen Widerstand in Schach zu halten.  Das wäre ein Grund für Sanktionen, wenn da nicht das kleine Problem wäre, dass andere Länder die gleichen (und schlimmere) Verbrechen begehen, (wie die USA und Israel selbst). Jene, die den ihnen zugewiesenen Platz in der globalen Ordnung akzeptiert haben und der  Wirtschafts- und Militärhegemonie hegemonie der USA nicht in die Quere kommen, können Menschenrechte verletzen, so viel sie wollen, who cares? (siehe z.B. Saudi Arabien oder Ägypten)

Doch die iranische Regierung hat die Chuzpah, darauf zu bestehen, ihre nationalen Interessen zu verfolgen (auch wenn sie nicht mit amerikanischen und israelischen kompatibel sind) und auf wirtschaftliche Selbstbestimmung und Unabhängigkeit Wert zu legen . Das darf natürlich nicht sein. Da muss das klassische Programm gegen aufmüpfige Regierungen angewendet werden (siehe John Perkins: Confessions of an Economic Hitman“) und da Korruption und ein Mordkommando à la Mossad eher nicht in Frage kommt, bleibt nur mehr die dritte Option (wie bei Saddam): mediale Dämonisierung, Sanktionen, Hysterie vor einer (erfundenen)globalen Bedrohung schüren und dann, letztendlich die Bomben abwerfen … (dass dieses Theater auch nach dem Irakkrieg noch funktioniert, zeigt wie verblödet die Massen bereits sind, aber nach 9/11 geht scheinbar alles ….)

Die Türkei  hat durch ihre  durchaus positive Vorgehensweise ziemlich viel Sand ins Propagandagetriebe USraels gebracht und damit gegen die Interessen der beiden  (angeblich von Gott)  „auserwählten“ Staaten gehandelt, ein schwerer Fehler. Denn wie Noam Chomsky so treffend formulierte, haben „internationale Beziehungen“ (die US-Außenpolitik)  mehr mit Mafiamethoden zu tun, als mit Diplomatie:

[…] successive administrations have been guided by a „godfather principle, straight out of the mafia: that defiance cannot be tolerated. It’s a major feature of state policy.“

Großzügige Übersetzung: Wer sich dem großen Boss, dem „Paten“ in Washington (mit Zweigstelle in Tel Aviv)  nicht unterordnet, kann sich schon „einen Sarg bestellen“. Denn wenn man diese Unartigkeit tolerieren würde, bestünde die Gefahr, dass sich der „Virus“  auf andere Länder ausbreitet und wo kämen wir denn dann hin?

Mehr Info (… was nicht in unseren Zeitungen steht ):

http://www.zmag.de/themen/Naher-Osten

P.S. Die mediale Rufmord-Kampagne gegen die Türkei geht schon los:

Die Verantwortung für die Ermordung türkischer Staatsbürger auf der Mavi Marmara wird jetzt auch noch Erdogan angelastet (zumindest eine Mitschuld):

“ …die westlichen Regierungen sollten sich ebenso viel Sorgen um die Regierung von   Recep Tayyip Erdogan machen, der seit Montag eine Sympathie für islamische Kämpfer und eine Vorliebe für groteske Demagogie gegenüber Israel gezeigt hat, die völlig unakzeptabel für ein NATO-Mitglied ist.“

“ O-Ton Washington Post:

…  In the days since an incident that the IHH admits it provoked, the Turkish prime minister has done his best to compete with Iran’s Mahmoud Ahmadinejad and Hezbollah’s Hasan Nasrallah in attacking the Jewish state.“

Schon wieder das alte Strickmuster, das schon Schopenhauer in seinen rhetorischen Kunstgriffen erwähnte: durch Assoziation mit einer als  Inbegriff des „Bösen“ etablierten, verhassten Kategorie  („der neue Hitler“),  das  von den Medien kritiklos übernommene „Trio Infernal“: Hisbollah / Hamas /  Iran bzw. Ahmadinejad,  usw.“] wird der Gegner (er braucht bloß mit denen zu reden, das reicht schon)  so stigmatisiert, dass sich niemand mehr darum kümmert, ob er in der Sache Recht hat oder nicht: das Ansehen ist ruiniert, die Motive in den Dreck gezogen , wir sehen die „Achse des Bösen“ schon erweitert um die Türkei …

Für seine Vermittlungsversuche zu Syrien und Iran werden Erdogan niedere Motive (Machthunger, Eitelkeit, Selbstüberschätzung, und natürlich Oh Schreck, oh Graus “ Kontakte zur Hamas“  unterstellt:

„Das zeigt sich an der neuen Politik der Türkei gegenüber Israel nun besonders deutlich. Mag der Wutausbruch Erdogans auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor knapp zwei Jahren, als er bei einer Diskussion mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres kurzerhand das Podium verließ, noch echten Emotionen entsprochen haben, so ist die Dauerkritik an Israel seitdem kühl kalkuliert. (Sagt wer? Das Wahrheitsministerium aus Israel?)

Darüberhinaus unterhält die Türkei als einziger Natostaat direkte Verbindungen zur Hamas, und auch wenn der Hilfskonvoi nach Gaza eine zivilgesellschaftliche Aktion war, genoss er doch die volle Sympathie der türkischen Regierung. Die Verschlechterung der Beziehungen zu Israel ist der Preis für den Aufstieg als Regionalmacht.“

Was für ein kompletter PR-Bullshit.

Die alten Methoden der „character assassination“ um vom INHALT DER KRITIK Erdogans (die natürlich völlig berechtigt war, speziell im Hinblick auf die Verbrechen in und wegen Gaza) abzulenken … „Shaping Opinions“ läuft auf Hochtouren …

Liebe Türken, zieht euch „warm an“, der Zorn der „Pharisäer“kommt über euch ….

.

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