MÖRDER AHOI: Killerkommando auf hoher See

Die „neun Toten“, die Israel auf dem Gewissen hat,  haben natürlich auch Namen (siehe die Liste weiter unten). Doch es ist  schwer, Bilder von ihnen im Internet zu finden.

Das ist wohl kein Zufall, denn der Tod eines Menschen berührt viel mehr, wenn man sein Gesicht sieht und etwas über sein Leben erfährt. Doch die Empathie für die Opfer muss natürlich verhindert werden (wie sonst immer, wenn ein Palästinenser getötet wird).

UPDATE: BILDER UND INFOS siehe weiter unten

Schliesslich sagt die Märchenstunde aus Tel Aviv, sie alle hätten „Kontakte“ zu Terroristen gehabt (was aber später revidiert wurde). Mit diesem negativen „Frame“ sollen die Opfer zu Tätern stigmatisiert werden, die es „verdient“ haben, getötet zu werden.

Nach Angaben der forensischen Mediziner wurden die Opfer aus geringer Entfernung erschossen, zwischen 40 und 20 cm. Die verwendete Munition war – mit einer Ausnahme – ein 9mm Kaliber. Keines der Opfer wurde durch einen Querschläger getroffen, alle Schüsse ware direkte „Treffer“.

Die Autopsie ergab weiters, dass nur auf Cegdet Kiliclar aus größerer Entfernung geschossen worden war und zwar mitten in die Stirn.

Das jüngste Opfer, Furkan Dogan war 19 Jahre alt

Er wurde regelrecht massakriert: ein Schuss in die Nase, einer in den Rücken, einer in den Hinterkopf und zwei Schüsse ins linke Bein (einer in den Knöchel)

Diese Wunden sind absolut unvereinbar mit der Behauptung, man habe nur in Notwehr geschossen. Aber wer der israelischen Armee noch irgendetwas glaubt, hat sich von der massiven PR bereits entmündigen lassen.

Furkan hatte die amerikanische Staatsbürgerschaft, aber auch das ist- wie wir ja spätestens seit dem Tod von Rachel Corrie wissen, keine Lebensversicherung mehr, wenn man sich mit Israel anlegt).

RÜCKBLICK: Rachel Corrie wurde durch einen israelischen Bulldozer getötet, währen sie an einem Protest gegen willkürliche Hausdemolierungen in der West Bank teilnahm. Ihre Eltern prozessieren seit sieben Jahren, um die israelische Regierung zur Verantwortung zu ziehen. Erst kürzlich wurde ein Verfahren in Israel eröffnet.

Cetin Topcuotlu wurde durch drei Schüsse getötet: in den Hinterkopf, in die Hüfte und in den Bauch. Seine Frau war ebenfalls an Bord. Bei seinem Begräbnis sagte sie, sie werde auch in Zukunft an Hilfskovois für Gaza teilnehmen, mit ihrem Sohn.

Das älteste Opfer war der 61-jährige Ibrahim Bilgen, ein türkischer Politiker, Ingenieur und Aktivist. Er hinterlässt eine Frau und sechs Kinder. Auch er wurde durch mehrere Schüsse ermordet: in die rechte Schläfe, in die rechte Brust, in den Rücken und in die Hüfte.

Meine (im vorhergehenden Blog) geäußerte Vermutung, Israel habe den brutalen Angriff auch dazu benutzt, neue Waffen zu testen (eigentlich schon grausame „Routine“ für die IDF), wird durch Aussagen der Forensiker erhärtet:

Als wir den Schädel geöffnet hatten, sahen wir das seltsame Objekt im Gehirn zum ersten Mal. Ich arbeite in der forensischen Medizin seit 20 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie gesehen.

Diese „Kugel“ hinterließ eine Wunde, die so aussah wie bei Benutzung einer Jagdflinte, sagte Dr.Ince. Die Eintrittswunde in seiner rechten Schläfe hatte einen Durchmesser zwischen 2 und 2,5 cm.“

Das erinnert uns an die grauenvollen Beschreibungen des norwegischen Arztes Dr.Mads Gilbert während des Massakers in Gaza (Operation Cast Lead), der auch sagte, so etwas habe er noch nie gesehen (siehe meinen damaligen Beitrag über die DIME Waffen)

Neben den Ermordeten neun Türken werden noch 24 weitere Verletzte in Ankara behandelt. Sieben davon sollen sich nach Angaben der behandelten Ärzte in einem kritischen Zustand befinden.

Die Art und Anzahl der Schusswunden lassen keinen Zweifel mehr daran, dass hier ein Massaker veranstaltet wurde, das geplant war (vor allem die Kopfschüsse).

Die Todesopfer dieses kaltblütigen Verbrechens sind (Quelle: The Guardian)

Update 15-Juni (Fotos und Background)

Mordopfer Furkan Dogan

Furkan Dogan, 19 Jahre alt

war in der Abschlussklasse der  Kayseri High School, erwartete die Resultate der Aufnahmeprüfung für die Universität ;  er wollte Medizin studieren; liebte es, Schach zu spielen; er ist der Sohn von  Dr. Ahmet Dogan, Professor an der Erciyes Universität; er hatte duale Staatsbürgerschaft (amerikanisch / türkisch), weil er in den USA geboren wurde; Furkan hat zwei Geschwister.

Terroropfer Cengiz Akyüz

Cengiz Akyüz, 41 Jahre alt

Vier Schusswunden: Hinterkopf, rechte Gesichtshälfte, Rücken, linkes Bein

aus Iskenderun, verheiratet mit Nimet, drei Kinder: Furkan (14), Beyza (12) and Erva Kardelen


Mordopfer Ibrahim Bilgen

Ibrahim Bilgen, 61 Jahre alt

Vier Schusswunden: rechte Brust, Rücken, rechte Hüfte, rechte Schläfe

Elektroingenieur, aus Siirt; Mitglied der Türkischen Ingenieurskammer; Kandidat der „Ran as a Saadet“ Partei bei der Parlamentsw und bei der Bürgermeisterwahl  in Siirt 2009;  verheiratet, 6 Kinder


Mordopfer: Cevdet Kılıçlar

Cevdet Kiliclar, 38 Jahre alt

Eine Schusswunde mitten in der Stirn

aus Kayseri; Absolvent der Marmara Universität, Fakultät für Kommunikationswissenschaft; früher Print-Journalist für die “ National Gazette“ und „Anatolia Times„. Seit einem Jahr war er Reporter und Webmaster für die türkische Hilfsorganisation IHH); verheiratet mit Derya; zwei Kinder:  Tochter Gülhan, Sohn, Erdem.


Mordopfer Fahri Yaldiz

Fahri Yaldiz, 43 Jahre alt

Vier Einschüsse: linke Brust, linker Fuss, zweimal ins rechte Bein

Feuerwehrmann aus Adiyaman; verheiratet,  vier Söhne.



Mordopfer: Ali Haydar Bengi

Aliheyder Bengi, 39 Jahre alt

Sechs Schusswunden: linke Brust, Bauch, rechter Arm, rechtes Bein, zweimal linke Hand

Absolvent der Al-Azhar Universität in Kairo;  (Arabische Literatur) verheiratet mit Saniye Bengi; vier Kinder: Mehunur (15), Semanur (10) und die Zwillinge Mohammed and Senanur


Mordopfer: Cetin Topcuoglu

Cetin Topcuoglu, 54 Jahre alt

Drei Schusswunden: Hinterkopf, linke Hüfte, Bauch

aus Adana, ehemaliger Taek-Won-Do Champion, der das türkische Nationalteam trainierte;  verheiratet, ein Sohn: Aytek.


Terroropfer Cengiz Songür

Cengiz Songür, 47 Jahre alt

Eine Schusswunde: mitten in den Hals

aus  Izmir, verheiratet mit  Nurcan; sieben Kinder

Necdet Yildirim, 32 Jahre alt

  • Zwei Schusswunden: rechte Schulter, links in den Rücken

aus  Malatya, arbeitete für IHH, verheiratet mit Refika; eine Tochter, Melek, drei Jahre alt


Unser Mitgefühl für die Familien dieser Opfer können wir nur auf diesemWeg ausdrücken und man kann nur hoffen, dass ihr gewaltsamer Tod nicht vergebens war.

Doch unsere Medien sind schon so daran gewöhnt, Israel in den Arsch zu kriechen oder einfach die (noch so absurden) „Meldungen“ vom Fließband der Presseagenturen („Friedensprozess“ (!?!)) abzuschöpfen, dass einem schlecht wird.

Dass Israel offenbar auch die letzten Reste von Menschlichkeit und Moral verloren hat, zeigt sich aber nicht „nur“ in der Ermordung dieser Menschen, sondern auch in der Art der Propaganda und perfiden PR-Orgie, die hier losgelassen wurde.

Der Guardian berichtet, dass das Pressebüro der israelischen Regierung ein satirisches  Video verbreitet hat, in dem NACH DEM GRAUENVOLLEN TOD der neun türkischen Männer, die ganze Hilfsaktion ins Lächerliche gezogen wird, wobei natürlich auch rassistische Untertöne nicht zu kurz kommen.

In dem Video treten Israelis auf (teilweise als Araber verkleidet), die sich über das Elend in Gaza lustig machen, es überhaupt leugnen und als gezielten Betrug  („Con“) der Aktivisten darstellen. Die zur Karikatur degradierten Figuren singen, bewaffnet,  zur Melodie des Welthits „We are the World“, das 1985 im Zuge einer Charity-Aktion zur Bekämpfung des Hungers in Afrika entstanden ist, folgenden Text;

„We con the world, we con the people. We’ll make them all believe the IDF (das israelische Militär) is Jack the Ripper.“

Dann geht es weiter:

„There’s no people dying, so the best that we can do is create the biggest bluff of all.“

Wenige Stunden nachdem das Video an ausländische Medien verteilt worden war, ging jedoch per e-mail eine Entschuldigung ein. Der oberste Pressesprecher  Danny Seaman sagte, das Video würde nicht die offizielle Meinung des Staates Israel widergeben. Er selbst jedoch, finde es „fantastisch“.

Regierungssprecher (Newspeak-Meister)  Mark Regev ließ wissen, das Video zeige, wie die Israelis über den Vorfall denken.  „Ich habe meine Kinder gerufen, sie sollten sich das anschauen, weil ich dachte, das ist wirklich witzig … aber die Regierung hat nichts damit zu tun.“

Der Video-Clip zeigt die stellvertretende Chefredakteurin der Jerusalem Post, Caroline Glick, die die typisch arabische Kopfbedeckung trägt und sich beim “ Flotilla Chor“ betätigt. Zwischen dieser entwürdigenden Parodie der Aktivisten sieht man Szenen von der Enterung des Schiffes Mavi Marmara., die Israel bereits verbreitet hatte.

Diese ungeheuerliche Geschmacklosigkeit wurde von einer sehr beliebten israelischen Tageszeitung auch noch gelobt, „weil sie Israel besser verteidige, alls alle Experten“.

Ein links-liberaler Blogger aus Israel bezeichnete jedoch den Clip als widerlich, weil er auch zeige was für ein völlig verzerrtes  Bild Israels zur Beeinflssung der öffentlichen Meinung etabliert wurde, während der Rest der Welt entsetzt ist, wird in Israels schicki-micki-Kreisen auch noch darüber gelacht … Wie tief kann man noch sinken?

Ähnliche Propaganda wurde schon vor zwei Wochen an ausländische Journalisten versendet, um zu demonstrieren, wie gut es den Leuten in Gaza gehe: Man verteilte die Speisekarte eines „Luxusrestaurants“ und zeigte einen Riesenswimmingpool.

Journalisten, die sich über die Geschmacklosigkeit beschwerten, erhielten als Antwort, sie hätten keinen Sinn für Humor …

Neun Menschen umzubringen, ein Schiff  und seine Besatzung zu entführen, und sich dann auch noch darüber lustig zu machen, was man den Palästinensern in Gaza seit Jahren angetan hat (dokumentiert von der UN und anderen Organisationen, aber auch angeprangert von Königin Rania von Jordanien), das ist der Gipfel der Infamie und Arroganz.

Das ganze Projekt war organisiert von Europäern, also auch eine Machtdemonstration gegenüber der EU. Angesichts der Heuchelei aus Brüssel kann einem nur mehr schlecht werden …

Israel geniesst einen bevorzugten Status als EU-Handelspartner und wurde jetzt auch noch in die OECD aufgenommen.

Auf der israelischen Flagge fehlt noch ein Zusatz: „Kriminelle Ohne Grenzen“

P.S. Verdächtig ist auch, dass man von den zahlreichen Verletzten gar nichts hört …. Hat man wieder einmal neuartige Waffen an ihnen getestet? Das muss genauer untersucht werden ….

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