Atomdebatte: Wir sind das Endlager

july21

Gestern gab es im deutsch-französischen Sender ARTE eine sehr interessante Reportage zum Thema  „Albtraum Atommüll“. Es ging aber auch darum, ob man generell den Versprechungen der Atomwirtschaft bzw. deren Befürworter trauen kann.

Nachdem die Akzeptanz der Atomenergie spätestens nach Tschernobyl ihren absoluten Tiefpunkt erreicht hatte, sah es für die Zukunft der  Atomlobby ziemlich düster aus. Doch der drohende „Klimawandel“ und die damit eingeleitete Dauerdebatte über die unverzichtbare Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes, brachte ungeahnte Möglichkeiten, die Wahrnehmung der Menschen zu beeinflussen, sodass das Märchen von der „sauberen Kernenergie“ wieder aufleben konnte (ungeachtet der Tatsache, dass auch durch die Atomwirtschaft CO2 produziert wird, siehe dazu meine beiden ersten Beiträge zum Thema „Atompolitik“ hier auf diesem Blog)

ARTE Themenabende laufen meistens nach dem gleichen Schema ab: zuerst gibt es eine spannende und gut recherchierte Reportage, aber dann folgt eine Debatte, die ziemlich langweilig ist, weil sie nichts Neues bringt. Zwar hat man inzwischen das Format geändert, sodass nunmehr auch Stimmen aus dem Volk zu Wort kommen, und auf dem Podium auch etwas lebhafter diskutiert wird, aber es ist keine effektive Moderation erkennbar, man hat das Gefühl, die Debatte driftet vor sich hin. (Auch der Internetauftritt von ARTE ist einzigartig: Nur deutsche und französische IP-Adressen dürfen die ARTE+7 Videos online ansehen – eine Zensur (des Publikums) ohne Gleichen, die die Grenzenlosigkeit des Internets ad absurdum führt…)

Der einzige Podiumsteilnehmer, der gestern etwas Schwung in den Diskurs brachte, war Herr Bütikofer als stv. Vorsitzender der Grünen Fraktion im Europaparlament . (Dass die Grünen in Deutschland auf Landtagsebene jetzt ihre Prinzipien in „Jamaika“ verraten, ist ein weiterer Dolchstoß für eine neue Politik weg von Kohle, Atom und Oligarchen…)

Er griff mehrmals ein, als das scheinheilige Gewäsch der beiden Atommanager (EdF bzw. AREVA) unerträglich wurde. So antwortete man auf den Vorwurf, es werde hier (in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague) eben nicht „recycelt“ (der Film zeigte, dass tausende Fässer Uran über 8.000 km nach Sibirien transportiert werden und nur 10% wieder zurückkommen; die restlichen Fässer sammeln sich  IM FREIEN an [man sieht sie mit Google Earth, weil es so viele sind!] ohne besonderen Schutzmaßnahmen…), sondern der – immer noch – schwach radioaktive Abfall ins Ausland verschoben, wovon offenbar nicht einmal die französische Umweltministerin informiert war…), es handle sich hier nicht um „Abfall“, sondern „radioaktive Stoffe“. Diese semantischen Raffinessen zeigen bereits, wie seriös diese Diskutanten sind, wenn es darum geht, transparent und wahrheitsgemäß über die Gefahren der Atomwirtschaft zu berichten.

Eine der Autorinnen des Beitrages war ebenfalls im Podium und fragte, warum denn nicht größere Mengen des Urans (aus den ausgemusterten Brennstäben) wieder verwendet werden und man stattdessen Russland diesen „kostbaren“ Rohstoff tonnenweise überlasse… Daraufhin hieß es, man müsse das wie ein „Sparschwein“ sehen, man wolle quasi diese Uranvorräte aufheben für später, wenn es mit dem Uran knapp werde… Auf diesem absurden Niveau ging es weiter, bis dann wieder Herr Bütikofer einwarf, man rede häufig von Kosten, aber kaum über Sicherheitsprobleme  und weiche nur aus, wenn kritische Fragen gestellt würden.

Schließlich antwortete der Manager von EdF, der Transport [über tausende km] sei doch standardisiert und diese „Regeln“ würden doch durch die IAEA vorgegeben und kontrolliert.  Alles paletti, also?

Weit gefehlt. Denn auch das marode „Endlager“ in den Salzstöcken (ASSE II) war von entsprechenden Gremien genehmigt worden und stellt jetzt das Bundesamt für Strahlenschutz vor schier unlösbare Probleme.

Eine grandiose Reportage zum Thema Atommüll und die systematische Täuschung der Öffentlichkeit zeigte der NDR Anfang September:  Christoph Lütgert aus der Panorama Redaktion hat  ein Stück investigativen Journalismus vom Feinsten produziert, auch deshalb, weil er klare Worte findet, die dem Ernst der Sache angemessen sind.  Lütgert besichtigt den „Laugensumpf“ in der Asse und ist entsetzt über das Ausmaß einer jahrzehntelangen Verantwortungslosigkeit, das hier offenbart wird.

(Link zum Video gibt es weiter unten)

Ein ehemaliger Arbeiter der Asse, der nach 9 Jahren an Leukämie erkrankte, bezeichnet die Lügen, die man den Arbeiter erzählt hatte, als „menschenverachtend“, denn man habe die Gefahren von Anfang an verharmlost, auch der Strahlenschutzbeauftragte. Wie immer wurden Ängste damit besänftigt, dass man den Leuten sagte, die radioaktive Strahlung „dort unten“ sei niedriger als die „natürliche“ Strahlung an der Oberfläche (gemeint ist z.B. Granit, Radon oder auch die Strahlung, die man bei längeren Flügen abbekommt – mehr zu den politisch motivierten „Grenzwerten“ später)

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz hat mittlerweile angesichts der immer größer werdenden Probleme mit dem illusorischen „Endlager“ resigniert: In einem Interview mit Wolfram König wird Klartext gesprochen:

„Die Herausforderungen für ein Endlager wurden systematisch unterschätzt“ …. „mit einem sicheren Endlager hat das aber auch gar nichts zu tun“… die Anlage kann absaufen und das Grundwasser kontaminieren..“

Doch die Wahrheit ist noch bitterer: hier geht es nicht um „Versagen“ im Sinne eines Irrtums oder einer Fahrlässigkeit, sondern um ein System der Verharmlosung und Verschleierung, das mit demokratischen Grundsätzen unvereinbar ist:

Detlef Möller, ein Historiker, hat nach Durchforsten der Archive eine klare Erkenntnis über die Geschichte der Asse gewonnen:

Schon 1967 gab es ein Positionspapier des zuständigen Oberbergamtes, aus dem klar hervorgeht, dass auf längere Sicht mit einem Eindringen von Wasser gerechnet werden muss: man müsse davon ausgehen, „dass kein Raum der Grube trocken bleibt“. Außerdem wusste man auch schon damals, dass der Gebirgsdruck so stark ist, dass die Kammern, in denen die Fässer gelagert werden sollen, eingedrückt werden, also das ganze einstürzen könne und der Wassereintritt natürlich die korrosive Wirkung des Salzes voll zur Geltung bringt. Die dramatische Folge ist natürlich, dass die radioaktiven Abfälle gelöst werden und damit in absehbarer Zeit das Grundwasser für zigtausende Menschen radioaktiv verseuchen.

Möllers Urteil ist vernichtend und zeigt die moralische Verkommenheit der deutschen Politik, die sich als Diener der Industrie anbiedert, auch wenn sie enorme Gefahren für Gesundheit und Umwelt erzeugt:

„ Mit Sicherheit wurden diese Umstände bewusst verschwiegen. Hier handelt es sich um eine taktisch kalkulierte Inkaufnahme erheblicher Risiken …diese Vorgänge sind geeignet, das Vertrauen in staatliche Organe grundlegend zu erschüttern..“

Hätte man die Atomenergie nicht um jeden Preis forciert: Wie vielen Kindern hätte man die traumatische Diagnose und Behandlung einer Leukämie ersparen können? (Dass die Kinderkrebsraten steigen, ist an sich ein unglaublicher Skandal, aber man hat sich scheinbar damit abgefunden. Wie vielen Menschen andere Krebsarten, monatelanges Leid und in vielen Fällen den Tod?

Stellen sich unsere erbärmlichen Politiker diese Fragen, wenn sie von einer „Übergangslösung sprechen, die die Atomenergie doch sein müsse, bis die erneuerbaren Energien „so weit seien“, einen größeren Beitrag zur Energieversorgung zu leisten. (Bei tausenden Jahren Halbwertszeit ein unglaublicher Schwachsinn, der aber in den Medien so hingenommen wird…) Ganz zu schweigen davon, dass man seit Jahrzehnten die Atom- und Kohleindustrie mit etwa 5 x soviel Subventionen unterstützt, als die dezentralen, erneuerbaren Energien, damit ihre Marktposition so klein wie möglich bleibt.. also eine  „self-fulfilling prophecy“ generiert wird…

Der Panorama-Reporter will wissen, „wie hoch hinauf“ die eklatante Verantwortungslosigkeit und Verlogenheit eigentlich geht und macht damit dem Beruf des Journalisten alle Ehre. Ohne Kontrolle der Macht durch die Medien sind wir verloren…

Der damals zuständige Forschungsminister Matthöfer will nichts von den Gefahren des Salzstocks gewusst haben, die „Experten“ hätten ihn falsch beraten.  Wird ein Minister dafür bezahlt, dass er ahnungslos ist? Insbesondere bei einem Thema, wo es – im wahrsten Sinn des Wortes – um Leben und Tod geht?

Moment Mal, wir haben doch Frau Merkel, eine promovierte Atomphysikerin, die müsste doch wissen, was Sache ist, die Frau gehört doch einer „christlichen“ Werten verpflichteten Partei an, die müsste doch entsprechend verantwortlich handeln?

Doch Herr Lütgert zeigt in wenigen Minuten, dass diese Frau auch eine moralische Autistin ist, wenn es um die Atomindustrie geht. Das „Endlager“ Morsleben,  das noch zu DDR- Zeiten eingerichtet wurde, ist eine weitere ökologische Zeitbombe: auch hier ein Salzbergwerk, auch hier Einsturzgefahr und Kontaminierung mit radioaktiver Lauge; Hier wurden nach der Wende – unter Merkel als Umweltministerin – zigtausende Kubikmeter radioaktiver Müll aus dem Westen eingelagert, bis zum Jahr 1998. „Merkel im O-Ton.“ Ich halte dieses Lager für sicher“ (N.B. hier wird eine Meinung geäußert, Warnungen gab es genug, aber Merkel ignorierte sie) Heute ist klar, dass die Sanierungskosten (soferne die überhaupt möglich ist) auf etwa 2 MILLIARDEN geschätzt werden, was natürlich der Steuerzahler übernehmen darf –nicht die Atomindustrie, die das Problem erschaffen hat.

Wer bei der letzten Wahl das Schreckensduo Merkel-Westerwelle gewählt hat, muss seinen Kindern erklären, wie man ohne Schamgefühl diese „Kernkraft“- Promoter an die Macht bringen kann (bzw. hält) … sie sind wahrhafte merchants of death(ich rede hier vom Normalbetrieb, nicht von den möglichen  „Unfällen“ – mehr zur „unschädlichen“ Strahlendosis später)

Zur Asse ist noch ein wichtiger Punkt anzuführen, der im Panorama-Beitrag nicht erwähnt wird: Zuständig für die Asse (Betreiber) war nicht das BA für Strahlenschutz, sondern das Helmholtz-Zentrum in München, das den absurden (wohl aus der PR-Industrie stammenden) Untertitel „Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt“ trägt und ein Dokument über die Asse  mit dem Titel „Erfolgreiche Einlagerungszeit“ ins Internet stellt. George Orwell wäre angesichts soviel „Doublespeak beeindruckt gewesen, meine Herren!

Was diese „Experten“ seit den 1960er Jahren dort konkret „untersucht“ haben, ist rätselhaft, denn auf der Hompage gibt es unter Präsentationen“ und dann „Ära der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten“ nur  ein 1- seitiges pdf-Dokument (wohl noch aus der Vorläufergesellschaft GSF);  diesen Level an Informationen hat man wohl einem Publikum zugedacht, dessen geistige Kapazität auf Kindergarteniveau stehen geblieben ist. Genau dort will man das „Volk“ ja haben, wenn es um das Verständnis der echten Gefahren der Atomindustrie geht. Diese Industrie hätte nie so einen massiven Einfluss auf die Politik gewinnen können (man denke nur an den EURATOM-Vertrag, der für immer und ewig die EU-Länder drangsaliert), ohne eine systematische Verschleierung ihrer wahren Aktivitäten und Risiken.

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Die "Hintergrundstrahlung" (rot)muss als Alibi für die angebliche Harmlosigkeit herhalten

Doch die Machenschaften der Helmholtz-Bande (beware of PPP!) sind nicht nur intransparent, sondern geradezu kriminell: (Auszüge BAS)

„Bereits 1988 sind diese Lösungen aus dem „Laugensumpf“ vor der Kammer 12 auf der 750-m-Sohle abgepumpt und ……in die Kammer 11 auf der 700-m-Sohle transportiert worden. Dort sind die Lösungen aus den Behältern auf die dort geschichteten Gesteinsbrocken … der teilverfüllten Kammer abgelassen worden.

Das geht aus dem Bericht eines Bergmannes aus dem Dezember 2008 hervor, der im Januar dem BfS vorgelegt und ausgewertet wurde. Um welche Mengen es sich dabei gehandelt hat und wo die radioaktiv kontaminierten Laugen verblieben sind, ist nicht bekannt.

….“Das Helmholtz-Zentrum München, das bis Ende 2008 Betreiber der Asse war, hatte ab 2005 ohne die erforderliche Umgangsgenehmigung nach Strahlenschutzverordnung kontaminierte Salzlösungen in andere Teile des Bergwerks transportiert. Diese Lösungen lagen deutlich über den Freigrenzen. Die belastete Salzlauge war aus dem Sumpf vor Kammer 12 auf der 750-Meter-Sohle durch ein Bohrloch in den so genannten Tiefenaufschluss in etwa 975 Meter Tiefe gebracht worden. Dieses Vorgehen wurde am 18.6.2008 gestoppt.“

Warum wurden diese Leute – inklusive Merkel – nie zur Rechenschaft gezogen? Warum hört man nichts von einer Anklage, von einer Ermittlung der Staatsanwaltschaft? In der Asse wurden auch Plutonium-Abfälle gelagert, Plutonium trägt seinen Namen zu Recht, denn es ist eines der gefährlichsten Stoffe, die die Menschheit je produziert hat und selbst winzigste Mengen haben das Potential, Krebs auszulösen.

Wenn man weiter recherchiert, kommt man zum gleichen Schluss wie der Panorama-Reporter: Das Wort „Entsorgung“ oder „Endlagerung“ im Zusammenhang mit radioaktiven Spaltprodukten ist ein Widerspruch in sich, eine Jahrtausendlüge, mit katastrophalen Folgen. (der nächste Horror ist Gorleben….)

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Die Idee, dass man hunderttausende Fässer, die für zig Generationen (nach menschlicher Zeitrechnung für die Ewigkeit) eine massive Bedrohung darstellen, irgendwo vergraben kann, und dann tausende Jahre unter Kontrolle hält, ist so absurd, dass man sich fragen muss, warum Leute wie Westerwelle, Merkel oder Atomlobbyisten nicht für verrückt erklärt werden, wenn sie von der Verlängerung der Laufzeiten von AKWs oder der „Übergangslösung“ sprechen, warum die Medien diesen gemeingefährlichen Schwachsinn auch noch übernehmen…

Wir sind das „Endlager“. Unsere Körper, unsere Zellen, unsere DNA, unsere Kinder.

Denn das Märchen von der „unschädlichen Dosis“, den „Grenzwerten“ und der „natürlichen Hintergrundstrahlung“ ist ein Witz, eine unglaubliche Lüge, die seit Jahrzehnten verbreitet wird, damit die Bevölkerung ruhig bleibt.

Der wirkliche Hammer in der  ARTE-Reportage war nicht der Transport tausender Tonnen Uran nach Russland, sondern die Aussage eines Wissenschaftlers, der auf einem Laptop eine Statistik zeigt, die die ständige Zunahme von Krypton 85 in der Atmosphäre darstellt. Ein erheblicher Teil davon wurde durch die Atombombentests produziert, aber mittlerweile emittierten die Wiederaufbereitungsanlagen MEHR als die 500 Bombenexplosionen zuvor.

Die Betreiber von La Hague behaupten in der Reportage, die radioaktive Strahlung sei zu gering, um die Menschen krank zu machen (das sagen ja alle). Man weigert sich sogar, den Begriff „Kontamination“ zuzulassen, es handle sich um Freisetzungen „ohne Effekte“ (!)

Doch dann erklärt der Wissenschaftler der Journalistin, dass diese Aussage „die Strahlendosis sei zu niedrig, um gesundheitliche Schäden anrichten zu können“ auf EINER VÖLLIG FALSACHEN PRÄMISSE beruht, nämlich dem so genannten Strahlenschutzmodell (ICRP). Dieses entstand auf der Basis der Studien, die nach der atomaren Explosion in Hiroshima durchgeführt wurden.

Aber damals wirkte eine hohe Strahlungsdosis, für sehr kurze Zeit (Milisekunden) VON AUSSEN auf den Körper ein. Das Verhältnis von Dosis zu Wirkung ist jedoch nicht einfach linear (also je kleiner die Strahlung, desto weniger Effekt und unterhalb eines Grenzwertes passiert gar nichts – das ist falsch!)

Die Gefahr von AKWs besteht jedoch in der CHRONISCHEN BESTRAHLUNG VON INNEN, weil die radioaktiven Isotope mit Nahrung und Wasser in den Körper gelangen.  Sehr geringe Strahlendosen und – quellen (wie z.B. Alphastrahlung), die von außen harmlos sind, richten aber innerhalb des Körpers verheerende Schäden an, weil sie ja die Zellen direkt bestrahlen – also mit ionisierender Energie „beschießen“. Wird ein Zellkern einmal getroffen, kann der Schaden wahrscheinlich noch repariert werden, doch kommt es zu wiederholtem „Bombardement“ mit ionisierender Energie (vor allem während der Reparaturphase), können die Schäden nicht mehr beseitigt werden und es kommt zu Doppelstrangbrüchen und Chromosomenschäden. Dies führt entweder zum Zelltod oder zu einer abnormalen Zellteilung, was die Basis für Krebswucherungen ist. (Siehe dazu auch meine beiden vorhergehenden Blogs zum Thema Atompolitik)

Jeder, der den weiteren Ausbau der „Kernenergie“ (verharmlosender Begriff!) voran treibt, oder die Laufzeiten der alten Kraftwerke verlängern will, legt damit weitere Zeitbomben für unsere Zukunft.

Wir verseuchen den ganzen Planeten mit radioaktiven Spaltprodukten, die sich in Nahrung und Wasser, aber letztlich IN UNSEREN (MUTIERTEN) GENEN „verewigen“. Es ist deshalb kein Wunder, dass die Krebsraten steigen (nicht weil die Menschen älter werden!) , aber besonders die zunehmende Krebsinzidenz bei Kindern ist ein Skandal, der seinesgleichen sucht, weil sich anscheinend alle damit abgefunden haben und statt Prävention dieser schrecklichen Krankheiten (wie Leukämie bei Zweijährigen oder Fällen in Weiss-Russland, wo Babys MIT SCHILDRÜSENKREBS GEBOREN wurden, versucht man die Bevölkerung mit biotechnischen  Heilsversprechen (Gentherapie, Stammzellen, etc.) aufzumuntern…

Jeder Politiker, der diese Wahnsinnstechnologie weiter unterstützt, ist ein Verbrecher gegen die Menschlichkeit, weil damit das Leiden und Sterben von Millionen Menschen vorprogrammiert ist, aber zu verhindern wäre.

Der unbeirrbare Wachstums- und Fortschrittsglaube lässt diese traurigen Gestalten auf dem politischen Parkett jedoch blind werden für den Wahnsinn, den sie propagieren.

John Maynrad Keynes sagte so schön:

„The problem is not lack of new ideas but to get rid of the old ones…“

Dieses FOBs (fossilized old buggers), also gedanklich erstarrten Politiker (auch Westerwelle gehört dazu, das ist nicht unbedingt eine Frage des Alters, sondern der Indoktrination…) können unsere gewaltigen Probleme nicht lösen, weil sie unfähig sind, den großen Paradigmenwechsel vorzunehmen.

Das würde ja bedeuten, dass man zugeben müsste, in den letzten Jahrzehnten einem wirtschaftspolitischen Dogma angehangen zu haben, das uns an den Rand des Abgrunds führt, weil es unsere Lebensgrundlagen zerstört.

Doch woher sollen neue Denker kommen, wenn sogar angesichts der immer wiederkehrenden und sich verschärfenden Krisen, die die neoliberale Religion produziert (siehe zuletzt Billionen im Bank(un)wesen versenkt und Schuldsklaverei für alle Bürger vergrößert…)  genau jene Arschlöcher (Entschuldigung, finde im Moment keinen besser passenden Ausdruck) wieder gewählt werden?  Und dann noch der Schwachsinn potenziert wird durch Leute wie Westerwelle, dessen geniales Programm aus „Steuern senken“ und „Freiheit für alle Leistungsträger“ besteht?

Link zum Panorama-Video:

Desaster Atommüll

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3 Kommentare zu „Atomdebatte: Wir sind das Endlager

  1. So auf den ersten Blick ein interessanter Blog, wenn auch die Artikel für die heutig faulen Leser teils ein wenig lang sind. Leider finde ich kein Impressum oder ein kleines „Über mich“. Gibt’s das nicht oder finde ich das nicht?

  2. Hi,

    guter Beitag über den Arte-Film. Ich habe eine Zusammenfassung darüber geschrieben. Ich war erschüttert als ich den Bericht gesehen habe.

    Gruß Finn

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