DAS KRÜMMELMONSTER – TEIL 1 (Atommärchen aus 100.001 Nacht)

MÄRCHEN Nr.1

Kernkraftwerke emittieren kein Kohlendioxid und sind daher die erste Wahl im Kampf gegen den “Klimawandel” (ohne sie können die Reduktionsziele nicht erreicht werden)

Zwar ist es richtig, dass während der Stromproduktion selbst keine Treibhausgase produziert werden, aber  sehr wohl in den anderen Produktionsphasen: Einerseits im so genannten „Upstream“: (notwendige Prozesse VOR Kraftwerksinbetriebnahme) also beim Uranabbau, beim Anreichern des Urans, beim Materialtransport und beim Bau des Kraftwerkes, der aufgrund der technischen Komplexität bekanntlich 10 und mehr Jahre dauern kann. Andererseits beim „Downstream“, also notwendige Prozesse nach der Stromerzeugung, z.B. Behandlung, Wiederaufbereitung, Transport und Lagerung von Abfällen. (Das Wort „Entsorgung“ ist hier wahrhaftig nicht angebracht). INDIREKT produzieren also Atomkraftwerke sehr wohl eine nicht unerhebliche Menge an CO2.

Um die wahren Kosten, Energiebilanz und Umweltbelastung einer industriellen Anlage berechnen zu können, muss der gesamte „Lebenszyklus“ erfasst werden: von der Gewinnung der Primärenergie, über die Materialproduktion und Fertigung aller Komponenten, Transport, Konstruktion, Entsorgung, etc. Das wird ganz schön kompliziert, denn man muss die Interaktion aller Prozesse berücksichtigen, deshalb gibt es eigens konzipierte Computerprogramme, die man mit großen Datenmengen füttern kann.

Nach einer Studie des Ökoinstitutes werden pro kWh Atomstrom etwa 31 g CO2 freigesetzt, andere Untersuchungen kommen sogar noch zu höheren Werten: 30 – 60 g (IEA), ja sogar bis zu 120 g CO2/kWh (je schlechter das Uranerz ist, desto mehr Energie muss eingesetzt werden und desto geringer ist die Ausbeute; d.h. z.B. bei einem Urangehalt von 0,1%, dass von 1Tonne Gestein nur 1 kg Uran übrig bleiben, bei 0,01% nur 100 g, etc. )

Das bedeutet, dass durch den Betrieb eines KKW mittlerer Größe (1,250 MW) in Deutschland indirekt etwa 250.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr freigesetzt werden. Das ist zwar Peanuts verglichen mit Kohle, aber eindeutig schlechter als der Output im gesamten Lebenszyklus für die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien.

Das Rocky Mountain Institute hat berechnet, dass jeder Dollar, der in erneuerbare Energien investiert wird, sieben mal mehr den CO2 Ausstoß verringert, als bei Investition in nukleare Energieproduktion.

Derzeit liefert Kernkraft nur 17% des weltweiten Strombedarfs, die „Unverzichtbarkeit“ ist also ein Mythos (auch in den USA, siehe oben). Frankreich ist eine Ausnahme, weil es nur auf die Atomkraft gesetzt hat und eine rigorose Geheimhaltungspolitik betreibt, um die Risiken und Schäden zu verschleiern.

MÄRCHEN Nr.2

Wir brauchen die Atomkraftwerke (wie auch die Kohle) als „Überbrückung“, weil alternative Systeme mit erneuerbaren Energien noch lange nicht so weit sind, diese zu ersetzen bzw. längerfristig unsere Stromversorgung zu sichern

Diese Lüge wird besonders gern verbreitet, zuletzt von Herrn Söder in Bayern, dessen Kompetenz für systemisches Denken und Erkennung ökologischer Imperative gegen Null tendiert (deshalb wurde er ja für den Posten des „Umweltministers“ ausgesucht). Durch ständiges Wiederholen dieser „Talking Points“ (durch CDU Politiker, Energielobbyisten und  „Megaphon“-Journalisten, wird schließlich eine „Wahrheit“ erzeugt, die es gar nicht gibt…

FAKTEN

Dieses „Argument“ wird seit mehr als 30 Jahren gebracht, um eine Revolution der Energiepolitik zu verhindern und kann natürlich zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden (Investitionen werden dadurch in die etablierten Systeme gelenkt). Wahr ist, dass die Techniken für alternative Energieerzeugung und -verteilung schon wesentlich weiter (billiger und effizienter) wäre, wenn die Energiemafia und ihre politischen Bettgenossen nicht alles getan hätten, sie zu behindern. Schaut man sich an, welche Summen für die Forschung im jeweiligen Energiesektor ausgegeben werden, ist klar, was hier gespielt wird:

Mehr als 50% der Forschungsgelder in der OECD werden für Atomenergie ausgegeben, aber nur knapp 8% für erneuerbare Energien.

Das Verhältnis wäre noch extremer, wenn auch die EU-Ausgaben und jene Frankreichs (geheim gehalten) berücksichtigt wären. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass die EU schon in ihren Gründungsdokumenten die Förderung (Bevorzugung) der Atomwirtschaft verewigt hat (EURATOM-Vertrag), ohne dass irgendein EU-Bürger dazu befragt worden wäre.

Trotz mickriger Forschungsausgaben haben die erneuerbaren Energien (in Kombination mit Effizienzsteigerung) durchaus genug Potential, die Leistung der KKWs schrittweise zu ersetzen  und unseren Strombedarf zu decken (Hier muss man eigentlich tiefer bohren: Wie entsteht denn dieser „Bedarf“ eigentlich? Wofür und wie sinnvoll wird Strom verbraucht? Wie kann es sein, dass Großverbraucher belohnt und Energiesparer (durch höhere Preise) bestraft werden? Als ob Strom irgendeine Handelsware wäre, für die man Mengenrabatt bekommt?  Wie bescheuert  ist endloses Wirtschaftswachstum in einer begrenzten Welt? (Mehr dazu in einem späteren Beitrag)

Etliche Machbarkeitsstudien wurden vorgelegt, so z.B. der Bericht „Carbon & Nuclear Free“ im August 2007 (bezogen auf die USA, aber wenn die es schaffen können, sollte es bei uns wohl überhaupt kein Problem sein): Dieses Buch untersuchte die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer Energiewirtschaft.

OHNE CO2-Emissionen,  OHNE Atomenergie, OHNE betrügerisches Carbon-Trading und mit akzeptablen Kosten.

Das Ergebnis war, ja es ist möglich innerhalb der nächsten 30 Jahre dieses Ziel zu erreichen, dafür müssen aber 12 kritische Weichenstellungen (Seite 175) vorgenommen werden: Ich greife davon nur 3 davon heraus:

  • Es muss ein striktes Limit für C02-Emissionen geben (für alle Großerzeuger), das immer mehr verschärft wird und schließlich bei 0 liegt, wobei der Zeitrahmen immer wieder auf mögliche Verkürzungen überprüft wird, je nach den technischen, klimatischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten.
  • Alle Subventionen für fossile und atomare Energien müssen beendet werden (inklusive Darlehensgarantien, staatliche Kostenübernahme für die „Entsorgung“ und mit öffentlichen Geldern „geförderte“ Versicherungen
  • Es darf keine GRATIS oder billige Verschmutzungszertifikate geben; ihr Handel darf nur national stattfinden, kein internationaler Börsenhandel -betrügerisches „Offsetting“  ist nicht erlaubt – (die Manipulationen sind ja bekannt z.B.:

„Wirtschaft und Industrie im globalen Norden haben dafür gesorgt, dass der Preis für Verschmutzungsrechte absurd niedrig ist. Somit ist es für sie erheblich billiger, diese Rechte zu erwerben, als Technologien zu entwickeln, die die Emissionen bei ihrer Entstehung reduzieren. Der niedrige Preis der Verschmutzungsrechte wurde bereits in der ersten Runde des EU-ETS-Programms gesichert, indem die Regierungen der Industrie wesentlich mehr handelbare Rechte gewährten als diese überhaupt benötigte. Als diese Nachricht die Runde machte, bewirkte dies einen massiven Preisverfall der Verschmutzungsrechte. ÖkonomInnen schätzen, dass der Preis bei etwa 30 bis 50 Euro pro Tonne CO2 liegen müsste, um hinreichende Anreize für emissionsarme Technologien zu bieten. Gegen Ende der ersten EU-ETS-Runde fiel der Preis hingegen regelmäßig unter die Ein-Euro-Grenze“.

Bereits jetzt wird klar, wie weit unsere Politiker wirklich daran interessiert sind, unsere Kinder vor einer ökologischen Katastrophe zu bewahren bzw. welche Interessen hier höher wiegen, als die Erhaltung der Ökosysteme und eines ausgeglichenen Klimas, denn keine der drei entscheidenden Punkte werden umgesetzt, ja nicht einmal diskutiert.

Auch das Gefasel, man müsse warten, bis alle (Länder) damit einverstanden seien, dient natürlich nur dazu, den Paradigmenwechsel auf ewig zu verhindern….

MÄRCHEN NR. 3: Atomstrom ist billig und wettbewerbsfähig

Es ist offensichtlich, dass ohne die gigantischen Subventionen der Staaten und eine klare Privilegierung, die Atomindustrie nie das Licht der Welt erblickt hätte, wobei der entscheidende Faktor für das Gedeihen der Hochrisikotechnologie natürlich die Entwicklung der Atomwaffen war. (Die Gefahr der Proliferation steigt mit jedem Kraftwerk, soll aber hier nicht erörtert werden)

Brennstoffe sind von der Steuer befreit, die Kostenhaftung für verheerende Unfälle übernimmt letztlich auch der Staat, also wir alle dürfen auch noch für die Schäden zahlen, (die Haftungssummen für den Inhaber sind lächerlich) und für den Bau werden „Vorzugskredite“ (mit Staatsbürgschaft) bewilligt, über die Privilegierung der Nuklearforschung haben wir ja bereits gesprochen. Insgesamt erhält die Atomindustrie etwa 25mal soviel staatliche Gelder wie die erneuerbaren Energien. Dazu kommen noch die hohen Kosten für polizeiliche Sicherung z.B. der Atomtransporte und für die Dekommissionierung (Stillegung und Abbau eines Kraftwerkes verschlingt Milliarden und dauert Jahrzehnte…) und Lagerung des Atommülls.

Würde man all diese „externalisierten“ Kosten in den Strompreis einrechnen, wäre die Kernenergie völlig unrentabel und nicht wettbewerbsfähig (der Irrsinn wäre offensichtlich, ähnliches gilt für Kohle). Dass die Baukosten für KKWs regelmäßig explodieren (wie zur Zeit in Finnland) und oft völlig verschwendet sind, ist auch bekannt.  So hat z.B. der „Schnelle Brüter“ in Kalkar nach 19 Jahren Bauzeit (1972 -1991) 7  Milliarden D-Mark verschlungen. Auch andere „Brüter“ mussten aufgegeben werden, wegen astronomischer Kosten und enormer Sicherheitsmängel.

Damals hatte niemand den Einwand erhoben, diese Technik sei „noch nicht so weit“ oder überhaupt die Machbarkeit angezweifelt. Man hat in blindem Fortschrittsglauben und gesteuert von der Atomlobby Milliarden versenkt, die für andere Forschungsvorhaben dringend notwendig gewesen wären. Die Umwelt- und Gesundheitsschäden nach Tschernobyl sind zahlenmäßig gar nicht erfassbar:

Die "Kosten" sind zu hoch....Wieviel „Schadenersatz und Schmerzengeld“ sind für tausende missgebildete Babys, Totgeburten, Kinder mit Leukämie und Schilddrüsenkrebs, Chromosomenschäden und Erhöhung des Krebsrisikos für Millionen Menschen anzusetzen? Die Kontaminierung Europas mit Cäsium 137 und Strontium 90 (der Fallout entsprach 400 Hiroshima-Bomben), die Genmutationen durch chronische, interne Strahlung (durch die Nahrung aufgenommen) – wer kann diese „Kosten“ schätzen oder gar bezahlen?

MEHR ÜBER DIE GEHEIMGEHALTENEN GESUNDHEITLICHEN FOLGEN IM ZWEITEN TEIL

Der enorme Kapitalbedarf für die Baukosten (Milliardenbeträge, die nie eingehalten werden) und die lange Bauzeit in Verbindung mit den unschätzbaren Kosten und Risiken für die  utopische „Endlagerung“ (100.000 Jahre und mehr) machen klar, dass diese Monstertechnologie soviel Zukunft hat, wie ein Brontosaurier. Eine Studie über die Kosten eines Fusionsreaktors (sollte der je möglich sein) ergab siebenmal höhere Erzeugungskosten als bei Spaltreaktoren.

Nach Prognosen der IEA werden die Erzeugungskosten für Windenergie in den nächsten Jahren um 25% sinken, die für Solarenergie um 50%. Hätte man nur die Unsummen der Atomförderung in diese Forschung gesteckt, wäre der Umstieg schon längst machbar gewesen. Das Versprechen der Atomlobby „too cheap to meter“ hat sich wohl eher in „too expensive to matter“ verwandelt. Aber nichts ist zu teuer, um eine Bedrohung der Machtverhältnisse  zuuzu verhindern…

ENERGIEPOLITIK: DAS VOLK ALS ZUSCHAUER, MELKKUH UND VERSUCHSKANINCHEN

In den USA gab es schon in den 1970er Jahren einen Aufbruch für erneuerbare Energien (ausgelöst vom „Ölpreisschock“ 1973), vor allem in Richtung Solartechnik, wobei das Incentive damals die Unabhängigkeit von Importen war, nicht der Treibhauseffekt. So wurde z.B. eine Studie der Ford Foundation vorgelegt (A Time to Choose), die die Vorteile der „Renewables“ aufzeigte und außerdem das riesige Einsparungspotential durch Effizienz- / Produktivitätssteigerungen. Gleichzeitig warnte er vor den hohen Risiken der Atomtechnologie (finanziell und technisch). Die Reaktion der Energielobby, die ihre Macht bedroht sah, kam prompt: „No Time to Confuse“ lautete der Titel einer Publikation der „PR-Gegenreformation“, die alsbald eingeleitet wurde. Einerseits wurden die kleinen Solarfirmen samt Patenten aufgekauft, andererseits Ängste geschürt, dass diese Energien nicht zuverlässig und zu teuer wären. Bücher wie „A Sun Betrayed“ lassen schon anklingen, mit welchen perfiden Methoden die Energiekonzerne eine unabhängige Evolution der Solartechnik verhindert haben. Unter Carter gab die alternative Energieszene noch Lebenszeichen von sich, unter Reagan wurde sie endgültig abgewürgt…

Die Steuerung der Energiepolitik zugunsten „spezieller Interessen“ (Energiekonzerne, die an fossiler und atomarer Energie ein Vermögen verdienen und die Schäden / Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen) gibt es natürlich nicht nur in den USA. Die naive Vorstellung, dass man eine Lösung der Energieproblematik zum Wohle der Bevölkerung im vernünftigen Konsens mit den etablierten Machtapparaten erzielen könne, muss also endgültig begraben werden. Die Energielobby hat sehr viel politischen Einfluss und deutsche Politiker wandern regelmäßig durch die „Drehtüren“ zwischen Berlin und den Chefetagen der Energiemafia, z.B. Wolfgang Clement oder Werner Müller:

Müller setzte mit dem so genannten Atomkonsens den langjährigen Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke durch, torpedierte das Erneuerbare Energiegesetz und ließ durch seinen Staatssekretär eine Ministererlaubnis zugunsten einer Tochtergesellschaft von E.ON erteilen.

Wie man in Hessen gesehen hat, wird jede Bedrohung (Hermann Scheer als Robin Hood der Energiewende) massiv bekämpft, wozu gibt es den PR-Firmen, die Hetzkampagnen lancieren und absurde Ängste (Clement) schüren…. Der korrupte Roland Koch ist eben viel besser kompatibel mit den Interessen der Energieoligarchen (und anderen feudalen Strukturen).

Trotz explodierender Kosten, unlösbarer Probleme („Endlagerung“ – ein schlechter Witz) und „Unfällen“ wie Tschernobyl (die massiv verharmlost wurden): die Atomlobby muss weiter bedient werden, (auch um die Waffenforschung nicht zu behindern) also werden weiterhin Unsummen ausgegeben, wobei der neueste Wahnsinn die Forcierung der Fusionsforschung ist. Alleine für den geplanten Forschungsreaktor ITER in Südfrankreich, müssen 10 Milliarden EUR aufgebracht werden.

Moment, sagen Sie vielleicht, Fusion ist doch gut, da gibt es doch keine radioaktiven Spaltprodukte und unvorstellbare Energiemengen können produziert werden (Vorbild: Sonne).  Leider ist auch das ein Märchen – denn um die gewünschten Reaktionen in Gang zu bringen, müssen unvorstellbare Temperaturen (400 bzw. 1oo Mio. Grad) hohe Dichte und „berührungsloses Einschließen“  erreicht werden , was einen solch gewaltigen Energieeinsatz nötig macht, dass das Ergebnis negativ ist (mehr Energie rein, als am Ende rauskommt), das gesamte Reaktorgefäß wird radioaktiv und muss laufend (alle 4-5 Jahre) ausgetauscht werden. Auch hier gibt es also radioaktiven Abfall und besonders das radioaktive Tritium ist gefährlich. Und welches Material kann solche Betriebsbedingungen aushalten?

„Die Probleme, die es in der Welt gibt, können nicht mit den gleichen Denkweisen gelöst werden, die sie geschaffen haben“

sagte Albert Einstein. Der Mann hat ja so Recht. Man muss kein Starphysiker sein, um zu erkennen, dass das Fusionsprojekt ein Irrsinn ist: viel zu aufwendig und komplex, viel zu teuer, viel zu unsicher, viel zu lange Anlaufzeiten, ja die Machbarkeit / Beherrschbarkeit selbst ist äußerst fragwürdig, dennoch wird daran festgehalten, denn das Vordringen der alternativen Energien muss um jeden Preis verhindert werden, die alten Strukturen sollen zementiert werden….

Hier zeigt sich aber, wie sehr die Energiepolitik von Ideologie beherrscht wird und von dem Gedanken, den Status Quo um jeden Preis zu erhalten: riesige Kraftwerke, zentralisierte Primärenergieerzeugung in den Händen weniger (Oligopol), große Verluste bei Transport und Umwandlung, zentrale Kontrolle der Infrastruktur, etc.

Die „Freiheit“ des Energieverbrauchers im „freien Markt“ besteht nur darin, dass er zwischen Pest und Cholera wählen kann: zwischen Vattenfall und Eon, zwischen Shell und BP, etc.

Die Preise werden permanent manipuliert (künstlich hoch gehalten) und haben mit Angebot und Nachfrage wenig zu tun. Dafür sorgen schon die „liberalisierten“ Finanzmärkte (Rohstoffbörsen, betrügerische Termingeschäfte und „motivierte“ Trader). Wie es möglich ist, dass inmitten einer großen Rezession (Stagflation) die Energiepreise (vor allem Treibstoffe) steigen, fragt sich schon niemand mehr….

Der Hauptgrund, warum die erneuerbaren Energien bekämpft werden, ist, dass sie einen gewaltigen Paradigmenwechsel darstellen: es geht nicht nur darum, andere Energiequellen zu nutzen (weil die fossilen bald verbraucht sind und hohe Umweltschäden verursachen), sondern um eine Dezentralisierung und Demokratisierung des Systems, was einer Entmachtung der großen Energiekonzerne gleichkäme. Jedes Dorf, jede Stadt, jedes Unternehmen oder sogar jeder Bürger könnte weitgehend energieautark (auf jeden Fall aber weniger abhängig) werden: durch Kombination von Solar, Wind, Biomasse, Effizienzsteigerung, etc. (je nach Standort optimiertes Verhältnis), also vorrangiger Nutzung lokaler und regionaler Energiequellen, sowie großer Einsparkapazitäten könnte das alte versteinerte Konzept (Grundlast durch wenige Großkraftwerke, die (mit dem Leitungsnetz) von wenigen beherrscht werden) aufgebrochen werden. Eine Dezentralisierung würde vielerorts die „Durchleitungskosten“ eliminieren, was sowohl finanziell als auch für die Beherrschung der Energienetze ein herber Schlag für die Konzerne wäre.

Durch politische Intrigen, wirtschaftliche und militärische Gewalt konnten sich wenige Konzerne die Kontrolle über Erdöl, Erdgas und Atomenergie sichern. Doch Sonne, Wind, etc. kann man nicht beherrschen. Sie gehören allen. Deshalb ist ein exponentielles Wachstum dieser Branchen eine gewaltige Bedrohung des etablierten Energiekartells.

Der weitere Ausbau der Atomenergie ist also nötig, um die zentrale Kontrolle der Primärenergie zu sichern. Die exorbitanten Kosten und die hohen Risiken werden dabei in Kauf genommen. Dass durch jedes KKW die Gefahr für die Verbreitung von Nuklearwaffen steigt, macht auch nichts und hält auch unsere Papageienjournalisten nicht davon ab, den Unsinn von der „friedlichen Nutzung“ der Kernenergie nachzuplappern…

Dass trotz der erschreckenden Halbwertszeiten der radioaktiven Isotope (tausende Jahre gefährlich) unsere Politiker von einer „Übergangslösung“ sprechen, zeigt, dass kein Text zu dämlich ist, um im energiepolitischen Theater nicht aufgeführt zu werden…. Die seit Jahren erfolgreich gespielte Farce (Das Volk wählt, aber wir (die Wirtschaftsbosse) bestimmen…) geht weiter….

NÄCHSTES MAL:

WINGS OF DEATH... warum die erhöhten Leukämieraten bei Kindern in der Nähe von Krümmel u. a. Atomkraftwerken sehr wohl erklärbar und auf den „Normalbetrieb“ zurückzuführen sind …

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Ein Kommentar zu „DAS KRÜMMELMONSTER – TEIL 1 (Atommärchen aus 100.001 Nacht)

  1. Klimafreundliche Atomkraftwerke in Deutschland abschalten und dafür dreckige Kohlekraftwerke bauen, die über 1000g CO2 pro KWh in die Luft pusten. Atomkraftwerke und Windkraftanlagen haben mit jeweils ca. 30g pro KWh den geringsten CO2 Anteil, wenn man den gesamten Produktionsprozess betrachtet. Aber den Deutschen sind Tagebaue lieber die ganze Landstriche ganz ohne GAU unbewohnbar für Mensch und Tier machen. Wälder werden lieber für die Kohleförderung abgeholzt als sie als CO2 Speicher und Erholungsgebiete zu nutzten. Danach wird die Grube mit Grundwasser wieder voll gemacht und das ganze als Naherholungsgebiet ausgewiesen. Außerdem kann man Atomstrom als Regenerativ ansehen. Da man auch benutzte Brennstäbe wieder aufbereiten/anreichern kann. Dies wird solange Uran in der Natur noch vorhanden ist, nur aus Kostengründen nicht gemacht.
    Hier noch mehr Daten:

    AKW: 31 g/kWhel
    Braunkohle-Kraftwerk: 1.142 g/kWhel
    Biogas-Blockheizkraftwerk: 414 g/kWhel
    Wind Park onshore: 23 g/kWhel
    Wind Park offshore: 22 g/kWhel
    Wasser-Kraftwerk: 39 g/kWhel
    Solarstrom Deutschland: 100 g/kWhel

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