Liv‘ and let die: Tzipi Livni’s Prioritäten

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Als Antwort auf  Kritik am Verhalten Israels hat Livni einen schönen Spruch parat: Ich glaube nicht, dass Israels Aktionen gegen Israelische Werte verstoßen

Genauso wie Israel für das jüdische Volk gegründet wurde, und so ein Zufluchtsort für Juden aus Europa und den arabischen Staaten entstand, so ist ein Palästinenser- staat das Heimatland für die Palästinenser. Jene, die in den Territorien leben und jene, die 1948 gegangen sind und aus politischem Kalkül noch heute  in Flüchtlingslagern leben. Das ist die nationale Antwort. Die Lösung für die Palästinenser ist der Palästinensische Staat. Israel ist nicht Teil dieser Lösung.“ (Livni in einem Interview mit der NYT, 2007)

Das von der UN bestätigte Rückkehrrecht für hunderttausende Palästinenser, die 1948  brutal vertrieben wurden, tritt also nach dieser Denkweise einfach außer Kraft. Wie alles andere auch, wenn die Interessen von „Eretz Israel“ dadurch gefährdet werden.  Livnis Ausdruck „those wh0 left in 1948″ zeigt, wie verlogen und selbstgerecht die Verbrechen Israels einfach ausgeblendet bzw. umetikettiert werden: hier fanden ethnische Säuberungen statt, eine Tatsache, die bis heute einfach aus der Geschichte gestrichen wurde und auch bei den Feierlichkeiten anlässlich „60 Jahre Israel“ in den deutschen Medien nicht erwähnt wurde.  Die Analogie mit dem „Zufluchtsort“ und der letzte Satz sind besonders verräterisch: Livni meint natürlich einen Palästinenserstaat außerhalb der Grenzen von Eretz Israel und da ja kein Platz mehr vorhanden ist, kann das nur bedeuten, dass die Palästinenser sich gefälligst nach Jordanien verziehen sollen (vorher muss man sie aber noch dezimieren, wie jetzt durch Bomben und krebserregende DIME Waffen)

Eine besonders bittere Ironie ergibt sich noch daraus, dass im Jahr der israelischen Staatsgründung auch die UN-Deklaration der Menschenrechte proklamiert wurde. Aber der moralische Absolutismus, den Israel für sich in Anspruch nimmt und den Medien erfolgreich eingeimpft hat, basiert ja nicht auf dem Respekt vor universellen Rechtsgrundsätzen, sondern auf einer selbst verliehenen  moralischen Sonderstellung, einer Auserwähltheit, die durch nichts zu begründen ist, außer der Instrumentalisierung des Holocaust.  Die „Täter – Opfer“ Beziehung muss für alle Ewigkeit dazu herhalten, jede berechtigte Kritik an den Verbrechen Israels im Keim zu ersticken.

In einer Rede vor der berüchtigten AIPAC im März 2007 sagte sie:

Ich glaube, dass wir uns – als Individuen, als Führer und als Nationen durch unser Werte und die Art, wie wir sie verteidigen, definieren.“

Da kann man nur zustimmen. Die Frage ist nur, von welchen „israelischen Werten“ ist denn hier die Rede?

Der ideologische Über-Vater und Held der Familie Livni ist Vladimir Jabotinsky – ein Mann, der mit Recht für sich in Anspruch nehmen könnte,  zu den skrupellosesten  unter den politischen Verbrechern des frühen 20. Jahrhunderts  zu zählen.

Welche Werte die Familie Livni ihren Kindern mitgegeben hat,  wird schon langsam klar, aber die Sozialisierung der Kinder dürfte auch ziemlich mangelhaft gewesen sein. Eli Livni, der Bruder von Tziporah (wie ihr Name lautet), erzählte einem NYT-Reporter 2007, dass es im Hause Livni nicht üblich gewesen sei, die Kinder zu umarmen: „In the Livni family your father and mother never hug you. But they give you a good, formal education.“ Zu dieser „Erziehung“ gehörte auch gelegentliches Dreschen mit einem Ledergürtel (für die Knaben).

Wie sehr Vater Livni seine heiligen Prinzipien den Kindern eingeimpft hat, wurde spätestens klar, als Tzipi im zarten Alter von 12 Jahren ihren Lehrer kritisierte, weil er bei der Betrachtung der „glorreichen Geschichte der Widerstandskämpfer“ (Hagana, Palmach) die  rechtsextreme IRGUN und die nicht weniger kriminelle Stern-Gang nicht erwähnte.  Das „No Prisoners“ Denken dürfte schon im frühen Alter bei Tzipi etabliert worden sein, denn sie war Mitglied der „Betar, einer zionistischen Jugendorganisation, deren Leitsätze geeignet sind, eine Gänsehaut zu erzeugen, erinnern sie doch in mancher Hinsicht an den „gesunden Volkskörper“ bzw. die Indoktrination in der Hitlerjugend. Hier ein Auszug aus Jabotinskys  Grundprinzipien (geschrieben 1929):

„The duty and aim of Betar is very simple though difficult: to create that type of Jew which the nation needs in order to better and quicker build a Jewish state. In other words, to create a „normal“, „healthy“ citizen for the Jewish nation. The greatest difficulty is encountered because, as a nation, the Jews today are neither „normal“ nor „healthy“ and life in diaspora affects the intelligent upbringing of normal and healthy citizens.

Livni will natürlich einen ganz anderen Eindruck vermitteln und spricht von den Werten, die sie von ihrem Vater erhalten hat so:

Es war klar, dass das ganze Land Israel unser Erbe ist, aber andererseits war da auch eine Notwendigkeit andere zu respektieren, nicht ihr Leben zu kontrollieren. Und weil man diese Werte in Einklang in bringen musste, nicht als Widerspruch hinnehmen, kam ich zum Schluss, dass es notwendig ist, das Land zu teilen.“

Was Livni (und ihr Mentor Sharon) unter „teilen“ verstehen, haben wir ja inzwischen gesehen. Von den 44% des Gebietes, das die UN 1948 der einheimischen Bevölkerung zugesprochen hat (an sich schon eine Frechheit), sind heute nur mehr 18% übrig geblieben bzw.  Gegenstand des „Friedensprozesses„, den Henry Siegman völlig richtig als „den spektakulärsten Betrug in der Geschichte der modernen Diplomatie“ bezeichnete. Und auch darauf werden  (im Westjordanland) weiter illegale Siedlungen gebaut.

Nur ein Idiot glaubt heute noch, dass Israel sich jemals aus der Westbank zurückziehen wird,  eher friert die Hölle zu, wie man so schön sagt. Deshalb ist auch das ganze Gerede von der „Zweistaaten-Lösung“ nur eine leere Phrase, die aber von unseren „Churnalists“ immer gerne vorgetragen wird. Die Zersplitterung der West Bank geht weiter,  die Kontrolle des Wassers, der Ausbau von Schnellstraßen, die nur für Juden reserviert sind, während die Palästinenser stundenlang an Checkpoints schikaniert werden, das geht sogar soweit, dass Menschen gestorben sind, weil sie nicht rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen konnten.

Livnis „israelische Werte“ wurden sicherlich auch während ihrer vierjährigen „Dienstzeit“ bei der MOSSAD, dem israelischen Geheimdienst, geformt.

Die Rolle, die Livni hier vorspielt – gemäßigte, realistische Frontfrau der KADIMA, statt rechter Hardlinerin der LIKUD, ist völlig unglaubwürdig, trotzdem wird sie in den Medien immer als authentisch präsentiert. Eine Frau, die nach eigenen Aussagen ihre Beziehung zum Tempelberg „als Nabelschnur“  zu Jerusalem bezeichnet, aus der ihre Existenz entstanden sei, die von Kindesbeinen an völlig  mit einer rassistischen und mit demokratischen Grundsätzen völlig unvereinbaren  Ideologie indoktriniert wurde, die will uns erzählen, dass Hamas kein Verhandlungspartner sei, weil sie von Israel als unmenschliche Fanatiker  dämonisiert werden?

palestine-2Livnis scheinheilige Beteuerungen über „Israels Werte„, die dafür Sorge tragen würden, dass die zivilen Opfer „so niedrig wie möglich“ gehalten werden, klingen angesichts des Massakers in Gaza (inklusive Bombardierung von Krankenhäusern, der UN und von Notunterkünften) wie blanker Hohn und so wurde sie kürzlich bei einer „Pressekonferenz“ in den USA selbst Gegenstand von Verachtung.

Kritische Fragen wurden abgewürgt (das Mikrophon wurde einfach abgeschaltet). Die Journalisten wurden immer  frustrierter und schließlich fielen Sätze wie:  „Seit wann lädt der Presseclub Terroristen wie sie, ein?“ (Als Livni gerade erklärte, dass die Bombardierung von zivilen „Zielen“ kein moralisches Problem sei, denn man würde ja vorher die Leute anrufen – wohin die Menschen im Gefängnis Gaza fliehen sollen, hat Livni allerdings nicht ausgeführt) Der Reporter unterbrach sie dann und meinte, sie könne sich den Rest sparen….(Beteuerungen über ihr Mitleid angesichts der vielen toten Kinder…)

Ein besonders wichtiger Punkt wurde dann von Sam Husseini (IPA) vorgebracht:

Pkt. 1:  „Sie (Israel) haben 1967 eine Blockade (eines Seeweges) als Grund für den Krieg angegeben. Die Blockade sei ja auch eine Form von Gewalt.  Der Waffenstillstand mit Hamas verlangte als Bedingung, dass die Blockade gegen Gaza aufgehoben wird, aber Israel hat sich nicht daran gehalten.  (wird unterbrochen, dann wird das Mikro abgeschaltet, Stimmen: lassen Sie ihn reden…!)

Pkt 2:  In der Nacht vom 4. zum 5. November hat die israelische Armee 6 Hamasmitglieder getötet. (Als die ganze Welt nach Washington schaute wegen der Wahlen) Warum haben sie das getan? Warum haben sie den Waffenstillstand durch Aufrechterhalten der Blockade und den Anschlag auf die sechs Menschen gebrochen?

(Aufruhr, Livni konsterniert, antwortet, dass die Grenzen ja immer „für humanitäre Bedürfnisse“ offen gewesen wären (was nicht stimmt).

Diese Farce einer  „Pressekonferenz“ kann hier angeschaut werden:

Am 10. Todestag von Rabin sagte Livni:

Wir dürfen uns nicht erlauben, das Ziel, den gemeinsamen Nenner und unsere gemeinsamen Werte zu vergessen, die alle  die Bedeutung der  Existenz Israels ausdrücken:  eine nationale Heimat für das Jüdische Volk und ein Jüdischer und Demokratischer Staat.“ Diese beiden Werte gehören zusammen. Das ist die Sache, die uns miteinander verbindet.“

Was genau hat sie damit gemeint? Welche beiden „Werte“ sollen das denn sein? Der einzige „Wert“, den man hier erkennen kann, ist ein (Lippen)-Bekenntis zur Demokratie, das allerdings mit dem „anderen“ – dem Judenstaat unvereinbar ist, denn er beruht ja auf einer Form des Rassismus und missachtet die Rechte der arabischen Bevölkerung – seit mehr als 60 Jahren.

Um die unglaubliche Selbstgerechtigkeit und Arroganz der Zionisten zu verdeutlichen, muss man Golda Meir zitieren:

„I will never forgive the Arabs

for forcing  us to kill them“.

Die Zionisten wussten von Anfang an, dass dieser Judenstaat nur mit brutaler Gewalt und der massiven Verletzung von Menschenrechten möglich war, dass hat sie aber keine schlaflose Nacht gekostet.  Um sich aus dem moralischen Dilemma zu befreien (Opfer werden zu kaltblütigen Tätern), musste man sich – und später auch der Welt einreden – dass die Opfer der eigenen Gewalt und des eigenen Fanatismus, keine gleichwertigen menschlichen Wesen sind, sondern „Untermenschen“ (ich verwende diesen Ausdruck nicht leichtfertig). Die kaltblütig und lange geplanten ethnischen Säuberungen wurden von den Zionisten als „Transfer“ bezeichnet.

DAS EXISTENZRECHT ISRAELS

Max Weber definierte den Staatsbegriff  als Monopol für legitime Gewalt und die Unterscheidung zwischen legitimer und krimineller Gewalt ist ja für uns  alle sehr wichtig – besonders im Nahostkonflikt. Die Darstellung der israelischen Gewalt (die Staatsgründung selbst war ja ein Gewaltakt) als moralisch gut und gerechtfertigt ist ja das Fundament, auf dem die Argumentation der Zionisten beruht.  Aber erstens hat kein Staat ein „Recht zu existieren“ und die internationale Anerkennung eines Staates hängt von der Einhaltung universeller Grundsätze ab: Menschenrechte, Demokratie, Völkerrecht, etc.  Ein Staat, der strukturell rassistisch ist, der vor und seit seiner Gründung schwere Verbrechen begangen hat, – sie immer noch begeht – und nie dafür zur Rechenschaft gezogen wurde – auf welches „Recht“ könnte sich der wirklich berufen?  Die Bibel ist weder eine Rechtsgrundlage noch ein Grundbuch und historische Forschung hat ja gezeigt, dass der Mythos von der Vertreibung aus dem gelobten Land nicht zu beweisen ist, ganz zu schweigen davon, dass die (mehrheitlichen) Einwanderer aus Osteuropa eben nicht von der orientalischen Bevölkerung des Altertums (Judäa, Samaria, etc.) abstammen. Natürlich kann man den Staat Israel nicht mehr rückgängig machen, aber seine Grundsätze müssen in Frage gestellt werden.

Wenn ein Staat auf rassistischen und  kriminellen Prinzipien aufgebaut wurde, dann muss er geändert werden,  um Legitimität zu erhalten. Die Verbrechen des Staates Israel, der Staatsterror seit mehr als 60 Jahren (in verschiedensten Formen) haben der jüdischen Kultur (bzw. Religion) nur geschadet und dem Anti-Semitismus  neue Nahrung gegeben.

Wie verblendet diese Ideologie ist und zu welchen unmenschlichen Überlegungen sie führt, zeigt ein Zitat aus den Tagebüchern ( 1938 ) von David Ben-Gurion:

„Wenn ich wüsste, dass es möglich wäre, alle  jüdischen Kinder aus Deutschland zu retten, in dem man sie nach England brächte, aber nur 50%, wenn man sie nach Palästina brächte, dann würde ich das zweite wählen.“

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Übrigens, der erstgeborene Sohn Tzipi Livnis heißt  „Omri“, ein hebräischer Name zu dem ich folgende Information im Internet gefunden habe:

OMRI, König von Israel 882/78-871 vor Christus.Als der Streitwagenbefehlshaber Simri in der Residenzstadt Thirza den regierenden König Ela ermordet und sich selbst auf den Thron setzt, erheben die die Philisterstadt Gibbethon belagernden israelitischen Truppen ihrerseits den Heerführer O. zum König. Das Heer belagert Thirza, und Simri kommt nach sieben Tagen um.

Omris Herrschaft wird jedoch zunächst von dem Gegenkönig Thibni bestritten. Erst vier Jahre später kann er nach dessen Tod allein regieren. –

Omri  gründet die Stadt Samaria und gibt damit dem Nordreich eine bleibende Hauptstadt. Im Ostjordanland macht er Eroberungen auf Kosten Moabs (Mesa-Inschrift). Durch die Verheiratung seines Sohnes und Nachfolgers Ahab mit einer sidonischen Prinzessin knüpft er enge Beziehungen zu dem phönizischen Königtum. Auch mit dem bis dahin verfeindeten Südreich Juda schließt möglicherweise schon er Frieden (1Kön 16, 9 f.15-28.31; 22,45). – O. begründet als erster Herrscher Israels eine Dynastie, die vier Herrscher umfasst (Omri selbst, seinen Sohn Ahab und dessen Söhne Ahasja und Joram). Seine Bedeutung als Dynastiegründer kommt darin zum Ausdruck, dass in assyrischen Inschriften noch unter der nachfolgenden Dynastie Israel als »Haus Omris« bezeichnet wird.

Mehr über den Zionismus HIER:

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