Die Neuen Untermenschen

Sir Gerald Kaufmann vergleicht das Vorgehen der Israelischen Regierung mit dem der Nazis

Der jüdische Abgeordnete der Labourpartei  sagte kürzlich in einer Rede vor dem britischen Parlament:

„Die derzeitige israelische Regierung benutzt die Schuldgefühle der Europäer  (wegen des Holocaust) um den Mord an den Palästinensern auf zynische und skrupellose Weise zu rechtfertigen.“

Als  Sohn polnischer Flüchtlinge, die selbst Familienmitglieder im dritten Reich verloren haben, ist er besonders empört darüber, mit welchen Mitteln die israelische Regierung ihre Verbrechen zu legitimieren sucht. „ Meine Großmutter lag krank im Bett, als die deutschen Soldaten kamen. Sie haben sie erschossen. Sie starb nicht, um als  moralisches Feigenblatt dafür zu dienen, dass israelische Soldaten palästinensische Großmütter in Gaza  ungestraft ermorden können.“

Kaufmann sieht eine Analogie zwischen den Kämpfern der Hamas und den militanten jüdischen Widerstandskämpfern in den Kriegsjahren. Besonders erbost hat ihn die Stellungnahme einer Sprecherin der israelischen Armee. Angesprochen auf die  hohen Opferzahlen (zu dem Zeitpunkt 800) in Gaza antwortete sie: (Nach dem Motto,  Na und?) „500 davon waren ja militante Palästinenser“.

„Das war die Antwort eines Nazis. Die Juden, die im Warschauer Ghetto um ihr Leben gekämpft haben, hätte man auch als „Militante Gruppen“ abtun  können.

Sehen Sie seine ganze Rede in diesem VIDEO

Eine US-amerikanische Organisation, die sich speziell für die Rechte der Palästinenser in den besetzten Gebieten einsetzt, hat ein Video ins Internet gestellt, dass wegen seines brisanten Inhalts nach kurzer Zeit zensuriert wurde. Eine Aktivistin wurde nach einem Vortrag über die kriminelle und mit demokratischen Grundsätzen völlig unvereinbare zionistische Ideologie, telefonisch bedroht (mit dem Tod).  Das ist kein Einzelfall. Auch auf meinem Blog sind Kommentare eingegangen, die über ähnliches berichten.

Die Leute geben aber nicht auf und haben das  Video wieder bei YouTube veröffentlicht. Man sieht darin u.a. wie israelische Soldaten einem unbewaffneten Palästinenser die Knochen brechen (indem sie mit Steinen auf seine Arme und Beine  einschlagen). Diese Szenen kannte ich schon aus den Filmen von John Pilger. Menachem Begin hat unter seiner Regierung ausdrücklich die Erlaubnis dazu gegeben (er war selber Führer einer „Terror-Organisation“, der Irgun, die sich selbst als „legitimen Widerstand gegen die britische Besatzung“ verstand und als erste Bomben in Menschenmengen warf…dafür hat nie jemand Reue gezeigt, im Gegenteil. Die Führer der Irgun werden noch heute als Helden verehrt (siehe Livni).

In dem Video ist aber noch eine Szene, die außerordentlich wichtig ist. Francis Boyle, Professor für Völkerrecht erzählt darin, wie er den Rechtsvertreter der IDF (israelisches Militär) darauf angesprochen hat, dass das brutale Vorgehen Israels in der West Bank und Gaza ein Verbrechen sei.

Boyle: „Sie begehen die gleichen Kriegsverbrechen an den Palästinensern, die den Nazis in den Nürnberger Prozessen zu Last gelegt  wurden. Wie können sie das erklären (rechtfertigen)?

Antwort: „ Das ist eine militärische Notwendigkeit.“

Boyle:  Das gleiche Argument haben die Nazis benutzt, aber es wurde in Nürnberg zurückgewiesen.

Antwort: „Wir haben PR-Leute in den USA, die diese Angelegenheiten für uns erledigen.“

Diese Aussage überrascht niemand, der (wie ich) schon seitenweise über die sehr effiziente PR Israels (Teamwork mit den USA) und ihre schrecklichen Folgen geschrieben hat.

Es ist unfassbar, dass ein Staat,

  • der durch kriminelle Energie entstanden ist,
  • der von Anfang an systematische Rechtsverletzungen begangen hat (man kann auch sagen: Verbrechen)
  • der seit 60 Jahren ein Volk demütigt und seine Rechte ignoriert
  • dessen Land stiehlt, weil es sich selbst ein biblisches „Recht“ dazu erteilt hat
  • der seit mehr als 40 Jahren eine illegale Besatzung mit den brutalsten Mitteln ausübt
  • der Kinder inhaftiert und auf sie schießt (weil sie Steine geworfen haben)
  • der auch friedlichen Protest niederwalzt
  • der systematische ethnische Säuberungen begeht ( in erster Linie durch strukturelle Gewalt)
  • über 6.000 Menschen umgebracht hat, davon fast 1.500 Kinder (seit 2000)

aber trotzdem die Medien so beherrscht, dass seine absurde und krankhafte Darstellung der eigenen Gewalt als moralisch gerechtfertigt in den Köpfen der „Zuschauer“ etabliert wurde.

Das hätte selbst Goebbels beeindruckt,  aber nicht überrascht, fand man doch nach dem Ende des dritten Reiches in seiner Bibliothek ein Buch von Edward Bernays, dem Vater der modernen Propaganda, die heute „Public Relations“ heißt.

Die wirklich bittere Ironie ist, dass die Zionisten und die politische Führung Israels (vor allem das Militär) die gleiche Argumentation verwenden wie die Nazis:

„Menschenrechte und zivile Rechte müssen (und dürfen)  außer Kraft gesetzt werden, weil es die „Sicherheit“ des Staates erfordert.  Damit das Volk dieses diktatorische Prinzip akzeptiert, werden die „Staatsfeinde“ als überdimensionale Bedrohung dargestellt, die der Staat mit allen Mitteln bekämpfen muss  und schließlich wird ihnen jeder Anspruch auf Menschlichkeit aberkannt.

Man erklärt sie zu einer eigenen Kategorie  von „Feinden“, die weder Würde noch Rechte hat, sondern nur Probleme verursacht, weil sie „böse“ ist.  Damals waren es die „Juden“ (aber auch politische Gegner), heute sind es „Enemy-Combatants“ (Guantanamo) oder „Terroristen“.  Legitimer politischer Widerstand gegen massives Unrecht wird als fanatischer Hass umetikettiert, um die eigene Gewalt als „Verteidigung“ zu legitimieren.

Erinnern wir uns, dass die politischen Gegner der Nazis, die von der Gestapo abgeholt wurden, offiziell in „Schutzhaft“ genommen wurden. Jeder geschulte Beobachter des Nahostkonfliktes erkennt, dass Israel eindeutig Züge eines faschistischen Staates hat, zu denen z.B. gehört:

  • Ausgeprägter Nationalismus und Traditionskult (>>>> Schaffung einer nationalen Identität)
  • Struktureller Rassismus
  • Irrationalität >>> Keine Trennung von Religion und Staat
  • Verachtung für Menschenrechte > Identifizierung von Sündenböcken, um das Volk zusammen zutreiben und zu „einigen“; „Nationale Sicherheit“ wird zum alles verschlingenden Monster
  • Dominanz des Militärs >>> Verachtung für die Schwachen; Menschlichkeit gilt als „Schwäche“
  • Erziehung zum „Helden“ (siehe Livni)
  • Populismus und gleichzeitig Verachtung der Massen (Eliten regieren)
  • Doublespeak >>> Dauerpropaganda für das eigene Volk und den Rest der Welt)

Dass Menschen zu den schlimmsten Verbrechen fähig sind, wenn man ihnen erfolgreich eingeredet hat, dass sie die Greueltaten für „einen guten Zweck“, für eine gemeinsame Sache, für die „nationale Sicherheit“ oder die „Ehre der Vorfahren“ begehen, weiß man ja nicht erst seit Hitler, aber dass ausgerechnet jene, die den Holocaust wie ein heiliges Banner vor sich hertragen, die geradezu ein weltweites Monopol für Schuldzuweisung und Mitleid haben, selbst Verbrechen begehen, die denen der Nazis in nichts nachstehen (siehe Churchill, Troutbeck  oder Gerald Kaufmann) ist unfassbar.

Das hat nichts mit „jüdisch-sein“ zu tun, aber alles mit dem politischen Zionismus bzw. seiner psycho-pathologischen Dimension, die ja schon lange vor Hitler entstanden ist. Dass es „radikale Hassprediger“ im Islam gibt, hat man uns oft genug vorgetragen, dass aber die jüdischen Siedler im Westjordanland nicht weniger radikal (verrückt?) sind, wird nicht erwähnt.

Das Buch „Witness in Palestine“ von Anna Boltzer sollte man unbedingt gelesen haben. Sie ist selbst Jüdin und Mitglieder einer Organisation, die sich mit den entrechteten Palästinensern solidarisch erklärt hat. Im Internet gibt es ein Video, in dem sie ihre Erlebnisse in der West Bank schildert.  Hier nur ein paar Eindrücke, damit man versteht, welche Hölle die Menschen dort erleben:

DIE BESATZUNG

Die Kolonialisierung („Besiedelung“) des Westjordanlandes ist nach dem Völkerrecht illegal, das stört aber die israelische Regierung überhaupt nicht. Seit dem 6-Tage Krieg 1967 ist das Gebiet besetzt und es werden laufend neue Siedlungen gebaut, die dann durch ein eigenes Straßennetz verbunden werden – nur Juden dürfen diese Straßen benutzen. Die einheimischen Palästinenser werden durch „Roadblocks“, das sind große, schwere Steinblöcke daran gehindert. So kann eine Fahrt zum nächsten Dorf, die eigentlich nur 10 Minuten dauert, zu einer einstündigen Reise werden. Bewegungsfreiheit wie wir sie kennen, haben die Palästinenser nicht.  

Dann gibt es noch tausende „Checkpoints“, also gitterartige Barrieren, an denen israelische Soldaten stehen und die Ausweise der Palästinenser prüfen. Manchmal müssen sie stundenlang in der heißen Sonne warten, auch alte Leute, Schwangere und kleine Kinder.  Die Soldaten können die Menschen schikanieren, wie sie wollen, niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem hat Fälle dokumentiert,  bei denen Palästinenser starben, weil sie durch diese Schikanen nicht rechtzeitig ins Krankenhaus kamen. Hier sind einige Beispiele:

Nahil and Muayad Abu Rideh verloren ihr Baby am 05.09.2008

Das Baby kam tot zur Welt nachdem die Mutter an einem Checkpoint fast eine Stunde aufgehalten wurde.

Muhammad Hamdan Hamidan Abu Hweishel, 68 Jahre alt

Starb am 11. Mai 2008, weil er zu spät medizinische Hilfe bekam

Fawzeyeh ‚Abd al-Fatah Yusef a-Darak (Qab), 66 Jahre alt,

starb am 14.2. 2008 sie  erlitt einen Herzinfarkt und starb, weil ihr die Passage nach Tulkarm (ins Krankenhaus) verweigert wurde

Ratebah Muhammad Ibrahim al-Khatib, 45 Jahre alt

Starb in Gaza, weil sie zu spät medizinische Hilfe erhielt

Fatma ‚Ali Da’ud a-Lidawi, 44 Jahre alt
starb am 21.01.2008 in Gaza; sie hatte eine Lebererkrankung und einen Termin im Krankenhaus; man verweigerte ihr 5 Tage lang die Einreise; als sie dann endlich durchgelassen wurde, hat man sie vorher noch mal einige Stunden am Grenzübergang Erez warten lassen; sie starb eine Woche später

Shirin Isma’il ‚Abdallah Abu Shawareb, 9 Jahre alt
starb am 15.01.2008 in Gaza, weil sie nicht rechtzeitig medizinische Hilfe erhielt.

Anna schildert, welchen Schikanen und Bedrohungen die Palästinenser ausgesetzt sind, sobald die jüdischen Siedler  (sie campieren zuerst in Wohnwägen auf palästinensischem Land und tun alles, um die Besitzer zu vertreiben) auftauchen:

Man zerstört ihre Olivenbäume und Felder; man uriniert in die Wasserquelle oder verseucht sie mit toten Tieren; man zerstört den einzigen Generator im Ort, man streut vergiftetes Getreide aus, um die Schafe zu töten; man verprügelt Kinder und alte Frauen;  am helllichten Tag erscheinen Männer mit Maschinenpistolen und bedrohen die friedlichen Einwohner,  über diese Art von „Terror“ berichtet hier niemand und das ist kein Zufall…. Sehen sie selbst in diesen Videos: (in Englisch)

HIER ——      HIER und        HIER

Bitte Rückmeldung, wenn diese Links deaktiviert wurden

Auch die UN (OCHA) übt heftige Kritik an diesen Menschenrechtsverletzungen in ihrem Bericht vom Dezember 2008.

Seit 2006 wurden 187 Palästinenser von den Siedlern getötet, darunter auch Frauen, Kinder und Greise (über 70) . Alleine in den ersten 10 Monaten des Jahres 2008 wurden 71 Menschen getötet und 128 verletzt (darunter 28 Frauen und 21 Kinder). Das übertrag die Zahl der Übergriffe von 2006 und 2007 (zusammen) – die Gewalt wird also immer schlimmer, aber niemand interessiert sich dafür, weil ja nur die „Angst“ der Israelis zählt, das Leben der Palästinenser ist ja nicht viel wert…….

war-is-peace

Während die ganze Welt (zu Recht) seit 2005 nach Gaza starrt, gehen im Westjordanland die Verbrechen – ohne Spotlight der Medien – weiter – das ist auch so geplant….

Noch ein VIDEO

(ich hoffe, der Link funtioniert noch, es gibt Leute, die solche Videos bei YouTube zensurieren bzw. blockieren, bitte melden, wenn das der Fall ist)

Poetisches Resüme :

…and the knowledge is blooming in me like a rose, filling my chest with thorns…..

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Ein Kommentar zu „Die Neuen Untermenschen

  1. Was ich da lese und sehe ist schlimmer, als man von Hitlers Reich weiß. Weil ja bekanntlich die Sieger die „Geschichte“ schreiben – wohl um ihr eigenes verbrecherisches tun zu rechtfertigen, wundert es nicht, dass die ewige Pression gegen die Dritte Generation der Deutschen fortbestehen muss, damit man jederzeit zum eigenen Vorteil die KUH melken kann.
    Wenn zwei das Gleiche tun, ist es eben nicht das Gleiche, wie man hier sehen kann. Wann macht Obama diesem bösen Spiel endlich ein Ende: Hier ein Überfall, dort eine Ansiedlung auf Fremdem Gebiet usw.. usw..

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