THE WILDERNESS OF PAIN: GAZA – Teil 1

Can you picture what will be, So limitless, So free?
Desperately in need  of some  stranger’s hand
In a desperate land…
.

The killer awoke before dawn, he put his boots on
He took a face from the Ancient gallery
and then ………….. Kill –  kill –  kill

APTOPIX MIDEAST ISRAEL PALESTINIANS

Lost In a  Roman  Wilderness  of   Pain
and  all  the  Children are insane.
.“

This is the end, my only friend, the end.Of our elaborate plans –  the end

Of everything that stands    –  the end.  No safety or surprise – the end. I’ll never look into your eyes  again

(Textauswahl  from „The End“  (< Anhören) / Jim Morrisson / The Doors

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Die israelische Regierung hat wiederholt geleugnet, dass eine humanitäre Krise in Gaza existiert“ mit diesen Worten beginnt der zweite Absatz eines Berichtes von Human Rights Watch (13.01.09), auf den ich mich hier stütze.

Die Situation in Gaza ist für uns wohl unvorstellbar. Wir „wissen“ zwar, dass jeder Krieg furchtbar ist, aber dieser Krieg ist ein besonderes Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil die Menschen ja in einem Ghetto eingesperrt sind.  Nach dem „Rückzug“ aus Gaza 2005 wurde der winzige Streifen mit 1,5 Millionen Menschen immer mehr isoliert, dafür sorgte schon die USraelische Propaganda, aber auch die– shame on these hypocrites EU – hat sich beeilt, durch Zurückhaltung finanzieller Hilfe, dem dominanten „Duo Infernal“ (USA und Israel) unterwürfig die Schleppe zu tragen.

Nicht genug damit, dass Lebensmittel und Treibstoff immer knapper wurden, dass es nach der Bombardierung des einziges Elektrizitätswerks nur mehr teilweise und zeitweise Strom gab, dass dadurch auch die Wasser- und Abwasserversorgung auf ein mittelalterliches Niveau zurückgeworfen wurde, dass ein Großteil der Menschen in bitterer Armut lebt, weil Israel das Gebiet wirtschaftlich stranguliert hat (z.B. durch Verhindern landwirtschaftlicher Exporte).

All dieses Elend war noch nicht „Bestrafung“ genug dafür, dass die Palästinenser es gewagt hatten, die Hamas in einer demokratischen Wahl zu ihrer legitimen Regierung zu wählen. Die schreckliche Hamas, die einzige Vertretung der Palästinenser, die sich niemals von Israel korrumpieren ließ und ihren Widerstand gegen die brutale Besatzung und Unterdrückung  nicht aufgeben will.

Nach der „Entführung“ von Gilad Shalit (deren wahre Umstände ich HIER beschrieben habe,  wurde eine härtere kollektive Bestrafung fällig, deshalb hat Israel im Sommer 2006 den Gazastreifen bombardiert. Dass dies ein Verbrechen war, bei dem viele Menschen starben, hat die Weltöffentlichkeit nur kurz beschäftigt, schließlich ist man doch schon daran gewöhnt, dass „im Nahen Osten“ keine Ruhe ist und schließlich waren – wie immer – die  Palästinenser sprich Hamas, selbst „schuld“, denn man hatte ja Israel „provoziert“. Nicht umsonst heißt es, das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit und Israel führt einen Dauerkrieg gegen das palästinensische Volk. Seit mehr als 60 Jahren (mehr dazu in einem der nächsten Beiträge).

Wie Human Rights Watch richtig feststellt, hat Israel als Besatzungsmacht die völkerrechtliche Pflicht, sich um das Wohlergehen und die Sicherheit der Menschen in Gaza zu kümmern, (auch nach dem „Rückzug“, denn die totale wirtschaftliche Kontrolle über Gaza hörte ja nicht auf) aber das klingt schon fast wie ein Hohn, denn wir wissen ja alle, was Israel zum Völkerrecht zu sagen hat, nämlich: „Some are more equal than others.“

Schon vor der Blockade konnten sich 80%, also 1,2 Millionen Menschen nicht selbst mit dem Nötigsten versorgen und waren von den Lebensmittelspenden der UN und anderer humanitärer Organisationen abhängig.

VIDEO: DIE FOLGEN DER BLOCKADE

Dass heute ein Lager mit Lebensmitteln und Medikamenten der UN mit Phosphormunition von der IDF bombardiert wurde, zeigt wieder die unglaubliche Arroganz und Verachtung, die Israel s politische Führung und vor allem die IDF) dem Völkerrecht und den Menschenrechten entgegenbringt, wenn es  um „Araber“ geht, aber auch die UN selbst wurde ja schon öfter das Ziel von Angriffen.

Welche spezielle „Wertschätzung“ sprich Sonderbehandlung Israel den UN-Vertretern entgegenbringt, die über die Menschenrechtsverletzungen in Gaza und der West Bank berichten sollen, hat Professor Richard Falk ja vor nicht allzu langer Zeit erfahren müssen. Er wurde verhaftet und Stunden später ausgewiesen.

Die Situation in Gaza (nach Angaben von Human Rights Watch)

1  WASSER, ABWASSERENTSORGUNG UND MÜLLABFUHR

sewage-pipe-near-gaza-beachAber auch scheinbar banale und für uns selbstverständliche Dinge können in einer Katastrophe enden, wenn sie nicht mehr funktionieren. Nehmen wir z.B. die Müllabfuhr, die natürlich wegen des fehlenden Treibstoffs, nicht mehr arbeiten kann. Der Müll sammelt sich also auf den Straßen zu gewaltigen Bergen an, die natürlich eine hygienische Zeitbombe darstellen. Die nächste Katastrophe ist das totale Zusammenbrechen der Kanalisation. Es gibt in Gaza nur ein sehr veraltetes Abwassersystem, das schon längst erneuert werden müsste, und dessen Kapazität schon lange überschritten ist. Wegen der Blockade war die Einfuhr solcher Ersatzteile oder neuer technischer Systeme nicht möglich und Israel hat sich davor nur um seine Siedler gekümmert, nicht um die Palästinenser. Es gibt in Gaza so genannte Abwasserlagunen, also offene Becken, die mit Abwässern gefüllt sind. Durch den Stromausfall funktionieren auch die Pumpen nicht mehr, die diese vor dem Überlaufen schützen. Schon einmal gab es eine solche stinkende Überschwemmung, im März 2007, bei der dutzende Häuser evakuiert werden mussten. Die Gefahr einer Verseuchung des Trinkwassers ist enorm. In Beit Lahiya und Beit Hanoun kam es am 7. Jänner auch zu Abwasserüberläufen.

Die Wasserbehörden in Gaza meldeten,  dass mehr als eine halbe Million Menschen kein fließendes Wasser mehr haben und weitere 500.000 nur mehr für 4-6 Stunden pro Woche.  Das restliche Drittel kann nur mehr alle 2-3 Wochen für einige Stunden mit Wasser versorgt werden, wegen Ausfällen der Pumpanlagen durch Strommangel und teilweise auch durch Bombardierung der Verteilersysteme (ein Kriegsverbrechen).

darkness2 – STROM UND MEDIZINISCHE VERSORGUNG

Die Zahl der Verletzen und Toten ist so hoch, dass die medizinischen Versorgungseinrichtungen völlig überfordert sind. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden bis zum 12.Jänner 910 Menschen getötet und mehr als 4.200 verwundet. Unter den Toten sind mehr als 300 Kinder und 75 Frauen, mehr als 1.500 Kinder und 626 Frauen wurden verletzt. Nach Angaben der UN sind 40% der Toten und 50% der Verwundeten Frauen und Kinder. Der norwegische Arzt Mads Gilbert berichtet in einem Interview, dass in seiner Klinik 90% der Opfer Zivilisten waren und er bestätigt auch den Verdacht, dass Israel DIME WAFFEN verwendet hat. Mehr als 400 Verwundete sind so schwer verletzt, dass sie in eine Intensivstation verlagert werden müssten.

Die tatsächliche Zahl der Verwundeten bzw. Toten  wird aber noch höher sein, denn sehr viele konnten nicht in ein Krankenhaus gelangen bzw. Tote nicht geborgen werden.

gaza-grauen-feet13 – DER ALPTRAUM

Stellen wir uns die oben geschilderten Zustände vor, stellen wir uns vor, unsere Familie würde sich dort befinden. Kein Wasser, kein Strom, kaum noch etwas zu essen, Tag und Nacht Bomben und keine ausreichende medizinische Versorgung. Kein Benzin für Krankentransporte. Ambulanzen werden von Israel auch bombardiert. Tausende Menschen sitzen in dieser Hölle neben schwer Verletzten, die nicht medizinisch versorgt werden können und unter großen Schmerzen langsam sterben. Sie leben aber auch neben Leichen, die nicht geborgen werden können. Das internationale Rote Kreuz beklagt, dass viele Menschen sterben, weil sie keine ärztliche Hilfe erreichen kann oder erst viel zu spät.  Wegen der Kämpfe und Blockaden Israels, ist der Zugang nur sehr eingeschränkt möglich.

Hunderte Verletzte liegen in völlig überfüllten Spitälern, die ohnehin nur mehr eine rudimentäre Versorgung bieten können.  Die Ärzte sind völlig überfordert. Die völlig unzureichende Stromversorgung macht Operationen und den Einsatz von Medizintechnik zum kostbaren Luxus und die Ärzte müssen quasi entscheiden, wer noch dran kommt und wer nicht… Live and let die….

Im Al-Quds Krankenhaus brach am 5. Jänner der Hauptgenerator zusammen und seitdem gibt es nur mehr Strom für dringende Fälle im OP und die Intensivstation. Im Al-Shifa Krankenhaus hatte man nur mehr Diesel zum Betreiben des Generators für wenige Tage. Nach Angaben der WHO gibt es seit 11. Jänner nur mehr 3 Stunden Strom pro Tag und die Rettungswägen des Kamal Edwan Hospitals hatten keinen Treibstoff mehr.

HRW berichtet auch, dass die IDF mehrmals Krankentransporte angegriffen hatte. Am 4. Jänner wurden Sanitäter  in Beit Lahiya von Flugzeugen angegriffen, während sie Verwundete evakuieren wollten, Arafa Abd Al-Dayim, 33, starb dabei, ein zweiter wurde schwer verletzt. Am 5. Jänner wurde ein Fahrzeug des Al-Awda Krankenhauses im Norden (4 schwer verletzte Mitarbeiter) attackiert.

Der HRW Report übernimmt auch die Meldung der NYT, dass Hamas  sechs verletzte „Kollaborateure“ getötet hätte, die vorher inhaftiert waren. Ich zweifle diese Meldung an, weil ich der Meinung bin, sie gehört zur Greuelpropaganda, die Israel verbreitet.

Die israelische Zeitung Ha’aretz schilderte die traumatischen Erlebnisse der Familie von Hussein al- A’aiedy östlich von Gaza.

Am 3. Jänner, gegen 10.30 Uhr wurde das Haus der Familie A’aiedy bombardiert. Dabei wurden fünf Personen verletzt, darunter zwei 80jährige Frauen und drei Kinder, 10, 13 und 14 Jahre alt. Weil das Mobiltelefonnetz nicht funktionierte, dauerte es bis Mittag des nächsten Tages, dass Hussein Verwandte erreichen konnte, um die Evakuierung der Verletzten in die Wege zu leiten.  Aber mehr als 24 Stunden später gab es noch immer keine Behandlung, obwohl das ICRC, das Palästinensische Rote Kreuz und „Ärzte für Menschenrechte – Israel“ interveniert hatte. Am 7. Jänner berichtete Ha’aretz, dass die Verletzten noch immer keine medizinische Versorgung erhalten und sich die Wunden infiziert hatten.

Ein anderer dokumentierter Fall (ICRC) zeigt auch, wie das Leben in Gaza zur Hölle wird: Ein schwangere Frau im Norden Gazas, deren Wehen schon eingesetzt hatten, konnte nicht von einem Rettungswagen erreicht werden. Sie wurde deshalb in einem Eselskarren ins Krankenhaus gebracht. Das Baby starb und die Frau erlitt eine Ruptur des Uterus.

4 – ZEITOUN –  TERROR, DER BEI UNS ANDERE NAMEN HAT

AK84169549Aber die schlimmste Geschichte ist wahrscheinlich jene, die die Menschen in Zeitoun in der Nähe von Gaza City  erlebt haben. Quelle: THE GUARDIAN

„ In einem Fall wurde rund 110 Palästinenser von der IDF angewiesen,  in ein einzeln stehendes Haus zu gehen,  die Hälfte davon waren Kinder. Allen wurde gesagt, sie sollten im Haus bleiben. Ein UNHRW Mitarbeiter beschreibt was dann passierte: 24 Stunden später, schoss das israelische Militär immer wieder Granaten auf dieses Gebäude, dabei wurden ca. 30 Menschen getötet. Die stärksten unter den Überlebenden trugen verletzte Kinder mehr fast 2 km weit, bevor sie jemand fanden, der sie in das Shifa Krankenhaus in Gaza City bringen fahren konnte. Als sie dort ankamen, waren drei der Kinder gestorben. Der höchste UNHRC Vertreter, Navi Pillay,   beschreibt die Vorfälle in Zeitoun als eine der schwersten, die offensichtlich  „alle Elemente eines Kriegsverbrechens“ aufweisen“.

Weiter berichtet Rory Mc Carthy (und Hazem Balousha in Gaza), dass von den 760 Toten, fast die Hälfte Frauen und Kinder seien.  Eine der Familien, die dabei teilweise ausgelöscht wurden, ist die Familie Samouni. Meysa Samouni, 19 berichtete B’tselem, dass 14 Mitglieder ihrer Familie von israelischen Soldaten angewiesen wurden, in ein leer stehendes Warenlager zu gehen. Weitere Menschen kamen dazu und schließlich waren 70 Personen in dem Gebäude, ohne Nahrung und Wasser. Als am Montag, vier Männer das Haus verließen, um Verwandte zu holen, wurden sie sofort beschossen. Einer starb, die anderen drei wurden verwundet. Plötzlich wurde die Lagerhalle von einer Bombe getroffen. 20-30 Menschen wurden getötet, 20 verwundet, einige davon schwer. Ein Granatsplitter hatte den Daumen und zwei Finger ihrer 9-monate alten Tochter Jumana abgetrennt…..

Einige Opfer wurden enthauptet…. Ahmad Samouni, 12, wurde in Brust und Arm getroffen und sollte ins Krankenhaus nach Ägypten gebracht werden, aber Nafaz Samouni konnte das Haus erst am Mittwoch nachmittag, also zwei Tage später verlassen, als das ICRC endlich während der ersten Feuerpause die Versorgung der Verwundeten aufnehmen konnte.

Die Menschen hatten vier Tage nichts zu essen, nur eine Öllampe und etwas Wasser. Als wir abfuhren, sahen wir überall Leichen, die Hunde hatten sich darüber hergemacht…“

HRW berichtet über weitere grauenvolle Zustände: Am 7. Jänner konnten zum ersten Mal vier Rettungswägen und neun Mitarbeiter des ICRC nach Zeitoun gelangen, wo die Granaten abgefeuert worden waren.  Seit 3. Jänner hatte man die IDF um Zugang gebeten, aber erst vier Tage später wurde die Erlaubnis erteilt.  Den Rot-Kreuz Helfern bot sich ein schreckliches Bild:

12 Leichen lagen auf Matratzen und vier kleine Kinder, so schwach, dass sie nicht mehr stehen konnten, saßen neben ihren toten Müttern. In einem anderen Haus fand man 3 weitere Leichen und Verletzte.  IDF Soldaten waren nicht weiter als 80 m von den Häusern entfernt, als die Rettungsteams ankamen. Pierre Wettach, Leiter der Delegation des  Roten Kreuzes in Israel:

„Das israelische Militär musste gesehen haben, dass hier eine Notsituation bestand, aber sie haben nichts unternommen, den Verletzten oder den traumatisierten Kindern zu helfen und auch uns den rechtzeitigen Zugang zu ihnen verweigert.“

Damit nicht genug wurde die UN gezwungen, ihre humanitäre Hilfe für 750.000 Menschen in Gaza zu unterbrechen  nachdem ihre Gebäude auch angegriffen worden waren. Zwei Fahrer eines klar markierten UN- Konvois wurden durch Panzergranaten getötet.

Auch zwei von der UN geleiteten Schulen wurden von der IDF bombardiert, dabei starben 50 Menschen und hundert wurden verletzt. Wie immer behauptet Israel entweder, es sei „ein Versehen“ gewesen oder man hätte von dort „auf seine Truppen geschossen…..

VIDEO 1 :

Kinder, die in diesen Schulen (als Notunterkünfte) leben müssen

VIDEO 2:

Israel ignoriert Internationales Recht und begeht Kriegsverbrechen (Bombardierung der Schulen)

In der Al-Fakhora Schule im Jabaliya Flüchtlingslager, in dem hunderte Menschen Schutz gesucht hatten, wurden auch Kinder getötet, auf dem Spielplatz und auf der Straße davor.  An die 90.000 Menschen sind aus ihren Wohnungen geflüchtet, die UN hat in Schulen Auffanglager eingerichtet, in denen etwa  25.000 Leute Platz finden.

Aber es kommt noch andere Dimensionen der moralischen Empörung.  HRW berichtet, dass im Angesicht dieser katastrophalen Zustände und der Verzweiflung Israel darauf bestanden hat, dass die Palästinensische Gesundheitsbehörde die finanziellen Kosten für jene Opfer übernimmt, die das Glück haben,  nach Israel gebracht zu werden, wo sie eine hochwertige medizinische Versorgung bekommen, während Hamas verlangte, dass Israel die Kosten seiner eigenen Aggression zu tragen habe. Hat man noch Worte um die Empörung darüber auszudrücken? Die Besatzungsmacht, der brutale Aggressor verlangt von den Opfern, sie sollen doch ihre Behandlung auch noch bezahlen??

Schließlich hat sich die UNRWA bereit erklärt, für diese Opfer die Kosten zu übernehmen, aber es wurden bisher nur vier lebensgefährlich verletzte Patienten nach Israel gebracht und seit der Bodenoffensive gibt es überhaupt keine Transporte mehr.

Israel hat einem OP-Team des ICRC drei Tage lang die Einreise verwehrt und sie dann doch einreisen lassen um im Al-Shifa Krankenhaus zu operieren. Außerdem wurden fünf Krankenwagen aus der Türkei und fünf aus der West Bank zugelassen.

Aber auch Ägypten behinderte den rechtzeitigen Transport von Verletzten und man versteckt sich hinter der israelischen Forderung, ihre Sicherheit verlange, dass die Grenzen nach Ägypten geschlossen bleiben. Ein Arzt des Al-Arish Krankenhauses sagte HRW, dass bis 11. Jänner kein einziger Rettungswagen oder die Lieferung von Hilfsgütern von Rafah aus passieren durfte. Erst danach wurden internationale Ärzteteams und Hilfstransporte  zugelassen.

Aber in Gaza gibt es natürlich auch chronisch Kranke. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden müssen 70% der Patienten, die regelmäßige Betreuung brauchen, auf ihre Behandlung verzichten, weil die akut Verletzten die Ärzte völlig in Anspruch nehmen und die Versorgung außerhalb der Krankenhäuser praktisch zusammengebrochen ist.

Es gibt keine Betten mehr für die Verletzten und Kranken. Man ist gezwungen, in den Krankenzimmern zu operieren und Entbindungen können nicht mehr durchgeführt werden.  In den Kühlfächern werden bereits zwei Leichen übereinander gestapelt.

Nach Angaben von UNICEF ist nur mehr die Hälfte aller Rettungswägen funktionsfähig. Während in der Vergangenheit das internationale Rote Kreuz mit der IDF den Abtransport der Opfer koordiniert hat, gibt es diesmal keine Zusammenarbeit („lack of cooperation“).

Die abschließende Feststellung von HRW, dass man nicht beurteilen wolle, ob die Handlungen von Hamas oder Israel gerechtfertigt seien oder nicht, und dass dieser Horror, diese Verletzungen des humanitären Völkerrechts, diese UNMENSCHLICHKEIT  nur dann als Kriegsverbrechen zu werten  sei, wenn man beweisen könne, dass hier eine „kriminelle Absicht“ bestanden hat, hinterlässt mich sprachlos.

Ich kann nur mehr Aldous Huxley zitieren:

Maybe this  world is another planet´s hell.

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