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Grass und die ThinkPol (3): Iran vs. Israel

Im Juli 2008 veröffentlichte die amerikanische Zeitschrift “The New Yorker” einen Artikel des investigativen Reporters Seymour Hersh mit dem Titel “Preparing the Battlefield”. Darin schildert der Autor, wie unter Präsident Bush jun. geheime Operationen zur Destabilisierung Irans angeordnet und vom Kongress genehmigt wurden.

Zu den subversiven Aktionen gehörte u.a. die Unterstützung radikaler Oppositionsgruppen, wobei man auch nicht davor zurückschreckt, mit designierten „Terror-Organisationen“ zusammenzuarbeiten.

Wie uns inzwischen klar sein müsste, hat die Machtzentrale in Washington gar nichts gegen „Terroristen“, es kommt nur darauf an, WEN sie umbringen, WELCHES Regime sie attackieren, und WER davon profitiert.

Hersh stellt fest, dass geheime („covert“) Operationen im Iran bereits seit einiger Zeit (2007) stattfinden. „Special Forces“ („Elitetruppen“, die im Auftrag der US-Regierung schwere Verbrechen begehen) hätten z.B. Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde entführt und (im Irak) verhört. Doch der Umfang des Destabilisierungsprogrammes, sei stark erweitert worden, wobei man den US Kongress ziemlich im Dunkeln tappen lässt, wenn es um das wahre Ausmaß (Handlungsfreiheit) der verdeckten Operationen geht.

Obwohl die Demokraten seit den Wahlen im Jahr 2006 die Mehrheit im Kongress haben, haben sie es  zugelassen, dass die geheimen (und kriminellen) Aktivitäten im Iran ausgeweitet wurden, und dass, obwohl Obama (damals noch Präsidentschaftsanwärter) immer wieder betont hatte, er stünde für Diplomatie und direkte Gespräche.

Die Genehmigung des US-Kongresses (zur Finanzierung dieser verdeckten Operationen) wurde zur gleichen Zeit erteilt, als der NIE (Bericht der US-Geheimdienste zur Gefährdung der Nationalen Sicherheit) zum Schluss kam, Iran habe seine Bemühungen für ein Atomprogramm bereits 2003 eingestellt.

Das klingt irrational, zeigt aber nur, dass die Entscheidungen der US-Regierung „faith-based“ sind, also nicht auf Fakten beruhen, sondern auf einer Ideologie bzw. Doktrin, die sich nicht durch unliebsame Wahrheiten von ihrem fanatischen Kurs abbringen lässt.

Stattdessen verkündete Präsident Bush Zweifel an den Bewertungen der Geheimdienste und trachtete danach, das „böse“ Image des Iran zu verstärken: so wurde behauptet, Iran sei (zumindest indirekt) an der „Ermordung“ amerikanischer Soldaten im Irak beteiligt, usw.

Im Pentagon ist man sich zwar einig, dass die „nuklearen Ambitionen“ des Iran besorgniserregend seien, doch wie man darauf reagieren solle, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. So schildert Hersh in seinem Artikel, wie Verteidigungsminister Robert Gates bei einem Treffen mit demokratischen Abgeordneten vor einem präventiven Angriff warnte (siehe dazu auch den Link zum Confirmation Hearing von Gates in meinem letzten Beitrag)

Admiral Mike Mullen (damals oberster Stabschef des US Militärs) und 10 weitere hochrangige Offiziere haben sich sich – so Hersh -vehement gegen den Plan des Weißen Hauses, Iran anzugreifen, zur Wehr gesetzt.

Einer dieser Offiziere, Admiral William Fallon, hat sich besonders unverblümt über diese [irrwitzigen] Kriegspläne geäußert. Ende 2007 sagte er in einem Interview mit der Financial Times:

“…  dass das wahre Ziel der US Politik, eine Änderung des iranischen Verhaltens“ sei, und dass ein militärischer Angriff wohl nicht das geeignete Mittel sei, um dieses Ziel zu erreichen.

 Im Jänner 2008 ereignete sich ein „Zwischenfall“, der nach offiziellen Angaben so geschildert wird: Ein iranisches Patrouillenboot nähert sich einem amerikanischen Schiff in einer „bedrohlichen“ Art und Weise, worauf der US-Kapitän das Feuer eröffnen will. Fallon aber hat persönlich interveniert und ihm ausdrücklich verboten zu schießen. Bush war darüber „extrem wütend“, und die Karriere des Admirals damit wohl beendet.

Im März 2008 erklärte er – nach heftigen Angriffen – unerwartet seinen Rücktritt und ersuchte um vorzeitige Pensionierung. (Bush (und vor allem Cheney) duldet keinen Widerspruch …)

Admiral Fallon sagte zu Hersh, er wisse, dass seine Aussagen für Aufregung im Weißen Haus gesorgt hatten: “Zu viele Leute glauben, man muss entweder für oder gegen die Iraner sein”.  Bleiben wir doch bei der Wahrheit: Achtzig Millionen Menschen leben dort und jeder ist ein Individuum. Die Vorstellung, dass sie nur „schwarz“ oder „weiß“ sind, ist doch Unsinn.“

Der vorzeitige Ruhestand des Admirals war aber nicht nur seinen kritischen Kommentaren über die Angriffspläne gegen den Iran geschuldet, sondern auch seiner Beharrlichkeit, die militärische Befehlskette einzuhalten: Er bestand darauf, dass er über alle geheimen Operationen der „Spezialkräfte“ in seinem Verantwortungsbereich informiert werden müsse. (Da er ja auch rechtlich dafür geradestehen muss). Doch die „chicken hawks“ im Weißen Haus wollten ihn nicht in ihre schmutzigen Pläne einweihen, kein Wunder: ein Mann mit Prinzipien ist eine Bedrohung für sie…

In diesem Kontext ist die Zustimmung der demokratischen Parteiführung, zusätzliche (hunderte) Millionen Dollar für eine Erweiterung der Geheimoperationen im Iran auszugeben, als besonders gravierend anzusehen.

Wenn hochrangige Offiziere und der Verteidigungsminister selbst massive Bedenken äußern, wenn die Aufsichtsfunktion des Kongresses über  Entscheidungen zu Krieg oder Frieden ausgehöhlt wird, was ist ein solches System aus demokratischer Sicht dann noch wert?

Was genau diese „Spezialkräfte“ im Iran treiben, zu welchen Verbrechen sie durch ein „finding“ des Präsidenten autorisiert wurden, weiß der US Kongress, geschweige denn die Öffentlichkeit wohl kaum.

Doch ein anderer Journalist, Andrew Cockburn schrieb darüber im Mai 2008:

„Die geheime Direktive des Weißen Hauses betrifft ein riesiges, geographisches Gebiet: vom Libanon bis nach Afghanistan, aber sie ist auch sehr weitreichend in einem anderen Sinn: nämlich welche Aktionen erlaubt sind – bis hin zur Ermordung  hoher Beamter und Militärs.

Dieser „Persilschein“ erlaubt es auch, dass militante Oppositionsgruppen, wie die  „Mujahedin-e Khalq“ (MEK) unterstützt wird, obwohl sie seit Jahren auf der „Terrorliste“ des US Außenministeriums steht.

Auch die „Armee Gottes“ Jundallah, fanatische Salafisten aus Baluchistan (an der afghanischen Grenze) kommt damit in den Genuss der finanziellen und logistischen Förderung aus Washington. Sie kommen aus den gleichen Koranschulen, die auch die Taliban radikalisierten, der Übergang zu „Al Qaeda“ scheint fließend zu sein.

Jundallah übernahm die „Verantwortung“ für die Explosion eines Buses, in dem Soldaten der iranischen Revolutionsgarde unterwegs waren. Elf von ihnen wurden dabei getötet.

Andere „extreme“ Elemente, die von der Großzügigkeit des Weißen Hauses profitieren werden, sind kurdische Nationalisten, die vom Irak aus seit drei Jahren Anschläge im Iran ausführen und der Stamm der Ahwazi (Araber im Südwesten Irans). In einem größeren Radius werden auch Aktionen gegen Hisbollah im Libanon verstärkt, ebenso wie verdeckte Operationen zur Destabilisierung des syrischen Regimes.“

Unter Bush wurde die Informationspflicht gegenüber dem Kongress ad absurdum geführt, den seine „Rechtsexperten“ befanden, dass geheime Operationen des Militärs (im Gegensatz zu denen der CIA) nicht (im „presidential finding“) erwähnt werden müssen, weil der Präsident das verfassungsmäßige Recht habe, “Kampftruppen im Einsatz ohne Einmischung des US-Kongresses zu kommandieren“ (!).

Dass es für diese „Kampftruppen“ auf dem Gebiet eines souveränen Staates keine rechtliche Grundlage gibt (also ein schweres Verbrechen im Sinne des Völkerrechts ist), kümmert Bush und die anderen „armchair warriors“ natürlich nicht.

“9/11” hat die Schleusen geöffnet für die Heiligsprechung krimineller US-Aktivitäten, besonders des amerikanischen Terrors („insurgency“) in anderen Ländern. Bush hat wenige Tage nach dem Anschlag eine Exekutiv-Order unterschrieben, die dem Pentagon erlaubte, heikle „Dinge zu tun“, ohne den Kongress darüber zu informieren. Die Begründung dafür war, „den Kampfplatz vorzubereiten“.

Auf den Punkt gebracht: Seit „9/11“ führt Amerika immer dreister „verdeckte“ Kriege mit „Spezialkräften“ (die im Auftrag der Regierung die „Drecksarbeit“ machen, also Länder destabilisieren, Morde begehen und sich einreden lassen, ihre Verbrechen dienten der „nationalen Sicherheit“ ihres Landes und seien somit zu entschuldigen)

Verdiente militärische Führer wie Fallon, die nicht leichtfertig einen Krieg anfangen, stehen da nur im Weg …

„Cheney has always wanted to go after Iran“.

In den letzten Monaten melden die iranischen Medien eine Zunahme von Gewalttaten: Mitglieder der Revolutionsgarden werden ermordet … Explosionen in einem Kulturzentrum in Shiraz …(12 Tote, 200 Verletzte)

Seit 2007 wurden fünf iranische Atomphysiker am helllichten Tag ermordet. Der amerikanische Nachrichtensender NBC zitierte Beamte der Obama Administration als Bestätigung dafür, dass diese Anschläge von der MEK durchgeführt wurden (angeblich finanziert und ausgebildet vom israelischen Geheimdienst) wobei betont wurde, dass die USA mit den Aktivitäten der MEK nichts zu tun hätte … Wer will das glauben?

Eine „Quelle“ sagte Hersh:

„Das Ziel [dieser Anschläge] ist, das ganze System, die Iraner psychologisch zu demoralisieren – Urananreicherung, Kraftwerke, Transport, etc.“  Auch auf Öl-Pipelines wurden Anschläge verübt, „… in erster Linie durch die MEK in Verbindung mit den Israelis, aber die USA liefert die Informationen“

„Alles was wir im Iran derzeit machen, machen wir mit „Stellvertretern“

[die für uns die Drecksarbeit machen ...]

Hier findet also ein „proxy war“ (Stellvertreter-Krieg) statt: Die USA benutzen iranische Dissidenten, auch Terrorgruppen um Iran (und auch Syrien) zu destabilisieren (Angriffe auf Zivilisten, Polizei und Militär). Reagiert die Regierung auf die (von außen geschürte) Gewalt, wird sie in den Medien sofort scharf verurteilt, weil sie „gegen friedliche Demonstranten“ vorgehe und dieOpposition“ brutal unterdrücke.

Unsere Medienschafe spielen da brav mit und blöken im Chor der Desinformation …

Die Unterstützung der übelsten Elemente dieser „Opposition“ kennt offenbar keine Skrupel, auch wenn diese in der Vergangenheit gegen „amerikanische Interessen“ gehandelt haben:

„Die extremen „Baluchis“ z.B. sind islamistische Fundamentalisten (Sunnis), die das Regime in Teheran hassen, man könnte sie auch als „Al Qaeda“ bezeichnen. Das sind Leute, die den „Ungläubigen“ die Köpfe abschlagen, in diesem Fall, den Shiiten im Iran. Die Ironie dabei ist, dass wir WIEDER, wie in Afghanistan in den 1980er Jahren mit sunnitischen Extremisten zusammenarbeiten“

(Robert Baer, ehemaliger CIA-Agent, zitiert von Seymour Hersh

(Beispiele dafür: Ramzi Yousef, verurteilt für seine Rolle beim Bombenanschlag (1993) auf das World Trade Center, und  Khalid Sheikh Mohammed, der als “Mastermind” des “9/ 11th“ Terroranschlags gilt.

Eine Quelle sagte Hersh, dass der irakische Premierminister sich weigert, sein Land als Basis für geheime Operationen gegen den Iran missbrauchen zu lassen. Besonders die Rolle der MEK steht hier im Mittelpunkt der Kritik.

Neueste Enthüllung von Hersh:

Die USA trainieren iranische Terroristen in Nevada

Eine Umfrage in den USA ergab, dass 73% der Befragten, eine diplomatische Lösung, allenfalls Sanktionen vorziehen, während nur 18% eine militärische Intervention begrüßen. Doch wer kümmert sich um die Meinung des Volkes, wenn es um geostrategische Machtspiele geht?

Was sagte ein „Insider“ über ein Treffen mit dem damaligen Vizepräsident Cheney: (zitiert von Hersh)

The subject was how to create a casus belli between Tehran and Washington

Man muss also einen Vorwand erschaffen, einen “Grund” für einen Krieg gegen den Iran finden. Inzwischen (seit Cheney) ist man einen Schritt weiter bei der “public diplomacy“, dem “managing of perceptions“, jetzt ist “responsibility to protect” der neueste PR-Scam …

(Mehr dazu im nächsten Beitrag)

Mehr Hintergrund-Informationen:

http://landdestroyer.blogspot.com/2012/01/american-backed-terrorists-in-iran.html

Which Path to Persia?” Brookings Institution, 2009

Our Men in Iran?  (Artikel von Hersh zu o.a. Video)

 

Grass und die ThinkPol (Teil 2)

Ich muss noch einmal auf das Interview zurückkommen, dass Tom Buhrow für die ARD mit Günter Grass geführt hat, weil es einige, sehr aufschlussreiche (für ThinkPol „verräterische“) Passagen enthält:

Buhrow wirft Grass Anmaßung vor, denn er tue „ein bisschen“ so, als ob er der einzige sei, der „das Tabu des Schweigens [über die Atomwaffen Israels] bricht“. Grass antwortet darauf so:

Vielleicht irre ich mich, aber dass ich die Atommacht [Israel] so beim Namen nenne,  [glaube ich] das kommt nicht sehr häufig vor …. das wird in Israel verschwiegen. Hier wird das Schweigen darüber „nachgeplappert“.

Buhrow:Die Regierung bestätigt es nicht in Israel, aber die Bevölkerung redet darüber …  Wir hatten gestern ..äh ..   eine Stimme aus einer Redaktion in den Tagesthemen, der sagte: Wir sind seit langer Zeit Atommacht, aber wir haben das aber nie eingesetzt, da sieht man doch, dass wir das wirklich nur zur Abschreckung haben“.

Dieses Statement von Buhrow ist äußerst bemerkenswert, aus zwei Gründen:

1) Die Wortwahl:

Er spricht (nach kurzem Zögern) von „einer Stimme“ in der Redaktion (wem gehörte diese?), die uns wieder einmal demonstrieren soll, dass Israel doch nur seine „Sicherheit“ verteidigen muss. Der Besitz von Atomwaffen (ohne jegliche Kontrolle durch die IAEA) diene doch nur der „Abschreckung“. Buhrow zitierte diese „Stimme“ so:

Wir haben das nie eingesetzt […]“. Stellt man sich eine Runde unabhängiger Journalisten an einem Tisch vor, die über Israel diskutieren, so kommt man wohl kaum auf die Idee, einer von ihnen würde einen Satz mit „wir“ beginnen. Die Person, die dieses Statement gemacht hat, muss also entweder aus Israel stammen (unwahrscheinlich) oder für die israelische Regierung argumentieren, also z.B. einer pro-israelischen Lobbygroup angehören.

Frage: Was macht eine solche Person in der Tagesthemen-Redaktion? Wieso nennt Buhrow nicht ihren Namen, wenn es nichts zu verheimlichen gibt? Wer nimmt hier Einfluss auf die Redaktion und soll anonym bleiben?

2) Die „Logik“ der Abschreckung  („Framing“ für Fortgeschrittene …)

Buhrow präsentiert hier also den Besitz von Atomwaffen als Notwendigkeit, um sich vor aggressiven Feinden zu schützen. Damit festigt er wieder das (falsche) Bild vom armen, keinen Israel, das von bösen Nachbarn [Iran] bedroht wird.

Frage 1: Wenn meine Atomwaffen (nur) der Abschreckung dienen, warum halte ich das Programm dann offiziell geheim? Ja ich gehe sogar soweit, Israelis, die darüber sprechen, jahrelang ins Gefängnis zu werfen? Das macht doch keinen Sinn, wenn ich will, dass meine „Feinde“ vor mir zittern sollen? (Was viele ohnehin schon wegen meiner Skrupellosigkeit und Selbstgerechtigkeit tun)

Frage 2: Wer (welche Regierung) ist so dämlich, ein Land anzugreifen, das extrem militarisiert ist, von fanatischen Zionisten regiert wird und Atomwaffen hat?

Ein Land, das noch dazu unter dem Schutz des „großen Satans“ steht (der gewaltigen Militärmacht der USA). Ein Land, das sich seit Jahren systematisch Verbrechen begeht, aber nie von der „internationalen Gemeinschaft“ zur Rechenschaft gezogen wird?

Jede Regierung, die ein solches Land angreifen würde, hätte damit automatisch ihr eigenes Todesurteil unterschrieben und wohl auch das (eines Großteils) ihrer Bevölkerung.

Hier zeigt sich bereits, wie absurd die „Israel muss sich vor Iran fürchten“ Inszenierung ist, die man in den Medien seit Jahren aufgebaut hat um uns die Führung in Teheran als „Bedrohung für den Weltfrieden“ einzuhämmern.

Wenn man sich die realen geopolitischen Verhältnisse anschaut, wird klar, dass hier eine gigantische Gehirnwäsche stattgefunden hat und unsere Medienschafe auf die gleichen Tricks hereinfallen (ja sich selbst dafür instrumentalisieren lassen), die man anwendete, um den Irakkrieg zu legitimieren.

Ein Mann (damals Saddam Hussein, heute Ahmadinejad bzw. Assad ) wird als Personifizierung des Bösen in den Köpfen etabliert, laufend werden „Greueltaten“ oder „brutales Niederschlagen friedlicher Demonstrationen“ in den Nachrichten erwähnt, die unseren edlen NATO-Ritter nicht mehr ruhig schlafen lassen (während sie selbst zur Destabilisierung dieser Länder aktiv beitragen): da müssen wir doch wieder einmal einem unterdrückten Volk „zu Hilfe kommen“ und wenn dieses Monsterregime dann auch noch Israel „bedroht“ (eine eklatante Verdrehung der Tatsachen), dann werden alle Register gezogen, um der schon lange geplanten „regime change“ Orgie im Nahen Osten bzw. in strategisch wichtigen Ländern Afrikas (Libyen, Somalia, Mali, Sudan, etc.) zur  endgültigen Umsetzung zu verhelfen.

Aber dieser Ahmadinejad ist doch irre, oder nicht? Diese Ayatollahs, diese wahnsinnigen „Islamisten“ sind doch zu allem fähig, das will man uns doch seit „9/11“ ins Hirn brennen, damit wir, ähnlich wie die Pawlow‘schen Hunde, schon beim Konsum der „Nachrichten“ stressauslösende Drüsensekrete produzieren, anstatt darüber nachzudenken, welche Form des „Wahrnehmungs-Managements“ uns hier aufs Auge gedrückt wird.

Gut informierte Leute, die sich beruflich mit Staatssicherheit beschäftigen, sind da anderer Ansicht: So sagte General Martin Dempsey, der ranghöchste Offizier der USA in einem Interview :

We believe we know that the Iranian regime has not decided that they will embark on the effort to weaponize their nuclear capability. […] . And we are of the opinion that the Iranian regime is a rational actor. And it’s for that reason, [..]  that we think the current path we’re on is the most prudent at this point.”

Dempsey und sein Expertenstab glauben also, dass die iranische Führung ein “rationaler Akteur” ist, nicht jene groteske Karikatur des wütenden Demagogen, der mit Schaum vor dem Mund nur darauf wartet, Israel „von der Landkarte zu fegen“. Dieses absurde Bild von Ahmadinejad haben die Medien ja seit Jahren mittels „framing“  und „confirmation bias“ in die Köpfe der Zuschauer eingepflanzt, damit die „Unberechenbarkeit“ des Regimes in Teheran als Kontrast zum „vernünftigen“ Israel dargestellt werden kann (das sich – natürlich wieder nur – „verteidigen“ muss).

Die Reaktion Israels auf diese non-compliance des US-Generals? Barak und Netanyahu beschimpften Dempsey  und nannten ihn „einen Diener“ des Irans (womit man ihn implizit als „Verräter“ hinstellte). Doch statt Empörung über diese Beleidigung eines verdienten Offiziers (in den USA) wurde Dempsey nach Israel geschickt: Dort folgte die übliche Mea Culpa Show: Dempsey musste nach Israel reisen und in Yad Vashem feierlich geloben, dass er einen „zweiten Holocaust“ [durch den Iran] niemals zulassen werde.

Doch Dempsey steht nicht alleine da: alle  Nachrichtendienste der USA haben in ihren „NIEs“ (National Intelligence Estimates) wiederholt den Schluss gezogen, dass der Iran seine Bemühungen für ein  Atomwaffenprogramm eingestellt hat und auch der langjährige Verteidigungsminister der USA, Robert Gates war überzeugt, dass Iran keine „Gefahr für den Weltfrieden“ darstellt, selbst wenn er nach Atomwaffen trachten sollte:

(Auszug aus dem Confirmation Hearing  – Fragen von Republican Senator Lindsay Graham (am Ende) – zuerst in deutsch, dann engl. Originalfassung)

(Gates antwortet auf die Fragen von Senator Byrd, ob er einen Angriff der USA auf Syrien oder Iran befürworte, mit Nein und warnt vor den verheerenden Folgen in der ganzen Region …)

GRAHAM: „Glauben Sie, dass die Iraner diese Nuklearwaffen [für einen Erstschlag] gegen Israel in Erwägung ziehen würden?“

Do you believe the Iranians would consider using that nuclear weapons capability against the nation of Israel?

GATES:Nein, das glaube ich nicht, Senator. Ich denke, die damit für Sie verbundenen Risiken sind enorm hoch. Ich denke, Sie sehen den Wert ….“ (wird von Graham mitten im Satz unterbrochen)

I don’t know that they would do that, Senator. I think that the risks for them obviously are enormously high. I think that they see value—

GRAHAM: „Wenn Sie erlauben? Der Präsident des Iran hat öffentlich die Existenz des Holocaust geleugnet, er hat öffentlich gesagt, er wolle “Israel von der Landkarte fegen”. Glauben Sie, er scherzt nur?“ [es ist offensichtlich, dass Lindsay über die Antwort von Gates nicht erfreut ist …und ihn in die Defensive treiben will]

If I may? .. The president of Iran has publicly disavowed the existence of the Holocaust, he has publicly stated that he would like to wipe Israel off the map. [unwahre Behauptung]  Do you think he’s kidding?

GATES: „Nein, ich glaube nicht, dass er nur scherzt, aber ich glaube, dass es in der Tat höhere Mächte im Iran gibt, als ihn, den Präsidenten. Und ich denke, … obwohl sie nach meiner Ansicht danach trachten, eine Atommacht zu werden, so geschieht das doch in erster Linie zur Abschreckung. Sie sind umzingelt von Staaten mit Atomwaffen – Pakistan im Osten, die Russen im Norden, die Israelis im Westen und uns im  Persischen Golf …“

US Militärbasen umzingeln Iran

(Graham unterbricht noch mal, weil Gates Argumentation (die völlig rational, ehrlich und realistisch ist) ihm gar nicht gefällt: sein Job ist es offenbar, sich als „Freund Israels“ (Spenden für Wahlkampf) dadurch zu profilieren, dass er den Iran als „unberechenbare existentielle Gefahr“ für Israel darstellt und damit einen Präventivschlag rechtfertigen soll. Also darf das Wortgefecht nur so ausgehen:

Graham: Können Sie den Israelis garantieren, dass ein Iran mit Atomwaffen sie  nicht angreifen wird?

Gates: Nein, Senator, das kann wohl niemand.

Halten wir also nochmal fest:  Es gibt keinerlei Beweis, nicht einmal echte Indizien dafür, dass Iran tatsächlich ein Atomwaffenprogramm hat.

Die Entscheidung über ein solches Programm würde aber in jedem Fall  nicht der „Bösewicht“ Ahmadinejad treffen, sondern der Supreme Leader Ali Khamenei, der auch die militärische Führung des Landes ernennt. Doch die geistliche Führung des Landes sprach sich schon in der Vergangenheit vehement gegen Atomwaffen alsWerk des Teufelsaus.

Nehmen wir aber trotzdem an, die iranische Führung sei zu dem Schluss gekommen, dass nur der Besitz eigener Atomwaffen verhindern kann, dass der globale Hegemon, die USA und seine ehrlosen Verbündeten im Nahen Osten (Israel, Saudi Arabien, Bahrein, Qatar, und „client states“ wie Irak, Jordanien und Ägypten, etc.) das Land unter einem Vorwand überfällt und ebenso zerstört wie Libyen oder Irak. (Wer strategisch wichtige Ressourcen hat und sich weigert, nach der Pfeife Washingtons zu tanzen (siehe meine Beiträge THE BIG LIE), kann schon mal den Sarg bestellen.

Das hat ja auch Gates klar gesagt: Iran ist von Atommächten umzingelt. Es wäre also eine Art „Lebensversicherung“, wenn sich Teheran Nuklearwaffen als „Abschreckung“ zulegte.

Noam Chomsky zitierte unlängst auch den CIA-Veteran Bruce Riedel mit den Worten „ Wenn ich ein Planer für die Nationale Sicherheit Irans wäre, würde ich auch Atomwaffen zur Abschreckung wollen“.

Damit kommen wir zur “Logik” Israels zurück, auf die sich Buhrow wohl berief, als er das israelische Atomwaffenprogramm verharmlosen und – eben als „Abschreckung“ legitimieren wollte.

Doch warum darf Iran nicht das gleiche Argument benutzen?

Warum spielen sich ausgerechnet jene Länder als Moralapostel auf, die selbst Atomwaffen haben, sie aber anderen verbieten wollen?

Die Antwort liegt wohl auf der Hand: es geht um regionale Macht, nicht darum, die Welt vor einer iranischen „Bedrohung“ zu retten (mehr zu den geopolitischen Hintergründen im nächsten Teil).

Wir haben ja gesehen, dass hochrangige US-Politiker und Generäle (die über mehr Informationen verfügen als wir), Iran nicht als Aggressor einstufen, was ja auch die Geschichte beweist.

Auf einer Liste aller Staaten, die nach ihrer militärischen Aggression (Neigung, Kriege zu beginnen) bewertet werden, steht Iran ganz unten, die USA und Israel jedoch ganz oben …)

Dass Grass Israel als „Bedrohung für den Frieden“ hinstellt, hat viele wütende Kommentare hervorgerufen. Doch er ist damit in bester Gesellschaft, denn die Mehrzahl der Europäer (und der Menschen in der arabischen / muslimischen Welt ) ist der gleichen Meinung, wie eine Umfrage der EU-Kommission aus dem Jahr 2003 ergab.

59% der Europäer (66% wenn man höhere Schulbildung als Kriterium miteinbezieht) antworteten auf die Frage:

Stellen die folgenden Länder eine Bedrohung für den Weltfrieden dar (oder nicht)?

The chickens have come home to roost

Die Empörung der „Freunde Israels“ war natürlich gewaltig: So etwa vom Simon Wiesenthal Center, das sich „geschockt“ über die „Dämonisierungskampagne der EU-Führung und der Medien gegen den Staat Israel und seine Unterstützer beschwerte und eine scharfe Protestnote bei Romano Prodi einreichte (mit gleichzeitiger Aufforderung an die anderen „Empörten“, das Gleiche zu tun)

„Diese schockierenden Ergebnisse, dass Israel die größte Bedrohung für den Weltfrieden sei, schlimmer als Nordkorea, Iran und Afghanistan, entziehen sich jeder Logik und zeigt als rassistisches Hirngespinst, wie tief der Antisemitismus in der europäischen Gesellschaft eingebettet ist … heute mehr als in jeder Periode nach dem Krieg“

sagte Rabbi Marvin Hier, der Gründer des Zentrums.

Die Schlussfolgerung: Die EU solle in Zukunft keine Rolle mehr im „Friedensprozess“ des Nahen Ostens spielen …“

Da der “peace process” ohnehin nur eine Farce ist, und die EU nicht den Mumm hat, Israel mit Sanktionen zu drohen, stattdessen kriecht man der israelischen Regierung in den ….. …. (wegen der “moralischen Verpflichtung), kann man über diese “Forderung” nur lachen …

Alte Weisheiten .. wieder aufgewärmt … Juni 1948 (wenige Wochen nach der Staatsgründung Israels):

” the Americans are responsible for the creation of a gangster state headed by “an utterly unscrupulous set of leaders …”.

Sir John Troutbeck (Brief an den britischen Außenminister Ernest Bevin)

Fortsetzung folgt …

Is God A Jewish Terrorist?

Ein Skandal: schon wieder haben “radikal-islamistische” Terroristen unschuldige Israelis ermordet. In der Nähe von Hebron wurden vier Menschen getötet, darunter angeblich eine schwangere Frau. Quelle horreur.

Und wer ist für diese brutale Unmenschlichkeit verantwortlich?  Natürlich die üblichen Verdächtigen: die böse, finstere Hamas hat wieder einmal zugeschlagen und versucht angeblich mit diesem abscheulichen Anschlag, die gerade wieder exhumierten  “Friedensgespräche”  zwischen Israel und der palästinensischen Führung zu torpedieren.

Doch Netanyahu hat bereits vor laufenden Kameras Rache geschworen, , man werde also nichts unversucht lassen, die Schuldigen zu finden und zu bestrafen:

“We will not let the blood of Israeli citizens go unpunished. We will find the murderers. We will punish their dispatchers. We will not let terror decide where Israelis live or the configuration of our final borders.

Auch Hillary Clinton beeilte sich, ihre Empörung über diesen Akt der Barbarei (hier verfügt die US-Führung ja wirklich über umfangreiche Expertise) zu betonen:

This kind of savage brutality has no place in any country under any circumstances. Forces of terror and destruction cannot be allowed to continue. It is one of the reasons why the Prime Minister is here today, to engage in direct negotiations with those Palestinians who themselves have rejected a path of violence in favor of a path of peace.

Business as Usual im Nahen Osten. Israel will doch nur “Sicherheit” für seine jüdischen Bürger, die durch das Trauma des Hol0caust für immer und ewig als “Opfer” zu betrachten sind, die sich doch nur selbst verteidigen und endlich in Frieden leben wollen. Doch diese primitiven Araber, diese rückständigen, fanatischen Muslime lassen das einfach nicht zu. Sie verstehen eben nur die Sprache der Gewalt … Auch die Lichtgestalt Obama hat es da schwer …

Soweit die Märchenstunde aus Tel Aviv.

Wenn wir jedoch diese unerträgliche Kindergartenversion der israelischen Misere hinterfragen, die unsere Medien servieren, tun sich große Abgründe auf.

Der “unabhängige” Journalist präsentiert in Wahrheit die Perspektive der israelischen Regierung, und nicht eine ehrliche Analyse der Ursachen und Hintergründe für die Gewaltspirale. Der bereits etablierte PR-Frame (also der vorgefertigte Deutungsrahmen, in dem Ereignisse im Nahen Osten medial interpretiert werden) sorgt dafür, dass die Wahrnehmung der Menschen ziemlich gut kontrolliert wird.

Eine Armada von PR-Spezialisten und strategisch platzierten “Freunden Israels” (z.B. in den Presseagenturen), aber auch einfach naive, bequeme oder eingeschüchterte Journalisten betätigen sich als Megaphon für pro-israelische Propaganda und gezielte Desinformation. Ein britischer Journalist hat den enormen Druck, den die israelische Lobby auf seine Kollegen ausübt, als den schlimmsten  “elektrischen Zaun” bezeichnet, mit dem er je in seiner Arbeit konfrontiert wurde.

Die offizielle Verschwörungstheorie über “9/11″, dass also eine Gruppe fanatischer Muslime – “die unsere Freiheit hassen”, die drei Türme des WTC zum Einsturz gebracht haben und unsere “Wertegemeinschaft” insgesamt bedrohen, war natürlich ein enormer Auftrieb für die israelische Propaganda, da man jetzt Araber bzw. Muslime pauschal als gefährliche Bösewichte präsentieren konnte, die sich von finsteren Gestalten bzw. ihrer vorsintflutlichen Religion (“Hasspredigern”) als Selbstmordattentäter missbrauchen ließen.  Religiöser Extremismus und das “Fehlen demokratischer Grundwerte” stehen seither im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und Kritik des Westens, die politischen und historischen Motive für die Gewalt sollen völlig ausgeblendet werden. Nebenbei kann man noch die Bürgerrechte aufweichen und der “Security Industry” ein milliardenschweres Budget zukommen lassen, um das Volk im Namen der “Sicherheit” zu überwachen …(werden bald Unterhosen in Flughäfen verboten?)

Über die Geschichte des Nahen Ostens ist schon viel geschrieben worden (ich bin darauf ja auch schon in meinen früheren Beiträgen über Israel / Palästina eingegangen, Buchtipps siehe ebendort) – hier beschäftigen wir uns deshalb mit der jüngeren Geschichte, den Vorfällen in der West Bank, Schwerpunkt Hebron und was die Besatzung bzw. die “Siedlungen” für die Palästinenser eigentlich bedeuten.

HINTERGRUND: Was machen die “Siedler” im Westjordanland?

Wir entnehmen den Medien, dass die vier getöteten Menschen aus der Siedlung Kiryat Arba, in der Nähe der Stadt Hebron stammten. Falsch – sie wohnten dort, waren aber eigentlich Einwanderer, wie die meisten anderen  “Siedler”, die durch hohe finanzielle Unterstützung der israelischen Regierung und oft auch durch religiöse Indoktrination dazu gebracht werden, sich nicht innerhalb des israelischen Staatsgebiets, sondern bewusst auf palästinensischem Land anzusiedeln. Das Westjordanland inklusive Ost-Jerusalem wird von Israel seit 1967 besetzt und trotz zahlreicher UN-Resolutionen haben alle israelischen Regierungen systematisch das Völkerrecht gebrochen und die illegale Besiedelung ständig gefördert und ausgebaut.

Erst kürzlich wurde auch eine Meldung gebracht, dass israelische Künstler (Schauspieler, Regisseure bzw. Autoren) sich weigerten, in den besetzten Gebieten aufzutreten bzw. ein Stück zu inszenieren. Doch die moralische Begründung wurde nur selten klar hervorgehoben: Dass damit natürlich die illegale und brutale Besatzung bzw. die Siedlungspolitik legitimiert würde, wenn man in einem “Kulturzentrum”, das auf gestohlenem Land errichtet wurde, ein Theaterstück aufführt, und tut, als wäre das ganz normal.

Gideon Levy, der mutige Kommentator der israelischen Zeitung Haaretz schrieb dazu:

” Ja, natürlich gibt es einen moralischen Unterschied … auf einer Bühne zu spielen, die auf gestohlenem Land erbaut wurde … in einem Stück, dass den (illegalen) Siedlern einen angenehmen Zeitvertreib bietet, während sie von Menschen umgeben sind, denen man alle Rechte aberkannt  hat …”

Doch was sollten die Leser dieser Meldung dabei denken,  wenn “Besatzung” bzw. “Siedlung” immer in einem Vakuum präsentiert werden, ohne Kontext, ohne den Leuten zu erklären, was diese “Siedlungen” für die Palästinenser bedeuten? Mitgefühl für die Palästinenser und moralische Empörung (gegenüber Israel) sollen möglichst nicht aufkommen, das ist die höchste Priorität der “Berichterstattung”, die Israels politische Führung vorgibt und die weitgehend übernommen wird. Nein, Israel muss immer als Opfer dargestellt werden …

Um ermessen zu können, wie  diese “Siedler” den Menschen in Palästina das Leben zur Hölle machen, greifen wir auf eine seriöse Quelle zurück, die sich schon seit vielen Jahren mit diesem Thema befasst und die Verbrechen der Besatzung bzw. den Terror der  ”Siedlungen” akribisch dokumentiert und angeprangert hat: die israelische Menschenrechtsorganisation B’t Selem.

Doch zunächst ein bisschen Background über die Siedlung Kiryat Arba, die hier verdeutlichen soll, was diese Politik den Palästinensern antut:

DIE  KUNST  DES  LANDDIEBSTAHLS  IM  “AUFTRAG  GOTTES”

Der Landdiebstahl für neue Siedlungen geht meistens schleichend vor sich. Sehr beliebt ist der Vorwand, man brauche das Land “für militärische Zwecke”, aber selbstverständlich nur “vorübergehend”. Aber – wer hätte das gedacht – seltsamerweise werden diese Landflächen niemals zurückgegeben, auch wenn die Genehmigung nur temporär war.

Auch Kiryat Arba wurde ursprünglich auf Land gebaut, das vorübergehend requiriert wurde und noch heute – 40 Jahre später – werden diese Siedlungen weiter vergrößert, in dem man das umgebende Land plötzlich als “spezielle Sicherheitszone (SSA)” deklariert, selbstverständlich auch nur “zeitlich beschränkt” …

Was heißt das für die palästinensischen Farmer? Sie dürfen ihr eigenes Land von heute auf morgen nicht mehr betreten! Können z.B. ihre Oliven- oder Obsternte nicht einbringen, ihre Schafe nicht mehr weiden, ihre Wasserquellen nicht mehr erreichen, usw. Aber auch nur ein Spaziergang über eine Wiese, ein Picknick, Kinder, die spielen wollen oder andere, harmlose Erholung in der freien Natur wird damit unmöglich gemacht.

Diese “Schließungen” (closures) müssen durch schriftliche Order eines militärischen Kommandoführers genehmigt werden und ohne diese, darf Palästinensern der Zutritt nicht verweigert werden, urteilte der Oberste Gerichtshof.

Doch selbst dieses schäbige Stück “Rechtssprechung” wird nicht selten ignoriert: So auch für ein Stück Land in der Nähe von Kiryat Arba: die Requirierungsorder für diese Fläche war 2003 erteilt, aber nach ihrem Ablauf  nicht verlängert worden.  Trotzdem wurde dem Eigentümer und seiner Familie weiterhin die Nutzung verweigert. Als man das vor Gericht entsprechend rügte, hieß es nur: Die Order ist zwar nicht mehr wirksam, aber man (die Regierung) hat uns gesagt, es bestehe die Absicht, sie zu verlängern …” (HCJ 8614/07, Rivka Tor et al. v. OC Central Command et al., Judgment, 30 January 2008)

Vorauseilender Gehorsam der Judikative … um es der Regierung “Recht zu machen” , was kann man da noch sagen?

Opfer der Siedlergewalt (B'TSelem)

Landbesitzer werden auch regelmäßig mit absichtlicher Verschleppung (also in die Länge ziehen von Bescheiden und Genehmigungen, die dringend erforderlich sind) der  zivilen Behörden  konfrontiert.

Na’im Zalum besitzt Ackerland rund um Kiryat Arba, das ebenfalls als “SSA” klassifiziert wurde. Er sagte zu B’Tselem:

“Wir brauchen zehn bis vierzehn Tage um ein Arrangement über den Zutritt zu unserem eigenen Land zu erhalten. Die zivilen Verwaltungen (der Siedlungen) lassen uns meistens erst dann rein, wenn die Ernte- saison schon vorbei ist und die Früchte bereits verdorben sind.”

Das ganze ist natürlich eine unerträgliche Schikane und bodenlose Ungerechtigkeit, sich von eingewanderten, jüdischen Siedlern – die nichts, aber auch gar nichts mit Palästina zu tun hatten, und ihre “Verbindung zum heiligen Land” aus den Horrorstories des  Alten Testaments konstruieren – eine “Genehmigung” erteilen lassen zu müssen, damit man sein eigenes Land, das seit Generationen im Besitz der Familie ist, betreten darf ….  (p.56)

Andere Bauern berichten über den Vandalismus der Siedler, die freien Zugang zu Land haben, das ihnen (den Palästinensern) gehört, aber für sie gesperrt wurde.

“Ich habe schon mehrmals Siedler aus Kiryat Arba gesehen, die meine Ernte stehlen. Vor meinen Augen, während die Soldaten tatenlos zuschauen. Das ist ihnen völlig egal, weil sie nie zur Rechenschaft gezogen werden.  Sie haben außerdem einige Bäume zerstört und den Brunnen auf unserem Land.

B’Tselem hat die regelmäßigen Übergriffe der Siedler  von  Kiryat Arba  extensiv dokumentiert, so z.B. betreffend einen Vorfall vom 5. Februar 2008:

Zerstörte Olivenbäume (B'Tselem)

Ein Siedler fuhr von Givat Haharsinah, im nördlichen Teil von Kiryat Arba zum Ackerland von Khalifah D’ana, auf dessen Land die Armee einen Zaun errichtet und es als “SSA”, also spezielle Schutzzone deklariert hat. Der Siedler stieg aus dem Auto und begann seelenruhig die Obstbäume zu fällen, die dem Bauern gehören. Nachdem er fertig war, schaffte er das Holz in seinen Wagen und fuhr unbehelligt zur Siedlung..

Damit nicht genug, hat Israel die Ausweitung der Siedlungen auf diese SSA-Gebiete geduldet bzw. das Gebiet auf dem die Siedlung errichtet worden war, später selbst als SSA deklariert. Das bedeutet also, nicht nur können die Siedler das Land der Palästinenser betreten (obwohl es ja eigentlich eine geschlossene Zone ist), in manchen Fällen bleiben sie einfach dort und benutzen es, als gehörte es ihnen.

Man stelle sich das in Deutschland vor:  sagen wir mal, die Türken hätten ein altes Dokument gefunden, das als “heilig” angesehen wird, wonach ihre Vorfahren vor fünftausend Jahren bereits in Bayern gewesen wären und deshalb heute das Recht hätten, sich dieses Land anzueignen …  Auf den Einwand, das sei doch einfach lächerlich, so etwas als Anspruch zu definieren, wird dann mit dem “auserwählten Volk”  reagiert ..

Kein Land der Welt würde sich so etwas gefallen lassen, kein einheimische Bevölkerung sich nicht dagegen wehren …. Wer könnte das vier Jahrzehnte aushalten, ohne verrückt oder aggressiv  zu werden?

Dass tausende Palästinenser seit Jahren gewaltfrei gegen dieses massive Unrecht protestieren, wird hier auch nie erwähnt nur wenn die Demütigung und der Besatzungs -und Siedlerterror unerträglich werden und es wieder zu Anschlägen kommt, dann sind alle Medien wieder live dabei: ja, ja der Terror im Nahen Osten, diese Extremisten …..

MORDEN  FÜR  DEN  GUTEN  ZWECK

1994 ereignete sich in der Stadt Hebron ein Massaker: der jüdische Arzt Baruch Goldstein drang mit einer Maschinenpistole in eine Moschee ein und schoss wahllos auf die Betenden. Er erschoss fast 30 Menschen und verletzte mehr als hundert. Schließlich wurde er von der wütenden Menge überwältigt und selbst getötet. Dieses Blutbad hätte dazu dienen können und müssen, die Rolle der fanatischen Rabbis bzw. die Rolle des Judentums (als Religion) an sich,  in der Entstehung und Entwicklung des Konflikts zu hinterfragen.

Doch außer einigen offiziellen Beteuerungen und Beileidsbezeugungen geschah nichts, im Gegenteil: Die Gesinnungsgenossen Goldsteins, die Anhänger von Meir Kahane, machten aus ihm einen Märtyrer und errichteten einen Schrein, wo der “Held” und Gotteskämpfer  jedes Jahr (mit Tanz und Gesang) gefeiert wurde.

GEDENKSTÄTTE FÜR EINEN GESTIGEN  ZIEHVATER DES TERRORS? Ja bitte.

Goldsteins Fanatismus war so weit gegangen, dass er sich als Arzt weigerte, Nicht-Juden, also Araber medizinisch zu versorgen, selbst jene, die in der israelischen Armee dienten.

Die Kach-Partei, die Meir Kahane gegründet hatte, wurde von den USA und Israel  als Terrororganisation eingestuft. Doch das hinderte die “Siedler” in Kiryat Arba nicht daran, einen Park nach ihm zu benennen und ihn bis heute als quasi Heiligen zu verehren. Wer sich  in Kiryat Arba niederlässt, gehört zu den gefährlichsten Hardlinern unter den “Siedlern” und ist alles andere als  ”unschuldig” (was aber nicht heißen soll, dass sie verdient hätten, umgebracht zu werden!)

So schreibt etwa der amerikanische Journalist Max Blumental in einem kürzlich erschienenen Artikel:

Dov Lior ist der Leiter der Shavei-Hevron Yeshiva [einer Art jüdischem Pendant zu fundamentalistischen Koranschulen, aus denen die Taliban hervorgingen}  in Kiryat Arba, einer Siedlung radikaler Juden und einer Keimzelle für jüdischen Terror. Als ehemaliger oberster Militärrabbi der IDF machte Lior Schlagzeilen, weil er den Soldaten erklärte:

"Tausend nicht-jüdische Leben sind nicht einmal einen jüdischen Fingernagel wert!

Und im Kriegszustand (in dem sich Israel ja meistens befindet) gäbe es einfach so etwas wie "Zivilisten" nicht! Man könne also ruhig die eingepferchten Menschen in Gaza umbringen, auch Kinder - no problem …. Auch für gefangene, militante Palästinenser hatte er eine Lösung vorgeschlagen: man könne sie doch als Versuchskaninchen für medizinische Experimente benutzen …"

Lior, der eigentlich Dov Moshe Leibland heißt und aus der Ukraine stammt,  segnet auch das Vergiften von Tieren und Wasserquellen der Palästinenser ab, die in der Nähe Hebrons leben.  Die Siedler sind seinen Lehren gefolgt und haben die Wasserquelle eines Farmers in der Nähe von Yatta vergiftet, worauf die Schafe alle qualvoll gestorben sind.

Der Oberrabbi von Kiryat Arba and Hebron, und Vorsitzender des Rabbinerkommittees in den besetzten Gebieten, wird von manchen sogar als der "wahre Premierminister"  Israels bezeichnet. …)

Wie sich die Palästinenser mit solchen "Nachbarn" fühlen müssen, die ihnen noch dazu ihr Land stehlen und sie täglich terrorisieren, können wir nur erahnen. Schauen wir uns deshalb noch mal die Berichte von B't Selem an: (Ich empfehle sie alle zu lesen - Links dazu weiter unten)

BTSELEM: SETTLEMENT REPORT 2010 (kurze Auszüge)

"Es gibt drei Siedlungslinien, die die West Bank durchziehen. [Wir konzentrieren uns auf den mittleren], den Gebirgsstreifen (Mountain Strip), der die Westbank der Länge nach teilt und die angrenzenden Gebiete einschließt. Entlang dieses Streifens liegen die sechs größten (dichtest besiedelten) Städte des Westjordanlandes: Jenin, Nablus, Ramallah, East Jerusalem, Bethlehem, and Hebron.

Eine Siedlungskette des Streifens liegt entlang der Route 60, die die Hauptverkehrsader der West Bank in Nord-Südrichtung ist. Diese wurden gebaut um die israelische Kontrolle über den Verkehr sicherzustellen und um palästinensische Bautätigkeit zu verhindern, die der Kantonisierung der bestehenden Ortschaften entgegengewirkt hätte (auf beiden Seiten der Straße wären miteinander verbundene Siedlungsräume entstanden).

Fast die ganze Straße gehört zum Areal C, das unter alleiniger Kontrolle Israels ist (deshalb ist es seltsam, dass der Anschlag auf dieser Straße gelingen konnte)

BEHINDERUNG DER URBANEN ENTWICKLUNG

Die Lage der “Siedlungen” in unmittelbarer Nähe palästinensischer Gemeinden, besonders der größeren Städte (s.o.) blockiert deren urbane Entwicklung, zumindest in einer Richtung. So wurde z.B. die Stadt Ariel genau dort errichtet, wo sich die natürliche Ausbreitungszone der vorhandenen palästinensischen Gemeinden befindet: Salfit, Haris, Kifl Haris, Qira, Marda, and Iskaka

BEHINDERUNG DES  ZUGANGS ZU WASSER

Israels fast völlige Kontrolle der gemeinsamen Wasserquellen in der West Bank  erzeugt eine strukturelle und dauerhafte Diskriminierung, da die Menge, die den Palästinensern zugebilligt wird, viel zu gering ist im Vergleich zu den Bevölkerungsanteilen:

Palästinenser haben täglich 73 Liter Wasser zur Verfügung (pro Person).

Israelis konsumieren 242 Liter in Städten und 211 Liter in ländlichen Gebieten.

Die WHO spricht von mindestens 100 Liter täglich, um den Bedarf  zu decken.

Diese systematische Ungleichbehandlung führt zu einer chronischen Wasserknappheit für die Palästinenser, besonders im nordöstlichen und südlichen Teil der West Bank, während gleichzeitig die “Siedler” eine regelmäßige und unbegrenzte Wassermenge erhalten. Da das Wasser natürlich auch für die Landwirtschaft nötig ist, reduziert diese Politik Israels das Einkommen und den Lebensstandard der palästinensischen Familien.

So wird z.B. die Nutzung der extensiven Wasservorkommen im Jordantal von Israel kontrolliert: bei 32 von insgesamt 48 Brunnen, die die israelische Wasserbehörde gebohrt hat, haben die Palästinenser keinen Zugriff. Die fast 32 Millionen Kubikmeter, die jedes Jahr heraufgepumpt werden, sind exklusiv für die 8.000  jüdischen Siedler bestimmt, denen damit gestattet wird, eine sehr bewässerungsintensive Landwirtschaft zu betreiben, in einer relativ  heißen und trockenen Gegend (also ein ökologischer Irrsinn).

Nach Angaben der Weltbank, liegen mehr als 10% des Ackerlandes der West Bank westlich der Trennmauer (wurden also illegal annektiert), wodurch den Palästinensern pro Jahr rund 40 Millionen Dollar an landwirtschaftlichem Einkommen  verloren gehen. Darüber hinaus führt die Kantonisierung und Diskriminierung nach Schätzungen der Weltbank dazu, dass insgesamt der Wirtschaft in Palästina 480 Millionen Dollar entgehen und etwa 110.000 Arbeitsplätze  jährlich verloren werden.

Dazu kommt noch, dass die palästinensischen Bewohner absichtlich aus diesen Gebieten vertrieben werden (Areal C), besonders jene in den Hügeln südlich von Hebron und im Jordantal. Bevorzugte Methode:

Hausdemolierungen

Mehr dazu im nächsten Beitrag  (Teil 2/2)

Zum Nachlesen:

B’t Selem Berichte

Terror In Utero (der stille Genozid)

Fatima: geboren im Irak mit zwei Köpfen

„Der Iran wird vom Westen verdächtigt, Atomwaffen entwickeln zu wollen“.

Tagesschau vom 27.07. (2o Uhr)

WARNUNG! Dieser Beitrag enthält schockierende Bilder! Nichts für empfindliche Gemüter!

Wir erinnern uns noch: als Vorwand  für die Invasion des Irak wurde angegeben, man müsse die Menschheit vor Saddams Massenvernichtungswaffen (WMD) schützen, die er in „45 Minuten“ (Tony Blair) einsatzbereit machen könne und die dann hunderttausende Menschen mit gefährlichen Krankheitserregern oder giftigen Gasen umbringen würden. Natürlich war das alles gelogen, denn die Gründe für den Irakkrieg waren völlig andere (siehe dazu u.a. „The Grand Chessboard)

Seit geraumer Zeit ist nun der Iran ins Fadenkreuz der USA „Außenpolitik“ geraten, weil er sich einfach nicht damit abfinden will, dass seine Politik kompatibel mit geostrategischen  „US-Interessen“ sein muss, was natürlich auch den Schurkenstaat Israel einschließt. Wieder werden die gleichen  Methoden eingesetzt, um die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren und die gewünschte „Meinung“ zu erzeugen. Wieder ein neuer „Hitler“, der die Welt mit Phantom-Atomwaffen bedroht und weggeräumt werden muss ….

Während also der Iran – ohne jeden Beweis für rechtswidriges Handeln – weiter unter Druck gesetzt, also wirtschaftlich immer mehr stranguliert wird und unsere Medienschafe schön brav die Agenturmeldungen über „verschärfte EU-Sanktionen“  herunterbeten, spielt sich im Nahen Osten, in Afghanistan, im ehemaligen Jugoslawien und im Kosovo (u. a.)  ein ungeheuerliches Drama ab, das die Medien fast völlig ignorieren.

Hier handelt es sich um einen besonders schwerwiegenden Fall von „agenda-setting“, (Wer steuert eigentlich, welche Themen in den Nachrichten ständig präsent sind, also worüber die Leute überhaupt nachdenken?), denn wir sprechen hier von einem Vorgehen, das eine unfassbare Grausamkeit darstellt und alle bisherigen Dimensionen von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sprengt.

Das Grauen angesichts der furchtbaren Bilder mischt sich mit dem Entsetzen darüber, dass sich hierzulande anscheinend niemand für diesen lautlosen Genozid auf Raten interessiert. Wenn ein deutscher Soldat in Afghanistan getötet wird, gibt es sofort öffentliche Debatten, Minister müssen in Talk-Shows Rede und Antwort stehen, ob der „Einsatz“ der Bundeswehr legitim sei, ob die Ausrüstung der Truppen ausreiche  und ob die „counter-insurgency“ (sprich: Terror gegen die Zivilbevölkerung) Strategie der Amerikaner richtig sei.

Doch seit mehr als 10 Jahren sterben Jahr für Jahr tausende Menschen (vor allem Kinder) im Irak, in Afghanistan, in Serbien und im Kosovo einen gewaltsamen, furchtbaren und frühzeitigen Tod, der aber so gut wie kein Medieninteresse hervorruft.

Sie sind Opfer eines institutionellen Terrors, der alles übertrifft, was „Al Qaeda“, die „Taliban“ oder irgendwelchen anderen „radikal-islamistischen“ Gruppen  je verbrochen haben.

Eine neue Dimension des Kriegsverbrechens tut sich auf, ein endloser Horror, der über Generationen hinweg andauert und selbst Nazi-Gräuel und den Holocaust in den Schatten stellt: die Rede ist von einem totalen, aber zunächst unsichtbaren Krieg gegen das Leben selbst: Der dauerhafte  „Kollateralschaden“ manifestiert sich in einer  dramatisch zunehmenden Krebshäufigkeit bzw. Mortalität  und den „vergifteten“ Chromosomen der Zivilbevölkerung.

Die Keimzellen der Opfer bringen keine gesunden Kinder mehr hervor, sondern grauenhaft entstellte Monster, oder Babys mit bösartigen Tumoren, die im besten Fall nach wenigen Wochen sterben und ihr Leiden dann wenigstens ein Ende hat. Das Grauen und der Schmerz von Eltern und Angehörigen wird jedoch nie aufhören, denn die genetischen Schäden bleiben und werden (falls Nachkommen überleben, keine sichtbaren Missbildungen haben und fortpflanzungsfähig sind)  bei jeder nachfolgenden Generation immer schlimmer…

Die Rede ist natürlich von Uranwaffen, die in beiden Irakkriegen, in Afghanistan und in der „humanitären Intervention“ der NATO in Ex-Jugoslawien bzw. im Kosovo eingesetzt wurden. Vorher wurden sie schon in Somalia (von den USA) und im Libanon sowie vermutlich auch in Gaza (von Israel) „in vivo“ getestet.

Im Kosovo wurden etwa 10 Tonnen „DU“ freigesetzt, im Golfkrieg schon 350 Tonnen und im Irakkrieg sagenhafte 1700 Tonnen. In Afghanistan wird weiterhin DU-Munition eingesetzt, die für die Soldaten und vor allem für die Zivilbevölkerung eine beträchtliche  Gesundheits- und Lebensgefahr darstellt. Diese Kriege haben aber auch für uns das Krebsrisiko erhöht (mehr dazu später) …

Warum sind Uranwaffen militärisch von Vorteil?

(Bitte hier klicken)

Uran hat als Material wegen seiner großen Härte und extrem hohen Dichte einen riesigen Vorteil: als Flugobjekt mit schlanker Spitze entwickelt es eine gewaltige kinetische Energie und somit eine enorme Durchschlagskraft (mehrere Meter Stahlbeton werden in Sekunden durchdrungen).  Dazu kommen noch die Selbstentzündung bei > 500o C (die beim Einschlag problemlos erreicht werden) und die Tatsache, dass die Spitze während der Penetration immer „schärfer“ wird, ein großer Vorteil („self-sharpening“) gegenüber Wolfram. Der Nutzen für militärische Zwecke besteht daher einerseits als Material zur Auskleidung von Panzern und anderen Fahrzeugen  (die somit von herkömmlicher Munition nicht mehr beschädigt werden) und andererseits als Projektile (armor piercing penetrators) panzerbrechender Waffen und Lenkwaffen.

Die US Nuklearexperimente während des zweiten Weltkriegs, die zu den Bomben von Hiroshima und Nagasaki führten, inkludierten auch erste Versuche mit Uranmunition. Das so genannte „Manhattan Project“ gibt bereits im Jahr 1943 Hinweise auf den Einsatz von DU-Munition: In einem freigegebenen Memo an General Leslie R.Groves (vom 30.Oktober 1943) geben drei der führenden Physiker (Conant, Compton and Urey) des Komitees „Über die Verwendung radioaktiven Materials als militärische Waffe“ folgende Empfehlung: (Originaltext)

As a gas warfare instrument the material would be ground into particles of microscopic size  to form dust and smoke and distributed by a ground-fired projectile, land vehicles, or aerial bombs. In this form it would be inhaled by personnel. The amount necessary to cause death to a person inhaling the material is extremely small … There are no known methods of treatment for such a casualty … it will permeate a standard gas mask filter in quantities large enough to be extremely damaging.”

„DU“ steht für „depleted uranium“, also „abgereichertes Uran“ und soll natürlich die Harmlosigkeit  dieser Waffen suggerieren. Doch davon kann keine Rede sein.

Uran ist einerseits ein radioaktives Element, andererseits ein giftiges Schwermetall. Die Kombination dieser beiden Faktoren verschärft die Gefahr für die Gesundheit.  Für die Risikobewertung von freigesetzten radioaktiven Stoffen aus AKWs  und eben auch für den Einsatz von Uranmunition werden generell immer Vergleiche mit natürlichem Uran herangezogen, wodurch eine Verharmlosung erreicht wird. Uran ist als uraltes Element der Erdgeschichte sehr weit verbreitet, vor allem im Boden, im Gestein (z.B. Granit, Phosphat) als gasförmiges Tochterelement (Radon), etc. und man spricht von der „natürlichen Hintergrundstrahlung“ auf der Erde. Jeder von uns nimmt täglich winzige Mengen Uran auf, durch Wasser u. Nahrung (durch den massiven Einsatz von Phosphatdünger verstärkt), die relativ schnell über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden.

DU ist deshalb nicht mit natürlichem Uran vergleichbar, weil es in anderer Form vorliegt: durch die Verbrennung (über 1000 Grad) entsteht nach Abkühlung des Metallgases keramisierter Uranstaub, ultrafeine Uranoxidpartikel, die sich im Körper anders verhalten als natürliches Uran. Es gibt so gut wie keine unabhängigen, epidemiologischen Studien über diese Form der DU-Exposition, außer vom Militär selbst (bzw. vom Militär in Auftrag gegebene Studien).

Die chemische Form, die Löslichkeit und die Art des Eindringens in den Körper spielen eine große Rolle für die Auswirkungen der Giftigkeit. Bei militärischen Einsätzen sind es einerseits eingedrungene Metallsplitter, die durch den Einschlag freigesetzt werden, andererseits winzige Staubteilchen der Uranoxide, die durch die Verbrennung entstehen. Ihre Größe variiert zwischen Mikrometern (1/1000 mm) und Nanometern (1/1.000.000 mm), dadurch ist es unmöglich, sich davor zu schützen. Der ultrafeine Staub schwebt lange in der Luft und wird vom Wind kilometerweit getragen. Er lagert sich auf der Kleidung ab und kann durch Waschen nicht entfernt werden. Entgegen der landläufigen Meinung kann dieser feine Staub auch in die Haut eindringen (Schweißporen), aber das größte Risiko ist die Inhalation.

Auswirkungen der ionisierenden Strahlung auf der zellulären Ebene)

Durch den Zerfall radioaktiver Elemente wird erhebliche Energie freigesetzt, diese bewirkt im Inneren des Körpers  die Ionisation der Zellen ), es kommt zu verheerenden molekularen Veränderungen. Früher dachte man, nur direkt getroffene Zellen (im Zellkern) zeigen Schäden, aber neueste Erkenntnisse zeigen, dass auch Zellen in der Umgebung einer einzigen getroffenen Zelle, genetisch instabil werden (man nennt dies den „Bystander-Effekt“: die geschädigte Zelle kommuniziert also mit den „Nachbarn“, wodurch auch diese quasi „genetischen Alarm“ auslösen.

DU setzt Energie u.a. in Form von Alphastrahlung frei. Alphastrahlung ist kurzwellig, reicht nur wenige cm, ist aber sehr energiereich (4,5 MeV). Z.B. ein 2 Mikrometer kleines Uranoxidpellet enthält rund 200 Milliarden Atome U 238. (Stellen Sie sich vor, die Zelle wird immer wieder von einem kleinen „Blitz“ getroffen) Das betroffene Gewebe erhält somit eine jährliche Strahlendosis von ca. 1500 mSv. Damit wäre der Grenzwert für die allgemeine Bevölkerung um das 1500 fache überschritten.

Woher kommt DU?

Das natürlich vorkommende Uran  besteht zu mehr als 99% aus U-238, der Rest sind Spuren von U-235 (etwa 0,7%)  und U-234 (weniger als 0,1%). Uran hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren.

Für die Kernspaltung muss das Uran angereichert werden. Dabei entstehen so genannte Transurane, also vom Menschen erzeugte Isotope, die in der Natur nicht vorkommen. Dazu gehören z.B. U236 und Pu 239 (Plutonium). Diese sind auch in DU vorhanden. Plutonium ist schon in winzigen Mengen extrem gefährlich und hat ein enormes, krebserregendes Potential.

Bei DU ist also nur der Gehalt von U-235 und U-234 reduziert, der aber weniger als 1% ausmacht, von harmlos kann also keine Rede sein. Die Verunreinigung mit Plutonium oder anderen Elementen aus der Wiederaufarbeitung  macht das Material noch gefährlicher.

Das Märchen von der „friedlichen Nutzung“ der Atomkraft

Für jedes Gramm angereichertes Uran werden 7 Gramm DU als Abfall erzeugt.

Dieser müsste teuer „entsorgt“ werden, doch da kam das US-Militär zu Hilfe: Die extreme Dichte von Uran und seine Fähigkeit, sich selbst zu entzünden ermöglichen es, eine Waffe mit enormer Durchschlagskraft zu erzeugen, die einen Panzer wie Butter durchschneidet und die Insassen in einer Art Höllenfeuer zu „crispy critters“ (die Leichen sehen etwa  aus wie angebrannter, geschrumpelter Speck) verkohlt. Nicht umsonst werden diese  Waffen mit dem Beinamen „Hellfire versehen …

Ein wahrhaft faustischer Pakt wurde geschlossen: die Atomindustrie kann tausende Tonnen radioaktiven Abfall loswerden (bei weitem nicht alles) und das US-Militär bekommt gratis Material für eine infernalische Waffe. Doch der Einsatz dieser Waffen sind ein eindeutiges Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Warum?

Der Krieg gegen die DNA ist endlos

Weil ihre lebensbedrohliche Wirkung auch nach Kriegsende nicht aufhört und die gesamte Zivilbevölkerung gefährdet, besonders Kinder und Föten im Mutterleib. Der Einsatz dieser Munition kann also niemals „gezielt“ (auf  legitime Kriegsziele beschränkt) sein, weil die Gesundheits- und Umweltschäden weder örtlich noch zeitlich eingegrenzt werden können und die Bevölkerung nicht einmal über die enormen, dauerhaften  Gefahren informiert wurde. Bei einer Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren sind diese Menschen verdammt in alle Ewigkeit ….

Krieg gegen die DNA: Grenzenlose Grausamkeit

Diese erschreckende Tatsache ist auch der UN klar und man hat natürlich Versuche unternommen, diese Waffen (Produktion, Einsatz und Verbreitung) zu verbieten. Aber vier Länder haben dagegen gestimmt: USA, Israel, Großbritannien und Frankreich

Die USA setzen solche Waffen aber nicht nur ein, sie exportieren sie auch! Damit nicht genug, wurde auch noch Exportförderung dafür genehmigt, dazu Präsident Clinton 1994:

“I hereby determine that it is in the national security interest of the United States to allow funds provided in that Act or any other Act to be made available to facilitate the sale of the M-833 depleted uranium anti-tank ammunition to Bahrain and Saudi Arabia, and M-829 depleted uranium anti-tank ammunition to Saudi Arabia and Kuwait.”

Die Umgehung jeglicher Ethik  wurde mit einer simplen Feststellung erreicht:

Sie betont, dass diese Waffen ja wegen ihrer physikalischen Eigenschaften (hohe Penetrationskraft) und nicht wegen ihrer Radioaktivität eingesetzt werden. Damit wurde das moralische Dilemma als erledigt angesehen. Doch die freigesetzte Radioaktivität ist natürlich nicht weniger schädlich, wenn sie „unabsichtlich“ entsteht.

DU: Die Strahlung ist ungefährlich“  (Scharping, Fischer et al.)

Über die absurde Logik der „Strahlenschutz-Modelle“ (die politisch motiviert sind, nicht wissenschaftlich) habe ich ja bereits geschrieben. Hier noch einmal eine sehr kurze, auf den Punkt gebrachte,  vereinfachte Zusammenfassung:

Ob DU oder die erhöhten Leukämieraten bei Kindern in der Nähe von AKWs, jedes Mal heißt es: das gibt es nicht, die Dosis ist zu niedrig, davon kann man keinen Krebs kriegen.

Es gibt also wieder einmal keine „eindeutigen Beweise“ für den kausalen Zusammenhang von radioaktiven Spaltprodukten und schwerer Krankheit. Doch die Dosis-Wirkung-Modelle sind im Grund ein Schwachsinn, denn sie basieren auf primitiven, physikalischen Zusammenhängen und stammen aus einer Zeit, in der die Genetik noch in den Kinderschuhen steckte: eine bestimmte Menge Energie wird von einer bestimmten Menge Körpermasse absorbiert (J / kg), dann werden noch die Art der Strahlung und die Affinität für ein  „Zielorgan“ berücksichtigt,  usw.

Doch diese Modelle basieren auf den Untersuchungen nach Hiroshima (externe, hoch dosierte Strahlung) und sind zur Bewertung von Risiken auf zellulärer Ebene völlig ungeeignet. Wenn in unmittelbarer Nähe einer Zelle ein Alphateilchen immer wieder die Zellen „beschießt“  (also Energie abgibt), und die Zelle dadurch stark ionisiert wird, dann genügt auch eine sehr geringe „Dosis“, um genetische Schäden zu erzeugen, eben weil die Zelle selbst so winzig ist. (Krebs entsteht aus einer einzigen Zelle, die entstandene Fehler im Zuge der Zellteilung nicht mehr reparieren kann, die Zelle wird genetisch instabil)

DU ist nicht vergleichbar mit natürlichem Uran oder Transuranen aus AKWs – Warum?

Bei den hohen Verbrennungs-Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius verbrennt das Urangeschoss zu keramisierten, wasserunlöslichen Nanopartikeln, die 100 Mal kleiner sind als ein rotes Blutkörperchen. Das heißt, es entsteht praktisch ein radioaktives Metallgas, das hoch giftig ist.

Wenn Sie also ständig hören, DU sei harmlos, weil die Alphastrahlung schon von Papier aufgehalten wird und schon gar nicht durch die Haut eindringen kann, dann ist das völlig irreführend, denn die Gefahr besteht durch Einatmen dieser winzigen Partikel, bzw. durch die Aufnahme in den Körper mit dem Trinkwasser oder in Nahrungsmitteln. Auch sehr geringe Strahlendosen (von außen betrachtet) werden gefährlich, wenn die Emitter im Körper sitzen und (jahrelang) nicht entfernt werden können.

„Feinstaub“ als heimtückischer Killer

Wir alle kennen das Schlagwort „Feinstaub“, das im Zusammenhang mit der Luftverschmutzung durch Verkehr und Industrie bzw. durch Tabakrauch in letzter Zeit häufig in den Medien erwähnt wurde. Die EU hat Grenzwerte eingeführt und drängt auf ein EU-weites Rauchverbot in öffentlichen Räumen.  Staub“ klingt doch harmlos, warum sind „Feinstäube“ (TPM) so gefährlich?

Weil sie so winzig sind und deshalb die Abwehrmechanismen des Körpers weitgehend umgehen können und dadurch als unerwünschte Fremdkörper zum immunologischen Dauerstress werden: chronische Entzündungen, Gewebewucherungen sind die Folge und die Krebswahrscheinlichkeit steigt. Das eklatanteste Beispiel war bisher die nadelförmige, winzig kleine, unsichtbare Asbestfaser, (als harmloses „Naturprodukt“ angepriesen und weltweit eingesetzt) die ihre verheerende Wirkung über Jahre im Lungengewebe bzw. als  Mesotheliom entfaltet und oft erst sichtbar wird, wenn es schon zu spät ist. Wenn diese Nanopartikel auch noch radioaktiv und chemisch toxisch sind und jahrelang im Körper bleiben, kann man sich ausmalen, was passiert …

Nanopartikel können im menschlichen und tierischen Körper überall hinwandern, in alle Organe, ins Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen. Schon nach dem ersten Golfkrieg wurde bei Kriegsveteranen, abgereichertes Uran 238 im Sperma festgestellt. Die Ehefrauen klagten über ein unerträgliches Brennen (Hitze) und versuchten, mit eisgekühlten Kondomen Abhilfe zu schaffen. Doch was auf den ersten Blick erheiternd klingt, ist  bitter ernst: Die Soldaten, die eine Familie gründen wollten, haben die Eizellen ihrer Partnerinnen kontaminiert und die daraus entstandenen Kinder zahlten einen furchtbaren Preis für die bewusste Verharmlosung des Strahlungsrisikos, das den Soldaten (ganz zu schweigen von der Zivilbevölkerung)  im Irak aufgebürdet wurde.

Die ansonsten sehr effektiven Kommandotruppen des Immunsystems werden mit solchen – vom Menschen gemachten – Eindringlingen nicht fertig, weil sie sich anders verhalten als die „üblichen Verdächtigen“ und deshalb keine adäquate Abwehrstrategie entwickelt werden konnte.  Italienische Forscher haben Nanoteilchen sogar in roten Blutkörperchen nachgewiesen, wo sie unerkannt, wie ein trojanisches Pferd, im ganzen Körper herumreisen und Schaden anrichten können. Werden sie über die Nahrung aufgenommen, können sie unbeschadet ins Verdauungsystem gelangen und dort schwere Krankheiten auslösen:   (Foto unten:  in Leberzellen)

Dass das Pentagon bzw. der „militärisch-industrielle Komplex“ [zu dem auch der US-Kongress gehört!], vor dem Eisenhower gewarnt hat, keine moralischen Skrupel hat, wenn es um die Interessen des US-Imperiums geht, überrascht uns wohl nicht. (Ich erinnere wieder einmal an die Nobel-Rede von Harold Pinter, der den imperialen Terrorapparat der USA (bekannt als „US-Außenpolitik“)  angeprangert hat)

Doch man sollte auch vor der eigenen Türe kehren: DU-Waffen wurden von deutschen Unternehmen entwickelt, wie der Spiegel im Jahr 2001 recherchierte. Im zweiten Weltkrieg experimentierte die Wehrmacht mit Uranmunition, weil Wolfram nicht mehr importiert werden konnte. Rheinmetall entwickelte  schon in den 1970er Jahren solche Waffen und diese wurde auch in deutschen US-Militärbasen getestet. Dass man dabei „vergaß“, die deutsche Öffentlichkeit über etwaige Gefahren zu informieren,  ist aus Sicht des Militärs auch nur „business as usual“.

Krieg als Ewiger Terror ...

WAS HAT MAN DIESEN MENSCHEN ANGETAN?

Doch nicht nur das Militär hat eine riesige moralische Schuld auf sich geladen, sondern vor allem die Politik. Die gesamte Atomindustrie wäre nie entstanden, wenn deutsche Politiker nicht von  Anfang an einer Geheimhaltung bzw. Desinformation zugestimmt hätten, die mit demokratischen Grundsätzen völlig unvereinbar ist. Dr. Chris Busby, ein britischer Biochemiker und Epidemiologe hat dazu (der Cover-up gilt natürlich auch für andere Länder) folgendes geschrieben:

„Die Wahrheit über die Gesundheitsschäden niedriger Strahlung wird von der Nuklearlobby seit mehr als 50 Jahren unterdrückt. In meinem Buch „Wings of Death“ erkläre ich, wie auf verschiedenen Kontrollebenen die Erkenntnis verhindert wurde, dass die Menschen  systematisch durch Radioaktivität vergiftet werden.

Ein Grund für den Erfolg dieser Vertuschungskampagne ist die Verknüpfung mit „Sicherheitsinteressen“. Sogar die WHO lässt sich dafür instrumentalisieren. Ein 1959 geschlossenes Abkommen mit der IAEA verbietet es der Weltgesundheitsorganisation, ohne Zustimmung der IAEA Forschung über Gesundheitsschäden durch radioaktive Strahlung  durchzuführen oder zu veröffentlichen.

Das ist der Grund,

  • warum wir ständig hören, Tschernobyl habe die Zahl der Krebsfälle nur unwesentlich erhöht
  • warum die WHO einfach behauptet, DU sei kein Gesundheitsproblem
  • warum die Europäische Kommission die EURATOM Sicherheitsstandards übernimmt …
  • warum die Sicherheitsregeln durch Empfehlung des ICRP zustande kommen, eine von der Atomlobby selektierte und nicht rechenschaftspflichtige Organisation, die Teil eines Netzwerks von „Drehtüren“ ist, in dem die gleichen Leute  hier raus (Politik) und dort (E-Wirtschaft) reingehen, immer dasselbe behaupten und sich stets gegenseitig zustimmen.

Ich kam deshalb zu dem Schluss, dass wissenschaftliche Analyse nicht ausreicht, es muss auch eine politische Analyse stattfinden, um das System des Machtmissbrauchs zu entlarven. Es ist nicht so sehr das Geld, sondern der Missbrauch von Institutionen, die Glaubwürdigkeit suggerieren und die Menschen in die Irre führen.  Die zunehmende Privatisierung der Forschung und die chronischen Finanzprobleme der Universitäten eignen sich hervorragend, um subversive, neue wissenschaftliche Perspektiven zu unterdrücken. Wir müssen also selbst neue Institutionen gründen, die nicht von diesem System abhängig sind.“

Diesen Aussagen kann man nur zustimmen.

Übrigens, DU darf auch für zivile Zwecke “Recycelt” werden: Nach Angaben des US-Army Institutes für Umweltpolitik wird das Uran auch in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt, sowie für Erdölbohrungen.

“Particular applications include radiation shielding for the medical field and industry; counterweight components of aircraft elevators, landing gear, rotor blades and radar antennae; ballast in satellites, missiles and other crafts; and drilling equipment used in petroleum exploration.”

Wenn Sie also das nächste Mal mit einer Boing 747  fliegen, reist wahrscheinlich  Uran “als blinder Passagier” mit ….

Fortsetzung folgt …

“Die Atomindustrie führt einen Krieg gegen die gesamte Menscheheit” John Gofman


(Video: Teilweise deutsch /englisch)



Mörder Ohne Grenzen (3): Tot-Schweigen

"Peaceprocess"

Eine Worthülse, die unerträglich geworden, aber in den Medien ständig präsent ist: der “Friedensprozess”, der seit mehr als 30 Jahren von Israel sabotiert wird …(mehr dazu im nächsten Beitrag…)

Letzter Teil der  Aussagen einiger Passagiere der  Gaza-Hilfsflotte, diesmal die “Challenger 1″

Paul McGeough, Auslandskorrespondent für den “Sydney Morning Herald“

Wir waren auf der Challenger 1, einem 25m langen Schiff. Es waren 17 Leute an Bord, davon zwei professionelle Journalisten: Ich selbst und Kate Geraghty, die Fotojournalistin ist.

… kurz nach vier Uhr sahen wir die Zodiacs  auf uns zukommen. Vorher konnten wir, in größerer Entfernung israelische Kriegsschiffe erkennen … Etwa um 4:15  versuchten sie, die Mavi Marmara zu entern. Doch der erste Versuch misslang, die Passagiere wehrten sich: sie warfen Sachen über Bord, Müll, usw. Es wurde laut gerufen und geschrieen. Wir befanden uns etwa 150 m entfernt, auf der Backbordseite, als die Israelis  auf dem hinteren Deck Sound-Granaten [ein extrem hoher, schriller, furchtbarer Ton] und Tränengas-Kanister abwarfen, wo eine Menschenmenge stand. Wir sahen sie in ihren Schwimmwesten, wir sahen die Lichtblitze der Brandstoffe, wir hörten, wie sie explodierten,  und dann Panik und Entsetzen ….

Der Kapitän versuchte ihnen zu entkommen, wir fuhren mit voller Geschwindigkeit, etwa 18 Knoten, vier bis fünf Zodiacs verfolgten uns. Der Kapitän gab schließlich auf, denn er war früher schon auf einem Boot für Gaza, das sie gerammt hatten, das wollte er nicht noch einmal erleben.

Kate Geraghty

Sie kamen also an Bord und Kate wurde sofort von einem Elektroschock-Gerät getroffen, der Schlag warf sie zu Boden. Wir konnten es noch gar nicht fassen, da kamen immer mehr Soldaten in Tarnuniformen, maskiert,  zu uns auf die Außensteuerstelle  (wo wir uns befanden). Sie nahmen uns sofort die Filmausrüstung ab, das Satellitentelefon, das ich in der Hand hielt, weil ich gerade einen Bericht für unsere Zeitung abgab. Sie sprachen mit australischem Akzent, äußerst bemerkenswert, nicht? – als wir sagten, wir seien professionelle Journalisten für den Sydneyda drehte sich einer um uns sagte ganz cool: Wir wissen, dass ihr für den Herald arbeitet!

Alle wurden dann nach unten gedrängt, auf die unteren Decks. Eine der Frauen, die noch am Oberdeck war, hatte eine Pistole direkt auf ihren Kopf gerichtet, man drohte sie zu töten, wenn sie nicht sofort eine Luke freimachte, auf der sie saß (um die Soldaten – nur mit ihrem Körper – zu behindern)

Die Aktivisten übten also passiven Widerstand aus (nur mit ihren Körpern), gewaltfreie Techniken, um es den Soldaten schwer zu machen, alle an Bord zu kontrollieren (zusammen zu treiben). Zwei Frauen wurden (quasi „als Strafe“)  mit Säcken über ihren Köpfen über das Deck geschleift,

(eine davon war Huwaida Arraf – siehe weiter unten)

Kate Geraghty: Ja. Ich habe fotografiert, ich stand direkt neben Paul und beobachte, wie das Überfallkommando auf uns zukam. Ich machte also Bilder und sie versetzten mir einen elektrischen Schlag in den Arm, [mit einer so genannten „stun-gun“] über dem Ellenbogen, der so stark war, dass ich ungefähr 1,5 Meter weit geworfen wurde. Dann musste ich mich übergeben. Einer der Soldaten nahm mir die Kamera ab. Und sie hatten richtige Waffen auf uns gerichtet, wir betonten, wie Paul schon sagte, dass wir Journalisten seien, keine Aktivisten … aber das machte nicht den geringsten Unterschied… Wir machten nur unseren Job. Und es wurde nicht respektiert.“

„Aber das Entscheidende ist, – und das haben uns auch die Leute von den anderen Booten bestätigt  – dieses systematische Abwürgen der wahren Geschichte; das erste was die Soldaten taten, war alles zu konfiszieren, was die Wahrheit ans Licht bringen könnte, Kameras, Satellitenverbindung, Videokameras an Bord, usw.

“Sie waren versessen darauf, die Story in den Medien völlig zu kontrollieren …“

Nach Angaben von “Reporter Ohne Grenzen” waren mehr als 60 Journalisten an Bord. Wo sind die alle geblieben? Man hört nur von wenigen, was sie mitmachen mussten …

Das International Press Institute (IPI) mahnte Israel, die Pressefreiheit zu respektieren, denn andernfalls wäre das  „eine klare Botschaft, dass die Regierung etwas zu verbergen hat“.

Die Journalisten hatten natürlich state-of-the-art Equipment dabei: teure Kameras, Satellitentelefone, Computer, etc. alles wurde ihnen abgenommen – Klartext: GESTOHLEN. Alleine die Ausrüstung der beiden australischen Journalisten wird auf etwa 70.o00 Dollar geschätzt. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass der Staat Israel Aufnahmetechnik und IT  im Wert von rund einer Million Dollar gestohlen hat.

Weitere Aussagen von Journalisten: (Al Jazeera Reporter – siehe „Mörder ohne Grenzen (2)

Yücel Velioglu, eine türkische Journalistin (Presseagentur)

„Es gab drei Türen in dem Raum, in dem die Journalisten saßen. Zwei davon waren versperrt. Wir hatten ihnen gesagt, welche offen war, doch sie haben absichtlich eine versperrte Türe gestürmt …“wir hatten die Kameras um den Hals hängen und die Presseausweise in unseren Händen, aber sie haben weiterhin ihre Ziellaser auf unsere Augen gerichtet, um uns einzuschüchtern. Das ganze dauerte etwa 45 Minuten…”

Ayse Sarioglu, Journalistin für die Zeitung Taraf

“Ich war völlig in Panik geraten, als ich Kiliclar auf dem Boden liegen sah [nach Kopfschuss aus dem Helikopter] .. ich fing an zu weinen …  Sie haben alles durchwühlt … In Ashdod haben sie uns verhört … Ich wurde von einem Polizisten so gedemütigt (eine weibliche Polizistin war sehr höflich [good cop – bad cop]). . .als er mich verhörte, spuckte er mich an und nannte mich eine Idiotin .. er hat sogar meine Zunge herausgezogen .. ich dachte, das kann doch nicht wahr sein, es war so unmenschlich!

Marcello Faraggi, italienischer Journalist, der eine Produktionsfirma in Brüssel hat

“ .. sie nahmen mir sofort die Kamera aus der Hand und alle Kassetten, die ich dabei hatte. „Wir geben sie zurück, wenn wir an Land sind“, sagten sie. Ich zeigte ihnen meine Presse-Akkreditierung. Es machte keinen Unterschied. …wir mussten zu den anderen (gefesselten) Passagieren an Deck gehen, … wir brauchten fast 10 Stunden nach Ashdod .. und in der Zwischenzeit fühlten wir uns wie Tiere .. so haben sie uns behandelt …

Als wir ankamen, gegen 15:30, waren dort Menschenansammlungen. Viele Soldaten filmten uns, als wir von Bord gebracht wurden wir fühlten uns wie Tiere im Zoo

Dann haben sie uns zu einem Ort gebracht, wo es viele Zelte gab …  ich musste mich ausziehen …sie haben mir noch weiteres Material abgenommen, ..  wir waren fünf oder sechs, die sich gleichzeitig ausziehen mussten … es war so erniedrigend .. . Ich verweigerte  eine medizinische Untersuchung … dann sollte ich ein englisches  Dokument unterschreiben .. ich fragte nach einer italienischen Übersetzung … sie lachten mir nur ins Gesicht …

Dann brachten sie uns in einen Wagen (aus Metall), der für Gefangenentransporte benutzt wird .. wir warteten mehr als eine Stunde, zusammengepfercht, in der Sonne, ohne Klimaanlage … erst bei Einbruch der Dunkelheit haben sie uns nach Beersheva gebracht, dort wurden wir nochmals durchsucht … wir bekamen rohes Gemüse und Wasser … Seife .. aber wir durften weder unsere Botschaften noch einen Rechtsanwalt kontaktieren ..

Am Mittwoch in der Früh wurden wir zum Flughafen gebracht … im Bus wollte ein tschechischer Journalist auf die Toilette gehen .. keine Chance, sie haben ihn ausgelacht .. im Flugzeug haben sie uns genötigt, zu unterschreiben, dass wir Israel „illegal betreten“ hätten, erst dann wurde mir mein Pass wiedergegeben … ich sah, dass einige Leute nur KOPIEN ihrer Pässe bekommen hatten

Bei unserer Ankunft in Istanbul sagten sie uns, unser Gepäck sei schon angekommen .. ich sah, dass meine Reisetasche versiegelt war und bat einen Flughafenangestellten zu bezeugen, was ich darin finden würde: Die Tasche war voll mit alten Kleidern und Müll .. meine Kamera war nicht da …. Ich ging zur Polizei in Brüssel und meldete, dass ich Opfer eines bewaffneten Überfalls geworden sei, eines Raubüberfallsich habe Ausrüstung im Wert von mehr als 20.000 Euro „verloren“ … das war ein Akt der Piraterie …

Huwaida Arraf,  Mitgründerin des International Solidarity Movements und Vorsitzende von Free  Gaza

… nach etwa 10 bis 15 Minuten haben sie uns mit ihren Booten umzingelt und versuchten das Schiff zu entern  … Wir versuchten, sie mit unseren Körpern aufzuhalten .. wir wiederholten, dass wir unter US-Flagge fahren, wir sind unbewaffnete Zivilisten, kommen Sie nicht an Bord. Sie hatten Masken und Waffen und enterten das Schiff …. Sie warfen Aufschlaggranaten auf das Boot (die Panik auslösen).. sie setzten Elektroschock-Waffen ein und schlugen auf alle ein, die sich ihnen in den Weg stellten … Wir versuchten, sie daran zu hindern, ins Innere des Bootes zu  gelangen … die brachen die Glastüren, um auf die Brücke zu kommen … ein junger, belgischer Teilnehmer wurde blutig geschlagen … um zu verdeutlichen, wie sie uns behandelt haben …

Sie haben mich an den Haaren gezogen, meinen Kopf gegen das Deck geschlagen und sind dann darauf gestiegen, während sie meine Hände hinter dem Rücken gefesselt haben, dann haben sie mir einen Sack über den Kopf gezogen ..” das ist die Gewalt, die sie uns angetan haben .. und dann behaupten sie, sie hätten sich ja nur verteidigen müssen …“

Das ganze Interview gibt es HIER

Ann Wright, pensionierter Colonel der US-Army und ehemalige Diplomatin im State Department; sie legte ihr Amt aus Protest gegen den Irak-Krieg nieder ….

Ich war auch an Bord der Challenger 1, mit Huwaida und ich möchte ihnen ein großes Kompliment machen, für das was sie (Free Gaza)  mit dieser Flotte zustande gebracht haben.

Lassen Sie mich sagen, wie aufregend es war, alle diese Schiffe zu erleben, diese Zivilisten, die jene Regierungen dieser Welt anprangern, die sagen, die Blockade gegen Gaza sei notwendig, und damit die wirtschaftliche Strangulation von 1,5 Millionen Menschen gutheißen …

Ich sah den Angriff auf die Mavi Marmara, die Soldaten, die sich von den Helikoptern abseilten, die Zodiacs von beiden Seiten, die das Schiff umzingelten; der Kapitän  sagte, wir sollten versuchen, zu entkommen, denn wir hatten das schnellste Boot, doch sie holten uns ein … dann haben sie auch unser Schiff geentert …

Die Leute wurden zu Boden geworfen, Fensterglas durch Explosionen zersplittert … Blendgranaten wurden eingesetzt Kate (Geraghty siehe oben) wurde von einem elektrischen Schlag getroffen (ich glaube nicht, dass ein „Taser“ war), eine andere Frau wurde ins Gesicht getroffen, in die Nase, von einer mit einer mit Flüssigkeit gefüllten Kugel; sie waren außerordentlich brutal und gewalttätig, – und übrigens, von wegen sie wollten uns nur stoppen, wir hatten das Schiff bereits gestoppt und trotzdem haben sie all diese Gewalt ausgeübt …

[Auch das Gerede von der angeblichen Gefahr durch versteckte Waffen, gegen die man vorgehen musste,  ist Unsinn] „.. die Schiffe waren ja offen für Inspektionen vor der Abfahrt und ich bin mir sicher, der Mossad (Geheimdienst) hatte seine Spione überall verstreut … diese Leute sind Mitglieder humanitäre Organisationen und bringen dringend notwendige Dinge nach Gaza .. sie wurden ausreichend überprüft ..

Und übrigens, wenn wir von Gewalt sprechen:  (immer geht es nur um die „Raketen der Hamas“) … doch der dreiwöchige Angriff auf Gaza (Ende 2008 -20.Jänner 2009) bei dem 1.400 Menschen getötet wurden, 5.000 verletzt wurden, 50.000 obdachlos wurden .. . ist das kein Thema mehr? Und jetzt, 16 Monate später wird noch immer kein Baumaterial reingelassen ….

Und davon abgesehen, wenn sie trotz allem einen Hilfskonvoi stoppen wollen, eine Schiffsflotte, dann gibt es immer Möglichkeiten, dass so zu machen, dass niemand getötet wird. Man kann große Schiffe zum Abdrehen zwingen, usw. ganz zu schweigen von so kleinen Booten wie unser 10m Boot.

Man braucht doch kein Überfallkommando, das bei Nacht und Nebel, mit exzessiver Gewalt, die Leute terrorisiert

Es gibt doch auch andere Wege, wenn man sich noch Werte wie Menschlichkeit, Anstand und die Einhaltung internationaler Rechtsvorschriften erhalten will …

.. und noch dazu in internationalen Gewässern, also wirklich, sie sind Piraten .. sie entführen Menschen, stehlen ihre Sachen. Sie haben wahrscheinlich Ausrüstung im Wert von mehr als einer Million Dollar gestohlen …

Ich bin derzeit in Istanbul … ja, Gepäckstücke sind angekommen, aber es nichts von unseren Sachen darin …. Sie haben alles an sich genommen. Sie haben es gestohlen. Man sollte auf dem Schwarzmarkt in Israel nachsehen, irgendwer verdient sich eine goldene Nase mit dieser Nummer …

...als wir zum Flughafen gebracht wurden,

“..ich habe noch nie in meinem Leben, angeblich professionelle Vollzugsorgane gesehen, die andere Menschen so herabwürdigend behandelt haben … sie haben gelacht, sich lustig gemacht, geschmacklose Kommentare über die Verletzten und Getöteten .. es war erbärmlich, eine widerliche Vorstellung dieser Truppe ….”

Und ich denke, was wir, als Ausländer dort gesehen haben, ist nur die Spitze des Eisberges dessen, was die Palästinenser jeden Tag erdulden müssen …

„Sie waren darauf  eingestellt und vorbereitet,  unschuldige Zivilisten zu töten.“

Mehr Info: Institute for Middle East Understanding

Zum Abschluss noch mal Huwaida Arraf:

„Es gab keinen Grund uns anzugreifen, sie wussten genau, dass wir keine Bedrohung für sie darstellten.

… Wir waren unbewaffnete Zivilisten. Sie wussten, dass das Schiff und die Ladung vor der Abfahrt gründlich untersucht worden waren (inklusive Bodyscanner für die Personen, die an Bord gingen)

…Wir sagten ihnen, dass wir bereit seien, zusätzliche Inspektionen zuzulassen, etwa von der UN oder vom Internationalen Roten Kreuz. Wir haben nichts verschwiegen und nichts versteckt.

Deshalb gab es absolut keine Rechtfertigung für diese brutale Gewaltanwendung gegen uns.  Man muss sich dass einmal klarmachen, bewaffnete Überfallkommandos mitten in der Nacht auf zivile Schiffe loszulassen, die nur Hilfsgüter für Gaza liefern wollen …

Und jetzt tun sie so großmütig, sie hätten doch die Ladung selbst verteilt, wenn wir  uns gebeugt und in Ashdod angelegt hätten, damit sie die Ladung inspizieren konnten … Aber das ist doch absurd! Denn genau diese Dinge haben sie seit drei Jahren EBEN NICHT nach Gaza hinein gelassen! Dinge wie Wasserfilter, Bücher und Hefte für Schulen, Baumaterial, Fertigteile für Häuser, usw.

Sie lassen gerade nur soviel hinein, dass die Menschen nicht verhungern, nicht völlig zugrunde gehen, aber ihr Dasein ist so furchtbar, so hoffnungslos, das ist doch kein Leben mehr! 80% der Menschen sind auf Almosen angewiesen, auf Lebensmittelspenden von der UN! Die Wirtschaft liegt am Boden, die Felder sind weitgehend zerstört [bei Operation Cast Lead wurden auch mehr als 100.ooo Hühner getötet, Fleisch ist absoluter Luxus …]

Wir wollen diesen Teufelskreis nicht perpetuieren … Diese unmenschliche Politik muss aufhören! Es genügt nicht, „Hilfsgüter“ zu bringen, die Menschen brauchen Freiheit, Selbstbestimmung, Zugang zur Außenwelt, damit sie importieren und exportieren können, eine Wirtschaft aufbauen können.

Damit sie ein Leben in Würde führen können und nicht mehr zu  Almosenempfängern degradiert werden

WICHTIGER BACKGROUND UND KONTEXT:

(Bitte klicken Sie auf die Bilder)

Noam Chomsky über die “wahre Gefahr” der Gaza Flotte …

Berichte von Human Rights Watch über die Situation in Gaza:

http://hrw.org/en/news/2009/01/12/deprived-and-endangered-humanitarian-crisis-gaza-strip

Berichte der UN (OCHA):

http://www.ochaopt.org/gazacrisis/index.php?section=3

Was die Besatzung und die „Siedlungen“ in der West Bank bedeuten : Terror – jeden Tag …

http://www.ochaopt.org/documents

<<< B’TSELEM  Berichte


Was ehemalige israelische Soldaten über die “moralischste Armee der Welt” sagen  (die Ermunterung zur Brutalität und Unmenschlichkeit kommt von “ganz oben”, … die Aberkennung der Menschenwürde der “Arabushim”   erinnert uns an die dunkelsten Tage in Nazi-Deutschland  ..) :

“Das Brennende Gewissen” ….


Was die Besatzung wirklich bedeutet (DAUERTERROR – hier ist das Wort wirklich angebracht) , was man den Palästinensern seit Jahrzehnten angetan hat, aber hier nie erwähnt wird, die völlige Isolierung aus dem historischen Kontext, Gewalt existiert im Vakuum, “Terror, Terror, Terror = Hamas, Hisbollah, Iran- die Bösen, gegen die wir uns doch wehren müssen … die uns alle  vernichten wollen…

Dieser Idioten- und Papageienjournalismus wird uns täglich präsentiert ….

… aber noch haben wir die Fähigkeit, selbständig zu denken (und die historischen Fakten zu überprüfen) nicht verloren …. oder?




Mörder Ohne Grenzen (2): Psychoterror

Israel: National Identity?

Sie haben überall Gewalt angewendet, nicht nur auf der Mavi Marmara. Zu behaupten, die Todesfälle auf der  Mavi Marmara und die massive Gewalt gegen die Passagiere, sei das Resultat des Empfangs, den man ihnen dort bereitet hat, ist eine absolute Lüge.“

Alex Harrisson, britische Staatsbürgerin, Aktivistin für „Free Gaza“

war nicht an Bord der Mavi Marmara, sondern auf einem der kleinen Schiffe, (Samoud) sagte aus, dass sie Witwe des ermordeten Çetin Topçuoglu ….  ohne jedes Mitgefühl behandelt wurde, ohne Rücksicht auf ihre Trauer; sie wurde von ihrem Mann getrennt, gefesselt, in eine Zelle gebracht, wie alle anderen. Am zweiten Tag zeigte man ihr ein Bild ihres getöteten Mannes, sie sollte ihn identifizieren.

Sein Gesicht war völlig entstellt, “Ich erkannte ihn nur an seinem Mund“

„Einige der Frauen weigerten sich, das Dokument („illegale Einreise“) zu unterschreiben und protestierten auch gegen die (wirklich illegale) Deportation, weil man ihnen all ihren Besitz  abgenommen  hatte.  Ich wollte auch nicht völlig mittellos in ein anders Land reisen, nur mit meinen Kleidern am Leib und wollte versuchen zu bleiben, um ein Gerichtsverfahren in Israel einzuleiten (die Abschiebung war auch nach israelischem Recht illegal)

Der britische Konsularbeamte sagte, auf die Feststellung, dass Israel sich einen Dreck um internationales Recht scherte, lapidar „ …Ja, ich weiß, aber sie machen es eben so“

„Die Rohheit und Unmenschlichkeit, die sie an den Tag legten, geht mir nicht aus dem Kopf“.

Die 15 Frauen wurden zuerst für sechs Stunden in einen Gefängniswagen (Metallgehäuse, damit es schön heiß wurde) gesperrt, ohne Wasser und Toiletten. Dann brachte man sie  in eine Art eingezäunten „Laufstall“, wo sie von Soldaten weiter gedemütigt wurden (sie machten gegen ihren Willen Fotos, sexistische Zurufe, hämisches Gelächter, Pfiffe, etc.). Zweimal kamen Soldaten herein und begannen die Frauen zu schlagen (ohne Provokation).

Wir konnten sehen wie kleine Gruppen von Männern hereingeführt wurden, von denen mindestens drei völlig verprügelt wurden (einer davon war Kevin O’Keefe – siehe Teil 1) Einer wurde so schwer verletzt, dass er nicht fliegen konnte.

Aber das traurigste und unmenschlichste was ich dort sah, waren die verletzten Türken, die zum Flugzeug gehen wollten.

Sie hatten immer noch die blutverschmierten Sachen an, die sie auf der Mavi Marmara getragen hatten.  Die Israelis haben ihnen nicht erlaubt zu duschen, oder ihnen frische Kleidung gegeben.

Ich sah, dass viele von Ihnen bandagierte Füße hatten und fragte warum. Sie antworteten, man habe vom Helikopter aus auf ihre Füße gezielt, deshalb hatten sie alle Schmerzen beim Gehen, konnten nicht auftreten. Doch man gab ihnen keinerlei Gehhilfe, Krücken oder Rollstühle, nichts. Und als andere versuchten, ihnen zu helfen, sie zu stützen, ihnen den Arm anboten, wurden sie weggezogen, angeschrieen und geschlagen.

Man ließ die Türken mit ihren Fußverletzungen auf einem Bein zum Flugzeug hüpfen … das war pure Demütigung.

Aber was wir erlebten, war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was den Palästinensern jeden Tag angetan wird … wird dürfen nicht aufhören, Druck auf unsere Regierungen zu machen ….wir müssen laut und ständig für Sanktionen gegen Israel lobbyieren .. sie müssen die diplomatischen Beziehungen zu Israel auf Eis legen, die Blockade stoppen, mit Gaza Handel treiben

Hier geht es nicht um „Hilfsgüter“. Gaza ist keine Naturkatastrophe. Hier geht es um Menschenrechte. Freiheit. Würde.


Das Märchen, dass die Gewaltexzesse auf der Mavi Marmara von den Aktivisten ausgingen ist an sich schon durch die vielen übereinstimmenden Zeugenaussagen widerlegt. Doch auch die Berichte von den anderen Booten bestätigen, dass die israelische Darstellung eine unverschämte Lüge ist:

Griechische Aktivisten sagten nach ihrer Ankunft in Athen, die israelischen Soldaten hätten jeden brutal geschlagen, der versucht hatte, Widerstand zu leisten. „Sie hatten Gummigeschosse, Tränengas, Elektroschock-Waffen um die Passagiere einzuschüchtern und kleinzukriegen.”

Die vier Griechen gaben an, dass alle, die sich weigerten, das vorgelegte Dokument zu unterschreiben (illegale Einreise und Deportation), geschlagen wurden. (deckt sich mit der Aussage von Alex) Als sie zu zittern begannen, erhielten sie Injektionen. Dann wurden sie wieder geschlagen … Dann haben sie uns in Zellen gebracht, ohne Fenster, ohne Licht für 24 Stunden … totale Isolation ..

Ahmed Brahimi,  koordinierte die Flotten- Teilnehmer aus Algerien;

„Sie haben uns gedemütigt. Wir waren unbewaffnet, wir wollten nicht  kämpfen.”

„Wir haben gerade unsere Morgengebete gesprochen, als die Israelis den ersten Versuch machten, das Schiff zu entern. Wir holten uns Holzstecken und was wir sonst noch an Bord finden konnten, um uns zu verteidigen…. Sie haben uns die  Mobiltelefone abgenommen, haben uns nicht erlaubt, die Toilette zu benutzen, unsere Hände waren gefesselt und einige mussten auf dem Bauch liegen.

Sie sagten uns, wir müssten ein Dokument unterschreiben, das wir nicht verstanden, doch wir haben uns geweigert, weil wir Hebräisch nicht verstehen und weil wir Israel nicht anerkennen!

Paveen Yaqub, 39, eine pakistanisch-englische Aktivistin aus Yorkshire

„Sie waren brutal und emotionslos, während wir zusammen getrieben und gefesselt wurden und haben die ganze Zeit Maschinengewehre auf uns gerichtet, mit dem Finger am Abzug. Als ich versuchte, ihnen klar zu machen, dass wir Hilfe für die Verletzten brauchen, haben sie nur gelacht.“

„Bei der Ankunft in Ashdod jubelten die dort versammelten Leute, als ob es einen Grund zum Feiern gäbe.  Sie haben uns vorbei getrieben, wie eine Herde. Es war so bizarr, wir fühlten uns wie Tiere im Zoo.“

(N.B: Die Genfer Konvention verbietet das „Vorführen“ von Gefangenen als erniedrigende Prozedur)

Als sie sich weigerte, ein Dokument zu unterschreiben, das sie nicht verstand, wurde sie sechs  Stunden lang in einem Gefängniswagen eingesperrt, ohne Wasser und Nahrung, ohne Toilette.  (bestätigt Aussagen von Alex Harrisson)

Wenn ich gehen musste, „haben Sie  gegen meine Beine getreten, damit ich hinfalle und sich über mich lustig gemacht. Manche wollten Fotos von dieser Demütigung machen, eine Art „Trophäe“ für die Polizisten. Sie haben mich auch durchsucht (body search), aber darüber möchte ich nicht sprechen. Sie hatten Spaß daran, uns zu demütigen.“

„Es war ein Albtraum. Sie haben uns (psychisch) terrorisiert, während wir festgehalten wurden. Ich habe seit Tagen nicht geschlafen. Ich musste einen Hungerstreik anfangen, damit ich telefonieren durfte.“

„Mir wurde klar – wenn selbst internationale Hilfsorganisationen so erniedrigend behandelt werden, was müssen dann erst die Palästinenser erleiden, die ständig solchen Repressalien ausgesetzt sind?“

Paveen sagt, sie will trotz der schockierenden Erlebnisse wieder an einem Konvoi teilnehmen. … „Das große Problem ist, nur wenig Leute wissen, was dort wirklich los ist.“

Sarah Colborne, leitende Direktorin der Palestine Solidarity Campaign

„Der Angriff war ein Akt der Piraterie und ein Massaker. Ich sah, wie ein Mann von einem Soldaten erschossen wurde (durch Kopfschuss) .“

Als ich auf das oberste Deck kam, sah ich die Dinghies der Israelis, voll gestopft mit Waffen. Ich konnte nicht einmal zählen, wie viele Boote es waren.  Schiffe, Helikopter, Schüsse … es war einfach ein Horror.

Sie haben unser gesamtes Equipment konfisziert, unsere Handies, die Kameras, alles, damit die Welt nicht erfährt, was wirklich passiert ist.“

Hier ist das ganze Interview

Jamal El Shayyal, britischer Staatsbürger und Al Jazeera Reporter

Die Pressefreiheit wurde, ganz zu schweigen von der Verletzung anderer zivilen Rechte, bei dem Überfall auf die Schiffe ebenfalls mit Füßen getreten. „

“Jeder, der die barbarischen Methoden und die kriminelle Politik Israels kritisiert oder dagegen Widerstand leistet, wird mit totaler Verachtung  behandelt.“

Shamal sagte aus, dass ihm die Organisatoren der IHH uneingeschränkten Zugang zu allen Bereichen des Schiffes ermöglicht hatten ( „I was able to inspect every cm of the ship“) und dass er alles gefilmt hat. Es gab keine Waffen. Er hatte vorher noch darüber Witze gemacht, dass die „gefährlichsten“ Dinge an Bord, Obst und Gemüse seien (Dinge, die man werfen kann, z.B. Kohlköpfe, etc.)

„Der Kapitän hatte vorher sogar angeordnet, den Kurs zu ändern – weiter weg von der Küste, in internationalen Gewässern, um jede Konfrontation in der Nacht zu vermeiden. … Dann sahen wir die großen Schlauchboote („Zodiacs“) an beiden Seiten des Schiffes … zwei Helikopter tauchten über uns auf (ohne Licht) … einer davon versuchte die Satellitenschüssel zu zerstören …(was auch gelang)

Dann kam der Schuss vom Helikopter –  .. ein türkischer Aktivist, [Cevdet Kiliçlar ] der filmte, wurde von oben am Kopf getroffen … das passierte noch bevor ein einziger Soldat an Bord gekommen war ein anderer Türke zog sein weißes T-Shirt aus und hielt es als Weiße Flagge hoch, ein klares Zeichen der Kapitulation .. aber sie feuerten weiter Schüsse auf unsere Leute … dann hielten wir ein Schild hoch, auf dem in Hebräisch stand, dass wir uns ergeben … wieder kein Effekt …

Es waren surreale Szenen —  Schock, Horror, überall Blut, Angst und Chaos … Die Ärzte hatten alle Hände voll zu tun (waren auf solche schweren Wunden nicht eingestellt);

Hanin Zouabi, die arabische Abgeordnete der Knesset, versuchte, Hilfe zu bekommen: Sie sagte zu ihnen  in drei Sprachen (Hebräisch / Arabisch / Englisch) Bitte Helfen Sie uns!, Wir haben Schwerverletzte und brauchen medizinische Hilfe!

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…  das ist die “einzige Demokratie im Nahen Osten” …

HANIN ZOUABI erhielt MORDDROHUNGEN I in Israel und wurde im Parlament, der  KNESSET beschimpft (“terroristin!”) und eingeschüchtert;  ihre Privilegien  als Parlamentarier teilweise aberkannt

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(Fortsetzung der Zeugenaussagen):

Keine Reaktion.  Dann nahm sie ein Stück Karton und schrieb darauf: BITTE HELFEN SIE UNS! …dann sahen wir den roten Laser-punkt auf ihrer Stirn [Zielmarkierer der Waffen, die das Überfallkommando benutzte, auf dem Video im vorhergehenden Beitrag zu erkennen] ..

Inzwischen starb einer der Verletzten. Hanan versuchte weiter, medizinische Hilfe zu bekommen … aber sie waren taub für unsere Verzweiflung … die Türken starben innerhalb von drei Stunden … sie sind verblutet wir hatten ja keine Ausrüstung für Transfusionen…. Man hat sie  quasi zweimal umgebracht: zuerst durch die Schussverletzung und dann durch unterlassene Hilfeleistung …

Schließlich haben sie erlaubt, die Verletzten zu evakuieren,  (etwa 40) doch ca. 15 waren so schwer verletzt, dass sie nicht gehen konnten, sie konnten nur liegend transportiert werden und auch dass nur mit größter Vorsicht…aber sie weigerten sich, uns Tragen zu geben … man hat ihnen die Infusionsschläuche herausgerissen und sie wie Kartoffelsäcke behandelt … einige haben geschrieen … es war furchtbar“

Nachdem die Verletzten weggebracht wurden, durften wir an Deck gehen; sie haben (Hände hinter dem Rücken) gefesselt; wir mussten stundenlang auf dem Boden kniendurften nicht miteinander sprechen, nicht auf die Toilette gehen … währenddessen haben sie unten alles durchwühlt, Hunde eingesetzt, es war eine einzige Verwüstung …

Ein Palästinenser war an Bord, um zu seiner Familie zurückzukehren: er hatte Gaza verlassen, um medizinische Behandlung für seine krebskranke Frau zu organisieren, durfte dann aber nicht mehr zurückkehren …er hatte Diabetes und musste zur Toilette, doch sie verboten es und lachten … er musste (wie viele andere)  in die Hose machen ….

Ein Aktivist aus Malaysia flehte sie an, seine Handfesseln etwas zu lockern, einmal, zweimal, dreimal .. ein Soldat ging zu ihm und zog sie noch fester an, den Schrei werde ich nie vergessen …..

In Ashdod erwartete uns ein Schild mit der Aufschrift „Welcome to Israel“ … welche Ironie … wir waren immer noch gefesselt .. man sagte uns, wir müssten unterschreiben, dass wir illegal nach Israel eingereist seien und deswegen deportiert werden ….  Ich weigerte mich, denn … um das ganz klar zu machen:

Wir wurden GEKIDNAPPED – nicht „festgenommen“, nicht „verhaftet“, das ganze war illegal

man nahm uns die Pässe ab … ich wurde von den anderen Journalisten abgesondert … Ich durfte keinen Kontakt mit dem Konsulat aufnehmen, kein Telefonat führen, gar nichts  [eine klare Verletzung  ziviler Rechte} ich habe 24 Stunden lang nichts zu essen gehabt, als es dann eine Mahlzeit gab, war die Menge so gering bemessen, dass einige leer ausgingen … ich wurde in eine winzige Zelle gebracht .. Am Dienstag kam eine Gruppe palästinensischer Rechtsanwälte …

Die türkische Regierung machte großen Druck und so sollten die türkischen Teilnehmer als erstes freigelassen werden, doch die IHH Organisatoren weigerten sich, sie wollten erst gehen, wenn ALLE Aktivisten wieder frei waren ….

Am Ben-Gurion Flughafen drückten sie mir einen fremden Pass in die Hand und sagten: „Gratulation! Das ist Dein neuer Pass!“ (DUBAI!) Das ganze war natürlich auch ein Schlag in Gesicht für Großbritannien – sie zeigten ihre völlige Verachtung für internationales Recht und alle, die sich gegen ihre Verbrechen zur Wehr setzen …

Osama Qashoo, Exil- Palästinenser, Filmemacher (seine Familie lebt in der West Bank)

Auch er bestätigt, dass vom Helikopter geschossen wurde, bevor das Boot geentert wurde, (also massive Gewaltanwendung des Überfallkommandos, zwei Schwerverletzte, bzw. Tote,  bevor die Aktivisten sich wehrten – keine Rede von Selbstverteidigung).

„Ich sah unseren türkischen Webmaster, Cevdet Kiliçlar (38) der filmte, als er plötzlich zusammensackte. Ich wollte ihn wegbringen, zur medizinischen Ambulanz, .. plötzlich spürte ich etwas warmes in meiner Hand … es war sein Gehirn … alles war voller Blut, Chaos, Entsetzen, ein Wahnsinn …“

Die Kugeln kamen von überall (anfangs dachte man, es seien nur „Gummigeschoße“ (Metallkern mit Gummimantel), doch es war scharfe Munition …Kurze Zeit später gab es einen zweiten Türken, der angeschossen wurde und bald starb , Ali Haydar Bengi (39) …

Später baten wir um Tragen für die Schwerverletzten, doch sie weigerten sich, uns welche zu geben …einer schrie vor Schmerzen, als sie ihn wegbrachten ….

… Sie haben alles gefilmt … (unsere Kameras, Handies, etc. wurden uns abgenommen)

(Später, nachdem die Verletzten evakuiert waren) „… ein 84-jähriger Mann musste auf die Toilette, er bettelte … sie sagten ihm, er sollte sich doch anpinkeln, der alte Mann saß dann in seinem eigenen Urin,  … ich konnte diese Demütigung nicht ertragen und rastete aus … schrie sie an

.. dann haben sie zwei meiner Finger miteinander verhakt (einen von jeder Hand) und dann die Hände gefesselt, ich habe so etwas noch nie gesehen (vier meiner Finger sind seitdem gefühllos) … dann musste ich mich hinknien …vorher haben sie zwei Metallrohre unter meine Beine gelegt .. ich war eine Art lebender „Trolley“, dann setzen sich zwei Soldaten auf mich .. andere kamen, traten mich, spuckten auf mich, schütteten Wasser über meinen Kopf..“

Einer der türkischen Crew  hatte seine Frau und seinen einjährigen Sohn mitgenommen … sie schlugen ihn vor dem Kind, dass dann immer laut zu schreien anfing ….

In Ashdod wurden wir von Typen betreut, die sich „social services“ nannten (!) … auf Fragen, antworteten sie, wie Roboter: „..wir haben das Recht, uns zu verteidigen …“

(Originalaussagen in Englisch: siehe HIER)

Um die Pathologie des Zionismus zu erfassen, und den wahnsinnigen Staat, (“lunatic state”, Norman Finkelstein) den er hervorgebracht hat, hilft ein Zitat von Golda Meir :

” I will never forgive the Arabs for forcing us to kill them”

In diesem Fall würde sie, das Wort “Araber” durch “Türken” oder “Aktivisten” ersetzen …

Wer begreifen will, wie gefährlich der Zionismus ist, und wie künstlich  die ” nationale Identität” Israels ist, dem sei dieses Buch empfohlen:

(Klicken Sie auf das Bild, um den Autor zu hören)

Wie lange schaut die Welt noch tatenlos zu, wie dieser Schurkenstaat systematischVerbrechen begeht und sich für immer und ewig hinter dem Schutzschild des Holocaust versteckt?  Haben nicht gerade die Europäer, besonders die Deutschen eine moralische Verpflichtung, den Entrechteten und Gedemütigten zu helfen,  nicht die Unterdrücker und Mörder durch Stillschweigen zu decken?

Was für eine erbärmliche Rolle spielen unsere Journalisten in dieser Farce?

Die Türkei darf nicht in die EU wegen “Demokratiedefiziten” – aber  Israel ist ein bevorzugter Handelspartner, soll das ein Witz sein?

Fortsetzung folgt ….

Mörder Ohne Grenzen

Was passierte auf der MAVI MARMARA?

Die PR-Maschinerie Israels läuft auf Hochtouren und soll verhindern, dass die “Zuschauer” noch selbständig denken können. Aus Angreifern und Mördern werden Opfer, die sich – wie immer – nur gegen böse “Terroristen” verteidigen müssen. Eigentlich wäre es eine lächerliche Farce, wenn es nicht neun Tote und -zig Verletzte gäbe und ein Mantel des Schweigens von den Medien über die systematischen Lügen Israels gelegt würde.

Ein Vergleich der – in weiten Teilen übereinstimmenden – Zeugenaussagen zeigt, dass sie die Wahrheit sagen und das ungeschnittene Video (siehe ganz unten)  bringt den endgültigen Beweis dafür. Ganz zu schweigen davon, dass die israelische Regierung bzw. die IDF (israelisches Militär)  NULL Glaubwürdigkeit hat, wenn man die historischen Fakten kennt.

Hier ist der erste Teil der relevanten Zeugenaussagen:

Das war absolut KEIN Akt der Selbstverteidigung. Es war ein Angriff in internationalen Gewässern, auf eine friedliche Mission und ein klarer  Akt der Piraterie“. Wir wollten zeigen, dass wir friedlich sind, hatten keine Waffen … und außerdem wussten wir ja, das wir gegen solche Einheiten keine Chance hätten.“

Norman Paech, Die Linke

„Wir fühlten uns wie in einem Krieg, wie bei einem Kidnapping.“ Wir wollten Hilfsgüter bringen und niemand hatte eine Waffe“.

Inge Hoeger und Annette Groth, MDB für Die Linke

Mattias Gardell , Professor für vergleichende Religionswissenschaften an der Universität Uppsala in Schweden

“Wir waren Zeugen vorsätzlich geplanter  Morde”

Die Soldaten kamen mit scharfen Waffen an Bord, die  mit Laser-Zielmarkern ausgestattet waren und es wurden mindestens vier Menschen durch gezielte Exekutionen getötet.

Das war ein militärischer Angriff auf eine humanitäre Hilfsaktion weit draußen in internationalen Gewässern. Es war eine sehr überraschende und aggressive Überreaktion Israels. …Wenn sie von einem Überfallkommando attackiert werden, haben Sie natürlich das Recht, sich zu verteidigen. Es ist doch nicht so, dass Israel eine Art Superpolizist ist, gegen den sich kein menschliches Wesen verteidigen darf … Viele Leute auf diesem Schiff  hatten sehr große Angst,  befürchteten,  sie könnten uns alle umbringen … Sollten wir nur da sitzen quasi  nach dem Motto: schießen Sie nur ….

Kevin Ovenden,  UK, für Viva Palestina (Auszüge aus Interviews)

„Zuerst warfen sie Handgranaten mit Aufschlagzündern (explodieren beim Aufprall), die schwere Verletzungen hervorrufen, wenn Menschen in der Nähe sind. Mitten in der Nacht auf einem Boot mit über 500 Leuten durch diese Granaten Panik zu provozieren, ist an sich schon skandalös. Dann kamen die „Zodiacs“, militärische Schlauchboote an unsere Seite, mit  schwer bewaffneten Spezialkommandos [staatlich trainierte Mörder in Uniform], so wie sie oft in den amerikanischen Filmen verherrlicht werden

Ein Helikopter bezog Stellung über dem Schiff und Soldaten wurden abgeseilt. Inzwischen gab es natürlich große Aufruhr auf dem Schiff. Viele versuchten, mit ihrem Körper die Enterung des Schiffes zu verhindern, sie wegzuschieben, den Weg zu blockieren, etc.

Zwei Soldaten wurden so bedrängt, dass sie vom Oberdeck auf das darunter liegende fielen. Es hatte bereits Schüsse gegeben und wir dachten, es seien mit Gummi ummantelte Stahlkugeln, die allerdings auch tödlich sein können. Unmittelbar darauf hörten wir aber das eindeutige Geräusch von scharfer Munition, aber nicht wild drauflos, sondern gezielt von beiden Seiten (der Zodiacs, die das Schiff umgaben).

Nicci Enchmarch (Fotografin, für Viva Palästina) stand direkt neben einem türkischen Journalisten, als er mit einem gezielten Schuss in die Stirn getötet wurde. Die Schlagkraft war so groß, dass ein Drittel des Hinterkopfes samt Gehirnmasse herausgerissen wurde …

Nachdem sie das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht hatten und die Leute brutal zusammen getrieben wurden, haben sie alles auf den Kopf gestellt, um nach “Waffen” zu suchen. Dann wurde das Ergebnis präsentiert: sie haben alle Küchenmesser geholt, andere Objekte, die Teil der normalen Schiffsausrüstung sind, usw. Die wurden aber garantiert nicht als Waffen benutzt. Der Beweis dafür sind ja die beiden israelischen Soldaten, die entwaffnet wurden. Sie wurden zwar dabei leicht verletzt, (sie konnten noch gehen) aber medizinisch versorgt und dann an ihre Einheit übergeben. Man hat sie sogar „bewacht“, damit niemand, seine Empörung und Wut über den Angriff an ihnen auslassen konnte.

Die Gewaltbilanz ist ganz eindeutig, egal auf welchen Hochtouren die israelische Lügenmaschine läuft: neun getötete Aktivisten (30 Schüsse!), und zwei, drei israelische Soldaten, die eins auf die Nase gekriegt haben, um sie zu entwaffnen. (siehe dazu die Aussagen von Ex-Marine Kevin O’Keefe weiter unten)

Unsere Leute wurden an verschiedenen Stellen an Deck getötet. Der Angriff dauerte etwa eine halbe Stunde. Dann wurde über Lautsprecher verkündet, dass wir in der Gewalt der Soldaten sind. Der Captain sagte, wir sollten keinen Widerstand leisten. Viele dachten, sie könnten einfach durch ihre körperliche Präsenz die Übernahme hinauszögern bzw. das Leben der anderen Passagiere schützen. Was würde passieren, wenn sie ins Innere des Schiffes vordrängen? Wir gingen also dann zu den Schlafräumen und die Israelis verteilten sich auf den Gängen und besetzten die Brücke, den Maschinenraum, etc.

Über den Lautsprecher baten wir die Soldaten um Hilfe für die vielen Verletzten und Hanin Souabi, arabische Knesset-Abgeordnete, die fließend Hebräisch spricht, zeigte Ihnen ein Schild mit der Bitte um medizinische Hilfe, weil unsere Ambulanz für solche schweren Wunden und so viele Verwundete nicht ausgerüstet war. Außerdem waren immer noch einige Opfer auf Deck, wir konnten sie in all dem Chaos nicht bergen, wir wussten damals auch noch nicht, wie viele es wirklich waren.

Die Antwort kam prompt: Geh zurück oder wir schießen! Das galt für jeden, der versuchte, mit den Israelis Kontakt aufzunehmen.

Währenddessen verbluteten die Schwerverletzten, die mehrere Schusswunden hatten

Erst nach mehr als einer Stunde wurde uns gestattet, die Verletzten (bzw. Toten) zu evakuieren. Danach wurden wird mit einer Mischung aus Verachtung, Demütigung und bewusster  Erniedrigung behandelt. Selbst vor den Verwundeten zeigten die Israelis keinen Funken Menschlichkeit: wir übergaben sie auf Tragen, mit Bauchschüssen und schweren Beinverletzungen. Doch die Soldaten haben sie wie einen Sack Kartoffeln behandelt und nach oben befördert. Wir schickten erfahrene Sanitäter mit, doch sie wurden gefilzt, gefesselt und daran gehindert, die Verletzten zu begleiten.

Wir durften nicht nach oben gehen, wo die meisten der Verletzten waren. Daher dauerte es einige Zeit, bis wir wussten, was los war. Es sind immer noch zwei Verletzte in kritischem Zustand (in Israel) und sechs in einem Krankenhaus in Ankara. Es kann daher durchaus sein, dass es noch mehr Tote geben wird.

Nachdem das Schiff gestoppt war und die Verwundeten weggebracht worden waren, wurden wir einer nach dem anderen an Deck gebracht, gründlich durchsucht und  dann wurde uns so gut wie alles abgenommen (einige mussten ihre Pässe abgeben). Dann wurden wir mit Plastikbändern, die Hände auf dem Rücken, gefesselt. (nur Journalisten und MPs waren von den Handfesseln ausgenommen) und auf den Decks verteilt. Viele mussten in Stresspositionen sitzen und wir durften nicht sprechen. Wer etwas fragte, wurde niedergedrückt. [wer auf die Toilette wollte, musste darum betteln und auch das nur mit gefesselten Händen] Jeder, der versuchte aufzustehen, wurde mit dem Gewehr vor der Nase zu Boden geworfen, es waren all diese demütigenden, „counter-insurgency“ Taktiken, die man aus dem Irakkrieg oder aus Afghanistan kennt – wo „anti-terror“ Einheiten die Bevölkerung einschüchtern, damit sie keinen Widerstand mehr leisten ….

Ich sah einen Engländer, der auf den Knien sitzen musste, die Hände hinter dem Rücken gefesselt, der dreimal ins Gesicht geschlagen wurde. Drei palästinensische Männer wurden die Augen verbunden, dann wurden sie so getreten, dass sie, gefesselt zu Boden fielen.

Sheikh Raed Salam—der Führer der islamischen Bewegung, aus Jerusalem wurde massiv eingeschüchtert, hat aber immer die Haltung bewahrt.

Die ganze Atmosphäre war so bedrohlich, dass man berechtigte Angst haben musste, jemand könnte erschossen werden, obwohl er gefesselt war. In Ashdod wurden wir verhört und dabei wurden Methoden der Demütigung, Erniedrigung und Einschüchterung praktiziert. Doch man sagte uns, wir würden eben nur deportiert werden und nach der behördlichen „Erfassung“ würde man unsere beschlagnahmten Sachen wieder zurückgeben. Danach wurden wir aber in Gefängnisfahrzeuge geführt, nicht „gleich zum Flughafen gebracht“, wie man uns versprochen hatte.

Das war alles ein Spiel mit unseren Nerven, um uns Angst zu machen. Schließlich wurden wir in eine, eigens für diesen Zweck eingerichtete Gefängnisanlage in der Negev Wüste gebracht. Ich kam in der Nacht von Sonntag auf Montag dort an und wurde am Mittwoch, den 2.Juni wieder freigelassen.

Die Behandlung war völlig inakzeptabel. Wir wurden völlig isoliert (kein Anruf, kein Kontakt zum Konsulat, keine Kommunikation für 48 Stunden) Es gab kaum etwas zu essen, erst am Dienstag Nachmittag gab es  eine Mahlzeit, als die Diplomaten uns besuchen durften. Die Beamten des Konsulates wurden auch entwürdigend behandelt: ich geben ein Beispiel: der Vertreter der Britischen Botschaft wollte ein privates Gespräch durch eine Gefängnistür führen – wir durften uns nicht Angesicht zu Angesicht treffen – mit zwei britischen Staatsbürgern. Der Aufseher weigerte sich, der Aufforderung nachzukommen.

Als man ihm mit Nachdruck sagte, er solle hinausgehen, holte er zwei andere Aufseher. Als ihm der Diplomat erklärte, dass nach allen internationalen Verträgen und anzuwendenden Gesetzen, ein privates Gespräch mit dem Festgehaltenen ermöglicht werden müsse, antwortete der israelische Aufseher:

Go to your international tribunals, go to your law, we don’t care.”

In gewisse Weise hatte der Mann ja recht: seit Jahrzehnten wissen israelische Regierungsvertreter, dass auf die großen Worte der Diplomaten eben keine Taten folgen: Israel kann machen, was es will ….

Erst durch diesen Kontakt erfuhr ich, was eigentlich passiert war und dass viele Regierungen den Angriff verurteilten und eine Untersuchung fordern. Als wir – im rollenden Gefängnis – zum Flughafen gebracht wurden, sahen wir durch die Fenster die Gesichter der Israelischen Polizei, des Militärs und der Zivilbevölkerung. Ich hatte mich auf Spott und gehässige Bemerkungen eingestellt, aber was ich sah, waren hasserfüllte Blicke und aggressive Gesten. Die Erklärung dafür suchte ich darin, dass das Ansehen Israels trotz „erfolgreicher Operation“ sehr gelitten hatte.

Eines ist sicher. Das war ein gezielter Versuch, Angst zu erzeugen, also um ein politisches Ziel zu erreichen. Das ist die Definition von Terrorismus schlechthin. Wie aus dem Wörterbuch: echter Terrorismus, Staatsterrorismus durch Israel.“

Die vollständigen Interviews gibt es HIER (Englisch) und HIER

KEVIN NEISH, Kanada für  Coalition Against Israeli Apartheid

Bestätigt die Aussagen von Kevin Ogenden:

„Ich hatte gerade ein wenig geschlafen, als ich den Lärm von Granaten und Tränengas hörte, die auf unser Schiff nieder regneten und die Leute in Aufruhr versetzen. Ich war noch im Inneren des Schiffs. Durch das Fenster sah ich das ganze Chaos. … Ich ging dann ganz nach oben, um zu sehen, was dort los war. Ich sah, wie sie (Aktivisten) zwei israelische Soldaten überwältigten, ihnen die Waffen abnahmen und sie dann die Treppe runter stießen … und dann die Verwundeten  und die Toten … die Treppe war voller Blut auf einer Seite, Blut spritzte auf meine Kleidung…

Ich war auf dem hinteren Deck No.2 als der Kapitän über Lautsprecher durchsagte, dass wir das Schiff verloren hatten …sie hatten die Brücke übernommen.. das ganze dauerte etwa eine halbe Stunde, wurde mir später gesagt …

Wir sind alle auf unsere üblichen Plätze gegangen, wo wir ansonsten saßen oder schliefen und warteten, was die Israelis jetzt tun würden.  Sie waren alle noch draußen, auf dem Achterdeck und beobachteten uns durch die Fenster. Sobald jemand nur versuchte, aufzustehen, tauchten die roten Laserpunkte der Zielmarkierer auf und sie schrien uns an, wir sollten gefälligst sitzen bleiben.

Nachem sie das Schiff unter Kontrolle hatten, wurde ich mit Plastikbändern gefesselt – für 25 Stunden und durfte 15 Stunden lang nicht auf die Toilette gehen. Man musste betteln, vor den Typen zu Kreuze kriechen, damit man  aufs Klo gehen durfte. Ich pinkelte daher – irgendwie – auf den Boden,  Denn wenn man versuchte, ausfzustehen, wurde man bedroht mit Hunden, mit Schlägen oder mit einer Waffe an den Kopf …

Dann haben sie die Toten und die Verletzen weggebracht. Hanin war sehr tapfer. Sie setzte sich dafür ein, dass die verwundeten Türken und Araber, und alle die großen Durst hatten, aus der viel zu kleinen Ambulanz herauskamen. Eigentlich gab es dort nur Platz für zwei Leute, doch jetzt war der Raum völlig überfüllt.  Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, denn ich habe seit vier Tagen nicht geschlafen. Als ich im Gefängnis war, ließen sie mich nicht schlafen.

Ken O’Keefe kam in Ankara mit blutverschmiertem Gesicht und Hämatomen am Kopf an;  

„Die Israelis haben mich am Flughafen verprügelt und letzte Nacht im Detentioncenter in Tel Aviv nochmals. Aber das ist nichts, verglichen mit dem, was andere durchgemacht haben. Die Palästinenser kriegen das jeden Tag ab. Das ist alles, was ich habe. Diese blutigen Kleider, das ist alles, was ich habe.

Der US-Journalist Max Blumenthal schreibt dazu:

“Eine der bizarrsten Anschuldigungen die die IDF gegen den früheren US-Amerikaner erheben, ist, er habe geplant, eine Kommandoeinheit in Gaza zu trainieren. Das ist der gleiche Ken O’Keefe, der eine Schiffverbindung mit Hilfslieferungen für Gaza organisierte Aloha Palestine, gemeinsam mit der Schwägerin Tony Blairs, Lauren Booth.“

Warum sollte die Hamas einen Typen engagieren, der gar keine Erfahrung im Guerillakrieg hat, um ihre Elitetruppen auszubilden?

Das macht doch keinen Sinn. Das ganze ist wohl ein Versuch, einen aufrechten Kämpfer für Wahrheit und Gerechtigkeit so durch den Dreck zu ziehen, dass von seinem Charakter nichts mehr übrig bleibt.  Wodurch sich Kevin O’Keefe den Zorn der IDF zugezogen hat?  Ihm war es gelungen, die beiden Soldaten auf der Mavi Marmara zu entwaffnen und sein Statement zum Verhalten der „Elite-Einheit“ ist auch eindeutig:

„Alles, was ich sah, waren Feiglinge mit Waffen in der Hand.“

Hier sind Auszüge aus seiner Erklärung dazu:

Als man mich fragte, ob ich im Falle eines Angriffs das Schiff verteidigen würde, sagte ich begeistert, ja. Ich bin ein großer Befürworter der Gewaltfreiheit, sie muss immer die erste Option sein. Trotzdem beteiligte ich mich an der Verteidigung der Mavi Marmara, weil uns ja gar nichts anderes übrigblieb. Ich sagte das direkt zwei israelischen Agenten, wahrscheinlich Mossad oder Shin Bet und ich sage es jetzt wieder.

Am Morgen des Angriffs war ich direkt involviert bei der Entwaffnung zweier Soldaten. Das war eine gewaltsame, nicht diskutierbare Aktion, denn die beiden hatten bereits zwei Brüder ermordet. Einer davon starb durch eine Kugel mitten in die Stirn, eine offensichtliche Exekution. Ich wusste, die Kommandos waren darauf aus, zu töten, als ich ihnen eine 9mm Pistole abnahm.

Ich hatte die Waffe in meiner Hand und als Ex-Marine, der im Umgang mit Waffen ausgebildet wurde, hatte ich es in meiner Macht, diese Mordwaffe auch auf den Soldaten zu richten, der an diesem Verbrechen beteiligt war. Aber wir taten es eben nicht. Ich nahm ihm die Waffe ab, entfernte die Kugeln und versteckte die Waffe. Ich hoffte, wir könnten die Waffe später als Beweis in einem Strafverfahren vorlegen, in dem die Israelischen Behörden wegen vielfachem Mord angeklagt würden.

Ich war auch daran beteiligt, einem anderen Soldaten sein  Sturmgewehr abzunehmen, das dann  jemand ins Meer geworfen hat. Ich und viele andere kennen die Wahrheit, die das angeblich „mutige und moralische israelische Militär“  zum Gespött macht. Wir hatten drei komplett entwaffnete Soldaten in unserer Gewalt. Sie waren unserer Gnade ausgeliefert, im Inneren des Schiffs, umzingelt von mehr als 100 Männern. Sie hatten die Hosen gestrichen voll und glaubten wohl nicht, dass sie den Tag überleben würden.

Doch sie sahen sich eben nicht einem Feind gegenüber, der ebenso skrupellos ist, wie sie selbst. Stattdessen wurden sie verarztet und schließlich freigelassen. Zwar mit Schrammen und blauen Flecken, aber am Leben. Sie konnten noch die Sonne spüren und die Umarmung ihrer Liebsten. Nicht wie jene, die sie ermordet hatten.  Obwohl wir um unsere Brüder trauerten und voller Wut über ihren Tod waren, ließen wir sie gehen.

Die israelischen Propagandahuren können ihren widerlichen Dreck ausspeien so viel sie wollen, die Soldaten sind die Mörder, wir sind die Verteidiger und wir kämpften nicht nur für unsere Mission, nicht nur für die Menschen in Palästina, wir kämpften im Namen der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit. Wir taten das richtige.

Währen ich von den Israelis  [auf dem Schiff] festgehalten wurde, wurde ich auch gedemütigt und beschimpft. Sogar die Frauen und die Alten haben sie physisch und psychisch angegriffen. Man hat uns den Gang zur Toilette ebenso verweigert, wie das Trinken von Wasser, um den Durst zu löschen (Hitze in der Sonne). Hunde wurden nicht nur auf uns gehetzt, wir wurden selbst wie Hunde behandelt.

Wir wurden in Stresspositionen in die volle Sonne gesetzt, mit gefesselten Händen, die so stark einschnürten, dass fast die Durchblutung abgewürgt wurde. Man hat uns ständig angelogen. Wirklich, ich bin sehr beeindruckt von der Routine und Leichtigkeit, mit der sie lügen. Wir wurden auf verschiedenste Weise gedemütigt und ich wurde geschlagen und gewürgt, bis ich fast ohnmächtig wurde. Dann wurde ich, in meiner Zelle wieder geschlagen.”

O’Keefe hat auf seiner Website Zitate, die ihm sehr viel bedeuten, darunter das folgende von Mahatma Ghandi:

I do believe that, where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence…. I would rather have India resort to arms in order to defend her honour than that she should, in a cowardly manner, become or remain a helpless witness to her own dishonour.”

Kevin O’Keefe  war sicher ein Katalysator für den Widerstand der Aktivisten gegen den brutalen Überfall mitten in der Nacht. Das wussten die Israelis genau. Hier wurde gezielt „shock and awe“ ausgeübt, um Gegengewalt zu provozieren und damit die eigene, kriminelle Gewalt  scheinbar zu legitimieren.

Bestätigt werden viele diese Aussagen durch ein Video, dass die New Yorker Filmemacherin und politische Aktivistin  Iara Lee herausschmuggeln konnte Sie ist Leiterin des „Cultures of Resistance“ Netzwerks und war mit drei anderen US-Bürgern an Bord der Mavi Marmara.

Mehr dazu im zweiten Teil der Zeugenaussagen:

We are civilians. Don’t use violence. And we have extremely injured people. We need medical help,” because we were not prepared medically to take care of, like, dead people. But we were ignored, and a lot of people who were injured actually ended up bleeding to death and died.

MÖRDER AHOI: Killerkommando auf hoher See

Die „neun Toten“, die Israel auf dem Gewissen hat,  haben natürlich auch Namen (siehe die Liste weiter unten). Doch es ist  schwer, Bilder von ihnen im Internet zu finden.

Das ist wohl kein Zufall, denn der Tod eines Menschen berührt viel mehr, wenn man sein Gesicht sieht und etwas über sein Leben erfährt. Doch die Empathie für die Opfer muss natürlich verhindert werden (wie sonst immer, wenn ein Palästinenser getötet wird).

UPDATE: BILDER UND INFOS siehe weiter unten

Schliesslich sagt die Märchenstunde aus Tel Aviv, sie alle hätten „Kontakte“ zu Terroristen gehabt (was aber später revidiert wurde). Mit diesem negativen „Frame“ sollen die Opfer zu Tätern stigmatisiert werden, die es „verdient“ haben, getötet zu werden.

Nach Angaben der forensischen Mediziner wurden die Opfer aus geringer Entfernung erschossen, zwischen 40 und 20 cm. Die verwendete Munition war – mit einer Ausnahme – ein 9mm Kaliber. Keines der Opfer wurde durch einen Querschläger getroffen, alle Schüsse ware direkte „Treffer“.

Die Autopsie ergab weiters, dass nur auf Cegdet Kiliclar aus größerer Entfernung geschossen worden war und zwar mitten in die Stirn.

Das jüngste Opfer, Furkan Dogan war 19 Jahre alt

Er wurde regelrecht massakriert: ein Schuss in die Nase, einer in den Rücken, einer in den Hinterkopf und zwei Schüsse ins linke Bein (einer in den Knöchel)

Diese Wunden sind absolut unvereinbar mit der Behauptung, man habe nur in Notwehr geschossen. Aber wer der israelischen Armee noch irgendetwas glaubt, hat sich von der massiven PR bereits entmündigen lassen.

Furkan hatte die amerikanische Staatsbürgerschaft, aber auch das ist- wie wir ja spätestens seit dem Tod von Rachel Corrie wissen, keine Lebensversicherung mehr, wenn man sich mit Israel anlegt).

RÜCKBLICK: Rachel Corrie wurde durch einen israelischen Bulldozer getötet, währen sie an einem Protest gegen willkürliche Hausdemolierungen in der West Bank teilnahm. Ihre Eltern prozessieren seit sieben Jahren, um die israelische Regierung zur Verantwortung zu ziehen. Erst kürzlich wurde ein Verfahren in Israel eröffnet.

Cetin Topcuotlu wurde durch drei Schüsse getötet: in den Hinterkopf, in die Hüfte und in den Bauch. Seine Frau war ebenfalls an Bord. Bei seinem Begräbnis sagte sie, sie werde auch in Zukunft an Hilfskovois für Gaza teilnehmen, mit ihrem Sohn.

Das älteste Opfer war der 61-jährige Ibrahim Bilgen, ein türkischer Politiker, Ingenieur und Aktivist. Er hinterlässt eine Frau und sechs Kinder. Auch er wurde durch mehrere Schüsse ermordet: in die rechte Schläfe, in die rechte Brust, in den Rücken und in die Hüfte.

Meine (im vorhergehenden Blog) geäußerte Vermutung, Israel habe den brutalen Angriff auch dazu benutzt, neue Waffen zu testen (eigentlich schon grausame „Routine“ für die IDF), wird durch Aussagen der Forensiker erhärtet:

Als wir den Schädel geöffnet hatten, sahen wir das seltsame Objekt im Gehirn zum ersten Mal. Ich arbeite in der forensischen Medizin seit 20 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie gesehen.

Diese „Kugel“ hinterließ eine Wunde, die so aussah wie bei Benutzung einer Jagdflinte, sagte Dr.Ince. Die Eintrittswunde in seiner rechten Schläfe hatte einen Durchmesser zwischen 2 und 2,5 cm.“

Das erinnert uns an die grauenvollen Beschreibungen des norwegischen Arztes Dr.Mads Gilbert während des Massakers in Gaza (Operation Cast Lead), der auch sagte, so etwas habe er noch nie gesehen (siehe meinen damaligen Beitrag über die DIME Waffen)

Neben den Ermordeten neun Türken werden noch 24 weitere Verletzte in Ankara behandelt. Sieben davon sollen sich nach Angaben der behandelten Ärzte in einem kritischen Zustand befinden.

Die Art und Anzahl der Schusswunden lassen keinen Zweifel mehr daran, dass hier ein Massaker veranstaltet wurde, das geplant war (vor allem die Kopfschüsse).

Die Todesopfer dieses kaltblütigen Verbrechens sind (Quelle: The Guardian)

Update 15-Juni (Fotos und Background)

Mordopfer Furkan Dogan

Furkan Dogan, 19 Jahre alt

war in der Abschlussklasse der  Kayseri High School, erwartete die Resultate der Aufnahmeprüfung für die Universität ;  er wollte Medizin studieren; liebte es, Schach zu spielen; er ist der Sohn von  Dr. Ahmet Dogan, Professor an der Erciyes Universität; er hatte duale Staatsbürgerschaft (amerikanisch / türkisch), weil er in den USA geboren wurde; Furkan hat zwei Geschwister.

Terroropfer Cengiz Akyüz

Cengiz Akyüz, 41 Jahre alt

Vier Schusswunden: Hinterkopf, rechte Gesichtshälfte, Rücken, linkes Bein

aus Iskenderun, verheiratet mit Nimet, drei Kinder: Furkan (14), Beyza (12) and Erva Kardelen


Mordopfer Ibrahim Bilgen

Ibrahim Bilgen, 61 Jahre alt

Vier Schusswunden: rechte Brust, Rücken, rechte Hüfte, rechte Schläfe

Elektroingenieur, aus Siirt; Mitglied der Türkischen Ingenieurskammer; Kandidat der “Ran as a Saadet” Partei bei der Parlamentsw und bei der Bürgermeisterwahl  in Siirt 2009;  verheiratet, 6 Kinder


Mordopfer: Cevdet Kılıçlar

Cevdet Kiliclar, 38 Jahre alt

Eine Schusswunde mitten in der Stirn

aus Kayseri; Absolvent der Marmara Universität, Fakultät für Kommunikationswissenschaft; früher Print-Journalist für die ” National Gazette” und “Anatolia Times“. Seit einem Jahr war er Reporter und Webmaster für die türkische Hilfsorganisation IHH); verheiratet mit Derya; zwei Kinder:  Tochter Gülhan, Sohn, Erdem.


Mordopfer Fahri Yaldiz

Fahri Yaldiz, 43 Jahre alt

Vier Einschüsse: linke Brust, linker Fuss, zweimal ins rechte Bein

Feuerwehrmann aus Adiyaman; verheiratet,  vier Söhne.



Mordopfer: Ali Haydar Bengi

Aliheyder Bengi, 39 Jahre alt

Sechs Schusswunden: linke Brust, Bauch, rechter Arm, rechtes Bein, zweimal linke Hand

Absolvent der Al-Azhar Universität in Kairo;  (Arabische Literatur) verheiratet mit Saniye Bengi; vier Kinder: - Mehunur (15), Semanur (10) und die Zwillinge Mohammed and Senanur


Mordopfer: Cetin Topcuoglu

Cetin Topcuoglu, 54 Jahre alt

Drei Schusswunden: Hinterkopf, linke Hüfte, Bauch

aus Adana, ehemaliger Taek-Won-Do Champion, der das türkische Nationalteam trainierte;  verheiratet, ein Sohn: Aytek.


Terroropfer Cengiz Songür

Cengiz Songür, 47 Jahre alt

Eine Schusswunde: mitten in den Hals

aus  Izmir, verheiratet mit  Nurcan; sieben Kinder

Necdet Yildirim, 32 Jahre alt

  • Zwei Schusswunden: rechte Schulter, links in den Rücken

aus  Malatya, arbeitete für IHH, verheiratet mit Refika; eine Tochter, Melek, drei Jahre alt


Unser Mitgefühl für die Familien dieser Opfer können wir nur auf diesemWeg ausdrücken und man kann nur hoffen, dass ihr gewaltsamer Tod nicht vergebens war.

Doch unsere Medien sind schon so daran gewöhnt, Israel in den Arsch zu kriechen oder einfach die (noch so absurden) “Meldungen” vom Fließband der Presseagenturen (“Friedensprozess” (!?!)) abzuschöpfen, dass einem schlecht wird.

Dass Israel offenbar auch die letzten Reste von Menschlichkeit und Moral verloren hat, zeigt sich aber nicht “nur” in der Ermordung dieser Menschen, sondern auch in der Art der Propaganda und perfiden PR-Orgie, die hier losgelassen wurde.

Der Guardian berichtet, dass das Pressebüro der israelischen Regierung ein satirisches  Video verbreitet hat, in dem NACH DEM GRAUENVOLLEN TOD der neun türkischen Männer, die ganze Hilfsaktion ins Lächerliche gezogen wird, wobei natürlich auch rassistische Untertöne nicht zu kurz kommen.

In dem Video treten Israelis auf (teilweise als Araber verkleidet), die sich über das Elend in Gaza lustig machen, es überhaupt leugnen und als gezielten Betrug  (“Con”) der Aktivisten darstellen. Die zur Karikatur degradierten Figuren singen, bewaffnet,  zur Melodie des Welthits “We are the World”, das 1985 im Zuge einer Charity-Aktion zur Bekämpfung des Hungers in Afrika entstanden ist, folgenden Text;

“We con the world, we con the people. We’ll make them all believe the IDF (das israelische Militär) is Jack the Ripper.”

Dann geht es weiter:

“There’s no people dying, so the best that we can do is create the biggest bluff of all.”

Wenige Stunden nachdem das Video an ausländische Medien verteilt worden war, ging jedoch per e-mail eine Entschuldigung ein. Der oberste Pressesprecher  Danny Seaman sagte, das Video würde nicht die offizielle Meinung des Staates Israel widergeben. Er selbst jedoch, finde es “fantastisch”.

Regierungssprecher (Newspeak-Meister)  Mark Regev ließ wissen, das Video zeige, wie die Israelis über den Vorfall denken.  “Ich habe meine Kinder gerufen, sie sollten sich das anschauen, weil ich dachte, das ist wirklich witzig … aber die Regierung hat nichts damit zu tun.”

Der Video-Clip zeigt die stellvertretende Chefredakteurin der Jerusalem Post, Caroline Glick, die die typisch arabische Kopfbedeckung trägt und sich beim ” Flotilla Chor” betätigt. Zwischen dieser entwürdigenden Parodie der Aktivisten sieht man Szenen von der Enterung des Schiffes Mavi Marmara., die Israel bereits verbreitet hatte.

Diese ungeheuerliche Geschmacklosigkeit wurde von einer sehr beliebten israelischen Tageszeitung auch noch gelobt, “weil sie Israel besser verteidige, alls alle Experten”.

Ein links-liberaler Blogger aus Israel bezeichnete jedoch den Clip als widerlich, weil er auch zeige was für ein völlig verzerrtes  Bild Israels zur Beeinflssung der öffentlichen Meinung etabliert wurde, während der Rest der Welt entsetzt ist, wird in Israels schicki-micki-Kreisen auch noch darüber gelacht … Wie tief kann man noch sinken?

Ähnliche Propaganda wurde schon vor zwei Wochen an ausländische Journalisten versendet, um zu demonstrieren, wie gut es den Leuten in Gaza gehe: Man verteilte die Speisekarte eines “Luxusrestaurants” und zeigte einen Riesenswimmingpool.

Journalisten, die sich über die Geschmacklosigkeit beschwerten, erhielten als Antwort, sie hätten keinen Sinn für Humor …

Neun Menschen umzubringen, ein Schiff  und seine Besatzung zu entführen, und sich dann auch noch darüber lustig zu machen, was man den Palästinensern in Gaza seit Jahren angetan hat (dokumentiert von der UN und anderen Organisationen, aber auch angeprangert von Königin Rania von Jordanien), das ist der Gipfel der Infamie und Arroganz.

Das ganze Projekt war organisiert von Europäern, also auch eine Machtdemonstration gegenüber der EU. Angesichts der Heuchelei aus Brüssel kann einem nur mehr schlecht werden …

Israel geniesst einen bevorzugten Status als EU-Handelspartner und wurde jetzt auch noch in die OECD aufgenommen.

Auf der israelischen Flagge fehlt noch ein Zusatz: “Kriminelle Ohne Grenzen”

P.S. Verdächtig ist auch, dass man von den zahlreichen Verletzten gar nichts hört …. Hat man wieder einmal neuartige Waffen an ihnen getestet? Das muss genauer untersucht werden ….