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Grass & Thinkpol (4): The Dark Stars

Verlogenheit und Doppelmoral sind offenbar grenzenlos, wenn es (diesmal) darum geht, Iran und Syrien zu dämonisieren und ein moralisches Feigenblatt für die eigene hegemoniale Aggression zu kreieren. Die erfolgreiche doublespeak Doktrin  der „humanitären Intervention“, die noch für die Zerstörung des ehemaligen Jugoslawiens herhalten musste, wurde inzwischen noch gesteigert und heißt jetzt „responsibility  to protect“ (abgekürzt:„R2P“). Dieser semantische Trick, die  noble „Verantwortung, [die Rechte anderer, unterdrückter Menschen] zu schützen“  hat den Vorteil, dass Kritiker noch leichter in die Defensive gedrängt und beschimpft werden können.

„R2Psteht jedoch in Wahrheit für dasRecht zu plündern, das sich Washington und seine „Verbündeten“ selbst verliehen haben, um ihre „strategischen Interessen“ durchzusetzen. Menschenrechte? Völkerrecht? Recht auf Selbstbestimmung? Die Verletzung dieser universellen Werte (durch ANDERE) werden nur dann ins Spiel gebracht, wenn sie von einem Staat begangen werden, der sich nicht dem Kommando Washingtons bzw. der globalen, neoliberalen Marktreligion unterordnen will und man sie daher als Vorwand für „militärische Interventionen“ brauchen kann.

Während man uns in den Medien seit Jahren den unglaublichen Schwachsinn vorsetzt, die Außenpolitik der USA (und weniger dramatisch auch die der EU) drehe sich um die Verbreitung von Freiheit und Demokratie, geht es hier tatsächlich um „Full Spectrum Dominance“ (siehe dazu Harold Pinters  beeindruckende Polemikzweiter Teil der Rede, erster Teil beschäftigt sich mit Wahrheit im Theater –  bei der Nobelpreis-Verleihung)

In einem US Strategiepapier heißt es:

„Die Globalisierung der Weltwirtschaft wird zu einer Verbreiterung der ökonomischen Kluft zwischen den reichen und armen Ländern führen, zu einer Vertiefung der wirtschaftlichen Stagnation, zu politischer Instabilität und kultureller Entfremdung, wodurch Unruhen und Gewaltausbrüche in diesen Ländern sehr wahrscheinlich werden.

Diese Aussichten erforderten, dass im Interesse der Sicherheit der Vereinigten Staaten, der Zugang zu Schlüsselmärkten, Energiequellen und strategischen Ressourcen durch den Einsatz militärischer Gewalt gewährleistet wird.“

Die Strategen der USA sehen in der kriminellen Anwendung von Gewalt – ihrer Gewalt – also eine „Notwendigkeit“, um US „Interessen“ zu schützen. Doch jeder andere staatliche Akteur, der sich diesen „Interessen“ nicht unterordnen will (sein Recht auf Selbstbestimmung wahrnimmt), bzw. die eigenen Interessen verfolgt, wird zunächst mit einer Greuel-Propaganda Kampagne ins weltpolitische Abseits gedrängt, mit Sanktionen und verdeckten Gewaltoperationen innenpolitisch geschwächt und schließlich von der „Staatengemeinschaft“ fertig gemacht – alles natürlich im Namen von „R2P“. Das hätte sich George Orwell nicht besser ausdenken können …

In diesem Kontext muss man die tägliche Greuelpropaganda über Syrien bzw. die „finsteren“ Absichten des Iran betrachten und natürlich auch im Hinblick auf die „spezielle“ Machtposition Israels im Nahen Osten, der sich ja nur mehr diese beiden Länder in der Region nicht unterordnen wollen.

Dass der Sturz der Regierung, also „regime change“ in Irak, Libyen und – noch in Arbeit – in Syrien und Iran, etc. NICHT eine Reaktion auf die „unhaltbaren“ und den „Frieden gefährdende“  Zustände waren bzw. sind, sondern seit langem von den größenwahnsinnigenneocons“ (die alle – außer Cheney und Rumsfeld – Zionisten sind) geplant wurden, beweisen auch die Aussagen des pensionierten Generals Wesley Clark :

Er hielt sich wenige Tage nach 9/11 im Pentagon auf und besuchte Donald Rumsfeld (damals Verteidigungsminister unter Bush jun.), der ihm (u.a. als Reaktion auf Kritik an den NATO Bombardierungen im ehemaligen Jugoslawien) folgendes sagte:

I just want to tell you, “Nobody’s going to tell us where or when we can bomb. Nobody.”

Clark wurde später von einem Offizier angesprochen, der zu ihm sagte: “Sir, wir werden den Irak angreifen.” Clark fragte ihn, warum. “Ich weiß es nicht”, sagte der Offizier, “aber … Sie wissen ja, es ist wie in dem alten Spruch: Wenn dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, dann muss jedes Problem wie ein Nagel ausschauen …“

Sechs Wochen später war Clark wieder im Pentagon zu Besuch. Er traf denselben Officer wieder und fragte, ob der Angriff auf den Irak noch aktuell sei. Die Antwort:

„Sir, es ist noch viel schlimmer (er zog ein Schriftstück hervor). Ich habe gerade dieses Memo aus dem Büro von Minister Rumsfeld bekommen. Darin steht, wir werden innerhalb von fünf Jahren die Regierungen in sieben Ländern angreifen und vernichten.

Wir fangen an mit Irak, dann kommen Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran dran.“

Diese „Liste“ wurde ja schon teilweise „abgearbeitet“ … es spielt also keine Rolle, welches Gesicht im Weißen Haus den „Präsidenten“ gibt, dieser Plan wird durchgezogen,  egal welche Partei die „Wahlen“ gewinnt.

[Die Einschätzung des Ex-Generals über weniger wahrscheinliche US "Interventionen" in Afrika waren  aber  leider falsch ... ]

Frage: Wer ist hier „fanatisch“, „irre“ und eine „Bedrohung des Weltfriedens“?  Iran ist es sicher nicht.

Wer beansprucht das Recht, jede Region dieser Erde mit Krieg und Elend zu überziehen, und redet sich dann ein, dass seine Machtinteressen das „erfordern“?

Wer ist geistig zurückgeblieben und lebt in der Welt von Thomas Hobbes, der den „Naturzustand“ so beschreibt, dass Menschen gegeneinander Krieg führen müssen, um an die knappen Ressourcen zu kommen, dass es in diesem Zustand „keine Ungerechtigkeit“ geben kann, dass bei diesem Kampf ums „Überleben“, Recht und Unrecht keinen Platz haben.

„Gewalt und Betrug sind im Krieg zwei Kardinaltugenden.“

Dieser Logik folgen sowohl die USA als auch Israel und die schäbige EU lässt sich auch immer mehr in den militaristischen Sog hineinziehen. (Nicht zu vergessen, die finanzgetriebene „Globalisierung“ ist ja auch eine Form der Gewalt, die mit echter Demokratie völlig unvereinbar ist)

N.B. Die Bevölkerung in den arabischen Ländern, hält ebenso wie die Europäer, Israel und die USA für die größte Bedrohung des Weltfriedens und wenn es dort (und bei uns!) wirklich demokratische Verhältnisse gäbe (also der Wille des Volkes respektiert würde), wäre Israel vollständig isoliert. Die Regierungen dieser Länder hingegen, haben sich von Washington entweder einschüchtern oder kaufen lassen …(meistens eine Mischung aus beidem).

Wie ich bereits im letzten Beitrag skizziert habe, ist Iran für kein Land eine „existenzielle“ Bedrohung, das ist ein schlechter Witz. Sollte Iran nach Atomwaffen streben (was bisher nur unterstellt wird), dann als „Abschreckung“ gegen die beiden Schurkenstaaten USA und Israel (und deren „client states“ wie  Saudi Arabien, dem die USA kürzlich moderne Waffensysteme für 60 Milliarden Dollar verkauft haben und die ihre Söldner und „Spezialkräfte“ (wie auch die USA, Israel und vermutlich Großbritannien u. Frankreich) in Syrien bzw. im Iran eingeschleust haben,  um beide Länder zu destabilisieren).

Zeitungsanzeige der US Atomlobby (1975)

Die „Bedrohung“, von der in den Medien immer die Rede ist, besteht also nicht darin, dass die „Irren“ in Teheran jederzeit Israel angreifen und „vernichten“ könnten, sondern in der Tatsache, dass die iranische Führung sich nicht in den machtpolitischen Orbit Washingtons (und Israels) integrieren lassen will, seine Öl- und Gasvorkommen selbst ausbeutet (seit Sturz des Shahs, also der „iranischen Revolution“ 1979, kein Zugriff für multinationale Konzerne), sein Öl nicht mehr (nur) in US-Dollar handeln will (ein Anschlag auf die Dollar-Hegemonie, die schon Saddam Hussein den Kopf kostete) und nicht müde wird, den westlichen Kapitalismus und die Verbrechen Israels in den besetzten Gebieten zu kritisieren.

Diese Abrechnung (in weiten Teilen berechtigte Kritik an einem wahnsinnigen System) mit dem Kapitalismus und dem Zionismus wird in unseren Medien auf „Hasstiraden gegen den Westen“ reduziert, begleitet von Bildern, die zeigen, wie  einige UN-Mitglieder aufstehen und weggehen, um sich die unangenehme Rede Ahmadinejads nicht anhören zu müssen …. )

 

Dass Iran und Syrien auch noch „Terroristen“ wie Hamas und Hisbollah unterstützen, schlägt dem Fass den Boden aus. Da kann der „Westen“ mit seinen hohen moralischen Prinzipien doch nicht tatenlos zuschauen, oder?

(Wie bodenlos die heuchlerische Empörung über „Terroristen“ ist, habe ich ja im letzten Beitrag dargelegt: die USA  und Israel nutzen militante Gruppen wie MEK, die auf der „Terrorliste“ des US Außenministeriums stehen, um Iran zu destabilisieren und einen gewaltsamen Regierungswechsel herbeizuführen: Doch die gefälligsten “Terroristen”, die Washington rekrutiert sind  ferngesteuerte, “high-tech” Killer-Maschinen: Drohnen – Mehr dazu im nächsten Beitrag) )

Auf der Basis des Völkerrechts gibt es derzeit keine Legitimation dafür,  Iran anzugreifen (gleiches gilt für Syrien). Die bloße Unterstellung einer eventuellen Absicht, sich Atomwaffen zu beschaffen, und das als Grund für einen präventiven Militärschlag darzustellen, wurde ja schon nach „9/11“ praktiziert. Damals als Vorwand, den Irak anzugreifen und die angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ zu zerstören (die es natürlich nicht gab).

Doch auch wenn sich die „WMD – Bedrohung“ als Hirngespinst (Desinformation) herausgestellt hat, geht man nahtlos zur „R2P“ Show über: den bösen Saddam Hussein wegzuräumen war doch eine gute Sache, nicht? Dass der Schurke früher einmal unser Verbündeter („our son of a bitch“) in der Region war (als er Giftgas gegen iranische Soldaten einsetzte in einem achtjährigen Krieg, in dem rund 1 Million Menschen abgeschlachtet wurden), tut auch nichts zur Sache.

Die gleichen Methoden werden seit geraumer Zeit wieder angewendet: für Iran ist es wieder die „Bedrohung des Weltfriedens“ durch  Atomwaffen (ein Prinzip, das natürlich für die Verbündeten der USA nicht gilt: wie sonst wäre zu erklären, dass  unsichere Staaten wie Pakistan, Indien und Israel Atombomben haben (keiner davon hat den NPT unterzeichnet, im Gegensatz zu Iran), da ist aber keine Rede von „Sanktionen“ und Kriegsdrohungen.

Obamas Rede vor der mächtigen Zionisten-Lobbygroup AIPAC zeigte die ganze Verlogenheit der amerikanischen Außenpolitik, hier ein kleiner Auszug:

„Irans Führer sollten keinen Moment an der Entschlossenheit der Vereinigten Staaten zweifeln [Iran anzugreifen], ebenso wenig sollten sie Israels souveränes Recht, selbst zu entscheiden, was notwendig ist, um seine Sicherheitsbedürfnisse zu erfüllen, in Frage stellen.

Wieso darf Iran nicht auch selbst entscheiden, was  zur Erfüllung seiner „Sicherheitsbedürfnisse“ nötig ist?

Das ist natürlich eine rhetorische Frage, denn die Antwort kennen wir ja … Some are more equal than others …

Zwischen dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und dem Irak-Krieg 2003, wurden sieben Länder zu Atomstaaten (UDSSR, England, Frankreich, China, Israel, Indien und Pakistan.

Bei keinem dieser Länder wurde auch nur daran gedacht, ihnen mit einem Angriffskrieg zu drohen, nur weil sie Nuklearwaffen besaßen. Iran aber wird wie ein Aussätziger behandelt, nur auf den Verdacht hin, man könnte sich für Atomwaffen interessieren (was einer Art von  “Lebensversicherung” gleichkäme)

Bereits 1974 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution, in der gefordert wird, den Nahen Osten zu einer Atomwaffen freien (keine Massenvernichtungswaffen) Zone zu machen. Dass sich Israel darum einen Dreck schert, liegt auf der Hand, doch wenn Iran Uran zu 20% anreichert, ist die Hölle los.

Es geht natürlich in Wahrheit gar nicht um die ethische Dimension von Atomwaffen, sondern nur darum, WER sie haben darf und WER NICHT. Ein Staat, der sich gegen die (aus Washington verordnete) „globale Ordnung“ zur Wehr setzt, darf natürlich keine „nukes“ haben, wo kämen wir denn hin.

Im MaI 2010 fand eine UN Review Konferenz über den Atomwaffensperrvertrag (NPT)  statt. Die überwältigende Mehrheit sprach sich für einen atomwaffenfreien Nahen Osten aus, wodurch die USA in Zugzwang gerieten. Man hat also „formal“  zugestimmt, aber nur unter bestimmten Bedingungen:

  • Diese „Zone“ könne erst dann in Kraft treten, wenn ein umfassendes „Friedensabkommen“ zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten vorhanden sei  …
  • Israels Nuklearwaffen müssen von internationalen Kontrollen (durch die IAEA) ausgenommen werden …
  • Kein Land darf verpflichtet werden, Informationen über „Israelische Atomanlagen und Aktivitäten“ preiszugeben, inklusive „Informationen, die sich auf bereits erfolgten Transfer von Nuklearmaterial beziehen“

Zur weiteren Verdeutlichung der  verlogenen Doppelmoral noch ein paar Sätze:

Der NPT verlangt von den Unterzeichnerstaaten, dass die IAEA die deklarierten Atomanlagen besuchen kann und das vorhandene Atommaterial dort mengenmäßig überprüft (damit nichts davon für militärische Zwecke „abgezweigt“  wird).

Die Inspektion anderer Betriebsstätten, wie Rüstungsfirmen, die Forderung – ja das Ultimatum, Verträge zu unterschreiben, die andere Länder nicht einmal vorgelegt bekamen, geht weiter über das Mandat der IAEA hinaus. Doch der Japaner Amano lässt sich problemlos von den USA instrumentalisieren, die IAEA wird so zur Dämonisierung des Iran missbraucht.

THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY

Grass musste Buhrow im ARD-Interview  daran erinnern, dass „wir ja nicht die erste Diktatur im Iran haben“ und dass der Westen ja dafür gesorgt hatte, dass der einzige, demokratisch gewählte Premierminister Mossadegh, gestürzt wurde, um anschließend Shah Reza Pahlewi zu re-installieren. (Dessen brutale Geheimpolizei SAVAK beste Beziehungen zu Israel hatte …)

Einen Überblick über die Entwicklung der Beziehungen zwischen Washington und Teheran bietet ein im Februar erschienener Artikel in Foreign Affairs :

Hossein Mousavian war Ende der 1980er Jahre (als Teil des iranischen Regierungsapparates und des Nationalen Sicherheitsrates) in die Verhandlungen über die Freilassung westlicher Geiseln im Libanon involviert. Während dieser Zeit wurden zahlreiche Botschaften von Washington an Teheran gesandt, mit dem Vorschlag, jede Seite möge doch „Guten Willen“ zeigen und so zu einer Lösung kommen.

„Bush (sen.) bot dem damaligen iranischen Präsidenten Rafsanjani einen Deal an: Wenn Iran bei der Freilassung der Geiseln behilflich sei, würden die USA sich dafür erkenntlich zeigen. Teheran antwortete, man erwarte als Gegenleistung, das die USA Milliarden „eingefrorener“ Bankguthaben freigeben würde, die dem iranischen Staat gehörten. Die iranische Führung glaubte auch, dass Israel ein positives Signal setzen würde, durch Freilassung libanesischer Geiseln, besonders des damaligen Führers der Hisbollah.

Rafsanjani glaubte, dass dieser Deal zur Vertrauensbildung beitragen könnte und dadurch eine Verständigung mit den USA möglich wäre. Ayatollah Ali Khamenei hingegen, warnte davor, den USA zu vertrauen und hielt es für naiv, eine freundliche Geste der USA als Gegenleistung zu erwarten. Damals wie heute, ist er überzeugt davon, dass die USA nichts anderes im Sinn haben als einen Sturz der Regierung („regime change“)

Schließlich entschloss sich die iranische Führung doch, eine Schlüsselrolle in der Befreiung der Geiseln im Libanon zu übernehmen. Aber die USA haben weder die iranischen Milliarden freigegeben noch die Freilassung der Libanesischen Gefangenen in Israel unterstützt.

Trotz dieses Affronts, hat Khamenei weder Rafsanjani noch später Khatami daran gehindert, einladende Gesten gegenüber dem Westen zu machen.

  • 1997 hat Iran die Konvention über den Einsatz von Chemiewaffen ratifiziert und zugestimmt, alle chemischen Waffen bis 2012 zu vernichten.
  • Im gleichen Jahr unterzeichnete Iran auch die Biowaffen-Konvention. Nach 2001 half Iran den USA die Taliban aus Afghanistan zu vertreiben und mehr als 20 Monate hat das Land mit der IAEA kooperiert. Wie verlangt, hat die Regierung ihre Atomanlagen für Inspektionen geöffnet, seine Urananreicherung gestoppt (bis 2005) und ein Zusatzprotokoll implementiert.

Obwohl Iran erwartete, dass diese Gesten den Weg freimachen würden, das zivile Nuklearprogramm fortzusetzen (wozu das Land durch den NPT berechtigt ist), haben die USA und der Westen einfach neue Beschwerden erfunden: seine Absichten gegenüber Israel, seine Feindseligkeit gegenüber der militärischen US-Dominanz in der Region, besonders im Irak und in Afghanistan. Anstatt Iran für seine Kooperation zu belohnen, wurden neue Sanktionen verabschiedet und der internationale Druck auf Teheran verstärkt.

Khamenei war nicht überrascht über dieses Verhalten Washingtons. Er lehnte die ganze Zeit direkte Gespräche mit den USA ab. Er argumentierte, dass die USA nur aus einer Position der Stärke (Macht) verhandeln wollten und deshalb Einschüchterung, Druck und Sanktionen anwendeten um Iran in die Knie zu zwingen. Die zunehmend feindselige Haltung des Westens auf  die – nach Meinung der iranischen Führung moderate Politik des Landes – gab den Radikalen schließlich die Oberhand in der Innenpolitik. Das führte schließlich zum Aufstieg Ahmadinejads.

Ahmadinejads rhetorische Eskapaden gegenüber dem Westen verdienen zwar Kritik, doch man könnte auch sagen, Hunde die bellen, beißen nicht: Während er vor dem Volk als Demagoge auftrat, machte die iranische Führung im Hintergrund Versöhnungsgesten:

Mohammed El Baradei, früherer Chef der IAEA, schreibt in seinen Memoiren, dass Ahmadinejad 2009 eine Botschaft an Obama geschickt hatte und darin ein „großes Angebot“ gemacht habe. Er bemühte sich um direkte Gespräche mit den USA auf der Basis gegenseitigen Respekts, und betonte, Iran würde in Afghanistan (bei der Bekämpfung der Taliban) und anderen Krisenzonen behilflich sein.

Obama fand es nicht einmal der Mühe wert, darauf zu antworten.

“It’s always what They do and never what We do”

Words of Wisdom  von Glen Greenwald

Praktisch die gesamte westliche Presse (und natürlich die Politik) beschuldigt Iran, für die Eskalation bzw. für die „gestörten Beziehungen“ zum Westen verantwortlich zu sein. Das theokratische, autoritäre  Regime an sich steht seit Jahren im Mittelpunkt der Kritik, doch in jüngster Zeit ist es das „Atomprogramm“, das als Stein des Anstoßes in den Vordergrund rückt.

Mousavian schildert in seinem Artikel mehrere Avancen, die Teheran gemacht hat, um eine diplomatische Lösung des „Atomstreits“ zu erzielen, alle wurden von Washington abgelehnt (oder ignoriert).

Daraus kann nur ein Schluss gezogen werden: Washington (und vor allem Tel Aviv) will keine „friedliche“ Lösung, keinen Kompromiss, keine Lösung, bei der die Iraner nicht das Gesicht verlieren. Man will sie demütigen bzw. zu einer Reaktion provozieren, die dann eine „militärische Antwort“ rechtfertigen soll.

Da die iranische Führung aber bis dato nicht mitgespielt, sondern die Nerven bewahrt hat, werden die Anschuldigungen immer absurder: so etwa die haarsträubend idiotische Story, Teheran habe versucht, den saudischen Botschafter in Washington mit Hilfe zweitklassiger Killer eines mexikanischen Drogenkartells zu ermorden. Da mussten selbst die amerikanischen Geheimdienstleute lachen …

Doch obwohl das Land kein Gesetz übertreten, keinen Vertrag gebrochen hat, wird es weiter in die Zange genommen: die „Sanktionen“ gegen den Iran sind  economic warfare und ein Boykott der iranischen Zentralbank (über die die Ölexporte abgewickelt werden) kommt einer wirtschaftlichen Kriegserklärung gleich. Die iranische Währung hat seitdem fast 70% ihres Wertes verloren (siehe Graphik oben), die Preise für Importe und Lebenshaltungskosten steigen also dramatisch an, die Menschen leiden  und wofür?

Das Ganze erinnert nicht  zufällig an Nixons kriminelle Aktivitäten zur Destabilisierung der Regierung Allende in Chile: „ Make the economy scream, nur diesmal ist die Infamie noch größer, denn die „internationale Gemeinschaft“ macht auch noch dabei mit, ein Land für etwas zu „bestrafen“, was es nicht begangen hat.

Man muss betonen: Ein Angriff auf Iran (das kein anderes Land unmittelbar bedroht), und auch nur die Androhung eines solchen Militärschlages ist eine Verletzung  der UN Charta und somit ein Verstoß gegen das Völkerrecht, das nach dem zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde.

Doch was kümmert das die US of Arrogance? Hilary Clinton reiste nach Pakistan und verkündete dort:

Die Vereinigten Staaten behalten sich das Recht vor, jeden anzugreifen, der nach US-Auffassung eine direkte Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellt, und zwar auf der ganzen Welt.“

Diese systematische Missachtung jeder Rechtsnormen, die in einer zivilisierten Welt gelten müssten, aber [deren Beachtung] die eigene Handlungsfreiheit naturgemäß einschränken, wird ja auch von Israel seit Jahren praktiziert. Great (deranged) minds think alike …Beide Staaten nehme sich das Recht heraus, Menschen umzubringen, Staaten ins Chaos zu stürzen, wenn es ihre „Interessen“ erfordern.

 (Auch andere Staaten muss man diesen Vorwurf machen, doch nur „USrael“ haben die Chuzpah, dann auch noch als Moralapostel und Verteidiger „demokratischer Werte“ den anderen Ländern Vorträge zu halten …)

Der wahre Grund, Iran zu dämonisieren und zu bombardieren, verrät diese Aussage von Matthew Kroenig (Quelle: Foreign Policy: Time to Attack Iran):

A nuclear-armed Iran would immediately limit US freedom of action in the Middle East … Iran could threaten any US political or military initiative in the Middle East with nuclear war, forcing Washington to think twice before acting in the region.

Wie schrieb Prof. Andrew Bacevich kürzlich: „Der Präsident darf jetzt [im Kampf gegen internationalen „Terror]  jeden umbringen (auch amerikanische Staatsbürger), ohne Autorisierung des Kongresses … Die Rolle, die man dem amerikanischen Volk zugedacht hat,  besteht darin, zu applaudieren … falls, es über eine erfolgreiche Ermordung informiert wurde.“

Mit noch mehr bissigem Sarkasmus schildert Brian Cloughley  seine Wahrnehmung der „special relationship“ zwischen den USA und Israel:

There isn’t a national politician in the United States who would dare criticize Israel, because if they did their political careers would end very quickly.   Now that’s power: real power.  When a plainly deranged man like Israel’s Prime Minister Netanyahu can get 29 standing ovations from a drooling and sycophantic Congress, then matters have become extremely grave […].”

Dass angesichts dieser erschreckenden Aussagen unsere Presse nicht müde wird, die Außenpolitik (ganz im Sinne) der USA als engagierte Demokratieverbreitung darzustellen und jene Israels als „Recht auf Selbstverteidigung“, dass die hohlen PR-Phrasen von Obama, Clinton und Netanyahu wiedergegeben werden, ohne einen Kommentar nachzuschalten, der die Absurdität dieses schäbigen „Fließbandjournalismus“ (alle käuen nur die Meldungen der Presseagenturen wieder) klarmacht, lässt jede Hoffnung auf eine Besserung der Situation schwinden.

Wie der Kabarettist Volker Pispers so schön formulierte, dienen die „Nachrichten“ nur mehr der Volksverblödung (durch ständige Wiederholung derselben Phrasen ohne kritischen Kontext). Und die Schwemme an „Talkshows“ hat dem auch nicht wirklich etwas entgegenzusetzen (es kommen immer die gleichen Leute  zu Wort ….).

Orwell hat das ja vorausgesehen: Ignorance is Strength …

Grass und die ThinkPol (3): Iran vs. Israel

Im Juli 2008 veröffentlichte die amerikanische Zeitschrift “The New Yorker” einen Artikel des investigativen Reporters Seymour Hersh mit dem Titel “Preparing the Battlefield”. Darin schildert der Autor, wie unter Präsident Bush jun. geheime Operationen zur Destabilisierung Irans angeordnet und vom Kongress genehmigt wurden.

Zu den subversiven Aktionen gehörte u.a. die Unterstützung radikaler Oppositionsgruppen, wobei man auch nicht davor zurückschreckt, mit designierten „Terror-Organisationen“ zusammenzuarbeiten.

Wie uns inzwischen klar sein müsste, hat die Machtzentrale in Washington gar nichts gegen „Terroristen“, es kommt nur darauf an, WEN sie umbringen, WELCHES Regime sie attackieren, und WER davon profitiert.

Hersh stellt fest, dass geheime („covert“) Operationen im Iran bereits seit einiger Zeit (2007) stattfinden. „Special Forces“ („Elitetruppen“, die im Auftrag der US-Regierung schwere Verbrechen begehen) hätten z.B. Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde entführt und (im Irak) verhört. Doch der Umfang des Destabilisierungsprogrammes, sei stark erweitert worden, wobei man den US Kongress ziemlich im Dunkeln tappen lässt, wenn es um das wahre Ausmaß (Handlungsfreiheit) der verdeckten Operationen geht.

Obwohl die Demokraten seit den Wahlen im Jahr 2006 die Mehrheit im Kongress haben, haben sie es  zugelassen, dass die geheimen (und kriminellen) Aktivitäten im Iran ausgeweitet wurden, und dass, obwohl Obama (damals noch Präsidentschaftsanwärter) immer wieder betont hatte, er stünde für Diplomatie und direkte Gespräche.

Die Genehmigung des US-Kongresses (zur Finanzierung dieser verdeckten Operationen) wurde zur gleichen Zeit erteilt, als der NIE (Bericht der US-Geheimdienste zur Gefährdung der Nationalen Sicherheit) zum Schluss kam, Iran habe seine Bemühungen für ein Atomprogramm bereits 2003 eingestellt.

Das klingt irrational, zeigt aber nur, dass die Entscheidungen der US-Regierung „faith-based“ sind, also nicht auf Fakten beruhen, sondern auf einer Ideologie bzw. Doktrin, die sich nicht durch unliebsame Wahrheiten von ihrem fanatischen Kurs abbringen lässt.

Stattdessen verkündete Präsident Bush Zweifel an den Bewertungen der Geheimdienste und trachtete danach, das „böse“ Image des Iran zu verstärken: so wurde behauptet, Iran sei (zumindest indirekt) an der „Ermordung“ amerikanischer Soldaten im Irak beteiligt, usw.

Im Pentagon ist man sich zwar einig, dass die „nuklearen Ambitionen“ des Iran besorgniserregend seien, doch wie man darauf reagieren solle, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. So schildert Hersh in seinem Artikel, wie Verteidigungsminister Robert Gates bei einem Treffen mit demokratischen Abgeordneten vor einem präventiven Angriff warnte (siehe dazu auch den Link zum Confirmation Hearing von Gates in meinem letzten Beitrag)

Admiral Mike Mullen (damals oberster Stabschef des US Militärs) und 10 weitere hochrangige Offiziere haben sich sich – so Hersh -vehement gegen den Plan des Weißen Hauses, Iran anzugreifen, zur Wehr gesetzt.

Einer dieser Offiziere, Admiral William Fallon, hat sich besonders unverblümt über diese [irrwitzigen] Kriegspläne geäußert. Ende 2007 sagte er in einem Interview mit der Financial Times:

“…  dass das wahre Ziel der US Politik, eine Änderung des iranischen Verhaltens“ sei, und dass ein militärischer Angriff wohl nicht das geeignete Mittel sei, um dieses Ziel zu erreichen.

 Im Jänner 2008 ereignete sich ein „Zwischenfall“, der nach offiziellen Angaben so geschildert wird: Ein iranisches Patrouillenboot nähert sich einem amerikanischen Schiff in einer „bedrohlichen“ Art und Weise, worauf der US-Kapitän das Feuer eröffnen will. Fallon aber hat persönlich interveniert und ihm ausdrücklich verboten zu schießen. Bush war darüber „extrem wütend“, und die Karriere des Admirals damit wohl beendet.

Im März 2008 erklärte er – nach heftigen Angriffen – unerwartet seinen Rücktritt und ersuchte um vorzeitige Pensionierung. (Bush (und vor allem Cheney) duldet keinen Widerspruch …)

Admiral Fallon sagte zu Hersh, er wisse, dass seine Aussagen für Aufregung im Weißen Haus gesorgt hatten: “Zu viele Leute glauben, man muss entweder für oder gegen die Iraner sein”.  Bleiben wir doch bei der Wahrheit: Achtzig Millionen Menschen leben dort und jeder ist ein Individuum. Die Vorstellung, dass sie nur „schwarz“ oder „weiß“ sind, ist doch Unsinn.“

Der vorzeitige Ruhestand des Admirals war aber nicht nur seinen kritischen Kommentaren über die Angriffspläne gegen den Iran geschuldet, sondern auch seiner Beharrlichkeit, die militärische Befehlskette einzuhalten: Er bestand darauf, dass er über alle geheimen Operationen der „Spezialkräfte“ in seinem Verantwortungsbereich informiert werden müsse. (Da er ja auch rechtlich dafür geradestehen muss). Doch die „chicken hawks“ im Weißen Haus wollten ihn nicht in ihre schmutzigen Pläne einweihen, kein Wunder: ein Mann mit Prinzipien ist eine Bedrohung für sie…

In diesem Kontext ist die Zustimmung der demokratischen Parteiführung, zusätzliche (hunderte) Millionen Dollar für eine Erweiterung der Geheimoperationen im Iran auszugeben, als besonders gravierend anzusehen.

Wenn hochrangige Offiziere und der Verteidigungsminister selbst massive Bedenken äußern, wenn die Aufsichtsfunktion des Kongresses über  Entscheidungen zu Krieg oder Frieden ausgehöhlt wird, was ist ein solches System aus demokratischer Sicht dann noch wert?

Was genau diese „Spezialkräfte“ im Iran treiben, zu welchen Verbrechen sie durch ein „finding“ des Präsidenten autorisiert wurden, weiß der US Kongress, geschweige denn die Öffentlichkeit wohl kaum.

Doch ein anderer Journalist, Andrew Cockburn schrieb darüber im Mai 2008:

„Die geheime Direktive des Weißen Hauses betrifft ein riesiges, geographisches Gebiet: vom Libanon bis nach Afghanistan, aber sie ist auch sehr weitreichend in einem anderen Sinn: nämlich welche Aktionen erlaubt sind – bis hin zur Ermordung  hoher Beamter und Militärs.

Dieser „Persilschein“ erlaubt es auch, dass militante Oppositionsgruppen, wie die  „Mujahedin-e Khalq“ (MEK) unterstützt wird, obwohl sie seit Jahren auf der „Terrorliste“ des US Außenministeriums steht.

Auch die „Armee Gottes“ Jundallah, fanatische Salafisten aus Baluchistan (an der afghanischen Grenze) kommt damit in den Genuss der finanziellen und logistischen Förderung aus Washington. Sie kommen aus den gleichen Koranschulen, die auch die Taliban radikalisierten, der Übergang zu „Al Qaeda“ scheint fließend zu sein.

Jundallah übernahm die „Verantwortung“ für die Explosion eines Buses, in dem Soldaten der iranischen Revolutionsgarde unterwegs waren. Elf von ihnen wurden dabei getötet.

Andere „extreme“ Elemente, die von der Großzügigkeit des Weißen Hauses profitieren werden, sind kurdische Nationalisten, die vom Irak aus seit drei Jahren Anschläge im Iran ausführen und der Stamm der Ahwazi (Araber im Südwesten Irans). In einem größeren Radius werden auch Aktionen gegen Hisbollah im Libanon verstärkt, ebenso wie verdeckte Operationen zur Destabilisierung des syrischen Regimes.“

Unter Bush wurde die Informationspflicht gegenüber dem Kongress ad absurdum geführt, den seine „Rechtsexperten“ befanden, dass geheime Operationen des Militärs (im Gegensatz zu denen der CIA) nicht (im „presidential finding“) erwähnt werden müssen, weil der Präsident das verfassungsmäßige Recht habe, “Kampftruppen im Einsatz ohne Einmischung des US-Kongresses zu kommandieren“ (!).

Dass es für diese „Kampftruppen“ auf dem Gebiet eines souveränen Staates keine rechtliche Grundlage gibt (also ein schweres Verbrechen im Sinne des Völkerrechts ist), kümmert Bush und die anderen „armchair warriors“ natürlich nicht.

“9/11” hat die Schleusen geöffnet für die Heiligsprechung krimineller US-Aktivitäten, besonders des amerikanischen Terrors („insurgency“) in anderen Ländern. Bush hat wenige Tage nach dem Anschlag eine Exekutiv-Order unterschrieben, die dem Pentagon erlaubte, heikle „Dinge zu tun“, ohne den Kongress darüber zu informieren. Die Begründung dafür war, „den Kampfplatz vorzubereiten“.

Auf den Punkt gebracht: Seit „9/11“ führt Amerika immer dreister „verdeckte“ Kriege mit „Spezialkräften“ (die im Auftrag der Regierung die „Drecksarbeit“ machen, also Länder destabilisieren, Morde begehen und sich einreden lassen, ihre Verbrechen dienten der „nationalen Sicherheit“ ihres Landes und seien somit zu entschuldigen)

Verdiente militärische Führer wie Fallon, die nicht leichtfertig einen Krieg anfangen, stehen da nur im Weg …

„Cheney has always wanted to go after Iran“.

In den letzten Monaten melden die iranischen Medien eine Zunahme von Gewalttaten: Mitglieder der Revolutionsgarden werden ermordet … Explosionen in einem Kulturzentrum in Shiraz …(12 Tote, 200 Verletzte)

Seit 2007 wurden fünf iranische Atomphysiker am helllichten Tag ermordet. Der amerikanische Nachrichtensender NBC zitierte Beamte der Obama Administration als Bestätigung dafür, dass diese Anschläge von der MEK durchgeführt wurden (angeblich finanziert und ausgebildet vom israelischen Geheimdienst) wobei betont wurde, dass die USA mit den Aktivitäten der MEK nichts zu tun hätte … Wer will das glauben?

Eine „Quelle“ sagte Hersh:

„Das Ziel [dieser Anschläge] ist, das ganze System, die Iraner psychologisch zu demoralisieren – Urananreicherung, Kraftwerke, Transport, etc.“  Auch auf Öl-Pipelines wurden Anschläge verübt, „… in erster Linie durch die MEK in Verbindung mit den Israelis, aber die USA liefert die Informationen“

„Alles was wir im Iran derzeit machen, machen wir mit „Stellvertretern“

[die für uns die Drecksarbeit machen ...]

Hier findet also ein „proxy war“ (Stellvertreter-Krieg) statt: Die USA benutzen iranische Dissidenten, auch Terrorgruppen um Iran (und auch Syrien) zu destabilisieren (Angriffe auf Zivilisten, Polizei und Militär). Reagiert die Regierung auf die (von außen geschürte) Gewalt, wird sie in den Medien sofort scharf verurteilt, weil sie „gegen friedliche Demonstranten“ vorgehe und dieOpposition“ brutal unterdrücke.

Unsere Medienschafe spielen da brav mit und blöken im Chor der Desinformation …

Die Unterstützung der übelsten Elemente dieser „Opposition“ kennt offenbar keine Skrupel, auch wenn diese in der Vergangenheit gegen „amerikanische Interessen“ gehandelt haben:

„Die extremen „Baluchis“ z.B. sind islamistische Fundamentalisten (Sunnis), die das Regime in Teheran hassen, man könnte sie auch als „Al Qaeda“ bezeichnen. Das sind Leute, die den „Ungläubigen“ die Köpfe abschlagen, in diesem Fall, den Shiiten im Iran. Die Ironie dabei ist, dass wir WIEDER, wie in Afghanistan in den 1980er Jahren mit sunnitischen Extremisten zusammenarbeiten“

(Robert Baer, ehemaliger CIA-Agent, zitiert von Seymour Hersh

(Beispiele dafür: Ramzi Yousef, verurteilt für seine Rolle beim Bombenanschlag (1993) auf das World Trade Center, und  Khalid Sheikh Mohammed, der als “Mastermind” des “9/ 11th“ Terroranschlags gilt.

Eine Quelle sagte Hersh, dass der irakische Premierminister sich weigert, sein Land als Basis für geheime Operationen gegen den Iran missbrauchen zu lassen. Besonders die Rolle der MEK steht hier im Mittelpunkt der Kritik.

Neueste Enthüllung von Hersh:

Die USA trainieren iranische Terroristen in Nevada

Eine Umfrage in den USA ergab, dass 73% der Befragten, eine diplomatische Lösung, allenfalls Sanktionen vorziehen, während nur 18% eine militärische Intervention begrüßen. Doch wer kümmert sich um die Meinung des Volkes, wenn es um geostrategische Machtspiele geht?

Was sagte ein „Insider“ über ein Treffen mit dem damaligen Vizepräsident Cheney: (zitiert von Hersh)

The subject was how to create a casus belli between Tehran and Washington

Man muss also einen Vorwand erschaffen, einen “Grund” für einen Krieg gegen den Iran finden. Inzwischen (seit Cheney) ist man einen Schritt weiter bei der “public diplomacy“, dem “managing of perceptions“, jetzt ist “responsibility to protect” der neueste PR-Scam …

(Mehr dazu im nächsten Beitrag)

Mehr Hintergrund-Informationen:

http://landdestroyer.blogspot.com/2012/01/american-backed-terrorists-in-iran.html

Which Path to Persia?” Brookings Institution, 2009

Our Men in Iran?  (Artikel von Hersh zu o.a. Video)

 

Grass und die ThinkPol (Teil 2)

Ich muss noch einmal auf das Interview zurückkommen, dass Tom Buhrow für die ARD mit Günter Grass geführt hat, weil es einige, sehr aufschlussreiche (für ThinkPol „verräterische“) Passagen enthält:

Buhrow wirft Grass Anmaßung vor, denn er tue „ein bisschen“ so, als ob er der einzige sei, der „das Tabu des Schweigens [über die Atomwaffen Israels] bricht“. Grass antwortet darauf so:

Vielleicht irre ich mich, aber dass ich die Atommacht [Israel] so beim Namen nenne,  [glaube ich] das kommt nicht sehr häufig vor …. das wird in Israel verschwiegen. Hier wird das Schweigen darüber „nachgeplappert“.

Buhrow:Die Regierung bestätigt es nicht in Israel, aber die Bevölkerung redet darüber …  Wir hatten gestern ..äh ..   eine Stimme aus einer Redaktion in den Tagesthemen, der sagte: Wir sind seit langer Zeit Atommacht, aber wir haben das aber nie eingesetzt, da sieht man doch, dass wir das wirklich nur zur Abschreckung haben“.

Dieses Statement von Buhrow ist äußerst bemerkenswert, aus zwei Gründen:

1) Die Wortwahl:

Er spricht (nach kurzem Zögern) von „einer Stimme“ in der Redaktion (wem gehörte diese?), die uns wieder einmal demonstrieren soll, dass Israel doch nur seine „Sicherheit“ verteidigen muss. Der Besitz von Atomwaffen (ohne jegliche Kontrolle durch die IAEA) diene doch nur der „Abschreckung“. Buhrow zitierte diese „Stimme“ so:

Wir haben das nie eingesetzt […]“. Stellt man sich eine Runde unabhängiger Journalisten an einem Tisch vor, die über Israel diskutieren, so kommt man wohl kaum auf die Idee, einer von ihnen würde einen Satz mit „wir“ beginnen. Die Person, die dieses Statement gemacht hat, muss also entweder aus Israel stammen (unwahrscheinlich) oder für die israelische Regierung argumentieren, also z.B. einer pro-israelischen Lobbygroup angehören.

Frage: Was macht eine solche Person in der Tagesthemen-Redaktion? Wieso nennt Buhrow nicht ihren Namen, wenn es nichts zu verheimlichen gibt? Wer nimmt hier Einfluss auf die Redaktion und soll anonym bleiben?

2) Die „Logik“ der Abschreckung  („Framing“ für Fortgeschrittene …)

Buhrow präsentiert hier also den Besitz von Atomwaffen als Notwendigkeit, um sich vor aggressiven Feinden zu schützen. Damit festigt er wieder das (falsche) Bild vom armen, keinen Israel, das von bösen Nachbarn [Iran] bedroht wird.

Frage 1: Wenn meine Atomwaffen (nur) der Abschreckung dienen, warum halte ich das Programm dann offiziell geheim? Ja ich gehe sogar soweit, Israelis, die darüber sprechen, jahrelang ins Gefängnis zu werfen? Das macht doch keinen Sinn, wenn ich will, dass meine „Feinde“ vor mir zittern sollen? (Was viele ohnehin schon wegen meiner Skrupellosigkeit und Selbstgerechtigkeit tun)

Frage 2: Wer (welche Regierung) ist so dämlich, ein Land anzugreifen, das extrem militarisiert ist, von fanatischen Zionisten regiert wird und Atomwaffen hat?

Ein Land, das noch dazu unter dem Schutz des „großen Satans“ steht (der gewaltigen Militärmacht der USA). Ein Land, das sich seit Jahren systematisch Verbrechen begeht, aber nie von der „internationalen Gemeinschaft“ zur Rechenschaft gezogen wird?

Jede Regierung, die ein solches Land angreifen würde, hätte damit automatisch ihr eigenes Todesurteil unterschrieben und wohl auch das (eines Großteils) ihrer Bevölkerung.

Hier zeigt sich bereits, wie absurd die „Israel muss sich vor Iran fürchten“ Inszenierung ist, die man in den Medien seit Jahren aufgebaut hat um uns die Führung in Teheran als „Bedrohung für den Weltfrieden“ einzuhämmern.

Wenn man sich die realen geopolitischen Verhältnisse anschaut, wird klar, dass hier eine gigantische Gehirnwäsche stattgefunden hat und unsere Medienschafe auf die gleichen Tricks hereinfallen (ja sich selbst dafür instrumentalisieren lassen), die man anwendete, um den Irakkrieg zu legitimieren.

Ein Mann (damals Saddam Hussein, heute Ahmadinejad bzw. Assad ) wird als Personifizierung des Bösen in den Köpfen etabliert, laufend werden „Greueltaten“ oder „brutales Niederschlagen friedlicher Demonstrationen“ in den Nachrichten erwähnt, die unseren edlen NATO-Ritter nicht mehr ruhig schlafen lassen (während sie selbst zur Destabilisierung dieser Länder aktiv beitragen): da müssen wir doch wieder einmal einem unterdrückten Volk „zu Hilfe kommen“ und wenn dieses Monsterregime dann auch noch Israel „bedroht“ (eine eklatante Verdrehung der Tatsachen), dann werden alle Register gezogen, um der schon lange geplanten „regime change“ Orgie im Nahen Osten bzw. in strategisch wichtigen Ländern Afrikas (Libyen, Somalia, Mali, Sudan, etc.) zur  endgültigen Umsetzung zu verhelfen.

Aber dieser Ahmadinejad ist doch irre, oder nicht? Diese Ayatollahs, diese wahnsinnigen „Islamisten“ sind doch zu allem fähig, das will man uns doch seit „9/11“ ins Hirn brennen, damit wir, ähnlich wie die Pawlow‘schen Hunde, schon beim Konsum der „Nachrichten“ stressauslösende Drüsensekrete produzieren, anstatt darüber nachzudenken, welche Form des „Wahrnehmungs-Managements“ uns hier aufs Auge gedrückt wird.

Gut informierte Leute, die sich beruflich mit Staatssicherheit beschäftigen, sind da anderer Ansicht: So sagte General Martin Dempsey, der ranghöchste Offizier der USA in einem Interview :

We believe we know that the Iranian regime has not decided that they will embark on the effort to weaponize their nuclear capability. […] . And we are of the opinion that the Iranian regime is a rational actor. And it’s for that reason, [..]  that we think the current path we’re on is the most prudent at this point.”

Dempsey und sein Expertenstab glauben also, dass die iranische Führung ein “rationaler Akteur” ist, nicht jene groteske Karikatur des wütenden Demagogen, der mit Schaum vor dem Mund nur darauf wartet, Israel „von der Landkarte zu fegen“. Dieses absurde Bild von Ahmadinejad haben die Medien ja seit Jahren mittels „framing“  und „confirmation bias“ in die Köpfe der Zuschauer eingepflanzt, damit die „Unberechenbarkeit“ des Regimes in Teheran als Kontrast zum „vernünftigen“ Israel dargestellt werden kann (das sich – natürlich wieder nur – „verteidigen“ muss).

Die Reaktion Israels auf diese non-compliance des US-Generals? Barak und Netanyahu beschimpften Dempsey  und nannten ihn „einen Diener“ des Irans (womit man ihn implizit als „Verräter“ hinstellte). Doch statt Empörung über diese Beleidigung eines verdienten Offiziers (in den USA) wurde Dempsey nach Israel geschickt: Dort folgte die übliche Mea Culpa Show: Dempsey musste nach Israel reisen und in Yad Vashem feierlich geloben, dass er einen „zweiten Holocaust“ [durch den Iran] niemals zulassen werde.

Doch Dempsey steht nicht alleine da: alle  Nachrichtendienste der USA haben in ihren „NIEs“ (National Intelligence Estimates) wiederholt den Schluss gezogen, dass der Iran seine Bemühungen für ein  Atomwaffenprogramm eingestellt hat und auch der langjährige Verteidigungsminister der USA, Robert Gates war überzeugt, dass Iran keine „Gefahr für den Weltfrieden“ darstellt, selbst wenn er nach Atomwaffen trachten sollte:

(Auszug aus dem Confirmation Hearing  – Fragen von Republican Senator Lindsay Graham (am Ende) – zuerst in deutsch, dann engl. Originalfassung)

(Gates antwortet auf die Fragen von Senator Byrd, ob er einen Angriff der USA auf Syrien oder Iran befürworte, mit Nein und warnt vor den verheerenden Folgen in der ganzen Region …)

GRAHAM: „Glauben Sie, dass die Iraner diese Nuklearwaffen [für einen Erstschlag] gegen Israel in Erwägung ziehen würden?“

Do you believe the Iranians would consider using that nuclear weapons capability against the nation of Israel?

GATES:Nein, das glaube ich nicht, Senator. Ich denke, die damit für Sie verbundenen Risiken sind enorm hoch. Ich denke, Sie sehen den Wert ….“ (wird von Graham mitten im Satz unterbrochen)

I don’t know that they would do that, Senator. I think that the risks for them obviously are enormously high. I think that they see value—

GRAHAM: „Wenn Sie erlauben? Der Präsident des Iran hat öffentlich die Existenz des Holocaust geleugnet, er hat öffentlich gesagt, er wolle “Israel von der Landkarte fegen”. Glauben Sie, er scherzt nur?“ [es ist offensichtlich, dass Lindsay über die Antwort von Gates nicht erfreut ist …und ihn in die Defensive treiben will]

If I may? .. The president of Iran has publicly disavowed the existence of the Holocaust, he has publicly stated that he would like to wipe Israel off the map. [unwahre Behauptung]  Do you think he’s kidding?

GATES: „Nein, ich glaube nicht, dass er nur scherzt, aber ich glaube, dass es in der Tat höhere Mächte im Iran gibt, als ihn, den Präsidenten. Und ich denke, … obwohl sie nach meiner Ansicht danach trachten, eine Atommacht zu werden, so geschieht das doch in erster Linie zur Abschreckung. Sie sind umzingelt von Staaten mit Atomwaffen – Pakistan im Osten, die Russen im Norden, die Israelis im Westen und uns im  Persischen Golf …“

US Militärbasen umzingeln Iran

(Graham unterbricht noch mal, weil Gates Argumentation (die völlig rational, ehrlich und realistisch ist) ihm gar nicht gefällt: sein Job ist es offenbar, sich als „Freund Israels“ (Spenden für Wahlkampf) dadurch zu profilieren, dass er den Iran als „unberechenbare existentielle Gefahr“ für Israel darstellt und damit einen Präventivschlag rechtfertigen soll. Also darf das Wortgefecht nur so ausgehen:

Graham: Können Sie den Israelis garantieren, dass ein Iran mit Atomwaffen sie  nicht angreifen wird?

Gates: Nein, Senator, das kann wohl niemand.

Halten wir also nochmal fest:  Es gibt keinerlei Beweis, nicht einmal echte Indizien dafür, dass Iran tatsächlich ein Atomwaffenprogramm hat.

Die Entscheidung über ein solches Programm würde aber in jedem Fall  nicht der „Bösewicht“ Ahmadinejad treffen, sondern der Supreme Leader Ali Khamenei, der auch die militärische Führung des Landes ernennt. Doch die geistliche Führung des Landes sprach sich schon in der Vergangenheit vehement gegen Atomwaffen alsWerk des Teufelsaus.

Nehmen wir aber trotzdem an, die iranische Führung sei zu dem Schluss gekommen, dass nur der Besitz eigener Atomwaffen verhindern kann, dass der globale Hegemon, die USA und seine ehrlosen Verbündeten im Nahen Osten (Israel, Saudi Arabien, Bahrein, Qatar, und „client states“ wie Irak, Jordanien und Ägypten, etc.) das Land unter einem Vorwand überfällt und ebenso zerstört wie Libyen oder Irak. (Wer strategisch wichtige Ressourcen hat und sich weigert, nach der Pfeife Washingtons zu tanzen (siehe meine Beiträge THE BIG LIE), kann schon mal den Sarg bestellen.

Das hat ja auch Gates klar gesagt: Iran ist von Atommächten umzingelt. Es wäre also eine Art „Lebensversicherung“, wenn sich Teheran Nuklearwaffen als „Abschreckung“ zulegte.

Noam Chomsky zitierte unlängst auch den CIA-Veteran Bruce Riedel mit den Worten „ Wenn ich ein Planer für die Nationale Sicherheit Irans wäre, würde ich auch Atomwaffen zur Abschreckung wollen“.

Damit kommen wir zur “Logik” Israels zurück, auf die sich Buhrow wohl berief, als er das israelische Atomwaffenprogramm verharmlosen und – eben als „Abschreckung“ legitimieren wollte.

Doch warum darf Iran nicht das gleiche Argument benutzen?

Warum spielen sich ausgerechnet jene Länder als Moralapostel auf, die selbst Atomwaffen haben, sie aber anderen verbieten wollen?

Die Antwort liegt wohl auf der Hand: es geht um regionale Macht, nicht darum, die Welt vor einer iranischen „Bedrohung“ zu retten (mehr zu den geopolitischen Hintergründen im nächsten Teil).

Wir haben ja gesehen, dass hochrangige US-Politiker und Generäle (die über mehr Informationen verfügen als wir), Iran nicht als Aggressor einstufen, was ja auch die Geschichte beweist.

Auf einer Liste aller Staaten, die nach ihrer militärischen Aggression (Neigung, Kriege zu beginnen) bewertet werden, steht Iran ganz unten, die USA und Israel jedoch ganz oben …)

Dass Grass Israel als „Bedrohung für den Frieden“ hinstellt, hat viele wütende Kommentare hervorgerufen. Doch er ist damit in bester Gesellschaft, denn die Mehrzahl der Europäer (und der Menschen in der arabischen / muslimischen Welt ) ist der gleichen Meinung, wie eine Umfrage der EU-Kommission aus dem Jahr 2003 ergab.

59% der Europäer (66% wenn man höhere Schulbildung als Kriterium miteinbezieht) antworteten auf die Frage:

Stellen die folgenden Länder eine Bedrohung für den Weltfrieden dar (oder nicht)?

The chickens have come home to roost

Die Empörung der „Freunde Israels“ war natürlich gewaltig: So etwa vom Simon Wiesenthal Center, das sich „geschockt“ über die „Dämonisierungskampagne der EU-Führung und der Medien gegen den Staat Israel und seine Unterstützer beschwerte und eine scharfe Protestnote bei Romano Prodi einreichte (mit gleichzeitiger Aufforderung an die anderen „Empörten“, das Gleiche zu tun)

„Diese schockierenden Ergebnisse, dass Israel die größte Bedrohung für den Weltfrieden sei, schlimmer als Nordkorea, Iran und Afghanistan, entziehen sich jeder Logik und zeigt als rassistisches Hirngespinst, wie tief der Antisemitismus in der europäischen Gesellschaft eingebettet ist … heute mehr als in jeder Periode nach dem Krieg“

sagte Rabbi Marvin Hier, der Gründer des Zentrums.

Die Schlussfolgerung: Die EU solle in Zukunft keine Rolle mehr im „Friedensprozess“ des Nahen Ostens spielen …“

Da der “peace process” ohnehin nur eine Farce ist, und die EU nicht den Mumm hat, Israel mit Sanktionen zu drohen, stattdessen kriecht man der israelischen Regierung in den ….. …. (wegen der “moralischen Verpflichtung), kann man über diese “Forderung” nur lachen …

Alte Weisheiten .. wieder aufgewärmt … Juni 1948 (wenige Wochen nach der Staatsgründung Israels):

” the Americans are responsible for the creation of a gangster state headed by “an utterly unscrupulous set of leaders …”.

Sir John Troutbeck (Brief an den britischen Außenminister Ernest Bevin)

Fortsetzung folgt …

Grass und die Denkpolizei (Teil 1)

1)      Der Zionismus war niemals an Friedensbedingungen interessiert, die die Palästinenser wirklich akzeptieren konnten.

2)      Die westlichen Regierungen werden NIEMALS Druck auf die zionistische Führung ausüben, sie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft ziehen, es sei denn, sie werden von informierten Bürgern dazu gedrängt, durch eine aktive Demokratie.

3)      Die Bürger sind falsch informiert, einer Gehirnwäsche unterzogen worden, Presse und Politik haben nicht den Mut, sich mit den Zionisten anzulegen [der Schuldkomplex aus dem Holocaust wird dazu missbraucht, ihr Schweigen sicherzustellen]

(Politische Realitäten lt. Historiker Ilan Pappe bei einem Vortrag über die Geschichte Israels)

 

Günter Grass befindet sich also im Visier der zionistischen Sprachpolizei, die seit Jahren die deutschen Medien beherrscht. „Thinkpol“, die Denkpolizei, so nannte es George Orwell in seinem Buch „1984“.

Diese Variante von Thinkpol arbeitet nicht mit sichtbarer Gewalt, wie man es aus autoritären Regimen kennt, sondern wesentlich effektiver, weil viele Akteure (vor allem in den Medien) gar nicht merken, dass ihre Wahrnehmung über die Absichten des Staates Israel erfolgreich manipuliert wurde. Andere nehmen zwar die Einschüchterung wahr, haben aber nicht den Mut, über den „electrical fence“ (Nick Davies) zu steigen.

Dank ThinkPol muss Günter Grass einem prominenten ARD-Journalisten wie Tom Buhrow erklären, welche Bedeutung das Weglassen des historischen Kontexts bzw. wichtiger Fakten hat, wenn Medien die „öffentliche Meinung“ über die Rolle Israels oder Irans in der Nahost-Region (zugunsten Israels) formen. (Buhrow hat es aber noch immer nicht begriffen oder er ist unglaublich naiv)

Dank ThinkPol muss sich ein Nobelpreisträger für Literatur von den selbstherrlichen Sumpfdotterblumen des Feuilletons verunglimpfen lassen, die ihm „Selbsthass“, „Verdrehung von Ursache und Wirkung“, „Feigheit“, „Selbstgerechtigkeit“ und „Kälte“ vorwerfen, nur weil er es gewagt hat, einige unliebsame Wahrheiten auszusprechen. (mehr dazu später)

Dank ThinkPol wird Grass zur persona non grata  in  Israel erklärt, weil er es gewagt hat, die Politik des Staates Israel [speziell sein Atomprogramm]als Gefahr für den Weltfrieden zu bezeichnen. Talk about Chuzpah. Riesige Empörung wird laut, denn damit werde suggeriert, Israel und Iran stünden moralisch auf der gleichen Stufe  (Bottom line: It’s not the nuclear weapons, stupid: it’s who has them …)

Versuchen wir doch einmal, der zionistischen Denk- und Sprachpolizei auf die Schliche zu kommen und die Debatte zu analysieren. Zunächst werden drei Fragen gestellt:

1.       Was hat Grass wirklich gemeint?

2.       Wieso die große Aufregung? Worauf zielt die massive Kritik an seinem „Gedicht“?

3.       Handelt es sich um eine „Scheindebatte“? Soll von den wirklich wichtigen Themen abgelenkt werden?

 „Und das Motto vom Gedicht:  Israel darf und andere nicht“. (aus: Spiegel Online Forum)

 1. WAS WOLLTE GRASS WIRKLICH SAGEN?

Im Interview mit Tom Buhrow sagt er zu den Reaktionen auf sein Gedicht:

„Was auffällt, ist das Sich-Nicht-Einlassen auf den Inhalt, auf die Fakten … die müssen ja dann widerlegt werden. Z.B. das tabuisierte Thema, dass außerhalb jeder Kontrolle der Staat Israel eine Atommacht ist und zwar seit längerer Zeit.“

Das Thema des Schweigens als Ausdruck einer Mittäterschaft ist Grass wichtig: er stellt einen wichtigen Kontext zur „deutschen Geschichte“ her: Der  pauschale Vorwurf an „die Deutschen“ lautet ja, sie hätten sich in die eigene Tasche gelogen, wenn es hieß „wir haben es ja nicht gewusst“. Das sei eine Schutzbehauptung, um sich vor der Mitverantwortung für die Nazi-Verbrechen zu drücken. (Diese Mitverantwortung oder „Schuld“ kann aber nicht auf die nachkommenden Generationen übertragen werden, das wäre „Sippenhaftung“. Doch genau das wollen die Zionisten: Deutsche sollen sich für immer und ewig schuldig fühlen und die „moralische Pflicht“ (Mund halten) gegenüber dem Staat Israel wahrnehmen. Ich komme später noch darauf zurück)

Deshalb gehöre es „zu den Pflichten eines Schriftstellers, eines Bürgers diese Dinge anzusprechen“. Ein Angriff auf den Iran hätte schwerwiegende Folgen für die ganze Region und auch für die Welt (man denke nur an die explodierenden Ölpreise).

Dass Buhrow und die meisten anderen ThinkPol Geschädigten, schon den Titel „Was gesagt werden musste“ –als Provokation bezeichnen, spricht für sich. Dass Grass dadurch Arroganz (Aufspielen zur moralischen Instanz) unterstellt wird, gehört zum normalen Repertoire der zionistischen character assassination: Grass hat in der Sache absolut Recht, aber seine Motive (das Schweigen über Israels Verbrechen und Lügen zu brechen) werden in den Dreck gezogen, um ihn zu diskreditieren. Die Presse-Meute überbietet sich anschließend darin, seine Person, seinen Charakter zu attackieren, der Inhalt der Kritik gerät so immer mehr in den Hintergrund.

Grass macht klar, dass er die Androhung eines israelischen Präventivschlages durch die gegenwärtige Regierung als sehr besorgniserregend einstuft, auch weil der Kontext (die militärischen Kräfteverhältnisse und die historischen Fakten zu Israel und Iran) weggelassen wird. Dass die Atommacht Israel (mit dem viertstärksten Militär der Welt) sich immer als armes, kleines Land präsentiert, das sich doch nur gegen die bösen, islamischen Horden wehren muss, wird von den Medien kritiklos übernommen.

Doch Buhrow und die anderen Medienschafe begreifen nicht, dass sie selbst die größten Versager sind, wenn es darum geht, bittere Wahrheiten (hier über Israel und die heuchlerische EU) unters Volk zu bringen.

Man ist empört, weil Grass von einem „Erstschlag“ spricht, der „das iranische Volk auslöschen könnte“. Grass erläutert, dass er nicht wisse, ob Israel Atomwaffen einsetzen würde, er aber eine Bombardierung atomarer Anlagen auch für eine Katastrophe halte, die durch radioaktive Verseuchung entstünde. (Der Einsatz von Uranmunition im Libanon und im Irak, sowie „novel weapons“ in Gaza sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, davon weiß Herr Buhrow natürlich nichts …Ignorance is Strength ) BILDER

Wie sehr Buhrow zum Vorteil Israels durch ThinkPol indoktriniert ist, zeigt sich in folgender Frage:

„Machen Sie da nicht den Staat, der aus dem Holocaust hervorgegangen ist, das Volk der Opfer zu einem potentiellen Täter in einem regelrechten Völkermord? … das ist eine starke Sprache“

Vielleicht kann man die Wortwahl von Grass als zu extrem kritisieren, einige unterstellen ihm sogar, „Auslöschen“ sei ein verräterischer Hinweis darauf, dass er seine eigene Vergangenheit durch „Schuldprojektion“ bewältigen wolle. Doch welche Schuld hat ein 17-jähriger, der vom NS-Regime eingezogen wird, auf sich geladen?

Doch die Reaktion Buhrows ist wirklich sehr aufschlussreich und zeigt seine Naivität bzw. pro-israelische Haltung:

das „Volk der Opfer“ bzw. seine politische Führung wurde bereits seit 1948 (durch ethnische Säuberungen und Terrorkampagnen) zum Täter, wie Ilan Pappe, Avi Shlaim, Noam Chomsky und viele andere seit Jahren analysieren bzw. dazu kommentieren.

Seit 1967 existiert der Horror einer brutalen Besatzung, die sich über jedes Völkerrecht bzw. über die Menschenrechte der Palästinenser hinwegsetzt. Doch da diese Besatzung in den Medien nie gezeigt, nie kritisiert wird, ist sie für Buhrow und seine Gesinnungsgenossen kein Thema. (siehe dazu meine früheren Blog-Beiträge zum Thema Israel)

Dass es in Israel eine Gruppe von Dissidenten (ehemaligen IDF-Soldaten) mit dem Titel „Breaking the Silence“ gibt, die über die Brutalitäten der Besatzung aufklären will, interessiert diese „Journalisten“ ebensowenig.

Der Staat Israel ist auch nicht „aus dem Holocaust hervorgegangen“, sondern war ein zionistisches Siedler-Kolonialprojekt, das schon Ende des 19. Jahrhunderts geplant wurde. Die brutalen Methoden, die die Zionisten (in den Lagern der Holocaust-Überlebenden und Flüchtlingen) anwendeten, um  „Freiwillige“ für Palästina zu rekrutieren, sind Herrn Buhrow wohl auch fremd. Er hat den ganzen Gründungsmythos der zionistischen ThinkPol geschluckt: hook, line and sinker.

Grass warnt davor, dass sich der Konflikt mit dem Iran ausweiten könnte (andere Länder werden mit hineingezogen), dass die Situation sehr gefährlich sei, in einer so instabilen Region. Damit ist er in bester Gesellschaft: US-Generäle warnen ebenfalls vor einem Präventivschlag auf Iran und selbst hochrangige, ehemalige Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes teilen diese Einschätzung.

Schließlich kommt Grass auf die „Siedlungen“ und die Besatzung zu sprechen:

„ Die Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten ist illegal  … es gibt nur wenige Länder, die UN-Resolutionen so missachten, wie Israel Enteignungsprozesse, die dort stattfinden, sind das Ergebnis einer Besatzungspolitik und damit auch der Kritik würdig. Dieses Aussparen, dieses feige Sich- Weg-Ducken [muss aufhören)…“

Buhrow geht auf das Schlüsselthema (als Ursache des Nahost-Konfliktes) der illegalen, seit Jahrzehnten andauernden Besatzung nicht ein. Der Terror, dem die Palästinenser dort täglich ausgesetzt sind, (weil sie im Endeffekt entrechtet werden) interessiert ihn nicht. Die palästinensischen Gewaltausbrüche (Intifada) als Antwort auf diesen Besatzungsterror zu sehen, dafür hat er auch kein Interesse. Er konzidiert nur, dass Grass „legitime politische Anliegen“ vorbringe.

Dann die nächste ThinkPol Frage von Buhrow:

„Was haben denn die Palästinenser mit dem iranisch-israelischen Konflikt zu tun?“

Mein Gott. Solche Leute zählen sich heute zu den „Intellektuellen“ in Deutschland. Zu den „Top-Journalisten“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, für die deutsche Bürger Gebühren zahlen müssen.

Wie jeder halbwegs gebildete EU-Bürger weiß, zeigt das iranische Volk eine große Solidarität mit seinen muslimischen Brüdern in Gaza und der West Bank (auch in anderen Ländern, wie dem Irak oder Afghanistan, wo Muslime reihenweise von westlichen „Demokratien“ umgebracht werden;).

“The Imam said this regime occupying Jerusalem must vanish from the page of time".

Der Iran unterstützt (ebenso wie Syrien) den Freiheitskampf der Palästinenser und wird nicht müde, „das zionistische Regime in Jerusalem“ zu kritisieren, das „aus den Geschichtsbüchern verschwinden wird“, wie es der verstorbene Ayatollah Khomenei formulierte. Daraus wurde dann der unglaubliche Spin: „Israel müsse von der Landkarte verschwinden“, ein Satz, den Ahamdinejad so nie gesagt hat, den aber ARD, ZDF, und alle anderen Medienschafe seither ständig wiederholen … deshalb wird die Lüge auch nicht wahr… aber sie wirkt in den Köpfen, um Iran zu dämonisieren …)

Also: Iran und Syrien unterstützen Hamas bzw. Hisbollah. Beide Gruppen waren, trotz des enormen Ungleichgewichtes der Kräfte (zum hochgerüsteten Israel) relativ erfolgreich, besonders Hisbollah, die es schaffte, das sich Israel aus dem Südlibanon zurückzog. Beide sind eben nicht nur „Terroristen“, sondern politische Parteien, die – trotz mancher Kritik – hohes Ansehen in der arabischen Welt genießen. Weil sie nicht korrupt sind (im Gegensatz zur Fatah, Israels „partner for peace“(!) und weil sie für die Selbstbestimmung der Palästinenser und gegen die regionale Hegemonie Israels (und der USA) kämpfen.

Israel hat also ein starkes Interesse daran, diese beiden Länder zu dämonisieren, durch Sanktionen zu schwächen und schließlich durch Bomben zu zerstören. Alles natürlich nur als „Selbstverteidigung" des armen, kleinen, bedrohten Landes.

Buhrow und seinesgleichen sind entweder extrem dumm oder von ThinkPol schon  intellektuell „neutralisiert“ worden.

Video: Wie die Medien sich für die zionistische Propaganda einspannen lassen …

Fortsetzung folgt … (darin u.a.)

  • Iran: der historische Kontext – Wer ist hier Opfer, wer Täter?
  • NPT:  Wer darf Atomwaffen haben, wer nicht und warum?
  • Wer ist die größte Bedrohung für den Weltfrieden? (EU-Umfrage)

THE BIG LIE 1.1: Live and let Die

Wer hatte ein Interesse daran, dass dieses Flugzeug (Pan Am 103) abstürzte?

Diese Frage kann leichter geklärt werden, wenn man sich genauer ansieht, wer die Passagiere waren:

Auf der Passagierliste stehen fünf Namen von besonderer Bedeutung, denn diese Herren waren alle Mitarbeiter von Geheimdiensten bzw. Organisationen, die sich nicht gerne in die Karten schauen lassen:

  • Matthew Kevin Gannon, , 34 Jahre alt, geb. am 11.08.1954 in Los Angeles, Sitzplatz 14J.
  • Leiter der CIA-Station in Beirut, Libanon
  • Charles Dennis McKee,  Major US-Army, 40 Jahre alt, geb. am 03.12. 1948 in Arlington, Virginia, Sitz-Nr. 15F.  Verdeckter Ermittler der  Defense Intelligence Agency (DIA))
  • Ronald Albert LaRiviere, , 33 Jahre alt, geb. 19.11. 1955 in Alexandria, Virginia, Sitz-Nr. 20H.
  • Sonderbeauftragter des U.S. Außenministeriums, Diplomatischer Sicherheitsdienst
  • Daniel Emmett O’Connor, 31 Jahre alt, geb. 22.09. 1957 in Dorchester, Massachusetts, Sitz-Nr. 25H.
  • Sonderbeauftragter des U.S. Außenministeriums, Diplomatischer Sicherheitsdienst
  • Joseph Patrick Curry, Captain, 31 Jahre alt, geb. 21.03. 1957 in Fort Devens, Massachusetts, Sitz-Nr. 44K. Spezialeinheit der US-Armee

Die Fluggesellschaft Pan Am wurde von den Hinterbliebenen verklagt, und der Anwalt hatte versucht, leitende Beamte der CIA und DEA als Zeugen vorzuladen. Doch es gab weder eine mündliche noch eine schriftliche Stellungnahme, denn das US Justizministerium argumentierte, die Veröffentlichung von Information würde die „nationale Sicherheit“ gefährden und sei somit ausgeschlossen.

Die Studentin Flora Swine, die ebenfalls in Lockerbie starb, rief  wenige Tage vor dem Flug ihren Vater in Schottland an, um ihm mitzuteilen, dass sie Weihnachten in den USA verbringen wolle. Beide (und andere) wunderten sich darüber, dass sie so kurzfristig noch ein Ticket bekommen hatte, denn viele Auslandsamerikaner fliegen über die Feiertage nach Hause, sodass normalerweise der Flug lange vorher gebucht werden muss.

Die Erklärung dafür ist, dass etliche “VIPs” ihren Flug kurzfristig storniert oder umgebucht hatten, darunter waren:

Steven Green, leitender Beamter der DEA (Drug Enforcement Agency), die zwielichtige US- „Drogenbekämpfungsbehörde“

Green hat später vor dem US-Kongress einen Meineid geleistet, als er aussagte, es habe keine “kontrollierten Drogenlieferungen*” über den Frankfurter Flughafen gegeben. Diese waren jedoch in den Prozessunterlagen eines Gerichtsverfahrens in Virginia dokumentiert und ein DEA Agent bestätigte, dass er auch 1989 in Frankfurt gewesen sei, wo der Drogenschmuggel inzwischen so zugenommen hatte, das ein DEA-Mitarbeiter dauerhaft am Flughafen stationiert wurde.

*Ein „controlled delivery“ bedeutet, dass groß angelegter Drogenschmuggel – in diesem Fall aus dem Nahen Osten über den Frankfurter Flughafen in die USA – von den zuständigen Behörden geduldet wird, angeblich um zu beobachten, wie genau der Schmuggel abläuft und wer die Kontaktpersonen sind. Die traurige Wahrheit ist, dass die CIA mit Drogenkartellen zusammenarbeitet (sie ungehindert Drogen in die USA bringen können), weil sie politisch nützlich sind und weil  nicht selten  Geld aus diesen illegalen Aktivitäten auch zur Finanzierung von „Spezialeinsätzen“ der CIA (verdeckte oder “schwarze” Operationen sprich: Verbrechen in anderen Ländern) verwendet wird, um den US-Kongress zu umgehen.

Tom McCarthy, U.S. Botschafter im Libanon

Pik Botha, der damalige Außenminister Südafrikas;   der Verteidigungsminister und General Van Tonda, der Chef des südafrikanischen Geheimdienstes, sowie weitere 20 Delegierte auf dem Weg zu einer Konferenz in New York hatten ihre Tickets  auf einen früheren Flug umgebucht

Der Sohn von Oliver Revell, dem Chef der FBI Untersuchungskommission für Lockerbie

Wer hat diese Leute gewarnt? Wer konnte vorher wissen, dass eine Bombe an Bord war?

Während das Apartheid-Regime in Südafrika weltweit boykottiert wurde, hatten zwei Länder gute Beziehungen zum rassistischen Terrorstaat: die USA (für die Nelson Mandela der „Terrorist“ war) und Israel.

Besonders die Geheimdienste arbeiteten eng zusammen ….)

Wer wollte die fünf Männer oben zum Schweigen bringen und warum?

(Charles McKee hatte sich über ein „Upgrade“ seines Flugtickets in die „First Class“ gefreut, wie ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft sich später erinnerte – er saß dadurch mehr oder weniger direkt über der Bombe …)

Die Mutter von Major Charles McKee, erzählte 1992 in einem Interview  mit dem TIME-Magazin:

„Seit drei Jahren kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass dieses Flugzeug keine Bombe im Gepäck gehabt hätte, wenn mein Sohn nicht an Bord gewesen wäre.“

Übrigens der Titel des TIME Artikels im Mai 1992 war:

Did the Secret Team Bring Down Pan Am 103 to Silence Heroin Trade Whistleblower?”

(Wurde der Flug 103 zur Todesfalle  um die Aufdeckung des Heroinschmuggels durch ein geheimes Team an Bord,  zu verhindern?)

Gannon und McKee gingen in Frankfurt an Bord und  zwar als Begleiter eines jungen Libanesen namens  Nazzie Jafaar.  Er bedurfte einer besonderen Eskorte, denn er sollte als Zeuge (und involvierter „Drogenkurier“) über die dunklen Machenschaften der CIA im Libanon aussagen. Offiziell hieß es, man mache nur deshalb Geschäfte mit den dortigen Drogenkartellen, um die Freilassung von amerikanischen Geschäftsleuten zu erleichtern, die als Geiseln festgehalten wurden. Nach dem Motto: eine Hand wäscht die andere?

Die CIA und DEA wussten nicht nur von diesem Drogenhandel, sie sorgten auch dafür (mit Unterstützung des BND) dass diese Koffer in Frankfurt NIE durchsucht wurden. Ein häufig verwendetes Koffermodell (brauner Samsonite) wurde von eingeschleusten Flughafen-Arbeitern gegen einen anderen, gleich aussehenden ausgetauscht, in dem das Heroin war. Der Tausch erfolgte NACHDEM der / die harmlose(n) Koffer durch sämtliche Kontrollen gelaufen war(en) und zwar durch die Männer, die für das Einladen der Gepäckstücke in das Flugzeug zuständig sind.

Doch bei diesem Pan Am Flug 103 wurde dieses Arrangement dazu benutzt, eine Bombe an Bord zu schmuggeln

Ein ahnungsloser schottischer Bauer hat später im Trümmerfeld von Lockerbie mehrere Säckchen mit „einer weißen pulverförmigen Substanz“ gefunden und sie einem Officer der örtlichen Polizei gezeigt. Diese „Beweise“ verschwanden aber im Nebel der FBI / CIA-Untersuchungen und tauchten im Verfahren nie auf.

Die Bevölkerung von Lockerbie wunderte sich, dass schon zwei Stunden nach dem Absturz jede Menge Amerikaner auf dem Gelände unterwegs waren ( nicht identifizierte “Behörden”) und sich am Beweismaterial  zu schaffen machten – ohne Absprache mit der örtlichen Polizei.

In seinem Buch, Lockerbie: The Tragedy of Flight 103, beschreibt der schottische Journalist Davon Johnston, dass CIA Agenten sehr schnell mit einem Hubschrauber über Lockerbie auftauchten und fanatisch nach dem Koffer von McKee suchten. Als sie ihn fanden, nahmen sie ihn mit und brachten ihn später leer zurück. Dann wurden zwei naive örtliche Verkehrspolizisten gefunden, die bestätigten, dass sie den Koffer in diesem Zustand “gefunden” hatten,

Was hatten aber Gannon und McKee im Libanon gemacht?

Sie sollten untersuchen, was die CIA bzw. DEA dort eigentlich trieben und was sie dabei feststellten, löste anscheinend großes Entsetzen bei ihnen aus, besonders  bei McKee (der politische, größere Kontext ist die sogenannte “Iran-Kontra-Affäre” und die Rolle von Oliver North bei diesen dunklen Geschäften und politischen Intrigen)

Die spannende Geschichte dazu erzählt ein Mann mit dem Namen Lester Coleman, der selbst für den DIA bzw. die CIA gearbeitet hat in seinem Buch: „Trail of the Octopus — From Beirut to Lockerbie — Inside the DIA“

Das Buch wurde erst im August 2009 in den USA veröffentlicht (vorher hatte man mit gerichtlichen Verfügungen die Erscheinung untersagt und Coleman wurde  aus fadenscheinigen Gründen gerichtlich verfolgt) … warum wohl?

Die ganze verworrene Geschichte wird sehr anschaulich in einem Film dargestellt, der den schönen Namen: THE MALTESE DOUBLE-CROSS trägt (natürlich ein Wortspiel mit dem Begriff „Malteser Kreuz“: to „double-crosssomebody heißt ja auf Deutsch „ein doppeltes Spiel betreiben“ …

Wenn man die offizielle Darstellung einer Katastrophe (aus gutem Grund) anzweifelt, wird man  ja  heute immer automatisch durch die Stigma-Phrase “Schon wieder eine Verschwörungstheorie!” als quasi-Idiot abgestempelt. Diese Immunisierung gegen kritisches Nachdenken hat ja auch wunderbar bei “9/11″ funktioniert.

Ich lade Sie deshalb ein, sich diesen Film anzusehen und sich selbst ein Bild darüber zu machen, was hier vertuscht wurde:

http://www.archive.org/details/The-Maltese-Double-Cross

Hier noch eine “Meinung” über die wahren Vorgänge, die auch sehr interessant ist:

While the official story remains that Ghaddafi had two of his men blow up Pan Am 103, the above described cover story revolves around Iran arranging the bombing to protect the on-going hostages-for-weapons scheme and/or to avenge the “accidental” downing of an Iranian Airbus the previous year.

It seems obvious that the primary motive for the Lockerbie bombing was to silence the DIA agent and his team. His efforts to rescue American hostages in Beirut ran counter to the cover they provided for supplying the Iranian regime with weapons to be used in its war with Iraq (which was also receiving US weapons). To McKee’s superiors in the Secret Team, the hostages were politically and financially useful bargain chips. The article paints the American heroin trade running from Lebanon through Cyprus and Frankfurt as a DEA “sting-operation” that just kept going wrong, even as the boss of that team of “informants” was dishing out tens of thousands of dollars and the flow of heroin into the US became a “torrent.” What seems to have happened is that McKee discovered that his efforts to free hostages were thwarted by ‘higher objective’ considerations involving drugs and weapons smuggling. Realising that the heroin trade through Cyprus was an entirely CIA/DEA operation, he returned to the US on Pan Am flight 103 to raise hell with his superiors, some of whom would surely have known there were at least two operations at cross-purposes in the region.

What remains unexplained is why an agent with his background and experience would telephone his mother from Beirut in advance, surely alerting someone to his intentions. But perhaps, given that he was not an insider to the heroin scheme, he was a spook who genuinely and naively believed that intelligence agencies exist to “defend the national interest.” This naivety is further compunded by the fact that he chose to returne from Beirut to the US by the Heroin Road, via Cyprus and Frankfurt. But then again, perhaps there’s more to this puzzle than we know?

A key point in the cover-up is the arrival on the scene of Juval Aviv,  the ‘former’ Mossad agent famed for his role in the Munich Olympics slaughter. By inserting itself into the Pan Am trial, much as it did with the later Lockerbie trial in The Hague, the Mossad proceeded to direct the cover-up away from its own involvement in the heroin-weapons scheme (which can be deducted from the fact that it knew the bombing was to take place) towards blaming Iran and/or Libya and/or Syria and/or Palestinian terrorists, depending on the political expediency circumstances require.

THE BIG LIE 1.0: Die Bombe von Lockerbie

Im Herbst 2007 erschienen in den wichtigsten Zeitungen Europas ähnliche Artikel wie dieser aus dem britischen Guardian (klicken Sie auf das Bild um den Link zu aktivieren):

 

 

 

 

 

 

Unter der Schlagzeile „Neuerliche Zweifel am Lockerbie Urteil“, wird darin enthüllt, dass der Hauptbelastungszeuge im Lockerbie Prozess nach eigenen Angaben von „US Behörden“ 2 Millionen Dollar dafür erhalten  hatte, dass er die gewünschten “Beweise” für den Schuldspruch  des Angeklagten Libyers Al Megrahi geliefert hat (es waren ursprünglich zwei, der zweite wurde freigesprochen).

Die Aussagen des Ladenbesitzers Tony Gauci aus Malta waren im ersten Prozess entscheidend für die Verurteilung von Abdel Basset al-Megrahi aus Libyen gewesen: Er „identifizierte“ (nach mehr als zwei Jahren) den Angeklagten als den Mann, der in seinem Geschäft jene Kleidungsstücke gekauft hatte, deren Reste man Monate nach dem (durch eine Bombenexplosion verursachten) Flugzeugabsturz in den Wäldern rund um Lockerbie angeblich gefunden hatte.

Die Maschine „Maid of the Seas“ (Pan Am Flug 103) war am 21. Dezember 1988 über der schottischen Kleinstadt Lockerbie abgestürzt. Dabei kamen 244 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder ums Leben. 11 Anwohner aus Lockerbie starben ebenfalls als Folge des Absturzes.

Der zweite „Beweis“ für die Anklage war eine bestimmte Zeitschaltuhr („Timer“), die von der Schweizer Firma Mebo produziert wurde. Ein winziges Fragment einer Platine hatte angeblich die gewaltige Explosion überlebt und konnte schließlich zu diesem Hersteller zurückverfolgt werden. Dann hieß es, dass dieser Typ nur an ein Land geliefert worden war: Libyen.

Auf dieser äußerst fragwürdigen Indizienkette baute man die Anklage auf: Der angeklagte Mitarbeiter der libyschen Fluggesellschaft, Al-Megrahi soll die Bombe gebaut und gemeinsam mit Kleidungsstücken aus Gaucis Shop in einen Koffer gelegt haben. Dieser wurde in Malta aufgegeben, in Frankfurt umgeladen und war dann auf dem Weg nach London. Etwa 30 Minuten nach dem Start in Heathrow explodierte die Bombe über Schottland (die Maschine startete mit etwa 10 Minuten Verspätung, sonst wäre die  Maschine über dem Nordatlantik abgestürzt, was die Urheber wohl auch geplant hatten).

Der Geschäftsführer von MEBO, Edmund Bollier, sagte gegenüber der Presse, dass 1989 einer seiner Mitarbeiter – Ulrich Lumpert – ein Exemplar dieser Zeitschaltuhr entwendet habe, um sie einem der schottischen „Untersuchungsbeamten“ auszuhändigen. Es sei dieses Stück gewesen, dass dann im Prozess als „Beweisstück“ herhalten musste und von dem behauptet wurde, man habe es an der Absturzstelle gefunden (mehr als zwei Jahre nach dem Unglück …)

Die Beweisstücke wurden manipuliert, damit man eine Verbindung nach Libyen konstruieren konnte“. (Bollier)

Auch andere Zeitungen haben die Story aufgegriffen, so z.B. der FOKUS am 29. August 2007: (Klicken Sie auf das Bild, um den vollständigen Artikel zu lesen, ein Auszug folgt unten)

 

 

 

 

 

 

„Lumpert, der die Uhr konstruiert habe, habe in einer der Zeitung vorliegenden eidesstattlichen Aussage erklärt, dass er die angeblich in den Flugzeugtrümmern gefundene Zeitschaltuhr erst am 22. Juni 1989, also ein halbes Jahr nach dem Anschlag, „in unerlaubter Weise an eine offizielle Ermittlungs-Person im Lockerbie-Fall“ übergeben habe. Vor Lumpert hatte schon ein an den Ermittlungen beteiligter schottischer Polizeibeamter ausgesagt, dass Beweise und Indizien von den Ermittlern gefälscht worden seien, um die Schuld auf Libyen zu schieben.

Für kriminelle Machenschaft missbraucht“

Lumpert erklärte der Zeitung zufolge, er habe „einen Schock und übergroße Angstzustände“ bekommen, als die Zeitschaltuhr zwei Jahre später als Beweismittel in den Ermittlungen auftauchte. Er habe gemerkt, dass das von ihm übergebene Bauteil „für eine vorsätzliche politisch kriminelle Machenschaft missbraucht wurde“. Geschwiegen habe er, weil er befürchtet habe, dass es „ansonsten für mich, als ungewollten Geheimnisträger, lebensgefährlich werden“ könnte.“ (Ende FOKUS Auszug)

Auch die FAZ hat über die dramatische Wende im Lockerbie Fall berichtet, so z.B.am 31. August 2007

 

 

 

 

 

 

Die Journalisten des FOKUS (und andere) glauben, ihre „Ausgewogenheit“ dadurch unter Beweis zu stellen, dass sie die Version der Verteidigung (in ihrem Anspruch auf Wahrheit) gleich behandeln, wie die Version der Anklage und deshalb den Titel der Story mit Fragezeichen versehen.

Doch ihre Aufgabe wäre es, herauszufinden, wer lügt (und warum)  und wer nicht.  Schließlich kamen 270 Menschen ums Leben und ein ganzes Land (Libyen) wurde jahrelang als „Strafe“ mit schweren Sanktionen belegt. An sich schon ein Skandal, denn das ist eine Form der Kollektivbestrafung, die nicht mit der Menschenrechtskonvention vereinbar ist.

Aus dem Skandal wird aber ein monströses Verbrechen, wenn man davon ausgehen muss, dass die „Ankläger“ (die  Regierung bzw. die Geheimdienste der USA) selbst die Täter waren …

Schließlich gab die schottische Prüfungskommission für Strafverfahren (SCCRC) der Revision der Verteidigung Folge, weil massive Mängel im ersten Verfahren als erwiesen angesehen wurden.

 

 

 

 

 

 

Die Journalisten der DAILY MAIL schrieben zwei Jahre später, dass die neuerliche Berufung der Verteidigung gegen das Fehlurteil im Wesentlichen auf folgenden Punkten basiere:

  • Unterschlagung von Beweismitteln u. Zeugenaussagen (die den Angeklagten massiv entlastet hätten)
  • Manipulation der vorgelegten „Beweismittel“ (auf denen die ganze Anklage ruhte)
  • Berichte amerikanischer Geheimdienste, die nicht Libyen, sondern Iran im Visier hatten

Die Daily Mail erwähnt ein Memo der DIA (Defense Intelligence Agency, der US Militärgeheimdienst), wonach es starke Indizien dafür gegeben habe, dass die „Terroristen“ nicht aus Libyen, sondern aus dem Iran kamen. Demnach sei der Anschlag auf den Pan Am Flug 103 die Rache für den Abschuss eines iranischen Flugzeuges gewesen, (fünf Monate vorher) den der Captain des Flugzeugträgers USS Vincennes auf dem Gewissen hatte. Damals starben fast 300 Menschen, darunter 66 Kinder.

I will never apologise for the United States of America, ever. I don’t care what it has done. I don’t care what the facts are.

George H. W. Bush, August 1988

Am 6. November 2003 urteilte der ICJ, dass die Anwesenheit bzw. die  Handlungen der US Navy im persischen Golf gegen internationales Recht verstießen (das hoch computerisierte Kriegsschiff war 40 km weit in iranische Gewässer vorgestoßen).

Offizielle sprach man von einem “Fehler”, doch eine Verwechslung von harmlosen Airlinern mit Militärflugzeugen ist praktisch ausgeschlossen, denn jedes Flugzeug hat einen Transponder, der automatisch eine elektronische Identifikation ermöglicht: Modus 1 und 2 für militärisch, Modus 3 für zivile Maschinen und der zuständige Offizier Andrew Andersen erhielt auch das Signal “Modus 3″ als Anwort auf seine IFF Anfrage.

Die ganze, traurige Story kann hier nicht erzählt werden, doch das US-Magazin NEWSWEEK hat in einer investigativen Reportage die skandalöse, bittere Wahrheit aufgedeckt. Hier nur ein kleiner Auszug (Absatz: Anatomy of a Cover-Up), der Bände spricht:

“By July 14, the day of Bush’s speech, the Pentagon knew the truth but failed to share it with the vice president. The tapes of the Vincennes Aegis system, with its combat and navigational data reached the United States on July 5 and what they showed was reported to the Pentagon on July 10.

The Vincennes had been in Iranian territorial waters. The Iranian airliner was well within the commercial air corridor and had been ascending, not descending. There was no beleaguered merchant vessel. “

(Das iranische Flugzeug befand sich innerhalb des vorgesehenen Luft-Korridors für zivile Flüge (Ziel: Dubai) und war im Steigflug, nicht im Sinkflug, wie der Kapitän behauptet hatte. Auch die angebliche Bedrohung eines Handelsschiffes war eine Lüge gewesen. Die US Vincennes hingegen war in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen, eine klare Rechtsverletzung und ein kriegerischer Akt)

Die USA weigerten sich nicht nur, eine Entschuldigung dafür herauszugeben, nein – Präsident Reagan verlieh dem Kapitän sogar noch eine Medaille für diese “Heldentat”.

Diese unmenschliche und arrogante Aktion ist aber nur für den naiven Medienkonsumenten überraschend, denn wie wir ja wissen, mordet Amerika (wie sein “Partner Israel”) ja immer „für den guten Zweck“, während die finsteren Islamisten einfach nur „böse“ sind. Das ist jedenfalls die absurde Schwarz-Weiß-Malerei, mit der die USA ihre Verbrechen vor sich selbst und der Welt legitimieren wollen.

Aber es waren nicht nur die Anwälte Al Megrahis, die diese neuen Beweise ausgruben, sondern vor allem ein britischer Journalist: Ian Ferguson, der seine Recherchen auch in dem Buch „Cover-Up of Convenience-The Hidden Scandal of Lockerbie“ veröffentlichte.

Ferguson verbrachte hunderte Stunden mit Al Megrahi und war immer von seiner Unschuld überzeugt gewesen. Doch die neuen Beweise der Verteidigung, die mit großer Wahrscheinlichkeit, einen gigantischen Justizskandal entlarvt hätten, wurden nie in einer neuen Verhandlung bzw. von einem unabhängigen Gremium geprüft. Warum?

Weil man plötzlich eine vorzeitige Entlassung Al Megrahis „aus humanitären Gründen“ ankündigte, die wegen seiner unheilbaren Krebserkrankung genehmigt wurde. Da kam es sehr gelegen, dass der Verurteilte seine Berufung zurückzog und die inkriminierenden Beweise somit nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Die schottischen Justiz- bzw. Ermittlungsbehörden dürften aufgeatmet, wenn nicht sogar gejubelt haben, als dieser Deal abgeschlossen war.

Die o.a. Aussagen von Bollier bzw. Lumpert (dass das als Beweisstück vorgelegte Fragment einer Platine nicht vom Unfallort stammen konnte, weil es erst Monate nach dem Anschlag an die Ermittlungsbehörden übergeben wurde) wurden in dem Revisionsantrag weiter untermauert, denn ein unabhängiger forensischer Experte hatte erklärt, dass erstens kein solches Teil die gewaltige Explosion „überlebt“ hätte und zweitens, man keinerlei chemische Spuren des Sprengstoffs daran gefunden  habe. Außerdem wurde klargestellt, dass diese Zeitschaltuhren nicht nur nach Libyen geliefert worden waren, sondern auch in andere Länder.

Die Nadel im Trümmerhaufen?

Die Fluggesellschaft Air Malta hatte bereits 1993 einen Prozess wegen Rufschädigung gewonnen, in dem festgestellt wurde, dass kein unbeaufsichtigtes Gepäck (ohne dazugehörigen Passagier) nach Frankfurt transportiert worden war, wie die Anklage behauptet hatte und dass es somit keinen einzigen Beweis dafür gäbe, dass die Bombe in Malta an Bord ging.

Man sollte doch annehmen, dass in diesem Verfahren, das enormes öffentliches Interesse genoss, die besten forensischen Experten auftreten. Doch man engagierte drei Männer, die einen äußerst dubiosen Ruf hatten:

Dr. Thomas Hayes hatte sich den zweifelhaften Ruhm erworben, dass wegen seiner „Expertise“ mehrere unschuldige Leute verurteilt wurden. Er sagte vor Gericht aus, er habe am 12. May 1989 ein kleines Stück Stoff gefunden, in dem er das Fragment der Platine aus der Zeitschaltuhr entdeckte. Dieser Stofffetzen wurde dann als Teil eines Hemdkragens „identifiziert“ und das Hemd zum Geschäft Tony Gaucis in Malta „zurückverfolgt“ (wer soll das glauben?).

Allan Feraday, der im Verfahren als “Doktor” und „Professor“ angesprochen wurde, aber niemals einen akademischen Grad erworben hatte, sondern lediglich eine höhere technische Lehranstalt für angewandte Physik und Elektronik besucht hat.

Hayes und Feraday bezeugten vor Gericht nicht nur, dass das Auffinden der Platine nicht ungewöhnlich sei (was die wirklichen Sprengstoffexperten ausschlossen, weil die Explosion davon nichts übriggelassen habe), sondern auch, dass sich die Herkunft des Stofffetzens exakt feststellen ließ. Der gekaufte Gauci trat dann als „Zeuge“ der Anklage auf …

Tom Thurman, dem angeblichen “Sprengstoff-Experten” des FBI, war es in den USA verboten, als Sachverständiger vor Gericht aufzutreten, nachdem man festgestellt hatte, dass er […] falsche Beweise geliefert hatte, weil er gar nicht die fachliche Qualifikation besaß, um sich als „Experte“ vor Gericht äußern zu können.

Eine ausführliche und fachlich fundierte Kritik an der Auswahl der Sachverständigen und der Prozessführung hat die anerkannte britische Rechtsanwältin Gareth Peirce anzubieten:

z.B. über Thurman:

„[…] Two years later, as a result of a review by the US inspector general, Michael Bromwich, into a large number of criminal investigations, Thomas Thurman was barred from FBI labs and from being called as an expert witness. Bromwich had discovered that he had no formal scientific qualifications and that, according to a former colleague, he had been ‘circumventing procedures and protocols, testifying to areas of expertise that he had no qualifications in . . . therefore fabricating evidence’.

 Quelle: The Framing of al-Megrahi“ 

 

The lawyers who represented the defenders were disastrously inadequate, or worse. Defence experts failed them, police were fabricating evidence as well as extracting false confessions from brutality. Forensic scientists were cooking the books, and judges from start to finish were either turning a very blind eye or actively assisting the prosecution to get convictions and sustain the convictions year after year.

Quelle: “The Quiet Storm

Die Aussagen von Thurman waren damals entscheidend für die konstruierte „Spur nach Libyen“, denn die Entdeckung des Fragments einer Zeitschaltuhr lieferte eine plausible Erklärung dafür, warum die Bombe (die angeblich in Malta aufgegeben wurde und ohne Passagier an Bord ging) nicht schon vor der Zwischenlandung in Frankfurt explodiert sei: der Zündmechanismus wird üblicherweise durch die Veränderung des Luftdruckes aktiviert, also dann wenn das Flugzeug die übliche Flughöhe erreicht hat. So konnte die Anklage behaupten, dieser „Timer“ war so eingestellt, dass die Bombe erst einige Zeit nach dem Start in Heathrow gezündet wurde. Und dann noch die Lüge verbreiten, diese Zeitschaltuhren seien nur nach Libyen geliefert worden.

Diese gefälschten „Beweismittel“ haben einen Unschuldigen – wegen Massenmord – ins Gefängnis gebracht und ein ganzes Volk schwersten Sanktionen ausgesetzt.

Zu dem Zeitpunkt, als diese gefälschten Beweise für eine Involvierung Gaddafis bzw. Libyens vorgelegt wurden, hatte bereits die CIA die Untersuchungen über die Lockerbie „Tragödie“ übernommen, die schottischen Behörden waren nur mehr „Dekoration“. Der leitende Ermittler war ausgerechnet  der pensionierte CIA-Mann Vincent Cannistraro, ein Mann der unter Präsident Reagan ein geheimes CIA-Programm zur „Destabilisierung“ Libyens geleitet hatte. Dazu gehörte die Unterstützung terroristischer Gruppen (fanatischer Islamisten) mit Geld und Waffen und – nachdem diese versagt hatten – schließlich die Bombardierung von Gaddafis Wohnräumen im Jahr 1986, bei dem seine Adoptivtochter ums Leben kam.

Dr. Hans Köchler war 2001 bzw. 2002 bei den Gerichtsverhandlungen gegen Al Megrahi als UN-Beobachter anwesend. Seine Berichte über den Prozess sind haarsträubend, denn es war offensichtlich, dass hier nicht eine unabhängige Justiz entscheidet, sondern Geheimdienste und außenpolitisches Kalkül. Köchler war schockiert, denn ihm wurde klar, dass das ganze Verfahren eine Farce war, dass Beweise nicht gewürdigt oder offensichtliche Ungereimtheiten einfach ignoriert wurden, dass das Urteil von Anfang an feststand und somit von einem fairen Verfahren nicht die Rede sein konnte.

“Der Unterfertigte ist, zu seinem größten Bedauern, zu der Schlussfolgerung gelangt, dass das gesamte Verfahren weder fair noch objektiv war. Tatsächlich wurden dadurch noch mehr Fragen und Zweifel aufgeworfen, als am Beginn der Verhandlung. […] Doch die Suche nach der Wahrheit muss weitergehen. Das verlangt der Rechtsstaat ebenso wie die Familien der Opfer und die internationale Öffentlichkeit.“

„[…] it is evident that the appellant did not get a fair trial according to the requirements of the European Convention for the Protection of Human Rights and Fundamental Freedoms”  (Originalzitat Köchler)

Seine vollständigen Berichte und Stellungnahmen können hier nachgelesen werden.

Im August dieses Jahres, als die NATO schon in Libyen Angst und Schrecken verbreitete, schrieb der Guardian:

„Der Lockerbie Fall … hat jetzt eine noch größere Bedeutung bekommen, denn  für westliche Regierungen, die krampfhaft nach einer Rechtfertigung dafür suchen, warum gerade in Libyen ein gewaltsamer Sturz der Regierung  von der NATO vorangetrieben wird, ist die Katastrophe von Lockerbie quasi ein Geschenk des Himmels. Sowohl Präsident Obama als auch der britische Außenminister William Hague haben in den letzten Wochen versucht, mehr Zustimmung der Öffentlichkeit zu gewinnen, indem sie Gaddafis „Verantwortung“ für diesen Anschlag hervorhoben.

(Aber selbst wenn er dafür verantwortlich wäre  -rein hypothetisch, denn er hat nichts damit zu tun -, wäre das keine Rechtfertigung für die Bombardierung Libyens und die Bewaffnung radikaler Islamisten in einem von außen geschürten „Aufstand des Volkes“). Der NATO-Einsatz ist ein neo-kolonialesVERBRECHEN, ob mit oder ohne Lockerbie.

Doch die Zahl derer, die die offizielle Version über Lockerbie anzweifeln, ist so groß, dass es seit seiner Verurteilung im Jahr 2001 eine Kampagne gibt, die den stolzen Namen „Gerechtigkeit für Megrahi“ trägt (Justice for Megrahi).

Dabei handelt es sich aber nicht um libysche Aktivisten oder irgendwelche, von Gaddafi angeheuerte Rechtsanwälte bzw. PR-Spezialisten, weit gefehlt: Wir sprechen hier von Leuten wie Erzbischof Desmond Tuto aus Südafrika oder Kardinal Keith O’Brien, Oberhaupt der katholischen Kirche Schottlands, aber vor allem sind es auch Angehörige  der Opfer von Lockerbie wie Dr. Jim Swire (der seine Tochter Flora verloren hat) und Reverend John Mosey (dessen Tochter ebenfalls starb)

FAZIT: Es kann also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die offizielle Version über Lockerbie eine große Lüge ist (another „Big Lie“). Gaddafi hatte mit dem Sprengstoffanschlag nichts zu tun. Es war einfach politisch opportun, ihm die Sache anzuhängen, das Image des „Terrorförderers“ zu kultivieren, denn durch die darauffolgenden Sanktionen wurde er erpressbar und hat sich schließlich auch bereit erklärt, etwa 2 Milliarden Dollar „Entschädigung“ an die Angehörigen der Opfer zu zahlen, sein Rüstungsprogramm zu beenden, nur damit die Sanktionen gegen Libyen aufhören.

Doch damit stellt sich die Frage: Wer hat dann die Bombe im Flugzeug hochgehen lassen?  Die von Ferguson und anderen propagierte Theorie, dass eine palästinensische „Terrorgruppe“ im Auftrag des Iran das Pan Am Flugzeug in die Luft sprengte, halte ich für eine weitere falsche Fährte (die Israel sehr angenehm sein musste).

Wer hatte wirklich ein Interesse daran, dass dieses Flugzeug abstürzte? Diese Frage kann leichter geklärt werden, wenn man sich genauer ansieht, wer die Passagiere waren bzw. wer in letzter Minute den Flug umgebucht hatte …

(Fortsetzung folgt)

 

 

Terror In Utero (der stille Genozid)

Fatima: geboren im Irak mit zwei Köpfen

„Der Iran wird vom Westen verdächtigt, Atomwaffen entwickeln zu wollen“.

Tagesschau vom 27.07. (2o Uhr)

WARNUNG! Dieser Beitrag enthält schockierende Bilder! Nichts für empfindliche Gemüter!

Wir erinnern uns noch: als Vorwand  für die Invasion des Irak wurde angegeben, man müsse die Menschheit vor Saddams Massenvernichtungswaffen (WMD) schützen, die er in „45 Minuten“ (Tony Blair) einsatzbereit machen könne und die dann hunderttausende Menschen mit gefährlichen Krankheitserregern oder giftigen Gasen umbringen würden. Natürlich war das alles gelogen, denn die Gründe für den Irakkrieg waren völlig andere (siehe dazu u.a. „The Grand Chessboard)

Seit geraumer Zeit ist nun der Iran ins Fadenkreuz der USA „Außenpolitik“ geraten, weil er sich einfach nicht damit abfinden will, dass seine Politik kompatibel mit geostrategischen  „US-Interessen“ sein muss, was natürlich auch den Schurkenstaat Israel einschließt. Wieder werden die gleichen  Methoden eingesetzt, um die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren und die gewünschte „Meinung“ zu erzeugen. Wieder ein neuer „Hitler“, der die Welt mit Phantom-Atomwaffen bedroht und weggeräumt werden muss ….

Während also der Iran – ohne jeden Beweis für rechtswidriges Handeln – weiter unter Druck gesetzt, also wirtschaftlich immer mehr stranguliert wird und unsere Medienschafe schön brav die Agenturmeldungen über „verschärfte EU-Sanktionen“  herunterbeten, spielt sich im Nahen Osten, in Afghanistan, im ehemaligen Jugoslawien und im Kosovo (u. a.)  ein ungeheuerliches Drama ab, das die Medien fast völlig ignorieren.

Hier handelt es sich um einen besonders schwerwiegenden Fall von „agenda-setting“, (Wer steuert eigentlich, welche Themen in den Nachrichten ständig präsent sind, also worüber die Leute überhaupt nachdenken?), denn wir sprechen hier von einem Vorgehen, das eine unfassbare Grausamkeit darstellt und alle bisherigen Dimensionen von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sprengt.

Das Grauen angesichts der furchtbaren Bilder mischt sich mit dem Entsetzen darüber, dass sich hierzulande anscheinend niemand für diesen lautlosen Genozid auf Raten interessiert. Wenn ein deutscher Soldat in Afghanistan getötet wird, gibt es sofort öffentliche Debatten, Minister müssen in Talk-Shows Rede und Antwort stehen, ob der „Einsatz“ der Bundeswehr legitim sei, ob die Ausrüstung der Truppen ausreiche  und ob die „counter-insurgency“ (sprich: Terror gegen die Zivilbevölkerung) Strategie der Amerikaner richtig sei.

Doch seit mehr als 10 Jahren sterben Jahr für Jahr tausende Menschen (vor allem Kinder) im Irak, in Afghanistan, in Serbien und im Kosovo einen gewaltsamen, furchtbaren und frühzeitigen Tod, der aber so gut wie kein Medieninteresse hervorruft.

Sie sind Opfer eines institutionellen Terrors, der alles übertrifft, was „Al Qaeda“, die „Taliban“ oder irgendwelchen anderen „radikal-islamistischen“ Gruppen  je verbrochen haben.

Eine neue Dimension des Kriegsverbrechens tut sich auf, ein endloser Horror, der über Generationen hinweg andauert und selbst Nazi-Gräuel und den Holocaust in den Schatten stellt: die Rede ist von einem totalen, aber zunächst unsichtbaren Krieg gegen das Leben selbst: Der dauerhafte  „Kollateralschaden“ manifestiert sich in einer  dramatisch zunehmenden Krebshäufigkeit bzw. Mortalität  und den „vergifteten“ Chromosomen der Zivilbevölkerung.

Die Keimzellen der Opfer bringen keine gesunden Kinder mehr hervor, sondern grauenhaft entstellte Monster, oder Babys mit bösartigen Tumoren, die im besten Fall nach wenigen Wochen sterben und ihr Leiden dann wenigstens ein Ende hat. Das Grauen und der Schmerz von Eltern und Angehörigen wird jedoch nie aufhören, denn die genetischen Schäden bleiben und werden (falls Nachkommen überleben, keine sichtbaren Missbildungen haben und fortpflanzungsfähig sind)  bei jeder nachfolgenden Generation immer schlimmer…

Die Rede ist natürlich von Uranwaffen, die in beiden Irakkriegen, in Afghanistan und in der „humanitären Intervention“ der NATO in Ex-Jugoslawien bzw. im Kosovo eingesetzt wurden. Vorher wurden sie schon in Somalia (von den USA) und im Libanon sowie vermutlich auch in Gaza (von Israel) „in vivo“ getestet.

Im Kosovo wurden etwa 10 Tonnen „DU“ freigesetzt, im Golfkrieg schon 350 Tonnen und im Irakkrieg sagenhafte 1700 Tonnen. In Afghanistan wird weiterhin DU-Munition eingesetzt, die für die Soldaten und vor allem für die Zivilbevölkerung eine beträchtliche  Gesundheits- und Lebensgefahr darstellt. Diese Kriege haben aber auch für uns das Krebsrisiko erhöht (mehr dazu später) …

Warum sind Uranwaffen militärisch von Vorteil?

(Bitte hier klicken)

Uran hat als Material wegen seiner großen Härte und extrem hohen Dichte einen riesigen Vorteil: als Flugobjekt mit schlanker Spitze entwickelt es eine gewaltige kinetische Energie und somit eine enorme Durchschlagskraft (mehrere Meter Stahlbeton werden in Sekunden durchdrungen).  Dazu kommen noch die Selbstentzündung bei > 500o C (die beim Einschlag problemlos erreicht werden) und die Tatsache, dass die Spitze während der Penetration immer „schärfer“ wird, ein großer Vorteil („self-sharpening“) gegenüber Wolfram. Der Nutzen für militärische Zwecke besteht daher einerseits als Material zur Auskleidung von Panzern und anderen Fahrzeugen  (die somit von herkömmlicher Munition nicht mehr beschädigt werden) und andererseits als Projektile (armor piercing penetrators) panzerbrechender Waffen und Lenkwaffen.

Die US Nuklearexperimente während des zweiten Weltkriegs, die zu den Bomben von Hiroshima und Nagasaki führten, inkludierten auch erste Versuche mit Uranmunition. Das so genannte „Manhattan Project“ gibt bereits im Jahr 1943 Hinweise auf den Einsatz von DU-Munition: In einem freigegebenen Memo an General Leslie R.Groves (vom 30.Oktober 1943) geben drei der führenden Physiker (Conant, Compton and Urey) des Komitees „Über die Verwendung radioaktiven Materials als militärische Waffe“ folgende Empfehlung: (Originaltext)

As a gas warfare instrument the material would be ground into particles of microscopic size  to form dust and smoke and distributed by a ground-fired projectile, land vehicles, or aerial bombs. In this form it would be inhaled by personnel. The amount necessary to cause death to a person inhaling the material is extremely small … There are no known methods of treatment for such a casualty … it will permeate a standard gas mask filter in quantities large enough to be extremely damaging.”

„DU“ steht für „depleted uranium“, also „abgereichertes Uran“ und soll natürlich die Harmlosigkeit  dieser Waffen suggerieren. Doch davon kann keine Rede sein.

Uran ist einerseits ein radioaktives Element, andererseits ein giftiges Schwermetall. Die Kombination dieser beiden Faktoren verschärft die Gefahr für die Gesundheit.  Für die Risikobewertung von freigesetzten radioaktiven Stoffen aus AKWs  und eben auch für den Einsatz von Uranmunition werden generell immer Vergleiche mit natürlichem Uran herangezogen, wodurch eine Verharmlosung erreicht wird. Uran ist als uraltes Element der Erdgeschichte sehr weit verbreitet, vor allem im Boden, im Gestein (z.B. Granit, Phosphat) als gasförmiges Tochterelement (Radon), etc. und man spricht von der „natürlichen Hintergrundstrahlung“ auf der Erde. Jeder von uns nimmt täglich winzige Mengen Uran auf, durch Wasser u. Nahrung (durch den massiven Einsatz von Phosphatdünger verstärkt), die relativ schnell über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden.

DU ist deshalb nicht mit natürlichem Uran vergleichbar, weil es in anderer Form vorliegt: durch die Verbrennung (über 1000 Grad) entsteht nach Abkühlung des Metallgases keramisierter Uranstaub, ultrafeine Uranoxidpartikel, die sich im Körper anders verhalten als natürliches Uran. Es gibt so gut wie keine unabhängigen, epidemiologischen Studien über diese Form der DU-Exposition, außer vom Militär selbst (bzw. vom Militär in Auftrag gegebene Studien).

Die chemische Form, die Löslichkeit und die Art des Eindringens in den Körper spielen eine große Rolle für die Auswirkungen der Giftigkeit. Bei militärischen Einsätzen sind es einerseits eingedrungene Metallsplitter, die durch den Einschlag freigesetzt werden, andererseits winzige Staubteilchen der Uranoxide, die durch die Verbrennung entstehen. Ihre Größe variiert zwischen Mikrometern (1/1000 mm) und Nanometern (1/1.000.000 mm), dadurch ist es unmöglich, sich davor zu schützen. Der ultrafeine Staub schwebt lange in der Luft und wird vom Wind kilometerweit getragen. Er lagert sich auf der Kleidung ab und kann durch Waschen nicht entfernt werden. Entgegen der landläufigen Meinung kann dieser feine Staub auch in die Haut eindringen (Schweißporen), aber das größte Risiko ist die Inhalation.

Auswirkungen der ionisierenden Strahlung auf der zellulären Ebene)

Durch den Zerfall radioaktiver Elemente wird erhebliche Energie freigesetzt, diese bewirkt im Inneren des Körpers  die Ionisation der Zellen ), es kommt zu verheerenden molekularen Veränderungen. Früher dachte man, nur direkt getroffene Zellen (im Zellkern) zeigen Schäden, aber neueste Erkenntnisse zeigen, dass auch Zellen in der Umgebung einer einzigen getroffenen Zelle, genetisch instabil werden (man nennt dies den „Bystander-Effekt“: die geschädigte Zelle kommuniziert also mit den „Nachbarn“, wodurch auch diese quasi „genetischen Alarm“ auslösen.

DU setzt Energie u.a. in Form von Alphastrahlung frei. Alphastrahlung ist kurzwellig, reicht nur wenige cm, ist aber sehr energiereich (4,5 MeV). Z.B. ein 2 Mikrometer kleines Uranoxidpellet enthält rund 200 Milliarden Atome U 238. (Stellen Sie sich vor, die Zelle wird immer wieder von einem kleinen „Blitz“ getroffen) Das betroffene Gewebe erhält somit eine jährliche Strahlendosis von ca. 1500 mSv. Damit wäre der Grenzwert für die allgemeine Bevölkerung um das 1500 fache überschritten.

Woher kommt DU?

Das natürlich vorkommende Uran  besteht zu mehr als 99% aus U-238, der Rest sind Spuren von U-235 (etwa 0,7%)  und U-234 (weniger als 0,1%). Uran hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren.

Für die Kernspaltung muss das Uran angereichert werden. Dabei entstehen so genannte Transurane, also vom Menschen erzeugte Isotope, die in der Natur nicht vorkommen. Dazu gehören z.B. U236 und Pu 239 (Plutonium). Diese sind auch in DU vorhanden. Plutonium ist schon in winzigen Mengen extrem gefährlich und hat ein enormes, krebserregendes Potential.

Bei DU ist also nur der Gehalt von U-235 und U-234 reduziert, der aber weniger als 1% ausmacht, von harmlos kann also keine Rede sein. Die Verunreinigung mit Plutonium oder anderen Elementen aus der Wiederaufarbeitung  macht das Material noch gefährlicher.

Das Märchen von der „friedlichen Nutzung“ der Atomkraft

Für jedes Gramm angereichertes Uran werden 7 Gramm DU als Abfall erzeugt.

Dieser müsste teuer „entsorgt“ werden, doch da kam das US-Militär zu Hilfe: Die extreme Dichte von Uran und seine Fähigkeit, sich selbst zu entzünden ermöglichen es, eine Waffe mit enormer Durchschlagskraft zu erzeugen, die einen Panzer wie Butter durchschneidet und die Insassen in einer Art Höllenfeuer zu „crispy critters“ (die Leichen sehen etwa  aus wie angebrannter, geschrumpelter Speck) verkohlt. Nicht umsonst werden diese  Waffen mit dem Beinamen „Hellfire versehen …

Ein wahrhaft faustischer Pakt wurde geschlossen: die Atomindustrie kann tausende Tonnen radioaktiven Abfall loswerden (bei weitem nicht alles) und das US-Militär bekommt gratis Material für eine infernalische Waffe. Doch der Einsatz dieser Waffen sind ein eindeutiges Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Warum?

Der Krieg gegen die DNA ist endlos

Weil ihre lebensbedrohliche Wirkung auch nach Kriegsende nicht aufhört und die gesamte Zivilbevölkerung gefährdet, besonders Kinder und Föten im Mutterleib. Der Einsatz dieser Munition kann also niemals „gezielt“ (auf  legitime Kriegsziele beschränkt) sein, weil die Gesundheits- und Umweltschäden weder örtlich noch zeitlich eingegrenzt werden können und die Bevölkerung nicht einmal über die enormen, dauerhaften  Gefahren informiert wurde. Bei einer Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren sind diese Menschen verdammt in alle Ewigkeit ….

Krieg gegen die DNA: Grenzenlose Grausamkeit

Diese erschreckende Tatsache ist auch der UN klar und man hat natürlich Versuche unternommen, diese Waffen (Produktion, Einsatz und Verbreitung) zu verbieten. Aber vier Länder haben dagegen gestimmt: USA, Israel, Großbritannien und Frankreich

Die USA setzen solche Waffen aber nicht nur ein, sie exportieren sie auch! Damit nicht genug, wurde auch noch Exportförderung dafür genehmigt, dazu Präsident Clinton 1994:

“I hereby determine that it is in the national security interest of the United States to allow funds provided in that Act or any other Act to be made available to facilitate the sale of the M-833 depleted uranium anti-tank ammunition to Bahrain and Saudi Arabia, and M-829 depleted uranium anti-tank ammunition to Saudi Arabia and Kuwait.”

Die Umgehung jeglicher Ethik  wurde mit einer simplen Feststellung erreicht:

Sie betont, dass diese Waffen ja wegen ihrer physikalischen Eigenschaften (hohe Penetrationskraft) und nicht wegen ihrer Radioaktivität eingesetzt werden. Damit wurde das moralische Dilemma als erledigt angesehen. Doch die freigesetzte Radioaktivität ist natürlich nicht weniger schädlich, wenn sie „unabsichtlich“ entsteht.

DU: Die Strahlung ist ungefährlich“  (Scharping, Fischer et al.)

Über die absurde Logik der „Strahlenschutz-Modelle“ (die politisch motiviert sind, nicht wissenschaftlich) habe ich ja bereits geschrieben. Hier noch einmal eine sehr kurze, auf den Punkt gebrachte,  vereinfachte Zusammenfassung:

Ob DU oder die erhöhten Leukämieraten bei Kindern in der Nähe von AKWs, jedes Mal heißt es: das gibt es nicht, die Dosis ist zu niedrig, davon kann man keinen Krebs kriegen.

Es gibt also wieder einmal keine „eindeutigen Beweise“ für den kausalen Zusammenhang von radioaktiven Spaltprodukten und schwerer Krankheit. Doch die Dosis-Wirkung-Modelle sind im Grund ein Schwachsinn, denn sie basieren auf primitiven, physikalischen Zusammenhängen und stammen aus einer Zeit, in der die Genetik noch in den Kinderschuhen steckte: eine bestimmte Menge Energie wird von einer bestimmten Menge Körpermasse absorbiert (J / kg), dann werden noch die Art der Strahlung und die Affinität für ein  „Zielorgan“ berücksichtigt,  usw.

Doch diese Modelle basieren auf den Untersuchungen nach Hiroshima (externe, hoch dosierte Strahlung) und sind zur Bewertung von Risiken auf zellulärer Ebene völlig ungeeignet. Wenn in unmittelbarer Nähe einer Zelle ein Alphateilchen immer wieder die Zellen „beschießt“  (also Energie abgibt), und die Zelle dadurch stark ionisiert wird, dann genügt auch eine sehr geringe „Dosis“, um genetische Schäden zu erzeugen, eben weil die Zelle selbst so winzig ist. (Krebs entsteht aus einer einzigen Zelle, die entstandene Fehler im Zuge der Zellteilung nicht mehr reparieren kann, die Zelle wird genetisch instabil)

DU ist nicht vergleichbar mit natürlichem Uran oder Transuranen aus AKWs – Warum?

Bei den hohen Verbrennungs-Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius verbrennt das Urangeschoss zu keramisierten, wasserunlöslichen Nanopartikeln, die 100 Mal kleiner sind als ein rotes Blutkörperchen. Das heißt, es entsteht praktisch ein radioaktives Metallgas, das hoch giftig ist.

Wenn Sie also ständig hören, DU sei harmlos, weil die Alphastrahlung schon von Papier aufgehalten wird und schon gar nicht durch die Haut eindringen kann, dann ist das völlig irreführend, denn die Gefahr besteht durch Einatmen dieser winzigen Partikel, bzw. durch die Aufnahme in den Körper mit dem Trinkwasser oder in Nahrungsmitteln. Auch sehr geringe Strahlendosen (von außen betrachtet) werden gefährlich, wenn die Emitter im Körper sitzen und (jahrelang) nicht entfernt werden können.

„Feinstaub“ als heimtückischer Killer

Wir alle kennen das Schlagwort „Feinstaub“, das im Zusammenhang mit der Luftverschmutzung durch Verkehr und Industrie bzw. durch Tabakrauch in letzter Zeit häufig in den Medien erwähnt wurde. Die EU hat Grenzwerte eingeführt und drängt auf ein EU-weites Rauchverbot in öffentlichen Räumen.  Staub“ klingt doch harmlos, warum sind „Feinstäube“ (TPM) so gefährlich?

Weil sie so winzig sind und deshalb die Abwehrmechanismen des Körpers weitgehend umgehen können und dadurch als unerwünschte Fremdkörper zum immunologischen Dauerstress werden: chronische Entzündungen, Gewebewucherungen sind die Folge und die Krebswahrscheinlichkeit steigt. Das eklatanteste Beispiel war bisher die nadelförmige, winzig kleine, unsichtbare Asbestfaser, (als harmloses „Naturprodukt“ angepriesen und weltweit eingesetzt) die ihre verheerende Wirkung über Jahre im Lungengewebe bzw. als  Mesotheliom entfaltet und oft erst sichtbar wird, wenn es schon zu spät ist. Wenn diese Nanopartikel auch noch radioaktiv und chemisch toxisch sind und jahrelang im Körper bleiben, kann man sich ausmalen, was passiert …

Nanopartikel können im menschlichen und tierischen Körper überall hinwandern, in alle Organe, ins Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen. Schon nach dem ersten Golfkrieg wurde bei Kriegsveteranen, abgereichertes Uran 238 im Sperma festgestellt. Die Ehefrauen klagten über ein unerträgliches Brennen (Hitze) und versuchten, mit eisgekühlten Kondomen Abhilfe zu schaffen. Doch was auf den ersten Blick erheiternd klingt, ist  bitter ernst: Die Soldaten, die eine Familie gründen wollten, haben die Eizellen ihrer Partnerinnen kontaminiert und die daraus entstandenen Kinder zahlten einen furchtbaren Preis für die bewusste Verharmlosung des Strahlungsrisikos, das den Soldaten (ganz zu schweigen von der Zivilbevölkerung)  im Irak aufgebürdet wurde.

Die ansonsten sehr effektiven Kommandotruppen des Immunsystems werden mit solchen – vom Menschen gemachten – Eindringlingen nicht fertig, weil sie sich anders verhalten als die „üblichen Verdächtigen“ und deshalb keine adäquate Abwehrstrategie entwickelt werden konnte.  Italienische Forscher haben Nanoteilchen sogar in roten Blutkörperchen nachgewiesen, wo sie unerkannt, wie ein trojanisches Pferd, im ganzen Körper herumreisen und Schaden anrichten können. Werden sie über die Nahrung aufgenommen, können sie unbeschadet ins Verdauungsystem gelangen und dort schwere Krankheiten auslösen:   (Foto unten:  in Leberzellen)

Dass das Pentagon bzw. der „militärisch-industrielle Komplex“ [zu dem auch der US-Kongress gehört!], vor dem Eisenhower gewarnt hat, keine moralischen Skrupel hat, wenn es um die Interessen des US-Imperiums geht, überrascht uns wohl nicht. (Ich erinnere wieder einmal an die Nobel-Rede von Harold Pinter, der den imperialen Terrorapparat der USA (bekannt als „US-Außenpolitik“)  angeprangert hat)

Doch man sollte auch vor der eigenen Türe kehren: DU-Waffen wurden von deutschen Unternehmen entwickelt, wie der Spiegel im Jahr 2001 recherchierte. Im zweiten Weltkrieg experimentierte die Wehrmacht mit Uranmunition, weil Wolfram nicht mehr importiert werden konnte. Rheinmetall entwickelte  schon in den 1970er Jahren solche Waffen und diese wurde auch in deutschen US-Militärbasen getestet. Dass man dabei „vergaß“, die deutsche Öffentlichkeit über etwaige Gefahren zu informieren,  ist aus Sicht des Militärs auch nur „business as usual“.

Krieg als Ewiger Terror ...

WAS HAT MAN DIESEN MENSCHEN ANGETAN?

Doch nicht nur das Militär hat eine riesige moralische Schuld auf sich geladen, sondern vor allem die Politik. Die gesamte Atomindustrie wäre nie entstanden, wenn deutsche Politiker nicht von  Anfang an einer Geheimhaltung bzw. Desinformation zugestimmt hätten, die mit demokratischen Grundsätzen völlig unvereinbar ist. Dr. Chris Busby, ein britischer Biochemiker und Epidemiologe hat dazu (der Cover-up gilt natürlich auch für andere Länder) folgendes geschrieben:

„Die Wahrheit über die Gesundheitsschäden niedriger Strahlung wird von der Nuklearlobby seit mehr als 50 Jahren unterdrückt. In meinem Buch „Wings of Death“ erkläre ich, wie auf verschiedenen Kontrollebenen die Erkenntnis verhindert wurde, dass die Menschen  systematisch durch Radioaktivität vergiftet werden.

Ein Grund für den Erfolg dieser Vertuschungskampagne ist die Verknüpfung mit „Sicherheitsinteressen“. Sogar die WHO lässt sich dafür instrumentalisieren. Ein 1959 geschlossenes Abkommen mit der IAEA verbietet es der Weltgesundheitsorganisation, ohne Zustimmung der IAEA Forschung über Gesundheitsschäden durch radioaktive Strahlung  durchzuführen oder zu veröffentlichen.

Das ist der Grund,

  • warum wir ständig hören, Tschernobyl habe die Zahl der Krebsfälle nur unwesentlich erhöht
  • warum die WHO einfach behauptet, DU sei kein Gesundheitsproblem
  • warum die Europäische Kommission die EURATOM Sicherheitsstandards übernimmt …
  • warum die Sicherheitsregeln durch Empfehlung des ICRP zustande kommen, eine von der Atomlobby selektierte und nicht rechenschaftspflichtige Organisation, die Teil eines Netzwerks von „Drehtüren“ ist, in dem die gleichen Leute  hier raus (Politik) und dort (E-Wirtschaft) reingehen, immer dasselbe behaupten und sich stets gegenseitig zustimmen.

Ich kam deshalb zu dem Schluss, dass wissenschaftliche Analyse nicht ausreicht, es muss auch eine politische Analyse stattfinden, um das System des Machtmissbrauchs zu entlarven. Es ist nicht so sehr das Geld, sondern der Missbrauch von Institutionen, die Glaubwürdigkeit suggerieren und die Menschen in die Irre führen.  Die zunehmende Privatisierung der Forschung und die chronischen Finanzprobleme der Universitäten eignen sich hervorragend, um subversive, neue wissenschaftliche Perspektiven zu unterdrücken. Wir müssen also selbst neue Institutionen gründen, die nicht von diesem System abhängig sind.“

Diesen Aussagen kann man nur zustimmen.

Übrigens, DU darf auch für zivile Zwecke “Recycelt” werden: Nach Angaben des US-Army Institutes für Umweltpolitik wird das Uran auch in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt, sowie für Erdölbohrungen.

“Particular applications include radiation shielding for the medical field and industry; counterweight components of aircraft elevators, landing gear, rotor blades and radar antennae; ballast in satellites, missiles and other crafts; and drilling equipment used in petroleum exploration.”

Wenn Sie also das nächste Mal mit einer Boing 747  fliegen, reist wahrscheinlich  Uran “als blinder Passagier” mit ….

Fortsetzung folgt …

“Die Atomindustrie führt einen Krieg gegen die gesamte Menscheheit” John Gofman


(Video: Teilweise deutsch /englisch)



Dr.Jekyll and Mr.Hide im Iran

Während unsere Medienschafe wie üblich in die gleiche Richtung laufen und den angeblichen “Wahlbetrug” im Iran inzwischen als gegeben übernommen haben, sollte man doch etwas vorsichtiger sein und die Dinge in einem größeren Kontext betrachten.

In den westlichen Medienberichten wurde der Oppositionskandidat Mousavi schon wie ein „grüner“ Messias gefeiert, der das Land quasi aus seiner Isolation  erlösen und die dringend notwendigen „Reformen“ einleiten werde, sollte er die Mehrheit der Wählerstimmen erhalten. Doch die angebliche große Unterstützung für Mousavi entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Fata Morgana:  Die Anhänger Mousavis konzentrieren sich in der wohlhabenden, kleinen Oberschichte, den urbanen Zentren und besonders  bei den westlich orientierten Studenten, aber die große Zahl der einfachen Arbeiter und der Armen in den ländlichen Gebieten und kleineren Städten unterstützt Ahmadinejad. Zu diesem Ergebnis kam auch eine amerikanische Umfrage, die vor der Wahl durchgeführt wurde.

Die meisten Berichte haben einfach Beobachtungen in Tehran auf das ganze Land übertragen, ohne dass man die Situation in den Provinzen wirklich untersucht hatte.  Als starkes Indiz für einen Wahlbetrug wurde der Umstand angeführt, dass Mousavi in den Azerigebieten (Azeris sind die zweitgrößte ethnische Gruppe im Iran, der er selbst auch angehört) nicht die Mehrheit errungen hat. Soziale und Klasseninteressen sind wohl höher zu bewerten, als die reine Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe.

Die ländliche, verarmte Bevölkerung ließ sich wohl eher von Ahmadinejads Umverteilungspolitik überzeugen (er sorgte für die Verbesserung der Infrastruktur, günstige Kredite für die Bauern und andere soziale Verbesserungen und brachte damit zum Ausdruck, dass ihm daran gelegen ist, die Lage der Menschen auf dem Land zu verbessern, während Mousavi eher als der Kandidat der Wohlhabenden und Intellektuellen wahrgenommen wird, aber insbesondere auch als Kandidat „des Westens“ und dessen Anbetung der (die soziale Kohäsion unterminierenden)  „Marktwirtschaft“.

Im Westen der Provinz Azerbaijan hat Mousavi  ja in den Städten die Mehrheit errungen, ebenso in der Provinz Tehran, wo er die Wähler der Mittel- und Oberklasse eindeutig hinter sich hat.   Zahlenmäßig ist diese Wählerschicht den unteren Klassen (Arbeiter und Bauern) aber weit unterlegen.  So kann Mousavi als Vertreter der  privilegierten Schichten angesehen werden, der die Business-Klasse, die betuchten Studenten und die pro-westlichen Intellektuellen anspricht. Diese wurden ja auch immer wieder in westlichen Medienberichten als Bannerträger der Reformbewegung präsentiert, sie sind aber für die große Masse der Bevölkerung wohl kaum repräsentativ.

Aus dem oben erwähnten Umfragedaten geht auch hervor, dass fast 70% der iranischen Jugendlichen sich gar keinen Computer leisten können, die zahlreichen Internetbotschaften, die also über Twitter und Facebook lanciert wurden, dürften ebenfalls aus einer relativ kleinen Gruppe betuchter Studenten stammen, die schwer als Stimme des ganzen Volkes gewertet werden können. Dass die Authentizität dieser „Zwitscherer“ allerdings auch fragwürdig ist, liegt auf der Hand, wenn man sie als Teil einer psychologischen Kriegsführung ansieht.

Unbestritten ist, das Ahmadinejad durchaus genügen Anlass für Kritik bietet, vor allem seine Wirtschaftspolitik wird oft angeführt, so haben sich die „Bazaris“ (Kaufleute und Händler) gegen ihn gewandt und für die Freunde und Gesinnungsgenossen Rafsanjanis (der beim Volk das „Ansehen“ eines korrupten Machiavellis genießt) ist er auch ein rotes Tuch (im doppelten Sinn des Wortes). Die aggressive Boykottpolitik der USA  gegen den Iran darf jedoch bei der Bewertung der wirtschaftlichen Situation nicht vergessen werden und wie es aussieht, steht Ahmadinejad bei sehr vielen Iranern deshalb hoch im Kurs, weil er sich nicht von den massiven Drohungen durch die USA und Israel  einschüchtern lässt und die Solidarität mit den Palästinensern hervorhebt, die die Verbrechen Israels nicht kampflos hinnehmen wollen.

Auch sein Auftritt bei der UN-Rassismuskonferenz zeigte, dass er sich von der zionistischen Lobby keinen Maulkorb umhängen lässt (mehr zu dieser Medienkampagne siehe vorhergehende Artikel mit tag Iran)

Während unsere „Churnalisten“ schön brav die PR-Strategien aus Washington / Jerualem exekutieren, bleiben wichtige Informationen auf der Strecke, die eine völlig andere Sicht der Lage in Iran ermöglichen.

So könnte  Ahmadinejads Wahlerfolg (angenommen er ist echt) in den Grenzregionen dadurch erklärt werden, dass er sich für eine Stärkung der nationalen Sicherheit einsetzt, eine Politik, die aufgrund terroristischer Überfälle  (aus Pakistan bzw. dem irakischen Kurdistan) bei der Bevölkerung auf große Zustimmung stoßen. Dass diese Terroreinheiten von den USA finanziert und aktiviert wurden, interessiert hier niemanden, ebenso die Rolle Israels bei diesen brutalen Operationen, das natürlich auch großes Interesse daran hat, den Iran zu destabilisieren.

Hier handelt es sich NICHT um dumpfe Verschwörungstheorien, sondern akribisch recherchierte Fakten:

Einer der letzten „Helden“ des investigativen Journalismus, Seymour Hersh, berichtete letztes Jahr, dass die US seit Jahren im Iran ein geheimes Programm zur Destabilisierung des Iran unterhält, das unter Bush jun. noch verschärft wurde.

Ein Interview mit Mr. Hersh zu diesem Thema kann HIER gehört werden:

Präsident Obama (“Fata Obama”) hat offenbar auch nicht die Absicht, diesen Wahnsinn zu stoppen. Die New York Times schrieb kürzlich dazu folgendes (warum der Iran nicht mehr Enthusiasmus zeigt für die “ausgestreckte Hand” des neuen Präsidenten:

“….  the Obama administration has done nothing to cancel or repudiate an ostensibly covert but well-publicized program, begun in President George W. Bush’s second term, to spend hundreds of millions of dollars to destabilize the Islamic Republic. Under these circumstances, the Iranian government – regardless of who wins the presidential elections on June 12 – will continue to suspect that American intentions toward the Islamic Republic remain, ultimately, hostile.”

Während Obama also vor der Presse vornehme Zurückhaltung zeigt, und erklärt, es wäre sehr “unproduktiv, wenn der Eindruck entstünde, die USA mischten sich in die Wahlen des Iran ein” (angesichts der früheren geheimen CIA Interventionen, die den Sturz Mossadeghs bewirkten), läuft im Hintergrund ein geheimes Programm, das noch viel schlimmer ist, als die Operation im Jahr 1953, die in erster Linie durch massive Bestechung erfolgreich war.

In seinem Artikel (2008) zitiert Hersh einen ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter so:

“Viele Aktivitäten werden von Dissidenten ausgeführt, nicht von Amerikanern. Ein Problem mit dem Verteilen von Geld in einer geheimen Aktion ist, dass man nur schwer kontrollieren kann, wo das Geld schließlich landet und wer davon profitiert.“ […] Eine mögliche Konsequenz dieser Operationen könnte sein, dass die Regierung mit massiver Gewalt gegen die die Dissidenten vorgeht, was der Bush Regierung einen Grund für eine Intervention liefern würde.“

Justin Raimondo findet die passenden Worte dazu:

“Obama, with his peace overtures, serves as the smiley-face mask for some pretty loathsome activities. The U.S. government claims to be fighting terrorism, yet is sponsoring groups that plant bombs in mosques, kidnap tourists as well as Iranian policemen, and fund their activities with drug-running in addition to covert subsidies courtesy of the U.S. taxpayers. The recent suicide bombing in Zahedan was the work of Jundallah. These are war crimes, carried out with the full knowledge of the leaders of both parties in Congress, paid for by you and me, and conducted in our name.

What’s even more outrageous is that the Obama administration, far from decrying or even trying to distance itself from such activities, is endorsing and expanding this style of warfare by appointing Lt. Gen. Stanley A. McChrystal to head up U.S. military operations in Afghanistan. McChrystal was formerly commander of the Joint Special Operations Command (JSOC), a secret army of special-ops commandos who murdered, tortured, and kidnapped suspected terrorists throughout the world.”

Kurzfassung: Obamas freundliches Auftreten dient als Cover für die Weiterführung jener abscheulichen Politik, die der USA weltweite Verachtung und Hass eingebracht haben. Während man als Kämpfer für Freiheit und Demokratie posiert, der den bösenTerror besiegen will, ist in Wahrheit die Erschaffung und Förderung von Terrorgruppen (wie einst die Taliban in Afghanistan) sowie der verstärkte Einsatz von „special forces“ (die Staatsterror ausüben) das Mittel der Wahl zur Beseitigung aller, die sich den Interessen Washingtons in den Weg stellen.

Aus dieser Perspektive darf die offizielle Darstellung des Wahlergebnisses in Tehran massiv angezweifelt werden und die Reaktionen aus Israel sprechen ja auch für sich. Dass es Unzufriedenheit im Iran gibt, kann nicht bestritten werden, aber die Frage ist, wer hat ein Interesse daran, diese zu schüren?

Vergessen wir nicht die „Mutter aller politischen Umstürze“ durch verdeckte Geheimdienstaktivitäten der USA, den Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Mossadegh 1953 durch die CIA (Vorläufer: OSS).

Sehen / Hören Sie hier ein Interview mit  Steven Kinzer, der über die geheime Operation von Kermit Roosevelt berichtet.  (Autor des Buches:

All the Shah’s Men, An American Coup and the Roots of Middle East Terror.”

Ähnliches hat man auch in Venezuela versucht, aber diesmal scheiterte der Coup. Wie die mediale Berichterstattung massiv manipuliert wurde (Teil einer psychologischen Operation, durch die die öffentliche Meinung nach Wunsch geformt wird)  zeigt dieses VIDEO von John Pilger (The War on Democracy): Die Parallelen zum Iran sind nicht zu übersehen (ab Minute 22 im Video sieht man den „Aufstand“ gegen Chavez)

Berechtigte Zweifel, ob Berichte wie diese “ ehemaliger General Mirza Aslam Beig (Pakistanische Armee) behauptet, dass die  CIA  $400 im Iran verteilt hat, um eine Revolution auszulösen, ernst zu nehmen sind, verblassen daher, angesichts der langen Geschichte der USA, unliebsame politische Führer zu stürzen und durch US-kompatible Regierungen zu ersetzen.

Welche verheerende Wirkung die Massaker im Irak und in Afghanistan auf die iranische Bevölkerung hatten, wird bei der Bewertung des Wahlergebnisses im Iran völlig ignoriert, erklärt aber, warum Ahmadinejad womöglich doch eine klare Mehrheit gewonnen hat. Denn wenn der „große und kleine Satan“ das Land mit Krieg bedrohen, versammeln sich die Menschen hinter dem politischen Führer, der ihnen am ehesten ein Gefühl der Stärke vermittelt. Je mehr Ahmadinejad  (von den wirklich „Bösen“) dämonisiert wird, desto mehr sammeln sich die Menschen hinter ihm.

Vielleicht hat die Mehrheit der Wähler ja die Unbeugsamkeit Ahmadinejads gegenüber der Arroganz der USA und Israels überzeugt, ebenso wie seine ablehnende und kritische Haltung gegenüber dem Raubtierkapitalismus, der solidarisches Handeln und soziale Bindungen zerstört und die Freiheit des (vorwiegend amerikanischen) Kapitals als oberstes Prinzip festlegt.

Man könnte auch sagen, dass die beiden Lager (die Mousavi und Ahmadinejad darstellen) eine Art Klassenkampf symbolisieren: auf der einen Seite die gut verdienenden, marktorientierten, pro-kapitalistischen Leute, die den „individuellen“ life-style des Westens ersehnen (wobei die „Wahlfreiheit“ auch beim Konsum eine Illusion ist…) und auf der anderen die Geringverdiener, die Arbeiter und Bauern, die eher eine moralisch orientierte Wirtschaft anstreben, in der (auch durch die Religion) ein schrankenloses Wuchern durch ungezügelte Gier, Wucher und Expansionsstreben verhindert wird. Bei einer Öffnung des Iran im Sinne des „freien Marktes“ würden die Folgen für die Armen verheerend sein. Diese Art der „Reform“ wird aber von Washington bevorzugt (nicht die vermeintlich demokratische).

Der Außenminister Guatemalas (dessen Regierung den USA bzw. ihren Konzernen auch nicht genehm war und deshalb ein Jahr später ebenfalls entfernt wurde) wendete sich damals an die UN, und bat um Hilfe gegen die geheimen Operationen der USA. Toriello sagte damals

„Jeder Versuch, ökonomisch unabhängig zu sein, jedes Bemühen für soziale Verbesserungen, jede intellektuelle Neugier und jedes Interesse an progressiven liberalen Reformen werden von den USA als „Kommunismus“ verunglimpft, den man um jeden Preis bekämpft. (Siehe auch John Perkins als „Confessions of An Economic Hitman“)

Es klingt auf den ersten Blick paradox, aber auch Israel bevorzugt Ahmadinejad gegenüber einem gemäßigten Präsidenten, denn dieser würde die “Bedrohung” für Israel in den Medien weniger glaubwürdig machen und somit die militärische Aggression Israels und seine Rechtsverletzungen (verkauft als als Selbstverteidigung) einigen Boden entziehen. Für einige Beobachter war das Massaker in Gaza nur eine Vorbereitung für den großen Krieg gegen den Iran….Man kann nur hoffen, dass sie Unrecht haben….

In einer Theokratie zu leben ist für uns kaum vorstellbar und es gibt sicher genug Anlass für Kritik, die sich allerdings nicht auf Ahmadinejad, sondern das System an sich konzentrieren sollte. Dennoch ist es nicht fair, den Iran als eine Art Militärdiktatur hinzustellen, um dann als glorreiche Befreier (erinnern wir uns an den Irak…) der Unterdrückten „zu Hilfe zu kommen“ und der Westen sollte sich erst mal um seine eigene „Demokratie“ kümmern, die auch schon im Wachkoma liegt….

Die Doppelmoral hier ist unerträglich: Präsident Mubarak, ein echter Diktator, der immer über 90% der „Stimmen“ erhält (von den Saudis ganz zu schweigen) wird von Präsident Obama mit Küsschen begrüßt, aber Ahmadinejad ist der neue „Hitler“?

“Full Spectrum Dominance” (strategisches Ziel der USA) ist eben kein Konzept, das dem Weltfrieden eine Chance gibt, sondern ein Grund für ewigen Krieg (Wirtschaftskrieg inklusive). Harold Pinter verstand das wie kein anderer .

Kurzfassung:

Wie sagte ein ehemaliger CIA-Agent, der auch an solchen verdeckten Operationen teilnahm:

“We did not give a hoot about democracy….”

Aber dank einer folgsamen Medienherde (gekauft, manipuliert oder geknebelt) wird die Wahrheit einfach ignoriert. So lange, bis sie aufhört, zu existieren (in den Köpfen). Das zeigt sich auch auf dramatische Weise im „Nahostkonflikt“ (siehe dazu meine Artikel über Israel und Palästina).

Pinter:

It never happened. Nothing ever happened. Even while it was happening it wasn’t happening. It didn’t matter. It was of no interest. The crimes of the United States have been systematic, constant, vicious, remorseless, but very few people have actually talked about them. You have to hand it to America. It has exercised a quite clinical manipulation of power worldwide while masquerading as a force for universal good. It’s a brilliant, even witty, highly successful act of hypnosis.”

Wir wissen nicht, was im Iran wirklich passiert ist. Aber wir sollten der “offiziellen Darstellung” in den Medien mit äußerster Vorsicht begegnen und uns vielleicht einen Satz von Hugo Chavez zu Herzen nehmen (als man versuchte, seine demokratisch gewählte Regierung zu stürzen):

Don’t let them poison you with their lies….

Der Neue “Hitler”: Ahmadinejad und “anti-israelische” Tiraden

In den deutschsprachigen Medien herrschte in den letzten Tagen großer Gleichklang, wenn es um die Reportage der Vorfälle bei der UN-Rassismus-Konferenz ging. Hier ein paar typische Schlagzeilen:

Der Standard: „Ahmadinejad: “Rassis­tisches Regime” in Israel”

Zitat: „Der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad hat mit wüsten Beschimpfungen gegen Israel einen Eklat zum Auftakt der UN- Antirassismuskonferenz provoziert.”

OÖN: „UNO-Tagung begann mit wilden Rassismus-Vorwürfen”

Zitat: „Frankreichs Präsident Sarkozy sprach von einer Hassrede des Iraners”

Die Presse:       „Eklat von Ahmadinejad bei Rassismuskonferenz”

Zitat: „Ahmadinejad nützte den Auftritt in Genf erneut für seine berüchtigten anti-israelischen Tiraden”.

Die Liste ließe sich noch fortsetzen….. (da alle Zeitungen die Agenturmeldungen mehr oder weniger übernommen haben, auch in Deutschland z.B. DER SPIEGEL, aber auch ARTE ließ sich im Sinne Israels instrumentalisieren ( in „Thema”)

1) WAS HAT AHMADINEJAD WIRKLICH GESAGT UND WIESO IST DIE AUFREGUNG DARÜBER SO GROSS?

Hier kann die GESAMTE REDE (englische Übersetzung) nachgelesen werden. Jetzt hat auch die BBC die gesamte Rede veröffentlicht. Schon hier zeigt sich, dass bei der Übersetzung ins Englische teilweise große Unterschiede bestehen, manche Sätze fehlen völlig. Interessant dabei ist, welche Teile davon hier völlig unter den Teppich gekehrt wurden: Z.B. ein massiver, aber berechtigter Angriff auf die fehlende Gleichberechtigung der Länder im UN-Sicherheitsrat, (Vetorechte der Siegermächte), die völlige Dominanz der USA, die dazu geführt hat, dass sämtliche Verbrechen Israels (alle UNSC-Resolutionen ignoriert)  ohne Sanktionen bleiben.

John Bolton: (<< Video: “There is no United Nations”

Motto: Die UN ist ein Instrument der US-Außenpolitik, sonst nichts (nur handlungsfähig, wenn im Interesse der USA)

Auch die Finanzkrise und die neo-liberale globale Wirtschafts- und Handelsarchitektur, die man der Welt aufgezwungen hat und die Armut und soziale Ungleichheit vergrößert (bekannt als  „Washington Consensus und exekutiert durch WTO, IMF, EU, etc.”) werden angeprangert. Diese Beurteilung teilen Millionen von Menschen. Die Plünderung ganzer Staatshaushalte für „in Not geratene Banker” („securitization” -sprich: bandenmäßiger Betrug (asset price inflation) und systematische Bilanzfälschung) ist der letzte Akt eines erbärmlichen Schauspiels, der noch als „Demokratie” verkauft werden kann (dank folgsamer Medien).

Es kommt aber noch dicker und spätestens jetzt wird klar, warum dieser Mann kriminalisiert und ausgegrenzt werden muss: Ahmadinejad fasst ein heißes Eisen an, ein Tabuthema, das schon Harold Pinter in seiner berühmten Nobelpreis-Rede (zweite Hälfte beginnend mit “Politisches Theater..” bearbeitete (Thema: What is true and what is false? Was ist die wahre Rolle der USA in dieser Welt und warum tun alle so, als hätten die Verbrechen der USA (im Zuge der „Wahrung von US-Interessen z.B. „regime change” im Iran im Komplott mit GB) nie stattgefunden? Warum schweigen alle, obwohl der Kaiser nackt ist? (auch Obama, der sieht nur besser aus…)

Kurzfassung (interpretiert von einem amerikanischen Bumpersticker) dieser Passage:

“The fastest way to stop terrorism is to stop screwing around with other countries”

Warum gibt es nur zwei Länder auf der Welt, die sich hinter Wörtern wie „anti-amerikanisch und „anti-israelisch” verstecken müssen, um Kritik auszuschalten? Bin ich „anti-spanisch” wenn ich Spanien kritisiere? „Anti-französisch”, etc.? Warum machen unsere Medien da mit? (N.B. Chomsky sieht die Wurzeln dieser Rhetorik im Stalinismus…)

Aber jetzt wird klar, warum der Mann so verteufelt und kriminalisiert werden muss: er greift das ganze System an. Er stellt alles bloß, was unsere Diplomaten und Politiker einfach totschweigen und Pinter so treffend geschildert hat:

We are surrounded by a vast tapestry of lies.”

Was uns hier täglich in den Medien geboten wird, ist eine Kindergartenversion der realen Machtverhältnisse und man braucht kein Verschwörungstheoretiker zu sein, um das zu erkennen. (Aldous Huxley und Chomsky lesen reicht…)

2) PR-SPIN ALS REPORTING?

Jeder halbwegs intelligente Mensch weiß, dass Sätze, die aus dem Kontext isoliert oder in einem anderen Frame präsentiert werden, eine ganz andere Bedeutung erhalten können. Die Dämonisierung Ahmadinejads ist heute so weit fortgeschritten, dass die bloße Nennung seines Namens ausreicht, um Abscheu und Empörung auszulösen. Er selbst (das gleiche gilt für Hamas und Hisbollah) kommt bei uns kaum zu Wort (Ausnahme SPIEGEL s.o.) und die Agenturmeldungen werden einfach übernommen.

ahmadinejad3) DIE GEPLANTE „EMPÖRUNG” UND DER „HASS GEGEN ISRAEL”

Solche Bilder werden von manchen pro-zionistischen bzw.pro-israelischen Propagandagruppen generiert….

Aber zurück zur UN-Konferenz:

Wer entkräftet aber seine Vorwürfe? Wer widerlegt seine Anschuldigungen des Rassismus bzw. der Brutalität und Illegalität der israelischen Besatzung? Niemand, denn sie sind ja alle zutreffend.

Deshalb muss nach der „shoot the messenger” Methode vorgegangen werden: seine Glaubwürdigkeit muss völlig unterminiert und sein Charakter so dämonisiert werden, dass egal was er sagt, der „Eklat” und die organisierte Empörung garantiert stattfinden (dafür sorgen schon die israelischen PR-Profis)

(Über die Quelle des medial erschaffenen „Monsters” Ahmadinejad bzw. den berühmten Satz, „Israel muss von der Landkarte verschwinden” (den er nie gesagt hat) mehr im nächsten Kommentar)

Ein bestimmter Abschnitt seiner Rede wurde praktisch in allen Pressemeldungen zitiert:

“Ahmadinejad sagte, dass unter „dem Vorwand des Leidens des jüdischen Volkes” die Palästinenser aus ihrem eigenen Land gejagt worden seien. In der Folge hätten die „Zionisten” ein rassistisches Regime gegen die Palästinenser errichtet und schwere Verbrechen gegen sie verübt. Sie würden von westlichen Staaten und besonders von den USA unterstützt. Die Staaten, die der Antirassismuskonferenz fernblieben, machten sich zu Komplizen der Israelis.”

Was ist daran unwahr? Wo ist hier eine „wüste Beschimpfung?

Schaut man sich die konkreten Vorwürfe an, kann man sehen, dass sie schwer zu widerlegen sind und die Doppelmoral (Empörung) der westlichen „Wertegemeinschaft” der wahre Skandal ist:

Vorwurf 1: Brutale Vertreibung der Palästinenser aus dem eigenen Land.

Vorwurf 2: Zionismus ist eine Form des Rassismus, der unter dem Deckmantel der Religion systematische Verbrechen legitimiert.

Vorwurf 3: Der Holocaust wurde dazu missbraucht, das massive Unrecht gegenüber den Palästinensern zu legitimieren und zu entschuldigen (bis heute).

Vorwurf 4: Der Westen, allen voran die USA, rechtfertigen dieses Unrecht, in dem sie Israel ständig verteidigen bzw. dazu beitragen, dessen Regierung gegen Kritik zu immunisieren (und ihr Milliarden für Waffen zukommen lassen)

Jeder, der kritische Untersuchungen der israelischen Geschichte bzw. des Nahen Ostens gelesen hat, wird die ersten drei Anschuldigungen nicht leugnen können. Und jeder, der weder Autist ist, noch blind oder taub, wird den vierten nicht dementieren können. Die aktuelle, gelenkte Mediendebatte über die Rassismuskonferenz bestätigt ja genau diesen Vorwurf.

Ich greife nur 4 israelische bzw. jüdische Wissenschaftler heraus, die klare Aussagen zu diesen Themen machen und dafür massive Repressalien erleiden sowie mutige Journalisten und israelische Friedens- u. Menschenrechtsaktivisten:

ILAN PAPE, (Historiker) sein Buch Die Ethnische Säuberung Palästinas sollte jeder (Journalist) gelesen haben, der über den Nahen Osten schreibt), den ich hier auch in Deutsch zitiere; die „Nakba” hat aber gegen den omnipräsenten Holocaust keine Chance….

AVI SHLAIM, (International Relations, Oxford) – Auszug aus einem Kommentar während der Operation „Cast Lead” in Gaza):

„Am 2. Juni 1949 schrieb Sir John Troutbeck, seinerzeit britischer Botschafter in Ägypten, in einem Bericht an den Außenminister Ernest Bevin, die Amerikaner seien verantwortlich für die Schaffung eines Gangsterstaates unter der Führung „einer völlig skrupellosen Führerbande”. Bisher dachte ich, dies sei ein zu hartes Urteil; aber angesichts von Israels brutalem Überfall auf die Bevölkerung Gazas und der Komplizenschaft der Regierung Bush stellt sich die Frage neu…”

[.....] Das Ziel war die Errichtung eines „größeren Israel” mittels dauerhafter politischer, wirtschaftlicher und militärischer Kontrolle über die palästinensischen Gebiete. Das Ergebnis ist eine der längsten und brutalsten Militärbesatzungen in der modernen Geschichte.

[.....] In schamloser Weise zogen Amerika und die Europäische Union mit Israel gleich in dem Bemühen, die geächtete und dämonisierte Regierung (Hamas) dadurch zu Fall bringen, dass man die Auszahlung von Zolleinnahmen und Entwicklungshilfe zurückhielt. So entstand folgende surreale Situation: ein wesentlicher Teil der internationalen Gemeinschaft verhängte wirtschaftliche Sanktionen – nicht gegen die Besatzer, sondern gegen die Opfer der Besatzung, nicht gegen die Unterdrücker, sondern gegen die Unterdrückten.”

JOEL KOVEL (USA) (prangert als Jude den Zionismus als gefährliche und geradezu psychopathologische Form des Rassismus an und verlor deshalb seine Professur am Bard College. Sein Buch „Overcoming Zionism” sollte man auch gelesen haben, damit man den Begriff überhaupt richtig einordnen  undd verstehen kann, warum Ahmadinejads massive Angriffe gegen den Zionismus gerechtfertigt sind. (Was nicht heißt, dass im Iran alles o.k. ist…)

Beispiele: ZIONISMUS und die (verhinderte) OFFENE DEBATTE DARÜBER

NORMAN FINKELSTEIN (USA)

Auch ein mutiger jüdischer Wissenschaftler und Autor, der in den USA von der israelischen Lobby massiv attackiert und diffamiert wird…

(Anmerkung: der Link auf seiner Website zu “Dennis Ross and the Peace Process: Subordinating Palestinian Rights to Israeli “Needs” wird ständig blockiert….)

Natürlich auch Noam Chomsky, den man nicht weiter vorstellen muss…

4) MUTIGE JOURNALISTEN UND NAHOSTKENNER

Anzuführen wäre noch der Veteran unter den Nahost-Journalisten Robert FISK, (<< Link zu Video) dessen Buch: THE GREAT WAR FOR CIVILIZATION keinen Zweifel daran lässt, wer hier der größere Terrorist im Nahen Osten ist.

Und JOHN PILGER (<< Link zum Video: „Palestine is still the Issue”) dessen erschütternde Dokumentationen natürlich bei uns nie gezeigt werden…. (daraus Zitat eines Israeli, der seine Tochter bei einem Selbstmordattentat verloren hat: „Die Besatzung hat uns zu Tieren erniedrigt….”

Auch zu erwähnen das letzte Buch von Jimmy Carter: Peace, not Apartheid

Sowie viele israelische Gruppen, die gegen ihre eigene Regierung kämpfen (mit friedlichen Mitteln) und deren Verbrechen anprangern z.B. Gush Shalom, BREAKING THE SILENCE (israelische Soldaten erleichtern ihr Gewissen…), Combatants for Peace, Peace Now, ISRAELS OCCUPATION und viele andere.

Selbst entlarvt hat sich der erbärmliche Journalismus  mit Formulierungen wie dieser:

[.....] „und in dieser (der Resolution der vorhergehenden Konferenz in Durban) finden sich gegen Israel gerichtete Formulierungen, etwa die Klage über das Leid der Palästinenser unter „ausländischer Besatzung”. (Was Anlass für die USA und Israel war, die Konferenz zu verlassen und die jetzige zu boykottieren) (Quelle: DIE PRESSE)

Der „Eklat” bei der letzten Konferenz in Durban war auch hausgemacht: Der „Skandal” war die Erwähnung Israels im Schlussdokument (Seite 13) im dem es heißt:

„We are concerned about the plight of the Palestinian people under foreign occupation. We recognize the inalienable right of the Palestinian people to self-determination and to the establishment of an independent state and we recognize the right to security for all states in the region, including Israel, and call upon all states to support the peace process and bring it to an early conclusion.”

WAS IST DARAN SKANDALÖS? WAS IST ANTI-ISRAELISCH? NICHTS. GAR NICHTS.

Wenn die bloße Erwähnung des Leides bzw. der Rechte der Palästinenser schon genügt, als „israel-feindlich” diffamiert und ausgegrenzt zu werden, dann sind wir von einer Zensur, wie sie in totalitären Systemen vorkommt,  nicht mehr weit entfernt. Die Methoden sind subtiler, aber die Ergebnisse die gleichen: Gleichschaltung der Medien, wenn es um die Darstellung Israels  bzw. seiner Kritiker in der Presse geht. Das erinnert ein bisschen an frühere Zeiten, wo es noch „Majestätsbeleidigung” gab. Israel ist sakrosankt, dafür sorgt die „Holocaust-Industry”, wie sie Norman Finkelstein genannt hat.

5) DER ECHTE EKLAT

Der wirkliche Eklat ist, dass hier Papageienjournalismus betrieben wird, der so beschämend ist, dass man sich fragen muss, wozu man noch Zeitungen in kaufen soll.

(Das Problem ist natürlich bei Tageszeitungen auch der Zeitdruck und der fehlende Raum: in wenigen Spalten kann man so komplexe Themen wie die Nahostsituation nicht abhandeln… da haben es Magazine wie der Spiegel oder monatliche Zeitungen wie Le Monde Diplomatique schon einfacher; letztere widmet sich den Hintergründen und größeren Zusammenhängen nicht dem Tagesgeschehen und den billigen Schlagzeilen)

Der Eklat ist, dass der PR-Apparat Israels so effektiv und mächtig ist, dass er die meisten Journalisten „zum Frühstück verspeist”. (wenn diese sprachliche Entgleisung erlaubt ist).

(Des-)Information ist eine gefährliche Waffe, weil sie Wahrnehmung, Einstellungen und die Urteilsfähigkeit beeinflusst.  Früher wurde sie nur im Krieg als solche eingesetzt, aber mittlerweile befinden wir uns in einem Dauerfeldzug, der unter Begriffen wie „managing perceptions”, „public diplomacy” u.a. zur Steuerung der Wahrnehmung geführt wird.

Dafür zu sorgen, dass „friendly information dominiert, ist die erste Pflicht der politischen PR. Also alles, was die eigene Position, die eigenen Interessen oder die eigene Glaubwürdigkeit gefährden könnte, muss eliminiert oder zumindest in den Hintergrund gedrängt werden. Man sorgt dafür, dass diese Informationen „contained” sind, also eine größere mediale Verbreitung verhindert wird, während die eigene Propaganda überall präsent ist (Agenturen, TV, Radio, Print). Durch ständige Wiederholung gewisser Passagen in allen Medien wird die gewünschte Message eingebrannt (das wussten auch schon Hitler und Goebbels), wobei die Medien sich gegenseitig verstärken (Echo-Effekt).

Genau das macht  Israel hervorragend. Aber man sollte das auch mal öffentlich anprangern und den Presseagenturen auf den Zahn fühlen.

Hier Beispiele, wie die Medien die Realität im Nahen Osten verzerren (aus den USA, aber ähnliches gilt auch bei uns)

Wer sind eigentlich die Leute hinter den Presseagenturen?

ZUM SCHLUSS: HARTE WORTE VON KOLLEGEN

Ein US-Journalist (Robert Parry, ich habe ihn schon öfter zitiert) schrieb während des Massakers in Gaza über die Einseitigkeit der medialen Darstellung des „Terrors” im Nahen Osten:

Yet it is now clear that acquiescence to a double standard on terrorism  is not just a violation of journalistic ethics or an act of political cowardice; it is complicity in mass murder. Without the double standard, it is hard to envision how the bloodbaths – in Iraq (since 2003), in Lebanon (in 2006) and in Gaza (today) – would be possible.

Dem kann man sich nur anschließen. Der von Israel praktizierte Staatsterrorismus ist hier praktisch kein Thema. Das wäre ja „anti-israelisch”….. und wegen des Holocausts ist Deuschland wohl für immer geknebelt…. stattdessen dominieren die Slogans “Israel hat ein Recht auf Selbstverteidigung” etc. die ich ja schon öfter hier untersucht habe)

Dass der Iran selbst genug Kritikpunkte für Verletzung der Menschenrechte liefert, ist richtig (vor allem durch die Anwendung der Sharia), heißt aber nicht, dass dessen Präsident deshalb Israels Verbrechen nicht anprangern darf.

Dass die 25.000 Juden im Iran nicht diskriminiert werden und sogar im Parlament vertreten sind, sollte man vielleicht auch mal erwähnen.  Der angebliche „Antisemit” Ahmadinejad scheint hier versagt zu haben….

Eine gute Analyse, wie der unsägliche Satz „Israel muss von der Landkarte verschwinden” in die Welt kam und sich wie ein Flächenbrand ausbreitete, gibt es hier. (Ich werde darauf im nächsten Artikel näher eingehen)

Dass die wirkliche Macht im Iran beim Supreme Leader Ayatollah Khamenei liegt und nicht beim Präsidenten, sollte man vielleicht auch hervorheben. Ebenso die Tatsache, dass der Iran in der Liste aller Länder, die Angriffskriege geführt haben, ganz unten ist, während die „Empörten” ganz oben stehen….

Follow-Up:

Die “nukleare Bedrohung” durch den Iran und für den Kontext ein kurzer Blick in die Geschichte (Beziehungen zwischen Iran, Irak, Israel und den USA)